asßofk ■ndMlnuncstase: Dlenatag, Dannerata* Einzelpreis 30 PI Monatsbezugsprei« 3 OM elnschl Tr*gerlohn durch die Post 3-3» OM Herausgeber; Sozialistischer Verlag Freiburg, GJn b.HU. Freibure t Br , Kaiser Joseph-Straße 328 Fernruf Wis Schrlftleltung: Kurl Würbe. Verlagsleitung Karl Ma5 und E. Bauermeister. Drude: ünlversltfltsdrueuere) Poppen * Ortman» Freiburg 1 Br Kaiser-Joseph Straße 22» Organ «er Soslaldemokratlscbeo Partei Deutschlands. Land Baden Bankverbindungen: Oberrheinische Bank, Freiburg 1. Br.; Freiburger Gewerbebank, eGmbH., Frel- burg 1. Br : Offentl Sparkasse Frelbur* t Br (St* dt Sparkasse) Postscheckkonto Freiburg Nr «7» b. Jahrgang Samstag, t. Februar 19 5 9 Südbadische Heimatzeitung | _ Pariser SowjetbolsihaH brüskiert Frankreidil Die neue Machtprobe Fernost* Konflikt ruft internationale Bestürzung hervor Parts, S. 2. Durch die Anerkennung Moskaus der indoddnesischen kommunistischen Gegenregierang unter Ho Tschi-minh ist über Nacht eine diplomatische Spannung zwischen Frankreich und den Sowjets entstanden, von der man in London befürchtet, das sie möglicherweise zu einem Abbruch der diplomatis eben Beziehungen zwischen Paris und Moskau führen könnte. Die sowjetische Regierung hat bekanntlich vor einigen Tagen die kommunistische Gegenregierung in Indochina anerkannt Das französische Außenministerium legte unverzüglich gegen diese Anerkennung Protest ein. Als aber der französische amtierende Außenminister Schneller — Robert Schuman ist im Augenblick an einer Influenza schwer erkrankt und von seiner Tätigkeit beurlaubt — den sowjetischen Botschafter in Paris, Bogomolow, ersuchte, zum Empfang der Protestnote das französische Außenministerium aufzusuchen, lehnte Bogomolow dies ab. Darauf wurde die Protestnote der sowjetischen Botschaft in Paris durch Boten übermittelt. »Beim Pförtner abzngeben . . .“ Die Sowjets hatten inzwischen Bogomolow die Anweisung gegeben, die Annahme der Protestnote abzulehnen. Die Form, in der die Rückgabe der Protestnote erfolgte, war indessen eine solche, daß sie „in alten Tagen“ zum sofortigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Mächten, wenn nicht zu noch mehr geführt hätte. Oie sowjetische Botschaft schickte nämlich die französische Protestnote durch einen Boten an das französische». Außenministerium zurück und ließ sie — bei dem Pförtner abgeben! Erst Stunden danach wurde offiziell mitgeteilt, daß die Sowjetregierung den Protest Frankreichs und die Annahme der Protestnote ablehne. Bogomolow hei Schneit» Daraufhin »suchte der amtierende französische Außenminister den sowjetischen Botschaft» um eine Unterredung, die gestern erfolgte und nur sechs Minuten dauerte.. Bogomolow »schien ohne Begleitung bei Schneit», der ihm noch einmal mündlich den Inhalt des französischen Protestes gegen die Anerkennung de s V ietminh-Regimes durch die Sowjetunion vortrug. Bogomolow nahm die Ausführungen Schnei ters ohne eine Gegenerklärung zur Kenntnis und erkundigte sich lediglich nach dem Befinden Robert Schumans. Nur Teil eines durchdachten Gesamtplanes In amtlichen französischen Kreisen ist man sich klar darüb», daß das Vorgehen der Paris» Sowjetbotschaft den Zweck hat, das Ansehen Frankreichs in der Welt und in Indolchina zu schädigen. Die gesamte Offensive .wird als ein Schachzug des Kampfes der Sowjets gegen die Westmächte gewertet, wenngleich sich der Hauptstoß gegen Frankreich zu richten scheint. Die diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Polen, die Versuche, die nationale Verteidigung Frankreichs durch Streiks zu schwächen, die kommunistischen Demonstrationen der Eingeborenen in Französisch-Afrika, die Anerkennung Ho Tschi-minhs und die unerhörte Brüßkierung Frankreichs durch die Paris» Sowjetbotschaft werden als Teile eines sorgfältig ausgearbeiteten taktischen Gesamtplanes angesehen werden müssen. Überraschung und Bestürzung in London In London hat das sowjetische Vorgehen in Paris Überraschung und Bestürzung hervorgerufen. In diplomatischen Kreisen wird in aller Offenheit die Möglichkeit eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und der Sowjetunion »örtert Man Ist überzeugt daß sowohl Inhalt wie Form des sowjetischen Vorgehens die französisch-sowjetischen Beziehungen „auf die Zerreißprobe“ stellen. Der französische Botschaft» in London hatte gestern vormittag eine Unterredung mit« dem zuständigen Staatssekretär im britischen Außenministerium, Sir William Strang, die sich mit der französischen Reaktion auf das sowjetische Vorgehen befaßte. Englische Politik» erblicken in dem Vorgehen der Sowjets eine feindselige Geste, die eine „fast untragbare Herausforderung der französischen Interessen“ sei. Trotzdem wird als wahrscheinlich angenommen, daß Großbritannien Frankreich von einem vollkommenen Bruch mit Moskau ahnten wird. Der .Daily Herald“ glaubt, daß die Sowjets absichtlich einen Bruch mit Frankreich herausfordern und nur darum Frankreich zweimal hintereinander beleidigt hätten. Es sei jedoch auch möglich, daß es die Absicht Moskaus gewesen sei, sowohl Ho Tschi-minh als Huch Mao Tse-tung zu zeigen, daß sie sich bei jedem Manöver gegen den Westen auf die Sowjetunion verlassen könnten. Nach der Sprache d» Presse und der Geschäftigkeit der internationalen Diplomatie zu urteilen, dürfte die Welt durch den sowjetisch- französischen Zwischenfall in eine neue Phase des „Kalten Krieges“ geführt werden, dessen Konsequenzen im Augenblick noch freilich unübersehbar sind. Deutfchlands Steilung zum Europa-Rat Adenauer beginnt Fraktionsbespredi ungen über das Beitrittsproblem Bonn, 3. 2. Der Bundeskanzler begann gestern seine Besprechungen mit den Fraktionsvorständen des Bundestages über einen deutschen Beitritt zur Europa-Union 'und die Saarfrage. Dr. Adenauer betonte, daß die Bundesregierung dringend wünsche, im Bundestag eine breite Mehrheit für eine deutsche Beitrittserklärung zum Europa-Rat zu erhalten. Zu diesem sehr begreiflichen Wunsch äußerten die sozialdemokratischen Sprecher, daß die sozialdemokratische Fraktion einen Beitritt der Bundesregierung zum Europa-Rat ablehnen werde, wenn er gleichzeitig mit einem Beitritt der Saarregierung erfolgen sollte. Dadurch würde das Saargebiet von deutscher Seite als autonomes Gebilde anerkannt Bundeshaushalt und Schaffers „kleine Steuerreform“ Daneben besprach der Bundeskanzler mit den Fraktionsvorsitzenden die Absicht des Bundesfinanzministers, seine sogenannte „kleine Steuerreform“ durchzuführen. Dr. Adenau» bemerkte in diesem Zusammenhang, daß dem Bundesfinanzminister von detaillierten Hohen Kommission nahegelegt worden sei, ein Defizit im Bundeshaushalt zu vermeiden. Adenauer verwies dabei auf die große Anzahl von Anträgen der Parteifraktionen, die erhebliche Finanzmittel fordern. Die Vertreter der SPD erklärten, daß ihr Kampf gegen die Steuerreform Dr. Schäffers gerade darum aufgenommen wurde, weil durch sie die Einnahmen des Bundes derart geschmälert werden, daß es der Bundesregierung unmöglich s» ihre sozialen Verpflichtungen ZU erfüllen. Dwrch die Steuerreform werden ausschließlich die großen Einkommen begünstigt und erhebliche Steuereinnahmen dürften durch sie fortfallen. Deshalb werden sich die Oppositionsanträge in der Hauptsache gegen diese Steuerpolitik wenden. Die Gefahr des Atombomben-Wettrüftens Fünf Mächte machen vor der UNO die Sowjets lür Wasserstoffbombe verantwortlich Washington, 3. 2. Die Anordnung Tru- mans, die Wasserstoffbombe herzusteilen, bildet das Tagesgespräch der gesamten internationalen Diplomatie and Politik, ln maßgeblichen Kreisen ist man sich d» Gefahr dieses „gefähr- I liehen Wettlaufens“ auf dem Gebiete der Atomrüstungen durchaus bewußt. Trotzdem wird sowohl in der amerikanischen wie auch in der britischen Press« Trumans Entschluß als ein Ereignis von „weltgeschichtlicher Bedeutung“ begrüßt. Gestern hat Präsident Truman eine weitere Verordnung »lassen. Sie betrifft die Geheimhaltung d» Produktion der Wasserstoffbombe. Jede Verletzung d» Geheimhaltungsbestimmungen wird mit hohen Strafen belegt werden. Die Trumansche Verordnung dehnt ihren Geltungsbereich auch auf andere Waffen als die Atombombe aus. Die Verantwortung der Sowjetunion Die politischen Kreise in den Hauptstädten d» Welt sind sich durchaus über die ungeheueren Gefahren bewußt, die mit dem jetzigen Wettrüsten verbunden sind. Man sieht nur keinen Weg, um es zu einem Ende zu bringen, da sich die Sowjetunion bislang geweigert hat, in die von den USA geforderte Atomkontrolle einzuwilligen. An die UNO haben die USA, Großbritannien, Frankreich, China und Kanada ein Schreiben gerichtet, mit dem Ersuchen, seinen Inhalt allen 59 MitgUedstaaten bekanntzugeben. In dem Schreiben wird festgesteUt, daß der Abschluß 'eines Paktes für einte internationale Atomen»giekontrolle unmöglich geworden sei, weil die Sowjetunion die Sechsmächte-Atom- verhandlungen verlassen habe. Die Sowjetunion wird für den Zusammenbrach der Verhandlungen über eine internationale Atomenergiekontrolle verantwortlich gemacht. Die maßgeblichen Führer der US-Kongreß- partei betonen, daß nach dem Verhalten der Sowjetunion für Präsident Truman kein ander» Weg offengestanden habe. „Entweder der Vernichtung oder Erlösung entgegen“ Über die Bedeutung des Entschlusses Trumans äußert sich in bemerkenswerter Weise die Londoner „News Chronicle“: „Wir befinden uns jetzt am Scheidewege Es geht entweder der Vernichtung oder der Erlösung entgegen. Einen Mittelweg gibt es nicht mehr. Von jetzt an haben wir nur noch eine Gnadenfrist, wenn es Wieder .Kalter Krieg* um Berlin? Westmädite beraten über Maßnahmen gegen Sowjets in Berlin Washington, 3. 2. Die USA-Regierung ist augenblicklich mit der Frage beschäftigt, wie am besten einer Bedrohung Berlins durch eine neue so; w je tische Blockade begegnet werden kann. Die amerikanische Regierung trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, der augenscheinlichen Drohung der Sowjetunion, Berlin wieder zu blockieren, durch besondere Maßnahmen zu begegnen. Das i Außenministerium, das diese Mitteilung bestätigte, lehnte jedodi ab, Andeutungen über die Art etwaiger Maßnahmen zu machen. Ein Sprecher des Außenministeriums wirft der Sowjetunion vor, durch die erneute Einführung,von Verkehrsbeschränkungen zwischen Berlin und der Westzone da im vergangenen Juni geschlossene Abkommen zur Beendigung der Blockade gebrochen zu haben. In Washington verfolge man die deutsche Entwicklung mit ernster Besorgnis. Westmächte erwägen bereits Gegenmaßnahmen Nach Meldungen aus London beraten gegenwärtig Vertreter der USA, Großbritanniens und Frankreichs über Gegenmaßnahmen in Berlin, falls die augenblickliche „kleine Blockade* von sowjetischer Seite beibehalten werden sollte. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums betonte gestern, man sei zwar der Ansicht, daß alliierte Gegenmaßnahmen kaum einer totalen Gegenblockade gleichkommen dürften, aber daß sie doch gewisse Oberprüfungsmaßnahmen im Verkehr nach der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands einschließen würden. uns nicht gelingt, d» Entwicklung Herr zu werden.“ In der Tat hat sich die Gefahr eines Atomkrieges in einem unerhörten Maße gesteigert und es ist durchaus begreiflich, daß sich die Staatsmänner der Westmächte auch heute noch die Frage vorlegen, ob es nicht doch möglich wäre, mit der Sowjetunion zu einem Übereinkommen zu gelangen. Die Schwierigkeit liegt nur in der Tatsache, daß Voraussetzung für jedes wirklich wirksame Kontrollabkommen ist, daß es zwischen den vertragschließenden Mächten keine ernsthaften politischen Konflikte gibt Leid» ist selbstverständlich, daß Sowjetrußland bemüht sein wird, sich einer wirksamen Atom- kontroUe zu entziehen, solange es seinen bisherigen Machtstandpunkt und sein Expansion*»» streben durchzusetzen bemüht ist Das ab» würde jede tatsächliche Kontrolle verhindern. Aus diesem Grunde sind die Schwierigkeiten für ein Kontrollabkommen so ungeheuer groß und die Zweifel berechtigt ob es zu einer Verständigung zwischen der Sowjetunion und den Westmächten überhaupt noch kommen kann. Kann eine Einigung doch noch »folgen? Es heißt, Acheson glaube noch immer, daß es „nicht unbedingt“ zu einem Konflikt zwischen den USA und Rußland kommen müßte. Es ist möglich, daß dem amerikanischen Außenminister Informationen und Tatsachen bekannt sind, die den Staatsmännern in Europa fehlen. Das eine dürfte jedoch sicher sein; Wenn es nicht gelingt, zu einer wirklichen Abgrenzung der Einflußbereiche zwischen Osten und Westen zu gelangen, wenn -die Rüstungen in dem bisherigen Tempo fortgesetzt werden, dann ist es ziemf lieh wahrscheinlich, daß die internationale PoU- tdk in einer Sackgasse endet und das eintrifft, was die „Yorkshire Post“ befürchtet, daß es bei einer Nichteinigung „schwer zu erkennen ist, wie verhindert werden soll, daß die Wasserstoffbombe früher oder später doch noch explodiert“. Kominform befiehlt Unruhen In Franzöfifch-Afrika Demonstrationen kosten 10 Tote und 36 Verwundete Paris, 3. 2. In Dinkoboro an der „Elfenbeinküste“ ln Afrika kam es vor kurzem zu Unruhen, wobei die von Kommunisten geführten Demonstranten der „Afrikanisch-demokratischen Sammlungsbewegung* 10 Tote und 25 Verletzte, die Gendarmerie 11 Verwundete, darunter drei Schwerverletzte, hatte. Die französische Regierung hat in das Gebiet von Dinkoboro Verstärkung entsandt. Im Rat der Republik kam es dieser Zwischenfälle wegen zu erregten Tumulten infolge schwerer Beschuldigungen der Kommunisten gegen den Alterspräsidenten des Rates der Französischen Union und Vorkriegsinnenminister Sarraut. Sozialiltilches Ultimatum an ßidault Entscheidung über Sonderzulagen binnen 48,, Stunden gefordert Paris, 3. 2. „Die Sozialistische Partei erwartet von Bldanlt innerhalb d» nächsten 48 Stunden eine Entscheidung üb» die weitere Sonderzulage für die niedrigstbezahlten Lohnempfängergruppen. Verstreicht die Zelt ungenützt, dann werden sich die sozialistischen Minister aus der Regierung zurückziehen“, heißt es in einer ultimativen Erklärung des Generalsekretärs der Sozialistischen Partei, Guy Mellet. Das französische Kabinett hat sich gestern in zwei Sitzungen mit dem sozialistisdten Ultimatum befaßt Zu einer Einigung ist es auch innerhalb der Regierung nicht gekommen. Bidault will für die Sonderzulagen nicht mehr als 12 Milliarden Francs ausgeben, während die sozialistische Forderung schätzungsweise 19 Milliarden nötig macht \ Aus den Kreisen der Sozialistischen Partei verlautete gestern abend, daß die Parteiführung ihre Drohung wahrmachen und die Regierung verlassen wird, falls die Zuschüsse nicht gewährt werden. Der französische Kolonialminister hat mit sofortiger Wirkung sämtliche Versammlungen und Kundgebungen der „Afrikanisch-demokratischen Sammlungsbewegung“ in allen französischen Besitzungen in Afrika verboten. Nach Mitteilung des Kolonialministeriums hätten die Kommunisten in den letzten Wochen versucht, die örtlichen Verwaltungsbehörden in den Dörfern und Städten zu entfernen und Kommunisten an ihre Stelle zu setzen. Der „Populaire“ bezeichnet den Präsidenten der „Afrikanisch-demokritischen Sammlungsbewegung* und seinen Stellvertreter — die übrigens beide Mitglieder des französische» Parlaments sind — 1 als Beauftragte und Vertrauensleute des Kominform in Westafrika. Englands Parlament aufgelöst London, 3. 2. Das Unterhaus wird heute, Freitag, aufgelöst. Damit setzt die volle Stärke der Wahlkampagne in Großbritannien ein. 640 Abgeordnete verlieren mit dem 3. Februar eine Reihe von Vorrechten und ihren parlamentarischen Status. Sie dürfen das Unterhaus nicht meü^ betreten, nicht einmal zur Einnahme von Mahl« Zeiten. Eine Flut von Wahlplakaten wird noch heut« die Städte und das Land überschwemmen. Fast 1800 Kandidaten der verschiedensten Parteien stehen ho- reit, den Kampf um die Stimme der Wählerschaft aufzunehmen, sobald der König die Unterschrift für das Auflösungsdekret geleistet hat, was heute vormittag erfolgt. Seit« S — Nummer 15 IbasTßntö Samstag, 4 WSr o a g 1950 Außenpolitische Pfuscharbeit Nachdem die weiteren deutsch-französischen Verhandlungen über die Saar hoffentlich, durch Vermittlung der USA, in ein ruhigeres Fahrwasser gelenkt worden sind, ist es angezeigt, über die Art der Behandlung dieser heiklen Frage einiges zu sagen. Daß aus Anlaß der Meinungsverschiedenheiten, die diese Frage hat entstehen lassen, ein Bundesminister es für zulässig gehalten hat, dem Gegenspieler öffentlich vorzuhalten, daß die sogenannte deutsche Schuldfrage am ersten Weltkrieg noch nicht erledigt, sowie Hitlers Aufkommen seiner Ansicht nach nicht rein deutschen Ursprungs sei und folglich die Franzosen Sich nicht einbilden sollen, daß mit ihnen alle Rechnungen beglichen seien, sind Ausfälle, die in doppelter Weise als schwere politische , Entgleisungen wirken müssen. Erstens hat da mit der Justizminister dem Bundeskanzler das politische Konzept verdorben und zweitens, was schwerer wiegt, ist dem europäischen Gedanken ein schwerer Schlag versetzt worden, zumal die Resonanz, die diese ausfälligen Äußerungen in gewissen deutschen Kreisen gefunden haben — „er hat es ihnen gegeben!“ —, zu dem Schluß verleiten konnten, daß in Deutschland eine starke nationalistische Unterströmung bestehe, die eines Tages durchbrechen werde, und dann sei man wieder so weit wie 1933. Jeder, der das heutige Deutschland kennt, weiß, daß das Hirngespinste sind. Nachträglich hieß es: die Äußerungen des Ministers seien in der Presse entstellt wieder gegeben worden. Ausreden dieser Art sind zu sehr abgenutzt, als daß sie überzeugen könnten. Jedenfalls haben Minister und Bundespressechef dafür zu sorgen, daß nichts inMie Öffentlichkeit gelangt, was nicht den Absichten und Zielen der Regierung entspricht. Auch hierin zeigt sich ein betrübender Mangel an politischem Gefühl für die Wirkungen, die solche ministeriellen Kraftmeiereien haben müssen. Der Kanzler hat sich denn auch vom französischen Hohen Kommissar einige unangenehme Wahrheiten sagen lassen müssen und sich zu einer tatsächlichen Desavouierung seines Justizmini- Sters gezwungen gesehen. Auf der Gegenseite ist man allerdings auch den Bravaden des deutschen Ministers nicht mit der gebotenen Reserve begegnet. Welche Ziele die französische Politik im Saargebiet tatsächlich verfolgt, ist kein Geheimnis für jeden, der diese Politik seit den Reunionskammem Ludwig XIV. verfolgt hat. Wenn heute in der Saarfrage ein letzter Rest dieser Politik noch wirksam ist, kann aber die berechtigte deutsche Abwehr niemals dadurch gefördert werden, daß Verantwortliche deutsche Minister öl in die glücklicherweise immerhin verglühende Flamme der einstigen Annektionspolitik gießen. Der offiziöse „Monde“, der in letzter Zeit der deutsch-französischen Verständigung recht energisch das Wort geredet hat, bringt unter dem Titel „Deutsch-französische Spannungen“ einen Leitartikel, in welchem die Frage aufgeworfen wird, „soll man annehmen, daß der deutsche Nationalismus, der unter dem Druck ■der Sowjetregierung im Osten sich nicht entfalten kann, ein Sicherheitsventil im Westen sucht, dank der Langmut der Alliierten?“. Wenn man auch zugeben muß, daß der deutsche Justizminister zu der Behauptung, in Deutschland sei der Nationalismus wieder am Werk, Anlaß gegeben hat,so ist es doch der europäischen Befriedigung abträglich, grob verallgemeinernd zu behaupten, daß die ministeriellen Auslassungen die Stimmung der deutschen Bevölkerung wiedergeben und daß die vollberechtigte Politik der Bundesregierung, die sich „geschlossen hinter die Opposition gestellt hat“, mit Nationalismus identisch sei. Man kann doch von Deutschland nicht verlangen, daß es stillschweigend hinnimmt, wenn ihm, Stück für Stück, Gebietsteile entwunden werden, ohne daß die Bevölkerung über ihre Wünsche sich in freier und geheimer Abstimmung äußern darf, ein Gedanke, den auch der „Monde“ wohl für diskutabel, aber nicht für aktuell hält,'weil es wünschenswert sei, daß die Lage im Saargebiet und in Deutschland flieh „konsolidiert bevor alles in Frage gestellt“ wird. — Was eine Solche lammfromme Duldsamkeit im Westen für Konsequenzen in bezug auf die Oder-Neiße- Grenze haben müßte, braucht nicht erörtert zu werden. Die ganze Polemik über das Saargebiet läßt leider auf beiden Seiten eins vermissen: eine europäische Gesinnung N ! cht nur vermissen, Sie ist darüber hinaus geeignet, ein westeuro- Entnazifizierungslkandal in Stuttgart Beschuldigungen auch gegen Ministerpräsident Maier Stuttgart, 3. 