v'r all Gsfevurger. Belletristische und humoristische Chronik der Kreishauptstadt Gffenburg. Nr. 480. Ausgabe vom A6. Juli 1908. Preis 10 Pf. Goldene hochreit. Das Jubelpaar der goldenen Ehe, Herr Kreissekretär Mayer und seine Gattin, empfing in körperlicher und geistiger Frische und hochbeglückt von der liebevollen Aufmerksamkeit die Gratulationen der Kinder, Verwandten und Freunde, die in zahlreichen Kundgebungen sich am Feste beteiligten. . Ir- Das Festheim in der alten Zuckerfabrik an der Ortenbergerstraße war in einen Gaben- und Blumentempel umgewandelt. Auch der S t a d t r a t benützte den Vorabend des Festes, da das Jubelpaar den Anstrengungen des eigentlichen Gratulationstages durch einen Ausflug sich entzog, um seine Glückwünsche entgegenzubringen. Eine Deputation, Herr Oberbürgermeister Hermann, die Stadträte Simmler und Mansch, überbrachte in dankbarer Anerkennung der Verdienste des Herrn Mayer um die Stadt kleine Angebinde in Form von Pslanzenarrangements und einer hübschen Uhr. In herzlichen, tieffühlenden Worten dankte der Herr Ober^ bürgermeister dem Gründer und Kustos des Museums; dem Jubelpaar wünschte er, es möchte in Gesundheit und Wohlergehen auch noch die diamantene und eiserne Hochzeitsfeier im Kreise aller Lieben begehen. Diesem aufrichtigen Wunsche schließt sich die ganze Einwohnerschaft an. Ein Offenburger Schulprogramm von anno 48. Als wir vor einigen Tagen in der Justizkommission der 2. Badischen Kammer über den Schußwaffengebrauch der Gefängnisbeamten berieten, trat mir das Bild der Flucht eines Gefangenen vvr Augen. Meine gute Mutter erzählte mir öfters die Geschichte vom Offenburger Gewerbelehrer Rauh, der im Sommer 1849 als „Freischärler" von den Preußen in das Offenburger Gefängnis eingesperrt worden ist. Rauh entkam eines Tages, indem er die Mauer überkletterte und sich jenseits des Rheines ins französische Land rettete. Würde ihn ein mit der Schußwaffe ausgerüsteter Aufseher beobachtet und verfolgt haben, eine Kugel konnte dem sieben des politischen Flüchtlings ein Ziel setzen und ein Talent vernichten, welches später in der neuen Heimat Amerika sich zum gemeinsamen Nutzen kulturell bewährte. Ich bin ein Gegner des Schießens auf Gefangene, ohne daß Notwehr vorliegt. Im Juni 1848 schrieb Gewerbelehrer Rauh eine Abhandlung zwecks Anbahnung einer Schulreform in Baden. Veranlassung dazu gab ihm ein Artikel des hiesigen Wochenblattes vom 26. Mai 1848, worin von einem Freunde der Volksbildung diese Frage zur Beratung gestellt worden ist. Der Offenburger Schul- und Stiftungsvorstand regte am 6. Mai 1848 die Errichtung einer Töchterfortbildungsschule an. Die Unterrichtung der Mädchen lag damals in den Händen der Lehrfrauen des Offenburger Klosters. Es solle der Fortbildungsunterricht „auf den wahren Boden der Freiheit, des Wohlstandes und der Humanität" lenken; dazu reichten die bloßen elementaren Kenntnisse unserer Volksschulbildung nicht aus. Dem wird von anderer Seite entgegengehalten, daß die Weiterbildung der Knaben noch viel dringender ist. Der Zustand unserer seit mehreren Jahren bestehenden sogenannten höheren Bürgerschule wird dermaßen charakterisiert: Diese Schule existiert mehr dem Namen nach als in Wirklichkeit. Für diese Schule zahlt die Stadt jährlich 14—1600 fl., und von wem wird sie besucht? Von etwa 4—6 Schülern vermöglicher Eltern (den Schülern weniger bemittelter Eltern ist die Schule wegen des alljährlich zu entrichtenden sehr bedeutenden Schulgeldes abgeschnitien), und zwar in der Regel schon vom zehnten Jahre an, in einem Alter, in welchem sie durchaus der Volksschule noch nicht sollten entzogen werden. Soll diese höhere Bürgerschule für ven Bürger wirklich nützlich sein, so muß sie sich unmittelbar an die Volksschule anschließen, die Gegenstände müssen dieselben sein wie in der Volksschule — natürlich ausgedehnter, — nur daß noch französische Sprache hinzukommt; es muß diese Schule frei sein von allen gelehrten Spitzfindigkeiten, und also den Schüler nach den Grundsätzen, wie solche in berührter Bekanntmachung niedergelegt sind, für das bürgerliche Leben ausbilden. Diese Schule sollte sodann von solchen Schülern besucht