Beilage zu tt*. 609 des Alten Gffeburger vom 15. Januar 1011. Beschlüsse unseres Stadtrates im 16. Jahrhundert. 1592 . Freitag den 3. Januar 1592. Nachdem sonderlich der berckhwein abermalen inn ein zimblichen vffschlag, soll dernwegen den würdten der wein fürter vmb 10 4 außzuschenckhen, den gmeinen bürgern aber der wein vmb 7,8,9 vnd auch 10 4 , nachdem er kauffmannsguet, auß- zuzepffen, vergünstigt sein. Beiden schuel vnd lehrmeisters bschwerden contra Valeri Ernlin der jugendt halb vnd vngeacht, soll Valerio hieuorig be- willigung nach, ein oder mehr so zum rechnen und andern schrifften lesen inn sein disciplin vffzunemmen vergünstigt, aber dabei vndersagt sein, den eltern oder der jugendt deßhalb gfarlich nitt nachzuulaffen, noch sy von der schuel oder lehrhauß deßhalben abzuhalten. Mittwoch den 7. Januar 1592. Den Hern keyserlichen fiscal, wie auch den pfenningmeister deßgleichen Hern Philips Seyblin der Gotauischen contribution vnd cammergerichts vstendigen vnderhaltung dann auch vnsers syndici verfallnen dienstgelts halben mitt ehsten zu endtrichten, dabeneben auch die causales in causa contra Cronburg mitzunemmen, sollen deßwegen Herr stettmeister Dauidt Dedingern vnd der statt- schreiber nacher Speyr hiermitt abgfertigt sein. Mittwoch den 15. Januar 1592. Husen Görg der meyer von Langhurst soll seins mauchen halb, so im verschinen sommer inn der statt wälden lasten zuschaden lausten, soll deßwegen m. h. zu freuel abtragen 1 'S, 4 . Freitag den 14. Februar 1592. N. der uhrenmacher zu Friesenheim ist über sein verding die vhren vff der pfaltz wider zuzurichten, vff sein bschwerden noch weiter 1 S 4 nachzutragen bewilligt worden. Montag den 24. Februar 1592. Änderungen in der Aemterbesetzung gegenüber dem Vorjahre. Stettmeister: Georg Linder, Dauidt Dedinger, Wolff Linder, Franz Sorg. Fleischschauer: Johann Kleinmann und Barthel Spieß. Balthasar Schäffer fehlt künftig. Rawhern: Dauidt Dedinger, Balthasar Schäffer, Hans Meister, Hans Mager. Montag den 16. März 1592. Der herschafft Lahr und Mhalberg inn der statt Offenburg vngemitteltcn eigenthümblichen wälden inn newlicheit fürgnommen eigenthätlichen Hagen vnd jagens halb, soll der Herr aduocat mitt estem darunder ghördt vnnd seins raths darüber gepflogen werden. Donnerstag post fuclica am 19. März 1592 Nachdem oerschienen montags den 16. Martii ahn statt deß verstorbenen Herrn schultheißen, Hern Ludwig Weiden, durch f. dcht. ertzhertzog Ferdinandts zu Östereich vnsers gnedigsten Herren, verordnete regiment vnd cammerräth, innamen deß heiligen römischen reichß landtuogtey, Herr Johann Stembler ex numero 12 virorum beim sitzenden rath zuvorderst praesentiert, er darüber auch das gwonlich surament erstattet, halt er solchen nach wie von altem herkhommen heütigen donstag lautz protbocols eim erbaren rath gleicherweiß den schuldigen eidt erstattet. Gott verleihe sein gnad darzu. Zu abtreibung deß augenscheinlichen bschiverlichen saltzkauffs sollen die faß, daß saltz inn dieselben zuschlahen, fürhin abgstelt, daß saltz auch durch die frembden vnd nitt gschworne saltzmester zuuerkauffen vnd durch die botten allein außzumesten, daß gelt aber nitt zuempfahen, befohlen sein. Freitag den 3. April 1592. Nachdem Bärbel N. Hern Vlrich Strauben bahß an deren selbs eignen fleisch vnd bluet brüchig worden, vnd deren selbst bekhandtnus nach solchs inn mueter leib vmbzubringen vnderstanden, vnd da es nicht versahen wällen, da es noch lebendig vff die weldt khommen, solchs mitt dem trazlid vorsetzlicher weiß endtlich Heingericht, ist vermag Key. Carlen publicierten halßgericht erkhandt, daß sy mitt dem waster vom leben zum todt biß künfftigen freitags Heingericht werden soll. Der allmechtig whol der seelen gnevig vnd barmhertzig sein. Montag