2. Die württemberg-badische hältnisse der Belasteten anfertigen lassen, die ihm in Staatsanwaltschaft beschäftigt sich seit einigen Wodien mit einem Entnazifizierungsskandal, der immer größere Kreise zieht. Auf Ersuchen der Landespolizei soll die Immunität des Ministerpräsidenten Rein- hold Maier und der Landtagsmitglieder Haußmann und Kamm aufgehoben werden; ihnen wird „Mittäterschaft an der Untreue im Amt“ vorgeworfen. Reinhold Maier wird außerdem in einem anderen Falle der „Rechtsbeugung“ bezichtigt. Gegen Ministerialrat Ströle im württembergisch- badischen Befreiungsministerium wurde von der Landespolizei Strafanzeige im Zusammenhang mit dem Spruchkammerverfahren gegen Hjalmar Schacht erstattet. „Vermittlungsbüro“ zur günstigen Entnazifizierung Die württembergisch-badische Landespolizei hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, daß der Leiter eines „Vermittlungsbüros* in Nürtingen, Meyer, von mehreren Industriellen über 40 000 DM erhalten habe. Mit’diesen Geldern sollte eine günstige Entnazifizierung bestimmter Personen durch den ehemaligen Kläger bei der Zentralspruchkammer in Ludwigsburg, Ernst May, und den Spruchkammervorsitzenden Keßler erreicht werden. May und Meyer befinden sich in Untersuchungshaft, Keßler wurde vorläufig aus der Haft entlassen. Auch der ehemalige stellvertretende Befreiungsminister Rapp ist verhaftet worden. Er hat nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen in seinem privaten Organisationsbüro „Gutachten“ über die Vermögensver- seiner Eigenschaft als stellvertretender Befreiungsminister selbst wieder zugingen. Dadurch wurden Sühnegelder für Betroffene in vielen Fällen bis auf einen Bruchteil der vom Gesetz geforderten Höhe herabgedrückt. Außerdem hatte Rapp eine „Sonderkammer“ für die Entnazifizierung seiner eigenen Angestellten eingerichtet. Die Beschuldigungen gegen Landtagsmitglieder Dem württembergisch-badisthen Ministerpräsidenten Reinhold Maier wird „Mittäterschaft an der Untreue im AmtV die Ministerialrat Ströle im Falle Schacht begangen hat, und Rechtsbeugung vorgeworfen. Haußmann soll wegen verschiedener Verdachtsmomente bei einem Gnadenakt für einen Lederfabrikanten, dessen Sühneleistung von 42 000 auf 8000 DM ermäßigt worden waren, vernommen werden. Das Mitglied des Landtages Kamm soll vor der Währungsreform ein Auto unter dem Schätzpreis unrechtmäßig erworben haben; er wird außerdem der Unterschlagung verdächtigt. Maier gibt Rechenschaft Ministerpräsident Reinhold Maier gab am Donnerstag vor dem Landtag einen Rechenschaftsberiait über die Abwicklung des Befreiungsministeriums und über die Gnadenpraxis in der Entnazifizierung. Er erklärte, daß die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und ein Antrag auf Aufhebung der Immunität, wie er zum Beispiel für seine Person erfolgt sei, noch keinen Hinweis auf eine Verurteilung gebe. Der rechtsstaatliche Grundsatz von der _ Nichteinmischung in ein schwebendes Verfahren hindere ihn aber daran, weitere Erklärungen abzugeben. Sowjets fordern Prozeß gegen den japanifdien Kaiser Übergabe russischer Noten in Washington und London — USA sagt »nein" Washington, 3. 2. Der sowjetische Botschafter in Washington, Panjuschkin, hatte den Außenminister Acheson überraschend um eine dringende Unterredung gebeten, um ihm vorzuschlagen, daß weitere Japaner einschließlich des Kaisers Hirohito als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden sollen. Die Sowjetunion fordert, daß der japanische Kaiser wegen seiner Verantwortung für die Vorbereitung der bakteriologischen Kriegführung vor einen internationalen Gerichtshof gestellt wird. Panjuschkin übergab Acheson eine förmliche Note, die sich auch □bergangsgefefc für Kriegsopfer angenommen Bundestag behandelt Sozialversicherungsgesetz in erster Lesung Bonn, 3. 2. In der Mittwoch Sitzung des Bundestages wurde ein Antrag auf Errichtung eines Sonderreferates beim Bundesflüchtlingsministerium angenommen. Das Referat soll sich mit der Rückführung der noch in den Oststaaten lebenden Deutschen befassen. Am Donnerstag verabschiedete der Bundestag ein von der Regierung vorgelegtes Kriegsopfergesetz, das als ÜberbrOckungsmaßnahme zunächst bis zum 1. April 1950 in Kraft bleiben soll. Das Sonderreferat des Flüchtlingsministeriums, dessen Errichtung in der Mittwochsitzung des Bundestages beschlossen wurde, soll die Rückführung der Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien vorbereiten und durchführen. Außerdem soll es als Verbindungsstelle zum alliierten Hohen Kommissariat dienen, das zur Zeit die Rechte der im Ausland lebenden Deutschen wahrnimmt. t Anschließend wurde ein Gesetz über die Wiederherstellung der Ehrenämter und der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung in erster Lesung behandelt. Der Abgeordnete Richter vertrat nachdrücklich die Forderung der SPD, die Selbstverwaltung völlig in die Hände der Arbeitnehmer zu legen. Eine paritätische Besetzung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, wie sie Arbeitsminister Storch verlangte, würde einen Rückschritt bedeuten, erklärte Richter. Der Gesetzentwurf wurde an den Ausschuß für Sozialversicherung und Arbeit verwiesen. Das in der Donnerstagssitzung verabschiedete Ubergangsgesetz für Kriegsopfer sieht Rentenzuschläge bis 20 Prozent für bestimmte Gruppen von Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen vor. Dazu gehören Geschädigte mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 50 Prozent, ferner Witwen und die nächsten Verwandten, sofern sie nicht eine Rente aus anderen Versicherungen beziehen oder ein Nebeneinkommen haben, das die Hälfte der Rente übersteigt. In Härtefällen kann nach dem Gesetztext ein Ausgleich gewährt werden. In einer gleichzeitig angenommenen Entschließung des Bundestages wird die Regierung ersucht, im Bundesversorgungsgesetz die Bezugsberechtigung für Kinderzulagen und Waisenrenten auf das 18. Lebensjahr auszudehnen, die bisherigen Höchstgrenzen für Hinterbliebenen- und Beschädigtenrenten aufzuheben und eine Krankenversicherung für Hinterbliebene und Schwerbeschädigte zu schaffen. mit den in der Sowjetunion durchgeführten Kriegsverbrecherprozessen gegen mehrere höhere japanische Offiziere wegen Vorbereitung der bakteriologischen Kriegführung beschäftigt. Die angeklagten japanischen Offiziere sind bereits vor einigen Wochen durch ein russisches Militärgericht verurteilt worden. Auch in London übermittelte die sowjetische Botschaft dem britischen Außenminister eine Note, in der die gleichen Forderungen erhoben werden. ( Nach Meldungen aus Washington lehnen die USA das sowjetische Verlangen kategorisch ab und werden den Sowjets eindeutig mit „Nein“ antworten. In Washington wird weiter darauf hingewiesen, daß durch Beschluß der Fernostkommission die Kriegsverbrecherprozesse in Japan im Jahre 1949 abgeschlossen wurden. Polnische Polizei verhaftete den Leiter de» Jesuitenordens im Bezirk Warschau und seinen Sekretär. Wie aus der Vatikanstadt gemeldet wird, ist auch der Leiter der Marienkongregation in Polen verhaftet worden. Die Gründe hierfür sind bisher unbekannt Die Nachricht von der Errichtung eines westdeutschen Konsulats in Stockholm wird von dem schwedischen Außenministerium bestätigt. Zu gleicher Zeit soll der schwedische Gesandte Kundin zum schwedischen Vertreter in Bonn ernannt werden. Das fünfte Entnazifizierungsverfahren gegen Schacht ist jetzt eingeleitet worden. Das niedersächsische Innenministerium teilt mit, daß das Verfahren vor dem Entnazifizierungsausschuß in Lüneburg stattflnden solL Zum neuen bulgarischen Ministerpräsidenten wurde Waiko Tscherwenkoff gewählt. In der Regierung des verstorbenen Kolaroff hatte Tscherwenkoff den Posten eines stellvertretenden Ministerpräsidenten inne. Der irakische Ministerpräsident Axoubi ist von seinem Posten zurückgetreten. Der'Regent des Irak verhandelt mit maßgeblichen Politi- 1 kern um die Neubildung der Regierung. Erwin Eckerts Selbltanklagen in „Unfer Tag” .Ernsthatte Kritik und Selbstkritik waren völlig unzureichend“ — Parteifeindliche Autfassungen in der KP Freiburg, 3. 2. Die „Reinigungswelle“ der KP schlägt nun auch nach Südbaden über. Ihren ersten Ausdruck fand sie in einer Selbstkritik, die der Landesvorsitzende der KP Südbadens, Erwin Eckert, in „Unser Tag“ veröffentlichte. In seinem Bericht über die letzte Sitzung der Landesleitung der KP Südbadens am 21. und 22. Januar schreibt Eckert, daß auch in Südbaden innerhalb der Kommunistischen Partei der ideologischen Auseinandersetzung ausgewichen werde. Das niedrige Niveau des Klassenbewußtseins eines großen Teiles der Mitpäisches Solidaritätsgefühl nicht äufkommen, nicht erstarken zu lassen. Gerade hierin besteht die große Chance der moskowitischen Politik. Wenn es in Westeuropa so weiter geht, werden selbst die 75jährigen leitenden Politiker, wie der jetzige Bundeskanzler, möglicherweise noch den Zusammenbruch aller Grundsätze erleben, auf denen Verfassung und Recht in den westeuropäischen Staaten beruhen. Roderich von Ungem-Sternberg. Garry Davis ift .mit feiner Weisheit am Ende" Straßburg, 3. 2. Garry Davis, der seit geraumer Zeit auf ein Einreisevisum nach Deutschland wartet, versuchte am Mittwoch erneut, die Rheinbrücke bei Kehl zu überschreiten. Wie seine bisherigen Versuche, ohne Einreisegenehmigung nach Deutschland Zu gelangen, scheiterte auch dieser am Eingreifen der Polizei. Der Weltbürger Nr. 1 verlas eine Erklärung, in der er sich bei den Polizisten für die „Störung“ entschuldigte. Er betonte erneut, daß er nach Deutschland wolle, um dort bei der Wiedergutmachung der Schäden mitzuhelfen, die er selbst im letzten Kriege als Mitglied einer Bomberbesatzung mit angerichtet habe. Resigniert stellte Garry Davis fest, daß er jetzt „mit seiner Weisheit am Ende“ sei und seine Angelegenheit den 300 000 Weltbürgern zur Lösung übergebe. In einer anschließenden Pressekonferenz zerriß er seine französische Identitätskarte. Aga Khan jetzt Opfer von Dokumentendieben Karatschi, 3. 2. Am Donnerstag stahl ein Taschendieb dem Privatsekretär Aga Khans bei seinem Eintreffen auf dem Flugplatz von Karatschi „wichtige Papiere“. Aga Khan und die Begum sind zum erstenmal nach vierjähriger Abwesenheit wieder in Indien. Beide trafen am Donnerstagvormittag in der Haupt- W»dt Pakistans, Karatschi, ein. Am Sonntag erklärte Aga Khan, er würde seinen Millionenbesitz testamentarisch für wissenschaftliche Forschungen, ärztliche Zwecke und Erziehungsaufgaben, vermachen. Da man nach seiner Ansicht „ohne Juwelen viel sicherer ist“, soll auch die Begum den geraubten Schmuck nicht wieder bekommen. Brennend in die Nordsee gestürzt Den Haag, 3. 2. Ein holländisches Transportflugzeug ist am Donnerstag auf dem Flug von Amsterdam nach London, etwa 80 Kilometer westlich von Den Haag, brennend in die Nordsee abgestürzt. Die Maschine hatte eine siebenköpfige Besatzung an Bord. Der Absturz des Flugzeuges wurde von dem dänischen Dampfer „Rigmor“ beobachtet. Ein neuartiger Streik Washington, 3. 2. Amerikanische Telefonistinnen haben sich eine neue Streiktechnik ausgedacht. Um ihre Forderung auf höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit durchzusetzen, wollen sie den Telefonverkehr der USA von Teilnehmern lahmlegen lassen. Die Gewerkschaft ersuchte am Montag ihre Dachorganisation, den CIO-Gewerkschaftsbund, Vorkehrungen zu treffen, daß im Falle einer Streikandrohung die sechs Millionen Mitglieder der dem Gewerkschaftsverband angeschlossenen Gewerkschaften gleichzeitig die Telefonleitungen in Anspruch nehmen. Damit würden sämtliche Ämter blockiert und jeder Telefonverkehr illusorisch werden. gliedschaft und sogar der Kader der Kommunistischen Partei in Südbaden sei die Ursache, daß die Partei nicht vorwärtskomme und daß parteifeindliche Auffassungen in ihre Reihen hätten eindringen können. Daraus erklärten sich die Unklarheiten in der Stellungnahme mancher Genossen zu allen einschlägigen politischen Fragen. Es gäbe Parteimitglieder, denen nicht einmal die absolute Richtigkeit der Politik der Partei in der Festlegung der Oder-Neiße-Linie als Friedensgrenze klar geworden sei. Ernsthafte Kritik und Selbstkritik seien von der Landesleitung angefangen bis zu den Orts- und Betriebsgruppen völlig unzureichend angewendet worden. Die Kommunistische Partei hibe es in Südbaden immer noch nicht verstanden, alles für die Erhaltung der Einheit der Gewerkschaftsbewegung und ihre Zurückführung auf den Boden des Klassenkampfes zu tun. Die Arbeit der Betriebsgruppen sei unzulänglich und werde unterschätzt. Es gebe wegen der ideologischen Schwäche und der Unkenntnis der marxistisch-leninistischen Prinzipien in Süd- baden bauernfeindliche Stimmungen in der Partei. Die Verwirklichung des Bündnisses zwischen der Arbeitsklasse und der Bauernschaft sei aber eine der wichtigsten Aufgaben der Kommunistischen Partei. Im übrigen müsse die Jugpnd als eine def Hauptstützen im Kampf um den Frieden und um Gesamtdeutschland für die nationale Front gewonnen werden. Daß Erwin Eckert in „Unser Tag“ diese Selbstanklagen erheben darf, läßt darauf schließen, daß es ihm möglich war. seine eigene Person noch einmal in Sicherheit zu bringen. Es ist noch gar nicht lange her. daß in der Führung der KP Südbadens das baldige Ende des „Tito- isten“ Eckert prophezeit wurde. Es muß dem Landesvorsitzenden aber anscheinend gelungen sein, seine Parteivorgesetzten von seinem Gehorsam zu überzeugen und glaubhaft zu machen, daß er künftig „ernsthafte Kritik und Selbstkritik“ in „völlig zureichendem Maße“ üben wird. Auch Hessen ist titoistisdi verseucht Auch der Parteivorstand der KP in Hessen hat sich selbst bezichtigt, den „Kampf gegen parteifeindliche Auffassungen und Einflüsse und gegen die Tätigkeit feindlicher Agenten ungenügend geführt zu haben“. Ausländer können Betriebsrat werden Freiburg, 3. 2. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts in Freiburg können in einen Betriebsrat auch Personen gewählt werden, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts erging auf Grund einer Rechtsbeschwerde gegen eine Entscheidung erster Instanz. Im Gegensatz zum Betriebsrätegesetz von 1920 enthält das badische Betriebsrätegeset» keine Bestimmungen über die Staatsangehörigkeit von Betriebsräten. Es fordert für die Wählbarkeit lediglich vier Voraussetzungen: Arbeitnehmer-Eigenschaft, mindest sechs Monate Betriebszugehörigkeit, Vollendung des 21. Lebensjahres und Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte. Badischer Landtag am ?. Februar Freiburg, 3. 2. Der badische Landtag wird am kommenden Dienstag, 7. Februar, 15 Uhr, zu einer Plenarsitzung zusammentreten. Auf der Tagesordnung’ stehen verschiedene Gesetzesvorlagen der Regierung; darunter ein Landesgesetz über die Wiedereinrichtung von Verbrauchergenossenschaften und ein Landesgeseta zur Änderung des Landesgesetzes für Sicherstellung von Forderungen für den Lastenausgleich und -zur Förderung des Wohnungsbaues, ferner mehrere Anträge und förmliche Anfragen. Die Beratungen werden voraussichtlich zwei Tage dauern. Gewerkschaften erwägen Butter-Boykott Tübingen, 3. 2. Die Bezirksstelle Südwürt- temberg-Hohenzollern des Deutschen Gewerkschaftsbundes wendet sich entschieden gegen die Erhöhung des Butterpreises. In einem Schreiben an die Staatsregierung bittet die Bezirksstelle, schon heute Maßnahmen £u ergreifen, um eine Versorgung der Bevölkerung mit Margarine im Falle eines Boykotts überteuerter Butter zu gewährleisten, und auch dafür zu sorgen, daß eine Verschiebung der Butter über die Grenzen des Lande» hinweg verhindert wird. Wieder Weimarer Wappen Bcfim, 3. 2. Wappen und Siegel des Weimarer Staates werden unverändert von der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Dies bestimmt ein Erlaß des Bundespräsidenten, der auf einen Beschluß der Bundesregierung zurückgeht. Was madti das Wetter? Dem Fortbestand hohen Drucke» Ober Osteuropa liegt ein ausgedehntes Tief über dem Nordatlantm gegenüber. Südwestdeutschland liegt im Grenzboreich, wird aber vorwiegend durch milde Meeresluftmassen wettermäßig beeinflußt. Wetteraussichten: Veränderliche Bewölkung, nur leicht unbeständig, tagsüber mild, ostwärts da» Schwarzwaldes etwas kühler. Leichte Nachtfröste. Beobachtungen vom 3. Februar Freiburg: — 1 Grad, 6 / 10 , wolkig, NO 1, 3 km Sicht. Feldberg: —2 Grad, fast bedeckt, SW 7, 150 km Sicht (Alpensicht), 45 cm Schnee. Schauinsland: — 2 Grad, wolkig, West 2, 100 km Sichte 15 bis 20 cm Schnee. Mouufag, 4 . Peüruar WS» QmlBotR Nummer 18 — Sette 3 Wie stellt es um unsere Wirtschaft? Von Dr. Hermann Veit, MdB., Wirtschafts minister von Württemberg-Baden Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung > Antwort soll der Leser als leichte Denksportnennt sich volltönend „soziale Marktwirtschaft“.' auf gäbe selbst finden. Die SPD hat immer wieder in Versammlungen und Aufsätzen aufgezeigt, daß sich hinter dieser einladenden Fassade nichts anderes verbürgt als eine zügellose, ausschließlich durch den Motor des Profitstrebens aufgetriebene Wirtschaft, die nur auf solchen Gebieten sich in eine selbst- verordnete Bindung begibt, wo die Erhaltung oder Steigerung des Gewinns dies erforderlich erscheinen läßt. Die Wirtschaft befindet sich nicht in der Harmonie eines ausgleichenden Kräftespiels, dem man überlassen könnte, Regulator und Steuerungsorgan zu sein. Die Wirtschaft in Deutschland ist so in Unordnung geraten, die Not ist so groß und die Zeit, die uns bis zum Ablauf des Marshall-Plans noch zur Verfügung steht, so kurz, daß keine verantwortungsbewußte Regierung warten darf, bis die Verhältnisse sich Etwa von selbst ordnen. Die Bundesregierung ist untätig geblieben, getreu dem sturen Dogma des Bundeswirtschaftsministers. Sie und das ganze Volk aufzurütteln und auf die heraufziehenden dunklen Gefahrwolken aufmerksam zu machen, ist Zweck der sozialdemokratischen Anfragen und Anträge auf wirtschaftspolitischem Gebiet, die jetzt im Plenum des Bundestages auf der Tagesordnung stehen. Der Erfinder der „freien Marktwirtschaft“ schaut zu Im ersten Antrag wurde die Regierung aufgefordert, nun endlich das längst versprochene Gesetz gegen den Mißbrauch wirtschaftlicher Macht dem Bundestag vorzulegen. Seit Juni 1948 hat Prof. Erhard die „soziale Marktwirtschaft“ •ingeführt. Seither verkündet er dem Volke, daß das Wesen der sozialen Marktwirtschaft in der Wiederherstellung freier Konkurrenz bestünde. Abgesehen davon, daß eine solche Konkurrenz auf vielen Gebieten unserer Wirtschaft wegen ungenügender Elastizität und wegen des Mangels an den einen oder anderen Produktionsfaktoren sehr erschwert ist, weiß der Bundeswirtschaftsminister am besten, daß manche Wirtschaftszweige durch mehr oder weniger vertrauliche Abreden oder in der Festung des Monopols die Konkurrenz ausgeschaltet haben, um den Gewinn auf Kosten der breiten Massen der Verbraucher um so voluminöser und sicherer einstecken zu können. Mit der Steuer werden diese Kreise schon fertig. Warum sieht der „Erfinder der sozialen Marktwirtschaft“ diesem Treiben nun schon \V> Jahre schweigend zu, Die Die Regierung tut nichts zur Besserung der Lage Die Arbeitslosenzahlen steigen und liegen nahe an zwei Millionen. Soll auch hier gewartet werden, bis sich alles von selbst einspielt? Oder sieht man die „industrielle Reservearmee“ etwa gar nicht so ungern? Eine Regierung, die untätig zusieht, daß die Arbeitslosigkeit in einem an Arbeit so reichen Lande in unerträgliche Größenordnungen steigt, während andere Kreise die Kriegsverluste schon wieder völlig ausgeglichen haben, muß zu ihrer Pflicht gerufen oder abgelöst werden. So lange man eben die Kapitallenkung nur auf Bruchteile des sich bildenden Kapitals beschränkt, und das nur widerwillig und nur auf den ausdrücklichen Willen der Besatzungsmächte tut, während die Milliarden, die aus den Hortungsgewinnen und überhöhten Preisen stammen, einer ungezügelten und volkswirtschaftlich unverantwortlichen Verschwendung in zur Zeit unnötigen Anlagen überlassen bleiben, kann man nicht auf Besserung hoffen. Mit Bangen sieht man dem Jahre 1952 entgegen, wo die Marshall-Plan-Hilfe endet und unsere Wirtschaft das deutsche Volk aus eigener Kraft erhalten muß. Die schicksalsschwere Bedeutung der bis zum Ende der Marshall-Plan- Hilfe gestellten Aufgafe, das Ergebnis des gemeinschaftlichen Schaffens unseres Volkes so einzusetzen, daß am Ende der Marshall-Plan- Hilfe ein leistungsfähiges Volk in einer leistungsfähigen Wirtschaft den Kampf um die Weltmärkte ohne fremde Hilfe bestehen kann, soll in den Debatten aufgezeigt werden. Es wird sich dabei ergeben, wie wenig die Bundesregierung und vor ihr die Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes getan haben, um durch planvollen Einsatz der sich bildenden Kapitalien das Ziel zu erreichen. Kampagne gegen unlauteren Wettbewerb in den USO Die Reklamemanager sind in USA auf einem toten Punkt angelangt Die Käuferschaft in den Vereinigten Staaten hat nämlich allmählich erkannt, daß das Neueste nicht immer das Beste ist. Heute führen Konsumentenorganisationen, vor allem in den größeren Städten, eine Kampagne gegen den unlauteren Wettbewerb. Unterstützt von wissenschaftlich vorgebildeten Warenprüfem, die alle neu auf dem Markt erscheinenden Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände genau untersuchen, geben sie einen monatlich erscheinenden Katalog heraus, der für fünf Dollar jährlich an alle Interessierten versandt wird. Rund eine viertel Million Haushalte haben sich hier zusammengefunden, um sich wirksam gegen die Übervorteilungen der Händler und Fabrikanten und die unwahrscheinlichen Übertreibungen amerikanischer Reklamefachleute zu schützen. Einige tausend Angestellte der Organisation sind ständig auf der Suche nach neu auf dem Markt erschienenen Waren, vom Auto bis zur Toilettenseife. In den über das gesamte Gebiet der USA verstreuten Laboratorien und Prüf Stätten werden die Waren dann nach allen Richtungen hin untersucht und qualitätsmäßig eingestuft, so daß den Abonnenten des Katalogs die Entscheidung zwischen „gut“ und „minderwertig“ wirklich nicht schwerfällt. Es verlautet, daß eine Familie mit zwei Kindern dadurch bis zu tausend Dollar im Jahr sparen kann. Bei uns ist zweifellos manches noch in Fluß, aber heute schon läßt sich sagen, daß auch hierzulande die Konkurrenz und damit auch der mehr oder weniger unlautere Reklame-Wettbewerb im Wachsen begriffen ist. Es erscheint daher angebracht, die auch in Deutschland einmal üblichen amtlichen Waren- und Qualitätsprüfungen wieder einzuführen, um den Käufer vor Übervorteilung und Betrug mehr noch als bisher zu schützen. Schäffer verhandelte auf dem Petersberg Bonn, 3. 