mMoK Samstag, den 15. Tanuar 1949 4 Jahrgang / Nummer 6 FBE1BUBG III BBGISGAU Erscheiaungstage Dienstag. Üooneretag Samstag Einzelpreis 20 Pf Wonatsberugspreis Dfcfr 2«— einschließlich Trfigertobn. durch die Post DM 2.20 Anzeigen laut Tarif gegen Eeonkartenanswei» Organ der Sesiaanemokratiscticn Partei DeiitscMaiicIs Land Baden Nr r 28 ir eS' Die verblüffendste Schlagzeile: „Thomas E. Dewey Amerikas neuer Präsident“ .(Eine Münchner Zeitung vom 3. November).- Der meistinterviewte Mann: General Lucius D. Clay. top. Praktische Ratschläge Das Anbrennen von Ome’ettenpfannen kann man verhüten, wenn man sie vor Gebrauch mit erhitztem Kochsalz einreibt. Speisen, die large warm bleiben sollen, stelle man auf ein“ Platte mit Salz. Nickelgegenstände behalten ihren schönen Glanz, wenn sie von Zeit zu Zeit mit Zeitungspapier abgerieben werden. Mattgewordene Fenster- und Spiegelscheiben reinigt man mit Salmiakgeist. Frischgebackener Kuchen läßt sich gut schneiden, wenn man das Messer vorwärmt Einmachgläser zerspringen beim Heißeinfüllen nicht, wenn man darunter ein feuchte» Tuch legt. Das Absiellen auf kalte Herdplatten muß vermieden weiden. Das lästige Ankäufen der Fensterscheibe n tm Winter wird verhindert, wenn man die Scheiben mit Spiritus abreibt. - Rostflecken am Bügeleisen sind zu verhüten, wenn man es öfter mit Wachs ab re: U - A n gebrannte Pfannen werden rasch sauber wenn man darin Wasser mit Soda kocht. Ringetrocknete Stempelkissen werden wieder brauchbar, wenn man sie mit Glyzerin befeuchtet. Glasscheiben und Gläser erhalten einen schönen Glanz, wenn man dem Wasser Borax oder einen Eßlöffel voll Salm-akgelst beimischt. Kristallglas erhält einen Hochglanz, wenn man dem Spülwasser etwas Kochsalz zusetzt. Samstag, 15. Januar 1949 ZkslQotit Nummer 6 — Seite 5 Das Glück läßt sich nicht erzwingen Ein Blick hinter die Kulissen des badischen Sport-Totos Auf die Frage, welche Maßnahmen ergriffen scheine mit Tinte oder Tintenstift auszufüllen sind. wurden, um bei der Vielzahl der Annahmestellen im Rahmen des badischen Sport-Totos — insgesamt sind ed etwa 500 — Veruntreuungen und andere Inkorrektheiten zu verhindern, gab Dr. Stürmer, der Leiter der badischen Totover- sraitung, in einem Interview folgende Auskunft: Es handelt sich hier um die Vertrauensfrage, und dies ist natürlich einer der allerwichtigsten Punkte bei einem Totalisatorbetrieb. Wir haben deshalb gerade auf die Sicherung aller Teilnehmer gegen Betrug und Veruntreuung unser schärfstes Augenmerk gerichtet, und zwar gestützt auf die Erfahrungen des gerade darin vorbildlich organisierten Schweizer Totalisators, dessen Direktion uns hierin ebenso freundschaftlich wie gründlich unterrichtete. — Der Wett-Teil- nehmer erhält bei Abschluß der Wetten den Abschnitt 1 des Wettscheines mit der einen Marken: hälfte als Quittung und Beleg. Mit diesem kann er einen etwaigen Gewinnanspruch geltend machen, denn er trägt dieselbe Kontrollnummer wie Ab- Schnitt zwei und drei des Wettscheins. Letztere werden mit den anderen Markenhälften von der Wettannahmestelle direkt oder bei den entfernter gelegenen — auf dem vorgeschriebenen Wege über die Hauptsammelstelle — an die Auswertungszentrale nach Konstanz weitergeleitet, wo sie am Samstagmittag, also vor dem Wettspielsonntag, vorliegen müssen. Dieser Annahmeschluß am Tage vor den Wetten ist eine der wichtigsten Sicherungsmaßnahmen. Der zeitgerechte Eingang der Wetten ist aber eine der schwierigsten Aufgaben. Denn einerseits müssen die Wettannahmestellen soweit wie möglich bis Freitagabend entgegennehmen können, da gerade an diesem letzten Tage die meisten Wetten abgeschlossen werden; und andererseits müssen diese Wettscheine am •amstagmittag in der Auswertungszentra'e sein, da aus leichtverständlichen Sicherungsgründen die Annahme und Beteiligungsermittlung vor Beginn der Wettspiele abgeschlossen sein müssen. Diese kurzfristige Zustellung von Freitagabend bis Samstagmittag ist bei den heutigen Verhältnisen auf dem Postwege natürlich undurchführbar. Deshalb mußte hierfür ein eigener Kurierdienst eingerichtet werden, der besonders zuverlässige# und erfahrenen Leuten übertragen wurde. Die Beteiligungsermittlung ist eine der wichtigsten Sicherungsmaßnahmen. Außerdem wird hierdurch die Gesamtzahl der eingegangenen Wettscheine und die Gesamtsumme der eingesetzten Wettbeträge festgestellt. Daraus ergeben sich .dann auch die Gesamtgewinnsumme und die Teilbeträge für die drei Gewinnränge. Mit dieser Beteiligungsermittlung sind je nach Höhe der Beteiligung 30 bis 40 Personen beschäftigt. Die Tipfreunde sind durch entsprechende Sicherungen aber auch gegen Inkorrektheiten der beteiligten Auswerter und Kontrollorgane der Totoverwaltung selbst gesichert. Die Aufgabe der Sicherung besteht darin, das nachträgliche Einschieben von Wettscheinen zu verhindern, die erst nach Beendigung der Wettspiele, d. h. unter Verwertung der bereits bekannten Spielergebnisse, ausgefertigt wurden. Um diese besonders gefährlichen Betrugsversuche zu verhindern, sind verschiedene Maßnahmen vorgesehen. So haben die Wettscheine jede Woche eine andere Farbe. Außerdem haben die Abschnitte 1, 2 und 3 des Wettscheines eine gleichlautende Kontrollnummer. Ferner werden die Wettscheine nach Abschluß der Beteiligungsermittlung getrennt nach Abschnitt 2 und 3 bis Montagvormittag unter Polizeiverschluß genommen, nachdem sie vorher in eine wöchentlich wechselnde Farbe getaucht wurden, die von besonderer geheimgehaltener chemischer Zusammensetzung ist. Am Montagvormittag beginnt die Gewinnermittlung, bei der, je nach Menge der eingegangenen Wetten, 40 bis 80 Personen Mitwirken. Diese Rechner dürfen nur Rotstifte verwenden, während die Wett- Der Gebrauch von Füllfeder oder Tintenstift durch einen der Rechner würde dessen sofortige Entfernung durch das Aufsdchtspersonal zur Folge haben. Ausgewertet werden die Abschnitte 3, während die Abschnitte 2 weiter unter Verschluß bleiben. Wenn die Gewinne festgestellt sind, werden die betreffenden Abschnitte 3 mit dem dazugehörigen Abschnitt 2 verglichen und festgestellt, ob sie die gleiche Kontrollnummer tragen und mit diesen identisch sind. Die Vergleichung erfolgt in einem anderen Raum und durch anderes Personal als die Gewinnermittlung. Alle diese Arbeitsvorgänge werden dauernd unter Aufsicht besonderer Kontroll personen durchgeführt. Diese werden jedesmal nach einem vorher nicht bekannten Arbeitsplan an anderer Stelle eingesetzt, so daß auch ein betrügerisches Zusammenwirken von Auswertem und Kontrollpersonen ausgeschlossen wird. Es wäre vermessen zu behaupten, man könnte in einem solch komplizierten und umfangreichen Betriebe eine hundertprozentige Sicherung gegen Betrugsversuche garantieren. Wir dürfen aber wohj mit gutem Gewissen erklären, daß wir uns alle Erfahrungen aui diesem Gebiete zunutzen machten und alle technischen und organisatorischen Maßnahmen eingeschaltet haben, um jeden Betrugsversuch zu verhindern. Wir sind uns der Verantwortung für dieses staatliche Unternehmen völlig bewußt und uns auch besonders darüber klar, daß ein solcher Sporttotalisator von Anfang an und auf die Dauer nur dann erfolgreich sein wird, wenn er sich auf das volle Vertrauen aller Wettteilnehmer stützen kann. L. Sch. Der Literaturpapst Anna Pauker Die rumänische Außenministerin Anna Pauker hielt kürzlich in einer Sitzung des Zentralkomitees der rumänischen „Arbeiterpartei“ einen Vortrag