asXSoßt lOicnstag, den 20. Mai 1947 Nummer 40 2. Jahrgang Erscheioungstage Mittwoch und Samstag / Einzelpreis 20Pf. / Monatsbezugspreis KM 1.60 einschliefi* lieh Trägerlohn, durch die Pos* bezogen RM 1.84 Anzeigen laut Tarif gegen Kennkartenausweis. Herausgegeben vom Sozialistischen Verlag Freibarg G.m.b;H„ Freibarg i. Br., Kaiser-Joseph-Strafie 229. Fernruf Nr. 2816. Bankverbindungen: Deutsche Bank, HliaPe t 1 reibarg; Freiburger Gewerbebank e.G.m.b.H., Freiburg i. Br.; öffentliche Sparkasse Freiburg i. Br (Städtische Sparkasse); Postscheck-Konto Iudwigsbafen (Rhein) Nr. 25.460. Verbreitungsgebiet: Die gesamte französisch besetzte ^one^. Vadens und Württembergs — Geschäftsstellen und Vertretungen in allen größeren Orten. — Anzeigenpreisliste • M r j. _ Gerichtsstand für beide teile frreiburg iw Breisgau. Schriftleitung: Dr F. Große. — Druck: Universitätsdrucke %ei Poppen & Ortmann, sämtliche in Freiburg im Breisgau. Nur eine Partei gewinnt, Sozialdemokraten! Verfassungsentmurf angenommen — Erhebliche Verluste der Christlich-Sozialen Die Sozialdemokratische Partei ist in den Landtagswahlkampf mit Zuversicht hineingegangen. Überzeugt von der Gültigkeit ihrer Argumente hatte sie die Hoffnung, daß ein großer Teil der Wählerschaft auch in Baden ihrer Parole folgen und sich für eine fortschrittliche sozialistische Politik entscheiden würde. Die Sozialdemokratische Partei ist, wie die Ergebnisse zeigen, in dieser Hoff' nung nicht enttäuscht worden. Als einzige Partei geht sie aus diesem Wahlkampf mit einem erheblichen Stimmengewinn hervor. Ihr Anteil an den gültigen Stimmen ist von 17,6 auf 22,4 % gestiegen. Demgegenüber haben alle anderen Parteien verloren, am stärksten die CSV, deren Anteil von 60,4 auf 55,9 % zurückgegangen ist. Die schwarze Mehrheit im badischen Land ist nicht gebrochen worden. Die CSV verfügt noch immer im neuen Landtag über eine absolute Mehrheit. Wenn man jedoch berücksichtigt, daß die CSV diesen Wahlkampf mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und teilweise in sehr demagogischer Form geführt hat, so ist die Tatsache um so berechtigter, daß sich doch immerhin ein erheblicher Teil der Wähler von ihr abgewandt hat. Es hat nichts genützt, daß die CSV wider besseres Wissen die Fehlurteile bei der Denazifizierung der SP in die Schuhe schieben wollte, es hat nichts genützt, daß sie die Religionsfrage in den Vordergrund schob und die Sozialdemokratische Partei fälschlicherweise der Religionsfeindlichkeit bezichtigte, es hat auch nichts genützt, daß der Erzbischof noch einmal kurz vor der Wahl in einem Hirtenbrief an die katholischen Wähler appellierte, wobei zwar nicht offen für die CSV eingetreten, aber doch immerhin in ziemlich klarer Weise für die von den Christlich-Sozialen verteidigte Position eingetreten wurde. Gerade in den bisher schwärzesten Bezirken unseres Landes hat die Sozialdemokratische Partei den stärksten Einbruch erzielen können. Sie hat ihre Stimmenzahl besonders in den ausgesprochen katholischen Gebieten steigern können, so in Donaueschingen-Neustadt um 44%, in Überlingen um 43 %, im Wahlkreis Freiburg-Müllheim um 42%, in Konstanz um 37% und in Freiburg'Stadt um 27% Ein großer Teil der katholischen Wählerschaft hat zweifellos begriffen, daß es nicht um die Religion ging, wie die Christlich-Sozialen immer wieder Vorgaben, sondern daß die Fragen der Wirtschafts- f estaltung im Vordergrund standen. Die starke teigerung der sozialdemokratischen Stimmen in Freiburg dürfte beweisen, daß hier auch große Teile des Bürgertums und vor allem auch der Intelligenz sich schon heute zu der Partei bekannt haben, die für die Gestaltung der deutschen Zukunft doch noch einmal die entscheidende Rolle spielen wird- Das ist das eine positive Ergebnis dieser Wahlen . Das andere ist die Tatsache, daß die Kommunistische Partei wider Erwarten ihre Stimmenzahl nicht steigern konnte, auch nicht in den stärker industriellen Gebieten unseres Landes, sondern daß auch sie einen schwachen Verlust zu buchen hat. Es ist das ein Beweis dafür, daß, wie wir immer wieder betont haben, die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes genug von jeder Art der Diktatur hat, daß die große Mehrzahl der Deutschen vielmehr eine wirklich demokratische, freie Entwicklungwünscht. Ebenso beachtlich ist fernerhin aber auch die Tatsache, daß wider Erwarten die Demokratische Partei ebenfalls nicht zu den Gewinnern, sondern zu den Verlierern zählt. Gerade in den bisherigen Hochburgen der Demokraten, in den Bezirken Oifenburg, Lahr, Bühl, Rastatt und Freiburg, haben die Demokraten sehr stark an Stimmen