//BADENER TAO BLATT UU^ Leitung für Politik, Wirtschaft undUultur PREIS 20 PFENNIG DONNERSTAG, 21. OKTOBER 1948 NR. 94 Marshall besucht Papst Pius XII. Veimutungen um einen Vermittiungsvorschlag des Heiligen Stahles ROM — Nach seinem Besuch in Griechenland traf Staats^kretär Marshall in Rom ein. Kurz nach seiner AiTkunft auf dem Flughafen Rom-Ciampino erklärte der amerikanische Staatssekretär auf die Fragen der Journalisten, ob seine Reise nach Italien amtlichen Charakter habe oder nicht: „Ich bin gekommen, um zu sehen, zu sprechen und zu hören.“ Am Montag abend wurde Marshall vom Fräsidente der italienischen Republik, Luigi Einaudi, von Außenminister Graf Sforza und von Ministerpräsident de Gasperi empfangen. De Gasperl erklärte nach einer fast einstündigen Besprechung, er könne nur sagen, daß er Staatssekretär Marshall den Dank des italienischen Volkes zum Ausdruck gebracht habe. Am Dienstag vormittag empfing der Papst den amerikanischen Staatssekretär in Castelgandolfo in Privataudienz. Marshall befand sich in Begleitung seiner Frau, des amerikanischen Botschafters in Italien, James Dünn, und Monsignore Franklin Gowens, des Geschäftsträgers der USA-Botschaft beim Heiligen Stuhl. Frau Marshall nahm an der ungefähr halbstündigen Unterredung teil, bei der, wie aus der Umgebung des Heiligen Vaters verlautet, der Papst Fragen, die den Frieden und die Menschheit betreffen, zur Sprache brachte. Nach Verlassen des Palastes besichtigte Staatssekretär Marshall c ; ie vatikanischen Gärten und begab sich nach Anzio, um dort die Gräber seines Sohnes und seines Schwiegersohnes, die bei den alliierten Landungsoperationen im Januar 1944 gefallen sind, aufzusuchen. ROM — Die römische Presse befaßt sich in ihren Kommentaren mit dem Besuch Staatssekretär Mar- shalls in Rom und hebt einstimmig dessen Bedeutung in der augenblicklichen kritischen Phase der internationalen Lage hervor. Nach Ansicht des „Risorgimento Liberal“ ist der Besuch Marshalls als Zeichen dafür zu werten, daß „die italienische Außenpolitik mit der nordamerikanischen Politik der Stärkung der Verteidigung Europas in Einklang steht“. Die extrem linken Blätter versichern, daß die unerwartete Reise Marshalls nach Rom nur das Vorspiel zu einem Mittelmeer-Militärbündnis sei. In seinem Kommentar fragt sich das kommunistische Organ „Unita“, ob der amerikanische Staatssekretär nicht nach Castelgandolfo gegangen sei, um die Vermittlung des Vatikans zu erbitten. Ähnliche Vorschläge seien vor mehreren Tagen im „Osservatore romano“ erschienen. In katholischen Kreisen weist man dagegen darauf hin, daß der „Osservatore romano“ nicht genau von einem Vermittlungsvorschlag gesprochen, sondern nach einer resignierten Feststellung der Ohnmacht der Vereinigten Nationen auf die Notwendigkeit einer „letzten Instanz“ hingewiesen habe, deren Unabhängigkeit und Objektivität von allen anerkannt werden müsse und die Verantwortung jener, die eine friedliche Auseinandersetzung einer gewaltsamen vorziehen würden, festlegen solle. Demontageproblem wird nochmals überprüft Frankreich und England stimmen den amerikanischen Vorschlägen zu PARIS — In der Demontagefrage hat die französische Regierung nunmehr ebenfalls ihre prinzipielle Zustimmung zu den Ratschlägen Paul Hoffmans, des Administrators des amerikanischen Hilfswerks, gegeben. Es handelt sich dabei um eine Verlangsamung der Demontage in Erwartung einer endgültigen Liste derjenigen Fabriken, die Deutschland belassen werden sollen. Die französische Antwort enthält einige Anregungen, die sich auf gewisse Industrien beziehen. Diese betreff een jedoch, wie verlautet, lediglich Details und ändern nichts an der grundsätzlichen Annahme des amerikanischen Vorschlages durch Frankreich. Die französische Antwort, die vor wenigen Tagen dem amerikanischen Botschafter in Paris übergeben wurde, ist inzwischen in Washington eingetroffen. Westmächte geben Auskunft - Wyschinski schweigt Oer Sicherheitsrat soll morgen Entscheidung in der Berliner Frage treffen PARIS — In der Dienstag-Nachmittagsitzung des Sicherheitsrates beantworteten die Delegierten der Westmächte die Fragen des argentinischen Delegations-Chefs und derzeitigen Ratspräsidenten Bra- muglia, die er in der letzten Sitzung zur Berliner Frage gestellt hatte. Sir Alexander Cadogan, Dr. Philip Jessup und Alexandre Farodi teilten sich in die Aufgabe, indem Cadogan über die Geschichte der von der sowjetischen Militärregierung für den Personen- und Warenverkehr von und nach Berlin verhängten Einschränkungsmaßnahmen referierte und Jessup und Cadogan in ihren Exposäs auf die zwei Fragen, den Grund für die Nichtdurchführung der am 30. August in Moskau getroffenen Vereinbarungen und für die Einstellung der Viererverhandlungen, des näheren eingingen. Obwohl Bramuglia seine Vermittlerrolle dazu benutzt hatte, am Montag mit Wyschinski erneut zusammenzutreffen, nahm der sowjetische Delegierte weder in mündlicher, noch in schriftlicher Form zu den Darlegungen der drei Westmächte-Vertreter oder zu den Fragen des Präsidenten Stellung. Die Tätigkeit des Sicherheitsrates beschränkte sich also darauf, die Präzisionen anzuhören, die die drei westlichen Delegierten zur Vorgeschichte der Berliner Blockade und zur Blockade selbst sowie zu den schließlich ohne fruchtbare Auswirkung gebliebenen Moskauer Verhandlungen gegeben batten. Alle drei westlichen delegierten unterstrichen die Bereitschaft ihrer Regierungen, die Viererverhandlungen unmittelbar nach Aufhebung der Blok- kade wieder aufzunehmen. Der Amerikaner Jessup erklärte am Schluß seiner Rede: „Wir bitten den Sicherheitsrat, die Bedrohung des Friedens aus der Welt zu schaffen, wir bitten, nicht etwa die Verhandlungen mit der sowjetischen Regierung zu verhindern, sondern lediglich dafür zu sorgen, daß diese Verhandlungen ohne Zwangsausübung unternommen werden können.“ Den Vereinigten Staaten scheint es keineswegs darum zu tun zu sein, einen absoluten Bruch herbeizuführen. Der Sicherheitsrat wird am Freitag die Erörte- i ung des Problems erneut afifnehmen und seine Beschlüsse bekanntgeben. Der interimistische Vorsitzende des Sicherheitsrates, Bramuglia, empfing nach der Sitzung des Sicherheitsrates erneut den Sowjetdelegierten Wyschinski. Auch in den englisch-amerikanischen Verhandlungen über die Demontagen in Deutschland ist ein beachtlicher Fortschritt zu verzeichnen. Er berechtigt zu der Hoffnung, daß das Ende dieses traurigen Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte nunmehr in Sicht ist. Die britische Regierung hat durch die englische Botschaft in Washington dem Chef des Europa-Hilfswerkes Herrn Hoffman mitteilen lassen, daß die in Gang befindlichen Demontagen in der britiscnen Zone vorübergehend eingestellt werden und das gesamte Demontageproblem einer nochmaligen eingehenden Überprüfung unterzogen wird. Demnächst dürfte ein englischer Sachverständigenausschuß zu diesem Zweck vom Foreign Office eingesetzt werden, um in jedem einzelnen Falle festzustellen, ob durch das Verbleiben des betreffenden Unternehmens in Deutschland der deutsche Beitrag zum Wiederaufbau Europas erhöht werden kann. Man nimmt an, daß in einem solchen Falle das betreffende Werk endgültig von der Demontageliste abgesetzt wird. Der englische Ausschuß wird selbständig handeln, aber in enger Verbindung stehen mit dem amerikanischen Humphrey-Komitee, das sich mit den deutschen Demontagen im Aufträge des Marshall-Hilfswerkes befaßt. Insgesamt war in der britischen Zone die Demontage von 496 Unternehmungen vorgesehen, welche aufgeteilt waren in 530 Einheiten. Für Reparationszwecke nach dem Stand vom 1. Oktober laufenden -Jahres wurden 191 Einheiten komplett demontiert, bei 222 sind die Demontagearbeiten im Gange, bei den restlichen 117 wurde mit ihnen noch nicht begonnen. Die neue Lage ist, daß die Demontage bei 222 Einheiten unterbrochen wurde und 339 Fälle noch einmal genau untersucht werden. Französische Gruben in schwerer Gefahr Verschärfung der Streiklage im französischen Kohlenbergbau PARIS — Der Bergarbeiterstreik ! n Frankreich, der nun schon eine dritte Woche andauert, ist in eine neue, überaus ernste Phase eingetreten. Angesichts der Tatsache, daß jetzt auch die Arbeiter, die bisher noch die erforderlichen Notstands- und Unterhaltungsarbeiten durchgeführt hatten, auf einen Appell der kommunistischen CGT hin gleichfalls die Arbeit niedergelegt haben, drohen die Gruben, deren Pumpwerke jetzt nicht mehr funktionieren, innerhalb kürzester Frist zu ersaufen. Innenminister Jules Moch kündigte in einer Radioansprache energische Gegenmaßnahmen an. In verschiedenen Bergbaugebieten wurden die Gruben bereits durch Truppen und Gendarmerie besetzt. Dabei kam es vor allem in St. Etienne zu einem et- Neue Meldungen aus aller Wett Schacht steigt wieder ins Geschäft MÜNCHEN — Der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht beabsichtigt, wie die „Abendzeitung“ meldet, nach München zu ziehen und sich dort an einem Bankgeschäft zu beteiligen. 65 Prozent leben besser BIELEFELD — „Leben Sie jetzt besser als vor der Währungsreform?“ lautete eine Frage, die das Bielefelder Institut für Meinungsforschung „Emnid“ westdeutschen Hausfrauen vorlegte. 65 Prozent der Hausfrauen bejahten die Frage. 17,5 Prozent von ihnen leben schlechter und die restlichen 17,5 Prozent genau so wie vor der Währungsreform. Schweizer Zeitung in der britischen Zone verboten BERLIN — Die nationalsozialistisch orientierte in der Schweiz erscheinende Zeitung „Neue Politik“ wurde in der britischen Zone verboten. Die britischen Behörden erklärten ln diesem Zusammenhang, die deutschsprachige Zeitung wolle die Lehren des Nationalsozialismus verbreiten, und obwohl sie in der Schweiz verhältnismäßig wenig ge’esen werde, würde sie in starker Auflage ln der britischen Zone und vor allem Im Ruhrgebiet vertrieben. Vor der Freigabe des Autoverkehrs an Sonntagen BADEN-BADEN — Wie Südena von zuständiger Seite erfährt, werden zur Zelt Maßnahmen vorbereitet, um in Kürze die Freigabe des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen Innerhalb der französischen Zone an Sonntagen zu ermöglichen. Fälscherbande ansgehoben DÜSSELDORF — Eine Fälseherbande, die seit zwei Jahren Lebensmittelmarken im Werte von 500 bis 1000 Zentnern Lebensmitteln gefälscht und in den Verkehr gebracht hat, konnte in überraschendem Zugriff von der Landes- und der Stadtkriminalpolizei in Düsseldorf gefaßt werden. 26 Verhaftungen sind bereits erfolgt, jveitere in Kreisen der Verteiler und Schwarznändler, fsber auch der Gaststätten und Konditorenbesitzer und dem Einzelhandel stehen bevor. Ein Kllscheehersteller 'erlitt bei seiner überraschenden Verhaftung einen Herzschlag. Spanische Offiziere nach den USA? LONDON — Der „Daily Express" meldet, daß „etwa 100 junge spanische Offiziere den Befehl erhalten hätten, sich auf eine Reise nach den USA vorzubereiten.“ Nach Angaben des Blattes soll „der Caudillo die Absicht haben, sie als Avantgarde zu entsenden, sobald das Abkommen mit den Vereinigten Staaten bekannt gegeben wird, damit sie sich mit den modernen Kampfmethoden vertraut machen können.“ Westdeutsche Kultusminister tagen RAVENSBURG — Seit Dienstag früh findet in Ravensburg eine Konferenz der Kultusminister West- deutsclilands statt. An den Beratungen nahmen zeitweise auch die Finanzminister der westdeutschen Länder teil. Die Konferenz wird heute Abend zu Ende sein. Die ersten beiden Punkte der Tagesordnung betrafen organisatorische Fragen, vor allem das ständige Büro der Kultusministerien in Frankfurt. In der Frage der Emeritierung oder Pensionierung der Hochschulprofessoren entschied sich die Versammlung für die Emeritierung. d. h. für den vollen Weiterbezug der Gehältet für aus dem Amte scheidende Professoren. Deutsche Lehramtsanwärter ln Frankreich PARIS — Unter Führung des stellvertretenden Leiters der Abteilung für Erziehung und Unterricht der französischen Militärregierung in Baden-Baden, Mr. Graf, trafen 14 junge Lehramtsanwärter aus den drei Ländern der französischen Zone in Paris ein. Drei der jungen Deutschen werden für die Dauer von zwei Monaten an der Eeole (Lehrerseminar) Normale von Au- teull bleiben, sieben werden nach Caen in der Normandie und vier nach Besancon gehen, wo sie an gleichartigen pädagogischen Lehranstalten an den normalen Kursen der französischen Schüler teilnehmen werden. Morgenthau in Israel TEL AVIV — Der ehemalige USA-Finanzministei Henry Morgenthau traf gestern auf dem Luftwege in Begleitung des Enkels des Präsidenten Roosevelts Curtls Roosevelt-Boettiger „irgendwo in Israel“ ein In Tel Aviv vermutet man, daß diese Reise Mergenthaus mit den Finanzfragen Israels und einer eventuellen amerikanischen Anleihe in Zusammenhang steht. wa l 1 '*,ständigen Handgemenge zwischen der Polizei und den dort aufgestellten Streikposten. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verwundete. Die Gendarmerie war mehrfach gezwungen, mit Trä- nengasbomben vorzugehen. Während die kommunistischen Gewerkschaften erklären, daß sie lediglich in Verteidigung ihres Streikrechts, das durch Angriffe der bewaffneten Macht verletzt worden sei, die Durchführung der Unterhaltungsarbeiten verboten hätten, sieht man in der neuen Vers.härfung der Streiklage in Frankreich im allgemeinen nur die lange Hand Moskaus und der Kominform und das offensichtliche Bemühen der kommunistischen Drahtzieher, es jetzt zu einer Kraftprobe kommen zu lassen. Im Loire-Revier, wo eine Grube abgesoffen ist, wurden sieben Gruben besetzt und durch den Einsatz des Sicherheitsdienstes gerettet. Auch in Car- maux kam es zu Zwischenfällen. Um eine Verschlimmerung der Lage zu vermeiden, räumte die Polizei vorher besetzte Punkte. Für eine Grube besteht die Gefahr, abzusaufen. Auch eine Kokerei wurde in Mitleidenschaft gezogen. Im Gard schließlich sind drei Gruben ersoffen. Ein Sowjet-Dementi BERLIN — Das sowjetische Nachrichtenbüro veröffentlichte folgendes Dementi: „Die Meldung über die Ankunft des deutschen Generals von Seydlitz und dreier ehemaliger Wehrmachtsoffiziere ln Berlin sowie über die angeblich stättgefundenen Besprechungen zwischen General von Seydlitz und sowjetischen Offizieren und führenden Persönlichkeiten der Ostzonenpolizei ist eine neue Lüge". BERLIN — General Walter von Seydlitz, hat, wie der „Kurier“ meldet, die Polizeischule von Schwerin besichtigt. BERLIN — Wie „Der Tag“ meldet, sind Milit&reln- helten der Seydlitzarmee ans der Sowjetunion in Balle eingetroffen, um in die Ostzonenpolizei eingeglledert zu werden. Die Soldaten wurden mit Musik abgeholt und von den Chefs der Ortspolizei empfangen. Hoffman kommt nach Frankfurt PARIS — Der Administrator der ECA, Hoffman, der gestern in Paris eingetroffen ist, wird am 22. Oktober nach Rom fahren, und sich von dort über Paris nach Frankfurt und Berlin begeben. Auf seiner Reise durch die europäischen Länder will Hoffman sich persönlich von den Fortschritten überzeugen, die im Laufe der letzten Monate in den Ländern gemacht worden sind, die am europäischen Wiederaufbauprogramm teilnehmen. v. Brauchitsch gestorben HAMBURG — Der ehemalige Feldmarschall Walter v. Brauchitsch ist in der Nacht vom Montag auf Dienstag in einem britischen Hospital in Hamburg an den Folgen eines starken Herzleidens gestorben. Ländercbefs tagen in Schlangenbad FRANKFURT — Die elf Länderchefs der drei westlichen Besatzungszonen treffen sich nach einer Mitteilung aus dem Büro der Ministerpräsidenten in Wiesbaden am 28. Oktober in Schlangenbad'Taunus. Die Besprechung soll der Erörterung der finanziellen Situation der Länder Westdeutschlands dienen. Badens Vertreter in der Sechser-Kommission TÜBINGEN — Südbaden hat jetzt seine Vertreter für die auf der Konferenz in Bebenhausen beschlossene Sechser-Kommission zur Ausarbeitung des Staatsvertrages ernannt. Es sind: Oberlanöes- gerichtspräsident Dr. Zürcher und Legationrrat a. D. Jantz Ein „Notopfer Berlin“ U. H. FRANKFURT — Der Wirtschaftsrat erledigte am Dienstag in einer kurzen Halbtagssitzung die von der Militärregierung zurückgewiesene Gesetzesvorlage über die Verbrauchssteuer. Die verringerten Steuersätze für Kaffee und Bier werden in der ursprünglich vorgesehenen Höhe beibehalten, während für Tabak und Branntwein nur eine teilweise Ermäßigung eintritt. Die billigste Zigarette wird von DM —.20 auf DM —.12 gesenkt. Ein 50 g Päckchen billigsten Feinschnitt-Tabaks kommt von DM 3.20 auf DM 1.75, Rohschnitt von DM 2.— auf DM —.90. Der Steuersatz für 1 hl Weingeist, wurde auf DM 1000.— festgelegt. In der Abstimmung über das „Notopfer Berlin wurde die Vorlage gegen die vier Stimmen der KPD angenommen. Für das „Notopfer Berlin“ werden monatlich bei einem Arbeitslohn bis zu DM 500 — 60 Pfennig und für jeden Mehrlohn 1.— DM zu angefangenen DM 100.— abgabepflichtig. Diese Regelung gilt auch für alle anderen Einkommenbezieher, von den Körperschaften werden monatlich DM 1.20 je angefangene DM 100.— Einkommen, mindesten* aber DM 20.— monatlich erhoben. Von der vorgesehenen Abgabe von 50 Pfennig pro Haushaitsausweis hat das Gesetz in der angenommenen Fassung Abstand genommen. Inthronisation des Freiburger Erzbischofs FREIBURG — Nach einer Bekanntmachung des erz- Dischöflichen Dom- und Metropolitankapitels wird die Konsekrations- 1 und Intrhronisationsfeier in Freiburg am 28. Oktober mit dem feierlichen Zuge des Erzbischofs und der übrigen Bischöfe sowie der teilnehmenden Priester vom erzbischöflichen Konvikt nach dem Münster beginnen Es folgt die Konsekrationsfeier. Dann nimmt der Erzbischof die Huldigung des Klerus entgegen und. hält von der Kanzel eine Ansprache an die Erzdiözesanen. Werden die Besatzungstruppen zurückgezogen? Ein russischer Vorschlag an die Westmachte zu erwarten U. H. FRANKFURT — Wie Dena und Reuter melden, soll ein neuer sowjetischer Vorschlag an die Westmächte unmittelbar bevorstehen, durch den ein gleichzeitiger Abzug aller Besatzungstruppen aus Deutschland verlangt wird. Offenbar durch diesen Vorschlag angeregt, schlägt Walter Lippmann ■n der „New York Herald Tribüne“ vor, die Besatzungsmächte sollten ihre Truppen bis an die Grenzgebiete Deutschlands zurückziehen. Der Rückzug aller Besatzungstruppen aus Deutschland könne nicht stattfinden, ehe die Bedingungen des Friedensvertrages festgelegt seien. Daraus sei abei nicht zu folgern, daß die Zurückziehung der Armeen bis an die Grenzen Deutschlands nicht schon zu einer Zeit vorgenommen werden könnte, während der über einen deutschen Friedensvertrag beraten werde. Wenn die Russen an der Oder, di- Briten und Franzosen am Rhein und die Amerika ner im Gebiet von Bremen ständen, dann wäre das Berliner Problem gelöst. Eine Aufhebung der Berliner Blockade würde dagegen nicht viel an der gegenwärtigen Situation ändern, da die amenkanischt Position in der ehemaligen Reichshauptstadt verwundbar bleibe, solange die Stadt von der roten Armee umgeben sei. Berlin jetzt abgeriegelt BERLIN — Die Westsektoren Berlins sind Jetzt vom sowjetischen Sektor und der Ostzone vollständig abgeriegelt. Die Übergänge vom Ostsektor zu den westlichen Sektoren Berlins und die Ausfallstraßen der Stadt werden von der Polizei der russischen Zone und des russischen Sektors aufs schärfste kontrolliert Auch russische Soldaten beteiligen sich an den Absperrungen. Am russischen Kontrollpunkt der Autobahn Helmstedt-Berlin bei Nowawes werden alle Lastwagen und andere Fahrzeuge, die nach Berlin wollen, angehalten. Mehrmals am Tage werden Gruppen der Fahrzeuge zusammengestellt und unter Begleitung von russischen Soldaten und deutschen Polizisten abtransportiert. An anderer Stelle mußten Fußgänger, die Kartoffeln oder Gemüse bei sich hatten, ihre Waren abliefern. 1fr. 94 BADENER TAOBLATT Donnerstag, den 21. Oktober 1948 Es geht um die Parole! Die Gemeinde- und Kreiswahlen im Lande Nord- rhein-Westfalen haben entgegen den verschiedenen Voraussagen, die vor der Wahl des Öfteren, namentlich auf der Linken zu vernehmen waren, und einen politischen Erdrutsch für wahrscheinlich hielten, überraschender Weise keine wesentlichen Veränderungen im politischen Bild dfes Landes gezeitigt. Wenn man sich vergegenwärtigt, unter welchen Zeichen der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen vor sich gegangen ist, wird man das Ergebnis eindeutig dahin deuten dürfen, daß keineswegs, wie es erwartet wurde, sozialpolitische Gesichtspunkte, noch viel ujeniöer aktuelle Kampfpafölen die Wähler in ihrem Urteil bestimmt haben. Der Sturm, der in erster Linie in der Preis- und Lohnfrage und um andere, ausgesprochen wirtschafts-iozialpoUtische Objekte entfacht worden war, der freilich schon in den Wahlversammlungen keine nennenswerten Wirbel hervorzurufen die Kraft hatte, hat in den Wahlergebnissen keinen irgendwie beträchtlichen Niederschlag hinterlassen. Die CDU, gegen die sich neben der DVP in ganz besonderer Schärfe die Angriffe in der Preis- und Lohnfrage richteten, hat in etwa ihren Besitzstand gehalten. Die SPD konnte zwar einen gewissen Stimmenzuwachs verbuchen, aber dieses geringe Mehr entspricht in keiner Weise dem propagandistischen Aufwand oder gar den gehegten Erwartungen. Im ganzen läßt das nordrheinwestfälische Wahlergebnis den Schluß zu, daß eine Konsolidierung der politischen Meinungsbildung eingetreten ist , die im grundsätzlich demokratischen Sinne positiv zu werten ist. Wenn gerade in diesen vorwiegend industriellen Wahlkreisen, in denen eine unbedingte Aufnahmebereitschaft für sozialpolitische Wahlparolen angenommen werden muß, diesen Parolen ein spürbar- rer, eindeutiger Erfolg versagt geblieben ist, so beweist dies unzweifelhaft, daß es die politisch-ideellen Gesichtspunkte waren, die zum überwiegenden Teil die Wähler bei der Stimmabgabe gelenkt haben. Diese bedeutsame Feststellung legt umso mehr Folgerungen für die Vorbereitung der auf den 14. November angesetzten badischen Gemeinde- und Kreiswahlen nahe, als einmal Südbaden mit seiner sozialen Struktur ganz andere Voraussetzungen für sozialpolitische Kampflosungen bietet, zum andern das badische Volk auf Grund seiner demokratischen Entwicklung erfahrungsgemäß auch in den Gemeinde- u. Kreiswahlen — von kommunal-politischen, lokal oder regional begrenzten Motiven abgesehen — eine demokratische Möglichkeit, seiner politischen Überzeugung über alle aktuellen Parolen hinweg Ausdruck zu verleihen, wahrzunehmen gewohnt ist. So betrachtet, dürfte als Politikum ersten Ranges iei den bevorstehenden Gemeinde- und Kreiswahlen die Frage des Zusammenschlusses der südwestdeutschen Länder und der Wiederherstellung des alten Bundesstaates Baden als ein klares Entweder-Oder in den Vordergrund treten und die Wahlentscheidung wesentlich bestimmen. Es könnte und sollte, wenn nicht alles täuscht, schon am 14. November darum gehen, in den Gemeinden und Kreisen Männer und Frauen zu wählen, die in der Frage Baden oder Baden-Württemberg einen entschiedenen Standpunkt bezogen haben und diesen Standpunkt in aller Offenheit vertreten. Denn aller Voraussicht nach werden uns am 14. November vom Tage der Volksabstimmung über den Südweststaat oder das alte, ganze Baden nur noch wenige Wochen trennen, der nächste Gang zur Wahlurne wird also dieser badischen Schicksalsfrage gelten. Daß dabei entgegen den ständigen wlrtSchaftspolitischen Beteuerungen der Stuttgarter (und leider auch Karlsruher) Großraumpolitiker, die Wir hier oft genug mit guten Gründen abgetan haben — politisch-ideelle Gesichtspunkte eine ausschlaggebende Rolle spielen werden, darüber ist man sich selbst in Stuttgart längst im klaren. Wir haben wiederholt festgestellt, daß der Schnitt der Meinunngen pro Alt-Baden und pro Südweststaat mitten durch die Parteien geht. Aber keine von den bestehenden Parteien wird im Ernst bezweifeln, daß die Alternative Südweststaat oder Baden in seiner alten Gestalt und Unabhängigkeit im Volke die politischen Überlegungen stark beherrscht und die Gemüter bewegt und daß die Perspektiven, die sich aus dieser Alternative ergeben, ihre letzten Ansatzpunkte ln den