Donnerstag, den 13. Januar 1949 4. Jahrgang / Nummer 5 ritlBUBG IM B8EISGA0 Erscheinungstage Dienstag. Donnerstag Einzelpreis 20 Pf * Monatsbe?ug$preis DM 2.— einschließlich Trägerlohn, durch Hie Post DM 2.20 Anzeigen laut Tarif gegen Aennkartenauswei* Organ Oer Sozlaitfemohratisctoen Partei Deutschlands Land Baden S er «?f egeben vom Sozialistischen Verlag Freiburg. GmbH., Freiburg l.Br„ Kaiser-Joseph-Str. rrs, Fernruf Nr. 2816. Bankverbindungen: Oberrheinische Bank. Freiburg I. Br., Freiburger Gewerbebank, eGbmH.. Freiburg t. Br.; Offen« Sparkasse Freiburg I. Br (Städt Sparkasse). Postscheck-Konto Freiburg i. Br. Nr. «7». Verbreitungsgebiet: Land Baden (Französische Zone). Geschäftsstellen und Vertiefungen ’n ,t!er, Mölleren Orten. - Anzeigenpreisliste Nr. 6. - Gerichtsstand Freiburg i. Br. - Schriftleitung Kurt Wurps. - veriags- teitung: Karl May: E. Bauermeister. • Druck Universitätsdrucketei Popper. & tnn... . h... Br Die französisch^englische Konferenz Schuman in London — Drei Aussprachen mit Levin London, 12. 1. (WRL) Der französische | Presse dieses Dementi übermittelte, fügte hinzu, Außenminister Schuman trifft, wie Foreign Office erklärt, am Donnerstag in London ein und wird von Außenminister Devin von der Bahn abgeholt werden. In seiner Begleitung befinden sich der politische Direktor des Quai d'Orsay, de Mur- ville, sowie, andere hohe Beamte des Außenministeriums und der britische Botschafter in Paris Sir Oliver H a r v e y . Im Laufe des zweitägigen Aufenthaltes sind drei Aussprachen mit Außenminister Bevin vorgesehen. Diese werden sich mit der Deutschlandfrage, mit der Frage des Nahen Ostens und mit der Vorbereitung der Konferenz des ständigen Exekutivausschusses der Westunion, welche am 26. Januar in London beginnen wird, befassen. Kabinettsrat in Paris Paris, 12 1. (Südena-AFP). Bei der Kabinettratssitzung am Dienstagnachmittag erstattete der französische Außenminister Robert Schuman seinen Kollegen einen Bericht über die internationale Lage. Der Sprecher gab ferner bekannt, daß das Kabinett beschlossen habe, an Marshall anläßlich seines Rücktritts vom Posten des Staatssekretärs ein Dank- und Sympathietelegramm zj richten. SPD*Ausschuß tagte Hannover, 12. 1. (Südena). Der Außenpolitische Ausschuß der SPD trat am Montag unter dem Vorsitz von Erich Oilenhauer in Hannover zu einer Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen Fragen, die sich aus der Notwendigkeit eines Ausbaues deutscher handelspolitischer Vertretungen im Ausland ergeben. Die nächste Sitzung des Außenpolitischen Ausschusses der SPD ist für den 21. Januar in Iserlohn vorgesehen. Schwedens traditionelle Außenpolitik Stockholm, 12. 1. (Südena — AFP). Der schwedische Premierminister Erlander versicherte am Montag erneut vor der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion, die Regierung, „werde die traditionelle Neutralitätspolitik Schwedens entschlossen fortsetzen“. Er bezeichnet« den schwedischen Vorschlag über die militärische Zusammenarbeit im Rahmen der skandinavischen Verteidigung als Friedensanstrengungen- und Beitrag zur Sicherheit des Nordens. „Ein uneiniges Skandinavien stellt eine regelrechte Gefahr dar“, führte er aus, „und wir dürfen hoffen, daß die der vorgeschlagenen Zusammenarbeit noch entgegenstehenden Schwierigkeiten überwunden werden können“. Forrestal bleibt? Dementi aus dem Weißen Haus Washington, 12. 1. (Südena-AFP). Das Weiße Haus bezeichnet die Nachrichten, denen zufolge Präsident T r u m a n in dieser Woche den Rücktritt des Verteidigungsministers James Forrestal annehmen würde, als „falsch“. — Der Sekretär des Präsident«!, Charles Ross, der der ihm sei von einer Rücktrittsabsicht Forrestais nichts bekannt. Es sei üblich, daß die Kabinettsmitglieder bei einer Veränderung in der Regierung ihren Rücktritt einreichen. In diesem Falle besteht die Veränderung in der am 20. Januar auf Grund der Novemberwahlen erfolgenden Amtsübernahme durch Präsident Truman. Washington, 13. 1. (Südena-AFP) Nach einer Unterredung mit Präsident Truman erklärte James Forrestal am Dienstag Pressevertretern, daß er weiter auf dem Posten des Verteidigungsministers zu bleiben gedenke. Gewerkschaftsführer an Acheson Washington, 12. 1. (Südena-AFP). Die Vorsitzenden der großen amerikanischen Gewerkschaftsverbände CIO und AFL, Philip Murray und William Green, beglückwünschten den neuen Staatssekretär Dean Acheson zu seiner Ernennung. „Alle demokratischen Völker der Welt werden sich über diese Ernennung freuen'“, erklärte Philip Murray. William Green befürwortet in seinem Schreiben „die Fortsetzung einer entschlossenen Politik gegenüber der UdSSR.“ Gesetzgebungs^Notstand Bonn beschließt Bestimmungen über Arbeitsfähigkeit der Regierung in Krisenzeiten Bonn, 12. I. (Südena) Der Hauptausschuß des Parlamentarischen Rates schloß am Dienstag die zweite Lesung des Abschnitts über die Bundesregierung ab. Mit allen gegen eine kommunistische Stimme wurden neuartige Bestimmungen zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit einer künftigen deutschen Regierung in Krisenzeit«, aufgenommen. Wenn der Bundestag dem Bundeskanzler das Vertrauen verweigert, aber keine Mehrheit zur Wahl eines neuen Kanzlers aufbringen kann and der Präsident nicht von seinem Recht Gebrauch macht, den Bundestag aufzulösen, können dringende Gesetzvorlagen auch ohne Mitwirkung des Bundesrates von der Regierung verabschiedet werden. Auf Antrag des Bundesrates kann dann der Bundespräsident für eine von der Regierung als dringlich bezeichnet« Gesetzesvorlage das Bestehen eines Gesetzgebungs-Notstandes festsfe’kn. Lehnt der Bundestag diese ihm erneut vorgelegte Gesetzesvorlage wiederum ab oder nimmt er sie in einer von der Bundesregierung als unannehmbar erklärten Form an, so gilt das Gesetz als angenommen, sobald der Bundesrat ihm zugestimmt hat. Diese Bestimmung gibt jMooh einer Minder heitsregierung keine generelle Ermächtigung, mit dem Bundesrat * allein zu regieren. Der Gesetzgebungs-Notstand ist vielmehr ausdrücklich auf einzelne dringliche Gesetzesvorlagen beschränkt und kann vom Bundespräsidenten derselben Regierung auch nur für einen Zeitraum von sechs Monaten zuerkannt werden. Er tritt spätestens nach 12 Monaten außer Kraft. Ausdrücklich wird vorgeschrieben, daß das Grundgesetz auf dem Wege des Gesetzgebungs-Notstandes weder geändert noch ganz oder in Teilen außer Anwendung gesetzt werden kann. Militärregierung sollte beseitigt werden Grumbach zu den bevorstehenden Verhandlungen in London Im „Populaire“ nimmt Salomon Grumbach zur deutschen Frage Stellung. Unter der Überschrift „In Westdeutschland ist keine Zeit mehr zu verlieren, um endlich dem Regime der Militärgouvemements ein Ende zu setzen , weist er darauf hin. „daß nunmehr fast vier Jahre die Gebiete des früheren deutschen Reiches von den Armeen Rußlands, der Vereinigten Staaten, „Großbritanniens und Frankreichs besetzt sind. Es ist keine Zeit mehr zu ver Heren, um das Regime der Kommandanten als höchste Autorität der Besatzung zu ersetzen durch ein Regime, das die großen Verwaltungen in die Hände von Zivilbehörden und unter deren Direktion und Verantwortung bringt.“ Grumbach gibt der Hoffnung Ausdruck, daß, wenn am )?. Januar an der Themse die Vertreter der Regierungen von London, Washington und Paris zü Beratungen zusammensitzen, sie sich auch endlich mit der Reform für den gesamten Apparat der Besatzung beschäftigen. Auf das Statut der Besetzung eingehend betonte Grumbach, daß „das erste demokratische Parlament und die erste demokratische Regierung, die sich Westdeutschland Clay warnt Deutschland vor Nationalismus Der Monatsbericht des amerikanischen Gouverneurs Berlin, 12. 1. (Südena). Berlin sei der schlechteste Boden für den Kommunismus, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Monatsbericht des amerikanischen Milhärgouverneurs General Clay. Die Bedeutung des Berliner Wahlergebnisses könne kaum überschätzt werden. Die kommunistische SED habe fast zu bestehen aufgehört. Das Berliner Wahlergebnis sei eine ebenso große Niederlage für den Kreml wie für dessen deutsch-kommunistische Handlanger. Die isolierte Stadt Berlin sei die einzige Stadt, wo es möglich sei, die Methoden eines Polize ; staates mit den Methoden der Demokratie unmittelbar zu vergleichen Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen warnt Genera) C’ay vor den nationalistischen Gruppen, die nach dem Zusammenbruch von der BiHfläche verschwunden waren und nun wieder ihre Häupter erheben. Obwohl diese Gruppen erst im Entstehen seien, erinnerten sie an die Anfänge de« Nationalsozialismus. Einreiseverbot für Strasser Ottawa, 12. 1. (Südena-AFP). Wie in amtlichen Kreisen verlautet, wird das Ausreisevisum Otto Strassers, um das er sich bereits fünfmal bemüht hat, wahrscheinlich nicht bewilligt werden. Hierzu verlautet aus gut unterrichteter Quelle, der Beschluß der kanadischen Regierung, Strasser das Ausreisevisum nicht zu bewilligen, sei auf Grund einer Rücksprache mit der französischen, britischen und amerikanischen Regierung gefaßt worden. London, 12. 1. (Südena-AFP). Ein Sprecher dies Foreign Office erklärte, die britische Regierung beabsichtige keineswegs, Dr. Otto Strasser die Einreise in die britische Zone Deutschlands zu bewilligen. Er verwies auf die lange Zugehörigkeit des Führers der „Schwarzen Front“ zur NSDAP. Wie der Sprecher hinzufügte, würden sich die britischen Behörden das Recht Vorbehalten, das Propagandamaterial, das Strasser nach Deutschland einzuführen beabsichtigt, zu beschlagnahmen. Hannover, 1?. 1. Am letzten Sonntag wollten die Beauftragten Otto Strassers in Hannover die Grüncfungsversammhing des Bundes zur Erneuerung Deutschlands durchführen. Dazu kam es aber nicht, da die britische Militärregierung lediglich die Genehmigung zu einem „Treffen* der Anhänger erteilt hatte. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des BDE, Waldemar Wadsack: „Wir haben ganz leise hinter den Kulissen unsere Verbindungen wieder aufgenommen und sind zu dem Schluß gekommen, daß es so nicht mehr weiter geht," gäbe, genügend reelle Macht haben müsse, damit die Demokratie und der Parlamentarismus bei ihrem Wiedererstehen vor den Augen des deutschen Volkes bestehen könnten. ‘ „Am 17. Januar, in London, müssen die Alliierten sich nicht darauf beschränken, ein Besatzungsstatut zustandezubringen. Sie müssen auch ihre eigene Besatzungsmaschine und Verwaltung in Ordnung bringen, indem sie dazu übergehen, die Militärregierungen zu beseitig e n.“ Die D-Mark in Berlin General Clays Finanzberater will zurücktreten Berlin, 13. 1. (Südena): Amerikanische Kreise Berlins bestätigen, daß der Finanzberater General £lays, B e n e 11, die Absicht hat, unverzüglich von seinem Posten zurückzutreten Die amerikanischen Behörden lehnen jedoch jede amtliche Verlautbarung hierzu ab. Meldungen zufolge bestehen zwischen . General Clay und seinem Finanzberater Meinungsverschiedenheiten über die Einführung der D-Mark als einzig gültiges Zahlungsmittel in den westlichen Sektoren Berlins. Benett soll der Ansicht sein, daß diese Maßnahme, die von deutschen Politikern der Westsektoren aus politischen Gründen gefordert wurde, aus technischen Gründen unangebracht ist. Wohlbegründete Ansprüche? Forderungen auf westdeutsche Gebiete London, 13. 1. (Südena-AFP) Der Sachverständigenausschuß der „Sechs“ (USA, Großbritannien, Frankreich und die Beneluxstaaten), der mit der Überprüfung der territorialen Forderungen Belgiens, Hollands und Luxemburgs auf westdeutsche Gebiete betraut worden ist. hat jetzt seinen Bericht den zuständigen Regierungen zugehen lassen'. Dieser Ausschuß, der während der letzten Sechserverhand langen über das Ruhrproblem gebildet wurde, tagte in Paris. Sein Bericht wurde Bevin vorgelegt. Nach Äußerungen zuständiger Kreise besteht Grund zu der Annahme, daß die Sachverständigen der sechs Teilnehmerstaaten die Forderungen Belgiens und Luxemburgs auf Grenzberichtigungen sowie gewisse holländische Ansprüche als wohlbegründet ansehen. Was russische Leser glauben müssen . . » In der Moskauer „Prawda" kann man lesen: Wo gibt es ein kapitalistisches Land, das sich kulturell mit uns messen kann? Nirgends auf der Weltkugel! Schauen wir nur die Vereinigten Staaten an, wie sie täglich in Barbarei versinken. Kein Quatsch über hohen amerikanischen Lebensstandard kann die Tatsache verbergen, daß Amerika in seinem Budget 18 Milliarden Dollar für Kriegszwecke und nur 230 Millionen für Volksbildung vorsieht. Für Kanonen, Gewehre and Bomben gibt Amerika 72mal mehr als für die Schulen -aus. Nur 4 Prozent bekommen die Schulen davon, was sie brauchen würden. Kein Wunder, daß das intellektuelle Leben in den Vereinigten Staaten langsam verlöscht. Mehr als zehn Millionen Erwachsene sind Analphabeten in diesem Land der armen kapitalistischen Kultur Nur der Kommunismus kann den Massen eine wirkliche Kultur geben, die wie Sonne g'änzt und rasch die schwindligen Höhen erklimmt." Deutschland und Frankreich Schuman über deutschsfranzösische Beziehungen Paris, 13. l. (Südena) Der französische Außenminister Schuman gewährte dem Vertreter der Agentur „Südena“ ein Interview, in dem er seine Ansicht über die deutsch-französischen Beziehungen darlegt. Auf die Frage des Journalisten, ob der Minister bereit sei, zu sagen, wie er über die ungünstige Stellungnahme der öffentlichen Meinung in Deutschland wegen des Ruhrstat-uts urteile, antwortete Schuman unter anderem: Daß das neue Abkommen in Deutschland keine besondere Genugtuung hervorrufen würde, dessen war ich mir von Anfang an bewußt. Gleiches haben wir auch vom. künftigen Besatzungsstatut und vom Friedensvertrag zu erwarten. Die Masse der Bevölkerung übersieht die erzielten Fortschritte. Führende politische Kreise haben jedoch die Sachlage nüchterner und objektiver beurteilt. Allen ruhig denkenden Deutschen möchte ich folgendes sagen: Es sind noch keine vier Jahre seit dem Ende des Krieges verflossen, und schon ist aus unserer Politik jeder Gedanke von Rache oder Vergeltung verschwunden. Es wäre aber verfrüht und unbillig, eine gleiche Behandlung für alle in allen Dingen zu beanspruchen. Alle Nationen schicksalsverbunden Aber eine Erkenntnis hat sich durchgesetzt- alle