.!'• 136 . Dienstag, den 18. November 1890. 31. Jahrgang. am Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnementspreis für hier und auswärts, frei in s Hans geliefer t nur 1 ^ 50 ^ SiNShtlM UN- UMgtbUNg. Anzeiger Einrückungsgebühr für die kleingespaltene Zeile oder deren Raum 10 Ls. Reklamen werden mit 20 L, die Zeile berechnet. Briefe und Gelder frei. Deutsches Weich. München, 15. Nov. Die „Neuesten Nachrichten" veröffentlichen Zuschriften des Geheimerats Profesior v. Ziemffen, Direktors des Allgemeinen Krankenhauses, und des ProfefforS Emmerich, I. Assistenten am Hygienischen Institut, über das Koch'sche Heilverfahren bei Tuberkulose. Proseffor Ziemffen urteilt, nicht ein glücklicher Zufall habe Koch geleitet, wie es bei Jenners Entdeckung der Fall war, sondern auf dem Wege des wissenschaftlichen Experiments habe der geniale Forscher den Boden schrittweise erkämpft und schließlich den Sieg über die schwerste Geißel des Menschengeschlechts davongetragen. Prof. Emmerich schreibt, die höchstgespannten Erwartungen der Aerzte seien in Erfüllung gegangen. — Der Generalarzt der bayrischen Armee, Dr. v. Lotzbeck, ist heute Nachmittag 5‘/ 2 Uhr nach Berlin abgereist zum Studium des Schwindsuchtsmittel des Professor vr. Koch. Das Heilmittel des Letzteren ist der „Allgemeinen Zeitung" zufolge gestern Abend hier eingetroffen, die Heilversuche haben begonnen. Straßburg, 14. Novbr. Als die endgiltigen Kandidaten für den Straßburger Bischofsstuhl werden jetzt genannt: Canonicus Dacheux, Pfarrer Ehrhard in Straßburg und Pfarrer Frei in Colmar. Berlin, 13. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses legte Ministerpräsident v. Caprivi folgende Gesetzentwürfe vor: 1. Reform der Einkommensteuer, 2. Erbschaftssteuer, 3. Volksschulgesetz, 4. Abänderung der Lex Huene und 5. Landgemeindeordnung für die östlichen Provinzen. In einer oft von stürmischem Beifall begleiteten kurzen Rede beleuchtet der Minister die Glünde, welche zur jetzigen Einbringung der Vorlagen geführt haben. Ec erkennt die vorzüglichen Leistungen der Beamten aller Refforts an, die cs ermöglicht hätten, in kurzer Zeit die Vorlagen zum Abschluß zu bringen, beleuchtet die Tendenz und den Zweck der übergebenen Entwürfe und schließt mit einem glänzenden Aufruf an den Fleiß und den Eifer der beiden Häuser des Landtags, um die Entwürfe in der jetzigen Tagung zu verabschieden. Schließlich verbreitet sich der Redner über den Zweck dieser Entwürfe, den Gefahren der Sozialdemokratie entgegenzuarbeiten. Den Ausschreitungen derselben sei durch Gewalt und Niederschlagen leicht zu begegnen; damit aber sei es nicht gelhan. Es heiße dre Liebe zum Staate, die Liebe zur Gemeinde zu erwecken, und dazu wollten die jetzigen Vorlagen Mitwirken. Preußen habe schwere Ausgaben glorreich, durchgeführt; dabei habe sich die volle Einheit und Einigkeit der Parteien gezeigt und nur das Vaterland sei das gemeinsame Ziel gewesen. Warum sollte es nicht den großen Fragen der inneren Politik gegerüber ebenso sein? Seien wir einig und einheitlich für die große Sache des Vaterlandes, dann werde das schwierige Werk gelingen. — 14. Nov. Der Rücktritt der Landwirtschaftsministers Freiherrn v. Lucius, der sich übrigens zur Z it mit dem Kaiser auf der Jagd in Letzlingen befindet, ist eine ausgemachte Sache. Er soll am Schluß dieses Monats erfolgen. Die Person des Nachfolgers ist noch nicht bekannt. Man rät auf den Oberprästdenten von Posen, den Grafen Zedlitz; auch Herr v. Bennigsen wird natürlich wieder genannt. — Die Arbeiterkommission des Reichstags beriet in ihrer letzten Sitzung den Schlußadsatz des § 134 b, die Arbeitsordnung betreffend. Nach diesem Absatz kann die Arbeitsordnung bestimmen, daß der Lohn der minderjährigen Arbeiter an die Eltern oder Vormünder und nur mit Zustimmung der letzteren an die Minderjährigen selbst ausgezahlt werde und der'Minderjährige nur mit Zustimmung des Vaters oder Vormunds kündigen darf. Nach längerer Debatte wurde der Absatz mit Stimmengleichheit abgelehnt. Der § 134 c und d, wonach die Arbeitsordnung für Arbeitgeber und Arbeiter rechtsverbindlich, die Entlassung oder der Austritt aus der Arbeit nur aus den in der Arbeitsordnung angegebenen oder gesetzlichen Gründen zuläffig ist, andere Strafen als die in der Arbeitsordnung angedrohte nicht anwendbar sind und vor dem Erlaß der Arbeitsordnung erst die Arbeiter oder der Arbeiterausschuß darüber zu hören ist, wurde unverändert angenommen. — 15. Nov. Die Arbeiterschutz-Kommission des Reichstags hofft, die erste Lesung der ihr unterbreiteten Vorlage bis Mitte nächster Woche zu erledigen; hierauf soll, wie auf Vorschlag des Abgeordneten v. Ballestrem und mit Zustimmung des Ministers Freiherrn v. Berlepsch beschlossen wurde, eine zwei- bis dreitägige Pause eintreten, während welcher die Vertreter der einzelnen Parteien mit den Regierungskommiffarien verhandeln, um ein Einbringen aussichtsloser Anträge zu vermeiden und