D r alt Gsseburger. Belletristische und humoristische (Lhronik der Kreishauptstadt Offenburg. Nr. 46. Ausgabe vom 1. April 1666 Preis 10 Pf. Wie der Bürger Carl H. Schaible vor 56 Jahren im Exil verhaftet wurde. Aus seinen Memoiren. (Vergl. auch Nr. 19, 21 und 31 des Alten Offeburger). Von Straßburg begab sich unser verbannter Landsmann, nach einem letzten schweren Abschied von seinem Vater, nach Nancy, von wo er im Januar 1850 die Weltstadt Paris aufsuchte, um dort sein medicinisches Examen zu machen. Die pariser Medicinschule war damals die bedeutendste in Europa. In der Pension Hotel Britannique wohnte Schaible und sein unverfälschter Name, der täglich in die Fremdenliste eingetragen wurde, kam den Polizisten regelmäßig unter die Augen. Dennoch fiel es ihnen nicht auf, daß dies der von der badischen Regierung zur Auslieferung ausgeschriebene Fremdling ist. Das betr. Schriftstück, ein mandat d’amener, lag schon viele Monate auf der Polizeiprüfektur. Unser Landsmann Karl Schaible erhielt von diesem Steckbrief erst dann Kenntniß, als ein anderer Badener, ein gewisser Scheibe! aus Heidelberg, an seiner Statt in Paris feftge- nommen wurde und an die Grenze transportirt werden sollte. Die Papiere klärten jedoch den Jrrthum auf und so erhielt Schaible von dem Scheibel die für ihn nicht sehr erfreuliche Information darüber, was ihm bevorstehe. Den nur wenige Schritte vom Polizeiamt entfernten Offenburger Freischärler hatten sie nun bald ausfindig gemacht. Dr. Schaible erzählt seine Verhaftung also: „Es war im Monat Juni 185l, ich lag in tiefem Schlaf in meinem Bett, als ich morgens um etwa 5 Uhr aus dem Schlaf aufgerüttelt wurde. Vor mir stand ein starkbeleibter Mann mit der französischen Tricolorschärpe über der Brust und sagte zu mir „je vous arrete au nom de la loi“! (Ich verhafte Sie im Namen des Gesetzes!) Ich stand noch halb im Schlaf auf, kleidete mich aus Befehl sofort an und, während ich dies that, untersuchte der Mann alle meine Koffer, wozu er die Schlüssel verlangte, alle meine Papiere und eignete sich Verschiedenes an u. A. Briefe, Adreßbuch, andere Schriften, die ich nie wieder zurückerhielt. Der Mann mit der Tricolorschärpe nnd im schwarzen Frack war der Polizeikommissär des Quartier und er war begleitet von zwei Polizeiagenten in Zivil. Es war komisch anzusehen, wie der Kommissär und seine Agenten meine deutschen Papiere prüften, da doch keiner von Ihnen ein Wort deutsch verstand. Bei her Untersuchung meiner Papiere sahen sie auch meine Collegienhefte an. Unter diesen befand sich nun ein Heft über Pflanzenphysiologie mit Zeichnungen von den Vorlesungen meines Freiburger Professors Perleb. Keiner von den Herren verstand, wie gesagt, deutsch. Der Kommissär blätterte im Heft, sah einige Zeichnungen von Blättern, Blüthen und Wurzeln und legte es bei Seite mit den Worten: „C’est de la botanique!“ (Das ist Pflanzeulehre). Unter dem botanischen Hefte lag aver eines ganz anderer Art und als der Polizeikommissär es in die Hand nahm, dachte ich, nun geht's schief. Es war ein von mir im ersten Exil 1848 in Straßburg verfaßtes Heft über Feldbefestigung, provisorische Befestigung, Barrikadenbau. Der Kommissär schlug das Heft auf und der günstige Zufall wollte, daß auf dem aufgeschlagenen Blatte die Zeichnung eines sogen. Verhaues sich fand, einen Graben vor- llellend, in dem Bäume und Baumäste mit scharf zugespitzten besten, gegen den zu erwartenden Feind gerichtet, lagen. „C’est de la botanique aussi!“ (das gehört auch zur Pflanzenlehre) wgte der Kommissär und legte das gefährliche Heft beiseite. Nach meiner Freilassung wanderte das Heft ins Kaminfeuer. Nach vollendeter Untersuchung führte mich der Kommissär vb- Im Hause lag noch Alles im tiefen Schlaf und der Haus- hEe keine Ahnung von meiner Verhaftung. Die Haus- thüre wurde dem Kommissär und seinen Agenten, ohne zu läuten, stille von einem Kellner geöffnet, der ohne Zweifel, wie so viele seiner Klasse, damals mit der Polizei in Verbindung stand und auf vorherige Verabredung öffnete. Man wollte mich überraschen und es gelang ihnen vortrefflich, denn sie schlichen die Treppe hinauf vor mein nichtverschlossenes Schlafzimmer und weckten mich in meinem Bette aus. Ich ward zuerst nach der Station des Polizeikommisfärs des Quartier geführt. Der Herr Kommissär reichte mir, aus welchem Grunde weiß ich nicht, höflich seinen Arm und so wandelten wir selband Arm in Arm nach der Polizeistation, gefolgt von den beiden Agenten. Auf der Station wurde der sogenannte proces verbal (Verhör) ausgenommen und darauf ward ich von den zwei Agenten nach der Conciergerie geführt, in welcher in der ersten französischen Revolution sich so viele Schreckensscenen abgespielt haben. In der Conciergerie ist ein besonderes getrenntes Gebäude für Gefangene der sogenannten besseren Klassen, genannt la Pistole. In diesem wurde ich in ein großes Gemach gebracht, in dem sich eine Gesellschaft höherer Verhafteter, darunter schlechte Anwälte, Fälscher, Spitzbuben höherer Klaffe befand. Gegen 7 Uhr erhielt jeder von uns einen Teller schwarzer Suppe zum Frühstück, die ich nicht anrührte. Auf meinen Wunsch erhielt ich Briefpapier, Feder und Tinte und schrieb an meinen Hausherrn M. Perret einige Zeilen, um ihn meinetwegen zu beruhigen, indem ich ihn versicherte, daß ich keines Vergehens