Jfo IOI. Donnerstag, den 28. August 18W. 31. Jahrgang. Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnementspreis für hier und auswärts, frei in s Haus geliefert nur 1 ^ 50 AMMM ZMShtiM Uttd UMgtbUNg. Anzeiger Einrückungsgebühr für die kleingespaltene Zeile oder deren Raum 10 H. Reklamen werden mit 20 ^ die Zeile berechnet. Briefe und Gelder frei. Bestellungen auf den „Laridboten" mit der Gratisbeilage „Illustriertes Sonntagsblatt" für den Monat September können fortwährend bei den Post-Anstalten und Landpostboten, sowie bei unseren Agenten, in Sinsheim bei der Expedition dieses Blattes gemacht werden. Deutsches Weich. Karlsruhe, 25. Aug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog fuhr gestern früh 8 Uhr auf dem Dau'pfboot „Kaiser Wilhelm" nach Ludwigshasen, wo festlicher Empfang durch die Gemeinde statlsand. Von hier aus benützte Höchstdcrselbe den Wagen zur Weitersahrt nach Stockach, das festlich geschmückt und beflaggt war. Leider regnete es seit dem frühen Morgen anhaltend. In Stockach fuhr der Großherzog im Amthause an, woselbst die Staats- und Gemeindebehörden, das Präsidium des Militärvereinsverbandes, der Landwehrbezirks- kommanbeur, sowie die Reserve- und Landwehroffiziere versammelt waren und Höchstdemselben vorgestellt wurden. Gegen I Uhr begab sich Seine Königliche Hoheit in den Gasthof zur „Post" zur Teilnahme an dem Festessen, weiches von den Staats- und Gemeindebehörden, den Geistlichen, den Abgeordneten der Militärvereine des Höhgau- Verbandes, dem Präsidium des Landesverbandes, sowie den Reserve- und Landwehroffizieren besucht war und etwa 60 Personen umfaßte. Inzwischen war die Sonne wieder durchgedrungen, und die 52 Militärvereine des Höhgau-BerbandeS hatten sich zum Festzug und Vorbeimarsch versammelt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog benützte die Zwischenzeit zur Besichtigung des neuen HoKin Werbrecher. Erzählung von Feodor Bern. (Fortsetzung.) „Ich habe nicht darauf geachtet", erwiderte Buchen unbefangen. „Sie wissen, er war eigentlich mein Gegner. Er kam des Prozesses wegen, Wolke mir einige Vorschläge zu einem Vergleich machen. Ich konnte nicht darauf eingehen. Ich begleitete ihn deshalb nicht, als er mich verließ. Wre ich höre, ist Verdacht auf den Waldhüter gefallen." „Er ist dringend verdächtig." „Unbegreiflich", fuhr Buchen fort. „Ein bischen Wilddieberei früher abgerechnet, habe ich nie etwas schlechtes von dem Manne gehört; ich selbst habe ihn öfters beschäfligt." „Ich habe zwei Zehnthalerscheine bei ihm vor- gefunven", bemerkte der Richter. »Zwei Zehnthalerscheine?" fiel Buchen ein. „Preußische?" „Preußische!" „Doch nein!" fuhr Buchen sich gleichsam selbst beruhigend fort. „Thorhelt — kann Zufall sein." „Bitte, was haben Sie, Herr von Puchen?" »Ich bemerkte gestern zufällig, als Fernau eine Brieftasche hervornahm, um nach Papieren s spitals, welches in kurzer Zeit seiner Vollendung entgegengeht und durchging alle Teile desselben. Hierauf nahm Höchstderselbe auf dem größten Platze der Stadt, auf welchem für den Grobherzog eine Tribüne errichtet war, den Vocbei- marich der Vereine entgegen, der in musterhafter Ordnung ei folgte. Um diese Tribüne versammelten sich dann alle Vereine, an welche der Vorstand des Höhgau Verbandes eine treffliche Ansprache, die Festrede, hielt, die mit einem begeisterten Hoch auf den Kaiser und den Landesherr» schloß. Danach richtete Seine Königliche Hoheit Worte des Dankes, der Anerkennung und Aufmunterung an die Versammelten und ließ zum Schluß alle diejenigen vortreten, welche mit dem eisernen Kreuze oder der Karl-Friedrich-Verdienstmedaille dekoriert sind, und sprach mit Jedem derselben. Darauf verließ der Großherzog den Festplatz, empfahl sich noch im Amthause bei der Gemahlin des Bezirksbeamten und fuhr zu Wagen von Stockach nach Ludwigshafen, um von da nach Mainau zurück- zukehren, wo derselbe um 7 Uhr eintraf. Ihre Königliche Hoheit di- Groß Herzog in hatte sich vormittags nach dem Gottesdienst in der Schloßkirche Mainau über Unterhuldingen nach Schloß Heiligenberg zum Besuch Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Schweden und Norwegen, sowie der Fürstlich-Fürstenbergischen Herrschaften begeben, woselbst nachmittags auch Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog von Salem aus eintraf. Ihre Königlichen Hoheiten kehrten erst abends wieder heim. Die Ankunft Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin auf Mainau erfolgte um halb 9 Uhr. Regrnßburg, 25. Aug. Die Feier der Enthüllung desStandbildesKönigs Ludwig