die zweite Lesung möglichst abzukürzen. Man hofft, daß es auf diese Weise möglich sein werde, bis zum Wiederzu- sammentrilt des Reichstags, der am 2. Dezember erfolgen soll, einen schriftlichen Kommiffionsbericht vorzulegen. — Den „Berliner Politischen Nachrichten" zufolge ging dem Bundesrat der Entwurf einer kaiserlichen Verordnung zu, durch welche das Alters- und Jnvaliditätsgesetz am 1. Januar 1891 in Kraft gesetzt werden soll. — In Betreff der bevorstehenden Zollverhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn erklärt die „Politische Korresp." gegenüber anderslautenden Zeitungs- meltungen, daß über den Zeitpunkt für das Eintreffen der deutschen Bevollmächtigten in Wien noch nichts bestimmt sei. Ausland. Haag, 14. Nov. Die vereinigten Generalstaaten stimmten dem Gesetzentwurf zu, daß der Königin Emma die Regentschaft übertragen werde. Rom, >4. Nov. Bei einer Wahlversammlung in Ravenna kam cs zu einem blutigen Handgemenge zwischen Radikalen und Sozialisten. Zahlreiche Revolverschüsse wurden abgefeuert, 1 Person getötet, 12 verwundet, worunter mehrere tötlich Palerm«, 14. Nov. Crispi wurde gestern von der Volksmenge in förmlichem Triumphzuge durch die Straßen getragen. Die Begeisterung war unbeschreiblich. Crispis Wahl im dritten Bezirke ist zweifellos. Pest, 15. Nov. Im Aufträge des Ministers des Innern reist der Ministerialsekretär vr. Loerinc- zy, Spezialarzt für Lungenkranke, morgen nach Berlin ab, um daselbst das Koch'sche Heilverfahren zu studieren. — Professor Koranyi gedachte in seiner heutigen Vorlesung der epochemachenden Entdeckung Kochs. Seine Zuhörer gaben ihrer Verehrung für Koch durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. — Der Magistrat beschloß, zu dem Vortrage, welchen Professor Koch in der Berliner Aerztlichen Vereinigung über die Heilung der Tuberkulose zu halten gedenkt, drei Aerzte nach dort zu entsenden. Warschau, 15. Nov. Wie verlautet ist Untersuchung eingeleitet gegen den angeblichen Erfinder der Nachricht, daß die erschossenen Soldaten unschuldig gewesen seien. Newyork, 13. Nov. Eine Depesche aus San Salvador meldet: Der Präsident Bogran von Honduras hat an den Präsidenten Ezeta telegraphisch berichtet, er fei genötigt gewesen, die Hauptstadt zu verlaflen und die Regierung in Tamacra einzurichten; er habe übrigens die Verbindung des aufständischen Generals Sanchez mit der Hauptstadt nach einem mörderischen Kampfe abgeschnitten. In dem Telegramm aus San Salvador ist hinzugefügt: Ezeta dürfte neutral bleiben. — 14. Nov. Die republikanischen Zeitungen erholen sich allmählich von der erschütternden Niederlage und fangen a», die künftige Haltung der Partei zu erwägen. Die östlichen Zeitungen, voran die „Newyorker Tribüne" und die Presse von Philadelphia sagen, das McKinley'sche Gesetz dürfe weder aufgehoben noch abgeändert werden, bis es gehörig erprobt sei. Die westlichen Blätter, welche die republikanische Meinung von Illinois, Minnesota, Michigan, Nebraska, Kansas und Iowa, welche Staaten der Partei bei den Wahlen abtrünnig wurden, vertreten, sagen dagegen, das Gesetz müffe, wenn der Kongreß im Dezember wieder zusammeniritt. abgeändert oder aufgehoben werden; so demütigend es auch sek, die Parteiführer haben keine Wahl. Sie müßten das Ergebnis der Wahlen als eine Volksverdammung des Gesetzes annehmen. Andernfalls würde die Partei 1892 eine noch schlimmere Niederlage erleiden. McKinley und seine Genoffen erklären, daß sie keine Abänderung des Tarifgesetzes gestalten werden. Das Gesetz dürste demnach in Kraft bleiben, bis der neue Kongreß im Dezember 1891 zusammeniritt. — 14. Nov. Präsident Harrison ordnete die Einsetzung eines Ausschuffes zur Milderung der Mac Kinley-Bill auf dem Verwaltungswege an. — Den dem hiesigen Gesandten Guatemalas zugesandten Nachrichten zufolge reorganisierte der Präsident von Honduras, Bogran, seine Streitkräfte und belagert jetzt den Äufständischensührer Sanchez in Tegucigalpa. Es verlautet, Guatemala bliebe neutral. Verschiedenes. * Sinsheim, 17. Nov. Gestern nachmittags 3 Uhr veranstaltete der hiesige Turnverein in der städtischen Turnhalle sein jährliches Ab- turnen, welchem pasiive Mitglieder und sonstige Freunde der edeln Turnerei zahlreich anwohnten. Eröffnet wurde daffelbe mit Stabübungen, welche, unter der bewährten Leitung des Herrn Turnwart Mayer, stramm und korrekt ausgeführt wurden. Nach diesem schritt man zum Riegenturnen unter Bildung von 3 Riegen, welche gleichzeitig am Reck, Barren und Pferd ihre Kunst zeigten und wobei die einzelnen Abteilungen in den drei Geräten sich ablösten. Auch hier vereinigten sich Kraft und Geschicklichkeit zu einem äußerst schönen unv wirksamen Bilde; namentlich waren es einige der besten Turner, welche wahrhafte Musterleistungen vor Augen führten. Den Schluß bildete das Frei - Hochspringen, welchem sich ein Stab- Hochlpringen anschloß und welche beide ebenfalls als bestens gelungen bezeichnet werden