v'r alt Gsfeburger. Belletristische und humoristische Chronik der Kreishauptstadt Gffenburg. Nr. 496 Ausgabe vom 15. November 1968. Preis 10 Pf. €in Streit um den Hanauer Lehnten vor dem Kurfürstlich Vaden'lchen Stadtgericht ru Ottenburg. u. Der Besitzstand des Straßburger Episkopates (Rechte, Güter und Einkünfte), wie er sich vom Altertum bis ins 14. Jahrhundert entwickelte, ist im Straßburger Bezirksarchiv (G. fase. 377) dargestellt in einem Papierkodex aus der Mitte des genannten Säkulums, wahrscheinlich noch zu Lebzeiten des Bischofs Berthold II. 1328—1353. Man hält den Kodex für die Abschrift eines älteren Originales des Erwerbungs- und Besitzverzeichnisses, sowohl nach dem Urbar als auch nach den Lehen. Wir erkennen daraus, daß die Anfänge dieses bischöflichen Territorialbesitzes bis zur Mero win g er-Zeit zurückreichen. Einen urkundlichen Nachweis für die Erwerbung der immer größer werdenden Gebietsteile findet man erst in den Aufzeichnungen aus dem 13. und 14. Jahrhundert, seit den Kämpfen beutelustiger Bischöfe mit dem staufischen Haus. Auf dem rechtsrheinischen Gebiete sind Erwerbungen im 14. Jahrhundert durch Kaufabschlüsse zu verzeichnen. In dieser Zeit betrug das bischöfliche Gesamtareal etwa 26 Quadratmeilen (1400 Quadratkilometer), bestehend aus getrennt liegenden großen und kleinen Komplexen. Auf dem rechten Rheinufer gehörten dazu in der Orten au und dem Breisgau die Distrikte Ullemburg (Renchgebiet), Ortemberg und Ettenheim. Linksrheinisch waren es 5 Distrikte. Aus diesem Lehensverhältnis hat sich der Zehnten erhalten bis ins 19. Jahrhundert, um welchen in dem nachfolgend geschilderten Prozeß gestritten wird. 6. Die Klagebegründuug, deren Antrag wir in der vorigen Nummer bereits erwähnten, umfaßt 29 Paragraphen, welche mit folgender Einleitung versehen sind: Aurfürstl. Hochlöbl. Stadtgericht. Line in den Jahren \?<)6 und 1798 vorgefallene Höchst empfindliche Beschädigung des Hochwürdigsten Dom Aapitels von Straßburg gab den Anlaß zu meinem gegenwärtigen Alageauftrag bey dieser Hochlöbl.Stelle, indem zufolge eines zwischen Zerenissimo bllectore nosstro, und dem Hochgedachten Domkapitel de 25 fibre ^803 abgeschlossenen Vertrages, die erwähnte Beschädigung, und ihr richterlicher Austrag dem Hohen Domkapitel mit der ausdrücklichen Bedingung arti- culo 7 zugeschoben wurde, daß aus dem seiner Zeit einge- brachten Ertrage und Arrerages die ausstehenden Current« lasten bestritten werden müssen. Unter dem doppelten Gesichtspunkt meiner aufgelegten Pflicht, sowohl nach dem LigenthumsRechte des Hohen Domkapitels die zugefügte Beschädigung hereinzubrntgen, als auch besonders durch den zurückgcbrachten Ersatz der ausstehenden ^urrentlasten ab zu führen, damit dem Höchstkurfürstl. Aerario büse Currentlasten — zum besten Vortheil des itzigen Herrn Beklagten — nicht zur Beschwerde zurückfallen möchten; — fiud unter diesem doppelten Gesichts Punkte einer aufgelegten Pflicht gehe ich zur Hauptsache, welcher zuerst folgende Th at- seschichte vorangesetzt werden muß. ^ In Lj 1 ist davon die Rede, daß im Juni 1796 durch me Invasion der französischen Armee das Straßburger Domkapitel seines rechtsrheinischen Jahreszehntens beraubt worben ist. Der Ertrag jenes Jahrgangs beziffert sich auf 8184 ^vres. um welchen Preis die Gemeinsamkeit Hürtault- Btllet