♦ für den Amtsbezirk Hins!)cim und Umgebung. « An Erscheint 3mal wöchentlich, », » it) > Dienstag, Donnerstag, Samstag. Oienstag. Sen 7. Dezember Einrückn»g«gebNhr: die ein. ipaliige Zeile 3 kr. 1869 Badischer Landtag. Karlsruhe, 3. Dez. (29. öff. Sitzung der 2. Kammer.) Nachdem in der vorgestrigen Abendsitzung das Genossenschasls- gejetz vom 8 4 bis 71 durchberathen worden, wird heute die Berathung über dasselbe zu Ende geführt und schließlich dein Antrag der Kommission entsprechend das ganze Gesetz init allen gegen 4 Stinrnren (Baumstark, Bissing, Lindau, Lender) angenommen. Die Tagesordmmg führt hierauf zur Berathung des Berichts des Abg. v. Feder über den Gesetzentwurf, betreffend das Verfahren bei Ministeranklagen. Da der Berichterstatter durch Berufsgeschäfte am Erscheine,: verhindert ist, hat Abg. Kusel mit Einverständniß der Kommission seine Funktionen übernommen. Nach längerer Debatte wird das Gesetz (dessen Mittheilung wir uns Vorbehalten) mit allen Stimmen gegen die eine des Abg. Mühlhäußer angenommen. Jur Geschichte des Tages. Karlsruhe, 2. Dez. I» Folge des Aufstands in Dal- matien macht sich in Oesterreich wieder die ganze Trostlosigkeit des zusammeiigeschweißte» Verfassungswerks geltend. Seit 60 Jahre» hat man gar nichls gethan, um die barbarische» Völker- schäften der Grenze auch nur mit Kultur zu übertünchen; kaum hat der ungarische Minister das Parlament beschwichtigt, aus welchem die Anfrage über Verwendung ungarischer Negimenter in Dalmatien ergangen war, so fragen schon die so Irenen Slehermärker, ob gerade ihre Söhne überall unv zuerst für das Reich bluten sollen. Solche Dinge deuten ans unergründliche Risse, (Lztg) München, 2. Dez, Zwischen Bayern und Frankreich ist ein Staatsvertrag, betreffend die Auslieferung von Verbrechern, heute im Ministerium des Auswärtigen von Fürst Hohenlohe und dem hiesigen französischen Gesandten unterzeichnet worden. München, 3. Dez, Die bayerische MinislerkrisiS wird allem Anschein nach schließlich dahin ausschlageu, daß Fürst Hohenlohe an der Spitze des Kabinets bleibt und nur die der ultramontanen Partei besonders anstößigen Minister des Innern und des Kultus, v, Hörmann und v. Gresser, aus demselben ausscheiden. Wie der ->N, fr. Pr » aus München telegraphirt wird, beabsichtigt die sogenannte Patriotenpartei eine Vermin- derung des Präsenzstandes der Armee zu beantragen, um dadurch die Allianzverträge mit Preußen zu erschüttern. München, 3. Dez. Fürst Hohenlohe und der Kriegs« minister Frhr. v. Pranckh wurden nach Hohenschwangau zum Könige berufen. Berlin, 3. Dez. Der ,-Staats-Anzeiger» bestätigt, daß daß dem Präsidenten des Bundeskanzleramts. Geh, Rath Del- brück, auf Antrag des Grafen Bismarck der Charakter eines Staatsministers beigelegt wurde, Wien, 3. Dez. Die --N. Fr. Pr.« veröffentlicht ein Telegramm aus Konstantinopel vom 2. Dez,, welches meldet, daß der dortige französische Botschafter gestern dem Großvezier erklärt habe, Frankreich könne die Anschauung der Pforte, daß die egyptische Differenz eine innere türkische Angelegenheit sei, nicht theilen und beanspruche unter Hinweisung auf die unter der Garantie der Großmächte abgeschlossenen Verträge zwischen der Pforte unv Egypten, für die europäischen Großmächte das Recht, in diesem Konflikt zu interveniren. Triest, 3. Dez. Der Kaiser von Oesterreich ist heute Morgen unr 7 Uhr wohlbehalten hier eingetroffen und von den Spitzen der Behörden empfangen