Nationen sind solidarisch und s chi c ksal s vejr bn n den im Aufbau einer neuen Welt. Diese' Wahrheit hatte man nach dem ersten Weltkrieg verkannt. Unser Ziel ist. vor allem die Eingliederung aller europäischen Staaten in einen Zweckverband. Nun aber kann ein solches Ziel nur schrittweise erreicht werden Reparationen und abgebaute Maschinen Die Reparationen sind heute auf die Lieferung von atgebauten Maschinen beschränkt Man sollte in Deutschland nicht vergessen, daß während der deutschen Besetzung aus Frankreich 80 000 Maschinen entfernt wurden. Außerdem darf man nicht übersehen, daß Frankreich einen Kriegstribut von 300, ab 1942 von 500, Millionen Francs täglich zu zahlen hatte, im ganzen also eine Ausgabe von über 400 Milliarden, was eine wesentliche Ursache der heutigen Franc-Entwertung gewesen ist. Warum Ruhrstatut? Das Ruhrstatut erklärt sich aus dem Gesagten. Alle Besorgnisse um Sicherheit und Frieden sind noch nickt gewidien, weil nicht alles, was im heutigen Deutschland gesprochen und geschrieben wird, dazu angetan ist, die Alliierten zu beruhigen. Kann man es diesen verargen, wenn sie Vorsichtsmaßnahmen treffen? Nur darum handelt es sich, und pickt um eine, Gott weiß welche, Knechtung oder Unterdrückung. Kontrolle der Betriebe und der Verwertung ihrer Erzeugnisse im Ruhrarsenal, das ist es, und nur das, was sich die Alliierten Vorbehalten haben. Moralische Garantien sind die besten Nun frage ich meinerseits: Welche Haltung gebietet unter diesen Umständen die politische Einsicht dem deutschen Volk? Ganz offen sage ich es: Es wäre verfehlt, wenn seine Ratgeber und seine verantwortlichen Vertreter auf die Uneinigkeit der Alliierten oder auf ihre Nachgiebigkeit spekulieren würden Keine Nation kann und darf auf die Garantieren ihrer Sicherheit verzichten. Gewiß gibt es auch moralische Garantien, und solche sind vielleicht die besten. Diese aber können nicht von den Alliierten allein herrühren, das deutsche Volk und die in seinem Namen künftig betriebene Politik hat darüber in letzter Linie zu entscheiden. Was wir erreichen wollen und müssen, ist ein alle friedliebenden Nationen zusammenfassendes Europa. » S*jt* 2 — Nummer 5 __ ‘BwZSoth Donoentef, 13. Januar 1949 „Seltene Einmütigkeit“ Mit „«eltener Einmütigkeit“, so erklärte Minister Süsterhenn nach Abschluß der zweitägigen Beratungen der CDU / CSU, seien die Beschlüsse in Königswinter zustandegekommen Das Prädikat „selten“ ^dürfte vielleicht zutreffen; aber die Einmütigkeit wäre glaubwürdiger, wenn sie auch Vr. Adenauer verkündet hätte. Er konnte es jedoch nicht, weil er durch seinen brüsken vorzeitigen Abgang von der Pressekonferenz deutlicher als Dr. Süsterhenn verriet, was von der verkündeten Einmütigkeit zu halten ist. Dr. Adenauer soll nach Feststellungen der Journalisten einen abgekämpften Eindruck gemacht haben. Das bestätigt auch das von Süsterhenn mitgeteilte Ergebnis der Beratungen, denn in den beiden Hauptpunkten der gegenwärtigen Bonner Verfassungsarbeiten hat Adenauer gegenüber den extremen bayerischen Föderalisten den kürzeren gezogen. Die CDU/ CSU wird demnach in Bonn auf einem echten Zweikammersystem und auf der Finanzverwaltung durch die Länder, nicht durch den Bund, bestehen — zwei Punkte, in denen sie bisher in der Minderheit geblieben ist. Es kantj nicht angenommen werden, daß die Parteien, die bisher gegenteiliger Ansicht waren, nur deshalb ihren Standpunkt ändern, weil die CDU/ CSU in „seltener Einmütigkeit" anders beschlossen hat Das bedeutet, daß die CDU/CSU trotz weitgehender Konzessionen der Mehrheit, Insbesondere der SPD, die Verantwortung dafür übernehmen will, wenn es in Bonn zu einer ernsten Lage kommen wird. Was sonst über die Tagung bekannt wurde, deutet auf einen teilweise recht stürmischen Verlauf hin. So habe man sich, Minister Süsterhenn zufolge, zu Beschlüssen durchgerungen, wobei jeweils eine Gruppe auf ihre Wünsche hätte verzichten müssen. Auch Adenauer sprach von den verschiedenen Ansichten, die zum Ausdruck gekommen \karen. Der Katalog der Vorranggesetzgebung soll nochmals überprüft werden. Den Ländern soll das Recht Vorbehalten bleiben, die Rechtsverhältnisse ihrer Beamten unter Aufrechterhaltung des Berufsbeamtentums selbständig zu regeln. Dieser Beschluß richtet sich einerseits gegen die amerikanischen Bestrebungen, den Kastengeist der Beamten verschwinden zu lassen und andererseits gegen die Vorschläge des nordrhein-westfälischen Innenministers Dr. Menzel, ln der Verwaltung das Leistungsprinzip mehr in den Vordergrund zu rücken. Auf kulturpolitischem Geb'et wird der Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit, Schutz von Ehe und Familie, sowie die Verankerung des Elternrechts im Staatsgrundgesetz gefordert. Die Rechtsstellung der Kirche ist, unbeschadet der Kulturhohett der Länder, unter sinngemäßer Anwendung der in der Weimarer Verfassung getroffenen Regelung sowie unter Aufrechterhaltung der mit den Kirchen abgeschlossenen Verträge zu sichern. Nach Klärung Fieser Streitfragen auf dem Gebiet des Grundgesetzes hofft Süsterhenn, daß der Parlamentarische Rat seine Arbeiten noch in diesem Monat zu einem glücklichen und zufriedenstellenden Ende führt Bei der Behandlung parteiorganisatorischer Fragen sprach sich Adenauer für eine straffere Führung der Partei aus, während die CSU eine lose Zusammenfassung der Landesverbände befürwortete. Adenauer zog auch hier den kürzeren. Einen klaren Sieg für Adenauer, zugleich aber auch für Professor Erhard, bedeutet die Entschließung, in welcher die Frankfurter Wirtschaftspolitik ausdrücklich gebilligt wird Sie richtet sich ln erster Linie gegen den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Arnold. und den hinter ihm stehenden Gewerkschaftsflügel. Durch das auf Arnolds Initiative eingebrachte Veto des Länderrates war nämlich kürzlich das von der CDU/CSU-Mehr- heit des Wirtschaftsrates verlängerte Preis- und Leitsätzegesetz zu Fall gekommen. CDU billigt Frankfurter Wirtschaftspolitik KönigiwiBtar, 12. t. Am 8. und 9. Januar hielt die CDU/CSU in Königgwinter «ine Tagung ab, auf der die Vorsitzenden aller Landesverbände und Landtagsfraktionen, die Ministerpräsidenten der CDU/CSU, ihre Vertreter im Parlamentarischen Rat und Wirtschaftsrat sowie Vertreter Berlins und der Ostzone teilnahmen. Staatspräsident Wohieb und der Vorsitzende der badischen CDU, Dlch- tel, vertraten Südbaden. In einer Entschließung zur Arbeit des Parlamentarischen Rates wurde ein „echter bundesstaatlicher Aufbau 1 * Deutschlands gefordert. Zum Ruhrstatut wurde festgestellt, daß es eine schwere Belastung der freien Verfügung des deutschen Volkes über das Ruhrgebiet darstelle. Im übrigen wurde die sogenannte Politik der „sozialen Marktwirtschaft 7 des Frankfurter Wirtschaftsrates bestätigt. In der Kriegsgefangenenfrage wurde die sowjetische Haltung als ein Bruch der feierlich übernommenen Verpflichtungen bezeichnet. Justizminister Dr. Suesterhenn stellte die seltene Einmütigkeit fest, in der die Beschlüsse und Stellungnahmen gefaßt wurden. Förderung des Fremdenverkehrs Konstans, 12.1. (Südena). Zusammen mit dem Gebietsausschuß „Hegau-Bodensee“ tagte Anfang Januar in Konstanz der badische Fremden- verkehrsverband. Es wird angestrebt, die Un- terkunftsverhältnisse zu verbessern und eine Verbilligung der Eisenbahntarif# auf weiten Strecken zu erreichen. Man hofft vor allem auf die Einführung der sogenannten Urlaubskarten für Einzelreisende mit 20 Prozent Ermäßigung. Verkehrsverbesserungen aus der Richtung Hamburg und aus dem Rheinland an den Bodensee sind in Aussicht gestellt. Es wurde von einer „Teil-Demontage“ der Hotels gesprochen und gefordert, die Verbände und das Land müßten hier helfend e ingreifen. Ebenso verlangt man Lodcerungen im Markensystem und die Gewährung einer größeren Freizügigkeit an die Hotels und, die Gasthöfe. Ein Sprecher setzte sich für die Einführung. von Hotel- und Gaststätten-Coupons ein, die es auch den mittleren Schichten ermöglichen sollen, auf einen bestimmten Pauschalbetrag hin eine Ferienreise anzutreten. Kein Handel mit französischer Schokolade Freiburg, 12. 1. (Südena). Die zuständige Dienststelle der französischen Militärregierung des Landes Baden teilt giit, daß der Verkauf von Waren durch die Economats an Personen, die nicht der Besatzungsmacht angehören, verboten ist Schokolade sei ln Frankreich und in der französischen Besatzungszone Deutschlands bewirtschaftet. Wenn französische Schokolade in Deutschland auf dem Schwarzen Markt gehandelt werde, so bestehe der dringende Verdacht, daß sie unter Übertretung der Gesetze der Militärregierung und der deutschen Zollvorschriften nach Deutschland gelangt ist. Wieder Kulturkampf? Die Schulpolitik der CDU im Parlamentarischen Rat IN geregelt wissen Berlin, 12. 1. (Südena) Das „Montag-Echo* wendet sich in einem Artikel gegen das Vorgehen der CDU/CSU-Fraktion in Bonn, die durch ihre Forderungen einen Kulturkampf heraufbeschwöre. „Gerade wer, wie die meisten Mitglieder des Parlamentarischen Rates, den Wunsch hat“, so schreibt das Blatt, „die Verfassungsarbeit rasch und sauber zu Ende zu führen, mußte es als eine schwere Be'astung dieses Vorhabens empfinden, daß die CDU/CSU-Fraktion plötzlich im Widerspruch zu ihrer betont föderalistischen Grundhaltung jetzt auf einmal die Fragen der Schul- E ol i t i k auf der ^Bundesebene in einer für die Inder verbindlichen Weise wollte." „Daß man, um dies zu erreichen, ausgerechnet die Verankerung des von Hitler abgeschlossenen Reichskonkordats in der Verfassung wünscht, ist mehr als eine Geschmacklosigkeit. Nicht, weil in diesem Konkordat die katholische Geistlichkeit verpflichtet wurde, für den Führer zu beten, sondern weil damit die seit vielen Jahren tn einigen deutschen Ländern vorhandene Simultanschule abgeschafft werden müßte. Ein geradezu ungeheuerlicher Eingriff in die kulturelle Selbständigkeit der Länder. Abschließend heißt es: „Wir wünschen keinen Kulturkampf, aber wenn wir genötigt sein sollten, verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit im Sinne einer Vorbereitung der Gegenreformation zu interpretieren, so werden wir den Kampf nicht scheuen“. Bochum, 12. 1. (Südena). Am Montag, an dem auf Anordnung der britischen Militärregierung gelände, britische Polizei dagegen war nicht anwesend. Am Morgen des 10. Januar begann ein kleiner Demontagetrupp mit dem Abbau der auf der Demontageliste stehenden Betriebe des Bochumer Vereins. Am Dienstag wurde die Demontagearbeit von 14 Arbeitern fortgesetzt. Wie der Werksdirektor mitteilte, wird der Abbau der ganzen Demontageobjekte etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Erst am 26. Januar 12. 1. (Südena). Der Badische Land- irg> rd zu seiner nächsten Plenarsitzung er» . Freiburj tag wirc am Mittwoch, 26. Januar, zusammentretenT Auf der Tagesordnung stehen mehrere Regierungsvorlagen, darunter der Entwurf eines Landesgesetzes zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich und zur Förderung des Wohnungswesens. Ein Gesetz, das sich aus den veränderten Verhältnissen, nach der Währungsreform ergibt, aber noch nicht das eigentliche Lastenausgleichsgesetz darstellt. Keine zentrale Gesundheits- Verwaltung? Freiburg, 12. ‘1. (Südena). Zu einer Konferenz der Gesundheitsminister der Doppelzone haben auch die Vertreter des Gesundheitswesens der französischen Zone eine Einladung erhalten. Die Konferenz befaßt sich u. a. mit der Frage einer obersten Bundesinstanz für das Gesundheitswesen und der Vorbereitung der Bildung eines trizonalen Zentralkomitees. Ferner findet am 26. und 27. Januar in Frankfurt eine Besprechung der leitenden Medizinal» beamten der drei Westzonen statt, auf der die Koordinierung der Gesundheitsverwaltung und die Bekämpfung der Tuberkulose erörtert werden. Zu der Tagesordnung In Bad Pyrmont wird von zuständiger südbadischer Seife bemerkt,daß man eine zent ra 1 e’Gesu nd h ei ts ver wa 1- tung für Westdeutschland nicht für zweckmäßig und wünschenswert halte, sondern für diese Gebiete die Anwendung des föderativen Prinzips beanspruche, um den besonderen Verhältnissen in den Ländern Rechnung zu tragen. Dagegen stehe man dem Gedanken einer zentralen Beratungsstelle für das Gesundheitswesen und einer einheitlichen Gesetzgebung über die Bekämpfung von Volksseuchen aller Art durchaus positiv gegenüber. Vertragsentwurf für Südweststaat Tübingen, 12. 1. (Südena). Die südwürttember- gischen Mitglieder des Sechserausschnsses der drei südwestdeutschen Länder haben im Dezember einen Staatsvertragsentwurf für den Zusammenschluß von Nordwürttemberg, Nordbaden, Südbaden und Wärttemberg-Hohenzollern fertig- gestellt. Der Entwurf ist vor kurzem den übrigen Mitgliedern des Sechserausschusses übergeben worden. Die Regierungen von Nordwürttemberg, Nordbaden und Südbaden so'ien zu dem Entwurf Stellung nehmen. Über Einzelheiten des Stattsven fragtentwuries wird Stillschweigen bewahrt. Der Sechserausschuß, der vor einiger Zeit in Tübingen getagt hat, wird eine weitere Sitzung in absehbarer Zeit nicht abhalten. Die Brennstoffversorgung Südbaden« Freiburg, 12. 1. (Südena) In der südbadischen Brennstoffversorgung Ist nach Mitteilungen der zuständigen Stellen dadurch eine gewisse Entspannung eingetreten, daß die kurzfristige Lieferung von 1500 Tonnen Briketts ln Aussicht steht, von denen bereits 210 Tonnen eingetroffen sind. Die befürchtete Schließung bzw. Zusammenlegung von Bäckereien erweist sich — mindestens im Augenblick — nicht als notwendig. Was die Brennstoffversorgung der Zivilbevölkerung betrifft, so können allerdings die früher gemachten Zusagen einer weiteren Zuteilung von zwei Zentner Briketts vorläufig nicht erfüllt werden. Wußten Deutsche von der Atombombe? Interview mit Prof. Heisenberg — Theoretische Kenntnisse — Kein praktischer Versuch „France Soir“ berichtet über ein Interview, das der deutsche Atomforscher und Nobelpreisträger, Professor Heisenberg, der Direktor des Max-Planck-Instituts ln Güttingen, einem DemontagebeginninBochum amerikanischen Journalisten über dle deut ‘ Israel ist schwer beunruhigt Jüdische Demarche beim Sicherheitsrat — Frieden kann in Gefahr kommen Lake Succeß, 13. 