asMofk Samstag, 13. November 1948 3. Jahrgang / Nummer 104 FBE1BURG IM BRE1SGAO Erscheinungstage Dienstag. Donnerstag, • Samstag Einzelpreis 20 Pf • Monatshe/ugspreis DM 2.— eiosdiließlich'Trägerlobn, durch die* Post DM 2 16 Anzeigen laut Tarif gegen Kennkartenausweia Orsao der Sozialdemokratischen Partei Deufscftlands Land Baden a Her ausgegeben vom Sozialistischen Verlag Freiburg, GmbH., Freiburg t.Br., Kaiser-Joseph-Str 229 Fernruf IlT. 21t«. Bankverbindungen: Oberrheinische Bank. Freiburg I Br,. Freiburger Gewerbebank, eGbmH., Freiburg t.Br.; öffentl Sparkasse Freiburg i Br «Städt Sparkasse) Postscheck-Konto Freiburg ) Br Nr 6918 Verbreitungsgebiet: Land Baden (Französische Zone). Geschäftsstellen und Vertretungen w ^Ilen größeren Orten. - Anzeigenpreisliste Nr 4. - Gerichtsstand Freiburg i. Br. - Schriftleitung. DrF Große g leitung: Karl May: Er Bauetrrteister. - Druck Universitätsdruckerei Poppen & Ortmann. Freiburg Br. Taten und nicht schöne Worte, Herr Dr. Adenauer! Antwort auf eine demagogische Rede des rheinischen CDU*FÜhrersl Die Freiburger CDU hat es sich nicht nehmen lassen, einen ihrer prominentesten Führer aus dem Reich für den Wahlkampf nach Freiburg zu holen. Sie hat dafür die Form der „Kundgebung“ gewählt, die im Dritten Reich 80 beliebt war und die eine Diskussion mit dem politischen Gegner ausschloß. Es bleibt uiis daher nichts übrig, als hier im Rahmen der Zeitung die Diskussionsrede zu bringen, die wir in der Versammlung halten wollten und die die Versammlungsleitung der CDU nicht zuließ. Sie haben Herr Dr. Adenauer eine sehr gewählte, sehr gemäßigte und sehr vornehm klingende Rede gehalten. Aber hinter dieser Maske der Vornehmheit verbarg sich eine D e m a g-o.g i e-, die in einigen wesentlichen Punkten vor keiner Verdrehung und Verzerrung der Tatsachen zurückschredcte. Sie haben eingangs und am Schluß eine Reihe von Fragen aufgeworfen und in einer Form behandelt, wie sie auch von den Vertretern der anderen demokratischen Parteien ohne weiteres hätte behandelt werden können und mit deren Erörterung man heute in Deutschland immer einen außerordentlichen Beifall erntet. Es Ist aber nicht allein die CDU, die heute erklärt, die jetzige deutsche „Ostgrenze“ nicht anerkennen zu können. Der Führer der deutschen Sozialdemokratie, Dr. Schumacher, und mit ihm alle sozialdemokratischen Führer haben die Forderung nach der Rückgabe der deutschen Länder jenseits der Oder and Neiße vom ersten Tage ihres Auftretens an gestellt. Es ist nicht die CDU allein, die gegen gewisse Auswirkungen und Erscheinungen der Beza tzungs politik protestiert hat. Die Führer der SPD wie auch die Führer der Demokratischen Partei haben mehr wie einmal gleich kräftige Worte gefunden und zwar zu einem Zeitpunkt als viele, die heute laut reden, noch schwiegen. Dag Besatzungsstatut, das Herr Dr. Adenauer mit so viel Pathos als notwendig Eingestellt hat, ist zuerst und am stärksten von dem Führer der SPD, Professor Karl Schmid, gefordert worden. Gegen gewisse Erscheinungen der französischen Besatzungspolitik hat auch die SPD protestiert und die Forderung nach einem Europa jand nach einer deutsch-französischen Verständigung ist von keiner anderen Partei so ener- gisch in den Vordergrund gestellt worden wie von der Sozialdemokratischen Partei. Mit einem Unterschied allerdings, Herr Dr. Adenauer: Die SPD will nicht nur eine Verständigung der deutschen und französischen Großkapitalisten, der schwerindustriellen Kreise der Ruhr und des französischen Comite des Forges unter dem bekannten Herrn de Wendel, sondern sie will eine Verständigung der breiten französischen und deutschen Massen, eine wirkliche Verständigung des deutschen und französischen Volkes. Es ist. wie gesagt, sehr billig, Herr Dr. Adenauer, alle diese Probleme in den Vordergrund zu stellen und hier mit einigen radikalen Wendungen den Be'fall breiter Schichten in Deutschland zu erreichen, vor allem heute, wo man das ohne Gefahr tun kann. Sie haben sich. Herr Dr. Adenauer, dann mit den einzelnen Parteien beschäftigt. Sie stellten lest, daß die SPD in den verschiedenen Gegenden Deutschlands keinen eigenen Willen habe, sondern dem Parteivorstand in Hannover folgen müsse. Die SPD hat allerdings eine einheitliche Führung, die jedoch von dem fast alle zwei Monate zusammentretenden Parteivorstand, der sich aus Vertretern aller deutschen Gaue zusammensetzt, bestimmt wird. Sie ist stolz darauf, eine einheitliche große Partei zu sein und nicht em wild zusammengewürfelter Haufen verschiedener Gruppen, von denen jede nach einer anderen Richtung treibt. Ist es nötig, Herr Dr. Adenauer, zum Beweis dafür etwa auf die Auseinandersetzungen in Bonn hinzuweisen, die dort zwischen der bayerischen CSU und der norddeutschen CDU geführt wurden? Ist es e'n Zufall, Herr Dr. Adenauer, daß weder Sie noch Ihr Parteifreund Dichtei das heikle Thema Südbaden“ mit der merkwürdigen Figur seines Staa*snräsldenten anrührten, weil d es auch für die CDU einen recht trüben und unerfreulichen Teil in dem großen tragikomischen Kapitel „Einigkeit in der CDU“ darstellt? S ! e stellten dann weiterhin bei der SPD lest, daß sie den gleichen marxistischen Ursprung hat wie die Kommunistische Partei. Und hier wurden Sie wieder im stärksten Maße demagogisch — wir gebrauchen hier ganz bewußt dieses Wort — als Sie auf meinen Zwischenruf hin darauf hinwiesen, daß in der SED der Ostzone viele alte Sozialdemokraten organisiert wären. Sie wissen, Herr Dr. Adenauer, als großer politischer Führer ganz genau, daß keine andere Partei in Deutschland den Trennungsstrich den Kommunisten und der SED gegenüber so scharf und so eindeutig gezogen hat und zwar vom ersten Tage an wie die Sozialdemokratische Partei. Sie wissen ganz genau, daß die LDP wie die CDU unter der Führung von Jakob Kaiser und von Ernst Lemmer in der Blockpolitik in Berlin und in der übrigen Frankfurt. Der von der sozialdemokratischen Fraktion des Wirtschaftsrates gegen Oberdirektor Pünder eingebrachte Mißtrauensantrag wurde mit 51 gegen 43 Sti mm en bei einer Enthaltung und der Mißtrauensentrag gegen Wirtschaftsdirektor Prof. Erhard mit 52 gegen 43 Stimmen abgelehnt. Vorher hatte der Sozialdemokrat'sehe Abgeordnete Kriedemann den M'ß'rauens- antrag begründet. Ins’• sondere kritisierte er, daß die Anteile, die von Rohstoffen für das Jedermann-Programm abgezweigt würden, unzureichend seien. Er wies darauf hin, es sei vom Handel gegen eine Ausdehnung der Jeder- mann-Produktion geltend gemocht worden, daß größere Mengen bei eine*- derart ermäßigten Handelsspanne nicht unbesetzt werden könnten. Der Handel wolle für den gesamten Rest der Produktion an einer Handelsspanne von 35 bis 49 Prozent festhalten. die sogar noch überschritten werde. Die SPD fordere eine Koa- Ostzone mit der SED zusammengearbeitet hat als längst die Sozialdemokratische Partei vor den Gefahren dieser Politik warnte und eindeutig nachwies, wohin sie führen muß. Es ist kein Geheimnis, daß deshalb ein Mann wie Jakob Kaiser, der in Berlin einmal großes Ansehen genoß, heute dieses Ansehen in der ehemaligen Reichshauptstadt verloren hat. Wenn heute eine Partei für die Freiheit kämpft, wenn sie das von Ihnen mit so viel Pathos gefeierte christliche Abendland verteidigt, wenn sie Deutschland und Europa verteidigt, dann ist es die Berliner SPD. Aber, Herr Dr. Adenauer, das bedeutet keineswegs, daß, wie Sie und Ihr Parteifreund, trolle der Rohstoffe, um zu sichern, daß sie vor allem zur Herstellung lebensnotwendiger Dinge verwendet werden würden. Ein Nebeneinander der freien Wirtschaft auf dem gewerb’ichen Sektor und der gebundenen Wirtschaft auf dem landwirtschaftlichen Sektor sei undurchführbar. Prof. Erhard«? Preispolitik schaffe für den Einkommens- und Lohnempfänger immer untragbarere Verhältnisse. Bramuglia bemüht sich weiter Paris, Palais de Chaillot. Bramuglia setzt seine Verhandlungen um eine Lösung der Berliner Frage fort und will : m Laufe des Abends die Vertreter der drei Westmächte Jessup (Vereinigte Staaten), Sir Alexander Ca- dogan (Großbritannien) und ParodI (Frankreich) empfangen. Die drei Westdelegierten hatten im Gebäude der „amerikanischen Vereinigung“ zuvor eine gemeinschaftliche Sitzung abgehalten. Herr Dichtei, es gerne möchten, die SPD nunmehr zur Verteidigerin der Besitzpolitik wird, die gerade der von Ihnen geführte bürgerlichkapitalistische Flügel der CDU in Frankfurt und in den Länderparlamenten betreibt. Sie sind mit einigen großen Redensarten über die Frankfurter Wirtschaftspolitik h'nweggegan- gen. Ganz wohl war Ihnen dabei nicht und Sie glaubten einen Ausweg darin zu finden, daß Sie die SPD-Wirtschaftsminister in den Ländern angriffen, weil sie keine genügend scharfe Preiskontrolle durchführten. Sie wissen ganz genau, Herr Dr. Adenauer, daß die einzelnen Länderregierungen gar nicht in der Lage sind, nachdem in dem zentralen Wirtschaftsparlament in Frankfurt dem freien Spiel der Kräfte volle Auswirkung gegeben ist, auf Länderbasis durch einzelne Maßnahmen diese Entwicklung aufzuhalten. Sie wissen ganz genau, daß hier nur zentrale Eingriffe von Frankfurt aus die Dinge ändern können. Auf den Wahlplakaten der CDU Südbadens) finden sich heute die schönen Worte: „Wer hat die Karre aus dem Dreck gezogen? Die CDU.“ Man soll mit Vergleichen und Bildern, die sehr beliebt sind, sehr vorsichtig sein. Die CDU hat daran, daß die Baris für eine neue Wirtschaftspolitik geschaffen wurde, wirklich kein Verdienst, ebensowenig wie sie in Baden ein Verdienst daran hat, wenn sich durch den Marshall-Plan und die Lok- kerung der Besatzungspolitik die Ernährungsverhältnisse auch in unserem Land gebessert haben. Herr Dichtl hat zweifellos recht, wenn er in seinem Rundfunkgespräch erklärt hat, daß die Währungsreform keine deutsche Angelegenheit ist. Die Währungsreform nberbat sozusagen die Startbahn, um wieder ein Bild zu gebrauchen, -geschaffen. In das Fahrzeug aber, das .'nunmehr in Bewegung gesetzt wurde, sind deutsche Persönlichkeiten hineingesetzt. Die SPD wollte von Anfang an, daß diesem Fahrzeug eine bestimmte Route vorgezeichnet wurde und daß es mit den notwendigen guten Bremsen versehen wird, die jedes ordentliche Fahrzeug braucht. Die CDU aber hat-Jn Frankfurt nichts Eiligeres zu tun gehabt, als dieses Fahrzeug überhaupt zum Laufen zu bringen, ganz gleich, wohin es fährt und ganz gleich, ob es die nötigen Bremsen besitzt oder rucht, Jetzt gewinnt men mehr und mehr den Eindruck, daß es mit rasender Geschwindigkeit einem Abgrund zusteuert. Dem in letzter M’nute Einhalt zu gebieten, bemüht sich die SPD und bemühen sich auch die Gewerkschaften, und hier, Herr Dr. Adenauer, haben 8'e wieder in meisterhafter Form Ihre ganze Demagogie ausgesp : elt. Für manche Kreise des Bürgertums ist ja „Streik“ noch immer e ; ne verdammenswerte Sache, An dieses Gefühl haben Sie geschickt aopelliert.. Ja mehr noch, Sie haben die Gewerkschaftsführern g, wenn auch mH vorsichtigen Worten so doch ziemlich deutlich der kommunistischen Beeinflussung bezichtigt. Sie haben davon gesprochen, daß eine . Gmppe von 14 Gewerkschaftsführern heute einen 2-lstündigen Generalstreik entfesselt und daß diese „Diktatur“ nichts mehr mit Demokratie zu tun hat. Sie haben erklärt, daß Sie sich als überzeugter Demokrat gegen eine solche „Diktatur“ wehren. Wir hatten Gelegenheit, am vergangenen Montag eine Rehe maßgebender Führer der deutschen Gewerkschaften in Frankfurt zu sprechen. Wir konnten feststellen, mit wieviel Verantwortungsbewußtsein und mit welcher Sorge Ir er eine so weitgehende Entscheidung gefeilt wurde, wie sie in der Tat ein Generalstreik bedeutet. Wissen Sie, Herr Dr. Adenauer, wirklich nicht, daß durch das ganze Land der Bi- zone ein unterirdisches Grollen geht, daß in a>ien I ändern, in allen Städten der amerikani chen und der englischen Zone Entschließungen der Gewerkschaften gefaßt sind, in denen ge-en die Wirtschaftspolitik in Frankfurt protestiert wird? Haben Sie wirklich nichts von den Stuttgarter Zwischenfäl’en gehört, d«e. so sehr sie im einzelnen im Ablauf das Werk einiger verhetzter Menschen waren, doch ihren Ausgang in der wachsenden Not der breiten Massen hatten? Die arbeitende Bevölkerung, im breitesten Sinne d'eses Wortes, rieht allerdings die Wirtsrhaftsentwicklung wesentlich anders als die Kreise der rheinischen Schwerindustrie^ die zu Ihren besonderen Freunden gehören. CDU gegen die Arbeiterschaft! Hamburg. Die CDU-Landesorganisation Hamburg verbreitete am Donnerstagmorgen 280000 Flugblätter, worin Arbeiter,. Angestellte und Beamte aufgefordert werden, der Streikparole nicht zu folgen. Die christ'ich-demokratischen Arbeitgeber weisen darauf hin, daß der von den Gewerkschaften angeordnete Streik kein taugliches Mittel sei, Preissenkungen zu erreichen. CDU erklärt Arbeitsruhe als „Arbeitsfront- Methode“ Frankfurt. Eine peinliche Erinnerung an die Methoden der Deutschen Arbeitsfront und der Ostzonengewerkschaften nennt das Oenerafsekre- tariat der CDU-Arbeitsgemeinschaft fn einer in Frankfurt abgegebenen Erklärung die von den Gewerkschaften anberaumte Arbeitsruhe am Freitag. Die Nichtausschöpfung der gegebenen Verhandlungsmöglichkeiten. die Übertragung des stärksten gewerkschaftlichen Kampfmittels auf die po'itische Ebene sowie die Nichtachtung der Meinung und des Willens weiter Arbeiterkreise bedeute eine Sabotage der Wirtschaft. Die Gewerkschaften müßten sich darüber im klaren sein, heißt es in der Stellungnahme, daß sie mit ihrer Handlungsweise dem Gedanken der Einheitsgewerkschaft einen verheerenden Schaden zugefügt hätten. Was sagt Dr. Adenauer dazu? Keine Spaltung der Gewerkschaften München. Die Gerüchte über eine Kluft zwischen den früheren christlichen Gewerkschaften und den sogenannten freien Gewerkschaften bezeichnte Präsident Hagen des BGB als frei erfunden. Eine Tagung christlicher Arbeitnehmer der CDU-CSU in der vergangenen Woche habe s ! ch zwar naturgemäß mit den Forderungen des Gewerk c chaftsrates beschäftigt. Es seien auch einze’ne Punkte — vorzüglich die Forderungen nach Erklärung des wirtschaftlichen Notstandes und der Zweckmäßigkeit der geplanten Arbeitsruhe — sehr umstritten gewesen. Im Endresultat ab«r erklärte Mathias Foecher, der stellvertretende Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes der britischen Zone: „Wir früheren christlichen Gewerkschaftler stehen hundertprozentig hinter den Forderungen des Gewerkschaftsrates, an denen wir mitgearbeitet haben. Wir sind ebenso davon überzeugt. daß es notwendig ist, den Gewerk- schaftswil’en einmal vor der Öffentlichkeit zu demonstrieren.