über „Die Arbeit der Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler in der Volks-i republik Rumänien“. Anschließend -wurden, 1 nach einer Meldung aus Bukarest, auch Maßnahmen für die „Förderung der Kultur“ besprochen. Uns will scheinen, daß hier weniger von einer „Förderung“ als vielmehr von einer Reglementierung der rumänischen Kunst und Wissenschaft gesprochen werden kann. Daß gerade Anna Pauker, die Leiterin der Außenpolitik Rumäniens, den rumänischen Künstlern und Wissenschaftlern einen Vortrag hielt, läßt erwarten, daß diese künftig nicht nur auf innenpolitische, sondern auch auf außenpolitische Interessen in ihrem Schaffen Rücksicht nehmen müssen. Wahrscheinlich wird Frau Pauker den rumänischen Kulturschaffenden erklärt haben, daß sie alle nur „zum Ruhme der großen Sowjetnation“ bzw. des großen Stalin schreiben und forschen dürfen. Ein duftendes Inserat In der finnischen Zeitung „Uusi Suomi“, Helsinki, lesen wir: „Das erste duftende Inserat in Europa publizierte ,Sydvenska Dagbladed“. Früher hat man von parfümduftenden Anzeigen in amerikanischen Zeitungen erfahren, und einmal wurde so ein Verfahren von einer amerikanischen Versicherungsgesellschaft ah- gewendet, die nach einem großen Brand in der Stadt ein stark nach Rauch duftendes Inserat publizierte. Das ganzseitige Inserat der „Syd- venska Dadbladed“ hingegen betraf Vanille- Essenz. Zuerst versuchte man, Vanüle-Mehl mit der Druckfarbe zu vermischen, aber dies gelang nicht. Danach mischte man Vanille- Essenz mit öl, und nun war das Resultat viel besser. Der Druck mußte jedoch immer nach 5000 Exemplaren unterbrochen werden, damit man die Maschinen reinigen konnte. Am nächsten Tag duftete die ganze Auflage von 70 000 Exemplaren nach Vanille. Alle Leser bemerkten den Duft, verstanden aber am Anfang den Zusammenhang nicht. In einer Familie hatte der kleine Sohn behauptet, daß das Inserat nach Vanille dufte, aber seine Eltern lachten bloß und meinten, daß die Kuchen im Inserat so lecker aussehen und darum der Bub instinktiv den Duft von Vanille in seiner Nase fühlte.“ Die Folter des 20. Jahrhunderts Serum erpreßt die Wahrheit — Einschränkung der persönlichen Freiheit In den letzten Wochen sind vor den franzö- Dinge zu sprechen, über die sie unter norma- sischen Gerichten heftige Debatten zwischen, len Voraussetzungen niemals ein Wort ver- den Vorsitzenden und den Verteidigern in he zug auf die Anwendung des „Wahrheitsserums“, das von amerikanischen Wissenschaftlern erfunden worden sein soll, ausgefochten worden. Die Franzosen lehnen im allgemeinen eine Vernehmung, die der Angeklagte im Unbewußtsein zu bestehen hat, ab, und die Anwälte opponieren gegen jeden Versuch, ihren Klienten mit Hilfe des Wahrheitsserums oder der Wahrheitsmaschine zu verhören. Es ist interessant, diese Methoden einmal näher zu beleuchten, da sie in Deutschland nicht so fremd und neuartig sind, wie im allgemeinen vermutet wird. Als Generalfeldmarschall v. Witzleben und weitere sieben Offiziere vor dem Volksgericht in Berlin standen und ohne ein Wort der Verteidigung ihre Tat Zugaben, stellten einige Ärzte fest, daß die Angeklagten unter der Einwirkung von Lachgas standen und infolge dieses Einflusses sich in einem Rauschzustand befanden, der jede Widerstandskraft ausgeschaltet hat. Die Wirkung des Wahrheitsserums unterscheidet sich vom Lachgas nicht wesentlich. Der äußere Unterschied liegt darin, daß das Serum mit Hilfe einer Injektionsspritze und das Lachgas durch Einatmung dem Angeklagten übermittelt wird. Kriminalisten und Journalisten haben absichtlich das Gesetz übertreten, um mit diesen Verfahren näher in Berührung "zu kommen. Mit aller Willenskraft widersetzten sie sich, trotz der Injektion die Wahrheit zu sagen. Nach Erlangung des Normalzustandes waren sie erstaunt, von einer Schallplatte ihr eigenes Geständnis zu hören. Menschen, die unter starker alkoholischer Einwirkung stehen, neigen viel leichter dazu, Kulturelles aus aller Welt 100 Gramm Luftpost nach Berlin Rastatt, 14.1. (Südena). Vom 15. Januar «b wird das Höchstgewicht für Luftpost-Briefsendungen aus der französischen Zone nach Berlin und der sowjetischen Besatzungszone von 50 auf 100 Gramm erhöht. Außer der Freigetoühr wird ein Luftpostzuschlag von 5 Pfennigen Je 20 Gramm erhoben Brlefsendung^n ohne den Vermerk „Mit Luftpost“ sind weiterhin nur bis 50 Gramm zulässig. Deutsches Institut für Auslandskunde In Frankfurt a. M. wurde ein Deutsches Institut für Auslandskunde gegründet, das der wissenschaftlichen Forschung, der Verbreitung von Kenntnissen über das Ausland in Deutschland durch Vorträge und Veröffentlichungen sowie der Förderung internationaler Zusammenarbeit dient. Namhafte Wissenschaftler, Publizisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben ihre Mitarbeit zugesagt. Aus dem Theaterleben Neben Karl Zuckmayer» „Des Teufels General" war Priestley» „Ein Inspektor kommt" das meistgespielte Stück ln Deutschland. Demnächst bringt nun das Mannheimer Nationaltheater als Uraufführung Priestleys „Hier war Ich schon einmal“. Im Züricher Schauspielhaus wurde das . Schauspiel „Als der Krieg zu Ende war“. In dem das Schicksal einer deutschen Familie nach dem Einmarsch der Hussen ln Berlin geschildert wird, von Max Frisch uraufgeführt. Die mit sensationellem Erfolg in Amerika gespielte Komödie „Panoptikum“ von Franz Molnar wurde jetzt ln Frankfurt a. M. erstaufgeführt. In Mainz führten die Angehörigen des Theaters einen Theater-Werbetag durch, ln dessen Rahmen die Schauspieler die einzelnen Geschäfte und Haushaltungen besuchten, um dort füi ihre Kunst zu werben. Aus der Welt des Films An dem Internationalen Filmball ln Frankfurt a. M. nehmen u. a. Zarah Leander, Herta Feiler, Hilde Krahl, Hilde Weißne’r, Franziska Kinz, Heinz Hübmann, Viktor de Kowa und Wolfgang Liebeneiner teil, und aus Holland kommt der Altmeister des deutschen Kabaretts, Julius Nelson, herüber. Landesbischof D. Wurm wurde von dem kommissarischen Leiter der neuen Bachgesellschaft in Leipzig gebeten, gegen die von einer Wiener Filmgesellschaft beabsichtigte Verfilmung der {latthäuspassion zu protestieren. D. Wurm erklärte, daß er sich ebenfalls aufs schärfste gegen die Verfilmung verwahre. Der Kulturausschuß der Stadt München beschloß die Aufnahme von Verhandlungen der Münchener Philharmoniker mit den Filmproduktionsflrmen in Geiselgasteig. Man e-wartet von einer solchen Mitarbeit eine wesentliche Verbesserung der finanziellen Lage der Münchener Philharmoniker. Gegen den Kulturpfennig Der Vorstand des Presseverbandes Rheinland-Pfalz faßte eine Entschließung gegen den Plan des Finanzministeriums von Rlieir.land-Pfalz, von den Zeitungen d h rben an äuU l rine S so^fEirr,^^nr- n h n efüt m es^n unbedingt eine-Taschenlampe fanö- - - - - - - tigte. Na ja, über die B '’euchtung in diesem Falle konnte man geteilter Meinung sein. Ich muß zugeben, es entstand eine merkwürdige Magie mitten im Proszenium der Fußbank. Es war eine unheimliche Verzauberung der leblosen Darsteller, die durch die ernsthaften Erklärungen des Kindes spukhaftes Leben gewannen. der Entschließung, würden der Boden der Demokratie und der Gleichberechtigung aller verlassen und ein Ausnahmegesetz sowie eine Ausnahmesteuer geschaffen. — Auch die Filmtheaterbesitzer des Landes Württemberg-Baden protestierten scharf gegen die Einführung des Kulturpfennigs und beschlossen, gegebenenfalls die erforderlichen Unterschriften zu sammeln, um einen Volksentscheid auf Auflösung des Landtages ln die Wege zu leiten 2000 Buddhisten In Deutschland In Sersheim bei Mühlacker ist die Gründung eines buddhistischen Klosters geplant. Der Buddhismus zählt gegenwärtig in Deutschland rund 2000 Anhänger, die von dem Schriftsteller Walter Persian, Düsseldorf, betreut werden. 