den 6 . April 1592. Ist zuvorderst durch ein löbliche burgerschafft, weil unser verstorbener Herr schultheiß Ludwig Weid selig nechstuerschinen Mathie todts verschiden vnd mann deß wegen den gwonliche» schwertag einzustellen geursacht worden, für dißmahl abermalen gschwaren worden. Freitag den IO. April 1592. Den beiden gselschafften vff dem armbrost vnd büchsenrein, seindt denselben wie von altem vff der geordneten büchsenmeister bittlichs ersuechen die gwonliche gaaben vnd Hosen zu anstöndem früeling abermalen bewilligt worden. „Baria" aus Schutterwalds Vergangenheit. Von Emil Adolf Seigel. XXIV. Rubrica misturata. 1792. 1. Joseph Wurth') von Schutterwald, gemeiner Soldat im Kaiser!. König!. Bellegarcle-Jnfanterie Regiment Nr. 14 H zu Temesvar 3 ) anno 1792 gestorben. « Diese Todeskunde brachte seinerzeit der.nachfolgende Totesschein: Bellegarde Int. Regmt. , Pace No. 14. Compagnie Todesschein. Ich Tndesunterfertigter bezeuge hiermit daß der Gemein Joseph N)ürth von Schutterwald aus Ortenau gebürtig, H des löbl. Aaiserl. Ränigl. Bellegardischen Regrnt ., 2 ) ledig Standes 19 Jahre alt, Rathol. Religion, den 2 \. Januar J792 zu Temesvar 3 ) au Blessen gestorben, und auf dem gewöhnlichen Ort, christlichen Gebrauch nach, beerdigt worden seye. Urkund dessen habe dieses Aeuguiß aus dem Todenregister Regment. Protokoll gezogen mit eigenhändiger llnterschrift und nreinem gewöhnlichen Insigel bekräftigt. So geschehen zu Venedig den 10 . April des 1802 Jahres. £). Bautz Obrist B. Benevehut Perlaskapp Regmts Kaptain. 1803. 2. Michael Kuderer, ledig, von Schutterwalds erhält, wegen in der Christenlehre dem Herrn Vikar gegenüber versuchter Tätlichkeiten, eine Züchtigung in Form von 12 Stockstreichen. Über diesen Strafvollzug berichtete K. K. Oberamt der Landvogtei Ortenau zu Offenburg unterm 14. De« zember 1803an das Pfarramt Schutterwald: lDohlehrwürdigcr! Der ledige Michael Ruderer von Schuberwaldt ist wegen versuchter Thätlichkeit gegen den dortigen Herrn vicarium in der christlichen Lehre mit zwölf Stockstreichen gezüchtigt worden, welches Euer lvohlehrwürden zur Genugthuung des Herrn vicarii in der christlichen Lehre öffentlich bekannt machen mögen. 1809/10. 3. Armbruster Jakob tod, 3 ) Soldat Johann Schley den 12. April 1809 gestorben und Joseph Burr den 22 . Dezember 1810 in Spanien todgeschossen. So berichtete unterm 2 . Oktober 1813 das Großh. Bad. Stadt und erste Landamt Offenburg an das Pfarramt Schutterwald. Ich gebe den Wortlaut dieses Schreibens nachstehend wieder: Grosherzoglich Badisches Stadt- und erstes Landamt Offenburg an das Grosherzogliche Pfarramt Schutterwald. No. 6 <152. Im Anschlüsse übersendet man den hier angekommenen Todesschein des Iabob Armbruster von Schutterwald mit der Nachricht, daß auch der Soldat Johann Schley den (2. April 1(809 gestorben und Joseph Bnrr den 22 . Dezember (8(0 in Spanien todtgeschosscn worden sey. Dieses wolle beliebigst im dortigen Pfarrbuche bemerkt, der Todesschein des Jakob Armbruster aber seinen Elt.'rn oder in Ermangelung derer seinen nächsten Anverwandten eingehändigt werden. Gffenburg den 2ten 8ber (8(5. Stüber 9 Geboren zu Schutterwald den 13. März 1774 als ehelicher Sohn des Wendelin Wurth und der Franziska geborene Oßwald. 9 So benannt nach dem österreichischen General und 1806 Feldmarschall, Heinrich Graf von Bellegarde geb. 29. August 1750 in Dresden, er nahm an den Kriegen bis 1815 hervorragenden Anteil; gestorben 22. Juli 1845 in Wien. 9 Temesvar, Hauptstadt des ungarnischen Komitats Temes, starke Festung, an der Temes, eines linken Nebenflusses der Donau im südöstlichen Ungarn und am Bengakanal gelegen. 