s o EOth DBADISCHE HEIMATZEITUNG K. Jahrgang Samstag, 25. November 1950 Nummer 141 In allet Kürze Politisch Strafantrag und eine einstweilige Verfügung gegen Dr. Hermann Etzel, den Bundestagsabgeordneten der Bayern-Partei, wurde auf Antrag des Bundes finanzminister Dr. Sehäffer erlassen: Es wurde ihm verboten, die vor dem „Spiegel-Ausschuß“ gemachten Äußerungen zu wiederholen, daß Schaffer Großsiegelbewahrer und Hauptkassierer der Korruptionsgelder sei, die in der Entscheidung Bonn-Frankfurt eine Rolle gespielt haben sollen. Als Nachfolgerin für den verstorbenen sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten E. Klabunde wird die 55jährige Hamburgerin Gertrud Lockmann in das Bundesparlament einziehen. Erfunden und entdeckt Vier kleine Himmelskörper von einem Durchmesser von nur 100 Meter bis 300 Kilometer entdeckte ein algerisches Observatorium zwischen Jupiter und Venus. Für die runde Summe von fast 6 Millionen DM baut man in USA ein neues Elektronengehirn für die Marine. Es soll Geschosse und Atombombenraketen bei der Luftverteidigung fernsteuern. Blutspenden halten sich nach einem neuen amerikanischen Verfahren 60 Tage lang. Bisher war das Höchstmaß 21 Tage. Sollte an der uralten Sage etwas dran sein, nach der Barbarossa im Kyffhäuser sitzt? Man entdeckte dort in der Nähe von Frankenhausen ein Höhlensystem, das man zu einem Naturmuseum umgestalten will. Zu spät gemerkt Als ein Fischer in Cuxhaven seinen Kutter vermißte, stellte sich heraus, daß drei Schiffsjungen das Schiff bestiegen hatten und in See gestochen waren. Die Fahndung nach dem Kutter verlief bisher ergebnislos. Ausgerechnet Methylalkohol war in der Flasche die ein 63jähriger in Münster gesteh len hatte. Er trank sie mit seinem 80J Freund aus. Der alte Herr starb, der Dieb erblindete. Auch das geschah Weltpfadflnder-Treffen 1951: Im Salzkammergut. 18 000 Pfadfinder der gesamten westlichen Welt werden erwartet; eine Zeltstadt mit 4000 Zelten soll errichtet und der Salzburger Flugplatz ausgebaut werden. Pässe und Visa werden voraussichtlich mit Beginn des neuen Jahres von den deutschen Behörden selbst ausgegeben. Die Zahl der Toten bei dem Neuyorker Eisenbahnunglück hat sich auf 78 erhöht. Das Ereignis zählt zu den schwersten Eisenbahnunglücken der amerikanischen Geschichte. 132 Verletzte. McArlfmr hofft auf Erfolg Offenfive in Korea U NOsStreitkräfte an der mandschurischen Grenze Tokio. Die UNO-Streitkräfte in Nordwestkorea sind am Freitagmorgen zu eher Groß- offensive angetreten, um den bereits fünf Monate dauernden Krieg in Korea zu beenden. Die Operationen werden von dem UNO-Ober- komandierenden, General MacArthur, geleitet, der in den frühen Morgenstunden des Freitags nach Sinandschu an ' der koreanischen Westküste flog und sofort ins Kampfgebiet weiterfuhr. Den ersten Angriffsstoß führte die 24. amerikanische Division. Zwei Stunden später griffen auch die übrigen UNO-Streit- kräfte in Nordwestkorea in die Offensive ein. Bi einem von General MacArthur veröffentlichten Kommunique wird festgestellt, die Zangenbewegung der UNO-Truppen habe im Osten Koreas ständige Fortschritte gemacht und sich als eine glänzende taktische Bewegung erwiesen. „Wenn sich“, so heißt es in dem Kommunique, „dieser Angriff als erfolgreich erweist, würde der Krieg in Korea seinem Ende zugehen,“ Amerikanische Vorhuten stießen am Donnerstag von der Stadt Hjesandschin an der mandschurischen Grenze in Nordostkorea zehn Kilometer nach Westen vor und verbreiterten den von ihnen kontrollierten Grenzabschnitt. Südkoreanische Verbände kamen gegen leichten Widerstand des Gegners bis zu einem Punkt 8 Kilometer vor dem nordostkoreanischen Hafen Tschongdschin voran, der nur etwa 85 Kilometer von der sowjetischen Grenze entfernt ist. Schwere und leichte amerikanische Bomberverbände griffen am Donnerstag Eisenbahnlinien, Truppenkonzentrationen und Versorgungszentren des Gegners in Nordkorea an. Verzicht auf Europa-Parlament Straßburg. Nach der politischen Debatte in der Beratenden Versammlung des Europa-Rats ist die „kleineuropäische Lösung“ in Straßburg nicht mehr aktuell. Den letzten Stoß hat ihr das von Carlo Schmid ausgesprochene Nein der deutschen Sozialdemokratie gegeben. Vorher hatten bereits die Vertreter Großbritanniens, der skandinavischen Staaten und der Beneluxländer Nein gesagt. Der französische Europaminister Guy MoUet erklärte dazu, die Vertreter des europäischen Föderalismus würden zunächst auf das von ihnen geforderte europäische Bundesparlament Allerdings müßten jetzt auf- dem Gebiet des Transportwesens, der ' Landwirtschaft usw. die übernationalen Körperschaften geschaffen werden, die vom Europa-Rat vorgesehen sind. In Straßburg wird ein Artikel Paul Henri Spaaks viel beachtet, der in der „Monde“ erschien. Darin hieß es: „Die leitenden deutschen Staatsmänner wissen heute mit absoluter Sicherheit, daß der Gang der Ereignisse sie bald zur Gleichberechtigung führen wird. Sie würden sehr geschickt handeln, wenn man zu diesem Ergebnis käme, ohne daß ihre Partner den peinlichen Eindruck haben, daß sie einer gewissen Erpressung hätten nachgeben müssen. Die Deutschen haben durch psychologische Fehler schon häufig Möglichkeiten verscherzt, die ihnen sehr günstig waren. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ihre Di- Hunderte noch in polnifchem Gefängnis Hof. Aus Polen heimgekehrte ehemalige > leidiger, hätten sie sich ohne polnische Sprach- Kriegsgefangene berichten übereinstimmend, kenntnisse kaum rechtfertigen können. Sie daß in dem polnischen Gefängnis Mokotow bei seien dann wegen angeblicher Zugehörigkeit zu Warschau noch Hunderte von Deutschen festgehalten werden, die bis heute weder eine Anklageschrift erhalten noch den Grund ihrer Haft erfahren hätten. Die Heimkehrer wollen sich bei Bundeskanzler Dr. Adenauer mit allem Nachdruck für eine Intervention der Bundesregierung für die Festgehaltenen einsetzen. Einer der Heimkehrer, der frühere Polizeigendarm Alfred Vetter, sagte, er wisse bis heute nicht, weshalb er in Polen bestraft und im Gefängnis festgehalten worden sei. Er sei früher nie in Polen gewesen. Kurz nach der Kapitulation sei er gefangengenommen und später mit seinen Kameraden einfach auf Verlangen eines sowjetischen Wachkommandos wegen angeblicher Kriegsverbrechen von amerikanischen Soldaten an Polen ausgeliefert worden. Unter menschenunwürdigsten Verhältnissen seien sie in das Gefängnis Mokotow transportiert worden. Erst Ende 1947 hätten die Verhandlungen gegen sie begonnen. Nur vertreten durch einen polnischen Offizial ver- USA-Handelskammer will Europa-Hilfe kürzen Washington. Die Amerikanische Handelskammer stellt in einer Erklärung fest, eine starke Kürzung der amerikanischen Wirtschaftshilfe für Europa sei angemessen. In der Erklärung heißt es: „Eine Fortführung der Marshall-Hilfe im gegenwärtigen Umfang läßt sich angesichts der Fortschritte des wirtschaftlichen Wiederaufbaus in Westeuropa nicht mehr rechtfertigen. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Westeuropas ist praktisch beendet Trotzdem ließe sich eine Weiterführung der Europa-Hilfe in beschränktem Umfang vielleicht erwägen “ Bei künftigen Hilfeleistungen müßten aber die wirtschaftlichen Ziele der amerikanischen Außenpolitik wie die Beseitigung von Handelsgepflogenheiten, die amerikanische Erzeugnisse beeinträchtigen, und die freie Austauschbarkeit der Währungen beachtet werden. einer kriegsverbrecherischen Organisation fast durchweg zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sämtliche Heimkehrer bestätigten, daß nach anfänglichen schweren Mißhandlungen durch das polnische Wach personal die Behandlung im Laufe der Zeit besser geworden. plomatie diesmal den Zielen entspräche, die sie erreichen wollen und können.“ Außerhalb der deutschen Delegation hat man den Eindruck, daß Spaak nicht deutlicher habe sagen können, man dürfe nicht immer die amerikanische Trumpfkarte so sichtbar in der Hand halten, wenn man die Bedenken der europäischen Partner zerstreuen und zu einer frei ausgehandelten Vereinbarung mit ihnen kommen wolle. ... statt UvenmttMtcka Behörden Straßburg. An ihrem letzten Verhandlungstage nahm die Beratende Versammlung des Europarats mit 82 gegen 9 Stimmen einen An trag an, die Bildung übernationaler Behörden für kulturelle, soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten und auch für eine gemeinsame europäische Verteidigung nach Möglichkeit zu fördern. Sechzehn Delegierte enthielten sich der Stimme. Die Gegenstimmen wurden von den irischen Sozialisten und den deutschen Sozialdemokraten abgegeben. Die britischen La- bour-Delegierten beteiligten sich an der Abstimmung nicht Mit diesem Beschluß ist in einer der umstrittensten Fragen eine Kompromißentscheidung gefallen. Noch kurz vor der Abstimmung versuchte der Labour-Abgeordnete CaUaghan, den Hinweis auf die gesamteuropäische Verteidl gung aus dem Kompromißvorschlag zu streichen. Sein Antrag wurde jedoch mit 72 gegen 34 Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt. Anschließend stimmte die Beratende Versammlung einem Antrag auf Revision des Statuts für den Europarat zu. Mit 73 gegen 7 Stimmen (Labour-Delegierte) bei 16 Enthaltungen empfahl die Beratende Versammlung dem Ministerausschuß, die Forderung auf Einstimmigkeit seiner Beschlüsse (Vetorecht) fallen zu lassen. Künftig soll . jeder einzelne Minister seine Stellungnahme im Ausschuß später öffentlich begründen. Franzöfifche Spende für Kehl Kehl. Die Stadt am Rhein, deren durch Kriegszerstörung und Nachkriegsmaßnahmen besonders gelagerten Verhältnisse immer wieder besondere Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen hervorgerufen haben, war am Freitag Mittelpunkt eines oolitischen Aktes: der französische Landeskommissar Pene übergab in Anwesenheit von Staatspräsident Wohieb dem mit der Stadtverwaltung beauftragten Bürgermeister Stephan im Namen des Hohen Kommissars der französischen Republik eine Spende von 100 000 DM. Bei dieser Gelegenheit hielt Landeskommissar Pene eine Ansprache, in der auf die politische und praktische Entwicklung der Stadt Kehl in der Nachkriegszeit hingewiesen wird. Dabei betonte Pene besonders, daß Frankreich nicht die geringsten Annexionsgelüste auf das Gebiet von Stadt und Hafen Kehl gehegt habe. Um an der Lösung der schwierigen wirtschaftlichen Probleme Kehls mitzuarbeiten, habe sich Francois-Poncet zu der Spende von 100000 DM entschlossen. Landeskommissar Pene umreißt dabei die Bedeutung dieser Spende mit folgenden Worten: „In Übereinstimmung mit der badischen Regierung sind für die Verwendung dieser Summe folgende Entschlüsse gefaßt worden: dieses Geld wird angewandt, um im deutschen Sektor ein Gebäude zu erstellen, welches die Vertreter der Besatzungsmacht beherbergen wird, die ihre Tätigkeit in dieser Stadt zurückhält. Der Bau wird unter Aufsicht der Stadtverwaltung vollkommen von deutschen Unternehmern erstellt unter Berücksichtigung der französischen Bedürfnisse, die dieser Verwaltung durch den Herrn Kreisdelegierten von Beruhen mitgeteilt werden. Sowie diese Arbeiten beendet sind, werden die im deutschen Sektor für französische Bedürfnisse requirierten Wohnungen ihren Besitzern oder Mietern, sei es teilweise sei es auch vielleicht ganz, zur Verfügung gestellt werden, denn die badische Regierung hat nach Kenntnisnahme des Beschlusses des Herrn Hochkommissars Wert darauf gelegt, auch ihrerseits an dieser Geste teilzunehmen. Diese Maßnahme wird nicht alle Probleme lösen, die sich in dieser Stadt darstellen, aber sie wird der Kehler Bevölkerung den Beweis dafür bieten, daß die französischen Behörden ihre Sorgen und ihre Nöte verstehen und daß sie sich bemühen, sie zu hellen in Übereinstimmung mit den badischen Behörden, die mit ihnen in zentralen und örtlichen gemischten Kommissionen im besten Geist der Verständigung und in Verfolgung eines einzigen Zieles Zusammenarbeiten, dem der' Verständigung zwischen unsem beiden Ländern an'der die Grenzbevölkerungen ganz besonders interessiert sind, den sie sind immer die erbten Opfer der Uneinigkeit und des Zwistes.“ Um die Wohnung Von Erich Klabunde t Das Ende der Wahnungs?wangswirtsoh ersten Weltkrieg war es anders, denn damals standen zunächst noch ein paar hunderttausend Wohnungen leer, und selten wurde jemand von oben gezwungen, seine Wohn- ansprüche zu beschränken. Gegenwärtig besteht eine gahz andere Situation. Konnte man früher annehmen, daß eine Mieterhöhung den Bedarf beschränke, so ist das jetzt und in den nächsten Jahren wegen der Überfüllung der Wohnungen nicht möglich. Dieser grundlegende Unterschied wird oft verkannt, hat aber wichtige wohnungspolltische Folgen. Der Marktautomatismus, die Anpassung an steigende Miete durch Sinken der Ansprüche kann frühestens dann Wirklichkeit zu werden beginnen, wenn mindestens drei bis vier Millionen Wohnungen neu entstanden sind. Das aber ist das Ergebnis von mindestens sieben bis zehn Jahren intensivster Bautätigkeit. Aber es wird nur eine Entspannung sein, Mangel an Wohnungen wird immer noch bestehen. Ob es dann schon zum freien Wohnungsmarkt reicht, sei heute nicht entschieden} denn dazu gehört nicht nur, daß zahlungskräftige Nachfrage und Angebot sich decken. Freier Wohnungsmarkt ist nur dann vorhanden, wenn es genügend Leerwohnungen gibt. Die Debatte um das Ende der Wohnungg- zwangswirtschaft mündet also in die Frage nach der Herstellung eines ausreichenden Lagerbestandes von Wohnungen. Wie groß er sein muß, zeigen Statistiken aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Der städtische Leerbestand reichte damals bis zu 8 Prozent des Gesamtbestandes. Sank er unter 2 Prozent, dann sprach man bereits von einer deutlichen Wohnungsnot 3 bis 5 Prozent gelten als normal. Das sind 400 000 bis 700 000 Wohnungen über die erforderlichen 14 Millionen hinaus. Mit anderen Worten, wir haben einen freien Wohnungsmarkt erst dann, wenn, ab 1945 gerechnet, 6)4 Millionen Wohnungen zusätzlich fertiggestellt sind. Vorher nicht? Dann wird sich auch zeigen, wie hoch der marktmäßige Wert alter Miethäuser ist. Bestimmt viel geringer als die Eigentümer heute annehmen. Und mancher Eigentümer wird sich plötzlich nach der Zwangswirtschaft zurücksehnen, die ihm auch für mangelhaft erhaltene und wenig gepflegte Wohnungen die volle Miete garantierte. Unsere Samstagecke: Brief an „Das Volk“ Zum Thema „Leere Kohlenklste" sendet uns Hans Spring weil ei# WaldiüTcb, folgende Ausführungen: Es ist in der Wirtschaft wie beim KomirnfJc Geht etwas schief, so wird die Schuld daran immer nach unten geschoben, bis der Kleinste als Sündenbock dasteht. Vorher behaupten die höchsten Stellen immer, daß sie die ungeheure Last der Verantwortung zu tragen hätten, aber nur so lange, bis der Ernstfall da ist. So ist es auch heute mit der Kohlen verso^ gung. Hört man Radio oder Beet Zeitu ng, « Seite 2 — Nummer 141 Bar Volk Samstag, 25 November 1950 ist einmal der Bergarbeiter schuld, der zuwenig Handel kontingentiert und zwar in unzu- fordere, dann die Leute, die sich im Sommer' nicht eingedeckt haben und neuerdings, laut Südwestfunk, die Hausfrauen, die zu viel Gas und Elektrizität verbraucht haben. Nach der Aufhebung der Kohlebewirtschaftung im Frühjahr bestanden in der Kohlenwirtschaft mengen- und sortenmäßig keine Schwierigkeiten. Man konnte iede Menge Steinkohle (mit Ausnahme von Anthrazit), Steinkohlenbriketts und Steinkohlenkoks erhalten. Das war ungefähr in den Monaten Mai, Juni und Juli so. Dann wirkten sich die Dinge aus, wie vermehrter Export usw., worüber allein der Kohlenbergbau und die Regierung Auskunft geben kann und die „Das Volk“ gebührend beleuchtet hat. Ab Ende Juli konnte nicht mehr von einer geregelten und befriedigenden Kohlenversorgung die Rede sein. Nun ist es so, daß die Hauptverbraucher von Steinkohlenprodukten, Besitzer von Zentralheizungen, Handwerksbetriebe, kleine Industrie, Gastwirtschaften, öffentliche Betriebe und sonstige Geschäfte sind, die vom Kohlenhandel und nicht, wie die g^oße Industrie, direkt vom Großhandel oder dem Bergbau beziehen. Unter diesen Abnehmern ist tatsächlich eine Anzahl, die erst im August und später bestellt hat und bis heute nur ungenügend beliefert wurde. Hätten diese Verbraucher im zweiten Quartal bestellt, soweit sie dazu finanziell in der Lage waren — und das waren viele davon —, so wären sie von den damals vorhandenen großen Haldenbeständen schnell und völlig ausreichend versorgt worden, bevor der Bergbau dazu überging, diese Halden an das Ausland zu verfrachten. Zur Entschuldigung dieser Verbraucher muß allerdings gesagt werden, daß sie sich vertrauensvoll darauf verlassen haben, daß die Kohlenversorgung auf die Dauer funktioniert, nachdem die Bewirtschaftung aufgehoben war. Dem mittleren und kleinen Kohlenhandel wäre es nie möglich gewesen, die erforderlichen Mengen einzulagern. Dazu hätten weder die Lagerplätze noch das Geld ausgereicht. Einige Eisenbahnwagen Kohle einzulagern, erfordert schon Beträge, die in die Zehntausende von Mark gehen. Wohl bestand eine Kreditmöglichkeit für die Dauer eines Vierteljahres, aber diese Zeit hätte nicht ausgereicht, um auf die Nachzügler zu warten. ..Ganz anders war die Lage auf dem Braunkohlenbrikettmarkt, der den wichtigsten Brennstoff für den Hausbrand liefert Große Teile des Bundesgebietes wurden früher aus Mitteldeutschland mit Briketts beliefert. Dazu gehörten Bayern und Hannover. Nun fehlt aber die Produktion aus Mitteldeutschland (Ostzone) heute fast völlig. Die rheinischen Braunkohlenreviere müssen also Bayern und Hannover noch zusätzlich mitversorgen. Aus diesen Gründen hat zwar der kleine Hausbrandverbraucher keine Kohlenkarte mehr bekommen, aber, die Unionbriketts blieben für den reichender Menge. Auch die Briketts wurden im Sommer kurze Zeit halbwegs befriedigend geliefert Wer damals Briketts bestellte, konnte sie bekommen. Nun macht man diesen Kleinverbrauchern den Vorwurf, sie hätten versäumt sich im Sommer einzudecken und manche machen sich Selbstvorwürfe. Man darf aber nicht vergessen, daß es heute unter den Arbeitnehmern und wirtschaftlich Schwachen Hunderttausende gibt die nie das Geld hatten, um sich den Winterbedarf im Sommer zu kaufen. Es hat auch früher Arme gegeben, die sich den Bedarf über den Winter zentnerweise gekauft haben. Hätten aber wirklich alle Brikettverbraucher im Sommer gekauft, so wär die Lage um kein Haar besser. Die Mengen hätten niemals aus- gereieht, um alle genügend zu versorgen. Es zeigt sich hier mit aller Deutlichkeit, daß es ein Unsinn ist, eine Ware aus der Bewirtschaftung herauszunehmen, wenn sie nicht in ausreichender Menge vorhanden ist. Tut man das, so geht es so, wie wir es jetzt erleben: Den Letzten beißen die Hunde! Es ist leider so: Man schiebt jetzt die Schuld auf den Handel, die Hausfrauen, die Bergarbeiter und wer weiß noch auf andere kleine Leute, denn es ist eine alte Erfahrung, daß man immer dort über den Zaun steigt, wo er am niedersten ist. Auch die Bäcker machen keine Ausnahme. Sie bzw. ihre Genossenschaften hatten es nach der Aufhebung der Kartenwirtschaft in der Kohlenversorgung mancherorts besonders eilig, zu beantragen, daß sie sich wieder selbst versorgen dürfen, also ohne den Handel, wahrscheinlich, weil sie dem Handel den Verdienst nicht zubilligen. wollten. Heute geben sie nun dem Handel die Schuld, obwohl sie. wenn sie objektiv wären, den großen Zentralstellen Vorwürfe machen müßten. Dort ist es offenbar unterblieben, die Bäckerkontingente klar abzutrennen. Obwohl die Versorgung der Bäcker während der Kohlenkartenzeit auch nicht gerade zufriedenstellend war. muß aber festgestellt werden, daß sie weit besser war als jetzt und vor allem gesichert. Die Planlosigkeit hat schlimme Folgen gehabt. Es soll heuer vorgekommen sein, daß die Bäcker die angelieferten Mengen ■ aus Platzmangel nicht abnehmen konnten, während sie jetzt fehlen. In anderen Teilen der Bundesrepublik soll auch die Brikettversorgung besser gewesen sein als in Südbaden. Zudem sind auch viele Fehlleitungen vorgekommen. Manche landwirtschaftliche Genossenschaft hat schon mit dem Brikettsegen Schwierigkeiten gehabt. Es sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein, daß nicht irgendwelche kleinen Leute, die selbst zu den Geschädigten gehören, an der Kohlennot schuld sind, sondern die großen zentralen Organe. Die Ziehen sich schmunzelnd in den Bunker ihrer Unnahbarkeit zurück und freuen sich, daß. sich die kleinen Leute verprügeln, für die Fehler der Großen. Die Herrenalber Tagung Von Generalmajor a. D. Otto Meyer aus Freiburg erhalten wir einen Ergänzungsbericht zu der Herrenalber Tagung r «maliger Berufssoldaten: „Als Teilnehmer der Tagung ehemaliger Berufssoldaten in Herrenalb vom 2. bis 5. November 1950 kann ich midi mit dem, von Ihnen in Nr. 134 des „Volkes“ vom 9. November 1950 übernommenen Bericht eines Pressevertreters leider nicht einverstanden erklären. Erlauben Sie mir deshalb, Ihnen und meinen Mitlesem des „Volkes“ den Eindruck wiederzugeben, den ich von jenen Tagen hatte. Wie kam die evangelische Akademie dazu, ehemalige Berufssoldaten einzuladen? Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, daß die evangelische Kirche Badens — wie die evangelischen Kirchen der meisten deutschen Länder — im Rahmen ihrer Akademie in den letzten Jahren Gespräche mit Politikern, Arbeitern, Journalisten, Bauern, Wirtschaftlern, kurzum, mit Vertretern aller Stände und Berufe hat stattfinden lassen. Worin liegt das Besondere dieser Gespräche? Nicht darin, daß sie aus der herkömmlichen „kirchlichen“ Schau bzw. im landläufigen „christlichen“ Sinn geführt werden. Vielmehr werden alle, die jeweiligen Teilnehmer bewegenden Fragen in unmittelbare Beziehung zum Wort Gottes gebracht, das heißt den Menschen, die in Herrenalb zu den Fragen ihres Berufes und Lebens Stellung nehmen, wird nahegelegt, daß sie sich dabei ihrer Verantwortung vor Gott bewußt sind. Hieraus wollen die Leser ersehen, in welchem Emst alle Gespräche in Herrenalb geführt werden. Die Einladung zum 2. bis 5. November 195« erging an ehemalige Berufssoldaten in Baden ohne Auswahl. So waren ln Herrenalb nicht nur Offiziere, sondern auch Unteroffiziere und Wehrmachtsbeamte versammelt, der jüngste 30, der älteste «2 Jahre. Das äußer« Bild dieses Kreises? In der ersten Stunde des Beisammenseins zeichnete es jeder ln der knappen Zelt von einer Minute von sich selbst: Land- und Hilfsarbeiter, kleiner Angestellter und Handwerker. 30 bis 40 Prozent — nicht nur ältere — arbeitslos, viele Flüchtlinge, Versehrte und Schwerversehrte. Ihr« Innere Verfassung? Nicht wenige, die seit 1945, oft ln langer Gefangenschaft - über viele Fragen, vor allem über sich selbst nachgedacht und ln der Erkenntnis, daß Gott eine Wirklichkeit ist, sich Ihm wieder zugewandt haben. Daher unter den Jüngeren einige, die Theologen geworden sind. Ist es verwunderlich, wenn manche dieser Männer Innerlich unsicher, ja mutlos geworden sind, wenn viele und gerade die Alteren still blieben? Die Themen der drei Tage? Uber „Friede oder Freiheit?“, sprach Altlandesbisehof D. Wurm. Fragen über Fragen! Frieden um jeden Preis? Hat Gott nn« die Waffen zweimal aus der Hand geschlagen. damit wir sie nie wieder führen? Kann widerstandslose Unterwerfung unter das Sowjetsystem im Sinne der Bibel liegen? Oder ist nicht die Gefahr für Geist und Gewissen ernster zu nehmen als die Gefahr für das leibliche Leben? Müssen wir nicht, wenn wir angegriffen werden, die Waffen nehmen, um unsere Frauen und Kinder, unsere geistigen Güter, unsere Freiheit zu schützen? Hat nicht der Staat nach biblischer Auffassung das Hecht, ja die Pflicht, Angriffe gegen gene innere Besinnung und Durchführung einer sozialen Gerechtigkeit. „Nationale und europäische Verantwortung“ war das Thema des zweiten Tages, zu dem in Vertretung des durch seine Reise nach Rom verhinderten Dr. H. v. Brentano der ehemalige Oberstleutnant Dr. Teewag die einleitenden Worte sprach. Gibt es ln unserer Lage überhaupt die Möglichkeit einer Verantwortung? Sollen wir sie nicht den Besatzungsmächten überlassen? Macht ihr noch nicht überwundenes Mißtrauen gegen uns eine rückhaltlose Bereitschaft unsererseits nicht unmöglich? Oder müssen wir nicht Ernst damit machen, das Gesetz der Vergeltung zu durchbrechen, wie es die Jugend europäischer Völker schon hie und da getan hat? Sind nicht soziale Gerechtigkeit und geistige Freiheit Werte, für die sich jeder Deutsche verantwortlich fühlen muß? Sind sie nicht Werte einer europäischen Gemeinschaft? Darf sich der ehemalige Berufssoldat abseits stellen? Hat nicht auch er am politischen Leben teilzunehmen und seinen, wenn auch noch so bescheidenen Teil, zum friedlichen Aufbau Deutschlands und Europas beizutragen? Allgemein bedauert wurde, daß Prof. Carlo Schmld, der von Mannheim hatte herüber kommen wollen, im letzten Augenblick verhindert war. Ihren Abschluß fand die Tagung mit einem Vortrag des ehemaligen General der Panzertruppen Eberbach über das Thema „Die inneren Voraussetzungen der Wehrkraft“. Kann jemand, der zwei Kriege mitgemacht hat, einen dritten wünschen? Kann sich ein vernünftiger Mensch auch nur einen Augenblick im unklaren sein, was ein neuer Krieg für uns Deutsche bedeuten würde? Müssen nicht gerade die ehemaligen Berufssoldaten „ohne mich“ sagen? Also deutsche Neutralität? Wenn es aber zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Ost und West kommt, die zu verhindern nicht in unserer Macht steht? Wenn uns keine Wahl bleibt und wir als die Angegriffenen zur Waffe greifen müssen? Werden dann die inneren Voraussetzungen zur Wehrkraft in unserem Volke vorhanden sein? Waffen allein genügen nicht. Wir brauchen den sozialen Frieden (u. a. Lastenausgleich, Mitbestimmungsrecht). Wir brauchen eine Staatsform, in der alle Deutschen zusammenstehen können Das kann nur die Demokratie sein, die auch von den meisten ehemaligen Berufssoldaten bejaht wird. Wer soll ausbilden, wer führen? Wir haben viele Fehler gemacht. Es darf nicht dort Der Schuldige wird gelucht Paris. Ministerpräsident Pieven gab vor der französischen Nationalversammlung bekannt, daß die kommandierenden Generale in Tongking abgelöst werden. Ein Untersuchungsausschuß solle gebildet Zersetzung der nationaldiinesisdien Armee werden, um festzustellen, wer für die jüngsten militärischen Rückschläge der französischen Streitkräfte in Tongking verantwortlich ist. Die Regierung werde die Betreffenden nötigenfalls zur Verantwortung ziehen. Pieven kündigte ferner an, daß der Minister für die überseeischen Gebiete, Letourneau, demnächst nach Indochina zurückkehren wird. Pieven betonte, daß ein Wechsel der französischen Indochina-Politik nicht in Frage komme. Man werde den französischen Streitkräften in Indochina die Mittel geben, um sich gegen jeden Angriff zur Wehr zu setzen. Außerdem würden mit den Alliierten Frankreichs Maßnahmen für den Fall abgestimmt, daß die Aufständischen in Indochina militärische Unterstützung von jenseits der Grenze erhalten. Verhandlungen mit Ho Tachl Minh gefordert In der Indocfaina-Debatte der französischen Nationalversammlung forderte der frühere radikalsozialistische Wirtschaftsminister Pierre Mendes-Franoe Verhandlungen mit dem Führer der Vietminh-Aufständischen Ho Tschi Minh. In den Verhandlungen sollten beide Parteien sich verpflichten, keine Vergeltungsmaßnahmen zu treffen und freie Wahlen abzuhalten. „Wir können die gegenwärtigen Methoden nicht unterstützen, wenn sie gescheitert sind." Taipeh. Zwei Generalmajore, ein Oberst und drei andere Offiziere der nationalchinesischen Armee wurden in Taipeh (Formosa), hingerichtet, weil sie angeblich Spionage für die Kommunisten getrieben haben. Ein amtlicher Sprecher erklärte, die größte kommunistische Spionageorganisation sei ausgehoben worden. Drei Personen, denen ebenfalls Spionage vorgeworfen wird, sind noch in Haft. Maginoi-Linie wieder aktuell Paris. Eine Gruppe französischer Senatoren, die in den letzten Tagen die Maginot-Linie auf ihren militärischen Wert hin untersucht hat, kam zu dem Ergebnis, daß sie zu 90 Pro- zent noch immer brauchbar ist. Bei den Anstrengungen, die Frankreich zur Stärkung der Landesverteidigung unternimmt, wäre es nach Ansicht der Senatoren unverantwortlich, von den vorhandenen Befestigungswerken nicht Gebrauch zu machen. Die Ausrüstung der Maginot-Linie mit Waffen werde nur zehn Milliarden Francs (120 Millionen DM) kosten, während die Aufstellung einer einzigen Panzerdivision den zehnfachen Kostenaufwand erfordere. Sturmszenen im britifchen Unterhaus London. Im britischen Unterhaus kam es am Donnerstag zu stürmischen Szenen, als der Oppositionsführer Winston Churchill von der Regierung Auskunft darüber verlangte,, warum sie in der Frage der Belieferung Ägyptens mit britischen Tanks ihre Meinung so plötzlich geändert habe. Nachdem die britische Regierung ursprünglich erklärt hatte, daß die von Ägypten bezahlten „Centurion“-Tanks noch geliefert würden, hatte am Mittwoch der Staatssekretär im britischen Außenministerium Ernest Davies bekanntgegeben, daß keine Lieferungen mehr erfolgen würden, bis Außenminister Bevin dem Unterhaus über seine Verhandlungen mit dem ägyptischen Außenminister berichtet hätte, die in der kommenden Woche in London stattfinden werden. Dieser plötzliche Stellungswechsel der britischen Regierung ist erfolgt, nachdem mehrere Labour-Abgeordnete gedroht hatten, daß sie bei der von den Konservativen beantragten Abstimmung über diese Frage gegen die Regierung stimmen würden. Sowohl Churchill als auch der Sprecher der britischen Regierung, der stellvertretende Premierminister Morrison, wurden oft von Zwischenrufen unterbrochen, so daß Morrison sich zeitweilig nicht verständlich machen konnte. Churchill kündigte an, daß die Opposition ihren Antrag auf Abstimmung trotz der neuen Haltung der! britischen Regierung nicht zurücfcziehe. Millionen-Geldbußen für Mark-Schmuggler Vor der Belforter Strafkammer kam es zu einer interessanten Verhandlung gegen den Direktor eines Lebensmittelamtes, der im Jahre 1945 aus Deutschland Wein importieren ließ. Da er aber die hierfür notwendigen Devisen nicht hatte, setzte er sich mit dem Sekretär einer militärischen Zahlstelle in Straßburg in Verbindung, der deutsche Mar l» fite» die Unruhestifter aus dem Saal entfernen. 3^4 Wo ft -fVartafteicAho Frannc cr'Viwnrv’“ än^ TT/Hua RH Prrw.fant. a11«*r AmvesAnrien ftinßpn hin.- 3% bis 6 französische Francs „schwarz“ an kaufte und diese mit einem Franc Gewinn an den Direktor weiter verkaufte. Dieser führte sie für 9 Francs dem Lebensmittelamt zu, wo sie wiederum für 12 Francs in die Bücher eingetragen wurden. Der Vermittler verdiente bei diesem Geschäft 700 000 Francs. Die beiden Hauptgeschäftsträger aber je über 5 Millionen. Das Gericht verurteilte die Angeklagten gemeinsam zu liahezu 17 Millionen Francs Entschädigung an die Zollverwaltung und 33 Millionen Francs Geldbuße. Der Angestellte hat außerdem 13 Millionen Entschädigung und 27^> Millionen Buße zu bezahlen. Tumulte in Bayempartei-Versammlung Nürnberg. Bereits zehn Minuten nach Beginn einer Wahlversammlung der Bayempartei in weitergemacht werden, wo 1945 aufgehört wurde. Offiziere und Unteroffiziere können nur solche Männer werden, die aus dem Zusammenbruch wirklich gelernt haben, die im Volk verwurzelt sind und fest im Leben stehen, Männer, die sich an Jedem Platz und zu jeder Stunde ihrer Verantwortung nicht nur Menschen, sondern Gott gegenüber bewußt sind. In Herrenalb waren ehemalige Berufssoldaten bemüht, sich Klarheit über Fragen zu verschaffen, die heute viele denkende Deutsche und Europäer beschäftigen. Wir wissen, daß bei Aussprachen nicht nur'wohlabgewogene Äußerungen getan werden, sondern auch impulsive, ja bittere Worte fallen. Wer wollte deshalb verallgemeinern und nach solchen Worten Ziel und Sinn einer Tagung bestimmen? Nein, in Herrenalb ging es nicht um Ideologien, nicht um die Aufstellung bestimmter Doktrinen, sondern um eine Neubesinnung.“ Um den Südweftltaat-Geleftentwurf Baden-Baden. Die Regierungen von Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollem haben den Vorschlag des südwürttembergischen Staatspräsidenten, Dr. Gebhard Müller, in Bonn einen gemeinsamen Gesetzentwurf der südwestdeutschen Länder zur Regelung der Ländergrenzenfrage in diesem Raum • einzubringen, grundsätzlich gebilligt. Dagegen hat die Regierung von Württemberg-Baden der Staatskanzlei in Tübingen mitgeteilt, daß sie in dem vorgeschlagenen Verfahren keine rasche Entscheidung sieht. Der Ministerrat verspreche sich von einer unmittelbaren Initiative der Bundestagsabgeordneten eine sicherere Lösung. Die Regierungschefs der drei südwestdeutschen Länder hatten am 7. November in Baden-Baden vereinbart, daß die drei Regierungen bis zum 22. November entscheiden sollten, seine Ordnung auch nach außen mit Gewalt abzu- tob sie mit der Weitergabe eines Gesetzentwurfs wehren? Wenn ja, dann kann die äußere verteidl-| . Artikel 118 des Grundgesetzes einver- gungsbereitschaft allein nicht genügen, sondern | nacti Artikel ilö des irrunageseizes ernver sind die entscheidenden Mittel: vorhergegan- standen sind. 22 Kasernen und 2450 Wohnungen für Truppenverstärkungen Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen werden für die zunächst geplanten britischen und belgischen Truppenverstärkungen 22 Kasernen und rund 2450 Wohnungen benötigt. Did Belgier verstärken ihre Truppen um eine Division, die in Nordrhein-Westfalen untergebracht werden muß. Sie benötigen dazu 18 Kasernen und rund 2000 Wohnungen. Die britische Terstärkung, ebenfalls eine Division, wird auf verschiedene Länder des Bundesgebiets verteilt. In Nordrhein-Westfalen beanspruchen die Briten vier Kasernen und rund 450 Wohnungen. General Bishop sagte ferner, es sei nicht bekannt, ob diesen Truppen nodi andere folgen werden. Das hänge von der Entwicklung des westeuropäischen Verteidigungsprogramms ab. Für die Bewohner der zu räumenden Kasernen, hauptsächlich heimatlose Ausländer, wür- Nümberg kam es zu andauernden Störungen mit Pfuirufen und Johlen durch eine große Zahl von Versammlungsbesuchem. Als der Versammlungsredner, Bundestagsabgeordneter Dr. A. Besold, nicht weitersprechen konnte, ließ er durch ein etwa 70 Mann starkes Polizeiaufgebot mit Hunden sowie durch die Feuerwehr Etwa 80 Prozent all«: Anwesenden gingen hinaus und sangen dabei das Lied: „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!“ Als danach nochmals Störungen entstanden, mußte die Polizei einige Personen mit Gewalt aus dem Saal bringen. Wieder Kriegsdienstverweigerer mit Gefängnis bestraft Bern. Ein zweiter Fall von Kriegsdienstverweigerung innerhalb einer Woche erregt in der Schweiz Aufsehen. Ein unbescholtener Schafhirte, Angehöriger der „Zeugen Jehovas“, der- sich während des Krieges als Flak-Kanonier durch den Abschuß einer in die Schweiz eingeflogenen deutschen Jägdmaschine ausgezeichnet hatte, erhielt drei Monate Gefängnis, weil er sich weigerte, je wieder Militärdienst zu leisten. Seine junge Frau teile seine Ansicht, erklärte der Angeklagte. Auf die Frage des Richters, wer für seine Frau sorgen werde, wenn er ins Gefängnis komme, erwiderte der Dienstverweigerer: „Jehova wird für sie sorgen!“ Ägypten droht England Kairo. Ministerpräsident Nahes Pascha erklärte vor demonstrierenden Studenten in Kairo, die ägyptische Regierung hoffe, die nationalen Ziele mit politischen Mitteln durchzusetzen. „Im Falle eines Fehlschlags verfügen wir, so erklärte Nahas Pascha, über andere Mittel.“ Im Stadtzentrum von Kairo und vor dem britischen Konsulat in Alexandrien demonstrierten die ägyptischen Studenten wegen der Ablehnung Großbritanniens, seine Truppen aus dem Niltal zurückzuziehen. Sie riefen: „Nieder mit dem britischen Imperialismus“. In den beiden Städten sowie in Port Said wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Überall stehen Polizeiaufgebote bereit, um Unruhen zu begegnen. Die britische Botschaft in Kairo hielt die Tore geschlossen. Was madit das Wetter? An der Westflanke eines Tiefdrudegebietes im Raum der Nordsee und Südskandinaviens strömen kalte Meeresluftmassen südwärts. Sie treffen im Biskayagebiet auf eine südwestliche Warmluftströmung von den Azoren her, so daß sich dort fortgesetzt Störungen ausbilden, die mit der südwestlichen Höhenströmung über West- und Mitteleuropa hinweggeführt werden. Unser Wetter bleibt daher sehr unbeständig und verhältnismäßig mild. Aussichten bis Montagabend Veränderliche, vorwiegend stärkere Bewölkung und zeitweilig weitere, zum Teil ergiebige Regenfälle, nur in den höchsten Schwarzwaldlagen zumeist Schnee- ftlle, dazwischen kurzfristige Aufhellungen. In den Niederungen ziemlich mild mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad, im Hochschwarzwald um 0 Grad schwankend, meist frostfreie Nächte. Winde vorherrschend aus Südwest, zeitweilig stärker auffrischend. Herausgeber: Sozialistischer Verlag Freiburg G.m.b.H. Freiburg 1. Br., Kaiser-Joseph-Straße 229. Fernruf 251« Hauptschriftleitung: Alfred Oesterbeld Verlagsleitung: E. Bauermeister Druck: Universitätsdruckerei Poppen & Ortmann, _,_ 1 ____ __ Freiburg i. Br. den kleine Häuser gebaut werden die eftwa ■ sP®* Volk" erscheint: Dienstag, Donnerstag, Samstag, « u- w v werden, die «w® iMcoatsbezugspreis 2.S0 DM einschließlich Tr U ger l ofa S t 9 bis 10 000 DM je Wohnung kosten. 1 durch die Post 2JN dm. # i Freitag, 24. Nbvember 19SS Rümmer 141 — Seite 3 Stiel flicht er — mit und ohne Kritik Im Hirtenbrief „Wählt wahrhaft christliche Männer und Frauen in den Landtag, die gewillt und befähigt sind, unter Ablehnung der christentumsfeindlichen . liberalistischen und sozialistischen Ideen für das Elternrecht und die Dersönliche Freiheit einzutreten.“ . Wieder einmal ein bemerkenswertes oder vielmehr betrübliches Dokument politischer Kanzelpropaganda. Obiger Aufruf fand sich im Hirtenbrief der Bischöfe von Fulda, Limburg und Mainz zur Landtagswahl in Hessen. Es. spricht nicht sehr für die politische Einsicht dieser Bischöfe, daß sie auf der einen Seite liberalistische und sozialistische Ideen in einen Topf werfen, auf der anderen Seite an dem überholten Dogma von der Kirchenfeindlichkeit der Sozialisten festhalten. Das Zitat selbst finden wir im Freiburger Katholischen Kirchenblatt. Der' dort unter der Überschrift „Wahlen und Bischofsworte“ veröffentlichte Artikel beginnt mit dem Satz: „In Bayern und Hessen wurden neue Landtage gewählt.“ Wenn man sich kirchlicherseits schon mit Politik befaßt, dann sollte man sich doch wohl über die Vorgänge selbst im klaren sein. Die Landtagswahl war nämlich nicht in Bayern, sondern in Württemberg-Baden. Bayern kommt erst am bevorstehenden Sonntag dran. Aber so genau braucht man es in einem Kirchenblatt wohl nicht zu nehmen . . . Hoffentlich nimmt man es um so genauer mit dem Schlußsatz des erwähnten Berichtes: „Handle auch bei der Wahl aus dem Geiste wahrer Brüderlichkeit und christlicher Nächstenliebe!“ Glück auf! Glück muß der Mensch haben! Und manche haben es tatsächlich. Da hat- man doch einem Maurer in Hemsbach bei Weinheim (Bergstraße) im Jahre 1911 den Geldbeutel gestohlen. Inhalt: Frischgefüllte Lohntüte, Arbeiterwochenkarte und Trauring. Nun, im Laufe der Jahre hat der Maurer den Verlust überwunden, Da klopft man kürzlich an seine Tür. Vor dem ehemaligen Maurer und jetzigen Rentner steht ein Bauarbeiter. „Haben Sie diesen Geldbeutel vermißt?“ Es war der ehemals gestohlene. Dem Dieb war es vermutlich nur auf das Geld angekommen, denn alles andere war noch darin: Die leere Lohntüte, die Wochenkarte und sogar noch der Trauring. Der Dieb war nur auf das Geld aus. Dann hatte er den Rest seines Raubes eingemauert. Bei Abbruchsarbeiten fand man nun den Geldbeutel wieder, und, da auf Lohntüte und Wochenkarte die Adresse des Bestohlenen stand, fand das Fundstück auch sogleich zu seinem Eigentümer zurück! Glücklich kann sich auch Friseursgattin Ista aus Lüttich nennen, denn sie hat eine gute Nase! Ihr gemütvoller Ehemann hatte vergebbringen. Er hatte ein Rohr in ihr Schlafzimmer geleitet, aber jedesmal, wenn er Gas hindurchströmen ließ, begann seine Frau unmutig zu schnuppern und rief: „August, es riecht nach Gas! Schau doch mal in der Küche nach, was los ist!