asBoßi Mittwoch, 25. Februar 1948 3. Jahrgang ' Nummer 15 n 11 t•i, i ■ trsdirmungstagt' MHtwtxii uml ♦ l’io/el» preia 20Pf Mr>natsht*/ogsprp*j HM 1 ^ lief] frägcrloho. durch die Post hi*?f»R p *» HM 1 M Anzeige« laut fünf gegen kennkarfe»««»«««». Orsan der Sozialdemokratischen Partei Badens Herausgegeben vom Sozialistischen Verlag Freiburg, GmbH , Freiburg I. Br., Kaiser-Joseph-Str. 229 Fernruf Verbreitungsgebiet: Land Baden (Französische Zone) Geschäftsstellen und Vertretungen »n allen größeren Nr 2816 Bankverbindungen: Oberrheinische Bank. Freiburg t Br.; Freiburger Gewerbebank. eGmbH., Orten - Anzeigenpreisliste Nr l. . Gerichtsstand Freiburg i Br - Schriftleitung. Dr F Große Verlags- Freiburg 1 Br ; Offentl Sparkasse Freiburg 1 Br (Siäd( Sparkasse) Postscheck-Kto Ludwlgshafen'Rh Nr 25 460 leitung: Karl May. E Bauermeister - Drude Universitätsdruckarei Poppen & Ortmann. Freiburg i Br. Londoner Konferenz eröffnet Einladung an die Benelux-Slaaten — Einigung über die Tagesordnun Die Londoner Konferenz der drei westlichen Großmächte ist am 23. Februar eröffnet worden. Die erste Sitzung dauerte 2 % Stunden. Es wurde eine schnelle Einigung über die Tagesordnung herbeiaeführt und über die Art und Weise, in der die Beneluxstaaten an den Arbeiten tm India- House teilnehmen werden. Entgegen der bei den Viererkonferenzen befolgten Methode, bei denen der Vorsitz täglich an einen anderen Delegierten ging, wird der Vertreter der Macht, bei der die Besprechungen stattfinden, der Leiter der britischen Delegation, Sir William Strang, während der ganzen Sitzungsperiode den Vorsitz führen. Es wird betont, dal die begonnenen Besprechungen keine Konferenz i m eigentichen Sinne darstellen. Man wird daher nicht versuchen, regelrechte Beschlüsse zu fassen. Die Delegationen, die, was die USA und Frankreich anbelangt, von den betreffenden Botschaftern in London, Lewis Douglas und Rend Massigll, geführt werden, werden an ihre Regierung einen Bericht über den erfolgten Meinungsaustausch richten, an dem sie teilgenommen haben. . Bei den verschiedenen Delegationen betont man, den Wunsch zu haben, die Gelegenheit zur offenen Aussprache zum Auflegen seiner Karten und zur Bekanntgabe seiner tatsächlich e n A b s i ch te n und Gefühle voll auszunützen. Deshalb wurde beschlossen, auf eine Zulassung der Öffentlichkeit, wie es de' den anderen internationalen Sitzungen üb- l : ch war, zu verzichten. Dies hatte oft den Nachteil, die Delegierten zu veranlassen sich mehr an das internationale Publikum als an d’e Kollegen zu wenden. D'ese Einschränkung ist übrigens nur eine relative, da der Presse ge"enüber Miteilungen gemacht werden können. ohne daß diese jedoch einem genauen Bericht über die Sitzung gleichkommen Die Tagesordnung, die gebilligt wurde, enthält sieben Punkte: Als erster Punkt wurde „die Beteiligung der Beneluxstaaten an den Beratungen über die Politik gegenüber Deutschland beschlossen“. Kurz danach berief Sir William Strang die diplomatischen Vertrete? Belgiens. Hollands und Luxemburgs in der britischen Hauptstadt zu sich und übernab ihnen gle’chveitig 1e e'ne gleichlautende Einladung m ! t der Tagesordnung. Der zweifePunkt der Tagesordnung: „D i e Beziehungen Westdeutschlands unter der Kontrolle der Besatzungsin ä c h t e. zu dem Programm des europäischen Wiederaufbaues“ muß. so wird versichert, streng umgrenzt bleiben. Es wird dazu bemerkt, daß der Marshrtl-Plan Zuwendungen für d’e drei westdeutschen Besatzungzonen vorsieht. Die einzige Frage, die hierbei zur Debatte steht, ist die, in welcher Form die Besatzungsmächte gegenüber dem Europaausschuß die Ansprüche der von ihnen verwalteten Zonen geltend machen können. Dieser Punkt gehört selbstverständlich zu denjenigen, die die Beneiux-Länder nicht betreffen. Ober ihn wird bereits am Dienstag verhandelt werden, ohne die Teilnahme der Vertreter der Benelux-Grupoe abzuwarten. Der dritte und weitaus wichtigste Punkt, insbesondere vom französischen Standpunkt aus, ist der der Tagesordnung „die Rolle der deutschen Wirtschaft in Europa und die Kontrolle d e s Ruhrgebiets“. Es läßt sich voraussehen, daß über diesen Punkt die Meinungen am weitesten auseinandergehen und eine Annäherung am schwierigsten sein wird. Nach d»m vierten Punkt d*r Tagesordnung: „Sicherheit gegenüber Deutschland“ kommt der d-r ..Reparationen“, d»r sich vorwiegend mit den Angelegenheiten Westdeutschlands zu befassen hat. Es folgen die Punkte „politische und wirtschaftliche Organisation Deutschlands und vorläufige Gebietsangelegenheiten“. Das Kapitel der politischen und wirtschaftlichen Organisation Deutschlands ist, zusammen mij dem über das Ruhrgebiet, das fälligste und auch schwerste. Die Fragen der vorläufigen Gebiete beziehen sich ausschließlich auf die westdeutschen Grenzen, also auf die Grenzziehung zwischen Deutschland und dem Saarland, ebenso auf die Gebietsforderungen, die von Belgien und den Niederlanden erhoben worden sind Die Besprechungen Enden in einem verhältnismäßig kleinen Rahmen statt und jeder Delegationsführer hat sich verpflichtet, nicht mehr als sechs seiner Mitarbeiter mitzubringen. Nach einstimmiger Meinung verlief die erste Sitzung in größter Herzlichkeit England kann nicht ohne Deutschland leben „England kann nicht ohne Deutschland, nicht ohne das Ruhrgebiet leben“, erklärte der La- bourabgeordnete Crossman auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Durch die Westeuropaunion müsse Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch mit den übrigen Partnern verbunden werden, das sei auch der Sinn des Marshall-Plans. „Entweder fühlen wir uns alle ai: Europäer oder wir werden alle untergeben“, betonte Grossinan. Der englische Abgeordnete verspricht sich für die Anerkennung dieses Grundgedankens sehr viel von der Londoner Konferenz der Sozialisten. Grossman wandte sich entschieden gegen die Auffassung, daß im Falle eines Vormarsches bewaffneter Kräfte aus dem Osteh die Engländer die europäischen Westgebiete räumen würden. Man habe gelernt, sich zu Europa zu rechnen und sei von dem Gedanken der „splendid isdlation“ der Insel abgekommen. London weist sowjetische Note zurück Die britische Regierung wies die sowjetische Protestnote bezüglich der Dreierkonferenz über Deutschland zurück. Bevin erklärte in seiner Antwort, daß die Konferenz nicht, wie die sowjetische Regierung behauptet, eine Verletzung der Potsdamer Beschlüsse bildet, da d'ese keinerlei Klauseln en'halten, die den Besatzungsmächten eine Konferenz zur Diskussion gewisser Aspekte der deutschen Fragen untersagen. Die britische Regier u n g spricht Inder Antwort erneut ihren Wunsch aus, eines Tages die Einheit Deutschlands auf friedlichen und demokratischen Grundlagen zu verwirklichen. Bevin w’es darauf h*n. daß sich die UdSSR