Beilage zu Nr 462 des Alten Gffebnvgev vom •«. M»«z 1908. Umzboffchast. Du Kannst uns «immer schreckt« Stormschnre mit deinem Graus, Is lacht uns ja drr Märzen durchs Frnstrrlrin ins Hans, Ijn Storchrnpaar rückt' an, den Irnhling uns zu Künden,1 Juch tilgt' drr Ischrrmittwoch all' «nsrr Niniersündrn. Am Herzen rin Schaffen, rin Natten, rin Rreisen Geheimnisvoll hoher, allmächtiger Nrjsrn, Tod das Sinnrn so frei und drr Mot so frisch, Tod Arilchrn nnd Hrimrln auf unserem Tisch, Tnd drauhen das Rocken, das Iwitfchrrn, das Irru'n, Nie Könnt es rin Inders als Arnzbotschaft sein! veef. * D^r alt Offeburger. mm Bürger! Als Hemmer jetzt Widder e neuer Verein hiä! Dr Namme brucht nitt vrrote z'were; immerhin bin ich euch guet drfür, daß keim unnötigi Schparglemente triewe were. Denn ich Hab mich vorläufig in d' Mitgliederlischt nienbemselt als passiv. Bekumm ich do am erschte Mündig in de Faschte e Jn- ladungsschriewes, wo drüwer schteht: „vertraulich." Un Wiel em Freund Wagner Karl sien ehrwürdiger Namme drunder schteht, so zupft mich d' Neugier am rechte Ohre- läppli, bis ich in dr Kapell hinter eme Schoppe Wagnerbräu Boschto gfaßt Hab biem e ganze Wisch Litt, denne mr d' Neugier grad so am Nasezipfel ablese hett kinne wiä mir. Bürger! Dr vrtraulig Vortrag, vun dem ich euch loyalerwies nix uff d' Nase binde wurr, rißt mich unerwardet so diäf in e Bewunderung nien, daß ich euch bigoscht Mul un Nas ufschperr nn soz'sage Füer un Flamm für's Wasser wore bin. Ich wär glich nuß an dr Kinzigdamm, wenn's Gras schu e Weng gwagse gsien wär. So «wer bezähm ich minni Gluschte un begnüeg mich mit em Owerguß vum Kehlkopf durch's Gurgelrohr mittelscht Wagnerbräu. Es geht au mit gfärbtemWasser, wenn mr Kneiperei triewe Item, unser Sach kummt in drFluß; mir welle bigoscht luege, ob mr uß dem Offeburg, wo sie immer so viel Schtock- ßsch gwässert henn, kei Kursilial vun Wörrishofe ferdig bringe. Sorge numme drfür, daß sich gnueg g'hörigi Wiebs- lltt in unser „Vrdraulig" uffnemme lasse, wo au noch Wade henn. daß mr nitt ußsehne wiä d' Schtorike, wo Krotte l.ueche. wenn üs dr Karli als Prälat uff dr Schlangematte dr sucht Baradimarsch watschle loßt. Für uns aldi Knattli, hett's gheiße. isch dr Verein e Jungbrunne zuem Furtschasse vum Zipperli, Madiß, Woche- dölbel un Dem un Sellem. Also rinn in dr Heuschrecke- Bund ! Offenburger Allerlei. Das neue Statut der Gewerbeschule, welches Ende März dem Bürgerausschuß vorgelegt wird, bringt die Wiedereinführung des Schulgeldes von Ostern d. I. an. Den Anlaß gab ein Stadtverordneter, liberaler Richtung der im Bürgerausschuß forderte, daß man die Gewerbeschüler entsprechend den Handelsschülern besteuern soll. Nun soll der Lehr- und Arbeitsherr der Stadt gegenüber für die Bezahlung des Schulgeldes haften; er kann sich am Lehrling bezw. an dessen gesetzlichem Vertreter dafür wieder schadlos halten. Unvermögliche können vom Schulgeld befreit werden. Die Taxen sind also vorgesehen: 1. sür Schüler, welche den lehrplanmäßigen Unterricht der Schule besuchen — zum Schulbesuch verpflichtete Vollschüler — für das Jahr..8 Mk. 2. für Vollschüler, die den Unterricht freiwillig besuchen: a) wenn sie hier beschäftigt sind.15 Mk. b) wenn sie auswärts beschäftigt sind ... 20 Mk. für das Jahr; 3. für Schüler, die nur in einzelnen Gegenständen am Unterricht teilnehmen (Gäste): a) wenn sie hier beschäftigt sind.5 Mk. b) wenn sie auswärts beschäftigt sind ... 