werden, welche die Elementarklassen durchgemacht haben, also erst im 13. oder 14. Jahre, und zwar ohne Schulgeld. Nur aus diese Weise wird diese Anstalt die großen Opfer der Stadt lohnen und wahrhaftig fruchtbringend für den Bürger sein. Verträgt sich eine solche Einrichtung nicht mit dem Gymnasium oder sind die bestehenden Gesetze der höheren Bürgerschule derselben im Wege, so gebe man ihr den Namen erweiterte Volksschule oder errichte eine vom Gymnasium getrennte Fortbildungsschule. Auch die gegenwärtige Einrichtung der Gewerbeschule entspricht den Anforderungen unserer Zeit nicht. _ So lange der Lehrling die Werkstätte zu gewissen Stunden des Tages verlassen und dieser Schule zueilen muß, so lange wird Widerwillen von Seiten des Lehrlings und Lehrmeisters gegen dieses Institut herrschend sein, und dem Lehrer Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, welche dem guten Gedeihen dieser Schule störend in den Weg treten. Eine betrübende Erscheinung solcher Abneigung gegen diese Schule zeigt sich darin, daß hiesige Bürgersöhne in auswärtigen kleinern Orten ihr Gewerbe erlernen, um ja nicht die Gewerbeschule besuchen zu müssen. Diesem Uebelstande kann nur dadurch abgeholfen werden, daß alle jene Schüler, welche ein Gewerbe zu erlernen gedenken, etwa vom 13. Jahre die Gewerbeschule zwei Jahre in so geregelten Stunden besuchen, wie in der Volksschule. und dann erst nach zurückgelegtem 15. oder 16. Jahre in ein Gewerbe eintreten und sodann von der Schule frei sind, nur daß sie etwa noch an Sonn- und Feiertagen den Zeichnungsunterricht und in den Wintermonaten des Abends die Modellirschule zu besuchen verpflichtet werden. Diese Kritik an den bestehenden Schulen veranlaßte zunächst den Gymnasiumsdirektor Gagg zu der Publikation „Ein Wort über die höhere Bürgerschule der Stadt Offenburg", worin er den bestehenden Zustand verteidigte. Der Zuschuß der Stadt und des Andreasfonds zur Bürgerschule betrage 300 -s- 400, also nur 700 Gulden; das jährliche Schulgeld von 14 Gulden, das armen Schülern erlassen werden kann, sei „nicht sehr bedeutend". Dann erklärt Direktor Gagg: Die wirklich sehr geringe Frequenz der höheren Bürgerschule hat daher ihren Grund wohl nicht in dem Schulgelde, sondern darin, daß der Werth einer allgemeinen und gründlichen Bildung noch zu wenig erkannt und mehr darauf gesehen wird, daß dem Knaben recht schnell einige mechanische Fertigkeiten beigebracht werden, um ihn dann recht bald bei einem Geschäfte unterbringen zu können; ferner darin, daß viele Leute, theils ihren eigenen Bildungsgang befolgend, theils über den künftigen Beruf ihrer Knaben unschlüssig, dieselben ein paar Jahre lang an's Gymnasium schicken; mitunter auch darin, daß Viele ihre Knaben unmittelbar nach dem Austritte aus der Volksschule zu einem Meister in die Lehre thun, wo sie dann in einer guten Gewerbschule einen für ihre gewerbliche Ausbildung geeigneten Unterricht erhalten. Diese Erscheinungen sind aber nicht nur in Offenburg, sie sind au» an anderen Orten, wo höhere Bürgerschulen neben Gymnasium und Gewerbschulen bestehen, und deuten daraus hin, daß der edle Zweck und die große Bedeutung der höheren Bürgerschulen im Allgemeinen noch nicht gehörig erkannt ist. Zudem, daß diese Schulen leider häufig verkannt sind, haben sie noch manche offene und geheime Gegner, die es häufig aus unedlen Beweggründen sind. Reactionäre, Dunkelmänner, Zopfgelehrte, ja selbst einige Lehrer! (Eifersucht?) lieben sie nicht. Desto mehr soll der Bürger sie lieben, sie benützen und unterstützen, denn sie sollen ja das Feld sein, auf dem eine aufgeklärte tüchtige Bürgerschaft erwächst, sich erhält und fortbildet. Gewerbelehrer Rauh bestätigt in der Einleitung zu seiner Arbeit „die gerügten Mängel und fehlerhaften Einrichtungen der genannten Schulanstalten" (Bürger- und Gewerbeschule). Er schlägt der Stadt Offenburg die folgende Lösung vor: 1) Die Erweiterung der Knabenschule auf die Weise, daß die Knabeü erst mit dem zurückgelegten 16. Jahre aus derselben entlassen werden und daß in den Plan dieser Schule alsdann alle jene Lehrgegenstände ausgenommen werden, welche für die jetzigen höheren Bürgerschulen aufgeführt sind, mit der Ausnahme jedoch, daß die lateinische Sprache gar nicht und die französische erst vom 12. Jahre an für Freiwillige darin gelehrt werde. 