worden. Das zahlreich versainmelte Publikum bereitete dem Kaiser einen herzlichen Empfang. Turin, 28. Rov. Seit dem 24. d. M, ist der Verkehr auf der Fell'schen Mont-Cenisbahn durch Schneefall unterbrochen. Bei San Martins hat eine Lawine, 300 Meier lang, 4 Meter hoch, eine» Zug und in der Nacht vom 2b. d. M. eine neue Lawine abermals 45 Reisende verschüttet. Der Schnee auf der ganzen Linie ist von l */ 2 bis 2 Meter tief, die Straße nach Briancou unfahrbar. Rom, l. Dez. Die Zahl der fremden in Rom eingelroffenen Bischöfe betrug heute Mittag 400. Paris, l. Dez. (Gesetzgebender Körper.) Nach Wahl des Präsidenten »abm der ueugewählte Präsident Schneider das Wort, indem er sich Glück wünschte, den Präsidentenstuhl in Folge der Achtung seiner Kollegen inne zu haben. Es sei eine Ehre für ihn, daß er au die Spitze der Versammlung gestellt sei. Persönliche Gründe könnten ihn veraulossen, diese Ehre abzulehnen, er betrachte es aber als eine Pflicht, sich überall zur Verfügung seiner Kollegen zu halten zu einer Zeit, wo das Land Dienste fordere, (Beifall.) Auf eine deßfallsige Bemerkung Keratry's erklärte der Präsident, daß das gegenwärtige Bureau nur für die außerordentliche Tagung ernannt werde. Paris, 2. Dez. Das Mein, diplom. läßt sich aus Rom melden, daß der berühmte italienische Geschichtsschreiber Cesare Cantu von: Papst Pius IX. beauftragt worden ist, die Geschichte des bevorstehenden Konzils zn schreiben. Zu diesem Zweck ist er von Sr. Heiligkeit ermächtigt worden, den Sitzungen des Konzils beizuwohnen. Er ist der einzige Laie, dein dieses Recht eingeräuint werden wird. Paris, 3. Dez. Die Kaiserin wird, wie der Gaulois berichtet, erst übermorgen in Paris eintresfen. Zn Cuba dürften ehestens Ereignisse eintreten, an denen die spanische Regierung keinen Gefallen finden wird. Verdächtig ist es auf alle Fälle, daß zwölf der stärksten amerikanischen Kriegsschiffe gegenwärtig in den westindischen Gewässern bei- saminen sind. Von wegen der Samana>Bei allein, welche Amerika von der haitischen Regierung käuflich an sich gebracht und im Rothfalle gegen die dortigen Aufständischen schützen wird, ist eine so gewaltige Flotte schwerlich konzentrirt worden. Das wäre pure Geldverschwendung; Grant aber ist nicht weniger als verschwenderisch, und sein Marineminister verbot erst vor Kurzem allen Kriegsschiffen, Kohlen zu brennen, wo sie mit ihren Segeln auskommen können. Dahinter steckt aller Wahrscheinlichkeit nach somit etwas Anderes. Konstantinopel, 30. Nov. (W. B.) Server Effendi ist gestern mit dem Firnian an den Khedive abgereist. Man versichert, der Firman sei nicht der Art, daß Verwickelungen zu befürchten wären. Kairo, 30. Nov. Am Sonntag den 5. Dezember wird hier in feierlicher Weise unv in Gegenwart des Kronprinzen von Preußen der Grundstein zur evangelischen Kirche gelegt. Kreis-Versammlung. Heidelberg, 30. Nov. (Fortsetzung.) Nach Wiederbe- ginn der Sitzung, Nachmittags 4 Uhr, schritt man zunächst zur Berathung über den Bericht des Kreisausschusses über die Einsührung von Aversen für Benützung der Post in Gemeinde- und Kreisangelegenheiten. Referent Laurop begründet die Ansschußanträge unter Hinweisung auf de» gedruckten Bericht. Graf Berlichingen spricht sich gegen jedes Porto für Kreis- — 586 — angelegenheilen aus, indem der Kreis dem Staat viele Kosten adgeiiommen habe und deshalb Portosreiheil beanspruchen könne. Er wünscht deshalb. Laß ein Druck nach Oben