Beilage za Ni 5T2 des Alten Gffebarger vom 1. Juli 1906. Eine närrische Nebenbuhlerin Offenbnrgs. (Aus Dr. Heinrich Hansjakobs „Sonnige Tage"-) „Stockach ist berühmt als Narrenstadt, ein Name, der ihm nach meiner Ansicht viele Ehre macht, weil er zeigt, daß in ihr allzeit lustige Leute gewohnt haben. Und lustig und heiter sein können, ist in diesem trostlosen Tale der Zähren doch das beste. Die Narrenzunft Stockach stammt schon aus dem 14. Jahrhundert und hat zu ihrem Gründer einen richtigen Hofnarren, der ein geborener Stockacher namens Hans Kuoni (Konrad) und Hofnarr gewesen ist bei dem Herzog Leopold von Oesterreich. Als dieser gegen die Schweizer zog und mit seinen Generälen beriet, auf welchen Wegen er in das Schweizerland einfallen wolle, und zum Schluß auch seinen Narren scherzweise fragte, wie ihm der Plan gefalle, gab dieser zur Antwort: „Er gefällt mir nicht; ihr habt euch alle beraten, wie ihr in das Land kommen wollt, aber nicht, wie wieder heraus." Da die Narren, wie es im Volksmund heißt, die Wahrheit sagen, so traf dies auch bei dem Hans Kuoni zu. Der Herzog wurde bekanntlich bei Morgarten (November 1315) so aufs Haupt geschlagen, daß die wenigsten seiner Reiter mehr aus der Schweiz herauskamen und Leopold seine Rettung nur der Schnelligkeit seines Pferdes verdankte. Nach Winterthur zurückretiriert, sagte er seinem Hofnarren für seinen klugen Ausspruch eine Belohnung zu und ließ ihm die Wahl derselben. Kuoni verlangte als echter Narr nichts anders, als eine privilegierte Narrenzunft mit Narrengericht in seiner Vaterstadt Stockach errichten zu dürfen. Seine Bitte ward gewährt. Kuoni starb zu Stockach 1355, hat aber erst 1351, als er am Ende seines Lebens in seine Vaterstadt zurückzog, die Narrenzunft selber gegründet. Es war auch ein Zeichen der guten alten Zeit, daß die Fürsten jener Tage sich einen Hofnarren hielten, um wenigstens einen Mann um sich zu haben, der ihnen die Wahrheit sagte. Seitdem die Sitte, Hofnarren zu halten, aufgehört, sind die Fürsten gar nicht mehr gewöhnt, die Wahrheit zu hören, und werden jeweils übel gelaunt, wenn sich ihnen einmal aus der Schar der sie umgebenden Kriecher und Wedler ein weißer Rabe naht und ein wahres Wort spricht. — Das „grobgünstige" Narrengericht von Stockach besteht aus einem Präsidenten, einem Gerichtsnarrenvater, zwanzig Ge- richtsnarren einem Narrenschreiber und einem Narrenbüttel. Die übrigen Mitglieder sind die Laufnarren. Nach dem alten Stiftungsbrief hat in der Zeit von Lichtmeß bis zum Sonntag Lätare (vierter Sonntag in der Fastenalles, was keine offizielle obrigkeitliche Verichtung hat, dem Narrengericht Gehorsam zu leisten. In das Narrenbuch werden alle dummen und närrischen Streiche, die in Stadt und Umgegend von einer Fastnacht bis zur andern begangen werden, eingetragen. Am ersten Sonntag nach Dreikönig versammelt sich das Narrengericht im Narrenwirtshaus, das jedes Jahr wechselt, bestimmt, was dieses Jahr während der Fastnachtstage gespielt werden soll, und vergibt die Rollen. Am Sonntag vor Fastnacht hält das Narrengericht zu Pferd oder in Wagen oder Schlitten, begleitet von deu