2) Einrichtung der Gewerbeschule, wie sie den in der erweiterten Volksschule erworbenen Kenntnissen der Jünglinge und Bedürfnissen des Gewerbestandes entspricht, durch Beschränkung auf Gewerbfach-Gegenstände. 3) Bollständige Aufhebung der bisherigen höheren Bürgerschule. Zur Würdigung des Verständnisses, welches Herr Rauh der Erziehung der Jugend und der Schulorganisation ent- gegenbringt, erwähnen wir aus seiner Monographie folgende Stellen: „Die Volksschule muß sein, die Grundlage aller andern Lehranstalten. Sie soll sein die Anstalt zur Erwerbung der allgemeinen Menschen- und Bürgerbildung aller Staatsangehörigen. Ihr die sorgfältigste Pflege angedeihen zu lassen, ist daher des Staates Pflicht. Betrachtet man die nach dem badischen Gesetze eingerichtete Volksschule, so wird man gewiß nicht behaupten können, daß dieselbe diesen Anforderungen genüge und entspreche. Ein hauptsächliches Hindernis, welches dem guten Gedeihen der badischen Volksschule int Wege steht, ist die zu große Anzahl der Schüler <120), welche einem Lehrer in den Unterricht zugewiesen werden, besonders wenn dieselbe viele verschiedene Altersklassen enthält; was ja natürlich zur Folge haben muß, daß der Lehrer jeder einzelnen Klasse auch bei der größten Anstrengung nur wenig Zeit widmen kann. Sodann werden die Knaben, namentlich in den Städten, um ein Jahr zu frühe aus der Schule entlassen... Während die Volksschule notdürftig den Katechismus, das Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen und vielleicht noch einige Begriffe ans der Erdbeschreibung bis zum 11. Jahre die Knaben lehren kann, soll die höhere Bürgerschule in ihren fünf Kursen vom 9. bis zum 11. Jahre nicht blos einfach die genannten Gegenstände ihren Schülern in weit ausgedehnterem Maße beibringen können, sondern noch außer diesem die lateinische und französische Sprache, Weltgeschichte, Geometrie, Raturgeschichte, Naturlehre. Gewexbskunde und Zeichnen. . . . Wer den durch das Ministerinnr des Innern unterm 30. Mai 1831 verkündeten Lehrplan dieser Schulen Nachlesen will, wird finden, daß unsere Knaben bis zum 11. Jahr nicht nur nahezu die französische Sprache los haben sollen, sondern auch lateinische Schriftsteller lesen — Eornelius Nepos. Phädrus, ja sogar den Julius Eäsar, um sich seinen vorzüglichen Stil und hohen Geist als Feldherr und Staatsmann zum Muster zu nehmen; - daß sie das Reich der Natur schon ziemlich vollständig kennen lernen sollen; denn nicht nur in der Naturbeschreibung sollen sie genügenden Unterricht erhalten, sondern auch in der Naturlehre, und zwar in ihren beiden Hauptteilen, in dem mechanischen und chemischen; daß dieselben in diesen Schulen nicht nur Freihandzeichnen. sondern auch schon Bau- und andere Risse verstehen und machen lernen: — dann muß gewiß eine hohe Bewunderung für diese Schulanstalten in seiner Seele aufsteigen. . . . Die Knaben haben in diesem Alter (9—11 Jahre) nur ein gewisses beschränktes Maß der Geisteskraft, mit dem sie auch nur ein bestimmtes Maß von Kenntnissen sich erwerben können. Müssen sie nun so gar vielerlei zugleicher Zeit treiben, dann lernen sie wohl von jedem Dinge etwas, aber keines recht.... Gerade das Erlernen von fremden Sprachen — höre ich so oft entgegnen — ist ein vortreffliches Mittel, die Geisteskräfte zu stärken, das Gedächtnis und den Verstand zu schärfen! Ja ganz gewiß, nur muß bei der ganzen Sache noch eine Hauptbedingung vor Allem erfüllt sein, und die ist: der Schüler muß in seiner Muttersprache schon einen solchen Wortvorrat und eine solche Kenntnis haben, daß er den Sinn der zu behandelnden Übersetzungen und die Bedeutung der verschiedenen Ausdrucksweisen versteht. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so wird und muß das Erlernen fremder Sprachen geisttötend statt geiststärkend wirken, es wird Papagei- statt Menschenarbeit. . . . Nach meiner Ansicht sollte im Allgemeinen vor dem zurückgelegten zwölften Altersjahr mit dem Erlernen fremder Sprachen nicht begonnen werden; denn die Erfahrung zeigt, daß die Knaben vor diesem Alter noch nicht die erforderlichen Kenntnisse der Muttersprache und die notwendige geistige Entwicklung haben. ... Darum ergibt sich nunmehr der Schluß: Die drei unteren Klassen an den höheren Bürgerschulen müssen vollständig aufgehoben werden." Offenburger Allerlei. s. Herr Baurat Dunzingcr soll sein Amt als Stadtrat nieder- belegt haben. Er gibt für den recht unerwartet kommenden Rücktritt als Grund die Rücksichtnahme auf seine beruflichen Pflichten im Staatsdienste an. Herr Dunzingcr stellte seine technischen Kenntnisse, seine Pünktlichkeit und Opserwilligkeit in den Dienst der Stadt; mit seinem vornehmen, festen Charakter, leistete er im Magistrat vorzügliche Dienste. Deshalb besteht der Wunsch, es möge gelingen, Herrn Dunzingcr von seinem Vorhaben abzubringen und ihn in dem Stadtrat zu erhallen. Adreßbuch. Vom Verein selbständiger Kaufleute ist dem Bedürfnis nach alljährlicher Ausgabe eines Adreßbuches Ausdruck gegtben worden. Der Stadtrat teilt die Ansicht des genannten Vereins, daß die alljährliche Ausgabe nur in beschränkter Form und daher auch zu billigerem Preise zu erscheinen. hätte. Er ist der Meinung, daß alljährlich auf den Stand nach dem Oktobermietwechsel ein alphabetisches Verzeichnis der Einwohner mit Stand- und Wohnungsangabe, ein ausführlicheres Adreßbuch jeweils nach einer Volkszählung erscheinen sollte. Zur eingehenderen Beratung der Frage wird eine Kommission eingesetzt, bestehend aus den Herren Stadlräten: Abele, Mansch, Dr. Silber, Kaufmann Joseph Batliany, Kaufmann Franz Maier, Gastwirt Albert Mayer, Stadtrechner Bührer und Polizeikommissär Müller. Die zweite Hauspflegeri» ist eingestellt. (Der Stadtratsbericht geht uns jeweils erst in letzter Stunde zu. sodas; wir, ohne' die Drucklegung des Vlaltes hinauszuschieben, nur kurze Notizen entnehmen können. Darum werden wir das Gutachten der Städtevertreterkonferenz betr. die Armenpflege erst in nächster Numcr bringen. Die Red.) Die höhere Mädchenschule Offenburg beginnt ihr neues Schuljahr am 14. September durch Aufnahme neuer Schülerinnen. Am 15. finden die Ausnahmsprüfungen statt, am 16. beginnt der Unterricht. Der Jahresbericht teilt mit, daß im letzten Schuljahr 1!>1 Schülerinnen die Anstalt besuchten, von denen 60 neu zugingen, während 19 ausgetreten sind. Es waren 118 katholische, 63 evangelische, 7 israelitische, 1 allkathobsche und 2 konfessionslose Schülerinnen. 166 sind aus Baden, 2 sind Ausländerinnen. In Offenburg wohnten 179, drei befanden sich in Verpflegung und 9 kamen täglich von auswärts. 124 Schülerinnen standen im volksschulpflichtigen Alter. Der Gesundheitszustand der Schülerschaft war im ganzen gut. Einige Mädchen mußten wegen Kränklichkeit beurlaubt werden oder austreten, ein Mädchen der 4. Klasse ist gestorben. Zur Errichtung einer Fortbildungsklasse fehlte es an Schülerinnen. Aus dem Lehrstoff der obersten Klasse Heden wir hervor: Im Literaturunterricht wurde gelesen: Shakespeares „Othello", Lessings „Minna von Barnhelm", Goethes „Götz von Berlichingen", Abschnitte aus „Dichtung und Wahrheit", „Iphigenie aus Tauris", „Hermann und Dorothea", Schillers „Wallenstein", „Antigone" des Sophokles. Dazu: Gedichte, Lesestücke, Aussätze. In der Geschichte: Deutsche und allgem. Geschichte von 1648 — 1900, deutsche Baukunst. In der Erdkunde: Grundzüge der Astronomie, Rassen und ihre Verteilung auf der Erdoberfläche, Naturvölker, Halbkulturvölker, Kulturvölker, Jagd, Viehzucht, Ackerbau, Handwerk, Industrie, Handel, Industriezentren, Bevölkerungsdichte, Verkehrswege, Welthandelsilraßen. In der Größenlehre: Einführung in das Verständnis wirtschaftlicher Verhältnisse; Kranken-, Unsall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung; Rechnen mit Potenzen; Elemente des Wurzelrechnens; Gleichungen des ersten Grades mit mehreren Unbekannten; Flächengleichheit; Flächen- und Körperberechnungen. In der Naturkunde: Mechanik der sesten, flüssigen und lustsörmigen Körper; Schall; Die Ernährung und die Sinneswerkzeuge des Menschen; Die wichtigsten chemischen Vorgänge. Tanz- und Anstandsunterrickt. Stenographie: wahlfrei. Lehrproben und Schlußfeier