verloren. Die Erwartung, daß größere Teile des Bürgertums, vielleicht auch gerade des nicht- katholischen "Bürgertums, die bisher noch bei den Christlich-Sozialen standen, nunmehr zur Demokratischen Partei Über-zehen würden, hat sich nicht erfüllt. Das demokratische Programm mit seiner starken Betonung der privaten Unternehmerinitiative und der liberalen Wirtschaftsverfassung hat keinerlei Zugkraft mehr. Die großen Massen haben kein Vertrauen mehr, daß mit den überlieferten Methoden des Kapitalismus, die von den Demokraten noch stärker verteidigt werden als von dem rechten Flügel der Christlich-Sozialen, der deutsche Neuaufbau durchgeführt werden kann. Die Verfassung, gegen die die Sozialdemokratische und Kommunistische Partei klar und entschieden Stellung genommen haben, ist mit einer Mehrheit von 68 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen angenommen worden. . Es i s t immerhin beachtlich, daß rund. 111000 Wähler sich für diese beiden Parteien entschieden habe n , daß aber rund 140 000 Wähler gegen die Verfassung gestimmt haben. Das zeigt, daß ein hoher Prozentsatz der christlich-sozialen Wähler sich ebenfalls gegen die Verfassung ausgesprochen hat. Es zeigt, daß die christlich-soziale Front, die in diesem Wahlkampf zum erstenmal sichtbar erschüttert ist, in Wirklichkeit noch brüchiger ist. als das die Ziffern für die Landtagswahl zeigen. Die Entscheidung, vor die ein großer Teil der Anhänger der CSV bei der Abstimmung über die Verfassung gestellt wurde wird sich in den kommenden Monaten und Jahren immer von neuem stellen. Es ist die Entscheidung in der Frage der Wirtschafts- und Sozialgestaltung. An dieser Frage wird, davon sind wir fest .überzeugt, eines Tages diese Partei zerbrechen. Die Verfassung ist mit 68 Prozent der gültigen Stimmen angenommen worden. Diese 68 Prozent aber stellen, auch das darf nicht ungesagt bleiben, nur 43 Prozent aller wahlberechtigten Stimmen dar. In Wirklichkeit hat sich also eine Minderheit des badischen Volkes für die jetzige badische Verfassung klar ausgesprochen. Wir glauben, in der Annahme nicht fehl zu gehen, daß ein großer Teil derjenigen, die nicht zur Wahlurne gegangen sind, damit irrtümlicherweise ihre Ablehnung des Verfassungeentwurfes glaubten aussprechen zu können. Die Sozialdemokratische Partei kann mit diesem Wahlergebnis zufrieden sein. Die Anstrengungen all der vielen Funktionäre im Land sind nicht unbelohnt geblieben. Sie kann um so mehr zufrieden sein, wenn sie auf die übrigen Länder der französischen Zone blickt und dort den gleichen Aufstieg sieht und den gleichen Einbruch in die klerikale Front. In Württemberg hat die SP ihre Stimmenzahl ebenfalls erhöhen können. In der katholischen Pfalz ist die SPD die stärkste Partei und hat die CDU überflügelt Alles das beweist, daß die Massen unseres Volkes in steigendem Maße zur Sozialdemokratischen Partei Vertrauen gewinnen. Der Wahlkampf ist zu Ende. Der Kampf um die Gewinnung der breiten Massen für die große Idee des Sozialismus geht weiter. Jeder einzelne Anhänger der Sozialdemokratischen Partei ist auf Grund dieses Wahlsieges überzeugter denn je, daß die Partei auf dem rechten Wege ist. Jeder einzelne weiß aber auch, daß unablässig und mit aller Energie weiter um die Massen gerungen werden muß, die heute noch abseits oder im falschen Lager stehen. Die Sozialdemokratie hat diesen Wahlkampf scharf und sachlich geführt. Sie hat sich niemals auf die Ebene irgendwelcher persönlicher Diffamierungen herabbegeben. Sie wird in der gleichen Weise weiterkämpfen, in der festen klaren Überzeugung, daß ihr großes Ziel einer wirtschaftlichen und sozialen Neugestaltung unseres Landes mehr und mehr die Deutschen aller Schichten, vor allem aber auch die junge Generation, begeistern und in ihre Reihen bringen wird. Dr. Gr. Verteilung der Landtagssitze in Baden: SP . . . . .2. -. 13 (bisher 11) CSV. . . 34 (bisher 37) DP . . ... 9 (bisher 9> KP 4 (bisher 4) Rheinland-Pfalz Der Volksentscheid über die Verfassung ergab in Rheinland-Pfalz eine knappe Mehrheit für die Verfassung. Mit Ja stimmten 579 550, jpit Nein 514 370. Der Volksentscheid über den “x h u 1 a r t i k e 1 der Verfassung wurde mit >*5 652 Ja-Stimmen gegen 496 594 Nein-Stimmen ^genommen. Für die Landtagswahl ergibt sifch folgendes Bild: CDU 540 319 (47%), SPD 39% 199 (34,5%), KP 100 453 (8,7 %), LDP und SVj 112 301 (9,8%). Der neue Landtag für •'•Jeinland-Pfalz setzt sich zusammen aus: 47 Vertretern der CDU, 34 SPD-, 8 KP- und 11 Vertretern der LDP und SV. * Südwürttemberg Die Ernährungskrise in Deutschland General Clay: Ernährungslage in den