Der faiiölmte. Verkündigungsblatt der Großherzoglichen Bezirksämter Sinsheim und Neckarbischofsheim. W°- 154. Donnerstag, den 24. Dezember 1857. Cinla-ung znm Abonnement. Mit drm 1. Januar 1858 beginnt ein neues Abonnement auf den „Landboten". Der v orauszuzahlende Abonnements- preis beträgt halbjährlich, ohne Trägerlohn, durch die Post bezogen für die Amtsbezirke Sinsheim und Neckarbischofsheim 1 fl. 45 kr., für das übrige Großhcrzvgkhum 2 fl. 15 kr. Einrückungögebühr für die Zeile oder deren Raum 3 kr. Zu zahlreichen Bestclluiigeii ladet ergebenst ein. Heidelberg, im Dezember 1857. Die ErPkditivN. Berichtigung. 17621 - Die Criminaltabelle pro 1857 betr. Nr. 2814. In dem diesseitigen Beschluß vom 15. d. M., Nr. 2667, des Landboten Nr. 152, soll es statt --gerichtliche Untersuchungs-Akten-- heißen --gerichtliche Untersuchungs - Tabellen--. Sinsheim, den 21. Dezember 1857. Großhcrzoglich bad. Amtsgericht, v. R o t t e ck. Danksagung und Einladung. 17611 Wir fühlen uns gedrungen, für die bis heute eingegangenen Liebesgaben, womit den Kindern unsrer Anstalt eine Christfreude bereitet werden soll, verbindlichst zu danken und verbinden damit die Anzeige, daß die Bescheerung, so Gott will, wie bisher am ersten Christfeiertage zwischen drei und vier Uhr Abends stattfinden wird. Indem wir die nächsten Angehörige» der Kinder und die Freunde unsrer Kinderschule sreundlichst cinladcn, sich von dem Segen, welchen wir von dieser Feier erwarten, persönlich überzeugen zu wollen, müssen wir jedoch bemerken, daß wegen Mangel an Raum nur Erwachsenen der Zutritt gestattet werden kann. Sinsheim, den 19. Dezember 1857. Der Frauenverein und der Verwaltungsrath der Kleinkinderschule. Weinetiketten >7581 Nro. 12,834. Die Rekruten Joh. Bnl- , thnsar Herbold von Necknrbischofeheim, Adam Florian Bender von Waibstadt, Johann Geora Karl Friedrich von Siegelsbach, Balthasar Schmitt von Ncckarbischvfsheim, Friedrich Jakob Flatterer von Wüllenberg, Gg. Römmele von Neckarbischofshcim, Heinrich Ludwig Grundier von Bargen, Johann Andreas Meißner von Hüffenhardt und Matheus Daniel Laier von Haffelbach sind bei der heutigen Affentirung uneilanbt auSg,bliebe». Dieselben werden anfgesordert, sich binnen 6 Woche» dahier zu stellen und sich über ihr Ausbleiben zn verantworten, widrigenfalls sie unter Verfüllung in die Kosten deS badische» Staatsbürgerrechts für verlustig erklärt und jeder in eine Refraktionsstrafe von 800 fl. vernrtheilt würde. Zugleich wird daS Vermögen dieser Refraktäre mit Beschlag belegt. Neckarbischofsheim, den 17. Dezember >857. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Benitz. 17601 Samstag den 26. dieses Monats, Abends 6 Uhr anfangend, findet im Gasthause zum Löwen dahier ein Reunion, verbunden mit einer Verloosung von Weihnachts-Gaben statt, wozu die Kasino-Mitglieder sreundlichst eingeladcu werden. Für die Kasino-Gesellschaft. L a u r o p. 1746s Daisbach. Kapital auszuleihen. Gegen doppeltes liegenschaftlicheS Unterpfand sind zu 5 Prozent auszuleihen: ,BanfondSkapital 430—450 fl. Almosenkapital 120—130 fl. Frhr. v. Gölerffche Stiftung 100 fl. Kapital auszuleihen. 