vr alt Offeburger. Belletristische und humoristische Chronik der Kreishauptstadt Gffenburg. Rr. 45S. Ausgabe vom 1. Mürz 1SV8. Preis 10 Pf. * D^r alt Offeburger. DAM. Bürger! Fascht hält i gsait, Narre, wenn mr nitt wißdig. wiä Witt hinde im Kopf eim dißjohr d' Fasent leit. In Berlin henn si tun: e Finanzminischter gfunde un z' Bohneburg suecht mr noch de Finanze un kan keim finde. Mir were awer eneweg für e paar Grosche üwerzwerich an dere dreckige Fasent un segle unter em Barreblee durch unseri Schtroße, wo Hunnig fliäßt. Zue so eme (brzeihe mr denne saftige Ußdruck) — zue so eine Sauwetter baßt unser bohneburger Nazionalhymni vum Prinz Karneval: Hörig, hörig, hörig isch die Sau. Waß deß Thema anbetrifft, bekumm ich ewe, wo ich minni Feder ußbutz, en ingloffes Schriewes zuegschueschdert, wo ich an dere hervorragende Schtell annagle will. Es luddet: Liäwer Alter! Heil, heil, dreimcil heil. Dem Schwein und seinem Hinterteil! Les extremes se touchent (die Extreme schtoße ennnder)! deß französisch Schprüchli baßt nff's Borschtediär. Denn einersitts lobt mr e gsalzes Rippli odder e Schwieneknöchli odder e fiener Schwienebrote üwer dr Schellekenig, andersitts brhonigclt mr deß nützlig Vieh in dr schofelschte Art. Sau un Saukerl heißt nir d' Litt nur, wenn eim kei wüeschterer Schimpfnannne infallt. Awer so sinn halt d' Mensche, e undankbars Chor. Des arm vrschimpfiärt Diärli mneß hitt, am Fas- nachtsmmdig, sogar si Ramme hergeen, wenn 's Offeburger Krottewar m alle Gasse brüellt: „Hörig, hörig, hörig isch die San!" Ich awer mecht grad hitt, wo alles vrruckt isch, em hochlvblige Schtadtrat e ernschthafder profitliger Vorschlag mache, odder, besser gsait, de hiäsige Rotsherre e ganz gscheiti Idee von de Karls- rueher Schtadtrat vor d' Ras hcwe. Sitter e paar Woche mäschte nämmlig d' Tchtadtvätter in dr badische Residenz, natürlig will i sage im KarlSrueher SchlaghuS, dn- schur e paar Dutzed Sau. Ilff em Sannuirik were Ferkili kauft un jnit de Abfall im Schlaghus un mit Sclibuelzig vun Privatlitt wäre st gmaschtet, nachher gmetzget un pfundwies billig vrkauft. D' Litt heim billig Schwienes, un d' Schtadt vrdiänt e Heidegeld an denne ararische San. Storni mr deß de gscheite Residenzler nitt abschpicke, ihr Bohneburger Rotsherre? Euer Theres' mit viär Bnewe, wo gern billigs Schwienes esse däte. Also. Bürger, jetzt wissener, waß d' Offeburiger Buewe- Müeter vum Schtadtrat an dr Fasent begehre: e schtädtischi Schwienerippli-Fawrik. Mir were knnseguenterwies an noch im Schpitalkeller Suurkrutt-Schtande uffschtelle un unseri Schtockfeld-Aecker als Kruttfelder anlege. Biß mr Widder Fasent fiere, kann seller Neurot ferdig sien. Herrschaft, waß gitt euch deß e schmutziger Dunnerschdig üwer's Johr! Mit schtädtischem Schpeck were d' Bieräschnitz gschmelzt un 's Suurkrutt uß dr Schpitalkellerschtand mit Klevner angmacht. Do wurd nienglangt mit em Heuliächer un träumt, Offe- burg lag jetzt im Schlaraffeland. Unseri Metzgerinnung wurd au nix drgege han, wenn d' Schtadt ihne 's Saumetzge abnimmt; dr Bloch un dr Geismar henn mr schu oft gsait, daß st am Schwienes gar nix vrdiäne. Im schtädtische Schlaghuus were schtädtischi Sau uß eigener Mascht mit elektrischem Betrieb vrwurschdelt. Selli Köchinne, wo am meischte Erdepfelbitz un Schbuelzig liefere, kriäge d' Vorwürschtli gradis. Wenn mr d' Saumascht im Große betriewe, kinne mr d' alt Sauwaid im Schtadtparik Widder herrichte. Noch- her mueß awer dr Entekarli im zwanzigschte Jahrhundert