kommenden Wochen besonders kritisch In London fanden zwischen dem britischen Außenminister Bevin und Lord Pakenham einerseits und Vertretern der britischen Militärregierung in Deutschland andererseits Besprechungen über die schwierige Ernährungslage in der britischen Zone statt. Die äußerst angespannte Brotversorgungslage, über die die Minister Aufklärung verlangten, wurde auf die immer mehr zunehmenden Fehlbeträge bei den Getreideab ieferungen . der deutschen Bauern zurückgeführt. Der unmittelbare Anlaß aber für die akute Krise der Brotversorgung wurde darin erblickt, daß die für April und Mai vorgesehenen Getreidelieferungen aus den Vereinigten Staaten nicht in dem erwarteten Umfang eingetroffen seien. Im Januar betrugen die Einfuhren 295 000, im Februar 228 000, im März gingen sie auf 211000 Tonnen zurück und im April erreichten sie nur 161000 Tonnen und blieben damit um hunderttausend Tonnen hinter der vorgesehenen Einfuhrmenge zurück. Dieser Fehlbetrag von 100 000 Tonnen im April war der unmittelbare Anlaß für die gegenwärtige Krise. Für den Monat Mai sind 380 000 Tonnen an Einfuhren vorgesehen, bis zum 6. Mai sind aber erst 34 600 Tonnen in Deutschland eingetroffen, während weitere 188 600 Tonnen auf See unterwegs waren. Mit dem Rest, der'bis zum 13. Mai in den USA verladen sein sollte, kann frühestens Ende des Monats in Deutschland gerechnet werden. Da die zuständigen britischen Stellen davon überzeugt sind, daß die deutschen Bauern über keine nennenswerten Lebensmittelreserven mehr verfügen, wird es ausschließlich von den Einfuhren abhängen, ob die Bevölkerung ihr Leben weiterfristen kann. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums machte darauf aufmerksam, daß die schwierige Lage bis. zum Einbringen der neuen Ernte anhalten werde. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Zepe in Deutschland. General _CJ,ay. erklärte auf einer Pressekonferenz? „Die Ernährungslage in Deutschland wird im Laufe der kommenden Wochen besonders ernst s e i n.“ General Clay stellte fest, daß in der amerikanischen Zone Kartoffeln so gut wie unauffindbar seien. Die durchschnittliche Tagesration belaufe sich in der britischen und amerkanischen Zone auf 5 0 0 bis 1000 Kalorien an Stelle der vorgesehenen 1550 Kalorien. Die deutsche Bevölkerung fände außerdem noch eine immer schwieriger werdende Ergänzung in Höhe von täglich 150 bis 200 Kalorien auf dem ‘schwarzen Markt, was ein Beweis dafür sei, daß noch Lebensmittel vorhanden seien. Die Vereinigten Staaten haben beschlossen, zur Überwindung der schwierioen Lage, in den Monaten Mai und Juni 335 000 Tonnen Brot- aetreide nach Deutschland zu schicken. Diese Einfuhr würde es ermöglichen, die Bedürfnisse der Bevölkerung für 21 bis 22 Tage im Monat zu decken. Es würden aber mehrere kritische Wochen vergehen, bis es möglich sei, über diese Mengen zu verfügen. General Clay gab zu, daß die Ernährungslage in der amerikanischen Zone geeignet sei, innerhalb der Bevölkerung Unruhe und Unzufriedenheit hervorzurufen. General Clay erklärte weiter, es sei die Politik der Militärregierung, nicht in Gewaltmethoden zu regieren, sondern dadurch, daß sie die Deutschen zur Mitarbeit gewinne. Deshalb habe er auch dafür gesorert, daß die Stelle, in de r von Oberst James Newman, dem Direktor der amerikanischen Militärregierung für Hessen, gehaltenen Rundfunkansprache an das hessische Volk, in der Das Wahlergebnis Für Südbaden liegt trügendes Wahlergebnis vor: Volksentscheid Wahlberechtigte. 694 463 Abgegebene Stimmen . . 471 424 67,88 •/• Ja . Gültige Stimmen 437147 Nein • MM» Landtagswahlen §mnIS.5-47 Wahlberechtigte .......... Abgegebene Stimmen . - r.r.i. . . .' Wahlbeteiligung Gültige Stimmen Davon auf: • td i r# r*i • * . 694 463 471388 67,88»/° 427 780 ... 296 959 67,93»/o . . 140 188 32,07»/. Kreistagswahlen vom 13.10. 46 674 368 455 032 67,3»/° 438979 Sozialdemokratische Partei - Kommunistische Partei - . - Christlich-Soziale Volkspartei Demokratische Partei in Prozent in Prozent 95818 22,40 77140 17,57 31701 7,41 33 633 7.66 239 285 55,94 265 045 60,38 60976 14,25 63121 14,38 ä« Wahlergebnis für Südwürttemberg: Wahlberechtigte 615 800, abgegebene Stimmen 408 963 (66t4 %). Es entfallen bei der Landtagswahl CDU 78 650 — 54,2 % (Kreistagswahlen: 62,8:%), SPD 78 650 — 20,8 % (Kreistagswahlen: 13,7/%), DP 66 985 — 17,7% (Kreistagswahlen: 10,4 %) ; KP 27 563 — 7,3 % (Kreistagswahlen: 6,9 -%). Für die Verfassung stimmten in Süd- würüiemberg mit Ja 268 668 = 69,8%, mit Nein stimmten 116 013 = 30,2%. uüt 4er Verhängung des Belagerungszustandes gedroht wurde, weggelassen