200 000 amerikanische Bücher ln einem Monat Im Dezember 1948 wurden mehr als 200 000 Bücher amerikanischer Autoren In deutscher Übersetzung ln den Westzonen abgesetzt. Ferner wurden lm Dezember insgesamt 408 Ö00 Aufsätze und Kurzberichte aus amerikanischen Magazinen in deutschen Zeitschriften und Zeitungen nachgedruckt Eine zweisprachige Nietzsche-Ausgabe Die Editions du Seutl in Paris haben eine zweisprachige Ausgabe sämtliche! Gedichte Nietzsches herausgebracht. Die Gedichte wurden von G Ribe- mont-Dessaignes übersetzt. Lippl Präsident des bayerischen Rundfunkr%tes Der Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, Lippl, wurde zum Präsidenten des bayerischen Rund- funkrates gewählt. loren hätten. Ähnliche Vorkommnisse wurden von Ärzten festgestellt. Nach dem Erwachen aus der Narkose ist der Mensch ebenso leicht mitteilsam, wie es während einer Hypnose der Fall ist. Sind aber die Aussagen, die unter diesen künstlichen Einflüssen gemacht werden, wirklich reine Wahrheit? Diese strittige Frage wird von dem überwiegenden Teil der Wissenschaftler mit nein beantwortet und es hat den Anschein, daß sich diese Auffassung durchsetzt. Sie vertreten ihre Meinung damit, daß ein Mensch, der unter „chemischem Einfluß“ eine Aussage macht, oft die Unwahrheit zu seinen Ungunsten sagt. Er berichtet von Verbrechen, die er begangen haben will, aber tatsächlich nur vom Hören und Sagen her kennt, oder in den Zeitungen, oder in einem Kriminalroman gelesen hat. In anderen Fällen wurde festgestellt, daß der Täter seine Tat erheblich übertreibt, und die Gerichte haben wiederholt feststellen müssen, daß die Angeklagten mehr aussagten, als sie wissen wollten. Somit kann festgestellt werden, daß das Wahrheitsserum nicht den gewünschten Zweck restlos erfüllt. Ein großer Teil von Juristen lehnt diese Methode ab, weil sie eine Einschränkung der persönlichen Freiheit im weitesten Maße bedeutet. Im Mittelalter wurde die Wahrheit durch Folterqualen erpreßt, heute geschieht es auf eine „angenehmere“ Art, aber der Zweck ist der gleiche. fop. Theater vor der Fußbank Seitdem mein Sohn Rolf ein Märchen sah, hört er nicht mehr auf, Theater zu spielen. Er benutzte nämlich eine breite, derbe Fußbank, stülpte sie quer auf die Seite und hat die herrlichste Kulissenfcühne, die man sich denken kann. Die Beine der Holzbank waren die Kulissen, und die Sitzüäche bildete den Abschluß, Rundhorifönt und Hintergrund. Mit ein bißchen Krimskrams konnte er die raffiniertesten Bühnenbilder schaffen, vorausgesetzt, daß auch der Zuschauer genügend Phantasie mitbrachte. Ja, und die Schauspieler hatte er sich aus ein paar Hölzern zurechtgezimmert, buntes Papier daraufgeklebt, und Farbe und Papierflitter gaben die Möglichkeit, Männlein und Weiblein auseinanderzuhalten Jetzt wußte ich endlich, Bei dieser Spielillusion wurde ich unversehens an das Theater Thornton Wilders erinnert, wo auch ein Ansager uns das Geschehen auf der Bühne erklärt und die Darsteller nur so tun, als ob sie “twas täten, während der Zuschauer doch erkennt, was vorgeht, weil die aus dem täglichen Leben stammenden Verrichtungen uns vertraut sind. Eigentlich war nur ein Unterschied: die Worte des Kindes waren noch nicht so gescheit wie die eines Dichters. Aber Theater war beides, wirkliches und unwirkliches, reales und metaphysisches. — Wer vor dem Fußbanktheater des Kindes nichts empfindet, sollte das Eintrittsgeld auch für die Bühne der Großen sparen. Ohne die Leidenschaft der eigenen Phantasie bleibt das schönste Theater nur Holz und Farbe und Taschenlampentechnik. Peter Rallen. 300 Jahre Mikroskop Die menschliche Neugier ist die stärkste Triebfeder für den Fortschritt der Wissenschaft. So hat auch das Wissen-Wollen um die kleinsten Dinge die holländischen Brillenmacher zum Bau des ersten Mikroskops veranlaßt. Der Mensch des 20. Jahrhunderts kann nicht ganz ein Lächeln verbergen, wenn er — wie augenblicklich in London — diesen ersten primitiven Apparat sieht. Und doch ist er der Ahne der heutigen Elektronen- und Fluorenszensmikroskope, denen kaum noch etwas verborgen bleibt. Auch Galiläi, der unermüdliche Erforscher des Makrokosmos, gab mit seinem Teleskop neue Impulse zur Vervollkommnung des Mikroskops. Im 17. Jahrhundert verbindet sich die Weiterentwicklung des Mikroskopes mit den Namen der großen Wissenschaftler, wie Newton, Kepler, Descartes und Huygens. Pioniere des Mikroskopes, die schon wesentliche Erkenntnisse mit seiner Hilfe errangen, waren Robert Hooke, der 1667 mit einem von ihm verbesserten Apparat die Pflanzenzellen entdeckte, der Holländer Swammerdam, der 1658 die Blutkörperchen fand, der berühmte italienische Anatom Malpighi 1662 mit der Entdeckung des Kapillarkreislaufes und der Holländer Leu- wenhook, der mit einem von ihm weiterentwickelten Mikroskop zum ersten Male Ihfu- sorien sah. Auch bedeutende Ärzte befinden sich in der Reihe derer, die das Mikroskop weiteren! wik- kelten. So vervollkommnete der berühmte Berliner Arzt Lieberkühn im 18. Jahrhundert das Mikroskop durch Einbauen eines Reflexionsspiegels und ermöglichte damit zum ersten Male das Mikroskopieren von dunklem und undurchsichtigem Material. Den Weg zum heutigen modernen Mikroskop aber eröffnete einer der hervorragendsten englischen Chirurgen, der Arzt J. J. Lister, mit seinem „achromatischen Mikroskop“, das alle Verfärbungen und Verzerrungen ausschloß. Das Londoner Medizin-Historische Institut hat das Verdienst, seinen Besuchern die Entwicklungsgeschichte des Mikroskops gegenwärtig in einer umfassenden, lehrreichen Ausstellung an Hand von Zeichnungen und Original- Instrumenten deutlich zu machen. Die Ausstellung, die sich um eine wirkliche Einführung in die Geschichte des Mikroskops bemüht, bleibt nicht im Theoretischen stecken: zahlreiche der ungefähr 1000 Mikroskope sind mit den verschiedensten Präparaten versehen, die dem Besucher einen Einblick in die Welt des Mikrokosmos gestatten. „Satisfaktionsfähig“ Ob die heutige Jugend dieses Wort und seine Bedeutung überhaupt noch kennt? Ich glaube, die wenigsten jungen Leute können sich unter diesem Worte etwas vorstellen. Das schadet auch nichts. Das Wort „satisfaktionsfähig“ wurde in der Wilhelminischen Zeit oft gebraucht: in einer Zeit, die viele heute gern als die „gute alte Zeit“ im längst schwach gewordenen Gedächtnis mit sich herumtragen. Diese „gute alte Zeit“ war in Wahrheit eine Zeit der schärfsten Klassengegensätze, in der Standesdünkel und Bildungsstolz oft groteske Blüten trieben. Ein bezeichnender Ausdruck hierfür war das Wort „satisfaktionsfähig“. Es bedeutet, fähig sein zur Genugtuung d. h. zur Genugtuung mit der Waffe im Duell, im Zweikampf. Wer aber war satisfaktionsfähig, wer besaß eine „Ehre“, deren Anhauch nur mit Blut und mit der Waffe in der Hand wieder hergestellt werden konnte? Nicht der gewöhnliche Sterbliche, nicht der einfache Beamte, nicht der schlichte Handwerker oder gar der Arbeiter. Eine Ehre im „höheren“ Sinne besaßen nur die Offiziere und die Akademiker, diese vor allem, wenn sie dem Reserveoffizierskorps angehörten, und somit