Vellage zu Nr. 845 des Alten Gffeburger vom 11. Juli 1915. * D'r alt Offeburger. Bürger! Wenn's zue unserer Buewezitt als gheiße hett: dr Schucker kummt!, Hemmer z' Offeburg immer Kinderbeluschdigung kriägt. Doderzue isch d' Uniform amtlig vum Wiedemer vorgschriewe gsien: Badhose ohne Schteg. Bie de Bumbje dhät's heiße: Erscheinen in kleiner Uniform. Un wenn ä Hofzermonjemeischter d' Vorschrift z' mache hättig, no dhät's heiße: nackig mit Badhose. An selli Summerzitte kummt mr am Mündig Owe nooch de Sexi Widder d' Erinnerung, wo ich am Mühlbach nuffdapp gege d' Sagt un vieli Badluschdigi sich dert rum- driewe sieg, obglich wegen em Bachabschlag kai Wasser im Gwerbskanal zuem Schwimme isch. Sie henn au nitt, wiä zue unsere Zitte, in dr Bachsohl d' Schtein uffglupft, um Krebs z' fange; odder in dr Muer gwüehlt noch Aale odder im Hamme noch Ruehfolge. So ebbis gitt's glauwi hittigs- dags nimmt im Mühlbach. Awer ebbis isch bliewe vun anno sellemolscht: dr Schucker. Un merkwürdigerwies sinn's jetzt Maidli gsien, wo am Mühlbach im vorschriftsmäßige Ordenanzanzug uff dr Schucker warde. Zu unsere Zitte isch 's Kronebächli noch ellain d' Schwemmt fürs wieblig Gschlecht gsien, deß an Schwimmüwunge sellemolscht anschtandswies in sinnere Hemmeklunkerei nitt hett denke derfe. llwerlegt mr's recht, no isch dr Schucker, wo 's erscht Wasser Widder nooch em Bachabschlag drherbrocht hett vum große Dich, en Art Fangobad gsien, wiä mr sie jetzt z' Bade-Bade vrordent kriägt. E Schlammbad mit Hamme wiä dickt brennti Mehlsuppe mit idaljänischem Salat vun dote Fisch un Fettauge owedruff vom Schuum hett sich im Mühlbach drhergwälzt, wenn nooch e paar Däg druckener Ebbi Widder d' Flueth üwer dr Sägigumbe rienbricht, wo's eim anfangs bie dr Sunnehitz üwel waren isch vor Wohlgruch. Un noch Deß un Sell, Bürger! Wer sich vun dere Schuckerwell anschpaue loßt, vrgißt ganz d' Sindflueth üwer d' groß Freud, daß dr Bach Widder Wasser hett un d' Offe- buriger ihri Schwemmt. Hintenoch kumme Widder d' Flötz un d' Buewe renne nä bis ans groß Dich nuff engege un hocke dert schun druff zuem Schwowehans mit em Schperr- bengel odder zuem Michel biem Brotsack. Uff em allerletschte Balke vum Flotz, wo als Wedel ganz ellain im Wasser bätscht, wenn's üwer d' zogeni Dich nuntergeht, sitze d' beschti Schwimmer vun de Buewe un riäfe: „Hans, wo hosch de Brotsack?" Un d' Antwort vum Flötzer häb gluttet: „An dr Hintere Schperri, wo i vorhin g-Hab." So ebbis kennt hittigsdags d' Jugend nimmt; e Flotz sieht mr villicht noch im Museum un dr Schperrgrawe im Mühlbach isch uß dr Offeburiger Geographie vrschwunde wiä dr Klotzweier an dr Sägi, dr Fierweier, 's Glücke- un 's Wolfe Loch. Noch vieli ändert Sache drzue. Un jetz siere mr 's Großherzogs Geburtsdag im Julli, sellemolscht im Sepdember. Wo Unsereiner ghuldigt hett, simmer noch zwei Dutzed uff em Bezirksamt zu ere N o o ch Huldigung erschiene. Wo dr Akduar dr Vrlees macht un Jeder' sien „Hier!" riäft, het halt einer von unserem Jahrgang biem Nammesruef nit g'antwordet. Es sinn awer gnau so vieli Huldiger erschiene, wo mr sie abzehlt, als in dr Amtslischt zuem Noochexerziäre uffzeichent gsien sinn. Dr Akduar vr- liest d' Namme jetz nochemol. Widder kai Antwort, wo's an Eine uß emme Dorf bie Offeburig kummt. Biem dritte Vrlees mueß Jeder noch em Hiär!