Beilage zu Nr. 565 der Alten Offebuvger vom 13. März 1910. Zur Geschichte der Schwarzwaldbahn (Kinzigtalstrecke). Vor 50 Jahren wurden die ersten Vermessungsarbeiten für dieEisenbahnstreckeOffenburg-Villingen-Konstanz vollendet. Man erkannte, daß die größte Schwierigkeit in der Erreichung des Höhepunktes für die Strecke Triberg-St. Georgen zu "überwinden ist. Es entstund deshalb ein anderes Projekt, welches die Bahn von Hausach nach Wolfach und dann durch das Schiltacher Tal über Schramberg nach Villingen lenken wollte. Die Regierung ging auf keine Entscheidung ein, weil zu diesem zweiten Projekt die württembergische Regierung ihr Einverständnis zu geben hatte. Eine Strecke der projektierten Linie würde durch das Gebiet ihres Reiches gegangen sein. Dem badischen Landtag machte die Regierung deshalb eine Vorlage, daß die Bahnen über den Schwarzwald von Offenburg bis Hausach und mit der einstweiligen Unterbrechung von da bis Villingen, dann von hier über Donaueschingen nach Singen-Konstanz ausgeführt werden. Auf diesen Vorschlag kamen nun die Murgtäler mit ihrem Projekt, indem sie die Unausführbarkeit der erwähnten schwierigen Stelle (Sommerau) vorschützten und behaupteten, die Schwarzwaldhöhe bei Villingen wäre auf dieser Linie ohne erhebliche Schwierigkeiten zu erreichen, indenr sie von Muggensturm aus auf badischem Gebiet über Gernsbach bis Schönmünzach, von da auf württembergischem Gebiet über Freudenstadt und etwa nach Sulz a. N. geführt werden müßte, um sie hier mit der württembergischen oberen Neckartalbahn in Verbindung zu bringen, welche sich im Neckartal von da über Oberndorf und Rottweil hinziehen und von letzterer Stadt etwa nach Schwenningen ablenken sollte, um sie dann in Villingen mit der badischen Schwarzwaldbahn zu verbinden. Das Kinzigtal würde dadurch völlig umgangen und an die Erbauung einer Bahn von Offenburg nach Konstanz über Hausach nach Villingen könnte natürlich'dann nie mehr gedacht werden, wenn jenes Projekt bei entscheidender Stelle sich Geltung verschaffen würde. Jetzt entstund aber ein Eifer in Offenburg; das Wochenblatt schrieb am 9. März 1860: „Durch diese Mittheilung wird Mancher einsehen lernen, welch' unberechenbarer Nachtheil zunächst der ganzen Gegend von Offenburg bis Villingen erwachsen könnte, wenn das Murgthalprojekt seinerzeit zur Ausführung käme, und wie wenig es geeignet ist, sich durch die Eigenliebe und Kurzsichtigkeit Einzelner zur Unthätigkeit Hinhalten zu lasten. Denn gegenüber der Rührigkeit der Murgthäler sollte man in dieser höchst wichtigen Angelegenheit die Hände jetzt nicht in den Schooß legen. Welche Schritte nun zu unternehmen nöthig sind, wollen wir zunächst Jene untersuchen lassen, die vermöge ihrer Stellung vorzugsweise dazu berufen sind. Doch glauben wir hier noch beifügen zu müsten, daß es nach unserer unmaßgeblichen Ansicht nicht ohne Vortheil wäre, in jeder Amtsstadt der bezeichneten Linie ein Co mite zu gründen, das diese Angelegenheit mit Eifer zu betreiben sich verpflichtete und um den bezüglichen Unternehmungen mehr Kraft und Einigkeit zu geben, wäre die Errichtung eines Centralcomites in irgend einer der beteiligten Städte nöthig. Wir finden dies um so wichtiger, da es bereits bekannt ist, daß einflußreiche Persönlichkeiten