“ Stand auf und öffnete alle Fenster. Schließlich kam alles raus und August vor den Richter. Aber den Glücksvogel abgeschossen hat doch ein Lkw-Fahrer, der, auch bei Lüttich, an einem unbewachten Bahnübergang in einen Zug raste. Der Zug schnitt den Lkw mitten durch. Unversehrt aber thronte der Führerstand samt erschrecktem Inhalt auf den Puffern der Lokomotive und fuhr mit ihr dahin Glück muß man eben haben! Toi, toi, toi! Seltsame Gäste im Modesalon In Modesalons dürften die dienenden Geister allerhand gewohnt sein. Wieviel Albernheit und Affektiertheit mag sich dort neben wirklichem Geschmack offenbaren! Aber die graziöse Dame, die kürzlich in einem Modehaus in Isny (Allgäu) erschien — und noch dazu durch das Fenster! —, war doch eine Sensation: Eine Hirschkuh! Sie hatte wenig Interesse an den neuesten Modellkleidern und Kostümen — sie war auf der Flucht vor einem Jagdhund hierher geraten. Als sie eich genügend umgeschaut und die vielen Unnützlichkeiten, mit denen die Menschen ihre Blößen zu bedecken pflegen, betrachtet hatte, sprang sie mit einem eleganten Satz — wieder durch das Fenster zurück in die Freiheit. Wesentlich zugänglicher für menschliche Eitelkeit erweisen sich Katzen. Über 300 Katzen bewarben sich vor kurzem in einem Pariser Luxushotel um den Titel „Schönste Katze der Welt“. Favoriten aus neun Ländern waren erschienen, Hauskatzen aller Rassen und Farben, mit und ohne Schleifchen und frisch frisiert. Ja, der Pariser Zoo hatte sogar einigen seiner Wildkatzen Urlaub gegeben. Sie durften allerdings ihre Körbe nicht verlassen und am Wettbewerb nur außer Konkurrenz teilnehmen! Die gute kleine Schwester! Menschlich gesehen ist der folgende Fall rührend, juristisch gesehen ist er ein Betrugsmanöver, der soeben vor dem Amtsgericht in Schwäbisch-Hall zur Verhandlung kam. Von zwei Schwestern hatte die ältere bisher sieben uneheliche Kinder zur Welt gebracht Als nun das achte kam, über das sich in der Familie niemand so recht freuen konnte, sprach die jüngere Schwester mit ihrem Bräutigam, einem Amerikaner. Dieser ließ sich daraufhin von einem amerikanischen Geistlichen einen Taufschein ausstellen und ging damit zum deutschen Standesamt. Dort wurde festgehalten, daß die jüngere Schwester die Mutter des Neugeborenen sei. Die Sache kam aber heraus. Das Gericht ließ jedoch die beiden Schwestern wegen Personenstandsfälschung mit mittelbarer Falschbeurkundung mit je 45 DM Geldstrafe noch einmal davonkommen. Es erkannte an, daß die beiden für das Neugeborene nur das Beste gewollt hätten und die Tat daher mehr den Charakter einer Dummheit als den einer bewußt strafbaren Handlung trage. Blauer Dunst Die Zeiten ändert) sich, leider, aber unaufhaltsam. Selbst im sonst so konservativen England. Dort kommt das Pfeifenrauchen langsam aus der Mode. Sherlock Holmes typische Gewohnheit stirbt aus. Und zwar so schnell, daß die Hersteller und Verkäufer von Pfeifen eine Konferenz einberufen haben, um Wege zur Wiederbelebung des Pfeifenrauchens zu finden. „Während die Armee der Zigarettenraucher täglich wächst, gibt es kaum noch Pfeifenraucher, obwohl Großbritannien früher das klassische Land für diese Art des Rauchens gewesen ist. „Die jungen Männer greifen nicht mehr wie ihre Väter zur Pfeife“, erklärte ein führender Pfeifenfabrikant. „Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die Anfangskosten für das Pfeifenrauchen zu groß sind.“ Der heruntergekommene Louisdor Der Louisdor, einst Frankreichs wertvollstes Geldstück, hat sich dem allgemeinen „Rutsch nach unten“ nicht entziehen können. In Frankreich sind in diesen Tagen die ersten neuen Zwanzig-Franc-Münzen in den Verkehr gelangt. Damit hat der einst weltbekannte Louisdor, das vor 1914 im Umlauf befindliche goldene Zwanzig-Franc-Stück, eine neue zeitgemäß abgewandelte Auferstehung erfahren. Die neue Münze ist eine Nickel-Aluminium- Legierung und ist etwa 25 Pfennig wert. Das bedeutet, daß der Franc im Laufe der letzten vierzig Jahre auf etwa ein Hundertstel seines Wertes abgesunken ist. Siehe Bibel Ein Weltbekehrer hat sich kürzlich auch zur Wahlurne begeben. Dabei kam er seiner Wahlpflicht auf seine Art nach. Beim Überprüfen der Stimmzettel während der Hessischen Landtagswahlen fand der Wahlausschuß in Ostheim, Kreis Hanau, auf einem ungültigen Nicht klagen! Und sinken wir alle in Todes Schoß, Ich will nicht klagen der Menschheit Los. Ihr seht die Spanne flüchtigen Lebens, Ich sehe den Wandel ewigen Webens. Ihr.geht den Rauch im Winde verwehn, Ich sehe im Regen ihn niedergehn. Ihr seht das Blatt nur welken vom Baume, Ich ahne die junge Knospe im Traume. Ihr seht nur das Fleisch und verzweifelt im Ich sehe das Feuer der ewigen Tat. [Rat, Ihr seht nur die Geister, ich sehe den Geist, Der unvergänglich zum Lichte weist. Er waltet von Anbeginne zu Ende, Daß sich die große Erlösung vollende. Drum, sinken die Menschen in Todes Schoß, Ich will nicht klagen der Menschheit Los. . Karl Henckell Zettel an Stelle eines Kreuzes einen Hinweis auf den Bibelspruch Jesaias 41, Vers 24. Die Stelle lautet: „Wehe, ihr seid aus nichts und euer Tun ist auch aus nichts, und euch wählen ist ein Greuel“. Totensonntag am Douaumont Dieses Verdun hat als größter Friedhof des ersten Weltkrieges alljährlich im November seinen „großen Tag“. Der sonst so nüchterne, barackenartige Bahnhof ist mit schwarzgekleideten Menschen überfüllt und die Hotels sind ♦ausverkauft. Der Besitzer des „Schlachtfelderbesuchsunternehmens“, Dr. Dupont, hat ein Dutzend Reservewagen bereitgestellt, um die tausendköpfige Trauergemeinde zum „Circuit des Forts“ in die Wildnis des Strauch- und baumüberwucherten Trichterfeldes und seine Soldatenfriedhöfe hinaufzubringen. Zu einer „Rundfahrt“ gehört auch ein Gang durch die Gewölbe des Forts Douaumont. Die Panzerfeste erscheint uns, die wir sie aus ihrer „Glanzzeit“ kennen, vom Regen und von den 35 Jahren, die seitdem hinter uns liegen, reichlich „zernagt“. Unser Führer ist ein alter „Veteran“, mager und drahtig wie ein gut konservierter Sergeant. Er nimmt zwei Azetylenlampen zur Hand und führt uns durch die drei Etagen des Forts. Er spricht gut und lebendig. Man merkt, daß er selbst dabei gewesen ist. Kleine Histörchen flicht er ein — von der Wildheit und Kampfbesessenheit der-das Wörtchen „hohes“ rutscht ihm immer wieder mal heraus. Er zeigt uns eine zugemauerte Galerie. Mer haben im August 1916 über tausend lieh versucht, seine Gattin um die Eke zif* *E) Putsche durch eine unserer schweren Grana L’VB U ^ - C. 1 - -g—J ten den Tod gefunden.“ Ich korrigiere ihn: „Das stimmt nicht! Es sind nur 45 Mann gewesen! Ein Zug! Wir haben sie hier einmauern müssen, weil wir sie im Freien doch nicht hätten bestatten können! Sie wissen ja, wie es damals in den Trichtern draußen ausgesehen hat!“ Plötzlich ist er die Liebenswürdigkeit selbst, traf und verschüttete, so daß beim „Aufräumen“ nur mehr ihre Bajonette herausragten. Der Amerikaner M. G. Rand stiftete das monu- spricht langsam und deutlich, daß wir jedes mentale Denkmal, das sich heute über dem Wort verstehen: „Sie wissen es offenbar besser als ich, mein Herr! — Oh, die Deutschen waren tapfere Soldaten. Wir haben uns bekämpft — aber die Frontsoldaten haben sich nie gehaßt!“ Wir kletterten über nasse Treppen und durch tropfende Gänge von Stockwerk zu Stockwerk des Riesenbunkers. Unser „Guide“ macht sich und uns die Freude, das Echo innerhalb des Forts aufzustören und ruft mit seiner Baßstimme in eine Art Kamin ein dröhnendes „Halloooo!“ — Dreimal bricht es sich in der Tiefer wieder und wir haben das Gefühl, als ob uns an diesem Totentag die Opfer dieser unterirdischen Hölle noch einen letzten Klagelaut heraufgerufen hätten. — Endlich sind wir wieder am Ausgahg, schnappen nach Luft, steigen auf die Zementdecke des Panzerwerkes, betrachten die noch intakten Geschützkuppeln und lassen den Rundblick über das Schlachtfeld mit seinem furchtbaren „Beinhaus“, der „Ossuaire“ auf uns wirken. Die Scheinw'erfer am Turm flammen auf und in den Friedhöfen flackern die Totenlichter, die der Franzose so liebt. Unser Camion bringt uns von der Höhe des Douaumont zur berühmten „Tranche des Bajonettes“. Die Schlachtfeldlegende berichtet, daß dort am 10. Juni 1916 zwei Kompanien des 137. Regiments zum Gegenstoß mit auf gepflanzten Bajonetten aufgestellt worden seien, als eine Gruppe schwerer, deutscher Granaten sie Ein Brief kam, ein amtlicher Es ist erst eine kurze Reihe von Jahren her Damals stand ich abschiednehmend vor einem feldgrauen Jungen, der den Arm noch in der Schlinge trug und dazu einige Orden und Nadeln, die ihm nicht wegen seiner schönen Augen geschenkt worden waren. Ich sah lachend in seine ernsten Augen, denn so hatte man es uns gelehrt, obwohl das Herunterschlucken der Tränen weh tat wie Halsentzündung. Ich sehe sein Gesicht noch vor mir, so jung, so ernst, so verschlossen und ohne Mitleid mit sich selbst. Ich sehe ihn in den Zug steigen. Ein Pfiff, Rauch, rollende und immer schneller rollende Räder. Hinter dem Nebel des Kohlendampfes verschwindet das Gesicht, die winkende Hand, die einen Ring trägt, den Partner zu dem kleineren, an meinem Finger... Eine Sirene heult Alarm, Menschen eilen, der Dampf verweht durch die Trümmer des Bahnhofs, dann bleibt nur noch unsagbare Einsamkeit in der fremden Stadt unter den fremden Trümmern und den verhärmten Menschen.. Aber an einer Bahnhofswand, da hing ein Plakat, darauf stand: „... Entweder Sieg oder bolschewistischen Chaos!“ und ich stand davor und las die wenigen Worte immer und immer wieder. Dann bildete ich mir ein, daß ich nun wüßte, warum einer jetzt im Zug nach Osten saß und warum man so viel sogenannte Tapferkeit sich gegenseitig hatte Vorspielen müssen, um dem anderen das Unvermeidliche nicht noch grauenvoller zu machen. Denn das Plakat da, die paar Worte, so grell und bunt, die hatten doch recht, das sah ich ein. Man mußte die Zähne zusammenbeißen. Gekommen war dieser Krieg, als wir noch Kinder waren, beide. Wie er kam und warum, daran können wir uns nicht erinnern. Aber nun dauerte er schon so lange, daß man gar nicht mehr hinausdenken konnte aus dieser Welt, die aus Front, Rüstungsfabrik, Lazarett, und einsamen Frauen bestand Nur eine kurze Reihe von Jahren ist es her. Ich kehrte zurück in das Lazarett, das ich längst mit der Kollegbank vertauscht hatte, und tat meinen Dienst. Da lagen sie, armlos und beinlos, für immer ohne Augenlicht oder ohne Vernunft; da lagen sie und füllten das weiße Haus mit Schmerzen, Geduld und Hoffnung, füllten unsere Tage mit Arbeit und unsere jungen, ach, allzu jungen und noch so weichen Gefühle mit Jammer und Mitleid. Und immer kamen neue, die noch vor kurzem so jung und gesund gewesen waren wie ich selber. Die Ungerechtigkeit des Schicksals, eine Generation so zu zerreißen, wurde zum quälenden Phantom. Aber immer noch glaubten wir, daß es sein müsse, daß das Schicksal uns eben diese schwere Pflicht auferlegt hatte. Denn stand es nicht überall und sagte nicht jeder: „Unser Krieg ist gerecht, Die Vorsehung steht hinter uns! Rettet euer Vaterland!“ Und so taten wir still weiter unser grausiges Geschäft und begannen zu glauben, daß das Schicksal manchmal unverständlich grausam ist, aber daß man ihm dennoch dienen muß, wie einem unerbittlichen Götzen der alten Heiden. Und nur kurz danach war es, daß ein Brief kam, ein amtlicher. Mit der traurigen Mitteilung, daß mein Bräutigam leider nicht mehr wiederkehren würde. In Ostpreußens Erde liegt er nun gebettet wie mancher andere. Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben, sagten die alten Römer. So stand es in unserem Lateinbuch. Und dann kam das Ende. Ein paar Tage später nur. Von allen Seiten kam ein neuer Luftzug. Nun hießen die Soldaten Verbrecher und Mörder, nun waren sie der Abschaum der Menschheit. Der Schmutz der Gosse war Kostbarkeit gegen die schwarzen Seelen und die schmutzigen Geschäfte derer, um deretwülen wir so lange gelitten hatten. Manche schimpften nicht lange, sondern nahmen sich, was die Toten zurückgelassen hatten: die Stellungen, die Wohnungen, die Frauen von denen, die vom Eismeer bis Afrika eine unterirdische Kette von Tot^p bildeten. Wie gerne würden sie noch heute leben. Aber man hat sie nicht wählen lassen. Man hat ihnen eine „Pflicht“ vorgehalten H.S.G Graben wölbt. Mein Begleiter sagte vorsichtig, um nicht unseren Führer zu verdrießen: „Das sind mir zuviel Bajonette auf einmal in dem kurzen Graben. Sicherlich hat man aus allzuviel Pietät noch ein Dutzend dazu gesteckt!“ Durch die Todesschlucht kehren wir ins Maastal und nach Verdun zurück. Die Stadt wirkt selbst an Allerseelen und am Totensonntag wie ein ostfranzösisches Durchschnittsstädtchen zwischen Metz und Calais: etwas angekratzt durch die Bombardements zweier Kriege. Wir betrachten vom Erker des Hotels „Coq Hardi“ aus diese Silhouette am Steilhang über der Stadt Einer von uns sagt gedankenvoll: „Die vielen Denkmäler erdrücken doch förmlich dieses Verdun! Was soll der Durchschnittsmensch da unten auf der Straße mit dem heroischen Kram? Was sollen die Jungen und di« Mädel mit dem Merowinger anfangen?“ — Unser französischer Tischnachbar fängt den Gedanken auf: „Sie haben Recht! Zuviel Heldentum und Totenkult in unserer Stadt! Und diese Fremdenindustrie um die grausigen Forts!“ Ich meine: „Man sollte uns Deutsche noch einmal diesen grausigen Friedhof besichtigen lassen. Vielleicht lernt doch noch der eine oder der andere daraus etwas!“ „Dann aber Schluß -damit!“ meint Mr. Belval. Der Wirt des „Coq Hardi“ hat sich zu uns gestellt: „Wie lange wird es dauern und auch wir Alten, die wir Verdun erlebt haben, liegen in der Grube! Dann wird man in Straßburg ein neues Europa mähen, und der Gräberkoloß da oben ist tot für alle Zeit!“ Hermann Schützinger. Neue Schweizer Hilfe Bern. Der Schweizer Bundesrat will der Schweizer Europahilfe aus Budgetmitteln drei Millionen Schweizer Franken zur Unterstützung von Flüchtlingen in Mitteleuropa zur Verfügung stellen. Der Betrag ist hauptsächlich zur Linderung der Not vertriebener Volksdeutscher vorgesehen, zu deren Gunsten die internationale Flüchtlingsorganisation auf Grund ihrer Statuten nicht intervenieren kann. Außerdem hat sich die Schweizer Bundesregierung bereiterklärt, zweihundert tuberkulösen IRO-Flücht- lingen einen dauernden Erholungsaufenthalt in der Schweiz zu gewähren. Insgesamt schlägt die Bundesregierung die Bewilligung von Hilfsgeldern in Höhe von fünf Millionen Franken für Flüchtlinge aller Art vor. Die Züricher „Tat“ gibt sich mit dem Umfang dieser staatlichen Hilfsmaßnahmen der Schweiz nicht zufrieden und betont, in der Geschichte der Menschheit sei es bisher noch nicht vorgekommen, daß sich ein Heer von fünfzehn Millionen Flüchtlingen in Mitteleuropa aufhielt. „Es fragt sich“, schreibt die Zeitung, „ob von der kriegsverschonten Schweiz, namentlich was die Aufnahme gebrechlicher Flüchtlinge anbetrifft, nicht eine erheblich größere Anstrengung unternommen werden könnte. Die Anträge des Bundesrates muten neben den Anstrengungen anderer Länder, die schließlich die Kriegsgeißel am eigenen Leibe verspürten, recht bescheiden an. Sagen wir es offen: 720 Millionen Franken Militärausgaben im eidgenössischen Budget und fünf Millionen Franken zur Linderung der internationalen Flüchtlingsnot ist eine irrsinnige Proportion. eße neue GARBÄTY ★ * ■eite 4 — Ifunmer 141 Var VvtR Samstag, 25. November 1950 Aus dem SQdwesten Zwei Morde eingeeianden Der 57 Jahre alte Händler Josef Ritter aus Lahr gestand, am 23. August 1950 bei Hugs- weier die 13jährige Gisela Eßlinger ermordet zu haben. Ritter, der sich seit der Aulfindung der Leiche wegen Mordverdachts ln' Untersuchungshaft befindet, gab ferner den Mord an einer etwa 25 Jahre alten Frau zu, deren zerstückelter und stark verwester Körper am 20, November beim Entleeren der Abortgrube seines Hauses gefunden wurde. Die Frau, deren Namen er nicht wissen will, habe er betrunken gemacht und dann mit in seine Wohnung genommen. Dort habe er ihr mit einem Beil den Schädel zertrümmert. Wegen Mordverdacht« vor Gericht ▼or dem Schwurgericht Karlsruhe begann die Verhandlung gegen den 37jährigen Norbert Haas, der beschuldigt wird, seine Schwiegermutter, die 56jährige Hermine Dörrmann, im Dezember vergangenen Jahres in Karlsruhe ermordet zu haben. Nach der Anklage batte sich Haas in die Wohnung seiner Schwiegermutter eingeschlichen und die Frau, als sie von der Gartenarbeit nach Hause kam, überfallen und ihr den Hals durchgeschnitten. Frau Dörrmann war sofort tot. Haas, der seit Mitte 1949 von seiner Frau geschieden war, soll die Tat begangen haben, weil er in seiner Schwiegermutter ein Hindernis für die beabsichtigte Wiederverheiratung mit seiner geschiedenen Frau sah. In der Verhandlung bekannte sich Haas als nicht schuldig, er behauptet, von der Frau mit einem Brotmesser bedroht worden zu sein. In dem sich daraufhin entwickelnden Handgemenge sei sie dann plötzlich verletzt gewesen. Tod am Steuer Ein mit zwei französischen Soldaten besetzter Pkw fuhr am Dienstag gegen das Eisengeländer der Uferstraße in der Nähe des Meersburger Fährhafens und wurde durch den Aufprall gegen einen Baum geschleudert und schwer beschädigt. Der Fahrer des Wagens wurde getötet. Sein Beifahrer mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wanderausstellung der Europa-Union Die Europa-Union ruft zur Zeit mit fünf gleichartige auf gebauten Ausstellungen in allen größeren Städten des Bundesgebietes die Bevölkerung auf, sich durch hervorragendes Ausstellungsmaterial über die Probleme und Ziele der europäischen Einigung zu unterrichten. Zwei dieser Ausstellungen kommen nach Baden-Baden und Offenburg und zwar in der Form, daß die zur Zeit in der Wandelhalle des Kurhauses Baden-Baden laufende Ausstellung in der Zeit von Mittwoch, 29. November, bis Sonntag, 3. Dezember, ihre Aufstellung im Offenburger Europa- Haus finden wird. Bilder,' Photos, Statistiken, Symbole, bewegliche Modelle und Karten sollen die Besucher in die Bestrebungen der europäischen Bewegung einweisen. Revision im Horn-Prozeß In der Strafsache Horn haben mit Ausnahme von Horn, Hertel, Schräder, Neurohr und Tegelbecker alle weiteren Angeklagten Revision gegen das Urteil eingelegt. Feuerwehr spielt Straßenkehrer Me Hauptstraße des Dorfes Weilheim bei Tübingen war durch das Einfahren der Feldfrüchte bei dem Regenwetter der letzten Tage derart verschmutzt, daß eine gründliche Reinigung notwendig schien. Gelder hierfür standen nicht zur Verfügung, doch der Bürgermeister wußte sich zu helfen. Er ließ die Ortsfeuerwehr ausrücken, die mit Wasserstrahl und Besen die Dorfstraße säuberte. Mit 50 Hertz durchs Höllental Neuartige elektrische Lokomotive und Triebwa gen Die Generaldirektion der Südwestdeutschen Eisenbahnen veranstaltete am Donnerstag auf der Höllentalbahn im Schwarzwald eine Studienfahrt mit einer neuartigen elektrischen Lokomotive mit 50-Hertz-Einphasen-Kollektor- Motoren und neuartigen Triebwagen mit gleichem Antrieb, mit unmittelbarer Speisung aus des Landesstromnetz. Die Motoren sind teilweise in bahneigenem Betrieb, und zwar im Bahnbetriebswerk Basel — Badischer Bahnhof — gebaut worden. Die übrige elektrische Ausrüstung wurde teils von Siemens-Sdiucteert, teils von der AEG Berlin geliefert, Chassis und Karosserien von der Waggonfabrik Rastatt Die Fahrzeuge legten auf der deutschen Bahnstrecke mit der größten Steigung den Höhenunterschied von 600 Metern innerhalb von 24 Minuten zurück. Aus den komfortablen Waggons wurden Telefongespräche mit mehreren europäischen Hauptstädten geführt. Bei einem vom Badischen Fremdenverkehrsverband für die Fahrtteilnehmer gegebenen Essen in Neustadt im Schwarzwald, bat der Generaldirektor der Südwestdeutschen Eisen- Amtsschimmel h&ha^ho! Da ist doch wieder mal der urbadische Amtsschimmel unterwegs; deutlich vernehmen wir sein Trapp-Trapp. Er galoppiert zwischen Stadtverwaltung und Landratsamt Offenburg und dem Badischen Innenministerium in Freiburg hin und zurück. Immer stärker ist sein Gewieher in der südbadischen Öffentlichkeit hörbar. Bekommen erst unsere über die Narrenzeit besonders gut in Fahrt befindlichen rheinischen Kollegen Wind von diesem neuen „Baden-Streich“, so ist ein nettes „Faschingshistörchen“ auch über Südbadens Grenzen hinaus fällig. Wer einmal in einem unserer Städtchen ein menschliches „Rühren“ verspürt, ist oft in großer Not. In allerhöchster Eile sucht man... und muß betrübt feststeilen, daß es um die sanitären Verhältnisse, wenigstens in dieser Hinsicht, mangelhaft bestellt ist. Der Leser, der noch nicht eine solche „peinliche“ Lage überstehen mußte, wird vermutlich lächeln. Hören wir aber die Stimme eines Reisenden auf der Suche nach ... so müßte man vor Hochrhein^Schiftahrt vor dem Europa^Rat Die Vereinigung der Handelskammern des Rheingebietes hat die Frage des Hochrheinausbaues dem Straßburger Europa-Rat unterbreitet. In einem Memorandum, das von den Handelskammerpräsidenten von sieben Anrainerstaaten, darunter auch der Bundesrepublik, unterzeichnet ist, wird der Rhein als Rückgrat für den Wiederaufbau des Kontinents bezeichnet. Die mit der Schiffbarkeit des Rheines zusammenhängenden Aufgaben seien Gemeinschaftsaufgaben der westeuropäischen Völker. „Insbesondere“, heißt es in der Eingabe, „ist die Schiffbarmachung des Rheins oberhalb der Stadt Basel bis nach Bregenz eine gemeinschaftliche Angelegenheit Österreichs, der Schweiz und Deutschlands, wobei auch die Produktion von Energie auf dem Spiele steht.