verflachtet waren, sich im Falle eines „Ehrenhandels“ der Pistole oder dem Säbel des Gegners zu stellen. Satisfaktionsfähig zu sein, war der Stolz jedes sich als „besserer Herr“ fühlenden Jünglings. Mit verächtlichem Blick sah dieses Produkt einer klassenhochmütigen, von Bildungsdünkel erfüllten Zeit auf die „Plebs“ herab. Nun ist das ganze morsche Gebäude eines überlebten Zeitalters nach zwei Weltkriegen elend zusammengebrochen. Kein vernünftiger Mensch denkt mehr daran, daß die verletzte Ehre nur durch einen Zweikampf wieder hergestellt werden könnte. Noch weniger kennen wir eine Unterscheidung von satisfaktionsfähigen und nicht satisfaktionsfähigen Menschen. Heute nimmt die Arbeit den höchsten Ehrenrang ein. Jede redliche Arbeit ist in ihrer sittlichen Bedeutung gleichwertig, und nur die Leistung und ihr Nutzen für die Allgemeinheit schaffen Gradunterschiede. Arbeit und Ehre sind Geschwister geworden. Wir lachen heute über die ..gute alte Zeit“ mit ihrer Vorstellung von Menschen, die.entweder satisfaktionsfähig oder rocht satisfaktionsfähig waren. Und das ist gut so- .N. P. Nissen Gewonnen! In einem Seminar für Zeitungswissenschaft in USA wurde den Studenten aufgegeben, eine Kurzgeschichte zu s-hreib°n. Bedingung: so kurz wie nur möglich unter Verwendung aller für den Lesprerfolg einer Kurzgeschichte wichtigen Elemente. Es müßten also unbedingt Vorkommen etwas Ausland, etwas über höher« Seichten, eine Prise Religion und last not least Erotik. Die Füller der Studenten rasten über das Papier. Nur wenige Minuten vergingen, da erhob sich die blonde Mabel Wilson, gab dem Professor ihre Kurzgeschiente ab- es war nur ein Satz und hatte, wie sich später zeigte, gewonnen! Was MaM geschrieben hatte? Si« hatte die haute volä. Ausländisches, die Religion und die Erotik in frappantester Kürze vereinigt: „Mon eher“, sagt«- die Gräfin zum Bischof^ „Nehmen Sie doch die Hand von meinem Kniel“ —ee Samstag, 15. Januar 1949“ Seite 6 — Nummer G ffciburgcr Ictttcko Studentinnen im Lebenskämpfe Als die Währungsreform zur harten Wirklichkeit geworden war, sagten besorgte Beobachter eine Massenfluoht von den Hochschulen voraus. Es ist mittlerweile ja kein Geheimnis mehr, daß sich die Prognosen als falsch erwiesen. Nach der ersten Schockwirkung war die Studentenschaft rasch Herr der neuen Lage geworden. Nicht, daß sie jetzt bereits wieder ihr Studium als gesichert betrachten dürfte — die wenigsten können sagen, wie lange sie durchhalten werden —, doch wurde fast überall die erste Not gemeistert. Der Begriff des Werkstudententums gewann neue Formen. Die allermeisten müssen arbeiten, angefangen bei dem, der sich sein zusätzliches Taschengeld verdient] über jenen, der sein ganzes Studium aus seinem Arbeitsertrag bestreiten muß, bis zu diesem, der darüber hinaus auch noch seine Angehörigen unterstützen will. Den männlichen Studierenden fiel diese Umstellung nicht allzu schwer. Waren sie doch alle durch die harte Schule des Krieges und der Gefangenschaft gegangen und so das Zupacken gewöhnt. Es währte nicht lange, und die Studenten brauchten als begehrte Arbeitskräfte um einen Arbeitsplatz nicht verlegen zu sein. Auch in Krei- ' een, die ihnen anfangs kritisch gegenüberstanden, hatten sie sich bald die Anerkennung erzwungen. Die Studentinnen hatten es schwerer. Ihr alltäglicher Kampf ist naturgemäß stiller und lenkt daher viel weniger Aufmerksamkeit auf sich. Auch haben sie ja immer noch gegen ein großes Vorurteil zu kämpfen, da in weiten Kreisen noch die — die Ausnahme zur Regel stempelnde — Auffassung vertreten wird, die Mädchen studierten nur, um sich um so geruhsamer nach einer Heiratsmöglichkeit Umsehen zu können. Dazu tritt tfoch die Tatsache, daß Arbeitsangebote als Putzfrauen, die an die „Freiburger Studentenhilfe“ gerichtet wurden, oftmals keine Liebhaber finden konnten. Böse Zungen schlosen schnell genüg: die Studentinnen fühlen sich zu fein dazu. In Wirklichkeit jedoch liegt die Schuld am gebotenen Lohn: Mit etwa 60 Pfg. die Stunde ist die Grenze der Rentabilität bereits unterschritten. Wollte eine Studentin mit diesem Putzfrauenlohn sich ihren Unterhalt verdienen, so würde das Studium in nicht mehr erträglichem Maße zeitlich zu kurz kommen. Als Folge davon verrichten die Mädchen oft Arbeiten, die nicht auf ihre Kräfte zugeschnitten sind. So beteiligte ' sich z. B. eine Gruppe von Studentinnen in den vergangenen Sommerferien an dem studentischen Borkenkäfereinsatz in St. Blasien. Kam die gute Luft der Gesundheit auch sicher zustatten, so brachte die zehnstündige Arbeit an den ungewohnten Steilhängen besonders bei Regenwetter doch schwerste Strapazen mit sich. Trotzdem zeigten sie gegenüber den Studenten, die, als sie ihre Erwartungen nicht erfüllt sahen, enttäuscht abzuwandern begannen, die größere Ausdauer. Eine andere Studentin sparte sich so lange das Mittagessen vom Munde ab, bis ihr elender Ernährungszustand die Unterstützung durch die „Studentenhilfe“ geradezu herausforderte; — sie selbst hatte nichts gesasrt. Wieder eine andere verbrachte die ganzen Weihnachtsferien in einer Freiburger Fabrik. Diese Beispiele für viele mögen zeigen, daß es nicht Arroganz ist, wenn eine Putzfrauenstelle für 60 Pfennige die Stunde abgelehnt wird. So sind die Studentinnen die Sorgenkinder der „Freiburger Studentenhilfe“, jenes Brennpunktes, der aH die studentischen- Nöte sp-rwneit nt» genehmeren und besser bezahlten Bürostellen sind selten und erfordern me’sf erhebliche Vorkenntnisse. Das mitgeschmierte Mundwerk, das einen Es gibt Fisch! Im Monat Januar wird für alle Altersgruppen von 6 Jahren an eine Grundmenge von je 800 Gramm von Fischen aller Art, also von Frisch- und Räucherfischen sowie Marinaden, auf Abschnitt 40 verteilt. Die Fische werden, je nach Eintreffen der verschiedenen Sorten, nach dem in den Fischgeschäften ausgehängten Verteilungsschlüssel ausgegeben. Erfolg als Handelsvertreter oder Versicherungsagent sichern würde, ist natürlich auch nicht jeder gegeben. Überall — ja selbst beim Kinderhüten — tritt zudem noch die männliche Konkurrenz in Erscheinung. Freilich ist auch von erfreulichen Ergebnissen zu berichten. Oft führte eine Arbeitsvermittlung zu einer gegenseitigen ersprießlichen Daueibeziehung. Für die bevorstehenden Semesterferien suchen wieder etliche Studentinnen Arbeitsmöglichkeiten. Und sie betteln nicht um Almosen, sondern suchen nur eine Berücksichtigung ihrer sozialen Notlage, wenn sie einen angemesseneren Stundenlohn- erwarten. G. R. Die Feuerwehr zieht um Ab 15. Januar wird die Kommandostelle der Städtischen Feuerwehr Freiburg von der Wallstraße 14 nach Rotteckstraße I a (Hauptfeuerwache) verlegt. An den Alarmmöglichkeiten ändert sich nichts. Telefonnummern über 3000 Neben dem Wähleramt mit den Nummern 2000—2999 besteht in Freiburg eine Handvermittlung, das „Amt 3“, mit Nummern über 3000. Wünscht ein Teilnehmer des Wähleramtes einen Teilnehmer des Amtes 3, z B. 3193, so wählt er, wenn das Amtszeichen zu hören ist, die Zahl „3“ und verlangt, wenn das „Amt 3“ sich meldet, die Nummer „3193“. Teilnehmer des Amtes 3 (mit Nummern über 3000) nehmen nur den Handapparat und verlangen, wenn „Amt 3“ sich meldet, die gewünschte Nummer. Die Freiburger Narren sind einig Wir haben kürzlich den Schleier etwas gelüftet über geheime Vorbereitungen der „Breis- gauer Narrenzunft“, wobei auch das undurchsichtige Treiben der zahlreichen lokalen Narrennester gebührend