mehrfach der Verwirklichung der Wirtschaftseinheit Deutschlands widersetzt habe.' Regierungskrise in der Tschechoslowakei Die bürgerlichen Minister demissionieren — Kommunistische Massendemonstrationen Die Regierungskrise in der Tschechoslowakei,!sehe Ministerpräsident Gott wald vor der für die sich bereits seit längerer Zeit ankündigte, ist [diesen Tag vorgesehenen Nationalkonfe- jefzt ausvebrochen. Der kommunistische Innenminister Nosek hat seit einiger Zeit versucht, die Polizei in stärkerem Maße „Politisch“ zu durchsetzen. Gegen diese Aktionen haben die vier nichtkommunistischen Parteien der Regierungskoalition mit Nachdruck protestiert. Bei der letzten Kabinettssitzung wurde festgestellt, daß der kommunistische Innenminister diesen Protesten jedoch keinerlei Rechnung trägt. Daraufhin haben die zwölf Minister, die der Volkssozialistischen Partei, der Christlichen Vo'kspartei und d“r Demokratisch-slowakischen Partei angehören, ihre Demission eingereicht Sozialdemokraten nehmen Stellung In zwei langen Sitzungen haben die Sozialdemokraten am 21. Februar zur Regierungskrise Stellung genommen. Sie stellen in einem nach den Sitzungen veröffentlichten Kommunique fest daß die Regierung noch immer besteht, da die Rflc'-tritts- erklärungen der volkssoziaüsfischen, katholischen und slowakischen demokratischen Minister vom Präsidenten B e n e s c h noch nicht angenommen worden sind. In dem KommuniouÄ heißt es weiter, daß keine der diel Parteien ihren Austritt aus der Nationalfront erk'ärt hat und daher die Sozialdemokratische Partei die Nationalfront at'er tschechischen und slowakischen Parteien weiterhin als die Basis betrachtet, auf der eine Lösung der Krise gefunden werden muß. Das Kommunique der Sozialdemokratischen Partei fordert zur Lösung der Krise die sofortige Einberufung der Nationalfront und verurteil den überstürzten Rücktritt der Minister der drei Parteien sowie d’e heftige Erklärung der kommunistischen Parteileitung, die, wie es in dem Kommunion heißt, das zwischen den politischen Parteien bestehende Vertrauen bedroht Die kommunistische Reaktion Die Kommunisten haben sofort äußerst scharf reagiert. Sowohl die Presse wie die kommunistischen Führer haben entsprechende Erklärungen abgegeben. Am 22. Februar hat der kommunisti- Konstituierung des Länderrates Die Konstituierung des neuen bizonalen Länderrates fand am Montag in Frankfurt unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten Hermann Lüdemann, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein statt. Das Präsidium des Länderrates wird wie Lüdemann in einer Eröffnungsansprache bekanntgab, im Einvernehmen mit den übrigen Mitgliedern im Turnus wechseln. Ministerpräsident Dr. Hans Ehardt (CSU), Bayern, wird zum 1. April den Vorsitz führen und dann von dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Heinrich Wilhelm Kopf abgelöst werden Die Amtsdauer beträgt drei Monate Der Länderrat wählte einen Ausschuß zur Ausarbeitung einer Geschäftsordnung, dem Dr. Bernhard Hansen, Hamburg, Dr. Werner Hilpert, Hessen und Prof. Dr Erik Noelting, Nordrhein-Westfalen, angehören. Auf Vorschlag Ehards wir der Länderrat den Militärregierungen einen Antrag weiterleiten, nach dem der Exekutivrat bis zur Ernennung eines Oberdirektors die Koordinierung der Direktoren weiterlübrea nU. Ministerpräsident Lüdemann forderte in einer Ansprache alle deutschen Gebietsteile auf, sich dem Länderrat anzuschließen. Die Militärregierungen bat er, diese Bestrebungen nicht nur zu unterstützen, sondern auch alles zu tun, um in möglichst kurzer Zeit ein einheitliches Deutschland entstehen zu lassen. Lüdemann bedauerte die Abwesenheit Berlins, dessen Teilnahme ein Symbol für die baldige Aufrichtung eines besseren Deutschlands hätte sein können. Der bayrische Ministerpräsident Dr. Ehardt wies darauf hin, daß der Länderrat kein gleichberechtigtes gesetzgebendes Organ neben dem Wirtschaftsrat sei. Eine Hoffnung, den Länderrat trotzdem zu einem brauchbaren Instrument zu gestalten, könne sich am allerwenigsten auf das viel zu schwache Vetoreccht stützen. Der Länderrat müsse die Wirtschafts- Verwaltung vor der Entwicklung zu einer zentralen Befehlsstelle bewahren, forderte Ehardt abschließend. renz der Betriebsräte das Wort ergriffen und die zurückgetretenen Minister beschuldigt, sie seien „Agenten der inneren und ausländischen Reaktion“. Sie wollten ein innerpolitisches Chaos schaffen, um den Kapitalismus wieder aufzurichten, dem Volk alle Gewinne der Revolution zu entreißen und mit Hilfe der ausländischen Reaktion die Vertragsbasis mit der Sow'etunion zerstören. Er forderte weiter, daß der Rücktritt der Minister der drei bürgerlichen Parteien angenommen werde. „Die Agenten der inneren und ausländischen Reaktion dürfen nicht in die Regierung zurückkehren“ — es müsse eine Regierung gebildet werden aus Männern, die dem Volk und dem Programm der wirklichen Nationalfront der Arbeiter von Stadt und Land treu sind. Die Rede Gottwalds, die in einem sehr heftigen und drohenden Ton gehalten war, hat das Problem genau Umrissen. Die Lösung, die gefordert wird, ist so unversöhnlich, daß sie jede Vermittlung und Einigung unmöglich macht. Obwohl sein Name nicht genannt worden ist, richtete sich diese Rede vor allem an den Präsidenten Benesch. Nach dieser Rede ist der Konflikt zwischen der Kommunistischen Partei und dem Präsidenten der Republik offen ausgebrochen. Gewerkschaften proklamieren Generalstreik Die Delegiertenversammlung der Betriebsräte hat eine entsprechende Resolution angenommen, in der es heißt: „Wir sind kategorisch entsch'os- sen, die reaktionären Verschwörungen, die Spekulationen auf einen Putsch von rechts, die Spionage und andere hochverräterische Umtriebe zu liquidieren. Wir werden die Saboteure und Agenten weder in der Regierung noch im Parlament dulden. Für den 25. Februar ist für die Zeit von 12 bis 13 Uhr ein Generalstreik angesetzt Neue Stellungnahme der Sozialdemokraten Die Sozialdemokratische Partei hat am 23. Februar nochmals Stellung genommen und erklärt, daß sie auf ihrem Standpunkt bestehen bleibt Sie schließt sich den bürgerlichen Parteien nicht an, lehnt es aber mit Entschiedenheit ab, eine Regierung mit den Kommunisten allein zu bi'den. Sie hat eine Reihe von Mitgliedern der Partei ausgeschlossen, die an den Kundgebungen der Kommunistischen Partei als Redner teilgenommen haben. Der weitere Verlauf der Krise _ Nach den letzten Meldungen erfährt die Lage eine dauernde Verschärfung. Größere Polizeistreitkräfte haben am 23. Februar das Verwaltungsgebäude der Volkssozialistischen Partei besetzt. Der kommunistische Innenminister hat gegen den der slowakischen Volkspartei angehörenden bisherigen stellvertretenden Innenminister U r s i n i ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Eine große Anzahl öffentlicher Gebäude wurden ebenfalls von der Polizei besetzt. Auslandspässe werden nur noch mit besonderer Genehmigung des kommunistischen Innenministeriums erteilt Auch gegen die Sozialdemokraten beginnen sich bereits die kommunistischen Maßnahmen auszuwirken. So ist dem sozialdemokratischen Minister Mayer verboten worden, am Rundfunk das Wort zu ergreifen. Präsident Benesch hat erklärt, daß er in einer Rundfunkansprache zu den Ereignissen Steilung nehmen wird. Zwischen Prag und London Zwei Ereignisse bestimmen das politische Bild der letzten Tage. In London ist die Konferenz der Westmächte eröffnet worden, die sich mit dem deutschen Problem befassen soll. An dieser Konferenz nehmen nicht nur die Vertreter der drei Großmächte, d. h. Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten von Amerika, teil, sondern auch die Vertreter der sogenannten Benelux-Staa- ten, d. h. die Vertreter Belgiens, Hollands und Luxemburgs. Die Konferenz ist zustandegekommen trotz des Protestes der Russen, die sie als eine Verletzung des Potsdamer Abkommens betrachten. Die Konferenz bezweckt nicht, wie von den Westmächten immer wieder betont wird, einen westdeutschen Staat zu schaffen und den Bruch mit den Russen herbeizuführen. Aber sie bezweckt doch eine einheitliche Stellungnahme der Westmächte herbeizuführen und alle Eventualitäten dabei zu berücksichtigen; denn es ist kein Geheimnis, daß nach dem ergebnislosen Abbruch der letzten Londoner Konferenz in der deutschen Frage keine weiteren Fortschritte erzielt sind. Ist cs ein bloßer Zufall, daß gerade kurz vor dem Zusammentritt der Londoner Konferenz d:* schon seit längerer Zeit latente Krise in der Tschechoslowakei zum vollen Ausbruch gekommen ist? Was sich dort vollzogen hat, hat sein Vorbild in den anderen Südoststaaten gehabt, in Jugoslawien, in Bulgarien, in Rumänien und ’n Ungarn. Die Koalition, die hier an der Regierung war und die sich aus Vertretern der tschechischen und slowakischen bürgerlichen Parteien, der Sozialdemokraten und der Kommunisten zusammensetzte, ist auseinander^ebrochen. Die bürgerlichen Minister haben die Regierung unter Protest verlassen, was wiederum zu heftigen Reaktionen auf kommunistischer Seite geführt hat, wo die Männer, mit denen man eben noch in der Regierung saß, als Landesverräter ausländischer Agen*ert und Feinde des Volkes bezeichnet werden. Ähnlich wie bei der Geburt der „Volksdemokratie“ in Rumänien tauchte ein russischer M’qister im selben Augenblick in Prag auf, als die Krise akut wurde. Noch sind die Folgen dieser Krise nicht voS abzusehen. Alles aber deutet darauf hin, daß nunmehr auch die Tschechoslowakei zu dem System der „Volksdemokratie“ übergeht Bisher war die? ser Staat noch nicht gänzlich in das System der russischen Vasal'enstaaten eingeriiedert, obwohl seine Außenpolitik wie seine Wirtschaftspolitik schon vorwiegend nach Rußland hin orientiert waren. Aber Männer wie der Präsident Benesch und der Außenminister Masaryk haben doch noch immer versucht, den Weg zum Westen hin offen zu halten. Und es war sicher kein Zufall, daß erst vor kurzem der amerikanische Botschafter in Prag erklären konnte, er habe nach wie vor die Hoffnung, daß die Tschechoslowakei sich doch noch in den Marshall-Plan eingliedern würde. Bekanntlich hatte ja die tschechoslowakische Regierung anfangs ihre Zustimmung zu einer Beteiligung am Marshal’-P'an gegeben, hatte dann aber im letzten Augenblick auf russische Intervention hin diese Zusage zurückgezogen. Wie in den übrigen Südostsiaaten haben die Kommunisten, die eine Minderheit darsteilen, schon seit langem wichtigeSchlüssel- Stellungen im Staatsapparat besetzt, so vor allem das Innenministerium und das Propagandaministerium. Von diesen Posten machen sie jetzt im Augenblick der Krise rücksichtslos Gebrauch. Das deutsche Volk kann dieser Entwicklung, wie sie in der Londoner Konferenz und in den Ereignissen in Prag ihren Ausdruck findet, nicht ohne große Besorgnis Zusehen. Die Gerüchte über Geheimbesorechungen zwischen Russen und Amerikanern, die in den letzten Wochen nicht verstummen wollten, ließen die Hoffnung aufkommen, daß es vielleicht doch noch zu einer Verständigung zwischen den beiden Nationen kommen könnte, die heute das politische Antlitz der Welt so entscheidend bestimmen. Vielleicht werden die Ereignisse in Prag diese Hoffnung nicht zunichte machen, vielleicht wird es doch noch möglich sein, daß zwischen den beiden verschiedenartigen Systemen ein modus vivendi gefunden wird. Aber die Gefahr besteht, daß mit der Verfestigung des Ostblockes, wie er jetzt durch die Eingliederung der Tschechoslowakei vollzogen wird, diese Möglichkeit immer geringer wird. Es scheint, als ob die Sowjetunion mit der Gleichschaltung der Tschechoslowakei kurz vor den neuen Londoner Dreierbesprechungen zum Ausdruck bringen will, daß in dem von ihr beherrschten urd kontrollierten Gebiet keine Änderung mehr möglich ist Die» große Frage ist nur, ob nunmehr auch der deutsche Ostraum endgültig in diesen Ostb’ock einbezogen und ob damit Deutschland endgültig zerrissen wird. Die verantwortlichen Staatsmänner der Westmä^hte haben mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß sie eine solche Zerreißung Deutschlands nicht wollen und nicht wünschen können, weil man nur zu genau weiß, daß eine solche Lösung jeden Frieden von Anlang an wieder gefährden würde. So kann man hoffen, daß trotz der Ereignisse in Prag und trotz der Londoner Konferenz kein Versuch unterbleibt um doch noch zu einer Lösung des drtffschen Problems im Sinne der Erhaltung der Einheit Deutschlands zu ko»- men. Dr. Qj, Seite 2 — Nummer 15 Saslßoßt Mittwoch, 25 . Februar 1948 Die Entmilitarisierung Deutschlands Der Kontroll rat trat am Freitag unter dem Vorsitz des französischen Oberbefehlshaber General Koenig zusammen. Der sowjetische Oberbefehlshaber, Marschall Sokolowski, der amerikanische Oberbefehlshaber, General Clay, und der stellvertretende britische Oberbefehlshaber General Brown iohn, nahmen an der Sitzung teil. Der Rat nahm ein Gesetz an, durch das die nationalsozialistische Gesetzgebung von 1935 über die Gleichschaltung der evangelischen Kirche und die Einsetzung des Reichsbischofs aufnehoben wird. Die vier Oberbefehlshaber waren sich über einen Vorschlag General Koenlgs über den Abschluß der Entwaffnung und Entmilitarisierung Deutschland einig. Der Sitzung folgte diesmal keine Geheimsitzung. Die sowjefische fta^kanpolitik Eine amerikanische Stimme „Ruß'atH ist jetzt gelungen, was Deutschland nicht erreicht hat, unter sowjetischem Oberbefehl in Osteuropa eine starke Front zu bilden, die , auf dem Kontinent nicht ihresgleichen hat“, kom- Das Rinnen um die Zukunft Deutschlands und Europas Darüber