Laufnarren, seinen feierlichen Umzug durch die Stadt und verkündet, was gespielt werden soll. Am Mittwoch vor dem schmutzigen Donnerstag wird der Narrenbaum gefällt, am folgenden Tag von Kindern bis zum Marktbrunnen gezogen und dort unter Musik und im Geleite aller Gerichts- und Hofnarren aufgestellt. Er besteht aus einer Hoheit Tanne, an der alle Aeste bis zum Dolden (Krone) abgehauen sind, und trägt eine Tafel mit der Inschrift: „Stammbaum aller Narren". Am Fastnachtmontag wird in der Pfarrkirche für die verstorbenen Narren in Anwesenheit aller lebenden Narren ein Seelennamt gehalten. Am Dienstag finden die Spiele statt, und am Mittwoch Abend zwischen sechs und sieben Uhr wird die Fastnacht begraben, indem die ganze Gesellschaft dreimal still um den Baum herumgeht. Am Sonntag Lätare wird der Narrenbaum in aller Stille entfernt. An den Fastnachtstagen selbst werden die neuen Mitglieder in die Narrenzunft ausgenommen. Jedes Mitglied muß den Narrenschwur leisten, indem es die linke Hand auf das närrische Herz legt und die rechte Faust zum Stammvater der Narrenzunft, dem Bildniffe Kuonis, emporhebt und die Worte spricht: „Ich verspreche, so wahr Hans Kuoni ein großer Narr gewesen, und bei meiner Narrnnehre, daß ich, so lange mir Bier, Wein, Schnaps und Schinken schmecken, als wirklicher Vollblutnarr bis an mein seliges Ende bleiben und verharren will, damit ich würdig werde meiner Vorfahren närrischen Angedenkens. Ebenso gelobe ich, die Satzung und Ordnung eines grobgünstigen Narrengerichts treu und fest zu halten, auch die Interessen der Narrenzunft nach Kräften zu fördern und den Narrensamen gehörig zu ziehen, damit das Institut des Narrengerichts stets in Floribus sei. Amen". Alsdann muß der Schwörende ein in dem Narrenbuch befindliches Bildnis des Hans Kuoni küssen, worauf er vom Präsidenten mit der Peitsche zum Narren geschlagen wird. Jedes Mitglied hat sich in das Narrenbuch einzuschreiben. Es werden auch Freinarren und Ehrenmitglieder ohne Narrentaxe ausgenommen. So nahmen die Stockacher anno 1880 auch den nun verstorbenen Prinzen von Hohenzollern als Ehrennarr in ihre Zunft auf. Wenn man sonst einer fürstlichen Persönlichkeit diese Ehre antun wollte, könnte man leicht wegen Majestätsbeleidigung angeklagt werden. Der obige Prinz, Sohn eines geistreichen Vaters, nahm die Sache mit Humor auf und dankte mit folgenden Versen: Dem hohen, grobgünstigen Narrengericht, So zu Stockach sein weises Urteil spricht. Will ich hiermit die Nachricht geben. Daß ich seinen klugen Brief erhalten soeben Mitsaint der Urkund', die mich ernannt Zum Ehrenlaufnarr in Kuonis Land. Ich fühle mich nicht wenig geschmeichelt Und sage dies frei und ungeheuchelt. Daß eine so geistesgewaltige Zunft, Die siegreich über die Alltagsvernunft Mit Witz und Humor die Sorgen und Grillen Des Lebens zu bannen weiß und zu stillen Und unter der Fahne der Narretei Ueber den Haufen wirft alle Philisterei — Daß Eure privilegierte Schar Mich wert hält der Würde als Ehrennarr. Drum herzlich dankend erwiedere ich, Euer freundlich närrischer Friederich, Prinz von Hohenzollern. Die wackeren Stockacher haben