2. Bundesfinanzminister Schäffer besprach mit alliierten Finanzsachverständigen auf dem Petersberg das Problem der westdeutschen Massenarbeitslosigkeit. In der ersten Zusammenkunft wurde versucht, die deutsche Finanzpolitik mit der Hohen Kommission abzustimmen. In den nächsten Tagen wird eine zweite Besprechung stattfinden, bei der die Möglichkeit der Herabsetzung der Besatzungskosten erörtert werden wird. Die feste Zusage der Bank deutscher Länder der, den Wohnungsbau vorzufinanzieren, wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit Genugtuung aufgenommen. Zur Arbeitslosenfrage wird aus dem Ministerium erklärt, daß man auf Grund der Herbstzahlen von 1,4 Millionen mit einem Anstieg im Winter bis auf 2 Millionen gerechnet habe. Die Gegenmaßnahmen der j Bundesregierung hätten daher schon im Herbst j einsetzen müssen. i Arbeitslosenbekäm pf ung frühestens in acht Wochen Bonn, 3. 2. Frühestens in acht Wochen werde es möglich sein, wirksame Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit zu ergreifen, weil erfahrungsgemäß die Arbeitslosenziffern bis Mitte Februar zu steigen pflegen, erfährt unser Bonner Korrespondent aus dem Bundesministerium. Der vom Kabinett eingesetzte Ministerausschuß ist am Donnerstag zum ersten Male zusammengetreten, um das Arbeitslosenproblem zu beraten. Das Ergebnis dieser Beratungen soll vom Arbeitsministerium in einer Denkschrift zusammengefaßt und dem Bundestag vorgelegt werden. Bundesbahn verlangt hohe Kredite Bonn, 3. 2. Die Bundesbahn legt entsprechend dem Beschluß des Bundestages einen Bericht über ihre wirtschaftliche Lage vor. Danach wird der rechnungsmäßige Fehlbetrag in der gesamten Republik im laufenden Geschäftsjahr einen Betrag von über 450 Millionen DM erreichen. Die Bundesbahn erklärt, das Defizit würde niedriger sein, wenn sie einmal die Versorgungsbezüge für Ostvertriebene und Kriegshinterbliebene nicht zahlen müßte und wenn zum anderen ihrem Antrag auf Erhöhung der Berufsverkehrstarife entsprochen worden wäre. Als wichtigste Ursache für ihre finanziellen Schwierigkeiten nennt die Bundesbahn u. a. das Zurückbleiben ihrer Verkehrsleistung hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und die dadurch bedingten Mindererträge. Unter Hinweis auf das Vordringen des Kraftwagens verlangt die Bundesbahn sofortige verkehrspolitische Maßnahmen, um zu einer Ordnung zu gelangen, die allen Verkehrsträgern zugute kommt. Außerdem müsse der Gesamtapparat modernisiert und rationalisiert werden. Eine grundlegende Besserung ihrer Lage ist aber nach Erklärung der Bundesbahn nur durch Einsatz erheblicher Kreditmittel erreichbar. Wein für 0,63 DM pro Liter Bernkastel, 1. 2. Der Leiter des Weinbauamtes Bernkastel-Kues, Dr. Hammerschlag, erklärte, daß der deutsche Weinbau zur Zeit eine schwere Krise durchmache. Die Einfuhr billiger Auslandsweine sei eine besonders große Gefahr für den deutschen Weinbau. Der ausländische Weinbau produziere zum größten Teil unter günstigeren Bedingungen und könne daher auch billiger liefern. So seien in Bernkastel jetzt ausländische Weine zum Preise von 0,63 DM pro Liter angeboten worden. Kaiserslautern steuert die „Goldene 100“ an Einsames Rennen der Fffirther Kleeblättler in der Süd-Rückrunde Da der „Regensburger Strudel" seine Gefährlichkeit verloren hat, braucht man am Sonntag um das „Kleeblatt“ kaum zu bangen. Alle übrigen Spiele stellen gute Hausmannskost dar, die dadurch schmackhaft gemacht Ist, dag vom Tabellenzweiten (der Deutsche Meister VfR Mannheim) bis zum Schlußlicht (Schwaben Augsburg) jede Mannschaft ins „Gedränge“ kommen kann. Wie Immer, sollte der eigene Platz einen gewissen Vorteil gewährleisten und die in letzter Zeit so häufigen Punkteteilungen liegen auch diesmal nahe. Das Spiel der Altmeister 1. FC Nürnberg — VfB Stuttgart ist vielleicht am reizvollsten. Es spielen: Regensburg — Fürth (2:3), Stuttgarter Kickers — BC Augsburg (7:2), Waldhof — Kickers Offenbach (6:0), Bayern München — Mühlburg (1:2), 1. FC Nürnberg — VfB Stuttgart (2:5), Schwaben Augsburg — VfR Mannheim (1:3), Schweinfurt — Eintracht 0:1), FSV Frankfurt — 1*60 München (1K0). Rot-Weiß Essen erneut als Prüfstein Der Zufall der Spielansetzungen bringt es mit sich, daß an zwei Sonntagen hintereinander mit Rot-Weiß Essen eine Mannschaft die Spitzenreiter auf Herz Und Nieren prüft, die zu Anfang als einer der Mitbewerber Borussia« zu gelten hatte. Wenn die Essener auch bei Horst ein 0:0 abtrotzten und damit Borussia Dortmund zum ersten Tabellenplatz verhalten, so Sind sie doch wohl nicht stark genug, nun auch dem Meister ein Schnippchen zu schlagen. Es spricht vieles dafür, daß die Borussen zu Hause die knappe 1:2- Vorsplelniederlage ausmerzen. Die Schalker, die so manche Mark ihrer Totofreunde verspielten, müssen neues Vertrauen gewinnen Dazu wäre gegen die Hörster Husaren in der Glückauf-Kampfbahn reichlich Gelegenheit. ' Es spielen: Borussia Dortmund — Essen (1:2), Schalke 04 — Horst-Emscher (1:2), Duisburger SV — Oberhausen (1:1), Vohwinkel — Hamborn 07 (1:1), Erkenschwick — Duisburg 00 (2:1), Aachen — Dell- brück (2:3); Bielefeld — Münster (0:5), 1L FC Köln — Würselen (0:2). St Paulis schwerer Gang Die Nordmeisterschaft ist erneut zu einem Zweikampf HSV gegen St. Pauli geworden. Es fragt sich dabei nur, wer von den übrigen Mannschaften dieses Duell beeinträchtigen kann. Solch ein „Außenseiter- aehlag“ droht St. Pauli, das zu Eintracht Braunschweig muß Hier brachte bisher nur der Bremer SV einen Überraschungssieg zustande. Nur in Hochform ist Braunschweig niederzuringen. Der HSV wird die Gelegenheit wahmehmen, mit dem VfB Oldenburg ein Hühnchen zu rupfen. Es spielen: Hamburger SV — Oldenburg (0:1), Braunschweig — St. PauU (2:2), Werder — Concordla (1:3), Eimsbüttel — Arminia (0:1), Hannover 96 — Lübeck (2:3), Osnabrück — Bremer SV (2:1), Göttingen — Harburg (2:3), Bremerhaven 93 — Kiel (1:6). Ewige Rekordjagd im Südwesten Im Südwesten ist die Oberligagruppe Nord, wie sie sich nennt, die Runde mit allen Rekorden. Imponierend auf alle Fälle der Torrekord des Scharfschützenklubs der Brüder Walter in Kaiserslautern, der es in 14 Spielen schön auf 95:11 brachte und gegen FK Pirmasens den ersten Hunderter abrunden will. Daneben, oder besser davor, steht in einmaligem Glanz Wormatia Worms, die in bisher 15 Spielen als einzige Oberligamannschaft ungeschlagen blieb. Es spielen: Gruppe Nord: FK Pirmasens — 1. FC Kaiserslautern (—), Worms — Andernach (2:1t, Neuendorf — Kim (5:0), Ludwigshafen — Eintracht Trier (1:0), Mainz 05 — VfR Kaiserslautern (0:4), Landau — Weisenau (3:3), Neustadt — Engers (3:4). Fußball in Freiburg Zonenliga Sportclub Freiburg — SV Tübingen (Mösle-Stadion 114.30 Uhr), Vorspiel: Jgd A I — Jgd A H (13 Uhr). Landesliga Blau-Weiß Freiburg — Rheinfelden (16.30 Uhr, Sportplaz an der Schenkendorfstraße), Blau-Weiß B- Jugend — FFC B I-Jugend (13 Uhr). Bezirksliga ASV I b — Sportfreunde (10.30 Uhr, ASV-Platz an der Schwarzwaldstraße), ASV B-Jugend — Sportfreunde B-Jugend (13 Uhr), ASV A-.Tugend — Gotten heim — A-Jugend (14 Uhr). Weitere Spiele Sportfreunde H — Merzhausen I (15 Uhr, Sportfreundeplatz), Sportfreunde III — Merzhausen II (1330 Uhr), Alemannia I — FFC Ib (10.30 Uhr, Alemanniaplatz), Alemannia n — Zähringen II (9 Uhr). Bezirk Offenbarg Renchen n — Oppenau (12.45 Uhr), Nußbach — Bad Peterstal, Durbach — Appenweier, Zusenhofen II — Ebersweier, Ortenberg - Schutterwald II, Gengenbach n — Windschläg (12.45 Uhr), Elgersweier — Waltersweier, Weier H — Zell Weiersbach, Offenburg HI — Zunsweier H (10.30 Uhr). Alpine SdtwarzwaldmeistersdiaHen verlegt Di* für dieses Wochenende in Schönau vorgesehene Schonach durchgeführt werden. Sollte die Schnee- nntirnvoufaMmaiefaMnkAM Tr «— „i.i l — i i _ . . „ . Schwarzwaldmeisterschaft in der alpinen Kombination mußte infolge Schneemangels auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Die Ausschreibung und Nennungen behalten ihre Gültigkeit. Ski-Meisterschaften im 35-km-Dauerlanf Sollte das Wetter durch diese Veranstaltung nicht auch einen Strich machen, dann werden am Sonntag die Langläufer des Ski-Verbandes Schwarzwald auf dem Brend bei Furtwangen ihren Meister im 35-km-Dauerlauf ermitteln. Dieser Wettbewerb wird im Schwarzwald erstmals nach dem Kriege ausgetragen, Infolgedessen fehlen noch jegliche Vergleichsmöglichkeiten. Ski-Jugendmeisterschaften in Schonach Die Schwarzwald-Ski-Jugendmeisterschaften, die lm vergangenen Jahre einen großen Erfolg aufzuweisen hatten, werden am Sonntag als Dreierkombination in Die Spitzenreiter gehen aut Reisen In der Gruppe Süd gehen die Spitzenreiter auf Meisen und stehen vor nicht zu unterschätzenden Aufgaben. Konstanz hat trotz zweifachem Ersatz bewiesen, daß die Mannschaft immer noch recht gefährlich ist, und bei einiger Anstrengung wäre ein Sieg •her Singen, der in seinen letzten Spielen bedenkliche Schwächen zeigte, durchaus möglich. — Tübingen feist zum zweiten Male innerhalb drei Wochen nach Ereiburg. Obwohl man wahrscheinlich erneut auf Lauxmann verzichten muß, dürfte die Elf beim Sportclub Freiburg die Punkte holen. Vergessen wir aber nicht, daß die Freiburger Rothosen auf eigenem Platz immer recht gefährlich sind und trotz guter Leistungen die letzten Spiele nur mit viel Pech verloren haben. — Der Tabellenführer Reutlingen gastiert in Villingen und muß, will er keine Überraschung •rieben, schon mit einer besseren Leistung wie am Vorsonntag aufwarten. Villingen hat gegen starke Mannschaften immer seine besten Spiele geliefert und wird sich nicht leicht schlagen lassen. — Lahr empfängt mit der Spvg Trossingen eine zwar recht kampfstarke, aber ebenso unbeständige Mannschaft, •od der Platzvorteil müßte zu einem Sieg ausreichen. — Mit dem SV Hechingen und dem Freiburger FC Stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die am Vorsonntag durch sensationelle Ergebnisse aufhorchen ließen. Der FFC dürfte durch den Hechinger »folg über Singen gewarnt sein, und es ist kaum aneunebmen, daß die Männer um Schaletzki beim Tabellenletzten stolpern werden. — Im sechsten und letzten Spiel dieses Sonntags empfängt Kuppenheim den VfL Schwenningen. Kuppenheim als ausgesprochene Platzmannschaft dürfte bestrebt sein, die 0:7- Schiappe beim FFC etwas in Vergessenheit geraten zu lassen und bei dem Platzvorteil ist ein Sieg nicht ausgeschlossen. Es spielen: SV Hechingen — Freiburger FC, SV Kuppenheim — VfL Schweningen, FV Lahr — Spvg Trossingen, SC Freiburg — SV Tübingen, VfL Konstanz — Eintracht Singen, FC Villingen — SV Reutlingen. Heißumstrittene Landesliga Sieben Begegnungen stehen asn Sonntag auf dem Programm der Südbadischen i^andesliga und alle Begegnungen haben es in sich, denn der Zufall der Paarungen will es, daß kein ausgesprochener Favorit gegen einen „Schwachen“ zu kämpfen hat Mit Ausnahme vielleicht von Achem und Stockach, die dafür aber auf fremdem Platz kaum eine aüzuleicfat zu nehmende Hürde vorfinden werden. Besonders gespannt darf man sein, wie dem ungefährdet an der Spitze liegenden Baden-Baden die St. Georgener Luft bekommen wird, und man kann hier durchaus mit einer Überraschung rechnen. Es spielen: Lörrach — Schopfheim, Blau-Weiß Freiburg — Rheinfelden, Emmendingen — ASV Freiburg. Furtwangen — Stockach, Gottxnadlngeu — Achem. St Georgen — Baden-Baden, Guiach — Ottenau. läge keine Besserung erfahren, dann wird man voraussichtlich auf den Torlauf verzichten müssen, während der Lang- und Sprunglauf durchgeführt werden kann. Eisrennen auf dem Titisee Der veranstaltende BAC hat sich entschlossen aus den vorgesehenen Wettbewerben die Geschicklichkeitsprüfung fallen zu lassen und Skijöring, Slalomfahrt für Kraftfahrzeuge und Ausscheidungs-Skijöring weiter auszubauen. Dadurch wird eine größere Beteiligung ermöglicht, auch können hinsichtlich der vorgeschriebenen Versicherungen Erleichterungen eintreten. Die Veranstaltung erfährt noch eine Bereicherung dadurch, daß anschließend ein Eishockey- Wettspiel zwischen einer Baseler nr>rt einer Schwen- ninger Mannschaft durchgeführt wird. Der Beginn wurde auf XI Uhr vorverlegt. Zu dieser Veranstaltung fährt ab Freiburg Hbf. ein Sonderzug. Abfahrt: 9.50 Uhr, Rückfahrt: 17 Uhr. Außerdem setzt das Schwarzwaldreisebüro Omnibusse ein. Abfahrt ab Rotteckplatz: 9.30 Uhr. Rückfahrt ab Titisee: 16 Uhr. Skizunft Feldberg Sonntag, 5. Februar, Omnibusfahrt zum Feldberger Hof. Abfahrt 7.30 Uhr Ecke Urach- und Prinz-Eugen- Straße. Skitour Milchberg. Teilnahme nur mit vorher gelösten Karten möglich. Kartenverkauf heute von 11 bis 13 Uhr auf der Geschäftsstelle. Holzmarkt 10 (nicht am Omnibus). Ski-Club Freibarg Der Ski-Club Freiburg hält am Samstag einen Skikurs für Anfänger, Fortgeschrittene und Tourenläufer in Neuglashütten ab. Abfahrt mit Höhenwagen 7.30 Uhr am Schwabentorplatz. Fahrkarten bis heute 12 Uhr auf der Geschäftsstelle (Sporthaus Werner-Blust). Bergwacht Am Sonntag sind folgende Stationen der Bergwacht besetzt: Feldberggebiet: Feldberger Hof. Hebelhof, Naturfreundehaus am Baldenweger Buck. Schauinslandgebiet: Hotel Burggraf. Berg- botel. Notschrei, Berglusthaus am Hohbühl. Totogtfick durch Briefwette Bla Briefwetter der Staatlichen Hauptwettein- nahme Günther, Bamberg, aus dem Bezirk Hanau gewann be im 34 Wettbewerb des Bayerischen Fußball-Totos einen Betrag von H 73» DM. Versammlungen und Veranstaltungen Breisgauer Turngau Der Breisgauer Tumgau hält am 5. Februar im Feierling-Saal zu Freiburg seinen zweiten Gauturntag nach dem Kriege ab. Die Tagung beginnt pünktlich 9 Uhr. Der Gau umfaßt heute bereits wieder über 50 Vereine aus den Kreisen Müllheim, Freiburg, Emmendingen. Lahr und Neustadt. Weitere Vereine sind im Entstehen begriffen. Gauvertreter Nonnenmacher, Freiburg, wird Bericht erstatten über die geleistete turnerische Arbeit und die geplanten Vorhaben. Kassenberichte und Neuwahlen ergänzen das Arbeitsprogramm. Ferner ist die Gründung von Vorturner- schaften innerhalb der Kreise, Gaue und des Landesverbandes vorgesehen. Radsportverein Freiburg Heute Samstag, 20 Uhr. findet in der Jahnhalle in Zähringen ein großer Unterhaltungsabend mit Tan® statt, wozu alle Mitglieder mit ihren Freunden und Bekannten herzlich eingeladen sind. Sportfreunde Freiburg Die Spfr Freiburg halten am Dienstag, dem 7. Februar, 20 Uhr, im Gasthaus zum „Goldenen Fäßle** eine außerordentliche Generalversammlung ab. Sudbadischer Leichtathletikverband Laut Beschluß des Verbandsvorstandes findet der diesjährige Verbandstag der Leichtathletik morgen, Sonntag, um 10.30 Uhr, in Freiburg in der Gaststätte „Harmonie“ (Grünwälderstraße) statt. Sport und Humor in Kenzingen Unter diesem Motto veranstaltet der SV Kenzingen in der Turn- und Festhalle heute für Mitglieder und morgen für alle einen großen Unterhaltungsabend, der von dem Künstlerensemble des Vereins, der Kapelle „Melodia“ und dem Ansager Lothar Schwarzwälder bestritten wird. Die Leitung des Programms hat Walter Reimann. MannsthaHsringen * Spfr Freiburg — SV Denzlingen-Vörstetten Zu einem spannenden Treffen kommt es am Sonntagnachmittag, 15 Uhr, in der Turnhalle des Friedrichsgymnasiums. Denzlingen konnte in den letzten Kämpfen eine bedeutende Formverbesserung aufweisen und dürfte ein beachtlicher Gegner der zur Zeit an zweiter Stelle stehenden, noch ungeschlagenen Sportfreunde-Mannschaft sein. Emmendingen — Blau-Weiß Freibarg H Morgen Nachmittag, 17 Uhr, findet in der Turnhalle (Karl-Friedrich-Schule) ein Mannschaftskampf statt, bei dem die Emmendinger Ringerstaffel gegen die Oberliga-Reserve von Blau-Weiß Freiburg an tritt.. Kampfrichterlehrgänge Für sämtliche Kampfrichter und Funktionäre der Freiburger Athletenvereine findet heute um 20 Uhr in der Turnhalle der Lessingschule in Freiburg eine Belehrung über die neue Wertung im Ringen statt. Pflicht eines jeden aktiven Ringers ist es, an dem Lehrgang teilzunehmen. Die Kampfrichter der Kreise Lörrach und Säckingen treffen sich am Sonntag in Int- 1 i n g e n , wo von o bis 16 Uhr ein Lehrgang im .Adler" stattfindet. Bekanntlich fand am letzten Sonntag in Homberg ein solcher Lehrgang des südbadischen Schwerathletikverbandes statt, und die Erfahrungen und Ergebnisse sollen für die zukünftigen Mannschaftskämpfe verwertet werden. Übungsstunden des SSV Weil Die Übungsstunden des Kraftsportvereins Weil a. Rh. wurden in der Turnhalle in Fnedlingen (Dienstag und Samstag von 19—21.30 Uhr) wieder aufgenommen. Neben Boxen, Ringen, Gewichtheben wird auch Gymnastik betrieben. Interessenten, insbesondere die Jugend, sind freundlichst zu den Übungsstunden eingeladen. Sportkleidung bitte mitbringen. Waldshut — Weil 1:1 Waldshut scheint in der Rück runde die Fehler der Vorrunde wieder gutzumachen. Taktisch kluge* Stoppersystem bewahrte die Gastgeber in der ersten Spielhälfte vor einem Torregen. Alle Angriffe der gefährlichen Stürmer blieben hängen und der reaktionsschnelle Waldshuter Torhüter vollbrachte seltene Glanzleistungen. Kurz vor Halbzeit schoß Weil das erste Tor. Die zweite Spielhälfte brachte für Waldshut den verdienten Ausgleich. In den letzten zwanzig Spielminuten bedrängte der Waldshuter Dreiersturm das Gästetor derart, daß Weil mit dem X:l-Resultat zufrieden sein muß. Seite4 — Nummer 15 Samstag, 4. Februar 1990 IZksTBoR Rundblick über das badische Land Ein beachtenswertes Arbeitsgerichtsurteil Beeinflussung des Betriebsrats gesetzlich unzulässig Vor dem Arbeitsgericht Offenburg rollte vor kurzem ein Arbeitsgerichtsprozeß ab, der für die gesamte Arbeitnehmerschaft und für die Betriebsräte von ausschlaggebender Bedeutung ist. Die Klage wurde von dem ehemaligen Betriebsrätesekretär und jetzigen Bezirksleiter der Industriegemeinschaft Chemie-Papier-Keramik, Kollege Faulhaber, Freiburg, und dem Gewerk- scäiaftssekretfir Weber, Lahr, vertreten. Beklagte war die Seifenfabrik Gebr. Kiefer, früher Märkische Seifenindustrie, Lahr Die Firma hatte einem Angestellten zum 30. September gekündigt. In einem Schreiben an das Arbeitsamt Lahr brachte sie zum Ausdruck, daß der Angestellte G. wieder auf seinen früheren Arbeitsplatz nach Witten zurückkehren solle. Aus diesem Schreiben mußte das Arbeitsamt schließen, daß es sich hier lediglich um eine Veränderung handle. Der Kläger lehnte die ausgesprochene Kündigung ab. In einer am 27. September stattgefundenen Betriebsratssitzung beschäftigte sich der Betriebsrat mit der Kündigung des Angestellten G. In dieser Sitzung war auch der Direktor des Betriebes anwesend. Kollege Faulhaber erklärte hierzu, daß auf Grund der Anwesenheit des Direktors in der damaligen Betriebsratssitzung der Betriebsrat unter einen moralischen Druck gesetzt wurde und die Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes, insbesondere des § 10, nicht eingehalten worden seien. Durch die Anwesenheit des Direktors sei es dem Betriebsrat nicht möglich gewesen, eine ablehnende Haltung einzunehmen, weil die einzelnen Betriebsratsmitglieder zu befürchten hatten, daß die Direktion evtl. Schlußfolgerungen ziehen könne. Kollege Weber, Lahr, erklärte hierzu, daß die Betriebsratstätigkeit durch die Anwesenheit bei so entscheidenden Fragen praktisch illusorisch werde. Kollege Faulhaber und Weber beantragten deshalb, durch das Gericht festzustellen, daß das Arbeitsverhältnis weiter besteht, weil das Betriebsrätegesetz und seine Bestimmungen verletzt wurden. Das Arbeitsgericht verkündete nachstehendes Urteil: Es wird festgestellt, daß das Arbeitsverhältnis zwischen dem Kläger und der Beklagten noch besteht. Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. In der Urteilsbegründung war nach Auffassung des Arbeitsgerichts zunächst zu prüfen, ob die Zustimmungserklärung des Betriebsrats der Beklagten, die ja zur Kündigung des Klägers, gemäß § 21, Absatz 1 c, des BRG vom 24. September 1948 erforderlich ist, den Bestimmungen des § 10 des genannten Gesetzes entsprechend erfolgt war. Es sei einwandfrei festgestellt worden, daß der leitende Direktor in der fraglichen Betriebsratssitzung anwesend war und in seinem Beisein die Abstimmung über die erforderliche Zustimmung zur Kündigung erfolgte. Das Gericht sieht es als eine Selbstverständlichkeit an, daß der Arbeitgeber bei Abstimmungen die Sitzungen zu verlassen hat, und erblicht in der Anwesenheit des Direktors Pelz einen schweren Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Durch die Anwesenheit des Arbeitgebers seien die Betriebsräte unter Druck gestanden, was nach Auffassung des Arbeitsgerichtes zur Folge hatte, daß der Betriebsrat der Kündigung zustimmte. Die alte Narrenstadt ist bereit Die Stadt Zell LW. Im Zeichen des großen Narrentreffens Die Fastnachtsgesellschaft Zell hat sich im Zusammenwirken mit der Bevölkerung alle Mühe gegeben, den dritten Verbandstag der Badischen Narrehzünfte heute und morgen zu echten närrischen Festtagen zu gestalten. Der Obristzunftmeister Harry Schaefer, Freiburg, und der Marschall der Breisgauer Narrenzunft, Hermann Meßmer, kamen in die alte Narrenstadt, um zusammen mit dem Zeller Elferrat und den Vertretern der Arbeitsausschüsse die letzten Vorbereitungen zu treffen. Wenn heute und morgen 16 Zünfte und Gilden vom Breis gau, Kaiserstuhl, Höllental, aus dem Mark gräflerland, Rhein- und Wiesentäl und aus der historischen Fauststadt Staufen sich in den Mauern der alten Narrenstadt ein Stelldichein und rund 4000 Mitwirkende eine bunte Schau bodenständigen Brauchtums geben, dann werden diese beiden Narrenfesttage viele tausend Besucher anlochen. Aus Offenburg fährt ein Verwaltungssonderzug nach Zell, und auch aus anderen Richtungen hat die Bahn Sonderzüge zum großen Narrentreffen eingelegt. Das Interesse der Besucher richtet sich auf die Darbietungen der Zünfte und Gilden, für die der Verband Badischer Narrenzünfte verantwortlich ist. Dabei werden die Auswärtigen und auch die Zeller die ältesten Fastnachts- Die finanzielle Entwicklung der Ortskrankenkassen Die Allgemeinen Ortskrankenkassen ln Südbaden haben im zweiten Halbjahr 1949 insgesamt 26,45 Millionen DM gegen 17,34 Millionen DM im zweiten Halbjahr 1948 eingenommen. Die Ausgaben betrugen in derselben Zeit 24,93 bzw. 17,55 Millionen DM. Bemerkenswert ist, daß trotz der Wiederzulassung der Ersatz- und Betriebskrankenkassen ab 1. Oktober die Einnahmen der Allgemeinen Ortskrankenkassen bisher fast auf gleicher Höhe geblieben sind. Sie betrugen 4,27 Millionen im September, 4,51 im Oktober, 4,70 im November und 4,44 Millionen im Dezember. Demgegenüber standen Ausgaben von 4,13 Millionen im September, 4.48 Millionen im Oktober, 3,90 im November und 4,19 Millionen im Dezember, während im Vorjahr die finanzielle Lage ernstliche Sorge bereitete, hat sich die gesetzliche Krankenversicherung in der Zwischenzeit weitgehend erholt. Die genannten Zahlen bestätigen auch, daß die finanzielle Entwicklung der Allgemeinen Ortskrankenkassen durch die Wiederzulassung der Ersatz-, Betriebs- und Innungskrankenkassen nicht schlechter wurde. Andererseits dürfen hieraus keine verallgemeinernden Schlüsse auf die Wirtschaftslage gezogen werden, da die Krankenkassen zum Teil Beitragserhöhungen vorgenommen haben. Betriebs- und Innungskrankenkassen in Südbaden Von den im Jahre 1946 in Südbaden aufgelösten 87 Betriebs- und 4 Innungskrankenkassen waren am 1. Oktober 1949 bereits 30 Betriebskrankenkassen, drei Zweigstellen solcher Kassen und zwei Innungskrankenkassen wieder errichtet. Zum 1. Januar 1950 haben weitere 20 Betriebskrankenkassen und eine Innungskrankenkasse ihren Betrieb in Südbaden wieder aufgenommen. Weitere Kassen der genannten Art können noch zum 1. April 1950 eröffnet werden. Das Gericht erklärte die ausgesprochene Zustimmungserklärung als rechtsunwirksam und das Arbeitsverhältnis als weiterbestehend. \ Mädchen beschuldigte Amerikaner, um zwei Deutsche zu decken Ein junges Mädchen aus Frauenweiler bei Wiesloch, das kürzlich mit einer Schuß Verletzung am Oberschenkel in eine Heidelberger Klinik eingeliefert worden war, hatte angegeben, daß sie in der Nähe der Wieslocher Tankstelle aus einem amerikanischen Auto angeschossen worden sei, Ermittlungen der amerikanischen Kriminalpolizei! ergaben jedoch, daß die Angaben falsch waren. Das Mädchen war in Wirklichkeit von zwei jungen Burschen aus Rauenberg, bei denen sie zu Besuch gewesen war, beim Hantieren mit einer Pistole angeschossen worden. -Die beiden Burschen werden sich noch wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Körperverletzung zu verantworten haben. traditionen der historischen Zünfte kennenlernen. Das Programm steht unter dem Motto: „Lebensfreude“. Das Muckertum soll am großen Narrentreffen aus der Stadt verscheucht werden. ' Als Einleitung ist heute, 17.50 Uhr, der Empfang der mit dem Sonderzug Offenburg—Zell eintreffenden Zünfte, Gilden und Gäste vorgesehen. Um 20 Uhr beginnt der große Zunftabend im Saal der Weberei Zell mit den Aufführungen der Gilden und Zünfte. Das Programm wird durch den Obristzunftmeister eröffnet und beginnt mit dem historischen Breisacher „Dreyer-Tanz“. Es folgen die Darbietungen der Endinger „Jokili“, der Freiburger „Flecklehäs“, der Kenzinger „Wellenbengel“, der „Höllenzunft“ aus Kirchzarten, der „Tellerschleck“ der bekannten Lörracher „Zundel“, der „Lohrer Zottli“ und der Stettener „Zigeuner“. Es werden die Breisgauer Gauklerreigen vorgeführt, die „Neuenburger Rhischnoke“ bringen einen Gruß aus dem Markgräflerland, der „Remigi von Härdere“ bietet historisches Brauchtum, ebenso wie der „Schnurri-Tanz“ von Oberkirch. Es folgen Darbietungen der Rheinfelder „Dreyschiibe“, der Schopfheimer „Triller“, der „blaue Narre“ von Freiburg und der Schelmenzunft „Till Eulenspiegel“ aus Staufen. Zum Abschluß werden die Zeller „Schrät- teli“ auftreten. Teilaufführungen finden im „Löwen“ und im „Kranz“ statt Der Sonntag beginnt mit dem Konvent der Zunftmeister, um 10 Uhr, im „Schwanen“. Um 11.11 Uhr ist der Empfang des Obristzunftmeisters, der Verbandsleitung und der Zunftmeister im Rathaus. Um 13.30 Uhr beginnt der große Umzug vom Gasthaus „Wilder Mann“ durch die Hauptverkehrsstraßen und um 14.30 Uhr werden im Festsaal die Zunftvorführungen vom Samstagabend wiederholt. Um 17.30 Uhr beginnt in der Kirchstraße das bekannte „Altweiberrennen" der Zeller Narren. Um 19.06 Uhr fährt der Sonderzug’ nach Offenburg zurück. Für die nähere Umgebung werden spätere Sonderzüge eingelegt. An beiden Tagen sind jeweils nach Schluß des Zunftabends Maskenbälle im Zunftsaal. Die Bevölkerung wird gebeten, die Häuser mit Tannengrün, Fähnchen und Girlanden zu schmücken und abends die Fenster zu illuminieren. Tannengrün stellt die Stadt zur Verfügung. Dabei soll nach Möglichkeit das Stadtbild einheitlich in den Stadtfarben Rot-Weiß geschmückt und reichlich beflaggt werden, w. Ruhegehälter für ehemalige Beamte? Badischer Staatsgerichtshof prüft wichtige Landesverordnung auf Verfassungsmäßigkeit Die rechtliche Situation für eine ganze Reihe von Beamten, die infolge der Entnazifizierung aus ihren Ämtern ausgeschieden sind oder vor dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches* unmittelbare Reichsbeamte waren, ist noch immer ungeklärt. Zwar besteht in Südbaden eine Landesverordnung, die die Rechte und vor allem die Bezüge dieser Beamten regelt, doch im Augenblick ist auch die Rechtsgültigkeit dieser Verordnung in Frage gestellt; denn der Staatsgerichtshof prüft sie zur Zeit auf ihre Verfassungsmäßigkeit. Deshalb entscheiden die Gerichte, bei denen z. B. Ansprüche auf Ruhegehalt geltend gemacht wurden, bis zur Entscheidung des Staatsgerichtshofs über dies# Klagen nicht. Doch dafür wird das Urteil des Staatsgerichtshofes wenigstens insofern eine Klärung herbeiführen, als dann feststeht, ob und wie hier in Baden die Ansprüche der in Frage kommenden Beamten behandelt werden können oder ob das angekündigte Bundesgesetz erst die rechtlichen Grundlagen schaffen wird. Wir werden zu gegebener Zeit wieder auf dieses für viele Beamte sehr wichtige Verfahren des Staatsgerichtshofes zurückkommen. Rheinschiffahrtstagung in Säckingen Über gegenwärtige Probleme und künftig« Aussichten der Rheinschiffahrt findet am 4. Februar in Säckingen eine Rheinschiffahrtstagung statt, auf der unter anderem der Generaldireto* tor der schweizerischen Reederei AG, Nationalrat Dr. Jaquet, aus Basel ein Referat übe* Fragen der Rheinschiffahrt in der Nachkriegszeit halten wird. Bisher haben sich etwa 180 Teilnehmer der Tagung angemeldet, darunter Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums, Wirtschaftsminister Dr. Lais und Landwirtschaftsminister Kirchgäßner aus Freiburg, Vertreter des Ostschweizerischen Schiffahrtsverbandes, sowie der Rheinschiffahrtsbehörden au* Basel, Koblenz und Mainz. Gegen Fremdenarbeiter in der Schweiz Gegen die Zulassung ausländischer Bauarbeiter nahm die Sektion Bauarbeiter des Christlichen Holz- und Bauarbeiterverbande* von Basel und Umgebung in ihrer Hauptversammlung Stellung. In einer Resolution wurde den zuständigen Behörden empfohlen, in der kommenden Bausaison nur noch in begründeten Ausnahmefällen ausländische Maurer zu verwenden. Die Beschäftigungslage im schweizerischen Bausektor habe fühlbar nachgelassen und die Industrieneubauten seien auf ein Minimum beschränkt Schattenseiten des Totoglücks Der Totogewinner Heinz Ebert aus Heidelberg-Rohrbach, der'vor einiger Zeit im Würt- tembergisch-Badischen Sporttoto die Summe über 200 000 DM gewonnen hatte, wurde vor einigen Tagen in einem anonymen Brief aufgefordert, am Dienstagmorgen im Kellerfenster eines bestimmten Hauses in Heidelberg 15 000 DM niederzulegen. Für den Weigerungsfall hatte der Briefschreiber Ebert den Tod angedroht, sich im übrigen aber „großzügig“ bereit erklärt, das Geld als Darlehen zu betrachten und in zwei Monaten mit 20 Prozent Zinsen zurückzuzahlen. Trotz dieser „Gewinnaussichten“ zog Ebert die Kriminalpolizei zu Rate und legte unter ihrer Überwachung am Dienstag einen mit Papierschnitzel gefüllten Briefumschlag an die vorgeschriebene Stelle. Der anonyme Erpresser erschien jedoch nicht. Die Kriminalpolizei setzt die Fahndungen nach dem Briefschreiber fort 18. Fortsetzung LONDON. Die Monate vergingen in eitel Glück, und sie war nie müßig. Auch Billy wurde nicht vergessen. Als es kalt zu werden begann, strickte sie Pulswärmer für ihn, Pulswärmer, die er gewissenhaft trug, wenn er das Haus verließ, und ln die Tasche steckte, sobald er draußen war. Die beiden Sweater, die sie für ihn verfertigte, waren ihm hingegen sehr willkommen und ebenso die Pantoffeln. Sie bestand darauf, daß er sie trug, wenn sie die Abende daheim verbrachten. Der gesunde, praktische Verstand ^er Mercedes Higgins kam Saxon in hohem äße zugute. Sie stand dem wirtschaftlicher- Problem gegenüber, in einer Gesellschaft hauszuhalten, Wo die Kosten schneller stiegen als der Lohn für ehrliche Arbeit. Und hier erteilte die alte Frau ihr einen so gründlichen Unterricht im Einkäufen, daß sie mit einem halben Dollar ebensoweit, ja weiter kam als die andern Frauen der Nachbarschaft mit einem Dollar. Jeden Sonnabend abend schüttelte Billy ihr seinen ganzen Wochenlohn in den Schoß. Er verlangte nie eine Abrechnung von ihr, wiederholte aber immer wieder, daß er noch nie so gut gelebt hätte. Und solange der Wochenlohn noch unangetastet in ihrem Schoß lag, ließ sie ihn gern nehmen, was er in der kommenden Woche brauchte. Und ebenso streng hielt sie darauf, daß er ihr nicht erzählen durfte, wozu er das Geld brauchte. „Du hast immer Geld in der Tasche gehabt“, ■tgt sie, „und daß du dich verheiratet hast, ist kein Grund, daß es anders sein soll. Oh, ich weiß schon, wie Männer sind, wenn sie Zusammenkommen. Zuerst spendiert der eine, dann der andere, und das kostet Geld. Wenn du jetzt nicht ebenso flott wie die andern spendieren kannst, ja, dann wirst du gar nicht mehr mitmachen, so gut kenne ich dich doch. Und das würde nicht richtig sein. Ich will, daß du mit andern Männern zusammen bist. Das tut Männern gut.“ Und Billy preßte sie an sich und sagte, sie sei das prachtvollste Frauenzimmerchen, das je ln einem Paar Schuhe gegangen wäre. „Ja“, sagte er triumphierend, „nicht nur, daß ich besser esse, besser lebe, ebenso gut wie alle Kameraden auskomme; ich spare auch direkt Geld oder vielmehr, du tust es für mich. Hier sitzen wir in Möbeln, die ich regelmäßig jeden Monat abbezahle, und mit einer kleinen Frau, nach der ich ganz verrückt bin, und obendrein habe ich noch Geld auf der Sparkasse. Wieviel ist es jetzt?* „Zweiundsechzig Dollar“, sagte sie. „Das ist ein sehr hübscher kleiner Notgroschen. Du könntest ja krank werden oder zu Schaden kommen oder sonst etwas.“ Eines Tages im Winter kam Billy heim und begann, mit sichtlicher Anstrengung mit Saxon von Geld zu sprechen. Sein alter Freund Billy Murphy hatte Influenza, und eins seiner Kinder war beim Spielen auf der Straße von einem Wagen überfahren worden. Das Kind war schlimm zugerichtet, und Murphy, der immer noch schwach von zweimonatigem Krankenlager war, hatte Billy gebeten, ihm fünfzig Dollar zu leihen. „Das Geld ist ganz sicher“, schloß er. „Ich kenne ihn, seit wir zur Schule gingen. Er ist der ehrlichste Mensch von der Welt.“ „Das hat nichts damit zu tun“, sagte Saxon vorwurfsvoll. „Wenn du unverheiratet wärest, würdest du es ihm doch gleich geliehen haben?“ Billy nickte. „Dann kann es nicht anders sein, weil du verheiratet bist. Es ist dein Geld, Billy.“ „Es ist, weiß Gott, nicht mein Geld!“ rief er. „Es ist unseres! Und ich könnte mir nicht denken, jemand etwas davon zu geben, ohne erst mit dir darüber gesprochen zu haben.“ „Das hast du ihm doch hoffentlich nicht gesagt?“ rief sie erschrocken. „Nein“, lachte Billy. „Ich wußte ja gut, daß du wütend werden würdest, wenn ich das täte. Ich sagte, ich wollte nachrechnen, ob es sich machen ließe. Ich war übrigens sicher, daß du das Geld geben würdest, wenn du es hättest.“ „Ach, Billy“, sagte sie leise, mit einem tiefen, zärtlichen Klang in der Stimme. „Du weißt es vielleicht selber nicht, aber das ist mit das Schönste, was du mir gesagt hast, seit wir verheiratet sind.“ Je mehr Saxon mit Mercedes Higgins zusammenkam, desto weniger verstand sie sie. Daß diese Frau furchtbar geizig war, das zu entdecken, brauchte sie nicht lange. Und sie konnte diesen Zug nicht recht mit all ihren Geschichten von den Reichtümem, die sie verschwendet hatte, zusammenreimen. Andererseits war sie ganz verblüfft über Mercedes* Verschwendung In allem, was ihre eigene Person betraf. Ihre selbstverständlich mit der Hand genähte Wäsche war sehr kostbar. Das Essen, das sie Barry versetzte, war gut, aber das Essen, das sie sich selber vorsetzte, unvergleichlich besser. Und dennoch stand beides zusammen auf dem Tisch. Während Barry mit gewöhnlichem Ochsenfleisch vorliebnahm, aß Mercedes nur Mürbebraten. Gab es ein mächtiges zähes Hammelkotelett für Barry, so aß Mercedes selbst win* zige kleine französische Koteletts. Der Te« wurde in verschiedenen Töpfen bereitet. Wäh* rend Barry Tee für fünfundzwanzig Cent das Pfund aus einem großen, schweren Topf trank, bekam Mercedes Tee, der drei Dollar da* Pfund gekostet hatte, und sie trank ihn aus einer winzigen Teetasse, so zerbrechlich wie eine Eierschale. Ebenso wurde sein Kaffee za fünfundzwanzig Cent mit Milch gemischt, ihr eigener echter Mokka zif achtzig Cent hingegen mit Sahne. „Das ist gut genug für den Alten“, sagte sie zu Saxon. „Er kennt es nicht besser, und es wäre ein Jammer, Gottes Gaben an ihn zu vew schwenden.“ Die beiden Frauen begannen allmählich Ge« schäfte miteinander zu machen. Als Mercedes Saxon die Kunst gelehrt hatte, sich auf der Ukulölö zu begleiten,’ was namentlich ein geschmeidiges Handgelenk erfordert, schlug sie ihr einen Tauschhandel vor. Die Zeit ist vorbei, daß sie sich etwas aus derlei Dummheiten machet und sie bot Saxon das Instrument im Tausch gegen ein Morgenhäubchen an, das sie so be* wunderte. „Sie ist immerhin einige Dollar wert“, sagt« Mercedes. „Sie hat mich selbst zwanzig gekostet aber das ist natürlich einige Jahre her. Aber si« ist immer noch so viel wert wie ein Morgen* häubchen.“ „Aber geht das Morgenhäubchen nicht auch unter dem Begriff Dummheiten?“ fragte Saxcx^ obgleich sie mit dem Tausch sehr zufrieden war, „Es ist nicht für meine eigenen grauen Loh* ken“, erklärte Mercedes offen. „Ich verkaufe a« und bekomme Geld dafür. Viele von den Din* gern, die ich verfertige, wenn die Gicht mein« Finger nicht untauglich macht, verkaufe ich, La la, mein Kind, für Barrys fünfzig Dollar monatlich kann ich mir nicht alle teuren Ge* wohnheiten leisten. Den Rest verschaffe ich mit selber. Und alte Leute brauchen Geld für Ding^ von denen junge Menschen keine Ahnung haben.“ (Fortsetzung folgt! Samstag, 4. Februar 1950 Nummer 15 — Seite 5 'Die Stimme unserer fugend ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiinitiiifminiinuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnitinHuiiiiiuiiiiiiiHiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiH Wir schauten zurück - wir schreiten voran! Südbadens Falken trafen sich in Freibarg „Einigkeit unter uns und der gemeinsame Wille, durch intensive Arbeit an uns selbst und innerhalb unserer Gruppen einen Weg zu finden, ohne jeden Augenblidc auf die Hilfe und Unterstützung der Erwachsenen und Behörden angewiesen zu sein“, das waren die Leitwortgedanken der Landeskonferenz der „Falken“ Südbadens. Mit der allgemeinen Feststellung, daß wir jungen Menschen heute mit ganz besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und bis jetzt nur in geringem Maße die Anerkennung gefunden haben, die eine organisierte Jugendarbeit zum Besten der ihr anvertrauten Jugendlichen verdient, ist uns allen nicht geholfen. Wie die verschiedenen Berichte der einzelnen Jugendhelfer aus den Falkengruppen Südbadens zeigten, und wie die lebhaften Diskussionen erwiesen, können wir auf dem ein- Ein Mensch ohne Verstand ist auch ein Mensch ohne Willen. Nur wer denkt, ist frei und selbständig. Feuerbach. geschlagenen Weg Weiterarbeiten; wir dürfen dabei aber nicht vergessen, aus unseren Fehlem zu lernen und die gemachten Erfahrungen im gemeinsamen Gedankenaustausch weiterzuverwerten. Der Bezirksvorsitzende Heinz Brückner aus Heidelberg berichtete aus seinen Erfahrungen in der Jugendarbeit und gab uns manchen wertvollen Hinweis für den Weg, den wir zur Gewinnung der Jugend zu begehen haben. Wie bei uns, so ist auch in Nordbaden die Kinderarbeit von der eigentlichen Jugendarbeit innerlich voneinander getrennt. In der Kinderarbeit sollen immer mehr Erwachsene die Träger dieser Aufgaben werden und die Verantwortung gemeinsam mit einem Jugendhelfer tragen. In der Jugendarbeit werden wir weiter bei unserem bewährten Prinzip bleiben, daß sich die Jugend von 14 bis 25 Jahre selbst leiten soll, das heißt gemeinsam einen Helfer aus ihren Reihen wählt, der für die Gruppe der Sturmoder Roten Falken eine gewisse Verantwortlichkeit besitzt Um den Helfernachwuchs für die Kindergruppen sicherzustellen, wurde vorgeschlagen, die Altersgrenze für die „Roten Falken“ auf 25 Jahre festzusetzen. In Zukunft sollen die „Roten Falken“ das Reservoir für die Helfer der Kinderarbeit in den „Falken“ bilden. Heinz Brückner schlug auch die Bildung verschiedener Interessengruppen vor, wie das zum Teil in Freiburg schon geschehen ist. Die Arbeit l in den Gruppen, so sagte er, ist die Voraussetzung für die Arbeit in einer größeren Ordnung! Auf keinen Fall dürften wir aber auf die „Hilfe von oben“ warten; eine Stärkung unserer Organisation kann nur in einem gemeinsamen Arbeiten liegen. Die dem Referat folgenden anderen Tagungsordnungspunkte waren schnell erledigt. In dem Organisationsbericht wie im Kassenbericht kam zum Ausdruck, daß uns viele zugesagten und versprochenen Zuwendungen vorenthalten blieben, und daß deshalb die Gruppen noch mehr als bisher auf sich selbst gestellt bleiben müssen. Auch die mangelnde Bereitschaft der anderen sozialistischen Organisationen zur Zusammenarbeit mit den „Falken“ fand im Organisationsbericht eine eingehende Kritik. Alles in allem: Wir haben gelernt und haben gesehen, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Und wir haben erkannt, daß wir uns nur selbst helfen können. Jugendnot - deutsche Not! In einer Versammlung der Frauensektion der SPD-Fraktion Freiburg sprach Jugendrichter Härringer über „Jugendnot und ihre Verhütungsmaßnahmen“ — ein Thema, das heute alle aufhorchen lassen, zum Nachdenken zwingen und nicht zuletzt zum Helfen veranlassen sollte. Schon mit ein paar Zahlen zum Anfang wurde das Erschreckende des ungelösten Problems offenbar, dem bis heute von „Staats wegen“ viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Seit einigen Jahren haben sich die Jugendstrafverfahren verdrei- und vervierfacht. Die größte Zahl der jugendlichen Delinquenten gehören den Jahrgängen 1928/29/30 an! Die Ursachen zu dieser sittlichen Verwahrlosung, denn von einer solchen müssen wir bei vielen jungen Menschen heute sprechen, sind für den, der sich mit diesem „Zeitproblem“ intensiv beschäftigt, wohl zu erkennen: Einflüsse aus der Kriegszeit, die viele Kinder ihre schönste Lebenszeit so grausam verlieren ließ; ferner Hungersnot, Wohnungselend, FlüchtlingsschickEine halbe Million Jugendliche ohne Arbeit Die Meinung eines Jugendlichen Die Zahl der Berufsausbildungs-Anwärter in Westdeutschland schätzt die Freiburger „Caritas“ auf 170 000; hinzu kommt die Zahl der 310 000 Jugendlichen, die bisher aus einem Arbeitsverhältnis entlassen wurden. Und hinzu kommen ferner die nicht erfaßbaren, illegal zugewanderten Jugendlichen, die aushilfsweise Beschäftigten, die als mithelfende