erwähnt wurden. Nun trafen sich die Abgeordneten der Freiburger Narrenpartei zum zweiten Male beim „Danze- Pauli“, um bei Springerle und Pfefferminztee das diesjährige Fastnachtsprogramm endgültig festzulegen. Die Beratungen der Narren er- E inmütigkeit, — a i sollte von ihnen lernen . . . Es bleibt also dabei: das große Freiburger Kinderfest wird über die Fastnachtstage steigen. In den Narrennestem herrscht bereits ein emsiges Treiben; es gilt altvertraute Kostüme und sonstige Requisiten, die irgendwo in Luftschutzkellern verstaut waren, für den Empfang des Prinzen Karneval herzurichten. Die Sprößlinge werden staunen. Die „Breisgauer Narrenzunft“ wird in geschlossenen Veranstaltungen die rühmlichst bekannten Freiburger Lokalhumoristen über die Weltereignisse zu Worte kommen lassen. Man sucht jetzt nur noch eifrig — wie schmeichelhaft für die Freiburger Damenwelt! — nach einer Frauensperson mit einer wirklich „bösen Gosch“, die als routinierte „Schlangensteherin“ die einschlägigen Vorkommnisse unserer Tage durchzuhecheln weiß. — Nun wollen wir abwarten, bis die bewährten Feldobristen Ernst Scheu und Willi Jäger das Zeichen zum Losschlagen geben. E. Sch. Fahrrad gegen Stallhasen eingetauscht Emma G„ eine Dame mit ziemlich langen Fingern, betätigte sich im November v. J. besonders als Fahrradmarderin. So stahl sie u. a. aus einem Hausflur ein Herrenfahrrad, mit dem sie nach Zarten fuhr, um es dort gegen zwei schlachtreife Stallhasen bei einer Bekannten einzutauschen. Die Hasen setzte sie dann in der Stadt für 10 DM um. Als rückfällige Diebin erhielt die Angeklagte sechs Monate zwei Wochen Gefängnis; zwei Monate hiervon hat sie in der Vorhaft abgesessen. Es wird weitergequalmt! Wir Frauen lassen uns nach der Tagesarbeit gern eine gute Zigarre vorrauchen oder auch eine Zigarette (und zugegeben, manche Frauen rauchen ja auch gern selbst mal eine gute Zigarette). Wenn wir aber als Berufstätige am Morgen in der überfüllten Straßenbahn Zigarren oder Zigaretten unter die Nase gehalten bekommen, dann ist das kein Vergnügen; vielmehr ist es manchmal eine Qual, den „Qualm“ schlucken zu müssen. Herrscht nicht sehr oft infolge regenfeuchter Kleidung, triefender Regenschirme usw. in dem Gedränge schon sowieso eine „komische“ Luft in den Wagen? Wie wäre es, wenn jedermann (auch die leidenschaftlichen Raucher innen) früh und abends rauchenderweise Straßenbahn fahren würde? Rücksichtnahme ist eben eine seltene Tugend! es. Lehen. Die seit längerer Zeit stillgelegte Ziegelei an der Westseite des Lehener Bergles soll im Frühjahr wieder in Betrieb genommen werden. Zu viert auf der Anklagebank Ein gemischtes Quartett hatte auf der An-1 von außen paht; wenn nämlich die Polizei klagebank des Freiburger Amtsgerichts Platz kommt. Als die Kriminalpolizei an die Tür genommen. Erfreulicherweise gestanden die) klopfte, versteckten die D. und ihr Verlobter Angeklagten die Straftaten ihres umfangrei-i die ungetreue A., setzten unschuldige Minen chen Sündenregisters ein, so daß das Urteil in I auf, und — die Kriminalpolizei mußte unver- einer nicht ganz drei Stunden dauernden Ver- richteter Dinge abziehen. Im Rahmen dieser handlung gefällt werden konnte. Drei der Angeklagten, die damals geschiedene D., ihr Verlobter B. und eine geschiedene Wäscheschneiderin A., führten im vergangenen Jahre einen gemeinsamen Haushalt. Da aber das Niveau der gemeinsamen Mahlzeiten infolge der Geld- und Lebensmdttelknappheit zu sinken drohte, entwarfen sie einen Plan, dessen Ausführung das Manko wettzumachen geeignet war. Die geschiedene A. sollte in Kiech- linsbergen ein Fahrrad „besorgen“. Die beiden anderen gaben ihr Geld für die Reise, gute Ratschläge und schließlich noch ein Paar Strohschuhe mit, damit sie besser „schleichen“ könne. Das Fahrrad wurde auch prompt besorgt, repariert und an einen Polen gegen Lebensrnittel und Geld vertauscht. Bei einer so durch gleichgerichtete Interessen verbundenen „Gesellschaft“ darf man sich auch nicht wundem, wenn einer der Beteiligten seine erlernten Fähigkeiten gegen seinen Komplizen ausnützt. So hatte die geschiedene A. ihre Verbündete D. auch um Kinderwäsche und ein Kleid ärmer gemacht und diese Dinge ebenfalls bei einem Polen vertauscht. Solche „Entgleisungen“ der „eigenen Leute“ werden aber rasch vergessen, wenn der gemeinsame Feind Appell an die Vernunft der Reisenden Auf eine Rückfrage des Oberbürgermeisters beim Eisenbahnbetriebsamt Freiburg wegen der unerfreulichen Zustände auf der Strecke Es sei wirklich nicht verwunderlich, daß hier außer Beschädigungen der Kleidung und des Handgepäcks häufig Unfälle vorkämen. Der Freiburg—Breisach erklärte der Vorstand die- Vorschlag, angesichts dieser Zustände die ses Amtes, daß trotz aller Bemühungen die Sperre zu schließen oder die Reisenden nach Ausrüstung der Wagen noch immer zu wünschen übriglasse. Auch ständen weder genügend Wagen noch Lokomotiven zur Verfügung, um alle Züge fahren zu können, deren Verkehren als notwendig erkannt worden sei. Allerdings trage das Reisepublikum selbst zum Teil Schuld daran, daß die Verbesserung der Beförderungsbedingungen nicht mit der beabsichtigten Schnelligkeit vorangetrieben werden könne. Vor allem würden Fensterscheiben und Fensterrahmen mutwillig oder fahrlässig zerbrochen, Glühstrümpfe und Glühbirnen entwendet oder beschädigt, sowie Sitzbänke und Gepäcknetze beschmutzt oder ebenfalls beschädigt. — Im Hinblick auf die Platzverhältnisse in den Zügen plane man das Einlegen von Vorortzügen in Richtung Breisach und Müllheim, sobald hierfür die erforderlichen Lokomotiven und Wagen bereitgestellt werden können. Die Eisenbahn sei ständig bemüht, den Erfordernissen des Verkehrs zu entsprechen. Dagegen könne sie leider nichts an dem zum Teil wirklich unverantwortlichen Verhalten der Reisenden ändern. Am schlimmsten sei das völlig überflüssige Gedränge zwischen den aussteigenden und den gewalttätig eindrinsen- den Reisenden, das an ’ die schlimmsten Tu- snultszenen gegen Ende des Krieges erinnere. Breisach dort zurückzuhalten, würde das an der Sperre eintretende Getümmel und wüste Gedränge nur noch steigern. Im übrigen habe die Bahnpolizei zu viele anders geartete Aufgaben, um diesem „Massensturm“ täglich entgegentreten zu können. Außerdem wäre es doch recht beschämend, wenn man den Bahnsteig jeweils vor der Einfahrt des Zuges polizeilich räumen lassen müßte. Jedenfalls wäre es bedeutend erfreulicher, wenn die anständigen Reisenden, die diese katastrophalen Zustände täglich miterlebten, alles täten, um die anderen Reisenden zur Vernunft zu bringen. — Bemerkenswert ist noch, daß die Züge der Strecke Breisach nunmehr auf zwölf Wagen ergänzt worden sind und somit über 800 Plätze aufweisen. Die Züge bieten demnach genügend Platz für etwa 1200 Reisende, so daß es wohl kaum noch jemand nötig hat, auf der Plattform zu stehen oder sich irgendwie gewalttätig einen Platz zu erkämpfen. Die Ausführungen des Eisenbahnbetriebsamtes Freiburg sind so klar gehalten, daß man ihnen nichts mehr hinzuzufügen braucht. Man kann nur wünsr^n. daß der nun schon mehrfach geäuß->- npell an die Vernunft der Reisenden ■ von denen gehört wird, an die er in erster Lime gerichtet ist. Beschaffung von. Geld und Lebensmitteln liegt auch ein Betrug gegenüber dem Ernährungsamt und ein Diebstahl von fünf Lebensmittelkarten, den eine weitere Komplizin, die vierte im Bunde, ausführte. Die auf diese Karten zum Teil