sich ihre Narrenzunft nie töten lassen trotz verschiedener städtischer und staatlicher Verbote, weil die Laufnarren ihr Privilegium, an den Fastnachtstagen am Publikum allerlei Unfug auszuüben, vielfach übertreiben. Selbst in Kriegszeiten und in Kriegsjahren wurde das Narrengericht abgehalten, und wenigstens zum Zeichen, daß man die alte Zunft Hochhalte, der Narrenbaum aufgestellt. Und es gehört heute noch zum guten Ton, daß jeder Beamte und Geistliche, der nach Stockach versetzt wird, unter den oben angegebenen Zermonien sich als Laufnarren in die Narrenzunft aufnehmen läßt. In Kriegszeiten ließen sich selbst ruffische und französische Offiziere in die Zunft aufnehmen. Das Narrengericht unterblieb nur, während die Preußen von 1849 bis 51 das Land besetzt hielten. Der Bruder Preuß versteht ja keinen Spaß: Aber den Narrenbaum haben die Stockacher mit hoher preußischer Erlaubnis doch noch aufrichten dürfen. Ich freue mich von Herzen, daß die Stockacher an ihrer alten, fröhlichen Narrenzunft festhalten und eine Narretei üben, in der noch viel Vernunft steckt." Vor 50 Jahren. Vom 1. elsäßischen Sängerfest abgehalten am 31. Mai 1. und 2. Juni zu Straßburg 1356 berichtet der Chronist: Offenburg, 3. Juni. Im Verlause des heutigen Tages sind unsere letzten Sänger vom Straßburger Feste heimgekehrt, gleich begeistert, wie ihre Vorgänger, von den herrlichen Genüssen, die Kunst und Geselligkeit in überreichem Maaße dargeboteu. Wenn wir in Nachstehendem versuchen, ein Bild dieses unvergeßlichen Sängertages zu entwerfen, so leitet uns hierbei ganz besonders die Dankbarkeit gegen die liebe Nachbarstadt, die uns Sänger mit einer nie genug zu rühmenden Gastfreundschaft in ihren Mauern aufnahm und mit Ehrenbezeugungen jeder Art überhäufte. Als wir vorigen Samstag Nachmittags in Begleitung des Freiburger und Lahrer (Sing-) Vereins in Kehl anlangten, wurden wir am Bahnhofe von mehreren Mitgliedern des Fest- komites, denen sich einige Pariser Sänger angeschlossen hatten, feierlichst empfangen und nach kurzer Rast in den bereit gehaltenen Gesellschaftswagen nach Straßburg geführt. Dort zogen wir sogleich nach dem Stadthause, wo wir dem Oomito central vorgestellt und uns die nötigen Sängerzeichen, Einquartierungs- und Bankettbillets übergeben wurden. Nachdem wir uns kurze Zeit in unserem Quartiere, im Gasthause zum goldenen Apfel, aufgehalten, wurden wir von unfern beiden Commissaires delegues nach dem Lips'schen Garten abgeholt. Derselbe schien in einen wahren Zaubergarten umgewandelt zu sein. Tausend krystallene Lampen und Lämpchen, in hellstem Demantschimmer strahlend, buntfarbige Leuchtkugeln, chinesische Pyramiden mit ihren zahllosen blendenden Lichtfunken, riesige Adler mit goldenem Gefieder und eine Menge anderer Embleme waren auf's Geschmackvollste zwischen den einzelnen Bäumen, Baumgruppen und Gebüschen angebracht. Eine große wohlgedeckte Hütte schützte die Sänger gegen etwaige Ungunst des des annoch zweifelhaften Wetters. Man war kaum versammelt, als bald an diesem, bald an jenem Tische vierstimmige Chöre erschallen; wir Offenburger schickten uns gerade an, eines unserer