I. in Walhalla ist aus's glänzendste verlaufen. Nach dem Walhallaliede, das von 3000 Sängern gezu suchen, zwer preußische Zehnthalerscheine darin. Und zwei, sagten sie, haben Sie bei dem Waldhüter gesunden?" „Er hat einen gestern Abend schon im WirtS- hause eingewechselt. Hier sind sie." Buchen nahm sie in die Hand, scheinbar unwillkürlich. Er betrachtete sie. „Ein preußischer Zehnthalerschein sieht wie jeder andere aus. So sahen auch die aus, welche Fernau bei sich führte, doch es gibt Tausende davon, ich möchte nicht behaupten, daß es dieselben si»o. Nimmermehr!" „Er trug sie in einer Brieftasche?" „Jawohl." „Bitte, wie sah dieselbe aus?" „Ich habe nicht genau darauf geachtet, ich bemerkte sie nur, als er sie ausschlug. Mir deucht, sie sei von dunklem Leder gewesen." „War noch mehr Geld darin enthalten?" „Ich habe keines weiter darin bemerkt." „Es ist ein eigentümlicher Fall", fuhr der Richter fort. „Die goldene Uhr des Ermordeten, welche auf den ersten Blick sichtbar an einer goldenen Kette hing, ferne Börie mit ungefähr drei Thaler Geld find unberührt geblieben. Es ist kaum denkbar, baß der Mörder sie nicht bemerkt haben sollte." sungen wurde, hielt Regierungspräsident Ziegler die Begrüßungsansprache an Seine Königliche Hoheit den Prinz-Regenten, die mit jubelnd aufgenommenen Hochrufen schloß. Unter den Klängen eines Festhymnus erfolgte der Einzug in die Walhalla, wo alsdann der Präsident der Ersten Kammer, v. Ow, die Festrede hielt. Er hob darin hervor, daß das bayrische Volk das Denkmal für König Ludwig l. im Kreise der Walhalla verlangt habe; die Walhalla fördere den deutschen und bayrischen Sinn weiter. Der Prinz-Regent dankte für das Denkmal, das er als einen Ausfluß der bayrischen Liebe und Treue zu dem Königshause ansehe. Hierauf wurden eine Anzahl Kränze am Denkmal niedergelegt und der Prinz-Regent hielt Cercle. Nach der Rückkehr fand Hoftafel sowie Festessen der beiden Kammern des Landtages statt, welchem der Minister v. Crailsheim und v. Mueller beiwohnten. Bischof Stein brachte den Toast auf den Prinz-Regenten, Minister v. Crailsheim auf den Landtag aus. Koblenz, 25. August. Die Generalversammlung der Katholiken wurde gestern Abend eröffnet. Unter den Anwesenden befanden sich Windthorst, v. Schorlemer-Alst, Graf Ballestrem, Frhr. v. Hertling, Frhr. v. Heereman, Reichcnsperger und Knecht. — 26. August. Unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Hitze wurde heute vormittags die Generalversammlung des Vereins „Arbeiterwohl" (dessen Generalsekretär Hitze seit 1881 ist) eröffnet. Sämtliche Redner erkannten mit Worten des Dankes die Bedeutung der kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar an. Unter Anderen sprachen Bischof Korum, die Abgeordneten Windthorst und Schorlemer-Alst. Auf Vorschlag Windthorsts wurde an Se. Majestät den Kaiser ein Telegramm abgesandt, welches den ehrerbie- „Er hat vielleicht bei der Uhr Entdeckung gefürchtet." „Aber die Börse! Das Geld darin! Auf der einen Seite solche Vorsicht im Augenblicks der Thal und wieder nachher solche Unvorsichtigkeit, den Zehnthalerschein in der Schenke auszugeben, wo es notwendig auffallen mußte!" „Das ist in der That unbegreiflich!" bemerkte Buchen. „Sie halten also Steingruber wirklich für den Mörder?" „Bor der Hand muß ich et. Seine Angaben in Betreff des Geldes waren Ausflüchte — er widersprach sich. Seine Verwirrung — der ganze Anschein sprach dafür, daß er der Mörder ist." „Und Verdachtgrünbe gegen andere liegen nicht vor?" „Bis jetzt kein einziger," antwortete der Richter. Der Mann, dem das Beil gehört, Karsten, ist unschuldig." „Ja, für dessen Unschuld würde ich mich selbst verbürgen." sagte der Gutsbesitzer. „Ich glaube, der Mann ist nicht einmal imstande, einen Hasen tot zu schlagen." Der Richter erhob sich, um sich zu entfernen. „Entschuldigen Sie, daß ich Sie belästigt habe," sprach er verbindlich, „aber Sie wissen — die Pflicht." ügsten Dank für die kaiserlichen Erlasse kund- giebt und die freudige Unterstützung der Versammlung zur Verwirklichung der in denselben niedergelegten Gedanken verspricht. Memel, 25. Aug. Kaiser Wilhelm ist um 6 Uhr gelandet und vom Grafen Waldersee, dem Unterstaatssekretär v. Marschall und den Spitzen der Behörden begrübt worden. Durch die festlich geschmückte und erregte Stadt erfolgte eine Fahrt zur Luiseneiche. Berlin, 25. Aug. vr. Peters und Lieute- nant von Tiedemann sind in Begleitung der bis Jüterbogk ihnen entgeg-ngefahrenen Begrüß- ungsdeputation, an deren Spitze der Staatsminister v. Hofmann, Professor