spricht Samstag, den 6. März, um 19.30 Uhr, im Saale Maria-Hnf Sfa'fsrat Prof. Carlo Schmid, Tübingen mentlert „New York Times“ den Abschluß von Beistandspakten zwischen Sowjetrußland und verschiedenen osteuropäischen Staaten. Die Zeitung weist besonders darauf hin. daß diese Bündnisse sich nicht nur gegen die Möglichkeit einer Wie- dererstarkung der deutschen Großmacht richten, sondern überhaupt gegen jeden S‘aat gerichtet sind, der direkt- oder indirekt mit Deutschland eine agressionsoolitische Verbindung eingeht. Auf Onund verschiedener in der letzten Zeit erhabener Nachrichten stellt die ..New York Times“ die Behauptung auf, daß es sich bei deb imperialistischen Staaten, gegen die sich Sowietrußland und Ungarn mit dem kürzlich Unterzeichneten Pakt schützen wollen, um die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich handelt, die als Besatzungsmächte in Deutschland automatisch zu Zielen des russischen Bündnissystems werden. Die „New Yo r k Times“ schließt mit der Folgerung; „So hat sich Osteuropa in die russische Politik gegen Weltchronik Frankreich* Der Rat der Republik hat mit 182 gegen 82 Stimmen dm Gesetzentwurf gegen die Preistreiberei angenommen. Österreichs Wie der Wiener Reutetkorrespondent von «tut Informierter österreichischer Seite erfahrt, hat Bundeskanzler Dr. Figl dagegen Protest eingelegt, daß die russischen Besatzungsbehörden das große Schwimmdock der Donaudampfschiffahrtsgesellsei^aft aus der N5he Wiens nach einem Donau ha fen in Ungarn gebracht haben. Griechenland: Das grlechlsdie Parlament hat mit 190 gegen 99 Stimmen der Regierung sein Vertrauen ausgesprochen. —’ Vom Belgrader Rundfunk wird behauptet. daß griechische Regierungstruppen, die gegen die Partisanen eingesetzt seien, unter amerikanischem Oberbefehl gestanden haben. Skandinavien« Am 23. Februar hat ln Oslo die Konferenz der nordischen Staaten begonnen Einer der Hauptpunkte der Be=orechungen bildet die Stellungnahme zum Marshall-Plaa. Palästina: Am 23. Februar erfolgte lm jüdischen Stadtteil von Jerusalem eine große Explosion, durch die mehrere Häuser zerstört und 31 Personen getötet und 88 verletzt wurden. Jüdische Kreise bezichtigen die Engländer, Urheber dieses Anschlags zu sein. Die Geheimorganisation Irgun erklärt, daß von jetzt ab .jeder britische So'dat oder Polizist liquidiert wird, der sich in den jüdischen Stadtteilen sehen läßt*. Ägypten: Die englische Regierung hat der ägyptischen Regierung offiziell vorgeschlagen, unverzüglich neue Verhandlungen über die Sudanfrage aufzunehmen. ÄÄÄSÄäSi Dem sozialistischen Kämpfer zum Gruß! Feindländer, die wir im Verein mit der Sowjet-: r ’ union besiegt und entwaffnet haben.“ i _ . . . . „ , , , T , u * Reinhold Zumtobel 70 Jahre alt Die Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Parteien Die Arbeitsgemeinschaft Ist ein freiwilliger Zusammenschluß der sozialistischen Parteien" in Europa und in Ubersee, erklärte Fritz Heine, Mitglied des Parteivorstandes der SPD und der Organisationskommission der internationalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien, anläßlich der Vorstandssitzung der SPD in Kassel. Man habe davon abgesehen, so sagte Heine, die sozialistische Arbeiter-Internationale in der alten Form wieder zu gründen. Die neue Arbeitsgemeinschaft solle die Aufgaben der verschiedenen sozialistischen Parteien nach Möglichkeit in Übereinstimmung bringen und ihre Politik im Interesse der Völkerverständigung aufeinander abstimmen. Seine Fühlungnahme mit den amerikanischen Gewerkschaften bei seinem Amerikabesuch im Herbst habe, wie er hoffe, dazu beigetragen, die Anteilnahme der amerikanischen Arbeiterbewegung an der Lage in Deutschland zu verstärken, was sich, in der materiellen Hilfe der amerikanischen Gewerkschaften für Deutschland auswirken wferde. 1. Landeskonferenz der Jungsozialisten in Südbaden In Villlngen (Schwarzwald) findet am 28 und 29. Februar 1948 die 1. Landeskonferenz der Jungsozialisten in Südbaden statt. Die Jungsozialisten haben sich schon seit längerer Z^it in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften zusammengefunden, um ln freier Aussprache um die Probleme des Sozialismus und der Demokratie zu ringen. Die Vertreter dieser Arbeitsgemeinschaften aus den verschiedensten Orten Südbadens wollen sich in Villinqen zum erstenmal im Landesmaßstab treffen. Dort sollen die Fragen besoroohen werden, die sich aus der bisherigen Arbeit ergeben haben, und eine Gemeinschaft soll gebildet werden, die mithilft, aus der Not unseres Landes und Volkes einen Ausweg zu finden Zu der abschließenden Jugendknndgebung Im Theater am Ring in Villlngen am Vormittag des 28. Februar um 10.39 Uhr laden wir alle Jugendlichen. die sich für "unsere Arbeit interessieren, herzlich ein. 3 a 2 | Wenn einmal die reich bewegte Geschichte I der oberbadischen Sozialdemokratie geschrie- | ben werden sollte, dann wird man dem Gelnossen Reinhold Zumtobel, der anj 24. Februar | seinen 70. Geburtstag beging, ein ehrendes Blatt | widmen müssen. Reinhold Zumtobel zählt zu | den Pionieren der sozialistischen Bewegung am | Oberrhein. Der Wiesentäler Fabrikanten-.,Libe- | ralismus“ reaktionärster Färbung machte dem = jungen Stürmer und Dränger, der mit religiöser = Inbrunst das Evangelium des Sozialismus unter 1 den geknechteten Arbeitsbienen des industrie- = reichen Oberrheingebiets verbreitete, das ohne- - bin entbehrungsreiche Leben noch schwerer. | Überall in „schwarzen Listen“ eingetragen, von = Ort zu Ort, vqn einer Arbeitsstelle zur andern = nehetzt, war dem Genossen Zumtobel in jungen = Jahren das Los aller aus dem Volke heraus- 1 gewachsenen sozialistischen Kämpfer beschieden. = Es bewahrheitete sich aber auch hier das = Wort: „Ihr hemmt uns nur — aber ihr besiegt jj uns nicht!