1. (Südeng-AFP) Der israefi- ache UN-Vertreter, Aubrey Eben, setzte am Dienstag den Sicherheitsrat offiziell davon in Kenntnis, daß der Staat Israel durch d!e Haltung der britischen Regierung „schwer beunruhigt" ist. Nach Ansicht Ebans könnte diese Einstellung, falls sie beibehalten wird, „den Frieden und die internationale Sicherheit gefährden“ In seinem an den Präsidenten des Sicherheitsrates gerichteten Schreiben lenkt der israelische UN-Vertreter die Aufmerksamkeit des Sicherheitsrates auf die Lage, die den Frieden und die internationale Sicherheit in Geiahr bringen könnte, falle eie keiner Änderung unterworfen würde. Wie Beobachter betonen, gab Eban dem Wunsch Israe's Ausdruck, de bevorstehenden Waffenstil!- etandsverhandlungen mit Ägypten zu einem günstigen Abschluß zu bringen Von den gleichen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß der israelische Delegierte im Vorgehen Großbritanniens vor allem deshalb eine Gefahr sieht, weil es diese Verhandlungen stören könnte. Sicherheitsrat verlor die Kontrolle London, 13. 1. (Südena-AFP) Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte in einem Kommentar zur Lage in Palästina: „Eine der größten Gefahren der derzeitigen Lage liegt in der Tatsache, daß der Sicherheitsrat die Kontrolle über die Ereignisse verloren hat. Es ist von grundlegender Wichtigkeit“, so fuhr der Sprecher fort, „daß die Autorität des Sicherheitsrates unverzüglich wiederhergestellt wird und big zu einer endgü tigen Lösung bewahrt bleibt." Im übrigen dementierte der Sprecher ausdrücklich eine aus Tel Aviv stammende Meldung, der zufolge Ernest Bevin bei Attlee seinen Rücktritt beantragt haben soll, den dieser jedoch abgeiehir habe. sehe Atomforschung während des Krieges gab. Heisenberg erklärte, daß das Naziregime für die Erfordernisse der modernen Wissenschaften die Demontage lm Bochumer Verein beginnen j ^* n V * t än d n 1 s gehabt habe. Als er sollte, stand an der Werksmauer der Gesenk- : I 9 ? 9 t J eI ? ?SA nach Deutschland zurüdc- schm'ede in großen Buchstaben: „Hände weg | | e ^ h t rt sel ’ habe Deutschland °ur ein einzige* von der Demontage“, während am Eingangstor; 5 3r ,“® tro ® besessen, während et», zur gleichen die Anordnung der britischen Militärregierung I ^ eit ,n Amerika berelts üher 20 gegeben habe, über d'e Demontage angeschlagen war. Photo- ^us rassischen oder politischen Gründen seien nraphen wurde verboten, Aufnahmen -u I ^ ° kählgs en Wissenschaftler Ina Exil geschickt machen, deutsche Polizei befand sich im Werks- „ . ^ rächt habe. Deutsche Chemiker und Physiker, die Ihre Kenntnisse besonders bei der Vorbereitung der Atombombe zur Verfügung gestellt hätten, seien in großer Z »il nach den USA ausgewandert. „Törichter Zeitvertreib“ „Die deutschen Machthaber waren von einem schnellen Sieg ihres Blitzkrieges derart überzeugt, daß sie von den deutschen Wissenschaftlern die Konstruktion einer Atombombe überhaupt nicht forderten. Wir hatten große Schwierigkeiten, um Kredite allein für eine Versuchsatombatterie zu erhalten. Hitler und die Wehrmacht hielten diese Versuche für törichten Zeitvertreib. Wir waren im übrigen selbst überzeugt, daß kein Land in der Lage sein würde, in kurzer Frist eine Atombombe herzustellen, Wir besaßen allerdings die nötigen Kenntnisse und wußten theoretisch, wie man eine Atombombe herzustellen hatte.“ Ein Donnerschlaf Heisenberg erzählt weiter, daß er zusammen mit 10 seiner Mitarbeiter von den amerikanischen Atombombenangriffen auf Japan tn einem Internierungslager ln der britischen Zone erfuhr. „Es war ein Donnerschlag für uns. Wir waren überrascht. Was uns verwunderte, war die praktische Verwirklichung der auch uns bekannten theoretischen Einigung über neue griechische Regierung Athen, 12. 1. (Südena-AFP). Presseberichten zu lo!ge haben «ich Sophulis, Tsaldaris und Papan- dreu über die Zusammensetzung der neuen Regierung geeinigt. Diese wird am MittWoch ihren Amtserd ablegen, da .der Dienstag als Unglücks- tag“ gilt. Die neue Regierungskoalition so'! eine Mehrheit von 45 Stimmen auf sich vereinigen. Die neue Regierung will das Parlament für sechs Monate in Ferien schicken. Grippeepidemie in Europa Genf, 12. 1. (Südena-AFP) Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht eine Verlautbarung, ln der es heißt, daß die zur Zeit über ganz Europa verbreitete Grippeepidemie einen gutartigen Verlauf nimmt. Von Italien aus, wo die Krankheit im No- _ _ ______ vember erhebliche Ausmaße annahm, griff diej Kenntnisse. Sie ist nur zu erklären durch~die Krankheit auf Frankreich über, wo sie be- volle Unterstützung, welche die amerikanischen sonders im Norden und ifn Osten auftritt. Die Weltgesundheitsorganisation fügt abschließend hinzu, es seien Arbeiten lm Gange, um den diese Epidemie hervorrufenden Virus auf Grund von Untersuehupgrn in Frankreich, Italien und England festzustc’ n, Luftwaffe gegen Wölfe Helsinki. 12. 1. (Südena-AFP) Die finnischen und norwegischen Behörden werden die in diesem Jahre in Lappland außergewöhnlich stark auf tretende Wolfsplage mit umfassenden Maßnahmen bekämpfen. So soll Anfang März gemeinsam eine große Wolfsjagd veranstaltet werden, zu der sogar die Luftwaffe herangezogen wird. Wissenschaftler bei ihrer Regierung fanden. Wir deutschen Gelehrten hatten kein Vertrauen zu dem Hitlerregime, das auch uns mißtraute.“ Nach Professor Heisenberg befinden sich die Amerikaner im Besitz von 300 Berichten über Versuche, die von deutschen Wissenschaftlern durchgeführt wurden. Andere Dokumente befänden sich heute in Moskau. Statt nach Moskau — nach dem Westen Berlin, 12. I. (Südena). Der Generaldirektor der Gerätebau-Sowjet-AG Chemnitz, der sowjetische Staatsangehörige Diplomingenieur Winogradow. ist, wie erst jetzt bekannt wird, am 25. Dezember 1948 aut dem sowjetischen Sektor in die West- Sektoren Berlins geflüchtet. Winogradow hatte am 24, Dezember den Befehl erhalten, sich in Begleitung zweier sowjetischer Agenten nach Moskau zu begeben. E« gelang Winogradow, mit der Untergrundbahn in die Westsektoren zu entkommen, Luftbrückenflugzeug abgestürzt Frankfurt, 12. 1. (Südena) Eine „C-54“-Sky- master stürzte ln der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch um ein Uhr ln drei Kilometer Entfernung vom Rhein - Main - Flughafen bei Frankfurt ln den Main ab. Drei amerikanische Flieger fanden dabei den Tod. Die Maschine hatte einen Luftbrückenflug durchgeführt und befand sich unmittelbar vor der Landung. Mit den Opfern dieser Nacht sind insgesamt 27 alliierte Flieger (zwanzig Amerikaner und sieben Engländer) »eit dem 26. Juni 1948 im Luftbrückeneinsatz ums Leben gekommen. Kurz berichtet Die Gemeindewahlen in Frankreich sollen, wie aus maßgebenden Kreisen verlautet, am 20. und 27. März stattfinden. Die Zahl der deutschen Grenzgänger ans Baden nach der Schweiz betrug Ende Dezember insgesamt 764, die sich auf 170 Männer und 594 Frauen verteilen. Gegenüber dem Vormonat ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Schweizer Grenzgänger nach Baden waren es insgesamt 19, Die „französische Bewegung für die Vereinigten Staaten von Europa“ hielt am 8. und 9. Januar zwei Tagungen ab, auf denen man den Rahmen dieser Organisation erörterte. Ein provisorischer- Ausschuß wurde gebildet, der für den Juli die Einberufung eines Nationalkongresses vorbereiten soll. Alle israelitischen Einheiten sind aus Ägypten zurückgezogen, wird amtlich bekannt gegeben. Die letzten Truppenteile, die sich noch unmittelbar jenseits der Grenze auf ägyptischem Boden befanden, sind über die Grenze zurückgenommen worden. Was maeht das Weiter? Auf der Rückseite der über Nordeuropa gelegenen ausgedehnten TiefdrUckatörungen sind Kaltluftmassen von Nordwesten her gegen das Festland im Vordringen. Sie weiden In den nächsten Tagen da» Wetter für unser Gebiet bestimmen. Wetteraussichten: Nachmittags überwiegend bewölkt und zeitweise Regen und Schneefälle, später Bewölkungsauflockerung und nur noch einzelne Schauer allgemein noch Temperaturrückgang Auch Im Flachland wieder Übergang zu Frostwetter Schneemeldungsn: Feldberg, 6,5 Grad, 50 cm Pulver, S cm neu, Sport sehr gut; Schaumsland. 5 Gr*d, «5 Pulver, S ’m neu Sport sehr gut; Kandel: I Grad, 50 cm, 2 cm neu, Sport sehr gut; Todtnauberg: 5 Grad, 50 cm, 5 cm neu. Sport sehr gut; Altglts- hütten: 2 Grad, 25 cm, 1 cm neu, Sport mäßig; Naturfreundehaus Brettnau: 6 Grad, 40 cm, 2 cm neu. Spopt sehr gut. Donnerstag, »Jl ]*nmr 1949 Nummer 5 — Seite I Für ein langfristiges Wohnungsbauprogramin In 20 Jahren könnte die Wohnungsnot in den Westzonen behoben werden Frankfurt, 12. 1, (Südens) „Wir fordern vom Staat die Aufstellung eines langfristigen Wohnungsbauprogramme und dessen finanzielle Unterstützung sowie eine vernünftige Mietpreisplanung“, erklärte der Geschäftsführer des Gesamtverbandes gemeinnütziger Wohnungsbauunternehmen. Erich Klabunde, auf einer stark besuchten Kundgebung in Frankfurt. Nach den Ausführungen Klabundes könnte bei einer Steigerung der Bautätigkeit von 200 000 Wohnungen jährlich, wie sie in den besten Zeiten zu verzeichnen war, auf 300000 Wohnungen jährlich, die Wohnungsnot in den Westzonen in 20 Jahren behoben werden. Was die Kapitalfrage anbelange, so seien wir zwar arm, könnten jedoch mit Einsicht, Verantwortungsbewußtsein und Mut doch zur Erfüllung eines solchen Bauprogramms gelangen. Für den Erfolg eines gemeinnützigen Wohnungsbauprogramms sei sei es auch gleichgültig, ob die erforderlichen Geldmittel privat oder durch den Staat gespart werden, wie es gegenwärtig durch die Sperre von Sparguthaben geschehe. Als besonderes Problem bezeichnete Klabunde das Ansteigen der Zinssätze für Hypotheken, auf die die sogenannte „freie Wirtschaft“ die gleiche Wirkung wie auf die Preise für Bedarfsgegenstände ausübe. Auch in dieser Hinsicht sei es von Wichtigkeit, daß sich die Bevölkerung und nicht zuletzt die Kreditgeber größte Disziplin auferlegen. Ferner sei es die Pflicht der Finanzminister der einzelnen Länder, gegen jeden Kurswucher sofort einzuschreiten. Abschließend erklärte Klabunde, daß von einer Bevorzugung der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften durch das Lastenausgleichsgesetz nicht die Rede sein könne. Falschgildnoen und Falsehgeldgerüchte Frankfurt, 12. 1. (Südens). Wie Südens zu den Nachrichten und Gerüchten über umlaufende Falschgeldnoten in der französischen Zone aus der Bank deutscher Länder erfährt, hat sie »ich auf Grund der vorliegenden Meldungen mit allen zuständigen Polizeidienststellen in Verbindung gesetzt, um die Fälscherzentralen aulzudecken, aber auch den Gerüchten über auftretende Falschgeldnoten nachzugehen. Auf Grund der bisherigen Ermittlungen habe sich herausgestellt, daß die meisten Gerüchte frei erfunden sind. Die Bank deutscher Länder wird die Öffentlichkeit in den nächsten Tagen durch eine amtliche Bekanntgabe über die umlaufenden Fafeohgeldnoten aufklären. D-Mark-Kurs steigt Konstanz, 12. 1. (Südens) Es wird beobachtet, daß im kleinen Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland DM-Scheine seit Beginn der Festtage höher bezahlt werden. Allerdings bezieht die Nachfrage sich hauptsächlich auf kleine Scheins unter 10 DM. Deren Kurs war seit den Vorweihnachtstagen von 2 bis auf 2,60 Franken für 10 DM gestiegen und am 7. Januar wurden in Zürich und Basel sogar 3 bis 3,40 Franken genannt Die Kursbesserung wird in Fachkreisen darauf zurückgeführt, daß im Rahmen des kleinen Feiertagsverkehrs größere Beträge durch ausländische Gäste zu Einkäufen in deutschen Grenzorten benutzt worden sind, so daß die im Markt verbliebenen Bestände zusammengeschrumpft sind. Maßgebliche Kreise der Schweizer Wirtschaft rechnen mit einem weiteren Ansteigen des DM-Kurses mindestens im Grenzgebiet. Luftbrückenpakete sack dem Westen Berlin, 12. 1. (Südens) Die Berliner Post hat bei den zuständigen Stellen der westalliierten Besatzungsbehörden eine Erhöhung des Gewichts für die Luftbrückenpakete von Berlin nach den Westzonen auf sieben Kilogramm beantragt, teilte ein Sprecher der Abteilung Post- und Fernmeldewesen des Berliner Magistrats mit. Die zweihunderttausend Pakete, die sich infolge schlechter Wetterbedingungen bei den Postämtern der Berliner Westsektoren angestaut hatten, konnten innerhalb der letzten drei Tage über die Luftbrücke nach Westdeutschland befördert werden. Gegenwärtig werden täglich rund 16 000 bis 20 000 Pakete bei den Postämtern der Westsektoren aufgegeben und bei günstigen Wetterbedingungen am nächstfolgenden Tage abtransportiert. Luftpostbriefe bis 100 Gramm Frankfurt, 12. 1. (Südena). Vom 15. Januar ab wird das Höchstgewicht für Luftpostsendungen aus der Doppelzone nach Berlin und der sowjetischen Besatzungszone von SO g auf 100 g postzuschlag von 5, Dpf für je 20 g erhoben. Sendungen ohne den Vermerk „Mit Luftpost“ sind weiterhin nur bis zu 50 g zulässig. „Volkseigenes Defizit“ Wenn auch seit langem schon darüber ge- munkelt wird, daß die sogenannten IW- Betriebe der Ostzone nicht gerade sehr rentabel wirtschaften, sondern daß die Tätigkeit der SED-Funktionäre ein anständiges Defizit aus ihnen „herausgewirtschaftet“ hätte, so fehlten doch bislang konkrete Unterlagen. Die Veröffentlichung von Bilanzen ist ja unter dem östlichen Regime, so weit es sich um volkseigene Betriebe handelt, nicht opportun. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir jetzt erstmals authentische Zahlen. Danach schloß die Bilanz der IW-Betriebe für das Jahr 1947 bei rund 625 Mill. Gesamtumsatz mit einem Defizit von rund 20 Mill. ab. Man beschloß daher, die voraüsgezahlte Körperschaftssteuer von rund 21 Mill. Mark zu aktivieren. So konnte man stolz einen Gewinn von wenigstens einer Million Mark melden. Keine nennenswerten Preisrückgänge Stuttgart, 10. 