in Villingen und Donaueschingen sich dem Murgthalprojecte deshalb nicht gänzlich abgewendet haben, weil es für die bereits genehmigte Bahn von Villingen nach Singen-Konstanz von großer Wichtigkeit ist, eine directe Verbindungslinie mit dem bad. Unterlande zu bekommen, sei es nun durch das Kinzig- oder Murgthal, und es ist deßhalb auch erklärlich, daß sich die Villinger jenem Projecte anschließen und dasselbe auch vertheitigen werden, das auf die Ausführung zuerst Aussicht haben wird. Denn legte man bei dieser Gelegenheit den Patriotismus in Gernsbach bei seit, warum sollen wir daran zweifeln, daß in Villingen nicht auch das Ortsintereste über den Patriotismus siegen wird? — Was ist daher natürlicher, als die Städte Villingen, Donaueschingen, Engen rc. zur Thätigkeit für die Kinzigthalbohn aufzufordern und sich mit ihnen zu gemeinsamem Vorgehen zu verbinden?" i Bekanntlich scheuten Regierung und Volksvertretung in i Baden die Kosten nicht, welche ein Mehr an Millionen erforderten, um die Strecke Hausach— Hornberg—Triberg— Sommerau nach dem Gerwigschen Projekte zu bauen. Durch die Großartigkeit der Technik und des landschaftlichen Reizes wurde die Schwarzwaldbahn zu einer europäischen Sehenswürdigkeit, zu einem Anziehungspunkte des Fremdenverkehrs ' für das badische Land. Das Komite für das Kinzigtal-Projekt arbeitete tüchtig im Jahre 1860. Wenige Jahre später war das Bahnbau- Bureau im Zähringerhof und bald förderte der Unternehmer Stier mit seinen Kippwagenzügen die in der Stadt Offenburg ausgehobene Erde nach Süden für den Bahndamm gegen Ortenberg. Offenburger Allerlei. Aus dem Berichte des Schularztes. Herr Doktor Nathan ließ von den zu Ostern 1909 schulpflichtig gewordenen Kindern 9 Mädchen und 5 Knaben als körperlich und geistig unentwickelt vom Unterricht befreien; einige Kinder mußten noch bis zur Heilung ansteckender Hautkrankheiten zurückgestellt werden. Während des Schuljahres 1909 10 wurden 172 Knaben und 146 Mädchen untersucht; unter den ermittelten Krankheiten bilden Blutarmut und Unterernährung in 56 Fällen, die Halsdrüsenschwellung in 57 Fällen die Hauptursachen der körperlichen und geistigen Indisposition. Viele Kranke sollten an der Ferienkolonie oder an der Kur im Soölbad Dürrheim teilnehmen; die Badgelegenheit konnte leider nur 14 Kindern und in verspäteter Zeit gewährt werden. Es wurden dann im Sommer Soolbäder in derSchule an 21 Kinder verabreicht, wobei jedesmal auch mit Milch und Brot nachgeholfen wurde; es fehlt dabei an Wäsche und an einem geeigneten Raum mit Liegestühlen zum ausruhen. Der Schularzt untersuchte öfters die Unterrichtsräume auf die Heizungs- und Lüftungseinrichtungen, Reinlichkeit, die Beschaffenheit der Schulbänke. Vor dem Lehrerkolegium referirte Herr Doktor Nathan über die Entwicklung der Schulhygiene und veranlaßte dadurch eine nützliche, aufklärende Diskussion. Der städtische Kindergarten wird seit Mitte April von zwei Lehrerinnen geleitet, von Fräulein Jda Me iß und ihrer Gehilfin Fräulein Frida Kößler, welche ein halbes Hundert Kinder, vorwiegend Knaben, zu beaufsichtigen und zu unterrichten hatten. Eine Unterbrechung des Schulbesuches trat im November ein, als wegen der Maseru-Epidemie der Kindergarten geschloffen werden mußte? An Weihnachten