\ Mittwoch, 31. Dezember 1947 2. Jahrgang / Nummer 103 Frelburg im Breiig®** Ersebeimingstage Mittwoch oad Samstag / Einzel* preis 20Pf / Monatsbezugspreis HM I 60 einschlieö* lieb Trägerlohn, durch die Post bezogen HM t.84 Anzeigen laut Tarif gegen Kennkartenauswei*. Organ Oer Sozialdemokratischen Partei Badens Herausgegeben vom Sozialistischen Verlag Freiburg, GmbH., Freiburg t.Br, Kaiser-Joseph-Str 229, Fernruf Verbreitungsgebiet: Land Baden (Französische Zone). Geschäftsstellen und Vertretungen in allen größeren Nr 2816 Bankverbindungen: Oberrheinische Bank. Freiburg t Br.; Freiburger Gewerbebank, eGmbH., Orten - Anzeigenpreislists Nr 2. - Gerichtsstand Freiburg l. Br - Schriftleitung: Dr F Grobe veriags- • Freiburg 1 Br ;Cffenti Sparkasae Freitourg i Br. (Stad*. Sparkasse) Postscheck-Kto Ludwigshafen/Rh Nr.25460 teitung: Karl May, E. Bauermeister. - Druck- Universitätsdruckere) Poppen & Ortmann Freiburg ' tsr Rückblick und Ausblick Von Franz Geiler „Wir hoffen, im neuen Jahre eine wirtschaftliche Entwicklung begrüßen zu dürfen, die uns ermöglicht, die Erzeugung des dringendsten Bedarfs an Verbrauchsgütern so zu steigern, daß wir nicht mehr im heutigen Umfange Kostgänger der Welt sein müssen.“ Diese Hoffnung, der wir in unserer Neujahrsbetrachtung 1946 47 im „V o 1 k“ Ausdruck gaben, hat sich in dem abgelaufenen Jahre leider nicht erfüllt Es ist keine wesentliche Besserung der wirtschaftlichen Eigenerzeugung eingetreten, die unsere nicht sehr angenehme Lage als „Kostgänger“ des Auslandes bedeutend erleichtert hätte. Um die Jahreswende 1946'47 ist der am’eri- nische Außenminister Byrnes durch General Marshall abgelöst worden. Die amerikanische Außenpolitik hat damit keine grundlegende Änderung erfahren. Die Moskauer Konferenz, die im März begann, ging Ende April ergebnislos auseinander. Die Vorbesprechungen über die Grundlagen eines Friedens mit Deutschland wurden zur nächsten Konferenz zurückgestellt. In den folgenden Monaten geschah leider nichts, was für die Verbesserung und Ordnung der deutschen und europäischen Wirtschaft von Bedeutung gewesen wäre. Der wirtschaftliche Zusammenschluß der amerikanischen und britischen Zone ist sicherlich ein begrüßenswerter Schritt nach vorwärts. Der für Wirtschaft und Handel erhoffte Erfolg einer Zonenvereinigung kann aber nur mit einer entscheidenden Verbesserung der Produktionsverhältnisse eintreten. Eine wesentliche Verbesserung der Produktion für den Eigenbedarf der deutschen Bevölkerung aber hat zur Voraussetzung, daß die Alliierten sieh über die wirtschaftlichen und politischen Grenzen und die friedensmäßige Produktionsgrundlage . Deutschlands einigen, daß die fü*-.einen stabilen Aufstieg der deutschen Wirtschaft erforderliche technische Ausrüstung uns verbleibt und daß die Geldwährung eine Gesundung erfährt. Der wirtschaftliche HUfsplan der Vereinigten Staaten, dessen Urheberschaft Marshall zupeschrieben wird, ist vorerst der einzige Lichtblick für die westeuropäischen .Länder, die dringend einer Außenhilfe bedürfen, um die eigenen wirtschaftlichen Kräfte wieder lebendiger und produktiver zu gestalten. Der Gegensatz zwischerf den beiden „Giganten“ der Welt, wie auf unserem Offenburger Parteitag in einer ausoezeichneten Betrachtung Genosse Staatsrat Dr. Schmid, Tübingen, Rußland und Amerika nannte, hat im Laufe des Jahres leider eine weitere Verschärfung erfahren. Die Londoner Konferenz, die im November zusammentrat und kurz vor Weihnachten vertagt wurde, ohne in den grundlegenden Fragen der Zukunftsgestaltung Deutschlands und Europas einen ersichtlichen Fortschritt erzielt zu haben, hat auch die Schärfe des Gegensatzes zwischen Rußland und den beiden anderen alliierten Westmächten. England - und Frankreich, sehr deutlich herausgestellt. M o 1 o t o w hat das Forum der Londoner Konferenz ohne innerliche Hemmungen zu einem ideologischen Angriff auf die alliierten West- mächte benützt, der, wie auch die drei Außenminister der Westmächte erklärten, offensichtlich ein propagandistisches Ziel hatte. Die Atmosphäre wurde dadurch in einer Weise verbittert und unfruchtbar, daß die Vertagung der Konferenz offenbar der einzige Ausweg war, den völligen Bruch, den wahrscheinlich auch Rußland nicht wollte, zu vermeiden. Was aber nun? — so fragen in banger Sorge um die Zukunft Millionen Menschen. Die verantwortlichen Vertreter der Außenpolitik der USA haben wiederholt erklärt, daß die weltanschaulichen Gegensätze zwischen Sowjetrußland und den Westnächjen kein Hindernis für eine Verständigung zu sein brauchen, Europa und der Welt den Frieden zu geben, den sie brauchen im Interesse des Fortschrittes und der Wohlfahrt der Völker. Dazu bedarf es freilich des guten Willens aller Beteiligten. Wenn Rußland und Amerika ohne jeden Vorbehalt 'auf dem Boden der Grundsätze wahrer Freiheit und Demokratie stehen und es den I friedPnsbedürft.igen Völkern Europas überlassen, j auf dem Boden dieser Grundsätze ihre Friedenswirtschaft aufzubauen, wird trotz der augenblicklichen trüben und undurchsichtigen Lage immer noch die so sehr erwünschte und notwendige Verständigung möglich sein. Dabei wird Rußland, trotz der furchtbaren Tatsache der verheerenden Verwüstungen, die es neben Frankreich durch den verbrecherischen Hitierkrieg erlitten hat. sich der Einsicht nicht verschließen können, daß das deutsche Volk die großen wirtschaftlichen Kräfte des Jetzt wirtschaftlich und politisch hermetisch abgeschlossenen Ostgebietes nicht entbehren kann, wenn es sich aus eigener Kraft wieder die Grundlagen wirtschaftlicher Lebensfähigkeit nach und nach schaffen soll. Die Haltung Rußlands in dieser deutschen Lebensfrage wird das Urteil des deutschen Volkes und der Welt über die Aufrichtigkeit seiner Politik be- > stimmen. Ist es den Alliierten nur darum zu tun, daß Deutschland auf einer seine wirtschaftliche Lebensfähigkeit nicht gefährdenden Grundlage Wiedergutmachung leistet und durch Willen und Taten seines Volkes aufrichtig den Frieden vorbereitet und sichert, muß das Jahr 1948 für alle Völker das Jahr des Friedens und damit der Beginn t eines wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs werden. Viele Millionen geistig und politisch denkender Menschen Deutschlands wollen ihr Vaterland aus tiefster menschlicher und Erfahrungs- erkenntins heraus nach sozialistischen Grundsätzen aufbauen. Nicht auf dem Wege diktatorischer Gewalt, sondern der freiwilligen Bereitschaft, wollen sie die Grundlagen einer Wirtschaftsform schaffen, die die Gütererzeugung für den menschlichen Lebensbedarf und Kulturfortschritte nach den großen christlichen und sittlichen Grundsätzen gestaltet. Keinem Volk kann von außen her eine wesensfremde Wirtschafts- und Staatsideologie aufgezwungen werden. Jeder Versuch dieser Art muß scheitern und zu Kämpfen führen, die, wie Frankreich, Italien und China illustrieren, gerade die Teile der Völker zerreißen und schwächen, die berufen sjnd, in gemeinsamer Kampffront die Grundlagen einer neuen friedlichen’ und glück- I i c he r e n Welt zu schaffen. Auf dem Gebiete, der Landespolitik ist die Wahl zum Landtag am 18. Mai bemerkenswert, bei der allein die Sozialdemokratie einen erfreulichen Fortschritt zu verzeichnen hatte. Die absolute Mehrheit der CDU blieb aber gesichert- Die Bildung der Regierung wurde zunächst auf der Grundlage der Beteiligung aller vier Parteien versucht. Als der Versuch an dem Widerstand der Demokraten Scheiterte, die. wie sich in der Folgezeit Klarheit in der Landespolitik Die SP-Fraktion zieht die Konsequenzen aus der CDU-Politik Die Fraktion der SP im Badischen Landtag hat an den Vorsitzenden der CDU-Land- tagsfraktion, Oberbürgermeister Dr. Hoffmann, Freiburg, folgendes Schreiben gerichtet: Nachdem nach der Landtagswahl im Mai d. J. der Versuch, eine AIIparteien-Begterung zu bilden, an dem Widerstand der demokratischen Landtagsfraktion scheiterte, bildeten die CDU und die SP als Provisorium eine Zweiparteien-Regierung. Es bestand Klarheit darüber, daß in kürzester Frist der Versuch, eine Allparteieb-Regierung zu bilden, ernsthaft und mit Nachdruck wiederholt werden müsse, riie sp St a r e. Fühta ngimlime des Staatspräsidenten mit den Demokraten, die auf ihrem Parteitag die Stellungnahme ihrer Landtagsfraktion guthießen, blieb ohne Erfolg. Damit-wurde die Frage spruchreif, auf welcher Grundlage das Provisorium zwischen der CDU und der SP zu einer loyalen und fortschrittlichen Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Regierung ausgebaut werden kann. Es lag nahe, daß die CDU die Verpflichtung erkannte, die Initiative zur Klärung des Verhältnisses zu ergreifen. Das war aber leider nicht der Fall. Der Vorsitzende der SP-Fraktion ergriff daher im Auftrag der Fraktion selbst die Initiative und ersuchte den Vorsitzenden