“ Keine Verbandlungsbasis mehr in Frankfurt München. Der Präsident des Bayerischen Gewerkschaftsbundes. Lorenz Hagen, gab auf einer Pressekonferenz einen Überblick über die Ent- wick’ung. die zur Arbeitsruhe in der Doppelzone führte. Arbeiter," Angestellte und Beamte hätten auf Weisung der Gewerkschaften immer ihre vitalsten Interessen dem allgemeinen Interesse geopfert. Der Glaube an die Währungsreform habt sich in einer sofortigen Erhöhung der indivi- duelen Arbeitsleistung um 20—25 Prozent gezeigt. In Wirklichkeit habe die Währungsreform die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer gemacht. Alle Bemühungen der Gewerkschaften. die Diskrepanz zwischen Löhnen und Preisen zn beseitigen, hätten nichts gefruchtet. Mit der Ablehnung der zehn Forderungen des Gewei-kschaftsrates durch Oberdirektor Pünder und Direktor Erha-d sei den Verhandlungen in Frankfurt jegliche Basis entzogen worden. Gewerkschaften wollen keine Zwangswirtschaft München. Zwangswirtschaft sei ein Erzeugnis der Naziherrschaft, das wir genau so ablehnen, wie alle übrigen Interessengruppen, erk’ärte der Präsident des BGB. Lorenz Hanen. Die Gewerkschaften vertreten aber die Auflassung,' daß bei dem bisherigen großen Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Sektor der lebenswichtigen Güter eine Lenkung der Wirtschaft erforderlich ist. Es müsse durchaus keine staatliche Zwangslenkung sein. S'e sei vielmehr auch Im Einvernehmen der Beteiligten durdizuführen. Se'bst Direktor Erhard sei zu der Anpassung gelangt, daß es ganz ohne Lenkung und P'anung nicht ab'iehe. Das „Jedermannprogramm“ sei der Beweis dafür. Erhard und Pünder bleiben im Amt! Sozialdemokratischer Mißtrauensantrag durch CDU und FDP abgelehnt Ichtung, Freiburger! Der Berliner Stadtverordnetenvorsteher Dr. Otto SuhrDr. Adenauer auf der Kundgebung am 13. November, 16 Uhr, in der Straßenbahnhalle, Urachstr. Seite 2 — Nummer 104 StasX&ß Samstag. 13. November 1948 Besa^ungskosten und Demontage Die Zusammenkunft General Koenigs mit den Regierungschefs Und dieser Not der arbeitenden Bevölkerung soll der Generalstreik des 12. November Ausdruck; geben. Ule Arbeiterschaft und ihre demokratisch gewählten Gewerkschaftsführer wissen, daß nur eine solche Demonstration die leitenden Kreise im Frankfurter Wirtschaftsparlament ein wenig aufhorchen und Nachdenken läßt. Deshalb ist dieser Streik eine unbedingte Notwendigkeit geworden und hat nichts mit irgendwelchen kommunistischen Aktionen zu tun. (Daß alles getan wird, um dabei die „Luftbrücke“ nach Berlin auch nicht eine Minute zu gefährden, beweist zur Genüge, wie wenig dieser Streik etwas mit den Kommunisten zu tun hat.) Sie haben, Herr Dr. Adenauer, sehr schöne Worte allgemeiner Art über das Sozialprogramm und über das Wirtschafißprogramm der CDU gebraucht, aber Konkretes war in ihren Ausführungen wirklich nicht zu finden und wir mußten dabei mehr als einmal an den Schönen Satz denken: „Wenn man nicht mehr weiter kann, dann fängt man mit der Seele an.“ Denn hier, wo es wirklich auf die Entscheidung ankäme, auf die konkrete Stellungnahme Wie wir« gewarnt? Der Wähler erhält im Wahllokal zwei Stimmzettel, einen für die Gemeindewahl und einen für die Wahl der Kreistagsabgeordneten. Die Stimmabgabe für die Kreiswahl erfolgt so, daß der Wähler In den Ring neben den sozialdemokratischen Wahlverschlag sein Kreuz macht Für die Gemeindewahl macht der Wähler sein Kreuz ebenfalls in den Kreis hinter den sozialdemokratischen Wa h I v erschlag. Der Wähler muß aber beachten, daß die Reihenfolge der Parteien auf dem Stimmzettel für die Kreiswahl eine andere sein kann als für die Gemeindewahl. Der Wähler achte besonders auf die Bezeichnung Sozi&ldemokratische Partei, in deren Feld er sein Kreuz macht! Beide in dem Feld Sozialdemokratische Panel angekreuzte Wahlzettel steckt der Wähler In den Umschlag. Nicht angekreuzte oder, mit Bemerkungen versehene Stimmzettel sind ungültig! In Gemeinden mit nur einem Wahlvorschlag dagegen können die auf dem Stimmzettel angeführten Namen durch die Namen anderer wählbarer Bürger ersetzt werden! zu den einzelnen wirtschaftlichen und sozialen Problemen, halfen Sie sich, .wie alle CDU- Führer, mit dem Hinweis auf den christlichen Geist, der alles durchdringen müsse. Wir Sozialdemokraten aber sind der Meinung, daß dieser christliche Geist vor allem in Taten zum Ausdruck kommen muß. Sie haben, Herr Dr. Adenauer, bei der Betrachtung der französischen Besatzungspolitik unter großem, auch hier wieder billig erzielten Beifall darauf hingewiesen, daß alle Kulturpolitik, wie sie in großzügiger Weise von den Franzosen betrifeben Wird, nicht viel nützt, wenn daneben die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse schlecht sind. Es will uns scheinen, als ob der gleiche Hinweis für die Politik Ihrer Partei gemacht werden kann. Alle schönen Worte von Christentum, Religion und abendländischer Kultur nützen I nichts, wenn die Wirtschafts- und Sozial- i Politik sich so auswirkt, wie das heute I in Frankfurt der Fall ist und wenn die j’ breiten Massen des Volkes von all den j schönen Dingen, die heute ln der geord- | neten freien Wirtschaft — wie Sie das so i schön ausgedrückt haben — erzeugt werden, weniger und weniger kaufen können. Sie haben, Herr Dr. Adenauer, es nicht versäumt, wieder an die Jugend zu appellieren. Wir glauben und hoffen, daß gerade die Jugend, die in diesen vergangenen schweren Jahren sehr kritisch geworden ist, sich nicht mehr durch schöne Redensarten und schöne Formulierungen betäuben läßt, sondern, daß Sie hinter dem Schleier der schönen Worte die Taten zu erkennen sucht. Und diese Taten liegen heute offen vor jedem Menschen, weil Sie jeder mehr und mehr am eigenen Leibe verspürt. Und deshalb nützt es auch nicht viel, Wenn die CDU-Führung in einer großen Versammlung die Diskussion nicht zuläßt. Es ist fast gar nicht notwendig zu diskutieren, weil die Tatsachen sprechen, und weil die Tatsachen eine Änderung des Kurses verlangen, den die CDU steuert. Diese Änderung aber kann nur kommen, wenn die CDU-Mehrheit gebrochen wird, und I wenn die Sozialdemokratie auf demokratischer Grundlage das Ruder in die Hand i nehmen und die große Wende herbeiführen I kann. Und dazu kann jeder beitragen, wenn er am 14. November in Südbaden sozialdemokratisch wählt. Dr. Franz Größe Was mach! das Wetter 1 Ober Zentraleuropa hat sieh der hohe Drude erneut gefestigt. Damit können die atlantisdien Störungen vorerst noch nicht auf das Festland übergreifen, so 0aß das schöne Wetter noch erhalten bleibt. Wetteraussichten : Anfangs noch überwiegend heiter, erst bis Wochenbeginn Bewölkungszunahme, nodi trocken; leichter bis mäßiger Nachtfrost. Auf den Höhen sehr mild und frostfrei. Baden-Baden. Am Mittwochnachmittag empfing der Oberbefehlshaber der französischen Zone, General Koenig, die Regierungschefs der französischen Zone, Staatspräsident Wohieb (Südbaden), Staatspräsident Dr. Gebhard Müller (Südwürttemberg-HohenzoUem) und Ministerpräsident Peter Altmeier (Rhein- i land-Pfalz). Die Besprechung dauerte dreieinhalb Stunden und hatte, wie in dem anschließend herausgegebenen Kommuniqufe betont wurde, den Zweck, einen Überblick über die wichtigsten schwebenden Tagesfragen zu geben. Der General ließ sich zunächst über die mit dem Demontageproblem zusammehhängenden Fragen berichten und unterhielt sich mit den Regierungschefs außerdem über die Frage der Besatzungskosten sowie der Zusammenarbeit zwischen der Militärregierung und den deutsche Behörden. Im besonderen wurde beschlossen, daß in Zukunft regelmäßige Zusammenkünfte zwischen dem Oberkommandierenden und den Länderchefs stattfinden sollen, und zwar zunächst zweimal monatlich. Der Wunsch nach möglichst häufiger Abhaltung derartiger Zusammenkünfte wurde von den deutschen Besprechungs- teilnehmem besonders betont. Die drei Regierungschefs betonten nach Abschluß der Besprechungen, daß sie die Frage der Besatzungskosten als besonders wesentlich erachten. Ministerpräsident Altmeier stellte fest, daß hoffnungsvolle Aussichten auf eine Herabsetzung dieser schweren Belastung der Länder bestehen. In der Frage der Demontagen, derentwegen die Regierungschefs ursprünglich um die Zusammenkunft nachgesucht hatten, könnt«», wie Staatspräsident Wohieb erklärte, schon deshalb keine Beschlüsse gefaßt werden, weil man der in Südwürttemberg bereits an der Arbeit befindlichen Humphrey-Kommission nicht vorgreifen könne. Die übrigen anläßlich der Zusammenkunft besprochenen Fragen seien, wie Staatspräsident Wohieb weiter erklärte, von allgemeinem Interesse gewesen und hätten u. a. die Probleme berührt, die sich aus den Londoner Dokumenten ergeben haben. Demontagestopp bis 15. Dezember Tübingen. Staatspräsident Dr. Gebhard Müller teilte mit, daß beim Empfang der Länderchefs durch General Koenig ein Demontagestopp bis zum 15. Dezember zugestanden worden sei. Eine gemischte Kommission werde bis zu dieser Zeit die Betriebe nachprüfen. Es soll untersucht werden, ob es im Interesse des europäischen Aufbaues vorteilhafter sei, die zur Demontage bestimmten Maschinen in Deutschland zu. belassen. Der süd- württembergische Regierungschef bezeichne!« diese Entwicklung zwar als nicht restlos zufriedenstellend, aber doch andererseits als erfreulichen Fortschritt gegenüber dem Zustand vor zwei Monaten. Wegen der SenkungderBesatzungs- kosten wurde nach den Mitteilungen des Staatspräsidenten in Baden-Baden erklärt, eine wesentliche Verminderung der Besatzungskosten komme solange nicht in Frage, als in Deutschland mehr als 50 Prozent Steuern hinterzogen werden. Um den Staatsvertrag Die Besprechungen des Se chser - Ausschusses Tübingen. An den Besprechungen des Sechser-Ausschusses zur Vorbereitung eines Staatsvertrages für den Länderzusammenschluß an Mittwoch in Tübingen nahmen für Südbaden Oberlandesgerichtspräsident Dr. Zürchet und Legationsrat a. D. J a n t z teil. Den Vorsitz führte ein Vertreter Südwürttembergs, Ministerialrat Dr. Eschenburg. Uber die Besprechungen wurde folgendes Kommuniqufe herausgegeben: Der in Bebenhausen am 28. September von den Regierungschefs eingesetzte Fachausschuß, der in Tübingen zusammentrat, „hat die praktische Durchführung der Bühler und Bebenhausener Beschlüsse beraten. Der Ausschuß konnte feststellen, welch* Bestimmungen für eine befriedigende vertrag- > liehe Regelung gemäß den Bebenhausener Beschlüssen geeignet scheinen. Es ist beabsichtig^ die Beratungen fortzusetzen, sobald die Entschließung der Militärgouverneure bekanntgegeben ist.