den Zehnten zugeschlagen erhielten. Dies war der Johanniter- und Domprobsteiliche Zehnten. Herr Karl Hürtault schloß mit den Zehntbeständen in dem Hanauer- lande Verkäufe ab (§ 2), indem der Bahn Pa. Offenburg und die Orte- nausche Zehenddistrikte wieder an andere Unternehmer gegen einen verhältnißmäßigen Ersatz des Steigerungsschillings überlassen wurden. Diese Hanauerschen Verkäufe ließ sich Herr KarlHürtault durch förmliche Schuldscheine der Zehntbestände mit dem Bedingniß beurkunden, daß je 8 Tage nach dem ckato der Schuldscheine die Kaufsumen entrichtet werden sollten und zwar: 1. Von Kork lt. Schuldsch. vom 8. 7br 1796 2650 fl. 2. „ Legelshurst ,, 8. „ „ 1500 3. „ Bischossheim 14- ., 430 4. „ Freistatt 8. .. „ 1600 5. „ Memprechtshosen „ „ „ 8. „ „ 400 6580 fl. Bevor aber von dieser Snmme nur ein Areuzer eingebracht werden konnte, erschien plötzlich die Kaiserliche Armee,, welche die Franzosen aus dem Lande vertrieb und auf Ansuchen der beraubten Eigenthümer zuerst a) von des Herrn Erzherzogs Earl Aönigl. Hoheit Gffene Grdre erteilt wurde, welche die widerrechtliche Versteigerung vernichtet, und die Zehntpflichtigen, bey Vermeidung des doppelten Ersatzes, zur Bezahlung an das hohe Domkapitel verwiesen hat. Dieser .... Grdre folgte bald b) ein k. k. fiegirninalbesehl nach, in welchem der Billet'sche (oder Uurtaultschej Zehntkauf als nichtig und un- giltig verworfen, alle Abführungen an den unbefugten Herrn Käufer verboten und die Bezahlung an die Hohe Eigenthumsbehörde anbefohlen wurde. Nach diesem erging endlich auch c) ein Hessen Hanau Lichtenbergscher Regierungsbefehl, welcher das nämliche Nullitäts-Erkenntniß, wie bei b) festsetzt, und die Bezahlung an das Hohe Domkapitel, bey Strafe des doppelten Ersatzes, geboten hat. Die hier unter a. b. und c. angerufenen Schriftstücke lauten: a) Gffene Ordre für den £>. Schaffner finsterer des Straßburger Domkapitels Die vor dein Leinde während seiner Anwesenheit vorgenommene widerrechtliche Versteigerung des Domkapitularischen Zehenden kann nach dessen Vertreibung unmöglich mehr eine rechtliche Wirkung haben. Ich fordere demnach alle Diejenige», welche diesen Zehnten noch zu entrichten haben, kraft dieser offenen Ordre ernstlich auf, solche an das gedachte Domkapitel, oder dessen bevollmächtigten Schaffner abzuführen, und warne Jedermann, mit allen Zahlungen und Lieferungen des Zehn- den an diejenigen Personen, die solchen von dem feindlichen Kommissär gesteigert haben, um so mehr einzuhalten, als sie ansonsten unnachstchtlich zur Zahlung des Doppelten angehalten werden sollen. Hauptquartier Gffenburg den löten Iviudmond <£. f?. Larl. Daß vorstehende Abschrift dem vorgelegten, von Sr. König!. Lrz' Herzog!, Hoheit dem eu ellek kommandierenden Herrn Erzherzog Carl Höchsteigenhändig Unterzeichneten und besiegelten Original wörtlich gleichlautend befunden worden seyn, bescheine Gffenburg den zten Hornung 797 (!) Pelzern, k. k. G. Amts Registrator in Grtenau. b) Inhaltlich eines von Sr. Excellenz dem K, K. v. G. Herrn Landes chef Lreyherrn von Snmeran unterm gestrigen eingekommenen Schreiben dto. von der l7te d. M. hat der Herr Domdechaut Graf Truchseß Ivurzach Namens des gesamten Straßburger Domkapitels an^ezeigt, daß ein sicherer Handelsmann Rillet von Gffenburg alle dießjäbrige Renten und Zehendgefälle