der CDU-Fraktion und des Landesvorstandes der CDU, im kleineren Kreise- die wichtigsten sachlichen und personellen Fragen einer fruchtbaren Zusammenarbeit zu klären. Die Vertreter beider Fraktionen haben in einigen Besprechungen die grundlegenden Meinungen ihrer Partei in diesen Fragen dargelegt. Dabei hat sich leider ergeben, daß die Vertreter 1 der CDU immer wieder darauf hinwiesen, daß die endgültige Stellungnahme ihrer Fraktion . noch ausstehe und der Zeitpunkt der Entscheidung auch noch nicht genannt werden könne. Die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion sahen sich im Interesse des Abschlusses der Besprech'unoen daher veranlaßt, mit Sehr eiben vom 20. Dezember 1947 dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion mitzuteiien, daß die SP-Fraktion in ihrer Sitzung am 29. Dezember über das Ergebnis der Besprechung unterrichtet werden müsse, weil die Entscheidung nicht mehr länger verzögert werden könne. Mit Schreiben vom 23. Dezember 1947 hat der Vorsitzende der'CDU-Fraktion In Beantwortung dieses Schreibens mitgeteilt, daß die Fraktion zur Beratung ebenfalls am 29. Dezember 1947 zusammentreten würde. Die SP-Fraktion des Landtags hat in ihrer Sitzung vom 29. Dezember zu dem bisherigen Ergebnis der Besprechung Stellung genommen und festgestellt: In der wichtigen Frage der Boden - undAgrarreform steht die SP-Fraktion auf dem Boden folgender. Grundsätze: 1. Um die Bedürfnisse der Kleinbauern und Neusiedler zu befriedigen und das Ziel einer Produktionssteigerung zu erreichen, sind auch landwirtschaftlich genutzte Flächen unter 190 Hektar prozentual zur Landabgabe heranzuziehen. 2. Der Streubesitz der sogenannten „toten Hand“ ist ganz allgemein von der Bodenreform zn erfassen. 3. Der Wald ist ganz allgemein nach den in dem Entwurf des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften' auigestellten Grundsätzen in die Bodenreform einzubeziehen Die Vertreter der CDU-Fraktion haben erklärt, daß ihre Fraktion diese Forderungen, die in dem Entwurf des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften enthalten sind, nicht vertreten können. In der Frage des Wiederaufbaues der durch Flieuereinwirkung zerstörten Städte kann sieh die CDU-Fraktion ebenfalls nicht auf den Boden des sozialdemokratischen Standpunktes stellen, daß aus städtebaulichen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen der zu betauende Grund und Boden zugunsten der Gemeinden enteignet werden müsse. Wenn aber in diesen grundlegenden sachlichen Fragen eine einheitliche Stellungnahme nicht erzielt werden kann, ist der Weg für eine fruchtbringende, gemeinsame Zusammenarbeit in der Regierung verbaut. Dazu kommt, daß die Vertreter der CDU.in der Frage der personellen Besetzung der Regierung den Standpunkt vertreten, daß die Fraktionsstärke unbedingt zu berücksichtigen sei, obwohl beide Parteien in der Öffentlichkeit die gleiche Verantwortung für die gemeinsame Arbeit zu tragen haben. Die SP-Fraktion des Landtags bedauert, die Feststellung machen zu müssen, daß eine weitere Zusammenarbeit in der Regierung aus den dargelegte» wichtigen, sachlichen Gründen nicht mehr verantwortet werden kann. Sie wird daher ihre Minister ersuchen, aus der Regierung auszuscheiden. 1 Mit vorzüglicher Hochachtung! F. Maler, * Vorsitzender der SP-Landtagsfraktion. Der Landesvorstand der SP dankt allen Funktionären und Mitarbeitern füT die ifn abgelautenen Jahr geleistete Arbeit und wünscht ihnen ein erfolgreiches neues Jahr! zeigte, ihre Opposition auf propagandistische Erfolge einzustellen bestrebt waren, kam schließlich nach langen „Geburtswehen“ eine vorläufige Zweipartelenregierung zwischen der CDU und der Sozialdemokratie zustande. Es handelt sich dabei um ein Provisorium, denn eine solide Zweiparteienregierung muB natürlich auf den verschiedensten wichtigen Gebieten der gesetzgebenden Arbeit eine gemeinsame Linie finden. Die gemeinsame Verantwortung muß schließlich auch in der Zusammensetzung der Regierung ihren Ausdruck finden. Der Landtag hat noch keine Gesetzesvorlagen beraten und verabschiedet, die zu grundlegenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien geführt haben. Die Beratung und Verabschiedung solcher Vorlagen stehen aber unmittelbar bevor. Der Landtag muß ein Betriebsrätegesetz schaffen, das die Mitwirkung der Vertreter der Arbeitnehmer bei der Betriebs- und Produktionsgestaltung und in ! allen sozialen Fragen nach den Grundsätzen der jverfassung sichert. Die Unternehmer lau- | fen Sturm gegen die Gesetzesvorlage der Ge- j werkschaften und haben einen eigenen Entwurf ' vorgelegt. Die Regierung wird dieser Tage ihren Gesetzentwurf fertiggestellt haben. Der Kampf um die Gestaltung des Gesetzes wird heftig werden. Auch in der CDU werden die in der wirtschaftlichen’ Zusammensetzung der Fraktion begründeten Gegensätze eine einheitliche Stellungnahme sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Eine größere Zahl Anträge, die die Zustimmung des Landtags fanden, stellen an die Regierung das Ersuchen, Gesetzentwürfe vorzule- gea über die Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus, die soziale und wirtschaftliche Fürsorge f$r die Flüchtling e. Die Frage der Schaffung eines Lastenausgleichs im Interesse der Millionen, die durch Fliegereinwirjcung alles verloren haben, bedarf einer interzonalen Regelung. Die Versorgung der Kriegsopfer und Körper beschädigten'muß gesetzlich geregelt werden, wobei schon die enggezogene finanzielle Möglichkeit, vor allem aber die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit gebieten, die Versorgnngesätze einheitlich und ansgleichend ■nach dem Grade der Beschädigung und der sozialen Bedürftigkeit zu gestalten. Die Gemeindeordnung, die die beratende Landesversammlung geschaffen hat, bedarf in wichtigen Punkten dringend einer Änderung und Anpassung an die fortschrittliche und demokratische Gemeindegesetzgebung der Weimarer Zeit. Eine Novelle, die diese Änderungen schafft, ist in. Vorbereitung. In dieser Frage dürfte eine einheitliche Stellungnahme der Parteien zu erzielen sein. Mit der Frage der Sozialisierung und Planwirtschaft im Rahmen der Verfassung wird sich der Landtag, sofern ihm in diesem engen Raum noch ein längeres Leben beschieden sein sollte, im neuen Jahre ebenfalls beschäftigen müssen. Es ist schon öfters an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß alle grundlegenden Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiete einer vernünftigen Lenkung der Produktion ifach den wirklichen und notwendigen Bedürfnissen und ihrer Steigerung dienen müssen. Es ist .Unwissenheit oder böser Wille, der durch egoistische und profitliche In- . teressen bestimmt wird, zu behaupten, die sozialistischen Maßnahmen auf dem Gebiete einer neuen Ordnung der Wirtschaft wirken produk- tivhemmend. Von der Sozialisierung wird* nur die kapitalistische Wirtschaft betroffen, die, wie die Wirklichkeit- zur Genüge beweist, die Produktion hemmt und steigert, im Interesse des Profits einen künstlichen Warenmangel schafft und schließlich zu verheerenden Wirtschaftskrisen führt, weil jede Marktregelung fehlt und nur persönliches Gewinnstreben die Triebfeder aller Produktionsmaßnahmen ist. Unter Vermeidung jeder hemmenden Verwal- tungs- und Wirtschaftsbürokratie werden bei der sozialistisch«» Planung und Sozialisierung I alle Maßnahmen darauf gerichtet sein, die Produktion durch weitgehende Förderung freier und vernünftiger Initiative zu steigern und dem allgemeinen und notwendigen Bedarf anzupassen. Das Gesetz über die Bodenreform und die Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung und „ einer gerechteren Verteilung des Grund und Bodens nach sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird in kürzester Frist vom Landtag zu verabschieden sein. In dieser wichtigen Frage werden die gegensätzlichen Auffassungen der Parteien in wichtigen Punkten kaum auszugleichen sein. Es liegt nahe, daß daraus politische Konsequenzen entstehen können. Auch die Frage der Behandlung des Eigentums an bebauten Grundstücken in den durch Fliegereinwirkung zerstörten Städten ist von grundlegender Bedeutung für den Wiederaufbau nach den, fort« Seite 2 — Nummer 102 mißotk Schrittlichen Grundsätzen des Städtebauers Boden- und Sozialreformers. Die Sozialdemokratie kann am Schlüsse des sonst wenig befriedigenden Jahres eine erfreuliche Bilanz ihrer Entwicklung feststellen. M° e jl” ksben die G e«m eindewahlen in iNordlpaden und Nord Württemberg dafür wieder einen Beitrag geliefert. Die Richtigkeit der ökonomischen, geistigen und sittlichen Grundlagen der Partei, ihre Übereinstimmung mit den großen christlichen Gedanken wird in den breiten Sctrchten ues geistig und körperlich schaffenden Volkes fortschreitend erkannt. Die deutsche