-Schreie uff d' Sitt trette. Z'letscht isch nur noch Einer üwrig bliewe, wo biem Uffruef kai Antwort geen hett. Wo dr Amtmann denne Ußgsiebte fragt, Wege was er mit siem trutzige Schwiege d' Huldigung so lang uffhaldet, sait unser Kolleeg vum Land Widder nix, bittet awer mit em Zeigfinger uff sien Muul un d' Ohre. Er isch uß ere Daubschtumme-Anschtalt zuem Schwöre Herkumme. Vor kurzem, wo sie hiä d' Huldigungslischt uff unserem Rothuus uffgschtellt henn, kummt eme Bolezeisekreder dr Item, ob mr nitt au seller zwanzigjährig jung Mann, wo im Kaiserkinno d' Bilder vorfüehrt, ins Vrzeichniß iendrage sott. Uff siem Gwerbschien schteht als Geburtsort Eisenberg. Jetz schickt dr Herr zuem Eiseberger Fremdling ebber vun dr Bolizei un loßt sage: dr jung Mann soll so schnell als meglig uffs Rothuus kumme. Dr Kinno-Operadör wirft sich in Galla un mueß uff em Rothuus ä geographischs Exame ablege: in wellem Bezirik leit Eiseberg, ghört's villicht zue Bade? So lang Rußland noch nitt badisch waren isch, mueß sell thüringisch Neschtli halt noch em Herzog von Saxe- Aldeburg huldige. Am Operadör sinnere Schtell hält ich gsait: Wege was henn Sie denn, wenn kai Lecksikon uff em Rothuus isch, nitt glich em Bolizeidiener dr Uffdrag geen, mich noch dr Landesangherigkeit vun Eiseberg z' frage? Es isch doch kai Sünd, wemmer nit weiß, wo des Dörfli leiht. Villicht hätt i d' Antwort kriägt: aß de kallöppersch! Aus der Rechtsprechung im Ritterhause. (Schwurgericht einer „kleinen Garnison".) Die Sommertagung des VolksassisemGerichtshofes ist nicht unbeeinflußt von der Kriegszeit. Mit Freuden vernehmen die als Geschworene anwesenden Landleute das befreiende Wort „Abgelehnt!" Wer nicht sitzen muß im Zwölfergestühl, sucht für den Rest des Tages die Heimat rasch wieder auf. um als überflüssiger Cincinnatus der Justiz noch aufs Erntefeld zu den spärlich vorhandenen Arbeitsgehilfen zurückzukehren. Auf der Juristenbank des Auditoriums sitzen Rechtsgelehrte, welche die Robe der Themis mit dem feldgrauen Rocke des Mars vertauschen mußten und im Streite für des Vaterlandes Sicherheit schwere Wunden davontrugen. Auch unter den Anklagen tritt Einiges in den Zusammenhang mit dem Kriege. Wir können vermuten, daß ohne den Krieg, der eine große Verwirrung in dem Sittenleben herbeiführte, die „Grüne Dame" die verhängnisvolle Rolle in Offenburg nicht spielen konnte, welche uns im Justizdrama der ersten Schwurgerichtsverhandlung anwidert, das hier großes Aufsehen erregt. Der 36jährige Bürger Albert Maier, seit einem Jahrzehnt Inhaber eines Friseurgeschäfts auf dem Lindenplatze, ist aus der seit einem Monate über ihn verhängten Untersuchungshaft zur Aburteilung vorgeführt. Eines schweren Verbrechens ist der Familienvater beschuldigt: den mit ihm im Hause wohnenden, verheirateten Uhrmacher Ernst Buß auf der Stiege verletzt und dadurch den Tod des 62jährigen Bürgers herbeigeführt zu haben. Darauf steht eine Zuchthausstrafe bis zu 10 Jahren. Und doch blickt der Angeklagte von seiner Sünderbank so wenig ernsthaft und bedrückt herum, daß einem der Ausdruck des hageren