Gemeinden und Kreisen haben und damit unmittelbar in die Wahlen vom 14. November hineinwirken. Die Parteien haben sich entweder bedingungslos auf die Südweststaatlinie festgelegt oder für die Südweststaatlösung mit Vorbehalten und Sicherungen ausgesprochen oder eine neutrale Linie bezogen und die Frage der persönlichen Entscheidung ihrer Mitglieder überlassen. Ob auf die Dauer mit einer Distanzierung in dieser wichtigen Frage durchzukommen ist, muß angesichts der intransigenten Haltung Stuttgarts bezweifelt werden. Eine Distantlerüng dürfte auch da des politischen Sinnes entbehren, wo wie z. B. bei der CDU die Freunde des Gedankens der Wiederherstellung des alten Baden in einer starken Mehrheit sind. Von der Forderung aus, daß die Wiederherstellung des alten, ganzen Baden jeder Debatte über eine südwestdeutsche Ländet- vereinlgung üorangehen muß, einer Fotderung, die wir hier Seit Monaten mit allem Nachdruck vertreten, von dieser Forderung aus scheint es geboten, die Frage Südweststaat oder Baden als das große Thema dieser Wahlen zu proklamieren. Wobei wir der Meinung sind, daß die Parole: Für die Wiederherstellung des alten Baden! eine Parole ist, die sich hören lassen kann. —y— Bitte erfieaÜtibe Einsicht , . . TÜBINGEN — Der Strafsenat des Oberlandesge- nchts Bebenhausen hat das ÜrteLl gegen den Redakteur der kommunistischen Zeitung „Unsere Stimme“ Wolfgang Gutmann wegen Beleidigung des Oberlandsgerichtspräsidenten Professor Dr. Emil Niethaminer aufgehoben und den Fall zur erneuten Verhandlung an die Vorinstanz, das Landgericht Rottdreii, zurückverwiesen. Gutmann war am 23. April 1948 von der Strafkammer Rottweil zu vier Monaten Gefängnis und 3 000 RM Geldstrafe verurteilt worden, weil er aus Anlaß der Ernennung Professor Niethammers zum Präsidenten des Oberlandesgerichtes die Behauptung aufgestellt hatte, Professor Niethammer sei ein Reaktionär, ein Gegner der Demokratie und ein Knecht des Nazismus gewesen. Der Strafsenat vertrat jetzt die Auffassung, daß die Notverordnung von 1931, auf Grund deren das Urteil gefällt worden war, zum Schutze des inneren Friedens heute nicht mehr zu einer Verurteilung herangezogen werden könne. Es dürfe auch nicht der Eindruck entstehen, als ob etwas vertuscht werden sollte, weil der Beleidigte sich in einer hohen Stellung Befinde. Der Senat vertrat die Ansicht, daß der Tagespresse im neuen Staat eine Stellung zukommt, die sie zur Kritik an Vorgängen des öffentlichen Lebens geradezu legitimiert. . . . and ein pressescheuer Kultusminister Bei den Besprechungen der Kultusminister in Ravensburg lehnte es Kultusminister Sauer (Tübingen) ab, der Presse auch nur einen Hinweis auf den Inhalt der Besprechungen zu geben. Er „begrüßte“ vor Beginn der Nachmittagssitzung die anwesenden Pressevertreter mit den Worten: „Was wollen Sie hier? Ich habe Sie nicht gerufen, verlassen Sie sofort den Saal!“ Einem Vertreter des Südwestfunks, der vom südbadisehen Staatspräsidenten und Kultusminister Wohieb eine Tagesordnung erhalten hatte, riß Dr. Sauer diese brüsk aus der Hand. — hütet werden und der uralte Glaube an Dämonen und Geister zu Hause ist. Zwei Welten, die sich bis zum heutigen Tag fremd geblieben sind, denn geheimnisvoll und gefährlich wie die schlummernden Vulkane seiner Insel bleibt die primitive Seäle dieses Volkes Holland hat meist mit milder Hand regiert. Zog ein Gouverneur die Zijgel fester, wuchsen sofort di« braunen Geheimbünde, starben Pflanzer und Aufseher unter dem krummen Kris. Malaria und Krankheiten wurden bekämpft, Schulen und Universitäten gegründet, Holland importierte die weiße Zivilisation, europäisches Denken sollte Freunde und Mitarbeiter gewinnen. Aber dadurch wurde eine intellektuelle Oberschicht erzogen, Farbige und Mischlinge, die in Regierungsstellen kamen — um im Geheimen für die Unabhängigkeit zu arbeiten. Hollands politische Schwächung in Indonesien begann, so sagt man heute, als die ersten Javaner die Hochschule in Leiden bezogen. Als sie ihren javanischen Sarong ablegten und in Batavia in gestärkten Leinenanzügen gingen, hatte Holland sich die neue Führerschicht erzogen und geschult, die heute den ehemaligen Eroberern als gleichberechtigte Herren entgegentreten. Das Rad der Kolonialgeschichte läßt sich nicht zurückdrehen. Die Javaner, die heute unter den Bannern des Nationalismus und Kommunismus gegeneinanderkämpfen, haben* ein gemeinsames Ziel: Los von Europa! Wenn im nächsten Jahr die Souveränität der Vereinigten Staaten von Indonesien unter der holländischen Krone Wirklichkeit wird — ist. das der Anfang vom Ende? Viele Holländer fürchten es. Aber Europa hat nur noch zwischen Freundschaft und Feindschaft zu wählen. Es erntet auch in den Tropen die bitteren Früchte seiner falschen Politik. Rp. Einheitliche Preispolitik in den Westzonen BADEN-BADEN — In Baden-Baden fand eine Tagung der Leiter der Preisbildungsstellen der Bizone und der französischen Zone statt, an der auch Vertreter der amerikanischen, der britischen und der französischen Militärregierung teilnahmen Alle grundsätzlichen Preisentscheidungen sollen zukünftig weitgehend aufeinander abgestlmmt werden Im einzelnen wurde u. a. die Durchführung der Preisüberwachung auf Grund der neuen Bestimmungen gegen Preistreiberei besprochen. Wie In der Bizone, «ollen nun auch in der französischen Zone die Kontrollen, die sieh auch auf den Schwarzmarkt und den ungesetzlichen Warenverkehr erstrecken werden, verschärft werden. Die Verbilligungsprogramme sind in allen drei Zonen angelaufen und werden preislich aufeinander abgestimmt. Braune Menschen im Aufruhr Oie HintergrSnde der Kampfe in Indonesien Als die holländischen Eroberer nach Java kamen und die Portugiesen aus dem Paradies vertrieben, hundert Jahre nach der Entdeckung Amerikas, da waren sie mächtigen Göttern gleich. Die harmlosen Wilden sanken vor ihnen in den Staub ihrer heißen Erde, wie einst von ihren lebensgroßen Buddhastatuen, ehe die Araber den Islam zu den malaiischen Völkern brachten. Nach rund drei Jahrhunderten hat die Götterdämmerung nicht viel übrig gelassen von der Macht des weißen Mannes. Er ist überall in die Verteidigung gedrängt Die „gute alte Zeit“ der Unterwürfigkeit ist vorbei, der Eingeborene fordert. Zunächst nur Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Noch ist er bereit, den Weißen zu dulden, als Industriellen und Pflanzer, als Kaufmann und Händler, kaum noch als politischen Ratgeber. Dahinter aber steht bereits das offene Bestreben, den Europäer ganz aus dem Lande zu treiben. Was heute in Insulinde geschieht, ist das alte Kräftespiel von Druck und Gegendruck. Asien ist nicht stärker und erwacht, sondern Europa ist schwächer und müde geworden. Zwei Weltkriege haben den farbigen Völkern die Augen geöffnet. In Europas wankende Positionen drängen die eingeborenen Völker hinein, ein Vorgang, der nach dem ersten Weltkrieg begann und sich nun verstärkt fortsetzt. Die Javaner erinnern heute daran, daß Hollands letzter Seeheld längst ln der Nieuve Kerk in Amsterdam liegt und das Mutterland weder sich selbst vor Hitler, noch seine überseeischen Besitzungen vor den Japanern schützen konnte. Dieses Argument ist bei den Verhandlungen mit der neuen Indonesischen Republik eine gefährliche Klippe. Der Kommunismus ist noch keine unmittelbare Gefahr für die malaiischen Völkerschaften, die viel weniger Pan-Asiaten sind als die Europäer etwa Fan- Europäer ... Daß die Regierung von Djokjakarta die Ausdehnung des kommunistischen Aufruhrs ih OStja ohne holländische Hilfe verhindern konnte, beweist, daß Moskaus Jünger und Sendboten ohne Unterstützung im Volk geblieben sind. Was wollen fünftausend Putschisten bei einer Bevölkerung von 55 Millionen besagen? Einer der besten holländischen Kenner schrieb schon nach dem ersten Weltkrieg: „Die schlechteste farbige Regierung ist den Eingeborenen noch immer lieber als die beste europäische.“ Reich und heiß — nachts noch 32 Grad — ist Java, die Insel hart unter dem Äquator, die keinen Winter kennt. Wo die Menschen nur einen kleinen runden Schatten werfen, und die Weißen Schweißströme vergießen, wenn sie nur hundert Meter laufen müssen. Tropisch fruchtbar ist seine braunrote Lavaerde, über die mit großer Pünktlichkeit die Monsune ihre Ungeheuren Wassermassen schütten. Jahr für Jahr schleppen Flotten, vollbeladen mit Zucker, Kaffee, Tee, Tabak, Gummi, Palmöl und anderen wertvollen Rohstoffen, riesige Schätze aus dem Land, und sein Reichtum ist trotzdem nicht geringer, sondern größer geworden. Denn die Holländer waren zu allen Zeiten tüchtige Kolonisatoren, Nichtiger sogar als die Briten. Holland ist dabei reich geworden, nur der Javaner blieb arm. Er war mit einem Stück Dörrfleisch und einer Handvoll Reis zufrieden. Denn nicht die Arbeit, sondern das süße -Nichtstun hat das braune Naturvolk erfunden. Und eher noch die Liebe, wovon die ständig wachsende Bevölkerung zeugt, die Java in einen übervölkerten Ameisenhaufen verwandelt hat, während das benachbarte Sumatra stets nach Arbeitskräften schrie. Aber nur ein Javaner, der vor seinen Gläubigern selbst in der Dschungel nicht mehr sicher ist, läßt sich nach Sumatra verdingen. Denn mag es Gold regnen in der Fremde und hageln in der Heimat, sagt ein javanisches Sprichwort, Heimat ist Heimat. Hätte die holländische Kolonialregierung die Farbigen nicht durch Gesetze vor den landhungrigen Pflanzern geschützt, die Javaner hätten ihr Land trotzdem längst verkauft, um die Gulden beim Hahnenkampf, der größten Leidenschaft der Malaien, zu verwetten. Haus und Hof verspielen sie oft dabei, zum Jammer der Frauen, der eigentlichen Arbeitstiere. Immer gab es zwei Welten auf Java. Die europäische mit sauberen Städten, jede ein kleines Amsterdam, mit asphaltierten Straßen und Palmengassen, mit herrlichen Hotels, die aus vielen kleinen Bungalows bestehen, und mit Autos, deren javanische Fahrer wie Teufel rasen. Daneben die Welt der Eingeborenen mit ihren selbstgebauten Hütten aus Matten und Palmwedein über rohgezimmerten Pflöcken, wo die Geheimnisse der Dschungel ge- HiiiiiiiiiiiiiiiuiiimiiiiiiiiHiiiimiiiiiiiiiiiuHiiiiiimiiimiiHiiiinmiiimiiiiuHiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiMimiimiiiiimiiiiiiiiuiimiiiiiiiiiimimiitiiiiiiimiiiiiii Doppetmöfder Helm vor den Richtern Im Schein der Jupiterlampen und im Kreuzfeuer der Fotografen begann vor dem Obersten Militärgericht in München der Prozeß gegen den 17jährigen Johannes S. Helm, der am 9. Mai dieses Jahres auf dem Transport von Wiesbaden nach München den amerikanischen GIK-Agenten Walter E. Snyder und den deutschen Kriminalbeamten Franz Eichinger ermordet hat. Nachdem Helm, in einen neuen braunen Anzug gekleidet, vor der Verhandlung mit seinem Rechtsanwalt angeregt und lächelnd geplaudert hatte, begann die Staatsanwaltschaft unter Vorsitz von James L. Greenhill mit der Vorlage ihrer Beweise. Helm, der als Fürsorgezögling seine Dresdner Heimat im Jahre 1945 als Flüchtling verlassen hatte, war anschließend als Dolmetscher bei verschiedenen amerikanischen Truppenteilen tätig. Im April 1948 wurde er wegen eines Diebstahls bei einer amerikanischen Einheit in ein Münchener* Gefängnis eingeliefert. Nach einem Monat Haft unternahm er einen Fluchtversuch, wurde jedoch bereits am selben Tag erneut festgenommen. Aufgrund der Behauptung, er wisse um einen in Wiesbaden an einem amerikanischen Soldaten begangenen Mord, erreichte er, daß die amerikanische Kriminalpolizei sich mit ihm beschäftigte und ihn zu einem Lokaltermin nach Wiesbaden transportierte. Nachdem sich jedoch herausgestellt hatte, daß Helm die Geschichte nur erfunden hatte, um eine Möglichkeit zur Flucht zu finden, wurde er von dem amerikanischen Kriminalbeamten Snyder und dem deutsähen Polizeibeamten Eichinger zurücktransportiert. Helm, dem zunächst die Hände auf dem Rücken gefesselt waren, erreichte, daß ihm die Hände nach vorn gefesselt wurden. Während der Fahrt nahm der deutsche Polizeibeamte, der zunächst mit Helm auf dem Rücksitz gesessen hatte, neben dem