dürfen. Dieses Schauturnen gab den Anwesenden den erfreulichsten Beweis, daß die wackeren Mitglieder auch während der Sommermonate fleißig „gearbeitet" hatten und mit anerkennenswertem Eifer bestrebt waren, ihren den Körper und Geist in gleicher Weise erfrischenden und stärkenden Sport zu möglichster Vollkommenheit auszugestalten. Wenn man die mannigfachen Vorteile, die das p'anmäßige Turnen in gesundheitlicher Beziehung gewährt, insbesondere aber in Betracht zieht, welch große Erleichterungen daffelbe jedem jungen Manne beim Eintritt in den Soldatenstand eröffnet, dann sollte man allerdings glauben dürfen, daß der möglichst frühzeitige Eintritt in den Turnverein von unserer Heranwachsenden Jugend geradezu als Sache der Ehre und Pflicht aufgefaßt würde. Hoffen wir nun, daß dieser Hinweis bei den Betreffenden willigeres Entgegenkommen finde wie seither. Abends fand sodann im Saale zur „Sonne" ein sehr gut besuchter Turnerball statt, welcher den schönsten und gemütlichsten Verlauf nahm und erst lange nach Mitternacht seinen alle Anwesenden bestens befriedigenden Abschluß fand. Auch der trefflichen wirtschaftlichen Bedienung sei hier mit voller Anerkennung gedacht. — Die Feldhüter Friedrich Stumpf Eheleute in Eberbach feierten am Samstag in vollster Rüstigkeit ihre goldene Hochzeit. — Die „Freiburger Ztg." schreibt: Wie wir hören, soll im Laufe des nächsten Monats das 14. und 15. Armeekorps, welche zusammen die 5. Armee-Inspektion bilden, probeweise mobilisiert werden. Die einberufenen Mannschaften, Reservisten, Ersatzreservisten und Landwehrleute sollen 5 Tage unter der-Fahne behalten werden. — Aus Baden. Dieser Tage wollte ein Dienstmädchen in Mannheim unter Zuhilfenahme von Petroleum Feuer anzünden, wurde aber, da die Flammen seine Kleider ergriffen, derart verbrannt, daß an seinem Aufkommen gezweiselt wird. (Nachträglich wird gemeldet, daß das Mädchen inzwischen seinen schweren Verletzungen erlegen ist.) — Der seit Anfang dieses Sommers vermißte Goldarbciter Wanger von Karlsruhe, welcher bekanntlich bei einer Bergtour auf den Watzmann abgestürzt war, ist nunmehr aufgefunden worden. — Der Schmied Roth von Liedslsheim, welcher neulich nachts in Karlsruhe den Maurer Burkard erstochen hatte, ist vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden, da die Voruntersuchung einen Akt der Notwehr konstatierte. — Mitte voriger Woche wollte ein Bauersmann aus dem Elsaß mit seinem 13 Jahre alten Sohne über Rastatt nach Hause fahren, geriet aber in der Dunkelheit abseits und stürzte mit Pferd und Wage» über eine 8—10 Meter hohe Mauer in den mit Waffer gefüllten Wallgraben der Festung. Das Pferd brach das Rückgrat und war alsbald verendet, während die beiden Jnsaffen wunderbarer Weise mit kleineren Verletzungen und naffen Kleidern davonkamen. — Beim Nachstecken von Schindeln in einem Oeko- nomiegebäude zu Sulzburg hatte der Küsermeister E. Kalt von dort das Unglück, auf dem oberen Boden durchzubrechen und aus die Hcubühne hin- abzustürzeu. Der BedaueruSwerte wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen hcimgebracht. — In Huchenfeld bei Pforzheim brannte am Freitag Abend das Haus des Landwirts Philipp Störle bis auf den Grund nieder. — Ein lustiger Streich ist kürzlich einem Metzgermeister in einem Ovenwälber Dorfe gespielt worden. Als er nämlich spät Abends das Wirtshaus verlieb und heimfahren wollte, sah er zu einem großen Erstaunen, daß an seinem Wagen kalt seines treuen Braunen ein schneeweißer Schimmel angespannt war. Die Gaststube wurde allarmiert, der Wirt lamentierte, Rufe nach Gendarmen wurden laut. Endlich strich das anwe- ende Ortsobechaupt wie von ungefähr über den gedankenvoll verstehenden „Schimmel" und ver- pürte sofort eine klebrige weiße Maffe an der Hand. Run ging den Leuten trotz ver Dunkelheit ein Licht auf. Der „Braune" war leibhaftig da, über und über mit Kalkmilch angestrichen, welche ein im Verborgenen lachender Spaßvogel einem nebenan stehenden Kalkeimer entnommen hatte! Glücklicherweise hat die Ankalkerei dem Gaul nicht geschadet. — Die Odenwälder scheinen sich überhaupt auf derbe Späße gut zu verstehen, wie noch folgendes heitere Vorkommnis in W. beweist: Saßen da am Sonntag Abend im Gesellschaftslokal die meisten Mitglieder gemütlich beim Schoppen. Die Ueberzieher, in welchen der «ölige Hausschlüssel leckte, hingen ruhig am Haken. Da erloich plötzlich das Gas. Es dauerte eine geraume Weile bis Licht herbeigeschafft und die Störung beseitigt war. Die Finsternis scheint sich ein Kobold zu Nutze gemacht und die verschiedenen Hausschlüffel in den Taschen der Ueberzieher ausgewechselt zu haben. Wenigstens haben die Wächter der Nacht morgens zwischen 1 und 2 Uhr zwei Dutzend der Herren, welchen der Hausschlüffel nicht paßte und die sich deshalb in begreiflich etwas lauten Ausdrücken in der Nachtstille ergingen, wegen Ruhestörung angezeigt. — Ein 33jähciger lediger Schäfer, welcher bei Schafhalter