Kraftlieder anzustimmen, da knallte das Signal zum Beginne des herrlichsten, großartigsten Feuerwerks, das wir je gesehen. Rauschender Beifall erfolgte jeder einzelnen Darstellung; ein wahrer Beifallsturm aber brach los, als, von phönizischem Feuer beleuchtet, die Zürcher Hirsebreifahrt theatralisch dargestellt wurde; ein bunter Feuerregen entzog sie nach und nach den Blicken und im dunklen Hintergründe bemerkte man nur noch die in Brillantfeuer stammenden Morte: „Uremlere reunion des Lllantsurs alsaciens.“ Nach Beendigung dieser Festlichkeit ward uns Offenburger noch eine recht heitere Episode zu Teil, indem wir, von einer Straßburger Studenten-Gesellschaft auf's Verbindlichste in ihr Lokal geladen, Gelegenheit hatten, einige höchst ergötzliche Gebräuche des französischen Studentenlebens kennen zu lernen. Die herrlichste Morgensonne begrüßte den Sonntag — nach wochenlangem, verhängnisvollem Unwetter der erste heitere Himmel und gerade diesem Feste lächlnd — fürwahr eine günstige Vorbedeutung für dessen Gelingen. Auf 7 Uhr war General-Probe in der zum Konzert-Saale umgewandelten geräumigen Reitschule der St. Nikolaus-Kaserne angesagt. Wir Offenburger waren die ersten auf dem Platze. Die Probe begann um 8 Uhr und endete gegen 11 Uhr. Ein vortreffliches, durch Gemütlichkeit und Humor gewürztes Dejeuner vereinigte sodann die Lahrer und Offenbnrger Sänger in ihrem Quartiere. Nach dem Festzuge begrüßte der 1. Adjunkt Delaporte, bezeichnet das Fest als eine Frucht des Friedens und führte den hohen Sinn der Straßburger für die herrliche Gesangeskunst auf ihre deutsche Abstammung zurück. Hierauf sangen die Straßburger Vereine mit meisterhaftem Vortrage ein eigenes zu diesem Zwecke (in Straßburger Mundart) gedichtetes und trefflich komponiertes Lied: „Willkommen in Straßburg" (Cantate de bienvenue), von Liebe. Dann wurde der Ehrenwein kredenzt, ein feuriger kostbarer Elsäßer von anno 1846, der so gut mundete, daß in einigen Augenblicken 600 Flaschen geleert waren. Die Fahnenträger und Vorstandsmitglieder der einzelnen Vereine wurden hierauf eingeladen, die Estrate des Rathauses zu betreten, wo man sie den dort versammelten B.chörden vor- stellte. Ein kräftiger Chor „Eintracht v. Mozart", von sämmt- lichen Sängern vorgetragen und von sämmtlichen Musikchören begleitet, schloß diese würdevolle Ceremouke die besonders auf die fremden Sänger den besten Eindruck macht:. Vor Allem ist die größte Anerkennung dem ausgezeichneten Dirigenten desselben, Hrn Professor Ludwig Liebe von Straß- burg (einem geb. Mainzer), zu zollen, der mit überlegenem Talent und bewältigender Energie Einheit und Präzision in diese gewaltige Sängermasse. (Es waren 9 deutsche, 2 schweizerische, 12 Pariser, ein Metzer und 19 elsäßische Vereine durch mehr als 800 Sänger vertreten.) Nach Beendigung des Concertes begab sich der Sängerzug in gleicher Ordnung, wie er gekommen, nach der bedeckten Halle, mo ein überaus zahlreich besuchtes Bankett stattfänd. Bei der Rückkehr ins Quartier aufs Angenehmste durch einige Fäßchen trefflichen Offenburger Bieres überrascht, die wir der freundlichen Aufmerksamkeit des