wegen verhaftet worden sei und meinem Schicksale ruhig entgegensehe. Um 9 Uhr, nach einigen langen, bangen Stunden ward ich vor den Chef du Bureau des Refugies gebracht, einen Herrn Namens Strope. Es gab damals in der Polizeipräfektur ein besonderes Bureau für politische Flüchtlinge. M. Strope empfing mich mit dem lauten zornigen Ausrufe: „Comment, vous voulez etre martyr? (Was, Sie wollen ein Märtyrer sein?) „Ich verstehe Sie nicht!" antwortete ich — „ich will kein Märtyrer sein, aber Sie machen mich zu einem." Darauf zeigte er mir meinen Brief, den ich an meinen Hausherrn geschrieben, der aber nicht abgesandt wurde, und warf mir vor, daß ich darin sage, daß ich Allem ruhig entgegensehe, das mich befallen möchte. Dies war in seinen Augen eine Anmaßung. Ich sagte ihm, es wäre kein Zeichen von Anmaßung, sondern eines ruhigen Gewissens. Darauf holte er einen Stoß badischer Untersuchungsakten hervor, die der Polizeipräfektur nur von der badischen Gesandtschaft mitgetheilt worden sein konnten, und warf mir vor, daß ich ein großer Revolutionär wäre, da ich nicht nur in Offenburg Zivil- und Militär-Kommissär, sondern auch Kommandant einer revolutionären Batterie in der Festung Rastatt gewesen sei. Ich erkärte ihm, daß ich nur eines von beiden sein konnte, da Rastatt 12 Stunden Weges von Offenburg läge, und gestand meine Stellung in Offenburg zu. Ick, hörte nachträglich, daß einer Namens Scheibel in Rastatt eine Batterie kommandirt habe. Während, >vie oben erwähnt ist, ein Scheibel in Paris anstatt meiner verhaftet wurde nnd an die Grenze transportirt werden sollte, so sollte ich nun zu guterletzt die Sünden eines anderen Scheibel noch zu den schweren meinigen tragen. Der gute Monsieur Strope war gereizt durch meine Erwiderung und wenig unterthänige Haltung und ich weiß nicht, wie dieses Verhör geendet hätte, wenn nicht Dr. Thierry, Vizepräsident des Pariser Munizipalraths und sein Sohn gemeldet worden wären. Monsieur Strope eilte Dr. Thierry unterthänigst entgegen und geleitete ihn in sein anstoßendes Zimmer. Nach einiger Zeit kamen sie wieder heraus, Dr. Thierry und Sohn begrüßten mich im Vorbeigehen und verließen das Bureau. Ich war beiden bisher unbekannt gewesen. Von da an war M. Strope die Liebenswürdigkeit selbst und diese vergrößerte sich womöglich noch, als gleich darauf mein Straßburger Freund M. B a n d s e p t, Mitglied der Assemblee legislative (der gesetzgebenden Körper- schaft) mich aufsuchte. Er, sowie Dr. Thierry wurden früh Morgens durch Freunde von mir von meiner Verhaftung benachrichtigt und veranlaßt, sich für mich zu verwenden. Die Freunde wurden durch meinen Hausherrn von meiner Lage in Kenntniß gesetzt und diesen hat nach meiner Absendung in die Conciergerie der Polizeikommissär, der mich verhaftet hatte, in- formirt. Man hatte beabsichtigt, mich ohne Weiteres an die belgische Grenze zu transportieren, wohin schon so manche deutsche Flüchtlinge vor mir abgeschuppt worden waren. Infolge des hohen Schuhes, den ich in der letzten Stunde erhielt, erlaubte man mir, bis auf Weiteres bei gutem Verhalten in Paris zu bleiben, nur mußte ich von Zeit zu Zeit eine neue Aufenthalts- Elaubniß erhalten. So kam ich, nachdem ich um 5 Uhr aus dem Bett geholt worden war, zum Mittagessen wieder in mein gutes Hotel Britannique zurück zur großen Freude von Herrn und Madame Perret, den Besitzern, sowie meiner Freunde und Mitgäste und auch zu meiner eigenen. „Leut Kim, Ke Kas no friends“ sagt ein englisches Sprichwort. Ohne Freunde wäre ich ohne Gnade und Barmherzigkeit weggejagt worden. Allerdings war ich von da an ein sehr beobachteter Mann. Die Spitzel folgten mir hie und da, meine Briefe wurden auf der Post gelesen. Ich saß einmal eines Nachmittags im Lake de la Rotonde, rue de 1 ecole de medecine mit einem Schweizer Arzte, Dr. Joß aus Schaffhausen. Wir sprachen ruhig deut'ch über die Tagesereignisse. Dabei war im ganzen Gemache eine einzige Person, ein ältlicher Herr an einem Tisch, eine Zeitung lesend. Den Tag darauf erhielt ich eine Vorladung vor den genannten Monsieur Strope, der mich mit den Worten empfing: „Lomment, vous parlez encore politique dans les cafes?“ (Wie, Sie halten noch politische Reden in den Cafe's?) Die Sache hatte übrigens keine weiteren Folgen. Ich erinnere mich auch, daß, als ich im Vorzimmer saß, ehe ich zu M. Strope eingelassen wurde, eine Anzahl von Leuten an mir vorbeigingen, die mich genau beobachteten und studierten. Als ich in die Polizeipräfektur kam und von da wieder nach Hause ging, waren die Vorzimmer, die Hallen, der Hof voll von Leuten in allen Anzügen, feingekleidete Herren, Männer in Blousen, selbst Damen in Karossen. Ich wunderte mich darüber, und ein wohlunterichteter französischer Freund sagte mir, daß die von mir gesehenen Leute in der Polizeipräfektur ihre Berichte abgestattet hätten. Paris lebte damals unter einem vollständigen Spioni'system. Der Pförtner des Hauses, die männliche und weibliche Bedienung, die Kellner in Gasthöfen, Cafes und Restaurants, feine Herren und Damen, die die Salons der besten Gesellschaft besuchten — berichteten der Polizei. Provisorische Aufenthaltserlaubniß, die jede Stunde zurückgezogen werden mochte und Examenstudien vertrugen sich zwar schlecht, aber ich ließ mich dadurch nicht irre machen. Ich hoffte auf bessere Zeiten