10 Mk. sür das Jahr; 4. sür Vollschüler, die an Unterrichtskursen teilnehmen, die über den allgemeinen Lehrplan hinausgehen: für jeden Unterrichtskurs.4 Mk. Zu begrüßen ist die zweckmäßigere Gestaltung des Gewerbeschulrates, in welchem bisher offiziell die Geistlichen aller Konfessionen vertreten sein mußten, die mit Recht den Angelegenheiten des gewerblichen Unterrichtes wenig Interesse abgewinncn konnten. Jetzt führt der Oberbürgermeister den Vorütz, ein Mitglied des Stadtrates steht ihm zur Seite; der Schulvorstand, 4 Vertreter der Arbeitgeber, 2 der Arbeiter und endlich 2 Personen, welche „durch ihre Berufsbildung besonders geeignet sind" (frühere Gewerbetreibende, techn. Beamte rc.) sollen den Schulvorstand bilden. Dieser Entwurf fand die Billigung des hiesigen Gewerbe- und Handwerkervereins. Die Handelsschule ist für die männlichen und weiblichen Gehilfen und Lehrlinge obligatorisch geworden; die Schulpflicht dauert bis zum 18. Jahr. Die hiesige Niederlassung des „Deutschnat. Handelsgehilfen-Verbandes" (antisemit. Tendenz) lehnte die Ausdehnung der Schulpflicht auf weibliche Angestellte ab; er huldigt der klassischen Ansicht: „Die Handelsgehilfin ist die Durchgangserscheinung von der Schule in die Ehe." — Die Handelskammer Lahr hat eine vernünftigere Auffassung Sie hält eine gleichmäßige Ausbildung beider Geschlechter für billig und im Interesse des Handelsstandes gelegen; sie erblickt darin ein vorbeugendes Mittel gegen die Proletarisierung der weiblichen kaufmännischen Angestellten. Eine Befreiung vom Besuche sollte gestattet werden, wenn ein Mädchen nicht beabsichtigt, sich berufsmäßig der kaufmännischen Tätigkeit zu widmen. Der Kaufmännische Verein und derjenige selbständiger Kaufleute billigen das Statut, sie wünschen aber eine Milderung des Schulgeldes. Die Zusammensetzung des Schulvorstandes wird eine ähnliche sein wie bei der Gewerbeschule (nur sind hier Arbeitgeber und -Nehmer, alias Prinzipale und Angestellte, zu gleichen Teilen vorgesehen); neu ist die Zuziehung „einer mit den einschlägigen Verhältnissen vertrauten Frau." (§ 19 der Landesherrlichen Verordnung vom 20. VI. 07). Auch hier sieht man davon ab, die Geistlichkeit mit der Schulaufsicht zu verbinden, da das Handelsfach ihrem Interesse ferner liegt. Schüler unvermögender Eltern sollen von der Zahlung des Schulgeldes befreit werden. Girre weitere Profefsorenstelle an der Realschule fordert der Stadtrat und beruft sich dafür auf einen Erlaß des Großh. Oberschnlrats vom Juli 1907. Für die bisherige Lehrerschaft (Vorstand, 5 Professoren, 2 Reallehrer) leistete die Stadtkaffe an den Staat einen Normalsatz von 16800 M. Durch die Anstellung eines sechsten Professors erhöht sich dieser Satz um 2150 Mk. Dagegen fällt dann die städtische Vergütung für einen Lehramtspraktikanten (1400—1800 Mark) weg. Das 48-Mark-Schulgeld für die Höhere Mädchenschule bedeutet eine weitere Belastung der Eltern, welche ihren Kindern eine gute Erziehung in der städtischen Schule geben wollen. Bisher bezahlte man in Offenburg 96 Mark für die drei unteren, 48 Mark für die drei oberen Klassen; dazu noch 4 M. Eintrittsgeld. Die Erhebung des letzteren wurde vom Oberschulrat im September 1907 untersagt. Den Kassenausfall von 120 Mark will der Stadtrat durch die Schulgelderhöhung decken, durch welche er 1550 Mk. Mehreinnahme erwartet. Er saldiert sein Gewissen mit dem Hinweise daraus, daß Offenburg noch immer das niederste Schulgeld erhebe und man mit der Erhöhung dem Betrage des Realschulgeldes nahekomme. Ganzer und teilweiser Nachlaß an Unbemittelte ist vorgesehen. Das Schwabsche Grundstück, ein langer schmaler Ackerstreifen von 2096 gm Flächenraum zieht sich gegenüber der Kaserne (zwischen der Weingärtnerstraße und dem Friedhof) an der Rückseite des Raboldschen Hauses hin und endet im Osten in die projektierte Moltkestraße. Die Erben der verstorbenen Witwe des Pflästerers Heinrich Schwab sind bereit, es der Stadt um den Preis von 1,43 Mk. pro gm abzutreten (Mk. 3000). Der Stadtrat ist entschlossen, es aus paraten Grundstocksmitteln zu erwerben. Ebenso will er die Kosten (498 Mk.) zur Erwerbung einer 83 gm großen Parzelle (ä 6 Mk.) bestreiten, welche zum Anwesen Angelgaffe l (Frau Kemps Witwe) gehört und zur Erweiterung der Angelgasse angekauft werden sollte. Der Zustand in dieser Straße sei wegen des Stallbaues der Brauereigesellschaft Armbruster u. Cie. unerträglich geworden. Ein Mammutzahn und sonstige Gegenstände sind, wie der „Ort' Bote" berichtete, vor einiger Zeit beim hiesigen Bahnbau ausgegraben worden. Die hochinteressanten Funde aus prähistorischer Zeit befinden sich zwar noch hier beim Bahnamt ausbewahrt, doch steht zu befürchten, daß dieselben, wie die seinerzeit hier gefundenen römischen Meilensteine, ins Zentralmuseum nach Karlsruhe gebracht werden, um dort im Kellergeschoß aus Lager zu kommen. Wie man sich erzählt, sei kein Sachkundiger zu den Ausgrabungen beigezogen worden. Unser Museumskustos wäre gewiß gern bereit gewesen, zumal derselbe bei Freilegung von Hünen- und Germanengräbern sowie zur Beurteilung sonstiger Funüe den Ruf eines Fachmannes genießt. soll. Der Verkehrsvereiu Ofsenburghat, streng genommen, auf diese Bezeichnung kein Anrecht; nach der Art der Zusammensetzung ist er eigentlich nur ein Komitee, das sich zur Aufgabe macht, Fragen des öffentlichen Lebens und gemeinnützige Angelegenheiten zu sördern. Er besteht zunächst nur aus den Vorständen oder den Vertretern größerer Vereine, z. B. „Kausmännische Verein, Hausbesitzer-, Wirts-, Handwerker- u. Gewerbe-Verein", unter Beizug der Delegierten größerer gesellschaftlicher Vereinigungen. Die ersten Beratungen galten zunächst der Ausstellung und den Festlichkeiten, welche für dieses Jahr projektiert sind. Der aüseitige dringende Wunsch, daß die Erdarbeiten des Bahnhosumbaues innerhalb der Stadt beschleunigt und beendigt werden möchten, damit Offenburg wieder ein schmuckes Aussehen habe, gab die Veranlassung, an die Gr. Bahnbauinspektion ein Gesuch um Beschleunigung der Arbeiten zu richten. Insbesondere ging die Bitte dahin, die Bahnüberführung von der Hauptstraße zur Zcllerstraße durch Ausstellung der Brücke recht bald in Angriff zu nehmen. Es sind jetzt zirka 2 Jahre, seitdem der sehr frequentierte Fußweg vom Speckschen Anwesen bis zur Zellerstraße, entlang der Bahn, gesperrt wurde. An die Eingabe wurde das Verlangen geknüpft, die neue Ueberführungsstraße möge, zwecks Staubverminderung, Steinpslasterung erhalten. In der Beantwortung des Gesuchs wird erfreulicherweise zugesagt, man werde die Bauarbeiten tunlichst beschleunigen, die Pflasterung könne aber erst später vor- genommen werden. Hoffentlich versteht man die Beschleunigung in der Weist, wie sie durch Beschäftigung zahlreicher Arbeiter bei der Aussührung der splendiden Brücken bei Bohlsbach aufgesaßt wurde. Die Schwierigkeit der Pflasterung könnte in der Art geregelt werden, dah bei Ueberzabe der Ueberführungsstraße di« Stadtbehörde den Pflasterungsaufwand in baar vorausbezahlt erhält. Das Wohltiitigkeitsfest zu Gunsten der Ferienkolonien nahm einen würdigen Verlauf. Die 1. Abteilung, am Samstag Abend, litt an einem schwachen Besuche auf den billigeren Plätzen. Die Preise für den 3. Platz waren zu hoch. Bei einem Eintritt von 50 Pf. wären auch dort die Stühle besetzt gewesen. — Der künstlerische Erfolg des Abends sei ein vollkommener gewesen, wenn auch der finanzielle hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Schüleraufführungen am Sonniag Nachmittag, riefen eine solche Menge Schaulustige herbei, daß der Dreikönigsaal nicht alle zu fassen vermochte. Wer sich um V-4 Uhr noch kein bescheidenes Plätzchen erobert batte, mußte wieder