wurde. Ob^ rs .t Newman beabsichtigte ursprünglich zu ^rkjären, daß der Belagerungszustand verhängt würde, des deutschen Volkes mit der Ernährungskrise Clay sa za. sonlich a ü g eTu rsTT Sri Eichung dieser St» yS FaMIMlen. Seiner Auffassung nach sei''««» Drohung nicht.der richtige Weg, um des deutschen Volkes zu gewinnen. „Wenn ein Ausnahmezustand notwendig sein sollte, dann brauchen wir den Deutschen nicht damit zu drohen. Sie wissen, daß wir ihn zu jedem gewünschten Zeitpunkt verhängen können." Erklärung General Robertsons zur deutschen Ernährungslage Der stellvertretende Oberbefehlshaber der britischen Besafzungszone, General Sir Brian Robertson, erklärte in Berlin: „Ich habe während der letzten schwierigen Monate viele Male betont, daß die Ernährung der deutschen Bevölkerung mindestens ebensosehr von den Anstrengungen der Deutschen wie von dem Erfolg der Besatzungsmächte, Lebensmittel nach Deutschland einzuführen, abhängig ist. Ich stelle mit Befriedigung fest, daß sich die bayerische Regierung entschlosen an der Aufbringung von Fleisch und Kartoffeln beteiligt hat, und daß als Ergebnis beträchtliche Mengen für die Lieferung an andere Länder verfügbar sind." Rücktritt der badisdhen Regierung. Freiburg, den 18. Mai 1947. Die franz. Militärregierung teilt mit: Nach den Gebräudien des demokratischen Ver- fassungswesens hat der Präsident des badischen Staatssekretariates an Gouverneur Pene, Delegue Superieur pour le Pays de Bade, folgendes Schreiben gerichtet: „Der Präsident des badischen Staatssekretariats an Herrn Pene, Commissaire de la Republique, Delegue Superieur pour le Gouvernement de Bade. No. 37 30. Freiburg, den 17. Mai 1947. Das badische Volk ist aufgefordert worden, sich morgen über den ihm vorgelegten Verfassungsentwurf zu entscheiden und die Abgeordneten des künftigen Landtages zu wählen; damit wird das Mandat, das der jetzigen provisorischen Regierung vom Gouvernement Militaire anvertraut ist, sein Ende finden. . Ich habe deshalb die Ehre, Sie zu bitten, die provisorische Regierung ihres Amtes zu entheben. gez: Wohieb.“ In Beantwortung dieses Schreibens hat Gouverneur Pene, Delegue Supärieur pour le Pays de Bade, an Präsident Wohieb einen Brief gerichtet, dessen Text in deutscher Übersetzung, wie folgt lautet: „Freiburg, den 17. Mai 1947. Le Commissaire de la Republique, Delegug Supe- . rieur pour le Gouvernement de Bade, an den Herrn Präsidenten des badischen Staatssekretariates. Durch Brief No. 37 30 vom heutigen Tage haben Sie mich gebeten, die vorläufige Regierung ihres Amtes zu entheben, da das Mandat, welches den badischen Behörden anvertraut worden war, mit dem 18. Mai 1947, dem Datum des Volksentscheids und der Wahlen abgelaufen sei. Ich bestätige den Empfang dieser Benachrichtigung und bitte Sie, die laufenden Geschäfte bis zur Bildung der neuen Regierung weiter zu führen. gez.: Pene.“ Seile 2 — Nummer 40 DlvVaök Dienstag, 20. Mai 1947 Die Ergebnisse in den Wahlkreisen Die Landtagswahlen ‘ Der Volksentscheid Wahlkreis Wahl- Abgegeb. berechtigt Stimmen • SP CSV - DP KP Ungültig Abgeg. Stimmen I- Kein Ungültig 1. Überlingen- 46 936 31930 4 980 17 856 4 448 1746 2850 31933 21835 7741 2 357 Stockach 45 287 28 997 3457 18 536 4193 1927 884 2. Konstanz 6 061 44 529 9310 21 244 ‘ 6126 3888 3961 44 501 26 267 15177 3057 63044 43 003 6 815 25 084;; 5 885 19111 , 5 225 3831 1388 3 Donaueschingen. • 48 540 35 619 6 478 1870 2 935 35 632 23 836 9 449 2 347 Neustadt 47167 31771 4507 19810 4 564 1906 984 4. Säckingen. 52187 36338 5069 20 397 '•i 3 651 2 868 2 353 36 370 23 715 10 807 1848 Waldshut 49 751 34 619 5188 22 004 ' 3604 2852 971 5. Lörrach 53 496 35 959 10 328 11 755 h 6 814 13542“ 7 073 4290 2 772 35 965 18 349 15 849 1767 52 003 34 717 8 764 4 286 1052 6. Freiburg. 55 824 35 730 6 370 20 593 , 4 992 1414 2361 35 737 25 301 8560 1876 Müllheim 53 236 31763 4496 20 660 j 4283 1392 932 7. Stadt Freiburg 59 810 39 635 10507 16 889) 6 102 2964 3173 49 699 22261 15 433 1945 58 728 39 867 8 280 19 964) 6 583 3 841 1559 8. Emmendingen 45 758 31257 7 393 16 39* 2 699 1424 3 349 31254 18 994 9 395 2 865 44 594 30 622 6 837 18 29f 2 647 1644 1195 9 Offenburg- 81 162 57 386 9 545 3012p 7 714 3344 6 663 57 374 37 604 14 326 5444 Lahr 79 237 56 621 7 459 33 96p 8 864 3 923 2 410 10. Wolfach- 44 954 39 078 8 529 20 23(4 4 503 2 554 3 258 39 098 24423 11941 2 734 ViUingen 53 267 38 087 7 322 22 6SfO 4 227 2 532 1326 11. Bühl- 62 298 39156 6 370 21 494? 4108 2 541 4 647 39156 26 343 9 540 3273 Kehl 60 900 40748 5 915 24 86 T 5418 2 705 1843 12. Rastatt- 68 367 44 771 8 939 23 20# 4594 2 748 5 286 44 765 28 031 11970 4764 Baden-Baden 66 941 44217 81(B 25 634^ 5 777 3154 1549 Gesamtergebnis 694 463 471 388 95 818 239 28!