1752s In der hiesigen Zehntkaff- liege» 1700 fl. gegen gesetzliches Unterpfand zu 5 Prozent zum Ausleihen bereit. Treschklingcn, den 14. Dezember 1857. Zehntrechner Hagner. sind vorräthig in der Buchdruckerei von D. Pfisterer in Hieidelberg. Waagscheine L SSS * 1 "," der Buchdruckerei von D. Pfisterer in Heidelberg. In der Buchdruckerei von D. Pfisterer in Heidelberg sind folgende Impressen zu haben: 7. Feldfreveklhätigungsprotokoll. 8. Auszug aus demselben. 26. Vorladung zur Fcldfrevekthätigung. Zur^Veschichte des Tages. Karlsruhe, 22. Dez. Se. Großh. Hoheit der Prinz Karl ist heute von Berlin hier ringetroffen. Mannheim, 22. Dez. Gestern Abend um 9 Uhr brach in der badischen Kunstwollen-Fabrik dahier Feuer aus, welches an der großen Masse der zur Verarbeitung bestimmten Wollen- lu»"^n eine so reichliche Nahrung fand, daß der Brand sich zu einer bedenklichen Stärke ausdehnte. Troß der Schnelligkeit, mit welcher er die leicht verbrennbaren Stoffe verzehrte und dem bedrohlichen Anschein desselben, gelang es doch den Bemühungen der Feuerwehr und des Militärs, das Feuer auf den Ort seines Ausbruchs zu beschränken. Unter furchtbarem Qualm regneten die Reste der in Brand gerathenen Wolle als Funken auf die Straßen nnd über die Gärten hin. Gegen 1 Uhr flackerte die Flamme nochmals auf, und daS Aussehen unserer Feuerwehr gibt augenfälliges Zcugniß von den Anstrengungen der Nacht, welche zur Dämpfung und Jsolirung des weithin leuchtenden Feuers nothwendig gewesen waren. Uebcr die Ursache des Brandes verlautet noch nichts Sicheres. Heidelberg, im Dez. (B. Cntrlbl.) Auf Einladung von Phystkus Metzger fand am 4. b. M. eine ziemlich zahl- Des heiligen Christfestes wegen erscheint «nser Blatt nächsten Samstag nicht. — 606 — reich besuchte Versammlung hiesiger und auswärtiger Aerzte dahier statt, welche die Berathung der bereits in mehreren Blättern erwähnten neuen Tarordnung sür ärztliche Verrichtungen zum Zweck hatte. Wie wir vernehmen, wurde von einem Mitgliede der Versammlung der Antrag gestellt, die Bitte an Großh. Ministerium des Innern zu richten, von der Aufstellung einer Taxe überhaupt absehcn und also der ärztlichen Wirksamkeit freie Konkurrenz geben, eine feste Tare dagegen nur für die Armen gelten lassen zu wollen, da sür Letztere die Nothwendigkeit einer Norm allerdings geboten sei; in strittigen Fällen sollten Experten ernannt werden, welche über das Honorar, daS dem Arzte in dem betreffenden Fall gebühre, gehört werden sollen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und eine Kommission gewählt, welche beauftragt ist, diesen Beschluß zur Unterschrift circuliren zu lassen und in einer näheren Motivirung hohem Ministerium des Innern zu unterbreiten. Schwetzingen, 19. Dez. Heute Vormittag 11 Uhr überraschte uns das zweite Infanterieregiment, Prinz von Preußen, welches auf einem Uebungsmarsch aus seiner Garnison Mannheim hierher kam und mit klingendem Spiele einzog. Während der Kommandeur Oberst Frbr. v. Adelsheim unk den Stabsoffizieren dem Garnisvnskommandantcn Oberst Sartori seine Aufwartung machte, spielte die Musik in herrlichen Vorträgen vor der Wohnung des Letzter». Um 12 Uhr marschirte das Regiment wieder zurück und defilirte im Schloßhofe vor dem hiesigen Kommandanten und dessen Offizieren; war das Ganze ein imponirend schöner, so war dieser letzte Moment, wo die junge Truppe den ergrauten Kriegern die gebührende Ehre erzeigte, ein ergreifender Anblick. Freiburg. (K. Kirchbl.) Hr. Domdckan vr. v. Hirschcr hat zur Gründung einer