am Steuer sitzenden Snyder Platz und schlief kurze Zeit darauf ein. Helm, der beobachtet hatte daß Eichinger mehrmals aus einer auf dem Rücksitz liegenden Aktenmappe Zigaretten geholt hatte, gelang es dann, unbemerkt die Mappe an sich heranzuziehen. Mit gefesselten Händen durchsuchte er die Tasche und nahm einen in ihr befindlichen, geladene n und ungesicherten Revolver an sich, mit dem er den schlafenden Eichinger und den Amerikaner Snyder erschoß. Immer noch gefesselt, ergriff er das Steuer, fuhr den Wagen von der Autobahn in einen Seitenweg, nahm den Schlüssel zu den Fesseln an sich und befreite sich. Nachdem er verschiedene Gegenstände, wie Geld, eine Pistole und Kleidungsstücke der Ermordeten, an sich gebracht hatte, steckte er die Leichen und den Wagen in Brand und ergriff die Flucht. Nach einer abenteuerlichen Flucht, die ihn quer durch ganz Deutschland führte, schlug sich Helm, auf dessen Ergreifung eine Belohnung von 70 Care-Paketen ausgesetzt war, nach Belgien durch, wo er jedoch von einem amerikanischen Polizeibeamten erkannt, festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert wurde. /7/s 1 /“ i I Copyright by Prometheus- 4(0 /M rif n I Verlag Dr. Eichacker { Gröbenzell bei München gehst Du, Sibylle? I Roman von Erna Margaretha Anders Es schien ihm gewiß, als er sich nachträglich den flüchtigen Augenblick vergegenwärtigte- daß ein Schwanken durch Sibylles Körper gegangen war, daß sie wie in einer plötzlichen Anwandlung von Schwäche vorübergehend die Augen hatte schließen müssen. Zwischen ihrem ersten Erstarren und jenem leisen Schwanken hatten nur Sekunden gelegen, die aber voll einer schicksalhaften Bedeutung waren. Nun wußte Sibylle, daß er wußte, und daß er nicht gewillt war, sie kampflos jenem anderen zu überlassen. Sie war gewarnt! — Er war erleichtert, als er das Schlafzimmer betrat und sah, daß Sibylle das Licht bereits gelöscht hatte. Gleichgültig, ob sie wirklich schon schlief oder glch nur schlafend stellte, es überhob ihn jedenfalls der Pflicht, ihr eine gute Nacht zu wünschen. Das erstemal in fünfzehn Jahren kam nun die Nacht über sie, ohne daß ein verständnisvolles Wort, eine Bitte um Verzeihung gesprochen worden war. Schmerzlich wurde es ihm bewußt, und noch lange horchte er, im Dunklen liegend, auf die Atemzüge seiner Frau. War sie wirklich noch seine Frau? Gibt es nicht einen Treubruch des Herzens, der fast schwerwiegender ist als die Untreue des Körpers? Kein Schlaf kam in seine Augen, er grübelte, bis der erste fahle Lichtschein des dämmernden Morgens sich durch die Vorhänge stahl und das Mädchen leise anklopfte. „Herr Professor, es ist sieben Uhr.“ Des Dienstes ewig gleicher Rhythmus — war er Fron oder Erlösung? * In dem kleinen, mit eleganten modernen Möbeln eingerichteten und mit einigen Blattpflanzen geschmückten Wartezimmer der Klinik stand Professor Kühne vor seinem Schwager. „Also, bitte, fasse dich kurz, lieber Julius, du weißt, ich liebe es nicht, hier von Angehörigen in privaten Anliegen aufgesucht zu werden.“ Julius Westermann, der sich in einem der Korbsessel niedergelassen hatte, versuchte mit kläglichem Erfolg das eine der ziemlich kurz geratenen Beine über das andere zu schlagen. Doch er mußte diesen Versuch aufgeben, stellte die Füße gutbürgerlich nebeneinander und kniff das eine Auge zu. „Ich habe deine Frau gesehen.“ „So? Habt ihr euch nun wieder vertragen?“ „Kann ich nicht behaupten! Sie hat midi ja nicht gesehen.“ „Willst du damit sagen, daß sie dich nicht sehen wollte? So kleinlich und nachtragend ist Bille nicht. Sie hat euren kleinen Zusammenstoß von neulich schon vergessen!“ „Darüber bin ich anderer Meinung — aber, lassen wir das Die Sache ist vielmehr die, daß sie wohl nicht gesehen sein wollte! 1 „Was soll das nun wieder heißen? Warum sprichst du in so geheimnisvollen Andeutungen? Meine Zeit ist knapp, also komme endlich zur Sache. Wo habt ihr euch denn überhaupt gesehen, oder du sie?“ Professor Kühne hielt die Mitteilung des Schwagers für so bedeutungslos, daß er den Kopf zur Glastür wandte und mit halbem Ohr nach dem Flur lauschte, wo in den Morgenstunden, während der Visiten, dem täglichen Verbandwechsel und den Operationen, ein reges Kommen und Gehen herrschte. — So bemerkte er nicht, wie ein Ausdruck leiser Schadenfreude über Westermanns Gesicht zog, als er deutlich und langsam sagte: „Ich habe deine Frau auf dem Hauptpostamt gesehen, wo sie am Schalter für postlagemde Sendungen einen Brief in Empfang nahm, mit dem sie sehr vergnügt abzog.“ Mit einem Ruck wandte Kühne sich dem Schwager zu: „Ach, Unsinn! Was sollte sie für eineh Brief abhblen! Du hast dich versehen.. „Erlaube, lieber Schwager. Was ich mit meinen zwei Augen gesehen habe, laß ich mir nicht abstreiten. Natürlich ist es Bille gewesen — ich kann dir genau beschreiben, was sie anhatte: ein graues Kostüm —“ „Das will ich gar nicht wissen“, unterbrac' Kühne ihn schroff, „im übrigen . „Mir scheint, du willst überhaupt nichts wis sen. Na schön, dann nicht! Ich würde mir al: Ehemann aber jederzeit das Recht nehmen, mei ner Frau mal ein bißchen auf die Finger zu se hen, wenn sie sich postlagernde Briefe abholt!“ Er erhob sich und wartete, ob Kühne ihn nich "iner Antwort würdigte Doch der stand am Fen ster und sah in den herbstlich kahlen Garten hinaus, wo scheinbar etwas seine ganze Aufmerksamkeit fesselte. Es vergingen zwei, drei Minuten, Julius Westermann wurde unsicher. War er wieder einmal zu unsanft mit der Tür ins Haus gefallen? Nicht so selbstbewußt wie vorhin fing er noch einmal an: „Ich dachte, ich täte dir einen Gefallen, wenn ich dich aufmerksam machte. Aber nichts für ungut, Wilhelm. Aut Wiedersehen!“ „Auf Wiedersehen“, klang es vom Fenster her, wie es Westermann schien, mit seltsam gepreßter Stimme. Da griff er nach Hut und Stock und verließ eilig das kleine Zimmer. Professor Kühne sah immer noch in den Garten hinaus, wo der Anstaltsgärtner die hochstämmigen Rosen von den weißlackierten Holzstangen mit den grünen Köpfen löste, sie mit behutsamen Händen in die Erde senkte und mit Tannenreisig zudeckte. Mochte er das Glück seiner Ehe, seinen Glauben an Sibylle nur gleich mit dazulegen ... Es war vorbei. Die Rosen freilich, die würden nach überstandenem Winterschlaf zu neuem, blühendem Leben erstehen, während das, was in diesen letzten Minuten in ihm in Trümmer gegangen war, keine Macht der Welt zu neuem Leben erwecken konnte. Er wußte nur zu genau, daß der andere mit edem Wort die Wahrheit gesprochen hatte, der ^wist von neulich abend hatte nichts damit zu un. Denn mochte auch hin und wieder der Em- torkömmling in Julius Westermann zum Durch- »ruch kommen — einer auch nur im geringsten temeinen und unehrenhaften Handlungsweise onnte man ihn niemals beschuldigen. Aber Si- ylle? — so fragte eine Stimme in seinem Intern. Ihr traust du das Unehrenhafte zu? (Fortsetzung folgt) Nr. M BADZNEB TAOBEÄf* Donnerstag, den 21. Oktober 1948 Die Intelligenz und ihr Maß Unter Intelligenz versteht der Psychologe die Zusammenfassung aller jener Begabungen und Fähigkeiten, die es ermöglichen. Wissen zu erwerben, testzuhalten, zu vermehren und anzuwenden; dieser Begriff umfaßt Aufnahmefähigkeit, Auffassungsvermögen, das Gedächtnis, die Vorstellungskraft, die Urteilsfähigkeit, das Abstraktionsvermögen u. a. Gemessen wird diese Art der Begabung, indem der Testat vorwiegend vor Probleme gestellt wird, die ihm bislang in concreto unbekannt waren, zu welchen er aber unvermittelt Stellung nehmen soll. Es wird dann festgestellt, mit welcher Schnelligkeit und Genauigkeit er imstande ist, die gestellten Fragen zu beantworten, wobei die Schwierigkeit der Aufgaben abgestuft wird. Diese Art von Messung heißt Test und wird etwa seit 1920 angewendet. Ursprünglich ging man dabei von folgender Erwägung aus: Im Jahre 1904 wurde in Frankreich das Problem der Schwachbegabten Kinder einer Kommission von Medizinern, Erziehern, Wissenschaftlern und Behördenvertretern zur Lösung übertragen. Ein junger Psychologe namens Binet tat sich dabei besonders hervor. Er fand, daß ein Maß der Verstandeskraft darin zu finden sei, daß man das Lebensalter nach Jahren zu dem „geistigen“ Alter ir Beziehung setzte. Es wurde also festgestellt, weiche geistigen Leistungen für ein ganz bestimmtes Lebensalter als „normal“ angesehen werden kann. Z B. weiß ein normal begabtes Kind mit 3 Jahren seinen Familiennamen zu nennen, mit 4 Jahren vermag es die verschiedene Länge zweier Linien zu unterscheiden, mit 5 Jahren wiederholt es einen Satz mit 10 Silben, mit 7 vermag es 3 verschiedene kleine Aufträge allein auszuführen, nennt und unterscheidet mehrere Farben. — So wurden stattliche Tabellen mit Fähigkeiten auf gestellt, die einem bestimmten Lebensalter als Normalleistung zuzuschreiben sind. Danach soll ein Erwachsener z. B. die Unterschiede verwandter Begriffe erklären können oder etwa 3 wichtige Punkte bezeichnen, die einen Präsidenten von einem König unterscheiden. Das Ergebnis eines Vergleiches des Lebensalters in Jahren mit dem sogenannten geistigen“ Alter (gemessene Normalleistungen wie in den vorstehenden Beispielen dargestellt) ergab nach der Anregung eines deutschen Psychologen das Maß der Intelligenz, das in der englisch sprechenden Welt als „Intelligence Quotient“ (J.Q.) bezeichnet wird. Hat ein Kind das Fassungsvermögen eines Vierjährigen, wenn es selbst 5 Jahre alt ist, so würde sein intellektuelles Alter bei Vollendung des 10. Lebensjahres nur 8 Jahre betragen. Die Formel des J.Q. lautet: _ „Geistiges“ Alter ^ 1QQ Unter ^ Aus _ Lebensalter druck „Geistiges Alter“ ist das intellektuelle Fassungsvermögen zu verstehen. In unserem Beispiel ist der J.Q. des Kindes 8:10 mal 100 “ 80. Das intellektuelle Alter wird durch den Test ermittelt und das Ergebnis durch das Alter nach Jahren dividiert: die Multiplikation mit 100 dient zur Vermeidung der sonst entstehenden Bruchzahlen. Ist ein Testat 35 Jahre und 7 Monate alt (das sind 427 Monate), wurde sein intellektuelles Alter durch Test mit 40 Jahren ermittelt. (*= 480 Monate), so ergibt sich ein J. Q. von rund 113. Der theoretische Durchschnitts^! Q. liegt demnach bei 100; die wirkliche Durchschnittshöhe wurde für die Gesamtbevölkerung Frankreichs nach einem Test Binets für das Jahr 1937 zwischen 90 und 109 gefunden. Eine Zusammenfassung der Intelligenzstufen würde für Erwachsene folgende Gruppen erkennen lassen: J. Q. 0—25 Jdiotie ; es fehlt an der Begabung, die gewöhnlich auftretenden Alltagsgefahren zu vermeiden. Ohne Hilfe anderer Menschen besteht keine Lebensfähigkeit. Der erwachsene Jdiot hat die intellektuelle Kapazität eines 2-jährigen Kindes J. Q. 26—50 Blödheit; der Blöde vermag etwas zu sprechen, verrichtet einfache Arbeiten, bedarf aber scharfer Überwachung. Sein intellektuelles Alter schwankt zwischen 3 und 7 Jahren. J. Q. 51—70 Beschränktheit; die Fähigkeit des Lesens und Schreibens ist vorhanden, einfache, grobe Arbeiten können geleistet werden. („Ungelernte Arbeitskraft“). Ohne Aufsicht besteht dfe Gefahr der Straffälligkeit, weil der Sinn für Pflicht, Moral und Verantwortung nicht entwickelt ist. Intellektuelles Alter zwischen 7 und 10 Jahren. Die durchschnittliche Intelligenz des Erwachsenen beginnt etwa bei 80 J. Q. und reicht bis etwa 110 J. Q. Überdurchschnittliche Begabung liegt zwischen 111 und 130 J. Q. Überschreitet der J. Q. die Quote von 130, so liegt Höchstbegabung vor, die von 150 J.Q. an als „Genialität“ zu bezeichnen ist Es würde den Rahmen dieser Darlegungen weit überschreiten, wenn wir die Bedingungen erschöpfend darstellen wollten, die für die Entwicklung der menschlichen Intelligenz maßgebend sind. Als die wichtigsten sind hervorzuheben, Milieu, Erziehung, soziale Lage der Eltern, Gesundheit, Erbmasse. Es ist interessant, daß die Stärke der Intelligenz eines Menschen ungefähr konstant bleibt, außerdem haben Untersuchungen ergeben, daß die Vererbung für die Höhe des J. Q. eine größere Bedeutung als die Umgebung und selbst das Ursprungsmilieu hat. Mit der bloßen