finden am 30. Juli statt. Letztere nachmittags 3 Uhr in der städtischen Turnhalle. -t- Daö Abiturirntcnexanicn im Gymnasium hier fand am 23. Juli unter dem Vorsitz des Großh. Priifungskommissärs statt, des Herrn Geh. Hofrats Schmalz, der Direktor des Bertholdgymnasiums in Freiburg ist und zu Alt-Offenburg gehört. Mit leiser Wehmut mag er hinüber nach dem alten Gymnasium geblickt haben. Dort hat er als junger Lehrer gewirkt, sich die Braut aus der Familie des alten Oberlehrers Korn geholt, der im oberen Stock des damaligen Progymnasiums wohnte. Alte, schöne, entschwundene Zeiten! — Nach fast achtstündigem Eramen erklärte der Prüfungskommissar namens der Konferenz von den 19 Abiturienten 17 für bestanden, einen mit der Note l, zwei mit der Note 2, neun mit der Note 3, und 5 mit der Note 4. Die Bestandenen sind: Armbruster Emil von Gengenbach, Braun Wilhelm 'von Ohlsbach, Eckstein Franz von Urioffen, Frank Theophil von Achern, Haas Emil von Nutzbach, Hatz Joseph von Höfen, Heinemann Emil von Bruchsal, Hugle Alphons von Furtwangen, Hund Friedrich von Offenbnrg, Käst Herman von Ebersweier, Langeneckert Franz von Zusenhofen, Link Georg von Offenbnrg, Lohrer Hermann von Lahr, Molitor August von Unterneudorf, Morgenthaler Friedrich von Bühl, Theobald Karl von Neckarau, Walter Willi von Offenbnrg. — (Dem Verehrten Lehrer Schmalz sendet auf diesem Wege einen Gruh in dankbarer Erinnerung der Verleger des „Alten Offeburger". r. Die Zusammenkunft der 1883er Offenburger Abiturienten ist am letzten Samstag und Sonntag hier in jeder Weise famos verlaufen. Sie war feuchtfröhlich in doppelter Beziehung: der dauerhafte Bindfadenregen hielt die Feiernden natürlich in geschlossenen Räumen, wo die Feuchtigkeit auch nicht fehlte, zusammen. Von den noch lebenden 3 Lehrern war nur Herr Gymnasiumsdirektor May anwesend, die beiden andern Herren Bährte und Behrle fehlten wegen Unpäßlichkeit. Die Abiturienten waren vollzählig, bis auf den Argentinier Klaus, der durch seinen 82jührigen Vater (Hmiptlehrer a. D. in Berghaupten) vertreten war. Herzliche, begeisterte Reden wechselten mit frohen Liedern. Die Damen der verheirateten Teilnehmer verschönten das Fest. Die 1883er Abiturienten sind die Herren: Burger Heinrich, Dr. med. in Baden-Baden, Fuchsloche r Theodor, Gr. Betriebsinspektor in Karlsruhe, Huber Georg, Badearzt in Dürrheim, Klaus Hermann, Dr. phil., Estamiero in Carolinas (Argentien), König Theodor, Dr. iur., Rechtsanwalt in Offenburg, Kuhnimhof . Kilian, Stadtpfarrer in Stühlingen, Landfried Fritz, Rechtsanwalt in Heidelberg. Merta Josöph, Pfarrer am Großh. Landesgefängnis in Freiburg, Schwendemann Joseph, Dekan in Tenschnitz. Die Offcnburger auf dem deutschen Turnfest in Frankfurt waren bei der „Galluswarte" untergebracht, soweit sie nicht Privatquartiere bezogen. Die hiesige Regimentskapelle konzertierte am Dienstag Abend im Palmengarten. Der „Turnerbuud" nahm mit 5, der „Turnverein Jahn" und der „Turnverein" mit je 2 Turnern an den Wettkämpfen und Turnübungen teil. Dabei errang der Turner Joseph Rothenberger vom „Tnrnerbund" bei 3000 Bewerbern den 53. von 700 ausgesetzten Preisen. Dieser Erfolg wurde am Donnerstag Abend bei der Zurückkunft der Turner durch ein Bankett in der Michel-Halle gebührend gefeiert. Ein Turner von Zell a. H., August Sch mied er, errang mit 87 Punkten den 30. Preis. Ein Volkskonzert Damit uns der heutige Sonntag. Ein hiesiger Arbeitergesangverein, der erst ein Vierteljahr seines Daseins verzeichnet, will vor der Oeffentlichkeit zeigen, welch' versprechenden Anfang er unter der Leitung eines tüchtigen Regenten gemacht hat. Die „Freiheit", so lautet der charakterisierende Name, pflegt im Männerchor das Freiheitslied und führt sich ein mit einem Ausgebots-Marschlied, dessen Text ein junger Offen- burger in seiner Gymnasialzcit verfaßte; sodann kommt ver alte 48er Georg Herwegh mit seinem Gesang „Bet' und arbeit'!" zum Wort. Der Gemischte Chor — 60 stimmbcflissene Kehlen — verspricht uns durch Silchersche und andre Volkslieder eine Herzensfreude zu bereiten. Außerdem wird musiziert und duettet, so wir dem reichhaltigen Programm entnehmen können. Das Konzert in der