Familienangehörige untergebrachten Jugendlichen und die große Zahl derer, die sich nicht melden. Es lohnt sich schon, ein klein wenig über diese Zahlen nachzudenken. Wir haben keine Ursache, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln, denn die „Caritas“ stellt damit ja selbst die katastrophale Lage der Jugendlichen fest, in die der Bundeskanzler mit seinen Politikern das deutsche Volk hineinmanövriert hat. Wie wir hörten, hat die Bundesregierung einen ministeriellen Fünferausschuß gebildet, der das Problem der steigenden Arbeitslosigkeit „studieren“ soll. Was dabei herauskommt, Wissen die Götter. Aber das eine steht jetzt schon efst: Am besten „studiert“ sich die Arbeitslosigkeit, wenn der „Student“ selbst arbeitslos ist, will er nicht ein Fehlurteil bilden. Die Minister der Rechtsregierung, die nun wieder einmal ein Problem zum Studieren gefunden haben, könnten den jungen Menschen wirklich keinen besseren Dienst erweisen, als ihre unfruchtbare Arbeit aufzugeben, auf daß dann vielleicht junge, der Wirklichkeit besser verbundene Menschen dieses „Problem“ lösen. Kennen die Minister vielleicht das elende Gefühl, das den jungen Menschen beschleicht, wenn er plan- und ziellos durch die Straßen, vielleicht sogar einer ihm fremden Stadt wandert, mit hungrigen Blicken die Auslagen der gefüllten Schaufenster verschlingend, und in abgerissene Lumpen gekleidet, zähneklappernd und frierend die Auslagen der Modesalons betrachtet? Oder kann einer der Herren Mini- Je bequemer der Weg eines Mannes ist, desto weniger leistet er. Je schwerere Aufgaben einem Volk gestellt sind, auf eine desto höhere Stufe steigt das Volk. hagarde. ster von Erfahrungen am eigenen Leibe vielleicht über die Zustände in den Elendsquartieren der Großstädte berichten? Wir glauben es nicht. Denn die Millionenetats der Ministerien geben ihnen die Möglichkeit, auf „anständige Weise“ zu leben. Zu leben, und die Lage, die sich aus der „sozialen Marktwirtschaft“, oder unsertwegen auch „Freien Wirtschaft“, ergeben hat, zu studieren. Dietwin. sale. Vergessen wir nicht, daß gerade diese Entwicklungen, zu denen heute noch Geldmangel und Arbeitslosigkeit kommen, sehr oft zur Zerrüttung der Familienverhältnisse führten. Wie eine Statistik seit 1945 angibt, sind bei 80 Prozent der straffälligen Jugendlichen zerstörte Familienverhältnisse der Anlaß zu ihren Vergehen! Aus dieser Überbetonung des Materiellen, die durch die wirtschaftliche Zwangslage bei der großen Masse des Volkes beobachtet wird, ist besonders bei der halbwüchsigen Jugend eine Sucht nach Genuß getreten, die bei dem einen zum Diebstahl und zum Betrug führt, beim anderen in einer frühreifen Sexualität ausartet. Hierbei sind auch heute noch ganz besonders die Mädchen gefährdet, wenn diese auch nur 10 Prozent aller straffälligen Jugendlichen ausmachen. Gefördert wird dieser Hang in ganz besonderem Maße durch die große Anzahl schlechter und mittelmäßiger Filme, die von Jugendlichen am liebsten in den Nachtvorstellungen besucht werden. Hier sei nur zu bemerken, daß 92 Prozent aller Fürsorgezöglinge ständige Kinobesucher waren. Mit den schlimmsten Einfluß und die größte Anziehungskraft auf Jugendliche hat die Schund- und Schmutzliteratur, die heute überall „unter der Hancf“ von den Jugendlichen gekauft wird. Um dieses Übel auszurotten und den kapitalistischen Ausbeutungsinteressen schamloser Verleger, die auf Kosten unserer Jugend ihre Geschäfte machen, ihr schmutziges Handwerk zu legen, bedarf es eines Bundesgesetzes. Dieses Gesetz zu schaffen, sollte ebenso wie ein neues Jugendschutzgesetz zu den wichtigsten Aufgaben der Bundesregierung gehören. So lange ist heute noch oft die Polizei: machtlos gegenüber dem Treiben der Jugendlichen. Jeder vernünftig denkende Mensch sollte aber die Eltern dieser Kinder oder diese selbst auf die Gefahren eines solchen „frühreifen“ Treibens aufmerksam machen und Polizei, Jugendfürsorge und nicht zuletzt die Jugendorganisationen in ihrer Arbeit unterstützen. Ganz unverständlich ist die Haltung mancher Eltern zum Treiben ihrer halbwüchsigen Kinder, die nach den vergangenen Notjahren jetzt auch etwas vom Leben haben sollten, wenn sie nur keine ansteckenden Krankheiten und sonstigen Anhängsel nach Hause brächten!“ Solche Jugendlichen, die noch keine eigentliche Straftat verübt haben und nur auf die „schiefe Bahn“ geraten sind, sind mit einiger Leitung und etwas entgegengebrachtem Vertrauen sehr oft wieder auf den richtigen Lebensweg zu bringen. Für diese Aufgabe werden von den Fürsorgestellen und Jugendgerichten Um das Jugendarbeitsschutzgesetz Neustadt a. d. H. Eine beschleunigte Verabschiedung des Jugendarbeitsschutzgesetzes verlangt der Bezirksausschuß Pfalz der Jungsozialisten Die Forderung wird u. a. mit den häufigen Übergriffen d Lehrherren und Arbeitgeber gegenüber ^endUchen Arbeitern begründet. Bei der Aufstellui^ des Bun deshaushaltsplanes 195« sollen erhöhte Betrage die Unterstützung der Jugendorganisationen, tnsDe sondere für die Jugendheime bereitgestellt "erden, weil dadurch die Ausgaben der Fürsorgeerziehung gesenkt werden könnten. Gegen Wiederaufrüstung und Arbeitsdienst Neustadt (Haardt). Der Bezirksvorsitzende der pfälzischen Jungsozialisten, Seise, wandte sich gegen jede Form einer Wiederaufrüstung Westdeutschlands und Wiedereinführung des Arbeitsdienstes. Diese Haltimg ist auf einer Funktionärsitzung der Jungsozialisten in Kaiserslautern einstimmig gebilligt worden. Wir dürfen wieder schießen Neustadt (Haardt). Der französische Hohe Rom- missar hat für den Bereich der französischen Zone das Verbot der Verwendung von Luftgewehren in Schießbuden aufgehoben, „sofern die Waffen nicht tödlich sind“. , Kreis Lahr lehnt ab Lahr. Der Kreisjugendausschuß lehnte die Bildung einer Aktionsgemeinschaft der Jugend für das einige Deutschland im Kreis Lahr mit der Begründung ab, daß diese in anderen Teilen des Bundesgebiete bestehende Aktionsgenieinschaft politisch nicht neutrat sei und es nicht die Aufgabe der Jugend sein könne, für die Interessen östlicher oder westlicher Mächte einzutreten. Auch die Schaffung eines Kreisjugend- ringes als Kreisorganisation des Bundesjugendringes wurde abgelehnt. Evangelische Jugend nahm Jungkommunisten ernst Stuttgart. In Stuttgart fand eine Aussprache zwi- sehen Jungkommunisten und Vertretern der evangelischen Jugend statt. Kennzeichnend für die Ausspradie war nach Mitteilung des Evangelischen Pressedienstes die beiderseitige Bereitschaft, den Gesprächspartner ernst zu nehmen. Die Aussprachen sollen fortgesetzt werden. „Samba-Expreß“ soll umgetauft werden Der unter dem Namen „Samba-Expreß bekannte Sonderzug der Eisenbahndirektion Mainz soll umgetauft werden, weil die bisherige Bezeichnung nicht mehr zugkräftig genug ist. Wie das Eisenbahnverkehrsamt Lud* wigshafen am Montag mitteilt, soll sofort nach Beendigung der Faschingssaison die westdeutsche Bevölkerung in einem Preisausschreiben aufgefordert werden, selbst einen passenden Namen zu suchen. Keller jagt YVildsohweinjäger Zwei junge Burschen aus Neidlingen sahen sich bei der Suche nach einem angeschossenen Keiler, der am Tage zuvor bei einer Treibjagd geflüchtet war, mitten in einem Tannendickicht plötzlich einem blutgeifernden schweren Keiler gegenüber. Sie kletterten innerhalb weniger Sekunden auf die Äste der kleinen Tannen des Dickichts, die bedenklich schwankten, als der wütende Keiler zwischen ihnen hin’ und her fegte. Die Lage wurde für die „Baumschützen“ immer unangenehmer, da sich der Keiler offensichtlich auf eine längere „Belagerung“ einstellte. Nach Ablauf einer halben Stunde kam einem der Burschen ein rettender Einfall. Von seinem schwankenden Bäumchen herab begann er den Keiler anzubellen. Diese Laute weckten in dem Belagerer anscheinend unangenehme Erinnerungen, denn er trollte sich nach kurzem Zögern von dannen. Männer und Frauen, am besten aus Arbeiter* kreisen und im Alter der Eltern der halbwüchsigen Jugendlichen gesucht, die eine Schutzaufsicht und die seelische und geistige Betreuung eines solchen jungen Menschen übernehmen könnten. Es braucht sich hier nicht um große materielle Aufwendungen zu handeln. Mit weniger „Erziehungsmethoden“, aber um so mehr Verständnis und Liebe, das diesen von Herzen bedauernswerten Geschöpfen unserer Zeit entgegengebracht wird, ist oft mehr zu erreichen als mit Fürsorgeerziehung und Jugendarrest. Solange wir noch auf staatliche Maßnahmen warten müssen, sind diese Schäden in unserer Jugend nur durch den Menschen selbst zu heilen. GG - Das Rundfunkprogramm der Woche Radio Stuttgart 16.00 18.00 18.30 20.00 21.00 22.00 22.30 23.50 12.00 15.00 17.00 19.30 20.05 22.20 24.00 18.00 lp.15 20.00 22.00 23.00 16.00 16.30 20.00 21.30 22.00 23.00 26.16 16.15 20.00 21.10 22.00 23.15 0.06 16.00 <7.05 18.00 20.00 20.40 22.00 22.55 *L 06 18.15 80.00 20 J0 22.10 23.18 Samstag, 4. Februar Rendezvous zum Wodienend Mensch und Arbeit Kleines Konzert Heut laßt uns fröhlich seinl Lichtstubenabend Violinkonzert Wir bitten zum Tanz Zwischen Hamburg u. Haiti Sonntag, 5. Februar Musik am Mittag Ein vergnügter Nachmittag Die Sterne singet) Sport am Sonntag Musik für Jedermann Im Rhythmus der ■Freude Serenade um Mitternacht Montag, 6. Februar Nachmittagskonzert Opemmelodien Fröhlich fängt die Woche an Bunte Melodien Musik unserer Zeit Dienstag, 7. Februar Instrumentalkonzerte Klänge der Heimat Doktor Johannes Faust (Oper) Klaviermusik (Liszt) Das Kammertanzorchester Die Rundfunktanzkapelle Mittwoch, S. Februar Russische Komponisten Musik zum Feierabend Schiff ohne Hafen Mozart — Haydn „Kennen Sie den?“ Rudolf Borchardt Für den Jazzfreund Donnerstag, 8. Februar Nachmittagskonzert Hausmusik Zeitfunk Frohes Raten — gute Taten Schöne Operettenmelodien Orchesterkonzert Glaube und Gegenwart Freitag, 16. Februar Froh und heiter Musik zum Feierabend Lachender Alltag Sinfoniekonzert Tanzmusik Kleines Konzert Samstag, 4. Februar | 6.10 Morgenkonzert ; 9.00 Für die Schuljugend ! 11.00 Froher Klang am Vormittag | 14.30 Frohes Wochenend ! 10.00 Unser Samstagnachmittag i 17.15 Sang und Klang im Volkston ; 16.80 Opernmelodien 5 20.00 Wir erfüllen Hörerwünsche = 22.30 Der SWF bittet zum Tanz s 0.10 Für den Jazzfreund = 2.00 Sendeschluß | Sonntag, 5. Februar E 7.30 Morgenkonzert | 8.45 Evangelische Morgenfeier I 9.15 Das Unvergängliche | 10.00 Katholische Morgenfeier E 11.00 Musik zum Sonntagvormittag | 13.30 Opemkonzert E 14.00 Meister der kleinen Form | lfe.OO Kinderfunk : 15.30 Jedem das Seine = 16.30 Stimme der Heimat E 17X0 SWF-Unterhaltungsorchester I 18.15 Die Sportreportage = 24.00 Sinfoniekonzert Südwestfunk 22.18 Sport und Musik 22.30 Rhythmus der Freude Montag, 6. Februar 6.10 Morgenkonzert 41.00 Werbefunk 13.30 Musik nach Tisch 14.00 Für die Schuljugend llB.30 Musik am Nachmittag 17.20 Solistenkonzert 18.30 Volksweisen 20.00 Musik für Dich 20.30 Die Oper 32.20 Stimme der Gewerkschaften 22.30 Joh. Seb. Bach 23.15 Ganz leise erklingt Musik Dienstag, 7. Februar 6.10 Morgenkonzert 8.40 Musikalisches Intermezzo 11.00 Werbefunk 14.00 Wir jungen Menschen 15.30 Sinfoniekonzert 10.30 Sang und Klang im Volkston 17.15 SWF-Unterhaltungsorchester 1)3.30 Musik zum Feierabend 20.00 Operettenkonzert 20.30 Hörspiel 22.20 Die Parteien sprechen 22.30 Musik der Welt 23.30 Jazz 1950 Mittwoch, 8. Februar 0.10 Morgenkonzert 9.00 Für die Hausfrau 11.00 Werbefunk 12.20 Mittagskonzert 14.00 Für die Schuljugend 15.30 Musikalische Teestunde 16.00 Stimme der Heimat 17.15 Solistenkonzert 18.20 Musik zum Feierabend 20.00 Scheinwerfer auf! 2H.00 Das Prisma 22.45 Nachtgespräch 23.15 Tanzmusik 0.10 Tanzmusik (Fortsetzung) Donnerstag, 8. Februar 6.10 Morgenkonzert 8.40 Musikalisches Intermezzo 11.00 Werbefunk 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Kinderliedersingen 15.30 Nachwuchs stellt sich vor 16.15 Nachmittagskonzert 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 Ein Tanzabend im SWF 21.00 Jugend spricht zur Jugend 21.15 Der Schallplattenfreund 22.30 Die großen Meister 23.30 Für Kenner und Liebhaber Freitag, 10. Februar 6.10 Morgenkonzert 9.00 Für die Hausfrau 11.00 Werbefunk ' 12.20 Mittagskonzert 14.00 Für die Schuljugend 15.30 Musik zur Teestunde 16.30 Klaviermusik 17.15 Ihr Lieblingsschlager 18.20 Frauenfunk 20.00 Kammermusik 20.45 „Das Narrenschiff“ (Hörfolge) I 21.30 Volksmusik und Chorgesang i 22.20 Probleme der Zeit 23.00 Kleine Intimitäten ÜiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiuiiiiiiiiiiiHiinniiiiiiimiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiMiiuiiHiimiiiiiHiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiHiitHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiitiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiü Radio Hamburg 15.30 Samstag, 4. Februar Chormusik 17.00 10.00 Die Sportreportage Meisterwerke der Musik 18.00 16.00 Bunter Nachmittag 20.00 Abendkonzert 20.00 47.90 Deutsche Tanzmusik 22.00 Sportmeldungen 22.45 90.00 Wie s früher war 22.20 Rhythmus der Freude 23.15 20.49 Bunter Abend aus Berlin 24.00 Berlin am Mikrophon 0.06 22.15 22.50 0.09 1.00 Sinfonie E-dur (Mozart) Tanzmusik Berlin am Mikrophon Für den Jazzfreund 10.00 Montag, 0 Februar Blauer Montag 10.06 00.30 Sonntag, 5 Februar 20.00 22.15 Sinfoniekonzert Tanzmusik 20.00 21.15 14.00 Kinderfunk 23.20 Klavierkonzert 33.00 15.00 Der Scbnelldenker 0.06 Berlin am Mikrophon 0.05 Dienstag, 7. Februar Jetzt ist Feierabend „Perpetum mobile“ Leise kommt die Nacht Von neuer Musik Berlin am Mikrophon Mittwoch, 8. Februar Unterhaltungsmusik Melodische Rhythmen Wir bitten zum Tanz Berlin am Mikrophon Donnerstag, 8. Februar 18.00 Zwischen 6 und 7 20.00 Hörspiel 22.15 Tanzmusik 23.08 Nachtprogramm 0.05 Berlin am Mikrophon Freitag, 10. Februar 18.00 Klänge aus London 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 „Ariadne auf Naxos“ 22.30 Neue Unterhaltungsmusik 23.00 Nachtprogramm 0.05 Berlin am Mikrophon Nicht vergessen: Ab 22 Uhr Zimmerstärke! Radio München Samstag, 4. Februar 15.15 Ich freue mich.... 18.15 Kalender-G’schtchten 20.05 Broadwaymelodien 20.30 Kabarett am Wochenend 22.25 Aus Film und Operette 0.06 Wir bitten zum Tanz Sonntag, 5. Februar 14.30 Für die Kinder 1)5.00 Der bayerische Löwe (Lustsp.) 16.00 Das Leo-Eysoldt-Septett 17.00 Sinfoniekonzert 18.00 Sport und Musik 20.00 Sport aus aller Welt 20.15 Unterhaltungskonzert 22.10 Sportquerschnitt 22.30 Im Rhythmus der Freude 0.05 Zum Tagesausklang Montag, 0. Februar 16.15 Konzertstunde 18.15 Musik zum Feierabend 20.00 Sinfoniekonzert 22.10 Der 16. Fleckerlteppich 28.(5 Melodien zum Tagesausklang 0.05 Für den Jazzfreund Dienstag, 7. Februar 16.08 Für die Kinder 17.10 Nach der Arbeit 20.00 Bunte Weisen 21.15 Tönende Leinwand 22.10 Unterhaltungskonzert 23.00 Die Mausefalle 0.05 Nachtkonzert Mittwoch, 8. Februar 18.15 Kleines Chorkonzert 18.15 Musik zum Feierabend 20.00 „Boccacio“ (Operette) 23.30 Musik aus London 0.05 Für den Jazzfreund Donnerstag, 8. Februar 16.(5 Konzertstunde 18.15 Musik zum Feierabend 20.00 Masken und Verwandlungen! 20.45 Ihre Lieblingsmelodien 22.10 Gesammelte Erzählungen 23.00 Nachtstudio 0.05 Neue Kammermusik Freitag, 10. Februar 10.15 Alte Musik 18.15 Musik zum Feierabend 20.00 „Drei Männer kn Schnee“ 22.10 Sinfoniekonzert 23.30 SWF-UnterhaltungsorchesMS 0.05 Ftlr den Jazzfreund I Qaslßoß Jndiancr-Übcrfättc im alten Amerika Viele der ältesten Ansiedlungen sind heute noch kleine, unansehnliche Orte NEW YORK, Mitte Januar (AD) Die meisten Leute glauben, daß die heutigen Riesenstädte der Vereinigten Staaten aus jenen Orten entstanden sind, an denen die ersten Ansiedler der Staaten ihre Blockhäuser, Kirchen und Palisaden errichtet haben. Das stimmt jedoch nur zum Teil. Cahokia, Illinois, im mittleren Westen der Staaten gelegen, feierte z. B. kürzlich seinen 250. Gründungstag, und doch ist es heute nichts anderes als ein einsames, verlassenes Nest an einer Straßenkreuzung. Es ist die älteste Ansiedlung am Mississippi, 19 Jahre älter als New Orleans, 65 Jahre älter als St. Louis und 104 Jahre älter als Chicago. An den Ufern des Mississippi lebten die Cahokia-Indianer, ein friedfertiger, fleißiger Volksstamm, Den Priestern des Katholischen Seminars in Quebec war dies längst bekannt. Ihnen erschien diese Ansiedlung der geeignete Ausgangspunkt für die Verbreitung des Christentums. Missionare wurden ausgesandt, um dort auch eine weiße Siedlung zu gründen. Diese Mission, die übrigens die erste am Mississippi war, zog bald französische Ansiedler aus Quebec an, und Cahokia wurde ein Handelszentrum für Pelzhändler, die ihre Waren auf dem Strom bis hinunter nach Mexiko brachten. Mission und Stadt entfalteten sich rasch. In späteren Jahren kam es zu Zwistigkeiten und Kämpfen mit den Indianern, die sich immer mehr bedrängt fühlten. Eines Tages Radioaktive Rostbekämpfung Im Kampf gegen den Rost bedient man sich jetzt in den Vereinigten Staaten radioaktiver Eisenatome. Mit diesen Atomen läßt sich feststellen, ob und wo Roststellen vorhanden sind, auch, wie tief er sich schon eingefressen hat. So ist man dann imstande, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die radioaktiven Atome werden auf das andere Metall auf galvanischem Wege aufgetragen. Legt man das Stück dann vor eine photographische Platte, so erhält man ein Röntgenbild. Bei Rostansatz nimmt die Strahlenwirkung ab und die Roststellen erscheinen auf dem Bild heller als das intakte Metall, wodurch ein genauer Überblick über die ganze Fläche gewonnen wird- Pelz-ßüstenhatter in USA Die neueste New Yorker Mode hat Abendkleider herausgebracht, deren Oberteil lediglich aus einem mit Pelz besetzten trägerlosen Büstenhalter besteht. Dazu wird ein langer seidener Rock am Unterleib getragen. ftlit dem Handschuh hören Wer nicht hören kann, soll fühlen. Nämlich was der andere sagt, und zwar mittels eines besonders konstruierten Handschuhs, der an der linken Hand zu tragen ist. Diese hoffnungsvolle Botschaft für Taube verkündete Prof. Wiener vom Technologischen Institut in Massachusetts anläßlich eines Kongresses der Vereinigung für wissenschaftlichen Fortschritt. Die einzelnen Finger des Handschuhs reagieren ähnlich wie das Trommelfell auf die Schwingungen beim Sprechen, und wenn ein Tauber sich auf die feinen Unterschiede spezialisiert, deren Wahrnehmung ein langes Studium erfordert, soll er auf diesem seltsamen Wege verstehen können, was der Partner sagt. überfielen die „Rothäute“ die Mission und „zerbrachen das Kreuz in tausend Stücke“. Um sie wieder zur Vernunft zu bringen, weigerten sich die Händler, ihnen französische Waren zu verkaufen. Die Indianer gaben nach. Bald verschwand die ursprüngliche Stadt Cahokia fast vollständig. Die Kirche und ihre Nebengebäude verfielen, und die Farmen und Obstgärten wurden von Unkraut überwuchert. Die Stadt war ein kleiner Ort von 40 bis 50 Gebäuden. Sie spielte eine Rolle bei der Verteidigung des Westens gegen die englischen Truppen. Mit einer Garnison von 400 Mann vom Illinois- Regiment George Rogers Clarks wies es im Jahre 1780 einen Ueberfall der Indianer zurück. Gleichzeitig wurde St. Louis angegriffen. Diesen zwei Gefechten wird die Rettung des Mississippi-Tals für die dreizehn amerikanischen Kolonien zugeschrieben. Während aber St. Louis heran wuchs, blieb Cahokia ein kleiner Ort, umgeben von Weideland. Im Verlauf der Jahre breiteten sich die großen Industriezentren von St. Louis und East St. Louis bis auf fünf Kilometer von Cahokia aus, aber nicht so nab, daß sie die kleine Stadt vollständig verschlungen hätten. Der historische Ort blieb wie ein Schutzpark erhalten. Die deutschen Zeitungen in den USA Gestiegene Herstellungskosten zwingen zu seltenerem Erscheinen NEW YORK, Mitte Januar (BHN) Die in den Vereinigten Staaten erscheinenden deutschsprachigen Zeitungen haben in den letzten Jahren keinen leichten Stand gehabt. Während sich die Zahl der Leser stetig verringerte, da keine nennenswerte Einwanderung aus Deutschland zu verzeichnen war, stiegen die Produktionskosten ganz beträchtlich. Die Löhne der streng gewerkschaftlich organisierten Setzer und anderen Druckerei- Arbeiter gingen allein in den letzten Jahren um 120 Prozent in die Höhe. Da sich gleichzeitig der Preis für Zeitungspapier mehr als verdoppelte, während bei der geringeren Auflagenzahl keine erhöhten Inserateneinnahmen zu erzielen waren, wären die Zeitungen gezwungen gewesen, ihren Verkaufspreis zu verdoppeln. Nun ist der Amerikaner gewöhnt, für seine Tageszeitung einen „Nickel“ (fünf Cents) aus- So tebi die amerikanische fügend Selber Geld verdienen, NEW YORK, Mitte Januar (AX) In den USA, die die Auswirkungen des Krieges nur am Rande kennengelernt haben, gehören unzählige Jünglinge und Backfische zu einem Klub, der sich „Teenager“ (deutsch •sagt man es Tieneedscher) nennt. Diese Jugendlichen haben mit den Jungen und Mädels diesseits des Atlantischen Ozeans nicht viel mehr als das Alter gemein. In den USA sind die „Teenager“ heute zu einer Macht geworden, mit der nicht nur die Eltern, Erzieher und Kirchen rechnen. Der „Teenager“-Klub ersetzt sehr häufig einfach das Elternhaus. Hier verbringen die Jugendlichen ihre freien Stunden. Hier lesen sie ihre Zeitungen, treiben