Pfeifer von Dcrdingen im Dienste stand und solchem eine Schafherve nach Knittlingen führte, hat sich bald nach seiner Ankunft daselbst erhängt. In sein Notizbuch schrieb er: „Das habe ich gethan, weil ich sehr leichtsinnig war unterwegs." — Ein wahrhaft gottloses Elternpaar in dem wücttembergischen Orte Hcffelbronn bei Kupserzell hatte seine geistesschwache Tochter seit 11 Jahren in einem engen, ungeheizten Verließ auf dem Dachboden gefangen gehalten und auf die gräulichste Weise in Unrat, Kälte und durch Hunger verkommen lassen. Letzter Tage kam die scheußliche That ans Tageslicht, das arme Geschöpf wurde befreit und in menschenwürdige. Pflege gethan, während das Nabenelternpaar in das Gefängnis zu Hall gesetzt wurde. — Am Donnerstag früh verlor der Stalionsarbeiter Quattländec in Schwenningen a. N. auf bedauerliche Weise sein Leben. Derselbe war behuss Adkoppelung eines Wagens zwischen den in Bewegung befindlichen Zug geschlüpft, glitt dabei aber auf der mit Rels überzogenen Schwelle aus und wurde von den Nädern zermalmt. — Ein recht bedauellicher Fall von Blutvergiftung mit tötlichem Ausgang kam in Heidrnhrim vor. Maurer Heinrich Lindel arbeitete vor 8 Tagm auf einem Haus und verletzte sich an einer Dachrinne. Er erhielt dadurch eine unbedeutende Wunde hinter dem Handgelenke. Bald rötete sich dieses in beängstigender Weise und der Arm schwoll an. Der Arzt mußte Blutvergiftung konstatieren. Die Operation hals nichts. Der 42 Jahre alte Mann, Vater von 5 Kindern, starb wenige Tage darauf. — Für die Errichtung eines Nation« l- Denkmals für den Fürsten Bismarck in Berlin sind nach der letzten Beitragsliste bis jetzt 838000 Mk. eingegangen. — Aus Berlin 13. Nov. wird gemeldet: Nach dem in der Extraausgabe der „Deutschen med. Wochenschr." morgen erscheinenden Aussatze Robert Koch's, betitelt: „Weitere Mitteilungen über ein Hellmittel gegen Tuberkulose" ist die wichtigste Eigenschaft des Mittels deffen spezifische Wirkung auf tuberkulöse Prozeffe jeder Art. Das Mittel ist neben der Heilwirkung auch wichtig für diagnostische Zwecke. Volle Heilersolge wurden erzielt bei Lupus (fressende Hautflechle), Drüsen- tuverkulose, Knochentuberkulose, Gelenktuberkulose; beginnende Lungenschwindsucht ist durch daS Mittel zu heilen. Ueber die Zusammensetzung und Herstellung deS Mittels macht der Aufsatz noch keine Mitteilung. Begreiflicherweise hat die Ankündigung von vr. Kochs Aussatz über seine Entdeckung gioße Aufregung hervorgerufen. Der Gelehrte wurde von Hunderten von Aerzten und Zeitungsverlietern bestürmt, welche diesen Artikel noch für heule erbaten, jeooch vergeblich. Vonseiten der Redaktion und des Verlages der „Med. Wochenschrift" wurde allen der bestimmte Bescheid gegeben, eS könne auf direkten Wunsch Kochs in der Sache keinerlei Bevorzugung stattfinden. Niemand wird die Extranummer des Blattes vor morgen Vormittag 9 Uhr erhalten. — Dem „Braunschweigischen Tageblatt" zu- olge verfolgen Aeczte von vraunfchweig und Hanover den Plan zum Bau eines großen Sanatoriums im Harze für unbemittelte Lungenkranke. — Am letzten Freitag, bei Beginn seiner Vor- iesung sprach sich Profeffor Nothnagel an der Universität Wien in rühmenden Worten über die Entdeckung des Professors Koch aus, welche das großartigste Werk unseres Jahrhunderts und seit dem Bestehen der medizinischen Wissenschaft überhaupt sei. Kochs Name werde einer der geseiert- ten unseres Jahrhunderts sein. (Langanhaltender Beifall.) Auch Hofrat Billroth sprach sich in der anerkennendsten und lobendsten Weise über die Entdeckung aus, von der alle Zweige der Medizin Vorteile erlangen würden. Billroth glaubt, es sei nur eine Frage der Zeit, für die Heilung des Krebses ein Mittel zu finden. — In Liegnitz verschluckte eine Witwe während einem Hustenanfall ihr Gebiß und iarb in Folge deffen nach einigen Tagen. — Laut amtlicher Bekanntmachung in Nr. 231 des „General-Anzeigers" in Halle ist als mutmaßlich gestohlen beschlagnahmt: ein grauer flockiger Paletot „für ein Mädchen mit schwarzen Knöpfen, Kragen, Aermel und hinten am Schlitz mit blauem Sammet besetzt". Fürwahr ein Mädchen seltener Art! — Der Staatsanwaltschaft zu Bellova (Ungarn) ging am letzten Freitag die Anzeige zu, daß der Pfarrer Popravak in Kresnovika ermordet worden sei. Die Untersuchung der Leiche ergab, daß der kranke Pfarrer erst erdrosselt wurde und daß dann eine Petroleumlampe zur Explosion gebracht wurde, so daß der Anschein entstand, als sei der Pfarrer, deffen Leiche mit Petroleum über- goffen und teilweise verbrannt war, durch diese Explosion ums Leben gekommen. Die Haushälterin des Pfarrers, welcher dieser vor kurzem den Dienst gekündigt hatte, wurde wegen dringenden Verdachts, den Pfarrer aus Rache ermordet zu haben, verhaftet. — In Bruffcl ist dieser Tage der bekannte Luftschiffer Eugen Godard gestorben. Derselbe hat sich viele tausend Male mit seinem Ballon in das Luftmeer hinaus gewagt und während des deutsch-französischen