“ Die Denkschrift erwähnt ferner die gemeinsamen westeuropäischen wirtschaftlichen Aufgaben, die in der Schaffung moderner Schifffahrtsverbindungen zwischen dem Rhein und der Donau sowie im Bau eines verbindenden Wasserweges zwischen dem Rhein und dem Lothringischen Erzbecken bestehen. Die Vereinigung der Handelskammern des Rheingebietes betont abschließend, daß die „Rheinische Integration“ in den allgemeinen Rahmen der europäischen Zusammenarbeit gehöre. Sie bittet daher den Europa-Rat um die Förderung dieser Probleme. Jugend will Europa erzwingen Insgesamt dreitausend junge Menschen aus allen Berufen und Schichten sammeln sich gegenwärtig unter der Führung der Franzosen Prof. Michel Mouskhely und Marcel Mille vor Straßburg. Sie wollen dort gegen die Untätigkeit der Regierungen protestieren, die unaufhörlich die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer europäischen Vereinigung verkündeten, aber sich mit der gleichen Beharrlichkeit weigerten, die zu ihrer Verwirklichung notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Vor vier Monaten demonstrierten bereits 300 junge Menschen verschiedener Nationen bei Weißenburg-St. Germanshof für ein vereintes Europa, indem sie Grenzschranken niederrissen, verbrannten und schworen, sich unermüdlich für die schnelle Einigung Europas einzusetzen. Dieses Gelöbnis wollen die Straßburg-Demonstranten aufnehmen und weitergeben. Neid über die „gepflegten“ Kraftausdrücke verblassen. Die Bevölkerung der mittelbadischen Stadt Offenburg vernahm seit Jahren zur Faschingszeit von ihren Narrenvätern — zunächst mit Humor — die Kunde über die Vernachlässigung der „öffentlichen stillen Örtchen“. Schließlich erbarmten sich einige Offenburger Geschäftsleute und legten einen Fonds zum' Bau einer Tiefabartanlage an. Architekten brüteten über den Plänen und Witzbolde machten an den Stammtischen ihre Glossen. Über solchen Bürgersinn hocherfreut, gaben die Offenburger Stadträte ihre Zustimmung zu diesem Werk. Kaum hatten die am Bau Beschäftigten die ersten Gerüste angebracht, wieherte der badische Amtsschimmel aus den Büroräumen des Landratsamtes. Die begonnene Tiefabortanlage erregte angeblich das Badische Innenministerium und mußte eingestellt werden. Was sich nunmehr entwickelte, war ein regelrechtes Duell: Amtsschimmel gegen Vernunft. Der Nachricht über die Einstellung des Projektes folgte wiederum.die Zustimmung. Die Freude war kurz. Eiskalt hallte aus Freiburg das „Nein“! Zwischen der Stadtverwaltung und dem Landratsamt wurde hierdurch ein Streit hervorgerufen, der teilweise bedauerliche Momente gezeigt haben soll. Da das Badische Innenministerium sich in Schweigen hüllt, dafür aber den Amtsschimmel um so kräftiger wiehern läßt, sind wir nicht in der Lage, die Gründe zu dem Verhalten der badischen Behörde darzulegen. Kenner Offenburger Verhältnisse müßten es aber ablehnen, wenn der sogenannte „verkehrstechnische“ Standpunkt geltend gemacht würde. Auf „Konflikte“ dieser Art könnte man getrost verzichten. „Homo sum; human! nihil a me aüenum puto“, „Mensch bin ich; nichts, was menschlich, acht’ ich mir als fremd“. Nach diesem Grundsatz müßte eigentlich eine Behörde handeln. Ist das so schwer? —Geza— Keine Benzingutschriften mehr Das Zentralbüro für Mineralöl GmbH als Bewdrtschaftungsstelle für Treibstoffe hat sämtliche Tankstellen letztmalig darauf aufmerksam gemacht, daß in Zukunft keinerlei Benzinmarkengutschriften anerkannt werden. Verschiedenen Tankstellenbesitzern wurden bereits bei der letzten Markenabgabe die zuviel eingesandten Marken nicht anerkannt, sondern vernichtet bahnen, Georg Bauer, den Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm, der neben Ctaalsprösi- dent Wohieb und anderen prcm n.-nteu »er- sönlichkeiten des In- und Auslan. es an der Fahrt teilnahm, die Elektrifizierung der Strecke Basel—Karlsruhe, vor allem im Interesse des internationalen Verkehrs, in erster Linie bei der Verwirklichung des Elektrifizierungsprogramms zu berücksichtigen. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm begrüßte die erfolgreiche Konstruktion der neuen Fahrzeuge als schönes Zeichen der Zusammenarbeit einerseits zwischen Eisenbahn und Wissenschaft, andererseits zwischen den verschiedenen Völkern. Gerade in der gegenwärtigen schwierigen Phase der Entwicklung Europas sei es zu begrüßen, daß die beiden Völker, die einen maßgebenden Anteil an der Kultur Europas haben, Deutschland und Frankreich, sich hier in gemeinsamer Arbeit zusammengefunden haben. Der südbadische Staatspräsident Leo Wohieb erklärte, er sei glücklich, in einer Zeit, in der so viele schöne Reden gehalten werden, auch eine Leistung zu sehen. Bei den Beratungen des Straßburger Europa-Rats habe der Zeitungsleser sicher oft den Eindruck, daß man nur im Güterzugstempo vorwärtskomme. „Wir wollen aber Triebwagentempo“. Wenn auch nicht mit 50 Hertz, aber mit Herz und Verstand. Eine Einigung Europas sei nicht möglich, wenn nicht das deutsche und französische Volk den Kern der Kristallisation bilden. (Seine nicht ganz angebrachte Polemik gegen den Südweststaat, die absolut nicht in den Rahmen der festlichen Veranstaltung paßte, sei ihm als unverbesserlichem Altbadener verziehen.) Der Generaldirektor der französischen Staatsbahnen, M. Armand,' sagte unter anderem, die elektrische Lokomotive könne 1000 Kilometer am Tage zurücklegen, aber damit sie diese Leistung vollbringen könne, müsse man ihr ein großes Streckennetz zur Verfügung stellen. Die 50-Hertz-Lokomotive stelle die beste Lösung für den elektrischen Bahnbetrieb dar, so daß man jetzt andere Pläne in Frankreich aufgegeben habe. Die Gebiete beiderseits des Rheins seien Zentren der Einigung Europas. Der französische Verkehrsminister Boutet gratulierte zu diesem großen, für die Zukunft wegweisenden Erfolg. Er werde diese bahnbrechende Arbeit stets voll und ganz unterstützen. Auch Direktor Steiner, der Chef des schweizerischen Transportwesens in Bern, brachte das große Interesse der eidgenössischen Fachmänner zum Ausdruck. — Der Präsident des Badischen Fremdenverkehrsverbandes, Johner, dankte der Bundesbahn für diese auch im Interesse des Fremdenverkehrs liegende gewaltige Neuerung. Bei der Rückfahrt waren die Teilnehmer in Titisee Gäste der französischen Regierung. Unterstützt den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Der Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Landesverband Oberrhein“, wird in Baden vom 26. November bis 2. Dezember 1950 mit Genehmigung des Innenministeriums eine Haussammlung veranstalten. Der Volksbund hat während der letzten Wochen in Südbaden, wo noch gegen Ende des Jahres 1944 viele Soldaten gefallen sind und nur notdürftig beigesetzt werden konnten, zahlreiche Kriegergräber-Anlagen in oder bei Breisach, Gamshurst, Greifern, Ihringen, Söllingen und Staufen ausgebaut und eingeweiht. Bei Baden-Baden und Badenweiler werden demnächst zwei Soldatenfriedhöfe der Öffentlichkeit übergeben. Weitere Friedhöfe sollen in Kehl und Emmendingen angelegt werden. von vorgestern ROMAN VON DORIS SICKE (1. Fortsetzung) Er betrachtete sein nachdenkliches Gegenüber. „Du bist eine wunderbare Zuhörerin, Geri!“ „Das habe ich von meinem Vater gelernt; er verabscheut die Menschen, die während der Rede des anderen nur sehnsüchtig auf den Augenblick lauern, wo sie selber wieder zu Wort kommen können. Er hat mir einmal erklärt, wie sinnvoll der Ausdruck ist: .jemandem Gehör zu schenken*. Wer richtig zuhören will, schenkt »ich dem anderen, solange er spricht, und vergißt darüber sich selber.“ „Eine gute Definition!“ lobte Christoph, „ich wollte, ich könnte das mehr .mich selbst vergessen*; aber in meiner Lage ist das verflucht schwer. Nein, Geri. eine Kleinstadt ist ein gefährliches Pflaster für einen jungen Menschen, dessen Vater weit und breit als der reichste Bürger gilt. Darum will ich hinaus, meinen eigenen Maßstab finden und nur das gelten, was ich wirklich selber wert bin. Im Ausland klingt mein Name Nicht besser als irgendein anderer und ich bin einer von vielen. Danach gelüstet es mich.“ „Wie schön, Christoph, daß du so denkst — dazu gehört schon etwas. Nur — hast du das bedacht — drei Jahre sind gar lang —“ sagte Geri traurig. Christoph Zurbrügge zuckte die Schultern und schaute einem goldgrünen Käfer zu, der einen Blütenstengel erklomm. „Man muß sich eine Frist setzen für das Studium, für die Fremde und für den Zeitpunkt, an dem man seßhaft wird“, sagte er gelassen. „Nächstes Jahr nimmt mich Mutter nach Schweden mit zu Tante Inga. Schade, daß man nicht über Neapel nach Stockholm fährt.“ Geri sah ihren Vetter nachdenklich an und verfing sich unversehens in einem solchen Gestrüpp von Gedanken, daß sie vergaß, den Blick wieder fortzunehmen. „Was starrst du mich so an, Mädchen?“ Geri senkte sofort die Augen und lächelte entschuldigend. „Was sagt Monika Spörry zu deiner langen Abwesenheit?“ fragte sie behutsam und rückte ein wenig näher zu ihm hin. „So hat Mariette also geklatscht?“ stellte er mit leichtem Stimrunzeln die Gegenfrage. „Wenn es um Liebesgeschichten geht, hält kein Mädchen dichter als ein Sieb.“ „Ist sie sehr unglücklich, daß du sie verläßt?“ kam Geri mit einer bei ihr ungewöhnlichen Hartnäckigkeit auf Ihre Frage zurück. „Sie muß sich damit abflnden“, meinte er unbewegt. „Wie du das sagst!“ rief Geri voller Entrüstung. „Nennst du das Liebe?“ „Davon verstehst du nichts, du Kiekindiewelt von siebzehn Lenzen!“ „Soviel begreife ich schon davon“, widersprach sie ihm. „Wäre ich Monika, ich würde dir daraufhin keinen Blick mehr gönnend „Oho, das nenne ich radikal!“ — Wider Willen mußte er über ihren Eifer lachen. „Gottlob ist Monika von sanfterer Art. Sie fühlt sich am wohlsten auf dem graden Mittelweg der Vernunft.“ „Puh, wie langweilig!“ Geri machte eine so drollige Grimasse, daß Christoph sie eiheitert betrachtete. „Ich bin sicher, daß eie dir auch gefallen wird.“ „Ich werde sie nicht mehr sehen. Wenn Vater mich heute abend nach seiner Rückkehr anruft, wie wir verabredet haben, bitte ich ihn, mich morgen zurückzuholen.“ „Aber warum denn, Geri?“ Christoph richtete sich überrascht auf. „Hast du schon wieder genug von uns, du unruhiges Blut?“ Das Mädchen zuckte die Schultern und warf sich mit einer ungestümen Bewegung auf den Waldboden zurück. Geri legte die Hände als Polster unter den Kopf, dehnte und reckte sich ein wenig und fiel so unvermittelt, in tiefen Schlaf wie ein Kind in der Wiege. Auf den Ellenbogen aufgestützt betrachtete Christoph sie mit einer Art Rührung. Von allen Menschen, die er kannte, war kein Gesicht demjenigen Geris gleichbar. Nirgends war er bisher dieser vollkommenen Unschuld und Reinheit des Ausdrucks begegnet, das Ergebnis einer nur von Güte und Liebe umhegten Kindheit und vollkommener Abgeschlossenheit von aller Abgründigkeit dieser Welt. Hell wie Haare und Augen war auch das Gemüt des Mädchens, und selbst im Schlaf lag die Ahnung eines Lächelns um ihren Mund. Von ihrer schwedischen Mutter hatte sie den hohen Wuchs und die helle Haut geerbt. Er hielt sich ganz still, um si? nicht zu wek- ken. Manchmal glitt sein Blick in das Dämmern des Waldes hinein, kehrte aber beharrlich zurück zu dem jungen Wesen, dessen Wärme er durch seine Schulter hindurchdringen fühlte. Monika fiel ihm ein. mit der er seit einigen Monaten tändelte, aber so reizend sie auch war, in diesem Augenblick gelang es ihm nicht, ihr Bild heraufzubeschwören. Christoph konnte der Versuchung nicht widerstehen, seine Hand auf die warme, atmende Haut zu legen. Unendlich behutsam beugte er sich herab und küßte den weißen Hals des Mädchens, dessen ganzen Zauber ihm diese verwunschene Stunde im Wald zum erstenmal fühlbar machte. Vielleicht Waren seine Lippen ungestümer gewesen als er wollte, denn als er sich sachte aufrichtete, sah er in ihre weit geöffneten Augen hinein. Ein flammendes Rot lief wie eine hurtige Welle über ihr Gesicht und ließ sogar die Schulter unter seiner Hand erglühen. As machte nicht die kleinste Bewegung, sich von ihm zu befreien. „Christoph!“ „Geri?“ Noch nie war zwischen diesen beiden jungen Menschen von Liebe die Rede gewesen. Als das Mädchen geboren wurde, war Christoph bereits zehn Jahre alt, aber er war trotz dieses Altersunterschiedes durch alle Stadien ihrer Kindheit hindurch in allen gemeinsam verbrachten Ferien ihr guter Freund gewesen, mehr noch, ihr Bruder, da sie selbst keine Geschwister besaß. Jetzt aber, in dieser fast unwirklichen Stunde, hatte sich plötzlich etwas zwischen ihnen verändert. Noch ungewiß, wie t sie es aufnehmen würde, küßte er sie. Bei aller Zuneigung konnte er dabei die Neugier nicht unterdrücken, wie dieses behütete, junge Geschöpf auf dieses Neue reagieren würde. Daß es ihr erster Kuß war, hätte er schwören mögen. Würde sie sich zieren, entrüstet oder beschämt sein? Nichts von alledem. Mit einem Ungestüm, von dem er nicht wußte, ob es Kindlichkeit oder Leidenschaft war, warf sie die Arme um seinen Hals und preßte ihr Gesicht an seine Wange. Und so. überwältigt von ihren Gefühlen, murmelte sie dicht an seinem Ohr: „Ich hab dich lieb, Christoph, immer schon. Und ich werde nie einen anderen lieb haben als dich.“ Christoph Zurbrügge erschrak. Er hätte gern über ihre überzeugte Endgültigkeit gelächelt, aber er konnte es nicht. Der duftende Wald, das murmelnde Bächlein, die verwirrende Nähe des Mädchens hatten ihn zu diesem Spiel verleitet, niemals aber war es seine Absicht gewesen an jene Tiefen zu rühren, aus denen jetzt Geris impulsives Geständnis hervorgebrochen war. Sanft löste er ihre Arme von seinem Hals. (Fortsetzung folgt) famstaj, 38. November 1990 _ Pas Pott Nummer 141 — Seite 9 „Es kommt ein Tag“ / Ein Film, der uns hoften läßt Wenn das letzte Bild dieses deutschen Films tiefer Innerlichkeit gibt und auf einen vollen verklungen ist, dann fällt es uns schwer, uns in die Wirklichkeit zurückzufinden: so voll und rein ist die Melodie, die ihn durchströmt — so klar und entschieden das Bekenntnis zur Menschenliebe und Friedensbereitschaft — und so tief die Ergriffenheit, die dieses Kunstwerk in allen, die guten Willens sind, auslöst. Freilich — hinter ihm steht ein echter Dichter, kein bloßer Konstrukteur, dem es nur auf die äußere Wirkung ankommt und der deshalb vor keinem, auch nicht dem brutalsten, Mittel zurückschreckt, um den Zuschauer zu überrumpeln. Nein, dieser Film ist von einer wunderbaren Stille und Zartheit — wie die Novelle „Korporal Mombour“, die Emst Penzoldt vor zehn Jahren in einem Göttinger Lazarett niederschrieb. Es ist die Geschichte eines jungen deutschen Korporals, der im Deutsch-Französischen Krieg in Frankreich eine junge Französin kennen und lieben lernt, deren Bruder von ihm im Kampfe getötet wurde. Das gleiche Grundmotiv also, das schon Maurice Rostand in seinem ankläge- rischen Stück „Der Mann, den sein Gewissen trieb“ nach dem ersten Weltkriege behandelte. Penzoldt verstärkt es noch dadurch, daß er die beiden jungen Menschen, Friedrich und Made- Die Liebenden des Films: Maria Schell und Dieter Borache leine, ihrer gemeinsamen Abstammung entsprechend, den gleichen Namen tragen läßt, und er läßt durch das Schicksal beider erkennen, wie sinnlos und verbrecherisch am Ende jeder Krieg als unerbittlicher Zerstörer des Glücks von Menschen, die zueinander gehören, ist. Danken wir dem Drehbuchautor Rolf Thiele dafür, daß er genügend Ehrfurcht vor dem Dichter hatte, um die Thematik der Novelle nicht durch unangebrachte filmische Zusätze zu verfälschen! Seine Dialoge sind sparsam und schlicht, aber sie treffen gerade durch ihren Verzicht auf große Worte und laute Anklagen genau den Kern und die Stimmung der Wortdichtung, wie es einer filmischen Nachdichtung in den letzten Jahren nur sehr selten gelang. — Von der gleichen Vollendung ist die Spielleitung Rudolf Jugerts, die allen Szenen das Gepräge Kammerspielton abgestimmt ist Endlich wieder einmal ein Künstler, der Stimmungen im Film Ausschwingen läßt und um die (von den wenigsten erkannte) Wirkung der Fermate weiß. Unter seiner behutsamen Führung erblüht eine Darstellung von edelstem Schliff. Wo gab es je im deutschen Film einen so männlichen — und menschlichen Liebenden wie Dieter Borsche, wo eine so beglückend und erschütternd zarte, anmutige und im tiefsten Sinne keusche Mädchengestalt wie die Madeleine Maria Schells, die im Dunkei unserer Zeit zu einer Offenbarung für alle wird, die noch an das Gute im Menschen glauben! Und mit diesen beiden Gestalten verbinden sich die Figuren der Madame Mombour, der LU Dagover echten Charme und mütterliche Herzenswärme schenkt, des Monsieur Mombour in der geraden, mannhaften Haltung Herbert Hübners und das von Gustav Knuth und Renate Mannhardt mit praller Lebensfülle und unverfälschtem Humor gespielte zweite Liebespaar Paul und Louise. Und zu allem noch die auf jedes Raffinement verzichtende meisterhafte Kameraführung Igor Oberbergs und die empfindungsreiche, sehr verhaltene Musik Norbert Schultzes. Es genügt nicht, daß wir Deutschen stolz auf diesen Film sind. Viel wichtiger ist es, daß wir seinen unüberhörbaren Ruf: „Liebet einander mehr als bisher!