* 60 976 31 701 43 608 471424 296 959 140188 34277 674 155 455 032 77 143 265 04 ? 63 118 33 633 16 093 Die fettgedruckten Ziffern sind die Ergebnisse ren, hatte die SP einen beachtenswerten Simmenzuwachs. Von 3606 gültigen (472 un- gltigen) Stimmen erhielt sie 1527, das sind 4$5 Prozent, was gegenüber den Kreistags- valen, die der SP 1302 Stimmen erbrachten, eii Plus von 225 Stimmen ergibt. Die CSV, ditbed den Kreistagswahlen 1363 Stimmen er- ran, erhielt 1191 Stimmen (33,01 Prozent), die DP mit 548 Stimmen bei den Kreistagswahlen) bekm 542 Stimmen (15,02 Prozent) und die KP, bisbr 386 Stimmen, errang 346 Stimmen (9,62 Prozät). Somit ist die SP in Emmendingen die stärkte Partei geworden. . Ergebnisse des Volksentscheids und der Landlagswablen vom 18. Mai 1947 Wahlbezirk Volksaktie über die Verfassung Landtagswahlen Wahlbezirk Volksabst. über dis Verfassung Landtagswahlen Nr.| Stimmbezirk Ja Nein SP I CSV [ DP |lP Nr.| Stimmbezirk Ja |Nein SP CSV | DP I SP 1 Altstadt -1 435 344 212 379 87 90 34 Mittelwiehre -111 587 212 138 375 205 39 Adelhauaer Schuh 161 388 87 89 Land rateamt 102 4SI 217 38 2 Altstadt - II 345 287 183 266 107 58 35 Mittelwiehre-IV 670 276 169 444 213 38 Adelhauaer Schule 156 341 129 76 Landratiamt 124 668 212 64 8 Altstadt • III 364 215 140 277 105 42 36 Günters tal -1 383 207 133 313 96 53 M.-Oberrealich. 119 856 109 54 Volke« Aula 87 381 123 68 4 Altstadt. IV 439 373 254 378 100 -63 37 Stiihlinger (Beurb.)-! 540 602 436 442 106 127 M.-OberrealtA* 178 419 116 92 897 662 186 16« 5 Altstadt - V 692 312 200 526 203 47 Ga»t«t. z. aandeih. Universität 146 540 178 66 38 Stiihlinger (Eschnolz) -1 Geld. Faßte 360 365 245 294 80 51 6 Neuburg -1 FriedriAsgymn. 411 165 101 63 311 835 127 108 ' 24 28 195 378 79 68 7 Herdern -1 403 303 204 284 126 46 39 Alt-Sttthlinger -1 582 558 405 492 118 107 Friedrichigyu». 176 821 118 58 Gaath. z. Eachholi 828 688 121 108 8 Herdern - II 397 275 193 280 122 39 40 Alt-Stühling. - II 517 532 418 409 89 109 Friedridugymu. 146 358 185 60 Gaath. Stflhlinger 888 4S7 119 108 9 Herdern - III 734 347 228 490 258 40 41 Freiburg-West -1 109 143 104 97 13 27 Friedridugyma. 163 574 238 61 SAulh Betzenh. 96 107 14 25 10 Herdern - IV 631 282 207 456 197 33 42 Alt-Betzenh. • I 174 82 62 132 25 18 Tivoliscfaale 138 483 211 42 43 Sdiulb. Betzenh. 61 164 26 25 11 Herdern - V 672 324 239 502 205 38 Freiburg-West (Siedlung) -1 168 223 156 142 14 64 Tivoliscbnle 175 576 235 43 188 168 32 66 12 Fbg.-Nordw. -1 183 235 160 155 38 42 44 45 SAulh- Betzenh. Haslach -1 HaslaAer SAule Haslach - II 13 Gastst. Güterbhf. Frbg.-Nordw. - II Gaath. z. TSrmie 406 468 121 382 268 186 309 416 55 86 180 89 65 98 254 247 309 331 230 187 220 1>>8 322 198 275 212 56 58 44 59 66 83 14 Zähringen - 1 528 273 209 428 92 39 46 Haslach - III 358 479 276 271 64 89 83 114 129 197 228 81 Emil -Gött-SAole 178 600 92 61 HaslaAer SAule 306 118 42 82 7 15 Zähringen - H EmiJ'üött-Sdmlc 358 262 178 145 288 3)5 74 80 53 54 47 Haslach-IV HaslaAer SAule 200 539 286 148 220 49 16 Oberau - 1 489 345 236 414 116 48 48 Haclach - V 70 219 130 Kath. Lehrlingah. 162 458 U8 58 49 HaelaAer SAule St. Georgen -1 397 117 89 34 100 17 Oberau - II 344 228 179 239 103 53 485 342 340 78 85 Aath. Lehrliagth. 114 320 94 50 50 St. Georgen - 0 Kindergarten 277 448 112 96 18 Oberau - III Neustidter Hof 347 284 191 148 254 387 119 Ul 55 71 466 305 236 208 394 447 67 71 57 78 19 Oberau - IV 168 103 74 157 22 22 K&rttiu 58 20/ 24 21 Besondere Stimmbezirke: 30 21 Oberwiehre -1 Uaria-Hilf Oberwiehre - II 412 498 347 253 282 164 156 328 886 360 148 138 174 98 SS 45 51 Altstadt -1 Wlchernbaua Altstadt -1 67 4 6 6 56 68 8 g 1 MariS'Hilf 117 401 180 51 52 Diakon iseenhane > 50 48 22 Oberwiehre-III 643 369 249 468 167 59 Altstadt > II O 5 — Maria-Hilf 186 606 17« so St* Elisabeth 3 56 3 1 23 Cberwiehre - IV 640 280 179 417 234 62 53 Herdern - 1 72 20 11 71 7 2 Maria-Hilf 128 488 286 65 Nervenklinik 4 37 8 s 24 Waldsee - 1 595 314 197 441 197 39 54 Hautklinik Gasth zum Schiff 576 iss 497 284 57 Herdern - 1 81 31 25 60 17 2 25 Waldsee - II 330 197 403 235 65 BUudeuuatalt 19 68 32 Gasth. t. Römerh. 135 458 260 72 55 Diakonissenhane 26 Littenweiler - 1 479 208 120 388 97 65 Herdern - 1 44 11 8 42 6 1 Volks* Aale 102 488 102 70 56 Med- Klinik 1 39 2 27 Unterwiehre - 1 640 403 237 461 244 67 Herdern - 1 72 2 4 64 4 l Les'ingsdbnl* 173 539 287 57 57 Chirurg. Klinik 1 68 8 28 Unterwiehre-II 459 437 223 326 126 79 Littenweiler - 1 20 7 3 19 4 LetsingsAuIe 283 464 155 128 58 St-Antonius-Ham l 12 I 29 Unterwiehre - 10 631 289 200 431 247 35 Unterwiehre - 1 19 6 2 9 14 Ga*tb. *. Tram 170 515 275 56 Augenklinik 2 8 7 80 Unterwiehre - IV 352 254 162 253 140 37 59 Unterwiehre - 1 Ga>t»t. z. gr. Baum 117 312 155 52 Lorettokreokenh . 