Feststellung des J. Q. kann aber u. E. die Gesamtpersönlichkeit nicht hinreichend erfaßt werden. Nicht einmal in materieller Hinsicht gibt der J. Q. erschöpfende Ausukunft. So kann ein durchschnittlich begabter Testat (bei J. Q. von 100) mit außergewöhnlichem „Antrieb“ (Fleiß, Zielstrebigkeit, sorgfältiger Arbeitsweise, Beharrlichkeit und anderen Antriebsfaktoren) unter gleichen wirtschaftlichen Startbedingungen ein vielfaches von dem leisten, und für sich persönlich erreichen, was ein anderer mit demselben J. Q. zuwege bringt, der aber nur wenig „Antrieb“ dieser Art besitzt. Wenn sich auch mechanische Naturgesetze auf geistige und rationale Bereiche nicht ohne weiteres übertragen lassen, so ergeben sich doch wertvolle Paralellen, die vom praktischen Leben bestätigt werden. Wenn wir uns veranschaulichen, daß der physikalische Begriff der Energie auf dem der körperlichen Masse aufgebaut ist, daß die „Gleichung“ des Energiegesetzes die Energie, die Masse (Gewicht), die Höhe und Beschleunigung in Zusammenhang bringt, so können wir für „Masse“ die Verstandeskraft, für Höhe das geistige Niveau setzen; gerät die physikalische Masse in Bewegung, so entstehen Energieverhältnisse, setzen wir für die Ursachen der Verstandestätigkeit den „Antrieb“, so ergibt sich parallel zu den physikalischen Gesetzen, daß die in der Gesamtpersönlichkeit wirksame „Energie“ im wesentlichen von Intelligenz — Niveau — Antrieb abhängig ist. So wäre die „Energie“ der Persönlichkeit gleich dem Produkt aus den Kräften des Intellekts (J. Q ), dem geistigen Niveau und dem Antrieb. Derselbe geistige Effekt (Wert z. B. 100) wäre denkbar bei zwei verschiedenen Per- Hamlet als Frauenrolle Das Theater in Passau beabsichtigt, die Rolle des Hamlet von einer Frau spielen zu lassen, vielleicht, um dem theatermüden Publikum unserer D-Mark- Z eit eine Sensation zu bieten. — Adele Sandrock und Asta Nielsen versuchten sich in ihren Glanzzeiten vergeblich an diesem Wagnis; das Schicksal des unseligen Dänenprinzen scheint zu tief an die Urgründe männlichen Wesens gebunden zu sein. Wir sind auf Passau gespannt. * Heinz Hilpert, dessen Verpflichtung an das kleine Theater in Konstanz viele überrascht hat, formt gegenwärtig mit Carl Ludwig Diehl aus einer Schar begabter Nachwuchskräfte ein festes Ensemble. Außerdem sollen Hilperts Pläne, seine neue Wahlheimat am Bodensee auch zu einer Filmstadt zu machen, kurz vor ihrer Verwirklichung stehen. — Bei ständig ausverkauften Häusern gehören die Schauspieler Hilperts, die auf Teilung spielen, heute zu den wenigen deutschen Schauspielern, die keine finanziellen Sorgen haben. * Ein junger Nachwuchsspieler des Lippischen Landestheaters wurde durch ein Versehen des Maskenbildners zu einer stadtbekannten Persönlichkeit: Bei einem Gastspiel-Abstecher war die notwendige Glatzenperücke vergessen worden — und der „jugendliche Held" ließ sich kurzerhand eine Glatze scheren; das Detmolder Theäterpublikum schloß ihn dafür in sein Herz. * Verdis Oper „Aida“ wurde zu Beginn der diesjährigen Opernsaison im Londoner Convent Garden zweisprachig gesungen; während die Darstellerin der Aida englisch sang, sang ihr Partner seine Partie m der italienischen Sprache. Der ursprünglich vorgesehene Tenor war plötzlich erkrankt, und sein aus Schweden herbeigeholter Ersatzmann verstand kein Wort englisch; er hatte die Partie nur in italienischer Sprache einstudiert. •onen, die bei gleicher Intelligenz doch sehr verschieden nach Niveau und Antrieb sind: J. Q. mal Niveau mal Antrieb “ Effekt Herr A 100 80 125 100 Herr B 100 125 80 100 Um die vorstehende These zu beweisen, bedarf es der planmäßigen Durchführung einer langen Testreihe; immerhin besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, daß J. Q., Antrieb und Niveau einen praktisch verwertbaren Faktor ergeben, der u. a. Schlüsse auf die wirtschaftliche Kraft des Individuums zuläßt. Es wäre nur einmal festzustellen, wie in zusammengehörigen sozialen Gruppen das durchschnittliche Einkommen für alle diejenigen liegt, die denselben Wirtschaftsfaktor (J. Q mal Niveau mal Antrieb) aufzuweisen haben. Ich vermute auf Grund der bisherigen Ergebnisse, daß bei einer zeichnerischen Darstellung das Bild eines Astes einer langsam aufsteigenden und von 130 an steil nach oben greifenden Parabel entsteht. Durch J. Q. und Antrieb wäre allenfalls der Verstandeskomplex des Individuums, das rein Rationale erfaßt worden. Diese Größen würden durch Verhältniszahlen gemessen und verdeutlicht und können noch übersichtlicher in Form von Diagrammen dargestellt werden. Der Bereich des Intellekts bedarf aber bei der Beurteilung der Gesamtpersönlichkeit notwendig der Ergänzung durch Feststellung und Messung des Empfindungslebens, des Physischen und der eigentlich geistigen Kapazität. Ein großer Gelehrter kann gefühlsarm und in weltanschaulich-geistiger Hinsicht in sehr dürftiger Verfassung sein. Im Sinne der Kosmologie könnte man das höchste essentiell-geistige Prinzip mit „Allgeist“ bezeichnen. So wäre es vielleicht nicht von der Hand zu weisen, daß ein Mystiker und „allgeistiger“ Mensch vom Range eines Jakob Boehme bei einem Test mit einem sehr hohen geistigen < “ allgeistigen) und einem hohen allgeistigen Antriebskoeffizienten, aber einem relativ geringen J. Q. und auch geringen materiellen Antriebswert in Erscheinung treten würde. Auch beim Test ist von einem Durchschnittswert auszugehen, indem die Grundelemente (Ratio, seelischer Bereich, physischer Komplex, Arten und Maß der Antriebskräfte und Geistigkeit im Sinne des Allgeistigen zu normieren sind. Dem Verfasser ist es nicht bekannt, ob und wo zur Zeit eine derartige Forschungsarbeit geleistet wird. Dafür sind eine große Zahl geschulter Kräfte und eine beträchtliche finanzielle Grundlage erforderlich. Dr. O. Zeller Die schöne, „einst echt amerikanische Ehrfurcht vor der kulturellen Tradition Europas“ ist im Schwinden begriffen. Sie macht der besorgten Fragestellung Platz, was heute noch Gutes aus Europa kommen könne, berichtet ein Schweizer Beobachter der kulturellen Abkehr Amerikas von Europa. Jede europäische Neuerscheinung werde von dem amerikanischen Publikum mit der Befürchtung aufgenommen, daß mit einem „komplizierten“ europäischen Roman, Film oder Bühnenstück die Bazillen der Zersetzung in das selbst sichere Amerika gebracht werden könnten. Der Schweizer Beobachter glaubt aber die Formulierung nur ein wenig übertrieben, wenn man in Amerika allmählich Rainer Maria Rilke und Fransois Mau- riac für den zweiten Weltkrieg verantwortlich mache. nf. Papst Leo XIII.: „Ober die Arbeiterfrage“, Papst Pius XI. „Ober die gesellschaftliche Ordnung“ (mit Erläuterungen von Paul Jostock), Verlag Herder. Karl Geiler: „Personalismus, Sozialismus Völkerfriede“, Verlag „Der Greif“. Jürgen Kuczynski: „Die Geschichte der Lage der Arbeiter in Deutschland“ von 1800 bis in die Gegenwart. Die Freie Gewerkschaft, Berlin. Gene Lisitzky: „Thomas Jefferson“, Limes-Verlag. Reginald B. Snapp:„Ihr seid das Volk“, ein Amerikaner ruft Deutschland, Verlag Kurt Haslsteiner, Stuttgart. Charlies E. Merrian: „Neue Wege der Demokratie“, Verlag Kurt Haslsteiner. Jerome Decroos: „Niederländischer Psalter“, Geistliche Dichtungen aus sieben Jahrhunderten, Verlag Herder. Gisela Bonn: „Benita Benarte", Gedichte, Curt Weller Verlag, Konstanz. „Aimäe ..in Freiburg Ein Bühnenautor sollte sich nicht den Anschein fremder Herkunft geben und sich zu seiner Welt bekennen. Vor allem dürfte ein deutscher Komödiendichter nicht den Glauben erwecken, Franzose zu sein, weil dies meist zu unbefriedigendem Ergebnis führen wird. Aus Heinz Coubier (sprich Heinz Kuhbier) wird kein Franzose, wenn er seinem Namen die französische Schreibart gibt und sein Stück wird keine französische Komödie, auch wenn er Titel und Thema dem Französischen entnimmt. Er erweckt nur Erwartungen das geistige Amüsement betreffend, die er dann enttäuschen muß. So ist es denn nicht nur ehrlicher, sondern auch klüger, wenn man — wie zum Beispiel Curt Goetz, um nur einen zu nennen — im eigenen und eigentlich gar nicht so freudelosen Rahmen verbleibt. Coubier macht es anders. Er schreibt ein Stück „Aimee oder der gesunde Menschenverstand“ uns will damit eine Komödie ganz spezifischen, nämlich französischen Genres geben. Die Dramaturgen unserer Bühnen aber greifen danach, das sei gleich gesagt. Das Stück ist vielgespielt und es soll durch brillante Regieleistung und hervorragendes Spiel und Zusammenspiel sogar sehr erfolgreiche Aufführungen gegeben haben. Dann aber war dies nicht Verdienst des Autors und es verbleibt die Frage, weshalb die Bühnen nicht gleich nach dem Echten greifen. Aimäe ist die Frau, die, klug und listenreich, der männlichen Konvention den Tod der Lächerlichkeit bereitet. Der Schauplatz dieser Exekution ist ein französisches Schloß, die Zeit die der großen Revolution. Graf Gaston — eigentlich bürgerlicher Abstammung, ist der Mann der Ehre: Kommissar Drouault — insgeheim adeliger Herkunft, der Mann der Pflicht. Zwischen beiden Männern steht Aimäe um derentwillen sie ihren Prinzipien untreu werden und es bedarf des gesunden Menschenverstandes um diese durch die Liebe durcheinannder- geratene Ordnung wiederherzustellen. Airnöe gelingt es, den Kommissar zur Pflicht zurückzuschicken und Gaston dahin zu führen, wo jenseits der Grenzen die alten Ehrbegriffe noch gelten Das ist alles gut ausgedacht, mitunter sogar ausgezeichnet gestaltet, aber es fehlt die Dichte, die Lebendigkeit, der unvergleichliche Charme einer natürlichen Blüte. Es ist ein Gewächs aus Papier, oft sehr nett anzusehen und erfreuend. Zum Ende aber erkennt man, daß dies Begnügen nur ein vorläufiges, ein nur in weiterer Erwartung verständliches gewesen ist. Die Aufführung in den Freiburger Kammerspielen vermochte an dem Stück nichts besser zu machen. Die Regie Peter Wackernagels war zu wenig beschwingt und litt unter Einfallsmangel. Die Aimde Ursula Volkmars war fehlbesetzt. Dies nicht allein im Hinblick auf die Rolle, sondern auch auf die Darstellerin, die sich in der Gestaltung solch duftiger und luftiger Persönchen selbst vergewaltigt. Der Graf Gaston Ewald A11 n e r s war ungeschmeidig, zu weit ab von Eleganz und geistiger Zierlichkeit. Kommissar Drouault, Wilhelm F r y e s, eine derbe Karikatur und zu possenhaft. Daß man bei der Auswahl sogenannter Erfolgsstücke nicht einfach auf die Aufführungsziffern fremder Bühnen blicken darf, sondern auch die Möglichkeiten der eigenen Bühne und die Ansprüche des Publikums in Erwägung ziehen soll, das sollte dem Dramaturgen eigentlich der gesunde Menschenverstand sagen. Dr. K, Charles Seignobos: „Geschichte der französischen Nation“, Verlagsbuchhandlung J. Kohl, Bad Kreuznach. Adolf v. Grolman: „Deutsche Dichtkunst und Französischer „art poetique“, Pallas-Verlag, B.-Baden. Erhard Lemmatsch: „Geschichten aus dem alten Frankreich", Verlag Herder, Freiburg i. Br. „Erzähler von Drüben“, dritter Band (Thornton Wilder, Nora Waln, Dorothy Parker, Winston Churchill, E. M. Förster, Andrä Maureis, Hjalmar Söderberg, Chun-Chan Yeh u. a), Limes-Verlag, Wiesbaden. Maxence van der Meersch: „Menschenfischer“, Verlag Herder. Rolf Gustav Haebler: „Menschen im Netz“, Hamburger Kulturverlag. Rose Planner-Pettelin: „Madonna an der Wiese", Troemersche Verlagsanstalt, Wiesentheid. Otto Anthes: „Der Graf von Chasot“, Otto Meißner« Verlag, Schloß Bleckede a. d. Elbe. Von „Menschenfischer“ bis „Benita Benarte“ Bücher, die in der Redaktion einliefen und in Auswahl besprochen werden „Ich kämpfe für Gleichberechtigung aller Rassen“ erklärt Ingrid Bergman, der berühmteste Filmstar der Gegenwart, dem skandinavischen H. M. Korrespondenten, Meyerpreß-Copenhagen Stockholm, Oktober 1948. Vor 9 Jahren nahm ein junges schwedisches Mädchen von Stockholm Abschied und träumte davon, ein berühmter Filmstar zu werden. Nach 9 Jahren kam das gleiche bescheidene, junge, lachende Mädchen in ihre Heimat zurück. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Sie war der berühmteste Filmstar der Welt geworden, jene Frau, die man heute als Hollywoods Kassenmagnet Nr. 1 rechnen darf, deren Namen man in Helsinki und Lissabon in gleichem Maße kennt, wie in Ohio und Shanghai. Als vor wenigen Tagen die große aus Kopenhagen kommende Flugmaschine auf dem Stockholmer Flugplatz Bromma landete, stieg als letzter Passagier Ingrid Bergman aus der Kabine. Sie trug ein bescheidenes schwarz-rotkariertes Kostüm mit einer weißen Leinenbluse. Die hellbraunen Locken flatterten im Winde, und ein strahlendes Lächeln, das aus dem Herzen kam, verriet, daß Ingrid Bergman glücklich war, wieder schwedischen Boden unter ihren Füßen zu spüren. — Die Frau, die uns im Film d'e ganze Skala menschlicher Gefühle und Leidenschaften wiederzuspiegeln vermag, stand plötzlich vor uns. Sie glich einer jener tausenden von jungen Schwedinnen, die täglich nach Büroschluß über die Kungs- gatan in Stockholm gehen: zufrieden, glücklich, dem Schicksal entgegen lachend, voll echt weiblichem Charme und ohne jede Spur gekünstelten Di- vatums. Ingrid Bergman ist ein Star, der Puder und Schminke verabscheut. Nur die Lippen erhalten ein vorsichtiges, diskretes make up. Daß die Nase glänzt und die Wangen etwas zu rot sind, spielt dabei genau so wenig eine Rolle, wie daß Ingrids Kostüm nach den neuesten Geboten der Pariser Mode einige Zentimeter zu kurz ist. Sie hat weder jenes verführerische Lächeln, das die Großen von Hollywood aufzusetzen pflegen, wenn die Blitzlichter zucken, noch hat sie einstudierte graziöse Bewegungen oder übertrieben auffällige Schmuckstücke. Ein einfacher Ring — eine Nachbildung von jenem Handreif, den angeblich Jeanne d’Arc getragen haben soll — schmückt ihre schlanken Finger . . . Der Name Ingrid Bergmans ist in den Vereinigten Staaten eng mit ihren flammenden Protesten gegen die ungerechte und unmenschliche Behandlung der Neger verbunden. Mit Recht nennt man sie den „Schutzengel der 40 Millionen Schwarzen“. Und als wir auf dieses Thema zu sprechen kommen, funkeln Ingrids Augen noch strahlender als sonst, und ihre jungmädchenhafte, herbe Stimme wird plötzlich ernst: „Ich will nicht, daß man mich für eine Politikerin hält und will auch nicht den Eindruck erwecken, daß ich irgendwie für diese oder jene Partei Stellung nehme. Ich finde aber, daß die Gleichberechtigung aller Rassen das oberste Gebot der Menschlichkeit ist. Und dafür kämpfe ich, und deshalb habe ich auch protestiert, als ich von dem Dasein der Neger hörte, so wie es Millionen unserer schwarzen Schwestern und Brüder noch heute führen. Wjr sind doch alle Menschen . ..“ Ingrid Bergman, der Filmstar ohne Puder und Schminke, die Frau, deren Name heller als alle anderen am Himmel der amerikanischen Filmproduktion zu leuchten vermag, lehnt sich aus dem Fenster des Stockholmer Grand Hotels. Sie blickt zum gegenüberliegenden Königsschloß: „Wissen Sie, daß ich heute so glücklich bin, als ob ich selbst der König von Schweden wäre“,* sagt Ingrid. Und wir gönnen es der Frau, deren Menschlichkeit selbst Hollywood nicht zu erschütteren vermag, von ganzem Herzen. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Ärzte fordern Niederlassungsfreiheit Der Deutsche Ärztekongreß in Stuttgart beschäftigte sich u. a. auch mit den Fragen der Niederlassung und der Eingliederung der Flüchtlingsärzte. Hierbei wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Ärzteschaft an dem durch die Approbation erworbenen Recht auf freie Niederlassung unverrückbar festhalte. Der Ärztetag forderte die gleichzeitige Freigabe der Niederlassung in den drei Westzonen nach den vor dem Krieg geltenden Vorschriften für die in den Westzonen ansässigen Ärzte. Der Ärztetag forderte ferner Maßnahmen der Regierung und Universitäten für eine sofortige praktische Einschränkung des Medizinstudiums, um einer Proletarisierung des Ärztestandes vorzubeugen. Zwei Schauspieler: ein Theater! Die „Schwäbische Volksbühne“ in Tuttlingen besteht zur Zeit nur noch aus zwei Schauspielern, so daß man kaum noch von einem Ensemble oder Theater sprechen kann. Da es aber genügend Stücke für zwei Personen gibt, ist beabsichtigt, die Vorstellungen zunnächst tnit dem Lustspiel „Karl der Dritte und Anna von Österreich“ fortzusetzen. Kultur-Nachrichten Im Befinden des seit einigen Wochen schwer erkrankten Komponisten Franz Lehar ist eine weitere erhebliche Verschlechterung eingetreten. In London starb Arthur Wynne, dem die Erfinduni der Kreuz Worträtsel zugesprochen wird. Als eine ernste Gefahr für die Aufgaben uno die kulturelle Arbeit des Frankfurter Rundfunks be- zeichnete der Betriebsrat von Radio Frankfurt der Antrag des hessischen Finanzministers, eine DM dei Rundfunk-Gebühren für die allgemeinen finanzieller Bedürfnisse des hessischen Staates abzuzweigen. Die Uraufführung der Kaeutner-Films „Der Apfel ist a b“ findet am 23. November im Waterloo- Theater in Hamburg statt. Das Berliner philharmonische Orchestei wird am 3. November nach England reisen, u,-r dort unter Leitung von Wilhelm Furtwängler und Ser- giu Celibidache in einigen Städten, darunter in London und Birmingham. Konzerte zu geben. Damit werden die Berliner Philharmoniker zum ersten Mal seit 1936 wieder in Großbritannien konzertieren. Vom 10. Oktober bis 17. November ist in Bochum eine Ausstellung expressionistischer Kunst zu sehen. Sie gibt einen verhältnismäßig vollständigen Überblick über die deutsche expressionistische Kunst. In Mannheim wurde am Samstag eine Max Sle- v o g t - Gedächtnisausstellung eröffnet, im Badischen Kunstverein, Karlsruhe am Sonntag eine Ausstellung der „oberschwäbischen Sezession" und gleichzeitig in Wolfach die „Kunstausstellung Wolf ach“. Die Filmschauspielerin Zarah Leander, die zur Zeit in der Schweiz wohnt, wird Anfang November mit einem eigenen Ensemble eine Tournee durch die britische und amerikanische Zone beginnen. Kr. 94 BADENER TAOBLATT Donnerstag, den 21. Oktober 1948 Marshallplan-Hilfe für den Fremdenverkehr Föfdeiung der Amerikaner» eisen nach Europa — Dollareinnahmen in Hohe von 4,5 Milliarden erwartet Auf der Tagung, die der „Badische Fremdenver- Kehrsvertrand und der Landesverband der Hotels Und Gaststätten — wie wir berichteten — vor einigen Tagen im Rathausääal in Baden-Baden durchführte, wurde zum ersten Mal Mitteilung davon gemacht, daß auch def europäische Fremdenverkehr von der Marshallplanhilfe fördernd erfaßt werden soll. In Washington ist eine besondere Kommission im Handelsministerium gebildet worden, die Vorschläge für Maßnahmeh^zur Verstärkung des Reiseverkehrs der Amerikaner nach Europa ausarbeiten soll. Ihr Leiter ist Herbert A. Wilkinson, der Chef der Reiseabteilung im State Department of Commerce. Die Kommission arbeitet eng zusammen mit der Hauptstelle der Administration für die amerikanische Europahilfe (ERP). Diese Maßnahmen gehen auf einen Passus des Gesetzes über die Europahilfe zurück, der bisher w^- nig beachtet Worden ist. Zum ersten Mal wird in diesem amerikanischen Gesetz vom Gesetzgeber selbst der Fremdenverkehr als wichtiger Wirt- Schaftsfaktor anerkannt Ausdrücklich wird verlangt, daß zur Förderung des Wiederaufbaus Europas der Reiseverkehr verstärkt werden müßte. Der Handelsminister wird beauftragt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Man denkt dabei insbesondere an eine Behebung der Transportschwierigkeiten über den Atlantik, wo es an Passagierschiffen fehlt, ferner an Verbillingungsmaßnahmen für Ferienreisen nach Europa, an Vereinfachungen der Paß-, Visa- und Zollbestimmungeft Und schließlich sogar an geeignete Mittel zur Lenkung des Reiseverkehrs in die Zeit außerhalb der eigentlichen Saison. Die Belebung der „toten Saison' 1 ist bekanntlich ein altes Problem im Fremdenverkehr, hat aber bisher trotz aller guten Vorschläge keine brauchbaren Lösungsmöglichkeiten erhalten. An der Ausdehnung der „Saison“ auf das ganze Jahr sind vor allem die Hotels interessiert, die erst dadurch eine ausreichende wirtschaftliche Grundlage erhalten könnten. Der Administrator des ERP, Mr Hoffman, hatte bereits bei seinem Pariser Besuch im Sommer d et Meinung Ausdruck gegeben, daß er den Fremdenverkehr als einen wichtigen Helfer beim europäischen Wiederaufbau betrachte und daß deshalb ein verstärkter Amerlfeaherbesüch nach den Mhr- shallpianländern in die Wege geleitet Werden müßte. Sonderbotschafter Hafrlman Wurde von ihm beauftragt, gemeinsam mit Mr. Wilkinson vom Hän- deisdepartement in Washington die entsprechenden Unterlagen zu beschaffen. Es ist aUzünehmen, daß dieses Material nun fertig zusammengestellt ist Und dem vom Handelsminister eingesetzten Ausschuß als Grundlage für seine Vorschläge dienen Wird. Der Ausschuß trat bereits am 14. Oktober Zu seiner ersten Beratung zusammen. Da Westdeutschland ebenfalls zu den Marshallplan-Ländern gehört und in den drei westdeutschen Besatzungsgebieten günstige Voraussetzungen für eine Wiederbelebung des ausländischen Reiseverkehrs bestehen, so muß auch unser Interesse an der Frage der Förderung der Fremdenverkehrswirtschaft durch Marshall-Plan-Hilfe sehr Stark Seih. Auch für uns ist der Amerikanerbesuch hinsichtlich des Ausgleichs der Zahlungsbilanz und der Gewinnung von Devisen von größter Bedeutung. Wenn man Hört, daß nach amerikanischen Vorschlägen rund 2,5 Milliarden Dollarkredite aus dem Marshallplan für Maßnahmen zum Ausbau der Fremdenver- kehrseinrichtüngen in den Marshallplan-Läfldern bereitgestellt worden sind, so darf man der Erwartung Ausdruck geben, daß die deutschen Fremdenverkehrsgebiete davon einen entsprechenden Anteil erhalten. Die vor kurzem gegründete „Deutsche Zentrale für Fremdenverkehr“ in Frankfurt a. Main hat den amerikanischen Behörden bereits genaue Vorschläge unterbreitet. Wie wir höreil, hat ih Frankfurt auch schon eine Besprechung von Vertretern der Fremdenverkehrswirtschaft Mit maßgebenden Mitgliedern der amerikanischen Militärregierung stattgefunden. Hierbei wurde seitens der Amerikaner der deutsche Anspruch durchaus anerkannt. Es käme nun darauf an, daß diese Regelung auch auf die britische und französische Besatzuhgs- zone ausgedehnt wird. Die deutsche Fremdenverkehrswirtschaft, die vör dem Kriege jährlich zum Beispiel rund 400 Millionen Mark Devisen durch Ausiätiderbesueh einbrachte, muß wieder in die Lage versetzt werdet!, innerhalb der Wiederaufbau-Bemühungen eine maßgebende Rolle zu spielen. Welche Einnahmen für die Marshallplan-Länder aus dem Amerikanerbesuch ZU erwarten sind, geht aus einer ausführlichen Denkschrift hervor, die kürzlich das British Tourist and Holiday Board für den WeltVerbänd der amtlichen Fremdenverkehrsorganisationen ausgearbeitet hat. Die Reiseausgaben von USA-Bürgern in Europa betrugen 1937 Und 1938 jeweils 160 und 131 Millionen Dollar. Das sind rund 27 Prozent der gesamten amerikanischen Ausgaben für touristische Zwecke im Ausland. Für die Aktionsjahre des Marshallplanes von 1948 bis. 1961 werden die möglichen Einnahmen von Touristen aus Übersee bei den USA auf 2'/» Milliarden Dollar, bei den Besuchern aus Kanada auf 80 Millionen Dollar, bei den Touristen aus anderen Teilen des britischen Weltreiches auf 65 Millionen Dollar und bei Fremden aus sonstigen überseeischen Ländern auf 60 Millionen Dollar geschätzt. Für das laufende Jahr rechnet man z. B. mit 316'/- Millionen Dollars Amerikanerausgaben in Europa. Frankreich berichtet in der Tat bereits vön rund 150 Mill. Dollar Einnahmen aus dem diesjährigen Amerikanerbesuch. Man darf also hoffen, däß die neugebildete amerikanische Kommission es durch eine entsprechende Kreditgewährung an Deutschland auch unserer deutschen Fremdenver- kehrswirtscbaft ermöglichen wird, sich an diesem Dollarstrom beteiligen zu können FFS Begehrte Radioapparate trotz hoher Preise Seit der Währungsreform werden auch Rundfunkgeräte wieder angeboten. Blitzblank stehen sie ita Fenster, auf Hochglanz poliert — von der einfachsten bis zur anspruchvollsten Ausführung. Und alles andere als billig. So kosten Einkreiser zwischen 220.— und 300.— DM, 4-Röhrenapparate 475.