9 Geboren zu Schutterwald am 16. September 1780. Kuderer war z. Zt. dieses Vorfalles schon 23 Jahre alt. Damals und noch im Jahre 1815 war der Besuch der Christenlehre bis zum erreichten 26. Lebensjahre obligatorisch. Ein Erlaß des Großh. Bad. Stadt- und ersten Landamts Offenbmg von anno 1815 an das hiesige Psarr- und Vogtamt lautet folgendermaßen: Durch Erlaß des Großh. Ministeriums des Innern vom 24. dieses v. M: 378 ist hinsichtlich des Besuches der Christenlehre durch Beurlaubte folgendes verfügt worden. Da man bei dem bisherigen Besuche der Christenlehre von den beurlaubten Soldalbn mancherlei Irrungen und Jnkonvenienzen wabr- genommen, so findet man sich in Übereinstimmung mit Großh. Kriegsministerium zu verordnen bewogen, daß noch die unverheirateten Soldaten und Landwehrmänner ohne Unterschied der Konfession zwar in der Folge gehalten sein sollen, die Christenlehre bis zu erreichtem 26. Jahre zu besuchen, denselben aber je nach dem die Lokalität und der Raum der Kirche verstattet, entweder einen eigenen Platz aus der Emporkirche wo solche jedoch immer unter der Aufsicht des Pfarrers stehn, oder, wo es tunlich ist einen eigenen Platz unten in der Kirche in den Stühlen hinter den übrigen jungen Leuten angewiesen, die Soldaten und Landwehrmänner jedoch mit allen an sie zurichtenden Fragen gänzlich zu verschonen, sodann sind die Psarrer annoch anzuweisen bei andungs würdiger Vorfällen dem betreffenden Regimentskomando zur Bestrafung die Anzeige zu machen. Hievon wird Grobherzogliches Pfarr- und Vogtamt in Kenntnis gesetzt um sich in vorkommenden Fällen darnach zu richten. 9 Geboren zu Schutterwald am 19. Januar 1786. Allerlei. Standesamtliches. Dem vom hiesigen Standesamt dem Kais. Reichsgesundheitsamt in Berlin zu erstattenden Berichte entnehmen wir über den Monat November folgende Tatsachen: Lebendgeboren wurden 13 Knaben und 16 Mädchen, zusammen 29, darunter 1 uneheliches; totgeboren sind keine Kinder. Gestorben sind 6 männliche und 8 weibliche Personen, zusammen 14, darunter 5 Kinder unter 1 Jahr. Die Trinkgelderfrage. Zur Beseitigung des patriarchalischen Gebrauches, das bedienende Personal der Wirtschaften auf die Entlohnung durch die Gäste auzuweiseu, hat das „Nationale Kartell der deutschen Gasthausangestellten" eine neue Anregung gegeben. Durch Petitionen an den Reichstag, an die Landtage der Bundesstaaten, an staatliche Eisenbahnbehörden usw. suchen die Bittsteller zu erreichen, daß zunächst in den Bahnhofrestaurationen die Angestellten nicht mehr auf Trinkgeldeinnahmen angewiesen werden. Jngloffeni Schriewes« Die Bekanntmachung der Großh. Badischen Negierung über die Schnakenvertilgung ist auch durch den Abdruck im „Alt Offeburger" zur Kenntnis hochgeborener Interessenten gelangt, die uns bitten, ihre schon an andere Stellen gerichtete Zuschrift auch hier abzudrucken. Wir erteilen ihnen am stillen Ort das Wort. An das Großh. Bezirksamt. „Vor 60 Jahren waren die Flüsse »nd Bäche noch nicht reguliert und eingedämmt, die Quellen noch nicht unterirdisch in Wasserleitungen gefaßt, die Wiesen noch nicht drainiert, und überall war Wasser anzutreffen. Am Rande der Rebgelände. am Rande der Bäche und Flüffe, rings um die Weiher und an steilen Berghängen standen dichte Gebüsche und Lecken, und mitten im Walde gab es viel Unterholz. Trotzdem gab es weniger Überschwemmungen und weniger Ungeziefer und Unkraut wie in der Jehzeit. Woher kam das? Es kam daher, weil uns, den von der Natur eingesetzten, geborenen Vertilgern von Ungeziefer und Unkraulsamen die Lebensbedingungen noch überall gegeben und wir deshalb, obwohl es noch kein Vogelschutzgesetz gab, aller Orten zahlreich vertreten waren. Seitdem ist es anders geworden. Erst wurden Hecken, Gebüsche und Unterholz überall ausgerottet, und wir fanden keine sichern Plätze mehr zum Niste» und Brüten. Dann wurden die Quellen gefaßt und Flüsse