- Samstag, 10. Januar 1948 Z. Jahrgang / Nummer 2 V » • I b r g i Brei«; ErscheiniiBgstag* Mittwoch «-und Sam*tag t tiniel- prei* 20Pf. / Monatsbe7Ugspr«*i KM 1 N. «*ioschli#»ß- licb Trägorloho, durch die Post bezogen KM 1.84 Anzeigen laut Tarif gegen Kennkartenausweis« Organ der Sozialdemokratischen Partei Badens Herausgegeben vom Sozialistischen Verlag Freiburg, GmbH., Freiburg i. Br., Kaiser-Joseph-Str. 229. Fernrul Nr. 2818. Bankverbindungen: Oberrheinische Bank. Freiburg i. Br.: Freiburger .Gewerbebank, eGmbH., Freiburg i.Br.; öffentl. Sparkasse Freiburg i.Br. (Städt.Sparkasse). Postscheck-Kto. Ludwigshalen/Rb. Nr. 25 460 Erweiterte Befugnisse des Wirtschaftsrates TJmbau der Zmeizonenuermallung — Teilnahme der fi anzösischen Zone mehl diskutiert Am Mittwoch und Donnerstag fand in Frankfurt a. M. zwischen den Militärgouverneuren der britischen und der amerikanischen Zone und den Ministerpräsidenten der acht Länder der Doppelzone, Vertretern des Wirtschaftsund Exekutivrates der Doppelzone eine Konferenz statt, auf der die Vertreter der Besatzungsmächte der Doppelzone Vorschläge zur Erweiterung der, Befugnisse des Wirtschaftsrates machten Es handelte sich dabei nicht um die Ausarbeitung einer Verfassung, sondern um den Umbau der Zweizonenverwaltung. General Robertson erklärte: daß die Bildung eines westdeutschen Staates nicht beabsichtigt sei. „Wir hegen nach wie vor die Hoffnung, daß es möglich sein wird, ein einheitliches Deutschland unter der Autorität einer deutschen Zentralregierung zu schaffen, die über d ; e entsprechenden Vollmachten verfügt. Wir geben keineswegs die Teilung Deutschlands zu.“ Die Vorschläge Nach den alliierten Vorschlägen soll die Zahl der Abgeordneten des Wirtschaftsrates auf 104 Mitgliedef verdoppelt werden. Ferner soll eine zweite Kammer gebildet werden, in die jedes der acht Länder zwei Vertreter entsenden soll, die von den Länderregierungen ausgewählt werden sollen. Die Vollmachten dieser Kammer sollen von den Ländern, Gemeinden und, dem Wirtschaftsrat gemeinsam festgelegt werden An Stelle des Exekutivrates soll ein neuer Rat geschaffen werden, der kabinettähnlichen Charakter haben soll. Sem Vorsitzender soll vom Wirtschaftsrat gewählt und das Recht haben, die Direktoren zu ernennen. Ein weiteres sechstes Direktorat für Personal wesen soll, geschaffen werden. Ferner wurden vorgesehlagea: d'e Errichtung eines Obersten Gerichtshofes für d ! e Dopeizone, der Streitfälle zwischen dem Wirtschaftsrat und den Ländern und dem Rat und Einzelpersonen entscheiden soll; eine Län- der-Unions-Bank, die den Militärregierungen unterstellt ist, soll gegründet 'werden Sie soll S ; ch im Besitz der Länderzentralbanken befinden und ermächtigt sein, Zahlungsmittel auszugeben. ' Clay: Kompromiß Ober strittige Punkte Über d ; e bisher strittigen Punkte kam es zu einem Kompromiß, erklärte der am ikanische Militärgouvemeur, General Lucius D. Clay, auf einer Pressekonferenz, die er zusammen mit dem britischen Militärgouvemeur, General Sir Brian Robertson, im Anschluß an die Besprechungen abhielt. Nach den neuen Vereinbarungen würden alle Direktoren vom Wirtschaftsrat gewählt und ihren Vorsitz übernehme ein „Direktor ohne Portefeu'ile“. Das Gesamtdirektorium sei dem Wirtschaftsrat verantwortlich. Die Wahl der Direktoren bedürfe der Zustimmung der zweiten Kammer. General Clay erklärte weiter, alle übrigen anglo-amerikan'schen Vorschläge hätten mit gewissen Abänderungen die Zustimmung der deutschen Vertreter gefunden. So habe man s ; ch geeinigt, die Zahl der Abgeordneten des Wirtschaftsrates auf 104 zu verdoppeln und festgelegt, d'e Amtszeit der Mitglieder des Wirtschaftsrates solle dieselbe sein wie die der Landtage, von denen d ! e Abgeordneten des Wirtschaftsrates gewählt, wurden. Weif er habe man sich über die Bildung der zweiten Kammer geeinigt, die „Land er rat“ heißen soH. Dieses zweite Haus, dessen Mitglieder sich aus je zwei Vertretern der Länder zusammensetzen soll, werde e ; n Vetorecht erhalten, das innerhalb vierzehn Tagen ausgeübt werden muß. D'eses Vetorecht könne aber von der absoluten Mehrheit der Vollversammlung des Wirtschafts- rates überstimmt werden. Der amerikanische Militärgouvemeur hob hervor, daß dies.es zweite Haus keine Vollmacht zur Bewilligung von Geidausgaben und Steuereinziehung haben solle Auch bei der Erweiterung der Vollmachten des Wirtschaftsrates auf Steuererhebungen seitens der Länder sei man zu einer grundsätzlichen Einigung gelangt. Die Einzelheiten würden in gemeinsamen Beratungen der Ministerpräsidenten mit den Vertretern des Wirtschaftsrates erörtert, sagte Clay. Ebenso habe man den Deutschen d ; e Ausarbeitung der Richtlinien und der Arbeitsweise zum Studium übereeben. nach denen der neu zu errichtende oberste Gerichtshof arbeiten solle. Auch d : e Statuten der Länder -U-n i o n- Bank, deren Errichtung im Prinz'p d'e Zustimmung der deutschen Vertreter gefunden habe, würden in gemeinsamer Beratung der deutschem Stellen ausgearbeitet. Die Stadt Berlin unterliege weiter den Bestimmungen der Viermächteabkommen und müsse außerhalb der jetzt für die Doppelzone *u treffenden Maßnahmen bleiben, sagte der amerikanische Militärgouvemeur weiter. Er kündigte an, er wolle zusammen mit General Robertson auf der übernächsten Sitzung des Alliierten Kontrollräte den andern Besatzungsmächten die ln Frankfurt ausgearbeiteten Pläne vorlegen. Es bleibe diesen dann anheim gestellt, sich an der Zonenvereinigung zu beteiligen. Der britische Militärgouverneur, General Sir Brian Robertson, berichtete auf der Pressekonferenz, die Notwendigkeit der Währungsreform sei besprochen, jedoch kein Datum für ihre Durchführung genannt worden. Die eventuelle Teilnahme der französischen Zone an der Zonen Vereinigung habe man nicht diskutiert, auch die Län- der-Union-Bank stelle „keine Bank für mehr als zwei Zonen“ dar. General Robertson betonte, man sei nach Frankfurt gekommen, u m einer Notlage zu begegnen, nicht aber etwa, um eine Verfassung zu schaffen. General Clay fügte abschließend hinzu, Frankfurt würde ein wirtschaftliches und verwaltungsmäßiges Zentrum der vereinigten Zonen, nicht aber eine Hauptstadt. Ein neues Provisorium Die auf der Frankfurter Konferenz vorgeschlagene Neuorganisation der Zweizonenverwaltunq sei ein neues Provisorium, das in keiner Weise den Weg zur deutschen Einheit verbauen oder beeinträchtigen werde, erklärte der Vizepräsident des Zweizonenwirtschaftsrates, Gustav Dahrendorf (SPD), auf der Pressekonferenz des Wirtschaftsrates. Zu der Bemerkung General Clays, daß Berlin nicht in die bizonale Verwaltung einbezögen werden könne, äußerten SPD- und CDU-Vertre- ter, daß ihre Parteien entschlossen seien, die Beziehungen zu Berlin auf keinen Fall aufzugeben. Rückkehr zur Planung Truman für Planmil tsdia/t und Einführung der allgemeinen Wehrpßcht In der Botschaft, die Präsident Truman vor dem Kongreß über die zukünftige Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten verlas, empfahl er die Beibehaltung der Kontrolle der Mieten, einen Plan zum Schutz des Waldes, für die Bewässerung des Ödlandes und die Errichtung von Wasserkraftwerken. Truman betonte, daß die Anzahl der Lohnempfänger seit 1938 um 14 Millionen gestiegen sei und daß das Nationaleinkommen um die Hälfte gegenüber damals angewach- sen sei. Es müsse möglich sein, bis 1958 einen ähnlichen Fortschritt sicherzusteilen'. -Eines der Ziele der Regierung sei, für die am schlechtesten bezahlten -Arbeiter, einen Mindestlohn von 120 Dollar im Monat zu gewährleisten. Präsident Truman trat für einen weiteren Ausbau der Sozialversicherung, für die Fortführung der Elektrifizierung in der Landwirtschaft und für staatliche Unterstützungen an die Bauern zur Aufrecherhaltung der Preise ein- Die Industrie müsse im Laufe der nächsten zehn Jahre mindestens 50 Milliarden Dollar neu investieren. Truman unterstrich sen Vertrauen zum privaten Unternehmertum und zum System des freien Wettbewerbs, betonte aber, daß es notwendig sei, Pläne für die Zukunft zu machen. Truman verlangte ferner die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Solange eine ernsthafte Opposition gegen die Ideale einer friedlichen Welt bestehe, müssen die USA starke Streitkräfte haben. Truman trat entschieden für den Marshall-Plan ein. Der amerikanische Präsident forderte e ne Herabsetzung der Steuer für die kleinen und mittleren Einkommen um 3,2 Milliarden Dollar, und als Ausgleich eine Heraufsetzung der Steuer auf die Industriegewinne. Diese Gewinne hätten sich nach der Steuersenkung von 1947 auf 17 Milliarden Dollar erhöht und damit einen Höchststand erreicht. Widerstand bei den Republikanern Der Kongreß spendete dem Präsidenten einmütigen Beifall als er die Unterhaltung einer starken Streitmacht in den USA, solange eine ernst zu nehmende Opposition gegen die Ideale einer, friedlichen Welt beständen, forderte. Geteilter war dagegen der Beifall, als Präsident Truman das Haus aufforderte, die Frage der Mi- litärdienstpflichf alsbald zu prüfen. Ganz offen aber traten die Meinungsverschiedenheiten zwischen Republikanern und Demokraten .zutage, als Truman zum Steuerproblem überging. Während die Demokraten Beifall soendeten, nahmen die Republikaner die Ausführungen stillschweigend entgegen, von denen ein scharfer Widerstand gegen das Wirtschaftsprogramm Trumans erwartet wird. Politische Kreise in Washington erwarten ferner, daß die Forderung Präsident Trumans nach alsbaldiger Genehmigung eines <6 Milliarden 800 Millionen-Kredits für die erste Periode der Durchführung des Marshall-Planes, sowie sein Hinweis auf die Notwendigkeit der Regierung alsbald die Waffen zum Kampf gegen die Inflation zur Verfügung zu steifen, im