des Straßburger Domkapitels diesseits Rheins von der französ. Nazion an sich gekauft haben solle. Da aber dieser anmaßliche Kauf in jeder Rücksicht nichtig, und ungiltig sey, und die Pachtzahlungszeit in Ansehung der Lrückte und der weine noch nicht einmal vorhanden gewesen, so ist dem Befehl des Herrn Landes Präsidenten zufolge allen Grtenaufchcn Unterthanen anfzutragen, nicht das mindeste mehr von den Domkapitelschen Gefällen an den unbefugten Käufer Rillet abzuführen, sondern ihre bisherige Schuldigkeiten an den Domkapitelschen Schaffner fortan einzuliefern. welches den beiden Gemeinden Grtenberg und Zell in jenen Die Beleuchtung der Zufahrtsrampen zur Zellerstraßenbrücke übernimmt das Elektrizitätswerk aus Kosten der Bahnverwaltung. Der neue Kirchplatz soll hergestellt werden. Tiefbauamt und Stadtgärtnerei sind mit Plansertigung und Kostenvoranschlag beauftragt. 'Elfteres wird auch Pläne vorlegen zur Entwässerung des Platzes und zur Ableitung des Badwassers aus der Mädchenschule nach dem Tiefkanal der Wilhelmstraße. Dabei bleiben vorhandene Bäume, die den Plan stören, unberücksichtigt. Die freie Innung der Friseure und Perückenmacher in Offenburg fordert beim Bezirksamt sür ihr Gewerbe die Einführung völliger Sonntagsruhe sür Charsreitag, Ostermontag, Himmelsahrtstag, Pfingsten, .Fronleichnamstag und den Weihnachtsfeiertag, also Tage, an welchen bisher vormittags 9 Uhr geschlossen wurde. Der Stadtrat erklärt, daß er gegen diese gewünschte Einführung der völligen Sonntagsruhe nichts einzuwenden habe Das vormals Bell'fche Wohnhaus bei der Stadtpfarrkirch * wurde dem Stadtrat abermals zum Kauf angeboten. Da von den Nächstinteressierten keine Neigung gezeigt wurde, einen Teil der Kosten zu übernehmen, sieht man von dem Kaufe ab. Der internationale Gnttempler-Orden (Alkohol-Abstinenzler) beabsichtigt, in der Zeit vom 22. November bis etwa 6. Dezember d. I. in einigen Städten ves Distriktes XVII, darunter auch in Offenburg, Vorträge über den Alkoholismus abzuhalten und an diesen Orten Organisationen zu gründen. Es wird der Bürgersaal zu diesem Zweck unentgeltlich zur Verfügung gestellt und von Erhebung einer Plakattaxe abgesehen. Dem Schlittfchuhklub soll zur Herstellung einer Spritzeisbahn der Schaubudenplatz probeweise unentgeltlich (!) zur Verfügung gestellt werden. Das zu Herstellung und Unterhaltung der Bahn erforderliche Wasser ist der Stadt zu vergüten. Die Bedienung des benötigten Hydranten darf ,nur durch einen städtischen Bediensteten geschehen. Unfall. Herr Metzgermeister Bahr und Schneidermeister Lang machten diese Woche zusammen eine geschäftliche Ausfahrt. Das Pferd ging durch und die beiden Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert. Sie trugen beide äußere Verletzungen davon. Major Lauer, der beliebteste Offizier des Bezirkskommandos, ha E sich in den Ruhestand begeben und ist mit seiner Familie nach Karlsruhe gezogen, wo seine Söhne die Kadettenanstalt besuchen. Stadttheater. Der Spielplan für die nächste Woche bringt uns am Sonntag Nachmittag sür die Kleinen „Sneewittchen", am Abend „Mein Leopold", am Dienstag „Die größte Sünde" und am Donnerstag „Alt Heidelberg". Am Sonntag fand eine sehr anerkennenswerte Aufführung des Sudermannffchen „Johannisfeuer" statt. Am Dienstag war großer Tag. Zu Ehren Schillers scheute die