für die Exilierten in Frankreich. Diese kamen wohl aber zu spät für mich." Es muß bemerkt werden, daß unser exilirter Landsmann Schaible mit Reisepapieren sehr schlecht versehen war. Ein sogenannter badischer Heimathsschein, den er sich als Civilkommissär von Offenburg wohl selber ausgestellt haben wird, war sein ganzer Personalausweis. Für jene Zeit eine recht ungenügende Legitimation. Zur Reise nach London tWeltausstellung 1851) borgte sich Schaible die Papiere eines Mannheimer Bekannten in Paris. Der 4wöchentliche Aufenthalt in jener Riesenstadt gab den Anlaß zur späteren Uebersiedelung Schaible's von Paris nach London. Ein alter Offenburger, einer der hervorragendsten Gelehrten, welche unsere Vaterstadt unter ihren Kindern aufzuweisen hat, macht in diesen Tagen von sich reden. Sonst erfahren seine Landsleute wenig von ihm. Wohl trat er vor 2 Jahren, anläßlich seines Aufenthaltes in unseren Mauern, vor einem kleinen Kreise Auserlesener auf und begeisterte sie durch einen Vortrag zu Dante's unsterblichem Meisterwerk. Im Nu war dann der alte Offenburger wieder aus den Augen seiner auf ihn stolzen Mitbürger verschwunden. Wir meinen den Sohn des verstorbenen Oberlehrers Köhler, Herrn Professor Dr. Josef Köhler, den hochangesehenen juristischen Dozenten an der Berliner Universität, den Kenner des internationalen Völkerrechts aller Zeiten. Professor Dr. Köhler gehört zu jenen Hockern in der Gelehrtenstube und Indifferenten im pclitischen Weltwogengetriebe, welche durch die Fleischwerdung der berühmten Lex Heinze aus ihrer Abstraktion aufgeschreckt wurden und nun auf die Rednerbühnen der Volksversammlungen steigen, um vor diesem Gesetz zu warnen. Bei einer solchen Demonstration im Rathhaussaale der Reichshauptstadt, welche die Gründung eines Göthe-Bundes zur Absicht und Folge hatte, trat auch unser Landsmann Professor Dr. Köhler als Redner auf. Er ist ein Wissenschafter von Ruf und ein Künstler von Talent und Neigung. Der geschätzte Professor der Rechtswissenschaft stellte sich den Versammelten mit den Worten vor: anek'io sono pittore (auch: ich bin ein Malerl; verwandte aber nicht sein künstlerisches Talent, sondern seinen juristischen Scharfsinn im Dienste der Fehde gegen die Lex Heinze. Vor ihm hatte der Dichter Sudermann, der Redakteur Dernburg, der Professor Eberlein,, der Buchhändler Engelhorn und der Theaterdirektor Dr. Brahm, gesprochen. Alle warnten vor dem Gesetz. Von Professor Köhler heißt es in einem Bericht: „Redner, ein herrlich gemeißelter Kopf mit seelenvollen Augen, breitete in ebenso scharfsinnigen, wie kunstfreudigen Worten die juristische Sachlage vor uns aus. Er bezeichnen die in Rede stebenden Anträge des Centrums als eine Unerklärlichkeit, wenn man der Blüthezeit des Papstthums gedenke und daran, was die Renaissance den Päpsten danke. Ein Papst hat den Zeloten Savanerola vcrurtheilt. Ueber die seit zehn Jahren reichlich geübte Praxis der Reichsgerichtsjudikatur hinaus ist doch wahrscheinlich nichts zu fordern! Mit scharfen Worten wendet sich Köhler dann gegen die geplante Erweiterung des bestehenden 8 184; die Bestimmung „das Schamgefühl gröblich verletzend, ohne unzüchtig zu fein' , führe zu der Frage: was ist schamhaft, was nicht? Soll der gewöhnliche Naturmensch oder der ästhetisch Gebildete dafür den Maßstab des Richters abgeben? Köhler begründete fesselnd, warum der Richter den sogenannten „Normalmenschen'" zur Basis seines Urtheils machen wird, er weist juristisch auf die Gefahr der neuen Gesetzgebung für die Kunstausstellungen und die Theateraufführungen hin, wenn jeder Beliebige, der sich durch ein Kunstwerk „gröblich verletzt" glaubt in seinem „Schamgefühl", beim Oberlandesgericht Anzeige erstatten kann, das seinerseits dann die Staatsanwaltschaft zur Klageerhebung nöthigt, auch wenn diese gar nicht anklagen will, und schließt seine von lautem Beifall oft unterbrochenen Bemerkungen mit dem Ruf: „Wir alle stehen unter einem Zeichen: Dem Zeichen Goethe!" Von seinem Aufenthalt in Würzburg erzählte er, daß eine Zimmerbedienung, wenn sie die Büste der Venus von Milo abstäuben mußte, immer über „dieses schamlose Weibsbild" gezetert habe. Erhält der neue Gesetzentwurf Rechtskraft, dann werde in Zukunft in Shakespeares beliebtem Drama die Julia ihren Geliebten Romeo nicht mehr auffordern dürfen^ „zu bleiben, bis die Lerche in die Lüfte steigt", sondern sie wird ihn nach Hause schicken müssen, wenn die Nachtigall zu flöten beginnt. Die Ausführungen unseres Landsmannes erregten manchmal homerisches Gelächter. Wir sind überzeugt, daß ein großer Theil seiner Offenburger Landsleute von diesem Erscheinen Dr. Josef Kohler's in der Oeffentlichkeit mit Interesse Kenntniß genommen haben. Möge er auch einmal wieder seine Vaterstadt mit einem Vortrag beehren. Zur Entwicklung der Stadtgemeinde Offenburg. Man glaube ja nicht, daß die Einwohnerzahl Offenburgs in progressiver Zunahme ohne Unterbrechung groß wurde. Die Vermehrung der Insassen der offenen Burg war nicht einmal eine stetige. Sie stand still oder ging zurück, wie es sich leicht begreifen läßt, wenn man bedenkt, welche Schicksalsschläge unsere Veste Offenburg in kriegerischen Zeiten mitzumachen hatte. Auch die Perioden wirthschaftlicher Depressionen in den Tagen der sozialen Krisen verursachten Stockungen und Rückschritte. Eine