vor den Saaltüren umkehren, lim so bewundernswerter ist es, wie glatt und ohne jegliche Siörung das Programm sich abwickelte. Ein Festjpruch, vorgelragen von der Schülerin Rubi, der besonders auf diesen Tag versaßt war, begrüßte die Anwesenden. Dem folgte der erste Schülerchor, von Knaben und Mädchen ä capella vorgetragen, hübsch in Betonung und Rythmus. Dann folgten herzhafte Turnübungen der Knaben, abwechselnd mit hübschen Reigen der Mädchen, angenehm unterbrochen von Schülerchören. Tadellose Vorführungen boten dieVolksschulklassenVa und VIII der Mädchenschule unter Herrn Martin und Wintermantel, und die Knabenklassen Villa und VIII b unter den Herren Hauptlehrern Meyer und Martin. Ein rührend-herziges Bild zeigte die Lehrerin Frl. Fischesser mit der Mädchenklasse Ia, den AUerkleinsten. Es wird den Zuschauern unvergeßlich bleiben, mit welchem Ernst die Kinder von der Wichtigkeit ihrer Aufgabe durchdrungen waren, und wie sich die Ueberzeugung aufdrängte, daß das Einstudieren dieses Kinderreigens mit Lampions und Gesang kein Resultat der Strenge, sondern ein solches großer gegenseitiger Liebe der Lehrenden und Lernenden sein müsse. Eine turnerische Leistung und zugleich ein Bild der Anmut und Grazie waren die Reigen und Stabübungen der Volksschülerinnen in Klasse VIII. Es verdient diese ästhetisch schönste Leistung beim Feste um so mehr gewürdigt zu werden, als es noch gar nicht so lange her ist, da Stimmen recht laut waren gegen die Einführung des Mädchenturnens an der Volksschule. Man erachtete es als unnötigen Ballast. Wer die Resultate der Disziplin und Geistesgegenwart, des erweckten Sinnes für Anmut, gepaart mit Kraft der Bewegungen, mit prüfendem Auge verfolgte, mußte aus vollem Herzen einstimmen in den rauschenden Beifall, den diese Leistungen ernteten. Ehemalige Gegner mußten überzeugt sein, daß die gewonnene Ge- wandhcit gerade dem Mädchen aus dem Volke ein unentbehrliches Mittel ist, den Weg im Leben leichter zu bahnen. — Es würde zu weit führen, aus alle Einzelheiten einzugehen. Auch Schülerinnen der höheren Mädchenschule, unter Leitung der Turnlehrerinnen Belling und Stritt, führten exakte Singreigen auf. Das Bild dieser Darbietungen hätte an Lieblichkeit und Grazie gewonnen, wenn die Mädchen nicht in den dunkeln Uniformen, sondern — gleich den Volksschülerinnen — in Hellen Kleidchen aufgetreten wären. Ein prächtiger Schlußcbor, von F. Schilling „Heil Alldeutschland", mit großer Tonreinheit und schönen dynamischen Wirkungen vorgetragen, verabschiedete die dankbare Zuschauerschaar. — Das Schülersest wurde am Josephstage nochmals im Unionsaale wiederholt. Der Besuch war wiederum ein ausgezeichneter. — So kann man mit diesem ersten Fest wohl zufrieden sein. Es hätte vielleicht einen größern finanziellen Erfolg erzielt, wenn es erst beim Eintrittder warmen Witterung und der länger» Tage in der geräumigen Landwirtschaftlichen Halle arrangiert worden wäre. Mögen die zusammengetragenen Schärflein es ermöglichen, daß aus manch vergrämtem Kinderantlitz nach der glücklichen Ferienzeit die Rosen der Gesundheit blühen, aus manchen heute trüben Aeuglein die kindliche Jugendlust, die neue Lebensfreude und Lernbegierde dankbar hervorleuchte. Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr erläßt z. Zt. in den Blättern öffentliche Aufforderung, um junge Kräfte dem Korps zuzuführen. Ehemals wurde es als eine selbstverständliche Ehrensache betrachtet, daß junge Bürger sich der Feuerwehr anschlossen. Heute ist das anders geworden, denn das Kommando sagt: „Insbesondere gilt dieser Appell den sehr zahlreichen selbständigen jungen Geschästsleuten hiesiger Stadt, welche der Feuerwehr noch nicht angehören; es muß Ehrensache für diese Männer sein, ihre Dienste freiwillig einer anerkannt guten Sache zur Verfügung zu stellen. Da die in letzter Zeit entstandenen großen Lücken in unfern Reihen wieder geschlossen werden müssen, sind wir zu diesem Mahnruf gezwungen und glauben, erwarten zu dürfen, daß er Gehör finden werde. Sollten wiber unser Erwarten die Neuanmeldungen nicht in hinreichender Zahl erfolgen, so wären wir gezwungen, auf andere Weise Wandel zu schaffen und amtlicherseits eine Hilfswehr wieder einzusühren. Wir bitten daher dringend, diesem Mahnruf Folge zu leisten und die Anmeldung in aller Bälde schriftlich an das Kommando einzureichen." Eine hübsche Plauderei im „Vorwärts" über „Feuerwehr und Feuergewehr" schließt: „Ein sittlich fühlender Mensch, den es zu Taten drängt, kann schlechterdings nicht schwanken, ob er Soldat oder Feuerwehrmann werden soll. In beiden Berufen kann er gleichermaßen sein Leben aufs Spiel setzen, Wagemut, Lebensverachtung beweisen. Ja, im letzteren kann er's stets, wenigstens zu jeder Zeit, einerlei, ob Krieg oder Frieden. Der Soldat . . . muß lange lauern, big ein Krieg kommt. Und wenn einer kommt, wag ist dann sein Tun? . . . Dagegen der Feuerwehrmann! Wenn körperliche Kühnheit und körperliche Leistungen den Namen der Heldenhaftigkeit verschaffen können: so ist hier der Held zu suchen. Der gegen das furchtbarste Element, das noch ein wenig fürchterlicher ist als Mitrailleusen und Maschinengewehre sein Leben einsetzt. Nicht um das Leben anderer zu vernichten, sondern um das Leben und obendrein das Hab und Gut andrer zu retten. Lieber unterster Feuerwehrmann als oberster Kriegsherr. —" Den Mahnruf unserer Feuerwehr in allen Ehren! Verkennen wir aber nicht, daß auch beim Löschwesen andre Verhältnisse eingetreten sind. Die Entwicklung der Bausicherheit nach der modernen Bauordnung, die Einführung der Wasserleilung in jedem Hause, die elektrische Beleuchlung in feuergesähr- lichen Betrieben, eine sorgfältige Feuerschau rc. bürgen dafür, daß die Zahl der Brände sich verringert oder daß sie zumeist im Keime erstickt werden können. Kommt es einmal zum Aufgebot der Feuerwehr, dann gelingt es ihr meistens, mit Hilfe der sosorligen Entfesselung der hydraulischen Macht, dem Feuer rasch Einhalt zu gebieten. Somit erfordert heutzutage in den meisten Fällen die Bekämpfung des Brandes nur eine kleine Zahl Feuerwehrleute, die mit Hydranten den Wasserstrahl aus den Feind hetzen, ferner solche, die mit Leitern den Zugang zum Brandherd fördern und den etwa in Gefahr schwebenden Personen zur Rettung behilflich sein können. Ein viertelhundert Wehrleute genügt für die gewöhnlichen Brandfälle und nur bei sofortigem Ausbruch eines Großfeuers ist das Aufgebot des gesamten Korps zu empfehlen. Man müßte, wenn diese Gesichtspunkte zutreffend sind, dazu kommen, innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr eine Art Berufsabteilung zu schaffen, deren pflichtgemäße Aufgabe oben geschildert ist. Briefkasten des Alte« Offebnrger. S. hier. Wir haben vor nicht langer Zeit bereits mitgeteilt, wie sehr das Krankenhaus zur Zeit von Kranken in Anspruch genommen wird und manches Unzulässige auf die engen primitiven Zustände zurückznfiihren ist. Die Geldklemme darf die Inangriffnahme des Neubaues nicht verzögend beeinflussen. Die Staatsbehörde müßte den Stadtvätern in diesem Falle einmal ein bischen Feuer einblasen. W. N. Dem Arbeiterausschutz dürfte eS durch eine Eingabe wohl gelingen, daß den Arbeitern der Fastnachtdienstag vergütet werden muß, sofern es richtig ist, daß das Tiefbauamt die städtischen Arbeiter gegen ihren Willen gezwungen hat, an diesem Mittag zu feiern. Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Beck in Offenburg.