Kongreß eine sehr umstrittene Reaktion haben werde. Jedenfalls hat die Schlacht zwischen der demokratischen Regierung und der republikanischen Mehrheit des Konerresses begonnen und es Steht ein energischer Gegenangriff dieser Mehrheit gegen die Regierung zu erwarten. tt Scharfe Kampfansage Landmirischaftl. Uauptoei band und Gemeiksdiaften gegen Agraren/murf der Regierung In einer gemeinsam vom Landwirtschaftlichen Hauptverband und den Gewerkschaften abgehaltenen Pressebesprechung wurde sowohl vom Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Klaus, als auch vön den Vertretern des Badischen Gewerkschaftsbundes, Breitenbach, Vogel und Faulhaber, in scharfer Form gegen den Regierungsentwurf zur Agrarreform Stellung genommen, wobei diese eingehend der Presse gegenüber ihren Standpunkt klarlegten. Gerade die Anslührungen von Klans und Vogel bewi"sen. deß selbst in den Rei'-en der CDU durchaus keine Einstimmigkeit über den Regiernn"sentwnrf herrscht, was auch dadurch zum Ausdruck kam. daß selbst Landwirtschafteminisier Schill (CDU) si-h in einer Kabinetlssitznng gegen diesen Entwurf anssnrach. Scharf kritisiert wurde nicht nur, daß ein vom Landwirtschaftsministerium ausgearbeiteter Entwurf, der sich an den gemeinsamen Entwurf des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes vnd der Gewerkschaften anlebnte, der Ablehnung verfiel, sondern vor allem auch die Art vnd. Weise wie der Re^ierungsentwurf zustande kam, bei dessen Ausarbeitung die Vertreter dieser beiden großen Organisationen üb°r s aupt nicht gehört wurden. Es wurde hervorneh~ben, daß er statt dessen von einer aus Nicht- fachleuten bestehenden vierkönfiaen Kommission. nämlich den Juristen Dr. Zürcher. Prof. Dr. Diefre von der juristischen Fakullät der Universität Freiburg, dem CDU-Abgeordneten Hilbert und Reqierungsrat Holler in einer Form ausgearbe'tet wurde, die in keiner W°'se den Be'angen der Landwirtschaft oder der Gewerkschaften Rechnern trägt Scharf unter die Lupe genommen wurde auch die sonderbare Auslegung der demokratischen Spielregeln durch den Staatspräsidenten bei der Kabinettssitzung, die über diesen Entwurf beriet. Während selbst der der CDU ungehörige Landwirtschaftsminister Schill und die zwei sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder Dr. Leibbrandt und Dr. Nordmann gegen den Regierungsentwurf waren, kam dieser trotzdem nicht zu Fall, da der Staatspräsident sich für den Entwurf einsetzte, der neben seinem Amt als S'aatspräsident ja auch gleichzeitig das Kultusministerium und das Finanzm'n'sterium vertritt, also drei Stimmen auf sich vereinigte, und bei Stimmengleichheit bekanntlich die Stimme des Staatspräsidenten entscheidet. Hier bleibt allerdinns die Frage offen, ob dieser Grundsatz auch gilt, wenn der Staatspräsident schon vorder drei Stimmen ' f n r. sich beanspruchte. Diese Auslegung dürfte bis Jetzt wot*l einzigartig dasfehen und ist um so hezeichn"t"ter, als sie sich auch noch gegen einen Minister an« den eigenen Reihen richtet. Der Geoensatz zwischen dem unübersichtlichen, 46 Paragraphen enthaltenden Rag'erums-' entwurf, und dem aus nur 18 Paragraphen bestehenden Entwurf der beiden groß an Organisationen besteht vor allem darin daß letztere in dem Rerierunasentwurf eine Benachteiligung der Kleinen zugunsten des Großgrundbesitzes erblicken, zumal dieser eine pro/rressive, den Großgrvn.dbysitz schonende Landabgabe versieht, d e erst bei einem Besitz von 1.50 Hektar, statt bei 100 Hektar beginnt. Scharf Stellung genommen wurde gegen den $ 9 des Regierunasentwurfs, der den Waldbesitz von der Agrarreform aus- scheiden und mit Ausnahme bei Kahlhieben einer Sonderregelung unterstellen will, was von beiden Organisationen aboelehnt wird, die den Waldbesitz in die Aorarreform e'nbezogen wis- '(FortSetzung Seite 2) Verbreitungsgebiet: Land Baden (Französische Zonel. Geschäftsstellen und Vertretungen in allen größeren Orten. - Anzeigenpreisliste Nr. 2. . Gerichtsstand Freiburg i. Br. - Schriftleitung: Dr. F. Große. Verlagsleitung: Karl May, E. Bauermeister. - iS-uck: Universitätsdruckerei Poppen & Ortmann, Freiburg i Br. Flucht aus der Verantwortung?“ Diese Frage ist der Titel eines Artikels des Vorsitzenden der Landtagsfraktion der CDU, Herrn Dr. W. Kolfmann, in der „S üd- westdeutsches Volkszeitung“ vom 7. Januar 1948, der sich mit dem Austritt der Sozialdemokraten aus der Regierung beschäftigt. Neben dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Fraktion, Gen Maier, war ich Vertreter der Fraktion bei den Verhandlungen mit der CDU über die endgültigen Grundlagen einer Zweiparteien-Regierung. In dieser Eigenschaft und,weil in dem Artikel des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Zusammenhang mit einer nicht sehr fairen Behauptung mein Namen genannt wird; sehe ich mich zu folgenden Feststellungen genötigt. Im Anschluß an die Landtagswahl, die am 18. Mai 1947 stattfand, wurde der Versuch gemacht, eine Regierung zu bilden in der alle vier Parteien vertreten sind. Der Versuch scheiterte an dem Widerstand der Demokraten. Es kam zwischen der CDU und der Sozialdemokratie zur Bildung einer Zweiparteien-Regierung als Provisorium. Sqhon die Bildung einer solchen Regierung darf als Beweis für das Ver- antwortungsbe'wußtsein der Sozialdemokratischen Partei der Wählerschaft und dem gesamten badischen Volke gegenüber gelten. Beide Parteien waren sich darüber einig, daß eine Zweiparteien-Regierung keine wünschenswerte und ideale Lösung darstellt und deshalb zum geeigneten Zeitpunkt der Versuch, eine Regierung auf b re i t e r Grundlage zu b : löen, ernsthaft wiederholt werden müsse. Im Herbst fand der Parteitag derDemokratenin Lahr statt, der durch ein°n Beschluß die Haltung der demokratischen Fraktion billigte. Der nochmalige Versuch des Staa+soräsidenten, die Demokraten zura Eintritt in die Pegrsrung zu bewCcren, scheiterte an der Stellungnahme des Parteitages. Nun war der Zeitpunkt gekommen, die Grundlage zu überprüfen, auf der die Zweiparteien-Regierung der CDU und der Sozialdemokratie für die Zukunft Bestand haben konnte. Die verantwortlichen Personen beider Parteien und Fraktionen war^n n'cht im Zweifel darüber, daß für eine solche Zusammenarbeit gewisse s a eh 1 i c h e und personelle Voraussetzungen.-erfüllt sein müssen. In d : “"“m Sinne'hat der Ölienburger Parteitag der Sozialdemokratie der Lpndte-sfrakHnn djg Entscheidung über .die weitere Mitarbeit in der Regierung überlassen. Was haben der Staatspräsident und die CDÜ-Fraktion in d<*n vielen Wochen seit dem domokrafisrben Parteitag getan, i-m nach der sachlichen und p"rson"lien Seite eine tnögii-he Grundlage f"r e*ne fruchtbare Zusammenarbeit d»- beiden Fraktionen zu schaffen? Die wichtigsten Tatsachen, d'e den bestehenden Zustand nach der personellen Seite charakterisieren. seinen kurz genannt. Das Finanzministerium wird vom i Staatspräsidenten verwaltet. Ministerialdirektor ist. Herr Bund, der als rechtsstehender CDU- Mwn praktisch über alle Fragen des sehr wichtigen M’n'ster'ums entscheidet. D'e Sozialdemokratie hat keine Vertretung n dem Ministerium! Den Demokraten zui'eb. so wurde uns e-klärt, wurde das v'-Miue Ressort des Verkehrs, das b° ! m Wirtschaftsm'n'sterium war. wo es hm gehört, vorerst dem F*"anz- min'sterium anoegFedert. P“r Staatspräsident stellte in Aussicht, daß das Ressort mm geeigneten Zeitpunkt wieder dem Wirtschaftsministerium zugewiesen würde. Trotz d"r endml'ken Weiterung d»r Demokraten, in die Iterierung einzutreten, ist vom Stao tspris»dent"n picht, unter-orn- men worden, des wichM"e Vc-k-hrsrossort wieder dem Wirt' - ' - Vft«Tmnisteriuni anzu- glicdern. Kultusminister ist der Staatspräsident. Ministerialdirektor des Mm-Vertum« für Kultus und U’Vorr’oht ist Prof Dr. F I e i g. e'n führendes M'telied der CDU. , T>e Sozialdemokratie hat an maßgebender Stelle des Mitiisteriumskeine Vertretung!. In der sehr starte besetzten Staatskanz- 1 e 1 hat d'e Soz'aidomokrat'e k e i p e Vertretung! Weder der S'aatsnr’-'s'dent. noch der Vorsitzende der CDU-Fraktion. haben b'^er Schritte imte-pommen, diesen unmöglichen Zustand zu ändern. Im Januar 1947 5 st'unser U-en. Karl Ruf, Kre'ssrhulrat des Kreises Fre'burg. ocs'orhen! Die Neubesetzung der Stelle mit einem sozialdemokratischen Schulmann war ip bestimmt er- Form zugesagt. Für d'a Resetzuog d»r Steile ist unsererseits dem M'n ! s*erium e=n Vorschlag gemocht worden. Krdsschulrat d-><- Kro'ses, Freihure aber ist s°'t längerer Zeit Herr Wohieb, der Rruder des Staatsm-äsidenten! D°e°g Tatsachen bedürfen. ke'nes Kommen- tars. Der Staatspräsident und der Vorsitzende // / Sehe 2 — Nummer 2 &as%3oßt Samstag, 10. Januar 1943 der CDU-Fraktlon aber sind, wie sie erklären, erstaunt über die Stellungnahme der Sozialdemokratischen Fraktion! In dem Artikel der „Südwestdeutschen Volkszeitung“ wird gesagt: „Im Augenblick größter Not des bad'schen Volkes hat wohl eine Richtung in der Sozialdemokratischen Partei die Oberhand gewonnen, die rein parteipolitischen Wahlrück- sichten Rechnung trägt.“ Diese Behauptung entbehrt, wie die vorstehenden Tatsachen beweisen, jeder sachlichen Grundlage. In dem Artikel der ..Südwestdeutschen Volkszeitung“ schreibt Herr Dr. Hoffman n weiter: „Eine weitere Verschärfung der Koolit’ons- verhandlungen wurde durch d'e Forderung des Herrn Franz Geiler veranlaßt, daß in einem künftigen Koalitionskabinett die SP in e ; n Verhältnis 50:50 beteiligt sein müsse. D’ese Forderung wurde geradezu ultimativ gestellt.