“ Mischehen und Länderzusammenschluß Was haben die Mischehen mit dem Zusammen* Schluß von Ländern zu tun — so wird der er» staunte Leser fragen. Die Antwort hierauf gab ein Redner der CDU in einer Wahlversammlung, in der er als letzten Trumpf gegen den drohend«» Zusammenschluß von Württemberg und Baden das Argument anführte, durch die Vereinigung mit dem stark evangelisch durchsetzten Schwabenland würde sich die Zahl der Mischehen in unliebsamer Weis« steigern. So, so! Eine nette christliche Toleranz, die nach außen hin vorgetäuscht wird. Die evangelischen Wähler sollen also der CDU am Wahltag: — im Rahmen der politischen Ehe — Vorspann leisten, als natürliche Ehepartner sind sie jedoch den Herrschaften von der schwarze« Fakultät nicht erwünscht. Um sich von quälenden Zweifeln zu befreien, tut die Wählerschaft am besten daran, wenn sie am morgigen Sonntag den Listen der Sozialdemokratie ihre Stimme gibt kanischen und europäischen Diplomaten entfalten eine rege Tätigkeit Im Hinblick auf den Abschluß dieses Paktes. Ausnahmezustand ln China Nanking. Ein amtliches Kommunique über die Durchführungsbestimmungen des Ausnahmezustandes, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, betont, daß dadurch die verfassungsmäßig festgesetzten Freiheiten, wie Presse-, Rede- ■ und Versammlungsfreiheit sowie selbst die freie Religionsausübung aufgehoben werden. Der Kommandant der Nankinger Garnison hat das Recht, eine Post-, Telegramm- und Telephonzensur durchzuführen, den Wohnungswechsel zu überwachen unnd gewisse Bewohner bestimmter Gegenden auszuweisen. Er kann ohne besonderen Auftrag Haussuchungen und Verhaftungen anordnen und Beschlagnahmungen, die für die Bedürfnisse der Armee für notwendig erachtet werden, vornehmen. Sowjetgeneral kritisiert amerikanische Japan-Politik Tokio. General Derewienko, der sowjetische Delegierte im alliierten Kontrollrat für Japan, griff am Mittwochabend bei der Eröffnungsfeier des sowjetisch-japanischen Zirkels die gegenwärtige amerikanische Besatzungspolitik in Japan heftig an. Er wies u. a. darauf hin, daß die UdSSR den schnellen Abschluß eines Friedensvertrages mit Japan wünsche und beschul* digte „eine lügenhafte Propaganda“, sie wolle diese Tatsache dem japanischen Volk verheimlichen, es im Gegenteil glauben machen, daß die Sowjets gegen einen Friedensvertrag seien. Derewienko erklärte weiter, die Direktiven der Femostkommission über die Entmilitarisierung Japans würden nicht befolgt und sagtet „Die Reaktion steht auf; die regulären Forderungen der Gewerkschaften werden unterdrückt und das Polizeisystem entsteht von neuem.“ Der evangelische landesklrchenrat zur Preistreiberei Stuttgart. Der Landeskirchenrat der evangelischen Kirche in Württemberg hat in einer Entschließung an alle Verantwortlichen den dringenden Appell gerichtet, der unheilvollen Entwicklung auf demPreis- Sektor entgegenzuwirken. Der Kirchenrat richtet die Bitte an die Besatzungsmächte, die der deutschen Wirtschaft angelegten Fesseln zu lösen und der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands nicht weiter i n den Weg zu treten. Der Landeskirchenrat weist ferner auf den unhaltbar gewordenen Zustand hin, daß es der deutschen Polizei nicht gestattet sei, die DP.-Lager und den damit verbundenen illegalen Handel zu überwachen. Di« Entschließung fordert die Bevölkerung aut keine übertriebenen Preise zu bezahlen und keine unnötigen Geldmittel für Genußartikel und Luxuswaren auszugeben. Vorläufig keine Berlin “Reise Trygve Lies Paris (Palais de ChaiUot). Das Generalsekretariat der Vereinten Nationen dementiert dia Nachrichten, denen zufolge sich Trygve Li« demnächst nach Berlin begeben werde. In dem Generalsekretariat nahestehenden Kreisen wird betont, daß Trygve Lie eine solche Reise nicht beabsichtigt Es sei jedoch nicht möglich, zu sagen, ob der Generalsekretär diese Reise zu einem späteren Zeitpunkt unternehmen wird. Bund und Länder Die alliierten Bedenken gegen die Arbeit des Parlamentarischen Rates Bonn. In letzter Zeit wurde in Bonn bei Besprechungen der alliierten Verbindungsoffiziere mit Mitgliedern des Parlamentarischen Rates gelegentlich die Auffassung zum Ausdrude gebracht, daß die bisher bekanntgewordenen Ergebnisse der Arbeiten des Parlamentarischen Rates nicht mit den Richtlinien der Militärgouverneure übereinstimmten. Vor einiger Zeit sind dem Vizepräsidenten Schoenfelder genauere Mitteilungen gemacht worden, deren Inhalt im einzelnen jetzt bekannt wird. Danach haben die Militärgouverneure die Verbindungsoffiziere angewiesen, ihre Ansichten und Eindrücke dem Parlamentarischen Rat zuzuleiten als Beitrag zur Erörterung, die noch im Gange sei und es noch nicht möglich oder erfordernd» mache, ein endgültiges Urteil zu bilden. Die Militärgouvemeure seien von der Schnelligkeit und Gründlichkeit der Leistungen beeindruckt. Sie hätten naturgemäß ein besonderes Interesse an der Verteilung der Machtbefugnisse zwischen dem Bund und den Ländern genommen, weil das eines der Kernprobleme des Föderalismus sei. Es bestehe ein enger Zusammenhang zwischen der Machtbefugnis des Bundes und der Gesetzgebungsgewalt der Länderkammer. Da aber letztere Frage noch nicht geklärt sei, könne die volle Bedeutung des Finanzvorschlages noch nicht gewürdigt werden. In der Übersetzung der Aufzeichnungen heißt es wörtlich weiter: „Es liegen gewisse Anzeichen vor, daß die Länderkammer eine Körperschaft werden kann, die nicht die Länder oder wenigstens die Länder nur in ihrer Eigenschaft als politische und verwaltungsmäßige Einheiten vertritt, sondern nur als Wahlbezirke, oder daß die Machtbefugnisse der Länderkammer eingeschränkt werden können oder beide Möglichkeiten. Im Lichte dieser Erörterungen nehmen die Beratungen des Finanzausschusses eine Gestalt an, die die Militärgouverneure veranlaßt, die Frage aufzuwerfen, ob sie noch den Erfordernissen entsprechen, die eine Bundesverfassung erfüllen muß.“ „Natürlich behalten sich die Militärgouverneure ein endgültiges Urteil bis zur Fertigstellung des ganzen Entwurfes vor. Sie sind der Ansicht, daß die Machtbefugnisse der Bundesregierung auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzen auf Erhebung von Steuern und die Verfügung über Gelder begrenzt werden sollten, für die die Bundesregierung nach der Verfassung verantwortlich sei. Die Bundes- Aus allen vier Zonen Berlin. Die Arbeitnehmer der Berliner Lebens- mtttelbranehe beabsichtigen, 24 Stunden zu streiken, um ihre Forderung auf volle Einführung der Westmark durch zusetzen. Sie beschlossen am Mittwoch, mit dem Gesamtverband der öffentlichen Betriebe und Verwaltungen am 13. November über die Verwirklichung des Streiks zu verhandeln. Die Arbeitnehmer der Lehensmittelbranche erhielten bisher überhaupt kein Westgeld, weil die Lebensmlttel- händler keine Einnahmen In Westmark haben. Alle zugeteilten Lebensrnittel müssen nach der Währungsverordnung der westlichen Kommandanten für Berlin gegen Ostmark verkauft werden. Französische Zone Friedrichshafen. Der Wasserspiegel des Bodensees ist Infolge der Trockenheit während der letzten Monate beachtlich gesunken. Gegenüber dem Höchststand des Sommers weist er einen Rückgang um 2,30 Meter auf. Doppelzone Weinheim. Die Zahl der Opfer des Weinheimer Eisenbahnunglücks hat sich auf sieben erhöht, nach- . dem auch der Zugführer des Flüchtlingszuges seinen Verletzungen erlegen ist. Die Leitung des Weinheimer Hauptbahnhofes erklärt, daß die Ursache des Unglücks in einem technischen Versagen der Signal- | anlage zu suchen sei. regierung darf Steuergesetze auf stellen und Gesetze über die allgemeinen Richtlinien der Veranlagung im Hinblick auf andere Steuern, für die Einheitlichkeit notwendig ist, erlassen. Aber die Einziehung und Verwendung solcher Steuern sollte den einzelnen Stellen überlassen bleiben. Mittel dürfen auch nur für Zwecke bewilligt werden, für die die Bundesregierung verfassungsmäßig verantwortlich ist.“ Aifiee hält nichts von Begegnung Truman-Stalin London. Auf die Anregung des Labourabgeord- neten Austin im Unterhaus, A111 e e möge sich bei Stalin und Truman für die Herbeiführung einer Begegnung dieser beiden Männer zwecks Diskutierung der gegenwärtigen Lage verwenden, antwortete der Premierminister: „Eine Regelung der internationalen Probleme durch die Vereinten Nationen ist vorzuziehen, wenn sie nicht auf diplomatischem Wege gelöst werden können.“ Austin zeigte deutlich seine Enttäuschung über diese Antwort, so daß Att’ee noch weiter ausführte: „Nach meiner Ansicht können die Fragen des Friedens am besten von den Vereinten Nationen behandelt und auf dem üblichen diplomatischen Wege diskutiert werden. Ich halte es daher nicht für günsti 7 . diesen Modus durch eiue besondere Unterredung zu ersetzen. Ich gebe zu, daß diese Methode während des Krieges große Vorteile bot, doch glaube ich nicht, daß derartige Zusammenkünfte heutzutage noch die gleiche Rolle spielen können.“ Attlee überging die Anfrage eines unabhängigen Abgeordneten, die lautete: „Kann der Premierminister die Versicherung abgeben, daß er so lange von persönlichen Verhandlungen fern bleiben werde, solange er nicht die begründete Hoffnung auf einen günstigen Ausgang dieser Besprechungen heben kann?“ Montgomery Befehlshaber der Streitkräfte vom Atlantlkpaktt # London. Die Londoner Abendzeitung „Evenlng News“ meldet unter Bezugnahme auf eine Information aus Ottawa in großen Schlagzeilen, Marschall Montgomery werde zum Oberkommandierenden der Sicherheitsstreitkräfte der zukünftigen Signatarmächte des Atlantikpaktes ernannt werden. Der diplomatische Korrespondent des Blattes meldet dazu weiter, die ameri- stuttgart. Wie die Kriminalpolizei Stuttgart bekanntgibt, häufen sich in letzter Zelt die Diebstähl« von Kraftfahrzeugen innerhalb des Stuttgarter Stadtbereiches ln einer Weise, daß auf die Tätigkeit einer organisierten Bande geschlossen wird. In der Zeit vom 20 Oktober bis 10. November 1*48 wurden 23 Automobile und 15 Motorraddiebstähle in Stuttgart registriert. München. Die Zahl der Illegalen Grenzgänger nach Bayern betrug im Oktober nach einer Mitteilung der bayerischen Landesgrenzpolizei 12 533 Personen. Hiervon wurden 353« Personen festgenommen und gegen sie ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. Die übrigen wurden wieder In das Ursprungsland abgeschoben. Wiesbaden. Eine viertägige Sammelaktion bei den Besatzungssoldaten der amerikanischen Armeen in Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe, die unter dem Motto „Helft Berlin“ durchgeführt wurde, erbrachte nach einer Mitteilung des amerikanischen Hauptquartiers in Wiesbaden 4000 Pfund Lebensmittel, Bekleidungsstücke und Spielzeug aller Art. Die Sammlungen sind zur Unterstüzung der Berliner in den Westsektoren bestimmt und sollen an Weihnachten zur Verteilung gelangen. Düsseldorf. Die Lichtspieltheaterbesltzer ln Rheinland-Westfalen beabsichtigen, in der ersten Dezemberwoche aus Protest gegen die von der Regierung vorgesehene Vergnügungssteuer in den Streik zu treten. Nachdenkliche haben nur eine Wahl: SPD Samstag, 13. November 1048 DasEoßt Nummer 104 — Seite 3 Sozialistische Kulturpolitik in der Gemeinde Von Dr. A. Riemensperger Eine der unabdingbaren Forderungen des Sozialismus ist die Hebung des Bildungstandes der breiten Masse des Volkes. Es war schon die große Einsicht Pestalozzis (die ihn überhaupt erst zur Pädagogik brachte!), daß eine wirtschaft'iche Besserstellung des besitzlosen, im Taglchn arbeitenden Menschen, nur auf Grund einer besseren Bildung des Geistes erfolgen kann, und Marx hat aus der gleichen Erkenntnis heraus das durch seine gute Schulbildung zu erwerbende Wissen in seiner Bedeutung neben die materiellen Güter gestellt. Wir wissen, daß diese kulturellen Forderungen auch heute noch gelten. Noch ist in unserem Schulwesen der Grundsatz einer wirklich guten geistigen Ausbildung der Söhne und Töchter der Bauern und Arbeiter nicht durchgeführt, noch fäl't auf den Kopf des Schülers der höheren Schulen ein weitaus größerer Beitrag der Staatsmittel als auf den der Volksschüler, und noch fehlt die restlose Förderung des begabten, aber mittellosen jungen Menschen durch Übernahme der Unter- naltskosten bis zum Ende eines Studiums. Aber gerade heute, wo wir unsere Zie'e nicht durch Gewalt und Diktatur, sondern auf demokratischem Wege erreichen wollen, muß unser kulturelles Programm noch höher gewertet werden. Die sozialistische Bewegung braucht Menschen, die ihr den Weg weisen, sie braucht Menschen. die führend an der Spitze stehen, und sie braucht Menschen, die genügend Urteilskraft haben, um das Ziel zu verstehen, und genügend Geistes- und Willensbildung, um es zäh und beharrlich zu verfolgen. Und letzten Endes: Sie braucht Menschen, die im demokratischen Kampfe um die Macht ihre geistigen Waffen ebenso geschärft haben wie ihre Gegner, denen ein begütertes Vaterhaus nur gar zu oft ein langes und umfassendes Studium ermöglicht hat. Das alles kann nur erreicht v-’rden durch bessere Schulen und eine neue