und Bäche eingedämmt. So wurden viele von uns eine Beute der Raubvögel und Raubtiere, und viele mußten wegen Waffermangels elend verschmachten. So ist unsere Zahl mit der Zeit immer geringer geworden und jetzt derart zusammen- geschrumpst, daß wir den Kamps mit dem Ungeziefer nicht mehr mit vollem Erfolg besorgen können. Was wird aber aus uns werden, wenn die letzten geringen Wafser- bestände uns verschlossen oder mit Petroleum oder Saprol vergiftet werden? Man komme uns doch nicht damit, wir hätten Flügel und könnten den Durst im Rheine löschen! Jede Stunde bedürfen wir eines Trunkes frischen Wassers und, wenn wir nicht flugkräftig sind und brüten oder die Jungen füttern, so können wir das Wasser nur in der nächsten Umgebung holen. Wenn nun die letzten Wassertümpel beseitigt, zugedeckt oder mit Petroleum vergiftet werden, so werden wohl wir, die Feinde der Schnaken und allen Ungeziefers, zugrunde gehen; nicht aber die Schnaken. Die sind zu klug, als daß sie ihre Eier in zugedeckte Wassertümpel legen. Sie werden ihre Eier einfach an anderen geeigneten Orten oblegen und sich, nachdem wir beseitigt sind, noch viel mehr vermehren als seither. Was nützt uns ein Vogelschutzgesetz, wenn man uns Gebüsch und Hecken zum Nisten und das Wasser zum Trinken entzieht? Wir pfeifen aus ein solches Gesetz! Warum bekämpft die Großh. Regierung denn die Schnaken- und Ungezieferplage nicht durch Maßnahmen zum Zwecke unserer Vermehrung? Rur durch uns und niemals durch Polizeimaßnahmen ist dem Ungeziefer beizukommen; denn eine einzige von uns vertilgt an einem Tage mehr Ungeziefer als 20 daraus abgerichtete Schutzleute. Wir bitten deshalb Großh. Ministerium unter Berufung auf den Sinn und die Absicht des Vogelschutzgesetzes, die im Betreff genannte Verordnung entsprechend zu ändern und dasür Maßnahmen zu treffen, die unsere möglichst rasche Vermehrung erleichtern und begünstigen. P. P. Berta Schwalbe, Rosa Blaumeise, Lina Nachtigall, Hulda Kohlmeise, Elsa Brandmeise, Rudolf Stieglitz, Heinrich Hänfling, Karl Zeisig. Franz Zaunkönig, Kurt Edelfink, Werner Gierlitz, Gertrud Rotkelchen, Emma Bachstelze und Verwandte. Auszug aus dem Staudesregister der Stadt Offeuburg vom Monat Dezember 1910. Geburten: 1. Hedwig Henriette, V. Sergeant Friedrich Otto Schultz«. 1. Hermann Gustav, V. Metzgermeister Joseph Eduard Frank. 2. Marie Elisabeth, V. städt. Forstwart Andreas Wiegert. 2. Oskar Michael, V. Gastwirt Michael Köbel. 2. Waldemar Friedrich, N. Kaufmann Wilhelm Karl Mayer. 5. Friedrich, V. Taglöhner Joseph Hättig. 5. Max Theodor, V. Notariatssekretär Theodor Spohr. 6. Maria Hedwig, V, Gastwirt Paul Adolf Lutz, 7. Erich Atbert, V. Lokomotivführer Johann Dresel. 9. Franz .Häver, V. Bremser Heinrich Beck. 10. Willi Karl Ludwig, V. Bahnschlosser Ludwig Doll. 11. Pauline, V, Weber Friedrich Herm. 11, Aloysia, V. Sanitäts-Vizeseldwebel Wendelin Knopf. 11. Eugen, V. Johann Georg Killius Landwirt. 11. Rudi Waldemar, V. Metzgermeister Theodor Adolf Frühe. 12. Paul Stephan, V. Weichenwärter Eustachius Bohnert. 13. Agnes Franziska, V. Fabrikant Otto Zepp. 13. Leopold Heinrich, V. Maler Leopold Heinrich Leutner. 14. Anna Klara, V. Bahnschlosser Johann Moser. 16. Rosa, Hyazinth«, V. Wagcnrevident Friedrich Wilhelm Höfler. 17. Hilda, V. Zimmermann Franz Reinhard. 18. Erich Jakob, V. Steindrucker Andreas Hansert. 18. Walter Joseph, V. Betriebsassistent Emil Säumer. 19. Erika Irmengard, V. Eisendreher Albert Friedrich Steiner. 21. Friedrich Paul, V. Latrinenausseher Paul Hermann Klugd. 22. Paul Walter, V. Schuhmacher Johann Christian Deuerbach. 22. Richard Heinrich, V. Lokomotivheizer Adolf Tschann. 24. Gertrud Franziska Elisabeth, V. Hoboist Wilhelm August Karl Tempel. 24. Hermann Willi Karl, V. Kaufmann Wilhelm Walter. 