1. (Südena) Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, hat sich die Hoffnung auf einen raschen Preisrückgang wie in einigen anderen Städten der Doppelzone in Stuttgart nicht erfüllt. Lediglich ein W aren- haus hat seine Preise für Damenkleider und Kindermäntel um 30 Prozent gesenkt. Lederwaren sind im allgemeinen nur um 5 bis 8 Prozent gefallen, Schuhwaren um 1,25 bis 1,50 DM im Einkaufspreis. Dagegen sind die Preise für Rohhäute um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Es wird damit gerechnet, daß mit einer voraussichtlichen Steigerung der Lederproduktion in der Doppelzone auf jährlich 125 000 Tonnen aus den steigenden Einfuhren ein weiterer Rückgang der Leder« preise erfolgt. Auch der Wein ist etwas billiger geworden, könnte aber noch weiter im Preis gesenkt werden, wenn bayerische und norddeutsche Käufer die Preisangebote nicht in die Höhe treiben würden. Familienzulagen auf gesetzlicher Grundlage Im Ausland sind die Ausgleichskassen weit verbreitet Die Frage, wie den Werktätigen, die bei den heutigen unzureichenden Lohn- und Gehaltsedn- kommen eine mehr oder minder große Familie zu unterhalten halben, geholfen werden kann, wird im „Der Badische Gewerkschaftler" von Peter Kappes ausführlich behandelt. Diese Frage ist bereits vereinzelt durch Familienzulagen aus einer Ausgleichskasse (etwa in der Tabakindustrie) oder durch Zulagen bei Behörden oder auch in Tarifverträgen zu lösen versucht worden. Es liegt auf der Hand, daß es für manche Arbeitgeber bei Neueinstellungen eine Rolle spielt, ob ein Arbeitnehmer verheiratet ist und er für ihn mehf Lohn zahlen soll als für Ledige. Auch vom Arbeitnehmer her betrachtet besteht eine gewisse erhöht. Außer der Freigebühr wird ein Luft- j Ungerechtigkeit darin, daß der Verheiratete mit Die Not der älteren Angestellten Bei Kündigungen müssen die sozialen Verhältnisse berücksichtigt werden Aus Kreisen der Gewerkschaft der Angestellten wird uns geschrieben: Während sich die Kündigungen im Zusammenhang mit dem Umstellungsgesetz zum Währungsgesetz in der Privatwirtschaft in einem normalen Rahmen bewegen, wirken sich die Kündigungen bei B e- h ö r d e n auf Grund der Landesverordnung zur Sicherung der Währung stärker aus. Dabei soll zugegeben werden, daß manche Dienststelle überbesetzt war. Es muß aber festgestellt werden, daß bei den bisher erfolgten Kündigungen die sozialen Gesichtspunkte zu wenig beachtet wurden. Kündigungen von Angestellten mit 8, 10, 12 und mehr Dienstjahren sind an der Tagesordnung. Das gilt vor allem für Kündigungen der Stadtverwaltung Freiburg, bei denen zudem Der Lastenausgleich In der französischen Zone Tübingen, 12. 1. (Südena). Die Aufbringung und Verteilung der Mittel aus dem Lastenausgleich wird auch in der französischen Zone nach dem vom Frankfurter Wirtschaftsrat beschlossenen Gesetz erfolgen, so daß keinerlei Unterschiede bestehen werden. Darüber herrscht auf der Konferenz der Finanzminister in Bebenhausen Einmütigkeit. Dagegen wird es von den Ministem als erforderlich erachtet, organisatorisch die französische Zone nickt nebensächlich zu behandeln. Deshalb ist es eine Forderung der Finanzminister, daß die vorgesehenen Organe nicht auf bizonaler Basis arbeiten, sondern daß durch eine Ausgestaltung dieser Organe die trizo- n a 1 e Arbeit gesichert wird. Dieser Standpunkt entspricht auch der Auffassung der französischen Militärregierung. Notopfer Berlin eb 1. März? Freiburg, 12.1. (Südena). Das Badische Ministerium der Finanzen kündigt an, daß das „Notopfer „Berlin“ in Südbaden voraussichtlich ab 1. März in Kraft treten wird. Wie in der Doppelzone soll das Notopfer Berlin aus einer Abgabe der Lohn- und Einkommensempfänger und einem Zuschlag zum Porto bestehen. Als Abgabe der Arbeitnehmer und der zur Einkommensteuer Veranlagten werden vom Arbeitslohn (bzw. Einkommen) bis zu 500 DM im Monat 60 Dpf für jede angefangenen 100 DM des Lohnes (bzw. Einkommens) und von dem 500 DM übersteigenden Lohn (bzw. Einkommen) für jede angefangenen 100 DM 1 DM entrichtet werden. Die Abgabe der Körperschaften soll monatlich 1,20 DM für jede angefangenen 100 DM Einkommen, mindestens jedock monatlich 20 DM betragen. Als Abgabe auf Postsendungen ist beabsichtigt, 2 Dpf für jede abgabepflichtige Sendung (Brief, Postkarten, Drucksachen, Päckchen Pakete, jedoch nicht Postanweisungen und Zahlkarten, Postwurfsendungen und Blindenschriftsendungen) zu erheben. Die Abgaben zum Notopfer Berlin werden zunächst auf die Dauer von drei Monaten erhoben werden. Beschlüsse des Personal- oder Dienststellenaus- schusses nicht beachtet werden. Kündigung nach 14 Dienstjahren So wurde z. B. einer Angestellten mit über 14 Dienstjahren gekündigt, obwohl der Personalausschuß nicht zugestimmt hat. In einem anderen Fall traf die Kündigung eine Angestellte mit über 12 Dienstjahren, die 2 Jahre vor Erreichung des rentenbezugsfähigen Alters steht. Einem über 60 Jahre alten Angestellten, der selbst Mitglied des Dienststellenausschusses ist, wurde gekündigt, ohne daß der Ausschuß überhaupt gehört wurde. Einem 64 Jahre alten Angestellten mit 8 Dienstjahren wurde ein Jahr vor dem Eintritt des rentenbezugsfähigen Alters gekündigt. Verkürzte Kündigungsfrist In allen diesen Fällen liegt eine besondere Härte darin, daß bei der Kündigung nicht die in der Tarifordnung für Angestellte (TOA) festgesetzte Kündigungsfrist eingehalten wird. Vielmehr wird unter Berufung auf § 27 des Umstellungsgesetzes eine verkürzte Kündigungsfrist in Anspruch genommen, die für die älteren Angestellten eine weitere Verkürzung ihrer Dienstverhältnisse bis zu 4% Monaten bedeutet. Das Recht, den § 27 des Umstellungsgesetzes, der im Anschluß an die Währungsreform eine einmalige Möglichkeit zur verkürzten Kündigung gab, jetzt noch anzuwenden, ist zudem bestritten. Der bittere Weg zur Fürsorge Die außerordentlich schwierige Lage dieser älteren Angestellten ergibt sich daraus, daß sie kaum Aussicht auf ein neues Arbeitsverhältnis haben. Arbeitslosenunterstützung gibt es noch nicht und die Beihilfen der öffentlichen Fürsorge sind unzureichend. Gerade diese filteren Angestellten aber wollen keine Almosenempfänger sein, sie haben einen Rechtsanspruch auf Unterstützung für unverschuldete Notfälle. Kindern Zulagen bezieht, während der Unverheiratete auf sein reguläres Lohn- und Gehaltsein* kommen angewiesen ist. Andererseits aber ist es für den Familienvater besonders in Zeiten mit steigenden Preisen unmöglich, für seine Angehörigen sc zu sorgen, wie es notwendig wäre. Familien-Ausgleichskassen Diese Überlegungen haben in einer Reihe von Staaten dazu geführt, sogenannte Familien-Aus- gleichskassen auf gesetzlicher Grundlage zu schaffen. ‘Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, einen gewissen Prozentsatz der Lohn- und Oehaltssummen an diese Kasse abzuführen. Auf Grund eines festgelegten Statuts haben dann die bei ihm Beschäftigten Anspruch auf Zulagen, die sich nach der Zahl der Familienmitglieder richten. Die Auszahlung muß der Arbeitgeber vornehmen. Es gibt genug Vorbilder * Nach den bei der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf vorliegenden Unterlagen habet) eine ganze Reihe von Staaten die Familien-Zulage- kassen in der einen oder anderen Form eingeführt. So werden in manchen Ländern die Auslagen durch Beiträge der Arbeitgeber allein gedeckt, in anderen Ländern daneben auch die Arbeitnehmer herangezogen, mitunter leistet der Staat Zuschüsse oder trägt die ganzen Kosten. Gesetzlich geregelt ist die Zahlung von Familienzulagen auf die eine oder andere Weise in Australien, Belgien. Brasilien, Chile, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Libanon, Luxetriburg, Neuseeland, Norwegen, Polen, Rumänien, Rußland, Schweden, Uruguay usw. Hille für die Verheirateten Wenn der Gedanke der Schaffung von FamdHen- Ausgleidhskassen auch in Deutschland in die Tat umgesetzt werden sollte, liegen also gesetzliche Vorbilder dazu in reichem Maße vor. Es gilt, denen zu helfen, welche durch die ständig steigenden Kosten der Lebenshaltung am stärksten belastet werden, — und das sind eben die Verheirateten mit mehr oder weniger Kindern. Preise für Gefrierfleisch Frelburg, 12. 1. (Südena). Für Gefrierfleisch ausländischer Herkunft wurden ta Südbaden folgende höchstzulässige Einzelhandelsabgabepreise festgesetzt: für Gefrierfleisch mit Knochen 2.42 DM Je kg, für Gefrierfleisch ohne Knochen S.02 DM Je kg.. Erfassung der Postsparbücher Baden-Baden, 12. 1. (Südena). Nach einer Mitteilung des deutschen Postzentralamts der französischen Zotte wird entgegen anderslautenden Mitteilungen die Erfassung von Postsparbüchern der früheren deutschen Reichspost auch nach dem 21. Dezember weiter durchführt. Die Postämter und die Postsparkassenämter nehmen auch weiterhin Anzeigen über in Verlust geratene oder beschädigte, noch nicht erfaßte Postsparbücher entgegen. Wieder Brieftelegramme Baden-Baden 12. 1. (Südena). Nach Mitteilung des Postzentralamtes in Rastatt sind im Inlandsdienst der drei Westzonen Jetzt wieder Brieftelegramme zugelassen. Die Telegrammgebühr beträgt fünf Pfennig Je wort, der Mindestsatz eine DM. Anna Lombardi Roman von Cariotta Teztor (52. Fortsetzung) Brugg sah zu Arnander hin, aber er begegnete seinen gesenkten Bücken nickt, denn dieser schien ganz ans Vergangene verloren. Eintönig rann der Regen . . . Brugg sprach weiter, tief in die Richtigkeit »einer Folgerungen eingesponnen, eindringüch, leise, umfangen von seiner Vision: „Eine Viertelstunde später geisterte, diesmal aber treppab, wieder jemand durch die Stockwerke, die in spärlicher Notbeleuchtung ▼erlassen gähnten. Es war nicht jener Zivilist, sondern ein Mann in Uniform, ein spanischer Capitän, wie offenbar wurde, als er sich weltgewandt der Delegation seines Landes vor Frau Lombardis Garderobe beigesellte. Er »teilte sich vor. Man verstand etwas wie Garcia oder Murcia — im allgemeinen Gemurmel ging es verloren. Dann hörte er interessiert der begeisterten Unterhaltung seiner sachverständigen Landsleute über die Aufführung zu. Und als das Künstlerpaar aus Frau Lombardis Garderobe trat, umringt und beglückwünscht, Schloß sich der Capit&n, den die Delegation für einen Freund Don Mateos hielt, ihnen ohne weiteres an.“ Ein hohler Wind preßte die Nacht ans Fenster, sie schien aus Falten von dunklem Samt, öle sich lüpften, wenn ein verirrtes falbes Hackern über den Himmel fuhr. Brugg, ohne die Stimme zu erheben, fügte weiter Steinchen m Stein an dem Mosaik seiner Ermittelung. -r- „Geriet schon im Vorraum alles durcheinander, so wurden im Treppenflur, wo die .Ovation 1 sich staute, Gewirr und Begeisterung unübersehbar. Die Spanier behaupteten sich in Frau Lombardis nächstem Gefolge, obgleich Romano Blanq, der erst noch zwischen eifrigen Presseleuten stand, so lange drängte, bis er sich in Tuchfühlung mit der Sängerin befand. Währenddes eihoffte der Oberbeleuchter ln herzhafter Ansprache ein glückliches Wiedersehen mit der Künstlerin, dann knixte ihr das jüngste Harfenfräulein einen roten Riesenrosenstrauß in den Arm, dann dankte sie gerührt, strahlend und ein bischen verweint, dann flogen die Mützen, brausten die Hochrufe, dann brachte der Kapellmeister Allein aus Dresden alles durcheinander und flitzte zum Bühneneingang, um die Glastür aufzuhalten — und während, allseits umringt, die Lombardi sich näherte, hinter sich ihren Gatten, den Blanq und die Spanier und dicht danach die enormen Ausmaße des Vorhangziehers Gustav Bazille an der Spitze der nachdrängenden .Ovation' ... da fiel der Schuß, und die Gefeierte sank hin. Sekundenlang büeb alles erstarrt, der einzig Geistesgegenwärtige war der spanische Capi- tän. Statt wie Blanq auf dem Flecke zu treten und heiser nach Arzt und Auto zu brüllen, eilte er an der Verletzten und ihrem sie stützenden Gatten vorbei, wand Sich durch all das Getümmel bis zum dunklen, von aufgeschreckten Menschen wimmelnden Platz vor dem Bühneneingang durch und schlüpfte in eine nahe fahlerleuchtete Telefonzelle. Einer entschlossenen jungen Frau aus dem Publikum, die dort bereits einen Kriminalkommissar verständigte, trennte er den Anschluß kurzerhand und drängte sie hinaus. Sie behielt von seiner eiligen Grobheit nur die Vision einer Uniform in Erinnerung und In der Nase seinen komischen' Geruch.“ Amander schwieg noch immer, aber Brugg sah ihn lächeln, als freute er sich darauf, wie Brugg dieses Rätsel aufgeklärt haben mochte. „Man hat an dem feinen Näschen dieser Zeugin später sämtliche künstlichen Düfte Spaniens vorbeiwehen lassen — Herrenparfüms, Seifen, Kopfwässer, Pomaden, Brillantinen und Bartwichsen —.eine ganze Bibliothek von Düften, reichhaltig wie die Werke des Lope de Vega. Aber nach jedem Schnuppem schüttelte die Zeugin den Kopf und sagte .nein'. Eines Tages ließ man sie an einer gewöhnlichen Stange Theaterschminke riechen. Da sagte sie ,ja‘. Denn der Spanier war allen bloß .spanisch gekommen'; er wischte sich in der Telefonzelle alles Spanische vom Gesicht, wobei sich auch das schwarze Bärtchen verlor. Und da er sich Streifen und Achselstücke vom Uniform- mantel riß, hörte er auch auf, Offizier zu sein. Die Mütze verschwand vermutlich in der inneren Manteltasche, aus der er vielleicht eine flache Reise- oder Baskenmütze zog, die er aufsetzte. Als dieser neue Zivilist die Zelle verließ, blieben nur zwei, drei schwarze Zwim- fädchen auf dem feuchten Boden zurück, die nicht mit Uniformmütze, Streifen und Achselstücken in irgend einem Kaminfeuer verbrannt wurden. Man hat diese Fädchen untersucht, nachdem man im riesigen Kostümfundus der Oper den Mantel widerfand. Dieser hatte zwar andere Streifen und Klappen als bei dem Capitän, dock waren sie mit der gleichen Zwimmarke lose aufgenäht, wie die Mikroskope der Polizei entdeckten. Der Zivilist, nachdem er die Zelle verlassen hatte, nahm eine Taxe, die letzten Schritte zu seiner Wohnung am Kronprinzenufer ging er jedoch zu Fuß — vermutlich aus Vorliebe für feuchte nebelige Nacht. Wenig später trat er als Herr im Frack aus seinem Haus. Er fuhr zum Bankett in den Tiergarten, wo man ihm leider mitteilen mußte, daß die große Sängerin, seine Freundin, einem Attentat zum Opfer gefallen war.