Sozialdemokratie gewinnt, wie die Verbindungen mit dem Ausland in dem abgelaufenen Jahre und die Aufnahme in die Sozialistische Internationale beweisen' langsam das Vert-.men der fortschrittlich und freiheitlich , gesinnten Welt zurück. Sie wird auch in dem neuen Jahre konsequent .den Weg demokratischer und sozialistischer Freiheit gehen. der allem zum Aufstieg führt. Sie wird immer bleiben, was sie sein soll und muß: D e große Partei, in der sich alle Men- sc'"u vereinigen, die nach den Grundsätzen sitf'icher und christlicher Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit unser Vaterland und die Welt neu gestalten wollen! Neue „Volksdemokratie 46 General Markos bildet eine „Regierung des freien Griechenlands" Die Lage in Griechenland hat in den letzten andererseits vorerst noch Zurückhaltung. Auch Tagen eine neue Verschärfung erfahren. Der I die Presse hält sich reserviert und bringt die Chef der Aufständischen, General Markos hat am 26. Dezember eine Regierung des freien Griechenlands ausgerufen und eine Proklamation erlassen, worin er als das Ziel der Regierung „die Befreiung des Landes von den fremden Imperialisten“ verkündet. Die große Frage ist, ob die Sowjetregierung und die von ihr abhängigen „Volksdemokratien“ die neue Regierung offiziell anerkennen werden. Bisher liegen nur eine Reihe von Sympathiekundgebungen vor. So fand am 28. Dezember in Sofia eine große Volkskündgebung statt, in der für die neue Regierung begeistert Stellung genommen wurde. In einer Resolution werden die bulgarischen Patrioten aufgerufen, den griechischen Freiheitskämpfern moralische Unterstützung zu gewähren und einen Hilfsfond zugunsten der griechischen Flüchtlinge zu gründen. Die bulgarischen amtlichen Kreise bewahren Ge^en den Einheitsrummel der KP SPL tum Scheitern der Londoner Konferenz — Richtlinien für ein Besatzungsstatut Die durch die Vertagung der Londoner Konferenz entstandene Lage bildete den Mittelpunkt der Verhandlungen des Parteivorstandes der SPD in Hannover. Nach dem Referat des Parteivo -sitzenden Dr. Kurt Schumacher stellte die Aussprache völlige Übereinstimmung in allen entscheidenden Punkten fest. Allgemein kam das tiefe Bedauern darüber zum Ausdruck, daß die Herrschaftsansprüche der Sowjetrussen und ihr Versuch, die deutsche Wirtschaft zum Ausbeutungsobiekt zu machen, die Vertagung der Londoner Konferenz herbeigeführt hat. Die Sozialdemokratie hofft, daß damit nicht alle Möglichkeiten zu einem Ausgleich der Sieger untereinander zerstört werden. Die Alliierten haben' bisher die Möglichkeit einer von der Sozialdemokratie gewollten Politik der demokratisch fundierten Mitwirkung der Deutschen nicht gewährt und tragen darum die Verantwortung. Keine machtpolitische Gruppierung der Alliierten auf deutschem Boden wird die Sozialdemokratie hindern, für die deutsche Einheit zu kämpfen. Der SPD-Partelvorstand lehnte die Entwürdigung des nationalen Gedankens durch den Einheitsrummelder Kommunisten und Ihrer bürgerlichen Zwangssatelliten aus der Ostzone ab. Es wurde der einstimmige Beschluß geiaßt, daß die Teilnahme am sogenannten Volkskongreß und seine Unterstützung mit der Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen , Partei unvereinbar ist. Mit der gleichen Entschiedenheit wandte sich Dr. Schumacher gegen den Versuch von Länderregierungen und Einzelpersonen, die Länder in die Rolle souveräner und international vertragsfähiger Staaten zu bringen. Diese Gewissenlosigkeit von Deutschen gegenüber Deutschland solle nur dazu führen, sich dem gerechten Lastenausgleich zu entziehen. Der Partikularismus würde Deutschland wirtschaftlich und politisch funktionsunfähig machen tmd die Belebung der Wirtschaft und den Erfolg des Marshall-Planes gefährden. Für ein von der SPD bereits vor längerer Zeit gefordertes Besatzung s st atut wurden dem Parteivorstand, Richtlinien vorgelegt, die der Parteivorstand einstimmig in der Uberzeu- Weltchronik gung genehmigte, daß die Schaffung eines Besatzungsstatuts'angesichts der jetzigen Lage die einzig mögliche organisatorische Maßnahme darstellt. Entsprechende Schritte zur Realisierung dieser Notwendigkeit werden vom Vorstand der SPD in den nächsten Tagen eingeleitet werden. SPD ist Partei des deutschen Arbeiters geblieben „Die SPD ist die Partei des deutschen Arbeiters geblieben“, stellt der stellvertretende Vorsitzende der SPD, Erich Ollenhauer, in einem Artikel über den Weg der SPD im Jahre 1947 fest. Die Partei habe für alle diejenigen im deutschen Volk die Tore weit geöffnet, die willens seien, mit den Werktätigen zusammen für eine sozialistisch bestimmte Demokratie einzutreten. Als mächtigsten politischen Gegner der Sozialdemokraten nennt Ollenhauer die CDU, deren Kurs von „Vertretern des • Besitzbürgertums“ bestimmt werde, das seine wirtschaftlichen und politischen Machtpositionen retten wolle. SPD und CDU seien nach seiner Meinung annähernd gleich stark. Die Entwicklung der CDU in der Ostzone, schreibt Ollenhauer weiter, habe die Richtigkeit der SPD-Politik bestätigt. Die Partei habe die doppelte Aufgabe, einmal die geistigen Grundlagen zu überprüfen, sie mit den geschichtlichen Erfahrungen seit dem Ende der alten Sozialdemokratie vor dem Machtantritt des Nationalsozialismus und mit den Erfordernissen der Gegenwart abzustimmen, und zum anderen die Linie für die praktische Arbeit im Zustand der vollkommenen deutschen Ohnmacht zu finden. „Die alliierte Unfähigkeit, sich ln der deutschen Frage zu einigen“, stellt Ollenhauer fest, „scheint endgültig erwiesen.“ Durch diese Entwicklung sei das System der Zusammenarbeit der Besatzungsmächte in Deutschland zunächst gescheitert. „Diese Tatsache und ihre Folgen fallen unter die Verantwortung der Alliierten“, meint Ollenhauer und fügt hinzu, „auch in diesem Fall wird in erster Linie das deutsche Volk die Lasten zu tragen haben.“ Nachrichten über die Ereignisse in Griechenland ohne eigenen Kommentar. In der russischen „P r a w d a“ wird die Bildung der Regierung Markos folgendermaßen kommentiert: „Die Bildung einer demokratischen Regierung in Griechenland hat in reaktionären Lagern, vor allem aber in Washington, große Verwirrung hervorgerufen. Die Entwicklung und Konsolidierung der demokratischen Kräfte in Griechenland ist ein Beweis für das tiefgreifende und unbesiegbare Festhalten des griechischen Volkes an seiner Freiheit und Unabhängigkeit und bedingt das Scheitern der Versuche der Athener Marionetten, die demokratische Armee zu vernichten.“ Die amerikanische Haltung wird wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen festgelegt worden. Man erklärt in Washington, daß die Angelegenheit zu schwerwiegend ist, als daß die Regierung übereilte Entschließungen faßt. Man versichert jedoch, daß die Vereinigten Staaten die größte Festigkeit bewahren werden für den F?ll, daß die Regierung Markos von ihren Nachbarstaaten anerkannt wird. Man hält es für möglich, daß die Kommission der UNO, d'e sich mit dem griechischen Problem befaßt, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen einen vorläufigen Bericht übermittelt, defi dieser unmittelbar an die kleine Versammlung der UNO weitergibt. Für „die dritte Kraft“ Ein Aufruf prominenter französischer Politiker Eine große Anzahl prominenter Franzosen haben sich mit einem Aufruf an alle repräsentativen Organisationen des französischen Lebens gewandt und zum Zusammenschluß und zur Bildung der dritten Kraft aufgerufen. Da mit betritt eine Koalition von Sozialisten und christlichen Demokraten verschiedenster Richtungen die politische Bühne. Von sozialistischer Seite gehört zu den Unterzeichnern u. a. Gerard J a c g u e t, der stellvertretende Leiter des „Populaire“, ferner der frühere Minister Albert G a z i e r, der oft zwischen dem rechten und linken Flügel der sozialistischen wiederholt als ausgleichendes Element in Erscheinung trat, fernerhin Marceau- Pivert, der lange Zeit als der Führer des linken Parteiflügels galt. Für das MRP Unterzeichnete Francois Menthon und Robert Prigent. Von hervorragenden Journalisten finden sich die Namen von Francois M a u r i a c dem Leitartikler des „Figaro“, von Remy Roure von „Le Monde“ und Claude B o u r - d e t vom „Combat“. Die radikalsozialistische Partei Edouard Herriots wird durch Edgar F a u r e und de Moro-Giafferi vertreten. Für die Gewerkschaften zeichnet einer der Initiatoren der Oppositionsrichtung Force Ouvriere Albert Bouzanquet. Der Aufruf fordert die beiden großen Mittelparteien zum Beitritt auf, den sie nicht verweigern irerden. Man erwartet, daß die leiten den Stellen der MRP, der SFIO und der entsprechenden Gewerkschaftsorganisationen der christlichen Arbeiterschaft und der „Force Ouvriere“ in den kommenden Tagen ihre rückhaltlose Zustimmung geben werden. General Koenig kommt zu Besprechungen