Organisation des Schulwesens überhaupt. Die SPD hat durch ihre Fach’eute schon seit längerem eine Schulreform ausgearbeitet; die sich daraus ergebenden Forderungen sind in Berlin im allgemeinen schon Gesetz geworden. Sie liegen in einer grundsätzlichen Verbreiterung und Verlängerung des Volksschulunterrichts. In der snäteren Festsetzung des Zeitpunktes für den Übergang in die höheren Schulen, so daß jederzeit ein Weiterstudium — auch nach dem Ende der Volksschu’pflicht! — noch möglich ist. Damit wird vor allem jene frühe Trennung der Jugendlichen in „Volks-“ und „Höhere Schüler“ vermieden, die so sehr geeignet war, im Kindesalter schon das Gefühl für soziale Unterschiede hervorzurufen. Was kann nun eine Gemeinde tun, um von diesen sozialistischen Forderungen einiges durchzusetzen? Sie kann natür’ich nicht eine Schulreform durchführen, aber sie kann sehr viel dazu beitragen. die Volksschule soweit als möglich zu unterstützen, so daß sie wenigstens in dem Rahmen, der ihr heute noch gesetzt ist, eine solide und gründliche Bildung vermitteln kann. Das geschieht vor allem durch eine genügend große Zuweisung von Lehrern, wodurch der Unterricht erweitert wird. So haben die städtischen Schulen bereits einen erweiterten Unterricht, und dieses Ziel müßten auch kleinere Gemeinden zu erreichen suchen. Eine soziale Schulpolitik besteht ferner in der Lernmittelfreiheit für alle unbemitte'ten Schüler und in der Befreiung vom Schulgeld für die Begabten der höheren Schulen. Eine besondere Fürsorge müßten die sozialistischen Gemeinderatsmitglieder sodann den G e- werbe- und Fortbildungsschulen zuwenden. Als letzte Möglichkeit des staatlichen Unterrichts für 80 bis 90 Prozent der Schüler unseres Volkes kommt ihnen für die menschliche, geistige und politische Bildung größte Bedeutung zu, und darum müssen ihnen alle die finanziellen Mittel zufließen, die für einen geordneten und vertieften Unterricht die Voraussetzung bilden. Wer aber nach diesem obligatorischen Unterricht noch freiwillig die Volkshochschule oder ähnliche Bildungsstätten besucht, verdient besondere Förderung. Diese letzten Schularten, die nach diesem Kriege so hoffnungs- vo'l begannen und sich trotz aller äußeren Hindernisse bis jetzt auch behaupten konnten, können als Stätten der Weiterbildung und des Selbststudiums gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Menschen, die hier arbeiten, tun es nicht um irgendeines Zeugnisses oder eines Berechtigungsscheines willen, sie tun es aus Ebbe zur geistigen Tätigkeit und aus Liebe zur Wahrheit um die Sachen. Sie sind deshalb besonders wertvoll, und mancher politische Kämpfer von heute hat sich dort sein al'gemeines geistiges Rüstzeug erworben. Was daher eine Gemeinde für diese Schulen tun kann, muß sie tun, und es ist k'ar, daß sie hierbei von den Sozialisten auf das stärkste unterstützt wird. So steht die Sozialdemokratie wie in allen Dingen des menschlichen Fortschritts auch kulture’l in vorderster Linie. Dieses Anliegen ist ein wesentlicher Teil ihres Kampfes um die wirtschaftliche und persönliche Freiheit des Menschen, Ralph J. Bunche Ein Neger als Friedensmittler Dem königlichen Nord’änder Bernadotte ist als Friedensapostel im Heiligen Lande ein Mann gefolgt, dessen ausgeprägte Gesichtszüge, trotz des hellen Anflugs, in der Presse schon lange als Nichteuropäer aufgefallen war. Wie man erfährt, ist Dr. Bunche tatsächlich ein amerikanischer Neger, Auch wenn es nur auf den SymboTsmus angekommen wäre, hätte die UN kaum eine bessere Wahl treffen können, als die Beauftragung dieser Persönlichkeit, die in sich schon die lebendige Verkörperung des Gedankens der Völker- und Rassenversöhnung ist. Aber Bunche ist mehr. Er ist ein hervorragender Fachmann für kolonialpolitische und völkerkundliche Fragen in Asien und Afrika, und eine Schrift von ihm darüber erhielt den Preis der besten Dissertation des Jahres. Daneben ist er zwangs’äufig ein Kenner der Negerfrage, die er, um mit seinen Worten zu sprechen, am eigenen Leibe studierte. Über dieses Problem gab, zusammen mit einem anderen Schweden, Gunar Myrdal, dem nachmaligen Wirtschaftsminister seines Landes, mit dem „Amerikanischen Dilemma“ das beste Buch heraus, das es auf diesem Gebiet gibt. Bunche war in seinem Leben dabei ebenso erfolgreich wie in seinen wissenschaftlichen Arbeiten, was für iemand, der als Sohn eines kleinen Barbiers und dazu „auf der falschen Seite der Eisenbahnschienen von Detroit* (im Armen viertel) geboren wurde, selbst in Amerika keine Kleinigkeit ist. Aber er hat sich zäh und zie’bewußt durchsetzen können. Zuerst, nach d»m frühen Tode der Elfern, als Temichklonfer in Los Angeles, wo er zugleich ein Universitätsstipendium erlangt und dabei seinen Unterhalt als Pedell verdient. Dann wird er Raca’aureus, wird Magister, und Doktor der vornehmsten amerikanischen Universität: Harvard. Es fo’gen Studienreisen nach Asien und Afrika. Wenig später zieht es ihn wieIdlewild — Welthauptflughafen Daß die größte Stadt der Welt auch den größten Flughafen besitzt, leuchtet ein. Aber die Ausmaße des neuen Flugfeldes, das neben dem an sieh schon riesigen Flughafen La Guardia In der Nähe des Neuyorker Vororts Queens liegt, sind gigantisch. Auf einem'Moorgelände mit einer Ausdehnung Von rund 2000 Hektar wurde eine mehr als zwei Meter hohe Sanddecke aufgeschüttet, die jetzt noch, solange sie nicht bewachsen ist, den Eindruck einer künstlichen Wüste macht. _ Auch Sandstürme kommen vorläufig noch ziemlich häufig vor, und im Sommer brütet hier eine Hitze, die an die der Sahara erinnert. Seit sechs Jahren wird hier gearbeitet, drainiert, nivelliert, Sand angefahren und gesiebt, gestampft, gewalzt und betoniert. Und doch kann mit der endgültigen Fertigstellung erst 1954 gerechnet werden. Von 1960 an wird mit einem Durchschnitt von 25 Millionen Fluggästen jährlich gerechnet, die auf den sechs mächtigen, tief betonierten und je zehn Meilen langen Startbahnen eintreffen oder abfliegen. Für diese Völkerwanderung von Fluggästen soll ausgiebig gesorgt werden. Nicht nur durch Hotels. Gaststätten, Kaffees, Tanzdielen und Bars; auch Kaufhäuser aller Art werden errichtet, so daß die Fluggäste ieden nur denkbaren Wunsch sich erfüllen können. Eine ganze Stadt wird in Idlewild entstehen, deren Dauerbewohner allerdings nur die Angestellten des Flughafens sind. Die Verbindung mit Neuyork wird durch Autobusse hergestellt, Garagen zur Unterbringung von rund 15 000 Personenwagen werden vorgesehen, auch Werkstätten mit allen erforderlichen Ersatzteilen. Die Gesamtkosten für die Anlage des Flugfeldes werden auf 14 Millionen Dollars veranschlagt. Hinzu kommen noch die Gebäude, vor allem die luxuriösen Hotels. Aber die Kosten spielen keine Rolle, denn sie rentieren sich vielfältig. Das hat ‘bereits der benachbarte Flugplatz La Guardia schlagend bewiesen, und Idlewild stellt in jeder Hinsicht die Verzehnfach u n g von La Guardia dar. der zur Aufklärung seiner Artverwandten als Dozent der Staatswissenschaften an die Neger-Universität Howard. Im Kriege stellt er seine Spezialkenntnisse dem amerikanischen Geheimdienst zur Verfügung und hat wesentlichen Anteil an der Vorbereitung der alliierten Landung in Nordafrika. Dann wird er als Kolonia'spezialist vom State Departement übernommen, hilft in San Franzisko die UN gründen, wird Leiter der Treuhandabteilung, Sekretär der anglo-oalästinensischen Untersuchungskommission 1947, seit dem Sommer engster Mitarbeiter Bernadottes und steht schließlich heute, mit 44 Jahren, auf dem höchsten internationalen Posten, den je ein USA-Neger, ein Neger überhaupt, bekleidet hat —, ein Ruhmesb'aft seines Landes, seiner Rasse und seiner persönlichen Tüchtigkeit. Mit Bernadotte als Vermittler in Palästina war er sich nicht nur in allen sachlichen Fragen völlig einig. Zwischen dem jungen unbeschwerten Neger und dem älteren schwedischen Aristokraten hatte sich auch eine enge Freundschaft entwickelt. Bunche ist daher nicht nur derjenige, dem in Pa'ästina der Tod des Grafen persönlich am nächsten ging, sondern er wird auch, wenn es nach ihm geht, sein politisches Testament bis zum Schlußpunkt vollstrecken. Woher stammt der Name Nylon? Nur die wenigsten Trägerinnen der Strümpfe aus Nylon wissen, daß dieses feine Gewebe im Krieg eine wichtige Rolle gespielt hat bei der Herstellung von Fallschirmen und Kabeln d<*r amerikanischen Luftwaffe. Der Erfinder Dr. W. H. Carothers hatte zwölf Jahre gebraucht, um den neuen Stoff zu schaffen und seine industrielle Herstellung zu ermöglichen. Im Augenb'ick seines schwer erkämpften Triumphes und im Hinblick auf die nun gegebene Möglichkeit, die japanische Seide durch ein Produkt Amerikas zu ersetzen, tat der Erfinder den sehr bekannt gewordenen Ausspruch: „Now, you lousv old Nio- ponese!“ (..Nun, ihr lausigen, alten Japaner!"), dessen Worte mit den Buchstaben der neu"« Bezeichnung Nylon anfangen. HWH Nene Atlantis-Suche Wie die in Basel erscheinende „National-Zei- tung“ berichtet, wird wiederum eine Expedition ausgerüstet, um das sagenhafte Atlantis zu finden, das im Altertum in den Wogen des Atlantischen Ozeans spurlos verschwunden sein soll. Mehr als zweihundert Gönner haben bereits einen Betrag von fünftausend Pfund Sterling für die Ausrüstung der Expedition beigesteuert. Die Entdeckungsreise wird von den Azoren aus erfolgen. Pläne für eine internationale Universität Eine Studentengruppe der Stuttgarter Technischen Hochschule propagiert den Plan einer „Internationalen Universitätsstadt", die 150 000 Studenten aller Länder zusammenführen soll. Piccard kehrt nach Brüssel zurück Die Taucherkugel der Professoren Piccard und Cosyns wurde jetzt von Bord der „Scaldis“ geschafft und im Arsenal von Dakar gelagert. Die Mitglieder der Expedition sind wieder nach Brüssel zurückgekehrt. Über die weitere Bestimmung des „Bathy- scaphe“ soll erst nach Rücksprache mit maßgebenden Persönlichkeiten des Nationalfonds für Wissenschaftliche Untersuchungen, dem die Taucherkugel gehört, und der mit 1.5 Mi’lionen Francs an den Unkosten der Expedition beteiligt war, eine Entscheidung getroffen werden. Leni Riefenstahl „nicht betroffen“ Die bekannte Filmschauspielerin und Regisseurin Leni Riefenstahl-Jakob, zur Zeit in Königs- fe’d im Schwarzwald wohnhaft, wurde am 4. November 1948 von dem Untersuchungsausschuß Vil- lingen als vom Gesetz nicht betroffen erklärt, da sie weder in der NSDAP noch in einer ihrer Organisationen Mitglied war. Auch als Nutznießerin des Dritten Reiches konnte sie nicht angesprochen werden, da sie vor 1933 bereits sieben Filme gedreht hatte, während sie im Dritten Reich nur zwei Filme „Olvmpia 1936“ und „Der Triumph des Willens“ drehte, zu denen sie „genötigt" worden sei. Helen Keller will den Bünden helfen Die we'tbekannte jetzt .68iährige blinde und taube Amerikanerin Helen Keller, die sich seit Jahrzehnten für die Linderung der Not der Blinden und Tauben in aller Welt einsetzt, setzt jetzt in Japan ihr menschenfreundliches Werk fort. In überfüllten Vortragssä'en, Kirchen und Sportarenen sprach sie über ihr großes Lebenswerk und forderte die Zuhörer zu tätiger Hilfe auf. Der Erlös aus ihren Vorträgen soll der Schaffung eines Fonds dienen, damit für 600000 blinde und taube Javaner Schulen und Büchereien errichtet und Bücher in B'indenschrift hergestel't werden können. Helen Keller wurde auch vom japanischen Kaiser und General MacArthur empfangen. Der „Magier von Neapel“ he'It die italienische Ex-Königin von Blindheit Die in der Nähe von Genf in völliger Zurückgezogenheit lebende Ex-Königin von Italien hatte nach einem schwierigen operativen Eingriff seit einiger Zeit ihr Sehvermögen gänzlich eingebüßt. Kürzlich nun empfing sie den Besuch des über Italien hinaus bekannten Professors Achil'e d’An- gelo, des Gründers der italienischen „Akademie der Okkulten Wissenschaften“. Dieser als „Magier von Neaoel“ in Italien vielumstrittene, mit magnetischen Kräften begabte Ge'ehrte erbot sich, der Ex-Königin das Augenlicht zurückzugeben. Tatsächlich gelang es ihm nach zehn „magnetischen Säancen“, die Sehkraft der italienischen Ex- Königin zu stärken, daß diese ohne die geringste Anstrengung wieder normal sehen und lesen kann. Der neue Nobelpreisträger für Physik Der neue Nobe'preisträeer für Physik, Professor Blaeket von der Universität Manchester, ist einer der bedeutendsten britischen Spezialisten in Atomfragen, Magnetismus und im Radarwese-i, Vor kurzem erschien von ihm ein Werk über die nolitischen und militärischen Aspekte dieser Fragen. Der neue Nobelpreisträger für Chemie Der diesjährige Träger des Nobelpreises für Chemie, der Schwede Professor Arne Tiselius, ist Professor der Biochemie an der Universität Upsala. Ein Maler verbrennt seine Bilder Der heute 77jährige bekannte französische Maler Georges Rouault, der 1905 zusammen mit Matisse, Marquet und anderen Malern die Gruppe der „Fauves“, der „Wilden“, begründete, verbrannte dieser Tage 315 seiner Bi’der in Paris. Rouault hatte nach dem Tode des Pariser Kunsthändlers Vollard gegen dessen Erben einen Prozeß auf Herausgabe von etwa 800 seiner Arbeiten angestrengt, die sich noch im Besitz der Vo'lardschen Erben befanden. Er wollte _ damit verhindern, daß jene Arbeiten, die zum Teil sehr skizzenhaft oder unsigniert oder nicht von meisterlicher Reife waren, verkauft würden. _ Rouault vewann den Prozeß und erhielt seine Bilder zurück. Nun verbrannte er fast die Hälfte davon, nämlich alle die Arbeiten, die seinen künstlerischen Ansprüchen nicht mehr genügten. Anna Lombardi Roman von Carlotta Textor (29. Fortsetzung) Amander nahm e ! ne neue Zigarette. „Um dem naheliegenden Vergleich nicht aus dem Wege zu gehen: ein Othello. Menschlich wie künstlerisch. Nach meiner Auffassung fühlte die Lombardi ihr natürliches Temperament durch Don Maten so gefesselt, daß sie sich einmal ihre Fre ; heit beweisen mußte. Allerdings, die Gelegenheit war seltsam gewählt. Übrigens hat s'e in letzter Zeit manchmal zu m ! r derartige Klagen geäußert.