hielten die Kinder eine Feier bei Chocolade und Bretzeln, welche die Stadtverwaltung stiftete; die Kleinen erfreuen sich niedlicher Stühle, die vom Stadtrat Simmler, und etlicher Spielbälle, die von Fräulein Trunk geschenkt wurden. Solche Zuwendungen verdienen der Nachahmung, da man den Kleinen mit geeignetem Spielzeug ein großes Vergnügen bereitet. Die Zahl der Mädchen ist wohl deshalb eine recht geringe, weil Mütter ihre Töchterlein zu häuslichen Arbeiten und Komistionen daheim behalten. Die Handarbeiten der männlichen Schuljugend. Mit jedem Jahre gewinnt der Handfertigkeits-Unterricht unfern Schule an Bedeutung. Ec ist für unsere Volksschule fakultativ; an ihm beteiligen sich auch Schüler der Realschule und des Gymnasiums. In der Abteilung für Papparbei ten, die in 2 Klaffen getrennt ist, (18 bezw. 19 Schüler) hat ein Untersekundaner der Realschule ganz besondere Fertigkeiten sich erworben. Wir erinnern an die Arbeiten im vorigen Jahre. Auch un der Hobelbank arbeiteten im letzten Jahreskurse neben 28 Volks- schülern noch Realschüler und ein Gymnasiast. Es ist nun auch eine Doppelabteilung 38 Schüler für die Schnitzarbeit eingerichtet worden, wozu auch die Realschule 12, das Gymnasium 4 Teilnehmer stellte. Diese Arbeit erfordert von den Schülern eine große Geduldsprobe, bereitet ihnen nach der Ausdauer große Freude und gewöhnt sie inssbesondere an die Beobachtung der strengsten Genauigkeit. Es werden hergestellt Türschildchen, Rahmen, Brettchen für Termometer, Schlüssel u. s. w. Standesamtliches. Dem allmonatlich an das Kaiser!. Reichsgesundheitsamt in Berlin zu erstattenden Bericht entnehmen wir über den Monat Februar folgende Angaben: Lebendgeboren wurden 19 Knaben und 15 Mädchen, zusammen 34, darunter 2 uneheliche. Gestorben sind 12 männliche und 11 weibliche Personen, zusammen 23, darunter 6 Kinder unter 1 Jahr. Zu vermieten. für sofort oder später ein schönes, gut möbliertes Zimmer. Aufmerksame Bedienung. Zu erfragen 3674.0.2 Sophrenstr. 10, 2. Stock. Sie Buchdruckerel Adolf Geck Messelstrasse 12 empfiehlt slcl) zur Anfertigung sämtlicher * Druckarbdten $ für kaufmännischen und privaten Bedarf: > fldresskarten flviskarten Begleitadressen Briefköpfe Broschüren Gataloge Circulaire Diplome Gtiquetten facturen Frachtbriefe & £ filittheilungen Plakate Preislisten Programme Prospekte Quittungen Rechnungen Statuten Cabellen Verträge Wechsel etc. Glückivunsdfkarten { M änner-Hitfsverein Offenburg. Unsere diesjährige findet am Mittwoch den 16. d. M., abends 9 Uhr, im Militärvereinslokal (Brauerei Kemps) statt, wozu wir unsere Mitglieder höflichst einladen. Die Tagesordnung wird im Lokal bekannt gegeben. Offenburg, den 10. März 1910. 3682 Der 1. Vorstand: Simmler. Einladung. Die Wahl von Stellvertretern in den Bürgerausschutz betr. Gemäß 8 39 Aabsatz 2 der Städteordnung hat der Bürgerausschuß für die ausgeschiedenen Herren Stadtverordneten Franz Kistner. Kulturmeister, und Johann Schweiger, Architekt. Ersatzwahl vorzunehmen, welche bis zur nächsten regelmäßigen Erneuerungswahl des Bürgerausschusses Giltigkeit hat. Wahlberechtigt sind die Mitglieder des Bürgerausschusses. Wählbar sind nach § 37 der Städteordnung alle Stadtbürger, deren Bürgerrecht nicht ruht (§ 7 c der Städteordnung) mit