RettnngS- und Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder in Walldürn die Summe von 5000 fl. geschenkt. Heilbronn, 18. Dez. Dem Vernehmen nach ist eine Gesellschaft am Rheine mit der hiesigen Neckardampfschiffsahrts- Verwaltung über den Ankauf ihrer zwei größeren Dampfboote «Stadt Heilbronn» und »Statt Heidelberg» in Unterhandlung getreten uud soll dieselbe einen annehmbaren Preis geboten haben. Mainz, 19. Dez. An weiteren milden Gaben sind ncue- stens hier cingegangen: Vom heil. Vater in Ram 1200 fl.; vom Kurfürsten von Hessen 1000 fl.; vom Fürsten von Thurn und Taxis 1000 fl.; von der Gesellschaft Germania dahier 100 fl. Ehre und Dank allen diesen edlen Gebern! — Bei Wiederherstellung der durch die Pulver-Erplosion beschädigten Gebäulichkeiten, hat man leider Ungkückosälle zu beklagen; einige Dachdecker sind gestürzt und einer davon in Folge dessen bereits gestorben, die übrigen kamen mit minder gefährlichen Verletzungen davon. Unter den Letzteren befindet sich auch der junge Schuhmann, der bei der Explosion bekanntlich seinen Vater und zwei Brüder verloren hat. Diese traurigen Unfälle beweisen, daß bei der gewaltigen Erschütterung, welche die Dächer erlitten, gewöhnliche Vorkehrungen nicht ausrcichen und bei den ohnehin so gefährlichen Dachdäckerarbeiten gegenwärtig doppelte Vorsicht nöthig ist. Mainz. Zu Ende voriger Woche starb wieder einer der bei der Explosion Verwundeten, der Bildhauerlchrling Plauz, 14 Jahr alt. In Bamberg soll jetzt auch ein Verein gegründet werden, der bezweckt, jenen Mitgliedern desselben, welche als Geschworene nach Bayreuth reifen müssen, eine Entschädigung zu verabreichen. Koblenz, 20. Dez. Das Geschäft mit diesjährigen Weinen, welches Anfangs zu große» Erwartungen berechtigte, ist iu Folge der allgemeinen Geldkrise sehr ins Stocken gerathen und fast auf dasjenige rctuzirt, was der Konsum erfordert. Die Winzer klagen natürlich sehr über die geringe Nachfrage, sind aber auch nicht geneigt, die Weine, die in den Fässern immer mehr ihre werthvollen Eigenschaften entwickeln, sür geringe Preise loszuschlagen. Es ist lobentzwerth, daß die kleinen Weinbergbesitzer in dieser Haltung von den vermögendern unterstützt werden, was besonders an der Mosel geschieht. — Der Bau der Moselbrücke für die Eisenbahn wird trotz der vorgerückten Jahreszeit mit angestrengter Thätigkeit betrieben und namentlich die Ausmauerung der Pfeiler rastlos fortgesetzt. Berlin, 19. Dez. Es erhält sich das Gerücht von Eventualitäten, die dem Prinzen von Preußen erlauben würden, der Lerinählungsfeier in London bcizuwohnen. In dieser Voraussetzung würde etwa 14 Tage vor dem Ablauf des Mandats ein allerhöchster Erlaß die Wiederherstellung des Königs und zugleich dessen Willen verkünden, dem Prinzen zu erlauben, daß er dem Drange seines väterlichen Herzens genüge. Die Wiederaufnahme der Regierung durch den König, wenigstens während der Abwesenheit des Prinzen, würde, so sagt man, die Schwierigkeit der Ernennung eines anderen Stellvertreters beseitigen. Königsberg, 15. Dez. Das hiesige Polizei-Präsidium warnt vor den in Blei verpackten Sckinupftabaken, da neuerdings ein Fall von einer auf diese Art erfolgten Blei-Vergiftung in unserer Stadt konstatirt worden ist. Posen. Der Urheber des über die Stadt Bojanowo hereiugebrochenen fürchterlichen