62 13 8 57 9 2 81 Unterwiehre • V 359 ! 257 175 237 147 38 Unterwiehre * 11 8 77 15 Qastst. Reitereck 150 92 13S 58 60 MaJanAtbosoStift J 42 41 l 32 Mittelwiehre -1 478 168 105 390 110 26 Günterstal -1 — 2 — Le«eiss«cfaule 75 426 112 45 61 Ohrenklinik 18 1 32 — 33 Mittelwiehre - II 444 233 146 312 156 36 Alt-Stübünger -1 68 14 62 4 4 Kinderh. BetUeh. I 126 38) i*i 4! Med. Klinik I 4 61 6 4 Das Kreisergebnls im Vergleich Bei 1er Abstimmung über den Verfassungs- “ entwui stimmten im Landkreis Emmendingen von ..-mit V.3L0 gültigen und 2865 ungültigen Stimmen ah. Dies ergibt eine Beteiligung von 68,3 Prozent. 18 994 Stimmen — das sind 66,91 Prozent — bejahten _ den Verfassungsentwurf, 9395 Stimmen — das sind 33,09 Prozent — lehnten ihn ab. Für die Landtagswahlen wurden im Landkreis Emmendingen 27 908 gültige und 3349 ungültige Stimmen gezählt. Auf die SP entfielen 7393, das sind 26,49 Prozent (Kreistagswahlen 6837, das sind 22,32 Prozent) was ein Plus von 556 Stimmen bzw. ein Plus von 4,17 Prozent ergibt. Die CSV, die 16 392 Stimmen (58,73 Prozent erhielt, verlor im Vergleich zu den Kreistagswahlen 1907 Stimmen. Für die DP wurden 2699 Stimmen (9,63 Prozent) abgegeben (Kretstags- wahlen 2647 Stimmen). Für die KP 1424 (5,10 Prozent), bei den Kreistagswahlen 1644. Auf die Kreisliste werden demnach die SP einen Sitz und die CSV zwei Sitze erhalten. Die Rest-' stimmen dieser beiden Parteien und die Stimmen der DP und KP werden den einzelnen Parteien zugute kommen. Das „Schwein* des kleinen Manne* Längst Ist das Kanindien nicht mehr das „Schwein“ des kleinen Mannes. Tausende haben erkannt, wie sehr ein Kaninchen den Küchenzettel bereichern kann. Diese Tiere liefern aber nicht nur Fleisch, sondern auch Felle und Wolle. Der Erzeugungswert des Rohstoffes „Fell“ beläuft sich Jährlich auf mehrere Millionen Mark. Felle sind heute mehr denn Je ein begehrter Ausfuhrartikel, der uns wiederum dazu verhelft, unseren Lebensstandard durch Ankauf von Lebensmitteln zu erhöhen. Besondere Bedeutung aber kommt der Wolle des Angorakaninchens zu. Die aus ihr gefertigte Angora-Unterwäsche hat schon vielen Kriegsversehrten, Gicht- und Rheumakranken die Schmerzen gelindert. Wer sich über Kaninchen, über den Schutz von Fellen und Wolle vor Verderb, über die Verarbeitung von Fellen und über alle anderen einschlägigen Fragen interessiert, besuche die Kl ein tl er- und Produktenschau des Kleintierzuchtvereins C 42, die am 25. und 26. Mal ln Emmendingen stattßnden wird. Zwei Stunden Unterhaltung Unter dem Motto „So sind wir“ gab eine Freiburger Truppe kürzlich einen bunten Abend, der bedeu tend weniger bot, als im Programm angekündigt worden war. Zu welchem Zweck wurde, so fragten sich viele mit Recht, das Programm, das unter Vorbehalt von Änderungen 32 Hummern verzeichn ete, verkauft, wenn man sich nicht lm entferntesten daran hielt und ein Großteil der darin verzelchneten Per sonen den Emmendingern gar nicht zu Gesicht kam? Audi das, was an Musik, Gesang und Tanz geboten wurde, konnte nicht restlos befriedigen. Sehr gut gefielt das Harmonika-Trio Eml Brenner, Werner Robold und H. H Eckert, das durch Sauberkeit und Exaktheit des Zusammenspiels großen Beifall errang und das unangenehme Gefühl des Herelngefallen- selns etwas milderte. H. H. Vorbildliches Denzlingen! Zu einer großzügigen Beschaffung von Kleingärten hat die Gemeinde Denzlingen am Fuße des inneren Weinbergs ein umfangreiches Stück Gelände zur Verfügung gestellt. Aus den früher vorhandenen Wiesen sind mehrere hundert Kleingärten geworden, die jetzt erstmals mit Saatgut bestellt wurden. Auf dem gleichen Landkomplex hat man unter sachgemäßer Leitung 350 junge Obstbäume in regelmäßigen Abständen so eingepflanzt, daß in jedem Kleingarten ein Obstbaum steht. Mit der Anlage der Kleingärten ist ein langgehegter Wunsch vieler Familien verwirklicht worden, die jetzt in der Lage sind, da« Notwendigste an Gemüse und sonstigen Kleingartenerzeugnissen selbst an- • zupflanzen. Seite 4 — Nummer 40 Paslßoßt Dienstag. 