mit General Clay nadi Frankfurt General Pierre Koenig, der Oberkommandierende der französischen Besatzungskräfte in Aus allen vier Zonen Italien Am Sonntag starb Ex-Könlg Victor Emanuel im Krankenhaus in Alexandrien nach 14tägiger Krankheit. In Rom wurde eine „Demokratische Volksfront“ gegründet. Der Gründungsversammlung wohnten u.a. bei der Präsident der Konstituierenden Versammlung, Rerraeini, der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Togliatti, der Gewerkschaftsführer di Virrorio, der Generalsekretär der sozialistischen Mehrheitspartei, Basso. Na^ als Vertreter der demokratischen Arbetspartel sowie Abgesandte verschiedener politischer und sozialer italienischer Verbände und Organisationen. In einer Entschließung heißt es, daß die Ir Rem vereinten Organisationen beschlossen haben, sich zu einer „großen demokratischen Volksfront für Freiheit, Arbeit und Frieden“ zusammenzuschließen, die auf demokratischem Wege den neu erwachenden Elan der arbeitenden Klassen im Kampfe gegen Industrie und Grundbesitzer organisieren und leiten soll. Bulgarien Die bulgarische Nationalversammlung billigte einstimmig die Verstaatlichung der privaten Bergwerke. Ein Gesetzentwurf über die Verstaatlichung der Kreditinstitute steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung. Sowjetrußland Der Moskauer Rundfunk teilte mit, daß »ich die Sowjetregierung dem Wunsch der schweizerischen Regierung entsprechend mit der Ausarbeitung eines Handelsvertrages zwischen beiden Ländern bereit erklärt hat Zu diesem Zweck wird sich zu Beginn des Jahres 1948 eine schweizerische Handelsmisslon nach Moskau begeben. Norwegen Der norwegische Schriftsteller uni Nobelpreisträger Knut Hamsun ( der im 8«. Lebensjahr steht, wurde wegen seiner Tätigkeit während der deutschen Besetzung zu einer Geldstrafe von 425 000 Kronen verurteilt. Der Generalstaatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe beantragt. Was ma hi «?as Wetter ? Auf der Rü"“selte de? nach der Ostsee abgezogenen S urmtiefs shl Kaltluftmassen von Norden kommend bis nach Mitteleuropa vorgedrungen. Dabei sirri ä'".' Temp.r.euren auch im Rheintal wieder bis au: nu 1 ! Grad gefallen. Mit dem Einbruch dieser kalten Ir -m-.aen Ist die außerordentliche Niederschlag t dieser Tage, die auch ln Südbaden zu Ho katastrop'en führte, bendet. Der Monat D r mber brachte die 2J^fache Rcgenmang; des Normalwi-tters. We 11 e r » u s s i c h ten: Wechselnd bewölkt, zeitweise stärker auOieiterad. nur noch einzelne Sch-u?r. meist als Sehne . Trmoära Euren auch im Flach and tagsübe- »m d m Gefrier punkt. Ab mittleren Lagen allgemein Frostwetter. ,i Sellin Die Möglichkeiten des Bevölkerungszuwachses für Deutschland sind erheblich geringer geringer geworden und die positive Bevölkerungspolitik des Nsziregimes hat das schnelle Absinken der Geburtenzahl nur hinausgezögert, heißt es in einem Bericht der amerikanischen Militärregierung über die bevölkerungsstatistischen Ergebnisse des Jahres 1848. Ende 1948 belief sich die Bevölkerung der vier Besatzungszonen auf 85 800 000 Personen, 1958 wird sie im Höchstfälle 68 500 000 betragen und 1971 auf 67 700 000 Einwohner fallen. Mit diesem Zeitpunkt beginnt eine fortschreitende Vergreisung, da die Geburtenziffern absinken. Im Gegensatz zu 9 *4 im Jahre 1948 werden die hohen Altersklassen im. Jahre 1971 mit 18,5 •/« vertreten sein. Berlin. Röntgen - Reihenuntersuchung an der Technischen Universität Berlin hat nach einem Rechenschaftsbericht des bisherigen Studentenrate-Vorsitzenden das erschreckende Engebnis gezeigt, daß 10 aller Studenten an offener Tuberkulose erkrankt und 20 •/. von Tuberkulose befallen sind. Fast ein Drittel der gesamten Studentenschaft - leidet an dieser Krankheit. Fransöslsche Zone Baden-Baden. Die Außenhandelsbilanz der französischen Besatzungszone per 80. September weist eine Gesamtausfuhr von 62 008 580 Dollar und eine Gesamteinfuhr von 80 774 510 Dollar auf, so daß sich für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ein Aktivsaldo von 1 282 070 Dollar ergibt. Doppelzone München Von den nind 15 000 Internierten der bayerischen Intemierungs- und Arbeitslager sind nach einer Mitteilung des bayerischen Sonderministeriums für politische Befreiung bisher etwa 3 ooo durch ein Spruchkammerurteil in ein Lager einge wiesen worden, während die restlichen 12 000 unter den automatischen Arrest fallen. Es wird angenommen, daß nach Abschluß der Entnazifizierung etwa 20 000 Personen ln Bayern rechtskräftig interniert sein werden. Hannover. Die Landesverbände Niedersachsen der SPD. CDU und des Zentrums lehnten die Einladung zu dem von Delegierten des Berliner „Volks kongrosses“ für den 18. Januar einberufenen Bremer Volkskongreß ab. In der Begründung der SPD für die Ablehnung heißt es, daß die KPD seit 25 Jahren unter den verschiedensten Tarnmänteln versuche, Ihr wahres Gesicht zu verbergen. Auch dieser Kongreß stelle nichts anderes dar als eine Agitation der kommunistischen Partei. Hamburg. Der Vorsitzende der deutschen Angestelltengewerkschaft In Hamburg erklärte in einer Stellungnahme zu den s‘ch häufenden Meldungen über eine bevorstehende Verschmelzung der Gewerkschaften der Doppelzone, daß damit nicht vor Mitte nächsten Jahres zu rechnen sei. \ Berlin. Die amerikanische und die britische Militsr-egierung demontieren kategorisch die Meldung, wonach neue deutsche Banknoten, die für Westdeutschland bestimmt sein sollen, ln Hamburg eingetroffen sind. Die zuständigen amerikanische. Stellen erklärten außerdem, nichts davon zu wissen, daß solche Geldscheine gedruckt worden sind. USA Der Kommandant der amerikanischen Streitkräfte im Gebiet der. Antillen erhielt den Befehl, alle augenblicklich auf dem Territorium von Panama befindlichen amerikanischen Truppen (etwa 2000 Mann) zurückzuziehen und lediglich die Kanalzone weiterhin zu besetzen. Nach Mitteilungen der amerikanischen Zeitschrift „Luftwoche“ soll es einem Mllltärpiloten gelungen sein, die Schallgeschwindigkeit zu überschreiten. Der Pilot soll zwischen 12 000 und 21 ooo m Höhe geflogen sein, wo die Schallgeschwindigkeit 1 080 km beträgt. „Europa Ist nicht militärisch, aber wirtschaftlich gefährdet“, erklärte John Foster Dulles bei seiner Rüdekehr aus London, wo er als politischer Berater Marshalls an der Außenministerkonferenz teilgendm- men hatte. „Hauptaufgabe ist die wirtschaftliche Sabotage der westlichen Zivilisation zu verhindern“. Die Dienststellen der amerikanischen Luftwaffe teilten mit, d ß die Stärke der amerikanischen Luft- streitkräfte im Laufe der nächsten sechs Monate von z Z. 325 000 Mann auf 401 ooo Mann erhöht werde. Die Kurse für Flugschüler werden verdreifacht werden. Damit wird sich die Auswahl der Offiziere, die anfangs 1949 diese Schulen verlassen, auf zweitausend erhöhen. Russische Zone Berlin. Die sowjetische Mllitäradmlnlstration hat den Chefredakteur des CDU Parteiorgans „Neue Zeit“, Wilhe’m Gres. abgesetzt. Zu seinem Nahfolger hat die SMA den bisherigen Chef der Auslandsredaktion der „Neuen Zelt“, Klein-Re-khard, ernannt Gleichzeitig mit diesem Personalwechsel hat die SMA die Auflage der Zeitung, die von 75 000 auf 50 000 Exemplare reduziert worden war, wieder auf 100 000 erhöht Berlin. In der Ostzone sind keinerlei Vorbereitungen für eine Währungsreform getroffen, wie die Zentralfinanzverwaltung für die sowjetische Besät zungszone zu Meldungen der Kopenhagener „Natio- naltidende“ erklärt. An dem Standpunkt, daß nur eine Währungsreform einheitlich für alle vier Zonen und Berlin im deutschen Interesse liege, hat sich nah Mitteilung der gleichen Quelle nichts geändert. Das dänische Blatt hatte gemeldet, daß neue ostdeutsche Geldscheine bereits gedruckt seien. Die sowjetischen Besatzungsbehörden würden, der gleichen Quelle zufolge, die neue „Ostmark“ In Umlauf setzen, sobald sie den ersten Schritt zur Errichtung einer Art westdeutschen Regierung zu sehen meinten Berlin. Ausländische Pressemeldungen, denen zufolge die Zentralverwaltungen der sowjetischen Zone demnächst von Berlin nah Leipzig verlegt werden sollen. wurden von den Zentralverwaltungen dementiere. Die zuständigen Beamten erklärten nah Dens, daß bisher keiner’el Anweisungen noch sonstige Anzeichen lür eint Verlegung vorliegen. Mittwoch, 31. Dezember 1947 Deutschland, wird nach einer Mitteilung des amerikanischen Hauptquartiers in Europa, wie Dena aus Frankfurt meldet, zu Besprechungen mit dem amerikanischen Oberbefehlshaber, General Lucius D Clay, in Frankfurt Zusammentreffen. • Ministerpräsident Robert S c h u m a n empfing den Oberkommandierenden - der französischen Besatzungstruppen in Deutschland, General Koenig, und den Staatssekretär für deutsche Angelegenheiten, Schneiter. Dr. Paul in München Der frühere thüringische Ministerpräsident ' über die Gründe seiner Flucht Der Mitte September aus Thüringen geflüchtete ehemalige thüringische Ministerpräsident Dr. Rudolf Raul ist in München aufgetaucht. Er erklärte, daß er sich bereits seit dem 23. September dort .aufhalte. Der Grund für seine damalige Flucht sei die Tatsache gewesen, daß ihm die SED seine Arbeit, besonders nach den Landtagswahlen, noch krasser, aber nach dem Scheitern der Moskauer Konferenz unerträglich gemacht habe. „Die SED“, so erklärte Dr. Paul einem Dena-Vertreter, „habe ihre Maske fallen lassen und stellt ihre kommunistischen Tendenzen täglich stärker heraus.