“ Brugg schwieg. Er kam sich plötzlich vor wie in einem Hörsaal, wo einem langweiligen Dozenten die Hörerschaft während des Vortrages einschüef. So wirkungslos verhallten seine Sätze, so echolos blieb der Raum. Amander regte sich nicht. Er sagte nicht». Er blickte nur. Aber sein Bück enthielt nicht» als Abwesenheit. Brugg fiel auf, daß seine Glieder nicht mehr in ihrer bestechend eleganten Gelöstheit miteinander vereinigt, sondern in einer Starre gebunden schienen, so als müßte eine fremde, außerhalb dieses Körpers wohnende Gewalt sie daran hindern, einzeln auf und davon zu fliegen. Brugg wußte: das Gift, das Amander sich eingeimpft zu haben behauptete, ruft vor der endgültigen Wirkung zeitweilige Bewußtlosigkeit und Verkrampfungen hervor. Dennoch, als er rieh jetzt über ihn neigte, um seinen Kopf anders zu betten, mißtraute er diesem Listenreichen immer noch, und er hätte sich kaum gewundert, wäre ihm aus diesem vielleicht nur meisterhaft fingierten Krampf eine Faust mitten unters Kinn gefahren oder zwei würgende Hände an den Hals. (Fortsetzung folgt) Das letzte Sternchen fehlte Kriminalttovaiie von Binar af HJdrdisson zimmer, nichts, — keine Spur blieb zurück. Vollkommen ruhig zog er den Reiseanzug an, den seine Frau über den Stuhl gehängt hatte. Die Uhr schlug halb acht, als er den Wagen startete ... Sehern vom Schiff aus schrieb er den ersten Brief an Freunde und Bekannte. Bs war ein Glück, daß seine Frau immer mit der Schreibmaschine geschrieben hatte; denn Schrift nachzuahmen war sehr schwierig; so konnte er sich mit ihrer Unterschrift begnügen. Frau Aases kurzer, etwas trockener Stil war gut getroffen; niemand würde etwas merken. In Buenos Aires fühlte er sich endlich frei. Frei von der Frau, die er zwar nicht gehaßt, die ihn aber grenzenlos gereizt hatte. Nie wieder würde er nach Norwegen zurückkehren! Er hatte das „vollkommene“ Verbrechen begangen! Keiner würde merken, daß Frau Aase nicht mehr lebte; die Briefe würden nach und nach aufhören, die alten Verbindungen Einschlafen. In einem Jahre wollte er das Haus Der Fall Dr. Martisson ereignete sich 1928 in Oslo; er füllte tagelang die Spalten der Zeitungen, und als das Todesurteil gesprochen wurde, schüttelten viele Leute nachdenklich den Kopf und sagten: „Das vollkommene Verbrechen gibt es also nicht, — es fehlt immer das letzte Sternchen . . . .“ Es begann damit, daß Dr. Rutger Martisson, einer der bekanntesten Frauenärzte Norwegens, von einem südamerikanischen Ärztekollegium aufgefordert wurde,. in Argentinien eine Reihe von Vorträgen zu halten. Dr. Martisson sagte v ja“ und es wurde beschlossen, daß er zusammen mit seiner Frau Aase von Bergen aus mit dem Schiff nach Buenos Aires fahren sollte. Es war am Vorabend der Abreise, besser gesagt, es war gegen fünf Uhr nachmittags; das Doktorehepaar wollte mit dem Auto die Nacht durchfahren, um das Schiff in Bergen am nächsten Tage zu erreichen. Doktor Martisson liebte es, nachts zu fahren. Man stand in der Halle des großen Hauses und nahm Abschied. „Ihr seid aber Weihnachten wieder zurück, nicht wahr?“ „Ja“, sagte Frau Aase, „auf mich könnt ihr euch verlassen!“ Noch einmal Händedrücken, hoch einmal Winken, — dann war das Ehepaar allein. „Es ist alles fertig gepackt, Rutger, Du brauchst Dich um nichts zu kümmern.“ Frau Aase sah ihren Mann mit mütterlichem Blick an. Er war so unselbständig; sie hatte immer alles machen müssen; er lebte nur seiner Wissenschaft. Er würde wohl nie richtig nach Südamerika kommen, wenn sie nicht für alles sorgen würde. „Geh jetzt hinauf, Rutger, und zieh dich um für die Fahrt. Der Reiseanzug hängt über dem Bügel im Badezimmer.“ Dr. Martisson sagte nichts, sondern ging die Treppe hinauf. Wenige Minuten später rief er aus dem Badezimmer: „Aase, komm doch bitte mal herauf, mir ist ein Malheur passiert.“ Als Frau Aase ins Badezimmer kam, stand ihr Mann über den Rand der Badewanne gebeugt. Er hatte sich ausgezogen, Anzug und Unterzeug lagen unordentlich über einem Stuhl; Dr. Martisson hatte einen alten Bademantel an, der an den Ärmeln schon ausgefranst war. „Aber Rutger, was machst du denn? Wo hast du denn den alten Bademantel plötzlich Oer? Ich dachte, den hättest du schon lange einem Lumpensammler gegeben.“ Frau Aase lachte, aber Dr. Martisson sagte nichts. Er deutete nur aufgeregt auf das Abflußrohr der Badewanne: „Mein Trauring ist mir vom Finger gerutscht und in das Rohr gefallen. Ich . __ . _ . .• . .. „ . . . _ , bann ihn sehen, er liegt ganz oben? aber meine £erner Ernst Deutsch sowie die Österreicher Paul Finger sind zu dick; ich kann ihn nicht herausholen. Probier du es doch einmal!“ Aase Martisson bückte sich tief über die Wanne; sie konnte nicht sehen, wie ihr Mann ein kurzes dickes Bleirohr aus der Tasche des Bademantels zog. Er schlug zu, dreimal, hart and exakt. Sie war sofort tot . . . Dr. Martisson handelte ruhig und beherrscht, als stände er kn Operationssaal. Er legte ein paar Lagen Zeitungspapier auf den Kachelboden, packte eine Tasche mit chirurgischen Instrumenten aus und begann die Leiche der Frau mit ärztlicher Genauigkeit zu sezieren. ,.. E ? ^ areQ . künf verschiedene Pakete, sorgfältig in Zeitungspapier eingeschlagen, die Dr. Martisson kl den Keller hinabtrug. Er mußte dreimal gehen, ehe er alles beisammen hatte. Im KeHer hatte er schon alles vorbereitet. Handwerkszeug stand bereit, eine Hacke, ein Spaten und ein Eimer. In den letzten Wochen war «r öfter im Keller gewesen. Er hatte sei- ner Frau gesagt, daß er die Absicht habe, npbea de» Gemüsekeller noch extra einen Weinkeöer auszubauen; und es mache ihm ^odsn selbst auszuschachten. Auf ffiese Weise motivierte er das Vorhandensein vön Schaufel und Öacke. Ales ging wie vorausberechnet. Dr. Mar- ß^ohgrub die Pakete in den vorbereiteten Kellerboden, glättete die Erde aus und streute Kohlenstaub darüber. Er sah sich sorgfältig Skn, sein, er hatte keine Spur hinterlassen. Dann verbrannte er den Bademantel, der ein paar Blutflecken abbekommen hatte, und das Zeitungspapier im Ofen der Zentralheizung. Br wusch sorgfältig die Kacheln im Badeverkauf an, ki einem Jahre; dann fand man keine Spur mehr im Keller . . . Am zweiten Tage seiner Ankunft in Buenos Aires erhielt er einen Brief, d. h. der Brief war an gerne Frau adressiert. Er kam von einer Baufirma in Oslo, datiert vom 10. August, also drei Tage nach seiner Abreise von Bergen. Der Brief lautete: „Sehr geehrte Frau Dr. Martisson! Wunschgemäß haben wir heute den Schlüssel zu ihrer Villa in Empfang genommen, um morgen mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen zu können. Sie können gewiß sein, daß wir alles wunschgemäß ausführen werden, so daß der Weinkeller so rechtzeitig fertig sein wird, daß Sie ihn Ihrem Herrn Gemahl als Weihnachtsgeschenk übergeben können. Für Ausschachtung und Zementierung des Kellerraumes veranschlagen wir die Summe von 140 Kronen. Wir beginnen mit dem Kellerboden neben dem Gemüsekeller . . .“ Dann folgten Name und Adresse der Baufirma. .wir beginnen mit dem Kellerboden neben dem Gemüsekeller!“ Es gab kein Entrinnen; das letzte Sternchen im Mosaik des „vollkommenen Verbrechens“ fehlte! Berechtigte Übersetzung aus dem Norwegischen. Kulturelles aus aller Welt Das Ausland ehrt'Goethe In einem fleuyorker Verlag erschien zum Goethejahr ein von Thomas Mann eingeleiteter Auswahlband aus Goethes Werken in englischer Übertragung unter dem Titel „The Permanent Goethe“. — Die englische Goethe-Gesellschaft hat ein umfangreiches Programm für die Feiern zu Goethes 200. Geburtstag festgelegt. Neben Aufführungen goethescher Werke und zahlreichen Konzerten in London und anderen Städten wird im August in der Landeshauptstadt" ein internationaler Goetheforscherkongreß stattflnden. Nene Konzertreisen Walter Giesekings Der Pianist Walter Gieseking begann eine Konzertreise durch Frankreich und die USA. Der Vertrag ist vorläufig auf 100 Tage begrenzt. Aus dem Theaterleben El Darmstadt wurde die Tragikomödie „Klage sögen Unbekannt“ von George Neveux erstaufgelührt, deren Uraufführung in Paris zu den bedeutendsten Theaterereignissen der letzten Jahre gehörte. Am 31. Januar wird das Junge Theater in Stuttgart seine Pforten schließen, nachdem die Verhandlungen mit einer Auffang-Gesellschaft gescheitert sind. In Koblenz wurde die Volksbühne Rheinland-Pfalz gegründet; in der Gründungsversammlung wurde auch eine Besucherorganisation für die Volksbühne vorgeschlagen. Im Rahmen des,, Exports von Kunstleistungen*, wird der deutsche Schauspieler Erich P o n t o Ende Januar nach London fliegen, um dort an den Atelieraufnahmen für den FUm „Der dritte Mann“ mitzuwirken. Ponto wird in dem Film, der eine internationale Besetzung aufweist, einen englischsprechenden deutschen Arzt darstellen. Neben ihm wirken u. a. die Italienerin Allda Vaili, der Amerikaner Orson Wells, Hörbiger, Fritz Imhoff und Anni Rosar mit. Aus der Welt dfeg Films Bis Ende 1948 wurden insgesamt 38 deutsche Nach- kriegsfllme fertiggestellt; 13 Spielfilme sind zur Zeit in Arbeit. Seit Kriegsende wurden im ganzen 70 deutsche Filmgesellschaften lizenziert, davon durch dl* britische Militärregierung 33, die amerikanische 25, die französische 10 und die sowjetische zwei Gesellschaften. Helmut K ä u t n e r, der eigenwilligste deutsche Filmregisseur, hat jetzt eine eigene Produktions- gesellschaft gebildet, die seinen Namen trägt und sich auf die Produktion von ihm selbst inszenierter Filme beschränkt. Die „Camera-Filmproduktion", von der Käutner sich im freundschaftlichen Einvernehmen getrennt hat, wird von seinen bisherigen Teilhabern Helmut Beck und Joachim Matthes unter neuer Lizenz weitergeführt. Einen außergewöhnlichen Publikumserfolg hatte der DEFA-Film „Affäre Blu m“, der einen Justizskandal aus den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts in Magdeburg behandelt. Bereits nach zehntägiger Laufzeit in einem einzigen Berliner Kino hatten 30 000 Besucher den Film gesehen. — Ebenso fand der DEFA-Film .und wieder 4 8“ das Interesse, das sein zeitnahes Thema verdient. Richard Eichberg, der vor einer Reihe von Jahren den „Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ (mit La Jana) inszenierte, ist jetzt aus Neuyork in München eingetroffen, wo er im Frühjahr einen großen musikalischen Farbfilm drehen wird, während die Außenaufnahmen in Frankreich, der Schweiz und Italien gemacht werden sollen. Else Heims, die Witwe Max Reinhardts, wirtet in einem Film über das Leben ihres Mannes mit. Der Hollywooder Produzent des Films ist ihr Sohn Gottfried Reinhardt. Der italienische Film „F a h r r a d d i e b e“, der ausschließlich mit Laien hergestellt wurde, hatte dank seiner außerordentlichen Echtheit einen sensationellen Erfolg. Maurice Chevalier wurde für die Hauptrolle des Films „Der König“ nach einem Bühnenstück verpflichtet. Nobelpreise für deutsche Forscher Die deutschen Forscher Prof. Dr. Adolf Butenandt, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie in Tübingen, Prof. Dr. Richard Kuhn, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Heidelberg, werden auf Grund ihrer Arbeiten auf dem Gebiete der Hormon- und Vitaminforschung den Nobelpreis für Chemie erhalten. Hoffentlich schlägt sie die rechte Stunde! Die auf dem Gebiet der Atomforschung arbeitenden Dienststellen der amerikanischen Regierung können einen ersten Erfolg ihrer Bestrebungen nach einer Verwendung der Atomenergie für friedliche Zwecke verbuchen; sie haben eine „Atomuhr“ konstruiert, die in 24 Stunden nur eine Hundertstel Sekunde vor- oder nachgeht. Eine uralte Uhr Die groß* Uhr des Mainzer Domes wurde jetzt 200 Jahre alt; sie wird seit vielen Jahren täglich von einem Mainzer Uhrmacher aufgezogen, da sich eine 1927 eingebaute elektrische Anlage nicht bewährt hat. Protest gegen Furtwänglers Amerikatournee Gegen das von Wilhelm Furtwöngler geplante Gastspiel in den USA hat neben anderen Künstlern auch die Sopranistin der Metropolitan Opera, Lilli Pons, unter Hinweis auf Furtwäbglers Verhalten während des Krieges protestiert. Blick in die Welt Dreieinhalb Hektoliter Blut abgegeben In Frankfurt am Main wohnt ein Ifann, dar einen Weltrekord ganz ungewöhnlic her. Art hält; denn niemand kann, wie Herr wwheim Klein, von sich behaupten, für andere Menschen die unglaublich große Menge von 330 Liter Blut abgegeben zu haben. Der Achtung- vierzigjährige hat bei nicht weniger ochs. Transfusionen als Blutspender mitgewirkt. Als Träger der Blutgruppe „0“, die für jede Blutart verwendbar ist, ist er hauptberuflich als Blutspender tätig. Monat für Monat Stern sich Wilhelm Klein für zehn Übertragung«» zur Verfügung Der wandelnde Turm Der größte Mensch, der jemals gelebt bak der Isländer Johan Peturssön, ist aus seine« Heimatstadt Reykjavik soeben in London em- getroffen, wo er eine Varietetournee durch EU- ropa beginnen will. Peturssön ist 2.72 Metef groß und übertrifft damit noch den bisherigen Rekord des Amerikaners Robert Pershing au« Manistee im Staate Michigan, der es „nur auf 2.70 Meter gebracht hat. Bei seiner unerreichten „Gipfelhöhe“ ist Johan Peturssön 160 Kilogramm schwer. Er hat Hutnummer 72, Schuh» große 63 und benötigt zu einem Anzug genafc sieben Meter Stoff. Auf Reisen schläft der „wandelnde Turm“, wie er in seiner Heimast genannt wird, stets in zwei hintereinander» stehenden Betten. Die Beschaffung dieser ungewöhnlichen Schlafmöglichkeit iist ihm vertraglich zugesichert. Der größte Riese aller Zeiten ist 22 Jahre alt und trägt sich mit Heiratsabsichten. Seine Braut soH von normalen# Wuchs sein. Die schlimmsten Ruhestörer In einem von der britischen Regierung vew. anlaßten Bericht über Ruhestörungen werde» Kleinkinder, Wasserhähne und äas Radio atz die schlimmsten Ruhestörer bezeichnet. Dar Bericht stützt sich auf Untersuchungen, dttz 49 Engländerinnen ln 50 englischen Städten in über 2000 Wohnungen und Häusern vorgenommen haben. Es wurde festgestellt, daß die Babies als Lärmquelle vor allem zwischen Mitternacht bis zur fünften Morgenstunde in Frage kämen. Von 5 bis 8 Uhr morgens seien die Wasserhähne an der Reihe. Den größten Teil des Tages aber, etwa von 8 bis 22 Uhr, wirke das Radio als Ruhestörer. 