“ Der Standpunkt, daß ln einer Zweiparteien- Jtegierung beide Parteien in gleicher Stärke' vertreten sein sollten — bei Abstimmungen hätte die CDU auch bei gleicher Besetzung der Ministerien stets den Vorteil des Stichentscheids des Ministerpräsidenten gehabt — war der einmütige Standpunkt der Sozialdemokratischen Fraktion und des Parteiausschusses. Dieser Standpunkt ist von mir in der ersten Besprechung mit den Vertretern der CDU mit der Begründung klargelegt worden, daß die Sozialdemokratie in. einer Zweiparteien-Regie- rung für die Koalitionspolitik vor der Öffentlichkeit die gleiche Verantwortung wie die CDU tragen müßte. Emern Hinweis auf die absolute Mehrheit der CDU im Landtag könnten die Wähler mit gutem Grund mit dem Einwand begegnen, daß es der sozialdemokratischen Fraktion freistehe, die Verantwortung für Beschlüsse und Gesetze, d’e nicht die Zustimmung des schaffenden Volkes finden können, durch Austritt aus der Regierung abzulehnen. Im Vordergrund der weiteren Besprechung mit den Vertretern der CDU standen die s a c h- liehen Voraussetzungen einer tragbaren Zusammenarbeit in der Regierung. Dabei bildete d ! e Boden- und Agrarreform die Hauptfrage. In seinem Artikel schreibt Herr Dr. Hoffraann: „Ferner sollte (nach dem alten Kulturkampfbegriff) die „tote Hand“ ganz allgemein zu einer Bodenreform herangezogen werden. Auch der Wald war grundsätzlich einzubeziehen ... Gerade hier wurde völlig klar, daß die Sozialdemokratie es im wesent- I liehen nur auf eine Entrechtung gewisser 1 Waldbesitzer abgesehen hat, die bei Gelegenheit der Durchführung einer Agrarreform Im revolutionären, also nicht verfassungsmäßigen Sinne, vorgenommen werden sollte.“ Es wird d ! e Öffentlichkeit interessieren, zu erfahren, daß die sozialdemokratischen Forderungen auf dem Gebiete der Boden- und Agrarreform ohne-jede Änderung dem Gesetzentwurf des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften entnommen sind. Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes aber ist der CDU-Abgeordnete Bürgermeister Klaus, Bischoffingen, und ein weiteres maßgebendes Mitglied ,cjes Landwirtschaftlichen Hauptverbandes ist der Minister des Landwirtschafts- und Ernährungsministeriums. Herr Schill! Auch Herr Minister Schill ist maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung des Gesetzentwurfes des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften. Sind diese Herren der CDU „Kulturkämpfer“ und „revolutionäre"* Verfech*er einer „Entrechtung“ der großen Waldbesitzer?! Die Frage braucht nur gestellt zu werden, um zu erkennen, wie sehr gewagt es ist, einen Standpunkt mit völlig verfehlten Gründen zu rechtfertigen, um den politischen Gegner in seinem Ansehen in der Öffentlichkeit zu schädigen. Der Wald ist, wie die Begründung des Gesetzentwurfes des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften sagt, ein „Kernstück“ der Boden- und Agrarreform. Nicht um eine Entrechtung der großen Waidbesitzer handelt es sich, sondern um die Frage, ob eines der wichtigsten Volksgüter weiterhin privaten oder öffentlichen Interessen dienstbar sein soll. Die Forderung, daß neben dem öffentlichen auch der kirchliche landwirtschaftliche Streubesitz — es handelt S’ch um verzettelte landwirtschaftliche Einzelgrundstücke, die in der Regel verpachtet sind — hat selbstverständlich gar nichts mit Kulturkampfgeist zu tun. Es ist eine Forderung des Rechts und der Billigkeit Die Ablehnung der sozialdemokratischen Forderungen zur Boden- und Agrarreform bedeutet also eine Ablehnung des Gesetzentwurfes des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes und der Gewerkschaften, für den maßgebende Vertreter der CDU-Fraktlon verantwortlich zeichnen! Es gibt auch keine sachliche Begründung für die Haltung der Mehrheit der CPU-Fraktion in der Frage des Eigentums an Grund undBoden im Wiederaufbaugebiet zerstörter Städte. Die Mehrheit der CDU-Fraktion hat seinerzeit, wie bekannt, nach Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages auch den demokratischen Antrag abgelehnt, der nur in besonderen Fällen die gesetzlichen Grundlagen einer Enteignung schaffen will. F. G. Was madti das Weiter ? Nach kurzer Unterbrechung hat sich für Mitteleuropa erneut eine Wetterwestlage eingestellt. Damit gelangt auch unser Gebiet in den Einflußbereich feuchter und milder Meeres’uflmissen. — Wetter-us- ■iebten: Anfangs stark bewölkt bis bedacht, vielfach Hegen, später vorübergehende Wetterbesserung, Ta- gestemperaturen erneut ansteigend. Scharfe Kampfansage (Schluß von Seite 1) > Verträge und stellten bezüglich der Land- sen wollen. Der gegnerischerseits zur Begrün- bewerber des durch di* Agrarreform frei wer- dunq des diesbezüglichen Paragraphen verfoch- ■ denden Landes die Forderung auf, daß dieses tene Standpunkt, daß kleiner Waldbesitz nicht j nur an Bewerber abgegeben werden dürfe, die vorteilhaft bewirtschaftet werden könne, wurde die Eignung zur Bebauung besäßen, weiter an insofern als abwegig bezeichnet, als der einer Abgabe unterliegende Waldbesitz ja an Gemeinden übertragen und durch gemeindliche Waldbewirtschaftungsgenossenschaften bewirtschaftet werden könne. Weiter wurde dagegen Stellung genommen, daß der Regierunnsentwurf dort, wo für die Zwecke dieses Gesetzes geeignetes Land nicht zur Verfügung steht, selbst aut den kleinsten landwirtschaftlichen Besitz bei der Enteignung zurückgreifen will, während der von den beiden Organisationen ausgearbeitete Entwurf in seinem entsprechenden Artikel 6 in diesem Falle nur eine Heranziehung landwirtschaftlichen Besitzes unter einer Höhenlage von 600 Metern folgende Flächen für eine eventuell in Betracht kommende Landabgabe vorsieht: Bei 30—40 ha = 3 %, über 40—60 ha - 4 %. über 60—70 ha - J %. über 70—80 ha 10 %, über 80—90 ha »> 13 % und über 90—100 ha = 16%. Scharf kritisiert wurde auch der $ 11 des Reoferunosentwurfes, der zur F’-baltun» von Schlössern, Bibliotheken, Archiven, Sammlungen und dergleichen den Großgrundbesitzern noch weiteren Landbesitz über die für die Abgabe bestimmte Zahl hinaus be- ' lassen wilL Es wurde hervorgehoben, daß man in den Schlössern, wenn sie für ihre Besitzer angeblich nicht mehr tragbar seien, ja auch K'nder- erholunes- oder Flüchtlingshelme errichten könne. Bei der progressiven Staffelung der Land- abgabe würde, wie der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, Klaus, hervorhob, nur etwa- 730 ha Land frei werden, durch den von beiden Organisationen aufaestellten Entwurf jedoch 2475 ha. Sowohl er als auch die Gewerkschaftsvertreter forderten weiter die E i n- beziehung des S p 1 i11erbesitzes, auch der Kirchen, ln die Agrarreform: sie wandten sich gegen den dehnbaren Paragraphen hinsichtlich der Pacht- haben müsse, was durch den Regierungsentwurf nicht in dem gewünschten Maße verwirklicht werde, weshalb beide Organisationen dem Regierungsentwurf den schärfsten Kampf ansagten. Sie würden sich aber bis zur letzten Konsequenz für den von ihnen gemeinsam ausgearbeite- len Entwurf einsetzen und sich nicht beiseiteschieben- lassen. Ministerkonferenz in der Ostzone Am 3t. Januar wird im Schloß Liebenstein in Thüringen eine Konferenz der Innenminister der Länder der Ostzone stattfinden. Für den gleichen Zeitpunkt ist ein Kongreß der V, vlks- bildungsminister vorgesehen. In poll kochen Kreisen der russischen Zone ist man der AnSiedlungs- und Gartengenossenschaften. Was die Entschädigung anlange, so solle sie, um den neuen Besitzer nicht zu sehr zu belasten, in Form einer Amortisation in einem Zeitraum von 60 Jahren an den früheren Besitzer abgegolten werden. Die Vertreter beider Organisationen vertraten die Auffassung, daß die Agrarreform nur von Erfolg begleitet sein könnte, wenn sie nach ihrem Entwurf vorgenommen werde, da die - --- - Landwirtschaft, wenn sie in ihrer Erzeugung sicht, daß beide Tagungen eine Antwort auf Oie nicht zum Erliegen kommen solle, mehr Land | Frankfurter Konferenz darstellen soll. Weniger Kosten als für einen Monat Krieg Marshall leitet die Debatte um den Wiederaufbau für Europa ein Der amerikanische Außenminister Marshall! seien, von Ihr nicht in der Hoffnung festgelegt forderte die außenpolitische Kommission des Senats, deren Vorsitz Senator Vandenberg iührt, auf, die „historische Entscheidung“ über den europäischen Wiederaufbauplan schnell zu treffen, ohne die die Vereinigten Staaten nur noch in einem „bewaffneten Feldlager unter Kontrolle und Reglement leben können“ und ohne die Westeuropa nichts anderes übrig bleibt, als unter der Diktatur der Polizeistaaten zusammenzubrechen. v Marshall erinnerte daran, daß das amerikanische Programm Milliarden kosten und für den amerikanischen Steuerzahler eine schwere Belastung sein werde. Aber diese Opfer würden es morgen ermöglichen, Frieden und Sicherheit zu genießen. „Nicht rein aus Gefühlsmotiven heraus, sondern auf Grund des höchsten Staatsin feresses“, fügte der amerikanische Außenminister hinzu, „wird die amerikanische Nation diesen Weg beschreiten.