Gesichtes mit der stets blinkenden Zahnreihe wie eine zynische Geste erscheinen möchte, würde man nicht vom sachverständigen Gut- Fall seiner Wahl zur Vertretung bestimmter, politisch und volkswirtschaftlich festgelegten Programmgrundsätze bekannte, das Kandidatenrecht auf dieser Wählerliste verliert, wenn er aus der politischen Gruppe ausscheidet, deren verhältnismäßige Vertretung im Bürgerausschuß durch die Listenaufstellung gewährleistet werden soll. Die sozialdem. Partei hat im Hinblick auf die jetzt schwer zu erreichende Beschlußfähigkeit des Ausschusses ihrem Mitglieds Beck, das .während der Kriegszeit schwerere berufliche Verpflichtungen hat, den Rücktritt im städtischen Interesse empfohlen. Nach dem Kriege ist seine Aufstellung wieder wahrscheinlich. Nachfrage nach Vermihten- Wer einen vermißten Angehörigen vom 170. Regiment sucht, der in den Kämpfen vom 7. bis 10. Juni verloren gegangen ist, kann sich telegraphisch an die Gefangenenfürsorge des Bad. Landesvereins in Freiburg, Bertoldstr. 14, wenden. Diese ist in der Lage, aus Listen, die ihr direkt vom französischen Gefangenenlager zugegangen sind, den Verbleib von Angehörigen dieses Regiments aus diesen Gefechten nachzuweisen. Das Rote Kreuz in Offenburg sendet in diesen Tagen an sämtliche Offenburger Kriegsteilnehmer, deren Familien die Reichs- .unterstützung beziehen, Liebesgaben in beträchtlichem Werte. Die Offenburger Feuerwehrmnsik spielte am 9. Juli 1871 in Petersthal, wohin zum Besuche des russischen Hofes der Kaiser und die Kaiserin aus Berlin gekommen war. Als am Montag früh zum Abschied ein Morgenständchen gespielt wurde, überreichte der Adjutant dem Kapellmeister Gustav Mich! einen Diamantenring und eine Gratifikation baren Geldes. ch. Der Lebensmittelwucher tritt immer gieriger auf. Am empörendsten ist der Zuckerpreisaufschlag. Hätte diesem deutschen Aktionärring bei seiner ausbeuterischen Lust nicht Halt geboten werden können, da wir ja Zucker in Hülle und Fülle produzieren können? Hat doch jetzt die Ausfuhr nach anderen Ländern gänzlich aufgehört! Um die 20 °/o wehren sich die mächtigen Aktionäre. Es wurde hier schon vor vier Monaten darauf hingewiesen, daß bis zur Einmachzeit bei der reichen Obsternte für billigen Zucker gesorgt werden sollte. Aber auch das Obst selbst hat einen wucherisch hohen Preis. Nun kommt bald die reiche Ernte der Zwetschgen, Nüsse und Äpfel. Die Stadt ist Eigentümerin wohl tausender Bäume dieser Sorten. Wäre es nicht eine dankenswerte Aufgabe, ja Pflicht der Stadtverwaltung, dieses städtische Obst ihren Umlagezahlern zu einem normalen Preis zu verkaufen? Gewiß würden sich Frauen bereit finden, das Obst in ckleinen Teilen an einem Nichtmarktage in der Frnchthalle zu verkaufen. An Hilfskräften zum Abmachen der Früchte dürfte es auch nicht fehlen. So wäre für Angebot und Nachfrage ein löblicher Ausweg gefunden. (Der Protest gegen den Lebensmittelwucher, den der hiesige Stadtv. Homm vom Rathause erwartete, ist noch nicht geschehen; er würde keinen großen Erfolg haben, wenn die Staatsmacht nicht dahinter steht. Was wird wohl erreicht, wenn jetzt das stellvertretende Generalkommando des ersten bayerischen Armeekorps in München, das