solche Zeit des Niederganges war die erste Hälfte der Dreißiger Jahre. Im Dezember 1831 hatte Offenburg eine Einwohnerschaft von 3732 Köpfen; zwei Jahre später (Dezember 1833) war sie um 210 vermindert und betrug 3522 Köpfe bei einer Activ-Bürgerzähl von'482. Vor 73 Jahren stellte die Volkszählung folgendes gesellschaftliche Bild von Offenburg fest: 1. Katholiken: a) männliche 1213 l b) weibliche 1484 { 2. Lutheraner: a) männliche 321 b) weibliche 33 / 00 3. Dienstboten und Gehilfen: > K t'A / Inländer 376 s a) männliche | Umländer 80 { 458 .. ., r , / Inländer 280 i b) weibliche | Ausländer 24 / 304 Der Kataster pro 1832 veranschlagte das gesammte Liegenschafts-Steuerkapital — ohne die Gebäude — auf 1 Vs Million Gulden, nämlich: die Liegenschaften von Ortseinwohnern ... fl. 649,165 „ „ „ Ausmärkern .... „ 246,112 „ „ „ Gemeinden.Stiftungenund Grundherrschaften. . „ 360,076 Pfarr- und Schuldienste.„ 4,453 Landesherrliche Verrechnung.„ 75,212 Sa. fl. 1,335,018 Dazu der Werth der Gebäulichkeiten nach dem Brandkataster (986,4M fl. auf bürgerliche, 32,300 fl. auf herrschaftliche Gebäude) . . fl. 1,018,7M Summe d. Gesammt-Liegenschasts-Katasters fl. 2,353,718 Die Bevölkerung des ganzen Oberamtes Offenburg betrug nach der Volkszählung vom November 1833 einschließlich der Stadt Offenburg 28,320 Menschen. Nach den einzelnen Gemeinden erhalten wir folgendes Bild durch die Tabelle, welcher zum Vergleich auch die Bevölkerungsziffer der neuesten Volks- Lählung von 1895 beigefügt ist: 1833 1895 Altenheim. 1540 2176 Appenweier. 1295 1618 Bohlsbach. 665 686 Bühl. 349 374 Diersburg. 1015 1001 Durbach. 2650 2290 Ebersweier. 540 492 Elgersweier. 612 922 Fessenbach. 537 557 Staab Goldscheuer . . . 1778 2145 Griesheim. 829 761 Hofweier. 1090 1212 Müllen. 150 144 Niederschopfheim .... 1278 1383 Offeuburg . 3622 9727 Ortenberg. 1227 1454 Rammersweier .... 835 855 Schutterwald. 1714 2338 Urloffen. 2190 2320 Waltersweier. 396 624 Weier. 358 521 Windschläg. 833 888 Staab Zell. 1444 1619 Zunsweier. 1373 1489 Summa 28,320 37,596 Darunter ist noch Nesselried mit 656 Es haben eine geringere Einwohnerzahl als im Jahre 1833 die Gemeinden Diersburg, Durbach, Ebersweier, Müllen. Die Bevölkerungsabnahme des badischen Landes fällt in die Zeit von 1846 bis 1855. Sie zeigt sich in der folgenden Tabelle: Jahrgang Einwohnerzahl 1846 . . . 1,367,846 1847 . . . 1,365,915 1848 . .. . 1,364,344 1849 . . . 1,362,774 1850 . . . 1,360,919 1851 . . . 1,359,064 1852 . . . 1,357,208 1853 . . . 1,343,084 1854 . . . 1,328,960 1855 . . . 1,314,837 Von 1856 an stieg die Zahl der Einwohner wieder und erreichte bezw. übertraf erst 1861 wieder den Stand von 1846. In das Jahr 1853 fällt die Ziffer der größten jährlichen Abnahme mit 14,124 - 1,94 °/o, in das Jahr 1862 die größte jährliche Zunahme mit 19,581 1,43 °/o, wobei die Berechnung nur bis zum Jahre 1890 in Betracht gezogen ist. Nach der Volkszählung vom Dezember 1895 ist Offenburg die elftgrößte Stadt des Landes mit 845 bewohnten oder zur Wohnung dienenden Gebäuden, 2060 Haushaltungen, 9727 Einwohnern (4590 männlichen, 5137 weiblichen), 7465 (272 Alt-) Katholiken, 1905 Evangelischen, 334 Israeliten. Es befanden sich darunter 8488 Badener, 1124 sonstige Reichsangehörige, 115 Reichsausländer. Militärpersonen waren 25 in der Stadt. Der ganze Amtsbezirk Offenburg zählte vor fünf Jahren 54,084 Einwohner (darunter 14,110 in den Stadtgemeinden Offenburg, Gengenbach, Zell), 25,967 männliche, 28,127 weibliche. Es waren 48,596 Katholiken, 4972 Evangelische und 489 Israeliten. Der Kreis Offenburg umfaßte 162,932 Einwohner, etwa 4000 weibliche mehr als männliche, 1 /s Protestanten, 2 /s Katholiken. Im ganzen Oberamt waren damals zur Hilfe bei der Vermehrung der Bevölkerung 36 Hebammen in beruflicher Thätig- keit, davon entfielen 3 auf die Stadt Offenburg, nämlich die Damen: Elisabetha Walz, Ottilia Schirrmann und Franziska Ramloch. Aus den Akten des Diktators v. Baezko. Erinnerung an die Zeit vor 50 Jahren. Am 1. Februar 1850 erließ der preußische Befehlshaber von Offenburg, Major und Kommandant v. Baczko einen Ukas, aus dessen Styl man auf das Temperament des Schreibers schließen kann: Es heißt darin u. A: Es ist mir gestern ein mit dem Stempel „Offenburg" versehener, also hier auf die Post gegebener anonymer Brief zugegangen, den ich seinem ganzen Inhalt nach durch diese Blätter veröffentlichen lassen würde, um dem hiesigen achtbaren Publiko selbst das Urtheil darüber anheim- zuftellen, ob die Dummheit oder die Niederträchtigkeit des Schreibers größer sei, wenn dies nicht die Geduld der Leser über die Gebühr in Anspruch nehmen hieße. Es handelt sich nämlich um nichts Geringeres, als um eine gegen mich gerichtete Verschwörung, wenn ich nicht während der Faschingszeit die früher hier üblich gewesenen Maskenzüge und Tanzvergnügungen gestatten würde. Dumm hat sich hiernach der Schreiber dadurch eiwiesen, daß er während der Zeit meines hiesigen Aufenthalts noch nicht die Uebcrzeugung gewonnen hat, daß ich mich durch solche alberne Drohungen nicht einschüchtern und von meiner Pflicht und von dem, was ich für Recht erkannt habe, abwendig machen lassen werde; niederträchtig aber dadurch, daß er, und noch dazu unter dem Schleyer der Anonymität, den ein rechtlicher Mann nie benutzt, eine große Anzahl hiesiger junger