Ausnahme: a. derjenigen Beamten, und Mitglieder von Behörden, welchen die staatliche Aufsicht über die Stadt übertragen ist; b. der Stadträte; c. der besoldeten Gemeindebeamten. Zu dieser Wahl wird Tagfahrt auf. Montag den 14. März d. I., vormittags ll l U bis 12 Uhr, in den Rathaussaal anberaumt. Die Abstimmung geschieht zwischen 11'/» und 12 Uhr; nach 12 Uhr werden Stimmzettel nicht mehr angenommen. Die Herren Mitglieder des Bürgerausschusses werden hierzu ergebenst eingeladen. Offenburg, den 9. März 1910. Der Stadtrat. 3676 R. P. Nr. 232. Hermann. Miltner. Vergebung von Sauarbeiten. Arbeitsnachweis-Anstalt der Stadt Offenburg. Hauptstraße Nr. 106. Vermittlung von Kost und Wohnung für Arbeiter und Arbeiterinnen. Unentgeltlich für Arbeiter und Arbeitgeber. Stelle« finde«: Männliches Personal: Feldknecht, Sattler, Wagner, Stuhlmacher, Möbel- und Stuhlpolierer, Holzdreher, Holzmaschinenarbeiter, Zigarrenmacher, Wickelmacher, Schneider auf Groß- und Kleinstück, Mühlenbauer, Möbelschreiner, Schuhmacher, j. Bursche für Molkerei. Weibliche- Personal: Landwirtschaftliche Dienstboten, Küchenmädcheu, Wirtschaftsköchin, Privatköchin, häusliche Dienstboten. Lehrlinge: Schreiner, Blechner, Gärtner, Küfer, Metzger, Sattler und Tapezier, Schuhmacher, Schnerder, Friseur. Wir machen besonders auf vorstehende Lehrstellen aufmerksam. Die Verwaltung. Adam. Die Erd-, Maurer-, Steinhauer-, Schmied- und Zimmerarbeiten zum Neubau des hiesigen Krankenhauses sollen im Wege der öffentlichen Verdingung vergeben werden. Die Unterlagen und Pläne sind auf dem städtischen Hochbauamt vom 28. Februar bis 18. März in den üblichen Geschäftsstunden einzusehen. Die Angebote müssen portofrei, verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen und unterschrieben spätestens am Freitag den 18. März d. I., vormittags 11 Uhr auf der Stadtratskanzlei hier eingereicht sein, um welche Zeit die Eröffnung stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Offenburg, den 25. Februar 1910. I. A. des Stadtrates: Städt. Hochbauamt. 3687.8.8 K. Wacker. Bekanntmachung. ^ Die Wählerlisten zur Neuwahl der Beisitzer des Gewerbegerichts liegen zur Einsicht der Beteiligten bis zum 18. ds. Mts. während der Geschäftsstunden im Zimmer Nr. 11 auf. Einsprachen sind innerhalb 10 Tagen nach Beginn der ! Auflegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Nur solche Einsprachen 1 werden berücksichtigt, in denen behauptet wird, daß nicht wahlberechtigte Personen .. , ^ f ' eingetragen oder angemeldete Wahlberechtigte nicht oder unrichtig eingetragen sind. Furmulurk zu Kaugesuchtn j Offenburg. ben 9. März 1910. Der Stadtrat. 3680 Hermann. Willi. sind vorrätig in der Druckerei Ad. Geck« Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Geck in Offenburg. empfehlen, die Szene nicht gar zu dunkel zu halten, die Illusion läßt sich doch herbciführen. Es ermüdet die Zuschauer zu sehr, besonders auf den von der Bühne entfernteren Plätzen, wenn sst nur Schatten und keine Personen erkennen; das beeinträchtigt das Verständnis und den Genuß, Das Lager der Azucena im Kerker dürste minder hoch und schwellend sein, es wird dies auch das Spiel des Manrico mit seiner eingekerkerten Mutter erleichtern. Das Orchester hielt sich in der festen Hand des Herrn