wiederholt Mißständen scharf zu Leibe ging, gewerbsmäßigen Händlern Gefängnisstrafen bis zu einem Jahre androht, wenn sie für Gegenstände des täglichen Bedarfs unangemessene hohe Preise fordern? Mit der gleichen Strafe wird bedroht, wer solche Vorräte zum Zwecke der Preistreiberei zurückhält oder wer im gewerbsmäßigen Kleinhandel die Abgabe gegen Bezahlung verweigert. Die Verordnung, die allenthalben Nachahmung verdient, bezieht sich auf alles, was unter den Begriff Nahrungs-, Heizungs- und Beleuchtungsmittel für die. Hauswirtschaft fällt. Könnte sie nicht auch bei uns von den .Rathäusern und in Kirchen bekannt gegeben werden? Red.) Das ist der richtige Weg ! Wie in anderen Städten Badens, beabsichtigt man auch in Freiburg mit Rücksicht auf die ungenügende Zufuhr der Milch namentlich aus der Schweiz, die Errichtung einer Städt. Milchzentrale. Die Stadtverwaltung in Freiburg zieht aber auch die weitere ganz richtige Schlußfolgerung. Rund ungenügendes Pflichtgefühl; daher die schlechten Fleißnoten. Im Gegensätze dazu steht Schotts fast krankhafte Einbildung über den Wert der eigenen Persönlichkeit, die sich selber so gewichtig einschätzt, daß der 28jährige Assistent schon das Manuskript seiner Lebensgeschichte druckfertig parat legte. Es erklärt sich aus dem allem, daß der junge Beamte unter dem Drucke einer Schuldenlast zu leiden begann, zu deren Tilgung er einiger Tausend Mark bedurfte. Es erweckt den Anschein, Schott, der wegen finanziellen Belastungen nicht mehr sein volles Dienstgehalt ausgezahlt erhielt, hätte auf der Bahn eines Literaten sich ein glänzendes Nebeneinkommen sichern wollen. Auf dem Gerichtstische liegt das voluminöse Manuskript, das den vielversprechenden Titel trägt: „Zur Geschichte und Politik des Verkehrswesens." Welche eigentümliche Rolle diese — vielleicht als Plagiat einzuschätzende — Arbeit in der genialen Art des betrügerischen Gelderwerbes spielte, werden wir bald sehen. Es sei nur noch betont, daß Schotts Wissensdurst die Anschaffung einer teueren Bibliothek mit Konversationslexikon, Enzyklopädien, Klassikern verlangt; seine Hervorhebung auch des äußeren Menschen verursacht die Beihilfe eines großen Freiburger Herrenschneidergeschäftes für ein modetreues Gewand, güldene Ringe bei den Juwelieren und zum Schutze gegen Räuber eine sichernde Pistole. In der Verhandlung teilte Schott mit, daß er bei einer Familie einen Ring deponiert habe im Werte von 260 Mark. (Forts, folgt.) 200 Milchkühe, die in städtischen und Stiftungsstallungen eingestellt sind, ermöglichen der Stadt, ihre Anstalten selbständig mit einer vorzüglichen Milch in ausreichender Menge zu versehen. — Das wäre in Offenburg auch möglich. n. Die Ferienkolonie 1815 kommt aus Rücksicht auf die mit dem Kriege verknüpften Gefahren nicht zustande. Wie bedauerlich, daß in diesem warmen Sommer viele arme, der Erholung und Kräftigung bedürftige Kinder nicht fern von der Heimat im Schwarzwalde in gemeinsamer Pflege verweilen dürfen! Einen Ersatz dafür wird man in einer kleineren Fürsorge geeigneter Art suchen und finden. Die Ratten, die sich in der Kriegszeit als innerer Feind sehr ausbreiten, vertilgten im städtischen Vivarium unsere prächtigen Vertreter