Widder e Nochfolger kriäge. Um Koschte z' erschpare, kinndig dr Armekundrollör im Newevrdiänscht bie dr schtädtische Saumetz-Reschie ußhelfe. Er kummt in d' Hüser, wo d' Litt Hunger liede, un kann em Armerat vrzehle, wo mr mit ere Bluetwurscht, mit eme Sauwedili odder Schnürrli am nödigschte ußhelfe kann. Jetzt schtell ich dr Antrag, daß dr Lingiärer Hauge- Sepp uff dr Schtadtmuur jedesmol zue siem Geburtsdaz am SS. .Hornung vun dr Schtadt e Leiter Rippli gschenkk kriägt zuer Graddelatsjon Wiel 'r viärmol so alt wurd, als sinnt Mitbohneburger. Prosit Sepperl! D' Beef. m III, '< MT 's isch halwer achdi owends un ich hock gege alles Herkummes muederseele-ellein do, un weiß nir mit mr an- zfange, d' Summersogge sinn angschtrickt, Liächtmeß hetts's Schpinnevrgeß predigt, mich uffruhnn, was uff guet ditsch ins Bett leie heißt, kan i um diä Zitt no nit, sunscht mueß i mi durich e halb Dutzed Draim durichschwitze. Jetzt bliebt mr nix anders üwerig, atz 's Babbeltalent in Anwendung z'bringe, d'Karfriddigraffel vor dr Fasent schun in Funktion trette z' löste. Wurum mi dr Andrees hitt owe im Schtich gloste hett? Er isch wiädig, wiä e durichgweichder Lehrbue, zuem Hisli nutzgschdirmt. Geschdert nacht sait 'r in dr zärtligschde Tonart zue mr: „Veefli," hett 'r gsait, „koch mr doch morige au widderemol Biereschnitz un Knepfli." Ich als liäwendi Gaddin, dere 's Häuptlings Wunsch immer un zue alle Zidde 's hegscht Heiligdumm isch, fei hitt gli no dr Dagmetz, trotz em Schnadde im rechde Dume, wo i geschdert am Meerreddigriewe vrwischt Hab, dr Knepfli- daig mit allem Forß in dr Schisse! rum, daß 'r Bloodere ziägt, so groß wiä Schnellkugle, schtell bizitte d' Biereschnitz zuem Koche anni un denk: wo jetz alles so scheen in Reih un Glied isch, kannsch noch e Wieli zue 's Kutzedraihers Schossefien in d' Weddi hinten gehn, daß de erfahrsch, wiä's uff em Schmutzige zuegange isch. Länger aß anderthalwe Schtund het dr Bricht uff Ehr un Seligkeit nitt durt; wo ich awer gege unser Hisli zruck- kumm, welzt sich e Gwalm zuem Kuchikrizschtock ruß, dicker aß e Novembernewel un e Gschtank schtiegt mr in d' Nas, aß wiä d' lewendig Bäscht. Dr Bode vun dr Kaßroll ('s einzig Erbschtick vun dr Baas selig) leit mit saut de Biereschnitz im Fiehr — un braschelt un duen hett's, aß wenn alli Sinde vun Sodomm un Gomorah drinn schmordige. WiäeDeifili isch dann un wann so e vrbrenndr Biereschnitz uß em Herdloch in d' Heh nuffgschnellt. Daß i e gnet's Wieli vollschtändig fassungslos vor dem Unglick gschtande bin, hett mi bluetwennig gnutzt, Littli. — Dirri Zwetschge henn d' Biereschnitz ersetze solle, was awer dt Andrees z' Middag biem Esse mit ere unheilvrkindende Harmonika- Schtirn fir e ganz niederdrächtiger Ersatz erklärt hett. Sodili, Littli, jetz kennen 'r dr Grund, vun miem Einsiedlerlewe hitt owe. „'s Mul," hett dr Alt gsait, „kannsch vun mir uß jederzitt vrbrenne, deß isch nitt um- z'bringe, awer d' Biereschnitz, wo i mi e Nacht un e halwer Dag lang keniglig druff gfrait Hab, in Brand uffgehn z' loste, deß isch einfach unvrzeihlig. Wenn numme dr Andrees bi so Vorkummnisse nit vrgeste woddig, daß es niäneds glatt abgeht. Awer 's isch halt e Mannsbild, e Selbschtling, wiä si alli ohni Ußnahm sinn, diä Sackerdieh vum schtarikeGschlächt. Wo i hitt Nochmiddag mit miem Biereschnitzkummer im Herze d' Schdadt na lauf, riäft mr d' Frau Werner un vrzehlt mr zue miem Droscht, daß ihrer au nitt in ganz feiledder Schdimmung sei. „Denke numme, Beef", sait si