Krieges 1870 der Stadt Paris und der Nalionalarmee große Dienste erwiesen. Er leitete die optische Telegraphie, oft unter Lebensgefahr, und organisierte den Ballondienst, durch welchen von dem eingeschloffenen Paris aus durch Ballons Depeschen, Briefe und Brieftauben an bas Heer gesandt wurden. — Der Pfarrer von Aßg (bei Lille) ist mit seiner Wirtschafterin Dienstag Nacht ermordet worden. Der Pfarrer stand im Alter von 84 Jahren, war seit 50 Jahren in der Gemeinde thätig und besitzt Vermögen. Der Raub desselben scheint Hauptursache des Verbrechens gewesen zu sein. — Wie entsetzlich unter den Vögeln gehaust wird, welche im Herbste von Norden her, meisten- aus Deutschland, nach Süden wandern und die in Oberitalien eine ebenso eifrig gesuchte Jagdbeute als beliebte Speise sind, beweisen folgende Zahlen: In der Stadt Brescia (36000 Einwohner) allein zahlten nach amtlicher Angabe städllschen Zoll, im Oktober 1890 423 792 Vögel; man kann annehmen, daß '/, oder '/* der gefangenen Vögel geschmuggelt worden sind, so daß also in dem einzigen Monat Oktober mindestens 500000 Vögel (meistens Singvögel) nur in der Umgebung von Brescia getötet worden sind. Millionen und Millionen aber kommen heraus, wenn man die Ergebnisse der Vogelmörderei in Oberitalien addiert. Wann endlich wird man dahin gelangen, dieser scheußlichen Unsitte ein Ende zu machen? — Von dem, wie gemeldet, an der spanischen Küste versunkenen Kreuzer Serpent wurden bisher 21 Leichen bei Cawarinas an das Land geschwemmt. — In Anador (Michigan) fand eine blutige Schlägerei zwischen Militärtruppen und Slu- denlen statt; beiderseits gab es viele lebensgefährliche Verwundungen. — Eine merkwürdige Entdeckung von Gold ist in Goldriver, in der Grafschaft Lunenburg (Neu-Schottland) gemacht worden. Soweit sich ersehen läßt, dürste sich dies als die reichste Goldquarzader auf dem amerikanischen Festlande erweisen. In Neu-Schottland ist infolge dessen das Goldfieber eingetreten. KumoriKisches. — (Die höchste Strafe.) „Was ist die höchste Strafe in Ihrem Staate für Bigamie?" wurde neulich ein New-Uorker Witzbold gefragt. „In unserem Staate, wie überall in der Welt", erwiderte der Gefragte, „ist das denkbar höchste, was auf Bigamie steht, die — zwei Schwiegermütter." — (Ein Milderungsgrund.) Richter: „Sie sind angeklagt, Ihr Dienstmädchen mißhandelt zu haben. Sir haben z. B. am Morgen des 28. vorigen Monats dem Mädchen einen Topf mit Butter an den Kopf geworfen." — „Ja, aber es war nur ranzige!" — (Bedenkliches Lob.) Wirt: „Nein, es ist ein Vergnügen, Sie ein Stück Braten transchieren zu sehen. Sie verstehen's!" — Gast: „Glaub's schon — bin auch gelernter Lederausschneider!" Eine realistische Liebesgeschichte. Man muß im Leben öfters sich bequemen, Die Hälfte für das Ganze anzunehmen; So ging's dem Hans bei'm Kirchweihtanz: Zwei blauen Augen wollte nach er jagen — Ein blaues Slug’ hat er davongetragen. * Wir erhalten aus Hamburg die Mitteilung, daß die Seitens der KamSnrg-Amerikanischen ^acketfahrt- Aktien-Heselsfchasl feit längerer Zeit geplante Reise nach Italien und dem Orient nunmehr zur Ausführung gelangen soll und zwar mit dem bekannten Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Viktoria". Die Abfahrt ist auf den 21. Januar 1891 festgesetzt und der Fahrplan umfaßt die Häfen von Southampton, Gibraltar, Genua, Alexandria, Port Said, Jaffa, Beirut, Konstantinopel, Athen, Malta, Palermo, Neapel, Algier und Lissabon. Die Dauer der ganzen Rundreise dürfte sich auf 52 Tage belaufen. Wohl noch niemals ist mit einem Schiffe von der Größe, Geschwindigkeit und Pracht der „Augusta Viktoria" eine solche VergnügungS- reife unternommen worden, und es kann kaum bezweifelt werden, daß sich eine große Zahl von Teilnehmern einstellen wird. Eine sehr wesentliche Annehmlichkeit ist, daß nur eine beschränkte Anzahl von Billcts ausgegeben werden soll. Gutem Vernehmen nach hat ein spekulativer Unternehmer der Packetfahrt die Summe von 100000 Mk. geboten, wenn ihm das Recht erteilt wird, die „Augusta Viktoria" in den ausländischen Häfen gegen Erhebung eines Eintrittsgeldes besichtigen und die Schiffskapelle daselbst konzertieren lassen zu dürfen. Sauerkraut mild zu erhalten. In Rußland, wo bekanntlich das Sauerkraut ein Nationalgericht ist, legt man dasselbe in Fässern von Birkenholz ein oder steckt in Ermangelung derselben einen Stab von ungeschältem Birkenholz in das Sauerkraut. Diese Holzart erhält das Kraut mild und verhütet das Uebersäuern desselben, während es in Gefäßen aus Eichenholz schneller und stärker säuert als in Tonnen von anderem Holz. Ein wichtiger Fingerzeig für die Psrrdrfüttrrung. Nicht jeder weiß, wie er seinen Pferden eine besser anschlagende Fütterung geben kann, ohne daß es einen Pfennig mehr kostet. Das Rezept ist dieses: Man füttere den Haber oder Häcksel trocken, gieße also kein Wasser hinein. Die Sache erklärt sich leicht. Wenn das Pferd trockenes Futier bekommt, so muß es dasselbe länger und seiner kauen und gehörig mit Speichel vermischen, was es bei reichlich angefeuchtetem Futter nicht zu thun braucht. Läßt man daher die Tiere erst nach der Fütterung saufen, so wird die Nahrung besser zerkleinert und die Verdünnung d. h. Schwächung des Speichels verhindert, die Verdauung wird infolge dessen erleichtert und der Nährgehalt des Futters besser ausgenutzt. Briefkasten. Herrn H. in Ueckermünde. Wir bitten um genaue Angabe Ihrer Adresse. D. Red. Marktberichte. Heidelberg, 15. Novbr. (Marktpreise.) Heu per Ctr. 2.80 bis 3.