v. Cu»y und Abg. Arendt stehen, um halb 1 Uhr hier eingetroffen, von den Mitgliedern des Emin Pascha-Komites, der deutsch - ostafrikaniscken und der Kolonial-Ge- sellschaft, darunter Drpgalski Pascha und einem zahlreichen Publikum mit wiederholten Hochrufen bewiükomnet. Peters wurde ein Kranz mit Schleifen in den deutschen Farben mit der Inschrift: „Tana-BaringoMil" überreicht. — 26. Aug. Von verschiedenen Seiten wird bestätigt. der Z a r werbe mit Gemahlin im Herbst in Bellin einen Gegenbesuch machen. — Die gestrige große sozialvemokratische Volksversammlung nahm in allen Punkten für Bebel gegen Witte Stellung. — Unter dem Titel „An die Arbeiter Deutschlands!" wird, wie die „Vossische Zeitung" mitteilt, am 1. Oktober in einer Auflage von einer halben Million eine Broschüre erscheinen, welche die gesamten Fragen der Soztaireform i». kurzer, gemeinverständlicher Form und zwar im Sinn der Kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar d. I. behandeln soll. Der Inhalt dieser Broschüre, deren Verfasser geheim gehalten wird, soll dem Kaiser zunächst zur Ansicht Vorgelegen haben und die Kosten der Drucklegung sollen zum Teil aus staatlichen Mitteln bestritten werden. Der Preis der Broschüre soll auf zehn Pfennige berechnet fein und die Verkäufer derselben sollen am 1. Oktober vor ollen Fabriken der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands Ausstellung nehmen. KUSltMd. P tersburg, 25. Aug. Die russische „Petersburger Zeitung" erblickt in der Verleihung des höchsten russischen Ordens an Caprivi einen Beweis des angenehmen Eindrucks, den Caprivi hinterließ, wie denn Caprivi sich auch von der offenherzigen Friedensliebe Rußlands überzeugen konnte. Somit sei augenscheinlich der Boden für das friedliche Zusammenleben der zwei mächtigen Nachbarn vorbereitet. Petrrhof. 24. Aug. Kaiser Wilhelm ist gestern Abend an Bord der „Hohenzollern" von Pererhos nach Memel in See gegangen. Abends fand im Schlosse zu Ehren des Kaisers ein Gala- biner statt, an welchem die kaiserliche Familie, Reichskanzler General v. Caprivi, Minister von Giers, ferner Pobedonoszew, der General im französischen Generalstabe Bois-Deffre, früher Militärattache in Petersburg, und hervorragende Staatswürdenträger teilnahmen. Nach dem Di- „Bitte, bitte." unterbrach ihn Buchen. „Es ist mir angenehm gewesen, Sie bei mir zu sehen. Wir kennen uns schon so lange und habe ich bis jetzt vergebens auf das Vergnügen Ihres Besuches gewartet. Erst ein Mord mußte geschehen," fügte er lächelnd hinzu. — „Mich dauert der arme Fernau wirklich herzlich. Er schien gestern noch so unbefangen, so arglos! Gott, hätte ich eine Ahnung davon haben können, — nicht aus dem Hause hätte ich ihn gelassen." „Wer konnte daran denken." sprach der Richter. „Ich mag nicht an den Schmerz seiner Frau und Kinder denken! Schrecklich! schrecklich! Auf so entsetzliche Weise aus ihrem Kreise gerissen." „Und der paar Thaler wegen," fügte Buchen hinzu. „Er würde hundertmal soviel und noch mehr darum gegeben haben, wäre ihm das Leben geschenkt!" Der Richter schwieg. Er griff nach seinem Hut. „Herr von Buchen," sprach er, „wenn Ihnen irgend etwas zu Gesicht oder zu Ohren kommen sollte, was auf die nähere und sichere Spur des Mörders führen könnte, was überhaupt mit dem Mord in Verbindung steht und ist es auch nur eine scheinbare Geringfügigkeit, so würden ner erfolgte eine prächtige Illumination des Parkes und der Wasserkünste. Am Ende des zum Schlosse führenden Kanals war ein sehr großes Wappen mit den Initialen des Kaisers angebracht. Die Beleuchtung machte einen großartigen Eindruck. Ihre Majestäten erschienen nach 9 Uhr auf dem Balkon des Schlosses, um das herrliche Schauspiel in Augenschein zu nehmen. Kaiser Wilhelm trug russische, Kaiser Alexander preußische Uniform. Nachdem Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich sich in der herzlichsten Weiie von den Mitgliedern der kaiserlichen Familie verabschiedet hatten, schritten dieselben mit Kaiser Alexander auf die Landungsstelle zu. wo Offiziere des Wyborg'schen Regiments ausgestellt waren. Kaiser Wilhelm reichte jedem einzelnen die Hand und verabschiedete sich vom Gefolge des Kaisers Alexander. Hierauf nahm der Kaiser herzlichsten Abschied vom Kaiser Alexander und umarmte und küßte ihn wiederholt. Der Kaiser Alexander verabschiedete sich ebenso herzlich vom Prinzen Heinrich und sodann vom Gefolge des Kaisers. Kaiser Wilhelm begab sich sodann an Bord der „Hohenzollern", während Kaiser Alexander demselben die herzlichsten Abschiedsgrüße zuwinkie und »Lon voyage, au revoir!