Hrn Scheumacher zu danken hatten, und die unter großem Jubel in Gemeinschaft mit Straßburger und Lahrer Sängern geleert wurden- Der größte Teil unserer Sänger verließ jetzt Straßburg, von Mitgliedern des Centralcomites und unfern Kommissären aufs Herzlichste verabschiedet. Die zurückgebliebenen Mitglieder unseres Vereins besuchten sodann noch den im Theater stattgehabten Festball und sind entzückt von der großartigen Ausschmückung des Saales, dem Reichtum der Toiletten, der Vortrefflichkeit des (50 Mann starken) Orchesters, namentlich aber von dem Zauber des in einen wahren Feengarten umgewandelten Theaterplatzes. Fassen wir schließlich das, was wir in Straßburg gehört und erlebt, zusammen, so müssen wir sagen, daß das dortige Fest in allen seinen Teilen ein gelungenes und herrliches war. Kirchenbuchs-Auszüge der katholischen Pfarrgemeinde Offenburg für den Monat Juli 1856. Geboren: Den 4. Juli. Georg Adolf: Vater: Eduard Frank, hiesiger Bürger und Metzgermeister. Den 8. — Ludwig; Vater: Ludwig Kili, hiesiger Bürger und Buchdruckereigehilfe. Den 20. — Rosa Anna; Vater: Matthäus Hilderer, Bürger in Zunsweier und Bleicher dahier. Den 22. — Sigmund Ferdinand August; Vater: Sigmund Ferdinand E i s i n g e r, hiesiger Bürger und Stadtverrechner. Getraut: Den 7. Juli: Eduard Heinemann, Bürger und Kaufmann in Straßburg, z. Zt. Buchhalter dahier, ehelich lediger Sohn des Professors Johann Georg Heincmaun in Straßburg, mit Johanna Friederika Josepha Fisches, ehelich ledigen Tochter des verstorbenen Großh. Bauraths Johann Christian Fischer zu Karlsruhe. Den 31. — Wilhelm Weber, hiesiger Bürger und Kunstgärtner, ehelich lediger Sohn des hiesigen Bürgers und Schuhmachermeisters Matthäus Weber, mit Maria Theresia Holzer, ehelich ledigen Tochter des verstorbenen hiesigen Bürgers und Büchsenmachers Michael Holzer. Gestorben: Den 6. Juli. Karl Klein, 25 Jahre 2 Monate alt. Cadetfeldwebcl im k. k. österreich. Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer Nr. 59. Den 7. — Walburga Lohrer, geb. Bogt, 68 I. 6 M. alt, Ehefrau des hiesigen Bürgers und Maurers Balthasar Lohrer. Den 28. Barbara Schneider, 32 Jahre alt, ledige Tochter des hiesigen Bürgers und Buchbinders Johann Schneider. Der Nachtrag zum Staatsvoranschlag 1906/07 enthält für das Unterrichtswesen in den Mittel-undVolks- schulen eine Summe von 15,000 Mark zur Fortführung der Statistik des Volksschulwesens; es soll künftig eine besondere- Position in den ordentlichen Etat eingestellt werden. An dem Vorseminar in Gen gen b ach soll (wie in Tauberbischofsheim) bis Ostern ein dritter Kurs mit 30 Zöglingen (Jnternatsver- pflegung) eingerichtet werden in einem zu mietenden oder einzurichtenden zweckmäßigen Gebäude. Es werden für Gengenbach 22,700 Mark gefordert, wovon 2100 Mark als Einnahmen abzurechnen sind. Die Rechnung im badischen Eisenbahnbetrieb. Das Jahr 1905 hat mit einer Einnahme von 87,415,000 M. und einer Ausgabe vo 62,126,000 Mark abgeschlossen, so daß die Mehreinnahme 25,289,000 Mark beträgt. Gegenüber der Mehreinnahme des Jahres 1904 von 26,455.000 Mk. bedeutet dies einen Rückgang von 1,166,000 