Leute beschuldigt, daß sie, wenn sie an dem Fröhnen einer Sinneslust behindert würden, das Leben eines Menschen gefährden könnten. Nur die Rücksicht, die ich dem - glücklicherweise der Mehrzahl nach — achtbaren Theil des hiesigen Publikums schuldig bin, und der Wunsch, diesen nicht in seinen unschuldigen Vergnügungen durch die Bosheit eines frechen Buben stören zu lassen, hat mich abhalten können, diesem Buben zu beweisen, daß ich mich durch solche alherne Drohungen nicht einschüchtern lasse, vielmehr wird es bei den von mir in Vereinbarung mit dem hiesigen Oberamte, bereits vor geraumer Zeit crtheilten Genehmigung zur Abhaltung von Maskenbälleu und Tanzvergnügen sein Bewenden behalten. Wenn nun auch die dafür gestellten Bedingungen den Wünschen jenes Anonymus nicht vollständig entsprechen werden, so sehe ich doch dem Aschermittwoch sehr ruhig entgegen. Sollte einer der Mitwisser um jenen Brief - und deren gibt es gewiß — in richtiger Würdigung des durch die Absendung desselben ausgeführten Bubenstücks und nack gewonnener besserer Ueberzeugung sich für verpflichtet halten, mir den Schreiber desselben so nachzuweisen, daß ich diesen zur Untersuchung ziehen kann, so sichere ich demselben nicht allein Verschweigung seines Namens, sondern auch, falls er es wünschen sollte eine Belohnung von fünf Thalern zu. Der Variöte-Truppe Lechner, aus deren Inserat in heutiger Nummer wir verweisen, stehen von hier und den Orten, wo dieselbe in letzter Zeit gastierte, die empfehlendsten Referenzen zur Seite. Wir machen unsere Leser auf das Inserat besonders aufmerksam. Gelegenheit macht Verwegenheit. Der Rechtsstreit der Stadtgemeinde mit Herrn Waisenrichter a. D. Weber hier kommt in der nächsten Zeit vor dem hiesigen Landgericht zum Austrag, wie Herr 1. Bürgermeister Hermann in der Ausschußsitzung auf die Anfrage Geck's mittheilte. Wenn das Ge richt die Auffassung des Sachverständigen, eines auswärtigen Waisenrichters, theilt, so würde die Stadtgemeinde den Prozeß verlieren. Denn dieser Experte behauptete, die Berechnung von 1 bis 3 pCt. sei unter dieser Zunft eine übliche und der Zweck werde durch die Moral geheiligt, daß man, weil an den vielen kleinen Fällen nicht sehr viel verdient wird, kräftig rechnen und zugreifen müsse, wenn einmal ein fetter Brocken in den Trieb kommt. In unserem Falle handelt es sich bekanntlich um das Zugreifen auf Kosten eines Fonds, der zur Unterstützung von armen Waisen bestimmt ist. Aus der Stimmung des Bürger- ausschuffes konnte die Stadtbehörde erkennen, daß sie sich mit einem nachtheiligen Urtheil erster Instanz nicht zufriedengeben soll. Arbeiter-Vertretung- Die Ergänzungswahl dreier Vertreter für den Arbeitsnachweis aus der Arbeiterschaft fand am Montag zwischen 12 und 1 Uhr statt. Es erschienen 137 Wähler und gaben folgende Stimmen ab: Pius Bensinger Schreiner 137 Ehrhard Aigeldinger, Kupferschmied 136' Wilhelm Pfrängle, Mälzer 136. Der Vorschlag der Gewerkschaften ging somit ohne Widerspruch glatt durch. Aus der Freiwilligen Feuerwehr. Die langjährigen Obleute der Steigmannschaft Emil Merke und Karl P f i tz m a y e r, welche bei der letzten statutengemäßen Erneuerungswahl nur schwer sich bewegen ließen, wieder das Amt anzunehmen, legten kürzlich aus Gesundheitsrücksichten ihre Führerstellen nieder. Am Dienstag trat die Abtheilung zur Nachwahl in der Brauerei Tritschler zusammen. Es erschienen 39 Kameraden aus der Steigmannschaft, welche mit der an Einmüthigkeit grenzenden Stimmenzahl von 34 den Schreinermeister Xaver Mandel zum Obmann, und den Blechnermeister I o s e f H u s ch l e zum Stellvertreter ernannten. Die Gewählten nahmen die ehrenvolle Ernennung an und versprachen, den Steigern gute Vorsteiger und Instruktoren zu sein. Die Zusage wurde jedesmal von einem kräftigen Tusch der Stadtmusik begleitet, welche zufällig anwesend war. Sie kam von einer feierlichen Serenade, welche dem Nestor des Feuerwehrkorps, dem 80jährigen Kameraden Karl Burgert, am Vorabend seines Geburtstages gebracht wurde und woran sich auch der Gesangverein „Germania" betheiligt hatte Wenn die neuen Obleute der Steigmannschaft so lange bei der Leiter aushalten, wie der alte Burgert, der schon 1847 dm Brand des Karlsruher Hoftheaters mitmachte, dann werden sie vom Steigen und Löschen viel erzählen können. Die Landwirthschaftliche Akademie zu Offenburg schloß am Donnerstag ihren 33sten Unterrichtskurs. In diesem letzten Drittel des 19. Jahihundeits waren 644 Studenten der Agrikultur an der Hochschule eingeschrieben, also im Jahre durchschnittlich 19 Schüler. In diesem Winter besuchten 28 Studenten (8 weniger als im vorigen Jahre) den Unterricht: 12 aus dem Offenburger, 12 aus dem Lahrer, 2 aus dem Kehler und 2 aus dem Wolfacher Amtsbezirk. Keiner stammt aus der Stadt Osfenburg. Von den Schülern wohnten nur 9 in Offenburg, die andern kehrten täglich zu den Estern nach Hause. Die vielen Erkrankungen werden auf diese Reisestrapazen zurückgeführt. Im Lehrpersonal trat eine Veränderung ein; für den im August verzogenen zweiten Landw. Lehrer Könzel wurde Herr S. Hornung aus Ulm a. d. D. eingestellt, der in Hohenheim und Bonn seine Studien machte. Das Alter der 21 Schüler des ersten Kurses war etwas nieder, sagt der Bericht ; das 15. Lebensjahr soll zurückgelegt sein. Die Bibliothek erhielt neue Zuwendungen; aus