“ beherzigen und das aus ihm mitnehmen, was uns so viele andere Filme rauben möchten: den Glauben an das Edle Rudolf Burschei Das anmutigste Geschöpf / Von Ernst Penzoldt Vier Zahlen — mein Glück Nicht immer wird über die Liebe zweier Mädchen nachgebUckt. Bei Inge blieb dieser Menschen mehr geschrieben, als gesprochen. Inge sagte mir das. Es muß also stimmen, denn ihre Worte sind für mich bare Münze. In einem Schwarzwalddörfchen führte mich das Schicksal mit Inge zusammen. Sie gefiel mir. Sogar sehr. Ihrem Dialekt nach schien sie aus dem Dorfe der nächsten Umgebung zu sein. Natürlich mußte ich das erkunden. Ich kam mir wie ein Detektiv — von besonderer Qualifikation — vor. Zunächst blieb es für mich nur ein Schattendasein. Bald hatte ich das Haus gefunden; es lag wenige Meter von dem Berghang, an welchem sich das Dörfchen anschmiegte. Hier wohnte sie. Fürs erste genügte mir das. Unterdessen hatte es zu schneien begonnen. Mühsam suchte ich bei hereinbrechender Dunkelheit meinen Weg zur Ferienaufenthaltsstätte. Es waren nicht mehr viele Gäste im Dorf. Die sonnigen Urlaubstage wurden von dem typischen Novemberwetter abgelöst. Die Saisonzeit der Sommertage war vorüber, für Wintergäste war es noch zu früh. Kaum, daß der erste Schnee fiel, hatte er sich auch bald wieder in Wasser verwandelt. Weder Im Frühjahr noch im Sommer hatte ich Gelegenheit, meinen Urlaub zu nehmen. Endlich, als auch der Herbst sich langsam zur Abreise anschickte, fuhr ich zu meiner Tante in den Schwarzwald. Ich wollte einmal allein sein, alles was mich das Jahr über ärgerte und traktierte vergessen. Und da war ich bei meiner Tante gut aufgehoben. Das mit dem „allein sein“ war jedoch leichter gesagt, denn getan. Regen und Nebel unterbrachen immer wieder meine Ausflüge in die Berge. So mußte mir denn Inge wie ein Sonnenstrahl erscheinen. Ich hatte schon manchem Das echte Märchen ist meist sehr karg in der aus die Madeleine meiner Geschichte war, wie r>—- j— t— j- 1 -j— "- ■ sie leibte und lebte. Es wird mir von nun an unmöglich sein, mir die sozusagen am Schreibtisch erdachte Madeleine je anders vorstellen zu können als unt^r der reizvollen Erscheinung der Darstellerin (Maria Schell). Jedenfalls hat sie den Schatten der erzählten Gestalt, so liebenswürdig diese auch vorausgedacht sein mochte, völlig verdrängt, hat ihr ein Gesicht gegeben, eine kluge Stirn, eine intelligente Nase, einen reizenden Mund, zwei Augen, die lachen und weinen können, dazu eine überaus angenehme Stimme, Schalkhaftigkeit, Schwermut, Charme (das ist verdeutscht: Wiederschein der Anmut der Seele), natürliche Grazie und echte Empfindung. Ich bilde mir jetzt ein, obwohl das gar nicht sein kann, die Madeleine meiner Geschichte habe nie anders ausgesehen oder: ich, der ich sie erfand, wüßte erst jetzt, wie sie aussieht Das ist ein glückliches Gefühl für einen Autor. Denn zuweilen kann es ganz anders sein. Der Eindruck, den eine Fehlbesetzung hervorrufen kann, ist dem ähnlich, den eine zweimal belichtete Photographie macht, zweier verschiedener Porträts zum Beispiel. Man wird keines der beiden sich überschneidenden und behindernden Bilder froh, sie lassen sich durch nichts mehr trennen, die Aufnahme ist verpfuscht. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres. Aber es gibt auch nichts Wohltuenderes als den freundlichen Zufall, wenn nämlich, wie hier bei Madeleine, in dem nach meiner Novelle „Korporal Mombour“ gedrehten Film „Es kommt ein Tag“ die Vorstellung und die Ver wirklichung so angenehm harmonisieren. Natürlich mache ich mir selber etwas vor. Ich lasse den Einwand gelten, daß eine andere, nicht minder liebreizende Darstellerin bei mir die gleiche Illussion hervorgerufen haben könnte. Zugegeben, aber ich bin heilfroh, daß es so ist, wie es ist. Dazu kommt, daß in unserer Zeit der Film fast noch der einzige Bezirk in der Kunst ist, in dem auf das individuelle Menschenantlitz nicht verzichtet wird und zum Glück auch nicht verzichtet werden kann. Denn es ist das wichtigste und stärkste Ausdrucksmittel der lebenden Photographie. „Schöne Menschen sind eine Freude, ob männlich oder weiblich“, sagt Thomas Mann, und (das sage ich) erkennen wir den Menschen nicht lieber in ungewöhnlich schöner und anmutiger Bildung von Gesichtern? Werden wir nicht sogar in ihrem Anschaun besser davon? äußeren Beschreibung der handelnden Personen. Eine Märchenprinzessin ist „über alle Maßen schön“ und jedes Kind weiß genau, was es sich darunter vorstellen muß. Es war einmal ein sehr reizendes Mädchen, das aus der Stadt stammend, zum Hopfenzupfen in die Hallertau gekommen war. Es wohnte auf einem Bauernhof. Ein Kind vom Hofe, ein kleines Mädchen, schien von der anmutigen Erscheinung der Städterin so bezaubert, daß es ihr Blumen brachte, sich immer neben sie setzte und sie immerzu ansehen mußte. Die schöne Fremde entsprach offenbar völlig der Märchpnvorstellung des Kindes. Der Schriftsteller wird bei der Schilderung seiner Gestalten meist, aber keineswegs immer, eine bestimmte Vorstellung auch vom Äußeren der Personen seiner Geschichte oder sogar ihm vertraute Menschen dabei im Auge gehabt haben. Nicht selten aber sind es Phantasiefiguren, deren andeutende Beschreibung es dem Leser erlaubt, seine Sympathie mitspielen zu lassen. Bei Gestalten des Dramas lautet die Frage der Laien an den Dichter sehr häufig: Entspricht die Darstellerin auch der Vorstellung, die Sie beim Schreiben hatten? Meine Manuskripte sind vielfach mit Zeichnungen durchsetzt, aber bei einer meiner Erzählungen fehlen sie. Madeleine heißt darin die weibliche Hauptfigur. Es ist von ihr, wie bei einem Märchen, nicht viel mehr gesagt, als daß sie „ein junges Mädchen“ und „das anmutigste Geschöpf“ sei. Dennoch meinte ich sie, ungeachtet dieser, wie ich gestehe, sehr mangelhaften Beschreibung, ganz deutlich vor mir zu sehen, ohne mich aber auf die Farbe der Augen, des Haares und anderer besonderer Kennzeichen festgelegt zu haben. Nun wurde nach dieser Erzählung ein Film gedreht. Für das „anmutigste Geschöpf“, also für Madeleine, von der ich, wenn ich sie auch „sah“, nicht wußte, wie sie „aussah“, war eine Schauspielerin gewonnen worden, die ich noch nicht kannte. Allein, als Ich ihr zum erstenmal während der Aufnahmen im Filmatelier begegnete, geschah zu meiner eigenen Verblüffung das kleine Wunder, daß die Darstellerin durch- Blick haften. Wie glücklich war ich, wenn ich sie sah. Noch wußte sie nichts von mir. Wenn ich ihr auf der Straße oder sonstwo begegnete, habe ich ihr zwar schon manchmal nachgeschaut. Aber was will das schon besagen. Der sonntägliche Tanz im Dorfwirtshaus sollte mir die erste wirkliche Begegnung bringen. Die Dorfjugend sprühte vor Lebensfreude. Es wurde geschunkelt; die ältere und älteste Generation war ebenfalls mit gleichem Schwung von der Partie. Und.erst Inge. Kaum daß ihr Zeit zum Ausruhen blieb. Für jeden Tanz tauchte ein neuer Bewerber auf. Mit ihr zu tanzen schien angesichts solch „starker Konkurrenz“ aussichtslos. Die „Damenwahl“ kam mir zu Hilfe, dazu noch ein „English-Waltz“. Jedenfalls war ich von meinem Wert überzeugt, als Inge auf mich zutrat und einen Tanz erbat. Ich mußte ihr während des Tanzes viel Nettes gesagt haben, aber auch viel in verwirrter FoAn, denn sie sah mich oft etwas bestürzt an. Es war mein letzter Abend, an dem ich in diesem Dörfchen weilte. Und trotzdem auch mein vergnügtester. Bis spät nach Mitternacht bewilligte mir Inge noch manchen Tanz; ihre Eltern lernte ich auch kennen und vier Zahlen — mein Glück: Die Telefonnummer von Inge, meinem „Schwarzwaldmädel“. Seit einigen Tagen weile ich wieder in einer großen Stadt. Die Ruhe des Bergdorfes ist mir nur noch schemenhaft in Erinnerung. Deutlich aber sehe ich das Bild von Inge vor mir, und immer, wenn ich glaube, das Leben nicht mehr ertragen zu können, wähle ich die vier Zahlen und spreche mit meinem Glück. -geza- Lords als Museumsdiener Die letzten amerikanischen Reisenden haben in diesen Wochen England verlassen Staat und Verkehrsgesellschaften ziehen den Schlußstrich unter die Reisezeit des Jahres 1950 und rechnen sich aus, wieviel Millionen Dollar eihen neuen Besitzer gefunden haben. Und genau so wie Hotelinhaber ihren Gewinn errechnen, den ihnen vor allem der amerikanische Ferien^ast brachte, sitzt ein großer Teil englischer Herzöge, Fürsten und Lords jetzt auf ihren Stammschlössern und zählt den Gewinn einer fruchtbaren Saison. So wie einst die preußischen Großagrarier die Osthilfe als Geschenke des Himmels ansahen, so heben sich jetzt die Finanzen vieler englischer Lords. Einer von ihnen kam vor Jahresfrist auf den klugen Einfall, sein Schloß Besuchern zugänglich zu machen. Er ließ in den 99 Sälen und Zimmern Staub wischen, das Familiensüber wurde auf Hochglanz poliert, die Bilder der Ahnen wurden hergerichtet, das Schloßgespenst zu neuem Leben erweckt und dann wurde recht kräftig die Reklametrommel gerührt. „Der Herr Herzog“, so hieß es in den Ankündigungen, „werde täglich für zwei Mark pro Person Besucher durch sein Schloß führen.“ Der Erfolg blieb nicht aus. Fremde und Einheimische drängten sich, um von seiner Gnaden einmal durch ein richtiges Schloß geführt zu werden. Herr Herzog arbeitete im Schweiße seines Angesichts. Am zweiten Tage mußte die Schloßherrin bereits helfen und wenige Tage später wurden richtige Führer angestellt, die Gruppen von zwanzig bis fünfzig Besuchern führten. Natürlich sagte der Herr Herzog nicht, daß seine Tätigkeit als Museumsdiener äußerst lohnend sei und daß er sein. Schloß auch nicht aus dem Grunde als Museuift eröffnet habe, um große Gewinne zu machen, sondern er stellte sich als Retter des Familienbesitzes hin. Als erfolgreichster Fremdenführer siegte der Duke of Devonshire auf Chatsworth in der Grafschaft Derby. 102 000 Besucher zahlten ihm die runde Summe von 150 000 Mark. Der Herzog von Marlborough kam auf 100 000 Besucher, die 130 000 Mark brachten, obwohl sein Schloß außer historischem Interesse, auch einen lebendigen Wert hat. Hier im Blenheim-Palast in Woodstock, einem kleinen Dorf bei Oxford, wurde Winston Churchill geboren. Die Fremdenführer können den Besuchern zwar keine Zigarren, dafür aber die Stelle zeigen, wo der Enkel des Herzogs von Marlborough Fußball spielte und in welchen Räumen er seine Jugendjahre verbrachte. Der Marquis von Bath brachte es auf 80 000 Besucher, der Marquis von Salisbury sah 50 000 und die übrigen Schloßherren kann man nur als „ferner liefen“ erwähnen, da keiner unter ihnen auf mehr als 50 000 Besucher kam. Nun sitzen die Oberhäupter altbekannter englischer Familien vor den Geschäftsbüchern und ziehen die Bilanz. Wenn sie die Kosten der angestell- ten Führer und die für Reinigungszwecke von ihren Einnahmen abziehen, bleibt eine recht annehmbare Summe. Trotzdem machen sie sich große Sorgen, da sie nicht wissen, ob ihr Gewinn steuerfrei ist. Stellen sie sich nämlich auf den Standpunkt, eine kulturelle Mission erfüllt zu haben, brauchen sie keine Vergnügungssteuer zu zahlen. Sagt der Staat hingegen, daß Schloßbesichtigungen dieser Art keine Museumsbesuche sind, wird die sportliche Einnahmequelle der Lords um einige tausend Pfund Sterling geschmälert werden. Peter Priestley (London). Die Seeschlange Vor einigen Tagen brachte „Das Volk“ eine verbreiten zu lassen. Der erwartete Erfolg trat Meldung,, wonach das Rätsel von Loch Ness jetzt seine Aufklärung gefunden habe Man erklärte sich die „Seeschlange“ von Loch Ness mit dem Auftauchen von Ketten, mit denen im ersten Weltkrieg gelegte Minen zusammengekoppelt waren. Die Wissenschaft hat sich inzwischen eine andere Meinung gebildet. Es ist Tatsache, daß auch "in unserer Zeit immer wieder neue Tierarten oder besser gesagt, noch unbekannte Tierarten entdeckt werden und es wird sehr stark in den Bereich der Möglichkeit gezogen, daß das Meer, vor allem die Tiefsee, große Reichtümer an unbekannten Tieren aufweist. Da man in neuerer Zeit AaUarven von % Meter Länge gefangen hat, von einer dänischen Expedition, die also nicht Jungtiere der bis jetzt bekannten Aale sein können, besteht hier die Möglichkeit für des Rätsels Lösung. Mit dem Ungeheuer von Loch Ness soll es aber eine andere Bewandtnis haben, wie ein namhafter Wissenschaftler berichtet. Dieser Mitteilung nach besitzt ein Mann am Loch Ness ein Gasthaus, das früher einen sehr schlechten Geschäftsgang hatte. Er hatte die originelle Idee, durch einen Verwandten oder Bekannten die Geschichte von der Seeschlange auch ein, denn eine lange Zeit strömte eine Menge Schaulustiger zum Loch Ness, um auch das Ungeheuer zu sehen und der Wirt hatte im wahrsten Sinne des Wortes seine „Wirtschaft angekurbelt“. Wer die Menschen kennt und weiß, welche Ideen und welchen Scharfsinn der Geschäftsgeist schon hervorgebracht hat, wircf leicht geneigt sein, diese Erklärung für die wahrscheinlichste und glaubhafteste zu halten. H. Sp. Reiche Leute Mister Rockefeiler, der Milliardär, hatte entsetzliches Pech bei Tisch gehabt. Eine Gräte war ihm im Hals steckengeblieben und hätte um Haaresbreite seinem Dasein ein unrühmliches Ende bereitet. Aber rechtzeitig erschien der Hausarzt und angelte das mörderische Ding aus dem Schlund des Multimillionärs. Als dieser endlich wieder frei atmen konnte, sagte er zu seinem Lebensretter: „Was bin ich Ihnen schuldig, mein Teuerster." „Ach wissen Sie was, Sir“, antwortete der Arzt, „geben Sie mir ein Zehntel von dem, was Sie mir bezahlen wollten, als Sie die Gräte noch im Hals hatten!“ « nachschlagewerke von internationalem ruf + nach postamtlichen unterlagen bearbeitet + sofort lieferbar TELEGRAMM ADRESSBUCH FÜR OIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND BUNDES-ADRESSBÜCHER DAS DEUTSCHE BRANCHEN FERNSPRECHBUCH FÜR DIE BUNDESREPUBLIK UND BERLIN » DEUTSEHER ADRESSBUCH-VERLAG FuR WIRTSCHAFT UNO VERKEHR S.M.BJL DARMSTADT-BERLIN Seite • — Nummer 141 Pas Vor» Samstag, 25. November 1990 Schlagerspiele in den Oberligen Der erste „Herbstmeister“ ist fällig Nach dem Länderspiel-Intermezzo der Pnnktekampf auf vollen Touren -.,^2* den Aufregungen und der Anteilnahme rund um das erste Länderspiel am Bußtag in stutt- gart nehmen die Meisterschaftskämpfe der Ersten dl S, Fußballfans wieder allein für sich in ii E « ® edt dem Fhde der Vorrunde entgegen. -Vorentscheidungen heran; denn eine S*S UCkt 1L ? eg e 1131 dle zugkräftigsten Spiele mög- iÄ?* Weit * innausgeschoben. Wahrscheinlich wird am ?m wS n aS ^ erste „Herbstmeister“ ^feststehen. Sn<. W 2!, e il ^ 04 Ha uptanWärter auf den «ang eines -Haibzeitsiegers“. Der Großkampf Borussia Dortmund Schalke 04 in der „Koten Erde“ werbe? Liebhaber sehen können, denn so vielversprechenden trpV . . ~r --—***.►»** USt « UU iHUiUCH , WU v.^f? geboten wird, gegen den Ta- bellenführer VfL Osnabrück zu zeigen, daß er nicht SL,.!* 16 , weltere ? au * das Altenteil abgeschoben werden kann. Aus dem Programm der Südliga f ag ^S ™ s P iele VfB Stuttgart — Spvg Fürth und i FC Nürnberg — VfB Mühlburg heraus, so daß also das Programm des kommenden Sonntags mit oroßkampfen erster Ordnung nur so gespickt ist. Wegen Totensonntags-Spielruhe schön am Samstag In Württemberg-Baden wurde wegen des Totensonntags absolute Sportruhe angeordnet. Das bedingt daß man fünf der acht Meisterschaftsspiele auf den Samstag vorverlegt und den Fußballfreunden ein „englisches Wochenende** beschert. Drei Tage nach dem Länderspiel ist das Neckarstadion bereits wieder Schauplatz eines Großkampfes: VfB Stuttgart — Fürth. Beim letzten Zusammentreffen beider Clubs gab es mit 50 000 Zuschauern einen Werktags-Zuschauerrekord Diesmal wird es ähnlich stürmisch zugehen, denn für Fürth hängt vom Ausgang des Spieles die Tabellenführung, für den Deutschen Meister der Anschluß an die Kopfgruppe ab. Mehr Anreiz kann man nicht verlangen. Auf dem Cannstatter »Wasen** fressen die Stuttgarter RÖßle alles weg, was den Kopf hebt. Fürther^ „Klee“ macht besonderen Appetit. In der Noris fordern die wackeren Mühlburger den „Club“ heraus. Taucherts Elf liegt den Nürnbergern nicht. Im Vorjahr machten die Mühlburger alle vier Punkte gut. Ob es auch diesmal heißen wird. „Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn ...?** Im allgemeinen darf man im Süden Erfolge der gastgebenden Mannschaften erwarten. Das „Platzsperre“-Spiel der Augsburger Schwaben gegen den FSV Frankfurt findet auf dem Fürther Ronhof statt. Gemessen an den letzten Er- Schachecke folgen beider Mann schaften möchte man für die Schwaben tippen, die mit verdoppeltem Kampfeifer das Handicap auszugleichen versuchen. Es spielen am Samstag; VfB Stuttgart — Spvg Fürth; SSV Reutlingen — Schweinfurt; Offenbach — Darmstadt 98; Waldhof — BC Augsburg, in Fürth: FSV — Schwaben Augsburg; am Sonntag: 1 FC Nürnberg — VfB Mühlburg, Eintracht Frankfurt — 1860 München, FC Singen — VfL Neckarau, Bayern München — VfB Mannheim. „Kanarienvögel“ wollen Schalke etwas zwitschern Unangefochten dominierte in der Nachkriegszeit Stadien kaum aw. Ahnlick ii^N^rden ““wo ™?, rU f la Dortmund im Westen/ Schalkes Stem“giig —— . ".un Nomen, wo mit den alternden Fritz Szepan und Ernst Kuzorra unter. In der Zwischenzeit haben aber die Knappen aus ihrem unerschöpflichen Spielerreservoir .in . Junge Mannschaft zusammengeschweißt. So wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Aber die schwarzgelben Dortmunder Kanarienvögel haben das Zwitschern auch noch nicht verlernt. Zeitweise wurde das schöne Dortmunder Gefieder zwar zerzaust, aber in dem Konzert der Großen im Westen beansprucht Borussia nach wie vor eine Solopartie. So darf man beim Duell mit Schalke in der Dortmunder „Rote- Erde“-Kampfbahn Meisterleistungen erwarten. Allerdings wird es diesmal nicht so eindeutig wie im Vor- J a h i' (5:1) für die Meister-Elf ausgehen, denn die königsblauen Knappen haben inzwischen vieles dazugelernt. Wenn Schalke gewinnt, ist ihm der Herbst- meistertitel sicher, zumal Preußen Münster bei Rot- Weiß Essen nicht viel Gelegenheit haben dürfte, ein Siegesgeschrei zu entfachen. Es spielen: Borussia Dortmund — Schalke 04. Rot-Weiß Essen — Preußen Münster, Oberhausen — Fortuna Düsseldorf, Erkenschwick — Aachen. Duisburger SV — Rbeydter SV, L FC Köln — SF Katernberg STV Horst — Preußen Dellbrück, Hamborn 07 — München- Gladbach. HSV-Sleg Ober Osnabrück ließe alles vergessen Der Hamburger SV steckt mitten ln einer Krise. Trotzdem würde es zu weit führen, die „Seebären“ abzuschreiben. So launisch die Rothenbaum-Elf auch sein mag, sie ist Immer da. wenn es gilt. Aus dem undurchsichtigen Dunst der Tabellenmitte schoben sich die „Rothosen* bereits wieder auf den dritten Platz vor. Vordermänner sind noch VfL Osnabrück und Göttingen 05. Die „Vetter-Elf* aus Osnabrück sieht ihren ersten Tabellenplatz am Rothenbaum stark gefährdet. Darüber dürfen keine Gerüchte über den spielerischen Rückgang des HSV hinwegtäuschen. Schon im Vorjahr wurden die Westfalen ziemlich ernüchtert (1:5) als man glaubte, dem ewigen Nordmeister einen Kinnhaken versetzen zu können. Nicht minder dramatisch dürfte es beim Spiel Werder Bremen — Göttingen 05 zugehen. Von Werder heißt es daß es zur Zeit das beste Team des Nordens besitzt. Die letzten Siege der Berner unterstreichen diesen Eindruck nur. Die Göttinger, mit den wenigsten Verlustpunkten, würden Ihren Ruf als Cupfighter-Elf gewaltig steigern, wenn ihnen ein neuerlicher Sieg gelingen würde. Es spielen: Hamburger SV — VfL Osnabrück. Altona 93 — Eimsbüttel, Hannover 96 — Bremer SV. Werder Bremen — Göttingen 05 Holstein Kiel — Arminia Hannover, SV Itzehoe — Concordia Hamburg. Kaiserslautem beim Tabellenletzten Das vorletzte Vorrundenspiel bestreitet der I. FC Kaiserslautern beim Tabellenletzten Mainz 05. Die Mainzer sind von ihrer früheren Kampfkraft weit entfernt. Da wäre es schon eine Überraschung wenn die „Walter-Elf“ auch nur einen Punkt zulassen würde. Viel schwerer werden es da schon die Wormser haben, die auch auf eigenem Platz den VfL Neustadt nicht unterschätzen dürfen. Es spielen: Mainz 05 — 1. FC Kaiserslautern. Wormatia Worms — VfL Neustadt. Bad Kreuznach — FK Pirmasens. Tura Ludwigshafen — ASV Landau FV En- gers — Phönix Ludwigshafen. TuS Neuendorf — VfK Kaiserslautem. Konstanz und Freiburg aut eigenem Platz Schwerer Kampf von Cham gegen Bayern Hof Vor weiteren Überraschungen? Lösung: Eine feine Endspielstudie. Nr. 138 vom 18. November: Weiß zieht und gewinnt! Weiß: Kb2, Ta3, Lh3 — 3 Steine; Schwarz: Kdl, Be2, f2 = 3 Steine. 1. Td3 4- Kel, 2. Tf3, Kdl, 3. Lg4 ei = Dame (Springer), 4. Td3 + matt. — 3. .. . Kd2, Tf2; 3. Lg4 el -- Dame (Springer). 