“ Dr. Paul gab einen Überblick auf die Vorgeschichte der Münchner Konferenz in der sowjetischen Zone. Die Parteileitung der SED sei von vornherein darauf ausgewesen, die Konferenz hochgehen zu lassen. Auf dem Wege des Parteibefehls sei es den Ministerpräsidenten der Sowjetzone zur Pflicht gemacht worden, die Konferenz sofort zu verlassen, wenn der von ihnen vorzulegenüe Antrag auf Schaffung einer deutschen Zentralverwaltung nicht angenommen werden sollte. Die Bekanntgabe weiterer Einzelheiten lehnte Dr. Paul ab, weil er damjt heute noch in der Ostzone lebende Personen gefährden würde. Weiter erklärte Dr. Paul: „Ich wußte, daß die Londoner Konferenz scheitern wird. Dies war auch die Auffassung aller maßgeblichen Stellen der SED.“ Die kommunistische Partei wünsche keine. Einheit Deutschlands, sofern sie nicht aus Deutschland einen kommunistischen Staat machen könne.“, Hochwasser in Südwesideufschland Der plötzliche Temperaturanstieg der letzten Zeit und die damit verbundene Schneeschmelze im Schwarzwald sowie die von orkanartigem Sturm begleiteten starken Regenfälle haben ein plötzliches Ansteigen des Rheins und seiner Nebenflüsse verursacht. Aus einigen Orten liegen bereits Meldungen über Uberschwemmungsschäden vor. So Ist in Bühl 'die Büllot über die Ufer getreten, ein Einwohner, der am Sonntag in die hochgehenden Fluten fiel, ist ertrunken. In Baden-Baden wurde die Feuerwehr am Sonntagnachmittag erstmalig zum Großeinsatz alarmiert. Die Lage hat sich hier im Laufe der Nacht so zugespitzt, daß der Straßenbahnverkehr völlig eingestellt werden mußte. Im oberen Teü des Oostals mußten kleinere Brfik- ken wegen Einsturzgefahr beseitigt werden. Tiefergelegene Plätze und Straßen s ! nd bereits überflutet, so daß der Durchgangsverkehr entweder lahmgelegt ist oder nur mit Hilfe von französischen Ärmeefahrzeuoen aufrechterhalten werden kann. Eine Anzahl Wohnungen mußte geräumt werden, zahlreiche Keller stehen unter Wasser. Der Zugverkehr in Richtung Rastatt mußte eingestellt werden .Die Reisenden werden im Pendelverkehr mit Omnibussen befördert. Auch aus dem Murgtal liegen alarmierende Meldungen vor. In ; G e r n s b a c h ist der Fluß ebenfalls über die Ufer getreten, Brücken s f nd gefährdet und die HauDtverkehrsstraße nach Freudenstadt ist überflutet. 1 Die Ergebnisse des Sonntags Süddeutsche Oberliga 1868 München — VfB Mühlburg 2:1, Ulm 48 — FSV Frankfurt 2:2, Wacker München — Kickers Offenbach 2:1, VfL Neckarau — Spfr Stuttgart 4:0. Südbadische Landesliga Fahrnau — Stockach 0:5. Freundschaftsspiele SV Adlern — Fortuna Freiburg 2:1, SV Radolfzell — Eintracht Singen 2:1, SV Rastatt — Frankonla Karlsruhe 5:2. Wintersport im In- und Ausland Bei dem Eröffnungsspringen auf der Klefnep Olympia-Schanze in Garmisch kam besonders der Nachwuchs zum Wort. Robert Engel holte sich mit zwei Sprüngen von Je 51 Metern die beste Note des Tages. Beim zweiten Wettbewerb auf der gleichen Schanze setzte sich der Reichenhaller Röscher mit 50 und 55 Metern an die' Spitze des 24 Mann starken Fe.des. Zum erstenmal traten norwegische Soldaten mit den deutschen Springern ln Konkurrenz. Lt. Inse erreichte 48 und 50 Meter. Auf der reuen Mittenwalder Schanze holte sich Rudi G e h r i n g mit 57 und 62 Metern den Sieg. Auch hier traten norwegische Soldaten in den Wettbewerb, wobei Hanaum F2 und 56 Meter erreichte. Ludwig L e u t n e r , Schliersee, stand auf der neuerbauten Schanze auf dem Seeberg bei Bayrisch Zell 47 Meter. In Chamonix wurde ein Internationales Skispringen ausgetre gen, bei dem der Norweger Olssen mit Sprüngen von 49 und 50 Metern und der Not« 218 Tagesbester war. Die amerikanisehe Olympia-Mannahaft nahm am Davoser Eröffriung-.-Sia'om teil. Während die Damen in guter Form waren, mußten die amerikanischen Sp.trenläufer die Überlegenheit der Schweizer anerkennen, Sepp F. r a d I gewann mit Sprüngen von 83, 82 und 82 Metern die Sprungkonkurrenz auf der neuen Hoch. königs-Scnenze. Außer Konkurrenz stand der Weltmeister 8 7 Meter und erzielte damit den bisher weitest gestandenen Sprung auf einer österreichischen Schanze. Der HC Davos errang durch einen 187-SIeg über A r o s a die Schweizer Eishockeymeistershaft für 1947/48, ■\ ' Mittwoch, 31. Dezember 1947 Nummer 103 ->- Sette 9 Das Jahr der Konferenzen Die Weltpolitik im Jahre 1947 Von D r. Franz Große Wenn das Jahr 1947 mit einem Namen in die Oeschichte emgehen sollte, so müßte ei den Namen des Jahres der- Konferenzen tragen. Nicht nur in Deutschland selbst häuften sich die Tagungen — der schleswig-holsteinische" Ministerpräsident Lüdemann hat kürzlich einmal die Zahl der ln den Monaten Oktober und November abgehaltenen Konferenzen mit 162 beziffert —, sondern auch in der ganzen Welt. Von Anfang des Jahres an waren die Zeitungen erfüllt vön den Berichten über die großen internationalen Kongress«, auf denen der FriedA in der Welt endgültig .wiederhergestellt Werden sollte. Dieses f roße Ziel ist zwar nur zu einem bescheidenen eil erreicht, dafür aber ist ein anderes Ergebnis klar zutage getreten, das der Teilung der Welt in_ zwei Teile, die Sich ideologisch, politisch und wirtschaftlich immer klarer voneinander abgrenzen. Den Auftakt der internationalen Konferenzen brachte die P a r f s e r Fr i e d e n s k o n f e r enz, die am 14. Januar begann. Auf ihr wurden die Friedensverträge mit den ehemaligen, Satellitenstaaten der Achse endgültig fertiggestellt, die Verträge mit Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland. Trotz mancher Spannungen Und Schwierigkeiten gelang dieses Werk. {Im Laufe des Jahres sind die Verträge dann nach der Ratifizierung durch die in Frage kommenden Regierungen und Parlamente in Kraft getreten.) Auch das deutsche und österreichische Problem wurde in Paris am Rande berührt, wobei sofort sichtbar wurde, ein wie heißes Eisen es darstellt. Alle die sich hier darbietenden Schwierigkeiten enthüllte • endgültig die Moskauer K o n f e - renz der Außenminister, die am 10. März eröffnet und am 24. Avril ergebnislos abgebrochen wurde. Alle Konfliktpunkte, die dann auf den folgenden Beratungen der Stellvertreter der Außenminister und den folgenden Konferenzen immer wieder neu zutage traten, wurden hier bloßgelegt: Dfts'Problem der Reparationslieferungen, die Frage der Höhe der deutschen Industrieproduktion, insbesondere der dafür entscheidenden Stahlproduktion, die Frage des Ruhrgebietes, der Kohlenförderungen und -Verteilung, die politischen Probleme der Grenzziehung und der deutschen Staatsform. Klar zeichneten sich dabei schon in Moskau die Fronten ab: auf der einen Seite standen die Amerikaner, nur wenig von Ihnen abweichend dfe Engländer, auf der anderen die .Russen, zwischen ihnen vermittelnd, aber doch schon mehr und mehr, nach der anglo-ameri- kaaischen Seite sich neigend, die Franzosen. Die Truman-Doktrin Freilich waren die Fronten schon vorher klar aufgerissen, di« im Vorjahr noch verdeckt erschienen. Am 12. März hielt der amerikanische Präsident T r u m a n jene berühmte Rede, die wie ein Signal wirkte, jene Rede, in der er die Bereitschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zur Hilfeleistung für Griechenland und für die Türkei verkündete. Zum ersten Male wurde hier' jene Doktrin ausgesprochen, die dann im weiteren Ablauf des Jahres immer klarer Umrissen wurde, jene Auffassung nämlich, daß die Vereinigten Staaten die Bereitschaft und die Pflicht fühfeh, allen freien demokratischen Nationen zu helfen. Zum ersten Male wurde offiziell von zwei. „Lebensarten* gesprochen, zwischen denen, alle Nationen zu wählen hätten, zwischen einem demokratischen auf den Schutz der individuellen Freiheit bedachten und einer diktatorischen auf Zwang, Terror und Unterdrückung aller menschlichen Freiheit gegründeten System. Die Erklärung positiver Hilfe für Griechenland und die Türkei find ihre gewissermaßen negative Ergänzung in der Sperre der bereits bewilligten Kredite für da« inzwischen diktatorisch gewordene Ungarn. Der Marshall-Plan Eine neue Wendung, zugleich eine neu« weitere Klärung der Fronten bringt dann am 5. Juni die Rede des Generals Marshall, der im Januar das Amt des amerikanischen Außenministers übernommen hat. Sie enthält