in dieser Rich- Hing ausgenbt we>de. Nachdem Abg. Laurop, Amtmann Arnsperger und der Vorsitzende erläutert, daß eine Befreiung vom Porto nicht zu erwarten sei, weil nach der maßgebenden neueren Verordnung eine Portofreiheit überhaupt nicht mehr gewahrt werde, wurde zur Abstimmung geschritten und dabei die Ausschußanträge von der Versammlung angenommen. Dieselben lauten: I) Die Kreis- versammlung wolle den Wunsch aussprechen, daß sämmtliche Gemeinden des Kreises an der von Großh. Postbehörde dargebotenen Aversen-Einrichtung sich betheiligen möchte», uin dadurch das Portofreithum in dem Geschäflsoerkehr sowohl der Gemeiu- deu unter sich und mit den Staatsbehörden, als auch des Kreiö- auSschusses unter sich und mit den Gemeinden zu erlangen; und 2) eS wolle zu diesem Behufe der Kreisausschuß ermächtigt werden, sich mit den einzelnen Gemeinden, soweit solche nicht schon Verträge mit der Großh. Postbehörde abgeschlossen habe», entweder unmittelbar oder durch Vermittelung der Großh. Bezirksämter, in's Benehmen setzen und sie zur Betheiligung an der erwähnten Einrichtung zu veranlassen. Hierauf begann die Berathung über die Errichtung einer Boden-Credit-Anstalt. Anwalt Dr. Regensburger begründet zunächst die Anträge des Sonderausschusses sowohl als des KreiSauöschusses, berührt auch dabei die Ansicht der Minorität des Kreisausschusies, dahin gehend, daß eine Boden.Credit-Anstalt nicht sowohl für einen einzelnen Kreis, sondern für mehrere Kreise, bezw. für das ganze Land errichtet werden solle, was auch die Tendenz der Kreisausschußanträge ist Frhr. v. Gemmingen sieht in einer Doden-Credit-Anstalt keine Kreis-, sondern eine Landesangelegenheit, mit der sich die Slaatsregierung und die Stände zu befassen haben. Abg. Blum vertheidigt seine früheren Anträge, indem er bemerkt, daß, wenn die Anstalt nur auf einen kleineren Bezirk ausgedehnt sei, die Controle der Schätzung der Liegenschaften eine bessere sei. Die Gründung einer Anstalt durch eine Aktien- Gesellschaft halte er deshalb nicht für ersprießlich, weil eine solche aus dem Hypothekengeschäft die Zinsen res Aktienkapitals nicht herausbringen könne, deshalb andere Geschäfte noch betreibe und dadurch den Charakter einer Boden Crerit-Aiislalt verliere. Er betont noch insbesondere die Nothwendigkeit der klnaufkündbarkeit der Kapitalien für den Landmann. Abg. Lindau hat Bedenken wegen des Schwankens der Güterpreise und weist darauf hin, daß es sich auch hier wieder herousstelle, daß die Kreise zu klein seien. Anwalt Dr. Regensburger entgegnet Frhr. v. Gemmingen, daß der Staat für Gründung und Führung gewerblicher Anstalten nicht geeignet sei, der sich in neuerer Zeit auch aller Gewerbe, die er seither betrieben, zu veräußern angefangen habe. Die Schwankungen in den Güterpreisen dürfen nicht abhalten, da durch sorgfältige Schätzung jede Gefahr beseitigt werden könne. In Norddeutschland haben dergleichen Anstalten alle rnüglichr» Krisen schon überstanden. Abg. Otto stellt den Antrag, es sollen bei Ziffer 1 der Kreisausschußanträge noch die Worte angehängt werden »und der Kreisversammlung zur Genehmigung vorzulegen.» Abg. Blum erklärt sich damit einverstanden. Es entspinnt sich nun eine kurze Diskussion darüber, ob über- haupt^der Ausschuß beauftragt werden soll, die Errichtung mit der L-laatsregierung zu vereinbaren, an welcher sich Landes- Commissär Stöffer, der Vorsitzende, Dr. Regensburger und Lindau betbeiligen und