Kopshalle ist allen Freunden dieses Arbeitergesangcs zugänglich; es finden sich in alle» Kreisen Freunde des sreien Wortes und Liedes, die den jungen Verein in feinem Beginnen ermutigen sollten. Personalien. Versetzungen: Oberschaffner Friedr. Schneider von Radolfzell nach Offenbnrg, Reserveführer Ludwig Zimpfer von Offenbnrg nach Vtllingcn. Aktuar Wilhelm Reuble beim Notariat I. in Offenburg wurde dem Amtsgericht Freiburg zugewieseu. Herr Bahnwart Philipp Kemps, der seit bald 31 Jahren den Übergang im Krummer bediente und dessen Pflichttreue und Fürsorge gelegentlich der Beratungen über den Offenburger Bahnhofumbau in der zweiten Kammer anerkennende Erwähnung fand, wurde in den R u h e st and veseßt. Unter den älteren Bahnangestclltcu wurde in den letzten Wochen scharfe Auslese gehalten. Die Leute mutzten sich, wie es heitzt, im Interesse der Betriebssicherheit, äutzerst eyakten Prüfungen auf Seh- und Gehörkraft unterziehen. Die Erbauung einer normalfpuriaen Ltaatsbahn Offcnburg- Sand-Willstätt-Nork ist nun der Verwirklichung nahe; die zweite Kammer wird demnächst zweifellos dein jetzt vorliegenden Antrag der Budgetkommisfion zustimmen. (Wir haben bereits in unsrer Nr. 464 vom 5. April 1908 die historische Entwicklung dieses Bahnbauprojektes geschildert, ebenso die tatsächlichen Unterlagen zu dem Projekt in unsrer Nr. 463 v. 29. März.) Wir rekapitulieren kurz: Die 13 Kilometer lange Strecke soll 1260000 Mk. Baukosten verursachen, einschließlich der 180000 Mk. Geländecrwerb. Die beteiligten Gemeinden müssen nicht nur kostenlos das Gelände stellen, sondern auch noch 104 000 Mark aufbringen, nämlich je 8000 Mk. für das Kilometer Baulänge; eine schmalspurige Bahn hätte 400000 Mk. Weniger gekostet. Gegen eine solche Entrichtung barer Beiträge sprach sich die Kammer früher schon einmal aus; es müßte denn die Bezahlung bei besonders gelagerten Verhältnissen und von Fall zu Fall eine bcsondrc Prüfung cintreten. Der Regierung und der Kommission scheint ein solcher Ausnahmefall vorzuliegen. Es versprach Will- städt einen Barzuschuß von 50000 Mk., wenn der Bahnhof die erwünschte Lage erhält, ebenso die Gemeinde Sand 25000 Mk. Die im Verkehrsbereich der Bahn liegenden Gcmeinoen sind Offenburg, Kork, Bohlsbach, Bühl, Waltersweier, Weier, Griesheim, Sand, Willstätt, Hesselhurst und Odelshosen (23 7(X> Einwohner, 19200 kommerzionelle Bevölkerung). Wie sich die noch auszubringenden 29000 Mk. verteilen, ob nur auf die Stationen oder aus alle im Verkehrsbereich liegenden Orte geht aus dem Bericht nicht klar hervor; immerhin bietet dieser Kostenpunkt für die „beteiligten" Gemeinden keine Schwierigkeiten mehr. Aus dem Bahnbetrieb erwartet man vorerst nur einen annähernden Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben, später „eine teilweise Verzinsung - des Anlagekapitals"; die Vorbedingungen für eine günstige Verkehrsentwicklung sind gegeben. Eine Erhöhung der Besörderungstaxen ist nicht beabsichtigt. Das Willstätter Mühlenwerk soll ein Anschlußgeleise erhalten, für Legelshurst ist ein Güterbahnhof in Aussicht gestellt; dagegen ist — so heißt eS wörtlich im Bericht — die Frage der Errichtung einer Bahnkurve ab Offenburg nach der Bahnlinie Appenweier-Kehl noch eine offene. Auf der Nordseite des Bahnhofs Offenburg ist eine günstige Verbindung des Bahnsteiges der Nebenbahn mit dem Hauptbahnhof vorgesehen. Die Reisenden der Nebenbahn erhalten einen Warteraum mit Fahrkartenverkauf und Gepäckabfertigung. Die Petition der Gemeinden Bohlsbach und Griesheim um Befreiung von dem Barbeitrage fanden keine Gnade; die Regierung will diese Schonung dieser beiden Gemeinden der freien Verständigung der Beteiligten überlassen; es würden verhältnismäßig geringe Beträge für Bohlsbach und Griesheim übrig bleiben, deren Verhältnisse nach der Darlegung der Regierung nicht übel seien. Die Budgetkommission erwartet, daß diese Gemeinden sich nicht widerspenstig zeigen sollen. 