das große Hilfsangebot an die europäischen Völker, zugleich die Aufforderung, »ich zu gemeinsamer Ausschöpfung aller Hilfsquellen zu einigen und. so die vom Krieg erschöpfte und zusammengebrochene europäische Wirtschaft wieder aufzubauen. Im Hinblick auf die von Marshai] zugesagte Hilfe wird noch einmal der Versuch gemacht, in Parts auf einer Dreierkonferenz (27. Juni bis 2. Juli) die Basis für eine Zusammenarbeit der europäischen Westmächte mit der Sowjetunion zu finden. Auch sie verläuft ergebnislos, Was zur Folge hat, daß der Einladung Frankreichs zur Konferenz der europäischen Staaten zwecks Prüfung der durch das amerikanische Hilfsangebot gegebenen Möglichkeiten und Aufgaben, von den eingeladenen 22 Staaten nur 16 Zusagen. Noch klarer als bisher zeichnen sich die Fronten ab: auf der einen Seite stehen die westeuropäischen Staaten, die der Einladung folgen, auf der anderen' Seite Rußland und die von ihm mehr oder weniger abhängigen Ost- und Südoststaaten, einschließlich der Tschechoslowakei. die noch in letzter Minute auf russischen Druck hin ihre bereit« gegebene Zusage, an der Konferenz teilzunehmen, zurückzfehen muß. per amerikanisches Einflußgebiet bleibt. Von hier aus wird schließlich, wenn auch dabei noch -andere Motive mitsprechen mögen, die Inaktivität der Vereinigten Staaten und auch Englands in der spanischen Frage verständlich. -Von einer Beseitigung F r a n c o s , die einmal «o stark von den demokratischen Ländern gefordert wurde, ist kaum noch, die Rede. Die neue Monroe-Doktria Aber nicht nur in Asien und in Europa wird diese Verteidigungsposition aufgebaut, sondern auch auf dem amerikanischen Kontinent, Auf der panamerikanischen Konferenz von Petro- jxslis wird für. den gesamten amerikanischen Kontinent eine neue Art von Monroe-Doktrin verkündet, wonach jeder Angriff auf ein amerikanisches Land als Angriff gegen den gesamten Kontinent betrachtet Wirt). Bemerkenswert ist dabei, daß sich auch Argentinien , das solange eine Art Gegenspieler gegen die USA in Südamerika darstellte, in die gemeinsame Front einschwenkt. Zugleich aber bauen die Vereinigten Staaten Ihre militärischen Stützpunkte im Hohen Norden aus, vor allem in Ä 1 a s k a. Die kürzlich« Meldung von der erfolgreichen Oberfliegung des Polgebietes durch Geschwader amerikanischer dup^risstun- gen verdeutlichte, welche Rolle dieses Oeblet im Verteidigungssystem der USA spielt. Die Sicherung des Hinterlandes Systematisch ist so im Laufe de« vergangenen Jahres der-Wall gegen jedes weitere russische Vordringen, aufgeworfen worden. Zugleich aber hat auch der Kampf gegen den Kommunismus im Hinterland mit aller Zielbewußtheit eingesetzt. In den Verein igtenStaa - ten selbst sind entsprechende Maßnahmen ergriffen, die südamerikanischen Länder folgten, was das Gerücht bestätigte, daß dieses Thema auch in Petropolis erörtert worden ist. In den europäischen Ländern zeichnen sich die Inner- politischen Fronten ebenfalls klarer ab und die Abwehrkräfte gegen den Kommunismus werden allenthalben mobilisiert. Am Rande zu vermerken Ist hier auch das starke Interesse der USA an den Befriedungsaktionen in den überseeischen Ko 1 onialgebieten, so z. B. in Indonesien, weil hier jede von der Eingeborenen weit ausgehende revolutionäre Bewegung immer die Gefahr in sich birgt, in kommunistisches Fahrwasser zu' geraten. Zu erwähnen ist hier schließlich auch die Lösung des i 4 - dischen Problem« durch die am 15. August in Kraft getretene Unabhängigkeit Indiens und Pa k i s t a n s. Beide sind vorerst Selbständige Staaten des britischen Empire. Vieles spricht dafür, daß sie es auch bleiben und von ihrem Recht, ganz aus den britischen Commonwealth auszuscheiden, keinen Gebrauch machen werden. Die russischen Gegenzüge Die Konferenz der letzten Chance Ober da, Deutschland-Problem, das Weiter im Mittelpunkt der internationalen Diskussion steht, beraten die Stellvertreter der Außenminister, kommt eg zu kleineren mehr technischen Konferenzen zwischen den Westmächten, die sich auf die Kohlenproduktion beziehen und auf denen zwar mehr theoretische Lösungen erzielt werden. Die B i z o n e wird enger gusam- mengeschlossen und gerät gegen Ende de« Jahres durch das neue Finanzabkommen noch stärker als bisher unter amerikanischen Einfluß und amerikanische Führung. Noch einmal aber wird gegen Ende des Jahres ein letzter großer Versuch der Einigung unternommen. Am 12. November beginnt in London die neue Konferenz der Außenminister, die „Konferenz der letzten Chance", wie sie Bi dault genannt hat. Auch sie wird ergebnislos abgebrochen, nachdem über all die bereits auf der Moskauer Konferenz sichtbar gewordenen, oben genannten Streitpunkte wiederum keinerlei Einigung erzielt werden kann. Die FVont der Westmächte gegen die Sowjetunion wird noch deutlicher. Denn Frankreich, das auch in London noch durch seinen Außenminister- Bidault seine traditionelle Vermittlerrolle zu spielen sucht, wird nun mehr und mehr anf die andere Seite gedrängt, zu-, mal die Russen keinerlei Verständnis für diefran- zösischen Wünsche bezüglich der wirtschaftlichen Angliederung de« Saargebietes an Frankreich zeigen. Bastionen gegen die Sowjetunion Freilich nicht nur im Brennpunkt Deutschland tritt die Spannung zwischen den entscheidenden Großmächten, der Sowjetunion und den Vereinigten Staatep von Amerika, hervor, Diese Spannung bestimmt in Wirklichkeit die gesamte Welt- politik. Von dem Augenblick an, in dem Mar- ehall das amerikanische Außenministerium übernommen hat, ist das deutliche Bestreben der Vereinigten Staaten zu spüren, jedem weiteren russischen Vordringen ein entschiedenes Halt zu gebieten und sichere Bastionen zu schaffen, die diesem Vordringen widerstehen können. In diesem Sinne wird die Befriedung Japans weiter fortgeführt, wird diese« Land mehr und mehr zu einem amerikanischen .Dominium umgewandeli. Über Korea, das ähnlich wie Deutschland in eine von den Russen und eine von den Amerikanern besetzte Hälfte zerteilt ist. kommt es genau wie über Deutschland, zu keiner Einigung. Die Amerikaner halten weiter ihre hier auf das asiatische Festland vorgeschobene Position. Außerordentlich verstärkt wird der amerikanische Einfluß im Iran, wo die Regierung, die anfangs noch hin- und herschwankt, sich eindeutig nach den USA und gegen Rußland hin orientiert. Die Türkei findet ihre außenpolitische Sicherheit im Schutz der amerikanischen militärischen und wirtschaftlichen Hilfe, zuweilen «ehr sichtbar demonstriert durch das Erscheinen amerikanischer Kriegsschiffsgeschwader in den türkischen Hoheitseewässern. In Arabien wo die Palästina-Entscheidung der UNO große Erregung hervorgerufen hat, bteibt die amerikanische Position doch unerschüttert, Wie gerade in den letzten Wochen des Jahre« die Erklärungen Ibn Saud«, des mächtigsten arabischen Herrschers, gezeigt haben, wonach er trotz allem nach wie vör an .seiner freundschaftlichen Haltung gegenüber Amerika festhält. Dieser ganze vorderasiatische Raum ist ja deshalb für Amerika so außerordentlich wichtig, weil er riesige, von amerikanischen Gesellschaften kontrollierte Ölreserven enthält. Ihre Sicherung enthüllt auch das amerikanische Interesse am M i t - telmeer. das, einst englisches Interessengebiet, mehr Und mehr zu einem amerikanischen Meer geworden ist und das zu schützen, eines der wesentlichsten Ziele der amerikanischen Politik wird. Von hier au« wird die Hilfe für Griechenland erst voll verständlich, ebenso wie das wachsende Wohlwollen der Amerikaner für Italien, das nach den im Laufe des Dezembers Auch die andere Seite ist freilich nicht inaktiv geblieben. Die „Volksdemokratien“ des Ostens und Südostens haben nach der überall nach dem gleichen Verfahren ausgeführten Ausschaltung jeglicher Opposition alle die gleiche „Struktur“ erhalten. Zugleich sind eie alle durch an System von Bündnissen und. Freundschaftsverträgen mit der Sowjetunion und untereinander verbunden worden. Gegen einen unter amerikanischem Schutz stehenden Mittelmeerblock Griechenlands, Italiens und der Türkei, von dem trotz aller Dementis immer die Rede ist, zeichnet sich deutlich ein .unter russischer Ägide stehender Donaublock ab. Zugleich aber ist mit der Wiederbelebung der Komintern in der Form der „Kominlorm* der Versuch gemacht, den Schutzwall zu durchbrechen und auch stärker in die westeuropäischen Länder vorzudringen. Die neue Internationale hat freilich ihre ersten großen Machtproben in den beiden wichtigsten Ländern, In Frankreich und in Italien nicht siegreich überstanden. Sie hat eher das Erstarken aller Gegenkräfte bewirkt, was sich in Frankreich einmal in dem Anwachsen der Bewegung de Gaulles' besonders sichtbar bei dm französischen Gemeindewahlen zeigte, zum anderen aber in der Besinnung aller wahrhaft demokratischen Mächte