Brandunglücks, ein heruntergekommener Wagner, ist zum Tod verurtheilt, seine Ehefrau dagegen srcigesprochen. Aus Thüringen, 20. Dez. Am 17. d. M. sind in dem Städtchen Tanna 49 Gebäude abgebrannt. Wie». Die sämmtlichcn Handelsleute der Residenz wollen sich vereinigen, um statt der bisher üblichen Neujahrsge- schenke eine bestimmte Summe an den Verein zur Verbesserung deö Dicnstbotenwesenö zu geben. Rom, 16. Dez. Se. Heil, der Papst bat vorgestern den Prinzen Lucian Bonoparte zum Priester geweiht. Holland. Einer gegentheiligen Behauptung der »Jndepend. beige» gegenüber wird von gutunterrichteter Seite die Behauptung aufrecht erhalten, daß die holländische Regierung die bestimmte Absicht hat, ln ihren Kolonien die Emancipation der Sklave» zur Ausführung zu bringen. Die Annahme des dics- fälligen Gesetzentwurfes wird in den Kolonien der Niederlande für gewiß gehalten, und die Pflanzer saiigen bereits an, ihre Vorkehrungen zu treffen. London. Gestern wurde von Neuem ein Versuch gemacht, den »Leviathan» von der Stelle zu bewegen, aber er mißglückte vollkommen. Trotz aller erdenklichen Vorsichtsmaßregeln brach eine Ankerkcite nach der andern, die stärksten Balken sprangen, und eine hydraulische Pumpe nach der andern wurde unbrauchbar. Man hatte die Kräfte der Maschinen bis zum Alleräußersten gespannt. Eine Trommel wurde von der auf- gewundenen Kette wie eine Nuß eingedrückt. Durch einen hydraulischen Cylinder von 6 Zoll Dicke, der einen Druck von ungefähr 12,000 Psd. per Quadratzoll aushiclt, drang das Wasser, bis er seiner ganzen Länge nach barst. Die aller- stärksten Ankcrkettcn rissen. Da blieb freilich nichts anderes übrig, alS die Arbeit aufzugcbcn. Das Schiff hatte sich trotz aller Mühe und Kraftanwendung blos um 38 Zoll vorwärts bewegt, dann saß es wie eingekeilt fest. Es heißt, die Eisen- schienen seien rostig geworden und erschwerten die Bewegung. Die geringe Neigung der Stapclebene trägt ihrerseits Schuld am Mißlingen der beiden letzten Versuche. Möglich auch, daß der Unterbau sich gesenkt hat. Genug, man verzweifelt, mit dem Koloß durch die bisher angewandten Maschinenkräste fertig werden zu können. Es werden neue Apparate ausgedacht und kombinirt werden müssen, und bis dorthin bleibt der »Leviathan» wahrscheinlich ungestört auf seinem Flecke liegen. New-Aork, 5. Dez. Es wird gemeldet, auf dem Pier- monter Bahnhof der Eriebahn seien unter den Arbeitern, deren Löhne gekürzt werden sollten, bedrohliche Unruhen ausgebrochen. Die Taglöhner hätten sich auf dem Bahnhofe verschanzt, wären im Besitz einer Kanone und drohten, mit dieser sich jedem Angriff zu widersetzcn. Wirklich hatten sie bereits eine Abtheilung Polizei zurückgeschlagen. Das Großh. Allg. Anzeige-Blatt Nr. 84 und 85 enthält die Kreisliste der Geschwornen des Unterrheinkreises für das Jahr 1858, aus welcher wir die unser» Bezirk berührenden Namen unten folgen lassen. Diejenigen, welche befreit werden wollen, haben cs dem Großh. Hofgerichte des Unterrheinkreises unverzüglich anzuzeigen und ihre Eingaben mit den nö- thigen Nachweisungen zu versehen. 