der ausländischen Vogelwelt. Im Augenblick, wo man einen Eifer in der Bekämpfung der Friedensagitation entfaltet, täte es not, einen staatlichen Kampf gegen die Ratten- und Müuseplage, den Raupenfraß zu führen. Mit der Schnakenvertilgung ist die Regierung erfolgreich vorangegangen. Postalische Verbesserung. Durch die Aufstellung der B ri ef- marken-Automaten vor dem Postgebäude gewinnt Offenburg wieder einen neuen Fortschritt in der Kultur, dessen andere Städte Badens längst teilhaftig sind. Vielleicht verschwinden nun bald auch andere Übelstände, z. B. die Schwierigkeit, bei eingetretener Dämmerung an manchen Briefladen der Stadt die Abholungszeit lesen zu können. Für die Kästen sind oft solche Plätze ausgesucht, wohin weder Mond, noch Gaslicht dringt; man mutz beim Flackerschein der Zündhölzer studieren, ob die Schlußabholung des Tages noch nicht erfolgte. An dem jetzt vielbenützten Briefkasten unter dem Bahnhofdache sollte genau vermerkt sein, ob die Leerung für die Abendschnellzüge (mit und ohne Verspätung) schon geschehen ist. Die Zigarreufabrikante« in Offeuburg kamen den Wünschen ihrer Arbeiter nach und gewährten eine Lohnzuläge für Teuerung von 50 Pf. Das wird sehr dankbar anerkannt. — Die stark beschäftigte Firma Kratzer spendete 200000 Zigarren ins Feld, wie die „Offenbg. Ztg." hervorhebt. Es gibt noch viele Spender, die nach dem Grundsätze der Tugend stiller Barmherzigkeit nicht genannt werden wollen. Der historische Verein kann wegen der ernsten Zeit den Beschluß nicht ausführen, der im vorigen Jahre die nächste ordentliche Hauptversammlung 1915 nach Ettenheim verlegte. Die Mitglieder treten am Mittwoch, den 21. Juli 1915, 7s4 Uhr im „Offenburger Hof" zu Offenburg zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen zur Beratung folgender Anträge (§ 18 u. 16): 1. während der Kriegsjahre keine ordentliche Hauptversammlung abzuhalten, 2. auch keine „Ortenau, Veröffentlichungen des historischen Vereins" herauszugeben und 3. in dieser Zeit keinen Beitrag zu erheben. Den 82. Geburtstag feierte Frau Präsident Bachelin, die zu dem seltenen Feste den Besuch ihres Sohnes, des Generals von Bachelin aus Straßburg, erhielt. Die älteste eingeborene Offenburgerin lebt zur Zeit in Freiburg i. Br.; die 94 Jahre alte Witwe <& re B er aus unserer Sttzinstraße macht noch munter ihre Einkäufe auf dem Markte. Personalien. Die Hauptlehrerin Luise Kößler an der hiesigen Vollsschule wurde bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Dem Schreibgehilfen Wilhelm Müller bei der evang. Stiftungenverwaltung Offenburg wurde die Beamteneigenschaft verliehen. Etatmäßig angestellt: Lademeister Josef Vollmer in Offenburg. Vertragsmäßig ausgenommen als Lokomotivheizer: Hermann Köhler von Offenburg. Trauerknnde aus der Ferne. In Chicago starb am 26. Mai unser 55jähriger Offenbnrger Landsmann Theodor Neuburger nach kurzem Krankenlager an einer Lungenentzündung und wurde am 29. auf dem Montrose-Friedhof beerdigt. Neuburger, der in seiner Vaterstadt am Kinzigstraude zuerst als Polizist, dann als Schuldiener der höheren Mädchenschule in städtischen Diensten stund, ist seinem älteren Bruder Karl über den Ozean gefolgt. Um den Verstorbenen