25. Maria Lucia, V. Fabrikarbeiter Alfred Karl Kluge. 30. Eugen Adolf, V. Bremser Joseph Bächle. 31. Hildegard Margarete, V. Glasermeister Chrinian Bund. Eheschließungen: 12, Architekt Karl Marx in Lörrach und Rosalie Henriette Faas geb. FabriziuS hier. 17. Oberseuerwerksmaat Bernhard Edmund Geiser in Wilhelmshaven und Pauline Longoni in Lahr. 24. Taglöhner Emil Gaier, hier und Josephina Retsch in Rammersweier. Sterbefälle. 2. Adolf, 1 M. 12 T. alt, Kind des TaglöhnerS Joseph Gießler. 3. Franziska Junker geb. Beinert, 76 I, 4 M. alt. 4. Fabrikarbeiter Gabriel Vögele, 70 I. 7 M. alt. 6. Magdalena Schüler geb. Logier, 62 I. 1 M. alt. 8. Privat Wilhelm Baier, 79 I. 6 M. alt. 19. Schlosser Albert Görth, 39 I. 10 M. alt. 23. Anna Maria, 1 Jahr 3 M. alt, Kind des Fabrikarbeiters Benvenuto Franzoi. 23. Maria Barbara, 6 M. 5 T. alt, Kind des Blechnermeisters Jos. Homm. 25. Lokomotivführer Philipp Wößner, 50 I. 8 M. alt. 26. Katharina Räpple, 9l I. 1 M. alt. 27. Emil Walter, 1 I, 2 M. alt, Kind des Bahnarbeiters Emil Meidinger. 29. Paul Stefan, 17 Tage alt, Kind des Weichenwärters Eustachius Bohnert. 29. Schuhmachermeistcr Joseph Gölzer, 70 I, 29 T. alt. 30. Katharina Stark geb. Reinhard, 62 I. alt, von Zunsweier. Briefkasten des Alte« Offednrger. Nach Australien. Sendung ab München angekommen nach 34tägiger Reise. Gruß und Patschhand. Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Geck in Offenburg. %«r Oststädtler zu Hauptbahnhof käme eine Zeitverlängerung in Betracht. Stadtv. Katz spricht sich energisch ebenfalls für die Be- ivilligung der früher schon 5 mal bewilligte 25000 Mk. aus, deSgleigen Stadtv. Dinner. Mit 64 Stimmen gegen 32 (das Zentrum einstimmig) wurde der stadträtliche Antrag: die Mittel von 25 000 Mark zu einer Unterführung im Zuge der Zellerstraße nicht mehr zu genehmigen, angenommen. Damit ist auch der früher geäußerte Wunsch, die Erstellung einer Überführung trotz des Widerstandes des Eisenbahnfiskus vor die Landslände zu bringen, nicht mehr erfolgreich durchzuführen, denn die genehmigten Staatsmittel -sind durch die Verneinung des BedürfnisieS hinfällig und nicht mehr verwendbar. Das zahlreiche Galleriepublikum verzog sich fluchtartig, obwohl der Gegenstand 10: „Vertrag über die Rechtsverhältnisse an Straßen und Wegen, mit der Gr. Buhnverwaltung" noch weit größeres Jnterefle für die Stadt hatte. Oberbürgermeister Hermann empfahl die Zusage in bereden eindringlichen Worten. Stadtverordneter Rombach bestritt zunächst aufs lebhafteste die städtische Unterhaltungspflicht der zu übernehmenden Rampen und Straßen. Er erinnerte daran, daß seinerzeit die Unterhaltung und Reinhaltung des schienengleichen Übergangs die Stadt absolut nichts gekostet habe; für den Ersatz müßten wir aber jetzt 800—1000 Mk. pro Jahr aufbringcn. Nach einigen Worten der Zustimmung zum Vertrag seitens des Herrn Siebel, begründet Herr Oberbürgermeister Hermann nochmals die Zweckmäßigkeit und Vorteilhaftigkeit des Abkommens, das einem Prozeß weit vorzuziehen sei, dann wurde der Vertrag gegen 7 Stimmen genehmigt. Offenburger Allerlei. Der vollständige Krankenhausdienst wird von Herrn Dr. Gerber zu der dafür ausgeworfenen Vergütung übernommen. Amtsentlassung. Wegen verschiedener'Vergeben im Amte wurde gegen den Kanzleiassiftenten Karl Baier die Dienstentlassung ausgesprochen. Die dadurch erledigte Stelle wird dem Herrn Amtsaktuar Adolf Schwarz von hier übertragen. Städtischer Karpfenteich. Herr Schlachthosdirektor Dr. Haas erstattete ein eingehendes Gutachten über die Anlage eines städtischen Karpfenteiches in dem hinter dem Schlachthof gelegenen ca. 4200 gm großen Tümpel. Der Stadtrat tritt der Sache näher durch Ernennung einer Kommission für Prüfung des Vorschlags und Stellung geeigneter Anträge. In