zue mr, „geschdert legt mien Mann sien scheens neis Belzkrägli an, wo er Abbewier zue uff d' Jagd gfahre isch. Kum drunde ussem Zug gschdiege, merikt 'r. daß em 's Krägli fehlt; des isch als blinder Bassaschiär Biehl zuegutschiärt un isch uff e delegraphischi Nochfrog mit em nägschde Zug wohlbhalde als Redurschees Widder in Abbewier ankumme. „Mi Herr Werner" fahrt si Frau im Brzehle widderscht furt, „fahrt owends bebelzkrügelt Widder heimeszue. DrSaxe- Sepp, wo sich zuem gsellt hett mit em Fasnachtsparreim Schädel, nimmt 's vrhängnißvoll Krägli heimligerwies eweg under sien Hawelok un geht schbaßwies mit heimeszue. Wo awer dr Werner am Bahnhof z' Offeburig dr Vrluscht uffs nei inne wurd, telegrafiärt 'r. usser sich iwer sien Malehr, em ab- gfahrene Zug uff Freiburg nuff ums vrschwunde Kleinod no — un wo er d' unginschdig Antwort vun dert kriägt: Kain Belzkrägli ankumme — geht ’r drurig heim un frogt sie Frau: „Sag emol, bin ich jetzt hitt morige nit mit em Belzkrägli furt?" Was d' Gaddin zue siem Schrecke kun- schdadiärt hett. Am nägschde Morige erschient dr Sepp, anduen mit em Korbus Delikdi un kauft sich e Sigahr. Dr Herr Werner frogt glich, ob dr Sepp sich nit erinnere kindig, daß er, dr Werner, e Belzkrage vun Abbewier ruff anghett heb? „Ha doch", sait dr Sepp mit em Schalik im Nagge, „isch ne viellicht des, wo i do anhab?"- Wenn deß em Andrees bassiärt wär, do häddig i e Zittlang d' scheenschdi Däg ghett. Offenburger Allerlei. Aus dem Stadtrat. An Zimmermeister W. Hoferer wird für sein Angebot von 82 Mk. die Anfertigung der für Abhaltung der Weinversteigerung am 28. April im Bürgersaal notwendigen Einrichtung an Tischen rc. vergeben. Veranlaßt durch den im steten Wachsen begriffenen Strom verbrauch im städtischen Elektrizitätswerk beantragt die Direktion eine alsbaldige Verstärkung der Akkumulatorenbatterie. Zugleich wird auf die Notwendigkeit einer Erweiterung der Maschinenanlage hingewiesen, sofern die in einigen Nachbargemeinden vorhandene Neigung eines Anschlusses an das städische Elektrizitätswerk zur Tat werden sollte. Der Stadtrat wird zunächst das Resultat der schwebenden Verhandlungen abwarten und beschließt vorerst nur, an den Bürgerausschuß eine Vorlage, betreffend Verstärkung der vorhandenen Akkumulatorenbatterie, zu machen. Der Kostenaufwand ist auf 6900 Mk. veranschlagt. Zur Ausführung von Gehweg-Anlagen mit festem Belag in der Friedenstraße sowie in der Vorstadt im Laufe des Sommers sollen Kostenvoranschläge ausgearbeitet werden. Die in letzter Sitzung beschlossene Versetzung des Straßenwarts H. Lipps in den Ruhestand wird auf erhobene Vorstellungen des Betreffenden bis auf weiteres zurückgenommen. Ein Gesuch der hiesigen Wach- und Schließgesellschaft um Gewährung eines Beitrags für Ueberwachung der öffentlichen Plätze, der städt. Anlagen und Gebäude wird ablehnend beschieden. Der hiesige Verkehrsverein ersucht den Stadtrat, beim Bahnbauamt die beschleunigte Erstellung einer dritten Bahnbrücke zwischen Zellerstraße und Luisensteg dringend zu befürworten. Ferner weist der Verkehrsverein auf die Notwendigkeit hin, die Brücke sowie beide Rampen mit Pflasterung zu versehen, um der Staubentwicklung möglichst vorzubeugen. Dieser Eingabe schließt sich der Stadtrat durchaus an und wird geeigneten Orts in diesem Sinne bemüht sein. Zum Gesuch des Alois Meier um Errichtung einer Wirtschaft in der Gaswerkstraße kann die Mehrheit des Stadtrats ein Bedürfnis nicht anerkennen. Der Gehalt des zukünftigen