8. Heilstätteerwerbung. Wie wir erfahren, hat sich die kürzlich durch die Zeitungen gegangene Notiz von dem Ankauf der Anstalt Nordrach- Kolonie für die Landesversicherungsanstalt nunmehr erfüllt. Dieselbe hat damit um kaum den halben Preis des Wertes eine in ihrer Art ganz einzig dastehende Heilstätte erworben, einzig in ihrer wahrhaft paradiesischen Naturschönheit, einzig in ihrer ganzen Anlage als Villenkolonie, einzig vor Allem in einer, in der ganzen Welt nicht wieder vorhandenen, technischen Ausstattung. Man muß sich aufrecht freuen, daß etwas so Schönes in den Dienst der unbemittelten Lungenkranken gestellt werden soll. Wir kannten längst den Wunsch des frühern Besitzers, dieses herrliche Sanatorium einem gemeinützigen Zweck dienstbar zu machen. Leider ließ sich die Stadt Offenburg das ihr zuerst Angebotene aus unbegreiflichen Gründen entgehen. Die Mannheimer „Bolks- stimme schreibt: „Durch Ankauf des alten Ankerwirtshauses in der Stabhalterei Nordrach und der Gebäude der einstigen Bürstenfabrik wurde das Terrain gewonnen zur Errichtung einer Anstalt, die sich im Verlauf der Jahre durch die ärztliche Kunst und das organisatorische Talent des Herrn Dr. Walther und seiner Mitarbeiter zu einem wahren Prachtsitz der Gesundheitspflege entwickelt hat. Ihre inner» und sanitären Einrichtungen sind wohl nirgends übertrosfen, der Komfort ist einfach, aber hygienisch musterhaft. Vor einem Vierteljahr war die Rede davon, daß bei einer etwaigen Veräußerung der Anstalt die Stadtgemeinde Offenburg zu einem Vorzugspreise berücksichtigt würde., Der Offenburger Stadtrat stund dieser glänzenden Aussicht teilnahmslos gegenüber. Als Herr Geh. Rat Rasina, der Vorsitzende der Landesoersicherungsanstalt, davon Kenntnis erhielt, besuchte er die Anstalt und war von der Großartigkeit derselben so entzückt, daß er sich eisrigst bemühte, diese Musteranstalt in den Dienst der Arbeiterhygiene zu stellen. Er fand am Montag allgemeine Zustimmung, und jedes Ausschußmitglied, welches aus eigener Wahrnehmung die Walthersche Anstalt kennen lernte, sprach seine Genugtuung aus über die unter so außerordentlich günstigen Bedingungen erzielte Erwerbung. Es sei um diesen Preis nahezu geschenkt, Hörle man sagen." Briefkasten des Alte» Offeburger. Die „Badischen Nachrichten" in Achern (Zweigablager- nng „Offenb. Nachr."> berichten in ihrer Nr. 161 vom Münchener Stüdtetag, auf welchem nur die Vertreter der Städte über 25000 Einwohner zugelassen wurden; sie hatten 16 Millionen Einwohner (über ein Viertel des deutschen Volkes) zu vertreten. Es heitzt dann in dein Acherer Blatt: „Die Schulden der vertretenen Städte wurden insgesamt auf 4000 Mark angegeben. In anbetracht der gewaltigen Aufgaben, welche hauptsächlich die größeren Städte in den letzten 10 bis 20 Jahren in Angriff nehmen mußten, ist die Steigerung der Verschuldung kaum verwunderlich." Diese Vertreter werden doch nicht geschwindelt haben -' Wären Achern, Jllenan und Offenbnrg vertreten gewesen, dann hätte sich kein so lumpiger, verwunderlicher Schnldenstand ergeben. Daß die Bewohner Acherns nach Offenbnrg fahren, um den Z,eppelin zu sehen, erzählt uns der Offenburger Berichterstatter derselben „Offenbnrger Nachrichten", indem er ans Offenbnrg den 15. Juli schreibt: „Auf der Wilhelmshöhe hier und auf dem Hohbühl hatte ein zahlreiches Publikum von Achern Posto gefatzt, das mit Fernstechern Operngläsern usw. das Straßburger Munster abpatrouillierte, um den Z,eppelin zu entdecken. Große Aufregung rief ein Fesselballon (Fnnkenballon) hervor, der bei Kehl in die Höhe ging." Hier haben wir es wieder mit einer Lokalverirrnng des Offenburger „Zwillingsrotationsdrucks" zu tun, zu dessen Besichtigung die Acherner wohl hierhergekommen sind. Nach Karlsruhe. Der „Volksfreund" (Nr. 161) vom 14. d. Mts. schließt die 12. Fortsetzung seines Romanes also ab: „Pawel Wlassow ?" fragte der Offizier mit den Augen zwinkernd, und als Pawel schweigend nickte, erklärte er, seinen Schnurrbart drehend: ^Fortsetzung folgt.) Wir glauben nicht, daß dies eine wörtliche Wiedergabe aus dieser einzig autorisierten Uebersetzung Maxim Gorkis ist. Nach Pontresina. Der „Dreibund" kommt zu spät an und kann leider heute nicht mehr berücksichtigt werden. Aber auch wir wollen den Geburtstagskindern und dem jubilierenden Ehcpärlein noch ein herzliches „Prosit" weihen, wenn auch nur mit „Hochstämmler". Literatur. „Das Reichsvereins- und Verfammlungsrecht" nebst den Ausführungsverordnungen für Baden ist in unserm Verlage erschienen und kann zum Preise von 20 Pf. pro Stück in der Druckerei des Blattes und von den Austrägern bezogen werden. Beim Partienbezug durch Vereine re. gewähren wir bedeutenden Rabatt. anksagung. Die Ehrungen anläßlich unsrer Goldenen Hochzeit sind in so großer Zahl von nah und fern uns zugegangen, daß es uns leider unmöglich wird, allen persönlich Dank abzustatten. Wir erlauben uns daher, auf diesem Wege unfern herzlichsten Dank auszusprechen. Offenburg, 24. Juli 1908. 