sodann Ziffer 1 der Ausschnßanrräge in felgender Fassung zum Beschluß erhoben: » Der Kreisausschnß wird beauftragt, mit den übrigen Kreisausschüssen des Landes wegen Errichtung einer ge- meinschaftlitpen Boden-Credit-Anstalt in's Benehmen zu treten und die Statuten einer solchen Anstalt mit den übrigen Kreiöausschüffen unter Benebmung mit der Großh. Staatsregierung zu vereinbaren und der Kreissammlung zur Genehmigung vorzulegen/' Abs. 2 der Ausschußanträge wurde sodaun ebenfalls zum Beschluß erhoben. Bor Schluß der Sitzung stellt der Vorsitzende des Ausschusses auf Grund der von Konstanz und Mannheim eingclau- fenen Anträge hinsichtlich der Benützung der Augenheilanstalt noch die weiteren Anträge, die Versammlung wolle beschließen: 1) mit anderen Kreisen des Landes Veriräge auf gegen- seilige Verpflegung der augenkranken Angehörigen jener Kreise, welche nicht selbst Verträge mit hiesigen Anstalten haben, abzu- schließen, mit Vorbehalt gegenseitiger Abrechnng; 2) de» Vertrag mit den hiesigen Anstalten dahin zu erweitern, daß sie solchen augenkranken Augehörigeu anderer Kreise unter denselben Bedingungen, wie den Kranken des eigenen Kreises. Aufnahme gewähre»; 3) den Sonderausschuß zu beauftragen, seine Aufsichtsfüh« rung auch auf die Verpflegung dieser Angehörigen anderer Kreise ouszudehnen. Diese Anträge werden von der Versammlung angenommen und damit die Sitzung geschlossen. — 1. Dez. Nach Eröffnung der Sitzung, Vorlesung de» Protokolls von gestern und Genehmigung desselben schritt mau zur Berathung über die landwirthschafiliche Winterschule. Dr. Herkh erstattet Namens des KreiSauSschuffeS Bericht und beantragt mit dem Bemerken, daß die Schule zu einer KreiS» anstalt erhoben werden solle, die Genehmigung der Anträge. Abg. Kransmann unterstützt diese» Antrag, verwahrt sich jedoch gegen eine Stelle aus Seite 2 des gedruckten Berichts, worin es heißt: «ein weniger lebendiges Interesse für Erhaltung der Schule belhätigt die Stadt Heidelberg. Sie gibt vielmehr auf Anfrage die Erklärung ab, daß sie auf die Erhaltung der landwirthschaftl. Winterschule ein großes Gewicht nicht lege.» Redner führt aus, wie viele Leistungen die Gemeinde Heidelberg, namentlich für Beschaffung des Schullokals schon aufgewendet habe, und wenn eS ihr auch nicht gelungen wäre, die Schule hier zu halten, so habe sie doch ei» lebhaftes Interesse an dem Fortbestehen derselben. Frhr. v. Gemmingen glaubt unter Hinweisung auf einen Passus auf Seite 3 des gedruckten Berichts eine Theilnahme des Kreises deshalb ablehnen zu müssen, weil die Anstalt durch die Zusage der Gemeinde Eppiugen als gesichert erscheine. Res. Dr. Herth widerspricht nicht, daß die Gemeinde Heidelberg vielfache Opfer gebracht habe, bemerkt jedoch, daß das Verlangen von Sinsheim und Eppingen dringender gewesen wäre, als jenes von Heidelberg Gegenüber Frhr. v. Gemmingen bemerkt er, baß der Fortbestand der Schule auch Angesichts der Erklärung der Gemeinde Eppingen ohne Hilfe des Kreises nicht als gesichert erscheine, da es fraglich wäre, ob die Schule bei einer Schülerzahl von 17 — 20 der Gemeinde Eppingen cudj jetzt noch so sehr am Herzen liege, wie früher. Abg. Laurop empfiehlt die Ausschußanträge, indem er zugleich Sinsheim für passender als Eppingen bezeichnet. Abg. Eppinger südrt in längerer Rede aus, daß auch Eppingen ein paffender Ort sei, weil die Konkurrenz der Schule von Laden bürg möglichste Entfernung von diesem Orte