— Mk., Stroh per Ctr. 1.80 bis 2.20 Mk., Butter in Ballen 0.90 Mk. bis 1.— Mk, Butter in Pfund 1.05 bis 1.15 Mk., Eier per Hundert 6.50 bis 7.50 Mk., per Stück 6 bis 10 Pfg., Kartoffeln, per Ctr. 2.50 bis 2.70 Mk. Bruchsal. (Marktbericht vom 15. November. 1890.) Weizen 100 Kilo 20.50 Mk. Kernen 100 Kilo 19.50 Mk. Roggen 100 Kilo 17.50 Mk. Gerste 100 Kilo 17.50 Mk. Hafer 100 Kilo 14.30 Mk. Spelz 100 Kilo —.— Mk. Mischsrucht 100 Kilo 14.— Mk. Heu 100 Kilo 5.— Mk. Kornstroh 100 Kilo 4.60 Mk. Butter 1 Kilo 1.90 Mk. Eier 10 Stück 0.80 Mk. Kartoffeln (20 Liter) 0.65 Mk. Milchschweine das Paar 14—20 Mk., Läuferschweine das Paar 50—80 Mk. Auf dem Schweinemarkt waren 172 Milchschweine und 10 Läufer angetrieben. Mannheim, 13. Nov. — (Produktenbörse.) olgendes sind die bezahlten Preise: (Per 100 Kilo, reise in Mark). Weizen, Pfälzer 20.75 bis 21.25, Norddeutscher 20.75 bis 21.—, Ruff. Saxanska 22.50 bis 22.75, Azima 22.— bis 23.—, Girka 21.— bis 22.50, Taganrog 21.75 bis 22.75, Amerik. Winter —.— bis —, rumänischer21.75 22.50, Theodora 23—bis23.25. Kernen 21.— dis 21.25. Roggen, psälzer 18.25 bis 18.75, Russischer 18.50 bis —.—. Gerste, hiesiger Gegend 18.— bis —.—, Pfälzer 18.50 bis 19.—, Ungarische 21.— bis 23.— Hafer, badischer 15.— bis 15.60, norddeutscher 15.75 bis 16.50, russischer 17.— bis 18.50. Mais, amerikan. 14.— bis —.— Donau 14.— bis —.—. Kodlreps deutscher neuer 97.— bis 27.50 Leinöl, mit Faß 55.50. Rüböl mit Faß 68.—. Petroleum, mit 20o/° Tr. 22.75. Bekanntmachung. Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 21898. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß, nachdem die Maulund Klauenseuche in Obergimpern und Adersbach erloschen ist, die für diese Gemeinden angeordnete Gemarkungs- und Ortssperre wieder aufgehoben wurde, dagegen § 4 der Verordnung vom 26. Mai 1885 in Wirksamkeit trat. Sinsheim, den 12. November 1890. Großh. Bezirksamt. Teubner. (1820) Großh. Bezirksamt Sinsheim. Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 22025. In Flchingen (Amt Bretten) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Für diesen Ort wurde Anordnung gemäß § 3 der Verordnung vom 26. Mai 1885 getroffen. Für die Gemeinden Dürrenbüchig und Münzesheim wurden die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben. Sinsheim, den 15. November 1890. Teubner. (1826) Bekanntmachung. Maul- und Klauenseuche betr. Nr. 22024. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß künftig mit Ermächtigung Gr. Ministeriums des Innern in Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche mit Rücksicht auf die lange Dauer der Seuche nachstehende Erleichterungen für die Beteiligte» eintreten sollen: 1. es wird gestattet, daß aus seuchenfreien Gehöften der Gemeinden, in welchen die Vorschriften des § 3 oder 4 der Verordnung vom 26. Mai 1885 in Kraft stehen, Kälber und Schweine zum Zwecke der sofortigen Schlachtung innerhalb oder außerhalb des Amtsbezirks ohne vorausgegangene Einholung eines tierärztlichen Gutachtens, jedoch unter Beobachtung der übrigen im § 3 der V.O. vom 26. Mai 1885 vorge- schriebenen Vorsichtsmaßregeln (ortspolizeiliche Eilaubniß) und der weiteren Beding, ung ansgesührt werden, daß die Tiere während des ganzen Transportes in Fahrzeugen, die nicht mit Wiederkäuern (Rindvieh) bespannt sind, und aus denen Streu und Dünger nicht entfallen kann, und ohne Berührung mit andern empfänglichen, nicht zur sofortigen Schlachtung bestimmten Tieren nach dem Schlachthaus gelangen, 2. auf besonderes Ansuchen wird für Gemeinden, für welche die bezeichneten Anordnungen in Kraft sind, soweit nicht besondere Bedenken obwalten, gestattet werden, daß Milchschweine von Besitzern, deren Ställe nicht verseucht sind, in Kisten, Körben oder Säcken getragen oder in ebensolcher Verwahrung aus Fahrzeugen, welche nicht mit Wiederkäuern bespannt sind, zu Markt gebracht werden, dürfen unter den Bedingungen, a. daß derjenige, welcher die Tiere zum Markt bringt, mit einem von dem Fleischbeschauer der Herkunftsgemeinde ausgestellten Zeugnis über den seuche- freien Zustand der Tiere (§ 7 der Verordnung) versehen ist, b. daß aus dem Markte andere Tiere wie Milchschweine (Ferkel) nicht feilge- halten werden, und daß an dem Marktorte an dem Tage, an welchem der Ferkelmarkt abgehalten wird, ein anderer Viehmarkt nicht stattfindet, c. daß die Milchschweine (Ferkel) während des Marktes nicht auf dem Marktplatze oder an anderen Orten herumlaufen oder herumgetrieben werden und ck. daß die bezeichneten Tiere vom Markt an ihren Bestimmungsort gleichfalls in Kisten, Körben oder Säcken getragen oder in ebensolcher Verwahrung aus Fahrzeugen, welche nicht mit Wiederkäuern bespannt sind, gebracht werden. 