— DM und 6-Röhrengeräte 000.— DM und darüber. Trotzdem ist die Nachfrage, vor allem nach teuren Geräten sehr stark. Ebenso herrscht lebhafte Nachfrage nach Radioröhren. Obwohl beträchtliche Lägerbestände vorhanden waren, muß auch hier bald mit einem knapperen Angebot gerechnet werden, denn die Produktion der beiden wichtigsten Röhrenfabriken der Westzonen in Ulm und Hamburg von 2,6 Mill. Stück für das laufende Jahr dürfte bei weitem nicht ausreichen, um den durch die Kriegsjahre aufgestauten hohen Bedarf zu befriedigen: Als besonderer Umstand kommt hinzu, daß die meisten Röhren von Geräten der Baujahre 1934 bis 1938 nicht mehr in der Produktion sind, und ein Ersatz nur sehr langsam beschafft werden kann. Eine Erklärung für die hohen Radiopreise ist darin zu finden, daß vor dem Kriege sechzig Prozent dieser Industrie in Berlin ansässig waren Die bekannten Firmen wie Telefunken, Siemens, Bläupunkt, Lorenz und Löwe haben jedoch alle schwere Kriegsschäden erlitten, und obwohl sie Wieder arbeiten, steigt ihre Produktion nur langsam an. Eine Reihe von Betrieben mußte ganz von Neuem beginnen, Die schwierige Materialbeschaffung mit erhöhten Materialkosten, - unrationelles Arbeiten, durch technische Unzulänglichkeiten und Facharbeitermangel hervorgerufen, haben eine wesentliche Verteuerung herbeigeführt. In der britischen Zotte bauen jetzt acht Eirmen Radio-Geräte, die in Gemeinschaftsarbeit einen 4-Röhren-Standard-Superhfet entwickelt haben, und zwar: Lorenz, Telefünkgn, Siemens in Hannover, Blaupunkt in Hildesheim, Te- fi in Porz bei Köln, Mechanische Werkstätten ih Lensahn in Holstein, Hageauk in Kiel und Radix ih Unna. In der amerikanischen Zone sind etwas mehr als ein Dutzend Radio-Eabriken tätig, von den eh die Philipps-Werke in Wetzlar besonders erwähnenswert sind. Rp. Neue Devisenkurse in Frankreich PARIS — Der Neufestsetzung der Devisenkurse in Frankreich, die nach einer im Joürrtal Offieiei erfolgten Bekanntmachung seit zwei Tagen in Kraft ist, kommt weittragende Bedeutung zu. Es ist müßig, darüber zu streiten, ob es sich bei dieser Maßnahme um eine „Angleichung“ des Frankens, d. h. einen technischen Vorgang zur Wiederherstellung normaler Parität zwischen fleh verschiedenen Auslandsvaluten oder um eine echte „Abwertung“ des französischen Franken im wahrsten Sinne des Wortes handelt. Beide Versionen sind richtig. Der amtlichen Verlautbarung zufolge tritt keine Veränderung des bisherigen Verfahrens für die bereits im freien Handel an der Pariser Börse notierten drei Auslandswährungen ein d. h. für den amerikanischen Dollar, den Schweizer Franken und den portugiesischen Esküdt. Die Ein- und Ausfuhrgeschäfte in diesen drei Währungen vollziehen sich jedoch künftig in der Weise, daß man diese Geschäfte einschließlich der Versiehe- rungs- und Transportkosten zum neuen Kurse reguliert, der genau in der Mitte zwischen dem offiziellen und dem auf dem freien Markt notierten Kurs liegt. Das bedeutet, daß z. B. der Döllarumrechnungskurs für die Im- und Exportgeschäfte in folgender Weise berechnet Wird: der offizielle Dollarkurs bleibt nach wie vor 214 Franken; der Kurs auf dem freien Markt ist zur Zeit 8i$ Franken- Addiert man diese beiden Ziffern und teilt sie dann durch zwei, so ergibt sich ein Mittelkurs von 263,60 Franken. Das ist der Kurs, der jetzt für die Ein- und Ausfuhrgeschäfte mit den USA zugrundegelegt wird. In gleicher Weise wird mit dem Schweizer Franken und dem portugiesischen Es- kudo verfahren. Es entsteht dadurch ihühätHifl eine hicht Unbeträchtliche Verteuerung der französischen Einfuhr, die, soweit diese Einfuhr aus USA stammte, bisher auf der Basis eines Doilarkurses von 215 Franken berechnet wurde. Für die bisher nicht an der Pariser Börse auf dem freien Markt gehandelten Auslandswährungen, für die äI8o kein freier Marktkurs existiert, wurden heue Paritäten festgesetzt, die jedoch nur provisorischen Charakter haben und künftig zu Beginn jedes Monats von der Banque de France erneut festgesetzt werden sollen. Zwar werden diese neuen Devisenkurse auf der Basis des freien Dollarkurses berechnet und ln der Weise diktiert, daß unter ihnen ein Gleichgewichtszustand bezw. ein normales Austauschverhältnis entsteht. Zunächst wurden folgende Ankaufpreise für Banknoten wie folgt festgesetzt: 1 Pf Sterling — 1.055 100 bei g. Francs 393, 1 kan. Dollar — 262, 100 dän. Kronen = 5.430, 100 Holl. Gulden = 9.050 100 norw. Krönen = 5.270, 100 schwed, Kronen -- 7.280, 100 Oster. Schill. -- 2.610 Francs. Die in der jetzigen Heraufsetzung der Devisenkurse zuin Ausdruck kommende Abwertung des Franken beträgt ungefähr ä 2 , /i. In einem Kommentar zu den neuen Maßnahmen Wird darauf hingewiesen, daß die neue Reform nach Rücksprache mit dem internationalen Währungsfonds vorgenommen Worden Sei, Und daß es im Grund genommen um eine Währungssanierung und einen Schritt in RIEhtung einer Stabilisierung und endgültigen Festlegung einer neuer Frankenparität handelt. A&iet ikatusüh# Fertigwaren für Deutschland HAMBURG — Ein amerikanisches Transportflugzeug landete auf dem Hamburger Flughafen mit eitler -frößdren Menge Warenmustersendungen der verschiedenartigsten Gebfauchsgüter, die im Rahmen eines noch abtiuschließeriden Handelsabkommens innerhalb der amerikanischen Europahilfe durch das äftlerikähische Versandhaus Sears Roebuck & co. in Philadelphia an die Bizone geliefert werden Sölleti. Die amerikanische Gesellschaft beabsichtigt, Waren für insgesamt etwa 120 Millionen Dollar an die Bizone zu liefern. Vom Handelsministerium ifl Washington sind die nötigen Ausfuhrlizenzen bereits erteilt worden Den deutschen Wirtschaftsstellen Sind dagegen bisher noch keine Einfuhrlizenzen gegeben Worden, obwohl, Wie aus Wirtschaftskreisen der Bizöhe verlautet, der Direktor für Wirtschaft, Professor Dr. Ludwig Ehrhardt, das Programm begünstigen soll. In verschiedenen Kreisen der deutschen Industrie wehrt man sich sehr stark gegen die Einfuhr von Fertigwaren. Lohotarif für das Sä^epewet be Zwischen dem Verband Badischer Sägewerke B: V., Freiburg und dem Landesverband der Industriegewerkschaft Holz, Freiburg, wurde nach der durch die Militärregierung genehmigten Lockerung des Lohnstops ein Lohntarifvertrag abgeschlossen in dfem Stundenlohnsätze festgelegt wurden, die durchschnittlich 30*/* über denen des bisher gültigen Tarifs liegen. Erschwernis- und Leistungszulagen sind für erschwerte Arbeiten und besondere Leistungen vorgesehen. Arbeiterinnen erhalten 80'/» des entsprechenden Männerlohnes. Frauen, die eine Tätigkeit aüsüben, die üblicherweise sonst nur von Männern ausgeführt wird, erhalten bei gleicher Leistung auch den gleichen Lohn wie Männer- »irraugorci tVdHUflg SAÖEtf-BÄDEN — Das Journal OfficM, vom 15 Oktober gibt bekannt, daß mit Wirkung votn 4. Oktober 1948 alle Vermögenswerte, Rechte lind sonstigen Interessen innerhalb des französischen Öesätzungsgebietes Uhtef ZWängSverWaltüng gestellt Werden, die der Rheinischen Elektrizitätswerk A.G. (R.W.E.) Essen bei den Firmen Schluchsee-Werk A G; in Freiburg (Baden) und Rheinkraftwerk Albrück Logern A.G., Waldshut (Baden) gehören. Voh dieser Maßnahme Werden aiieh die Gewinn© au§ allen Vorträgen betroffen, die die R.W.E. mit den beiden genannten Gesellschaften verbindet. Ptoduhtionssteigerüng durch Reparationen PARIS — Der französische Farbentrust „Frarieolor“, der bis auf weiteres unter staatlicher kontrolle arbeitet, sieht Sich in der Läge, die Erzeugung synthetischer Farbstoffe, besonders für die 'Textilindustrie, in der Fabrik von St. chair du Röhne bei Lyon bedeutend zu steigern^ Die Prodüktionsausweit .mg ist eine direkte Folge der aus Deutschland eingetroffenen Reparationsleistungen an Maschinen und Ausrüstungsmaterial. Italien möchte Rohseide exportieren ROM — Das fast völlige Ausfallen der Ausfuhr italienischer Rohseide nach Deutschland verstärkt die schwere Krise, ih welcher sich die italienische Seidöil- erzeugung befindet. Die Rohseidehexfiorte Italiens höben von jeher dem Lande wichtige Devisen gebracht. Der Ruf nach Steigerung der Seidenaüsführ hafch Westdeutschland Wird iinmer dringender erhöben, in Friedenszeiten hatte Deutschland ohne Österreich allein 65 8 (* der gesamten italienischen Rohseidenausfuhr übernommen. Aufhebung Von ^SWangsverwalttingsmahnahiiieti BADEN-BAD&R Wie itn „Journal Offieiei“ vom 15. Oktober bekanntgegeben wird, sind die Zwangsverwaltungsmaßnahmen über die Firma 2$ahnradbäftilt Friedrichshafen A;G. mit dem Sitz Friedrichshafen tnit Wirkung von 80. September 1948 ab, diejenigen über die Rheinische Chamotte- UM DinasWCrke A. G. mit Sitz in Mehlen am Rhein (britische Tone) mit Wirkung Vom 11. Oktober 1948 aufgehoben Worden. Die Aufhebung gilt insoweit, als sich die ZwangsverwaltungsmaÖ- nahmen auf die im französischen Besetzungsgebiet gö* legehen Vermögenswerte, Rechte uhd sonstige Interessen beziehen Deutsche Flüchtlinge als Arbeiter für Schweden ttAMBÜRG — 1 000 deutsche Flüchtlinge aus Dänemark sollen die Möglichkeit erhalten, ifl Schweden als freie Arbeiter zu schaffen. Vertragsspieler in ganz DeatsMand Norden und Westen akzeptieren süddeutsche Lösung des Profi-Problems Die Nürnberger Tagung des Frofi-AussehüsseS im DFA brachte nicht die vom Westen angekündigte Sensation: Viel schneller als es den Anschein hatte, mußte Arthur Weber- Solingen erkennen, daß Seine laute Forderung des „Vollprofis“ Im Süden nicht den geringsten Eindruck machte. Die einsichtigeren Vertreter der norddeutschen und der westdeutschen Oberliga revidierten ihre in diversen westdeutschen Tagungen festgelegte ablehnende Einstellung zu diesem süddeutschen Vertragsspielerwerk. Als Fazit der Nürnberger Besprechungen ist herauszustellen, daß der süddeutsche Vertragsspieler-Entwurf vollinhaltlich gebilligt wurde. Es bleibt aber Vorerst bei der augenblicklichen Situation: im Süden Vertragsspieler, Im Westen die sogenannten Amateure. Bis zum Beginn der kommenden Spielzeit 1949/50 wird eine Vereinheitlichung der Berufsspielerfrage tm gesamtdeutschen Rahmen durchgeführt. Daß dies nur auf der Basis eines weiterhin Verbesserten Vertragsspieler-Werkes erfolgen kann, davon überzeugten sich alle west- und norddeutschen Vertreter (die Südwest-Vertreter hatten sieh bereits in München dem süddeutschen Standpunkt angeschlossen!) Damit War Weber-Solingen mit seiner Ansicht allein, denn der Berufsfußball ist bei uns in Deutschland nur auf der Basis der Vorhandenen Vereine denkbar. Um eine Aufklärung der Verhältnisse zu begünstigen, einigten sich die Vertreter der drei West- Ztmen dahin, daß ein Wechsel Von Spielern der beiden oberen Klassen übet die Zonengrenzen hinweg ab 16. Oktober für die Spielzeit 1948/49 nicht mehr erfolgen Kann. Webers ultimative Frage, ob der Süden den Voll- ptofi annfihrne, beintwortete Gurt Müller dahin, daß dieser Berufsspieler im Süden bereits da ist. Er ist in Deutschland nur in gemäßigter Form tragbar Zuerst muß jeder Spieler für einen richtigen Beruf besorgt sein und durch Fußball-Spielen kam er Sieh ein Zusätzliches Einkommen schaffen, so weit' er etwas leistet. Aber die Gemeinnützigkeit der Vereine würde verschwinden, Wenn die Weber’sehen „Vollprofi-sport- gruppen“ verwirklicht würden. Anhand der bisher im Süden gemachten Erfahrungen konnte bewiesen Werden, daß einmal die vereine Wieder Ordnung ih den eigenen Laden bringen konnten und daß in sportlicher Hinsicht eine spürbare Besserung eingetreten ist. A. W Kaiserslautern will Sdtalke-ToireJtord bfedlen Es war einmal zu zelten einer Sehalker Kreisel- Stürmerreihe mit Ks!Witzkt-8zepan-Poertgen,KuZorra- Urban, als die Chronisten einen noch nie dagewesenen deutschen Fußballrekord buchten. In i? Spielen hatte Schalke 100 Tore geschossen, ein Ungewöhnliches Ereignis, da ja pro Treffen knapp sechs Erfolge gebucht Worden waren. Nun Ist der l. FC Kaiserslautern auf dem besten Wege, diesen Rekord zu brechen. Schossen doch die Lauterer bisher in Vier Spielen 43 Tore oder jede achte Minute der 360 Spiel ninuten ein Tor! Das ist eine Leistung, die