trauert die Witwe nebst drei erwachsenen Kindern; die beiden Söhne Franz und Karl sind in Chicago verheiratet, die Tochter Anna Michaile ebenfalls. Rach der Heimat, mit welcher ihn der an den Bruder Karl gehende „Altoffeburger" in stetem Zusammenhang hielt, zog ihn der letzte Herzenswunsch, der durch den Ausbruch des europäischen Krieges nicht mehr erfüllt werden konnte. Die Freunde der Vaterstadt senden der trauernden Familie die Versicherung lieber Teilnahme. Jngloffenes Schrierves. Lieber Alter! Unter den Sehenswürdigkeiten Offenburgs ist das Denkmal, das den Volksliederkomponisten Karl Jsenmann verewigt, eines der anziehendsten Plätzchen. Und heute gehe ich nicht vorbei, ohne zu wünschen, daß die Mitwelt in dieser ernsten Zeit teilhaftig werde der beseligenden Stimmung, die eine der schönsten Jsenmann'scher Liederzubereitungen den Sängern und Hörern verschafft. Es wird gegenwärtig durch banale Geschmacklosigkeiten am deutschen Volksliede so viel gesündigt, daß unseren Lehrern und auch Vereinsdirigenten ein ethisches Verdienst zuteil würde, wenn sie aus Jsenmann's Kompositionen das bei Glaser in Schleusing erschienene Volkslied vor die Einwohnerschaft Offenburgs brächten. Das Bild Jsenmanns scheint nach dem Zähringerhofgarten hinüber zu blicken, wo am 16. Juli 1871 die „Concordia" ihr 25jähriges Bestehen feierte. Wer von den noch lebenden Teilnehmern sollte sich nicht mehr des Triumphes erinnern, welchen der unter Adolf Pfeiffers Leitung mitwirkende Komponist Jsenmann feierte, als die von Heimatliebe flammende Weise aus Andreas Hofer verklungen war: „O Vaterland, mein schönster Stern, dir weih' ich Blut und Leben gern!" Der Solist Adolf Drach, der Chor der Concordia und die delikate Musikbegleitung. Beim Schlußakte des Gymnasiums ist, wenn ich mich nicht täusche, das Vaterlandslied wiederholt worden für gemischten Chor. Möge diese Anregung eine baldige Beachtung finden. Ein Jsenmannschüler. •• Kol)len. •• Zur Deckung des Winterbedarfes an Kohle« und Briketts halte ich mich bei Berechnung mäßiger Preise bestens empfohlen. «Tos. Sax Holz- und Kohlenhandlung 5361 , 3.1 Friedenstratze 8. Gasthaus zumRebstolk,Ohlsbach. Neuerbautes, bürgerliches Haus, 5 Minuten von der Haltestelle der Schwarzwaldbahn; günstige Zugsverbindung. Reine Weine Ohlsbacher u. Durbacher Sorten. Bier vom Fatz. 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Heft erschienen als dritte Folge des Gelbbuches der französischen Regierung. — Preis 40 Pfennig. — ffiietverträge zu haben in der Druckerei Adolf Geck. Jeldpofftarten für Angehörige des Heeres und an solche sind mit Aufdruck versehen bei uns zu haben. 1000 Stück ä M. 5.00 100 „ ä „ —.60 1 „ 1 Pfennig. Buchdruckerei Ad. Geck. D Q Buchdruckarbeiten für den kaufmännischen und privaten Bedarf als: Adresskarten Aviskarten Begleitadressen Briefköpfe Broschüren Circulare Diplome Etiketten Eisenbahn- Paketadressen Frachtbriefe Mitteilungen Plakate Preislisten Programme Quittungen Rechnungen Statuten Tabellen Wechsel etc. etc. liefert prompt in geschmackvoller Ausführung Adolf Geck, Buchdruckerei Kesselstrasse IO. C V ° - ■ ■ - - — - o / I Redaktion. Druck und Verla« von Adolf Geck, Offenbur« Hierzu eine Beilage.