erhaltene Butter wurde gegen Sekt umgetauscht und in großzügiger Weise davon der Bestohlenen, die im gleichen Hause wohnte, ein Gläschen angehoten. . Das Amtsgericht verurteilte das Quartett zu empfindlichen Freiheitsstrafen: die geschiedene Wäscheschneiderin zu fünf Monaten und zwei Wochen Gefängnis, die geschiedene Hausfrau D. zu sechs Monaten und zwei Wochen, den B. zu zwei Monaten und die vierte Komplizin B zu sechs Wochen Gefängnis. Vergeßt nicht, zu streuen! Die Polizeibehörde erinnert alle an ihre Pflicht, Schnee zu schaufeln und die Gehwege zu reinigen und zu bestreuen. Manch einer mag diese Streupflicht, die der Winter eben mit sich bringt und die im Interesse der Allgemeinheit unbedingt geboten ist, nicht so ernst nehmen. Es ist ja schließlich auch nicht jedermanns Sache, frühmorgens, wenn‘s draußen noch dunkel ist und der Wind um die Ecken pfeift, aus dem warmen Bett zu steigen, um den vereisten Gehweg zu bestreuen. Den Langschläfern und Säumigen würde das Streuen aber bestimmt leichter fallen, wenn sie wüßten, welche Folgen aus ihrem fahrlässigen Handeln erwachsen können. Kommt zum Beispiel infolge der Glätte des Gehweges irgendein Straßenpassant zu Fall und verletzt sich dabei, so hat der Streupflichtige jeden Schaden zu ersetzen, den der Verletzte und eventuell auch dritte Personen erleiden. Ganz abgesehen von Arztkosten für den Klinikaufenthalt, ist der Täter verpflichtet, für all die Nachteile aufzukommen, die durch seine Versäumnis dem Verletzten hinsichtlich seines Erwerbes und seines Fortkommens erwachsen. Sind durch einen solchen Unfall dauernde Nachteile erwachsen, so hat der Schuldige selbst .durch Entrichtung einer dauernden Geldrente Schandensersatz zu leisten. Er kann aber nicht nur dem Verletzten gegenüber verpflichtet werden, sondern auch dritten Personen gegenüber, und zwar dann, wenn der Verletzte einem Dritten gegenüber zur Leistung von Diensten in dessen Gewerbe oder Haushalt verpflichtet war. Der Schuldige kann also in solchem Maße zum Schadenersatz verpflichtet sein, daß es für ihn und seine Familie eine dauernde finanzielle Belastung darstellt. Aber dabei braucht es nicht zu bleiben: der Schuldige kann auch vor den Strafrichter gestellt und wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt werden. Würde sich die Bevölkerung diese leicht möglichen Folgen vor Augen halten, die aus einer Nachlässigkeit entstehen können, so würde mancher gern mit dem Ascheneimer laufen und frühmorgens den eisgeglätteten Gehweg bestreuen. gL Karl Zaich f In der Nacht zum 7. Januar erlitt unser lieber Kamerad Karl Zaich im Alter von 37 Jahren durch einen tragischen Unfall den Tod. Der Name Zaich ist m unserer Stadt nicht unbekannt. Z. stammt aus einer alten Pflästererfamilie. Sein Vater schon hat in der Freiburger Mosaik- und Kleinpflästerei gearbeitet, die. die bekannten Gehwege angelegt hat, die nur in Freiburg aufzufinden sind. Seine beiden Söhne, darunter Kar!, erlernten dieses Handwerk. Karl Zaich war von seiner frühen Jugend an politisch organisiert, gehörte viele Jahre hindurch dem „Reichsbanner an und trat somit für den Frieden unserer Heimat ein. Nach 1933 trat Karl Zaich in die illegale Organisation der Sozialdemokratie ein. Er stand dort immer am Platze, wenn es galt, für den Frieden unserer Heimat einzustehen. Ihm und allen anderen Mitgliedern der SPD war es klar, daß der Nationalsozialismus Krieg bedeutete Deshalb hatte er alle seine Freizeit für den Kampf gegen den Nationalsozialismus aufgewandt. . Seine Tätigkeit trug ihm eine Gefängnisstrafe von einem Jahr acht Monaten ein. Diese Strafe, die Karl Zaich verbüßt hatte, wird von uns nicht als unehrenhaft bezeichnet, sondern wir stehen auf dem Standpunkt, daß er durch seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus zu den ersten Kriegsgefangenen gehörte, die im Kampfe uni den Frieden in Gefangenschaft kamen. Infolge seiner damaligen Gefangenschaft wurde er „wehr- unwürdig"; doch brauchten auch die Verbrecher des Naziregimes diese Menschen als Kanonenfutter und sandten sie in besonderen Strafregimentern an die Front. Karl Zaich selbst war im Strafregiment Nr. 999 und geriet dadurch in Tunis in französische Gefangenschaft. Er hat die Bitternis des Krieges trotz allem voll ausgekostet. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ste'lte er sich sofort nach seiner Rückkehr in den Dienst seiner Heimat, nahm die Arbeit wieder auf und half tatkräftig am Aufbau unserer Stadt mit. Wir verlieren in Kar) Zaich einender rührigsten und fleißigsten Kampfgefährten beim Aufbau unserer Stadt. R. Geplagte Hausfrauen Die Normalverbraucher der Umgegend von Kirchzarten müssen bis zu vier Kilometer zu Fuß gehen, um ihr kleines Quantum Milch in der Milchzentrale Kirchzarten zu holen. In Zarten ist es nicht einmal erlaubt, die Vollmilch für die Kinder und Kranken in einem Bauernhof zu holen. Bei Eis und Schnee, bei Wind und Regen muß die geplagte Hausfrau den weiten Weg machen. Wenn man weiß, wie schlecht es um das Schuh werk und die - Wolikleidung der Bevölkerung bestellt ist, kann man eine derart harte Verordnung nicht verstehen. Aber nicht genug damit. Die Milchzentrale in Kirchzarten schließt um 9.30 Uhr. Früher gab der Besitzer die Milch ab 9 Uhr in seinem mit der Zentrale Verbundenen Laden den ganzen Tag aus; warum geschieht das heute nicht? Der Raum für die vielen Kunden ist in der Zentrale fast so klein wie ein Badezimmer. Infolgedessen muß die Hausfrau hier öfter vor der Tür, dem Ost- und Westwind ausgesetzt, Schlange stehen. Viele Erkrankungen sind die Folge dieser unverständlichen Anordnung. Abhilfe ist doch hier so einfach anzuordnen. Entweder wird die Milch ab 9 Uhr wieder im Laden verkauft oder man errichtet eine zweite Verkaufsstelle in' einem anderen Laden. Auch die weiten Wege der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften könnten ihr erspart werden, wenn man ihr erlauben würde, statt Magermilch das halbe Quantum Vollmilch in einem zu bestimmenden Bauernhof abzuholen. Durch Zarten fährt sogar das Milchauto von Freiburg. Man braucht dort nur die erforderlichen Kannen Magermilch abzuladen. Abhilfe ist dringend notwendig. E. „Schäfchen zur Linken“ — auch eine Operette! Als der Rezensent nach der Aufführung in allerdings deprimiert-erschöpftem Zustand den Inhalt dieses Stückes und seinen allgemeinen Eindruck wiederzugeben versuchte, wurde ihm erst ganz klar, wie dumm dieses Werk von Karl-Heinz Gutheim und Peter Klaus eigentlich war. Noch glauben wir an das Mindestmaß von Intelligenz und Witz auch (oder gerade) in der Operette. Dies gilt ebenso für die Dialoge wie auch für die Musik. Unsere Operettenkomponisten täten ganz gut daran, an Hand der großen, unerreichten Vorbilder einmal darüber nachzudenken, was eine Operette eigentlich sein soll. Mit der Herbeiholung alter Requisiten von der „ungarischen“ Gräfin angefangen bis hin zur billigen Verwechslungskomödie und der geistlosen Besingerei von Liebe und Küssen ist es ebenso wenig getan, als wenn man einigen simplen, durch dauernde Wiederholungen schließlich doch einprägsamen Melodien ein paar Synkopen, etwas Blech und eine Gitarre hinzufügt — Wenn also schon dem Komponisten und Dichter nichts einfällt und dann dem Regisseur auch nur wenig, dann wird es kritisch. Darüber, wie lange eine Operette dauern und welche Zeit pointenarme Dialoge beanspruchen dürfen bestehen zwischen uns und dem Regisseur — Fr. W. Jürgens — nicht nur in diesem Stück grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten Vielleicht hätte Heinrich K e h m durch etwas lebhafter^ Tempi am Anfang und etwas diskreteren Blecheinsatz den plump-billigen Eindruck des Ganzen etwas lindem können. An den primitiven Wiederholungen, die sich auf der Bühne in einem ebensolchen Gehopse darstellten, war er schuldlos Es war schade um die viele Mühe, die sich das ganze Ensemble gegeben hatte. Aber selbst die muntere Ausreißerin Gert! Valentin, die ihren „Vater“ Anton Lehmbach in der Küchenhockerbar dann doch bekam, selbst der wie immer mit Erfolg um gute Laune bemühte Werner Schnieke mit seiner Roszy, Trudel R o ß w o g, und das „ungleiche Paar“ Annemarie Leber und .Erwin Rausch sowie der „schöne“ Lohengrin von Renate Rieß konnten nicht über die unerträglichen Längen hinweghelfen. Besonders nett und frisch die singende, sprechende und spielende Mädchenpensionalsgruppe unseres Balletts mit den beiden köstlichen Vorsteherinnen. — Hätte sich der Verfasser der „Schäfchens“ einen klugen Textdichter und einen einfallsreichen Komponisten vom Schlage Schröder, Leux oder Mackeben zu Hilfe geholt, so würden uns die „Schäfchen“ vielleicht etwas mehr Glück gebracht haben. Hans Herbert Götz. Hauptgewinn auf Los Nr. 11072 Bei der Ziehung der vierten Klasse der zweiten Südwestdeutschen Klassenlotterie fiel der Hauptgewinn von 10 000 DM auf das Los Nr. 11072. Einen weiteren Gewinn von S 000 DM erzielte das Lo* Nr. 9754. Die Ziehung der fünften KMsse beginnt am 7. Februar und dauert bis zum 28. Februar. Tn ihr werden der Hauptgewinn von 100 000 DM und dlO Prämie von 25 000 DM ausgespielt. Schluß der Erneuerung am 20. Januar. %fflistag, 15. Januar 194h Nummer 6 — Seite T ttasTBolk Umschau im Badner Land Aul «Her deutsch-schweizerischen Eisenbahnkonferenz wurden in Anwesenheit von Vertretern der Militärregierung u. a. auch die Verbesserungen des Eisenbahnverkehrs zwischen Waldshut und dem schweizerischen Orte Koblenz besprochen. Die Fahrplanverbesserungen, die besonders für die badischen Grenzgänger eine wesentliche Erleichterung bedeuten würden, sind noch von der Genehmigung durch die entsprechenden deutschen und französischen Dienststellen abhängig, -1. Bei einer tierärztlichen Untersuchung des gesamten Rinderbestandes in Ühlingen, Kreis Waldshut, ergab sich, daß 15 Prozent aller Tiere an Tuberkulose erkrankt sind. Als Ergebnis von Tuberkulinproben wurden vor allem bei 25 Prozent aller Kühe Tuberkuloseerkrankungen festgestellt. -L Die erste Jedermannsware ist seit einigen Tagen in Rastatter Geschäften eingetroffen. Es handelt • — Emmendingen Ib. ~ , Bezirksliga Fußball In der Bezirksllga finden in Freiburg zwei Spiele statt. Mit Rücksicht auf die Nachmittagsspiele der Landes- und Zonenliga beginnen die Kämpfe vormittags 10.30 Uhr. In Zähringen treffen sich hinter dem Jahnhaus die Platzbesitzer und Tenin- g e n, während der A S V an der Schwarzwaldstraße Waldkirch zum Punktespiel empfängt. Lokalkampf der Ringer Sportverein Blau-Weiß — ASV Freiburg Zum Abschluß der Freundschaftskämpfe empfängt die Haslacher Ringermannschaft die kampfstarke Mannschaft des ASV Freiburg. Beide Mannschaften lieferten sich im Vorkampf schöne und technisch hochstehende Kämpfe und werden auch diesmal voraussichtlich mit den besten Kräften antreten. Das Treffen findet am Samstag, 20 Uhr, in der Das Wetter im abgelaufenen Jahr Es war sehr soonenreich Die Meßergebnisse der Meteorologischen Station bringen für das Jahr 1948 einige interessante und unerwartete Ergebnisse zutage. Zunächst wird man sich wundern, daß das vergangene Jahr mit insgesamt 2157 Sonnenstunden, das sind 5,9 Stunden pro Tag, das sonnenscheinreichste Jahr wurde, welches man in unserer Gegend bisher registrierte. Selbst das bisher sonnenscheinreichste Jahr, nämlich 1947, wurde noch um 25 Sonnenstunden übertroffen. Allein drei Monate, und zwar der März, der November und der Dezember, brachten die bisherigen Monatshöchstwerte, aber auch der April und Mai sowie der September und Oktober wurden sehr sörlnenscheinreich, so daß der Frühling 1948 alle seine Vorgänger übertroffen hatte und der Herbst nur vom vorjährigen etwas überflügelt wurde. Ein weiteres Kuriosum Stellte die Schneearmüt des Jahres dar. In der Ebene war neben 1880 somit das vergangene- Jahr das schneeärmste gewesen. Nur an sechs Tagen kam es im Flachland zu Schneefällen, die überwiegend noch mit Regen vermischt waren. Was die Temperaturen anbetrifft, so waren nur die Jahre 1872, 1934 und 1943 um einen Zehntelgrad wärmer gewesen als das vergangene. Der Januar übertraf alle seine Vorgänger an .. Wärme und ließ selbst einen normalen März noch erheblich hinter sich, der März 1948 wurde der drittwärmste, auch der April und Mai sowie der Oktober fielen bedeutend zu ■ Turnhalle der Peatalozzlsehule in Frei- i burg-Haslach statt. SV Emmendingen — st. Georgen Am Samstag, 15. Januar 1949, 19.30 Uhr, findet in der Turnhalle in Freiburg-St. Georgen ein Vergleichskämpf im Ringen zwischen den 1. Mannschaften von Sportverein Emmendingen und Sportfreunde Freiburg-St. Georgen statt. Schach Der Bezirk Freiburg des Südbadischen Scharh- verbandes hält am Sonntag, 16. Januar, 9 Uhr, im Hotel Minerva, Freiburg, Poststraße, eine wichtige Tagung ab, auf der u. a. die Spieltermine für die diesjährigen Mannschaftskämpfe in der A-, B- und C-Klasse festgelegt werden. Vorstände von neugegründeten Vereinen sind zu dieser Tagung herz- lichst eingeladen, Meldungen für die Mannschaftsund Bezirko-Elnzelkäinpfe können noch bis, zum 15. Januar beim Bezirksleiter, Ing. O. Angst, Freiburg, Bußstraße 8, abgegeben werden. Vereinsnachrichten VfL Freiburg Skiläufer: Am Sonntag, 16. Januar 1949, Treffpunkt der Skiläufer aller Abteilungen auf dem Rinken, Gasthaus „Jägerheim“ (Feldberg). Abfahrt ab Hauptbahnhof um 7.50 Uhr mit Rückfahrkarte bis Hinterzarten. Jugendliche und Anfänger: Skikurs auf dem Gerstenhalm (Horben). Treffpunkt: Sonntag, 16. Januar 1949, 9 Uhr, Endhaltestelle der Straßenbahn Günterstal. Skivereinigung Freiburg Am Sonntag, 16. Januar 1949, finden Skikurse im Bärental statt. Nähere Auskunft und Kurskarten auf der Geschäftsstelle, Kaiser-Jo- seph-Straße 267 (Sporthaus Werner-Blust). Teilnahme- gebühr für Mitglieder DM 1.—, für Nichtmitglieder DM 2.