Armenkontrolleurs soll in die Klasse der Kanzlei-Assistenten-Dotierung (Gehaltsbezug 1400—2400 Mk.) eingereiht werden. Laut vorliegendem Sommerfahrplan der Riedbahn trifft der erste von Altenheim morgens ankommende Zug bereits 0.16 Uhr hier ein. Im Interesse der zahlreichen Arbeiter, welche diesen Zug benützen, soll eine Späterverlegung desselben um eine halbe Stunde erstrebt werden. New-Offenburg ist wieder entdeckt! Wir wissen nun Genaueres über die gegenwärtige Bedeutung unserer Tochterstadt auf nordamerikanischem Boden, deren Gründung in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wir kürzlich in der Nummer 463 des „Alten Offeburger" erwähnt haben. Gerade ein Monat verging, seit wir an unsere Freunde in St. Louis durch jenen Artikel die Bitte richteten, uns etwas Historisches über das nicht zu ferne von ihnen erstandene, bei uns in Vergessenheit geratene Kind der Bohnaburgia zu verschaffen. Da griff Freund Joseph Nonn in St?Louis am 12. Februar zur Feder und schrieb uns: Lieber Alter! Deinem Wunsche, Näheres über New Offenburg zu vernehmen, kann ich Nachkommen. New Offenbnrg hat sich seine Selbständigkeit bewahrt; es liegt im südöstlichen Teil des Staates Missouri, St. Genevieve Countg (Bezirk), und ist von St. Louis etwa 50 englische Meilen entfernt. Die Stadt selbst, wie sie es zu nennen belieben, besteht nur aus wenigen Häusern: Kirche, Schulhaus, Postoffice rc.. dazu zählen die in der Ilmgegend zerstreut liegenden Farmen mit einer Einwohnerzahl, die kaum 250 übersteigen dürfte. Der Ort ist nicht, tvie man vermutet, mit St. Genevieve verbunden; letzteres ist ein kleines Städtchen von circa 2500 Einwohnern, am Mississippi gelegen und von New Offenburg 7—8 Meilen entfernt. In früheren Jahren scheint bei den Einwohnern die Absicht vorhanden gewesen zu sein, in dieser Gegend eine badische Ortenau zu gründen, das beweisen die Ansiedelungen Zell, Weingarten, die in der Nachbarschaft zu finden sind und deren Bewohner viele im alten Bater- lande bekannte Namen tragen. In New- Offenburg sollen früher angesiedelt gewesen sein: Grieshaber von Oberschopfheim, Hogenmüller von Hofweier, Karl, John Jsenmann. Erstere sind nach St. Genevieve verzogen, letzterer soll gestorben sein. In St. Genevieve finden sich die Namen: Bastler, Baumstark, Bühler, Burgert, Ernst, Hoffman», Jockerst, Ockenfust, Rehm, Ritter, Schweiß, Sexauer rc. Ich vermag jedoch nicht zu sagen, ob darunter Alt-Offenburger sich befinden. Die Bewohner dieses Settlements betreiben meistens Landwirtschaft und sollen im allgemeinen gut situiert sein. Der Weinbau ist nicht von Bedeutung und das Erträgnis kaum über den Bezirk bekannt. In neuerer Zeit wurde diese Gegend, deren Verkehr größtenteils durch Dampfschiffahrt vermittelt wurde, durch eine Eisenbahn mit St. Louis verbunden und es mag sein, daß in Zukunft die badisch-ortenauische Republik besser bekannt wird. Ob über die Gründung Neu-Offenburgs aktenmüßig etwas festgestellt werden kann, vermag ich z. Zt. nicht zu beurteilen und muß, da ich auf einige Monate zu verreisen habe, meine Nachforschungen auf eine spatere Zeit verlegen. Freund Nonn hat sich mit dieser dankenswerten Mitteilung schon sehr verdient gemacht für die Erforschung dieser kulturellen Siedelung die den Namen ihrer Mutter im fernen Westen zur Ehre bringen wollte. Die Nachforschungen nach dem ersten Spatenstich werden alle unsere Leser mit großem Interesse begrüßen. m . Zur Anstellung eines Armenkontrollenrs berichtet der offiziöse