99 AJlgäuer Sieg ten Gauvergleichs-Springen In Oberstdorf kam ein Gauvergleichsspringen zum Austrag, an dem sich die Skigaue Chiemgau, München, Oberland, Werdenfels und Allgäu beteiligten. Der Veranstaltung wohnten über 10 000 Zuschauer bei, die trotz heftigen Schneetreibens guten Sport geboten bekamen, von fünf beteiligten Springern jeden Gaues wurden vier als Mannschaft gewertet. Es siegte der Gau Allgäu mit der Note 810 vor Werdenfels mit 743, Chiemgau. M ü n c he n und Oberland. Mit Sepp Weiltr (59 und 67 Meter, Note 220,5) und Heini Klopfer, beide Oberstdorf, stellte der Allgäu auch die beiden Ersten in der Einzelwertung. Aufstieg zur Oberliga in zwei Gruppen An den Spielen um den Aufstieg zur Süddeutschen Oberliga nehmen die beiden Ersten jeder Landesliga (Baden, Württemberg, Bayern und Hessen) in zwei Gruppen teil. Die erste Gruppe umfaßt: Bayern I, Hessen I, Baden H, Württemberg H. In der zweiten Gruppe spielen: Baden I, Württemberg I, Hessen II und Bayern II. Die beiden Gruppenmeister steigen auf. Der Beginn der Spiele ist für den 15. Mai vorgesehen FC Turin Halbzeitmeister in Italien Am vergangenen Donnerstag (Dreikönig) wurde die Vorrunde der italienischen Fußballmeisterschaft abgeschlossen. Dabei büßte der Spitzenreiter FC TurininPalermo einen Punkt ein, so daß sein Vorsprung nun auf einen Punkt zusammengeschmolzen ist. L u c c a , das seine Krise überwunden zu haben scheint, nimmt nun wieder die zweite Stelle ein, gefolgt von Internationale Mailand und Sampdoria. Erst im Mittelfeld istJuventusTurinzu finden, das in der letzten Meisterschaft der große Widersacher des Lokalrivalen war, auch Bologna ist in seiner Gesellschaft, während Lazio Rom sogar im letzten Viertel der Tabelle steht. Nach den ersten Spielen der Rückrunde hat sich das Bild vom zweiten Tabellenplatz an geändert. Genua, das in Padua 0:0 spielte, nimmt nun den zweiten Rang hinter dem gegen Pro Patria erfolgreichen FC Turin ein. L u cc a ist um mehrere ta Triest beide Die Zensur erhebt ihre Häupter Einige groteske Fälle aus aller Herren Ländern In politischen Dingen läßt man eine Zensur poch hingehen, — aber in moralischen? Pfui, das riecht nach Prüderie und Zeigefinger und far nicht nach Fortschritt. Trotzdem drängt |ie sich an hundert Stellen eifernd hervor, mal keck, mal in einer einzelnen Person, mal in jemandem, hinter dem eine Organisation steht, in deren Namen er mit entrüstetem Augenauf- schlag spricht. Häufig, gefährlich häufig hat sie Erfolg. Machen wir einen kleinen Spaziergang durch die letzten Monate; er lohnt sich, er ist Sogar komisch, sofern einem das Lächeln nicht .«ergeht. In München, das allmählich die Hauptstadt der deutschen Unduldsamkeit zu werden Verspricht, galt die Fehde Karl Schönherrs altem „Weibsteufel“. Da die Theatertruppe das flicht eben unerotische Stüde auch noch im Kolpinghaus spielen wollte, trat nicht nur der Bischof Johannes Neuhäusler, Experte im Mo- talkrieg seit seinem Kreuzzug gegen den Film »Der Apfel ist ab“, zürnend auf den Plan, iondem' zugleich der katholische-Kolpingverein A$S Hausbesitzer. Es wurde ein glorreicher Sieg. ln der österreichischen Stadt Linz ging es Dem Schriftsteller Robert Gruen an den Kragen, und zwar wegen seines Buches mit dem Vielversprechenden Titel „Madonnen, Hexen, Göttinnen“. Der Einzelrichter warf ihm grobe Verletzung der Sittlichkeit und Erregung öffentlichen Ärgernisses — das man so leicht fifganisieren kann! — vor, verdonnerte ihn zu fgrti Monaten Arrest «nA — verbot Aas Bucht Erstaunlich, was in Österreich ein Einzelrichter vermag! In der Schweiz hatte eine nicht genannt sein wollende Dame den Roman „Tropique du Capricome“ des tatsächlich recht frei schreibenden Amerikaners Henry Miller nicht nur aufmerksam durchgelesen, sondern auch anstößig gefunden. Deshalb war sie zum nächsten Polizeiposten gelaufen, um ihm das zu sagen. So einfach ist das in der Schweiz. Wenn die Nachricht stimmt, wurde daraus ein Verbot der Werke Millers und eine peinliche Durchsuchung der Buchhandlungen, die sie verkauften. Die Buchhandlungen erhielten kurzerhand den Befehl, Millers Werke nicht mehr nachzubestellen. In Holland, so heißt es, sei die Aufführung von Ibsens „Dreieck“-Dramen undenkbar. Auch dort darf Karl Schönherrs „Weibsteufel“ nicht auf die Bühne, und politische Stücke mit Selbstmord sind ganz ausgeschlossen. Italien geht noch einen Schritt weiter und liefert den besten Anschauungsunterricht, wohin die Engherzigkeit der Zensur führen kann, nämlich ins Absurde, ins Gigantisch-Lächerliche. Nicht nur, daß von der Regierung Bücher verboten worden sind, die anerkanntermaßen zur Weltliteratur gehören, z. B. Flauberts „Madame Bovary“, sondern es machen sich superpuritanische Tendenzen gegenüber alten Meisterwerken der bildenden Künste bemerkbar: Alle der Öffentlichkeit zugänglichen Darstellungen nackter Körper sollen — es ist kaum glaublich — bekleidet werden — ohhe Rücksicht darauf, wer sie geschaffen hat und in welchem Geiste sie geschaffen wurden. Auch die berühmtesten Gemälde sollen übermalt rerds». Hofteotkeh scheitert die Aktion an der zu erwartenden Uneinigkeit darüber, welcher Mode jeweils der Vorzug zu geben sei. Apollo als Bersagliere oder Venus mit New Look — warum nicht? In den USA will Leo McCarey seit zwei Jahren einen Adam- und Eva-Film drehen. Ebensolange verhandelt er nun schon mit der „Sittlichkeitsliga“ über das schwerwiegende Problem, wie man die ersten Menschen kleiden solle. Feigenblätter, selbst in übernatürlicher Ausdehnung, wurden radikal abgelehnt, und auch eine — wie uns dünkt, etwas unhistorische — Negerschürze stieß auf Widerspruch. Wie leicht hatten es seinerzeit die paradiesischen Originale! Sie bestimmten selbst, was Sittlichkeit war; allerdings ist ihnen das Fehlen einer Zensur recht schlecht bekommen; sie wurden sozusagen die ersten Heimatvertriebenen. Auch Argentinien hat es mit der Moral. Die Stadtverwaltung von Buenos Aires verbot eine lange Reihe ausländischer Bücher, die, ins Spanische übersetzt, gute Erfolge gehabt hatten. Unter den unerwünschten Autoren befinden sich immerhin Balzac, James Joyce, Octave Mirabeau und Kathleen Winsor. Man erwägt den Gedanken, ob die beschlagnahmten Bestände einen fröhlich lodernden Scheiterhaufen abgeben könnten. Aber ob Scheiterhaufen oder nicht: ein Verbot hat dieselbe Wurzel, nämlich die der Intoleranz. Die Bevormundung erwachsener Menschen aus politischen oder gar moralischen Gründen ist in jedem Falle eine Einengung; sie erschwert die geistige Auseinandersetzung und schlägt dem Axiom der großen Freiheit ins Gesicht, die ja doch das wertvolle Ergebnis des Krieges wesdnn soüfce, ms. Plätze abgerutsdit, nachdem es Punkte ließ. Internationaler Erfolg von Annemirl Büchner-Fischer Auf einer zwei Kilometer langen Strecke wurde am vergangenen Sonntag das internationale „W e s te n - Pokal-Rennen“ bei Arlberg, Lech, ausgetragen. Bei den Männern wurde der Österreicher Chrisl Prawda Kombinationssieger und Gewinner des Pokals. Er gewann den Torlauf und belegte im Abfahrtslauf hinter Rudi Mall den zweiten Platz. Bei den Frauen belegte Annemirf Büchner-Fischer (Garmisch) den ersten Platz in der Kombination, konnte aber den Pokal nicht überreicht bekommen, da sie nur in der Gästeklasse startberechtigt war. Die Deutsche hatte im Torlauf den ersten Platz belegt und wurde m der Abfahrt hinter Resi Hammerer (Österreich), der Gewinnerin des Pokals, Zweite. Ten Hoff will seinen Titel nicht kampflos abgeben Wie der deutsche Schwergewichtsmeister Hein ten Hoff in einem Interview erklärte, will er trotz seiner Verpflichtungen in den USA versuchen, seinen deutschen Titel zu verteidigen. Durch die Bestimmung, nach der er zwei Monate Zeit habe, eine Herausforderung anzunehmen, und dann drei weitere Monate, bis der Kampf ausgetragen sein müsse, könne er es so ein* richten, daß er bis zu einem evtl. Kampf aus den USA zurück wäre. Auch hofft Hein, daß bis zu diesem Zeitpunkt der Fall seines Schwiegervater« Emil Jung geklärt sei. Ein Schwerathletik-Vergleichskampf Mit der Landesligamannschaft G e r m a n-i.g Karlsruhe stellte sich ein kampfstarker Verein aus der amerikanischen Zone zum erstenmal nach dem Kriege in Freiburg vor. Nahezu 600 Zu* schauer waren begeistert von den spannenden Kämpfen, die am Samstagabend in der FesthaUe in St. Georgen unter Leitung von Abteilungsleiter Stadelbacher und Kampfrichter R i e b e r , Vilttn» gen, ausgetragen wurden. Die Gäste konnten atD Grund der besseren Kondition ihren, bereits vöj einigen Wochen in Karlsruhe erzielten 6;2-Sieg S gleicher Höhe wiederholen. Ergebnisse: Fliegengewicht: J. Kiefer, St. Georgen — A. Schäfer. Karlsruhe. Obwohl Kiefer ein guter Angreifer war, konnte er in der 7. Minute eineH Nachenhebel von A. Schäfer nicht entgehen um mußte die erste Niederlage für seinen Verein einstecken. Bantamgewicht: K. S c h n a 11 e r , St. Georgen —- A. Kling, Karlsruhe. Mit Kling stellte KarlsruÄ einen guten Ringer und konnte nach 3Vi Minuten den zweiten Punkt für sich buchen. Federgewicht: Fr. Kost, St. Georgen — ?. Schäfer, Karlsruhe. Trotz tapferer Gegenwehr mußte sich Kost nach 2 % Minuten durch Hüftzug von Schäfer geschlagen geben. Leichtgewicht: Fr. Schüler, St. Georgen — K. Hagendorn, Karlsruhe. Der bekannte Nach* wuchsringer Schüler, St. Gg„ konnte nur 6% Minute» gegen den einwandfrei kämpfenden Hagendorn ausr halten und mußte dann durch Nackenhebel den Sieg dem Gast überlassen. Weltergewicht: A. Herbstritt, St. Georgen ^ E. Scfaiehle, Karlsruhe. Der frühere Deutsch» Meister Schiehle siegte mit einem ausgezeichnetem Griff bereits in der 3. Minute gegen den gut kämpfenden Herbstritt, St. Georgen. Mittelgewicht: Kurt Rau, St. Georgen -R. Kaiser Karlsruhe. Der technisch sehr gute Rau verlw diesen Kampf nicht ganz überzeugend nach Punkten.; Halbschwergewicht: W. Kirehmaier, St. Geafr gen — K. Köhler, Karlsruhe. Beide Ringer liefert, ten einen flotten Kampf. Der technisch besser« Kirehmaier wurde nach Ablauf der normalen Kampf, zeit als Sieger ausgerufen. Schwergewicht: Heinz DUffner, St. Georgen «- K. Fränkle, Karlsruhe. Gegen den in gut» Form antretenden Duffner konnte auch der erfahrene Fränkle aus Karlsruhe nicht viel ausrichten und mußte nach 12^4 Minuten eine Niederlage hinnehmen. Freistilschaukampf: E. Schäfer, Karlsruhe *»■ A. Kling, Karlsruhe. Der 4. Deutsche Meister Im Freistilringen. Eugen Schäfer, überraschte durrt seine Wendigkeit und gute Technik Nach 4 Minute* wurde er verdienter Sieger. Die innerhalb dieser Sportveranstaltung gezett* ten Leistungen der Kirchmaie r-A k r o b a t e * Truppe sowie der Drei Angrids dürften b» Oberbaden bisher unerreicht sein und verdienen ein« besondere Erwähnung. Donnerstag, 1?. Januar 1949 — Nummer 5 — Seite 5 fmburaa Zckccko 10 Millionen für den Wiederaufbau 1949 Ktaätrat ermächtigt Oberbürgermeister zur Aufnahme von Kreditverhandlungen. — Wachsende FUriorgOusgaben In derS'adtratsitzung vom 11. Januar gaJjOber- bür'-ermoiiter Dr. Hoftmann einen genauen -Über- büclt über den für das Jahr 1949 geplanten Wiederaufbau. Um diesen verwirklichen zu können, »ei eine Kreditaufnahme von 10 Millionen DM erforderlich, von denen 5 Millionen den-Wiederaufbau- Maßnahmen der Stadt, die weiteren 5 Mi'lionen zur Unterstützung gemeinnütziger Baugenowen- echaften dienen so'Iten, dam't diese ihre Bauprojekte durchführen könnten. Es handle «ich bei dieser Kreditaufnahme um eine voraehüßliche Maßnahme im Hinblick auf den kommenden FI» rtnzsusgleich. Bei den deutschen Stellen beatlinden zur Genehmigung dieser Kreditaufnahme keinerlei Schwierigkeiten; es handle sich nur darum, ob auch die Militärregierung ihre Genehmigung hierzu erteile. Bel dem Wiederaufbauolan 1949 handle ea »ich hauptsäch'ich um die Reparatur 6*adtefgener Gebäude sowie um S'ed'unn'sbauten. die erforderlich seien, um den 4000 Familien, d’e •chon seit Jahren in Freiburg auf Wohnungen warteten, nach Möglichkeit entgegenkommen zu können. Das Jahr 1950 so'Ie als Wiederaufbaujahr in der Altstadt gelten. »le Wiederaufbaumaßnahmen würden sich auch auf die Schulen erstrecken. Der Ausbau der Karls- schule erfordere rund 560 000 DM. der der Hilda- schu’e 417 000 DM und der der Hanaiakobschule 780 000 DM. Es sei selbstverständlich, daß man bei den geplanten Kreditvolumen nicht gleichzeitig den Wiederaufbau aller drei Schulen in Angriff nehmen könne. Hinsichtlich des Stadttheater» erklärte er «uf Befragen, daß mit dem bereits bewilligten Kredit von 300 000 DM mit dem Dachaufbau demnächst begonnen würde, ebenso mit den zur Osibäudesicherung beabsichtigten weiteren baulichen Maßnahmen. Weiter erwähnte er. daß sich die Stadt ein Vorkaufsrecht bei zertrümmerten Grundstücken Vorbehalte. Was die Umlegung angehe, so schritten die Arbeiten ziemlich rasch voran. Er sprach die Hoffnung aus. daß das Umil»g!,e^gesefr vom Landtag ba’d verabschiedet werde. Was den Hauptbahnhof anbelange, der nicht in das Aufgabengebiet der Stadt falle, so steht letzt schon fest, daß ein westlich,er Ausgang nach 4| lm großen und ganzen abgezchlosaen aei. Bürgermeister Ruh unterbreitete dem Stadtrat den Vortchlag der Friedhoftverweltung, bei ungepflegten Orabstätten die Liegefriit von to euf IS Jahre herabzuietzen. Diesem Vorschlag wurde zugeitlmmt, desgleichen dem Abschluß einet Vertraget mit der Basier FeuerverticherungtgeielUchaft. die mit eigenen Mitteln du frühere Breliecher Tor ln der Gar- tenstraße bei einem Koatenautwand von 280 ocifl DM aufbauen will. Hierfür soll Ihr dletea Gebäude auf die Dauer von- 30 Jahren unentgeltlich überlassen werden, womit die 14 000 DM betragende Jehreemlete ebgegolten war», — Zugeitlmmt wurde auch dem Ankauf eines Grundstückes in de, Friedrichstraße 45 und einet we'teren In der Albertstraße 3«. wofür die Eigentümer eint- jährliche Rente erhalten sollen, die mit dem Tode erlischt. — Auch die Erhöhung eines NaehtrasskredUs für das Städtische Verkehrsamt von 35 ooo auf weiter» 3890 DM wurde einmütig gebilligt. — Eine längere Aussprache antapann «Ich über einen beantragten Zuschuß an dit Notkflche der Arbelterwohlfahrt Im Gewerkachaftahaua. Hierbei wurde von sozial- demokratischer Seite hervorgehoben, daß die Arbeiterwohlfahrt dieses Zuschüsse« schon insofern bedürfe, als sie lm Geiensatt zu andaran WohlfahrW- organisatlonan IMS völlig tntalgnet wurde, Ihre Schwierigkeiten also größer seien als die dar anderen Organisationen. Auch der Direktor dee Wohlfahrtt- amtes trat diaaer Auffassung bei. — Von CDU-Sett# wurde betont, daß auch die übrigen Wohlfahrta- orgahlsatlonen durch die Währungsreform um Ihre Geldmittel gekommen seien und daher gleichfallt be- rückalehtlgt werden müßten. In dleaem Sinne wurde dann auch alnem Zuachuß von 3000 DM zugestimmt an dam alle Wohlfahrtaorganlsatlonen beteiligt sein tollen, allerdings unter besonderer Berücksichtigung Anton Fendrichs Heimgang Am Drelkönigstage, dem dag Volk seit .von