in der Form der „dritten Kraft“ und ln dpr sich anbahnenden Neuorientierung der bisher Unter kommunistischer Führung stehenden Gewerkschaften. Die gleiche Entwicklung Ist In Italien zu beobachten. In E n g- land steht die Labour Partei zwar in heftigem Kampf gegen die konservativen Kräfte, sie hat aber gerade in den letzten Wochen auch den Abwehrkampf gegen den Kommunismus mit aller Klarheit aufgenommen Der Kampf in den Vorfeldern So haben sich die Fronten in dem abgelaufenen Jahre klar abgegrenzt. Wird diese Welt, die sich sonach verschiedenen Pr 1 n- zipien organisiert, friedlich leben können oder ist’ hier gerade durch diese Verfestigung der Fronten der Keim für eine irgendwann erfolgende gewaltsame Auseinandersetzung geschaffen? Das Ist die große Frage. Sie wird nicht zuletzt auf den Vorfeldern beantwortet werden, auf denen noch erfolgten bedeutsamen Erklärungen Trumans, I keine endgültige Abklärung erfolgt ist. Das ist auch - nach dem Abzug der amerikanischen Trup- leinmal im Fernen Osten der riesige chinesische Raum, wo der Kampf zwischen den kommunistischen Kräften, die im Laufe des abgelaufenen Jahre« einen großen Teil Chinas besetzen konnten, und der von den Amerikanern gestützten Regierung Marsehall Tschiangkai- seheks andauert. Man darf nie vergessen, daß dieser Raum wirtschaftlich noch kaum erschlossen ist und ein ungeheures Absatzgebiet für die kapitalistische Produktion Amerikas abgeben kann. Es ist .deshalb auch nicht verwunderlich, däß sich das 'amerikanische Interesse ihm wieder immer stärker zuwendet, und daß von der Soforthilfe für Europa ein erheblicher Betrag für China abgezweigt wurde. Den zweiten neuralgischen Punkt stellt Griechenland dar, _ wo ein Teil des Gebietes in der Hand kommunistischer Aufständischer Ist, die ihre Unterstützung von den sogenannten Volksdemokratien des Süd osten«, wenn nicht direkt von Rußland empfangen, und wo gerade in den letzten Tagen des Jahres die Bildung der „demokratischen“ Regierung des Generals Markos die Lag« verschärft hat. Das dritte Vorfeld, Über das noch nicht entschieden ist, stellt öeterreich dar und das vierte, im Augenblick wichtigste, der deutsche Raum, wo sich zwar, nicht wie in China, ein Absatzgebiet für eine überschüssige Industrieproduktion darbietet. Wo aber ein hochentwickelter trotz aller Zerstörungen noch immer intakter Industrieapparat auf seine Ausnutzung wartet. Die große Frage erhebt sich, ob er zum Vorteil einer von Osten nach Westen vordringenden Macht benutzt oder aber ob er io einen Westblock eingeordnet wird. In diesem deutschen Raum wird im kommenden Jahr wahrscheinlich die endgültige Klärung erfolgen. Ob die Einheit Deutschlands dabei gewahrt werden kann, wissen wir nicht und wagen wir "kaum noch zu hoffen. Daß eine Teilung für jeden Deutschen recht schmerzlich wäre, braucht, kaum betont zu werden. Wenn üe aber Vorgenommen wird, dann bleibt nur die Hoffnung, daß sie sich zum Vorteil Europas vollzieht, daß in dem Ringen der beiden großen Gegner sich doch Europa auf seine Aufgabe besinnt. Nur wenn ein geeintes Europa entsteht, wird es wirklich die „dritte Kraft“ formen können, die in ideologischer, in politischer und wirtschaftlicher (Hinsicht ein Bindeglied' darstellen und damit viefeicht eine drohende Auseinandersetzung aufhalten kann. Gewerkschaften als Ordnungsfaktor Die Tätigkeit der Gewerkschaften in der Iran -1 Kleiderverteilung, die Verhandlungen in der De-, Zösisch besetzten Zone Badens hat fm abgelaufe- montagefrage usw. Ist nur eine Zeitersoheinung. nen Jahr neben vieler Anerkennung auch die Trotzdem waren diese Arbeiten wichtig und im Kritik herausgefordert. In Verkennung des tat sächlichen Aufgabengebietes hat man von den Gewerkschaften Maßnahmen verlangt, welche nur dem Staat oder den Behörden zustehen und auf der anderen Seite für von den Behörden angeordnete Maßnahmen die Gewerkschaften verantwortlich gemacht. Ohne Zweifel haben sich die Gewerkschaften in dieser Notzeit zur Lösung von Fragen eingeschaltet, die nicht zum Aufgabengebiet der Gewerkschaften gehören. Man war sich jedoch bewußt, daß die Gewerkschaften der Staatsreg-ierung und den Behörden ihre Unterstützung nicht versagen könnten. Dabei haben sie sich weder von einer politischen Partei noch einer konfessionellen Richtung irgendwie beeinflußen lassen, denn die Gewerkschaften werden nur dann ihre Aufgaben richtig erfüllen können, wenn sie parteipolitisch und konfessionell u n - a b h ä n g i g- sind. Staatspräsident Wohieb erklärte auf dem ersten Bundestag des Badischen Gewerkschaftsbundes u. a.: „Ich sehe in dem Gewerkschaftsbund einen Ordnungsfaktor ersten Ranges, wenn er als wirtschaftliche Organisation in unparteiischer Weise seine Stimme erhebt und die Regierung, die nach der Verfassung eine Volksregierung ist, unterstützt und auch mit kontrolliert. Es ist notwendig, daß in Notzeiten, wie wir sie jetzt durchmachen, das Volk auch außerhalb der politischen Partei zu Wort kommt.“ Haben sich vor 1933 die Gewerkschaften in der Hauptsache mit der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer und mit sozialen Fragen befaßt, so ist ihr Aufgabengebiet heute erheblich erweitert. Die Mitarbeit an der Lösung der Ernährungslage, Schuh- und vergangenen Jahr auch erfolgreich. Jedenfalls liegen die gewerkschaftlichen Aufgaben auf einem anderen Gebiet und nachdem der vom 18. bis 20. Julf 1947 ln Freibufg abgehaltene Bundestag des Badischen Gewerkschaftsbunde«! nach demokratischen Grundsätzen den Vorstand gewählt und nach der Annahme einer Reihe von Entschließungen die Richtlinien für die künftige Gewerkschaftspolitik festgelegt hatte, mußte an die Verwirklichung dieser Aufgaben herangetreten werden. Maßgebend war der Grundsatz, daß jede Tarif- und Lohnpolitik und jede Arbeit in der Sozialversicherung auch eine gesunde wirtschaftliche Grundlage haben muß. Deshalb wurde die Forderung erhoben, daß die Privatwirtschaft nicht mehr sich selbst überlasten bleiben darf. Der Staat muß sich planend einschalten. Hierfür sind die notwendigen Körperschaften zu schaffen. In diesen Körperschaften verlangen die Gewerkschaften paritätisch mitbestimmend zu sein Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen sind die beiden wirtschaftlichen Gegenspieler. Sie haben — in den Wirtschaftsbammern paritätisch vertreten — die Richtlinien für eine planvolle Bedarfsgütererzeugung aufzustellen. Kein Tarif- und Lohnabschluß möge er noch so gut sein — wird auf lange Sicht gesehen der Arbeiterschaft Vorteile bringen, wenn nicht di« Sicherheit der wirtschaftlichen Existenz gewährleistet ist. Die Schwerindustrie und der Monopolkapitalismus haben bi, 1945 den Beweis erbracht, wohin die Wirtschaft geführt werden kann und welche Folgen Zurückbleiben. Wenn sich diese Wirtschaft selbst überlassen bleibt. Der jetzige Aufbau der Wirtschaft muß also auf neuen Grundlagen vorgenommen werden. Die Gewerkschaften haben deshalb sofort nach ihrer Gründung den Anspruch auf Mitbestimmung in der gesamten Wirtschaft erhoben. Bis jetzt sind die Vertreter der Gewerkschaften mit 25 Prozent in den Beiräten der Industrie- und Handelskammern stimmberechtigt. Dieser Prozentsatz genügt Ans nicht. Wir verlangen unbedingte Parität. Auch der Landeswirtschaftsrat — eine Einrichtung, welche man für die Übergangszeit als zweckmäßig erachten konnte — entspricht hei der weiteren Entwicklung nicht mehr den Forderungen der Gewerkschaften. Wir haben als wirtschaftlicher Faktor fu den Verfassungskampf eingegriffen, weil uns verschiedene Wirtschaftsartikel nicht befriedigten. Nach- > dem die Verfassung angenommen war, haben wir dieselbe respektiert und jedem Teil das zugestanden, was Ihm die Verfassung zubilligt. Die Gewerkschaften erheben jedoch nun auch den Anspruch darauf, daß Ihnen ihre verfassungsmäßigen Rechte durch Gesetz verankert werden. Zur Zeit ist der Kampf um da« Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte in vollem Gange. Der Kampf wird, wenn es notwendig seih «elfte, bis zur äußersten Konsequenz geführt werden. Wir verlangen die Wirtschaftsdemokratie, Wir verlangen, daß der Arbeitnehmer ah glei «-berechtigter Mitarbeiter anerkannt wird. Nicht das Wohl und der Profit des Untern^h m e r s, sondern ein gesundes ond planvoll geleitetes Unterneh nen moß heute Im Vordergrund stehen. I Hand in Hand damit müssen die für die Wlrt- Lschaft notwendigen Institutionen gebildet werden. Seite 4 — Nummer 103 ^OtlBoSt Mittwoch, 31. Dezember 1947 Wir denken hier vor allem an die Errichtung von Wirtschaftskammern, welche paritätisch von den Vertretern der Organisationen ckr Arbeitgeber und Arbeitnehmer besetzt sind. Wir denken dabei auch an eine möglichst intensive Förderung des Genossenschafts- wesensdurch denStaat,umin der Preisgestaltung und in der Waren Verteilung neue