Direktion nicht die große Mühe einer Einstudierung des „Don Carlos". Wenn der Erfolg nicht in allen Rollen dem Fleiße entsprach, so muß dieser durchaus doch anerkannt werden. Der Träger der Titelrolle sprach vor allem zu hastig, wodurch die pointiertesten Stellen wirkungslos ans Ohr schlugen. Die Königin der Frl. Jakoby war hübsch, Frl. Schmilinsky war eine temperamentvolle Eboli. Sic dürste ihre Leidenschaft doch etwas vor« nehmer beweisen. Allznbäufige „Handgreiflichkeit" müßte sonst KarloS schon sehr rasch über die wahren Gefühle der Prinzessin ausklären. Herr Bach hatte den Philipp wohl erfaßt, es fehlte aber in Organ und Geste viel an Krast und Abrundung. Der Posa des Herrn Mayer war eine seiner bessern Leistungen. Gänzlich verfehlt war der Alba des Herrn Hahnewald, sowohl in Spiel, Maske, wie Kostümierung. Das klassische Stück brachte der Direktion endlich auch einmal einen Kassenerfolg, ein gut besetztes Haus. Möge es für die Folge oft so sein. Der elfte November ist alljährlich der Termin an dem der Karnevalverein sich neu konstituiert und sein Programm seststellt. Die Getreuen des Elferats waren im Stammlokal zu den drei Königen zahlreich erschienen. An bestem Willen zu glänzenden Taten hätte es sür die diesjährige Karnevalszeit nicht gefehlt, aber die flaue Geschästskonjuktur verwässerte die schönen Wünsche und Vorschläge. Immerhin soll der Beweis geliefert werden, daß Bohnenburg auch in flauen Zeiten sich den Karnevalsgeist nicht total aus- treiben läßt. Einige fröhliche Narrenkncipen und ein flotter Preismaskenball mit neuen Ideen und Überraschungen sind sicher gestellt. Die permanente Vorstandsstelle liegt in den tapfer» Händen des Herrn Joseph Glück fen.; zum Faschingspräsidenten ist wieder unsere bewährte „Kunst" Herr Gustav Müller einstimmig gewählt worden. Der Wirteverein Offenburg veranstaltete am letzten Montag in der Kopshalle eine Versammlung, die recht gut, insbesondere auch von den auswärtigen Gastwirten besucht war. Der Vorsitzende, Herr Krauth, begrüßte die Herrn Kollegen und die geladenen Vertreter der Staatsbehörde und der Stadtgemeinde. Herr Amtmann Frh. v. Rotberg dankte in bereder Weise und wünschte den Bestrebungen des Gastwirtevereins besten Erfolg. In ähnlichem Sinne sprach auch Herr Stadtrat Mansch einige Worte. Der Hauptgegenstand der Tagesordnung bestand in einem Vortrag des Herrn G. Hermann, Ehrenvorsitzender verschiedener Wirtsvereine in Hessen und Württemberg. Sehr interessant wußte derselbe die verschiedenartigen Interessen des Wirlsberufes darzulegen und empfahl neben der Pflege enggeschlossener Organisationen, den Eintritt in die Stcrbekasse und in die Haftpflichtversicherung des Bundes deutscher Gastwirte. Wirkungsvoll unterstützte und ergänzte den Vortrag Herr Wursthorn. Ebenso Herr Hirschwirt Lienhardt von Diersburg, der, unter Hinweis aus die neuen Steuervorlagen, festes Zusammenhalten iür notwendig erklärte. In der Tat wird ja die neue Wein-, Bier-, Tabak-, Elektrizitäts- und Jnseratensteuer die Wirte wieder stark belasten. Geselliges, fröhliches Zusammensein bildete den Abschluß der Beratungen. Strahburger Lotterie. Ziehung am 21. November. Da dies bereits die 17. Ziehung dieser Lotterie ist, und diese jedesmal ohne Verlegung stattfanden, erfreuen sich die Lose einer guten Nachfrage; es empfiehlt