1) Amt Neckarbischosöheim. Bär, Aron Kaufmann, Hndlsm. von Reckarbischofsheim. Barth, Dietrich, Landwirth v. Hüffenhardt. Belz, Daniel, Brgrmstr. v. Hasselbach. Ernst, Martin, Gastwirth v. Epfen- bach. Frcudeubergcr, Jakob, Landwirth v. Hüffcnhardt. Gas- sert, Jakob, Kaufmann v. Bargen, v. Gemmingen, Herrin. Frhr., Grundherr von Babstadt. v. Gemmingen, Sigmund, Frhr., Grundherr v. Treschklingcn. Gutfleisch, Peter, Bierbrauer v. Waibstadt. Hauck, Andreas, Gastwirth v. Helm- stadt. Hofmann, Christoph, Brgrmstr. v. Siegelsbach. Hor- muth, Heinr., Rechtsanwalt v. Reckarbischofsheim. Junker, Philipp, Landwirth von da. Marx, Jesaias Levi, Kaufmann v. Waibstadt. Müller, Aug., großh. Bezirksförster v. Neckar- bischofsheim. Neuwirtb, Adam, Brgrmstr. von da. Reichert, Heinr., Gastwirth v. Rappenau. Reinmuth, Gg., Landwirth v. Wcilerhof (Helmstatt.) Rothenhöfer, Joh. Adam, Bürgermeister von Rappenau. Schneider, Karl, Brgrmstr. von Hüffenhardt. Siegmann, Gottlieb, Müller von Wollenberg. Stech, Anvr., Brgrmstr. v. Flinsbach. Waag, Albert, großh. Salinenkassier v. Rappenau. Wacker, Michael, Brgrmstr. v. Waibstadt. Weißert, Daniel, Rothgerber v. Ncckarbischofs- heim. Widmann, Peter, Landwirth v. Hüffenhardt. Winter- baucr, Georg Adam, Brgrmstr. v. Helmstadt. Zimmermann, Johann, Thierarzt von Neckarbischofsheim. 2) Amt Sinsheim. Banz, Christoph, geistl. Verwalter v. Sinsheim. Bau- man, Heinr., Gastwirth v. Kirchardt. Bender, Peter Wilh., Gastwirth v. Eschelbach. Bergdoll, Ludwig, Tuchmacher von Sinsheim. Dauth, Wilhelm, Müller von Dühren. Doll, Christoph, Brgrmstr. v. Eschclbronn. Engelhardt, Heinrich, Brgrmstr. v. Hoffenheim. Frank, Christian, Landwirth von Ehrstädt. Gebhard, Jakob, Brgrmstr. v. Kirchardt. Haag, Gg. Friedrich, Brgrmstr. v. Sinsheim. Hack, Anton, Amts, arzt von da. Hagmeier, Ludwig, Kaufmann v. Waldangel- loch. Heiß, Gg., Gcmeinderath von Reihen. Heß, Jakob, jung, Gastwirth v. Hoffenheim. Holdermann, Peter, Müller v. Rohrbach. Laih, Gg., Gastwirth v. Adersbach. Landes, Joh. Mich., Brgrmstr. v. Eichtersheim. Laurop, Wilhelm, großh. Bezirksförster v. Sinsheim. Mcnold IV., Gg., Gemeinderath von Kirchardt. Metzler, Ferd., Lehrer v. Rohrbach. Müller, Adam, Landwirth v. Sinsheim. Muselmann, David, Landwirth v. Daisbach. Obländer, Gg., Brgrmstr. v. Zuzenhaufen. Reichert, Ludwig, Gemeinderath v. Eschel- bronn. Schaupp, Christoph, Bürgermeister von Eschelbach. Schechtcr, Joh., Brgrmstr. von Bockschaft. Schick, Heinrich, Wagner v. Sinsheim. Schick, Phil. Jak., Gemeinderath von da. Schüßler, Phil., Landwirth v. Eichtersheim. Schwab, Karl, Gemeinderath von Steinsfurth. Schweikcrt, Johann Michael, Gastwirth v. Eichtersheim. Schweikcrt, Friedrich, Gastwirth v. Eschelbach. Sinn, Karl Christian, Kaufmann von Zuzenhausen. Stähle, Andreas, Brgrmstr. v. Ehrstädt. Steinmetz, Christoph, großh. Amtsrevisor v. Sinsheim. Ster- zenbach, Gg. Brgrmstr. v. Dühren. Störmcr, Heinr., Gcmeinderath v. Kirchardt. von Venningen, Clemenz, Frhr., Grundherr v. Eichtersheim. Vierling, Karl, Färber v. Sinsheim. Wagner, Daniel, Gemeinderath v. Adcrsbach. Ziegler, Jakob, Brgrmstr. von Reihen. Zwickel, Gg., Brgrmstr. von Adersbach. Landtagsverhandlungen. Karlsruhe, 18. Dez. 13. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Fortsetzung der Berathung des Berichts über den Gesetzentwurf, die anderweite Bestimmung der Accise und des Ohm- gcldes von Weinen betr. Zu Art. 1. Das ganze Gesetz wurde mit einigen Abänderungen nach den Anträgen der Kommission mit allen Stimmen gegen 3 angenommen und zwar der Art. 1 nach dem Rcgierungsentwurs. Bei Art. 2 sagt der Kommissionsbericht: Die Kommission stellte sich die Frage, ob nicht eine Ermäß'gung des allda bezeichncten Steuersatzes stattfinden könne. Sie war anfänglich der Meinung, daß, wenn die Steuersätze unter 2 a und b auf 9 / t „ und 7 / I0 herabgesetzt werden, sich im Gesammtertrag der Weinsteuer immer noch ein Resultat hcrausstelle, welches in Vergleichung mit den bisherigen Steuerergebuissen ein für die großh. Staatskasse günstiges zu nennen sei. Allein hiergegen wurde bemerkt, daß, wenn Accise und Ohmgcld nach dem Stcucrgesetz gewissenhaft entrichtet worden wären, der Steuerertrag eine namhaft höhere Summe erreicht haben würde, als wie sie in den dem Gesetzentwurf beigcfügten Uebersichten ersichtlich sei, und daß die vorgeschlagenen Steuersätze, wenn man diesen Umstand berücksichtige, nichts weniger als zu hoch gestellt seien. Auch entnahm die Kommission, daß es wohl nicht thunlich sei, die Steuersätze herabzu- sctzen, ohne das vorgeschlagene Gesetz in Frage zu stellen und dieselbe nimmt daher mit Rücksicht hierauf, und weil denn doch auch mehrere Weinfehljahre hinter einander eintreten können, und in solchem Fall in dem berechneten Steucrertrag ein stark fühlbares Defizit eine Verlegenheiten bereitende Lücke in den Steuereinnahmen veranlassen könnte, von dem Antrag der Ermäßigung der Steuersätze auf die bezeichncten Beträge Umgang und nach dem Kommissionsantrag wurde der Regierungsvorschlag angenommen. Die Art. 3 und 4 wurden ohne Diskussion nach dem Entwürfe genehmigt. Zwischen Art. 4 u. 5 wurde aber nach dem Anträge der Kommission folgender weiterer Artikel vorgeschlagen: Wird Wein in Beeren erworben, so ist die Steuer nach Art. 2 und 3 von der Gesammtmcnge an Wein und Beeren, unter Abzug von fünfzehn Prozenten, zu erlegen.« Die großherzogliche Regierungskommission ist damit einverstanden und ebenso die Kammer, weil es vielfach vorkomme, daß die Trauben gebeert werden, und der Wein in Beeren abgeführt werde und ein solcher Weinerwerb denen nicht beigczählt werden könne, wovon in dem Art. 4 und 5 des Entwurfs die Rede sei. Für den Art. 5, welcher jetzt als 6. Artikel erscheint, wurde von der Kommission folgende Fassung vorgeschlagen: Wird Traubenwein, jedoch ohne Trester und Beeren, vor dem ersten Ablaß mit der Hefe erworben, so findet an dem nach dem Art. 2 und 3 bemessenen Steuerbetrag ein Nachlaß von 5 Proz. statt. Diese Fassung erhielt die Genehmigung der Kammer. Der Abg. Paravicini wünscht, daß etwa in der VoUzugsverordnuiig zum Gesetze ausgedrückt werde, wer eigentlich zu bestimmen habe, wann der Wein vor dem Ablässe abgcfaßt sei, damit neue Verationen verhütet würden. Geh. Rath Regcnauer sagt dies zu; es sei der Ac- cisor am Orte des Ablasses. Die übrigen Artikel bleiben un- verändert mit Ausnahme deö Artikels 8, wo in dem Satze 2 d statt sieben Zehntelskrcuzer acht Zehntelskreuzer eingeschaltet — 608 — wurden, indem Kommission und Kammer es für billig erachteten, daß hier die alte Rückvergütung stattfiude, wogegen die Regierungskommission nichts einwandte. Bei Art. 10 wünschen die Abgg. Achenbach und Ftschler die Veröffentlichung einer Zusammenstellung sämmtlicher Kontrolvorschriflcn in einem unter baö Publikum kommenden Verordnungöblatle. Geh. Rath Regenaucr sagt dieö zu, obgleich bereits eine solche bestehe, die aber jetzt