20. Mal 1947 Unholde auf dem Kahlenberg In der Anlage auf dem Kahlenberg, die im Verlaufe vieler Jahre mit großen geldlichen Optern vom Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Ettenheim- Herbolzheim, geschaffen wurde und gern von der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften zu Sonntagsausflügen benutzt wird, sind in den letzten Wochen lichtscheue Elemente am Werk, die alles demolieren, was ihnen in die Hände fällt. Bäume werden gefällt; Hütten und Ruhebänke werden kurzerhand zerstört und teilweise verbrannt oder geraubt. Dieses Gesindel hat nun in der vorletzten Woche die zwei letzten, noch sehr gut erhaltenen Ruhebänke gestohlen und das Irinfere der Lindenmattenhütte total ausgeraubt, ' so daß i n der Anlage nunmehr jede Sitzgelegenheit von diesen Schurken in ihrer Zerstörungswut beseitigt wurde. Selbst auf dem Aussichtsturm wurden etwa sieben schwere Verbindungseisen abmontiert und gestohlen. Die Besucher des Kahlen- berges werden hiermit gewarnt, den Turm zu be-. steigen, da er seit einiger Zeit aus oben genannten/ Gründen gesperrt werden mußte. , Könnten sicht diese zerstörenden Kräfte nicht freiwillig zu sehr? dringender Arbeit, die heute überall zu finden* ist, zur Verfügung stellen? Da könnten sie ihre) Kräfte nutzbringend anwenden. Ist nicht genu “ in den letzten Jahren zerstört worden? Mui den alles vernichtet werden? Die Besucher der Anlage auf dem Kahlenberig werden höflich gebeten, ihr Augenmerk auf solche lUnholde zu richten und bei etwaigen Beobachtungen sofort bei den zuständigen Stellen An- fzeige zu erstatten. Helft dem Schwarzwaldverein jidie Kahlenberganlage erhalten! — 200 RM erhält .derjenige, der diesem die Täter namhaft macht. f Riegel. Die Eheleute Hermann Fehrenbach (Brief- . bot-Fehrenbatih) feierten in voller körperlicher und geistiger Frische ihre goldene Hochzeit. Die Bevölke_ %rung nahm an dem Ehrentage der Jubilare, denen Zjdie neugegründete Riegeler Musik am Vorabend ein «Ständchen brachte» regen Anteil. Eichstetten. Der Landwirt Karl Hornecker fand auf einem «einer Äcker bei Grabarbeiten Gefäß- reste, die sein Interesse weckten. Durch Vermittlung des Hauptlehrers Gänshirt nahm das Landesamt für Ur- und Frühgeschichte, Freiburg, die Untersuchung vor. Bei dem Fund handelt es sich um einen ziemlich gut erhaltenen Becher au- Ton •und Scherben zweier weiterer Gefäße, ferner um Bruchstücke eines Hirschgeweihs und einige Tierknochen. Die Funde stammen aus der jüngeren Steinzeit. Stadtrat und Ministerien beim Wiederaufbau , Am Schipptage für den Stadtrat und die Ministerien, zu dem der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg eingeladen hatte, erschienen neben dem Einladenden die Mitglieder des Stadtrates und der städtischen Dienststellen, außerdem Angestellte der Ministerien und Staatskommissariate (insgesamt 300 Personen). Zusammen mit den Stammarbeitskräften und dem technischen Personal arbeiteten an diesem Tage über 400 Leute am Wiederaufbau der Stadt Arbeitsplatz war das Hauptschadensgebiet Frei- burgs zwischen Friedrich- und Albertstraße und der Flückiger Kiesgrube. An technischen Hilfsmitteln waren eingesetzt: die Feldbahn, 3 Bagger — in der Albertstraße, Ecke Rheinstraße, in der Flückiger Kiesgrube —, 3 Zugmaschinen mit Anhängern, mehrere Lastkraftwagen. An Arbeit wurde geleistet: die Beseitigung von 300 cbm Schutt mit der Förderbahn (120 Loren) und Fahrzeugen, die Gewinnung von 2 —3 Tonnen Eisen und die Aussortierung von rund 20 000 Backsteinen, die geputzt wurden. Bisher erschienen, trotz der allgemeinen Bekanntgabe des § 17 der Badischen Gemeindeordnung, täglich nur etwa 20 bis 50 Männer zur Ableistung ihres Arbeitstages; etwa 300 werden täglich benötigt. Stadtrat und Ministerien haben ein Beispiel gegeben und bewiesen, daß es durchaus möglich ist, in einem Zeitraum von zwei Monaten nur einen Tag der Enttrümmerung und dem Wiederaufbau der Stadt zur Verfügung zu stellen. Dabei braucht jeder nur so viel zu leisten, als er kräftemäßig imstande ist. — Neben dem Einzeleinsatz erscheint es richtig. Verbände geschlossen arbeiten zu lassen, da dies den Anreiz zur Mitarbeit im Dienste des Wiederaufbaus erhöht. „Die Geierwalli" Letzte Spotime *v Frankfurt — Schwaben Augsburg 2:1, VfB Stuttgart Fürth 2:0, Bamberg — Eintracht 4:0, BC Augsburg- Kickers Stuttgart 3:0, KFV - Offenbacher Kicken 1:3, Schwelnfurt — Neckarau 6:2. Tabelle: 1. Nürnberg 31 Spiele, 53 Punkte, 2. 