3. für Orte, für welche Gemerkungssperre verfügt ist» werden Gesuche um Ausfuhr von Futter rc. rc., sofern nach den Umständen eine Weiterverschleppung der Seuche nicht zu besorgen ist, thunlichst Berücksichtigung finden. Ebenso wird gestattet werden, daß seuchenfreie Tiere aus seuchenfreien Gehöften nach benachbarten ebenfalls unter Orts- und Gemarkungssperre stehenden Gemeinde» ausnahmsweise unter den vom Bezirkstierarzt anzugebenden Sicherheitsmaßregeln auSgeführt werden. Sinsheim, den 15. November 1890. Großh. Bezirksamt. Teubner. (1827) Reoe Prima Siiiimniminrn empfiehlt billigst Wild. Scheeder. Erbsen und Linsen billigst bei (1765) m. «Lrggelet Tages-Ordnung zur Schöffengerichtssitzung am Dienstag den 18. November 1890. Vormittags 8 Uh r : 1. In U.S. gegen Jak. Kuntz, Stra- ßenwart von Daisbach, wegen Betrugs und gegen Friedrich Steiß, Wagner von da, wegen Beihilfe dazu. Vormittags 8% Uhr: 2. In U.S. gegen Johann Böhrer, Zinngießer von Sinsheim, wegen . Thällichkeiten, Ruhestörung, Bedrohung und Sachbeschädigung. Vormittags 9 Uhr: 3. In U.S. gegen Johann Hauck, Taglöhner von Hilsbach, wegen Betrugs. 4. In U.S. gegen Margaretha Müller Wtb. von Waldangelloch wegen Bedrohung und gegen Jak. Müller Ehefrau, Christian« geb. Mips von da, wegen Vergehens gegen 8 183 R.St.G.B. Vormittags 9'/, Uhr: 5. In U.S. gegen Heinrich Müller und Johann Jakob Müller von Waldangelloch wegen Körperverletzung. 6. In U.S. gegen Müller Karl Martin Sonnefeld von Eisfeld z. Zt. im Amtsgefängnis hier, wegen Diebstahls. Vormittags 10 Uhr: 7. Die Privatklagesache der Landwirt Heinrich Müller Wtb. von Wald- angelloch gegen Landwirt Jakob Müller Ehefrau und Karl Müller, Zigarrenfabrikant von da, wegen Beleidigung. 8. Die Privatklage des Küfers Georg Muth von Hilsbach gegen Kaufmann Friedrich Merkel von da und die Widerklage des letzteren gegen ersteren wegen Beleidigung. Sinsheim, den 15. Nov. 1890. Großh. Amtsgericht. Schindler. [1831] Bekanntmachung. Nr. 13 115. Durch Beschluß Gr. Amtsgerichts Sinsheim vom 8. November Nr. 13 115 wurde Karl Scholl, geboren am 15. September 1839 in Gundelsheim, zuletzt wohnhaft in Hof fenheim, da er auf die diesseitige Aufforderung vom 19. Oktober 1889 Nr. 11 374 keine Folge gegeben, für verschollen erklärt. Sinsheim, den 8. November 1890. (1798) Der Gerichtsschreiber Großh. Bad. Amlsgsiichts. Häffnrr. " Kirchardt. Beile, Äxte, Holzhoben, Schaufeln und Spaten verkauft unter Garantie (1790) Heinrich waidler. olärnnitimrr Heidelberg, Hauptstraße 4L ffst. Mannheimer Löwenbräu. Separate Wein st üben in kunstvoller Ausführung. vorzügliche Küche. Keine weine. Diners ä pari und im Abonnement. Neue staubfreie Bettfedern in bekannten vorzüglichsten Qualitäten per Pfund 60 sehr gute 1 25 Halbdaunen 1,60 &H- und 2 &K, hochfein 2 eM 35 Sy, Ganzdannen (Flaum) 2 «6 50 H und 3 ---e, gegen Nachnahme nicht unter 10 Pfd. 6. F. Kehnroth, Hamburg. Bei 50 Pfund 5 pCt. Rabatt. Umtausch gestattet. Eduard Schick, Einsheim. XR"* Reparaturen solid und billig. (1679) Ev. Kirchenchor. Am Mittwoch den 19. d. M. abends nach der Gesamtprobe findet Generalversammlung statt, zu welcher sämtliche Mitglieder des Kirchenchors eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. Beratung der entworfenen Statuten ; 2. Neuwahl der Vorstandsmitglieder. Der Vorstand. Akrani. (1823) Gesuch. Zur Abhaltung des diesjährigen Kochkurses sucht die Unterzeichnete eine geräumige Helle Küche mit 1 bis 2 Zimmern auf 6 Wochen zu mieten. Anerbietungen mit Angabe des Preises für genannte Zeit wird in den nächsten Tagen entgegengesehen. Sinsheim, 16. November 1890. Sophie Laurop, Vorsteherin des Frauenvereins. Italienische Dauer-Maronen trafen ein bei (1829) C. L. Sickinger. (Hirschmarke), mm Lesaucheux-Hülsen, Filz- und Papp- Propfen, Schrote, Zündhütchen rc. empfiehlt billigst (1831) Will,. Scheeder. Hamburger Melange-Kaffee — 70 Pfa. per Psd. - (1830) C. L. Sickinger mm Kaisers Vrast-Carmcken Beste Brust-BvnbonS der Welt bei Husten, Heiserkeit, Atemnot,! Brust- «nd Lungen-Katarrh. Allein echt zu haben per Packeis 25 Pfg. bei: (1772) E. Erps, Conditor in Sinsheim, | Aug. Niebergall in Rappenau. Warn«, . (■*«*• dt» »rtjlett -wT, Anker-Steinbaukasten 4 To beliebt ? ~ ; nicht, wie andere Spielsachen,' schon nach einigen Tagen wertlos sind,' sondern den Kindern viele Jahre hindurch 1 anregende und belehrende Beschäftigung gewähren, und «»eit sie folglich das auf die Dauer billigste Spielzeug sind. Mett ferner auch den Eltern das Nachbauen der wahrhaft prachtvollen Vorlagen angenehme Unterhaltung bietet, und «»eit jeder Kasten ergänzt werden kann. Dies