“ Marshall sagte weiter, daß die Zahl vor 6 8 Milliarden Dollar, die von der amerikanischen Regierung für die ersten fünfzehn Monate des Programms als unerläßlich «rächtet worden Streiks an der Ruhr Kritisch Versorgungstage in Nordrhein^Wost/alen tost Arbeitsniederlegunsen aus Wegen der schlechten Versorgungslage kam es in den letzten Tagen im Ruhrgebiet an verschiedenen Ste'len zu Arbeitsniederlegungen. In Essen hat der Gewerkschaftsvorstand zu einer demonstrativen Kundgebung aufgerufen, durch die auf die katastrophale Ernährunqs'age im Ruhrgebiet aufmerksam gemacht werden soll. In Dü sseidorf streikten die Arbeiter der Kiöck- ner-Werke.. der Ob-rbilker Stahlwerke, der Mannesmann-Röhrenwerke und einiger anderer Firmen wegen der Kürzung der Zulagerationen und der Mängel in der Fettversorgung in Hattingen trat ein Teil der Belegschaft der Heinrich-Hütte Ruhrstahl in den Sitzstreik. Im Hochofen Werk des Dortmtind-Hörder-Hüttenvereins legte ein Teil der Arbeiter die Arbeit nieder. Auch in einigen Remscheider Betrieben kam es zu Arbeits- nieder'egungen. In Duisburg traten die Belegschaften der Gießerei Wanheim und verschiedene Abteilungen der Mannesmannw»rke in den Streik. Ferner «teilten verschiedene Betriebe der Friednch-Wilhelm-Hütte in Mühlheim-Ruhr für mehrere Stünden ihre Arbeit ein. In Solingen traten auf Beschluß einer Betriebs- rärevo'b'ersamm'ung alle Arb-iter mit Ausnahme der in Ga«-. Wa«»r. und E , e'ctrizit8tswerk“n beschäftigten und der Straßenbahn in den Streik. SPD fordert Soforthilfe Die sozialdemokratische Landtagsfraktion Nord- rhein-Westfaien fordert in Telegrammen an die zuständigen deutschen Stellen Soforthilfe. „Ver- sorgunv«'age in Nordrhein-Westfalen wird immer kritischer. Letzter Aufruf sieht nur Ausgabe von Brot und Nährmitteln vor. Fleisch und Fett fehlen vollständig“, heißt eg in dem Telegramm an Ernährungsminister Lühke. Auch aui die rückständigen Lieferungen an Fett, Fleisch und Kartoffeln wird verwiesen. „Schwer- und Schwerstarbeiter warten vergebens auf Auslieferung ihrer Zusatz’ebensmittel. Die Bevölkerung befindet sich in größter Unruhe, zumal durch die Kö’ner Vorgänge bekannt wunde, daß aufgespeicherte Lebensmittel verdorben sind.“ (Es handelt sich um R000 7entner Milchpulver, die in Köln zu einem Fünftel durch Hochwasser verdorben sind.) D?« sozialdemokratische Landtagsfraktion ersucht in ihrem Telegramm Ernährunnsminfster Lüb^e dringend um Intervention in Frankfurt und bei den Besatzungsbehörden. Sofortige Hilfe, insbesondre für da« Ruhrgebiet und die rheinischen Großstädte, müsse einsetzen, wenn schwerste Erschütterungen in der Wirtschaft vermieden und Ruhe und Ordnung gesichert werden sollen. Aus allen vier Zonen Berlin. Die überlebensgroßen Bildnisse Lenins und Stalins, die im Treppengang des Gebäudes de.' Eisenbahndirektion Berlin angebracht sind, werden seit Tagen von einem deutschen Bahnpo’.lzisten bewacht, da das Bild Stalins während der Feiertage von unbekannten Tätern elngerissen wurde und das Len'nblld vor einiger Zeit mit einem Hakenkreuz be-chmisrt worden war. Berlin. Eine Ent’assung deutscher Arbeiter und Angestellten bei der britischen Militärregierung, die im Sowjetsektor Berlins wohnen, sei nicht zu erwarten, erklärte ein Beamter der britischen Mi’itärregie- rung. Elh Sprecher der sowletischen Militärregierung erklärte entgegen Presse- und Rundfunkme’durgen, daß keinerlei Kündigungen' gegenüber Angestellten der SMA. die im amerikanischen oder im britischen Sektor wohnen, ausgesprochen worden seien. Berlin Die amerikanische Mi'ltärreg’erung hat beschlossen, die im russischen Sektor Berlins gelegene und von den Sowtethehörden kontrollierte Berliner Universität zu boykottieren und untersagte den neuimmatrikulierten Studierenden im amerikanischen Sektor zu wohnen In einem Communinue der amerikanischen Militärregierung- heißt es teuoch: „Sobald alle Besatzuogsmäehte sich bereit ertVä-ep, Deutschland als e'n Ganses zu betrach'en und zu behandeln, nach welchem Prinzip alle Lehrstätten der alliierten Kommandantur unVrstehen. wird von selten der amerikanischen Militärregierung keinem 8tu- den'en mehr eine Einschränkung seiner Rechte auferlegt werden. Berlin. Als Folge der durch den Krieg zerrütteten Verhältnisse hat sich die Zahl der Ehescheidungen ln Berl*n e*wa vertünf*acht. Tn der Zelt von Mai 194t b's September 1947 sind beim Berliner Landgericht 52 015 Ehescheidungen beantragt worden. Doppelzon» Hamburg. Eine rege'rechte Schwarzmarktorganisation mit Waren Im Wen von 2,5 M'l'ln-en RM wurde In einem Lager verschleimter po’nischer Personen bei Lübeck durch den Kontrolldienst an der britischen Zonengrenze entdeckt. Kassel. Ab sofort wird zur Erleichterung des Reiseverkehrs zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Zone das bisher zwischen Bebra und Obersuhl, dem Grenzort im amerikanischen Besatzungsgebiet, verkehrende Personenzug'paar bis nach Gerstungen in der Sowietzone weit erg geltet, teilte die Eisenbahndirektion Kassel mit. Stuttga rt Für das Jahr 1943 werden auf Grund , von Richtlinien der Hauptverwaltung Straßen de* j britischen und amerikanischen Beeatzungsggbietes : neue amtliche Kennzeichen für Kraftfahrzeug» mit weilten, auf schwarzem Grund geprägten Schriftzeichen ausgegeben. Berlin. Das ang’o-amerikanlsche Recht des „habeas co-pus" soll nach e'ner Verfügung der amerikanischen Militärregierung in die'Gesetzgebung im Bereich der amerikanischen Besatzungszone auf genommen werden. Dieses Gesetz verteidigt die individuelle Freiheit gegen Übergriffe der Polizei. Jede Person, die von der Besatzungsmacht verhaftet worden ist. soll lnnechalb von drei Tagen vor dem nächsten Militärgericht zur Verantwortung ge-ogen werden. Die Verfügung findet keine Anwendung auf dielenlgen Perzonen, die von deutschen oerich'en verurteilt werden sollen und auch nicht auf Kriegsverbrecher. W1 e s b * d e n. Nach einem Beschluß von Vertretern des Schweizer Amtes für Arbeitsko’onlen und der Hochschu'en der britischen Zone, können im Laufe dieses Jahres rund 2 11W deutsche Studenten zu einem Landaufenthalt in die Schweiz fahren. S*e sollen dort hauptsächlich in der Landwirtschaft, befm Straßen- und Wegebau und bei anderen Notstandsarbel- ten eingesetzt werden. Marburg. Eine Arbeitstagung des sozialistischen deut-chen Studen*enbundes wird vom 11 Januar bis 6. Februar In E-chw-gs in Kordhessen Del eifert», aus allen Ländern der drei Westzonen zusammen'Ohren Frankfurt Die Errichtung einer ..Hochschule für Po'ltUc“ wird in Frankfurt geplant. Vorsitzender des Gründungsausschurses ist der R-ktor der Frankfurter Universität, Prof. Dr. Walter Hallstein. Rassisch« Zone Berlin. Der CDU-Abgeordnete des Kreises Döbeln im sächsischen Landtag, Johannes Bolimann. ist nach dem Westen geflüchtet, nachdem ihm von der sowjetischen Ortskommandantur erklärt worden war, wer für Jakob Kaiser sei, ist ein Verbrecher und muß verfolgt werden. Leipzig. Die Leipziger Straßenbahn soll vom 15. Januar an nur noch Berufstätige mit besonderen 'Ausweisen befördern, «le mehr als zwei Kilometer von ihrer Arbeitsstätte entfernt wohnen. Berlin Die seit neun Monaten aufgehobene Vor. Zensur der Zeitungen in der Ostzone ist im Zuge der Gleichschaltung auf den allein gültigen SED-Kurs worden seien, um davon abzuhandeln und weniger zu bekommen. Er fügte hinzu, daß die Gesamthöhe der amerikanischen Hilfeleistungen, die auf ungefähr 15 bis 17,8 Milliarden Dollar beziffert worden sei, weder endgültig wäre, noch mit unbedingter Genauigkeit im voraus lest- geleqt werden könne. Marshall erklärte, das Ergebnis langer und pein’ich genauer Kalkulationen aller mitspielenden Elemente sei die Tatsache,, daß die Vereinigten Staaten sich dieser Aufgabe unterziehen konnten, ohne ihre eigene Wirtschaft dadurch in Gefahr zu bringen. „6.8 Milliarden Dollar ist weniger als die Kosten für einen Monat Krieg“, sagte Marshall, „und als Investierung für den Frieden ist der Preis gering.“ „Wir dürfen niemals vergessen“, so saiis Marshall, „daß wir mit demokratischen Regierungen souveräner Nationen verhandeln, die mit Recht auf ihre Geschichte stolz, und fähige, geschickte und energische Völker sind. Ich kann nicht oft genug meiner festen Überzeugung Ausdruck geben, daß die von uns geleistete Hilfe nicht von Bedingungen .abhängig gemacht werden darf, die tatsächlich deren moralische Berechtigung völlig vernichten und auch die Zusammenarbeit ausschalten würden, die die Einigung der europäischen Nationen begünstigen soll.“ Bis August 1948 sollen Kriegsgefangene aus Großbritannien entlassen werden Die etwa 160 000 deutschen Kriegsgefangenen, die sich noch in britischer Gefangenschaft befinden, werden voraussichtlich bis zum A u- qust 1948 entlassen werden, teilte ein Beamter der britischen Kontrollkommission für Deutschland in Berlin mit. Uber 220 000 deutsche Kriegsgefangene kehrten, wie es in der Mitteilung weiter heißt, im Laufe des Jahres 1947 aus britischer Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück. Nene Scheidemünzen Baden-Baden. Die Militärregierung teilt mit: Zum ersten Male seit der Kapitulation des Dritter» Reiches wurde die Prägung von Scheidemünzen in den Münzanstalten In Berlin. München und Stuttgart wieder aufgenommen. Die Überwachung der Münzstätten wird durch die vier Besatzungmächte in Berlin durchgeführt. Die Münzanstalt Muldenhütten in Sachsen in der sowjetischen Zone wird alsbs’d eröffnet. Das Abkommen über die Wiederaufnahme der Prägung von Hartge’d, um den derzeitigen Mangel an Scheidemünzen in Deutschland abzuhelfen, wurde vom Finanzdirektorium des Alliierten Kotrollrates am 24. September 1947 abgeschlossen. Die Münzen werden die gleichen sein wie die bisherigen Fünf, und Zehnpfennigstücke, jedoch wird auf der Rückseite das Hakenkreuz nickt mehr erscheinen. Ein Betrag von Banknoten im Werte der neugeprägten Stücko wird aus dem Verkehr gezogen und vernichtet werden. Wenn die Währungsreform durchgeführt wird, so sollen dlo Scheidemünzen' genau so. wie die zur Zelt im Umlauf befindlichen Banknoten behandelt werden. Um die deutschen Patentrechte ln der französischen Zone Baden-Baden. Frankreich, das immer zugunsten der Verteidigung der Menschenrechte gekämpft hat, bat auch die Frage des Schutzes des geistigen Eigentums nicht außer acht gelassen. In diesem Sinne ist es schon frühzeitig gelungen, eine Reihe wichtiger Maßnahmen zu treffen, die zur Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wesentlich beitragen. Die Patentierung deutscher Erfindungen in Frankreich ist schon seit längerer Zeit möglich. Für alle solche französischen Anmeldungen, die seit den» 1. Januar 1948 eingereicht sind, gilt die