« zurief. Die „Hohenzollern" war bei der Abfahrt von der Kreuzerkorvetle „Irene" begleitet. Kronstadt, 24. Aug. Der Kommandant von Kronstadt, Admiral Schwarz, hat zu Ehren der Offiziere S. Majestät Schiffe „Hohenzollern" und „Irene" ein Diner gegeben, bei welchem derselbe einen Toast auf das Wohl des Kaisers Wilhelm ausbrachte. Kapitän zur See von Arnim, Kommandant der „Hohenzollern", erwiderte diesen Trinkspruch mir einem Toaste auf den Kaiser Alexander, worauf noch Trinkiprüche auf die beiderseitigen Flotten folgten. Wien. 25. Aug. Auf der Franz Josephbahn schlug gestern Abend bei Eggenburg der Blitz in einen Lastzug. Durch einen heftigen Sturmwind kamen zwanzig Wagen zur Entgleisung, jedoch wurde Niemand verletzt. Es herrschte große Verwirrung. Brüssel, 26. Aug. Die Arbeiter-Delegierten der Bassins von Charleroi, Liege und dem Borinage beschlossen gestern ein Manifest an die Arbeiter, worin sie zu einem allgemeinen Ausstand nach dem Kongreß am 14. September auffordern. Paris, 25. August. Die „Paix" erblickt in der Reife des deutschen Kaisers nach Rußland vorzugsweise einen Friedensakt, glaubt jedoch nicht, daß die europäische Politik dadurch eine Aendernng erfahren werde. — Die Kaiserin von Oesterreich ist gestern Abend incognito unter dem Namen einer Madame Nicholson mit einem Gefolge von 12 Personen hier angekommeii. Heute unternahm die Kaiserin vor dem Diner eine Spazierfahrt. Die Dauer des Aufenthalts ist unbekannt. Madrid, 25. Aug. Die Nachrichte« über den diesigen Gesundheitszustand lauten ungünstig. Diphtheritis und Pocken sind epidemisch; zahlreiche Todesfälle sind vorgekommen. Die Cholera dehnt sich namentlich an der Mitt-4- meerküste und in der Provinz Toledo aus. Sie mich verpflichten, wenn Sie es mir mitleilen wolllen." „Berlaffen Sie sich daraus," versicherte Buchen, indem er Die dargereichte Hand warm drückie. „Fernau war mein Gegner in meinem Prozeß, ich muß indes gestehen, daß er ein anständiger Gegner war; mir selbst liegt daran, daß der Mörder enrveckt und bestraft werde." Der Richter kehrte mit dem Aktuar und dem Arzte in die Stadl zurück. Der Waldhüter wurde von zwei Bauern auch dorthin gebracht und er ging willenlos mrt, ohne seine Frau und Tochter noch einmal vorher gesehen zu haben. Am Nachmittag kam ein Wagen aus der Stadt und holte den Leichnam des Ermordeten. Vierzehn Tage waren verflossen. In dem Dorfe war der ganze Vorfall noch nicht vergessen. Im Gegenteil sprach man noch sehr viel davon. Denn sowohl der Schulze wie der Wirt, des Waldhüters Frau, seine Tochter und selbst jene beiden Männer, welch« an jenem Abend im Wirtshaus mit ihm gesessen und getrunken hatten, mußten wiederholt vor das Gericht und dort ihre früheren Aussagen und Wahrnehmungen beschwören. Der Waldhüter war fest bei seiner Behauptung, das Geld gefunden zu haben, geblieben. — 26. Aug. Wie verlautet, habe der Zar den von dem deutschen Kaiser gemachten Vorschlag einer allseitigen Zurückziehung der an der deutsch- russischen und österreich-russischen Grenze liegenden Truppen, abgelehnt. Rew-Nork, 25. Aug. Das Reuter'sche Bureau meldet, daß die Feindseligkeiten in Centralamerika wieder begonnen haben. Zwischen den Truppen von San Salvador und von Honduras hat eine Schlacht stattgefunden; die letzteren sind unterlegen. verschiedenes. * Sinsheim, 26. Aug. (Personalnachrichten.) Unter den Zöglingen des 3. Kurses des Lehrerseminars I in Karlsruhe, welche nach bestandencc Abgangsprüfung unter dis Volksschulkandidaten ausgenommen werden, befinden sich u. a.: Adam Bach von Daisbach und Friedrich Hauck von Neckarbischofsheim. Desgleichen wurde der Schülerin des Lehrerinnen-Seminars, Luise Heck- mann von Bargen, nach bestandener Prüfung die Befähigung zur Unlerrichtserteiiung an Volksschulen und in den Fächern der Volksschule an mittleren und höheren Mädchenschulen zuerkannt. Hermann Kämmerer, Unterlehrer in Wald- angelloch, wurde auf Ansuchen der Stelle enthoben. Ferner sind die Gendarmen Karl Lösch von Neckarbischofsheim und Erhard Kistner von Fahrenbach nach Waibstadl versetzt worden. * Sinßheim, 26. August. Gestern nachmittag entzündete ein kleines Bübchen mittelst Streichhölzchens einen vor einem hiesigen Hause aufgesetzten Strohhaufen. Glücklicherweise war das Stroh vom Regen durchnäßt und Hilfe gleich zur Stelle, so daß nur zwei Gebunde vom Feuer tei'- weise vernichtet wurden und die Stadt von einem unabsehbaren Brandunglück bewahrt blieb. Deshalb nochmals: die Streichhölzchen vor Kindern verschlossen! — Heute wurde bei