Mark. Demzufolge ist der Betriebskoeffizient, der im Jahre 1904 68,46 Prozent betrug, auf 71.07 Prozent gestiegen. Die Ursache dieses nicht sehr bedeutenden Rückganges ist nicht in geringeren Einnahmen zu suchen. Die Einnahmen sind im Ganzen um 3,526,000 Mark gestiegen, insbesondere die Einnahme aus dem Personen- und Gepäckverkehr um 1,168,000 Mark, aus dem Güterverkehr um 2,428,000 Mark. Mit den Einnahmen sind aber auch die Ausgaben gestiegen und zwar stärker als die Einnahmen, nämlich um 4.692,000 Mark. Redaktion, Druck und Verlag von Adolf Geck in Offenburg. Gsang un Bretschle ingweikt Ware isch. Will dozue kei Fremdi kumme sinn, hetts am scheenste Sunneschien nitt gflhlt, der isch «wer au de Kunkordianer z'guet kumme, bi ihrem Usflug insOwerland. Frielig henn si bi sellere Hitz 's netze vun de Sänger ketile (fiüeher hett mr Gurgle gsait) nitt gschpart, awcr wenn mr fünf Schlund marschiärt, no vrgehn eim d' Temberenzlibosse. Weller Verein hett awer au so e Vorbild an jugcndliger Kraft un Durhafligkeit, sowohl im Luschtigsien, wiä in dr treie Pflichterfüllung als wiä dr Sängemeschior Butli. Nur einer sei e bissili marodi wäre und mr Hells merke kinne, daß es e Passiver gsien isch. In dr Seel drin hetts mi gfrait, wo i erfahre Hab, daß unser Konkordia z' Emmedinge im Gheimrat Salier un siem Schatz, unsererLandsmänni, e Scktänderli brocht hett. D'Liäb isch gegesitlig. E bissili früeh isch «s frielig gsien, denn unseii Sänger sinn schun vor de Fünfe abgfahre; awer ihr Liädli: „früeh morgens, wenn die Henne kräht", hett ganz guet haßt. Dr Babbe Salzer isch awcr flink bi dr Hand gsien un hett uß em Fenschter ruß im Schlafiock (hinter de Schalnsie hetts Arauli rußgickelt) e prächtig! Dankesred ghalte. Er hett au merke lasse, er sei um drei, wu au schun d' Henne krähe, erscht heimkumme vum e Bangett un derentwege noch im Neglischee. Brawo! Anderi Amtmänner gehn mit de Huehner rns Bett un bangettiäre mit Limonad un Sodawasser. Letschte Sunndig hett, um Widder ins Gleis z' kumme, e Fcscht vum Schtroßburger Rucderklub schtattgfunde. Nadürlig hxtt dr Pluvms zeige müesse, daß er au znem Wasserschport ghert. Na, ganz hett 'r awer sinne Schportsgnoffe d' Fraid nitt vrderbt, d' Sunn isch au noch zuer Geltung kumme. D' Schtroßbnrger henn sich üwer de Offeburger schplendide Schtadtrat un üwer selli t? Kaffeeschüßle, Häfe un Deller als Ehrepreis grandios gfrait, un heilig vrschproche, dr erscht Schnurgel wo uß em Ehreserwies drunke wurd, derf Bohneburg z' liäb nur uß Bohne ohni Cigori kocht wäre. Gwunne hett des scheen Gschenk ('s schtammt uß em Glasgschäft Roth in dr Korngaß) e echter Schtroß- burjer, der Herr Alphons Schramm als Sieger im Schifferschteche. Dr Owerburgermeischter hett d' Preisvrdeilung vorgnumme. Während dr nautisch Verein d' Schtadtratsnowleß üwer dr Schellekenig globt hett, henn drgege d' neidischi Verein vun Offeburg elend resenniert, daß dr Schladtrat gege d' Turner, Sänger, Raucher rc. so hungrig sei un ihne, wenn si e fescht im Schtadtwalo halte welle, viel Blatzgeld abnimmt un si suuscht schikeniärt. Wiä mr hert, isch e ganzi Vrschwörungim Gang, si welle