Prümmers sehr wacker, einige Indiskretionen abgerechnet; der Chor war den Verhältnissen entsprechend. Hübsch kam der Chor der Nonnen im 2. Akt zur Geltung; besonders siel eine prächtig klingende Altstimme darin auf. Wir wünschen der Direktion zur Wiederholung ein ebenso volles Haus. Die benützten Stehplätze allein hätten genügt, das Lahrer Theater bis zum letzten Platz zu füllen. Benefizvorstellungen. Die letzte Theaterwoche ist angerückt. Da gilt es noch, der Direktion an ihrem Benefizabend zu beweisen, daß das Theaterpublikum besriedigt war. von her Arbeit, die sie leistete. Herr Direktor Helm wählte sich das unverwüstliche „Der Raub der Sabinerinnen" zu seinem Benefiz. Der Striefe ist eine Glanzrolle des Direktors und wird ihre alte Zugkraft nicht verfehlen Hoffentlich dürfen wir Herrn Direktor Helm, welcher der Einwohnerschaft immer sympathisch nahe stand, ein herzliches „Auf Wiedersehen" zurufen! Am Donnerstag hat Herr Z ei sing sein Benefiz: „Bruder Strau- binger". Herr Zeising erfreute uns besonders als „Waperl" in „Försterchristel", als „Vogelhändler", als „Vinzenz" in „Der fiDele Bauer" u. a. m. Es drängt sich nun auf Saisonschluß alles zusammen, dann kommt die große Pause nach den Wintervergnügungen, wo uns hoffentlich Lenz und Sommer reichlich Gelegenheit geben werden, den Tempel der Natur zu besuchen. Milde Richter fand der Unteroffizier Bär von der 7. Kompagnie- der mit noch zwei Kameraden den frechen Ueberfall auf den Stadttaglöhner Bolz beim Friedhof ausgeübt hatte. Er erhielt 14 Tage Mittelarrest, seine Helfer 7 bezw. 10 Tage Mittelarrest. Dem Bär wurde zugute gehalten, daß er — sonst Abstinent — von seinen Kameraden besoffen gemacht wurde. Das Urteil und das Ergebnis der Untersuchung bestätigen, daß des Volkes Stimme s. Zt. recht hatte, die eine schärfere Bestrafung der Helfer und Anzettler verlangte, als des Attentäters selbst. Zu der Verhandlung des Kriegsgerichts war der Verletzte nicht als Zeuge zngezogen worden. Einen persönlichen Strafantrag hatte er nicht gestellt. — Hoffentlich nimmt sich die Stadtgemeinde des Schadenersatzanspruches an das Regiment für ihren im Dienste niedergeschlagenen Arbeiter nachdrücklich an. Die Praxis der Versicherungsanstalten lehrt, daß die bösen Folgen solcher Verletzungen sich oft viel später bemerkbar machen. Schulentlassung. Bald werden die schulpflichtigen Kinder der Volksschulen ins Erwerbsleben entlassen und die Fortbildungsschulen nehmen diejenige auf, die sich nicht als Lehrlinge einer Gewerbe- oder Handelsschule anvertrauen. Wie nötig eine Fortbildung noch nach der Schulzeit, ganz besonders aus dem Lande ist, das bezeugt folgende buchstäblich wiedergegebene Korrespondenz eines Renchtäler jungen Mädchens an eine Magdverdingerin: An Frau.Stellcnfermitlerin Amd Baden Kähl den 6 Märtz. Liebe Frau . .. ich mit Kutz mit beiten das die Siel sehr Strom ist und das Haft geld Hab ich nicht Uund das Reis Kelt auch nich wen sie noch Kähl gomen solen sie angernen dan ich Hab blos 45 Mark Im Virdel Jar ich wil mein schreiben schliefen aus Antwort Grüsen . ._.ich dank bar für den Korb, Die junge Renchtälerin müßte, bevor sie der Welt anvertraut wird, noch mindestens 2 Jahre die Schule besuchen! Personalien. Etatsmäßig angesiellt: Lokomotivheizer