August Bebel, ihren S'egeszug in-den Perle geheimnisvolle Kräfte zusehrleb, vollendete Anton Fendrich im einundechtziorsten Lebensiihre seine lange Erdenwanderunv Was sterblich »n Ihm w»r, schlummert nunmehr auf dem stillen Gottesacker in Freiburg-GUnterstai der Ewigkeit entgegen. Um Anton Fendrichs Persönlichkeit und Wirken zu würdigen, muß man ziemlich weit In der badischen Geschichte zurUekb’ättern, Die Wiege des Verstorbenen stand in Offen bu rg, das vor hundert Jahren rum Mittelpunkt der badischen Volkserhebung wider die Tyrannei wurde. Wohl keiner hat das damalige Zeitgeschehen packender als Fendrich geschildert, wal'te in 'hm doch das Blut freiheitsliebender Vorfahren, die unter dem Banner der Freischärler für die unveräußerlichen Menschenrechte stritten. ~ Als Zeitgenosse Adolf G e c k s. der Verehrung«- würdigen Führergestalt der badischen Sozialdemokratie, sehen wir Anton Fendrich sehr früh schon »uf der politischen Bühne. Nach Überwindung der bismarckschen Ärä von Blut und Eisen trat die deutsche Sozialdemokratie, geführt Realer denken, Herr Oberregierungsrat! Im Marit-Hilf-Saal sprach in einer Kundgebung der Katholischen Arbeitsgemeinschaft ip Anwesenheit des Erzbischofs Dr. Rauch Oberregierungsrat Seiterich ■ über „Die Bonner Beschlüsse und das Reichskonkordat“ Finster erschien ihm die Zukunft des restlichen Westdeutschlands: denn durch ihren „sinnlosen Gewaltakt“ (die Nichtaufnahme des Reichskonkordats ln das Grundgesetz) hätten die Bonner Parlamentarier den „Konkordatskampf“, einen „brudermörderischen Zwist“, heraufbeschworen. Die “wohlgeordneten Schlaeht- reihen“ (?!) der Katholischen Arbeitsgemeinschaft würden ihn. trotz ihres Willens zur Toleranz, auszukfimpfen. wissen. In seiner verständlichen kämpferischen Erregung hatte der Herr Oberregierungsrat leider den realen Boden unter den Füßen etwas verloren. Er vergaß deshalb die Tatsache, daß in Bonn Politik betrieben wird, sogar, wie Wir trotz allem noch hoffen, reale Politik. In Bonn wird nämlich kein Reich aufgerichtet und auch nicht die Nachfolge eines Reiches geschaffen, die ein Konkordat abschließen oder erneuern könnte. Die Bonner Parlamentarier haben allein ein Provisorium 4 für die westlichen Besatzungszonen auszuarbeiten. Deutschland Ist auch nicht eine juristische Klausel, die auf dem Papier weiterbesteht, sondern ein lebendiges Land mit lebendigen Menschen, von denen ein großer Teil am Bonner Geschehen nicht beteiligt sein kann. Das halbe Deutschland ab^r kann nicht über ein „Reichskonkordat“ beschließen, und der Parlamentarische Rat Ist deshalb nicht einmal zuständig. Wir hoffen, daß er auch in Zukunft realer bleibt als der Herr Oberregierungsrat und nicht in die Versuchung fällt, eine Bundesverfassung zu schaffen. So wurde nämlich das Grundgesetz kl einer “einstimmig“ (die Gegenstimmen wurden gar nicht festgestellt) angenommenen Entschließung genannt, die die Aufnahme des Reichskonkordats und alne Volksabstimmung fordert. Anschließend wurden auch noch Parallelen von Bonn nach Ungarn zur Verhaftung des Kardinals Mindszenty und von Bismarck zur KP gezogen. Wieder einmal ein Beispiel, wie heftieer Kampfgeist die festen Grenzen leicht verwischt und der kühlen Vernunft nicht allzu gut bekommt. Wir aber wollen sie weiter behalten und dem „brudermöfderlschen Zwist.“ mit Ruhe entgegensehen. H.F. Audi der „Häuptling" wurde gefaßt Alt man die Einbrecherbande aburteilte, die In Emmen dingen und Umgebung ihr Unwesen' getrieben hatte, stellte man fest, daß der eigentliche Rädelsführer Theodor B. aus Heimbach noch fehlte. Der Spitzbube hatte der französischen Zone den Rücken gekehrt, da er so der Bestrafung zu entgehen hoffte. Vor kurzem jedoch wurde er in der amerikanischen Zone verhaftet und nach Südbaden ausgeliefert. Nun tssiftd er demnächst als Nachzügler vor Gericht erscheinet!. Dieser Fall lehrt, daß das Aufsuchen einer andereh Zone für die Gauner kaum noch eine Sicherheit bietet. So haben Nachforschungen der Staatsanwaltschaft ergeben, daß ein Ehepaar B., das in Freiburg Schmuck im Friedenswerte von DM 30 000 ergaunert hatte, sich ln der Ostzone niedergelassen hatte und dort zunächst unbehelligt geblieben war. Die Hoffnung des spitzbübischen Ehepaares aber war trügerisch; denn auf Grund des Ausschreibens in ihrem neuen Wohnorte in der Nähe von Plauen in Sachsen wurde es Jetzt festgenommen. Umenten *n. Um die Jahrhundertwende hielt auch Anton Fendrich, der sich im Karlsruher „Volksfreund“ unter Adolf Oeck längst schon seine journalistischen Snoren verdient hatte, seinen Einzug in das Rondell in der badischen Landeshauptstadt. Es war eine aufgewühlte Zeit. Das Bürgertüm. In der Hauptsache vertreten durch den allmächtig scheinenden Na t ion a 11 i be ra I iimus. iah seine Machtposition auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete ^ürch die aufkommende sozis- I i s t i s c h e Bewegung bedroht. Es kam zwischen den Wortführern der Parteien zu geistigen Auseinandersetzungen, die In der Geschichte des deutschen Parlamentarismus ehrend vermerkt zu werden verdienen. Man braucht nur an Namen wie Venedey Obkfrcher Wacker, Adolf Geck. Frank und Kolb ZU erinnern (den Verstorbenen mit eingeschlossen), um das hohe Niveau der damaligen Parlamentsverhandlungen anzudeuten Dieses geistige Kräfteme«sen, und nicht rufet?, die Achtung vor der ehrlichen politischen Überzeugung und Leistung fanden ihre schönste Würdigung im einzigen deutschen Landesparlament, in Baden, als der Ministerpräsident der großherzo»lichen Regierung. Freiherr von Bodman, in der Ersten Kammer davon sprach, er sehe in der Sozialdemo kratie eine großartige Bewegung zur Befreiung des vierten Standes. Mit d ! »ser denkwürdigen Tradition narUmentsrf- scher Geschichte bleibt der Name Anton Fendrich» stet« verbunden. Es konnte allerdings n'cht suableiben, daß in Fendrich allmählich der feinfühlige, s'lem Schönen aufgeschlossene Schriftsteller die Oberhand gewann Sein großes, liebendes und verstehende« Herz hörte aber nicht auf. für iene zu schlagen, die aus der.i Dunkel sozialer Misere zum Lich'e streben. Ein Meister des Wortes, des Stil« und der ungekünstelten Darriel'ung, ließ Anton Fendrich ? n seinen Schriften markante Gestalten aus der alemannischen Heimat erstehen, behaftet tiPt all ihren Vorzügen und liebenswerten Fehlern. Alle Schönheit und Größe, aber auch alle Tragik sind In seinen zeitlosen 9chi'derun»en über Land und Leute am Oberrhein eingefangen. Im fahre 1015 »chenkte uns Anto« Rfndricb Im Emil Himmrih»b»r" sein erstes größeres Werk das wie „Das Puch der Heimat" (1922 ersehenen) eine wertvolle Bereicherung unserer h*'ma*llchefl Literatur darstellte Das „Land me'ner Seele“ (lm fahre 1041. mitten Im zweiten Welfkri»» »eschrieben). mag der tiefen Sor»e um dm »etn'hrdete H»| mat entsorun»en «ein Gas schriftstellerische Wirken Fendrichs fand Im fahre loöö durch die Verleihung de« Heb.elpreiie* seine verdiente Krönung. Die Vollendung schien An*on Fendrich jedoch in dem Buche „Hundert lihre Tränen“ zu sehen, das er. mit den letzten kftrfter 'ichen und geistigen Kräften ge-dsltet. «einem großen Freundeskreis hinterließ Die badische Sozialdemokratie und mit ihr alle heimst und freiheftlfebenden Menschen werden imm-- des Mannes gedenken, der sein redliches Teil dazu beigetragen hat, seinem Volke den Weg in eine lichtefe Walt zu zeigen. E.Seh. Hier spricht der Leser! Streichung der AlterwuUg* Während die Schaffenden mit allen ihnen zu Gebot* stehenden Mitteln, sei es durch Berufsorganisationen, sei es durch Gewerkschaften, eine Angleichung der Gehälter und Löhne an die hohen Lebensmittel- und Verbrauchsgüterpreis* erstreben, streicht man den über fünfundsechzigiährlgen Kriegsversehrten die Alterszulage. Dabei nimmt man keinerlei Rücksicht darauf, ob die übrigen Einkünfte oder die an sich schon stark gekürzte Rente den Betreffenden Überhaupt ein Existenzminimum gewährt. Geradezu aufreizend ist es, wenn man zu einer Zeit, in der man mit Sparmaßnahmen bei den Ärmsten der Armen anfängt, dem Wlrtichaftsdlrektor Prof. Erhards eine Aufwandsentschädigung Von 40 000 (vierzigtausend) DM jährlich gibt. Der Mann Ist satt und wird Immer satt sein! Er wird sich kaum in die Lage der armen alten Kriegsversehrten hineindenken können, für welche d’e Segnungen der Jedermanns wäre ebenso wie die des Marshall-Planes Illusorisch sind. Sie sind froh, wenn die Rente für den Einkauf der notwendigsten Lebensmittel reicht. Diese alten Leute, die ihr Leben lang gearbeitet haben, müssen, nachdem sie durch Ihre Kriegsverletzung ihre Arbeitsfähigkeit einbüßten und die Währungsreform Ihnen auch die letzten kleinen Rücklagen nahm, für Jegliche Anschaffungen die Wohlfahrts- und Fürsorgeämter in Anspruch nehmen. Man kann sich denken, wie seelisch belastend solche Bitt- und Bettelgänge für Personen sind, die früher für sich selbst sorgen konnten. Die sich häufenden Selbstmorde und die Hoffnungslosigkeit, die sich ln der geringen Anteilnahme bei den letzten Wahlen dokumentierte, sollten Anlaß sein, vor allem anderen Aufwand durch Aufbesserung der Renten eine Ehrenschuld der Allgemeinheit an Kriegsversehrten abzudecken. Frau A. Sp. der Arbeiterwohlfehrt. — Auch der von • tedtrat Dr. Riemensperger (SPD) beantragte EusciiuR von SSM DM an die Volkshochschule, deren Bedeutung für die Weiterbildung der Bevölkerung vön ihm ausdrücklich klargelegt wurde, zog eine längere Aussprache nach Sich. Dr. Rtemensper- ger vertrat die Auffassung, daß dieser Betrag erforderlich sei, um die Volkshochschule aufrechterhalten zu könne«, die mindesten« so wichtig sei wie die AufreehterhattunK des Theaters, das Aufwendungen von SO# 00C DM erfordere, zumal man Ja auch höher* Aufwendungen für Hochschulen gebe. Man einigt* sich schließlich auf den Vorschlag des Oberbürgermeisters, hierfür einen Zuschuß von 15M DM zu bewilligen, wie er Ja auch vom Staat gegeben worden sei, und später falls nicht anderweitige Mittel hierfür aufgebracht würden, die Sache erneut vor dem Stadtret zu behandeln. Zum Schluß wies Bürgermeister Ruh darauf hin. daß die Freiburger Jugend seit Moneten kein Haue der Jugend mehr habe. Sein Vorschlag, dar Jugend bei' Freiwerden dee KZ-Lagere dort eine Baracke für ihre Zwecke luiuweieen, wurde vom Oberbürger- meleter dahin beantwortet, daß diese Frage gelöst werde, sobald die Stadt das Barackenlager zugewiesen bekäme. — Stadtrat Breitenbech (SPD) berichtete’ schließlich noch über die sut Zelt geführten Verhandlungen hinsichtlich der Anglelchung der Rationssätze an die Blzone, wobei er darauf hlnwiae. daß min die Schwererbelterratlonen zugunsten der Sohülerspelaungen absohaffen wolle, wogegen eich di* Gewerkschaften wenden würden — Stadtrat Dich- tel (CDU) vertrat die Auffassung, daß man hier über dl* kleinlichen Zonengrenien hinweg denken müsse. — Bürgermeister Schieler gab noch elntn kurzen Überblick über den Streßeitbahn- und Omnibusverkehr, wobei er hervorhob, deß Verhandlungen mit dar Industrie zur Besehaffungwatterar Omnlbussa sufgenommtn worden seien, so daß der Verkehr bis zunv Sommer noch wesentlich verbessert werden könne. Ferner müsse die Bevölkerung bei Beschädigungen von Gaslaternen und Feuermeldern bei der Feststellung der Täter lntanetv Mitwirken. Aue dem Freiburger Poliielbericht Einer Hau»fr«u wurde während ihres Aufenthaltes ln einem Verkaufsgeschäft der Kaiser-Joseph-Straße von einem unbekannten Täter aus ihrer Einkaufstasche ein Geldbeutel mit 48 DM Inhalt entwendet. — Weiter wurden ln der Nacht zum 9. Januar von einer Veranda des ersten Stockes ln der Brombergstraße verschiedene Wäschestücke gestohlen. — Auf der Polizeiwache wurde ein Herrenfahrrad, Marke „Herkules“, mit der Fabriknummer 240 104 abgegeben, das ln der Schwarzwaldstraße aufgefunden worden war; ferner ein auf einem Feldweg bei St. Georgen aufgefundener Fahrradrahmen mit der Fabriknummer 350077. Vermutlich dürften beide Funde von einem Diebstahl herrühren. Unfälle Ecke Basler Land- und Uffhauier Straße wurde ein Radfahrer von pinem Personenkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert Er mußte mit schweren Inneren Verletzungen ln das Lorettokrankenhaus eingeliefert werden. — An der Kreuzung Breisacher und Steinstraßa stießen zwei Lastkraftwagen zusammen, wobei beide Fahrzeuge Sachschaden davontrugen. — Ein in der Eggstraß* mit dem Abästen eine» Baumes beschäftigter 20jähriger Mann wurde von dem herabstürzenden Baumgipfel erfaßt und von der Leiter gerissen Mit schweren inneren Verletzungen mußte er in die Chirurgische Klinik verbracht werden. Sterbend aufgefunden Auf der Straße in der Nähe de» Gasthauses zur Post in Schallstadt wurde der aus Schalletadt gebürtige, ledige, 48jährige Gustav Adolf Müller zur Nachtzeit mit schweren Verletzungen bewußtlos aufgefunden. Zweifello« ist er von einem Kraftwagen angefahren worden. Man brachte ihn in das Haus eines Verwandten, wo er, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, kurz darauf starb. Wein au* Treckenbeeren In den mlttclbadlichen weinbautreibenden Gemeinden Neuweier und Varnhalt wurden unlängst trockene Traubenbeeren gekeltert, die man zu Beginn de» November» geerntet hatte. D'ese Trauben wurden ln einem wohltemperierten Raum auf»ehängt und von Zeit zu Zeit etwa» an»efeuchtet. Beim Keltern ergab lieh ein Mostgewicht von 180 Grad öchile. Die auf die»e Weite gewonnene Menge beträgt ihdes nur einige hundert Liter. Seite 6 — Nummer 5 &asl3oti Donnerstag, 13. Januar 1940 Unterhosen „Größe 5* Vor kurzem schenkte mir meine Frau zwei Unterhosen, Größe 5. Als ich jetzt eine davon ihrer Bestimmung zuführen wollte, stellte ich, der ich 1,70 Meter groß bin und .eine Bundweite von 82 Zentimeter besitze, zu meinem größten Erstaunen fest, daß die neue Unterhose so lang war. daß sie jedem Manne von 1,90 Meter Größe noch ausgezeichnet gepaßt hätte. Da es mit der zweiten Unterhose „Größe 5“ genau so war, so glaubte ich schon, es handle -sich um Exportware für ein Land, in dem man die Unterhose gleichzeitig als Füßlinge trägt oder vielleicht als Golfhosen. Doch auf die erste Überraschung folgte die zweite: ich knöpfte die Bundknöpfe zu und mußte feststeMen. daß der Bund reichlich war, daß ein Fertb-urh von 7en*imeter bequem darin Platz gefunden hätte. Sollte der Fabrikant am Ende schon die Ang'eichung der Rationen Südbadens an die Dopoe'zone in die Bundweite mit einifa'Hil'er* haben! Oder sollte er etwa schon den «ranzen Marshall-Plan bis 1952 erwogen haben? Tatsächlich kommen wohl nur zwei Möglichkeiten in Betracht. Entweder ist die Qualität der Unterhosen so schlecht, daß das Stück beim Waschen um 10 Prozent eingeht — dann würde es nämlich ungefähr passen —, oder es wurde vom Fabrikanten zu reich'ieh zugeschnitten. In beiden Fällen bin ich der fiereingefallene: denn im ersten Falle habe ich eine schlechte Qualität zu teuer bezahlt, und im zweiten Falle habe ich zuviel Rohstoff bezahlt. Selbst im Jahre 1952, in Südwestfunkklänge Donnerstag, 13. Januar: 14.15 Der Märchen- onkel erzählt: 16.00 Nachmittagskonzert; 19.00 Probleme der Zeit; 20.00 Ein Tanzabend: 21.00 SWF- Keporter berichten; 21.30 Im Rampenlicht. Freitag, 14. Januar: 16.00 Musikalische Teestunde; 19.00 Die Frau im Beruf und im Jiffentliehen Leben; 20.00 Plaudereien am Kamin; 20.45 Kammermusik; 21.30 Vom Ultraschall. Vom Freiburger Sender Wir hören am Donnerstag „Gibt es Gesetze ln der Geschichte?