4. Td3 + matt. — 2.... Kd2, 3. Lfl el - Dame, 4. Td3 + matt; 3.... el — Dame, 4; T:f4; 3.... e:fl, 4. T:fl, Ke3, 5. Kc2, f3, 6. Tel + und gewinnt. (Nicht 6. Kdl wegen f2, 7. Thl, Kf3 mit Remis- ausgang.) —ö— Nikolas Rossolimo komponiert Endspielstudien Isvestia, Moskau 1923 Nur acht Spiele finden über das Wochenende in der 2. Liga Süd statt, da die Begegnung zwischen ASV Durlach und Wacker München bereits vor zwei Wochen ausgetragen wurde. Der 14. Spieltag bringt einige interessante Paarungen Es ist nicht ausgeschlossen, daß wieder einige Sensatiönchen gemeldet werden. Eine interessante Begegnung kommt in Hof zustande, wo die „Bayern“ den ASV Cham zu Gaste haben. Hier wird Sick entscheiden, ob die Kickers und Jahn nun endgültig ihren „Höhenflug“ zu- sammen antreten können, oder ob die Spitzengruppe | weiterhin so dicht zusammengedrängt bleibt. Während das spielfreie Cham seinen zweiten Platz be- ! haupten konnte, mußte Bayern Hof bei Wacker München eine Niederlage kassieren und rutschte auf den vierten Platz zurück. Beide Mannschaften werden ihr Letztes geben und beide düften mit einem Unentschieden schon viel gewonnen haben. Gewarnt durch das 3:3 auf eigenem Platz gegen Ulm 46 werden die Stuttgarter Kickers die Reise zum VfL Konstanz antreten. Doch ist zu erwarten, daß die Blau- Weißen aus Degerloch beide Punkte holen werden um weiterhin die Tabellenführung einzunehmen. Von den drei ersten Vereinen fällt Jahn Regensburg die leichteste Aufgabe zu. Es empfängt zu Hause den Tabellenletzten SV Tübingen. Vielleicht endet die Partie mit einer hohen Torquote. Wenn Kickers und Jahn Regensburg ihre Spiele sicher gewinnen sollten und Cham bei Hof „die Luft ausgeht“, dann wä- Weiß zieht und gewinnt Stellung: Weiß: Kf5, Lei, Bg2 » 3 Steine; ) c h w a r z : Kh5, Ld8, Bh6 --- 3 Steine. Auflösung ln der Dienstagnummer ren die beiden Ex-Oberligisten auf dem besten Weg, sich den Platz an der „Sonne“ wieder zurückzuerobern. Bereits am Samstag empfängt Union Böckingen, das beim 1. FC Pforzheim überraschend mit 2:1 Sieger blieb, Viktoria Aschaffenburg das auf eigenem Platz von Straubing geschlagen wurde Die Tabellennachbarn FC Freiburg und Ulm 46 stehen sich in der Universitätsstadt gegenüber. Nach dem guten Abschneiden beider Mannschaften am Wochenende ist mit einem scharfen Kampf zu rechnen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Um den Anschluß geht die Begegnung 1. FC Bamberg gegen Hessen Kassel. Der Platzvorteil dürfte hier die Entscheidung beeinflussen. Der angeschlagene 1. FC Pforzheim muß zur SG Arheilgen reisen. Wir trauen den Pforzhei- mem einen doppelten Punktgewinn, gegen den Zweitletzten zu. Die schlechtplacierteste Mannschaft Bayerns ist der TSV Straubing, der den 11. Platz einnimmt. Straubing macht nun alle Anstrengungen, etwas mehr nach vorne zü kommen wovon der Sieg bei Aschaffenburg Zeugnis ablegt. Auch im Spiel gegen Wiesbaden erwartet man Straubing als Sieger. Der Spielplan: Union Böckingen — Aschaffenburg; VfL Konstanz — Stuttgarter Kickers; Bayern Hof — ASV Cham; Regensburg — SV Tübingen: I FC Bamberg — Hessen Kassel; TSV Straubing — Wiesbaden; Freiburg — Ulm 46; Arheilgen — 1. FC Pforzheim. Die Spiele der 1. südbadischen Amateurliga Baden-Baden muß nach Scfaopfheim — Rastatt gastiert ln Freiburg Eine sehr schwere Aufgabe hat der Tabellenführer SC Baden-Baden am kommenden Sonntag in Schopfheim zu lösen. Die Platzbesitzer nehmen zur Zeit den vierten Rang ein und sind auf eigenem Gelände ein starker Gegner. Schon mit einem Unentschieden werden die Kurstädter zufrieden sein. Der Tabellenzweite, FC Rastatt, gibt seine Visitenkarte diesmal beim ASV Freiburg ab und sollte nach den letzhin gezeigten Leistungen vor einem weiteren Punktgewinn stehen. Das Spiel findet ln Emmendingen statt. Bel einer Niederlage von Baden-Baden und einem Sieg der Rastatter würden letztere auf den ersten Platz vorrücken. Die lange Zeit überlegen führenden Villinger fahren nach Lahr, und ihre Aufgabe scheint ebenso schwer wie die der Baden-Badener. Der Gastgeber wird gerade gegen eine Spitzenmannschaft das letzte aus sich herausholen, um zu den wichtigen Punkten zu kommen. Für einen weiteren Erfolg sollten die Offenburger gut sein, die gegen Blau-Weiß Freiburg spielen. Der Tabellenvorletzte dürfte um eine klare Niederlage nicht herumkommen. Als Sieger sind auch der FTSV Freiburg ln St. Georgen (das am vergangenen Sonntag in Offenburg so bös unter die Räder kam) und Ackern über den Neuling Weil zu erwarten. Ausgeglichen dürfte es hingegen in Rheinfelden und Lörrach zugehen, wo Kuppenheim bzw Ottenau zu Gast sind. Es spielen: Schopfheim — Baden-Baden, ASV Freiburg — Rastatt, Lahr — Villingen, Offenburg — Blau-Weiß Freiburg, FTSC Freiburg —St. Georgen, Rheinfelden — Ottenau, Lörrach — Kuppenheim, Ackern — Well. Nur schwaches Handball-Programm In der südbadischen Handball-Landesklasse kommt es am 26. November zu drei Begegnungen, die bereits zur Rückrunde der Saison 1950/51 zählen. In Schutterwald hat der Platzbesitzer gegenüber Lahr die weitaus besseren Siegesaussickten, und auch Niederbühl müßte mit dem Freiburger FC auf Grund des Platzvorteils fertig werden. Zu einer harten Auseinandersetzung sollte es in Freiburg kommen, wo der Tabellenachte, FTSC Freiburg, auf Hauingen trifft. Die Freiburger sind eine Revanche für die überraschende Niederlage Im Wiesental schuldig. So spielen die Bezirksklassen Baden-Baden, Staffel Nord: Bischweier — Hörden; Gaggenau — Steinmauern: Illingen — Rastatt H; Kuppenheim n — Au a. Rh-; Muggensturm — Bietigheim. _ _ Baden-Baden, Staffel Süd: SC Baden-Baden Res. — Sinzheim; Baden-Oos — Oberachem; Iffezheim — Sandweier; Bühlertal — Ackern Res. Oberrhein: Hai fingen — Wehr; Schopf heim Ib — Säckingen; Istein — Weil Ib; Stetten — Waldshut. Offenburg, Staffel Ost: Nußback — Elgersweier; Zunsweier — Gengenbach: Urioffen — Zusenhofen; Offenburg H — Schiltach; Zell — Renchen; Hornberg — Waltersweier; Bausack — Wolfach. Offenburg, Staffel West: Leuteshelm — Kürzel!, Weier — Ettenheim; Ichenheim — Friesenheim; Freiste« — Kork; Schutterwald — Sundheim; Oberschopfheim — Lahr n. Freiburs, Staffel Süd: Ihringen — Zähringen; Kirch- zarten — Heltershelm: ASV Freiburg H — FTSC Freiburg H; Staufen — Müllhelm; Krozingen — Breisach. Freiburg, Staffel Nord: Alemannia Freiburg — Teningen; Kollnau — Denzlingen; Bahlingen — Reute: Herbolzheim — Glottertal. Zweite Amatenrliga Staffel le Radolfzell — Donaueschingen, Triberg — Haslach. Staffel n: Otigheim — Kenzingen; Emmendingen — Gutach; Kappelrodeck — Orschweier; Willstätt — Freiburger FC n; Wyhlen — Maulburg; Neuenburg — Oberkirch. Baden hat eine Chance Badens Amateure haben beim Wiederholungsspiel am kommenden Sonntag ln Karlsruhe die Möglichkeit, sich für die Vorschlußrunde um den Bundespokal zu qualifizieren. Im Vorspiel in Cleve trennten sich Niederrhein und Baden 4:4 nach Verlängerung unentschieden. Ringer-Oberliga Spitzenreiter Lahr ungefährdet In der südbadischen Ringer-Oberliga empfängt der Tabellenführer Lahr diesmal Freiburg-Herdem und sollte zu einem weiteren Siege kommen. Auch Exmeister Homberg, der Freiburg-St Georgen zu Gaste hat, dürfte sich auf eigener Matte einen Punktsieg nicht entgehen lassen. Sichere Heimsiege sind von St. Georgen/Schwarzwald über Gottmadingen und Freiburg-Haslach über Urioffen zu erwarten. Es ringen: Hornberg — Frelburg-St. Georgen; Lahr — Freiburg-Herdem, St. Georgen/Schwarzwald — Gottmadingen, Freiburg-Haslach — Urioffen. Tumerbund Baden Unter Leitung von Oberturnwart Karl Burg, Freiburg, findet am Sonntag, 26. November, 9 Uhr, in Freiburg in der Turnhalle des Friedrichsgymnaslums (Eingang Jacoblstraße) für die Teilnehmer an den Jungturnmeisterschaften (18- bis 23jährige Turner) ein Prüfungsturnen statt. Geturnt werden die im letzten Mitteilungsblatt veröffentlichten Wettkampfübungen. Für die Tumwarte des gesamten Gaugebietes findet am gleichen Tage in Freiburg eine Versammlung ira Jahnsaal der Inselgaststätte Felerling statt. Beginn 14 Uhr. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Jugendmeisterschaften in Bühl, 2. Landestumen in Offenburg, 3. Bericht über die Tagung der Oberturnwarte in Kassel, 4. Verschiedenes. Junioren-Meisterschaften im Kunstturnen In Bühl (Baden) kommen am 3. Dezember erstmalig die Junioren-Meisterschaften 1m Kunstturnen für Turner von 18 bis 23 Jahren zur Austragung. Sämtliche sechs Gaue des Turnerbundes Baden sind hierbei mit ihren besten Nachwuchsturnem vertreten, so daß das bisherige Meldeergebnis mit etwa 40 Teilnehmern als sehr gut bezeichnet werden kann. Es ist aber anzunehmen, daß durch Nackmeldungen aus dem Turngau Breisgau und dem Markgräfler Turngau diese Zahl sich noch erhöhen wird. Die Leitung der Wettkämpfe Ist dem Männertumwart des Turnerbundes Baden, Eugen Kopp, Villingen, übertragen. Der Süden greift forsch zn Eine Reihe von Vergehen gegen die sportliche Dlszk in wurde von der Spruchkammer des SFV mit emp- idlichen Strafen geahndet; 1. Michael Koller, 1860 München, wegen unsport- hen Verhaltens nach dem Spiel gegen Neckarau ,m 20. November bis 4. Dezember gesperrt; 2. Walter G111 e r , Eintracht Frankfurt, wegen Tät- hkeit vom 30. Oktober bis 29. Dezember für zwei onate gesperrt; 3. Ernst Kudras, Eintracht Frankfurt, wegen Tät. hkeit vom 6. November 1950 bis 20. Januar 1951 für bi Monate gesperrt; vsp; —nl, rtl —rt „endnn Taf« Monate gesperrt; . . 5. Erich Reif«, Wadcer München, wegen Tätlichkeit vom 6. November 1950 bis 5. Januar 1951 für zwei Monate gesperrt. Das Rundfunkprogramm der Woche Radio München Samstag, 35. November 17.16 Konzertstunde 18.00 Unterhaltungsmusik 20.10 Kathrein stellt den Tanz ein 20.45 Kabarett am Wochenend 22.10 Volkstümliche Tanzmusik 33.00 K. Edelhaben bittet z. Tanz Sonntag, 26. November 16.16 Sinfoniekonzert 20.05 Unterhaltungskonzert 32.30 Musik zur Unterhaltung 0.05 Musik zur Unterhaltung Montag, 27. November 30.00 Volksmusik 21.00 Rendezvous bei Lehär 22.16 Kammermusik für Bläser 23.15 Musik aus London 6.65 Melodien aus südl. Zonen Dienstag, 28. November 17.26 Konzertstunde 20.00 Fortunios Lied 21.15 Bunte Weisen 22.15 NachtstucUo 23.15 Chansons aus aller Welt 0.05 Nachtkonzert Mittwoch, 29. November 30.96 Aufstand der Landstreicher 21.16 Orchester Franz Deuber 22.10 Sinfoniekonzert 23.00 Leicht literarisch 23.15 Orchesterkonzert 0.05 Jazzbriefkasten Donnerstag, 30. November 26.06 Sie wünschen . . .7 21.30 Kammermusik 22.46 Orckester Franz Deuber 23.66 Wir sckallpla.teln 6.05 Wir platteln weiter Freitag, L Dezember 18.00 Musik zum Feierabend 20.06 Sinfoniekonzert 22.15 Hans Bund spielt 23.00 Rund um das Karussell 0.05 cole Porter yiiiiniiiiiiiiiiiiiuniniiiiiiiiiiiiimniniiiiiiiiniHiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiniiniimnHHmiiniiiniiiiiniiniMnnnminiiuiiinmnuiininiiinnminHiiiniiHiimiiiiuimiiiiiiiiuuin^ | Samstag, 25. November = 5.00 Frühmusik = 7.30 Musik am Morgen 5 8.40 Musikalisches Intermezzo z 9.00 Für die Schuljugend = 11.00 Froher Klang am Vormittag z 12.20 Mittagskonzert £ 13.15 Musik nach Tisch £ 14.00 Wir jungen Menschen £ 14.30 Allerhand Schlager £ 15.00 Opernmelodien £ 16.30 Unser Samstagnachmittag £ 18.30 Musik zum Feierabend £ 20.00 Wir erfüllen Hörerwünsche 5 22.80 Der SWF bittet zum Tanz 5 Sonntag, 26. November | 7.36 Morgenkonzert £ 8.30 Evangelische Morgenfeier | 9.15 Katholische Morgenfeier * 9.45 Klaviersonaten v. Beethoven £ (HI) z 10.30 Die Aula 5 1100 Musik zum Vormittag £ 12.20 Musik zum Totensonntag £ 13.30 Musik nach Tisch £ 14.15 Kleines Konzert £ 15.00 Kinderfunk £ 15.30 Volkst. Instrumentalmusik £ 17.00 Sinfoniekonzert £ 19.00 Sportnachrichten £ 19.20 Kleine Abendmusik = 20.00 „Von Land zu Land, = von Mensch zu Mensch“ = 21.15 „Fjedor Schaljapin singt* Südwestfunk 22.15 Sport und Musik 23.00 Vom Sonntag zum Montag! Montag, 27. November 5.00 Frühmusik 7.30 Musik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 9.00 Für die Hausfrau 11.00 Froher Klang am Vormittag 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Für die Schuljugend 15.00 Tanztee am Montag 16.30 Literatur der Landschaft 17.00 Solistenkonzert 18.30 Musik zum Feierabend 20.00 „Werther“ 22.30 Nachtstudio 23.00 Musikalisches Kabarett Dienstag, 28. November 5.00 Frühmusik 7.30 Musik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 9.00 Für die Schuljugend 11.00 Froher Klang am Vormittag 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Wir jungen Menschen 15.00 Für die Schuljugend 15.15 Sang und Klang im Volkston 16.00 Sinfoniekonzert 17.00 Musik zur Unterhaltung 18.30 Werbefunk 20.00 Volksmusik und Chorgesang 20.30 „Titanic“ (Hörspiel) 21.30 Musikalisches Zwischenspiel 22.30 Lebendige Musik ln Paris 23.30 Jazz 1950 Mittwoch, 39. November 5.00 Frühmusik 7.30 Mus ik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 9.00 Für die Hausfrau 11.00 Froher Klang am Vormittag 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Für die Schuljugend 15.00 Nachmittagskonzert 16.00 Aus Wissenschaft u. Technik 17.10 Sang und Klang Im Volkston 18.30 Werbefunk 20.00 Tausend bunte Noten 21.30 Stimme der Gewerkschaften 21.40 Das war Karl Valentin! 22.30 Nachtstudio 23.00 Tanzmusik aus Berlin 0.10 Swingserenade Donnerstag, 36. November 5.00 Frühmusik 7.30 Musik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 9.00 11.00 12.20 13.15 14.00 15.15 16.00 17.00 17.30 }8.30 20.00 21.00 5.00 7.30 11.00 12.20 13.15 14.00 15.00 16.00 16.45 17.30 18.30 20.00 21.00 22.30 23.35 Für die Schuljugend £ Froher Klang am Vormittag £ Mittagskonzert r Musik nach Tisch £ Klnderliederslngen = Nachwuchs stellt sich vor £ Sang und Klang im Volkston = Klaviermusik £ Der Rechtsspiegel £ Werbefunk 5 Unterhaltungsmusiker = von heute . = Jean Baptiste Racine £ (Hörfolge) £ Das Prisma £ Musik zur Nacht £ Freitag, 1. Dezember | Frühmusik £ Musik am Morgen £ Musikalisches Intermezzo £ Für die Hausfrau £ Froher Klang am Vormittag £ Mittagskonzert = Musik nach Tisch = Für die Schuljugend = Musik am Nachmittag ~ Solistenkonzert £ Musik zur Unterhaltung £ Welt und Wissen £ Musik zum Feierabend £ Scheinwerfer auf! £ Die großen Meister £ Für Kenner und Liebhaber £ Paris im Chanson £ niiiiiiiiiiiiiiiiiuimuuiiniiMiiiiiiiiinuiiiiiiiiiniinniiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiHiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiii; Radio Stuttgart Samstag, 25. November 13.20 Kleines Konzert 20.05 Wiener Melodien 21.00 Familie Staudenmaier 22.05 Schöne Stimmen 23.00 Die Rundfunktanzkapelle 24.06 Das Nachtkonzert Sonntag, 2«. November 18.15 Orchesterkonzert 17.60. „Totentanz“ 18.20 Johann Sebastian Bach 20.05 „Das dunkle Reich* 21.06 Dem Gedenken berühmter Künstler 22.60 „Nackt und Träume“ 23.00 „Der Tod ln unserem Dasein“ Montag, 27. November 17.80 Russische Kammermusik 18.25 Musik zum Feierabend 20.05 Fröhlich fängt die Woche an 21.15 Rendezvous am Montagabend 22.05 Zeitgenössische Musik 23.30 Richard Strauß Dienstag, 26. November 16.00 Nachmittagskonzert 17.15 Robert Schumann 20.05 Aus der Welt der Oper 21.15 Oscar Wilde 22.05 Unterhaltung and Tanz Mittwoch, 26. November 16.15 Konzertstimde 18.20 Musik zum Feierabend 20.05 „Die Landung* 22.05 Das ist Rhythmus 23.00 Orchesterkonzert Donnerstag, 30. November 18.25 Schöne Opemmelodien 20.05 „Haben wir gelacht“ 22.05 Gertrud Eysoldt erzählt 23.05 Job. Nepomuk David 0.05 Jazz im Funk Freitag, 1. Dezember 17.00 Froh und heiter 18.30 Musik zum Feierabend 20.05 Sinfoniekonzert 21.10 Der Mensch ln der Zeit 22.05 Tanzmusik 22.45 Die Sehmunzelecke 23.15 Zur Unterhaltung Radio Hamborg Samstag, 25. November 20.05 Wie's früher war — wie s heute ist 21.00 Bunter Abend 22.30 Sinfoniekonzert 23.10 Tanz am Wochenende 0.15 Tanz nach Mitternacht Sonntag, 20. November 17.30 Solisten musizieren 18.00 Peter Tschaflcowsky 20.00 Fldello 22.45 Orchesterkonzert 0.15 Musik zum Tagesausklang Montag, 27. November 20.05 Sinfoniekonzert 22.40 Zärtliche Welsen 23.50 Gerh. Gregor a. d. Funkorgel 0.35 Tanzmusik Dienstag, 20. November 18.00 Musik zum Feierabend 20.05 Tanzabend 21.30 Schallplattenmusik 22.35 Nachtprogramm 0.35 Rhythmische Klänge Mittwoch, 20. November 18.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Wie es euch gefällt 22.35 Nachtprogramm 0.35 Tanzmusik Donnerstag, 30 . November 18.00 Zwischen sechs und sieben 20.05 Franz, der Tränen nicht erträgt 21.35 Orchesterkonzert 22.40 Tanzmusik S.36 Benny Goodman spielt Freitag, L Dezember 18.00 Und jetzt ist Feierabend 20.05 Opernkonzert 21.45 Schwarz auf weiß 23.00 Kleines Konzert 23.30 Max Reger 0.35 Tanzende Noten Alle Neuheiten in Heim-, Reise, Auto-Radio Schallplatten u. Zubehör in reicher Auswahl nur vom großen Fachgeschäft DaHin.l ailftOV Kronenstr. 14, Tel. 3916 IlfllllU liHllllCI Radio-Reparaturen - Antennenbau Samstag, 25. November 1950 Nummer 141 — Seite 7 Das WotA Sagen Sie ruhig Ihre Meinung Veröffentlichungen unter dieser Rubrik stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. — Anonyme Zuschriften finden keine Berücksichtigung, auf Wunsch bleibt aber der Name des Verfassers ungenannt. Zum Kapitel der Preisüberwachung Die Preisüberwachungsstellen sind zur Zeit nach- drücklichst bestrebt, den Vorschriften über den Aushang-von Preisverzeichnissen in Ladengeschäften und auf dem Wochenmarkt Geltung zu verschaffen. Jeder tadeninhaber ist verpflichtet — im besonderen gilt dies für Lebensmittelhandlungen — in seinem Geschäft ein Preisverzeichnis an sichtbarer Stelle an- aubringen, ebenso sind Preisschilder für die im Schaufenster ausgestellten Warensorten vorgeschrieben. Vorerst nur selten, findet man in Gaststätten den vorgeschriebenen Preisaushang für Getränke und Speisen, obwohl auch dazu eine Verpflichtung besteht. Diese Unterlassung führt, besonders was die unterschiedlichen Preise für Bier betrifft, zuweilen zu unliebsamen Auseinandersetzungen zwischen Gast und dem Bedienungspersonal. . S. Vum Bütte! Jo, jo. ihr henn do schu recht gläse: Vum Bätte Senn mers dismol, vum Bätte. Wie hemmers doch schnell g’lehrt? Jaso: „Des Gerechten Gebet vermag Viel.“ — Aber was meinener. was erseht de Ungerechte mit dem Bätte schu a’gricht henn! Wisener, de Ungerechte bätte nemlig au. nur viel, viel luter as netig wär. Odr hett Seiler Robert Lay unseligen Angedenkens, epper nit lut hättet in sellem Betriebs- Appell noch dem 20. Juli 1944. wissensr, wb's bi sim Führer so grusig klepft het? Aber ’s hett ihm nüt gmacht, nanai, was denkener' denn?? — Oh, war des t scheeni Red’ vu unseren Robertli. Der Lautsprecher duri, het mr no dr gueti Betriebsstoff gschmedct wo er si Muet atrunke het. Aso, dafl i’s au gli sag: wo’s zum End’ vu der Red’ komme isch. do fongt bigott unser Robert Lay z’bätte a. Jawoll. z'bätte: „Herrgott, schicke uns Bomben noch und noch, wir wollen das alles ertragen. Nur um eine bitten wir Dich noch: Erhalte uns unseren geliebten Führer Adolf Hitler!“ Ja, isch denn au so ebbis möglich? Jetz het dr Kerli au no Sin Herrgott alarmiert! Un ’s hett nit- emol hundert un blitzt un d’ Sunn het sie au nit verflnschtert ab so-ner Bätte Ihr liebe Lüt, ihr wisse jo selber, wie’s wittersch gange isch. Mir henn die Bombe noch und noch •erlagt. woher uns erbättet het un au sl geliebter Führer isch uns no soo lang erhalte bliebe. Si Hen> gott het ihm si Wunsch im Bätte erflllt so lang bis pimiöi schee wore isch. Jo, was i no sage WM. wo’s no au bi uns z’ Fri- b u r g klepft het, aber no viel, viel grusiger as am 40 . Juli, do henn so viel Lüt in de Keller au hättet. Z’erscht ganz lut demo weniger lut. un wo alles zemmekeit isch, so viele begrabe hett un des Füer necher un immer necher kumme isch, jo, derno het's halt ganz ufgheert, des Bätte. Es sin jetz Johre sechs schu her. siter dem Bätte um Bombe. Welle mr uns nit e weng bsinne hüt am 27. November 1950? ' F. B. Der Freiburger Theaterspielplan Zur Meinung des Einsenders A. v. B. Stellung zu nehmen, fällt sehr schwer, weil dieser mit seinen Überlegungen nicht ganz auf dem Boden der Wirklichkeit steht. Wie man welfl,. hatte das »Kleine Haus“ in den Monaten September bis Dezember des vergangenen Jahres ausgezeichneten Besuch auteuweisen, da es damals in die Platzmiete-Organisation der Städtischen Bühnen einbezogen war. Daß der Besuch der Kammerspiele mit der Eröffnung des Großen Hauses nachließ, zwangsläufig nachlassen mußte, wurde auch von weniger prophetisch Begabten vorausgesehen. In einer Stadt mit 100 000 Einwohnern, wo ein bewunderungswürdiger TheatimeUbau neben sieben Lichtspielhäusern und einer großen Reihe kulturell bedeutsamer Veranstaltungen eine besondere Anziehungskraft ausübt, kann sich ein renovierungsbedürftiges Kammerspielhaus begreiflicherweise nur schwer behaupten. Ist nun am schwachen Besuch — der Einsender behauptet es — der „Spielplan“ schuld? Der Spielplan eines Theaters wie Freiburg darf (auch hier soll diese Binsenwahrheit noch einmal ausgesprochen werden) nicht einseitig sein: das bedingt die soziologische Struktur der Besucherschaft. Neben dem Alten und Erprobten muß das Neue stehen, das sich bewähren soll. Das „Neue“ aber schafft nicht das für einen Spielplan verantwortliche Theater, sondern der Autor, der Dramatiker. Daß uns endlich wieder ehe paar neue Dramatiker erstehen, ist einmal Sache des Theaters, das dem jungen Autor zuijj Wort verhelft, andererseits aber auch Sache des PutHJkuras, das den jungen Autor nicht gleich beim ersten Gehversuch verdammen sollte Gewiß: die Anliegen und die Aussage unserer zeitgenössischen Bühnenschriftsteller sind nicht immer erbaulich und erhebend.'