die Kommission werden ernannt die Herren Stadträte A b el e, Fritzsche und Schimpf und -Schlachthosvirektor Dr. Haas. Auch die Herren Forstmeister Krautinger und Oberdomäneninspeklor Zimmermann sollen gebeten werden, an der kommistarischen Beratung teilzunehmen. Von der Schlacbthosdirestion wird unter Hinweis auf eine gerichtliche Entscheidung daraus aufmerksam gemacht, daß in tz 0 der Schlachthos- ordnung keine bestimmte Vorschrift dafür gegeben ist, wie viele Schweine auf einmal in die Tötebucht eingcbracht werden dürfen. Eine solche Bestimmung ist zu treffen und durch Anschlag am schwarzen Brett,' am Eingangstor u. a. O. bekannt zu geben, sowie bei Revision der Schlachthofordnung in § 6 einzusügeu. Für ein Eisfest morgen Sonntag Nachmittag wird die Stadlkapelle zur Verfügung gestellt. Für die Geflügelausstellung Ende März d. I. verbunden mit Kaninchen- und Kanarienausftellung, wird ein Geldbetrag zu Ehrenpreisen der Stadt zugesagt. Die Ersatzwahl zum Bürgerausschutz ließ trotz der Obstruktion Zentrumspartei, die Herren Fabrikant Claus; mit 58 und Rechtsanwalt Dr. Krieg mit 55 Stimmen als gewählt aus der Urne hervorgehen. 59Stimmen waren abgegeben. Politische Prehprozesse vor der Strafkammer fanden am Samstag statt, die Berusungsverhandlungen in den Privatbeleidigungsklagen des Abgeordnete« Geck gegen die beiden Zentrumsblätter „Bad. Beobachter" und „Offenburger Zeitung". Die letzteren waren vertrete« dnrch die Anwälte Trunk (Karlsruhe) und Friedmann (Offenbarg): di« Klage Gecks vertrat Dr. Rombach (Offenburg). Die „Offenburger Zeitung" ist in zwei Fällen gebüßt worden, während der „Bad. Beobachter" auch in der Berufung leer abging. Aber das dem Abg. Geck ungünstige Urteil des Schöffengerichts ist materiell in sein Gegenteil umgewandelt worden; di« Strafkammer stellte in der Urteilsbegründung fest, daß der Reichstagsabgcordnete Geck vollkommen gerechtfertigt gegen die Vorwürfe dastehe. Die Borwürfe, er habe sich hinter die Immunität verschanzt, um sich der Verantwortung in Preßprozessen zu entziehen, entbehrten jeder tatsächliche« Unterlage; sein Verhalten sei v o l l st ä n d i g loyal und einwandfrei. Der „Bad. Beobachter" (Redakteur, der katholische Geistliche Tb. Meyer, der in dem berühmten „Waschsrauenprozeß" nur durch die Loyalität Gecks der sichern Bestrafung entging) könne aber nicht verurteilt werden, weil die Form so vorsichtig gehalten sei, daß die beleidigende Absicht nicht mit aller Bestimmtheit festzustell.cn sei. — Herr Rechtsanwalt Friedmann hielt die Verteidigung in dem bekannten Ton, unter Heranziehung aller möglichen alten Ladenhüter von Preßprozessen. U. A. sollte auch der selige Prozeß Eggler-Nolz wieder ausmarschieren. Um diesen längst als unwahr widerlegten Behauptungen, die nun öffentlich wieder ausgegraben werden, endlich die Spitze zu bieten, wird es gut sein, gelegentlich- wicder einmal die T a t s a ch e n fcstzustellen Wenn dies einem oder dem ander« der Beteiligten unangenehm sein sollle, mag er sich bei Herrn Friedman» bedanken. Schwurgericht. Tagesordnung: Montag, 16. Januar, vormittags 9'/« Uhr: 1. Anklage gegen Johannes Blickle. Hermann Keller, Anton Matt, Georg Fix, alle von Lahr, wegen erschwerter Körperverletznng mit nachgefolgtem Tode. Nachmittags 4 Uhr: 2. Anklage gegen Wilhelm Krieg von Boders- weier wegen Versuchs der räuberischen Erpreffung. Dienstag, 17. Januar, vormittags 9V« Uhr: 3. Anklage gegen Martin Büche aus Stühlingen wegen Unterschlagung im Amte und Urkundenfälschung aus Gewinnsucht. Vormittags 'fall Uhr: 4. Anklage gegen Franz Lauer Müller HI aus Herztal wegen Unterschlagung im Amte. Ein karnevalistisches Konzert unsrer Regimentskapell« findet alljäbrlich großen Anklang. Herr Kapellmeister Jahn veranstaltet das erste am