den Mitteln der Metzgerst iftun g wurden 15 Mark zur Anschaffung von Prämien und Andenken bewilligt; jeder Schüler erhält einen Obstbaum aus Rechnung der Staatskasse und vom Sonderausschuß ein Buch zum Andenken. Wöchentlich wurden 69 Unterrichtsstunden gegeben: Deutsche Sprache, Rechnen, Geometrie, Geographie, Gesang; dann als Hauptfächer: Landwirthschaflslehre, Pflanzenbaulehre, Thierzucht, Landw. Betrieb, Thierarznei, Bienenzucht, Obstbau. Das Lehrpersonal bildeten: H. Magen au, Großh. Oekonomierath und Vorstand der Winterschule. S. Hornung, Landwirthschaftslehrer. F. Merkle, Großh. Bezirksthierarzt, B. Finner, Reallehrer. P. Martin, Hauptlehrer. I. Wohl- fart, Hauptlehrer. N. Herp, Kreisbanmwart. Schnldienerin: Magdalena Obermüller. Der Beginn des ^nächsten Studienjahres ist auf Montag den 5. November 1900 festgesetzt. Auskunft ertheilt Herr Oekonomierath Mageuau dahier. Der Besuch einer landwirthschaftlichen Winter'chule durch die Söhne der Bauern hat eine kulturhebende Wirkung, wie der badische Landtagsabgeordnete Burkhard, der einzige Bauernbündler in der zweiten Kammer, am Freitag mit einigem Unbehagen anerkannte. Er sagte: „Wenn unsere Buben vom Besuch der landwirthschaftlichen Schule aus der Stadt komme», dann haben sie ganz andere Bedürfnisse sich angeeignet. Ich habe dies auch an mir erfahren, seit ich hier in Karlsruhe bin." Briefkasten des alten Offeburger. Alter Bohnenburger hier. Sie schreiben uns: »In dem Jahresbericht der Landwirthschaftlichen Kreiswinterschule Offen bürg ist eine Neuerung eingeführt, die uns alten Offenburgern und allen Süddeutschen als unnöthig erscheint: Der gute alte Samstag ist abgeschafft und für ihn der dumme norddeutsche Sonnabend eingeführt, wie sich aus dem Stundenplan des Jahresberichtes auf Seite 18 ergibt. Was liegt denn für ein Grund vor, unsere alte Wochentage- Nomenklatur so zu verseuchen? ' Wir haben uns von der Richtigkeit dieser Behauptung überzeugt. Der gute Samstag oder Samschdig existirt in der Ortenauer Landwirthschaft nicht mehr; dafür haben wir es mit dem ostpreußischen und sächsischen Junker-Sonnabend zu thun. Wenn nun unsere Studenten von der akademischen Mischtologie nach Hause kommen, nach dem Ried oder Gebirg, so werden sie über Ostern dem Vater und der Mutter Bäuerin, der Kuhmagd und dem Knecht die neueste wissenschaftliche Errungenschaft doziren, die den Samstag abschafft, ihn nicht mehr als einen Tag gelten läßt, sondern zum Abend degradirt. Am Samstag früh, wenn die Bewohner des Bauernhofes aufstehen, beginnt der Abend und, um die Sache ganz modern zu machen, müssen sie sich beim Essen aus der kommunalen Schüssel gegenseitig „Mahlzeit" zurufen. Wir glauben nicht, daß dieser Sonnabend mit dem Personalwechsel in der Schule zusammenhängt. Uebrigens heißt der Februar im badischen Volksmund immer noch der Hornung. Mit derselben Hartnäckigkeit wird man immer noch mit Hebel sagen: „Der Samschdig hert znem Sunndig g'sait." Verschiedene Frager hier. Von der ersten Rate für den hiesigen Bahnhofumbau im Betrag von 2 Millionen sind 1898/99 erst 134,586 Mark 26 Pfg. ausgegebcn worden und zwar für Geländeerwerbung. Der Uebertrag von 1,8 Millionen ist zur Fortsetzung des Grundstückankaufs ins nächste Budget übertragen. Nach der Zähringerstraße und dem Krummer. Die zirkulirende Petition ist gegenstandslos geworden. Wie Sie sehen, brennt an der Villa Max Wenk eine Nachtlaterne des städtischen Gaswerkes. Auf das Ansuchen des Ausschußmitgliedes Geck in der Sitzung hat sich der Respizient des Gaswerkes zur geeigneten Stunde von der Nothwendigkeit einer besseren nächtlichen Lichtversorgung dort draußen überzeugt. Nun erfolgte dankenswerthe Abhilfe. Nach der Kesselgasse. Im Bürgerausschuß legte der Schreiber dieser Zeilen ein kräftiges Wort für die Verschönerung der so stiefmütterlich behandelten Kesselgasse ein. Der erste Bürgermeister bemerkte bei diesem Anlaß, daß auch die Stadtgemeinde schon bei der Regierung vorstellig wurde, damit die abscheuliche Gymnasiumsmauer entfernt werde. Die Regierung zage immer noch wegen der Kosten für ein anständiges Geländer. Die Stadtgemeinde sei nicht abgeneigt, einen Beitrag zu den Kosten zu leisten. Wir werden nochcinmal in der badischen Kammer an die Niederlegung der alten Mauer erinnern, die vor zwei Jahren schon dem Herrn Staatsminister als keine luxuriöse Arbeit erschien. Nach Gengenbach. Außer dem Steinkohlen-Bergwerk Berg- Haupten-Hagenbach werden gegenwärtig im badischen Lande nur noch folgende Bergwerke (für Zinkerz-Gewinnung) betrieben: S ch a u i n s - land (Kappel und Hofsgrund), Hesselzeche bei Wiesloch und Neurott bei Nußloch. Seit 1891 wurden 8 andere Bergwerke (Blei-, Zink-, Silber- und Manganerze) mit nur kurzer ('/?