1860 30/42, Waldhof 31/39, 4. Schwaben 31/37, 5. VFB 30/36, 6. Eintracht 31/36 7. Kiekers Stuttgart 30 34, 8. Offen- bach 3134, 9. Schweinfurt 30/31, 10. Fürth 30/28, 11. VxR 30/28, 12. Ulm 30/27, 13 Bayern 31/27, 14. Neckarau 30/24, 15. BCA 31/24, 16. FSVF 30/23, 17. Bamberg 31/23. IS. Aschaffenburg 30/22, 1s. KFV 31/22, 20. Pnonix 31/20. Zonenliga Nord: Trier — Neunkirchen 1:8, Phönix Ludwigshafen — Saarbrücken 4:3. Handballoberllga: Schutterwald — Lörrach 6:5. Der Handbalimei s ter geschlagen Bereits am Samstag standen sich vor 3000 Zu* schauern der Meister Rot-Weiß Lörrach una sein schärfster Verfolger, der • S V Schütter* wald, im Rückspiel gegenüber. Uber d e ganze Spieldauer hin lag der Gastgeoer in Führung, erzielte bald nach Beginn zwei schöne Spieltore, die Lörrach durch zwei seine, gefährlichen Weitwürfe ausglich. Nach der Pause gewann das Spiel immer mehr an Interesse Wenige Minuten vor dem Ende lag der Platzherr 5:3 ln Führung, mußte es sich aber gefallen lassen, daß die Leute vom Oberrhein in einem fabelhaften Endspurt auf 5:5 gleichzogen. Schließlich führte kurz vor dem Abpfiff ein Strafstoß zum 6., entscheidenden Tor für Schutterwald. Kurz berichtet Aus der Praxis, Lehrkräfte für Landwirtschaftsschulen gesucht f Eine große Anzahl der landwirtschaftlichen Berufsr* schulen für Knaben in Südbaden, besonders in dey* Landkreisen Stockach, Uberlingen, Konstanz, Vif- lingen und Donaueschingen, konnte aus Mangel landwirtschaftlichen Berufsschullehrern bisher nicft eröffnet werden.' Zur Beseitigung dieses Mangelte findet von Mitte Mai bis Oktober an der Staatlichen Landwirtschaftsschule Hochburg ein Lehrgang Ausbildung landwirtschaftlicher Berufsschullehrer Statt. Interessenten für das Lehramt an landwirtschaftlichen Berufsschulen können sich umgeheivö beim Ministerium des Kultus und Unterrichts. Fref" bürg, Schloßbergstr. 15, melden. Zugelassen werden badische Staatsangehörige, die im Alter von 22 r’te 32 Jahren stehen und folgende Bedingungen erfüll^* 1 : l. Allgemeinbildung, die dem Abitur oder der ersteh Lehrerprüfung entsprich!.. 2. Ausreichende landwirtschaftliche Praxis. Da die landwirtschaftlichen Berufsschullehrer zumeist mehrere Schulorte zu betreuen haben, müssen die Bewerber gesund unW dürfen nicht gehbehindert sein / Stickstoffdünger für Gartenbesitzer Für Klein- und Hausgärtenbesitzer beginnt in sen Tagen in den zuständigen Geschäften des Sta£~ gebietes einschließlich der Vororte unter Von ßS e des Haushaltausweises mit dem für den Saatsüt- bezug gültigen Eintrag des Städtischen Gartenapttes die Ausgabe von Kalkämonsalpeter. Auch in ® en Gemeinden des Kreisgebietes wird Stickstoffdünger durch den örtlichen Handel oder die Genossens1*65 Jahre lohn. Nebenverdienst. Ang. u. A 3680 an Das Volk. Freibg. ieztrfcsvertreterl Für versch. Bezirke rm Bodenseegebiet und Stadt- und -Landvertreter von Krankenversich. gesucht. Günstige Tarife erleichtern die Tätigkeit Bewerb mit Nachweisen bish. Tätigkeit erb u. A 3743 an da* Volk, Freiburg. Gesucht weiden z. tof. 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Umgeb. führt am 25. und 26. Mai 1947 im Baulzengarten. am Bahnh., eine Kleintief. u. Produkten» schau durch. Eröffn, am 25. Mai 1947, 9 Uhr. Hierzu ladet freundlichst ein Die Ausstellungsieiiung. Casino-Uchtspiele. Bis einschl. Donnerstag, 22. Mal 1947: Ein heiteres Filmspiel zwischen Nord und Süd: ..links der Isar — rechts der Spree", . mit Fritz Kampers, Hermine Z.egler, Cherl. Schelihorn, los. Eichheim, Oskar Sabo usw. Neue frz. Wochenschau. lugendfreil Ab Freitag, 23. Mai 1947 Ein liebenswürdiges ' Lustspiel aus der Zeit der Jahrhundertwende: „Liebesheirat" (Mariage de Chiffon), in deutsche, Sprache! Darsteller: Odette Joyeux. Andrö Luguet. Jacques Dumesnü; Pierie larquey u. a. Neue franz. Wochenschau. Jugendfrei ab 14 J. Spielzeiten; Montag: 14.15, 16.30 18.45 u. 21 Ohr; Dienstag bis einschl' Samstag: 14.15 u. 16.30 Uhr; Sonntag: 10 und 12 Uhr. Harmonie-Uchtspiele, Freiburg L Br. Nur ■ noch bis mit Donnerstag 1 ^Frasqu:ta". Nach der bekannten Operette von Franz Lehar, mit Heinz Rühmann, Hans Moser, Jarmila No- VDtna, Hans Hz. Bonmann. Jugendfrei' Ab Freilag: „Die Kinder des Olymp- (les Enfants du Paradis), I. Teil: Die Verbrecher-Allee. Ein Triumph der Filmkunst von Marcel CarnO. Spielzeiten: 14.15. 16.30 u. 18.45 Uhr. Vorverkauf tgl. 10—12 Uhr. Union-Theater, Freiburg i. Br. Nur noch bis mit Donnerstag: „Die Geierwally" Ein echter unverfälschter Bauern!! m mit Heidemarie Hatl]eyer. Sepp Rist. Jugendfrei ab 14 Jahre. Ab Fre tag: „Falbalas — Sein letztes Modell". Ein hoch- dramatischer Film aus der Weit der Pariser Modekönige, mit Raymond Rouleau, Micheline Presle. Jugendverbot. Spielzeiten- 14.30. 17 und 19.30 Uhr. Vorverkauf tgl. ab 13 Uhr. Friedrichsbau-Lichtspiele. Bis einschl Donnerstag, 22. Mai 1947 „Am Abend auf der Heida", mit Magda Schneider, Heinz Engeimann, Günter Inders Lotte Rausch, Ab Freitag 23. Ma 1947 „Auf Wiederhören— (Bonsoir Mes James), mit deutschen Untertiteln. 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