Sonntag in der Michelhalle. — Dann folgt das Benefiz für die Militärkapelle, der eingebürgerte Schwenker. Grotze Woche. Das Stadttheater bring! uns ein Gastspiel in dem.. tollen Schwank Charleys Tante, den wir unter der Direktion Ettlinger vorzüglich kennen lernten. Herr Emil Reinsurth, ein guter Bekannter aus- einer früheren Theatersaison, gastiert. Die Jungfrau von Orleans — unter der Direktion Erfnrth mit Frau Höcker als Gast zuletzt hier aufgeführt — wird Dienstag das Haus füllen. Frl. Hauptmann spielt di« Titelrolle. In Vorbereitung ist das Spielhagen'sche Drama Liebe für Liebe. Endlich am Samstag den 21. Januar der große Künstlerba lt, als erster aus dem Plan des karnevalistischen Reigens. Er soll wirklich großartig werden. Alle möglichen Spezialiläten des In- und Auslandes treffen per Ertrazug ein. Der Zigeunerbaron füllte die Theaterräume. Es war eine szenisch und musikalisch gediegene Vorstellung, unter der sichern Leitung des Herrn H. C r a m e r. Frl. Tillmann erntete mehrmals Beifall aus offener Szene. Ke an als Benefiz des beliebteu vielseitigen 1. Darstellers Herr« O. Trimbour vermochte nur wenige Dankbare in den Musentempel zu führen. Die „Bombenrolle" des Stückes, mit deren Wiedergabe das Stück steht und fällt, wurde von dem Benefizianten ganz vorzüglich durchgeführt, sie konnte an einer großen Bühne kaum besser repräsentiert werden. — Herr Trimbour erntete demnach auch ganz herzlichen Beifall, der immerhin einem so ernsten Künstler einen Ausgleich bot für den negativen materiellen Erfolg. — Die Direktion dürste in Zukunst wohl daraus bedacht sein, einem Benefiz nicht unmittelbar ein Kassenzugstück vorangehen zu lassen. Briefkasten des Alte« Offednrger. L. Z. hier. Im Hinblick ans die städtische Bädereinrichtnng in Haslach wünschen Sie, daß ähnliches auch im Offenburger neuen Krankenhaus vorgesehen werden möchte. Es ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß alle Arten Bäder, darunter auch elektrische im neuen Krankenhaus eingerichtet werden. Doch ist's wohl noch Zeit, diese Sache eingehender zu besprechen. O. H. Brooklyn. Eingeschriebenes dankend erhalten. Stimmt. „Tante Karlin". Gruß und Dank. Das „Gutschmeck" mahnt die Jugend täglich an unverdiente Güte. Kürgkkgabhlilf für 1911. Die Verlosung des Bürgergab- holzes für 1911 findet Samstag den 14. d. M., nachmittags von 3 5 Uhr, im Rathaussaale statt. Als Ersatz für Aufbereitung und Beifuhr sind nach Beschluß des Ssadirats 11 Mark zu entrichten, wogegen bei Verzicht des Berechtigten auf die Holzgabe in Natura eine Geldentschädiguna von 15 Mark gewährt wird. Der Verkauf des Gab- holzes ist nach § 111 der St.-O. nur mit Genehmigung des Bürgermeisteramts gestattet. 3906 Offenburg. 12. Januar 1911. Stadtkasseverrechnunq. Bührer. Saalbau NNcbclballe. Heute Sonntag den 15. Januar ausgeführt von der gesamten Kapelle des Jnf.-Regt. Nr. 170 unter persönlicher Leitung des Kgl. Musikmeisters Herrn Jahn. Anfang nachmittags 4*/» Uhr. Eintritt 40 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein 3901 Karl Erhardt, zur „Michelhalle". Das städtische Lesezimmer ist für Männer und Frauen täglich von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr geöffnet. im großen Saale zum „Kaiser". Samstag Abend und Sonntag von mittags 3 Uhr ab Riesenprogramm mit 20 Prachtbildern. Preise der Plätze: 8. Platz 20 Pf., 2. Platz 40 Pf., 1. Platz 60 Pf. Kinder und Militär auf allen Plätzen die Hälfte. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 3902.3 Direktor L. Bruder. M». * * 90 Pfg. per Liter über die Straße. Feine ' Lire, Messern, Champagner zu Fabrikpreisen offeriert Franz Carl Pfitzmayer zu den 3 Königen. 3886.3.3 GMh»s snr „Alte« Uch". Depot und Ausschank der -fir. Staatsbrauerei Rothaus (Pilsener Ersatz). —feilevdacher, Markgräfler, Durbadjcr— Zeller Roter. 