“ (18 40) und am Freitag „Spuren im Schnee“ (18.15). dem wir 2100 Kalorien bekommen sollen, wird kein normaler Sterblicher einen derartigen Schmerbauch ansetzen. Ganz abgesehen davon, daß im Falle guter. Qualität der Unterhosen eine unglaubliche Materialverschwendung vorliegt, die wir uns bei dem heutigen Mangel an Rohstoffen nicht leisten können, sollte der Textilfabrikant auch wissen, daß der Großteil der Käufer von Gebrauchsartikeln heute mit jedem Pfennig rechnen muß. Bei richtiger Kalkulation im Falle der erwähnten Unterhose „Größe 5“ wäre zweifellos eine Verbilligung der Ware möglich gewesen. Leider aber müssen wir Schaffenden immer wieder feststellen, daß beispielsweise 100 DM, durch Arbeit verdient, sehr viel Ge d sind, wenn man jedoch etwas dafür anschaffen muß, nur sehr wenig Geld. H. K. Wieder Weinmarkt in Freiburg In der zweiten Februarhälfte wird in einem größeren Freiburger Lokal nach jahrelanger Pause wieder ein Weinmarkt in Freiburg ab- gehalten werden, wie es einer alten Überlieferung entspricht. Es besteht die Absicht, diesem Weinmarkt eine Prämiierung der preiswertesten Weine vorausgehen zu lassen. Der Sport in der Heimat ASV Freiburg — Rot-Weiß Lörrach 4:5 (3:1) Nur wenig über 300 Zuschauer wohnten am vergangenen Sonntag dem Spiel der beiden Bezirksligisten bei Dieser flotte Kampf hätte einen besseren Besuch verdient. Während der A S V in der ersten Halbzeit dominierte, trumpften die Gäste in der zweiten Halbzeit auf. Schon in der zweiten Minute gingen die Gastgeber in Führung, indem sie einen Fehler der Gästeabwehr ausnützten, aber wenige Minuten später mußte ein Freiburger Verteidiger für den geschlagenen Torhüter retten. Bei verteiltem Feldspiel hatte der ASV die größere Schnelligkeit aufzuweisen. Die Freiburger operierten, durchweg flinker als die oft umständlichen Gäste, die wohl einen systemvollen Fußball zeigten, aber letzten Endes den nötigen Einsatz vermissen ließen. Aus einem Gedränge im Anschluß an eine Ecke fiel der zweite Treffer für den ASV und als drei Minuten später nach einem mißglückten Abstoß vom Lörracher Tor das 3:0 feststand, war ein Sieg des ASV nicht mehr zu bezweifeln, auch nicht, als nach . einer halben Stunde Lörrach nach schönem Durchspiel zum ersten Tor kam. Zehn Minuten nach Halbzeit baute der ASV sogar 'seine Führung weiter aus In diesem Augenblick erwachte in den Gästen der Kampfgeist. Ein Alleingang von Heberle brachte ihnen den zweiten Treffer, wenig später beförderten drei Mann (zwei AS Vier und ein Lörracher) eine Flanke des rotweißen Linksaußen ins Netz, und ein Durchspiel des Lörracher Innensturms brachte den Ausgleich. Der ASV hatte in diesem Spielabschnitt nicht mehr viel zu bestellen. Lörrach gab sich mit dem Ausgleich aber nicht zufrieden, sondern kam sogar noch zum Siegestreffer, der nach den guten Leistungen der zweiten Halbzeit verdient war. Bei Lörrach spielte Reinhold H enger, eine - •" Garde, mit seinen 42 Jahren noch Stopper und bewies, daß er durchaus noch nicht zum „alten Eisen*' gehört. Handballer schlagen Fußballer Die erste Handballmannschaft der FortuAa bewies am Sonntag' in einem Fußballspiel gegen die dritte Mannschaft der Fußballabteilung, daß sie sich auch in dieser Sportart mit „kleinen Sachen“ nicht abgibt. Für den klaren 10:l-Sieg der Handballer war in erster Linie derpr» KoncH^nn „ die sich vor allem in der Schnelligkeit auswirkte, maßgebend, so daß man versucht ist, den Fußballern ein kleines Handballtraining anzuraten. Vereinsnachrichten ASV Freiburg Tischtennis-Abteilung: Die TT-Abtei- lung des ASV veranstaltet am Samstag 15- Januar 1949, in der „Harmonie“ 'einen Tanz- und Unterhaltungsabend. Beginn 20 Uhr. Turnabteil ung: Mit Beginn de> n*u e _n Jahres finden unsere Turnstunden bis auf weiters wie folgt statt: Ab 11. Januar 1949, jeweils 18 Uhr Schülerturnen, 19.30 Uhr Jugendturner. Aktive und Männer; ab 20. Januar 49, jeweils 19.30 Uhr Jugendturnerinnen Turnerinnen und Frauen: ab 3. Februar 49, jeweils 15 Uhr Schülerinnen. Die Übungsstunden finden- nach wie vör in der Turnhalle der Le s singschule und zwar für die männlichen Abteilungen donnerstags bzw. samstags statt. Mit Rücksicht auf die im Laufe des Frühjahrs geplanten turnerischen Veranstaltungen wird gebeten, ab den genannten Daten die Turnstunden regelmäßig zu besuchen. Gäste sind zu den Übungsabenden gerne willkommen. Kleine St?.dtnacbrichten In der von Fr. W Jürgens inszenierten Operette „Schäfchen zur Linken“, die am 13. Januar im Casino ersteufgeführt wird, haben Heinrich Kejim die musikalische und Hans Heinz steinoach die Tanzleitung. Das Bühnenbild gestaltete Renate Rieß. — Am 14. Januar gastiert die Tegernseer Bauernbühne mit dem erfolgreichen Schwank „Das sündige Dorf im Casino - In den Kammerspielen wird das Bühnenmärchen „Die Sch©eekönigin M dank der starken Nachfrage am Jfi Jaritiar nochmals wieder* holt Der Volkshochschulkursus „Leben und Schaffen der großen' Erfinder** (Dozent Sigfrid von Weiher) beginnt wieder am 14. Januar, 20.10 Uhr, im Hörsaal 90 der Universität Zunäöfist berichtet der Pionier des Kraftwagens und persönliche Freund der Familie Benz. Schoemperlen, über eigene Erinnerungen aus der Frühzeit des Automobilismus in Baden. Hierauf setzt S. v. Weiher seinen Kursus mit einem Lebensbild des Erfinders Rudolf Diesel fort. Die durch Lichtbilder ergänzten Kursusvorträge können auch von Gästen besucht werden. Der Mannergesangverein Wiehre, der im letzten Jahre aus Anlaß seines 40jährigen Bestehens mit einem Konzert und einer Jubiläumsfeier an die Öffentlichkeit trat, setzt seine Veranstaltungen am 16. Januar, 18.30 Uhr, in der „Harmonie“ mit einer Tanzunterhaltung fort. Am IS. Januar, 15 Uhr, veranstaltet die Feuerwehrkapelle Freiburg im Maria-Hilf-Saal aus Anlaß ihres 30jährigen Bestehens ein Konzert unter der Leitung des Musikdirektors Josef Reiber. Die Concoidia - Sternsinger suchten am Dreikönigstage auch das Rathaus auf. Der Oberbürgermeister, die Bürgermeister und viele städtische Bedienstete spendeten den kleinen Sängern für ihre unter Hauptlehrer Bühlers Leitung frisch gesungenen Dreikönigslieder in der Aula rsichen Beifall. Der Freiburger Männergesangverein verschönte wie seit zehn Jahren, auch diesmal unter der Leitung des Chomaeisters W Weis die Feierstunde für die Patienten der Hautklinik durch einige Männerchöre. Bei der traditionellen Jahresfeier im Vereinsheim, bei der sich das neugegründete Hausorchester erfolgreich vorstellte, würdigte der erste Präsident, Finanzdirektor Zimmer* mann, vor allem die rührige Aufbauarbeit des Vereins und die Neugründung des* Vereinsorchesters. Eine vom Präsidenten angeregte Sammlung für die ..Glückskette Kyiderhilfe in Europa und der Welt* 4 ergab einen namhaften Betrag. Der Freiburger Kaninchenzucht-Stammverein C 54 veranstaltete einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend, bei dem bekannte Solisten mitwirkten. Bei dieser Gelegenheit wurden einem Vereinsmitglied, dessen gesamtes Zuchtmaterial am Heiligabend von Einbrechern gestohlen worden war, mehrere wertvolle. Tiere geschenkt. Lohnsteuer-Jahresausgleich 1948 Ausschreibung und Einsendung der Lohnsteuer-Belege 1948 I. Lohnsteuer-Jahresausgleich Die neuen Vorschriften über den Lohnsteuer- Jahresausgleich im Wege der Aufrechnung durch den Arbeitgeber finden erstmals für das Kalenderjahr 1949 Anwendung. Zur Durchführung des Lohnsteuer-Jahresausgleichs 1948 sind ausschließlich die Finanzämter zuständig. Der Lohnsteuer-Jahre^aus- gleich 1948 erstreckt sich auf die in deutscher Mark im Zeitraum vom 1. Juli 1948 bis 31. Dezember 1948 einbehaltene Lohnsteuer und Kirchenlohnsteuer. Arbeitnehmer, die den Lohnsteuer-Jahresausgleich 1948 in Anspruch nehmen zu können glauben, haben bis spätestens 31. März 1949 bei derp Finanzamt, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1948 ihren Wohnsitz oder — in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes — einen gewöhnlichen Aufenthalt hatten, einen entsprechenden ' Antrag unter Verwendung eines amtlichen Vordrucks einzureichen. (Vordrucke sind ab Anfang Februar 1949 uei den Finanzämtern erhältlich. Der Lohnsteuer-Jahresausgleich, der an sich auf die Fälle unständiger Beschäftigung oder schwankenden Arbeitslohns beschränkt ist, kann auf Grund einer Verwaltungsanordnung ausnahmsweise für 1948 auch in den Fällen beantragt werden in denen steuerfreie Beträge wegen erhöhter Werbungskosten, erhöhter Sonderausgaben und wegen außergewöhnlicher Belastungen für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1948 gleichgültig aus welchem Grunde, nicht oder nicht in voller Höhe auf der Lohnsteuerkarte 1948 eingetragen waren, oder eine für den Arbeitnehmer günstigere Steuerklasse nicht berücksichtigt war. Der Lohnsteuer-Jahresausgleich 1948 wird im Wege der Erstattung der zuviel einbehaltenen Lohnsteuer und KisÄteaflohnsteuer durchgeführt. H. Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigungen für 1948 Der Arbeitgeber hat auf Grund der Eintragungen im Lohnkonto die auf der zweiten Seite der Lohnsteuerkarte 1948 vorgedruckte Lohnsteuerbescheini- gung auszuschreiben. Die allgemeine Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigungen für 1948 ist im Hinblich auf den Lohnsteuer-Jahresausgleich 1948 nur auf den Arbeitslohn und die Sachbezüge zu erstrecken, die im Zeitraum vom 1. Juli 1948 bis 31 Dezember 1948 bezogen worden sind, und auf die hierauf einbehaltene Lohnsteuer und Kirchenlonnsteuer. Auf Angaben für die Zeit vor dem 1. Juli 1948 wird verzichtet. Die Beachtung dieser Anordnung ist deshalb wichtig, weil nur für fite Zeit vom 1. Juli 1948 bis 31. Dezember 1948 ausgeschriebenen Lohnsteuerbescheinigungen den Erfordernissen des Lohnsteüer- Jahresausgleichs genügen. Die Kirchenlohnsteuer ist unterhalb der Lohnsteuer mit dem Vermerk: Ki. . . . . DM . . Dpf, wenn Kirchenlohnsteuer nicht einbehalten ist. mit dem Vermerk; Kirchenlohnsteuer null DM einzutragen Für die Arbeitnehmer, deren Lohnsteuerkarte nicht vorliegt oder für die der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung auf der Lohnsteuerkarte bei ihrem Ausscheider, im Laufe des Kalenderjahrs nicht ausgefüllt hat sind besondere Lohnsteuerbescheini- gungen (Lohnsteuerüberweisungsblätter), und zwar auch nur für die Zeit ab 1 Juli 1948 auszufertigen. (Vordrucke sind ab Mitte Februar 1949 bei den Finanzämtern erhältlich.) UI. Einsendung der Lohnsteuerkarten (Lohnsteuer- überweisungsblätter) 1948 Die mit LohnsteuerbeschMnigung versehenen Lohnsteuerkarten 1948 sind entgegen dem auf den Karten aufgedruckten Vermerk erst nach dem 31 März 1949. spätestens -»edoch bis 31 April 1949 - nach Gemeinden und innerhalb der Gemeinden nach Buchstaben geordnet - dem Finanzamt des Wohnsitzes einzusenden, das auf der Lohnsteuerkarte 1949 angegeben ist. Die Lohnsteuerüberweisungsblätter sind jedoch grundsätzlich dem Finanzamt der Betrleosstätte zu | übersenden Die Lohrsteuerkarte 1949 darf dem Ar- j beitnehmer ausgehändig» werden, wenn dieser die Lohnsteuerkarte für die Zwecke des Lohnsteuer- Jahresausgleichs dem Finanzamt vorlegen muß Arbeitnehmer. die am Jahresschluß in keinem Dienstverhältnis standen und deshalb im Besitze der Lohnsteuerkarte 1648 sind. ‘ haben diese ebenfalls bis spätestens 30 April 1949 d Ä m Finanzamt einzureichen, das auf der Lohnsteuerkarte 1649 angegeben ist IV Die Lohnsteuerkarten 1949 sind dem* Arbeitgeber bei Beginn des Kalenderjahres 1949 vorzulegen, «o daß die Steuerabzugsbeträge von dem im Monat Januar 1949 bezogenen Arbeitslohn nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte 1949 berechnet und ein- behalten werden können. Legt ein Arbeitnehmer seine Lohnsteuerkarte 1949 dem Arbeitgeber schuldhaft nicht vor oder verzögert er — bei vorübergehender Aushändigung der Lohnsteuerkarte 1949 — die Rückgabe der Lohnsteuerkarte, so hat der Arbeitgeber für die Berechnung der Lohnsteuer künftig voY Anwendung der Lohnsteuertabelle d*m tatsäch liehen Arbeitslohn monatlich wöchentlich .täglich halbtäglich 115 DM 27 DM 5 DM 3 DM hinzuzurechnun. Für den nach der Hinzurechnung sich ergebenden Betrag ist die Lohnsteuer aus der Lohnsteuertabelle nach Steuerklasse T abzulesen V Lohnsteuerbescheinigungen für 1949 Der Arbeitgeber ist verpflichtet, nach Ablauf des Kalenderjahres oder - wenn das Dienstverhältnis vor dem 31 Dezember 1949 endet — bei Beendigung des Dienstverhältnisses auf Grund der Eintragungen im Lohnkonto die auf der zweiten Seite der Lohnsteuerkarte 7949 Vörgedrucktp T oh osteüerbescheini- guns auszuedv-eiben Badisches Ministerium der Finanzen Abteilung für Steuern und Zölle Offene Hellen Einstellungen nur über das zuständige Arbeitsamt Süchtig. Ofensetzer, nicht über 35 J., zum sofortig. Eintritt gesucht. Wegen vorgeschritt. Alter nach Übereinkommen Übernahme des Geschäftes. Angeb. unter A 138 an den Verlag Das Volk. Freiburg Packer, kräft, Mann, für unseren Eisenwarenversand gesucht. Vorsprachen täglich von 9—12.30 oder von 15—18 Uhr erwünscht. Gustav Alb- recht & Sohn, Fretburg, Herrenstraße 45. Jg„ kräft. 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