Regelung, daß die daraufhin erteilten'Patente nicht unter Sequester faßen, also zur Verfügung des deutschen Erfinders b'eiben Dieser kann auch Lizenzen sowie Prioritätsrechte für das Ausland abgeben und diesbezüg’.’ch Verträge abschließen. Vor Vertragsabschluß muß der deutsche Partner die Genehmigung der französischen Militärregierung erwirken. Für den französischen Partner unterliegen solche Verträge nicht der besonderen Genehmigung, die für sonstige Auslandsgeschäfte erforderlich ist. Die Lizenzgebühren werden durch das Office de Changes transferiert. Ein Teil derselben kann Jeweils nach Einho’uftg der Genehmigung des französischen Finanzministeriums auch auf Antrag des deutschen Erfinders in Frankreich ge'aasen werden. Man hofft, daß sich auf diesem Wege möglichst bald normale Geschäft?beziehun~en zwischen der französ'scken und der deutschen Industrie anknüpfen und zum Nutzen beider Industrien entwickeln werten. Da es zur Zeit für deutsche Erfinder und auch für dlo französische Industrie noch schwierig ist, untereinander Verbindungen anzuknüpfen, hat die Militärregierung ihr Einverständnis damit erklärt, daß französisch" Verwertungsfirmen den Kontakt zwischen den deutschen Erfindern und der französischen Industrie hersteilen. Wenn der Kontakt gefunden ist Jetzt wieder eingeführt worden, meldet die Zeitung i und wenn feststeht, daß bei einer französischen - . (Firma ernsthaftes Interesse für die Verwertung | einer zu einem französischen Patent angemeldeten ! deutschen Erfindung besteht, wird die Militärregle- I rung auch, soweit wie möglich die Aufnahme eine» I persönlichen Kontaktes zwischen den Verhandiungs- [ partnem erleichtern. Je nach der L»ge des Falle» wird entweder dem französischen verhandlungspart- | ner e’ne Reise in d'e französische Besatzungs~on» ] oder dem deutschen Verhand'ungspartner eine Auf. „Der Sozialdemokrat* Berlin. Das Nachrichtenbüro der sowjetischen Militärverwaltung dementiert, daß die sowjetische Besatzungszone Deutschlands, wahrscheinlich als 17. Sowjet-Republik in den Bestand der Sowjetunion aufgenommen werten «olL Die Behauptung wurde von dem eh-maligen Ministerpräsidenten von Thüringen, Dr. Rudolf Paul, in einem Interview aufge- , ^ t i mU m M^*an r ^k*iowsky n be?ref ebliChe Unterredung i na^.-°"^irtkten Besprechungen ln Frankreich Berlin. Der CDU-Vertreter beim „Vo’kskongreß" j Ein Rundschreiben, das die geltenden Maßnahmen der SED. Kurt Wandrey, wurde in Sachsen-Anhalt für d'e Patentanmeldungen In Frankreich zusammen- von der deutschen Polizei verhaftet. Wandrey hatte fa-sen soll und die Referenzen der entsprechenden im Verlauf des Kongresses, der seinerzeit In Berlin i offiziellen Texte a"-»eben wird wird in der nächsten stattfand, dte Aufnahme der Frage der deutschen j Zeit im „Journal Officl-1 du oommandement en Chef Ostgre n zea In dl* Tagesordnung beantragt. (Iransais en Alle magna" veröffentlicht werden. Samstag, 10. Januar 1043 - Nummer 2 — Seite 3 fmburotr Icltccko Die andere Seite „Nein, diese lugend!“ Frau Unbeiehrt seufzt es bekümmert und gedenkt dabei jener — für s i e — so „guten" alten Zeit, in der noch der „nationale“ Gedanke in Deutschland marschierte und sie selbst zu den eifrigsten Mitgliedern des „Vaterländischen Frauenvereins" (er kann auch anders geheißen haben) gehörte. Dama’s erwies man Frauen in ihrer „Position“ noch die Achtung, die ihnen gebührte, und befleißigte sich nicht jener „öden Gleichmacherei“ wie heutzutage,. Ja — damals! Aber sie würde das Ihrige dazu beitragen, daß jener frühere Geist der „gottgewollten“ Ordnung (wie sie ihn verstand), wieder Wurzeln schlagen würde! — „Diese vaterlands’cse Jugend!“ grollt auch Herr von Kalkriesel, und er entsinn); sich mit stolzer Wehmut der „herrlichen“ Zeiten, in denen Leute wie er eine sehr gewichtige Rolie in Deutschland spielten. Er sieht sich wieder auf dem Kasernenhofe (der Grabstätte der persönlichen Freiheit) und hört sieh „schneidige“ Kommandos brüllen: „Rechts schwenkt — marsch ! Gerade — aus! Hinlegen!!“ — Und er kostet noch einmal mit innigem Behagen die Erinnerung an das „prächtige“ Bild, das die sich befehlsgemäß im Drecke wälzenden Rekruten jeden Alters ihren Gewalthabern zu jener Zeit boten. Ja, damals wurden die jungen Deutschen noch zu „Kerlen“ erzogen! Dieser Tage geriet ich in einen Menschenauf- Hirnen widerspiegelt) gedacht und davon Abstand genommen, weiterhin Morgenluft zu wittern, die ein Trugschluß bleiben wird, solange der deutsche Arbeiter auf der Wacht ist und auf unbelehrbare Zeitgenossen so reagiert, wie sie. et verdienen! Sarkast» Achtung! Scharf eingestellt Gegen Denunzianten, Verleumder und Gerüchtemacher Im Dienste echter Nächstenliebe Die Gründungsfeier des Badischen Roten Kreuzes in Freiburg Tm Freiburger Kaufhaussaal fand in festlichem, Dienst aller stelle, und bedauerte dann, daß der Rahmen die Gründungsfeier des Badischen Roten J übersteigerte Nationalismus unseres Jahrhunderts , Kreuzes statt, der zahlreiche Vertreter der j alle völkerverbindenden Gedanken in den Hin- Militärregierung wie auch der staatlichen, städti- j tergrund gedrängt und somit auch mit dem grossen und kirchlichen Behörden, der politischen j ßeti, erhabenen Gedanken des Roten Kreuzes Parteien und der Verbände der freien Wohlfahrts- i Mißbrauch getrieben habe, den andere, Unschul- pflege' beiwohnten. In seiner Festrede dankte der j dfge, mit ihrem Blutzoll hätten büßen müssen. Präsident des Badischen Roten Kreuzes, von! Der Staatspräsident übermittelte dann auch die Brentano, vor allem der Militärregierung ' Grüße des Oberbürgermeisters und der badischen sehr herzlich für die Wiedererrichtung des Bad!- Bevölkerung und gedachte dankbar aller Männer sehen Roten Kreuzes «und für die dieser Organisation und ihrer Vorgängerin, dem „Badischen Hilfswerk", in reichem Maße gewidmete Unterstützung auf ihren mannigfachen Arbeitsgebieten. Worte hoher Anerkennung fand der Redner äuch für die beiden Delegierten des Internationa’en Komitees des Roten Kreuzes, de Reynier und Schleuning geleiteten Städtischen Orchesters, Rjnderspacher, die über zwei Jahre lang an der | des Opernsängers Karl Wirsdorf und des Linderung der Nöte der Bevölkerung tatkräftig Schauspielers Kurt Heinz Welke. mit?earbeitet haben. Sein weiterer Dank galt namentlich den anwe- senden Vertretern der Schweizer Spende, die das „Badische Hilfswerk“ ebenfalls seit über zwei Jahren wahrhaft hingebend unterstützt und hierdurch geholfen hätten, viel Not zu lindern, der Padischen Landesregierung und allen übrigen hi'fsberehen Stellen sowie nicht zuletzt all seinen treuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die gleichfalls unermüdlich dazu beigetragen hätten, den Notleidenden in der badischen Bevölkerung, wo es nur möglich war, zu helfen. Der Redner wies dann in einem kurzen Rückblick auf das große. v segensreiche Werk Henry Dunants, des Gründers des Roten Kreuzes, und seine Bedeutung auch für die Gegenwart hin und hob mit besonderer Genugtuung hervor, daß der Rot-Kreuz- Oedanke schon früh in Baden Wurzel gefaßt habe, das somit vorbildlich für die anderen deutschen Länder geworden sei. Nach einem Querschnitt durch das reiche Arbeitsgebiet des Badischen Roten Kreuzes, das vor allem auch der Jugend und unseren Kriegsgefangenen dienen wolle, schloß er mit der Mahnung an alle Anwesenden, mit allen Kräften an diesem segensreichen Werke mitzuarbeiten. Der Badische Staatsoräsident W oh leb erinnerte an die alte, große Überlieferung des Roten Kreuzes, das seine schöne Menschlichkeit in den Im Rheinland erzählt man sich eine Anekdote, die, wenn vielleicht auch gut erfunden, gew'sse unerfreuliche Zeiterscheinunqen in jedem beliebigen Orte mit Biitzlirht beleuchtet. E : n Mann, so heißt es, sei zur Mil'tärkommandantur gelaufen, um dort seinen lieben Nachbarn anzu- , , , . schwärzen. Nach Anhören des Sachverhalts auf. Ein junger Mann war zusammen gebrochen; habe ihn der britische Offiz’er gefragt, wie die sein magerer Körper wurde von Krämpfen ge- G e s t a p o im „Dritten Reich“ derartige Anschüttelt, und dichter Schaum stand ihm vor dem , zeltTen honoriert habe! Das Drnumianten- Munde. Ein anderer. Mann hielt ihn und trug Unwesen ist ln der Tat in allen Zonen zu einer ihn. als sich die Krämpfe gelegt hatten, mit Hilfe I Landplage geworden. Es war für das deutsche eines Dritten in den nächsten Hausflur. „Er wird j Publikum nicht gerade schmeichelhaft, als vor sich bald wieder erholt haben“, erzählte er uns ! einiaer Zelt vor dem Mittleren Militärgericht in F r e i b u r g der französische Staatsanwalt das überhandnehmende Denunziantenunwesen, mit dem man weder der deutschen Bevölkerung n n ch den alliierten Gerichten einen Dienst erweise, mit den schärfsten Worten brandmarkte. Was wird heutigen Taues nicht alles in ano- nvmen Schreiben an deuts-he und französische Stellen herannetragen? Was w'rd nicht auf Hanstrennen, beim Schlanoestehen und in den Läden kolnortiert. Im „Dritten Reich“ wagten diese Leutchen den Mund nicht airizutnn. Heute sehen sie es als eme demokratische Tugend an, über affe in öffentlichen Ämtern tätigen Persönlichkeiten den — nach Heinrich Heine — stets gefüllten Nachttopf auszugießen. Sei es die Zuckerversorgung, die Butterverteilung, die Schuhzuweisung, sei es’ die 'Versorgung mit anderen notwendigen Geb'rauchsgenenständen, — immer ist eine gewisse Sorte von Mitbürgern geneigt, ..den mit diesen undankbaren Aufgaben betrauten Behörden, die ja nur verteilen können, was Ihnen zur Verfügung steht, die schlechtesten Absichten und die unreellsten Verteilungsmethoden zu unterstellen. Ob es aber ratsam wäre, solchen Leuten, die offenbar gern von sich auf anders schließen, die Versorgung der Bevölkerung anzu vertrau ent Der Vorstand einer Beamtunu, der deshalb besonders angefeindet wird, weil er die an ihn gestellten Anforderungen nur im Verhältnis von etwa drei vom Hundert erfüllen kann, hat einigen der schlimmsten Verleumder und Gerüchtemacher Gelegenheit geneben, ihre Behauptungen vor Gericht zu beweisen. Welch klägliches Bild bot sich da! Entweder leisteten sie Abbitte imd erklärten sich dort zur übernähme einer freiwilligen Buße bereit, weil sie angeblich das dort. „Den armen Kerl hat’s noch kurz vor Tores- ! schluß erwischt, — Kopfschuß! Mit 16Jahren haben sie ihn noch zum „Volkssturm“ gepreßt! Auch einer von denen, die unser „herrlicher Führer“ auf dem Gewissen hat!