3903.0.3 Jeden Donnerstag Schlachttag. »»»»»»» Badenia-Kinematogiaph im Saalbau zu den „3 Königen". G.-ötztes u. reicht, Etablissement am Platze. Belehrendes Institut für Alt und Jung. Bursührung singender, sprechender nnd ledenderPholographienin höchst. Vollendung. Täglich ununterbrochen Borstellung von 3—11 Uhr. Programmwechsel: Mittwoch und Samstag. 3904.3 Gesehäftseinpfehlrtirg Meiner werten Kundschaft und der tit. Einwohnerschaft Offenburgs zur gefl. Nachricht, daß ich das von meinem Manne betriebene in unveränderter Weise weiter führe. Ich bitte, mich gütigst zu berücksichtigen. Hochachtungsvoll Frau Elise Stöhr, 3899.2.1 Offenburg, Schlosserstraße 20. Mietzins-Büchlein ff "8 zu haben in der Druckerei Adolf Geck. Betanntma^tm0. Sophienstiftung betr. Aus den Erträgnissen der Sophienstiftung sind drei Aussteuergaben im Betrage von je 515 M. an solche Offenburger Mädchen zu vergeben, die sich durch einen in allen Beziehungen lobenswerten Lebenswandel auszeichnen. Nur Töchter solcher Eltern, welche die badische Staatsangehörigkeit besitzen und seit mindestens- 10 Jahren (vom Tage der Anmeldung zurückgerechnet) in Offenburg ihren Wohnsitz haben, werden zur Teilnahme zugelassen. Ist ein Elternteil nicht mehr am Leben, so muß dieses Erfordernis bezüglich des noch lebenden Elternteils erfüllt sein. Waisen werden zur Teilnahme zugelassen, wenn die verstorbenen Eltern, bezw. der zuletzt verstorbene Elternteil, im Zeitpunkte des Todes seit mindestens 5 Jahren in Offenburg gewohnt haben. Ist die Bewerberin unehelich geboren, so muß diese Voraussetzung bezüglich der Person der Mutter erfüllt sein. Der Anfang der Losungsfähigkeiit beginnt mit dem zurückgelegten 18. und endet mit dem vollendeten 25. Lebensjahre. Die Bewerberin muß im Zeitpunkt der Bewerbung unbemittelt und auch im Hinblick' der Vermögensverhältnisse Derjenigen, die ihr gegenüber zum Unterhalt verpflichtet sind, der Aussteuergabe als bedürftig angesehen werden können. Gesuche um Zulassung zur Teilnahme an der Verlosung der bezeichneten Aussteuerffreise sind bis längstens 15. Februar 1911 beim Stadtrat einzureichen. Offenburg, den 4. Januar 1911. Der Stadtrat als Stiftungsbehörde. 3898 Hermann. Miltner. Stadttheater Offenburg. Saalbau zu den „Drei Königen". Wochen-Repertoir: 3906 Sonntag, 15. Januar, abends 8'ft Uhr Einmaliges Gastspiel des Herrn Reinfurth aus Karlsruhe Charleys Tante. Ungeheurer Lachersolg. Gewöhnliche Preise. Dutzendbillette giltig. Dienstag den 17. Januar, abends 8 Uhr Große Klassiker -Vorstellung Dir Jnngfrun uon (Dtlroas. In Borbereitung: Dos Pntatrnmäiirl. Große Operetten-Neuheit. Liebe für Liebe. Drama zu Kaisersgeburtstagsfeier. Samstag den 21. Januar Großer Künstlerball. Wasch- und Putzfrau empfiehlt sich zur pünktlichen Übernahme von Arbeit jeder Art. 3900.3.1 Frau Anna Ne ff, Ritterstraße 12 l, bei Bäcker Zapf. kapp! Netz Order, Mit gnädigem Privilegio des lustigen Knaben Prinz Karneval habe ich die Ehre, zu sagen, daß dero verrückten Durchlauchtigkeit narrenamtliches Hausund Hoforgan, diplomatisch benamset *9 für die lange Regierungsdauer im Karneval 1911 erstmals Ende Januar zu Faden geschlagen wird in der Kcsscl- gasse Nr. 10, wo allsogleich alle Stoffe abgeladen werden können hinter dem berühmten Scheuertor des alten Salmen- sals, während schwere Beiträge durch den städtischen Sammelwagen kostenlos zur Dekatur abgeholt werden, falls sie wahrhaftigen Witz und Humor gehan henn. Gegeben zu Narroburg am Tage der Königin von Saba auf der prinz- lichen Hoheit instrumentalen Befehl. Im Auftrag Serenissimi Der diplomatische Preßhese-Dätz-Ernennt Päpbscht, Scherenkünstler. Redaktion, Druck und Vertag von Adolf Geck in Offenburg. Hierzu eine Beilage,