sich, die Bestellungen baldigst zu machen, da dieselben kurz vor der Ziehung so zahlreich sind, daß die prompte Erledigung schwer auszusühren ist. Lose ä 1 M., 11 Lose 10 M., Porto und Liste 25 Ps., bei I. Stürmer, Lotterie- Unternehmer, Straßburg i. E., Langestr., sowie bei allen Losverkaussstellen. Berliner Altoffenburg war zwei Tage vor Martini in ungenügende - Zahl versammelt, um das „Thcddor-Fest" zu feiern hinter einem Glase Zeller- Roten. Der Zuckerbäcker O. Flach überraschte die Damen mit der erfreuende« Gabe eines pracht- und kunstvoll angefertigen Kuchens. Die „Littli" beiderlei Geschlechts hieben, einer aus der Torte paragraphierten Widmung gemäß, vernichtend auf das Labsal ein, konnten aber nicht an Ort und Stelle mit der Garausmachung fertig werden. Jeder trug noch ein Stück des zerlegten Kunstwerkes nach Hause. Die nächste Sitzung sin sei am Samstag, 5. Dezember statt, am Nikolausabend; bei diesem Anlasse hofft man, daß der letztmals ausgebliebene Bühler Renommier-Schwartenmagen in der verhärteten Form eines Hutzellaibs genossen werden kann, wozu etwas „Pflümlischnaps" auch noch erwünscht wäre. Treffpunkt im Hilsebein am Potsdamerplatz, wo's in den Untergrund hinuntergeht. Jngloffeni Scheiewes. Bridesburg, den 1. November 1908. Liäwer Alter! Wiä kann i Dir danke für diä Gradulazion zue miem Geburtsdag im alte Osfeburgcr Dialekt, der mi halt allewiel noch anheimelt? I kann si halt nitt vrgesse, diä Muetterschproch, un wenn i noch emol siewezig Johr alt dät wäre! Vor luter Freud un Üwerraschung sin mr Thräne üwer d' runzligi Backe na gloffe. Nai, Englisch bruchen 'r nitt z' barliäre; i vrschteh noch ganz gu«t Offeburgerisch. Ihr meine, i soll noch emol in d' Heimet? So e Mul voll Klevner könnt i schun schlucke un dr Sepp hett au gsait, 'r holt e Hästli voll vnn sim Neue uß em Keller, un mit em Amali müeßt i deß Fäßli Bier trinke, wo schun so lang vrschproche isch. Ihr meine's Alli guet mit mr, un i dank Euch Alle vun Herze, um's trinke wärs mr nitt, awer i möcht Euch Alli nochemol sehn un mit Euch schwätze. Mr henn alli alti Offeburger hoch lewe lasse an miem Geburtsdag. So, jetz mueß i awer uffhöre z' babble, un Humbug derf i keiner mache, denn ür Sepp hett mr sage lasse, es wär jetz ball Zitt, daß i mi bessere dät; so mueß i halt jetz browiäre, brav z' sien. I kann jo nix drsür, daß i vun ere luschdigi Ratz herschtamm — vum Linke - Sepp uß dr Buregaß. So, jetz lewe wohl un nochemol mien herzligschter Dank an Alli. Mit de herzligschte Grüeß vrblied ich wiä immer, die papierne Karlin, e alti, echti Bohneburgeri. Aus der Poesie des Jahres 1848. An mein eigen Her;. O armes Herz, mäßige nun dein Schlagen! Du bleibst ja hier, czeh' ich auch wirklich fort: Im Vaterland will Glück mir nimmer tagen, Ich such' zur Heimat einen andern Ort. Weit überm Meer, wo freie Bürger wohnen. Da wird die Zeit mir einst auch Ruhe lohnen. Ja, armes Herz, ich kenne deine Leiden. Ich kenne deine Qualen, deine Pein. Du sollst, was du geliebt, nun alles meiden, Allein mit mir und dir zufrieden sein. Und scheiden von dem lieben Vaterlande, Und auch dem Wesen, das dich so verkannte. Dem Heimathsort, der Mutter und den Brüdern Sag' Lebewohl; den Freunden und dem Rhein, Den bringe noch ein' Abschiedsgrus; in Liedern, Und lass' sie fern dir in Erinn'rung sein; So wirst du