“ • Sehr bedauerlich, daß nicht auch Frau Unbe- lehrt und Herr von Kalkriesel Zeugen dieses erschütternden Vorgangs wurden! Vielleicht hätten sie dann' doch etwas anders über -den „nationalen“ Gedanken (wie er sich in ihren verworrenen und Frauen, die sich mit allen Kräften um den Wiederaubau des Roten Kreuzes bemühten, das den Weg zu wahrer Menschlichkeit weise. — Daß sich auch der künstlerische Teil der erhebenden Feier in voller Harmonie erfüllte, war das Verdienst des von Generalmusikdirektor Eine Verpflichtung der Demokratie Die Schaffung eines großzügigen Wiedergutmachungsgesetzes für die Opfer des Naziregimes Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) hatte am Dreikönigstag eine Mitgliederversammlung einberufeu, für die sich der Heimatsaal der „Harmonie“ in Freiburg als viel zu klein erwies. Der 1. Vorsitzende, Kamerad Schieler, gab in seiner Begrüßungsansprache der Erwartung Ausdruck, das .neue Jahr möge den Opfern des Faschismus die Erfüllung der hauptsächlichsten Wünsche bringen. Schaft auf sich genommen haben. Eine kürzlich erlassene Anordnung? des Kontrollrates ermögliche nun die Rückerstattung geraubter Vermögensobjekte und die Außerkraftsetzung von Verfügungen und Abmachungen, bei deren Zustandekommen die Betroffenen einem Zwang ausgesetzt gewesen seien. Dies gelte vor allein für Zugriffe, die nach dem Juni 1933 gegenübe: den aus rassischen. Gründen Verfolgten stattge- Kamerad Justizminister Dr. Nordmann ent- funden hätten, fn dem Wiedergutmachungswickelte dann ein interessantes Bild vom Stande deg Wiedergutmachungsgesetzes, mit dem sich die Regierung und der Landtag in Bälde zu beschäftigen haben werden. Der Koblenzer Entwurf, der die berechtigten Forderungen der aus politischen, rassischen und religiösen Gründen Verfolgten weitgehend berücksichtige, könne hierfür eine wertvolle Grundlage darstellen. Über die Notwendigkeit eines derartigen, Gesetzes, so betonte der Redner mit allem Nachdruck, sei kein Wort zu verlieren angesichts der maß’osen Opfer, die mutige Frauen und Männer im Kampfe gegen die nazistische Gewaltherr- Freiburger Neuinszenierung: Ludwig V2N Beethoven: „Fi ’elio“ säien und zu bezwingen, den ganzen Aufbau, von dem so ganz nach innen gekehrten Kanon bis hin zum ekstatischen Schluß, in einer großen Linie zu zeichnen, daß man erneut von der Wucht dieses Werkes erschüttert ist. Daß die ethisch-sittliche Idee bei Beethoven als Problem sichtbar geworden Ist, ist das große Verdienst der hiesigen Aufführung. Hans Herbert Gütz Freie Kurse für Menscbenblldung Die volkspädagogische Arbeit in Deutschland hat in starkem Maße darunter gelitten, daß sie sich ln Qi-bernncr vrm Freiheit und G e r e r h ihrer Methodik nicht über eine popularisierte Wis- f, 5!c nerung _von r reine it Uno Cierec n- iermittlung erheben konnte, sollen die Men- tigkeit — eine Losung die der große Pm’O- gesetz müsse die Schadenshaftung für Sachwertverluste, Einkommenseinbuße durch Entlassung, Inhaftierung und dergleichen ebenso eindeutig festgestelit werden wie für die gesundheitlichen Schädigungen. Das Hauptaugenmerk sei auf die Wiederherstellung des alten Zustandes zu richten, der durch eine Regierung, die aus Verbrechern bestanden habe, gewaltsam geändert wurde. Die Mittel für die Wiedergutmachung seien einem Sammelfonds zu entnehmen, in den die enteigneten Vermögen der Naziaktivisten und der sonstigen Nutznießer des Hitlerfaschismus und auch die im politischen Säuberungsverfahren ausgesprochenen Geldbußen f'ießen so'Ien. Der Staat, dem grundsätzlich die Schadenshaftung zufalle, müsse nötigenfalls entsprechende Zuschüsse leisten. Der besonderen Fürsorge bedürften die Witwen und Waisen jener Männer, die in den Kerkern der Gestapo und in den Konzentrationslagern ihr Leben lassen mußten. Zur politischen Seite der Wiedergutmachung übergehend, erklärte der Redner abschließend: „Wir benötigen heute die Widerstandsleute von einst zum Aufbau des neuen demokratischen Staates'und Selten ist in der Geschichte der Oper so um ein Work gerungen worden wie um den „Fldello“. Enttäuschungen, Kritik, Korrekturen begleiten ihn, bis er schließlich in seiner heutigen Fassung zu einem der größten Ereignisse der Musik überhaupt geworden ist: Ereignis in dem Sinne, daß nicht um einer Handlung oder um der Befriedigung von Sängerwünschen willen Musik geschrieben wurde, sondern daß sich im musikalischen Ablagf Menschheits- probieme in einer einzigartigen Weise darstellen. — Aus den Beethovenschen Aufzeichnungen wissen wir, warum ihm gesangliche Werke so schwer gefallen sind. In der Symphonie, in der „symphonischen“ Klavlersor.ate konnte er sich „ungehindert dem freien Nachdenken oder der Begeisterung überlassen“. Hier aber muß er — ganz Im Gegensatz zu Mozart — um jede kleine Melodie kämpfen, sie immer wieder neu bezwingen. Der nach eigenen musikalischen Gesetzen bestimmte Wuchs eines musikalischen Gedankens mußte in Konflikt mit dem Wort geraten, auf dessen seelischem und philosophischem Gehalt — Pflicht, Gattenliebe und Freiheit — gerade bei Beethoven ein wesentlicher Akzent liegt. Aus diesem Kampfe, dem sich Beethoven dauernd aufgesetzt fühlt, entspringt jene ungeheure Kraft und Spannung, die dieses Werk in seiner kaum ertragbaren musikalischen Übersteigerung und teiiweisen stimmlichen Vergewaltigung — man denke z. B. an den Sch'ußchor — ela das erregendste Beispiel des Beethovenschen Ezhafff-nsstils erscheinen läßt. Elpe ethische Idee als Grundlage einyr Oper, beim späten Mozart bereits vorgeprägt, mußte und konnte nur bei Beethoven seine tiefste Deutung finden. N Dio Aufführung verlegte, in der Inszenierung durch Eigmund' Matuszewski, durch die einfachen, wuchigen Bühnenbl'der von Heinz Küpferle und ein M n'mum an Gestik das Schwergewicht ganz auf das musikalische Geschehen, um damit dem symphonischen Geist auch dieser Oper gerecht zu werden. In dar Tijelrolle hörten wir Thea Consbruch a G , anfangs sparsam in der Freigabe ihrer großen Stimm'ichen Mittel, d e dadurch die Sch’ußsteigerung vollendet gelingen l'eß. Ihre Partie ist genau durchdacht und 'geistig bis ins letzte durchformt. Bedeutend im Spiel und überzeugend im Einsatz seines wundeivollen Materials Eugen Grimm als pi-arro, leider an einigen Stellen vom Orchester verdeckt, Jl'lz Scniwek, dessen stimm’lcher Glanz in der gefürchteten Arie schön rur Geltung kam und Sigmund M e z e y a. G., der m't ruhig:m Spiel und. der . __ —- ..... . .. . Wärme seiner St'mrae a's Roeco ausgezeichnet ge- | erhalten kann. Ais Gebühren werden für di» Dop- Müs nichts Übrig haben eignet Ist. Die anderen Rollen sind mit A. Leber,, polstunden 1.50 RM berechnet. Auf begründeten j 3 . P.ees und H Lange gut besetzt. Die Chöre I An 4 ng kann Ermäßigung, bei Mltte” 0 'igkelt Erlaß j Die Aussprach“ über die zwei ■ Referate för- glnd angenehm-eufgelockert o’it»o unruhig zu wirken i der Gebühren erfo'gen. D ; e Freten Kuree sind, was darf» wpr+vn'le Anren-r-opn zu Tag« dl» K», Und in der mu-i’ts’.ischon W rkung s-hr eindzuck-vo”.. den Dozentenkreis pneeht, auf übernationaler Zu- , ,■. c , u,e Wl’helm SChleuning ist es mit dem Orchester --rnm-narbeit aufgfbaut. Tm 1. Semester werde 1 i Allsarce Tlin o gea V. 'Poofoulmachungsgeset- felungen, das musikalische Geschehen so zu beherr- 7 Dozenten aus der Schweiz zur Verfügung sieben. ZCs Verwendung finden dürften. sensübermittlung sehen aber heute für eine neue Form eines sozialen Lebens reif werden, so wird es zunächst darum gölten, urteilsfähige und in ihrem Denken innerlich aktive Menschen heranzubilden. Das passive Hinnehmen von Wissensgütem, das heute zumaisCdie Arbeit unserer Pädagogik charakterisiert, muß abgelöst werden durch ein freies, selbständiges Erarbeiten von Gedankeninhalten. Die Freien*Kurse für Menschenbil- d u n g die vom Verein für pädagogische Erneuerung, Freiburg, und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Zweig Freiburg, veranstaltet werden, sollen für alle diejenigen Menschen eine Hilfe sein, für die die Frage nach dem Wesen des Menschen und seinen Aufgaben in der Welt zu einer entscheidenden Existenzfrage geworden ist. Unter p.. ,, , .... .. ..._ , der Voraussetzung völliger Denrfreiheit wollen die : KUCknllCk auf die jüng? e /eiteoocne TTT'sse Uns Persönlichkeiten, die als Lehrende und Mitarbeiter zur Vorsicht mahnen. Durch eine ..Säuberung en den freien Kursen tätig sind, d ese den Menschen soph Kant in die Worte Neidete: Ohne Gerechtigkeit hat es keinen Wert, daß Menschen auf der Erde leben! Der zweite Redner des Abends, Kamerad Dr. Bitte!, referierte 'über ..Da« Recht der Nazi Opfer“. Lr sprach den Wunsch aus, man möge bei der Schaffung des Wiedergut- machungsgesetzes, das zweieinhalb «Jahre auf sich warten ließ, nicht juristische oder bürokratische Engherzigkeit, sondern den gesunden Menschenverstand walten lassen. Ein heute bedrängenden Frag3n in einer vor dem modernen Bewußtsein vertretbaren Weise beantworten. Die „Freien Kurse* arbeiten auf nichts anderes als auf ehrlich- menschli che Erkenntnisbereit-schaft