— Hochschul-Zonenmeisterschaften im Skilauf Das „Sportamt beim studentischen Zonenrat der französischen Zone“ veranstaltet am kommenden Wochenende erstmalig nach dem Kriege Hochschulmeisterschaften im Skilauf, an denen vollimmatriku- lierte Studenten und Studentinnen der Universitäten Tübingen, Mainz und Freiburg und der Dolmetsaher-Hochschule Germersheim sowie Exmatrikulierte dieser Hochschulen bis 1 Jahr nach ihre: Exmatrikulation teilnehmen können. Außerdem ist eine Klasse für Altakademiker der genannten Universitätsstädte ausgeschrieben. Mit der Ausrichtung der Meisterschaften wurde der „Akademische, Sport-Club“ Freiburg beauftragt, dem die Skigilde Feldberg die notwendige Hilfestellung leistet. Bei Dr. Fredy Stöber liegt die technische Leitung ln besten Händen, während alle übrigen organisatorischen Vorarbeiten von wenigen Studenten getragen werden. Die Gesamtleitung obliegt dem Zonensportreferenten, stud. Jur. Gerd Jauch. Uber 50 Studenten (Klasse A), 8 Studentinnen (Kl. B) und 19 Altakademiker, darunter Läufer und Läuferinnen mit bekannten Namen, an der Spitze die Schwestern Gärtner, sind bis jetzt gemeldet. Vier Staffelmeldungen liegen vor ^ „„ __...... , Zur Austragung gelangen für die Klassen A und C: um 0 3 Grad vom Mittel*ahwffherT"al«rhPvTiel i A1 P ine Kombination’ (Abfahrts-Torlauf), Nordische lim U ,a Irraa vom Mittel apwienen, also Dezug- , Komblnation (Lang- und Sprunglauf), Spezial-Lcng- 1 lauf, Spezial-Sprunglauf, 4X8-Kilometer-Staffel. Rias- j se B: Alpine Kombination. Das Wettkampfprogramm, das im Schauins-I landgebiet zur Durchführung gelangt, hat folgendes Aussehen: | Samstag, 15. Januar: 9 Uhr, Langlauf, Klassen A, ; C, 13 Uhr Abfahrtslauf, Klassen B, A, C, 15.30 Uhr ! Sprunglauf, Klassen Ä, C. | Sonntag, 16. Januar: 10 Uhr, 4X8-Kilometer- staffel, Klassen A, C. 13.30 Uhr Slalom, Klassen B, A, C. Seit Dienstag sind ln einem Sporthaus an der ! Kalser-Joseph-Straße eine Reihe wertvoller Ehren- j preise ausgestellt, die ln einer Siegerehrung Im j Waldsee-Restaurant zur Verteilung gelangen. Ehren- ! preise haben bis jetzt gestiftet: Der Rektor der j Albert-Ludwig-Universität Freiburg, der Chef der „Division Education Publique“ der französischen 1 2 * 4 Militärregierung in Deutschland, der Zonensportoffizier des Landes Baden, der Kurator der Universität, der Zonensportreferent, der ASC Freiburg, Freiburger Sporthäuser. Die Bevölkerung ist zu den Veranstaltungen auf ihrem „Hausberg" eingeladen. warm aus. Lediglich der Juli unterschritt den Mittelwert. Da alle übrigen Monate höchstens Damüsse nseerst! „Dies ist der bürokratische Bannfluch der Zeit; wer kennt ihn nicht?“ so schrieb kürzlich eine Zeitung in der amerikanisch Zone. Warum? Mühevoll hast du dich, lieber Staatsbürger, von Instanz zu Instanz durchgerungen, der Weg zur letzten ist schon mit Ausweiselt gepflastert. Die letzte Stufe glaubt man ei> reicht: Tor, der man ist; denn da erscheint dich böse Schablone wieder. Dieser Schlag ins Ge* * * nick der letzten Energie: Damüssense erst... Man muß immer erst. Nichts geht mehr direkt. Man muß erst neue Reisen auf, entfernte Ämter antreten, um sich ein zusätzliches Stempelcben zu beschaffen. Damüssen- seerst, — ein Donnerwort! Wie viele feste Charaktere sind nicht an ihm vor der Barriere oder dem Schalter der hohen Hürde der Bürokratie schon zusammengebrochen! Wollen sie umziehen? Ach, damüssenseerstl Wollen sie Reisemarken? Ahnungsloser, da- müssenseerst! Wollen sie Lichtzulage, Eheberechtigung, Baugenehmigung, . Krankengeld, Totenschein: damüssenseerst! Sie müssen immer erst. Jedes r~” ! 'he Lied hat (' r s en Beginn und gleichen Refrain. Man sollte sich zusammenrotten. Vielleicht sollte man dem Übel der u’-ratie zu Leibe gehen. Wahrscheinlich dürfte man es sich einfach nicht gefallen lassen. — Aber ach, da müßte man erst . . .! hl. lieh der Temperatur völlig normal verliefen, konnten durch diesen unangenehmen Hochsommermonat die übernormalen Temperaturen nicht ausgeglichen werden. Der kühle Sommer ließ nur 38 Tage mit einer Wärme von über 25 Grad eintreten (Mittelwert 46 Tage). Der heiße Sommer 1947 brachte es auf 92 solcher Tage! Allein an 41 Tagen überschritt die Hitze in jenem Dürresommer die 30-Grad-Grenze. Im Sommer 1948 trat dieser Fall 15mal ein. Da der Januar 1948 alles ändere als ein Wintermonat war, fiel auch die Zahl der Frosttage — es waren 63 — um elf zu gering aus. Da aber die beiden Frostperioden vom Februar 1948 ziemlich lang andauerten, kam es zu einer normalen Zahl der sogenannten Eistage, deren es siebzehn gab. Normale Niederschläge Der nasse Winter wurde durch ein sehr trockenes Frühjahr, der regenreiche Sommer durch einen langen, schönen und trockenen Herbst genau ausgeglichen. Es fielen pro qm 889 Liter Niederschlag, das sind nur 19 Liter mehr, als der Mittelwert des Zeitraumes 1868 —1947 ausgemacht, also eine völlig belanglose Abweichung. Das trockene Jahr 1947 kam auf 780 Liter, war aber längst nicht das trockenste, denn 1893 fielen nur 606 Liter Niederschlag. Radio Stuttgart Samstag: 15. Januar: 12.00 Landfunk; 12.15 Mittagskonzert; 14.15 Unsere Volksmusik mit Albert Hofe! e; 15.45 Im Namen des Gesetzes (Prozesse von heute); 16.00 Frohes Wochenende; 18.15 Mensch und Arbeit; 20.00 Bunter Aberid. Sonntag, 16. Januar: 9.00 Evangelische Morgenfeier; 9.30 Die Einkehr; 11.00 Universitätsstunde: 12.00 Mittagskonzert; 13.30 Heimatland am Oberrhein; 14 15 Winterolympiade auf dem Hasenberg; 17.00 Klage gegen Unbekannt, ein Hörspiel: 20.00 Großes Operettenkonzert. Kleine Stadtnachrichten Am 16. Januar veranstaltet die Ortsgruppe Freä- burg des Hebelbundes zu Ehren des Freiburger Dichters Franz Schneller, der am 18. Januar 60 Jahre alt wird, ln den Kammerspielen eine Morgenfeier. Dr. Eberhard Meckel wird über das Leben des Dichters sprechen, und Ursula Volkmar und Kurt Heinz Welke werden aus veröffentlichten und unveröffentlichten Werken Schnellers lesen. In der „Carmen“-Aufführung am 15. Januar singt Angela Rief erstmalig die Partie der Micaela. — Am 26. Januar wird Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“ im Casino zum erstenmal io neuer Inszenierung aufgeführt Am 18. Januar führt das Englische Seminar der Universität Freiburg in den Kammerspielen. Shakespeares Lustspiel „Der Widerspenstigen Zähmung“ in englischer Sprache auf. Kartenverkauf im Quäker-Studentenhaus auf der Hochallee, gegenüber der Universität. Am 18. Januar, 20.15 Uhr, spricht Prof. Dr. K. Brandt, USA, Gastprofessor in Heidelberg, im Hörsaal 1 der Universität über „Deutschland von außen gesehen“. Die Kunstwissenschaftliche Gesellschaft Freiburg veranstaltet am 18 Januar, 20.15 Uhr, Im Hörsaal 90 der Universität einen Lichtbildervortrag Dr. Walter Überwassers, Basel, über „Dürer — Gsofroy Tory" (1480—1533), eine zeitgenössische Kritik an Albrecht Dürer“. Am 19. Januar, 17.30 Uhr, überträgt die Bläsergruppe der Kammermusikvereinigung des SWF Baden-Baden das beim Tonkünstlerfest in München 1942 mit großem Erfolge uraufgeführte Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn des Freiburger Komponisten Emil Köhler. -Zum Ordinarius für das Fach der alten Geschichte an der Universität Freiburg wurde Prof. Dr Herbert Nesselhau f ernannt. Am 15. Januar werden Sozialrentner Hermann Welte, Mehlwaage 4, der über 40 Jahre als Mechaniker in Freiburg-St. Georgen tätig war, und Sattlermeister August Haas, Habsburgerstr. 75, 80 Jahre alt. Bereitschaftsdienst am Sonntag Ärzte- Frau Dr. Sichler, prakt. Ärztin, Talstr. 52, Prof. C. Schilling, Facharzt für innere Krankheiten, Stadtstr. 9 (Tel. 2553), Frau Dr. Wagner, Fachärztin für Augenkrankheiten, Prinz-Eugen-Str. 3 (Tel. 2717). Zahnärzte : Univ.-Zahnklinik, Günterstal, Torplatz 1 (Tel. 2588): Bereitschaftsdienst von 10—12 Uhr; außerhalb dieser Zelt: Dr. Alfred Hellrich, Weiherhofstraße 8- Dentisten: Heinrich Gail, Kaiser -Joseph-Str. 284 Apotheken : Bertold-Apotheke, Kaiser-Josephe Straße 260 (Martinstor). Garagen: Adolf Gerteis. Kaiser-Joseph-Str. 280. Tankstellen: Emst, Zähringen, Gundelfinger Straße. Offen« »teilen Einstellungen nur über das zuständige Arbeitsamt Tüchtige Werber u. Werberinnen'gesucht. denen laufender guter Verdienst bei sofortig. Auszahlung geboten wird. Meldg. unter Nr 348 an Schwarzwald, Annoncen- Exp , Freiburg, Schließfach 82 * gute Zimmerleute sowie 1 Bauschreiner, welche auf Dauerstellung Wert legen, stellt ein Josef Schäuble, mech. Zimmergeschäft, Holzhaus- und Hallenbau. Laufenburg (Baden). 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