ist aber bei^ ^ keiner ^ der aufgetauchten "minderwertigen Nach ahniungen^ "derFall, vor deren Ankauf dringend"' ' gewarnt werden muß. Wer nicht durch den Ankauf einer solchen schwer enttäuscht sein will, der weise jeden Kasten ohne die Fabrikmarke „roter Anker" als unecht zurück. Jllustr. Preisliste gratis. ' .F.»d.»ich1er « «i». RatelftUt. Aufforderung. Um den in hiesiger Stadt arbeitenden Lehrlingen Gelegenheit zu geben, während der Wintermonate den Sonntag-Nachmittag in geeigneter Weise zuzubringen, hat Unterzeichneter im Einverständnis mit dem Gemeinderat und den Lehrherren Sinsheims die Errichtung eines Lehrlingsheims, wie dies fast in allen Städten schon besteht, auch hier für notwendig erachtet. Zu diesem Zwecke wird während des Winters jeweils am Sonntag nach dem Nachmittags-Gottesdienst das Zimmer der Unter-Tertia der Höheren Bürgerschule zur Verfügung gestellt. Damit aber jeder strebsame Lehrling, dem daran liegen muß, seine Schul- und Fachkenntniffe durch entsprechende gute Lektüre zu erweitern, dies auch wirklich thun kann, so stellt Unterzeichneter an die stets opferwillige Bevölkerung Sinsheims die Bitte, die gewiß wichtige Sache durch leihweise Zusendung von Büchern oder Zeitschriften unterstützen zu wollen. Zugleich werden sämtliche Lehrlinge der Stadt Sinsheim aufgefordert, am Sonntag den 23. November l. I , nachmittags V 2 3 Uhr, in dem genannten Zimmer sich einfinden zu wollen. Der Vorstand des Gewerbe- und Industrie-Vereins Sinsheim: Ritter. (1828) Kallische UerllmersukerMgs-ÄnstM zu Karlsruhe. Wir bringen zur Kenntnis der tit. Pferdebesitzer, daß wir dem Herrn K. Kopp L, Hengsthalter in Kirchardt, eine Agentur unserer Anstalt übertragen haben. Karlsruhe, den 6. November 1890. ( 1778 ) Die Direktion. Karl Schumi), Schuhmacher, Hauptstraße (neben der Bierbrauerei Schaubeck), empfiehlt sein reichhaltiges Lager aller Sorten Herren-, Damen nnd Kinder- schnh-Waaren, ferner famtlMe Sotten WM-, Zug-, Schnür- und Knopffchäfte. Bestellungen nach Maß werden gut und billig ausgeführt. Jean. \-wm Wer ist Zean? Die Antwort hierauf enthält Payue's Illustrierter Fauntien-Kalender 1891, der für 59 Pfg. durch die Expedition dieser Zeitung zu beziehen ist. Der Kalender enthält wie alljährlich eine Fülle interessanter, belehrender und unterhaltender Beiträge und dürste jetzt ohne ernste Konkurrenz dastehen. Die im vergangenen Jahre erzielte Auflage von 41§ dürfte besser als jede Empfehlung für die Bortrefflichkeit dieses Volksbuches im wahrsten Sinne des Wortes sprechen. Paync's Illustrierter Familien-Kalender 1891 wird mit 5 Beilagen geliefert und zwar: l. Oeldruck- bild: Liebesdienst, 2. Portemonnaie-Kalender, 3. Wandkalender, 4. Porträtgallerie berühmter deutscher Männer, 5. Was Oskar im Schubsache seiner Kousine fand! Preis des Kalenders inkl. der 5 Beilagen 50 Mg. -W, Zu haben in der Buchdruckerei von G. Becker. E m jüngerer tüchtiger Küfer, der die Branntweinbrennerei namentlich von Zwetschgen und Kirschen gut versteht, findet bei hohem Lohn Stellung. (1825) M. Holland, Branntweinbrennerei, Rappenau. löget-, Äffen-, H 4 I Geweih-Preisliste, reich illu- l|§ striert, interessant für Tier- freunde, sendet gegen Einsendung von 20 Pfg. in Marken. H. Kumß. Warmbrunn, Welt-Versandtgeschäft lebender Tiere. Obstbäume. Aus meiner Obstbaumschule können Äpfel-, Sirn- und Iwetschgen-Hoch- gämmc in jedem Quantum abgegeben werden. Maffenvorrat von Gdstwild- lingen zu billigsten Preisen. Joh. v. Haufen, (1691) Handelsgärtner. Thee, neueste Ernte. Apotheke in Singheim. Gin Mckßlick aus dem Jahre 200«) von Bellamy. Uebersetzung nach dem 301000 der amerikanischen Original-Ausgabe; hübsch gebunden 80 Pfg., empfiehlt G. Münzesheimer's (1728) Buchhandlung. Roheß-Bückinge. Sardellen. Sardinen. Berliner Rollmöpse. Bismarck-Häringe. Laulenbacher VrWiiikskils. (1726) C. L. Sickinger. kyanisirrte Baumstickel empfiehlt Carl-Fifcher. Kalender für 1891. Lahrer Hinkender Bote, Hebel's Rhein!. Hausfreund, Der Vetter vom Rhein, Deutscher Reichsbote, Badischer Landeskalender, Daheim-Kalender, Gartenlaub-Kalender, Gustav-Adolf-Kalender, Wand- und Abreiß-Kalender empfiehlt _Iacoö Doss. Gemischtes Dürrobst, per Psd. 30 Pfg. (1818) C. L. Sickinger. Wohnung. 2 bis 3 Zimmer samt Zubehör sind zu vermieten auf 1. Dezember. Zu erfragen in der Exp. d. Bl. Kalender für 1891: Lahrer Hinkender Bote, mit einem Genrebild „Stadt und Land" und einem Wandkalender, Hebels Rheinland. Hausfreund, Deutscher Reichsbote, mit einem Farbendruckbild und einem Wandkalender, paque's Ällullr. FamilirnkalenSrr, mit fünf Beilagen, Buchdruckerei von G. Becker, Sinsheim. Beste und billigste Bezugsquelle ft» garantirt neu», dopvcl! gereinigt n. gewaschene, echt garantirt neue, dopvelt gereinigt n. gewaschene, echt Wir versenden ,ollirei, gegen Rachn. (nicht unter i« Psd.) gute neue Bettscdern «er Pfund für «0 Pfg.. 80 Pfg., 1 M. u. 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