zweckmäßig erscheinen lasse, weil Eppingen ebenfalls leicht von SleinS» furth aus zu erreichen sei und dort paffende Lehrkräfte schon vorhanden seien. Nachdem Frhr. v. Gemmingen, unterstützt von Lindau, ein Eintreten res Kreises für nicht nolhmendig erklärt, führt Abg. Otto aus, wie das gesickerte Fortbestehen der Sckule auch iu anderer Beziehung von Nutzen sei, indem der LandwirthschaflS- lchrer zugleich die Aufgabe habe, in den Sommermonaten, wo keine Sckule gehalten wird, in anderer Weise für die Lond- wirthschaft thäkig zu sei». Er betont die günstige Lage von Sinsheim für die Schule, will aber für jetzt von einer Verlegung abseheu, ober de» Fortbestand der Schule gesichert wissen, indem er die jetzigen Schüler als einen Stamm der künftigen Landesvercine bezeichnet. Kreishaiiptman» Stöffer empfiehlt das Eintreten des Kreises mit dem Bemerken, daß die Theilnahme desselben an der Leitung der Schule niit dem geforderten geringen Beitrag nicht zu theuer erkauft sei, überhaupt die Erweiterung der Thätigkeit des Kreises im Interesse der Landwirthschaft sehr wünschenS- werth sei. Nach weiteren Bemerkungen deS Grafen Berlichingen, der auf Sinsheim bedeutend Gewicht legt, des Abg. Blum, der den gesicherten Fortbestand der Schule, abgesehen von dem Sitz derselben für die Hauptsache erklärt, des Dr. Herth, der besonders das Mitverwaltuugsrccht des Kreises für wünschenSwerth halt, endlich der Abgg. Zapf und Lindau, bringt der Vorsitzende diese Angelegenheit in folgenden Fragen zur Abstimmung: 1) Soll nach Antrag des Frhrn. v. Gemmingen der Schule im Augenblick keine Unterstützung von Seiten des Kreises gewährt werten? Dieser Antrag wird abgelehnt. 2) Soll die lankwirthschastliche Winterschule zu einer Kreisanstalt erklärt werden? Ja. 3) Soll der Ausschuß an der Leitung der Schule nach Maßgabe der Statuten Theil nehme»? Beschluß der Versammlung: Ja. 4) Soll der vom Ausschuß geforderte Beitrag von Seiten des Kreises gewährt werden? Beschluß der Versammlung: Das Schulgeld mit je 10 fl. von etwa 15 Schülern soll der KreiS- kasse in Einnahme überwiesen, die geforderten 400 fl. aber unter die Ausgabe» im Voranschlag ausgenommen werden.—Dies wird sowohl für das Jahr 1869/70, als auf 1870/71 , unter Vorbehalt der nächstjährigen Genehmigung, beschlossen. (Forts, folgt.) Verschiedenes. ■— Wertheim, 1. Dez. Der Main ist bereits hier ausgetreten und sind einige Straßen der Stadt unter Wasser gekommen. Mehrere Schiffer konnten wegen des hohen Wasserstandes die Fahrt nicht fortsetzen und mußten ihre Schiffe hier in die Tauber führen. Würde jetzt Regenwetter eintreten, würden die meisten Straßen der Stadt unter Wasser gerathen. — Reutlingen, 28. Rov. Letzten Freitag gebar die Frau eines hiesigen Fabrikarbeiters ei» Dcppelkiud, das in den oberen Theilen des Körpers zwei einzelne Individuen darstellte, also 2 Köpfe, 4 Arme und 2 vollständig abgesonderte Brust- kirper mit Rücken hatte. Von der Nabelgegend an vereinigten sich die zwei Körper in einen, so daß nur ei» Unterleib war; dagegen waren zwei abgesonderte weibliche Genitalien und zwei Aster am Unterkörper; endlich hatte das Doppelivesen nur zwei Füße. Das Doppclkind erlag unter der Geburt, die aber ohne ärztliche Beibnlfe von Statten ging; es wurde gestern an die geburtshilfliche Anstalt in Tübingen abgeliefert, um als Präparat den dortigen Sammlungen einverleibt zu werden. — Von Wasungen, 29. Nov, wird folgender durch die