Herz wohl mehr in Teutschland leben. Wenn Geist und Seun auch über Meer hinstreben. Dies sei dein Trost: die Zeit bricht viele Leiden, Vielleicht find'st du bei den Indianern Ruh'; Vielleicht führt dir in spätern Manneszeiten Ein Genius Hymens noch Gesellschaft zu. Denn Herzen, die, wie du, so innig lieben. Die finden Trost auch überm Ocean drüben. Zwar Vaterland das wird dir niemals werden Ein and'rer Theil auf diesem Weltenrund; Und wären auch nocheinmal so viel Erden, Mit Deutschland nur fühlst du im ew'gen Bund, Und hat's auch dir kein' Ruheort gelassen, Du liebst es doch und wirst es niemals Haffen. Er... R. (Der Verfasser dürfte vielleicht Ernst Rehfuß aus Kehl sein.) / £€€€€€€€€€*£* «^SSSSSSSKSL» iJ.r % f Zähringer H°f Offenburg. w Sonntag den 15. November 1908 «- I §eupera JfU.50. f St. Hubertus-Suppe Hühner-Frikassee mit Reis Roastbeef garniert Süssspeise. -».— Stets reichhaltige Speisekarte Abendplatten ff. Riegeler u. Münchner Spaten-Bier Reine Weine. 3312 LSSKSKSSSSKKSS8SESSSSLSL- kauft man am besten bet ''3306.3.1 find zu haben in der Druckerei Adolf Geck« Stadttheater Offenburg. ®aa'bau zu den „Drei Königen". Wochen-Repertoir: 3311 Sonntag den 15. November nachmittags halb 4 Uhr Kindervorstellung bei kleinen Preisen Sneewittchen u. die 7 Zwerge. abends 8 Uhr Mein Leopold. Volksstück in 5 Bildern von A. L'Arronge. Dienstag den 17. November Die größte Sünde. Schauspiel in 6 Akten von Otto Ernst. Donnerstag den 10. November Alt-Heidelberg. Schauspiel in 5 Akten von W. Meyer. Kisten "mi^e starke, große sind zu verkaufen. Zu erfragen in der Druckerei d. Bl. Dies statt besonderer Anzeige. TodeS'Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 3 U& Uhr unfern unvergeßlichen Urgroßvater, Großvater, Vater, Bruder und Schwiegervater MiUielrn Weber privat in einem Alter von nahezu 79 Jahren durch einen Herzschlag unerwartet rasch zu sich zu rufen. Offenburg, den 8. November 1908. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 3307 Carl Weber, Musiklehrer. Danksagung - . Für die vielen herzlichen Beweise der Teilnahme beim Hinscheiden meines, lieben Vaters Wilhelm Weber für die zahlreiche Leichenbegleitung und Blumenspenden sage ich herzlichen Dank. Besondern Dank den Herren Geistlichen, sowie dem verehrlichen katholischen. Stiftungsrat. Olfenburg, den 11. November 1908. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 3310 Carl Weber. Bekanntmachung. Die Herren Mitglieder des Bürgerausschusses werden hiermit zu einer Versammlung auf Montag den 16. November 1908, nachmittags 4 Uhr in den Bürgersaal ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Das städtische Gaswerk betr. 2. Die Herstellung der Friedrichstraße und des freien Platzes bei der neuen katholischen Kirche betr. 3. Die Verbreiterung der Zellerstraße bei der Brauerei Armbruster betr. 4. Den Ankauf des Himmelsbachschen Anwesens. Okenstraße Nr. 26 betr. 6. Die Dienerstelle bei der Realschule betr. 6. Die freihändige Verpachtung von Gemeindegut betr. Im Falle der Verhinderung wolle vor der Sitzung schriftlich hierher Mitteilung gemacht werden. Offenburg, den 9. November 1908. 3309 Der Oberbürgermeister. Hermann. Miltner. O CT s er 3» n «% a " T W r ieca.e3rs? , erl£&n3-:fer gresvLClrt. M OQ Nedaktiou, Druck und Verlag von Adolf Geck tu Offeuburg. Hierzu eiue Beilage.