hin: ihr Besuch ist an keine besondere Vorbi’dung gebunden. Ihre Bemühungen gehen led’g !: ch um die Heranbildung reifer, urteilsfähiger und lebenstüchtiger Menschen. Dio Arbeit der JFreien Kurse* erstreckt sich jeweils über ein Semester. Das 1 . Semester wird Ende Januar beginnen und Ende April enden. Der Hörer hat die Möglichkeit, unter 22 verschiedenen Kursen tm wählen: Die Kursd 2 uer umfaßt « bis 12 Doppelstunden. Dio Kurse selbst werden in der Hauptsache ln den Räumen der Rotteckschule abgehalten, 7 umsist *n Form einer Arbettsgemeinsrivaft, so daß der Hörer auch auf persönl'ch? und sachliche Fragen Antworten komödie“, die die großen Nazis und Nutznießer schont und die k’einen Leute schu^ig werden läßt, aber auch durch b^enkürhe Entwicklungen in der Justiz. habe die Reaktion auf’ aßen GrivVen wi“dgr Oberwasser erhaben. Das fort- «rhritt’iche Bürgertum habe im Jahre 1343 die Opfer der vcrmäi-zlicFen Reakrionsperiode gefeiert und sich zu d°n Prinzipien der Demokratie begannt; deren Nachfahren aber finden wb zum größten Teil im La "er der schlimmsten Feinde e ; ner freiheitlichen Entwicklung im Staats- und Wirtschaftsleben So sei es aurii zu ve-"de'"'n daß gewisse Kreise für die Opfer des Faschis- Opfer falscher Informationen geworden waren, die sie leichtfertigerweise Weitergaben, — oder aber die Verhandlung endete mit einem jämmerlichen Schiffbruch für die „Wächter der öffentlichen Sauberkeit“. Seihst vor dem Familienleben machen die Verleumder nicht halt. Dem Vorstand einer Beendung wurde' nachgesagt, er habe sich bei einem familiären Anlaß etwa 30 Würste zu Gemüts geführt, wobei sich jeder selbst ausmalen konnte, wie und gegen was dieser Wurstsegen zustande kam. Auch hier brachte die Gerichtsverhandlung die wünschenswerte Aufklärung. Der Sohn des Beamtungsvorstandes hatte etwa 25 Jugendkameraden zu einem zwanglosen ' Beisammensein eingeladen. Hierbei wurde ein bescheidener Imbiß eingenommen, zu dem jeder Teilnehmer neben dem Unkostenbeitrag auch die entsprechenden Brot- und Fleischmarkcn beisteuerte. Der Verleumder erhielt e ne Geldstrafe von 100 RM, gegen die er mit dem „Erfolg" Einspruch erhob, daß die Strafe auf 200 RM erhöht wurde. Mit diesen Feststellungen sollen gewisse Verfehlungen, die da und dort in Ämtern oder Versorgungsbetrieben zu verzeichnen waren und die auch immer wieder einmal Vorkommen mögen, solange wir eine Mangelwirtschaft haben, nicht entschuldigt oder beschönigt werden. Wer aber von solchen Dingen weiß, dem stehen in der Demokratie alle Weoe zur Aufklärung und Abstellung von Mißständen offen. Er kann sich — natürlich unter voller Namensnennung! — an den zuständigen Verwaltungsvorstand oder an den Betriebsreferenten, an die Kriminalpolizei oder an die Presse wenden, die im gegebenen Falle für Abhilfe sorgen werden. Wem es also wirklich darum zu tun ist, Mißständen und Verfehlungen entgegenzuwirken, der kann nur einen dieser Wege wählen, wenn er sich nicht dem VoTwrf aussetzen will, dem verächtlichen Gewerbe der Denunzianten. Verleumder und Gerüchtemacher Vorschub zu leisten. , E. Sch. Aufruf von Brot und Fleisch Für die zweite Dekade der Januar-Lebensmittelkarte werden aufgerufen an: Brot: Kinder von 0 bis 3 Jahren auf Abschnitt 3 = 500 g, 6 = 250 », von 3 bis -6 Jahren auf Abschnitt 3 = 1003 g, 6 — 250 g, für alle folgenden Altersstufen auf die Abschnitte 3 und 6 je 1000 g, Schwerarbeiter Gruppe A auf Abschnitt 55 — 503 g, Gruppe II auf Abschnitt 263 = 750 g, Gruppe III auf Abschnitt 363 = 10°0 g, 364 *= 250 g, Gruppe IV auf Abschnitt 463 — 1000 g. 464 = SCO g. Fleisch: Kinder von 0 bis 3 Jahren au! Abschnitt 13 = 50 g. von 3 bis 6 Jahren auf die Abschnitte 14 und 15 je 50 g. Jugendliche von 6 bis 10 Jahren auf die Abschnitte 15 und 16 ie 50 g. von 10 bis 18 Jahren auf Abschnitt 17 - = 100 g, die Abschnitte 18 und 19 je 50 g. Erwachsene über 18 Jahre auf die Abschnitte 16, 17 und 18 je 50 g. Schwei “beiter Gruppe II a uf die Abschnitte 267 und 263 je 100 g. Gruppe III auf Abschnitt 367 =, 50 g. die Abschnitte 763 und 369 je 100 g, Gruppe IV auf die Abs'-hni'te 467. 463 und 469 je 200 g, 470 — 250 g, Mütterkarten auf Abschnitt 906 = 50 g. Kleine Stadtnachrichten , Der letzte Termin zur Annahme der Vorbestellung für Tabakwaren für das erste Vierteljahr 1948 ist der 15. Januar. Raudierkarten^ derer» Vorbestellabsdinitt nicht abgegeben wurde, können nicht beliefert werden. Wegen Umzuges der Städtischen Volks, bücherei aus dem Hause Salzstraße 18 in das Adelhauser-Kloster bleibt die Ausleihe vom 12. bis enschließlidi 14. Januar gesdilossen. Die Gewerkschaft der Angestellte^ hält am 16. Januar, 19.80 Uhr, ln der „Harmonie“ eine wichtige Mitgliederversammlung mit dem Thema »Arbeitnehmer und Betriebsrätegesetz“ ab. Der für den 12. Januar angesetzte Vortrag von Prof. Dr Folkert W i 1 k e n muß auf unbestimmte Zeit verlegt werden. Der Verband der Körperbeschädigten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen veranstaltet am 12. Januar, 20 Uhr, lm Maria-Hilf-Saal einen. „Bunten Abend“ unter der Mitwirkung des Freiburger Rundfunkordlesters und namhafter Freiburger Künstler. In der Kammerspleien wird „Schneewe’ß- Ch?n und Rosenrot* morgen um 10, 14.30 und 18 Uhr aufgeführt. Frau Anna- E tänzle, Jahnstr. 14, wurde 78. Peter Rödj^-, Freiburg-St. Georgen, Imberyhof 7, 77 Jahre alD^— Am 10. Januar feiert Schuhmacher- mei-ter Heinrid» W ö 11 n e r, Sonnhalde 85, s-insn 87. Geburtstag, am 12. Januar Fräulein Priska Berger, Belfortstr. 22, ebenfalls ihren 80. Geburtstag und am 13. Januar Fmil Schilling, Esdiholz- straße 61, der Uber 40 Jahre lang am Freiburger Stadttheater tätig war, seinen 75. Geburtstag. Ärztlicher Bereitsch-iftsdlanst in Frrfiburg 11. Januar: Dr. Auer, Freiburg-St. Georgen. Hart- kiräiweg 29 (Tel. ?07'>. Dr. Barth, Wölfl«nstr. '4, Dr. Denz. Dreikön'gstr. 17. — Der Bereitseftafts- dienst dauert von Samstag, 14 Uhr, bis Montag Stüh 7 Uhr. Bundesyorsitzecder Reibel spricht ln Breisach Am 11. Januar, 14.30 Uhr, spricht der I. Vorsitzende des Badischen Gewerkschaftsbundes, Reibel. ln einer Gewerkschaftsversammlung im Gasthaus ,.Z"m Eckartsberg“. Die Bevölkerung Breisachs ist herzlich eingeladen. Ebring’n. Am 12. Januar feiert Robert Weinschenk, der sich besonders nach dem Um iurz für seine Wahlheimat Ebringen sehr einsetzte, seinen 74. Geburtstag. Ireiburger Vorschau Samstag, den 10. Januar 1948: Casino: ..Das Mysterium der Christ-Geburt“, 70 Uhr. Maria-Hür-Saci: Weihnachtsfeier des Jugondbiidungs» Werkes, 20 Uhr. Montag, den 12. Januar 1948: Universität (Hörsaal 1): „5. musikalischer Montag*. 20 Uhr. ^ An allen Tagen: Fii drlehsbau: Ausstellung von Vytautas Kasluli* Haus Drfner: Ausstellung von Ewald Sachs Knnstspiegd: Ausstel’ung von C. M. Schreiner T heater und Lichtspi elhäuser: siehe Inseratenteil. Verantwortlich für den lokalen Teil: Rudolf Bursche! -1 / Seite 4 — Nummer 2 Samstag, 10. Januar 1948 DasBott Das Sportprogramm am Sonntag Zocen'.lga Gruppe Nord: Völklingen — Wormatla Worms, Ludwjgshafen — Trier, Neustadt — SV Saarbrücken, 1. FC Saarbrücken — Neuendorf, 1. FC Kaiserlautern -- VfB Neunkirchen. Gruppe Süd: Laupheim — VfL Freiburg. Süddeutsche Oberliga 1. Tc Nürnberg — Eintracht Frankfurt, Wacker Manchen - Spvg Fürth, VfR Mannheim — Schwaben Augsburg. Stuttgarter Kickers — Offenbach, Aschaffenburg — Bayern München, Rot-Weiß Frankfurt — Schwcinfurt 05, Ulm 46 — Neckarau, Mühlburg — Waldhcf. Südbadische Landesüga Gutach — Donaueschingen. Turnen und Schwerathletik wieder erlaubt Laut Mitteilung der zuständigen Stelle der Militärregierung ist ab sofort die Gründung von Turn- und Schwerathletik- Abteilungen innerhalb der bestehenden allgemeinen Sportvereinen in der französischen Zone genehmigt. Dagegen bleiben die Kampfsportarten Ringen, Boxen, Jiu- Jitsu, Fechten usw. auch weiterhin noch verboten. Die allgemeinen Sportvereine, die nunmehr eine Turn- oder Schwerathletik-Abteilung zu gründen beabsichtigen, haben dazu ein Gesuch in dreifacher Ausfertigung in Deutsch und Französisch über den zuständigen Kreissportbeauftragten an die Militärregierung des Kreises einzureichen, von der dann die Genehmigungen erteilt werden können. Birger Ruud verletzt Norwegens bekannter Skispringer Birger Rujid- o:ympiasieger 1936 — zog sich beim Training eine Verletzung zu und wird nach einer Meldung des norwegischen Telegrafenbüros nicht am Auswahl- springen der Olympiamannschaft des Landes für St. Moritz teilnehmen können. Alex Jany: bester französischer Meister 1947 Nach einer Gesamtwertung der besten französischen Sport'er des vergangenen Jahres durch die französische Sportzeitung „L’Equipe“ steht der französische Schwimmer Alex J a n y , Europameister im 100- und 400-m-Freistil, Weltrekordmann über 100, 200 und «03 m an der Spitze, so daß ihm die Zeitung den Titel „Bester französischer Meistor 19 4 7" zuerkannte. Nach ihm folgen Weltmeister im Florettfechten 1947 Chrislian d’Oriola, Marcel Bansenne, französischer Meister über 800, 1000 und 1500 m, sowie der Europameister im Rudern, Sepheriades. Marcel Cerdan, Europameister im Boxen, folgt erst an 7. Stelle hinter dem Fußballer Ben Barek, de Leichtathleten Arifon und dem Tour-de-France- Sieger Rodle. Die Weltrekordzeit über 100 m Kraul von Alex Jany (Frankreich) mit 55.8 Sekunden wurde von dem amerikanischen Generalsekretär der„FINA‘, Ritter, nicht anerkannt, weil diese Zeit angeblich mit Frühstart erzielt worden sei. Der französische Schwimmverband will den Rekord jedoch als offizielle Bestleistung führen. Pötra geht nach Belgien Der bekannte französische . Tennisspieler I v o'n Pötra will sich in Belgien niederlasren. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er die belgische Davis-Pokal- Mannschaft trainieren wird. Wintersportnotizen Das erste Nachtspringen auf der kleinem Olyhapia-Schanze in Garmisch wurde bei strömendem Regen durchgeführt. Bei dem Wettbewerb wurden lediglich die Weiten gewertet, wobei sieh der Münchener Alfred Schäfer mit 54 und 52 m an die Spitze setzte, vor Toni Eisgruber, Partenkirchen, mit 53 und 52 m und Ewald Roscher, SC Reiehenuail, mit zweimal 52 m. Bei günstigen Schneeverhältnissen führte der S C Hausham auf seiner Schanze ein Sk.springen durch. Die Bestleistung des Tages erzielte der in Klasse III startende Konrad D c e X e 1 (Bayrisch-Zell) mit Sprüngen von 43 und 41 m und Note 216 Der Skiclub Warmensteinach im Fichtelgebirge veranstaltete auf seiner neuerbauten Sprungschanze ein Springen. Tagesbester wurde der frän kischo Meister Walter Koch (SSV Warmensteinach), der zweimal 41 m sprang und die Note 222 erhielt. Auf der Wilden-Kaiser - Schanze in StJO- h a n n in Tirol fand eine weitere Kraftprobe der österreichischen Olymfria-Springer-Mann.chaft statt, die wiederum einen eindeutigen Sijg Sepp F. r a d 1 s brachte. Die Schneeverhäitnisse waren allerdings nicht ideal, so daß nur Bradl zweimal über 53 m sprang und dabei jedesmal neun Meter vor seinen Konkurrenten lag.* Der Skiclub Oberstaufen veranstaltete auf seiner Allgäuer Schanze das Gebhard-Kirchmann- Gedächtnisspringen, wobei Robert Engel vom SC Parienkirchen mit 51 und 52 m die. größten Weiten erzielte und mit der Note 223.5 Punkten Tagesbester wurde. Johrhundertwii und Festtagsschnaps Boot ämol: Wer sinn wieder di Dumme gsi? Ehrung verdienter Bauarbeiter Im Verlaufe eines von der Gewerkschaft der Bauarbeiter in der „Harmonie 1 veranstalteten Unterha'l- tungsabends gedachte der Vorsitzende Schäfer in kameradschaftlicher Anteilnahme der kriegs- gefanganen Kollegen. Im Anschluß an das sehr schöne Unterhaltungsprogramm, dessen Durchführung in den bewährten Händen des Herrn Schönleber lag, wurden 32 Gewerkschaftler geehrt, die über 40 bis zu 50 Jahren gewerkschaftlich organisiert sind. Kollege Schäfer ermahnte in diesem Zusammenhang die jungen Bauarbeiter, sich an den Jubilaren ein Beispiel zu nehmen, da es in Deutschland heute ohne Gewerkschaften unmöglich sei, dem Arbeiter einen besseren Wenn sich im letschte Summ’r ämol ä Wölkli am Himmel zeigt hat, d'mo hänn viel Litt scho Angscht usg'schtande, es könnt d'Rebe verhagle un dr’no sei’s wieder nit mit dä Schtrauß- wirtschafte. Selli Angscht isch überflüssiq gsi, denn es hat kai Dunderwetter gä, es sinn kaini Rebe verhaglet wore — un trotzdem hämm'r vum vielgepriesene „Johrhundertwii“ nit viel un nit s’Bescht g’sehne. Ab un zue hätt einer bi sine Verwandte un Bekannte am Kaiserschtuhl oder im Märkgräflerland ä Korbfläschli „Neie“ gege ä Paar Schtrauschuh oder ä Päckli Schtumpe i’tuscht un hat sich d’rüber g'frait, uff dem Weg ämol mit „Gaischt“ in Berüehrung z’kumme. Alli andere hänn am Dume suge müesse. Uff aimol hänn aber, unsere Ziftunge ä uff- regende Bekanntmachung brocht, diä usnahms- *wiis ämol g’lese wore isch. Es hätt do q’haisse, es dät jeder erwachsene Iwohner ä halbe Liter Wii zum Wiihnachtsfäscht bekomme. Für unsere Schwerarbeiter— au für selli in dä Mini sch teri.e i Bi dä Berechnung vom Wiipriis isch m'r au nit übertriebe b'scheide gsi.. Unsere Rebbure, wo’s ganz Johr dä • Mischt un die giftige Schpritzmittel uff’em Buckel r’umschleipfe, hänn im Herbscht für dä Liter hochgradige Moscht ä Reichsmark un manchmol au ebbis d’rüber bekomme. Dä Wiihnachtwii hat aber in dä Schtadt vier bis sechs Mark dä Liter gölte. D’rbi hat dä Wiipriis nit immer mit dä Wiiqualität konkurriere könne. Sunsdht sait m’r als, wenn m’r ä guets Tröpfli hat, nj’r sott nur ä längere Hals ha, dr’mit m’ren länger schpiert. B’im diesjährige „Feschtwii“ isch m’r aber froh gsi, wenn’r hinter da Bin di verschwende gsi isch: er hät aim manchmol d'Löcher in dä Schtrümpf z’sämme zöge. D’rbi hät’s g’haisse, dä 1947er hat z’wenig Säure... D’WiioriisfeschtsetAmg. un au d’Wiibezeich- nung hänn schwer Schtanb uffg'wirbelt. In Oberberge, wo m’r uff’s Renommee große Wert legt, hänn sie närrdig 'rushrocht, daß Oberbergeher Svlvaner In Friburg abotte wore Karlsruhe im Spiegel der Zahlen In der letzten Sitzung des Kreistages gab Landrat Grob einen umfassenden Rechenschaftsbericht über die Verhältn sse im I.andkre.s Karlsruhe. Aus der Bevölkerungsstatistik er.;ab sich, daß der Landkreis Karlsruhe kurz v£ r Kriegsausbruch 1C9 300 Personen zählte. Die Volkszählung am 29. Oktober 1946 ergab 134 600 Einwohner, also eihe Zunahme von 25 320 Personen. Bis zum 31. Oktober 1947 stieg die E.n-, wohnerzahl einschließlich von 2000 Verschleppten auf 137 300 Personen an in (Leser Zahl sind rund 27 500 Ostvertriebene und 3750 Evakuie.te aus den ausgebombtec Städten Karlsruhe, Bruchsal, Pforzheim usw. enthalten: alles artre und. mittellose Menschen; Der Kreis selbst hat eberauch eine nicht geringe Zahl von Ausgebombten, was sich nachteilig auf die Gesamtw^hnraum- lage ausgewirkt. Von 58 Städten und Gemeinden des Kre’ses sind 56 mehr oder weniger kr.egs- beschädigt. Von insgesamt 419 Industrieanlagen im Kreise wurden 96 zu 30%, 29 zu 50 %, 28 zu 80 % und 42 total zerstört: 224 blieben heil. Von 17 571 Familienwohnungen wurden 4573 zu 30 %, 978 zu 50 %, 394 zu 80 % und 726 völlig vernichtet': 1Ö 895 Wohnungen blieben erhalten. D ; e Ge- bäudeschädgn beliefen sich auf rund 109 Millionen RM- Als Folge des Krieges n mmt auch die Tuberkulose im Landkreise stark zu. An erkannten Fällen liegen 1054 vor (Stadtkreis Kar's- ruhe rund 1500 Fälle) und 28 Fälle offener Tuberkulose sind zu . verzeichnen. Nur 103 Erkrankte sind stationär untergebracht. 89% der Kinder im Landkreise sind unterernährt. Der Haushaltsplan 1947 schVeßt in Einnahmen und Ausgaben mit je 4 330 700 RM ab. Sch. Wieder .telegraphische Postanweisungen Zwischen den. drei Westzonen sind telegraphische Postanweisungen wieder in unbeschränkter Betragshöhe zugelassen. Ausgenommen ist das Saargebiet, mit dem der Postzahlungsverkehr vorläufig eingestellt ist. Verantwortlich für den lokalen Teil: Rudolf Bursdiel — isch sogar Schnaps zur Verfuegung g’schtellt ! sei. d’rhi isch vu dä Winzerq’nossenschaft vh vu wore. Zur Schonung vu dä Nerve hät m’r aber j dä Bure kai Tropfe vu däre Sorte als Feschtwii dä Priis vu dem „Feuerwasser“ erseht in dä i abg’Iiefert wore. M’r hat aber scho d’Schpnr Läde erfahre. Do isch aim erklärt wore, dä Liier | g’funde, wo in Friburg dä Wii si Name o’wech- vu dem hochprozentige „Betriebsstoff“ dät I seit hät un wo er iedefalls au noch „tauft“ wore eigentlich nur 13 Mark koschte; s’Chrischtkind’e ! isch. Wenn selli usa’schalte wäre, wo im WÜ- t k— x -a „„ „ — sei aber mit dä Finanzverwahung wege dä j g’schäft kai ..sufere Kuttle“ hänn, d’rno kenne ülnk “er" Jubliare “^emitteUe.^p^elHerte d |S die K-mnntwiistür nit einig wore. Un so isch halt j m’r hoffe, daß es an Oschtere "n ap Wiihnächte Jugend, sich der gewerkschaftlichen Schulung zu wid- dä Liter Schnaps uff 64 Mark kmamo, un s’Ach-.j künftiahi ä besser und ä billigere „Feschtwii“ tele, wo grad ä herzhafte Schluck isch, uff ; gif. Noch besser wär’s jo. wenn dä Wii bald 8 Mark. Bi dä hächschte Schnapsusgab därfe m’r ; f r e i dät wäre, d’mo miießte manche ihre viellicht zum gliche Priis nur noch a:n Fläschli ; „Wii“, wo im Keller g’wachse isch, selber sulfe. schmecke. M’r sinn jo für alles dankbar... * ' E Sch. man. Es zeugt von vorbildlicher sozialer Gesinnung, daß den beute noch organisierten Arbeitsinvaliden eine Weihnachtsspende überreicht wurde. So verbrachte die Versammelte BauarbeiterfamiUe den Abend in echter Harmonie. Kontrollmeldnng der ehern. Offiziere Für das erste Vierteljahr *1048 (Januar—März 1047) finden die Kontrollmeldungen der ehemaligen Offiziere, Offiziersanwärter und -bewerber sowie der ihnen im Dienstrang gleichgestellten Beamten und Angestellten Hei. der Brigade der französischen Gendarmerie, Ecke Erwin- und Scheffelstraße, statt: Buchstabe A—H vom 16. I. — 26. 1. 1941 einschließlich > I—O i 27. 1. -- 8. 2. 1948 „ P—Z „ 9. 2. — 15. 2. 1948 „ Die erforderlichen Ausweispapiere sind vorzülegen. Weitere Anweisungen siehe Ziffer 1—12 der Richtlinien über Kontrollmeldungen. Bürgermeisteramt der Stadt Freihurg 1. Br. Umtausch der Fahrtenbücher für Motorräder Der Umtausch der Fahrtenbücher -für,Motorräder kann erst nach dem 15. Januar 1948 erfolgen. Das Bezirks-Straßenverkehrsamt Freiburg i. Br. FaniHleiiawiglgeB Ihre Verlobung geben bekannt Maria Röder Hermann Hirlimana Rastatt (Baden) Freiburg I. Br. MattenstraBe 1a Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen: Heinrich Gisinger Emmy Gisinger geb. Färber Freiburg I. Br. • Vülinge« Schusterstr. 51 Niedere 8tr. 23 12. Januar 1948. Offene Stellen Trouhandbüro mit Vielheit, Steuer- u. Wirtschaftspraxis sucht zu baldig, oder Eintritt nach Vereinbarung vertrauenswürdige, jüng., weibl. Arbeitskraft, die Stenotypfe be- , herrscht u. Vorkenntn, in Buchhait. besitzt, in Dauerstell. Gelegenheit zur p’erf. Ausbi d. in Buchha tg. u. Jahresabschluß ist geboten. Die Stellung ist selbständ. u. entwicklungsfähig. Zuschr. mit handschr. Lebens I., Eintrittstermin, Gehalts* ansprüche unt. A 9726 an Das Vo.k. Schreiner als Hausschreiner in Freiburger Handelsunternehmen in angenehme Dauerstellung gesucht Angebote unt. A 9680 an Das Volk. Pas Eisenbahn - Betriebsamt Freiburg. Schnewiinstr. 2. II.. sucht zum sof. Eintritt einen Dolmetscher u. Übersetzer. der die franz. Sprache in Wort u. Schrift beherrscht u mögl. auch Kenntn. Im Maschinenschreib. besitzt. fücht., zuverl. Feinmechaniker z. sof. Eintritt ges. 3. & A. Bosch Nachf. 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