Spiele, verzehren gemeinsam das selbstbereitete Essen, treiben Sport, tanzen Samba oder erhitzen sich ihre Köpfe über „Sex“, sowie natürlich auch über politische, wirtschaftliche oder kulturelle Probleme. In enganliegenden, bis zum Knie aufgekrempelten Mechanikerhosen, schreiend bunten Pullovern und niedrigen Sandalen schlendern die „Teenager“ durch die Straßen und verzehren in den alkoholfreien Trinkhallen Eisdrinks und respektable Berge von Fruchteis. Sie telefonieren stundenlang mit dem Boyoder Girlfriend, und selten findet jemand etwas dabei, wenn „Teenager“-Paare Mondscheinpartien im Auto veranstalten oder bei einer Weekendparty gemeinsam im Auto übernachten. Der Ton zwischen den Geschlechtern ist kameradschaftlich, die Moral nicht schlechter als anderswo. Selten werden sich ameri- zugeben, aber ein „dime“ (zehn Cents) ist schon eine Ausgabe, die man sich überlegt. Deswegen sind jetzt zwei der bekanntesten deutschsprachigen Tageszeitungen der USA dazu übergegangen, wöchentlich nur noch vier- bzw. dreimal zu erscheinen. Es handelt sich um die „Volkszeitung-Tribüne“ in Omaha (Nebraska), eine der wenigen deutschsprachigen Zeitungen, die beide Weltkriege Überstunden und jetzt nur noch dreimal wöchentlich herauskommt, sowie die „Philadelphia Gazette“, die einst zu den größten deutschamerikanischen Tageszeitungen zählte und jetzt nur noch viermal in der Woche erscheint. Beide Zeitungen betonen in ihren Ankündigungen, daß die wachsenden Forderungen der Gewerkschaften und die allgemeine Steigerung der Produktionskosten diese Lösung unerläßlich machten, um eine völlige Einstellung der Betriebe zu verhüten. das ist die Hauptsache kanische „Teenager“-Girls mit fünf oder zehn Jahre älteren Männern verabreden. Für „Teenager“ gehört es zum guten Ton, wenigstens zweimal in der Woche ins Kino zu gehen. Puffmais kauend, sitzen die Mädchen reihenweise in den Lichtspielhäusern, und sticken zu Hause den Namen des Angebeteten in die winzigen Mützchen, die sie als Zeichen ihrer Zunft tragen. _ Das Geld für ihre Vergnügungen verdienen sich die „Teenager“ meist selber. Die Fünfzehn- oder Sechzehnjährigen gehen im Sommer als Kellner oder Gesqhirrwäscher in die Badeorte, gleich, ob, der Vater Rechtsanwalt oder Straßenkehrer ist. Selber Geld verdienen ist die Hauptsache. Amerikanische Geschäftsleute haben aus der Begeisterungsfähigkeit der Jugend ein Geschäft gemacht. Die „Teenager“ stellen eine zahlenmäßig starke Käufergruppe dar, die ganze Industriezweige ernährt. In Mittel- und Kleinstädten bestimmen die „Teenager“, wie lange ein Film läuft. Institute zur Erforschung der öffentlichen Meinung bemühen sich, herauszubekommen, welche Schallplatten und Getränke die „Teenager“ in der neuen Saison bevorzugen werden. Die Filmindustrie produziert „Teenager“-Filme, Modehäuser kleiden den „Teenager“ .vorbildlich* für Tee, Sport, Autoparty oder ,Jam Session*. Es fehlt nicht an Stimmen, die diesen „Teenager“-Kult kritisieren. Elternzuschriften an führende Zeitungen sprechen sogar von einem „Teenager“- Fimmel, mit dem man endlich Schluß machen sollte. Der Welt größtes Iheater NEW YORK. Mitte Januar cETB) Der Welt größtes Theater, die New Yorker Radio City Music Hall, faßt 6 200 Sitzplätze. Trotzdem staute sich kürzlich vor Beginn einer Aufführung die Besuchermenge derart, daß die .Schlange" um sieben Häuserblocks herumlief. Sie zählte so viele Köpfe, daß die letzten erst nach etwa 6 Stunden Wartezeit ins Theater gelangten. Polizei hilft ßetrunkenen Ein sinniges Festgeschenk machte die Polizei einer Stadt in Kanada am Heiligen Abend und an Silvester ihren autofahrenden Mitbürgern. Der Polizeichef hatte in seiner Truppe einen Chauffeur-Spezialdienst eingerichtet, so daß Autobesitzer, die über den Durst getrunken hatten, nur bei der Polizei anzurufen brauchten, um von einem Uniformierten bequem nach Hause gefahren zu werden. Das ging alles ohne Blutprobe vor sich. Nachdem der hilfsbereite Polizist den Wagen gut in der Garage verstaut hatte, verabschiedete er sich von seinem Silvester-Kunden sogar noch mit einem herzlichen „Prosit Neujahr“. Konjunktur-ßarometer „Wie geht’s Geschäft?“, fragte ein Amerikaner seinen Freund. Der antwortet: „Es zieht leicht an. Tatsächlich brachte mir gestern einer meiner Reisenden einen Auftrag über 500 Dollars.“ — „Das kann ich gar nicht glauben!“ — „Doch, doch, mein Lieber, es stimmt wirklich. Ich kanns dir zeigen. Die Firma hat den Auftrag schon wieder gestrichen.“ die Zglinderhute sind schuld WASHINGTON, Mitte Januar (dpa) Die zuständigen Stellen des Weißen Hauses schufen am Mittwoch eine Erleichterung für ausländische Würdenträger. Sie bestellten acht neue Kraftwagen, die hoch genug gebaut sind, daß die Diplomaten ihre Zylinderhüte aufbehalten können. Die alten Dienstwagen des Weißen Hauses waren dazu zu niedrig und die Diplomaten und andere hochstehende Gäste hatten sich gelegentlich darüber beklagt, daß sie ihre Seidenhüte abnehmen müßten, wenn sie zu Empfängen ins Weiße Haus fahren. Die neuen Wagen werden auch geräumiger sein als die alten, denn sie werden sieben Fahrgäste statt bisher nur fünf befördern können. Im übrigen wird der amerikanische Steuerzahler mit dieser entgegenkommenden Geste nicht stärker belastet werden als bisher, denn das Weiße Haus hat seine Dienstwagen seit 1910 von den Autofirmen gemietet. iniHUlHiffluiiHiHiiiiiuuuiiiuiuiuiimiiiiuiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliHmiiiiiiiiiiiiiimii .... dann kommt der ob la la“ Vom Kintopp zur Filmkunst Filmkritiker leiten ein Kino / Beachtenswerte Versuche in Frankreich suchskino Film-Ausstellungen und -Vorträge veranstaltet. PARIS, Anfang Januar 1950 (AAP) Der Besitzer eines Pariser Lichtspielhauses hat ab 1. Januar 1950 dem Verband französischer Filmkritiker die kimstierische Leitung seines Kinos übertragen. Dieses Novum in der nun fünfzigjährigen Geschichte der Filmkunst verdient auch über Frankreich hinaus Beachtung. Denn es geht hier darum, den im Filmwesen vorherrschenden kommerziellen Interessen das Gewicht künstlerischer Aspekte entgegenzustellen. Und zwar verfolgen die französischen Filmkritiker das Ziel, in ihrem Kino wertvolle Filme aus allen Ländern, auch Kurz- und Amateur-Filme, die nicht den Beifall der Verleiher fanden oder bei der Uraufführung ohne ausreichenden Publikumserfolg blieben, den Freunden der Filmkunst nahezubringen und ihren Erfolg bei den Massen der Kinobesucher durchzusetzen. Eine Kommission von zehn führenden Filmkritikern stellt die Programme zusammen. In regelmäßig wiederkehrender Reihenfolge wird je eine Woche lang ein Hauptfilm vorgeführt. Das kann ein noch nicht aufgeführter französischer oder ausländischer Film oder ein klassischer alter Film sein, — so sind z. B. Dreyers „Jeanne d’Arc“ und G. W. Pabsts „Westfront 1918“ vorgesehen — aber auch ein französischer oder ausländischer Film, der zwar schon aufgeführt wurde, aber trotz seines künstlerischen Wertes keinen Erfolg hatte. Jedem Hauptfilm geht ein aus vier Kurzfilmen bestehendes Vorprogramm voraus Dieses enthält einen Amateur-Film (auch Schmal-Format), einen wissenschaftlichen, Lehr- oder sonstigen Kultur-Film, einen noch nie aufgeführten Kurzfilm und einen besonders wertvollen Kurzfilm aus früherer Zeit. Die Abwicklung dieser Programme nimmt selbstverständlich mehr Zeit in Anspruch als die der normalen Kinoprogramme. Kein Streifen bleibt jedoch länger als eine Woche auf dem Spielplan, so daß der Erfolg eines Films, der in dem Versuchskino der Film-Kritiker gelaufen ist, anderen Kinos zugute kommen kann. Da die Veranstalter mit dem starken Interesse der Pariser Bevölkerung rechnen, haben sie auch Abonnements für feste Plätze eingeführt. Außerdem werden in diesem Ver- In Frankreich nicht begehrt Vor dem ersten Weltkrieg rauchten die Franzosen jährlich über 2 600 Tonnen Tabak in Zigarrenform. Seitdem ist bis zum heutigen Tag die Zigarette unbestritten auf dem Vormarsch, da gerade die jüngste Generation keinen Geschmack an Zigarren findet. Die geringe Ziffer von 215 Tonnen Zigarrenverbrauch im Jahre 1949 zeigt die Entwicklung, die also schon unter zehn Prozent der Menge des Jahres 1913 angelangt ist. Die größte Sorge der Pariser Präfektur Der Verkehr ist nicht mehr zu bändigen PAKIS, Anfang Januar 1950 (CIP) Zwei Millionen Autos durchqueren in allen Richtungen die Straßen der französischen Hauptstadt und am verkehrsreichsten Tage der Woche, am Freitag, passieren zur Mittagszeit und gegen sechs Uhr abends stündlich 16 300 Wagen .die Straßenkreuzung Rue Royale—Rue Saint-Honore; zur gleichen Zeit fahren etwa 15 000 Autos an der Ecke yon Richelieu-Drouot vorüber. Auch das ohrenbetäubendste Gehupe der ungeduldigen Fahrer läßt sie nicht schneller vorwärtskommen. Das einzige wirksame Heilmittel? Einige unterirdische Tunnelstraßen zu bauen, wie etwa von der Porte de Clignancourt zum Boulevard Saint-Michel oder von der Bastille zum Rond Point des Champs-Elysees. Aber da solche Autobahnen wegen des zu nachgiebigen Bodens 40 Meter unter der Erde angelegt werden müßten, würde jeder Kilometer die horrende Summe von drei Milliarden Francs kosten. Man hat auch daran gedacht, die Fahrdämme der belebtesten Straßen zu erweitern. Doch dieser Plan scheiterte an den schwindellerregenden Preisen, die die Hausund Terrainbesitzer von der Pariser Stadtverwaltung forderten. Mitte Dezember hatten die Verkehrstechniker der Seine-Stadt zum ersten Mal eine energische Gegenoffensive unternommen: Zwölf der Hauptverkehrsadern wurden zu Einbahnstraßen erklärt. Diesen Versuch, den Pariser Verkehr rationeller zu organisieren, hat mit einer völligen Niederlage geendet. Noch niemals sind in Paris die Straßen so verstopft gewesen wie an diesem Tage! Außerdem haben die Kaufleute der betreffenden Avenuen und Boulevards energisch gegen die Neuordnung, die ihren Geschäften abträglich ist, protestiert. Das weltbekannte Restaurant „Maxims’s" in der Rue Royale hat an Hand seiner Geschäftsbücher einen Umsatzverlust von 40 Prozent nachweisen können, weil in der Rue Royale, der Verbindungsstraße zwischen Madeleine und Place de la Concorde an jenem fatales Tag ein strenges Parkverbot dekretiert wurde. Daraufhin haben die einsichtigen Behörden einen Rückzieher gemacht und alles ist beim alten geblieben. Die Autofahrer hupen lustig weiter. An den Uebergangsstellen der Dämme hüpfen die Fußgänger während der langen Wartezeit von einem Bein aufs andere, um sich ein wenig zu wärmen. Und schließlich, (di Wunder, kommen sie doch alle ans Ziel! Die Analphabeten in Europa PARIS, Anfang Januar 1950 (DWW) In den skandinavischen Staaten, in Holland und in der Schweiz gibt es heute kaum noch Analphabeten, wie die UNESCO in einer Weltuntersuchung festgestellt hat. Dann folgt Österreich mit 0,1 Prozent, England mit 0,4 Prozent, Frankreich mit 3 Prozent, die Tschechoslowakei mit 3,2 Prozent und die USA mit 4,3 Prozent. Belgien hat 8 Prozent und Ungarn 8,6 Prozent Analphabeten. Für Sowjetrußland werden 18,8 Prozent angegeben. In Polen und Italien können rund 20 Prozent der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Für Jugoslawien und Spanien steigt die Zahl sogar auf mehr als 40 Prozent. Die Hälfte der Rumäny» zählt zu de» Analphabeten, und den Rekord hält Portugal mit 60 Prozent Demgegenüber mutet es eigenartig an, daß auf der Südsee-Insel Hawai nur 15 Prozent Analphabeten vorhanden sind, auf manchen anderen Inseln des Fern«) Ostens noch weniger. Von Deutschland ist in dem UNESCO- Bericht nicht die Rede. Älteste Stadt der Welt im Irak? Archäologen im Irak sind auf Grund der neuesten Ausgrabungen an der vor zwei Jahren entdeckten Ruinenstadt Eridu im Irak z» der Annahme gekommen, daß man hier die Trümmer der ältesten Stadt der Welt entdeckt habe. Man begann vor zwei Jahren mit der Freilegung eines riesigen Ziegelturmes, dessen Entstehung man in das Jahr 3000 v. Uhr. legt. Bei weiteren Ausgrabungen stieß man auf die Spuren von vierzehn Tempeln, jeweils über den Ruinen des vorhergehenden errichtet. Diese Tempelbauten schätzt man auf ein Alter von 6500 Jahren. Unter zahlreichen anderen Funden wurde auch ein schmales Boot ausgegraben, das aus einer lehmartd- gen Masse besteht und als das erste Boot überhaupt, das Menschen bauten, angesehen werden darf. Samstag, i Febmac 1950 Nummer 15 — Seite f fäasTSoffi Freiburg * Breisgau * Schwarzwald 68 Freiburger Anlieger erhoben Protest Der Einzelhandelsverband gegen die Arkadenbananflage In einer Pressebesprechung des Einzelhandelsverbandes wurde aufs schärfste gegen die Arkadenbauauflage der Stadtverwaltung Freiburg Stellung genommen und darauf hingewiesen, daß im Aufträge von 68 maßgebenden Firmen und Hausbesitzern, also nahezu 100 Prozent der früheren Anlieger der in Frage kommenden Straßen Einspruch beim Innenministerium gegen die Auflage erhoben worden sei, bei der Wiedererrichtung der Geschäftshäuser im Stadtzentrum Arkaden einzubauen. Schon in einer am 8. März 1949 in der Harmonie abgehaltenen Versammlung der Bauinteressenten der Kaiser- Joseph-, Salz- und Bertholdstraße, der auch maßgebende Architekten, Vertreter der Stadtverwaltung und des Wiederaufbaubüros bei-* wohnten, sei in einer Entschließung die Auffassung vertreten worden, daß entgegen der Auffassung der Befürworter des Arkadenbaus, die diesen angesichts des ständig wachsenden Verkehrs für unumgänglich hielten, die Verkehrsfrage bei Ablenkung des Lastkraftwagenverkehrs und richtiger Verkehrsorganisierung weder eine grundsätzliche Verbreiterung der Kaiser-Joseph-Straße noch durchgehende Arkaden erforderlich mache. Gegen d^e Errichtung von Arkaden an der engsten Stelle der Kaiser- Joseph-Straße hätten damals auch die Arkadengegner keine Einwendung erhoben, wohl aber gegen weiter geplante Arkaden. Es wurde darauf hingewiesen, daß eine grundsätzliche Verbreiterung der Straßen mit der daraus entstehenden Verlegung von Grund- stücksmauern bzw. Errichtung durchgehender Arkaden für die Geschäfte betriebswirtschaftlich untragbar sei und auch finanziell weder von der Stadt noch von den Grundstückseigentümern verkraftet werden könnte. Man habe damals gefordert, daß die wirklich betroffenen Bäuinteressenten in den Kommissionen, die hierüber endgültige Beschlüsse fassen, eine maßgebliche Vertretung erhielten. Diese Entschließung sei auch vom Oberbürgermeister grundsätzlich gebilligt worden. Trotz dieser prinzipiellen Ablehnung der Arkadenbauweise durch die Interessenten aber habe der Stadtrat den Arkadenbau in weitestgehender Form beschlossen, ohne auf das Mitentscheidungsrecht der Bauinteressenten Rücksicht zu nehmen. Als sinnwidrig wurde es von den Vertretern des Einzelhandels bezeichnet, eine ausgesprochene Hauptgeschäftsstraße gleichzeitig zu einer Hauptverkehrs- und Durchgangsstraße machen zu wollen, und jede Verbreiterung der Kaiser-Joseph-Straße als zwecklos erachtet. Solange das Martinstor als Verkehrsschleuse die Verkehrsdichte der inneren Kaiser-Joseph-Straße bestimme — es helfe auch Kleine Stadtnachricfaten 5. Februar, 13 ifhr, Endhaltestelle Zähringen: Nachmittagswanderung des Schwarzwaldvereins: Zähringen, Doldimgerweg, Heuweiler, Suggental, Buchholz. Gehzeit 3'/i Stunden. Am gleichen Tage Skiwanderung für Fortgeschrittene: Feldberg, Todt- nauer Hütte, stübenwasen, Schauinsland. Abfahrt mit Zug 6.40 Uhr ab Hauptbahnhof nach Bärental. 5. Februar, 14 Uhr, im „Feierling“: Hauptversammlung des Kleingartenvereins für Gartenfreunde. S. Februar, 15 Uhr;" in der „Sonne“, Bittenweiler: Generalversammlung des Kleingartenvereins Freiburg-Ost. 5. Februar, 20 Uhr, Paulussaal: Wiederholung des Festkonzerts des Freiburger Männergesangvereins zugunsten des Badischen Blindenvereins. Als ältester Einwohner Freiburgs starb im Alter von 98 Jahren Altbäckermeister Franz Karl G r a e - 8 e r, der aus dem inzwischen eingemeindeten früheren Dorfe Haslach gebürtig war. — Am 4. Februar wird Frau Dr. Klara Rieth, Kaiser-Joseph- Straße 255 (Opelhaus), bei bester Gesundheit 95 Jahre alt; sie wohnt schon über 40 Jahre in Freiburg. Am 6. Februar vollendet Adolf Schulz, städt. Fern- sp re Chassis tent a. D., früher beim Stadttheater Freiburg, St. Georgen, Schulstraße 1, sein 75. Bebensjahr. nichts, die Grünwälder- und Löwenstraße als Verkehrsablenkung einzuschalten —, sei dies ein äußerst kostspieliges Unterfangen ohne jeglichen praktischen Erfolg. Durch die Arkaden würden den Geschäften erhebliche Nutzflächen entzogen, da die Rendite eines Geschäftshauses bekanntlich im Erdgeschoß liege. Man könne den ausgebombten Firmen, die sich schon jetzt mit einem zehnprozentigen Geländeverlust durch das Umlegungsverfahren abzufinden hätten, nicht zumuten, nochmals 4,50 Meter in der Tiefe auf die Gesamtlänge ihres Grundstücks zu verlieren. Zudem würden die Geschäftsräume durch den Arkadenbau derart verdunkelt, daß dort nur mit künstlichem Licht gearbeitet werden könne. Ferner habe man festgestellt, daß ein gesundes Wohnen über den Arkaden unmöglich sei. Weiter nähmen die Arkaden den Geschäftshäusern auch die Möglichkeit, eine großzügige Schaufensteranlage zu erstellen, da sonst für den Verkaufsraum überhaupt keine Geschäftstiefe mehr übrig bleiben würde. Der Arkadenbau verursache im übrigen auch eine erhebliche Baukostensteigerung, und nicht zuletzt werde durch die Arkaden auch das altgewohnte Freiburger Stadtbild nachteilig verändert und verliere Reiz und Anziehungskraft für den Fremdenverkehr. In der Besprechung wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das Innenministerium all Wozu braucht das Theater so viele Gäste? Der Leitung des Freiburger Stadttheaters ist durch die Gewährung des fast eine Million betragenden Zuschusses für die kommende Spielzeit das Vertrauen ausgesprochen worden. Anscheinend auch mit dem Spielplan einschließlich „Der goldene Pierrot“ und „Tizian greift ein“ oder „Hurra, ein Junge!“ oder gar „Orpheus ist an allem schuld“ zufrieden. Wenn man aber die Wochenplakate des Theaters aufmerksam durchliest, dann fällt einem etwas auf: fast jeden Abend ist unter den Mitwirkenden irgendein G a s t zu verzeichnen. Es kann sich hierbei kaum um Gäste handeln, die durch Krankheitsfälle notwendig herbeigeholt werden mußten; denn man pflegt ja nicht wochenlang vorher zu wissen, wann man krank sein wird. Offenbar weist der Personalbestand unserer Bühnen also Bücken auf, oder der Zuschuß ist so hoch, daß man sich diese vielen, bestimmt teuren Gastspiele leisten kann. Geht man aber dann einmal an den Zahltagen aufs Arbeitsamt, so sieht man in der Schlange der dort Wartenden eine ganze Anzahl ehemaliger Künstler unserer Bühne anstehen. Wie verträgt sich dies miteinander? E. &. Warum Jugendverbot? Bei der Ankündigung des Films „Der zerbrochene Krug“ mit dem allzu früh verstorbenen Emil Jan- nlngs als Richter Adam in der männlichen Hauptrolle war zu lesen: „Jugendverbot bis 16 Jahre“. Es ist allerdings noch nicht so sehr lange her, da wurde das klassische Bustspiel von Kleist, nach dem man sich sogar textlich in diesem Film gerichtet hat, als Schüiervorstellung in einigen Städten gegeben. Nun, man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob der Inhalt des Stückes bzw. des Films für jugendliche Ohren und Gemüter die rechte geistige Kost ist. Aber dann müßte man auch so konsequent sein, anderen Filmen, die ähnliche „Probleme“ — und oft viel weniger delikat — behandeln, als der Dichter Kleist es getan hat, das gleiche Prädikat anzuhängen. — 11 — Die Radfahrer sind die Leidtragenden Bang, lang ist‘s her seit sich die Radfahrer, die zu ihrem Wege ins Geschäft oder in die Schule die Schwarzwaldstraße benützen müssen, über den ausgezeichneten Zustand des Radfahrweges freuen konnten. In den letzten Jahren wurden häufig an vielen Stellen der Straße und des Radfahrweges Erdarbeiten ausgeführt. Beider ist der Auswurf der Erde, der da einmal getätigt wurde, noch heute zu sehen — und vor allem zu spüren: von den Radfahrern nämlich, die auf einigen Strecken der Schwarzwaldstraße wie auf einer Berg- und Talfahrt durcheinander gerüttelt werden. Da dies für Mäntel und Schläuche besonders gut sein soll, mischen sich die meisten Rad- den in der Eingabe gegen die Arkadenbauauflage aufgeführten Gründen Rechnung tragen werde. Man darf gespannt darauf sein, wie das Innenministerium nun in der Arkadenfrage entscheidet. Undank ist der Welt Lohn Ein unbekannter Mann, dem in der Neumattenstraße aus Mitleid Nachtquartier gewährt worden war, entwendete einige wertvolle Schmucksachen und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Sonderbares Versteck Bei der Untersuchung eines des Diebstahls und der Hehlerei verdächtigen Mannes, der von auswärts gekommen war, entdeckte man eine Damenarmbanduhr, die er an einem Bein befestigt hatte. Die Uhr stammte aus einem Fachgeschäft in der Oberstadt Immer mehr Erwerbslose! Im Januar stieg im Stadt- und Landkreis Freiburg die Zahl der arbeitsuchenden Männer von 1238 auf 1500 und die Zahl der arbeitsuchenden Frauen von 611 auf 630, die Zahl der arbeitslosen Männer von 1039 auf 1290 und diejenige der arbeitslosen Frauen von 355 auf 422. — Die Zahl der Beschäftigten ging erstmals seit Kriegsende merklich zurück, und zwar um 109 auf 29 150 bei den Männern und um 42 auf 19 077 bei den Frauen. Dagegen ist die Zahl der offenen Stellen seit Jahresende wieder gestiegen, und zwar um 50 auf 214 bei den Männern und um 109 auf 358 bei den Frauen. Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe im Arbeitsamtsbezirk Freiburg, der die Kreise Freiburg-Stadt und -Land, Emmendingen und Neustadt (Schwarzwald) umfaßt, stieg von 58 auf 95. Darunter befinden sich allein 27 Tabakfabriken mit 1100 Beschäftigten. den Lieferungen aus Südwürttemberg nicht wie früher nach Südbaden weitergeliefert würden. Besonder« der Freiburger Buttergroßhandel habe seit dem Ende der Bewirtschaftung bei weitem nicht die Menge an Butter geliefert bekommen wie in den letzten Wochen und Monaten vor der Bewirtschaftung. Könne man es deshalb dem Einzelhändler und dem Verbraucher verdenken, wenn er sich täglich die Frage nach dem Verbleib der Butter vorlege? Der Kassenschrank war stärker Nachts versuchten Einbrecher, in einem Geschäft in der Nähe der Schwabentorbrücke einen Kassenschrank zu „knacken". Sie hatte* jedoch keinen Erfolg, da der solide gearbeitete Schrank ihren Anstrengungen widerstand. Wo blieb die „Groma“? Aus dem Büro einer Freiburger Papiergroßhandlung wurde nachts eine Reiseschreibmaschine „Groma" mit der Fabriknummer 266 492 gestohlen. Abschied von Hugo Mortag In aller Stille wurde Hugo Mortag beigesetzt, mit dessen Namen die Entwicklung der Freiburger Milchversorgung eng verbunden ist. Erst Ende vorigen Jahres trat Mortag von seinem verantwortungsvollen und mit größter Pflichterfüllung ausgeübten Posten als technischer Beiter der Breisgau-Milchzentrale GmbH zurück. Daß er seine unermüdliche Arbeitskraft auch in seinem hohen Alter noch in den Dienst der Freiburger Milchversorgung und damit der Einwohnerschaft gestellt hat, sichert ihm ein ehrendes Gedenken über das Grab hinaus. Zugunsten der Flüchtlinge Zugunsten der Flüchtlinge findet am Dienstag, 7. Februar, 19.30 Uhr. im Paulussaal ein großer Opemarien- Abend statt, bei dem Kammersänger Paolo Marion, Tenor, von der Scala Mailand und der Grand-Opera- Co., Chicago, die Sopranistin Eleonore Egli von Opel, die Freiburger Altistin Helmtrude Kraft und der einheimische Bassist Karl' Wirsdorf mitwirken werden. Am Flügel wird Gerard van der Schot. Amsterdam, begleiten. . Die Vortragsfolge enthält eine Reihe der schönsten Arien u. a. von Gluck, Mozart. Weber. Wagner, Bortzing, Nicolai, Bizet, Verdi. Puccini und Mas- cagnL „Antwort des Herzens" Der von uns bereits besprochene, sehr sehenswerte Dokumentarfilm „Antwort des Herzens“ wird am Sonntag, 5. Februar, 10.30 Uhr, im Zentral-Theatei vor der großen Öffentlichkeit aufgeführt. Städtische Bühnen Im Kammerspielhaus wird das Gastspiel des politischen Kabaretts „Die Mausefalle“ bis einschließlich 6. Februar ausgedehnt. In der „Rosenkavalier“-Auf- führung am 8. Februar im Großen Haus singt Elisabeth Schaertel von den Städtischen Bühnen Regensburg als Gast auf Anstellung die Partie des „Oktavian". Narren wünschen Tanzexpreß Auf Wunsch der Narrenzünfte wird der Sonderzug am 4. und 5. Februar als Tanzexpreß mit Laut- sprecheranlage in sämtlichen Wagen gefahren. Bereitschaftsdienst am Sonntag Ärzte (verfügbar, soweit Hausarzt nicht erreichbar) : Dr. Elisabeth Moser, Schillerstr. 18 (Tel. 3422), Dr. Bierer, Bürgerwehrstr 1 (Tel, 2338), Dr. Grum- brecht, Weiherhofstr. lla, Dr. Ernst Denz, Vauban- straße 14 (Tel. 2687). Zahnärzte: Univ.-Zahnklinik Günterstal, Torpl. » (Tel. 2583) von 10 bis 12 Uhr; außerhalb dieser Zeit* Dr. Fredy Stöber, Prinz-Eugen-Str. 3 (Tel. 3349). Dentisten: Frau Fleiner-Vogel, Eisenbahnstr. 43. Apotheken: Dreisam - Apotheke, Günterstalstr. 5, und Zähringer-Apotheke, Tennenbacher Straße 5. Leser schreiben an „Das Volk“ (Jeder hier veröffentlichte Beitrag stellt die persönliche Meinung des Verfassers dar) Der Großhandel fragt: „Wo bleibt unsere Butter? ln einer Zuschrift weist die Arbeitsgemeinschaft des Butter- und Käsegroßhandels Baden in Freiburg darauf hin, daß das Milchwerk Radolfzell, das den Freiburger Buttergroßhandel bislang beliefert habe, jetzt, nach dem Fortfall der Bewirtschaftung, vom Ernährungsministerium darin gehindert werde. Dieses versuche nämlich sich. weiterhin — sehr zum Nachteil namentlich des Freiburger Buttergroßhandels — in die Verteilung des Milchwerks Radolfzell einzuschalten. Nach Ansicht des Großhandels stehe es heute ausschließlich dem Hersteller zu, seine Butter dort abzusetzen, wo er es für richtig und vorteilhaft halte. Es erhebe sich deshalb die Frage, weshalb sich das Badische Ernährungsministerium auch jetzt noch in die Butterverteilung des Milchwerks Radolfzell einmische, anstatt dafür zu sorgen, daß die seit Aufhebung der Bewirtschaftung ausbleiben- fahrer (soweit sie nicht erwischt werden) an den besagten Stellen unter die Autofahrer auf der Fahrbahn. Vielleicht wäre auch hier für alle drei Teile — Radfahrer, Autofahrer und Polizisten — bald eine Abhilfe zu schaffen. G. G. Stiefkind Schlierbergstraße Es wäre sehr angebracht, die Merzhauser Straße von der „Vauban-Kaserne“ bis zum Transformatorenhaus zu beleuchten, zumal die Bettung bestehlt; ein wichtiger Punkt ist die Einmündung der alten Merzhauser Bandstraße. Ebenso wäre es sehr notwendig, an der Ecke bei dem Haus Schliebergstraße 151 eine Lampe amzubringen. Auch dürfte die Stadtverwaltung sich etwas besser uim die Wegverhältnisse der sogenannten Schlierbergstraße kümmern. Vor allem gehört an der alten Behmgrube dafür gesorgt, daß der Schutt von der Schlierbergstraße entfernt wird. Wenn man gezwungen ist, bei verschiedenen Tages- und Nachtzeiten in den Dienst zu gehen, so gleicht dieser Weg bei schlechtem Wetter bis zur Autobushaltestelle einem Gang durch Sumpf und Morast. Ich glaube, die Stadt Freiburg vergißt die Bewohner dieser Straße auch beim Einzug der Steuern und sonstiger Abgaben nicht. Außerdem wäre ein Wartehäuschen an der Omnibushaltestelle „Vauban-Kaserne“ eine dringende Notwendigkeit, da es kein Vergnügen ist, bei Wind und Wetter auf den Bus zu warten. — Unsere Herren Stadtväter würden gut daran tun, bei Nacht, nach einem Regentag, einen Spaziergang durch die ganze Schlierbergstraße zu unternehmen. Sie könnten sich dabei von den unterschiedlichen Verhältnissen dieser Straße persönlich überzeugen. H. K. Tabakwaren In Kiosken Nachdem den Freiburger Kioskbesitzem nach einem vorübergehenden Verbot der Tabakwarenverkauf wieder gestattet worden war, gab das Biegenschaftsamt am 7. Januar erneut einen Erlaß heraus, der den Kioskbesitzem den Verkauf von Tabakerzeugnissen unter Androhung des Arbeitsverbots untersagte. Dabei bandelt es sich bei den Kioskbesitzern zum großen Teil um Schwerversehrte, Flüchtlinge und Ausgebombte, also Menschen, die vieles, wenn nicht alles verloren haben und die nun auf diesem Wege versuchten, sich eine neue Bebensgrundlage aufzubauen und ein Existenzminimum zu erreichen. Warum wird gerade diesen Menschen ihr Nebenverdienst aus dem Tabakwarenverkauf genommen, während auf der anderen Seite jede Gaststätte und fast jedes Geschäft Tabakwaren verkaufen darf? Überlegt sich der Stadtrat, der doch in dieser wichtigen Frage auch ein Wort mitzusprechen hat, wohl auch, daß der Tabakwarenverkauf in Kiosken vor allem von den Werktätigen und den Reisenden — denn schließlich Ist Freiburg ja auch eine Fremdenverkehrsstadt — begrüßt wird? H. Sch. Shakespeare: „Was ihr wollt“ Erfolgreicher Start des Schauspiels im Großen Haus Man hat dem Schaffen Shakespeares gewiß nicht nur aus Gründen der Tradition oder aus wirtschaftlichen Erwägungen einen festen Platz im Freiburger Theaterspielplan eingeräumt, sondern vor allem wohl auch deshalb, weil man sehr genau weiß, daß das Werk eines Dichters, dessen Beben im Dunkel liegt, zu allen Zeiten Eingang beim Publikum gefunden hat; mehr jedenfalls als die Stücke manches anderen Klassikers, dessen zeitgebundenes Pathos heute ins Beere vorstößt und dort unerwidert verhallt. Die Sprache Shakespeares ist einfach, urwüchsig und gesund; sie vermeidet bei aller gedanklichen Tiefe jede geistreichelnde Spitzfindigkeit und wird deshalb auch vom Volke verstanden, das zum großen Teil ein feines Gefühl dafür hat, was in den Bezirken der Kunst echt ist und was sich schließlich selbst als Firnis entlarvt. Vergangene Spielzeiten schenkten uns in Freiburg die Begegnung mit zwei großen heiteren Werken des englischen Dichters: der „Komödie der Irrungen“ und dem „Sommemachtstraum“ — Aufführungen, die im ganzen erfreulich waren, weil man ihnen das Bestreben anmerkte, dem Dichter und seinem Schaffen unter den gegebenen Verhältnissen soweit wie möglich gerecht zu werden Die gültigste Wirkung erzielte zweifellos „Die Komödie der Irrungen“, während dem „Sommemaehtstraum“ auf der kleinen Kammerspielhühne unflberschreitbare Grenzen gesetzt waren, deren Kenntnis auf seine Aufführung besser hätte verzichten lassen sollen ■ Auch das Bustspiel „Was ihr wollt* spiegelt die stark vom Schauspielerischen bestimmte Eigenart und besondere Technik Shakespeares rein und fröhlich wider. Es ist nicht so vielfältig und verwirrend wie die „Komödie der Irrungen“, die sich auf einem ernsten Hintergründe abzeichnet, aber es wurzelt ebenso wie diese im leichtgefügten, harmlos-listigen Verwechslungsspiel, dessen, beinahe bestückende Naivität einer weit hinter uns liegenden Zeit angehört und heute unwiederholbar wäre. Und doch ist auch mancher moderne Komödienschreiber vom mittlerweile schon ein wenig abgenutzten Kniff der Verkleidung — und damit auch von der nur im Bereich des Theaters möglichen „unnatürlichen“ Hosen- rolle -r nicht iosgekomtpen. nur daß es eben kein Shakespeare ist und statt der Komödie ein Schwank geboren wird, — Bezeichnend für „Was ihr wollt“ ist es, daß die Randfiguren zum Teil ein schärferes Profil als die an der ersten Stelle stehenden Gestalten der liebenden erhalten haben. Vom Charakter des Herzogs erfahren wir so gut wie nichts, und auch von Olivla und Viola wird man kaum behaupten. können, daß sie in ihrem Wesen vollgültig gezeichnet wären; aber in den Worten des Narren Wird ein ganzer Mensch sichtbar, den der Dichter sich zum Dolmetsch seiner Bebensweisheit erkoren hat. — In Richard F1 a 1 1 e r fand er zudem einen Übersetzer, der sich entschieden zu einer ehrfürchtig-wortgetreuen Übertragung bekennt und die „verschönernde“ und seiner Auffassung nach dem Stile Shakespeares nicht angepaßte „Sehlegel-Tiecksche“ Übersetzung verwirft. Franz E v e r t h s Inszenierung hatte den großen Stil, der alle seine bisherigen Klassikeraufführungen auszeichnete. Sie war so voll echten komödiantischen Bebens, so vielfältig und flüssig zugleich und so erfüllt von der reinen, ursprünglichen Freude am Schelmenspiel, daß uns hier Shakespeare in einer sehr gelösten, modernen und — was uns das Wichtigste ist — volkstümlichen Form begegnete. Gewiß ist der Beifall nicht immer der rechte Gradmesser für eine Beistung, aber hier empfand man es doch sehr deutlich, daß die Zuschauer sich von den Vorgängen auf der Bühne stark angesprochen fühlten und dankbar dafür waren, daß man ihnen nach soviel Talmi im neuen Spielplan endlich einmal wieder echtes Gold bot. Auch die sehr hellen und freundlichen Bühnenbilder Friedhelm Strengere und die von ihm entworfenen fein abgetönten Kostüme entsprachen ganz der beschwingten Baune der reizvollen Komödie Ein wesentliches Verdienst der Spielleitung war auch das durchweg gute Ensemblespiel, das Shakespeares Stücke Ja in besonderem Maße voraussetzen. Ganz aus dem Rahmen aber fiel die vom Dichter so köstlich gezeichnete Figur des Malvolio, die in der Gestaltung H-inz Schimmelpfennigs allzusehr bloße Karikatur wurde, während etwa Heinz Menzel die wesentliche Gestalt des Narren sehr sachlich (und damit „richtig“) zeichnete, ohne freilich immer ganz in die Tiefe dieses Menschenbildes einzudringen. Im Mittelpunkt der Aufführung stand unverkennbar der von Emst Martens a. G. ganz aus der Fülle seiner schauspielerischen Mittel — kn zwiefachen Sinne — „verkörperte“ Junker Tobias Rülp, der, dem Weine und der Freude am Schabernack zugetan, die Szene beherrschte, wo er auch in Erscheinung trat. (Allerdings darf hierbei nicht übersehen werden, daß diese Figur auch vom Dichter die meisten Trümpfe mitbekommen hat.) Sehr reizvoll in der Erscheinung, beweglich im Spiel, frisch und keck: die Viola Helena Bonfonlt a. G. — wenngleich wir an ihr jene mädchen- (oder knaben-?) hafte Anmut vermißten, die einst — unvergeßlich für uns — Elisabeth Bergners „Viola“ auszeichnete. Bezaubernd Christine Myllue’ mit feiner Zurückhaltung gespielte Oll via, der Henny Schnei- der-Wenzel als quicklebendige Maria allerliebst zur Seite stand; und weiter noch Wolfgang Stumpf als stattlicher Herzog, Eberhard F e t z e r als strahlend-schöner Sebastian, Friedrich v. B ü 1 o w mit der klug gedämpften Glossierung des sanft-blöden Junkers Andreas, Karl Vetter als behender Fabio und Philipp Orientalin als wackerer Seemann Antonio. — Auch die auf grelle Effekte verzichtende Musik Horst Schneiders fügte sich der Aufführung gut ein. Ein erfolgreicher Start des Schauspiels im Großen Haus, dessen akustische Verhältnisse freilich von jedem Darsteller ein begrenztes Sprechtempo verlangen. — Das Publikum war begeistert und feierte die Mitwirkenden nach Gebühr. Hoffen wir nun, daß diese Aufführung den Ausgangspunkt einer neuen, gesunden Spielplangestaltung bildet und das schwierige Problem „Was ihr wollt“ immer richtig gelöst wird! Rudolf Burschei. Helge Roswaenge sang den „Alfred" Für welchen Opemfreund ist dieser bekannte und beliebte Sänger nicht ein Begriff! Gerade mit seinen unvergeßlichen Verdi-Partien ist uns Helge Roswaenge in vielen Rundfunksendungen schon begegnet. Wir durften uns daher auch von seinem „Alfred“ in Verdis „Ba Traviata“ einen ganz besonderen Genuß versprechen. Sein stim m lic h es Material ist von strahlender Beuchtkraft und hat kernige Substanz. Vom Schmelz der welchen, melodischen Binie bis zum glanzvoll geschmetterten hohen C ist alles da. Dazu noch die völlig sichere und selbstverständliche Bewältigung aller schauspielerischen Anforderungen. — So wurden alle unsere Erwartungen erfüllt, zumal auch ln der unvergleichlichen „Violetta* von Susanne Hagen- Heilmann eine mindestens ebenbürtige Partnerin auf der Bühne stand. -w- Filme der Wpcfae »Die große Beidensehaft* (englisch). „Es waren zwei Königskinder . . .* — so könnte auch diese bittersüße Biebesgeschichte heißen, in der zwei junge Menschen, die einander lieben, sich im Kranze vieler Jahre von Zeit zu Zelt begegnen, bis ihre Wege sich für immer trennen. Im Grunde genommen, handelt es sich hierbei gar nicht um eine bloße Leidenschaft, sondern um wirkliche Liebe; und die Ansichten darüber, ob der große Verzicht am Ende des Spiels die „rechte“ Lösung des Konflikts ist, werden vermutlich sehr geteilt sein. Immerhin bleibt festzustellen, daß die Spielleitung die naheliegende Gefahr, aus echtem Empfinden Ins Sentimentale abzugleiten, soweit wie möglich vermieden hat. Birgt auch die Breite, mit der das Thema behandelt wurde, manches Quälende in sich, so bleiben einem doch viele Szenen — vor allem die große Begegnung der drei Menschen, bei der die Entscheidung fällt — ln Ihrer kammerspielartigen Verdichtung unvergeßlich. — Große Darsteller tragen die Handlung und machen sie trotz aller Einwände, die man gegen sie erheben könnte, zu einem Erlebnis: Ann Todd, deren suggestive Wirkung nur von wenigen anderen englischen Schauspielerinnen erreicht wird, Trevor Howard, einer der nobelsten Darsteller aus dem Inselreich, und Claude Rains, der mit der Gestaltung des um sein Glück bangenden reifen Mannes wesentlich mehr über sein Können aussagt als seinerzeit in der Rolle des Shawsehen „Cäsar“. Auch die bestechend schönen Landschaftsaufnahmen haben einen wesentlichen Anteil an der Gesamtwirkung. (Kandelhof.) „Die Schätzt ruhe“ (österreichisch). Die nicht eben neue Filmfabei von dem alten Sonderling, den seine Umgebung für einen reichen Mann hält und demgemäß umschmeichelt, erhält erst im letzten Teil durch die wilde Jagd nach einem Lotteriegewinn einigen Auftrieb und verschafft zu guter Letzt jedem, was Ihm gebührt. Farbe erhält das anspruchslose Ge- schichtlein, das sich in einer sauber, aber ohne besondere Eigenart photographierten Landschaft abspielt, erst durch die immer wieder erfrischende Bauernschläue Theodor Daaeggers und die besondere komische Note Rudolf .C a r 1 s , zu denen sich hier ein mimisch sehr wandlungsfähiger neuer heiterer Darsteller, Anton Lehmann, gesellt. Es wird viel und herzlich gelacht bei diesem Film, — und das ist ja schließlich die Hauptsache. (Friedrichsbau.) R. B. Der Sfidwestfunk schaute in den Spiegel Die Programmgestaltung des Rundfunks war das Thema einer heiteren Samstagabendsendung des Südwestfunks, die die breite Masse der Hörer ansprach. Zwar wurde das Problem beileibe nicht in allen seinen Tiefen ausgeschöpft — man servierte es sozusagen mit dem Holzhammer —, aber immerhin kam es zur Sprache. Die „Moral von der Geschieht - * hatte man sich allerdings etwas zu leicht gemacht; sie lautete etwa so: „Seht, liebe Hörer, wir wissen selbst, so, wie wir im Rundfunk es machen, ist es nicht ideal; doch wird es dabei bleiben müssen, um Jedem etwas bieten zu können.“ — Fürs erste wollen wir uns mit dieser Antwort zufrieden geben, doch wir hoffen, daß weitere Sendungen in entsprechend anderer Form tiefer in die Problematik dieses Themas eindringen werden. Zweifellos besitzt der Rundfunk Leute, die auf ihrem Fachgebiet Außerordentliches leisten; noch fehlt ihm aber der Mensch, der di» Enge dieses Spezialistentums überwindet und es so ermöglicht, in der Gesamtheit des Programmes wesentlich zu werden. Wir verkennen es nicht: es ist schwierig, die Idee einer geistigen Aufgabe als roten Faden durch das buntgescheckte Bild des gesamten Progratnmes zu ziehen. Der Versuch muß aber unternommen werden. Auf dem Wege dahin könnte selbst eine so leicht geschürzte Sendung wie „Lerne hören, ohne zu klagen!