“ Brugg wandte sich lebhaft an den Intendanten um seine Ansicht. „Es ist möglich“, me’nte dieser zögernd, „daß Herr Amander reeht bet. Er kennt Frau Lombardi länger als ich. Mich persönlich hat d : e geradezu klassische Art der beiden Gatten, zu musizieren, besonders entzückt.“ Ja du, Herr Intendant, lächelte flüchtig Bruggs privates Ich, du liebst die formgebundene Strenge. w ! e es für d ! ch selbstverständlich ist, daß Gattinnen glücklich zu sein haben, die man auf Fänden trägt. . . . In diesem Aueenbl'ck rief die Emo’re-Uhr auf dem Schreibtisch ihn weder zur Ordnung, Indem sie silbern zwei Schläge tat: zwei Uhr nachts — und noch kaum einen Schritt weiter. Tu deine Pfl’cht, Beamter, halte dich nicht bei schweifenden Ironien auf. „Don Maten war also auf seine Frau eifer- aflchtig“, hielt Brugg fest. ^Prinzipiell“,, bestätigte Amander. „Das würde die Frage nach einem besonderen Fall erübrigen — als Kriminalist muß ich sie stellen: auch auf Sie, Herr Arnander?“ Der Schimmer des Lächelns spielte nun deutlich um Amanders klugen beherrschten Mund. „Künstlerisch sicher. Menschlich sicher nie! Ich habe die zwei doch verkuppelt“, fügte er nvt einer Spur von jungenhafter Verlegenheit hinzu. Brugg fand ihn in diesem Augenblick reizend. Amander gab nun einen Bericht von Annas Bekanntschaft mit Don Mateo und betonte, daß er selbst jenes Konzert in Barcelona angeregt habe und somit der Urheber dieser Ehe gewesen sei. Um so mehr, als er damals abreiste und Don Mateo freien Spielraum bei Anna ließ. „Sie werden emwenden, Herr Kommissar, daß Eifersucht neu erwachen kann, sobald der Othello sein Objekt wiedertrifft. Nun, in unserem Falle glaube ich das n ! cht, denn diese Ehe war dank Annas Klugheit untadelig. In künstler'scher Hinsicht freüich . . .? Sehen Sie, Herr Doktor, Anna und ich waren vollkommen aufeinander abgestimmt, und Don Mateo kam eben doch aus seiner romanischen Welt und sehr viel später hinzu.“ In ein Schweigen hinein, während dessen jeder der drei Männer dachte, daß man auf dem besten Wege sei, den unglückpchen Dirigenten zu belasten, traf aus der Charitö die Meldung ein, der Befund über die Verletzungen der Sängerin und die Todesursache liege nun vor. Brugg bat die beiden Herren, sich ihm auch ferner zur Verfügung zu halten, nahm den Bericht se’ner Beamten entgegen und verließ das Opernhaus. Draußen hatte sich das Getümmel zerstreut. Leer und finster starrte die Nacht ihn an. Eine Taxe pendelte vorbei — er rief sie nicht Laufen! Laufen! Lange Schritte! Die Schlucht der Friedrichstraße schluckte ihn auf. Seine Sohlen hallten, so still war alles. Nur ein betrunkener Nachtschatten segelte melancholisch und ungewiß von Latemenpfahl zu Latemenpfahl. Uber den Stadtbahnbogen donnerte ein Zug aus der Halle, die Bahnhofslichter schwammen in einem Strahlenkranz von Feuchtigkeit. Der feine Regen des Abends hatte aufgehört, Nebel durchdunstete das Häusermeer. Berlin im Schlaf . . . Von der Stadtbahnbrücke blickte Brugg in das Wasser unter sich — es war schwarz wie das Rätsel dieser Nacht. Dann drangen seine sicheren Schritte in das Viertel vor, das von Berlins riesigem Krankenhaus beherrscht wird, der Charite. In raschem Vorüber dämmerten in der schmalen Schumannstraße, von der starren Front einer Kaserne bewacht, im Flackerschein einer einsamen. Laterne, das Deutsche Theater und die Kammerspiele. Unerwartet, in einem Hinterhof von Zilleromantik, spiegelten ihre anmutigen Fassaden den Ruhm Berlins. Der Ruhm Berlins! Strahlte er nicht auch von jenen strengen, ernsten Gebäuden in die Welt, deren Tor Brugg letzt durchschritt — jenem weiten leisen Kampfgefild, auf dem die besten Ärzte mit den besten Waffen gegen Krankheit und Tod antreten? In einem weißen stillen Raum lag eine weiße stille Frau . . . auch sie ein Strahl vom Ruhm Berlins — erloschen nun und nur noch im Erinnern leuchtend . . . wehte nicht ein» Melodie um ihre Stirn? ... „Und du... wie bist du bleich, mein Lieb.», Wie müde, wie schweigsam, wie reizend.,, Desdemona! Desdemona! Ach, süßes totes Liebchen, Ich folge dir...“ Ich folge dir? Auch Don Mateo lag in diesem Haus, ihr eifersüchtiger Gemahl . . . Hatte dieser Othello der Lombardi das Desdemona-Schicksal bereitet? — Schritte im Flur. Brugg scheuchte die Verdi- Klänge von sich. Weiß der Himmel, es war nicht leicht, einen klaren Kopf gegen so romantische Parallelen zu behaupten! Da trat der Professor ein und übermittelte ihn» selbst seinen Befund: Schuß von hinten zwischen die Schulterblätter. Einschußstelle ans unteren Winkel des rechten Schulterblattes, das Schulterblatt selbst getroffen, der Herzmuskel gestreift, das Lungengewebe durchschossen. Todesursache: Durchschuß recht» Lunge mit Verletzung der Arteria pulmonalis. „Innere Verblutung, Herr Kommissar. E'n» Ausschußstelle ist nicht zu erkennen. Es handelt sich also um ein kleinkalibriges Geschoß, das aus geringer Entfernung in den Körper eindrang und noch darin sein muß. Welch ei» Irrsinn, diese Tat! Ein solches Licht auszulöschen, wo es schon zuwenig Helligkeit gibt auf der Welt.“ (Fortsetzung folgt) Seite 4 — Nummer 104 Samstag. 13. November 1943 AkSMT _ Pharisäer „Wir sehen zwar lm Augenblick, wie sich zwischen den beiden marxistischen Bruderparteien, der SPD und der KPD, ein erbitterter Kampf abspielt. Aber lassen wir uns durch diese Gegnerschaft nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß die geistige Wurzel der beiden sozialistischen Bruderparteien durchaus die gleiche ist, und daß der Kommunismus lediglich die Gedanken konsequenter zu Ende denkt, und mit einer unerhörten Brutalität in der Praxis durchführt, die letzten Endes auch das geistige Fundament der Sozialdemokratie bilden. Sehen wir uns doch die Praxis der SPD in der Staats- und Wirtschaftspolitik an: Die Aufrechterhaltunng der staatlichen Zwangsund Kommandowirtschaft ist typisch für die Generallinie der SPD.“ Diese Erklärung des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Peter Altmeier, auf dem letzten Landesparteitag der CDU in Trier, die uns erst jetzt erreicht, fixiert ein Argument besonders klar, das im Lager der bürgerlichen Parteien immer wieder gegen die SPD ins Feld geführt wird — jetzt in der Zeit der Wahlen mehr denn je. Wir wollen dazu sagen, was wir zu sagen für notwendig halten. Die Sache mit der gemeinsamen geistigen Wurzel hat ihre Richtigkeit, alles andere führt bewußt irre. Jene Wurzel liegt im revolutionären Willen des werktätigen Volkes, sich gegen die kapitalistische Ausbeutung zu schützen. Sozialdemokraten und Kommunisten trennten sich aber endgültig, als die KP den Kampf gegen den privaten Kapitalismus mit der Unterwerfung unter einen fremden Staatskapitalismus beendete. Sie trennten sich auch im Begriff der Demokratie, die für die Kommunisten zu einem betrügerischen Trick wurde und für die SPD wesentlicher Inhalt Ihrer Politik blieb. Geblieben ist bei der Sozialdemokratie auch ihr entschlossener Wille, dafür zu wirken, daß der arbeitende Mensch (und vor allem der mit seiner Hände Arbeit sich das karge Brot Verdienende) zu seinem Recht kommt, das kein Almosen werden darf, sondern in einem gesicherten Anspruch zu bestehen hat. Es hat sich aber, zumal in Notzeiten, erwiesen, daß die meist zur Willkür gesteigerte unbehinderte Entfaltungsmöglichkeit des wirtschaftlich Stärkeren immer auf Kosten des wirtschaftlich Schwächeren vor sich geht. Das soweit wie irgendmöglich zu verhindern, hat sich die Sozialdemokratie zur Aufgabe gemacht — eine noblere Aufgabe, scheint uns, als die, das Recht des ohnehin Stärkeren zu verteidigen. Diesen einfachen Tatbestand kann keine ministerielle Sophistik aus der Welt schaffen. Der Vorwurf des überspitzten Zentralismus ist durch das offizielle Bekenntnis der SPD zum Bundesstaat und durch die Praxis der Bonner Verhandlungen entkräftet. Die andere Behauptung, die SPD wolle die staatliche Kommandowirtschaft, ist nur die Aufnahme eines abgegriffenen Schlagwortes. Auch etwas anderes läßt sich nicht leugnen: daß gerade die Wirtschafts- und Sozialpolitik, wie sie die CDU-Führung in Frankfurt treibt und wie sie jetzt die Gewerkschaften zu ihrem Streikbeschluß veranlaßt hat, in ihrer letzten Konsequenz eine unerhörte Radikalisierung mit sich bringt, eine gegenseitige Verfeindung der Menschen und eine vergiftete Atmosphäre ihres Zusammenlebens. Daran sind aber nicht diejenigen schuld, die die Ursachen dieser Entwicklung aufzeigen, sondern die anderen, auf die sie zurückgehen. Es ist beschämend, daß der Begriff des Christentums für den politischen Machtkampf von Menschen gepachtet wird, die nach ihrem praktischen Verhalten, zumindesten in der Politik, den geringsten Anspruch darauf haben. Es ist fast ebenso unerfreulich zu sehen, wie Menschen, die nach Bildungsgrad und Intelligenz genau wissen, wie unwahr sie argumentieren, dies dennoch tun — als gute Demokraten betont christlicher Prägung, wie sie sagen. Sinnlose Hypbthekenzinsen Wohnungsbau ist heute erst in zweiter Linie eine Materials- und Arbeiterfrage, vor allem aber eine Frage des Zinsfußes für Hypotheken. Hier zeigt sich eine so bedrohliche Entwicklung, daß die Öffentlichkeit allen Anlaß hat, diese Frage nicht nur als eine unter vielen zu betrachten, sondern ihr besondere Beachtung zu schenken. Während seit 1935 der Zins für erste Hypotheken durchweg 4)4 Prozent betrug, ist man jetzt dabei, ihn erheblich zu erhöhen. Angesehene Versicherungsgesellschaften leihen ihre Mittel zu 5)4 Prozent aus. Die bayerischen Pläne, an Stelle des bisherigen vierprozentigen Hypothekenpfandbriefes einen solchen von 5% Prozent auszugeben, haben noch weiterreichende Folgen. Falls die Realkreditinstitute, wie bisher üblich, ein halb Prozent auf den Pfandbriefzins aufschlagen, um ihre Verwaltungskosten zu decken, müssen die Hypotheken bereits 6 Prozent kostete. Da sie aber nicht voll, sondern nur mit einem Abschlag (Damno) ausgezahlt werden sollen, wird sich der effektive Hypothekenzins in diesen Fällen auf etwa 6)4 Prozent erhöhen. Was sind die Folgen? Die Finanzierung des Wohnungsbaues wird dadurch ungeheuer erschwert. Die übliche 40-Mark-Miete einer normalen großstädtischen Arbeiterwohnung vermag neben allen laufenden und künftigen Aufwendungen für die Bewirtschaftung des Hauses einen Betrag zwischen 250 und 270 Mark für die Verzinsung und Tilgung der ersten Hypothek herzugeben. Auf der bisherigen Grundlage von 4)4 Prozent Zinsen und 1 Prozent Preisüberwachung in Südbaden Freiburg. Das Badische Ministerium der Wirtschaft und Arbeit gibt bekannt: Die Landesverordnung über die Preisbildung und Preisüberwachung nach der Geldreform, die in den nächsten Tagen im Badischen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht werden wird, stellt den Grundsatz auf, daß Preise und Entgelte für Güter und Leistungen jeder Art volkswirtschaftlich gerechtfertigt sein müssen, auch wenn spezielle Preisverordnungsvorschriften nicht bestehen. Strafbar macht sich insbesondere, wer entgegen den Grundsätzen einer ordnungsmäßigen Wirtschaftsführung überhöhte Preise fordert, vereinbart oder annimmt, wer eine wirtschaftliche Überlegenheit oder ein im Verhältnis zur Nachfrage geringes Angebot mißbraucht, um einen über- Eine Falschmeldung Freiburg. Der Freie Deutsche Gewerkschafts- bujid (FDGB) in der Sowjet Zone hat eine Nachricht verbreiten lassen, wonach seit einiger Zeit zwischen der französischen Militärregierung und den Gewerkschaften in Südbaden