Ausgraben des Fundaments zu dem Neubau des Herrn Bauführers Uebelhör das Knochengerüste eines Pferdes ausgegraben. Unter welchen Umständen der Kadaver s. Z. m den Boden gelangte, ist nicht festzustellen. Verwunderlich ist jedoch die leichtfertige Bestattungsarl, da die stark verwitterten Knochen kaum über einen Fuß im Boden sich vorfanden. * Sinsheim, 27. August. Wenn auswärtige Zeitungen sich über das jetzt herrschende kühle und unfreundliche Weiter beschweren, kann man es ihnen nicht verübeln. Völlig ungerechtfertigt ist aber, hieraus auf dauernde Ungunst der Witterung zu schließen und den „alten Weibern beiderlei Geschlechts" schon jetzt mit der Prophezeiung eines frühen und kalten Winters angst zu machen. Zur Erhärtung dieser Prophezeiung werden mancherlei Beobachtungen von Naturkundigen an einzelnen Tieren und Pflanzen zu Felde geführt. Wir sind jedoch in der angenehmen Lage, den vorerwähnten ängstlichen Gemütern tröstend auf- zuhe'sen mit der Versicherung, daß cs nebenbei auch Erscheinungen in der Natur zu beobachten gibt, weiche die gläubige Welt von jeher als Verkündiger eines milden Winters adoptiert hat. Nachdem nämlich am letzten Sonntag am Angellocher Wald ein Vogelnest mit Jungen ge- Seine Angst, seinen Schrecken beim Anblick des Beiles und des Ermordeten suchte ec auf verschiedene, sich zum Teil widersprechende Weise zu rechtfertigen. Ec gab vor, an dem Morgen infolge des zu reichlich getrunkenen BcanntweinS sich unwohl gefühlt zu haben. Er habe gewußt, daß es strafbar lei, gefundenes Geld an sich zu behalten. Den Advokaten Fernau behauptetete rft nie gesehen zu haben. Es wurde ihm aber nachgewiesen, daß er sogar als Bote zu ihm gesandt worden sei und mit ihm gesprochen habe. Von einer Briestasche wollte er nichts wissen, das Geld nicht in einer solchen gesunden haben, und dennoch hatte Buchen eine Brieftasche bei Fernau erblickt und unter seinen Sachen in seiner Wohnung fehlte sie. Noch ein anderer, nicht weniger belastender Umstand war hinzugekommen. Es war in mehreren Zeitungen die Aufforderung erlaHn, daß derjenige, welcher in der betreffenden Gegend zwel Zehnthalerscheine verloren habe, sich meiden möge. Diese Aufforderung war mehrere Male wiederholt worden — niemand hatte sich gemeldet. (Fortsetzung folgt.) Buxkin, Kammgarn Lt Velours reine Wolle nadelfertig ü Mk. 1.95 Pf. pr. Met. bis 5.75 versenden direct an Jedermann Buxkin-Fabrik-Dspüt Oettinger 6C Co., J'funtf'urt n. St. Muster-Collectionen umgehend franko. sehe« wurde, fand gestern ein hiesiger Einwohner in der Nähe der stäbt. Badeanstalt das mit drei frischgelegten Eiern besetzte Nest einer Lerche. Wer nun auf derlei Dinge Gewicht legt — sei er Optimist oder Pessimist — kann also ganz nach Belieben sich auf die eine oder andere Seite der gegnerischen Naturpropheten stellen und seinen Winter auswählen, wie er ihn wünscht und braucht: * Herr Hotelier Lang in Waiistodt hat am letzten Freitag schon wieder einen Fischotter gefangen. Unter den von Herrn Lang nunmehr erbeuteten 10 Tieren ist das zuletzt gefangene das größte. * Neckgrbischofshcim, 26. August. In der am letzten Sonntag stattgehabten Generalversammlung des hiesigen Borschub-Vereins wurde das auf Grund des neuen Genossenschafts-Gesetzes revidierte Statut unverändert angenommen. Vom Reingewinn wurden den Mitgliedern 6 pCt. Dividenden und dem Reservesond 1500 Mk. zugewiesen, sowie 931 Mk. für gemeinnützige Zwecke verwendet, nämlich für den Bau eines Bezirks- Spitals 731 Mk. und für das landw. Gaufest 200 Mk. Ferner wurden die austretendeu Auf- sichtsratsmitglieder Herren Ph. Neuwirth, Karl Herbold und Aug. Lehmann wiedergewählt. □ Bom Neckar, 25. August. Am gestrigen Sonntag wurde in Obrigheim das Gau- Sängerfest des Neckarthaler-Sängerbundes gefeiert, das sehr zahlreich besucht war. Leider wurde der letztere Teil der Feier durch eingetrete- nes Rezenwetter gestört. Vom Preisgericht wurde festgeftellt, daß alle Vereine sehr anerkennenswert gesungen, und erhielten den 1. Preis Gesangverein Asbach, den 2. Gesangverein Binau, den 3. Preis Breitenbronn und Obrigheim. Von der Gemeinde und dem Gesangverein Obrigheim war alles aufgeboten, was zur Feier des Festes möglich war. — Am letzten Freitag wurde in Rohrbach bei Eppingen der Landwirt R. von einer Fliege auf die Hand gestochen, was er nicht eher beachtete, bis sich nach einigen Stunden alle Zeichen der Blutvergiftung einstellten. Die Schmerzen waren so groß, daß er sich nur mit Mühe vom Felde nach Hause zu schleppen vermochte. Rasch wurde von Eppingen ein Arzt