modifizirk werden müsse. Karlsruhe, 19. Dez. 14. össcntliche Sitzung der Zweiten Kammcjr. Nach Eröffnung der Sitzung wird eine Petition vorgelcgt, welche allgemeines Interesse nicht hat, und daö Präsidium eröffnet sofort die Diskussion des Berichte der Buegetkoaimstsion über die Rcchliungsnachweisungeii des Finanzministeriumö Äd- theilung V. Titel 7, Zollverwaltung für die Jahre 1854 und 1855, erstattet vom Abg. Artaria. Die Kommt,sion beantragt, die Einnahme der Zollverwaltung im ordentliche» Etat mit 5,942,251 fl. 3 kr., im außerorLcntlichen Erat mit 2557 fl. 9 kr. und die Ausgaben im ordentlichen Etat mit 2,397,286 fl. 43 kr., im außerordentlichen Etat mit 96,840 st. 7 kr. für gerechtfertigt zu erklären. Die Kammer gibt dazu ihre Zustimmung. Zur Rubrik der Einnahme „Antheil an den gemeinschaftlichen Zollgefällen und der Rübenzuckersteuer„ bemertt der Abg. Küßwieder: Unter sämmtlichen Staate» res Zollvereins seien nur 8 Staaten, welche die Rübenzuckerindustrie betreiben, und davon nur Preußen, Baden, Württemberg und Braunschweig, wo dieser Betrieb von Bedeutung ,ei, und doch erhalte Baden nicht die ganze Steuersumme seines Landes, sondern nur einen Antheil von 200,000 fl-, indem, wie der Geh. Rath Regenauer vorher erklärt habe, die gesammle Einnahme an Rübenzuckersteuer der Zollvereinskaffe zufließe. Also übten andere Staaten ein Besteuerungsrecht gegen Baden, Preußen rc. aus. Es wäre wünschenswert!), daß bei den nun bevorstehenden Erhöhungen dieser Steuer die großh. Regierung das 2»* terrsse Badens vertrete. Geh. Rath Regenauer erwiedert : Die großh. Regierung werde jeden billigen Antrag aus Erhöhung des Rübenzuckers unbefangen beistimmen; denn ei» Verein sei nicht möglich, wenn er nicht von einem unbefangene», höheren Standpunkte ausgehe. Wenn wir im Hinblick auf unsere blühende Zuckerfabrikation jedem billigen Anträge auf Erhöhung der Steuer entgegentreten wollten, so würden »pir kein würdiges Glied des Vereins sein. Wir müßten unbefangen und gerecht beurtheilen und eben so sehr auf die Industrie dcö clgencn Landes, als auf das große Ganze blicke». Aber jedem Ueber- maß der Erhöhung würden wir entschieden cntgegentrcten. In dem Voranschläge von 1859 sei bereits eine mäßige Erhöhung vorgesehen, die aber noch nicht fest bestimmt sei. Sofort schritt die Kammer zur Diskussion des Berichtes der Budgetkomniission über die Rechnungsnachweisungen der Eisrnbahnbetriebsverwaltung in Vergleichung mit de» Budgct- sätzcn für 1854 u. 1855, erstattet von dem Abg. Scramin. Die Gesammteinnahme für die Budgetperiode beträgt 8,738,959 fl. 42 kr. und übersteigt den Butgetsatz um die beträchtliche Summe von 2,649,911 fl. 42 kr. Die Ausgabe beträgt 4,831,245 fl. 23 kr. und übersteigt den Butgetsatz um 1,789,195 fl. 23 kr. und cs verbleibt eine gegenüber dem Budgetsatz um 860,716 fl. 19 kr. erhöhte Reineinnahme von 3,907,714 fl. 19 kr., welche im Vergleich zur Periode 1852 bis 1853 diese um 800,632 fl. 24 kr. übersteigt, wodurch der erfreuliche Beweis geliefert ist, daß der Ertrag der Eisenbahn durch die vermehrte Frequenz an Personen und Güterbeförderung einen weit größeren Aufschwung erhalten hat. Die Kommission trägt daraus an, diese Gesammteinnahme und Ausgabe deS ordentlichen Etats für unbeanstandet zu erklären, womit die Kammer einverstanden ist, nachdem vorher