Verhandlungen geführt werden, um den Badischen Gewerkschaftsbund für eine Werbung deutscher Facharbeiter „zur Auffüllung des französischen Menschenreservoirs“ und damit für fremde Interessen einzuspannen. Über die Rolle, die der Vorsitzende des Badischen Gewerkschaftsbundes, Wilhelm Reibei, hierbei gespielt haben soll, wurde vom FDGB noch folgendes behauptet: Von Beginn der Verhandlungen an, habe Reibel den französischen Bestrebungen gegenüber eine ablehnende Haltung eingenommen und erklärt, daß die Gewerkschaft für diese Geschäfte eine Mitarbeit ablehne. Frankreich versuche, der heimischen Industrie die wertvollsten Arbeitskräfte zu entziehen und nutze besonders die Notlage der Arbeiter aus, die durch die Demontage vorübergehend ihren Arbeitsplatz verloren haben. Diese Werbeaktion, so wird Reibel weiter in den Mund gelegt, habe bis jetzt kaum Erfolg gehabt. Zusammen mit den Gewerkschaftsbünden in Würt- temberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz sollen Protestsdmtte gegen den geplanten „Menschenexport unternommen werden. | Hierzu stellt der Vorsitzende des Badischen Gewerkschaftsbundes fest, daß diese Meldung in allen Teilen frei erfunden ist. Die französische Militärregierung hat in einer derartigen Angelegenheit mit ihm nicht ver- »r a 2 fl*' Es Zimten infolgedessen auch keine Verhandlungen geführt werden um einen gemeinsamen Protestschritt der drei Gewerkschaftsbünde der französischen Zone zu dem angeblichen Menschenexport einzuleiten. Wako-Verfshren nicht niedergeschlagen Freiburg. Vom südbadischen Justizministerium wird mitgeteilt, daß die in der Presse erschienene Notiz, wonach das Strafverfahren in Sachen Wako Vom Generalstaatsanwa't „niedergeschlagen“ worden sei. nicht zutreffend ist. Das Strafverfahren ist noch im Gange. Die Akten liegen kur Zeit der Militärregierung vor. Fleischzuteilung Freiburg. Das Badische Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung teilt mit: Für die zweite Dekade des Monats November 1948 werden den Jugendlichen von 10 bis 20 Jahren und Öen Erwachsenen je 200 Gramm Fleisch zugeteilt. Kinder und Jugendliche von 3 bis 10 fahren erhalten je 10o Gramm, Säuglinge und Kinder bis zu 3 Jahren je 50 Gramm Fleisch. Für die Schwerarbeiter sind auf gerufen: Gruppe I 50 Gramm, Grünt* II 200 Gramm, Granne III 250 Gramm und Grupne IV 900 Gramm Fleisch. Stillende und werdende Mütter erhalten je 100 Gramm. Verfall von Bezugscheinen und Abschnitten der Lebensmittelkarten Freiburg. Nach einer Mitteilung des Badischen Ministeriums der Landwirtschaft und Ernährung Verfallen alle vor dem I. Oktober 1948 für Lebensmittel ausgestellten Großbezugscheine, Bezugscheine A und B und Berechtigungsscheine — soweit sie nicht bereits ungültig sind — mit sofor- Äger Wirkung und dürfen weder beliefert noch umgetauscht werden. Dies gilt auch für Bezugsnachweise, die vom Abnehmer bereits an den Vorlieferanten weitergegeben und von diesem ganz oder teilweise bisher nicht beliefert werden konnten. Auch alle Lebensmittel- und Zusatzkarten, die vor dem 1. Oktober 1948 ausgegeben wurden, werden — außer derjenigen für den Monat Oktober 1948 — für verfallen erklärt. Unterstützung ehemaliger Beamter in Südbaden Freiburg. Viele alte oder arbeitsunfähige frühere, noch nicht pensionierte Beamten, bzw. deren Hinterbliebenen, deren Verwaltungen nicht mehr bestehen oder in der Ostzone liegen, wird Südbaden, das an sich keine rechtliche Verpflichtung zur Versorgung dieser Beamten hat, in jederzeit widerruflicher Weise bei Vollendung des 65. Lebensjahres oder zu Zweidrittel beschränkter Erwerbsfähigkeit im Fal'e der Bedürftigkeit eine Sozialunterstützung gewähren, deren Höhe sich nach den Sätzen der gehobenen Fürsorge richtet und 160 DM im Monat nicht übersteigen darf. Dadurch soll eine gleichmäßige Behandlung und eine Entlastung der Wohlfahrtsämter erreicht werden. mäßigen Gewinn oder Verdienst zu erzielen, ferner, wer Güter und Leistungen des lebenswichtigen Bedarfs in nicht vertretbarem Umfange zurück h ä 11, um den Preis zu steigern oder auf einer ungerechtfertigten Höhe zu halten, oder wer sich oder einen anderen aus Eigennutz in volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigter Weise als Zwischenglied in den Warenverkehr einschiebt. Diese Grundsätze und Richtlinien gelten für alle Preise. Außerdem gibt es für besonders lebenswichtige Warengattungen noch ausdrücklich geregelte Preise. Preisgeregelt bleiben: auf dem Ernährungsgebiet Milch und Milcherzeugnisse, Getreide und Getreideerzeugnisse, Vieh und Fleisch, Wein, Zucker, Branntwein. Tabak, insbesondere auch abweichend von der Bizone, Obst, Gemüse und Kartoffeln; auf dem gewerblichen Gebiet wichtige Rohstoffe, wie Kohle, Eisen, Nichteisenmetalle, Mineralöle; Erzeugnisse der Gießerei, Stahl- und Eisenbau, R o h h o 1 z und Schnittholz, Textilien, Leder und Schuhe, Elektrizität und Gas; auf dem Gebiet der handwerklichen Leistungen das Nahrungsmittelgewerbe (Bäk- ker- und Metzgerhandwerk). das Schneider-, Schuhmacher- und Orthopädiehandwerk, das Kraftwagenreparaturhandwerk, das Schmiede- und Wagnerhandwerk in den ländlichen Kreisen. Bestehen bleiben die Vorschriften über die Preisauszeichnung, die in Zukunft genauestens einzuhalten sind, und die Prei=bindungsverord- nung; die alle gegen den offenen Wettbewerb, insbesondere auch gegen Preisüberbietungen gerichteten Abreden unter Strafe stellt. Die neue Preispolitik, die mit dieser Verordnung für Südbaden eingeleitet wird, soll unterstützt werden durch Herstellung verbilligter Gebrauchswaren, vor allem Textilien und Schuhe, durch Beschränkung der Aufschläge des Zwischenhandels und durch Ausschaltung unnötiger Handelstufen. Daneben wird eine verstärkte Tätigkeit der staatlichen Überwachungsorgane auch gegenüber den Herstellerbetrieben einsetzen. 00 Das Programm des Sonntags Süddeutsche Oberliga Schwaben Augsburg — VIR Mannheim, VfB Mühb- bürg — Bayern MUnchen, Stuttgarter Kickers — BC Augsburg, Kidcers Offenbach — FSV Frankfurt, 1860 München — 1. FC Nürnberg, Schweinfurt 05 — VfB Stuttgart, FC Rödelheim — Eintracht Frankfurt, SV Waldhof — TSG Ulm 48. Westdeutsche Oberliga Borussia Dortmund — Horst Emscher, Erkenschwick — Fortuna Düsseldorf, Schalke 04 — Preußen Münster, Rhenania Würselen — Rot-Weiß Essen, Hamborn 07 — Alemannia Aachen, TSG Vohwinkel — Rot-Weiß Oberhausen. Norddeutsche Oberliga SV Bremen — Hamburger SV, FC St. Pauli — TSV Braunschwelg, TV Eimsbüttel — Werder Bremen, Göttingen 05 — Concordia Hamburg, Bremerhaven 93 — VfB Lübeck, Arminia Hannover — VfL Osnabrück. Zonenliga Nord Die Spiele vom 14. November sind auf den 17. November (Buß- und Bettag» verlegt. Zonenliga Süd VfL Freiburg — SG Friedrichshafen., Schwenningen — Fortuna Freiburg. Offenburger SV — Tübingen, SV Reutlingen — Eintracht Singen. Biberach — ASV Villingen. (Das Spiel SV Rastatt — VfL Konstanz wurde verlegt.) Landesliga Südbaden Ottenheim — Rhelnfelden, Block ach — Lahr, Blau- Weiß Freiburg — Baden-Baden, Engen — Kuppenhelm, Gutach — Emmendingen, St. Georgen — Schopfheini. Handbau, Zonenltga Südbaden Zähringen — Hauingen. Lahr — Rot-Weiß Lörrach, VfL Freiburg — Tettingen, Brombach — Offenburg. Interessantes — kurz und neu Die Arbeitsgemeinschaft des deutschen Motorsports (ADM) wird am 13. und 14. November in Hockenhelm Ihre Herbsttagung abhalten. Neben technischen Fragen und Klarstellung des Verhältnisses zum ADAC, wird bei der Tagung der Terminkalender für 1949 behandelt werden. Die weltbekannten österreichischen Paarläufer, Geschwister Pausltt, treten zur Zelt in einer Eisrevue in Spanien auf. Bel einem mißglückten Weltrekordversuch erreichte Olympiasieger Consolinl (Italien, die* für die Jahreszeit beachtliche Leistung von 52,35 m lm Diskuswerfen. Das nächste Wimbledon -Tennisturnier wird in der Zeit vom 20. Juni bis 2. Juli 1949 ausgetragen. In Lindau war die österreichische Fußballmannschaft FC Hard zu Gast und verlor mit 0:3 Toren. Vlttorio Pozzo wurde seines Postens als Betreuer der Italienischen Fußballnatlonalelf enthoben. Bel der letzten Sitzung der Italienischen Natlonal-Liga wurden Strafen in Höhe von 292 000 Lire ausgesprochen Der Manager und Schwiegervater von Hein ten Hoff. Emil Jung, wurde von einem Ehrengericht der Boxsportaufsicht auf Lebenszeit aus dem deutschen Berufsboxsport ausgeschlossen, da er in einem Schreiben an den Hamburger Boxverband prominente Männer des deutschen Boxsportes ln verleumderischer Welse angegriffen hatte. In Birmingham standen sich lm Kampf um die Fußballmeisterschaft von Großbritannien England und Wales gegenüber. Die Engländer gewannen knapp mit 1:0 Toren. Gottfried von Gramm reiste nach seinem Schwedenstart erneut Ins Ausland. Diesmal war die Schweiz sein Ziel, wo er sich an den Internationalen Hallenmeisterschaften von Genf beteiligt. Er erreichte dort die zweite Runde durch einen 0:4-, 6:2-Sleg über den Schweizer Largantin 1. Der Automobilclub von Deutschland neugegründet Im Kurhaus zu Königsteln lm Taunus wurde am vergangenen Wochenende der Automobilclub von Deutschland neu gegründet. Zum Präsidenten des Clubs, der von Jeher beste Beziehungen zum Ausland hatte, was ln zahlreichen Glückwunschtelegrammen ausländischer Verbände zum Ausdruck kam, wurde der Rektor der Universität Heidelberg. Prof. Dr. Karl Geiser gewählt. Der ehemalige Mercedes-Benz-Rennfahrer Manfred vonBrauchitsch gehört dem Club als Sportpräsident an. { Tilgung gestattet dies die Beschaffung von 4500 bis 5000 Mark auf dem freien Markt, während die darüber hinaus "ehenden Baukosten von anderer — lies: öffentlicher — Seite aufgebracht werden müssen. Erhöht sich der Zins in dem angegebenen Umfange, kostet die Hypothek also künftig 6)4 Prozent Zinsen und 1 Prozent Tilgung, so vermag die Miete nur noch eine Hypothek zwischen 3300 und 3600 Mark zu finanzieren. Der öffentliche Zuschuß muß sich also um mindestens 1500 Mark erhöhen. WoUen wir in den Westzonen in einem Jahr auch nur 100 000 Wohnungen bauen — die Bestleistungen der Vergangenheit waren doppelt so hoch — so sind 150 Millionen Mark zusätzliche öffentliche Mittel notwendig, um die Finanzierung der neuen Wohnungen ohne weitere Erhöhung der Mieten vornehmen zu können. Sind die öffentlichen Kassen dazu nicht in der Lage, so führt die Manipulation mit den Hypothekenzinsen zu einer Erhöhung der Mieten für die künftigen Neubauwohnungen um zehn Mark monatlich. Der gefahrvolle Weg, den man auf diese Weise beschreitet, läßt sich nicht etwa in wenigen Monaten korrigieren. Man kann zwar den Brotpreis im Laufe eines Jahres mehrfach erhöhen oder auch senken, aber der Hypothekenzins, der vertraglich vereinbart ist, bindet den Schuldner auf etwa vier Jahrzehnte. Denn die seit langem übliche Tilgungshypothek wird bis zur Beendigung der planmäßigen Tilgung fest gegeben, ohne daß Gläubiger und Schuldner von dem Vertrag zurücktreten können. Die zu den neuen Hypothekenzinsbedin* gungen finanzierten Häuser sind also beinahe bis an das Ende unseres Jahrhunderts an diese Zinshöhe und alle daraus resultierenden Schwierigkeiten gebunden. Noch wäre es Zeit, hier ändernd einzugreifen, noch sind die neuen Pfandbriefe nicht auf den Markt gebracht und die daraus ermöglichten Hypotheken noch nicht begeben. Noch kann man auch den Versicherungsunternehmen dringend nahelegen und sie notfalls durch wirtschaftspoUtische Maßnahmen zwingen, es bei dem alten Zinssatz zu belassen. Gerade die Versicherungen haben zu der Erhöhung am wenigsten Anlaß, weil ihre Lebensversicherungstarife auf einer nur 3pro- zentigen Verzinsung aufbauen. Sie wären also unter Umständen sogar in der Lage, den bisherigen Zinssatz von 4)4 Prozent um ein Geringes zu unterschreiten. Geht man von der überragenden Bedeutung des Wohnungsbaues für die nächsten Jahrzehnte aus und von einer gleich großen Bedeutung einer tragbaren Miete, so ist es nicht zuviel gesagt, wenn man die Hypotbekenzinsfrage auf die gleiche Be- deutungsstufe wie den Fleisch-, Eier- und Brotpreis stellt. Vielleicht sagen die Interessenten, der hohe Zinssatz sei notwendig, um den Sparer anzureizen. Man wird den Sparer aber erst dann zum Sparen bringen, wenn stabile Preise ihm die Gewähr geben, daß er ln einem Jahr mindestens die gleiche Menge Ware in gleicher Güte wie heute kaufen kann, und wenn er rocht mehr zu befürchten braucht, statt der Belohnung mit 3 oder 4 Prozent Zinsen in einem Jahr tatsächlich eine 30- bis 40prozentige Wertverschlechterung seines Sparbetrages durch Preissteigerung zu erreichen. Gelingt diese Sicherung nicht, so hat die gegenwärtige gefährliche Preispolitik nicht nur für unsere Gegenwart ihre Konsequenz zen, sondern auch ihre großen Nachteile für die Lösung des Wohnungsproblems. Buß. und Bettag