herbeigerufen, dessen thal- kräftigem Eingreifen es gelang, das schwer bedrohte Leben des Mannes zu retten. — Nachdem es in St. Leon am Freitag wieder — nun zum 6. Mal — gebrannt, ist es am gleichen Abend endlich gelungen, den Brandstifter festzustellen. Der Verhaftete ist der 18- jährige Ferdinand Hofmann von dort, ein geistig ziemlich beschränkter Bursche. Außerdem meldet die „Wicsl. Ztg." die Festnahme eines weiteren Burschen, des etwa 25jährigen Adam Herzog von St. Leon. Der scheußlichen That sind im Ganzen 19 gefüllte Scheuern zum Opfer gefallen. — Bei dem Kirchweihfeste, das am Sonntag in Laudenbach bei Weinheim stattfand, ging es blutig her. Mehrere Männer geriethen in Streit, wobei von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wurde. Einer der Beteiligten, namens Michael Eberle blieb todt auf dem Platze, ein anderer, Adam Leisler, wurde durch einen Schuß in die rechte Wange gefährlich verletzt. Die Thäter, zwei Brüder, Steinbacher mit Namen, wurden verhaftet. — Aus Baden. Der frühere Bürgermeister Eckert in Weffenthal bei Wertheim wurde in einer Lehmgrube durch Zusammensturz einer Wand verschüttet, so daß nach 4stündigem Leiden der Tod einlrat. — Infolge unvorsichtigen Hantierens mit einem Revolver wurde in Burgstädt das 5jährige Söhnchen des Wirts Greif schwer verwundet. — Ein in Heidelberg durchziehender Zauberkünstler hat eine etwa 18jährige Bürgerstochter entführt. Wo das leichtsinnige Ding sich jetzt aufhält, ist noch nicht bekannt. — Einem Landwirt in Heidelsheim sind auf seinem Tabaksfeld über 130 Stöcke abgeschnitten worden. Der mutmaßliche Thäter, ein dortiger Bürger, wurde verhaftet. — Dieser Tage fiel eine Hausiererin aus Kollnau in einen an der Straße von Denzlingkn entlang führenden Wässergraben und ertrank. — Die Meldung, Oberst Schöller sei vom Kommando des 9. Infanterie-Regiments zu Würzburg enthoben worden, entbehrt, der „N. Bad. Landesztg." zufolge, nach beim Generalkommando eingezogener Erkundigung der Begründung. Die sechs infolge des verhängnisvollen Marsches nach Marktbreit schwer krank im städt. Krankenhause zu Marktbrrit darniederliegenden Soldaten sind nach amtlicher Meldung außer Lebensgefahr. — Ein aus Büdrshrim bei Bingen stammender junger Mann geriet in* Bubenheim, wo er eine Dreschmaschine bediente, in die Trommel, wobei ihm ein Bein buchstäblich vom Leibe gerissen wurde. Der arme Mensch starb nach einigen Stunden qualvollsten Leidens. — Die großen Kunstmühlenwerks Hel- mnrLhausrn (Kurheffen) nebst Wohngebäuden sind in der Nacht auf Dienstag abgebrannt. Die Bewohner retteten kaum das nackte Leben. Der Schaden ist ein großer. — Ein fürchterlicher Unfall ereignete sich auf der Gebirgseilenbahn in der Nachbarschaft von Reading. Wie man dem „Fr. I." meldet, löste sich ein mit Passagieren vollbesetzter Wagen auf der Spitze des Berges Penn, in einer Höhe von 800 Fuß oberhalb der Stadt, los, und rollte mit furchtbarer Geschwindigkeit den Berg hinunter, bis er über einen 50 Fuß hohen Damm geschleudert wurde. Fünf Personen wurden auf der Stelle getötet und viele andere trugen Verletzungen davon. — Durch eine Explosion in einer Patronenfabrik in Blue Island, Illinois, wurden sechs Arbeiter getötet und fünf tötlich verletzt. Die Explosion entstand während der Verpackung der Patronen für ihre Verschiffung. — In Tokio (Japan) ist die schwarze Cholera ausgebrochen; die Sterblichkeit soll einen ungeheuren Umfang angenommen haben. — (Vor derGardinenpredigt.) Frau: „Jetzt habe ich vier Stunden gewartet, daß Du aus dem Wirtshaus heimkehrst!" Mann: „Und ich dort vier Stunden, daß Du einschlafen solltest!" Vom Raucher dem Freunde empfohlen, wird Holland. Tabak lv Pfd. frc. 8 Mk. täglich bei B. Becker in Seesen a. Harz nachbestellt. (Notariell erwiesen.) Wetter-Aussichten auf Grund der Berichte der Deutschen Seewarte in Hamburg. 28. August: Veränderlich, vielfach schön, warm. 29. August: Angenehm, warm, trocken, windig, Nachts recht kühl, strichweise Gewitter. Hopfenberichte. Weiher, 21. August. Der Hopfen fällt, was die Menge anbelangt, weit schlechter aus, als man bisher befürchtete. Qualität dagegen wird recht. Bereits sind die ersten Käuse hier gemacht worden und hat glatt 1,50 Mark fürs Pfund hier bezahlt. Nußloch, 23. Aug. Die Hopfenpflücke hat hier begonnen, da sich an einzelnen Pflanzungen der schädliche, rasch um sich greifende Kupferbrand und Ruß zeigt. Der Ertrag wird sowohl an Menge wie an Güte sehr verschieden ausfallen, neben minderwertiger Waare wird auch vorzügliche zu haben sein, aber nur einen