nur aus der klaren Favori- tehstelluHg der Lauterer zu erklären ist. Die Tatsache, daß Kaiserslautern ln der Nordgruppe der Zonenliga Südwest ohne ernsthafte Gegner ist, läßt immer mehr stimmen für eine Hereinnähme der Pfälzer ln der süddeutschen Oberliga aufkommen. So sprach sich der Ehrenvorsitzende der SpVgg. Fürth, Baurat Kraus, im „Sportblatt der Rheinpfalz“ für die Bildung, des Südd. Fußballverbandes unter Einbeziehung der Vereine der französischen Zone aus. Danach spll die oberste Spielklasse aüs 24 Vereinen bestehen und in Zwei Abteilungen spielen. Fußball-Tauben flogen nach Lampertheim Man sage hicht, die Lampertheimer leben auf dem Mond. Als die Dorfmannschaft der „Olympia" überraschend den Großstadtverein KSV. Hessen-Kassel den Pokal entführte, da brachten Brieftauben, die man ih Körben mitgeführt hatte, die Botschaft jedes einzelnen Tores nach Lampertheim. Dort hatten sich auf der Hauptstraße vor einem Lautsprecher Viele Tausende eihgefünden, um jede telefonisch übermittelte Spiel- Phase mitzuerleben. Auf dem neutralen Platz am Bomheimer Hang in Frankfurt mußten inzwischen die Lampertheimer Schlachtenbummler alle zehn Minuten aufgefordert werden, ln Ihrer Freude über den Sieg die Platzanlagen nicht zu demontieren. Georg Meier fuhr wiederum Tagesbestzeit Europameister Georg Meier (München),, führ beim Motorradrundstreekenrertften „Quer durch Hosenhelm“ in der Halbllter-Klasse mit seiner BMW-Kompressor mit 103,9 km/Std. Tagesbestzeit. Die Ergebnisse: LlzeftZ- fahrer: 250 ccm: H. P. Müller DKW 93,5 km/st,; 35«ccm: K. Mansfeld, DKW 95,7 km/st.; bis 599 ccm: G, Meier BMW 193,3 km/et.; Seitenwagen 90« ccm - Böhm/Bauer NSU 85,5 km/st. Den Rennen, die auf einem 3,2 km langen Rundstreckenkurs äüsgetragen Wurden, wohnten rund SO oofl Zuschauer Bei. Die Kenhleltuttg lag in Händen von Manfred von Brauchltsch Kilian in den USA nicht erwünscht Der deutsche Seehstage-Radrennfahrer Gustav Kilian traf aus Dortmund kqmmend Im Flugzeug ln New York ein. Die BinWanderungsbehörden verweigerten ihm den Aufenthalt in den USA Und beförderten ihn näCh EINS Island. Letzter Titelkampf der Schwerathleten Die letzte deutsche Meisterschaft in der Schwerathletik kommt ara 23. Oktober zum Austragi An diesem Tage stehen sich in der Stadthalle in Stuttgart-Fellbach die Gewichtheber-Staffeln von Essen 88 iittd SpVgg. Stuttgart-Fellbach im Endkampf um dltz deutsche Meisterschaft gegenüber. — Die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen ist bekanntlich schon entschieden, sie wurde erstmals von Reichsbahn-SG; Köln gewonnen. Nach Weidinger und Neusei jetzt ten Hoff „Wenn es mit den ÜSA-Verträgen die mir mein amerikanischer Manager Lew Burston Vermittelt hat, vollends klappt, dann verzichte ich auch zunächst auf meine Filmpläne“, so sägte Hein ten Hoff, bevor er sieh zu seinem wahrscheinlich letzten Kampf auf depä- selem Boden in nächster Zeit gegen Kleinholdermanrt* Forehheim fertig machte. Hein ten Hoff boxt gegen den Ex-Berllner, der für den fiöcii erkrankten Griipe einsprang, über zehn Runden, und inzwischen werden zuhause bereits die Koffer für den Flug nach USA gepackt. Der VfL Konstanz hat mit den Vielversprechenden Nachwuchsspielern des FC Nürnberg, Lehrrieder. Trauiner und Horiarnus. eine wesentliche Verstärkung erhalten. Raffinierte Kartenfälscher betrogen den SV Waldhof in seinen Spielen gegen Offenbach uhd VfB Stuttgart um die Einnahmen von mindestens 10 008 Eintrittskarten. Der FSV Frankfurt erhielt vom FC Basel die Zusicherung, anläßlich des 30jährigen Jubiläums der Frankfurter am Bbfrtheimer Hang zu spielen. Die Teilnehmer des bayerischen Fußball-Totos tippen immer besser. Am letzten Wettsonntag sagten 1746 Tipper den Ausgang aller zehn Spiele richtig VöraUS, sodaß die Quote im ersten Rang nur sechs Mark B@ j trug. Das Fußball-Rückspiel Nord gegen Süd ist für den 2 März 1949 in Hannover vorgesehen. Neuartige Deutsdte Leichtathletik-Meisterschah In Deutschland plant der ÖLA. künftig die Deutsche Vereinsmeisterschaft der Leichtathleten nach schwedischem Muster zu vergeben. Danach Würde es künftig nicht mehr zu einem Zusammentreffen der Spitzenvereine itt verschiedenen Durchgängen kommen, sondern der beste Verein würde einfach auf Grund der Jahresleistungen seiner Könner ermittelt Werden. Wie ih Schweden will man dabei die finnische Mehrkampf- Wertüng (Zehnkampfwertung) als Grundlage der Berechnung nehmen. Um einen Anreiz für die Vereine zu schaffen, ihre Leistungen ständig zu Verbessern plant man in gewissen Zeiträumen „zwischenwerten gen“ mit dem augenblicklichen Stand bekannt zu ge ben. In Schweden wurde dieses Jahr der MAI. Malmö der durch seine Deutschlandstarts bekannt wurde, tili nur sieben Funkten Vorsprung Vereinsmeister. „Frankfurter Turnfestaieger“ begeisterten in Stuttgart Die Frankfurter Turnfestsieger 1948, Gebrüder Wie (StUttgärt-Münster) sowie die Mitglieder der Deutsch land-Riege, Göeggel (Beuerbach), Strobel (Hüttlihgeh, und Mack (MTV Stuttgart) begeisterten 800 Zuschauer anläßlich einer Kunstturnveranstaitung des TSV Münsters Im Stuttgarter Zirkus Althoff. Öle am Barren Pferd, Reck und am Böden gezeigten Leistungen von Theo und Erich Wied standen ln Schwierigkeit und Ausführungen auf international hoher Stufe. Den Ge brüderh Wied am nächsten kam der Feuerbacher Göeggel durch seine präzise Ausführung aller Übungen SV Achera — SV Schwarzach 11:2 Bereits nach fünf Minuten hieß es schon 1:0 für Schwarzach AchCrns Sturm. wurde umgruppiert >app spielte Mittelstürmer und führte sich Fm ersteh -Ipiel glänzend ein. Sieben Tore kamen auf sein Kon 6. NUil konnte man ein Spiel sehen, das die Zuschauer Jegeisterte. Aus jeder Lage wurde geschossen. Der hall wurde von hinten überlegt und planvoll vor däs segnerische Gehäuse durchgespielt schöne Tore krönen die schnellen Aktionen Achern ließ seinen Gegner rach 18 Minuten Spielzeit einfach stehen. Schwarzach zeigte in der ersten Viertelstunde ein schönes SpiC> md konnte so auch zunächst eine 2 :o-Pührung an sieh reißen. Doch dabei blieb es. 25 Eckbälle schoß Aehärh and Schwarzach keinen, wodurch die Überlegenheit des Gastgebers zum Ausdruck kommt. 2 40t DM für 9 richtige Tips Gewinnverteilung des 3. Fußball-Totos Vom 18 . auf 17. Oktober Der 3. württemberg-badische Fußball-Toto ist mii 19 851,- DM aufgekommen. Hiervon kommen 50 »/» alt Gewinn Zur Ausschüttung. Da kein Wettender lt) richtige Tips abgegeben hat und somit Rang I Unbesetzt bleibt, wurde der Aussehüttungsbetrag des I, Ranges gleichmäßig dem ll und III zugeschlagen. Die. Aus- sChüttUngsbeträge für den II. und IIl. Rang erhöhen sieh Somit auf je 4 962.75 DM. Davon entfallen auf Rang II 2 Gewinner mit 9 richtigen Tips zu je 2 48l.- DM, Rang III 22 Gewinner mit 8 richtigen Tips Zu je 225.50 DM. Lauf—Oberachem 3:2 In einem vom Anpfiff an spannenden punktekarnpf konnte die Platzelf verdient gewinnen. Lauf Zeigte den größeren Kampfgeist, Sein Sturm, durch Stellvorlagen gut bedient, kam immer wieder vor das Tor der Gäste uhd wurde stets gefährlich. Auch die Erfolge blieben hiebt aus. Die Gäste rannten sich mit ihren Kombinationen ln der Verteidigung der Blauweißen fest und verstanden es nicht, die Torchancen auszu- ntitzen. Schon nach sechs Minuten konnte Lauf ih Führung gehen Kürze Zeit später erzielten die Gäste den Ausgleich, doch. Lauf konnte bald den zweiten und dritten Treffer markieren. Dann vergaben die Gäste einen Elfmeter, konnten jedoch vier Minuten vor dem Seitenwechsel auf 3:2 aufholen. Öberaehern hatte in der zweiten Halbzeit mit dem Wind im Rücken etwa* mehr vom Spiel, doch keiner Mannschaft gelang ein Tor mehr. Die zweiten Mannschaften beider Vereins trennten sich 4:2 für die Gäste. Öberaeherns Jugend konnte gegen die Hornisgrindestädter 2:0 siegen, äö Handball SV Achern SV Lichtetiäu 18:3 Die Achertier Handballer scheinen sich die Misere de* letzten Sonntags etwas zu Herzen genommen zu haben. Obwohl Funk fehlte, schossen sie 16 Tore und ließen nur drei Erfolge des Gastes ZU. SV Ottersweier—SV Kappe'windeck li* Daß es zwischen den In der Tabelle führenden 0t- tersWeierer und ihren hartnäckigen Verfolgern au# Kappelwindeck hart hergehen würde, stand fest Was » wiiuuuv, avv q -w - ■ , Prima weißer Brautkleidstoff (Frie- - 125 g auf Sonder-Abschnitt 23 und 123, Karte Jgd. I, Jgd. 2 = 125 g auf densware) mit Unterkleid zu ver- Abschnitt 43 und 143: Karte K. 2, K. 1, Sgl. = 225 g, auf Abschn. 41 und 141 kaufen. Zu erfr. od. Off. u. 2-633-8 j e 100 g, auf Abschn. 43 und 143 je 125 g. Schwerarbeiter: Gruppe I = 80 1 g a. d. Gesch. d. BT Baden-Baden. auf Abschn. 159 und 183 Je 40 g, Gruppe II = 200 g auf Abschn. 259 und 271 -je 70 g, auf Abschn. 283 = 60 g, Gruppe III — 340 g auf Abschn. 359 = 128 g, 1 Kiste Glas, 4/4 zu verkaufen. Off. u. auf Abschnitt 371 und 383 Je 110 g. Werdende Mütter: 100 g auf Abschn. 908. 7-532-8 a. d. Gesch. d. BT B.-Baden. 3 . Kindemährmitlel: (Monat Oktober) für Normalverbraucher. 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Adresse zu erfr. u. 16-679-8 versorger nur in Brot:) Karte E = 125 g auf Abschn. 41 und 141 je 125 g, in der Gesch. des BT Baden-Baden, jgd. 2 , Jgd. 1 = 250 g auf Abschn. 41 und 141 Je 250 g. ---Baden-Baden, den 19. Oktober 1948. Ernährung»- und Wirtschaftsamt des Stadtkreises Baden-Baden 1 Musikfreund sucht gegen Barzahlung 1 Stutzflügel oder Planino. An- | geböte mit Angabe der Marke, des Preises, usw. unter 18-679-8 an die | Gesch. des BT Baden-Baden. Händ- j 1er verbeten. Hobelbank, Schreinerwerkzeuge, ge-| braucht billig zu verkaufen. Off. u. 1 8-573-8 a. d. Gesch. d. BT B.-Baden. | Perserbrücke, neuwertig zu verkaufen. Yburgstr. 31a. 18-557-8 Lebensmittelkarten-Ausgabe für den Monat November 1948 Ausgabe der Zusatzseife für Quartiergeber Ausgabezeiten von 8—11.30 und von 14.30—16.30 Uhr 1. Merkur, Bez. 167—216, Montag, 25. 10., Inhalatorium. 2. Tiergarten, Bez. 218—247, Dienstag, 26. 10., Inhalatorium. 3. Falkenhalde, Bez. 248—283, Dienstag. 26. 10., Inhalatorium. 4 . Mitte, Bez 121—164, Mittwoch, 27. 10., Inhalatorium. 5. Balg, Bez. 17—86, Mittwoch, 27. 10. nur nachmittags, Schule Balg. 6. Lichtental, Bez. 285—339, Donnerst. 28. 10. Grüner Baum, Beuemerstr. 9. 7. Geroldsau, Bez. 340—360, Donnerst., 28.10. Grüner Baum, Beuemerstr. 9. 8. Oos, Bez. 1—34, Freitag, 29. 10. nur nachmittags von 14—19.30 Uhr, Werk für Bekleidungsindustrie sucht für Baden-Baden zum sofortigen Eintritt zuverlässige Sekretärin für die Geschäftsleitung. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschrift u. Lichtbild, erbeten unter 23-504-8 a. d. Gesch. des BT Baden-Baden. ^leiiTaiädctei oder Frao für Drei-Personenhaushalt, ganz od. halbtags sofort gesucht. Architekt Paul Ullrich, Marla-Viktoriastr. 35. 21-40-8 Bestelngeführt. Handelsvertreter zum Verkauf von Malerleim und Tapetenkleister sowie Büro- und Papierlelm (Trockenlelm) sofort gesucht. Bewerbung mit Lebenslauf und Referenzen erbeten unt. M. D. 25 604 über Ann.-Exp. Carl Gabler GmbH-, München I, Theatinerstr. 8/1. 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Anforderungslisten mit Angabe der Stundenzahl für Monat November sind auf Ende des Monats einzureichen. Milchlisten sind bis zum 26. 10. vorzulegen. Ausgabe der Milchkarten bzw. Berechtigungsscheine erfolgt am Freitag, den 29. 10. 1948, beim Emährungsamt, Zimmer 4, nur vormittags. Baden-Baden, den 18. Oktober 1948. Ernährungs- und Wirtschaftsamt des Stadtkreises Baden-Baden Die Erteilung der Meldekartenbestätigungen für die weiblichen Meldepflichtigen erfolgt für alle Stadtbezirke (einschl. Balg, Baden-Oos und Baden-Lichtental) am Freitag, den 22. Oktober 1948, von 8.30—11.00 Uhr und von 14.00—17.00 Uhr im Arbeitsamtsgebäude Liehtentalerstr. 20, Erdgeschoß, Zimmer 42. Für die männlichen Meldepflichtigen und die Meldepflichtigen aus dem Hotelfach wird der Bestätigungsvermerk in den bisherigen Räumen — Lich- tentalerstr. 20 und Rettigstr. 12 — erteilt. 1 Arbeitsamt Baden-Baden Am 26. 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