Franz Baumann hier. Versetzt von hier die Reserveführer Emil Falk nach Hausach und Wilhelm Pabst nach Villingen. Jngloffeni Schriewes. Liäwer Alder! g; bxrgehmter odder doch e weltbekannter Mann z' were, wünscht sich Mancher, wo viellicht mit ere gnete Tat odder mit erg probate Erfindung so e Rennomee redlig vrdiänt hett. Awer durch gmachti Dummheite fascht drei Dag lang d' badisch Kammer un alli Zittünge in Allarm z' setze, deß hett Einer fertig brocht, wo au noch denne schöne Ramme Engel im Geburtsregischter schtehn hett. Vum e Landschtand hett 'r gar 's Prädikat „dr arm Engel" zuegsproche kriägt. Au unser Debutiärter Zehnter hett dem Engel si Schutz angedeihe losse. Der Mann hett nämmlig ungschickt e Schtreik dr chrischtlige Gwerkschafts- arweiter anzeddelt un bi dem Krawall hett's Doti un Blässiärti geen. Wege dere Engelsgschicht hett d' Büdscheberatung e paar Dag länger durt, awer z'letscht isch alle Paregrafe zuegschtimmt wore. - Hitt sinn e Halbdutzed Landschtänd, au e Offeburger drunter, uff Langebrücke un Mingolsheim gfahre, Wegen em projektiärte Bähnli, wo alli zwei Gmeinde dr Bahnhof gern uff ihrem Bode hätte, 's'isch mr vrzehlt wore, wiä si im Schwefelbad Langebrücke, wo dr Sänger- kriäg mit em Adölfli-schtattgfunde hett, empfange wore'sinn. Dr Wirt vum Kur-Saal isch früehger z' Offeburg' uff's Gymnasi gange. Mänichs Schtückli vum Bäre-Felix, vum Gecke-Oskar nn vum Fendrich-Doni hett 'r zuem beschte geen. - 's isch e scheöns Plützli, dr Kurgarte vun Langebrücke, un sell Schwefelwasser hett schun viele Kaschperkandidate Widder uff d'Bein gholfe. Dr Wirt isch e ganz knlänts Männli un hett,/ historischer Ramme. Si Unkel Sigel, dr badisch un amerikanisch Freischärler, isch lang 's Dischgschpräch gsien, un"s Bild vun dein dapfere, edle un uneigenützige Freiheitsheide isch mit Ehrfurcht un Reschpeckt bschaut wore. E langer Marsch üwer Felder un Matte henn diä Landschtänd mache müesse, un mit Lammsgeduld henn si zueghorcht, welli Richtung des projekdiärt Bähnli nemme sott, daß es Jeder vor's Hus kriägt. Au in Mingelse sinn diä Landschtänd herzlig empfange wore un 's isch e herti Ruß, z' entscheide, wo detz Bähnli durch soll, 's Mingols- heimer Schwefelwaffer wurd schpeter vrsuecht. In dr Anschtalt isch noch e Rundschau un e Kontroll vorgnumme wore. So gege zwei Hundert Männer un Wiebslitt schtecke in dere Pension, um sich vun allerlei Laschter z' bessere. Länger als zwei Jahr were st nitt bhalte. Dr Direkter Weber un dr Owerbuechhalter Zahn henn vun de Landschtänd alles Lob üwer d' Ordnung un Reinligkeit in dr Anschtaltt z' Here kriägt. Grueß un Batschhand >. —%■ Stadttheater Offenburg. Saalba« zu den „Drei Königen". Freiwillige Feuerwehr Offenburg. Wochen-Repertoir: 3681 Sonntag den 13. März Letztes Gastspiel mehrerer Mitglieder des Mannheimer Hof- und Nationalthcatcrs Medea. Trauerspiel in 4 Aufzügen von Grillparzer. Dienstag den 15. März Benefiz für Herrn Direktor Alfred Helm Drr Raub dn Snbincnwit. Schwank in 4 Akten von Franz und Paul von Schöntan. Donnerstag den 17. März Benefiz für Herrn Hans Zeising Bruder Straubinger. Operette in 3 Akten von Ed. Eisler. Sonntag den 20. März Abschieds-Vorstellung. Auf vielseitigen Wunsch zum zweiten- und letztenmal Der Troubadour. .Oper in 4 Aufzügen von Guiseppe Verdi. Schluh der Saison. » Montag den 14. März ds. Js„ abends 5 Uhr T Spezialübung Ti sämtlicher Abteilungen des Korps. Vollzähliges Erscheinen wird mit -4^-aller Bestimmtheit erwartet. Offenburg, den 12. März 1910. Das Kommando. 