“ Mit dem unaufhaltsamen Aufstieg 1 der oberbadischen Sozialdemokratie um die | Jahrhundertwende trat auch Genosse Zumtobel - in die vorderste Kampffront. Immer rastlos um | seine Weiterbildung bemüht, vervollkommnete = er sein geistiges Rüstzeug in jener Hochschule, Sin der Rosa Luxemburg mit der ganzen Lfci- S denschaftlichkeit ihres kämpferischen Herzens S den Vortrupp der stärksten politischen Par- | tei der Welt mit den Lehren eines Karl Marx, | eines Friedrich Engels und eines Ferdinand La- | salie als den Altmeistern des wissenschaftlichen | Sozialismus vertraut machte, damit sie im 1 Kampfe mit den zahlreichen und mächtigen | Germern der modernen Arbeiterbewegung „des | Geistes Schwert“ zu führen vermochten. | Und Genosse Zumtobel hat dieses Schwert | in Tausenden von Volkskundgebungen und vor | allem in der Presse meisterhaft gehandhabt. E Das Vertrauen der oberbad'schen Genossen be- | rief ihn im Jahre 1911 in die Schriftleitung der | ..Volkswacht 1 , in deren weitverzweigtem Ver- | breitungsgebiet die gegnerische Presse und § mächtige wirtschaftliche und konfessionelle 1 Kräftegruppen der Ausbreitung der sozialisti- I sehen Idee entgegenwirkten. Scharf im Angriff I und mutig in der Abwehr, hat das Kampforcan I der oberbadischen Sozialdemokratie unter S Reinhnid Zumfobels Führung die Interessen der »werktätigen Bevölkerung wirkungsvoll vertre- Aus allen vier Zonen Barl tu. Die dringende Bitte um Beschaffung von Arbeitsschutzkleidung richtete der Berliner Ober, bürgermelster, Frau Louise Schröder, am Vorabend der In Berlin stattfindenden interzonalen Arbeitsschutzkonferenz an die' Alliierten. Tm Namen des Berliner Magistrats begrüßte Frau Schröder d'e Delegierten der Konferenz sowie die Vertreter der Besatzungsmächte. Als besonders schwerwiegendes Po- blem bezeichnete sie die besonders in Berlin hervortretende Überalterung der Arbeiter und wies darauf hin, daß auf vier Arbeitende ein infolge Überalterung nicht mehr arbeitsfähiger Mensch komme. Französische Zona Schilenge» Gegenwärtig wellt eine Gesundheitskommission zur Beobachtung einer Krankheit ln Schlierigen, die gleichzeitig über hundert Personen ergriffen hat. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich dabei um eine Grippe oder um eine neuartige Krankheit handelt. Die Fieberkurven der Kranken verlaufen sehr unterschiedlich. Die Patienten zeigen am Ende der Krankheit sehr starke Sehwächeerschel- nungen. Man hofft, daß die unbekannte Krankheit ihren Höhepunkt überschritten hat, Doppelzone Berlin. Die Januar-Lebensralttel-Elnfuhren der Doppelzone, einschließlich Berlin, beliefen sich auf nahezu 309 000 Tonnen mit einem Wert von über 49 Millionen Dollar, geht aus einem Monatsbericht der amerikanischen Militärregierung hervor. Berlin. Vom ersten März an können auf der von der American Overseas Airline beflogenen Fluglinie Berlin—Frankfurt a. M—Newyork deutsche Passagiere bis Frankfurt mitfliegen. Die Flüge werden ln jeder Richtung zweimal in der Woche durchgeführt. Für die vier Flüge stehen den deutschen Passagieren insgesamt 90 Plätze zur Verfügung. Die Flugkarte von Berlin nach Frankfurt kostet 110 RM, der Hin- und Rückflug 198 RM. Kassel. Die vorgesehene Tagung der Verkehrsminister der Doppeltzone, die vom 23. bis 25. Februar In Bad Pyrmont stattflnden sollte, wurde auf den 4. März nach Königstein im Taunus verlegt Köln. Der erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der britischen Zone, Hans B"ekler, wird als Gewerkschaftsvertreter der britischen Zone an der vom 8. bis 10. März nach London ein- berufenen Gewerkschaftskonferenz der Marshall-Länder teilnehmen. Die Einladung geht vom britischen Gewerkschaftshund aus. Frankfurt Die wiederaufgebaute Paulskirche In Frankfurt wird nicht mehr wie früher als Pfarrkirche, sondern nach einier Vereinbarung zwischen der evangelischen Kirche und der Stadt als Versammlungsstätte für bedeutsame kirchl'ehe, kulturelle und politische Veranstaltungen Verwendung Anden. Wiesbaden. Eine zwanzigprozentige Erhöhung der Bauarbeiterlöhne in Hessen, rückwirkend ab 15. Oktober 1947, ist letzt von der amerikanischen Militärregierung genehmigt worden. P a s s a u. Im Passauer Schiachthof werden nach einer Meldung der Zeitung .Münchner Merkur* auf Wunsch privater Hundefleisch-Liebhaber regelmäßig Hunde geschlachtet Als besondere Delikatesse sollen Dackelkoteletts verzehrt werden. Salzwedel. Ein Besucher eines Maskenballes In einem Dorf in der Altmark bezeichnete sich durch ein um den Hals gehängtes Schild als „der freie Bauer“. Er hatte die Hände auf dem Rücken zusammengebunden. Im Kreis Salzwedel wurden daraufhin alle Maskenbälle verboten. Russische Zone Berlin. Die Finanzminister der fünf Linder der sowjetischen Besatzungszone trafen in Berlin zu Haushalts-Besprechungen zusammen. ten und der sozialistischen Bewegung eine stattliche Armee politisch geschulter Mitkämpfer geworben. Neben der Leitung einer Tageszeitung, deren Umfang uns heute fast sagenhaft erscheint, fand Genosse Zumtobel noch Zeit zu einer fruchtbaren kommunalpolitischen Betätigung. Als Mitglied des Stadtratskollegiums gehörte er zu jenem auserlesenen Krei^ sozialdemokratischer Gemeindevertreter, deren Namen und Wirken mit dem einstigen Ruf Frei« burgs als oberrheinischer Kulturmetropole unlösbar verknüpft sind. Immer aber zog es den treuen Sohn des Wiesentals in die Hebelgemeinde Hausen, wo seine Wiege stand. Er dürfte wohl bei keiner Hebelfeier' und bei keinem „Hebeimähli“ gefehlt haben. Reinhold Zumtobel erwies sich in einem vielbeachteten Buch als ein ausgezeichneter Quellenforscher und als ein feinsinniger Kommentator Hebelscher Lyrik und Prosa, und manche köstliche Anekdote dieses würdigsten Vertreters des alemannischen Kulturkreises hat er der Vergessenheit entrissen und seinen Landsleuten in liebenswürdigster Form vermittelt — er, dessen Aussprache hart ist und der die unter einer rauhen Schale verborgenen Gemütswerte nicht offen zur Schau zu tragen vermag. In einem Kampf, der in der Geschichte der oberbadischen Sozialdemokratie ehrenvolle Erwähnung verdient, hat die von Reinhoid Zumtobel geleitete „Volkswacht“ den Ansturm des Faschismus abzuwehren versucht; Bei Hitlers Machtergreifung beschwor sie das Volk n-ch einmal mit dem eindringlichen Anruf: „Hitler bedeutet' Krieg — der Faschismus führt das deutsche Volk ins sichere Verderben!“ Es nützte nichts mehr, der politische Wahnsinn gewann die Oberhand. Genosse Zumtobel zeigte aber ln seinem Abos.ng noch das große Format des sozialistischen Kämpfers. Er verließ mit sel- I nen Redaktionskollegen den liebgewonnenen ! Arbeitsplatz erst, als die SA mit abgeschnall- ! ten Schulterriemen seiner und damit jeder ; geistigen Tätinkeit ein Ende bereitete. Kurz ' darauf nahm der vom kleinen Weinmixer zum Kreisieiter und' Oberbürgermeister avancierte Dr. Kerber die Stätte sozialistischen Wiricens in Besitz und verkündete. der gröhlenden Menschenmenge, daß „der Geist der Zumtobel und Genossen“ künftighin aus diesem Gebäude verbannt sein Werde. Genosse Zumtobel hat in den folgenden Jahren schlimmster Geistesknechtschaft das Schicksal aller lener aufrechten Männer und Frauen geteilt, die für ihre üb°rzeunung den Leide^s- icelch bis zum bitteren Rest auskosten mußten. Der Zusammenbruch des ..Tausendiährioen Reiches“ fand ihn zwar — körperlicher Fe^hwer- nisse wegen — nicht mehr in vorderste* Kamof- front, doch hat er in Wort und Schrift bewiesen, daß sein kämpferisches He-z immer noch — wie früher — für den Sieg desSozlalis- m U S tätig sein mö'-hte. Und so betrachtet es die oherbadische Sozialdemokratie als ihre Ehrenpflicht, dem Genossen RewihoM Zumtobel für sein aufopfernd---: Wirken zu danken und ihm zu seinem 70. Geburtstag die herz”ch-tea Glückwünsche zu entbieten! E. Sch. Gleiche