ist Feiertag Freiburg. Die Landesregierung hat im Einz vernehmen mit der Militärregierung beschlossen, daß der diesjährige Buß- und Bettag am 17. November als staatlicher Feiertag im Lande Baden anerkannt wird. Einlösung der Kriegsgefangenenzertifikate Freibnrg. Die Einlösung der Kriegsgefangez nenzertifikate wird jetzt auch im Lande Baden wieder aufgenonunen. Zahlungen erfolge n nur an solche Berechtigte, die ihren ständigen Wohnsitz in Baden haben. Mit der Abwicklung der Zahlungen ist die Landeszentralbank von Baden beauftragt worden. Die Einlösung erstreckt sich auf Zertifikate der französischen, amerikanischen und der britischen Militärregierung, die über französische Francs. Dollar oder Pfunde lauten. Die von der französischen Militärregierung über RM - Währung ausgestellten Certificate de depot de fonds werden ebenfalls eingelöst. Nicht dagegen die sogenannten „attesta- tions“. Im Gegensatz zu der früheren Regelung brauchen die Zertifikate vom Inhaber nicht mehr persönlich bei den Zweigstellen der Landeszentralbank von Baden vorgelegt zu werden. Sie können mit der Post übersandt werden, wenn das Bürgermeisteramt des Wohnsitzes des Inhabers des Papiers die Personalien und den Entlassungsschein prüft und die Prüfung auf der Rückseite des Zertifikates mit einem genau vorgeschriebenen Wortlaut bescheinigt. In diesem Fall wird die Landeszentralbank den Gegenwert dem Empfangsberechtigten überweisen. Zu diesem Zweck ist möglichst ein Bank- oder Sparkassenkonto anzugeben. Sogenannte military payment Orders über Dollar lautend, müssen Jedoch vom Inhaber persönlich bei der Landeszentralbank vorgelegt werden. Die Auszahlung erfolgt nach den einheitlich für das westdeutsche Währungsgebiet festgesetzten Kursen. Die bereits entlassenen Kriegsgefangenen müssen ihr Zertifikat spätestens bis zum 31. Dezember 1948, die nach dem I. Dezember 1948 zur Entlassung kommenden Kriegsgefangenen Innerhalb von vier Wochen nach ihrer Ankunft ln der Heimat elnretchen. Die Ersatzleistung für die In der Kriegsgefangenschaft gegen Quittung abgenommenen Gegenstände sowie *ür lm Lager hinterlegte Geldbeträge wird späte» geregelt werden. Audi für die Umwechslung der in die Heimat zurückgebrachten RM-Noten in Deutsche Mark Ist eine Regelung noch nicht getroffen worden. Wirtschaft kurz gemeldet Frankfurt. Ein Warenkredit von 30 Millionen Doi- ’ar für die Einführung von etwa 5—7 Millionen Paar Straßen- und Arbettsschuhen, deren Preis zwischen 15 und 25 DM liegen soll, wurde der Verwaltung füg Wirtschaft von der amerikanischen Firma „Seal, Roebuck Company“ angeboten. Neuyork. „Die europäische Produktion liegt gegen, wärtig um 12 Prozent über derjenigen des Jahre, 1947 erklärte der ERP-Adminlstrator Paul Hoffman in einer Rede vor dem amerikanischen Bundesrat füa Außenhandels fragen. tkutfoffk Samstag, 13. November 1948 — Nummer 104 — Seite 5 fmburgtr Icltccko Soziale Taten an Stelle sozialen Getues! Sozialer Wohnungsbau in den Gemeinden ist der beste Beweis für Kulturarbeit! Die Sozialdemokratische Partei wird hier und da (unwissentlich oder böswillig) der Kulturfeindlichkeit bezichtigt. In Freiburg, um zwei Beispiele zu nennen, weil sie die Notwendigkeit der Musikhochschule oder den Wiederaufbau der (künstlerisch) völlig ruinierten Herderner Friedhofskapelle nicht genügend zu würdigen und die Mittel zu bewilligen sich bereit finde. Die SPD hat in ihrer Gesamtheit bewiesen, daß sie in kleinen und großen Gemeinden, wo sie längere Zeit einen starken Einfluß oder als Mehrheit Gemeindepolitik betreiben konnte, die kulturellen Interessen der Allgemeinheit in einem Maße gefördert hat, wie dies nie vor (und nach dem Machtantritt der Braunen) der Fall gewesen ist. Auch die Freiburger Sozialdemokraten werden die kultrelle Höherentwicklung für das Volk in seiner Gesamtheit anstreben, jedoch mit dem Unterschied zu den in Freiburg geübten Praktiken, daß damit nicht an der Spitze der Volkspyramide, sondern an ihrer breitesten Basis der Hebel angesetzt wird! Die SPD kann sich für die Erreichung ihrer Ziele eine nicht hoch genug gebildete, denk- und urteilsfähige Menschheit wünschen! Wenn man in Freiburg — bis zu einem gewissen Grade mit Recht — dem Faktor „Maschine und Werkzeug“ so viel Beachtung schenkt (siehe Bau der Straßenbahnhalle und Werkstätte), dann muß, um die Arbeitsleistung ganz allgemein zu heben, auch die „Arbeitskraft“, der Mensch', auf dem Gebiete des Wohnungswesens menschenwürdig versorgt werden! An die erste Stelle des kulturellen Sektors in Freiburg muß daher der soziale Wohnungsbau treten, wobei vor allem der Schaffung von Kleinwohnungen für Kriegerwitwen mit Kindern und junge Ehepaare große Beachtung geschenkt werden' muß. Dadurch könnten die überbelegten Wohnungen (Einweisungen, erwachsene, verheiratete Kinder) bald fühlbar entlastet werden. Die in Freiburg unerträgliche Wohnungsnot, das Zusammenpferchen von Familien, die Untergrabung der Volksgesundheit und der Sittlichkeit, der sich ergebende Streit und Haß, die Lähmung des Arbeitswillens und der Arbeitsfähigkeit dürfen in Freiburg nicht zum Dauerzustand werden. Sonst wehe dem demokratischen Aufbau hier und dort! Wir Sozialdemokraten können es einfach nicht mitansehen, daß Menschen im Wohnungselend verkommen und am Leben verzweifeln, während die zerstörten stadteigenen Wohnungen bisher nur zu 5 bis 7 Prozent wieder bewohnbar gemacht worden sind, wogegen die genossenschaftliche Bauinitative bereits 50 Prozent ihres zerstörten Wohnraumes (auch auf dem privaten Sektor liegt ein weit höheres Instandsetzungs- und Wiederaufbauverhältnis vor) wieder hergestellt hat. Wir können es ebenfalls nicht ertragen, daß neben diesen Substanzverlusten an Wohngebäuden auch ein solcher an Schulraum festzustellen ist, — daß man der Gewerbeschule kaum die Mittel zum Vegetieren zubilligt und dadurch die Hebung des tiefen Bildungsstandes der Schülerschaft, die handwerkliche Nachzucht vor allem für das Baugewerbe, behindert. — Anderseits erleben wir, wie die städtischen Mittel unbesorgt in andere Kanäle als den Wohnungsbau gelenkt werden, d. h., daß das Schwergewicht der gemeindepolitischen Betätigung überall, nur nicht auf dem sozialen (und kulturellen) Wohnbausektor liegt! Nach der bisher gezeigten Auffassung der Mehrheit des Freiburger Stadtparlamentes wird dem Gebiete des sozialen Wohnungsbaues, nach dem der Wohnungsbau unrentabel geworden ist, wohl ein völliger Niedergang bevorstehen, wenn nicht die SPD stark genug aus der Wahl hervorgeht! Wenn vor der Währungsreform auf dem Baumarkt vor allem Material- und Arbeitskraftman- gel vorgeherrscht haben, so ist heute der Finanzmangel das Obel, beides jedoch zum Nachteil des machen, im Verein mit der sozial getarnten CDU? Sie betreiben zusammen eine Wirtschaftspolitik, die zu Preissteigerungen auf der ganzen Linie und zu einer Baustoffpreis- und Baukostenüber- teuerung von 250 bis 300 Prozent geführt hat, wobei trotzdem bereits wieder ein gewisser Materialmangel auftritt. Damit haben diese Kreise vor allem dem sozialen Wohnungsbau den Todesstoß versetzt! Wer will und wer kann noch bauen, wenn die Mieten bei solcher Wirtschaftspolitik unerschwinglich hoch steigen müssen? Gebaut wird nur noch dort, wo Schwarzmarkt- und Währungsgewinnler und Sachwertbesitzer in kürzester Zeit auf Kosten der Allgemeinheit DM- Kapital angesammelt haben oder die überhöhten Baukosten wiederum auf Kosten der Allgemeinheit auf ihre Preise draufschlagen. Wir Sozialdemokraten jedoch sagen allen, die es angeht: Wer nicht alles tut, um das Wohnungselend zu lindern, lädt eine verbrecherische Schuld auf sich. Hierin sehen wir für lange Zeit die größte kulturelle Verpflichtung! F.K. ii 99 Der Kampf der deutschen Sozialdemokratie Über dieses Thema spricht am Samstag, 13. November, 16 Uhr, Dr. Otto Sohr Stadtverordnetenvorsteher von Berlin in einer öffentlichen Wahlkundgebung der Sozialdemokratischen Partei ln der Straßenbahnhalle. Urachstraße. — Ferner spricht der Spitzenkandidat der SPD, Stadtrat Schieler, über die Freiburger Kommunalpolitik Die Veranstaltung wird durch Darbietungen des Volkschors und des Arbeiter-Sängerbundes Freiburg unter Ernst Ketterers Leitung umrahmt. „kleinen Mannes“, dessen Nöte sich zu verewigen scheinen. — Wir wissen, daß eine so schwer kriegsbetroffene Gemeinde wie Freiburg sich allein aus eigener Kraft nicht herausarbeiten kann. Das ganze Land, d. h. die Geschonten, werden den Geschädigten auf die Beine helfen müssen. Der ungleiche Start bei der Überwindung der unermeß’ich großen Kriegsfolgen muß ausgeglichen werden! Was tut nun aber die besitzbürgerliche Mehrheit, um einen Sprung in die große Politik zu Von 0—3 Jahren Von 3—10 Jahren Uber 10 Jahre Schwerarbeiter: Gruppe I Gruppe II Gruppe III Gruppe IV Mütter Fleisch, 2. Dekade Abschn. 11 = 50 g Abschn. 11 und 12 je 50 g Abschn. 11, 12, 14 je 50 g Abschn. 167 — 50 g Abschn. 267 und 268 je 100 g Abschn. 367 und 368 zus 250 g Abschn. 467—470 je 200 g Abschn. 906 — 100 g Letzte Stadtratssitzung vor den Neuwahlen Verabschiedung des Bau- und Straßenfluchtenplans im Altstadtgebiet öffentliche Versammlungen Samstag, 13. November: Merzhausen: 20 Uhr, im Lokal zur Frohen Einkehr, Referent: Gottstein, Freiburg. Kirchzarten: 20 Uhr, im Gasthaus zur Sonne, Referent: Leiser, Freiburg. Sulzburg: 20 Uhr, im Gasthaus zum Rebstock, Referent: Dr. Gotthardt, Freiburg. Die Donnerstagsitzung des Stadtrats, die letzte vor den Neuwahlen, war von verhältnismäßig kurzer Dauer. — Nachdem Oberbürgermeister Dr. Hoffmann erklärt hatte, daß der Stadtrat nur deshalb nochmals zusammengetreten sei, um den ausgearbeiteten Baufluchten seine Zustimmung zu geben, da hier keine Zeit verloren gehe dürfe, berichtete Bürgermeister Dr. B r a n d e 1 eingehend über die vom Planungsausschuß in Zusammenarbeit mit dem Wiederaufbaubüro, dem Tiefbauamt und sachverständigen Architekten ausgearbeiteten Bau- und Straßenfluchten im Altstadtgebiet. Fünf Gesichtspunkte seien hierbei maßgebend gewesen: 1. solle der historische Charakter der Stadt nach Möglichkeit erhalten bleiben, 2. habe die Verkehrsfrage berücksichtigt werden müssen, 3. die Frage der Gebäudehöhe, 4. die der Straßenbreiten und 5. die finanzielle Frage. Was die Kaiser-Joseph-Straße anbelange, so sei hier eine Fahrbahn von 15,20 Meter festgelegt worden. Hinzu käme noch eine Breite von 4,50 Meter für einen Radfahr- sowie einen Gehweg für Straßenpassanten. Die Baufluchten dieser Straße sollen nach Möglichkeit beibehalten und nur dort Arkadengänge für den Passantenverkehr gebaut werden, wo diese Breite nicht ausreiche. Geplant sei der Bau von Parallelstraßen vom Norden her bis zum Kartoffelmarkt sowie auf der gegenüberliegenden Seite von der Engel- bis zur Kasemenstraße, um den Autoverkehr zu entlasten. In der Salz- und Bertoldstraße werde die Bauflucht im wesentlichen beibehalten mit Ausnahme verengender Stellen, wo gleichfalls Arkaden errichtet würden. Verbreitert werde die Einmündung in die Kaiser-Joseph-Straße durch Zurücknahme der Bauflucht, die beim Hause Kapferer 4,50 Meter betrage. Erweitert würden die Engel- und die / So wird abgestimmt! Kreiswahlen Demokratische Partei (DP) 1. Vielhauer, Otto 2. Haderer. Ludwig 3. Gugel, Robert 4. Menget, Georg Chrrtlic'i-Demokrai. Union (CIU) 1. Benz, Karl 2. lay, Adolf 3. Vogel, Josef 4. Wlrth, Oskar Sozialdemokratische Pmrrei (SPD 1. Kopp, Josef 2. Rombach, Adolf 3. Martzloff, Philipp 4. Brüstle, Oskar 8omminis’ ! sc e Patt?i (KP) 1. Treffeiten, Jakob 2. Heitzler, Wilhelm 3. Seifried, Käthe 4. Ziehm, Hermann c o © Stadtratswahlen Demokratische Partei (DPI 1. Schemenau, Otto Karl 2. Albrecht, Friedrich 3. Litterst, Karl 4. Menget, Georg Ghristlich-Dearkrat. Union (CDU) 1. Dichtei, Anton 2. Fleig, Dr. Paul 3. Streng, Richard 4. Lipt, Josef Sozial emokrat scheParteilSPDJ 1. Schieler, Fritz 2. Ruh, Robert 3. Glöckner, Karl 4. Gotthardt, Dr. Walter kommen stlssha Partei (KP) 1. Müller, Alfred 2. Seifried, Käthe 3. Stöhr, Franz 4. Faulhaber, Max o o ® o Schiffstraße, desgleichen die Schusterstraße, wobei der Gehweg in nördliche Arkaden komme. Die Baufluchten der Herrenstraße blieben im wesentlichen beibehalten, und nur bei Fischer & Steinhard würden Arkaden eingebaut. Breiter werde auch der Unterlindenplatz. Angesichts der sich mehrenden Zahl der Bau- Interessenten sei es dringend erforderlich, daß der Stadtrat dem ausgearbeiteten Bau- und Straßenfluchtenplan seine Zustimmung gebe, damit in weiteren Verhandlungen mit den Eigentümern auch die Umlegungen vorangetrieben werden und die Interessenten mit dem Bauen beginnen könnten, ohne das Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzentwurfes abwarten zu müssen. Dr. Fleig (CDU) stimmte namens