(Kaiser: „Spieldose“, Brecht: „Mutter Courage“, Miller: „Der Tod des Handelsreisenden“). Aber ist denn unsere Zeit erbaulich, deren Kinder diese Autoren und deren.'Spiegel ihre Werke sind? — A. v. B. möge die Städtischen Bühnen döch einmal wissen lasten, welche Stücke seiner Meinung nach den „Wünschen des Publikums“ entsprechen! Die apodiktische Form der Zuschrift des Einsenders im übrigen entspricht der unbekümmerten Äußerung eines Spielplankritikers, mit dem ich vor wenigen Tagen folgende Unterhaltung hatte: E r : „Es ist eine Schande und bedeutet ein glattes Versagen der deutschen Theater und ihrer Dramaturgen, daß das Stück eines deutschen BühnenschrBt- stellers nicht in Deutschland, sondern in Spanien zur Uraufführung kommen muß.“ ich: „Es handelt sich wohl um Arthur Schneiders Schauspiel ,Das ewige Antlitz’. Kennen Sie das Stück?“ E r : „Nein! — aber so gut wie das, was Sie zur Zelt in den Kammerspielen einstudieren, ist es in jedem Fall!“ Bus der Praxis des Arbeitsgerichts Erst lesen — dann unterschreiben Nicht immer ist es möglich, die Würde des Gerichtes zu wahren. Mitunter ergeben sich erheiternde Zwischenspiele, die selbst dem Richter ein Lächeln abnötigen. So auch bei jenem Kläger, der mit mehr Stfmmenaufwand als fundierter Rechtsgrundlage seinen früheren Brotgeber auf Lohnnachzahlung verklagt hatte. Die Sachlage war denkbar einfach: Als der Kläger nach seinem Ausscheiden die Papiere in Empfang nahm, mußte er dafür und für die letzte Lohnzahlung quittieren. Auf diesem Dokument, das er mit seinem Namen unterschrieben hatte, stand aber auch der Passus, daß damit alle Verpflichtungen der Firma gegenüber dem Kläger erloschen sind. Diesen sehr wichtigen Satz will der Kläger aber nicht gelesen haben. Er habe geglaubt, seine Unterschrift gelte nui für den Empfang seiner Arbeitspapiere. Die Unterschrift konnte er nicht wegdisputieren, aber mit den erloschenen Verpflichtungen wollte er sich trotz aller Hinweise des Richters nicht einverstanden erklären. Er blieb unentwegt auf seiner Nachzahlungsforderung von rund 70 DM bestehen. Die Klage mußte vom Arbeltsgeri ch t Freiburg abgewiesen werden, einmal, well der Kläger die oben erwähnte Erklärung unterschrieben hatte, zum anderen aber auch, weil er nicht nachweisen konnte, daß mit ihm ein höherer Lohn als der ihm bezahlte vereinbart worden war. Soweit der rechtlich einwandfreie Sachverhalt. Von der rein menschlichen Seite aus ist aber noch etwas dazu zu sagen. Bei Arbeitnehmern, deren Gedanken-Elastizität nicht die vorauszusetzende Spannkraft aufweisen, wäre es vielleicht besser, man würde ihnen derartige Verzichterklärungen vor der Unterschrift vorlesen und erläutern, damit sie sich dazu äußern können. Manche Schwierigkeiten, die sich hinterher einstellen, ließen sich auf diese Weise leicht vermeiden. es. Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert Im allgemeinen sind es Arbeiter und Angestellte, die vor dem Arbeitsgericht ihre Interessen und ihr Recht gegenüber ihren Arbeitgebern vertreten. Daß ein Schwiegersohn in spe seinen zukünftigen Schwiegervater auf Lohnzahlung verklagt, dürfte daher zu den seltenen Fällen des Arbeitsgerichts gehören. Der Kläger war im Juni in das Haus seiner Braut gekommen, der Vater des Mädchens war damit einverstanden, daß der Kläger da blieb und in der allerdings nicht allzugroßen und nebenbei betriebenen Landwirtschaft mithalf, während der Beklagte tagsüber seinem Beruf nachging. Das Idyll dauerte etwa vier Monate, bis unerquickliche Familienverhältnisse den Beklagten veranlagten, den Kläger aus dem Hause zu weisen. Ein Lohn war weder vereinbart noch bezahlt worden. Der Beklagte machte geltend, daß die Arbeit des Klägers durch Kost und Wohnung reichlich entschädigt sei, zumal der Kläger noch einen Monat bei ihm wohnte, ohne überhaupt etwas zu arbeiten. Das Arbeitsgericht Freiburg stellte sich aber auf den Standpunkt, daß jede Arbeit ihres Lohnes wert sei. Es billigte dem durch Invalidität nicht mehr voll arbeitsfähigen Kläger einen Lohnanspruch von 80 DM für die vier Monate zu, wovon für Kost und Wohnung im Monat Oktober, in dem der Kläger nicht mehr arbeitete, 45 DM in Abzug gebracht werden. Der Beklagte muß also seinem Schwiegersohn in spe, der er auch nach dieser arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung bleibt, noch 35 DM bezahlen. es. Schemel, ein gefährliches Werkzeug Auf der Straße von Kappel nach Freiburg bonahm sich an einem Augustsonntag eine Gruppe Radfahrer nicht so, wie man es von einsichtigen Verkehrsteilnehmern erwarten muß. Ein hinter den Radfahrern dreinfahrender Kraftwagenlenker rügte ihre unkorrekte Benützung der Straße, worauf sie gereizte Antworten gaben. Erbost darüber schleuderte der Kraftfahrer einen Holzschemel nach einem vorlauten Radfahrer, dann stieg er aus der Führerkabine und bearbeitete den Stahlroßreiter ziemlich unsanft mit dem Schemel. Ein Holzschemel ist als Angriffswaffe ein gefährliches Werkzeug (Paragraph 223a StrGB) entschied das Gericht Der Zuschlagende erhielt jedoch mildernde Umstände zugebilligt, der Richter ließ es mit 150 DM Geldstrafe bewenden, not- .fglls kostet es. 15, Tage Gefängnis. Entgleisungen eines Jugenderziehers Der Unzucht mit einem Schulmädchen war der, 58jährige frühere Hauptlehrer H. angeklagt. Neben körperlichen Betastungen hielt er den Schülerinnen Vprträge der sexuelle Themen, die in der Vortragsweise mit den Aufgaben eines Lehrers nicht in Einklang -zu bringen sind Das Schöffengericht kam zu einer Verurteilung von neun Monaten Gefängnis; die Untersuchungshaft wurde angerechnet. Ich: „Kennen Sie das Stück, das wir zur Zeit in den Kammerspielen einstudieren?“ Er: „Nein!? Bedarf es noch eines Kommentars? Willy G r ü b , Städtische Bühnen. Wie Zürich den Verkehr regelt Zu Ihrem Artikel „Tohuwabohu am Bertholdsbrun- nen“ (Stadtausgabe vom 21. November), der die wirklich oft ermöglichen Verkehrsverhältnisse schildert (und leider nicht rür an dieser Stelle), möchte ich Ihnen eine Erfahrung mitteileh, die ich kürzlich in Zürich mähte. An einem der Hauptbrennpunkte des Verkehrs ist, abgesehen von der großen Verkehrsampel, an den Stellen, die die Fußgänger benutzen, am Straßenrand eine Art Laternenpfahl angebracht, der in Augenhöhe zwei Glasschilder enthält, die jeweils in Leuchtschrift entweder das Signal „Warten“ oder „Gehen“ geben. Sämtliche Passanten stehen am Straßenrand, achten auf die Schilder, zeigt es „Warten“, dann geduldet man sich bis es auf „Gehen“ zeigt, die Gruppe setzt sich ln Bewegung und überschreitet den Fahrdamm, ohne sich darum zu kümmern, was an Fahrzeugen wartet, die sich ja ihrerseits nach der Verkehrsampel zu richten haben. Man geht in einem unsagbar sicheren Gefühl über die Straße. Einige Tage später las ich in einer Schweizer Zeitung, daß dieser anonyme Verkehrsregler nun einige Wochen zur Probe aufgestellt sei und sich glänzend bewährt habe so daß weitere auf gestellt würden. Während sich an der gleichen Stelle früher im Laufe eines Jahres über hundert Unfälle ereignet hätten (soviel ich mich erinnere gegen 159) sei seit Aufstellung nicht ein einziger vorgekommen. Der Regler arbeitet nicht automatisch, sondern ein Verkehrsschutzmann, der von erhöhter Warte aus den Verkehr beobachtet (von einem Fenster aus, soviel ich weiß) bedient ihn. Da Sie das Thema zur Diskussion stellten, glaubte ich, meine Erfahrung nicht vorenthalten zu dürfen. Ich meine, die Aufstellung eines Verkehrsreglers oben geschilderter Art würde sich lohnen, die Kosten für Aufstellung und Unterhaltung stehen wohl kaum in Ungünstigem Verhältnis zu den Unfällen, die durch ihn verhütet werden können. E. M. Wet selbst schneidert... legt Wert auf beste Stoffqualität. 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DER1AHRHUNDEKTE Einzelband, zweifarb. Karton mit Lackober - eug; rund 160 Seiten, Bildtafeln und Karten dm. 2 . 95 , Um jedem die Möglichkeit zu geben, sich von der glänzenden Darstellung zu überzeugen, liefern wir den 1. Band ohne Verpachtung zum Gesamtbezug zum Originalpreis. Wer nach dem Lesen des 1. Bandes das Gesamtwerk bestellt, erhält als Sub« skriptions «Vergünstigung zusätzlich, ohne Berechnung, das große „Historische Lexikon“. Das „Bild der Jahrhunderte" umfaßt 19 Einzel« und 11 Doppelbände. Jeden Monat erscheint ein Buch, und jeden Monat ist auch nur ein Buch zu bezahlet^ VERLAG SEBASTIAN LUX MURNAU voi MÜNCHEN Einzeibd., Ganzleinen, Goldprägung, farbiger Schutzumschi. 160 S. Bildtafeln und Karten dm. 3.60 „Beinahe wie ein Film, aber freilich der wertvollste, der bisher geschaffen wurde, rollt »Das Bild der Jahrhunderte« mit seinen Szenen, Gestalten, Schauplätzen vorüber“ — so urteilt HorstWolframGeißler, einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller. Alfred Dahlmann, der bedeutende Kulturkritiker, bekennt, „daß ihm keine ähnlich anschauliche Geschichtsdarstellung bekannt ist“. — Die Kritik von Dr. K. Peltzer, Ausländskorrespondent großer deutscher Zeitungen,Wien: „Der Leser wird von der ersten bis zur letzten Seite in Span, nung gehalten!“ Der Mechaniker F; Zeugpfang, München schreibt: .Als ich den ersten Band gelesen hatte, war ich in eine andere Welt versetzt.“ — Dr. Schneider «Manzell, Rundfunk, referentin: „Hier ist das Geschehen der abgelegensten Zeiten jedem verständlich und in der Sprache unserer Zeit dargestellt. Ich bin überwältigt von der Fülle des Dargebotenen.* BESTELL' SCHEIN Weltgeschichte - einmal ganz anders Ich bestelle: OTTO ziereh Bild dar Jahrhundert« Band 1 (160 Seiten) mit 12» seitigem Prospekt ohneVet» pflichtung zum Bezug dee Gesamtwerkes. Ich wünsche Band 1 A) kart. mit farbig lackiert! Einb. z. Preise v. DM 2.9S B) in Ganzlein. m. Goldprä* gung u. färb. Schutzum» schl. z. Preise v. 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Er macht jetzt nicht mehr Musenbücher, sondern Busentücher“. • Der berühmte Berliner Mathematiker Di- richlet war sehr schreibfaul. Selbst seine nächsten Verwandten bekamen zeit ihres Le- bens kaum einen Brief von ihm Als ihm seine Gattin eines Tages einen Sohn schenkte, telegrafierte er gut gelaunt seinem Schwiegervater: „2 plus 1 gleich 3“. »Von welchem Tierdien ist denn der reizende Pelzkragen?* .Aber erlauben Sie mal!' • Wenn Schleiermacher in Berlin seine Predigten hielt, war die Kirche immer bis auf den letzten Platz besetzt. Die Zuhörerschaft bestand vorwiegend aus Studenten, jungen Damen der Gesellschaft und Offizieren Ein Kollege des gefeierten Theologen fragte ihn, wie es komme, daß sich immer die gleiche gute Gesellschaft in so reicher Anzahl bei ihm einstelle: „Das geht sehr einfach zu“, meinte Schleiermacher,, „die Studenten kommen, weil ich in der Prüfungskommission bin, die jungen Damen kommen der Studenten wegen und die Offiziere kommen wegen der Damen“. • Als die Schriftstellerin Marie von Ebner- Eschenbach sich durch einen kleinen Unfall zur Tafel eines Wiener Ministers verspätete und erst zürn Braten erschien, sagte einer der Anwesenden zu seinem Nachbarn: „Wenn eine Dame weder jung noch schön ist, sollte sie niemals auf sich warten lassen.“ Die Dichterin hatte diese Bemerkung gehört und wandte sich sogleich an den Vorlauten: „Wenn eine Dame das Unglück hat, mit unhöflichen Männern an einem Tisch sitzen zu müssen, dann kommt sie auch beim Dessert immer noch früh genug.“ Der treffliche Prinzenerzieher Amyot am Hofe Heinrich II. war ein wahrhaft gelehrter Mann. Seine Freunde bestürmten ihn und versuchten immer wieder, daß er sich bereit erkläre, die Geschichte Frankreichs zu schreiben. „Niemals!“, sagte Amyot. „Ich liebe Inein Königshaus viel zu sehr als daß ich ihm so etwas antun könnte.“ Wo der „Herrscher aller Reußen" lebt Stalin, der unsichtbare Bewohner des Kreml — Das Landhaus eines Diktators Vor kurzem brachte die „Iswestija“ eine ausführliche Schilderung der nach vierjähriger Arbeit abgeschlossenen Renovierung des Kreml-Palastes in Moskau, dem von Geheimnissen, Grauen und Schrecken vtmwofoenen Herzen Sowjetrußlands. Nach vierhundertfünfzig Jahre alten Plänen wurden am Kreml und seinen weitläufigen Gebäuden alle die Schäden beseitigt, die ihm schon die napoleoni- schen Kriege und der zweite Weltkrieg geschlagen haben. Mehr als 600 000 Backsteine wurden verbaut und 100 000 farbig glasierte Dachziegel krönen wieder die Türme und Bastionen. Der Kreml ist heute noch das größte und architektonisch wertvollste Bauwerk des Reiches der Moskowiter. Es ist heute wie vor Jahrhunderten von den gleichen Gestalten bewohnt, die schon immer um die autoritären Machthaber versammelt waren. Gleich ob Zaren oder Sozialisten, die Mauern des Kreml haben sie vor der Masse des Volkes verborgen gehalten und sie mit einem Nimbus umgeben, der seinesgleichen in der Welt nicht hat. Was in und um den Kreml geschieht, wissen nur diejenigen, die zu den höchsten Parteiämtern zugelaseen sind. Es sind die Auserwählten, die zu den Sitzungen des obersten Sowjets berufen werden und durch das von Scheinwerfern der allmächtigen Geheimpolizei angestrahlte Haupttor den Kreml betreten dürfen. Der Romanow-Palast innerhalb der Kremlmauem dient dem obersten Sowjet als Tagungsort. Wenn die rund 1200 Abgeordneten die zahlreichen Sowjetrepubliken zum alten Andreas-Saal hinaufsteigen, fällt ihr Blick auf ein Gemälde, das den Zaren Alexander III. inmitten seiner Bauern zeigt. Ganz im Gegensatz zu Stalin, dem unsichtbaren Bewohner dieses schier unentwirrbaren Gebäudekomplexes, der nur noch in den seltensten Fällen an die Öffentlichkeit tritt. Durch eine kleine Tür, die aus seinen Privat- gemächem in den Sitzungssaal führt, wo die Mitglieder des Politbüros meist zu nächtlicher Stunde tagen, taucht der allmächtige Mann plötzlich im Hohen Rat der Versammelten auf und nimmt an der Sitzung teil. Das ist die Stunde, wo in Rußland große Politik gemacht wird. Sind die Entscheidungen im Sinne des Diktators gefallen, verschwindet er so plötzlich, wie er gekommen ist. Aber auch Stalin ist ein Mensch, der einmal seine Ruhe haben will. Sind die wichtigsten Staatsgeschäfte erledigt, verläßt er in seiner eigens für ihn in Amerika hergestellten gepanzerten Limousine den Kreml durch eines der ungezählten Tore und rast in schnellstem Tempo zu seinem Datschen, das irgendwo nordwestlich von Moskau in der Einsamkeit eines herrlichen Parkes liegt. Datschen bedeutet ein kleines Landhaus. Doch das des Diktators ist ein Palais mit allem nur erdenklichen Luxus und Komfort. Georgische Diener, mit denen Stalin oft in seiner Muttersprache spricht, umsorgen den ersten Mann Rußlands. In diesem Palais wohnt er mit seiner dritten Frau und hier empfängt er die Besuche seiner Kinder aus zweiter Ehe. In den Herbst- und Wintermonaten lebt Stalin im Süden der Sowjetunion. Auf Anraten seiner Leibärzte besucht er die Bäder von Gogry mit ihren radioaktiven QueUen. An der Küste des Schwarzen Meeres bat Stalin ein weiteres Landhaus zur Verfügung, in dem er den größten Teil des Winters verbringt. In einem Umkreis von drei Kilometern wurden die Bewohner aus ihren Häusern vertrieben und eine Sicherheitszone geschaffen, in die keine Maus eindringen könnte. Die Häuser der alteingesessenen Bauern und Tabakpflanzer sind von den Beamten der Geheimpolizei besetzt, die mit ihrem Leben für die Sicherheit Stalins haften. Es ist eine Bannmeile des Schweigens und der Furcht, die auch hier Stalin umgibt. — Der mächtigste Mann der Welt ist ein Gefangener seines eigenen Systems. Die Unterwasser-Armee der Zukunft «Der Grund des Meeres ist meine Werkstatt“ erzählt ein Wracktaucher Einer der bekanntesten Wracktaucher und Unterwasserfotografen in Diensten der britischen Admiralität berichtet im folgenden über seihe Erfahrungen und Erlebnisse mit versunkenen Schiffen aller Größen und Arten in den Häfen und vor den Küsten aller sieben Meere der Welt. „Der Grund des Hafens von Hongkong ist meine Werkstatt“, erzählt dieser Mann, der einen wahrhaft seltsamen und gefährlichen Beruf hat. Kürzlich tauchte er bei. Malta auf den Boden des Mittelmeeres, um die Ursachen der Versenkung eines berühmten Hifskreuzers der englischen Marine, festzustellen. Wie ein Fisch ließ er sich, mit einem neuartigen Atemgerät ausgerüstet, das den Taucheranzug überflüssig macht, in die Tiefe gleiten und betrat die gespenstige Welt des Wracks. Das Schiff war mit Kriegsmaterial beladen, als es sein Schicksal ereilte. „Ich kletterte über die Reeling und sah auf dem Oberdeck ein von Algen und Tang überwucherten Haufen leichter Panzer und Lastwagen, die noch immer in ihren Haltetauen hingen“, erzählte er von seinem Erlebnis. Ich glitt durch die offenstehende Tür der Kapitänskajüte und hatte in dem dämmrigen Licht den Eindruck, als ob der Raum vor Stunden erst von den Menschen verlassen worden sei. An der Kabinenwand hingen noch die Reste einer Uniform, und in den Wandfächern waren Konservenbüchsen aufgestapelt. Mit meinen Schwimmfüßen war ich fast ebenso beweglich wie die vielfarbigen. Fische,. die mir in den Schifferäumen begegneten. Ich konnte mich eines unheimlichen Schauere nicht erwehren und dachte an die Menschen, die mit diesem Schiffe vor neun langen Jahren von den Wellen verschlungen wurden. Ich kam an einem Flakgeschütz vorbei, das sich noch leicht in seinen Lagern drehte und dessen Rohre sinnlos in irgendeiner Richtung fast siebzig Meter unter dem Wasserspiegel zeigten. Welch ein Drama mag sich um dieses Geschütz in den entscheidenden Augenblicken abgespielt haben. Und weiter ging ich auf Entdeckungsfahrt, machte auftragsgemäß Aufnahmen von den gewaltigen Löchern, die Minen und Torpedos in den Schiffsrunnpf gerissen hatten und fand schließlich die Schiffsglocke. Sie hing noch an ihrem alten Platz. Auch der Klöppel war noch vorhanden. Ich schlug sie an und durch das Wasser gedämpft klangen die acht Schläge zum Gedenken der Seeleute durch die Öde und Einsamkeit, in die ich von der Oberwelt herunter gekommen war . . .“ Die Wracktaucher von heute bedienen sich zu ihren Aufnahmen der modernsten Unterwasserkameras Sie müssen sich durch starke Linsen auszeichnen und hoch empfindliche Filme verarbeiten können. Das Lichtproblem ist einmes der schwierigsten, das bei Ors dZatselspcdt* Waagerecht: 1. Nebenfluß des Mains. 