- bis Ijähriger) Dauer betrieben. Das Steinkohlenbergwerk Berghaupten (Diersburg, Nieder- und Oberschopfheim) führt den Namen „Hilda", umfaßt eine Feldgröße von etwa 1'/« Million Quadratmetern und gehört der Firma E. Ring- w a ld seit 1898. Unter den erfolgten Verleihungen des Bergwerkseigenthums ist pro 1895 im Amtsbezirk Offenburg noch das Montanwerk Notton in Nordrach (Direktion Emil Notton in Köln a. Rh.) mit etwa 2 Millionen Quadratmetern Feldgröße für Ausbeutung von Silbererzen verzeichnet. Kirchenbuchs-Auszüge der katholischen Pfarrgemeinde Offenburg von den Monaten April u. Mai 1850 Geboren: Den 3. April. Franziska Karolina; Vater: der hiesige Bürger und Bäcker Alexander Burg. Den 8. - Anna Maria, nothgetanft; Vater: der hiesige Bürger und Ackersmann Josef Link. Den 13. — Karl Ignaz; Vater: der hiesige Bürger und Buchbinder August Stöhr. Den 19. — Georg; Vater: der hiesige Bürger und Kutscher Moritz Neusch. Den 20. — August; Mutter: Magdalena Seebacher von hier. Den 24. — Elisabeth Joseph«; Vater: der hiesige Bürger und Landwirth Joseph Hahn. Den 27. — Karl Anton; Vater: der hiesige Bürger und Gemeinderath Alexander Gottwald. Den 28. — Karl Fidel; Vater: der hiesige Bürger und Taglöhner Fidel Schwend. Den 3. Mai. Maria Anna; Vater: der hiesige Bürger und Taglöhner Augustin Hug. Den 9. — N. N-, todtgeboren; Vater: der hiesige Bürger nnd Bote Martin Mantel. Den 11. — Karl Franz; Vater: der hiesige Bürger und Spanner Karl Maier. Getraut: Den 25. April. Der ledige hiesige Bürger und Zimmer-Geselle Felix Lany von Nordrach mit Franziska Hurst, Wittwc des verstorbenen hiesigen Bürgers und Hutmachers Johann Nepomuk Stöhr. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelisch Protestant. Gemeinde zu Offenburg vom Februar bis Juni 1850. Geboren: Den 16. Februar. Karl; Eltern: Friedrich Braun, Bürger und Buchhändler dahier und dessen Ehefrau Albertine gehorene Münch. Den 12.März. WilhelmineKaroline; Eltern: Johannes Würz, Bürger in Mühlburg und Eisenbahnkonducteur dahier, und dessen Ehefrau Christina Regina geborene Engelhardt. Den 2. April. Friedrich; Eltern: Johann Friedri ch Koch, Bürger in Schönau und Steueraufsther dahier, und dessen Ehefrau Maria geborene Fischer. Den 12. Juni. Anna Maria; Eltern: Eduard Bruner, Bürger in Zürich und Bergwerks-Kassier dahier, und dessen Ehefrau Louise geborene Strobel. Den 28. Juni. Karoline Hermine; Eltern: Eduard Bischofs, Bürger und Drehermeister in Offenburg, und dessen Ehefrau Karoline geborene Walter. Uebernahme Sonntag Goncerl Mühschoppm Concert emladet Emil Lchaible für bevorstehende Bedarfszeit 290 empfehlen wir: Weiss und cr§me Vorhang-stoffe Farbig- bestickte Vorhang-stoffe Abg-epasste Spachtel-Rouleaux'“ m?" Rouleaux- und Marquisenstoffe Läuferstoffe, Teppiche, Linoleum. Alles in unerreichter Auswahl, durch frühzeitige Abschlüsse zu alten, billigen Preisen. Offenburg. Hauser levl. GOTTH. RIEHLE, OFFENBURG Schlosserei und mech. Dral)tflecl)terei, Goldgasse 19 . Drahtgeflechte, Stacheldraht, eiserne Zaunpfoften 276.15.4 und Heftklammern billigst. Einfriedigungen aus Drahtgeflechte und Eisen billigst. WM" Preisliste franco. 'ME Aame Wer (1. Klasse 50, 2. Klasse 40 Pf.) über die Winterszeit werden in Kabinetten i Dampfheiznng verabreicht an Wochentagen: in der Zeit von 7 llhr früh di; 7 llhr Hbds. Sonntagen: von 7 bis 12 llhr Morgen; in der 159.16. Badeanstalt Ries. - Gasthaus zum Anker. - ■ Samstag den 31« März und Sonntag den 1. April Grosse humoristische Conccrtc der hier beliebt und berühmt gewordenen Concert-Gesellschaft MT F. Lechner. "MW Possen, welche aufgeführt werden: Theatralische Studien, Wie man böse Weiber kurirt, Ei» schwäbischer Bräutigam. Die 3 Zimmerherren je. Anfang: Samstag 8 Uhr; Eintritt frei! „ Sonntag 3 und 8 Uhr; Eintritt 15 Pf. Es laden höflichst ein ' 298 franz Lechner. _ €mil Aurslhorn. Vorschußverein Offenburg eingetragene Geno stenststaft mit nnvesÄzränKter Haftpsticht. Gegründet im Jahre 1863. Laut Beschluß des Aufsichtsraths vom 2. März d. I. findet die ordentliche Generalversammlung am Montag den 8 April 1880, Abends 8 Uhr, im Saale des Gasthauses zu den „Drei Königen" (Herrn Carl Pfitzmayer) hier statt, wozu wir unsere verehrlichen Mitglieder mit der Bitte um recht zahlreiches Erscheinen einladen. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht pro 1899. 2. Bericht des Aufsichtsrathes über den Befund der abgelegten Rechnung und Entlastung des Vorstandes. 3. Vorschlag zur Vertheilung des Reingewinns. 4. Entgegennahme von Wünschen und Beschwerden der Mitglieder. NB. Die Rechnung liegt im Vereinslokale zur Einsicht offen. Offenburg, den 31. März 1900. Der Huf$id)t$rati) des Vorsdjussvereins Offenburg eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. 294 Ferd. Hanger, Vorsitzender._ Mänmrgrsangvkrnn „Naömia," Kffmburg. Samstag, den 31. März 1800, Abends 8 Uhr, findet im Vereinslokal (zur Zauberflöte) die statutengemäße 303 Generalversammlung statt, wozu die Vereinsmitglieder, mit der Bitte, um zahlreiches Erscheinen, freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand. Den Empfang der --ModeUHüte-- sowie sämmtlicher Saison-Neuheiten zeigt ergebenst an L. Kuch, Steinstraße 20. Garnirte Damen-, Mädchen- und Kinder-Hüte halte stets in größter Auswahl von den billigsten bis zu den feinsten vorräthig. 302 Grs^te Neuheit! Flüssiges Silber D. R. P. A. Gar mancher Hausfrau bereitete es den größten Kummer, daß Ihr Stolz, das Silbergeschirr und die weißplattirten Metallgegenstände, so schwer glänzend und sauber gehalten werden konnte. Da erschien zur rechten Zeit etwas neues auf dem Markte und diese Neuheit ist das flüssige Silber. Vortheile gegen alles andere an Putzmittel sind: bei jedesmaligem Putzen bildet sich ein garantirt ächter Silber-Niederschlag. Die Oberfläche des Silbers bleibt glatt; der durch die Behandlung mit flüssigem Silber erzeugte Glanz ist ein hoher, wie ihn kein anderes Putzmittel erzeugt. — Gegenstände werden bei mir zur Probe geputzt. Das Reinigen durch dieses Mittel ist das denkbar leichteste. Flasche Mark 1.80 empfiehlt der Allein-Verkauf für Offenburgr W. A. Schultheis; in Offenburg. Niederlage bei Hrn. Jos. Schaible, Goldschmied in Offenburg. 