3604 Josef S a r. Rubi. G Vom Unterzeichneten Verlage ist zu beziehen Das •1 Asiehsvspsins- und G HeFsommlumgspecM D G G G warn di. Hai WM nebst den Mussührungs « Verordnungen dev Vroßh. Vsd. Negierung. Ureis 20 Mg. ... Beim Bezug größerer Partien bedeutende Rabattgewährung. Bestellungen erbittet LMM & Mg Adolf Geck, Offenlmrg. Öffentlicher Vortrag. Donnerstag den 17. März d. I., abends 1/48 Uhr, im Bürgersaale, Kornstraße Nr. 2 Vortrag von Herrn P. O. Rüppel, 1. Sekretär des „Bundes deutscher Bodenreformer" aus Berlin über Eintritt frei. — 3677 ^ * Kavl 6 e|Ic¥ mech. Drechslerei E*T- Gerberstraße Nr. 16 ^»>1 empfiehlt sein großes Lager XoaceU' md Spajictflötfc — in jeder Preislage — labotspfeifcn 36,2 261 für jeden Raucher, deutsche, französische, englische Fabrikate, mit Garantie. Reparaturen fachmännisch. Zigarren, Tabake, Cigaretten. Rauchrequisiten. Billigste Preise! Prompte Bedienung! - .'v .V »V »X. «X. «X ^ ^ ^ — a»f ta* Offenburg. Makulatur zu haben in der Druckerei Ad. Geck« Preikönigsaal OfFenburg. Montag' Ls». 2.-L- Mäiz 1910, a/bencLs S'/< TTlix Kammermusik-Konzert. Programm: 1. Quintett A-dur für Klarinette und Streichquartett.W. A. Mozart. (Herr Musiklehrer Fink von Offenburg und die Straßburger Quartettvereinigung : Herren Konzertmeister Grevesmühl, Prins, Geurten, Mavet). 2. Lieder für Alt.Robert Schumann, (Frau Regierungsbaumeister Eisenlohr von Offenburg). 3. Adagio und Scherzo aus dem Streichquartett op. 18 Nr. 2 G-dur . . . L. v. Beethoven. (Die Straßburger Quartettvereinigung). 4. Lieder für Alt ..Joh. Brahms. (Frau Regierungsbaumeister Eisenlohr). 5. Streichquartett op. 64 Nr. 5 D-dur.Joseph Haydn. (Die Straßburger Quartettvereinigung). Preise der Plätze: Nummerierter Sitzplatz 1 M., Stehplatz 30 Pf. Vorverkauf in der Buchhandlung von Herrn Trübe. Abendkasse um l ‘t 8 Uhr. 3678 MM" Während der einzelnen Vorträge ist der Eintritt in den Saal nicht gestattet. G. Fritsch Hauptstr. 57 — Teleph. 134 MassjjescMlt für feine Herrengarderoben. p. p. Hierdurch beehre ich mich mitzuteilen, daß mein Lager in den neuesten englischen und deutschen Krüh.j ertir s - N eu.hLeiter| in großer Auswahl ausgestattet ist. Im Interesse pünktlicher Lieferung bitte ich, mir zugedachte Aufträge schon jetzt erteilen zu wollen. Hochachtungsvoll G. Fritsch 3682 Schneidermeister. Dies, statt besonderer Anzeige. Todes- Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß-eL.Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfern innigstgeliebten, unvergeßlichen Gatten, Vater, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Jöseph Ernst bend Schuhmachcrmcistcr nach langem, mit Geduld ertragenem, schwerem Leiden gest halb 10 Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen. Offenburg, den 10. März 1010. Im Namen der trauernden Hinterbl en: Frau Marie Ernst und Kiffder. Die Beerdigung findet am Samstag den 12. März, nachmittags 4 Uhr statt. 3679 Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Geck in Offenburg. Hierzu eine Beilage.