“ einen Schritt weiter bedeuten. g. R. Seite 8 — Nummer 18 Samstag, 4 . Nefirttar 1950 _ %)a$T3oüt Emmendingen — Kaiserstuhl — Elztal Aus dem Emmendinger Stadtrat In der letzten Stadtratssitzung gedachte Bürgermeister Faller des verstorbenen Stadtbaumeisters W. Laule. Der Stadtrat nahm Kenntnis von den Ankaufsverhandlungen, die mit dem Amt für kontrollierte Vermögen bezüglich des Schützenhauses geführt werden. Ein Antrag des Fuhrunternehmers Erich Wolfsperger auf Erweiterung der Omnibuslinie aus dem unteren Breisgau bis nach Emmendingen wurde befürwortet. Die Linie, die bisher nur die Orte Herbolzheim, Niederhausen, Oberhausen, Weisweil, Wyhl Forchheim, Riegel, Malterdingen, Becklingen und Kehzingen verband, soll nunmehr auch über Bahlingen und Teningen führen. Die Förderung des Wohnungsbaues der Stadt für das Rechnungsjahr 1949 wird mit einem Betrag von 800 000 DM abgeschlossen. Diese Summe wurde im Rahmen der Erstausstattung für private Bauvorhaben und den gemeinnützigen Genossenschaften zur Verfügung gestellt, auch die Forderungsbeträge für das evangelische Siedlungswerk und für die „Neue Heimat“ sind darin enthalten. Der damit notwendig gewordene neuerliche Nachtrag zur Haushaltsatzung wurde genehmigt. Die Siedlungsgemeinschaft Bleiche reichte . Pläne für ihr Vorhaben, die Errichtung einer Kinderschule und eines Gasthauses ein. Das zur Erstellung des Gasthauses notwendige Gelände wird vorbehaltlich der Vorlage endgültiger Pläne käuflich abgetreten, dagegen soll das Gelände für die Kinderschule der Siedlergemeinschaft unter Einhaltung gewiser Bedingungen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Außerdem bewilligte der Stadtrat für den Bau der Kinderschule einen Zuschuß von 3000 DM. Zur Durchführung privater Wohn- und Siedlungsbauten wurden vier Bauplätze im Gewann Bürkle und Bleiche veräußert. — Anhand von vier Vorschlägen des städtischen Tiefbauamtes traf der Stadtrat Entscheidung über den weiteren Ausbau der Bleichesiedlung. Für die geplanten Siedlungshäuser der „Neuen Heimat“ wurden Bauplätze in verschiedenen Gewannen vorgesehen. Nachdem der von Architekt Koch, Freiburg, aufgestellte Teilbebauungsplan im Gewann Rothe gebilligt worden ist, soll das Feststellungsverfahren eingeleitet werden. Weiter nahm der Stadtrat Kenntnis von der Genehmigung eines Antrages zum Handel mit Fahr- und Motorrädern sowie Rundfunkgeräten durch die Industrie- und Handelskammer. Die Einstellung einer weiteren Kindergärtnerin in der Kinderschule wurde genehmigt. Die freigewordene Stelle des Leiters des städtischen Tiefbauamtes soll zur Bewerbung ausgeschrieben werden, ebenfalls wird ein junger Tiefbauarchitekt gesucht. Einem Gesuch der „Arbeitsgemeinschaft der Badener“ (Landesgruppe Oberbaden) auf Zuweisung einer Spende wurde nicht entsprochen. Treffen der Ost- und Westpreußen Am 5. Februar, 14 Uhr, treffen sich die in Emmendingen und Umgebung ansässigen Ost- und Westpreußen im „Löwen“. Auch dieses vierte landsmannschaftliche Treffen soll den Heimatvertriebenen ein paar frohe Stunden bescheren. Die Versteigerung von zehn Portion«! „Königsberger Klops“ ist angekündigt. Wanderprogramm der Naturfreunde Die Naturfreundesektion Emmendingen legte in ihrer Monatsversammlung folgendes Wanderprogramm für den Monat Februar fest: Am 5. Februar eine Tageswanderung auf den Kandel. Wanderwart ist Theo Schatz. Abfahrt mit dem Frühzug bis Waldkirch. Für den 11. und 12. Februar ist eine Fahrt zum Brend vorgesehen. Zwecks Bestellung eines Autos müssen Anmeldungen zu dieser Fahrt bis zum 8. Februar beim Obmann erfolgen. Wanderwart ist Fritz Storz. Am 25. und 26. Februar findet eine Skiwanderung auf dem Feldberg statt. Wanderwart ist Otto Heß. Abfahrt um 13.57 Uhr Bahnhof Emmendingen. Teningen. Am 4. Februar feiern Geburtstag: Christian Weiner, Mittelstraße 16, den 76. und Margarete Gebhardt, Goethestraße 3, den 75. Am 5.Februar wird Johann Jenne, Engelstraße 3, 74 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch. An die empfangsberechtigten Bürger kam dieser Tage das zum Bürgernutzen zählende Gabholz zur Verteilung. Buchheim. Im Alter von 73 Jahren wurde Landwirt Franz H. Stöcker unter großer Beteiligung beigesetzt. — Fridolin Vögtle feierte bei bester Gesundheit seinen 83. Geburtstag. — Zur Zeit werden Zeiger und Zifferblätter der Kirchturmuhr wiederher- 1 gestellt. Ferner wurden drei schmucke Neubauten errichtet. Kenzingen. Am 4. Februar, 20 Uhr, lädt der Sportverein seine Mitglieder zu einem „Bunten Abend“ in die Tum- und Festhalle ein. Diese Veranstaltung, die unter dem Motto „Sport und Humor“ steht, wird am 5. Februar für die Allgemeinheit wiederholt. Auf der Bundesstraße zwischen Kenzingen und Herbolzheim ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein auf der rechten Straßenseite in Richtung Kenzingen gehender Mann fiel plötzlich mit hochgeworfenen Armen um. Beim Sturz fiel er zur Straßenmitte hin und mit dem Kopf auf den hinteren Kotflügel eines vorbeifahrenden Personenwagens auf. Mit einem schweren Schädelbruch wurde der Verletzte in das Kenzinger Krankenhaus eingeliefert. Am 4. Februar fährt der Theateromnibus zur Aufführung „Die Meistersinger von Nürnberg“ bereits um 17 Uhr ab Rathaus. Herbolzheim. Am Sonntag, 5. Februar, findet um 20 Uhr im Gasthaus „zum Löwen“ eine Mitgliederversammlung der Arbeiterwohlfahrt statt, zu der alle Mitglieder, sowie Freunde und Gönner recht herzlich eingeladen sind. Unterhaltungsabend der Gewerkschaftler Der Rebstocksaal in Waldkirch war wieder der Treffpunkt erwartungsfreudiger Besucher. Der Ortsverband der „Industriegewerkschaft Druck und Papier“ hatte sich mit seinen Mitgliedern und Freunden zusammengefunden, um einmal ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Die Veranstalter des Abends hatten weder Mühe noch Kosten gescheut, um ihre Gäste mit einem wirklich erlesenen Programm zu unterhalten. Es war Kleinkunst im besten Sinne, die für einige Stunden aus Freiburg in das Elztal gekommen war. Werner Schnieke, (Stadttheater Freiburg), unterhielt, von Kapellmeister Zeh am Flügel begleitet, mit spritzigem und geistvollem Humor, der die Zuhörer immer wieder zu wahren Lachsalven hinriß. Gerti Valentin (Stadttheater Freiburg), entzückte mit ihren Praterliedern und Chansons und eroberte durch ihr Temperament im Sturm die Herzen. Unglaubliches zeigte der Universalkünstler Ben Ali Kapps. Seine Kartentricks und Zaubereien grenzten an das Unwahrscheinliche, und als Virtuose der Mundharmonika und einer „Nasharmonika‘\ war ihm ebenfalls ein durchschlagender Erfolg gesichert. Melodie und Rhythmus der „Wald- kircher Tanzrhythmiker“ brachte den Abschluß eines in allen Teilen gelungenen Abends. Um das ersparte Geld gebracht Eine in Waldkirch wohnende Frau war zu Beginn dieser Woche nach Freiburg gefahren, um hier mit sauer erspartem Geld notwendige Einkäufe zu machen. Während des großen Andrangs in einem Geschäft der Kaiser-Joseph-Straße wurde ihr die Geldmappe mit 120 DM Inhalt aus der Einkaufstasche gestohlen. Der Fall mahnt wieder zu besonderer Vorsicht hei der Aufbewahrung von Geldbörsen ! Waldkirch. Am 5. Februar, 14.30 Uhr, findet in der Aula des Progymnasiums die Schlußprüfung der weiblichen und männlichen Anwärter des Roten Kreuzes statt. Elzach. In der Generalversammlung des Männergesangvereins wurde dem Dirigenten Max Weber für seine Arbeit besondere Anerkennung zuteäl. Im abgelaufenen Jahr zeigte der Männerchor, dem augen- blJUich 43 aktive Sänger angehören, eine gute Bei der Vorstandswahl wurde Schmiedemeister Alois Mayer wiederum zum ersten Vorsitzenden gewählt, zweiter Vorstand wurde Uhrmachermeister A. Trenkle. Audi die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Am 16. Februar veranstaltet der Männergesangverein einen bunten Fastnachtsball. Am 6. Februar, von 14 bis 15 Uhr, findet im Schwesternheim eine Mütterberatungsstunde statt. Nachrichten aus Neustadt An den Folgen einer schweren Magenoperation starb der Inhaber der Pension „Haus Luise“, Almendstraße, Michael Stengle, im Alter von nahezu 60 Jahren in Freiburg. Sein stets heiteres Wesen und sein herzhafter Humor besiegten lange Zeit hindurch sein schweres Kriegsleiden. Im letzten Kriege hat der arbeitsame, allseits beliebte und geachtete Mann zwei Söhne verloren. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag statt. Die Volkshochschule Neustadt gibt bekannt, daß wegen des am Mittwoch, 8. Februar, stattfindenden Farblichtbildervortrages über Indien die Vorlesung des Amtsgerichtsrats Kern auf Donnerstag, 9. Februar, und der Vortrag des Pfarrers Lic. Goebel auf Freitag, 10. Februar, verlegt wird. Der Lenzkircher Gemeinderat tagte Der Narrenzunft, die als Trägerin der überlieferten Fastnachtsbräuche in diesem Jahre erstmalig eine größere Veranstaltung plant, wurde ein Zuschuß bewilligt Dem Mechaniker Heiner Kaiser und seiner Frau Emma geborene Heine, die in dieser Woche ihre goldene Hochzeit feiern, wird die Gemeinde ein Geschenk überreichen. In einer Entschließung unterstützt der Gemeinderat das Anrecht des Lenzkircher Frauenvereins auf die Kleinkinderschule, die als ehemalige Stiftung wieder in das Eigentum des Frauenvereins übergehen soll. Die Gebühren für das Dreschen auf der gemeindeeigenen Dreschmaschine wurden für Ortsansässige auf 4 DM je Maschinenstunde und für Ortsfremde auf 5 DM ausschließlich der Lohnstunden des Maschinisten, die mit 1.20 DM je Stunde berechnet wurden, festgesetzt. Ans der Gemeinde Bonndorf Der Gemeinderat beschloß, dem Schwarzwaldverein. für Instandsetzungsarbeiten in der Wutachschlucht einen Betrag zu bewilligen und dem Männergesangverein zur Anschaffung von Noten eine einmalige Beihilfe zu gewähren. Ferner wurde der Vorschlag eines Transport-! Sozialdemokrat«Ae Partei Bezirk Oberwiehre. Am Mittwoch, S. Februar, 20 Uhr, findet im Parteilokal „Bankepeter“ die Generalversammlung statt. Gäste willkommen. Jungsozialisten und Rote Falken Freiburg Am Mittwoch, 8. Februar, 20 Uhr, spricht in der Habsburgerstraße 85 Jugendrichter Härringer über „Jugendkriminalität und Jugendnot“. Zahle reiches und pünktliches Erscheinen erbeten. Gäste herzlich willkommen. Ortsverein Neustadt Die Bezirkskonferenz findet am Sonntag, 5. Februar, 8.15 Uhr, im Gasthaus Hirsch statt. Ein Mitglied des Landesvorstandes wird anwesend sein. Unternehmers, einen weiteren Omnibus anzuschaffen, gutgeheißen. Aus russischer Gefangenschaft kehrten Gendarmeriehauptwachtmeister Steimer und Rolf Backhaus vom „Waldfrieden“ zurück. Damit sind alle brieflich mit ihren Angehörigen in Verbindung stehenden Kriegsgefangenen zurückgekehrt. Die Zahl der Vermißten dagegen beträgt noch immer 29. 83 jährig starb Gemeindeweg wart a. D. Bernhard Isele, der den Posten des Gemeindeweg- warts über 40 Jahre treu versah. Lebhaften Beifall fand ein ausgezeichneter Lichtbildervortrag des Oberregierungsrats Schurhammer, des Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins, über „Eine Wanderung in den Ostalpen“. — Einem Bonndorf er Landwirt j wurden aus seinem isoliert stehenden Hühner-! haus ein Hahn und sechs Hühner gestohlen. ! In der Generalversammlung der Stadtmusik j wurde der gesamte Vorstand einstimmig wie- ! dergewählt. Für 25jährige Zugehörigkeit zur \ Stadtmusik erhielten Ernst Weltis und Franz: Stöckle eine Ehrenurkunde und einen Geldbetrag. I Holzschlag. Der im Ortsteil Grünwald weh-! nende, von Blumberg zugezogene Holzhauer! Karl Lehmann geriet beim Einlegen mit der] linken Hand in die laufende Dreschmaschine und zog sich eine schwere Handverletzung zu; er wurde vom Bürgermeister sofort in dessen Auto in das Neustädter Krankenhaus befördert. Gündelwangen. Der von hier gebürtige, in Eisenbach wohnende Schreineriehrling Erich Dold stürzte während einer Pause in der Gewerbeschule Neustadt so schwer, daß er mit einem Beckenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. — Der Sportverein Gündelwangen veranstaltet am 5. Februar im Gasthaus zum Kranz einen Bunten Abend mit drei lustigen Theaterstück«!. Die beiden Neustädter Spitzenspringer Karl Fischer und Rolf Karaczun, letzterer von den Jungmannen, wurden vom Skiverband Vorarlberg (Österreich) für Samstag und Sonntag zu einem Springen in Bregenz und Bludenz eingeladen. Ein Beweis dafür, daß das Training und die erfolgreichen Leistungen dieser Springer der Neustädter Großsprungschanze überall bekannt geworden sind. Am Sonntag, 5. Februar, 11 Uhr, wird der in Hinterzarten lebende Schriftsteller und Literarhistoriker Alfred Schelzig Im Rathaussaal über den deutschen Dichter Albrecht Schaeffer, der heute in Amerika lebt, sprechen und eine Novelle dieses Dichters lesen. Die Veranstaltung findet im Rathaussaal, wie immer, um 11 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 5. Februar, 15 Uhr, findet im Bahnhofshotel eine öffentliche Versammlung des Bundes der Fliegergeschädigten in Baden mit dem Thema: „Der Lastenausgleich vor der Entscheidung“ statt, zu der alle Geschädigten des Kreises Neustadt eingeladen werden. Jubiläumsfeier der Narhalla Neustadt Am 2. des Narrenmonats 1898 gründeten fröhliche Neustädter als 25. Verein den Narrenverein, dem sie den Namen „Narhalla“ gaben. In den damals herausgegebenen Satzungen heißt es u. a.: „Der Narren verein besteht aus Laufnarren, außerordentlichen Narren und Ehrennarren“. Weiter gab es einen Narrenausschuß, einen Elferrat und die verschiedenen Garden. Der erste Ehrennarrenvater war der Konditor Max Engelmann, die erste Narrenmutter der Kronenwirt Hubert Heitzmann. Die erste Mitgliederliste aus dem Jahre 1900 umfaßte 104 Mitglieder, darunter viele alte, gute Neustädter Namen. Nach einer wechselvollen Geschichte des Vereins wurden 1928 die Elfer- ratstalare angeschaffte und ein Jahr später zum erstenmal der Ne-Bü-Ba als Auftakt der Fastnacht veranstaltet. Solange es die Verhältnisse erlaubten, wurden die alten Bräuche nun regelmäßig durchgeführt. Am Samstag feiert die Narhalla nachträglich ihr 50jähriges Bestehen, in dessen Mittelpunkt der Ne-Bü-Ba im Neustädter Hof steht. Wer kann Auskunft geben? Beim Kreisamt für Suchdienst in Neustadt befindet sich eine Hemkehrernachricht über einen Edwin oder Erwin Faller, ungefähr 1910 geboren, etwa 1,76 Meter groß, schwarz, und von Beruf Mechaniker. Er soll ein Motorrad gehabt haben und im Schwarzwald in der Umgebung von Neustadt beheimatet sein. Eine weitere Heimkehrernachricht liegt vor über einen ehemaligen Unteroffizier mit dem Vornamen Karl, etwa 27 Jahre alt, Feldpost-Nr. 40 805. Er soll aus der Gegend von Schluchsee stammen. Angehörige werden gebeten, sich beim Kreisamt für Suchdienst zu melden. Emmendinger Stadtnachrichten Am heutigen Samstag, 20 Uhr, finden folgende Veranstaltungen der Vereine statt: Der Volkschor „Liederkranz“ hält in der Goethehalle einen Faschingsball ab. — Die Sängervereinigung hat ihre Mitglieder in den Drei-König- Saal zu einem großen Kappenabend mit allerlei Überraschungen eingeladen. — Die Naturfreundesektion Emmendingen hat ihre Familienveranstaltung im „Löwen. — Der Ski-Club fährt am Sonntag wieder auf den Feldberg. Abfahrt mit Omnibus 6.30 Uhr am Marktplatz. Bei annehmbaren Schneeverhältnissen führt die Firma Oeschger jeden Sonntag Omnibusfahrten zum Feldberg durch. Anmeldungen für diese Fahrten werden in der Geschäftsstelle „Das Volk“ entgegengenommen. Am 5. Februar, 9 Uhr, treffen sich die Geflügelzüchter des Kreises in der „Sonne“. Die Teilnahme wurde den Preisrichter-Anwärtern zur Pflicht gemacht. Die Gewerkschaft der Holzarbeiter lädt Ihre Mitglieder am 6. Februar, 20 Uhr, in den Reb- stock-Saal zu einer wichtigen Versammlung ein. Die evangelische Gottesdienstordnung sieht vor:. Sonntag, 8.30 Uhr, Christenlehre der »Christuspfarrei; 9.30 Uhr Gottesdienst (Schmitt- henner); 11 Uhr Kindergottesdienst; 8.45 Uhr Gottesdienst in der Anstaltskirche. — Kollmar sreute : 9 Uhr Christenlehre; 10 Uhr Gottesdienst, 11 Uhr Kindergottesdienst. Am Montag, 6. Februar, 20 Uhr, Männerkreis. In der Eichnebenstelle Emmendingen, Neustraße, findet am 6. Februar der nächste Eichtag statt. Die Städtischen Bühnen Freiburg geben am 4. Februar für die Samstag-Miete B und „Kleine Platzmiete“' B „Die Meistersinger von Nürnberg“. Der Omnibus fährt um 17.15 Uhr. Das Zentral-Theater zeigt über das Wochenende den Film: „Peter Voß, der Millionendieb“. Mundingen. In der Generalversammlung des Männergesangvereins wurden für guten Probebesuch zehn Sänger mit einem Sängerbecher ausgezeichnet. Aus den Tätigkeitsberichten ging hervor, daß der Verein im abgelaufenen Jahr sehr erfolgreich war. Besondere Arbeit brachte die 100-Jahr-Feier, die einen sehr guten Verlauf nahm. Bei der Neuwahl wurde Vorsitzender Fritz Vogtsberger einstimmig wieder gewählt; zweiter Vorsitzender wurde Emst Reifsteck. Unter Leitung von Musikdirektor Schmidt, Emmendingen, gab der Chor anschließend einige Proben seines Könnens. Ein von Friedrich Krayer, dem Veteran des Vereins, gewidmeter Sängerspruch fand in der Vertonung durch Musikdirektor Schmidt reichen Beifall. (Ende des redaktionellen Teils) Geschäftsnotizen Hanomag 1,5-Tonnen-Diesel-Schnellastwagen Zum erstenmal erscheint jetzt ein 1 , 5 -Tormen- Diesel-Schnellastwagen der Hanomag auf dem Markt, der schon im* Versuchsstadium die besondere Aufmerksamkeit der Fachwelt sowie der Lastkraftwagen-Interessenten des In- und Auslandes gefunden hat. Der Wagen, dessen Höchstgeschwindigkeit 75 kmst beträgt und dessen Steigfähigkeit allen praktisch vorkommenden Anforderungen, entspricht. Überrascht durch sein modernes Aussehen und seinen außerordentlich geringen Kraftstoffverbrauch, der eine angesichts der Treibstoffpreise doppelt beachtliche Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs gewährleistet. Ein weiterer Vorteil ist die ruhige Straßenlage. Amtliche - Bekanntmachungen öffentliche Zahlungsaufforderung Die Arbeitgeber werden darauf aufmerksam gemacht, daß die für den Beitragsmonat Dezember 1949 fälligen Gesamtbeiträge zur Sozialversicherung innerhalb einer Woche nach dieser Veröffentlichung an die Kasse zu entrichten sind. Nach Ablauf dieses Zeitpunktes sind wir verpflichtet, die Zwangsvollstreckung der rückständigen Beiträge vorzunehmen. Die freiwilligen Kassenmitglieder werden daran erinnert, daß die Beiträge für den Monat Januar 1950 bis spätestens 7. Februar 1950 zu zahlen sind, da» mit der Kassenausschluß vermieden wird. Freiburg 1. Br., den 4. Februar 1950. Allgemeine Ortskrankenkasse Freiburg i. Br, Der Vollstreckungsbeamte. Maul- und Klauenseuche in Eichstetten Im Klauenviehbestand des Gustav Danzeisen, Landwirt in Eichstetten, Haus Nr. 239, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Zur Bekämpfung der Seuche werden dieselben Maßnahmen angeordnet- wie sie anläßlich des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Keppel mit Verfügung des Landratsamts Freiburg vom 4. Januar 1950 in den Tageszeitungen bekanntgegeben wurden. Außerdem ist das Treiben von Wanderschafherden im Stadt- und Landkreis Freiburg verboten. Zuwiderhandlungen gegen die angeordneten Maßnahmen werden nach § 74 des Viehseuchengesetzes bestraft. Sperrbezirk ist die gesamte Gemarkung Eichstetten. Zur Schutzzone gehören: a) der Stadtkreis Freiburg; b) vom Landkreis Freiburg die in der Bekanntmachung des Landratsamts Freiburg vom 12. Januar 1950 anläßlich des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Neuershausen bekanntgegebenen Gemeinden: c) vom Landkreis Emmendingen die Gemeinden Amoltem, Bahlingen, Denzlingen, Emmendingen, Endingen, Forchheim, Hecklirigen, Kön- dringen, Königschaffhausen, Kollmarsr^ute, Malterdingen, Mundingen, Nimburg, Reute. Riegel, Sasbach, Teningen, Vörstetten, Wasser und Wyhl* Freiburg i. Br., den 2. Februar 1950 Landratsamt Enteignung zugunsten der Hufbescfalagscbule Emmendingen „Zugunsten der Hufbeschlagschule Emmendingen, Inhaber Beschlagschmied Otto Kumlin in Emmendingen, wurde durch die Landesregierung in der Sitzung vom 19. Dezember 1949 die Enteignung von rund 80 qm des der Erbengemeinschaft Vollrath in Emmendingen gehörenden Grundstücks Lagerbudi- nummer 791/6 der Gemarkung Emmendingen, sowie die Enteignung der zugunsten der Stadt Emmendingen im Grundbuch auf das Grundstück Lagerhuchnummer 825 der Gemarkung Emmendingen eingetragenen Dienstbarkeit verfügt. Emmendingen, den SO. Januar 1950 Landratsamt — Abt. III ßüf 'üemtMi ßüf i) eine n i ftte y muek Me düD* wtüek Me düs}* Samstag, 4. FeSraar 1950 Wammer 15 — Seite 11 Pasfäoß Mi 7 r^ßr Jriedensqualität m \ \ u. • grosse s ; k Qf\ u * L» HämorrhoidenÄa' auch in schwecen Füllen d. Rusmatal ftalbe v. Zäpfchen). Tsuiendfach ha- wührf. In Apotheken erhülfl. Prosp. d. Chem. leb. Schneidet. Wietbedwi ttt OHene »teilen Einstellungen üb. znständ.Arbettsanit 8tublrohrflechter, welcher in der Lage ist, Sonnenrohrgeflecht her* rusteilen, evtl, als Heimarbeit für Sofort gesucht. Badenla, Möbelfabrik, Kenzingen. Junge, tüchtige Sekretärin r. baldmöglichsten Eintritt gesucht. Bedingung: Vollkommene Beherrschung von Stenographie u. Maschinenschreiben sowie alle vorkommenden Büroarbeiten. Guter Gehalt u. Dauerstellung geboten. Handschriftliche Bewerbungen m. ausführlichem Lebenslauf sind Unter A 442 an den Verlag Das Volk, Freiburg, einzureichen. 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Besonderen Dank Herrn Pfarrer Scherrer für seine tiefempfundenen Worte am Sarge, dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung der BMZ., und ganz besonders herzlichen Dank Herrn Direktor Schmidt für den den lieben Verstorbenen ehrenden Nachruf sowie Herrn Amann als Betriebsratsvorsitzender der Belegschaft und Herrn Bögl als Vorstand der Müchhändler- Genossenschaft für die herzlichen Worte der Anerkennung. \ Freiburg L Br., den 31. Januar 1950 Im Namen der Trauernden: Frau Ida Mortag geb. Vollmar Todesanzeige Nach schwerem Leiden ist mein lieber Mann, unser besorgter Vater und Opa, Bruder, Schwager und Onkel Michael Stengle am 1. Februar 1950 im Alter von 60 Jahren gestorben. Neustadt i. Schw., den 2.Februar 1950 In tiefem Schmerz: Luise Stengle Judith Janssen geb. Stengle mit Tochter Heidemarie und Anverwandte. Betstunde Sonntag, 5. Febr., 14 Uhr. Beerdigung Montag, 6. Febr., 9.30 Uhr, mit anschl. Serienamt. 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Februar, 20 Uhr, in den Inselsaal Feierling zum Bunten Abend Boehlers Gaststätte (im Gewerkschaftshaus) Jeden Sonntag ab 18 Uhr Unterhaltungskonzert Anerkannt gute Küthe / Reelle Weine Es ladet höfUchst ein Edmund Rochier and Fra» Grönhof-Gaststätte Freiburg i Br., Beifortstraße 52 Wir laden ein zu unserem Kappenabend am Samstag, 4. Februar, 20 Uhr Humor mitbringen August Epple and Frau Gasthaus und Pension „MllHims" Neustadt ha Schwarzwald wieder geöffnet Igentur „DAS VOLK“, Herbolzbelm Anzeigenannahme u. Abonnentenwerbung wird ab 1. Februar 1950 von Herrn Hermann Guth, Herbolzheim, Hauptstr. 27, übernommen. 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S. 2. 20—22.30 Uhr: 2. Gastspiel Helge Roß- waenge: La Traviata DL 7.3. Mi. 0.2. Do. 9.2. Fr. M.S. Sa. u.s. So. 12.2. DL 7.2. ML LL Do. 9 2. Fr. 10.2. Sa. 11.2. So. 11.2. (Außer Miete, Wahlgutsch. ungültig) 20—82.30 Uhr: Was Ihr wollt (Außer Miete, Wahlgutscheine gültig) 19.30—23.15 Uhr: Der Rosenkavalier (Außer Miete, Wahlgutscheine gültig) 20—22 Uhr: Großer Ballettabend 10. Vorstellung d. Donnerstag-Miete B und Freiverkauf, s. Vorstellung der „Kleinen Platzmiete- B 20—22.30 Uhr: Was ihr wollt 10. Vorstellung der Freitag-Miete B und Freiverkauf, 3. Vorstellung der „Kleinen Platzmiete” B 20—22.45 Uhr: Der goldene Pierrot 10. Vorstellung der Samstag-Miete A und Freiverkauf, 3. Vorstellung der „Kleinen Platzmiete-A .17—22 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg (Außer Miete, Wahlgutscheine gültig) KAMMERSPIELE: *0—22.30 Uhr: Sonderveranstaltung des Englischen Seminars der Universität Freiburg i The tragical history of Doctor Faustus by Christopher Marlowe (Außer Miete, Wahlgutsch. ungültig) 20—2f Uhr: Hurra — ein Junge! (Geschloss. Vorstellg., kein Freiverkauf) 20—22.15 Uhr: Zum letzten Male! Sonderveranstaltung Medea von Euripides Medea von Jean Anouilh (Außer Miete, Wahlgutscheine gültig) Keine Vorstellung SO—22.15 Uhr: Zum letzten Malei Medea von Franz Grillparzer (Außer Miete, Wahlgutscheine gültig) 20—22 Uhr: Hurra — ein Junge: (Außer Miete, WahLgutschelne gültig)