304 [••• Für onsirmanöen und ommunicanten empfehle: Silberne Tafelbestecke Silberne Dessertbestecke Silberne Tafellöffel Silberne Serviettenringe Silberne Becher Silberne Bleistifte Silberne Medaillons Silberne Petschafte Silberne Berloques Silberne Armbänder Silberne Ketten Silberne Brochen Silberne Uhren. Josef Schaible Goldschmied irr Gfserrvrrvg. Maifeier Hffenburg. Wegen Einübung- von Mämrerchören sind Alle, die sich daran zu betheiligen wünschen, auf tilittwod), den 4. April zur Brauerei fllundinger eingeladen. Der Dirigent. gaknMol. Großes, Helles Ladenlokal mit 2—5 Zimmern, Küche, Keller, 2 Magazinen u. s. w. ist auf 1. April zu vermiethen. 214.0.9 Näheres bei Architekt SteiMVarz, vis-ä-vis dem Bahnhof. Nur heute. Auf dem Lindenplatze (geheizt): Miß Kledtslex von Heinsheim, Mitglied verschiedener Kunstakademien. Jntereffanter Vortrag für Jedermann. Thema: Sie freien Künste im 20. sahr- hundert mit Erläuterungen. Eigene Musik. - Ansichtskarten gratis. Anfang 4 Uhr. Freier Eintritt und freie Diskussion. Die Mdrudterei von Adolf Geck Offcnburg, Kesselstraße empfiehlt Begleitadreffen, Brodtaxen Etiquetten Frachtbriefe, Fremdenzettel Miethverträge Plakate O.uittnngen, Rechnungen usw. usw. * Ä Ä UllLtigt. s S Einem verehrt, hiesigen und auswärtigen Publikum gestatte ich mir die Mittheilung zu machen, daß ich das Gasthaus zum Zähringer Hsf in Betrieb genommen und die Eröffnung Samstag 31. März Abends mit Freiconceit stattfinden wird. Feinstes Riegelev Expvvtbiev, hell und dunkel. lReingef)aitenc Kleine in allen Preislagen. - Gute Küche, unter Leitung eines tüchtigen Kochs- Stets hausgemachte Wurstwaaren. Es wird mein Bestreben sein, den Wünschen meiner werthen Gäste nach allen Richtungen gerecht zu werden und empfehle ich mich hochachtungsvoll! AI. Bauer. Offenburg, 30. März 1900. % 0 Aahnateliev August (Blatt, Dentist f§ Offenburg, Hauptstraße 48, bei der evangelischen Kirche. 65 . 0.22 X* X'XX’X* X' X XX^ *ir- »Jr *Jr »Jr .Jr .Jr | Geschäfts-Eröffnung und Empfehlung! ujf Einem verehelichen Publikum von hier und Umgebung mache M ich die Anzeige, das ich in meinem väterlichen Hause H 48 Kangestraße 48 f Ecke der Keffelstraste und Langestratze em Schuhmaavenlagev d mit Maaß- und Reparaturwerkstätte errichtet habe. Es wird mein eifriges Bestreben sein, meine werthe Kund- d schaft durch reelle Waare, prompte und solide Arbeit, bei mäßigem g/ Preise zufrieden zu stellen und sehe einem geneigten Zuspruch d Kerne entgegen. ^ Hochachtungsvollst H sei Heinrich Singler. ^ ^ i Für Communicanten und Confirmanden empfehle: Goldene Ringe Goldene Manschettenknöpfe Goldene Borstecknadeln » > Goldene Brustknöpfe Goldene Ketten Goldene Medaillons Goldene Garnituren Goldene Brochen Goldene Ohrringe Goldene Kreuze Goldene Kalsrettchen Goldene Uhren. 305 loset Schaible Goldschmied in Gffenburg. Hierzu eine Beilage. Danksagung. Anläßlich des Wegzuges von unserer Wirthschaft „Glaserstraße 3, Michelhalle" sprechen wir dem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum, welches uns während unserer Thätigkeit mit seinem werthen Besuche beehrte, den verbindlichsten Dank aus. Gleichzeitig erlauben wir uns die höfliche Bitte, das uns bewiesene Wohlwollen auch auf unfern Nachfolger Herrn Emil Schaible von hier übertragen zu wollen, und zeichnen hochachtungsvollst Mich. Armbruster und Familie. Osfenburg, den 30. März 1900. Enri-sehlung. Höflichst bezugnehmend aus vorstehende Danksagung der Familie Mich. Armbruster erlaube ich mir, einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem 1. April dieses Jahres den Betrieb der Wirthschastslokalitäten Glaserstr. Z. Mchelhalle, Cafe u. Restaurant der Brauerei vormals M. Armbruster u. Cie., Actiengesellschaft in Offenburg, übemehmen werde. Ich werde nach Kräften bestrebt sein, durch Verabfolgung von I». Ja. Exportbier der Brauerei Armbruster, durch Ausschank von vorzüglichen, reinen Weinen und Verabreichung guter Speisen, bei reeller Bedienung, den Ansprüchen der werthen Gäste vollauf gerecht zu werden und möchte das verehrliche Publikum hiermit zum recht zahl- reichen Besuche -ml-dm. Hoch-chtungsv-llst Emil Schaible. Osfenburg, den 30. März 1900. 297 M Wegen Geschäftsaufgabe vollständiger Ausverkauf sämmtlicher Hüte und Mützen für Herren, Knaben und Kinder: 265.2.1 Seidenhüte, Hutstore, i Cachenez, Chapeaux claques, ! Eravatten, j Jagdwesten und feine Filzhüte, ! Handschuhe, i „ -Strümpfe, Wollhüte, | Hosenträger, i Jacken, Joppen und Stäfcle Meitsnachweis-Anstalt Offenbarer. Rathhaus Zimmer Nr. 3. Wir ersuchen um gefällige Angabe von kleineren Miethwohnungen auch j Schlafstellen. 289.2.2 ! Offenburg, 22. März 1900. Die Verwaltung. Adam. Strohhüte, Sports-, Haus- und Arbeitsmützen. Jos. B seid. Foulards, j Knöpfe, „ Kopftücher, : Militär- und ächte „ Schürzen. Hirschhornknöpse. hohler Wwe., 80 Hauptstraße 80. 2 Zimmer, Küche und Zubehör, per 1. April zu vermiethen. 292.0.2 Näheres beim Verlag des „Alten Offb." Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Geck in Offenburg.