einzelne Mckglic- der ihre Anfragen, Bemerkungen und Wünsche vorgebracht hatten. Der Geh. Legationsrath Kühlenthal bespricht folgende Stelle deS Kommissionsberichts unter Tit. 111 . Betriebskosten: „Die größte Abweichung kommt bei dem Aufwand an Metallwaa- ren (361,738 fl. 17 kr.) vor; die Abänderung der Bahn und sämmtlichen Materials aus die enge Spur mußte die Anschaffung der verschiedenen Metalle im hohen Grad vermehren und dies namentlich für Wagenachsen und Radreife, worüber die Erläuterungen Näheres Nachweisen; ebenso erforderte die Herstellung von Tclegraphenlinien vermehrtes Material an Kupfer und Eisendraht und Jsolirhutträger in einem bedeutenden Betrag. Hierauf wird zur Bcrathuug deö außerordentlichen Etats der Eisenbahnverwaltuiig übergegangen. Die Kommission beantragt, die Ausgabe mit 1,932,748 fl. 43 kr. für unbeanstandet zu erklären. Auf den Bericht deö Abg. Allmang beschließt die Kammer über die Bitte des Fidel Gantert von Birkendors, das Vorschlagsrccht der Gemeinden bei Besetzung von Lehrerstellen betreffend, den Uebcrgaug zur Tagesordnung, da sie die bestehende Ordnung für besser hält, alü die ohnehin unvollständig angedeutete des Bittstellers. Der Abg. Fingado berichtet über die Petition des M. Maisch von Fvrchheim wegen widerrechtlicher Behandlung von Seiten des Bezirksamts Ettlingen und deS Gemeinderaths Fvrchheim und beantragt den Uebcrgaug zur Tagesordnung, weil die verfassungsmäßig vor- geschriebene Enthörung fehle und außerdem die Bitte unbegründet sei. Die Kammer nimmt den Antrag an. Der Präsident Junghanns erklärt schließlich, daß die Kammer die vorgelegene Arbeit mit Ausnahme eines ganz kleinen Restes erledigt habe und er deßhalb mit Zustimmung der gr. Regierung die Verhandlungen bis zum 7. Januar aussetze. Unterdessen werde die Budgetkommission ihre Arbeiten'vollendet haben und daS Katastergesetz in der Kommission berathen sein. Miszellen. * Auf einen grobe» Klotz einen ditto Keil. Stri- gelius, ein namhafter Theologus, der von ziemlich langer und starker Leibesfigur war, wurde einstmalen an einen Hof gebeten, wo einige junge Hofleute sich an ihn machten Und allerlei Witz und Neckerei anzubringen suchten. Wie nun der Eine seine Größe und Stärke auch in Betrachtung zog und in die unverschämte Aeußerung ausbrach: er hätte einen guten Drescher abgegeben, faßte der Geistliche den Junker bei der Hand und sagte ganz artig: „Ja, wenn das wäre, so hätte ich wohl jetzt den Flegel in der Hand. Heidelberg. Auf dem am 21. Dez. dahier abgehaltenen Viehmarkt wurden 191 Stück Vieh verkauft und dafür 19,833 fl. (i kr. erlast. lrud)t - Mittelpreije. Heidelberg, 22. Dezbr. Kernen 200 Pfd. 10 ff., Gerste 200 Pfd. 8 fl. 5 kr., Spelz 130 Pfd. 4 fl. 50 kr., Haber 5 fl. 33 fr., Karn 9 fl. 30 fr. Bruchsal, 19. Dez. Warzen 12 fl., Kernen 12 ff. 13 kr., Gerste 8 fl. 4 kr., Haber 5 fl. 24 kr., gern. Frucht 8 fl. 48 kr. Durlach, 19. Dez. Waizen 11 fl. 54 kr., Kernen 11 fl. 55 kr., Gerste 8 fl. 18 kr., Welschkorn 12 fl.. Haber 5 fl. 37 kr., Erbsen 14 fl., 1 Ztr. He» 2 fl. 36 kr. frankfurter Courfe. Pistole» 9. 34-35 dto. Preuß. 9. 54'/,-55'/, Holl. lOff.-Stücke 9. 41-42 Randdukaten 5. 30 20-Frank-Stücke 9. 17'/,-18/, Eng!. Souverain« 11. 42-46 5-Franken-Thaler 2. 20'/, Preuß. Kafl.-Sch. 1. 45/« öiedigirt, Druck und Verlag von D. Pfisterer in Heidelberg.