ihri Fcschter uff andere Gmarkunge abhalte, no mueß dr Schtadtrat ihne für's Biär un dr Wien 's Oktra rußzahle. Na mr redet noch mitnander. Euer Marx. Erklärung! Für einige Regierungsbezirke und Kreise ist noch der Alleinverkauf unserer überall großes Aufsehen erregenden Neuheiten zu vergeben. In mehreren benachbarten Bezirken sind schon Alleinverkäufer mit großem Erfolg tätig. Es werden hochstehende Persönlichkeiten namhaft gemacht, bei denen man sich schriftlich oder mündlich über die Vorzüge der Erfindungen erkundigen kann. — Reiselegitimationskarte gratis, Gewerbesteuer vergütet. Laden, Kapital unnötig. Der Vertrieb unserer Neuheiten ist sehr lohnend und garantiert eine anständige, auskömmliche Existenz. Nur strebsame Leute wollen schreiben an die Adresse: Rheinische Metallindustrie in Elten am Rhein. 2523 0 6 Ein bkmes Wdchkn im Alter von 16 bis 17 Jahren zu einem Kinde gesucht. 2681.2.1 Näheres Volkstraße 17 II. Grosse Wohltätigkeits- Geld-Lotterie d. Bad. Landesvereins y. Boten + Ziehung bereits 21 . Juli Besle Eie^iimchancen! OOQO Saxg-ewinne 0000 oli.rLe^k.Toz-a.g-3^E]s:. 414,000 Haupt- Q-e-w. I. tD Haupt- ^i Q-e-w. 2 ä 1000 4 ä 500 G-e-w. z-va.s. Tn« 1 M ( >1 Lose 10 Mk. 1U.« r p or to und Liste 30 Pfg versendet: General-Agent Strassburg i. E. 13380 ■Los: ■2664.5.3 |I 6 M. 15,000 M. 5,000 - M. 2000 - M. 2000 M. 20,000 J. Stürmer, Zu vermieten. Langestraße Nr. 50 sind auf I. Oktober oder früher schöne Helle Ladenlokalitäten mit Remisen. Magazin und Wohnung mietfrei. I ♦ N Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, daß wir mit Heutigem unsere Geschäfte in Porzellan-, Glas-, Steingutwaren flaschen, Korbflaschen, Demyobns, Korkstopfen Steinzeugröbren etc. vereinigt haben. Der wesentlich vergrößerte Betrieb wird unter der Leitung und Firma des Herrn Ernst Bollschweiler Langestratze 60 (Zähringerhof) weitergeführt. Die bisherigen Geschäftsinhaber Richard Roth und Carl Fr. Erhardt bleiben daran beteiligt. Für das bisher bewiesene Wohlwollen dankend, bitten wir solches auch dem vereinigten Geschäfte entgegenzubringen. Ernst Bollschweiler , Carl Fr. Erhardt (Friedrich Bollschweilers Nachf.) Hofstetter St Kunst Nachf. Richard Roth Julius Mörstadt. Offenburg, l. Juli 1906. P. S. Im Anschluß an Obiges die ergebene Mitteilung, daß mein seither Kornstraße 3 betriebenes Detailgeschäft mit Heutigem eingeht. Hofstetter & Kunst Nachf. 2680 Richard Roth. ♦ MOLKEREI. Empfehle mein in der Steinstratze 27 eröffnetes Filialgeschäft geneigtem Zuspruch. Nur beste Erzeugnisse. Sorgfältige Bedienung. 2682 Hochachtungsvoll Martin Ertlö. Bekanntmachung. Wir sind in der Lage mit Anfang Juli d. I. aus dem Eiswerk beim städtischen Schlachthofe Kristall-Eis abzugeben. Bei regelmäßigem täglichem Bezug beträgt das Abonnement: für 1 k Block ---- circa 12*/s Pfund 5 Mark) für 20 aufeinander- für Va Block — circa 25 Pfund 9 Mark / folgende Tage ' frei ins Haus geliefert. I Das Abonnement kann an jedem Tag beginnen; Anmeldungen wollen mündlich ' oder schriftlich bei der Stadtkasse oder im Schlachthaus eingereicht werden. Ermäßigte Preise können solchen Beziehern zugestanden werden, die sich verpflichten, nach Belieben innerhalb eines Jahres mindestens 50 Zentner Eis abzunehmen; die Preisfestsetzung geschieht im einzelnen Falle aufgrund besonderer Vereinbarung zwischen dem Besitzer und dem Stadtrat. Anfragen bitten wir schriftlich an uns richten zu wollen. Offenburg, den 25. Juni 1906. Der Stadtrat. Hermann. 