Wege beschreiten zu können. Unsere mit dem landwirtschaftlichen Hauptverband eingegangene Arbeitsgemeinschaft hatte nicht nur den Zweck, tmen Gesetzentwurf zur Bodenreform aus- Tuarbeiten und gemeinsam für die Durchführung dieses Entwurfes einzutreten, sondern Gewerkschaften und landwirtschaftlicher Hauptverband werden auch dafür zu sorgen haben, daß in der Preisgestaltung sowohl für den Erzeuger als für den Verbraucher eine wesentliche Änderung eintritt. Dabei kann sehr viel durch Einschaltung der Genossenschaften erreicht werden und wir hoffen, daß der Staat entsprechend der Verfassung auch dieser Frage im nächsten Jahr •eine Aufmerksamkeit zuwendet. Daß natürlich auch die Sozialgesetzgebung einer Revision zu unterziehen ist, braucht eigentlich nicht besonders erwähnt zu werden. Es ist höchste Zeit, daß in der Sozialversicherung die Selbstverwaltung wieder durchgeführt wird. Daneben brauchen wir eine Neubearbeitung des Juge n d Schutzgesetzes und zwar unter fortschrittlichen Gesichtspunkten. Auch der Schutz der F»au und Mutter und die Betreuung der Kinder von alleinstehenden, arbeitenden Frauen bedarf einer gesetzlichen Regelung. In allen diesen Fragen erheben die Gewerkschaften Anspruch, gehört zu werden und in Anmeldungen zur Gärtnermeisterprüfung 1948 sind bis spätestens 31. Januar 1948 beim Badischen Ministerium der Landwirtschaft u. Ernährung einzureichen Auskünfte und Anmeldevordrucke sind dort zu er halten. Bei der Anfrage ist das Alter sowie die Jahre der praktischen Tätigkeit im Beruf (einschi. Lehrzeit) und die Dauer einer evtl. Wehrdienstzeit (einschl. Kriegsgefangenschaft) anzugeben. Badisches Ministerium der Landwirtschaft u. Ernährung Erneuerung des Körperschaftsverzeichnisses Zwecks Erneuerung des durch Kriegsschaden vernichteten Körperschiftsverzeichnisses werden die Körperschaften des öffentlichen Rechtes mit dem Sitz in Freiburg i. Br. gebeten, die bei ihnen vorhandenen Auszüge aus dem Körperschaftsverzeichnis der Polizeidirektion zur kurzfristigen Überlassung bis spätestens 15. Januar 1948 einzureichen. Polizeidirektion Keiburg i. Br. Änderung der Sprecbstundenzeit Bis auf weiteres finden mit sofortiger Wirkung nur noch Sprechstunden montags und freitags von 9—12 und 3—5 Uhr statt. Badisches Staatskommissariat für politische Säuberung Strafbefehl des Amtsgerichts Durch Strafbefehl des Amtsgerichts C 1, Ereiburg i. Br., vom 12. November 1947 wurde Frau Anna Barth geh. Wunderte, Freiburg 1. Br., Johannisbergstr. 8, zu einer Geldstrafe von 1500 RM, im Unbeibringlich- keitsfalle zu 70 Tagen Gefängnis verurteilt, da sie im Sommer 1947 laufend 3—3mal wöchentlich der von ihr zur Verteilung gelangenden Magermilch Jeweils 1—U-r Liter Milch entnommen und dafür die gleiche Menge Wasser zugeschüttet und diese verwässerte Milch dann verkauft hat. Amtsgericht C 1. Freiburg 1. Br. Krankenbrot-Umtausch Um das Wartenmüssen möglichst zu vermeiden, wird folgende Regelung getroffen, die genau einzuhalten ist: Der Umtausch beginnt am 5. Januar 1948, weil erst zu diesem Termin die Brotabschnitte für den ganzen Monat bekannt sind; er erfolgt nach folgendem Plärrt Montag, 5.1. Anfangsbuchstaben A, E, H, I, J, U: Mittwoch, 7.1. „ B, N. P, Q. S, St; Donnerstag, 8.1. » D, G, L, R, W; Freitag, 9.1. . K,M,Sch,V,X,Y; Samstag, 10. ly „ F, C, O, T, Z An besonders dringlichen, durch den Arzt bescheinigten Fällen können solche Patienten, die lOOprozen- tigen Brotumtausch verschrieben bekommen habe i, den Umtausch der ersten Dekade schon eher vorgenommen erhalten, sie müssen dann aber' für die beiden letzten Dekaden noch einmal kommen und sich genau an folgenden Plan halten: f. 1 Dekade: f. 2. u. 3. Dek.: Anfangsbuchstaben": Mi., 31. 12.47 Di., 13.1.48 C, F, Ö, T, Z, Sch; Fr., 2. 1.48 Mi., 14.1.48 B, N, P, Q. S, St, K; Sa., 3. 1.48 Do., . 15. 1- 49 D, G, L, R, W, M. Die Herren Ärzte werden gebeten, von dieser Ausnahmeregelung nur in dringlichen Fällen Gebrauch zu machen. Während der allgemeinen Umtauschzeit vom 5. bis 10. Januar 1948 ist die Abteilung Krankenernährung für die Ausgabe von Krankenmarken geschlossen mit Ausnahme von ganz besonders dringlichen, von den Ärzten bescheinigten Fällen. Bei zu starkem Andrang werden Nummern ausgegeben. Ernährungsamt Freiburg-Stadt Atrfbauflienst Auf Grund der Gemeindesatzung vom 1. April 1947 werden für die Monate Januar und F e bmr auf gerufen: Alle aufbaudienstpflichtigen männlichen Einwohner der Stadt zwischen dem 16. uid 60. Lebensjahr. Es arbeiten am: 7. Januar A—Ba 4. Febr. Mus—O 8. Be—Bl 5. F—Q s. Bo—C 6. Ba—Re 12. Da—Dor 9. Bl—Bo 13. Dos Ei 10. Ru—Scha 14. " Ek—Fe 11. Sehe—Schl 15. Fi—Ga 12. Schm—Sehr IS. Ge—Gy 13. Schu—Se 19. 20. - Ha—He Hi—Ho 16. 17. ” 81—81a Ste—Str 21. Hu—I J 16. Stu—Ta 22. Ka-Kla 19. Te—Ty 23. Kle—Kor 20. U—V 26. Kos—Kr 23. Wa—Wef 27. Ku—Kz 24. Wek—Wir 28. La—Led 25. Wis—Wz 29. Lee—Lue 26. XY—Za 30. Luf—Ma 27. Ze—Zy 2. Febr. Me—Mi 28. Nachholetag 3. Mo—Mur (Samstag) Alle voir dem 1. November 1947 bewilligten Freistellungen sind am 31. Dezember 1947 hinfällig geworden. Wer aus zwingenden Gründen an seinem Aufruftag nicht mitarbeiten kann, hat Gelegenheit, seine Arbeit an einem beliebigen anderen Arbeitstag der Aufrufzeit nachzuholen. Nachholetag ist auch der 28 Februar (Samstag). Betriebe, Behörden und Vereine können nach vorheriger Anmeldung beim Wiederaufbaubüro an jedem von ihnen selbst gewähi. ten Arbeitstag geschlossen arbeiten. Arbeitszeit : Beginn 8 Uhr pünktlich am Fahnenbergplatz. Ende 16.30 Uhr. Halbstündige Mittagspause während der Ausgabe der warmen Mittagskost auf der Baustelle. Eßgeschirr ist mitzubringen. Auf . Antrag werden zur Schonung der Bekleidung Arbeitsschürzen urd Arbeitsschuhe leihweise am Fahnenbergplatz ausgegeben. > Die Ableistung der Arbeit wird von der Bauleitung in die Meldekarte des Arbeitsamts und in die Stundenkarte der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Baubetriebe eingetragen. Beide Karten sind bei Arbeitsbeginn abzugeben. Mündliche Auskunft wird erteilt in der Dienststelle des Wiederaufbaubüros: Baracke 2 am Fahnenbergplatz. — Sprechstunden täglich von 8—12 Uhr. Das WiederaufbauBüro der Stadt Freiburg L Br. famHienanieigew Als Verlobte grüßen Irma Holzmann lorenz Bleiler Freiburg i. Br. Weihnachten 1947. Ihre Verlobung geben bekannt Elisabeth Baptist Fritz Fürst Frbg.-Günterstal, Schauinslandstr. 39. Freiburg i. Br., johannisbergstr. 24. Neujahr 1948. Als Verlobte grüßen Marlis Schlachter Edwin Schmiedle, Regierungsinspektor Säckingen a. Rh., Hofäckerstraße 3. Freiburg i. Br., jacobistraße 12. Neujahr 1948. Vir haben uns heute verlobt: f Ruth Carola Flesch r Paul Blum 4 Freiburg I. Br., Silvester 1947 ‘ Habsburgerstr. 86 lerchenstr. 6. Ihre Vermählung geben bekannt Theo Bletlert Hermine Bletlert geb. Schnebie Tertre (Belgien) Freiburg i. Br., Hohenzoliernplalz 1 Januar 1948 Ihre Vermählung geben bekannt Herbert Metzger Berta Metzger geb. Roth Freiburg I. Br., Emmendinger Sir. 26. Im Dezember 1947. Wir haben uns vermählt: Hans Niibiing Hilda Klara NUbling geb. Schneider Mannheim Gundelfingen Spelzerstraße 17 bei Freiburg Silvester 1947. Die Hochzeit findet in Mannheim statt. Offene Stellen ffeinpapierkautmann j, verantwortliche u aussichtsreiche Stellung sof in suaoadische Großstadt gesucht. Ba* werb unt. P 2199 an Obanex, Anz.- Exp., Freiburg i. Br. Maurer, Zimmerei und sonst. "Baufach, u. Hilfsarbeiter sow. Lehriinge. Umschüler u. Poliere we-den t. Dauerbeschäftigung in LudwigshafenRh. singest. Me.düngen erb. an Gleitbau Klotz & Co . Eisenbetonbau, >och- u. 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Jan,, 20 Uhr: „Die lustige Witwe". 4. Jan., 14.30 Uhr: „Ein Maskenball"; 20 Uhr: „Wiener Blul“. 6. Jan., 20 Uhr: „Fidelio". — Kammerspiele: 3. Jan., 19.30 Uhr; „Die Wildente". 4 Jan., 14.30 Uhr: „Schneeweißchen und Rosenrot". 4. Jan., 19 Uhr: „Der Rappelkopf". Filmtheater Casino-Lichtspiele. Des großen Erfot* ges wegen verlängert! in Erstaufführung! Der neueste Pauia-Wes- sely-F.'Jm; „Das Herz muß schwelgen". Mit Paula Wessely, Matth. Wiemann, Werner Hinz, Will Dohm, E. Neugebauer. Neueste Wochenschau. Jugendfrei. Spielzeiten- täglich 14.15 und 16.30 Uhr; Donnerstag (Neujahrstag) 10, 12, 14.15 u. 16.30 Uhr; Sonntag 10 und 12 Uhr; Montag 14.15, 16.30. 18.45 und 21 Uhr. Vorverkauf 10—12 Uhc. Haimonie - Lichtspiele. Donnerstag, den 1., bis mit 8. Januar: Ins neue Jahr mit Hans Afbers in seinem gro^ ßen Filmerfolg; „Ein Mann auf Abwegen". Das Doppe leben eines Millionärs. Mit Hilde Weißner, Weener Fütterer, Charlotte Thiele. Jugendverbot bis 16 Jahre. Neueste IFA-Wochenschau. 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Freitag 14.15 u 16.30 Uhr Donnerstag und Samstag nur 14.ij J>,r: Vo ve kauf an den Spieltagen 10—12 Uhr und ab 13.30 Uhr an der Tageskasse,