Rathauskorrespondent in seiner Mitteilung über die Sitzung des Stadtrates vom 21.Febr.: „Auf weitere Anregung des Armenrats beschließt der Stadtrat die Anstellung eines Armenkontrolleurs." Diese Ausfassung ist eine tatsächlich unrichtige. Die „Anregung" kam nicht aus dem Armenrat, sondern wurde diesem Kollegium wiederholt unterbreitet, zum erstenmal vor etwa 2 Jahren und am 6. Juni 1907. In dieser Sitzung wurde die Anstellung resp. die BedürsniSfrage verneint. Zur letzten Sitzung des Armenrats war nicht bekanntgegeben worden, daß die Erledigung dieser Frage auf der Tagesordnung stehe. Die Abstimmung ergab eine schwache und nur zufällige Mehrheit.Auf den Einwand eines Kommissionsmitgliedes, daß bei Ansetzung des Gegenstands aus die Tagesordnung die Abstimmung ein andres Resultat ergeben hätte, erklärte der Herr Vorsitzende ausdrücklich: diese Abstimmung sei keine bindende und wenn er sehe, daß kein sehr dringendes Bedürfnis für die Neuschaffung der Stellung bestehe, werde er den Antrag dem Stadtrat nicht vorlegen. Es mag darum manches Kommissionsmitglied etwas überrascht gewesen sein von der beschleunigten Behandlung der Angelegenheit im Stadtratskollegium. Ich betone nochmals, die Anregung kam nicht aus dem Armenrat, sondern i n denselben und das Abstimmungsergebnis war ein zufälliges. Lxtra muros mußte allerdings schon über die Angelegenheit bindend verhandelt worden sein, denn in der Armenratssitzung vom 6. Juni 1907 konnte ein Kommissionsmitglied schon den Namen des zukünftigen Armenkontrolleurs nennen, den gleichen Namen, der auch heute wieder für diese Stellung genannt wird. Die Neuschaffung dieses Amtes wird von der Stadt einen jährlichen Budgetposten von ungefähr 2000 bis 2400 Mk. verlangen, nebst allen Konsequenzen, Pensionen, Hinterbliebenenversicherung re. Also Vorsicht! -h. Die Volksschule will einen Teil der Kosten für die Kinderpflege selbst verdienen und veranstaltet daher ein Wohltätigkeitsfest wie im vorigen Jahre. Es haben sich aber so viele künstlerische Kräfte zur unentgeltlichen Mitwirkung erboten, daß man die Schüleraufführungen von den künstlerischen Aufführungen trennen muß. Das F e st wird deshalb in zwei Teile zerlegt. Am 14. März abends findet ein Konzert statt und am 15. nachmittags kommen die Schüler an die Reihe. Näheres wird später bekannt gemacht. Der Gar tenbauverein beschloß in seiner letzten Sitzung di« projektierte O b st - und Gemüseausstellung im Herbst hier abzuhalten. — Uebernächsten Donnerstag findet ein Gesellschastsabend in der Zauberflöte statt, bei welchem u. a. ein Vortrag des Herrn Jnspekt. Huber vorgesehen ist, an den sich Anfrage und Diskussion knüpfen soll. Der Verein beabsichtigt, eine» Apparat zum Spritzen der Bäume gegen Krankheiten anzuschaffen und denselben den Mitgliedern zur freien Verfügung zu stellen. Operetten-Zyklus. Direktor Hans Robert, der hier immer noch im besten Andenken stehende Leiter des Freudenstadter Kurtheaters, wird vom 6. März bis Palmsonntag eine Operettenserie von 12 Vorstellungen im Stadttheater in Szene gehen lassen. Das Repertoir enthält die beliebtesten Werke: „Fledermaus" und „Zigeunerbaron" von. Joh. Strauß, „Frühlingsluft" von Jos. Strauß, „Bettelstudent" und „Verwunschenes Schloß" von Millöcker, „Vogelhändler" u. „Obersteiger" von Zeller, „Die Puppe" von Andran, „MamzelleNitouche" von HervL und „Lustige Witwe" von Lehar. Die Vorstellungen finden mit Orchesterbegleitung statt. Ein darstellendes Personal von 30 Personen enthält