B-r-hlnug für sämtliche weiblichen Angestellten Der Landesvereinigung der Gewerkschaften der Angestellten ist es letzt ge'ungen. end’ich den G-und- satz gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, für sämtliche weiblichen Aneeste’lten in d-r g“ssm*en französischen Zone Südbadens zur Durchführung zu bringen. . . Die entsprechende Verfügung wurde Inzwischen vom Landesarbeitsamt Baden herausgegeben, so daß eine Minderbezahlung. wie sie tet'we'se im Groß- und Einzelhandel, Bank- und Vers.'cherungsgewerb® noch üblich war, nicht mehr zu’fissig ist. Das ist ein voller Erfolg der Gewerkschaften. (Vas macht das Wetter ? Ein vorübergehender Hoehdruckvorstoß vom Atlantik bis zum Baltikum führte zu erneutem Einfluß von Kaltluft in unser Gebiet. Mit der Abschwächung des hohen Druckes über dem Festland wird durch Warmluft wieder ein Temperaturanstieg erfolgen. FürdieFrau Eine Frage zum Nachdenken Hat der nachfolgende Ausspruch Goethes, den dieser in einem Gespräch mit Riemer tat, Anspruch auf zeitlose Gültigkeit, oder können wir sagen, daß unsere Zeit ihn bereits erschüttert hat? Goethe: „Weiber haben keine Ironie, können nicht von sich selbst lassen. Daher ihre sogenannte größere Treue, weil sie sich selbst nicht überwinden können, und sie können es nicht, weil sie bedürftiger, abhängiger Sind als Männer.“ Frauen wählten — nicht! Die letzten württembergisch - badischen Ge- meindewahlen boten die Möglichkeit, auf den vor- geiegien Parteiiisten einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen zu geben (und dafür andere zu streichen), oder von anderen Listen Kandidaten her- überzunehmen. Jede Partei.iste enthielt soviel Namen, wie Gemeinderatssitze vorgesehen waren, und da praktisch niemand damit rechnen konnte, ‘eine einzige Partei werde (wenigstens in den größeren Gemeinden und Städten) a.s Alleinherrscherin einziehen, besaß jeder Wähler die Möglichkeit, wenigstens seinen Lieblingskandidaten durch Stimmenkumulierung zu kräftigen. Das Wahlsystem, das den ersten Schritt auf das vielfach gewünschte Personenwahlrecht zu machte, setzte vor allem die Frauen instand, ihren Geschlechtsgenossinnen durch die drei Stimmen sichtbar und spürbar ihr Vertrauen zu bekunden. Die überparteilichen und überkonfessionellen Frauenausschüsse haben auf diese Möglichkeit deutlich in Aufrufen und Plakaten hingewiesen. Aber diese Mahnung wurde zum Teil wenig beherzigt ln Karlsruhe zum Beispiel ist zu der einzigen bisherigen Stadtverordneten der SP-Fraktion nur eine zweite Frau hmzugekommen (CDU). Bedenkt man, wie das Arbeitsgebiet der Gemeinderäte durch ihre Tarifpoiitik für Strom und Gas sowie für Straßenbahn recht eigentlich in d'e besondere Einflußsphäre der Hausfrau eingreift und geradezu spürbar in ihr Monatsbudget, so hätte man mehr Interesse von ihrer Seite erwarten sollen. Keine Partei hat auch gezögert, Frauen auf ihren Wahlvorschlag zu setzen — aber eben an Stellen, vor denen das Wahlrecht haltgemacht hat. Die Frauen hätten das durch ihre Initiative korrigieren können — sie haben es unterlaßen. Es war auch bei Wahllisten, d'e handschriftliche Eintragungen enthielten, festzustellen, daß oft mehrere bei übereinstimmender Form in der gleichen Handschrift geschrieben waren.: die Entscheidung darüber, ob das männliche Oberhaupt der Familie dabei federführend war oder die politische Überzeugung der Frau, dürfte Zweifeln begegnen. Ein weiterer Beweis dafür, w f e nötig die staatsbürgerliche Erziehung w ä r e ! Dr. E. R. Gandhi: Es genügt, sterben ru können Mahatma Gandhi, der nach der altfndischen Sitte der Kinderehe mit 13 Jahren heiratete, legte — ebenso wie se’ne Frau — sehr bald nach Gründung seiner FarmTe das Keuschheitsgelübde ab. Seine Frau, die bis zu ihrem Tode eine mutige, opferbereite Mitkämpferin für seine Ideen war, blieb in engster, reiner Freundschaft mit ihm verbunden Eines der Ziele Gandh's war die Stellung der indischen Frau und der Frau im allgemeinen zu heben. Er forderte die Frauen auf, sich die allgemeine Achtung selbst zu erobern, am öffentlichen Leben teil zu nehmen und keine Entbehrung im Kampf zu scheuen. „Frauen können den Mann im Kampf immer übertreffen“, sagte er. „S ! e sollen sieh vor nichts fürchten. Die Schwächste unter ihnen kann ihn Ehre verteidigen. Es genügt, sterben zu können.“ „Achtung vor allem.. sagte er schon 1920- Das weibliche Geschlecht ist nicht das schwache Geschlecht Es ist das edlere Geschlecht von beiden, weil es sich aufzuopfern vermag, weil es ln der Stille leiden, weil es sich demütigen, weil es glauben und erkennen kann! Die Intuition der Frau hat sehr oft den anmaßenden Anspruch des Mannes auf ein höheres Wissen zuschanden gemacht.., Mitteilungen in Kürze Am 23. Februar sprach Frau Dr. Gabriele Strecker iü Freiburg im Rahmen der Friedens- geselisehaft Freiburg über das Thema „L eicht er Krieg — schwerer Friede n". Die Sprecherin, die die Leiterin des Frankfurter Frauenfunks ist und als erste deutsche Frau zu den Tagungen der Internationalen Frauenorganisationen für Frieden und Freiheit in Neuyork (!94S) und Paris (1947) eingeladen war, nannte als die größte Bedrohung des Friedens die Tatsache, daß es viel mühevoller sei, einen Frieden tn Geduld und Toleranz zu erarbeiten, als sich aus Notzuständen heraus ln einen Krieg zu stürzen, in dem bei den Massen die Einzelverantwortung fortfällt. Die Rede war ein sachlich gehaltener, eindringlicher Aufruf zu internationaler Zusammenarbeit im Sinne des Friedens, ein Werben für den Gedanken der UNESCO und ein Hinweis auf die Wichtigkeit der erzieherischen Aufgabe der Frau für dieses Werk. Wer es vermag, den Lebenden wirklich eine Hoffnung zu geben, habe seinen Beitrag zum Frieden geleistet. Die amerikanische Rechtsanwältin Dorothy Ken- y o n, Delegierte ihres Landes bei der Kommission für Menschenrechte, hat lm Verlaufe der Kommissionsberatungen folgende Erklärung abgegeben: „7 0 Prozent bis drei Viertel des gesamten amerikanischen V ol k s v e r m ö g e n s befinden sich ln Frauenhänden, ebenso «5 Prozent aller Spareinlagen. Der politische Einfluß der amerikanischen Frau Ist aber erbärmlich gering. Nur sieben Abgeordnete des Kongresses sind weiblichen Geschlechts: sie werden von der 524 Mann starken Mehrheit -örmlieb erdrückt. In neun Staaten der Union gibt es nicht eine einzige Frau als Abgeordnete in den Staatsparlamen'en, und einen weiblichen Staatsgouverneur gibt es überhaupt n'cht. Tn 30 Staaten rekrutieren siyh die Richter vollzählig aus Männern. Dabei zählt die Bevölkerung der Vereinigten Staaten sechs Millionen mehr Frauen als Minner .