Anschwellung der Werra verursachter Unglücksfall gemeldet: Sieben blühende Mädchen im Alter von 12—20Jahren haben in dem Wasser ihren Tod gefunden. Sie waren Morgens Reoision der Pferdelisten betr. Nr. 32,099 Nach einer Mittheitung des Gr. KricgSministeriums fanden sich in den Pferdelisten, welche im Auftrag dieses Ministeriums während dieses Sommers in einer Anzahl Gemeinden revidirt wurden, vielfache Unrichtigkeiten. Die Bürgermeisterämter des Bezirks werden zur weitern Belehrung der Pferdeeigen- thümer darauf hingewiesen, daß nur unter der Voraussetzung einer genauen Führung der Psertelisten von einer Vorführung sämmtlicher Pferde bei einer Mobilmachung nach § 5 des Gesetzes vom 29. März 1852, Reg.-Bl. S. 1 t5 Umgang genommen, diese Vorführung auf die in diesen Listen eingetragenen Pferde beschränkt und dadurch bei der thuntichst geringsten Belästigung der Pserdeeigeuthümer ein rascher Vollzug der Reinontirung ermöglicht werde» könne. Sämmtliche» Eigenthümern der zur Zeit in den Listen eingetragenen Pferde ist — soweit es noch nicht geschehen — von dieser Eintragung urkundlich Kenntniß zu geben mit der Auflage, von jeder Eigenthuuisver- änderung sofort Anzeige an das Bürgermeisteramt zu erstatten. Ein vomGemeiudersth beauftragterPferde- kenuer ist zu veranlassen, im Beginn des Monats Januar jeden Jahres einen Umgang von Stallung zu Stallung vorzuneh- men und hat das Bürgermeisteramt auf Grund dieser Erhebungen alsbald die Listen genau nach den Bestimmungen der Verordnung von 27. März 1868, Regbl. XXVI. zu berichtigen und insbesondere nach § 3 dieser Verordnung zu verfahren. gegen 3 Uhr in einem Keller mit KartoffelauSräumen beschäftigt, eine starke Fluth drang ins HauS, warf die Kellerthür (eine Fallthüre) zu und füllte in wenigen Augenblicken den Keller. Der Druck des über die Thür hinfluthenden WasserS hinderte die Oeffnnng von Innen; nur ein Hülfschrei drang durch das nach der Straße führende Kellerloch. Herbeieilende Männer retteten den Hausbesitzer, welcher sich mit im Keller befand, die sieben Mädchen dagegen sind als Leichen aufgefischt worden. Drei Schwestern, die Töchter des Hausbesitzers Drechsler Bernhard Wölfing, hatten sich, wohl im letzten Augenblick des Ertrinkens, fest umschlungen, und sind in dieser Umarmung an die Oberfläche gekommen. Auch in Hildburghausen und Meiningen war die Werra und in Koburg die Jtz übergetreten. ? Berlin, 30 Nov. Die neueste Statistik gibt über die in Preußen neu hergestellten Klöster Folgendes: In der Diözese VreSlau 142 Ordensanstalten mit 1028 Priestern, Professoren und Laien-Mitgliedern. In der Diözese Köln 159 klöst. Anstalten von 30 verschiedenen Arten mit 1812 Ordensleuten. In dem Sprengel Trier 59 Ordensinstitute von 16 verschiedenen Namen mit 774 Mitgliedern. In dem BiS- thum Münster 168 Klöster von 17 Regeln mit 1227 Mitgliedern. In dem Bisthum Paderborn 73 Klöster mit 387, in dem BiSthum Gnesenposen 25 Klöster mit 214, in dem Bis- thum Kulm 16 Klöster mit 166 Mitgliedern. In den Sprengel» von Limburg, Fulda, Ermeland und Glatz bestehen 57 Klöster. Preußen besitzt demnach beiläufig 700 Klöster mit etwa 6000 Ordensleuten, worunter 13 Jusuitenklöster, davon 5 in der Diözese Köln, Breslau 2, Trier 2, Münster 2, Paderborn 2, Gnesen 1. — Paris, 1. Dez. (Kö.Z.) Unter den Pariser Juwelieren herrscht große Bestürzung. Eine Juwelier-Mäklerin ist nämlich mit 600,000 Fr. Maaren, die derselben verschiedene Fabrikanten zum Verkaufe anvertraut hatten, durchgegangen. Die interationale Akademie für Handel und Industrie in Paris, hat der Chocoladen- und Zuckerwaarenfabrik von Franz Stollwerck & Söhne in Köln die goldene Medaille zuerkannt; es ist dieses die höchste Auszelchnung, welche bis jetzt in dieser Branche ertheilt wurde. »g . 