seiner Fraktion grundsätzlich dem vorgelegten Plan zu, desgleichen auch der demokratische Stadtrat Schemenau, der allerdings den Wunsch zum Ausdruck brachte, daß man die Schiffstraße noch nicht in das Projekt einbeziehen solle. — Stadtrat Schieler (SPD) bezeich- nete es als bedauerlich, daß man nicht schon früher zu diesen Beschlüssen gekommen «ei. Er sprach die Hoffnung aus, daß auch die Interessenten untereinander einig würden. Man kann nicht jedem einzelnen Einspruch stattgeben, sondern müsse im Interesse der Allgemeinheit rasch zu einem Ergebnis kommen. Seine Fraktion stimme, obwohl sie auch einige Bedenken habe, der Vorlage zu, da unbedingt gebaut werden müsse und man die Bauinteressenten nicht länger hinhalten dürfe. — Stadtrat Treffeisen (KP) vertrat grundsätzlich die gleiche Auffassung, war jedoch der Meinung, daß in dem kommenden Gesetzentwurf den ungeheuren Forderungen bezüglich des abzutretenden Geländes entgegengetreten werden müsse. In der weiteren Debatte kam u. a. noch der Wunsch des CDU-Stadtrats L i p s zum Ausdruck, Eigentümer, die im Zuge dieser Planung Gelände abgeben müßten, durch anderweitige Zuteilung städtischen Geländes zu entschädigen. Die Vorlage des Planungsausschusses fand schließlich e i n m ü ti g e Zustimmung. Zu dem nächsten Tagesordnungspunkt, Beratung des D-Mark-Haushaltspla- nes stellte Stadtiat Martzloff (SPD) den Antrag, dessen Verabschiedung dem neuen Stadtrat zu überlassen Mit Ausnahme des demokratischen Stadtrats Schemenau, der d^n Haushaltsplan sofort behandelt wissen wollte, sprachen sich auch CDU und KPD für eine Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung aus, so daß der sozialdemokratische Antrag Annahme fand. Zum Schluß der Sitzung dankte Oberbürgermeister Dr. Hoffmann den Stadträten für ihre wertvole Mitarbeit, die immer unter dem Gesichtspunkt der Sachlichkeit gestanden habe. Der Haupttreffer der Klassenlotterie Der Hauptgewinn der 2. Klasse der 2. Südwestdeutschen Klassenlotterie (10 000 DM) fiel auf die Nummer 2968. ein weiterer Gewinn von 5000 DM auf die Nummer 12161. Die I. Klasse wird am C. Dezember gezogen. Vergeßlichkeit — oder . . .? Die Menschen sind schrecklich vergaß ich geworden! Die einen „vergessen" es, dem lieben Nächsten das Geld zurückzugeben, das sie sich von ihm geliehen haben. Andere machen es genau so mit der Beantwortung von Briefen, die wir ihnen schon vor Jahr und Tag geschrieben haben, oder können sich beim besten Willen nicht von dem spannenden Roman trennen, den sie uns in grauer Vorzeit mit listigem Lächeln entführten. Ja, es soll sogar schon Ehemänner gegeben haben, die zeitweise „vergaßen“, daß sie — verheiratet waren (bis ihnen dann gelegent’ich diese Tatsache „höheren Orts“ sehr nachdrücklich ins Gedächtnis zurückgerufen wurde). Jetzt, kurz vor den Wahlen, kann es einem sogar passieren, daß Menschen, mit denen wir uns in „normalen Zeiten“ recht vernünftig und nett zu unterhalten pflegen, uns plötzlich auf der S*raße nicht mehr kennen, weil sie einer anderen Partei als wir angehören. Man hat die immerhin bestürzende Tatsache der progressiven Vergeßlichkeit auf den bedauerlichen Vitaminmangel unserer Zeit zurückgeführt. „Es fehlt“, so argumentierte man, „den Menschen vor allem Eiweiß, und auch ,sein Fett“ sollte heute jeder bekommen, wie er es verdient!“ Dieser Forderung können wir uns nur aus vollem Herzen anschließen. Doch scheint es uns so, als ob die Vergeßlichkeit durchaus nicht bei al'en Menschen mit dem Verbrauch an Eiweiß und Fett Zusammenhänge; denn wie wäre es sonst möglich, daß vor kurzem ein Freiburger Geschäftsmann, durch dessen Hände eigentlich genügend Eiweiß wandert, eine „Vergeßlichkeit“ an den Tag legte, die schlechthin erstaunlich ist. Der Kunde jedenfalls, der in diesem Geschäft ein Brot kaufte, fiel beinahe auf den Rücken, a's er daheim auf dem das Brot umhüllenden Papierstreifen las, daß der Hersteller dieser Backware in der „Adolf-Hitler-Straße“ wohne. Der Käufer rieb sich ein paarmal die Au^en, aber da stand es wirklich schön b'au auf Weiß und entpuppte sich durchaus nicht als eine Sinnestäuschung, wie er zunächst vermutet hatte. Ob es nur ein Rekord der „Vergeßlichkeit" ist, wenn ein Freiburger Geschäftsmann zweieinhalb fahre nach dem unrühmlichen Ende des größten Bankerotteurs der Weltgeschichte die Erinnerung an diesen millionenfachen Mörder auf einem Re-, k'amepapierstreifen nicht erlöschen läßt, wo’len wir dahingestellt sein lassen. Jedenfalls empfehlen wir dem Herrn Bäckermeister, der anscheinend noch immer in der „Adolf-Hitler-Straße“ zu wohnen g'aubt. dringend, etwas zur Stärkung seines Gedächtnisses zu tun und damit weiteres unliebsames Aufsehen in Freiburg zu vermeiden. Er könnte sonst nämlich Leuten begegnen, deren Erinnerungsvermögen etwas besser als das seine ist. Sarkast Im Dienste der Rentner Der Badische Rentnerbund, der aus dem früheren Reichsbund der deutschen Kapital- und Kleinrentner hervorgegangen ist, nahm nach mehriähriger Unterbrechung mit einer gut besuchten Mitgliederversammlung seine Tätigkeit wieder auf. Zunächst gedachte die neue Vorsitzende ihrer in der Zwischenzeit verstorbenen Vorgängerin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Lage der unverschuldet in Not geratenen Mitbürger und derer, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu erwerben, in absehbarer Zeit Achtung, Wählerl In den Wahllokalen werden am Sonntag an Jeden Wahlberechtigten zwei Stimmzettel, e’ner für die Stadtratswahl und einer für die Wahl zur Kreisversammlung, abgegeben. Der Wähler, der der SPD sein Vertrauen schenkt, zeichnet sein Kreuz auf beiden Stimmzetteln in das Feld 3, das die Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei enthält, legt dann beide Stimmzettel in den ihm überreichten Umschlag und wirft diesen in die Wahlurne. Wer seine Stimmzettel nicht ankreuzt, Bemerkungen darauf macht oder irgendwelche Veränderungen vornimmt, dessen Stimme geht verloren. etwas verbessert würde. Die Diskussion darüber bei allen in Frage kommenden Stellen lasse diese Erwartung zumindest gerechtfertigt erscheinen. — Der Vertreter der Städtischen Fürsorge, Dr. Flamm, betonte, wie groß und schwierig die Aufgaben seien, die die öffentliche Wohlfahrtspflege zu bewältigen habe. Es sei das Millionen- leer der Flüchtlinge, der Kriegsgeschädigten und der Erwerbsunfähigen zu betreuen: eine gigantische Aufgabe, die nur durch das Zusammenwirken aller Kräfte zu bewä'tigen sei. Immerhin könne mit kleinen Verbesserungen in naher Zeit gerechnet werden. rt. Schaufenster, die „geschont“ werden _ Die Berufstätigen haben werktags bekannt* lieh kaum Zeit, sich einmal näher mit den Auslagen der Geschäfte zu befassen. Um so enttäuschter sind sie dann, wenn sie auf ihrem Sonntagsspaziergang feststellen müssen, daß ein großer Teil der nun wieder sehr schön dekorierten Schaufenster sich hinter einem Rolladen verkrochen hat und von den Vorübergehenden nichts wissen will. Haben die in Frage kommenden Geschäftsinhaber eigentlich Angst davor, daß man ihnen ihre die Kauflust reizenden Waren weggucken könnte, oder warum lassen sie ihre Schaufenster im Gegensatz zu anderen Städten an dem einzigen Tage, an dem die meisten Muße haben, „erblinden“? Bedenken sie gar nicht dabei, daß ihnen die Konkurrenz, die weniger „ängstlich“ ist, mit ihrem größeren (Sontags-)Dienst am Kunden um ein paar Nasenlängen voraus ist? Und schließlich sollte es sich ja auch schon herumgesprochen haben, daß in einigen Wochen Weihnachten ist, oder etwa nicht?_;.. j. e. An unsere Leser und Mitarbeiter! Zuschriften und Manuskripte ohne genaua Angabe des Verfassers werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Verantwortlich für den lokalen Teil: Budolf Bursche! % Seite 6 — Nummer 104 D/rrMA Samstag. 13. November 1948 Was macht der Wiederaufbau? Auch im vergangenen Monat wurden die Wiederaufbauarbeiten in Freiburg mit Nachdruck weitergeführt. So sind u. a. jetzt die Sedan- Moltke-, Renner-, Breisacher-, Fedder-, Kreuz- Lehener-, Stühlingerstraße und der Stühlinger Kirchplatz ganz, die Wenzinger- und Erasmusstraße sowie der Münsterplatz teilweise enttrümmert. Bis Ende des Jahres so len sämtliche Straßen und Gehwege der Stadt vom restlichen Bau- Schutt gesäubert sein. An etwa 40 Stellen wurde die Grundstücksenttrümmerung vorgenommen und Zahlreiche Einsturzgefahren wurden durch Sprengung beseitigt. Durch Wohnungsinstandsetzung wurden 32 Wohnungen und 5 Einze'zimmer gewonnen. Die Holzhäueprsiedtung in der Karl-Kistner-, Franz- Liszt-, Richard-Wagner-, Schubert- und Blücher- etraße sowie am Wo'fswinVel machte erfreuliche Fortschritte; einige der Holzhäuser wurden fertiggestellt und inzwischen bezogen, andere stehen vor der Vollendung und werden in Kürze bezugsfertig sein: wieder andere sind im Rohbau fertig bzw. die Keller- und Tnnenau=ba”.3Tbeiten sind im vo len Gange. Der Städtische Fuhrpark hat am E’efanie-iwesr vier Holzhäuser ferti'"gestellt, die Inzwischen bezogen worden sind. Das Städtische Elektrizitätswerk ha* den LicManschluß für die Baracken in der Oofinger Straße und für d-'e in- standgesetz*en Wchnunoen in der Artilleriekaserne vollzogen. — Von den Arbeiten an den öffentlichen GeHuden seien die am Rottecksgvm- na'-mm-, am Keo er- und Bertho'd fT vmrasium (früher Fn'edrichsie Viertelstunde der badischen Regierung“ (12.45) und „Gaudeamus! 35 Minuten Frohsinn zum Wodienausgang“, am' Sonntag eine Plauderei Franz schnellere (12.45) und am Montag „Plauderei und Kurzweil“ (18.15). Der Sport in der Heimat Das Freiburger Sportprogramm am Sonntag Im Fußball ist am Sonntag der VfL zu Hause. Er empfängt die SG Friedrichshafen, die zur allgemeinen Überraschung in diesem Jahr schon beachtliche Spiele lieferte. Allerdings sind die Seehasen als Heimmannschaft bekannt. Der VfL schlug sich in Villingen trotz der Niederlage sehr gut, der Flatz- vörteil könnte das seine noch dazu beitragen, daß Sieg*ung Punkte in Freiburg bleiben. In der Landesliga steht Blau-Weiß gegen* Baden-Baden vor einer schwierigen Aufgabe. Die Kurstädter verfügen Über eine sehr kampfkräftige Mannschaft und sind besonders im Sturm sehr stark. Der Neuling wird sich anstrengen müssen, wenn er wenigstens einen Punkt behalten will. In zwei Vormittagsspielen sind die Bezirksligisten Sportfreunde und ASV am Werk. Die Be t z e n - hausener erwarten den Neuling Kenzingen» der bisher eine beachtliche Spielstärke an den Tag legte, während der ASV die SG Müllheim zu Gast hat, gegen die eigentlich zwei punkte heraos- springen müßten . . Im Handball trifft der VfK Zähringen auf den Neuling Hauingen. Nach den letzten Resultaten zu urteilen, ist mit einem klaren Sieg der Platzbesitzer zu rechnen. Auch der L1L mußte gegen Teningen zu zwei Punkten kommen. Weitere Spiele in Freiburg Fußball: Sportfreunde II — Kenzingen II (9 Uhr), ASV II — Müllheim II (9 Uhr). — A - Jugend: VfL AI — Sportfreunde AII, St. Georgen — Blau-Weiß, Fortuna — Sportfreunde AI. — B-Jugend: Blau-Weiß — St. Georgen, VfL — Sportfreunde. , _ _ Handball: VfL II — St. Georgen, Zähringen — ASV. Beratungsstelle für körperbehinderte Kinder und Jugendliche aus Freiburg-Stadf Dienstag, 23. NOv. 1948, 16 Uhr, in der Chirurg, Klinik, Orthopäd. Abteilung, Hugstetter Straße. Leitender Arzt: Dr. Ihlenfeldt, Facharzt für Orthopädie. Das Bürgermeisteramt Freiburg Landwirtschaftliche Unfallversicherung Betrlpbsuntemehmer, die seit Okober 1947 ihren Beriet, eingestellt, neu eröffnet, in einem erheblichen Maße eingeschränkt oder erweitert haben, müssen dies bis zum 25. November der Veranlagungs- Stelle — Städt. Steueramt, Kronenstr. 2 — anzeigen. Das Untemehmerverzeldtnis liegt dort zur Einsichtnahme auf. Auf den Anschlag an den Gemeindeverkündungstafeln im Rathaus und Im Gemeindesekretariat Freiburg-St. Georgen wird besonders hingewiesen. Offene Stellen Stellengesuche OrnnOsthcKsmarkt (Einst nui Ob«* das seist Arbeitsamt) Junge, Mann oder Junge Dame für Büroarbeiten zum sofortigen Eintritt gesucht. Schnelles und sicheres Rechnen wird verfangt. Angebote unter Nr. 1098 befördert Ann.-Exp. 3ULIUS RUF, Freiburg/Br.. Postfach S. «ctniRmacher gesucht für Reparaturwerkstätte. Alfred Bea, Freiburg i. Br., Kaiser-Joseph-Straße 272. Belm Kriegsversehrtenfiirsorgeamt Freiburg werden einige Anwärter für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst eingestellt. Die I Bewerber müssen mindestens das I Zeugnis des erfolgreichen Besuchs r von 7 Klassen einer öffentlichen od. ’ Staat!, anerkannten höheren lehr- 1 anstatt besitzen und dürfen nicht I älter als 30 3. sein. Bewerbungen ! mit Lebenslauf, Schulzeugnis, Zeug- ! nisse über die bisherige Beschäfti- I gung. Lichtbild u. 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