*■ Miß Kenyon drang auf Annahme einer Resolution, durch die die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen aufgefordert werden sollen, dem Frauen weitergehende politische Verantwortung zu übertragen. Die Zahl der Ehescheidungsprozesse, die vor den Gerichten der britischen Zone durchgeführt werden, Ist achtmal so hoch wie vor zehn Jahren. Im Jahre 1938 wurden an einem Tage durchschnittlich 4—s Scheidungen verhandelt, beute sind es 30 bis 40. Unter dem Titel „Künstlerisches Frauenschaffen“ zeigt die Stadt Gelsenkirchen in der Lesehalle „Die Brücke“ gegenwärtig eine Ausstellung mit etwa 60 Werken von 20 westdeutschen Künstlerinnen der Malerei, Graphik, Bildhauerei und der angewandten Kunst. Die Aufführung von John van Brütens „So war Mama“ (f remember Mama) im Hebbel-Theater, ein realistischer und humorvoller Bilderbogen aus dem amerikanischen Familienleben, von Carl Zuckmayer übersetzt und bearbeitet, wurde zu einem Triumph für Käthe Dorsch, die mit ihrer gemütvollen und fraulichen Darstellung der „Mama“ fast 50 Vorhänge erzielte. I Eine Junge amerikanische Negerstu- d o n t i n hat gegen alle Ibt bisher entgegenstehenien Widerstände mit Hilfe eines Schiedsspruches de» Obersten Amerikanischen Gerichtshofes ihre Aufnahme an der Universität von Oklahoma durchgesetzt. Sie ist damit d'e erste ihrer Rasse, die seit der Gründung der Universität im Jahre 1892 dort diesen Versuch unternommen hat. Der Richterspruch entschied, daß notfalls für sie eine eigene juristisch» Fakultät Oklahoma geschaffen werden müsse. Schottland Ist das einzige Land in Europa, das nicht nur keinen Uberschuß an Frauen aufweist, sondern sogar an Frauenmangel leidet. Di» Tatsache erklärt sich daraus, daß die Jungen Schottinnen überwiegend Arbeitsverhältnisse in England aufsuchen, die offenbar günstiger sind als ut Schottland. Als erste Berliner Studentin hat dl» 19jährige Cornelia Grethe Eulers von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung erhalten ihr Studium am „Georgla-States-Colleg» for Women“ ln Mtlledgevllle, USA, fortzusetzen. Sie studierte bisher an der philosophischen Fakultät der Berliner Universität und betätigte sich in der Arbeit s ge m einschaft der jungen Llberaldetrtokrateo, • / t)a$13ßÖt Mlttnred!, 25. Februar 1948 - Nummer 15 — Seife 3 fftämtgcr Mccko Dr. Hoffmann gegen CDU*VorwürfeI Stadtrat Schieler prangert eine Verleumdung an. — Jahn-Haus für den Südwestfunk nicht verfügbar In der Stadtratssitzung vom 23. Februar wies Oberbürgermeister Dr Hoffmann den der Stadtverwaltung von Stadtrat Dichtei (CDU) in der letzten Stadtratssitzung gemachten Vorwurf, daß sie sich nicht energisch genug um einen Holzeinschlag der Stadt im Borkenkäfergebiet von Schluchsee und St Blasien gekümmert habe, mit der Begründung zurück, daß deswegen schon längere Zeit Verhandlungen schwebten. Im übri- § en h.be dort bisher noch keine der erwähnten tädte mit dem Einschlag in diesem Gebiete begonnen. Der gleichfalls von CDU-Seite gemachte Vorwurf, daß die Stadtverwaltung versäumt habe, den Stadtrat vor der Einstellung des Sonntagsverkehrs der Straßenbahn mit diesem Problem zu befassen, wurde von Bürgermeister Geiler mit dem Bemerken zurückgewiesen, es sei klar aus dem Stadtratsprptokoll vom 13. Januar ersichtlich, daß der Stadtrat hiervon in Kenntnis gesetzt worden sei. Am 15. Januar sei bei der Militärregierung um Genehmigung nachgesucht worden, die am 18. Januar erteilt wurde, worauf dann am 20. Januar^ der Sonntagsverkehr eingestellt worden sei. Im übrigen habe es sich angesichts des schlechten Zustandes des Wagenmaterials um eine sofort durchzuführende Zwangsmaßnahme gehandelt. Dieser Auffassung trat auch Oberbürgermeister Dr. Hoffmann bei. — Stadtrat Schieler (SP) machte davon Mitteilung, daß er einen vermutlich mit falscher Unterschrift versehenen Brief erhalten habe, in dem gegen ihn die Anschuldigung erhoben wurde, er sei in der letzten Stadtratssitzung für eine verstärkte Heranziehung der damaligen kleinen Pgs zum Wiederaufbau ecngetreten. Er stellte ausdrücklich fest, daß er Ne eine derartige Bemerkung gemacht habe. Seine Meinung sei von jeher die gewesen, daß man nicht die Weinen, sondern die großen Pgs hierfür heranriehen müsse. Es wäre wissenswert, woher der Briesrchreiber seine Informationen bezogen haben will, ixn diese ge- me'ne Verleumdung auszusprechen, da Stadtrat Schieler in der letzten Stadtratssitzung dieses Problem überhaupt nicht' berührt hat. Oberbürgermeister Dr. Hoffmann, der einen völlig gleichen Brief erhalten hatte, bestätigte dies und be- zeichnete den Inhalt des Schreibens als unwahr. Einstimmig genehmigte der Stadtrat dann einige kleinere Nachtragskredite zum Haushaltsplan 1947 sowie einen Kredit von 50 000 RM für Verwaltungskosten der Hilfsstelle für Fliegergeschädigte. Eine längere Aussprache fand über die beabsichtigte Erfassung und Überlassung von Möbe’n und Haushaltsgegenständen an F!iegergeschädirg zum Schutze der Volksernährung vom 1. Oktober 1946 (Amtsbl. S. 113) bestraft. Neben der Strafe (Freiheits- oder Geldstrafe) kann auf Einziehung der Bestände und der Einrichtungsgegenstände. sowie auf Brennverbot nach Maßgabe der Rechtsanordnung erkannt werden. Als Verstöße gelten auch Maßnahmen, die, ohne gegen den Wortlaut dieser Anordnung zu verstoßen, eine i Umgehung derselben darstellen > § 8 . Das Badische Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung wird die etwa erforderlich werdenden Durchführungsbestimmungen erlassen. § 9. Diese Bestimmungen treten mit Wirkung vom 18, Februar 1948 in Kraft. Die Anordnung über die Bewirtschaftung von Trinkbranntweinerzeugnissen der Verschlußbrennereien, Abfindungsbrennereien und Stoffbesitzer vom 14. Februar 1947 wird, soweit sie diesen Bestimmungen entgegensteht, hiermit aufgehoben. Bad. Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung — Abteilung Ernährung — Ausstellung von Säuberungsbescheinigungen Über die Erhebung einer Verwattungsgebühr für die Ausstellung interzonaler Säubeiungsbescheini- gungen und Säuberungsbescheinigungen auf Grund der Verordnung 133 über die Entnazifizierung vom 17. November 1947 wird hiermit bfekanntgemacht: 1. Für die Ausstellung interzonaler Säuberungs- besch»inigungen wird eine Verwaltungsgebühr von 5.— HM und für die Ausstellung von Bescheinigungen nach der Verordnung 133 über die Entnazifizierung vom 17 November 1947 eine Verwaltungsgebühr von 10.— RM erhoben. 2. Für Zweitausfertigungen wird dieselbe Gebühr wie für die Urschrift erhoben. 