3238 Kreissekretär C. F. Mayer und Frau. Zu unserer am Dienstag den 28. Iuti im elterlichen Hause {Brauerei Cudwig harter, ortenberg) stattfindenden /££€€€€€€€€««* «»»SSSS-KSSSSK f Kochfeits-Emlüdiing. | V V Vt/ iU W W < 1 / «v i» w « w w iv * «v * «v «/ « lv iv Lonis Harter, Bierbrauer. ^ üttenburg, ortenberg. Juli 1908. €rl)olung$ort. Die hoch im Gebirg am Fuße der Moos gelegene in Duvbach-Gebirg ^Station Windschläg, 2 l h Stunden von Offenburg) nimmt für die Sommerzeit Gaste in Venston. Waldungen in unmittelbarer Nähe. Ausflugspunkte: Spähneplatz, Moosturm, Brandeckturm, Schloß Staufenberg rc. in kurzer Zeit zu erreichen. — Milchkuren, Forellen. Der Besitzer 8216.6.4 L. Fies. der Oststadt. Es sind uns in letzter Zeit wiederholt Klagen über Unpünktlichkeit der Aus- trägerin in jenem Bezirk zugegangen. Die Trägerin darf die Blätter nicht auf Treppen und Vorplätze legen; wenn dies dennoch geschieht, ersuchen wir die Abonnenten dringend, uns sogleich durch Postkarte in Kenntnis zu setzen und die Portokosten am Abonnementsbetrag in Abrechnung zu bringen. Der Verlag des „D'r alt Offeburger“. Brauerei Kopf # Kopf-Halle. =&=s<~ Werten freunden und Bekannten, verehrlichen Vereinen und dem ♦ ♦ tit. Gefamtpubiikum die ergebene Mitteilung, daß wir den Wirtichafts- betrieb der ♦ übernommen haben. Für vorzügliches Bier, reine Weine und reichhaltige Auswahl ♦ kalter und warmer Speisen ist bestens gesorgt. Geneigtem Zuspruch sehen entgegen ♦ ♦ ♦ EmilAdrion und Frau. ♦ ♦ Offenburg, 22. Juli 1908. 3234 ' ekannlmachung. Das diesjährige Ab- «nd Zuschreiben der Einkommen- und der Vermögenssteuer wird am Donnerstag den SS. bis mit Mittwoch den LS. Juli 1808, vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr, im Geschäftszimmer des Großh. Steuerkommissärs, Langestraste 58 hier vorgenommen werden. Wer Hilfspersonen in anderer Weise als lediglich in seinem Haushalt oder beim Betrieb der Landwirtschaft gegen Entgelt beschäftigt, hat das hiefür vorgeschriebene Formular auszufüllen und bis zu der auf den Vordrucken angegebenen Frist beim Schatzungsrat einzureichen. Die hierzu erforderlichen Formulare sind, sofern sie nicht zugestellt werden, beim Schatzungsrat abzuholen. Die Minderungsgesuche, die erst nach dem obigen Termin einkommen,. finden nach § 10 des Veranlagungsgesetzes beim diesjährigen Ab- und Zu- schreiben keine Berücksichtigung mehr. Zur näheren Belehrung werden die Steuerpflichtigen auf die an der Orts-- verkündigungstafel angeschlagene Bekanntmachung verwiesen. Offenburg, den 23. Juni 1908. Der Vorsitzende des Schatzungsrates. 3235 Hermann. Belanntmae^ung. Die Herren Mitglieder des Bürgerausschusses werden hiermit zu' einer: Versammlung auf Donnerstag den SO. d. M., nachmittags 4 Uhr, in den Bürgersaal ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Die Baukosten für das Elektrizitätswerk betr. 2. Das Dienstverhältnis mit Herrn Stadtbaumeister Hugelmann betr. 3. Die freihändige Verpachtung von Gemeindegut betr. 4. Die Anstellung des früheren Schutzmanns Theobald Kern als Begräbnis-- ordner und Sparkassediener betr. 6. Die Verkündung der Sparkasserechnung für 1907 betr. Im Falle der Verhinderung wolle vor der Sitzung schriftlich hierher Mitteilung, gemacht werden. Offenburg, den 24. Juli 1908. r Der Oberbürgermeister. ' Hermann. Miltner.) Stadt. Museum für Natur- und Bölkerkum täglich geöffnet: an Sonn- und Feiertagen von 11—5 Uhr, zum Eintrittspreis von 10 Pf., an Wochentagen von 9-5 Uhr, zum Eintrittspreis von 20 Pf«- 3237 Redaktion» Druck und Berläg von Adolf Geck in Ofsiavurg. Hierzu eine Beilage.