erstklassige Kräfte. Die Kostüme stammen aus einer berühmten Kostümsabrik und repräsentieren einen hohen Kapitalwert. Auf das Gastspiel wird ein Abonnement eröffnet. Spieltage sind in Offenburg Mittwoch und Freitag. Seit vielen Jahren fanden hier keine guten Operettenvorstellungen mehr statt, darum werden die Gäste auch eine gute Aufnahme finden, besonders da es nun in der Nachfaschingszeit recht ruhig sein wird mit Veranstaltungen aller Art. In Lahr erzielte das Ensemble dieser Tage große Anerkennung mit der guten Darbietung der „Frühlingsluft". Für den dorttgen Zyklus (Spieltage Dienstag und Donnerstag) sind bereits alle nummerierten Plätze abonniert. Die Lahrer Zeitung hebt hervor, daß die Aufführung des „Zigeunerbaron" eine außerordentlich anerkennenswerte war, m Bezug auf Leistungen, Ausstattung und Kostümierung. Von den Trägern der Hauptrollen wird gesagt: „Fräulein Pepi Angelmayer hat sich als Saffi mit ihrer lieblichen und doch so volltönenden Stimme in das Herz des Publikums hineingesungen, und ihr Partner, Herr Paul Weiß vom Metropoltheater in Köln, entzückte in der Titelrolle durch seinen kraftvollen, vorzüglich geschulten Tenor. Beide erfreuten außerdem durch ihr elegantes, temperamentvolles Spiel. Der Schweinezüchter Zsupän, diese weltbekannte Figur, fand in Herr o. Hornik einen Vertreter, der seiner Ausgabe in gesanglicher Beziehung sowohl wie als humorvoller Charakterdarsteller in jeder Hinsicht gewachsen war; dasselbe läßt sich von Fräulein Präger-Prosky als Arsena sagen." »üü: oft Mietzins-Büchlein lind zu haben in der Druckerei Adolf Geck. Offenburg. Sonntag den 1. März Grosser Anfang 8 Uhr. Eintritt 1 Mark. Fastnacht-Dienstag Großer Sirtflu fj-ül aslteiilm U. — Eintritt 50 Pfennig. vorschußverein Gffenburg eingetragene Genossenschaft rntt unbeschränkter Haftpflicht. Die verehrlichen Mitglieder werden hiermit höflich an die Einladung zur am Donnerstag den 5. März 1008, abends 8 Uhr. im kleinen Saale des Gasthauses zu den „Drei Königen" hier (zweiter Stock) erinnert. 3*30 Der Borstand. KgrniinitiK rcm B shnenbupg. Laut eingetroffener Kabinetsordre des Prinzen Karneval findet dieses Jahr wieder unser rühm- lichst bekannter, von Witz und Humor durchsättigter und aus allen Weltteilen besuchter und zwar am Fastnacht-Montag den 2. des Lenzmonats, abends 8 Uhr, in den festlich-elektrisch beleuchtetem Galasälen der „Dreieckigen Königen" statt. Kafseneröffnung 7 Uhr. Einlatzsteuer 2 Mark pro Kopf und Person. “WS Zur Vergebung durch das Preisgericht liegen bereit: 1) S prima Gruppenpreise, 2) 15 Einzelpreise für originelle Maskeraden oder Aufführungen. Strömt herbei, ihr Narren und Närrinnen, beteiligt euch am Preisbewerb, und köstlicher Lohn wird euch sicher sein. .— Erscheinen im Ballanzug oder Kostüm. Narrenabzeichen obligatorisch. . — In Uniform ist der Zutritt nicht gestattet. Das prinzliche Hofmarschallamt. Der Elferrat. NB. Vorverausaabuna der Karten findet am Sonntag den 1. März im Cafe Reichsbank und Montag den 2. März, von 1—3 Uhr in den „Drei Königen" statt. 3122.2.2 Lang GlilAus nir Um« pick. 3117 Kommt Alle, die Ihr närrisch seid. Und schlupft ins schöne Mummenkleid! Die große, reichhaltige Garderobe zur Ausschmückung des närrischen Volkes unseres durchgelauchtesten Prinzen Karneval, Längs Kostüm-und" kann wieder erstürmt werden und zeichnet sich neben der bewährten Ausstattung fstr Domino, Charaktermasken, historischen und nationalen Kostümen, durch Erweiterung der modernsten Neuheiten aus. [