1 Ueber die Berichtigung der fraglichen Listen in der angeordneten Weise ist an das Bezirksamt Bericht zu erstatten. Sinsheim, den 2. Dezember 1869. Großh. Bezirksamt. Otto. Ocffentliche Aufforderung. Nr. 12507. Johann Adam Augustdörfer von Steinsfurth ist im Jahre 1847 nach Amerika ausgewandert, ohne Hinterlassung eines Bevollmächtigten und hat seit 10 Jahren keine Nachricht mehr von sich gegeben. Derselbe wird aufgefordert, seinen gegenwärtigen Aufenthalt binnen Jahresfrist anher anzuzeigen, widrigens er für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen nächsten Verwandten gegen Sicherheitsleistung fürsorglich in Besitz gegeben würde. Sinsheim, den 26. November 1869. Großh. bad. Amtsgericht. Mors. _Hirsch a. j. Versteigerungsanzeige. [748] Wegen Erbvertheilung läßt Son- nenwirth Bender Witw. nachstehende Fahrnisse Montag den 13. Dezember d. I., Morgens 9 Uhr anfangend, in ihrer Behausung gegen baare Zahlung versteigern: 1 Pferd Wallach 7 Jahre, 1 Pferd Stute 9 Jahre, 2 tragende Kühe, 1 Rindsfassel, 1 Rind, 1 eisener vier- , spänner Wagen, 1 eisener zweispänner Wagen, 2 Brabanter-Pflüge, 1 eiserne Egge, 2 hölzerne Egge, 1 Walze, 1 Strchsluhl, 1 Häkselmaschine, 3 Pferdsgeschirre, 1 Reitsattel, 1 Paar Heuleitern, Faß- und Bandgeschirr. Dienstag den 14., Morgens 9 Uhr, Bettung, Weißzeug, Schreinwerk ünd sonstiger Hausrath. Eschelbach, den 6. Dezember 1869. Sonnenwirth Bender Witw. Protestantenverein. [750] Donnerstag den 8. D«r zember, Abends pünklich um 6 Uhr, Versammlung im Lehrzimmer der evangrl. Mädchenschule. Gegenstände der Besprechung: 1) Mit- theilunge» über den Protestantenverein; 2) das ökumenische Eonzil; 3) Kassenstand. Der Eintritt ist nur für Mitglieder des Vereins. [751] Die Freunde der hiesigen ttinderschule, welche bisher Gaben zirr Weihnachtöbe- schcerung spendeten, werden gebeten, ihre milde Hcmd auch für die bevorstehende Weihnacht aufzuthun und ihre Gaben an Fräulein Laurop dahier cinzusenden. Sinsheim, den 6. Dezember 1869. De r Vorstand. Crinolinen» um damit aufzuränmen, verkauft, von Iß bis zu 36 kr. [753] I. Cahn. — 588 — Weihnachts-Ausstellung. 1752] Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle ich mein Spielwaaren Lager, olS: Puppen, -Gestelle und Köpfe, Pnppenzimmer, und -Möbel, Küchen und Küchen- enrichtnngen, Theater mit Figuren, Kaufladen, Spieldosen, Vogel- und Salonorgeln (bis zu 6 Stücke spielend), Harmonika's, große Schaukelpferde mit Fell, Ge» sellschaftsspicle in allen Arten und Christbaumverzierungen>soivie Albums, Schreibmappen, Necessaires, Portemonaies, Cigarrenetuis, Reißzeuge und Farbenkasten, Regenschirme in Seide und Alpacca, Stöcke, Wiener Meerschaum - Cigarrenspitzen, Dosen, Garderobehalter und Briefmappen, Spiegel, Glas und Porzellan, Thonwaaren bestehend in Schreibzengen, Blumenfiguren, Kohlenbügeleisen, lakirte Llechwaaren, Erdöllampen und Vogelkäfige. Unter Zusicherung billigster Bedienung lade ich zum Besuche derselben freundlichst ein. Theodor Hoffmann in Sinsheim. [630] Die Mechanische Flachs- Hanf- & Älllverg-Spinnerei von F. 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