Drittelsherbst liefern. Rottenburg, 25. Aug. Bon Tag zu Tag drängt sich dem Hopfenpflanzer immer augenscheinlicher die Ue- berzeugung auf, daß die in letzter Zeit herrschende warme Witterung nur den gesunden Anlagen zugut gekommen ist. Von jenen Anlagen, welche durch Rnßbrand und Schwärze zu Grunde gerichtet sind und nebenbei bemerkt, den größeren Teil unserer weit ausgedehnten Hopfen- selder bilden, ist nicht mehr viel zu erheischen, da sich dieselben von Tag zu Tag so verschlechtert haben, daß viele die Mühe des Erntens nicht lohnen. Saaz, 21. Aug. Es sind bereits Verkäufe in 1890er Waare abgeschlossen worden; Preis fl. 100—110 per Centner. Die Pflücke der Späthopsen dürfte in ca. 8 Tagen beginnen, die der Früyhopfen ist seit einigen Tagen im Gange. Marktberichte. Mannheim, 25. Aug. — (Produktenbörse.) Folgendes sind die bezahlten Preise: (Per 100 Kilo, Preise in Mark). Weizen, Pfälzer 21.50 bis —.—, Norddeutscher 22.— bis —.—, Azima 22.50 bis —. Girka 22.25 bis 22.50, Amerik. Winter —bis -.-, Theodora 22.50 bis 22.75. Taga nrog 21.25 bis 22.25 Kernen —.— dis —.—. Roggen, Pfälzer 1650 bis 17.—, Russischer 17.50 bis —.—. G e rste, hiesiger Gegend 16.50 bis —.—, Pfälzer 17.— bis 18 —, Ungarische —.— bis —. Hafer, badischer 18.— bis —.—, Württemb. Alp. —.— bis —.—., Russischer 17.— bis 18.—. Mais, amerikan. 13.— bis —, Donau 12.50 bis 12.75. Mannheim, 18. Aug. Der heutige Fettviehmarkt war mit 40 Stück Ochsen, 378 Stück Schmalvieh und 19 Farcen, — St. Jungvieh, — Milchkühen, 180 St. Kälber, — St. Hämmel, 570 St. Schweinen befahren u. kostete: Ochsenfleisch pro 100 Kilo I.Qual. Mk. 150, 2. Qual. Mk. 140, Schmalvieh 1. Qual. Mk. 140, 2. Qual. Mk. 130, Farren 1. Qual. Mk. 130, 2. Qual. Mk. 120, Kälber 1. Qual. M. 150, 2. Qual. Mk. 140, Schweine 1. Qual. Mk. 140, 2. Qual. Mk. 140, Milchkühe Mk. 000 bis 000, Schase per Stück Mk. —. Geiammterlös Mk. 185.922. Bekanntmachung. Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 16 896. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß in Grombach und Eschelbach die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Gemäß § 3 der Verordnung vom 26. Mai 1885 wird angeordnet, daß während der Dauer der Seuche Vieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) aus den Gemeinden Grombach und Eschelbach nur mit ortspolizeilicher Genehmigung und allein zum Zweck sofortiger Schlachtung weggebracht werdest darf. Die Genehmigung darf nur erteilt werden aus Grund der schriftlich der Ortspolizeibehörde gegenüber abgegebenen Erklärung eines Tierarztes, daß eine Verschleppung der Seuche durch den beabsichtigten Transport des Viehs zur Schlachtstälte überhaupt oder unt r Beobachtung der von dem Tierarzte bezeichneten Vorsichtsniaßregeln nicht zu besorgen sei. D-n von der Ortspolizeibehörde auszustellenden Erlaubnisschein, welcher neben genauer Bezeichnung der wegzudringenden Tiere den Zweck des Transports, sowie die Frist, innerhalb deren der Transport vollzogen sein muß, den Ort. an dem die Schlachtung stattfinden soll und die z» beobachtenden Vorsichtsmaßregeln angeben muß. hat der Führer der Tiere während des Transports mit sich zu führen. Gemäß § 4 der Verordnung wird weiter ang-ordnet, daß aus den Gemeinden Ehrstädt, Haffelbach, Dühren, Eichtersdeim Vieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) nur auf Grund von Gesundheitszeugnissen ausgeführt werden darf, welche von einem Tierarzte ausgestellt finv. Nur für solche Tiere dürfen Gesundheitszeugnisse ausgestellt werden, weiche seit min bestens sieben Tagen in seuchcnfieiem Zustande in der Gemarkung sich befinden, wo ihre Untersuchung eisolgr. Behufs Ausstellung von Gesundheitszeugnisse« wird Herr BezirkStierarzi Diesbach jeweils Samstag vormittags und im Verhinderungsfälle am Sonntag in Hasselbach, Ebrstävt, Grombacb. und Dienstag Nachmilla g vezw. Mittwocb, in Eschelbach, Dühren und Eichtersheim einl»ffen. Die Bürgermeisterämter werden beaufiragl, dies in ortsüblicher Weise bekannt zu machen und den Vollzug strengstens zu überwachen. Sinsheim, den 24. August 1890. Großh. Bezirksamt. Becker. (1259) Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 16 902. Nachstehende Bekanntmachung des Großh. Bezirksamts Bruchsal bringen wir zur öffentlichen Kenntnis: Großh. Bezirksamt Bruchsal, den 22. August. Nr. 17005. Unter dem V'ebstande eines Handelsstalles der Gemeinde Heidelsheim ist die Maul und Klauenseuche aufgetreten. Aus dieser Gemeinde darf bis auf Weiteres Vieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) nur auf Grund von Gesundheitszeugnissen ausgeführt werden, welche nach Maßgabe des § 4 und 7 der Verordnung Gcoßb Ministeriums des Innern vom 26. Mai 1885 von einem Tierärzte auSg-st llt sind. Sinsheim, den 24. Auguii 1890 Großh. Bezirksamt. Becker. _ (1260) Bekanntmachung. Das Auswanderunqswesen betr. Rc. 16 920. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß Cor. Rommel, Ratsckireiber in Zuzenhausen, als Agent des Auswanderungs-Unternehmers F. Kürn in Karlsruhe amtlich bestäiigt wurde. Sinsheim, den 24. August 1890. . Großh. Bezirksamt. Brck.r. (1261) Bekanntmachung. Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 16 930. Nachdem die Gemeinde Zuzenhausen die im Erlaß Großh. Ministeriums des Innern vom 21. Mai d. I. vorgesehenen Verpflichtungen übernommen hat, wird die unterm 22. d. M. gem. § 3 der Verordnung Großh. Ministeriums des Innern vom 26. Mai 1885 (Gesetzes- und Verordnungsblatt Seite 247) getroffene Anordnung, daß während der Dauer der Seuche Vieh (Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen) nur mit ortspolizeilicher Genehmigung und allein zum Zwecke sofortiger Schlachtung aus der Gemeinde Zuzenhausen weggebracht werden darf, wieder aufgehoben. Dagegen wird gem. § 4 der genannten Verordnung angeordnet, daß Vieh (Rindvieh, Schaft, Schweine, Ziegen) zum Zwecke oder in Vollzug einer Veräußerung nur auf Grund von GesundheitSzeugnisien ausgeführt werden darf, welche von einem Tierarzt ausgestellt sind. Nur für solche Tiere dürfen Gesundheitszeugniffe ausgestellt werden, welche seit mindestens sieben Tagen in seuchenfreiem Zustand in der Gemeinde sich befinden. Sinsheim, den 25. August 1890. Großh. Bezirksamt. Lecker. (1266) Kailers Kmilermeßl ist schon seit 25 Jahren das beliebteste, billigste und nahrhafteste aller existierenden Kinder - Nahrungsmittel. Zehn Gramm genügen vollkommen für eine Mahlzeit von einem kräftigen Kind, ein halbes Pfund reicht für eine ganze Woche aus. Der billige Preis von 85 Pfg. für eine Pfund- doie und 45 Pfg. für eine '/-Pfunddose ermöglicht es jeder Familie sich dasselbe zu beschaffen. Alle Kinder, welche mit demselben ernährt werden, haben ein gesundes blühendes Aussehen, kräftiges kerniges Fleisch, starken Körperbau und Zahnen ungemein leicht. In SinSheim bei Emil Erpf, Conditor zu haben. Bekanntmachung. Nr. 10 640. Das Großh. Amtsgericht erließ unterm heutigen folgenden Beschluß: Aus Ableben der Maurer Friedrich Eckert Ehefrau, Katharina geb. Stupp von Waldangelloch, hat deren Witt- wer Friedrich Eckert um Einweisung in den Besitz und die Gewähr der Verlassenschaft seiner Ehefrau gebeten. Diesem Gesuche wird entsprochen werden, wenn nicht binnen 4 Wochen Einsprachen hiergegen vorgebracht werden. (1265) Sinsheim, 25. August 1890. Der Gerichtsschreiber Großh. Bad. Amtsgerichts. Käffner. Die amtliche Lehrerkonferenz in Sinsheim betreffend. Nr. 1818. Die Ortsschulbehörden des Amtsbezirks Sinsheim werden beauftragt, den Herren Lehrern zu eröffnen, daß Freitag den 5. September, vormittags 10'4 Uhr, » in der Gartenhalle des Gasthofs zur „Post" in Sinsheim die amtliche Lehrerkonferenz stattfinden werde, zu der man dieselben mit dem Anfügen einladet, daß man „den Geschichtsunterricht in der Volksschule" auf die Tagesordnung gesetzt habe. Mosbach, 23. August 1890. Goth. (1252) Gemeindekasie Sinsheim. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bis zum 1. September 1890 das dritte Viertel an Umlagen einzuzahlen ist. Diejenigen Zahlungspflichtigen, welche mit der Berichtigung der ersten Hälfte der Umlage, sowie mit Zahlung von anderweitig verfallenen Beträgen noch im Rückstand sind, werden um deren alsbaldige Entrichtung ersucht. Sinsheim, den 26. August 1890. L. Schick. (1253) Oestringen. trsh- SS Hafer-Lieferung. Nr. 3984. Die Gemeinde Oestringen vergiebt am Dienstag de» 2. September d. I., vormittags 11 Uhr, im Wege der Versteigerung die Lieferung von 300 Ztr. Dinkel- und Weizenstroh und 30 Ztr. Hafer. Oestringen, den 25. August 1890. Gemeinderat. Joh. Rothrrmel. (1254) Geschäfts-Eröffnung. Hiermit zeige ich ergebenst an, daß ich in deck Kolb'scheu Hause unter dem Rathaus meine Bäckerei eröffnet habe und bitte um geneigtes Wohlwollen. <12485 Karl Mauz. Bäcker. Karl Schumb, Schuhmacher, Hauptstraße («eben der Bierbrauerei Schaubeck). empfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Herren-, Damen und Kinder- schuh-Waaren, ferner sämilicke 8orlen Walk-, Zug-, Schnür- und Knopfschäfte. 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Hamburg. Redaktion, Druck und Verlag von B. Becker in SinSheim.