2666 ..„Schweizerhaus“ Durlach gegenüber dem Bahnhol. Unterzeichneter empfiehlt allen durchreisenden Olfenburgern seine neueingerichteten Lokale: Grosse Terasse mit Wein- und Bierstube, im 2. Stock grosse Wirtschaftsräume. Oberländer Weine, If. Karlsruher Bier, kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit, Kaflee, Choeolade, Tee ete. t 2675.2.1 Heinrich Vogt, Restaurateur. Airkchafk-MfiMg. Dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum mache hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich am Sonntag den 24 Juni den amtlich genehmigten Wirtschaftsbetrieb auf meinem Hofe „Mühlstein" eröffnete und für gute Bedienung in jeder Art Sorge tragen werde. Geneigtem Wohlwollen mich bestens empfohlen haltend, zeichne Hochachtungsvoll 267322 Joseph Erdrich Wirtschaft zum „Vogt von Mühlsteine Mühlstein (Nordrach), Juni 1906. ♦ ♦ Bekanntmachung. Vom 1. Juli d. I. ab betragen die Kokspreise ab unserem Gaswerk a. bei Kaufsmengcn bis zu 50 Zentner: grober Koks der Zentner 1.20 M., zerkleinerter Koks der Ztr. 1.80 M., b. bei Kaufsmengen 200 Zentner: (10,001 Kilogramm — 1 Waggonladung) grober Koks der Zentner 1.20. M«, zerkleinerter Koks der Ztr. 1.80 M. t*. bei Kanssmengen über 200 Zentner: grober Koks der Zentner 1.10 M., zerkleinerter Koks der Ztr. 1.20 M. Offenburg, den 28. Juni 1906. Der Stadtrat. 2677 Hermann. Miltner. v Freiwillige Feuerwehr Offenburg. Wir machen die Kameraden unseres Korps auf nachfolgende Veranstaltungen aufmerksam: Sonntag den 8. Juli: »25jährigcs Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Durbach. Am 4., 5. und 6. August: Einnndzwanzirster badischer Feuerwehrtag in Waldshut. Anmeldungen für letzteren erbitten wir spätestens bis 15. Juli anher. Das Kommando. 2671.2.2 ®. Adrion. Basler. Politische gmerks. OMnijintk Arbeit. Jtfi vonWubiirg ii. AmMung. Sonntag den 1. Juli, nachmittags 2 Uhr, Abmarsch mit Musik Punkt 1 Uhr von derr Brauerei Mundinger Grosses Arbeiter- mit • ' Musik, Gesang, Tairbenstechen> Ball onsteigen, Kinderbelustigung und Aalclfert Zum Ausschank kommt ff. Mundinger Bier und Rotwein zu 20 Pfg. das Viertel, sowie alkoholfreie Getränke. Das Feilbieten von Waren ist verboten. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein 2678- Das Festkomitee. Bei ungünstiger Witterung findet das- Fest 8 Tage später statt. " o „ ' „Germania“ Offenhmrg-. Zu Ehren unserer Sänger, welche bei dem Jnternatiormlen Gesangswettstreit in Pforzheim (am 2Z./25. Juni) den II. Preis a errungen haben, findet am Sonntag den 1. Juli d. I., abends 8 Uhr beginnend im Gasthairs zum Anker ein T amilienaberid statt, wozu wir unsere titl. Mitglieder, sowie Freunde des Gesanges höfiichst ein- ladcn. 2679 Der Vorstand. Redaktion, Druck und Berlag von Adolf Geck in OsRuburg. Hierzu riue Beilage.