3. Auslagen kommen neben der Gebühr zum Ansatz 4. Im Falle der Bedürftigkeit können die Gebühren ganz oder teilweise erlassen werden- Badisches Staatskommissariat für politische Säuberung Aufbaudienst Auf Grund der Gemeindesatzung vom 1. April 1947 werden für die Monate März und April 1948 aufgerufen: Alle aufbaudienstpflichtigen männ’tchen Einwohner der Stadt zwischen dem 16 und 60. Lebens- jahr. Ea 1. März arbeiten am A bis Bad 8. April Lee bis Lue r. Bae bis Bei 8 . Luf bis Ma 3. Bek bis Bio 7. Me bis Mol 4 Blu bis Br 8 . Mom bis Mus 5* Bu bis C » Mut bis O 8. Da bis Dor 12. P bis Q ». Dos bis Eis 1* Ha bis Re 10. Eit bis Fei 14. Ri bis Ro 11. Fel bi s Fre 18. Ru bis Scha 12. Fri bis Gern 16. Säle bis Schm 15. Gen bis Gre 10. Schn bis Schul 16. Gri bis Ham 20. Schum bis Se 17. Han bis H-’im 21. Si bis Sta 18. Hein bis Hik 22. Ste bis Stro 22. Hil bis Hos 23. Stru bis T 23. Hot bis Jor 24. Nachho'etag 24. Jos bis Kei 26. U bis V 30. Kel bis Kla 27. Wa bis We 31. Kle bis Kor 28. Wi bis Wo L April Kos bis Kul 29. Wu bis Z 3 . »» Kum bis Led 30. «s Ncchho’.etag Wer aus zwingenden Gründen an seinem Aufruftag nicht mitarbeiten kann, hat Gelegenheit, seine Arbeit an einem beliebigen anderen Arbeitstag der Aufrufzeit nachzuholen. Nachholetag ist auch der 24. und 30. April 1948. Betriebe, Behörden und Vereine können nach vorheriger Anmeldung beim Wieder aufbaubüro an jedem von ihnen selbst gewählten Arbeitstag geschlossen arbeiten. Arbeitszeit: Beginn 8 Uhr pünktlich am Fahnenbergp'.atz: Ende 16.30 Uhr Halbstündige Mittagspause während der Ausgabe der warmen Mittagskost auf der Baustelle. Eßgeschirr ist mitzubringen. Auf Antrag werden zur Schonung der Bekleidung Arbeitsschürzen und Arbeitsschuhe leihweise am Fahnenbergplatz ausgegeben. Die Ableistung der Arbeit wird von der Bauleitung in die Meldekarte des Arbeitsamts und in die S'undenkarte der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Baubetriebe eingetragen Beide Karten sind bei Arbeitsbeginn abzugeben. Münd'iehe Auskunft wird erteilt in der Dienststelle des Wederaufbaubüros: Baracke 2 am Fahnenberg- piatz — Sprechstunden täglich von 8 bis 12 Uhr. Das Wiederauibatibüro der Stadt Freibarg i. Br. Umtausch der Fahrtenbücher Der Umtausch der Fahrtenbücher für Personenwagen und Motorräder findet zwischen dem l. und 5. März 1948 bei den Wirtschaftsämtern, Abt. Treibstoffe, s'att. Die Kraftfahrzeughalter des Stadtkreises wenden sich an das Wirtschaftsamt, Abt. Treibstoffe, Fretburg i. Br., Rotteckplatz 11 (Parterre), die des Landkreises an das Wirtschaftsamt, Abt. Treibstoffe, Freiburg i. Br., Fürs.enbergstr. 17. Da* Bezirks-Straßenverkebr*-Amt Fretburg L Br. J faiwlllenaoizelgen Wir haben den Bund lürv leben geschlossen: Helmut Schäfer Rita Schäler geh Kaizenstein Freiburg I. Br., 24. Februar 1948. Kartäuserslr. 64a. Baifortslr. 41. Oer Herr über leben und Tod nahm nach langer, schwerer Krankheit am 8. Fehl. 1946 meinen ib. Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater und Großvater löset Sifringor im Alter von 68 lahren zu sich In die ewige Haimat. Freibu-rg I. Br. Eichstettei Straße 6. Im Hamen aller bauernden Hinterbliebenen: Frau Helene Sifringor. Für innige Anteilnahme während seiner Krankheit sowie für die vielen Kranz- erd B'umen*o-nd-n und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, eia herzliches „Ver- gelt's Goitl* Für die uns erwiesene Anteilnahme anläßlich der Uberfühiung meines geliebten Mannes, unseres treusorgenden Vaters, Sohnes u. Bruders Gustav Mallmüller, Blechner von Koblenz nach seiner Heimat, getanen am 28. Daz. 1944, sage ich auf diesem Wege allen ein herzliches „Vurgelt's Gott!“ Insbesondere danke ich dem Herrn Pfarrer Sick für seine trostreichen Worte sowie dem Kirchenchor. Ihringen, den 15. Februar 1^48. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau lina Maltmü-ier Wwe. mit Kindern. Eltern und Geschwister. Mitten aus einem von Arbeitsfreude erfüllten Leben wurde mein lieber Mann, unser guter, ireu- sorc*end8r Vater. Schwiegervater. Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Robert Schleicher Im 65. Lebensjahr plötzlich und unerwartet inioige Herzschlags von uns genommen Freiburg i. Br. 22. Februar 1948 Konvikistraße 53 In tiefstem Schmerz: Pauilna Sch’elcher. Witwe, geb Bruder; Walter Schleicher mit Familie ; Robert Schleicher; Pauia Gmelln geb. Schleicher und Anverwandte. Beerdigung findet am Donnerstag, 26. Februar. 14 Uhr. statt. Nach kurzer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit folgte nach kaum 3 lahren mein lieber, sonniger Bub Dieter kn Aller von 10 % Jahren seinem lieben Papa ir den Tod. Freiburg I. Br.. 18 Februar 1948 Friedhofsfraße 33 In tiefer Trauer- Frau Hermine Gebhard! Witwe und Kinder Ursula und Theo. Mletsesnche FInannchuie Fre’burg sucht für die Zeit ab 15. März für 4 Monate mehrere möbl Zimmer od. Schlafstellen. Angeb . schritt!, od. mündlich. Sautierstraße 24. Zimmer 95 (Finanram!sgebä"de). oder an die Geschäftsste'le Das Volk erbeten. KaoateesiBclte Karioffelschälma'ch'no. Geschirrspülmaschine. Sehn-e'dernähmaschln.e. auch reparaiurbedürfiio. zu kaufen oder gegen gute Gebühr zu le'hen gesucht. Angebote unter G 1480 an Das Volk, Freiburg. Ver’oren Goldene Damenarmbanduhr zwischen Bäckerei Disch u. Kerislr. vsrlorcn. Abzugeben gegen gute Belohnung. Rißler. Freiburg. Jacobistr 12a. Seheriio'lsrlemen verloren. Gegen gute Belohn, abzugeben. Freiburg, Gartenstr. 21. 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Februar, 20 Uhr: Fünftes Sinfoniekonzert das verstärkten Städtischen Orchesters — Kammerspie e: 25. Febr 19.33 Üh>: „Helden". 26 Febr.. 19 30 Uhr: „Wir sind noch einmal davongekommen*, Filmtheater Casino Lichtspiele. Bis einschi. Donnerstag, 26. Febr.: .Viel lim eu N ixl". Neueste Wochensch. Juoend- verbot bis 14 Jahre Ab 27. Febr.: Ein orig., heilerer u. prickelnder Film: „Anette will heiraten" (in deutscher Sprachst). Mit Lo-To Caretli. Henry Gerat. Georg?* Rollin. Mona Goya. Rosine luguet. Neueste Wochenschau Jugendverbot bis 14 Jahre. Spielzeiten: lägt. 14.15 u 16.33 Uhr: Sonnlag: 10 u. 12 Uhr; Montag: 14.15, 16.33, 18.45 u. 21 Uhr. Harmonie - l'c’ilipiele. Bis Donnerstag: „Spiel". Ab Freitag. 27. Febr.s „Carmen". Ein Weiierlolg In deutscher Sprache, nach der berühmten Oper v. Bizet. mit Vivian Romance. Jugsndverboi. Tägl 14.15. 16.33 u'd 18.45 Uhr; Dienstag. Mittwoch u. Freitag auch 21 Uhr Vorverkauf täglich von 10—12 Uhr. Un'on-Thealer. Bis Donnerstag- „Ehg in Dosen". Jugendfr. ab 14 Jahre, Ab Freitag. 27. Febr.: „Der grün« Salon". Ein Gese' schaftsfilm von Formal mit Paul Klinger. Julia v. Alpen. Hans Brausewstier. Jugendfrei. Montag bis Donnerslag: 14 33 17 u. 19.33 Uhr: Freitag b:s Sonntag: 14.15. 16.10. 18.45 u 21 Uhf. Vorverkauf lägl. ab 13 Uhr. Friedrichsbau Lichtspiele. Bis etn- tch ießl-ch Donnerstag: ..Ein Man« mit Grundsätzen". Jugendfrei! Ab Freilaa, 27. Febr. .Die Finanzen de* Großherzogs" Ein köstl. Lustspiel mit Victor de Kowa. Hüd« Weißner. Theo Ungen Heinz Rüh- mann. Paul Henkeis. Regle: Gust, Gründgens. Spie-Izeilsn: Montag, Dienstag. M.ttwoch. Freilag 14.15 u. 16.30 Uhr, Donnerslag u. Samstag nur 14.15 Uhr. Vorverkauf an d Soieitagen 10—12 Uhr und ab 13.30 Uhr an der Tageskasse.