4. KesselheizmitteL 7. Angehöriger eines mittelasiatischen Volkes, 10. Fluß in Frankreich, 12. Segelstange, 14. Gewässer, 15. Finnische Hafenstadt, 16. Widerhall, 18. Stadt BIS“ in Rußland, 18. Geheimtext, 20. Abscheu, 21. Ethischer Begriff, 23. Küchengewürz, 25. Bankenansturm, 26.1tal Erzieherin, 28. Baumteil, 29. Wechselbürgschaften, 31. Gesellschaftlicher Verstoß, ungeschicktes Benehmen, 32. Vorderseite einer Münze, 33. Hülsenfrucht. Senkrecht: 1. Innenorgan, 2. Molltonstufe, 3. Kriegsgott, 4. Sprengkörper, 5. Germanische Gottheit, 8 Land in den Ostalpen, 8. Habsucht, 9. Römischer Gott des Weines, 11. Spitzensäule, 13. Laubbaum, 15. Kampfbahn, 17. Feierliches Gedicht, 18. Nebenfluß der Wolga, 21 Heideblume, 22. Griechischer Sagenheld, 24. Treppenabsatz, 26. Autorennbahn bei Berlin, 27 Bergweide, 29. Wappenvogel, 30. Englisch: Ohr. Auflösung! •JB9 0£ M«V '62 adrv 'US ‘snAV •9 Z 'sptiS fZ ‘xefv ZZ ‘«P-iU IS ‘«TO '81 ‘apO 'AI ‘euaiy SI üuoqv sx ‘qstxaqo IX ‘smpoea 6 ,J3 !0 8 T««IX 9 ‘««v 'S ‘srnpi * ‘sarv '£ ‘«FP 'S ‘W®1N X : tqsarqns§ •asqjg 88 ‘sjsav ZZ S8dxn«L XL ‘S18AV '62 ‘feV 82 ‘«fV 92 “unH SS ‘smy 82 ‘«MV3 X2 'is^ug 02 ‘ap°D 61 ‘i^O 81 ‘ ol Pa 91 •oqv SI n *««H SI ‘ZriiaZ 0 X ‘ssjZzrg •i > ‘«PPM T ctqaaJaSeBM. Unterwasseraufnahmen noch der Lösung harrt; denn nur in den seltensten Fällen ist es möglich, am Wrack selbst starke Scheinwerfer anzubringen. „Unterwasser-Spaziergänge“ sind bekanntlich an der Küste der französischen Riviera schon zum beliebten Sport geworden, der allerdings keinen Vergleich mit der lebensgefährlichen Arbeit der Wracktaucher aushält. — Militärische Dienststellen der verschiedensten Nationen haben seit längerer Zeit die Möglichkeiten ins Auge gefaßt, mit Hilfe hochentwickelter Atmungsgeräte ganze Regimenter auszurüsten und sie im Falle einer Invasion als eine Unterwasserarmee, die plötzlich aus dem Meere auftaucht, auf den Strand marschieren zu lassen. Nach den bisher gewonnenen Erfahrungen sind diese Möglichkeiten keineswegs in das Reich der Phantasie zu weisen. Aber auch eine friedliche Entwicklung bedeutet die Tatsache, daß Menschen in absehbarer Zeit sich — unbehindert durch schwere Taucheranzüge — auf dem Meeresgrund bewegen können. Sie werden die zukünftigen „Bauern des Meeresbodens“ sein, die eßbare Seegräser züchten und an besondere geeigneten Stellen der Küsten umfangreiche Fischfarmen anlegen. Der Mann mit r’cn hundert Trid.s Von Jo Hanns Rösler Das große Variete löschte seine tausend Lichter. Die letzten Bühnenarbeiter verließen das Theater, der Portier schloß hinter ihnen ab und schritt langsam der letzten offenen Tür zu, die zu den Garderoben der Artisten führte. Im Schatten des Torbogens stand ein Herr. Er trug einen grauen Mantel und einen runden schwarzen Hut auf dem Kopf. — „Ist Zarin! noch da?“ fragte er. — „Der Mann mit den hundert Tricks?“ — „Ja.“ — „Ich werde nachsahen.“ Zarini, der Mann mit den hundert Tricks, schloß sorgsam seinen großen Koffer ab. — Es klopfte. — „Herr Zarini?“ — „Ja.“ — „Unten wartet ein Herr.“ — „Hat er seinen Namen genannt?“ — „Nein. Er fragte nur, ob Sie noch im Hause wären.“ — „Führen Sie ihn oitte herauf!“ Der Herr im grauen Mantel verbeugte sich, als er ein trat. — „Ich heiße Burger“, sagte er. — „Der Juwelier?“ — „Sie kennen mich?“ — „Ich würde sogar gern Ihr Kunde, wenn ich es mir leisten könnte.“ — „Sie werden es sich leisten können.“ — „Hoppla!“ — „Ich biete Ihnen eine Gage von zehntausend.“ — „Donnerwetter! Wofür?“ — „Für einen Ihrer hundert Tricks.“ — „Kein schlechtes Honorar.“ — „Ich will es hoffen.“ — „Und wo soll ich den Trick ausführen?“ — „Morgen. Bei mir. Wollen Sie?“ Zarini nickte: „Wir werden darüber reden. Erwarten Sie meinen Besuch.“ Die Verhandlung am nächsten Morgen dauerte schon zehn Minuten. Der Juwelier sagte ärgerlich: „Ich verstehe Ihr Zögern nicht!“ — „Es ist ein glatter Betrug!“ — »Bedenken Sie Ihr Honorar! Zehntausend!“ — „Und der Wert des KoUiere?“ — „Vierzigtausend.“ — „Kein schlechtes Geschäft für Sie!“ — „Auch für Sie nicht, Zarini!“ erwiderte der Juwelier, „wie oft haben Sie diesen Trick schon auf der Bühne ausgeführt! Sie haben weiter nichts zu tun, als das Kollier vor den Augen der Comtezza in die Schatulle zu legen und es dabei verschwinden zu lassen.“ — „Und wenn sie daheim das Fehlen des Schmuckes bemerkt?“ Der Juwelier lächelte: „Wenn der Schmuck unterwegs verloren geht, haftet mein Geschäft nicht.“ Eine Stunde später betrat die Comtezza den Laden des Juweliere. In ihrer Begleitung befand sich ein junger Herr. Sie stellte ihn als ihren Sekretär vor. Der Juwelier öffnete den schweren Stahlschrank. „Sie werden Ihre Freude an dem Schmuck haben, Comtezza.“ — „Kann ich das Kollier sehen?“ — „Hier ist es.“ Die großen Steine, die so dicht beieinander lagen, daß die kostbare Platinfassung fast verschwand, waren von einer unbeschreiblichen Schönheit. Der Juwelier wies auf Zarini, der neben ihm stand: „Mein Geschäftsfreund aus London brachte mir gestern die letzten Steine. Der Schmuck möge Ihnen Glück bringen, Comtezza!“ — „Der Preis bleibt wie vereinbart?“ — „Vierzigtausend.“ — „In bar. Ich kenne Ihre Bedingungen.“ — Sie gab Ihrem Sekretär ein Zeichen. Der Sekretär öffnete die Mappe und zählte den Betrag auf den Tisch. Zarin! nahm das Kollier in die Hand. „Darf ich Ihnen inzwischen den Schmuck einpacken, gnädige Frau?“ — »Bitte." Zarini legte das Kollier in die dafür bestimmte Kassette. „Überzeugen Sie sich bitte nochmals, daß der Schmuck darin liegt, gnädige Frau“, sagte er gewissenhaft, „man kann bei so wertvollen Steinen nicht vorsichtig genug sein. Es geschehen oft die seltsamsten Dinge.“ Damit schloß er die Kassette und überreichte sie der Kundin. „Das haben Sie unglaubüch geschickt gemacht, Zarini?“ — „Ich führe den Trick seit Jahren jeden Abend aus.“ — „Ich habe Sie genau beobachtet und nichts gemerkt. Wenn das Kollier jetzt nicht in meiner Hand wäre —“ — „Erlauben Sie!“ — „Was fällt Ihnen ein? Warum nehmen Sie das Kollier an sich?“ — „Erst gegen mein Honorar.“ —„Mißtrauen?“ — „Nennen wir es Aberglauben.“ — Der Juwelier legte zehn große Banknoten auf den Tisch.- Zarini schob das Geld in seine Tasche. „Und jetzt lege ich das Kollier in Ihren Stahlschrank“, sagte er und wiederholte seine Worte, die er vor einer halben Stunde gesprochen hatte, „überzeugen Sie sich bitte nochmals, daß der Schmuck darin liegt. Es geschehen oft die seltsamsten Dinge.“ Das Kollier lag auf der grauen Stahlplatte im zweiten Fach. Zarini schloß die Stahltür. Und überreichte dem Juwelier den Schlüssel. Der Artist rief ein vorübergehendes Taxi an. Noch einmal winkte er vergnügt zurück. Der Juwelier applaudierte hinter der hohen Glasscheibe seiner Tür. Dann schritt er zum Tresor und öffnete ihn. Erschrocken fuhr er zurück. Das Kollier war verschwunden. An seiner Stelle lag ein Brief. „Ich hoffe, sehr verehrter Herr. Sie waren mit meiner Sondervorstellung in Ihren Räumen zufrieden. Ich gebe gern zu, daß das Honorar außergewöhnlich hoch war, wie es mve Artisten selten in den Schoß fällt. Wenn Sie aber bitte bedenken wollen, daß ich einen meiner berühmten Tricks zweimal hintereinander ausführte — zuerst vor Ihrer Kundschaft und dann an Ihrem Tresor — so wollen Sie bitte zugeben, daß mein Illusionsakt das Geld wert war. Das Kollier erstatte ich in dieser Minute seiner Eigentümerin zurück und werde eine glaubhafte Erklärung dafür finden. Denn ich möchte nicht, daß Sie eine so kaufkräftige Kundin einbüßen, die Ihnen sicher, noch oft ermöglichen wird, das Vergnügen zu haben, im Theater zu bewundern — den Mann mit den hundert Tricks.“ Begabte Benjamine Genies sind selten Kinder junger Eltern, sie sind auch fast niemals Erstgeborene. Vielmehr waren die meisten Berühmtheiten die Jüngstgeborenen kinderreicher Familien. Vor allem scheint dies für Komponist«» zu gelten. Schubert war das zwölfte Kind von vierzehn, Loews, der Schöpfer der neueren Balr lade, war der letzte von zwölf Kindern, Baca das achte unter zwölf, Händel das neunte von zehn, Carl Maria von Weber der Benjamin unter neun und ebenso Richard Wagner. Mozart war der Benjamin unter sieben und Schu mann das fünfte von sechs Kindern, Massenet gar das siebenzehnte und letzte. Caruso erzählte stets gerne, daß er das einundzwanzigste Kind eines kleinen Funktionäre gewesen sei. Chateaubriand, der tiefschürfende französische Schriftsteller, dessen Wirkung das ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch anhielt, war das letzte von zehn Kindern. Boileau, der französische Satiriker, war das elfte von fünfzehn Kindern eines Parlamentsschreibers, und Rabelais, der be-* kannte Erzähler, war das fünfte und letzte Kind eines armen Winzers. 8 .« Seite 10 . — NuxamerHl OSlSoiH Samstag, 25. November 1950 Am Dienstag Stadtratssitzung Kranzniederlegung am Ehrenmal Am Montag, 27. November, an dem rieh nun sechsten Male der Tag des großen Flieger* angriffs auf unsere Stadt jährt, werden Staatsregierung und Stadtverwaltung in einem schlichten Akt der Opfer gedenken. Der feierliche Akt findet um 11 Uhr an der Ruhestätte der Fliegeropfer auf dem Hauptfriedhof statt. Staatspräsident Wo hieb, der mit einigen Regierungsmitgliedem erscheint, wird für den badischen Staat, Und Oberbürgermeister Dr. Hoffmann, den die vier Bürgermeister und die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen begleiten, für die Stadt Freiburg je einen Kranz niederlegen. Ansprachen werden nicht gehalten, man wird in einer stillen Gedenkminute der Opfer eines wahnwitzigen Krieges gedenken und sich in Trauer und Ehrfurcht vor ihren Gräbern neigen. Haussammlung der Krieg"gräberfüisorge Das Bürgermeisteramt Freiburg teilt mit: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Landesverband Oberrhein führt in Baden vom 26. November bis 2. Dezember mit Genehmigung des Bad. Ministeriums des Innern eine Haussammlung durch. Die Tätigkeit des Volksbundes bat gegenwärtig ihren Schwerpunkt in unserer engeren Heimat, wo in den letzten Monaten des Jahres 1945 viele Soldaten gefallen sind und meist nur notdürftig beigesetzt waren. Zwei Soldaten- friedhöfe, bei Baden-Baden und Badenweiler, werden in diesen Tagen der Öffentlichkeit übergeben. Außerdem hat der Volksbund in den letzten Wochen Kriegsgräberanlagen in oder bei Breisach, Gamsburst, Greifern, Ihrin- gen, Söllingen und Staufen ausgebaut und eingeweiht In Kehl und Emroendingen werden bald weitere Soldatenfriedhöfe eingerichtet werden. Das badische Volk hat ein besonderes Interesse daran, daß der Volksbund in seiner segensreichen Arbeit unterstützt wird. Die Stadtverwaltung ruft die Bevölkerung auf, die Tätigkeit des Volksbundes und ihrer ehrenamtlichen Helfer bei der Haussammlung tatkräftig zu unterstützen. Die gefallenen Söhne unserer Heimat sollen würdevolle Ruhestätten erhalten! Die Sammler, die die einzelnen Häuser aufsuchen werden, müssen einen besonderen, von der Polizeidirektion gestempelten Ausweis und numerierte Spendenlisten bei sich führen. Aus dem Ausweis ist der Namen des Sammlers und des Veranstalters, Art und Zweck der Sammlung und die Zeit, auf welche die Sammlung beschränkt ist, ersichtlich. Am Dienstag, 28. November, tritt der Stadtrat um 17 Ohr erneut zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Die Tagesordnung umfaßt folgende 5 Punkte: 1. Vorläufige Mitteilungen über das Wiederaufbauprogramm 1951. 2. Vierpunkte-Programm des Oberbürgermeisters zur Minderung der Wohnungsnot. 3. Antrag der SPD-Fraktion vom 31. Oktober auf Zurverfügungstellung eines Betrages von 1 Million DM, zweckgebunden für den sozialen Wohnungsbau für Flüchtlinge, Ausgebombte und durch die Besatzungsmacht Geschädigte. 4. Neubau Sporthaus Bohny an der Ecke Kaiser-Joseph—Grünwälder Straße. . 5. Verschiedenes. * Ergänzend zu unserem Bericht über die Stadtratssitzung vom 21. November (vergl. Ausgabe vom 24. November, Nr. 140) tragen wir nach, daß der tatsächliche Bedarf an Wohnungen in unserer Stadt über die in der Überschrift genannte Zahl 5000 hinaus in s gesamt 6 443 beträgt, denn auf diese Höhe ist die Zahl der wohnungsuchenden Faminen angewachsen. Wie sich diese Ziffer zusammensetzt, ging aus dem von uns wiedergeg®ben6n Inhalt des Referats von Bürgermeister S c h Leier deutlich hervor. Die Sitzung am kommenden Dienstag wird ein weiterer Schritt auf dem Wege sein, mit aller Energie eine Lösung der katastrophalen Wohnungslage in unserer Stadt zu suchen. * Wie uns Bürgermeister Schieler mitteilt, ist es nicht seiner Mitwirkung, sondern der des Stadtrats Schüler zu danken, daß der Internationale Weinbaukongreß 1952 nach Freiburg kommt. Den Dank dafür hat in der vergangenen Stadtratssitzung Oberbürgermeister Dr. Hoffmann also nicht, wie infolge eines Hörfehlers von uns erwähnt, an Herrn Schieier, sondern an Herrn Stadtrat Schüler ausgesprochen. Rund um unser Stadtgeschehen Freiheit in Forschung und Lehre Feierliche Immatrikulation an der Universität In einer akademischen Feierstunde wurden die im Wintersemester neu immatrikulierten Studenten in die Universität aufgenommen. In seiner Ansprache an die Studenten stellte der Rektor, Professor Dr. Friedrich Oehlkers, die Frage, ob eine solche Feier nicht schon zu einer leergewordenen Form der Tradition geworden sei. Diese Fragestellung führte ihn zu dem Sinn der Universität als Ganzem. Die schwere Zeit nach dem Zusammenbruch habe erkennen lassen, daß die einzelnen Glieder der Universität ein festes Band der Gemeinschaft verbindet. Gewiß sei es Aufgabe der Universität, gute. Ärzte, Pfarrer, Richter usw. auszubilden, aber in dieser reinen Fachausbildung erschöpfe sich ihr Sinn als Ganzes nicht. Dieser eigentliche Sinn erwachse erst aus der Freiheit in Forschung und Lehre, die eng mit der Bindung an die Wahrheit verknüpft sei. Es gäbe daher auch Bezirke im akademischen Leben, in die der Staat nicht eingreifen sollte. Der Rektor erinnerte die Studenten daran, daß es heute keinen „Stand“ der Studenten mehr gibt; kein Vorrecht zeichne sie vor Arbeitern und Handwerkern aus. Nur ein Mehr an Verpflichtungen hebe sie aus der Masse heraus und in diesem Sinne müßten sie sich in das Volksganze einordnen. Professor Dr. Oehlkers stellte sodann an die neuaufgenommenen Studenten die Frage, ob sie gewillt seien, das Studium ernstlich zu pflegen, den Lehrern die schuldige Achtung zu erweisen und sich eines akademischen Bürgers würdig zu erweisen. Mit der Bejahung dieser Frage, die je ein Vertreter der fünf Fakultäten für alle übernahm, wurden die jungen Studierenden in die Gemeinschaft der Universität aufgenommen. G.R. Treffpunkt Münsterplatz Als Sammelpunkt einer überströmenden I Mählich verrinnt die Zeit Vor lauter Fülle herbstlicher Gaben des Breisgauer Lan-1 Schauen, Kosten, Prüfen, Feilschen überhört des hat samstags der Münsterplatz seinen großen Tag. War er im Mittelalter letzte Ruhe- - Stätte der Verstorbenen, so ist er heute, als seltsamer Gegensatz, von brausendem Leben erfüllt Hausfrauen aus allen Teilen der Stadt streben dem einen Punkt dem großen, freien Platz im Herzen der Stadt zu, den der gotische Turm des Münsters, einem lanzenbewehrten Wächter gleich, dominierend überragt. Betritt man durch eine der noch erhalten gebliebenen, sagenhaft schmalen Gassen den vom herbstlichen Morgenlicht erfüllten Platz, so eröffnet sich dem überraschten Blick des Fremden ein buntes, verwirrendes Kaleidoskop von Menschen, Früchten, bunten Schutzdächern, dampfenden heißen Würstchen-, wespenum- schwärmten Honig- und bunten Postkartenständen. Bekannte, die sich wochentags zu sehen kaum Gelegenheit hatten, dürfen - gewiß sein, daß sie auf dem Wochenmarkt einander todsicher begegnen. Neue Ereignisse aus der Familienchronik werden zwischen den Ständen der städtischen Händler und der Bauern, inmitten eines Duftkonglomerats von Trauben, Äpfeln, Sauerkraut, Birnen, Bananen, Stangenkäse, Zwiebeln, Lauch und Gemüse ausgetauscht. Wer in diesem brodelnden Kessel einmal untergetaucht ist, der läßt sich, schauend, kauend oder plaudernd, mit vergnügten Sinnen im Strom treiben. Und ich kenne manchen alten Freiburger, der eigentlich samstags nichts auf dem Wochenmarkt zu suchen hat, sich abei nichts-desto-trotz allsonnabendlich diesem harmlosen Schlendrian hingibt und ihn um alles in der Welt nicht missen möchte. Zwei Parolen aber scheinen wegweisend und bestimmend zu sein, zwei Parolen, die einen Grundzug alemannischen Wesens vor aller Augen in einer typischen Weise bloßzulegen scheinen: Numme nit buddle!“ und „Numme nit luck io!“ oder auf gut Deutsch: Nur keine unnötige Hast!“ und »Nur nicht Nachlassen!“... Man befindet sich im Brennpunkt zweier Welten, oder besser gesagt, zweier Lebenskreise: Der städtischen und der ländlichen Sphäre, die beide zu Füßen des steinernen Zeugen sich berühren und überschneiden. Und wenn die Stadtfrau mit dem zeitbedingt schmalen Geldbeutel und einem Herzen voller Wünsche beim Auswählen und Aussuchen ist, dann mahnt sie heimlich der gute Geist aller Hausfrauen: „Numme nit buddle!“ — vielleicht ist die gleiche Ware am nächsten Stand ein paar Pfennige billiger zu haben? — und die Bäuerin, in deren Truhe Bargeld eine ebenso rare Angelegenheit ist, bekommt vom gleichen Ge'st den Befehl zugeraunt: „Nit luck io!“ und hört bereits im Geiste die Stichelreden der Nachbarinnen, wenn sie etwa nachmittags mit halbleerem Geldbeutel und halbvollen Körben wieder ins heimische Dorf einzieht. Aber der Brezelverkäufer aus Kandern im Markgräflerland scheint beide Parolen in sich zu vereinigen: „Nit luck lo“ und „Numme nit buddle“ — „Mir mache, wa mer chönnet!“ — Er kennt den Marktbetrieb wie kein zweiter, er liegt ihm gewissermaßen im Blut, denn seine Eltern und Großeltern standen schon Jahrzehnte ihres Lebens bei Wind und Weter auf dem Freiburger Wochenmarkt. man in diesem brausenden Gewühl den eher nen Schlag der Zeit von der luftigen Höhe des Münsters herab; aber wenn die 60 Zentner schwere Christusglocke ein weithinhallendes, donnerndes „Eins“ schlägt, dann ist der ganze Spuk zerstoben. In fremden Ländern und Erdteilen, in Amerika, Afrika, in der Südsee tanzen, singen und schauspielern Eingeborene fremden Besuchern nach strenger Vorschrift -eines werbetüchtigen Keine Stromeinschränkungen Wie Bürgermeister Schieler in der Stadtratssitzung vom vergangenen Dienstag mitteilte, steigt der Stromverbrauch in Freiburg laufend weiter an und hat nach einer Feststellung des Freiburger Elektrizitätswerkes in diesem Monat bereits eine Million Kilowattstunden überschritten. Die geäußerten Befürchtungen, daß Stromeinschränkungen eintreten müßten und das Weihnachtsgeschäft der Freiburger Geschäftswelt dadurch gestört würde, zerstreute Bürgermeister Schieler mit dem Hinweis, daß derartige Einschränkungen vorerst nicht vorgesehen und auch nicht zu erwarten seien. Karambolage Pkw — Tram Beim Einbiegen von der Johanniterstraße nach links in die Habsburgerstraße stieß ein Personenkraftwagen mit einer in nördlicher Richtung fahrenden Straßenbahn zusammen, wobei am Pkw ein Sachschaden von etwa 100 DM entstand. Vorsicht auf der Fahrbahn! Auf der Zähringer Straße lief ein zehnjähriger Junge ünvorsichtigerweise vom Gehweg auf die Fahrbahn, wurde dabei von einem vorbeifahrenden Personenkraftwagen gestreift, Fremdenverkehr-Regisseurs oft einen unwirklichen Abklatsch ihres Lebens vor. Hier aber in der Münsterstadt,, zu Füßen des schönsten gotischen Turmes der Welt, erlebt man den Kaiserstühier, den Schwarzwälder, den Markgräfler und den Städter wie sie wirklich sind: Sich unbeobachtet, unkontrolliert fühlend, mit einem Wort: Menschlich und wahrhaftig! — Und hier liegt im Grunde genommen der tiefste Reiz dieser Begegnung von Stadt und Land im ehrwürdigen'. Schatten der Gotik! R. F. 27. November 1944! In allen Häusern unserer Stadt, vom ersten Stockwerk bis zur Mansarde hinauf, harrten an jenem trüben Novemberabend die Menschen gedrückt und von bangen Zweifeln gequält, was die Nacht wohl bringen würde. Man blieb beisammen, vermied Ausgänge nach Möglichkeit und suchte den Schutz in der eigenen Häuslichkeit und im Familienkreise. Gestützt auf die bisherigen Erfahrungen, und auf die illusionäre Meinung trauend, Freiburg sei im Luftkrieg zum Schongebiet erklärt, war die Hoffnung allgemein, man werde — wenn in der Nachtruhe auch öfters durch Fliegeralarm gestört — doch ohne ernste Gefährdung bleiben. Aus dieser Selbsttäuschung gab es um die achte Abendstunde des 27. November plötzlich ein jähes und schreckliches Erwachen. Mit einem Schlag wankte der Boden unter den Füßen, die Häuser zitterten, die Erde schien aus ihren Angeln gehoben zu werden. Und dann brach das Dröhnen, Heulen und Pfeifen der Bomben über die Freiburger herein. Einzeln und in ganzen Serien, in einem vernichtenden Teppich, wuchteten die Tod und Verderben speienden Bomben auf die arme Stadt herab. Verspätet tönten die Sirenen auf und bildeten die schaurige Begleitmusik zu dieser schwersten Katastrophe in der 800jährigen Geschichte der Breisgauhauptstadt Binnen weniger Minuten lagen Tausende von Bewohnern unter den Trümmern ihrer Häuser begraben, Tausende starben einen schrecklichen Flammentod. Halbnackt oder mit in der Eile zusammengerafften Häbseligkeiten irrten die Menschen durch das Flammenmeer ihrer in Trümmer sinkenden Stadt auf der verzweifelten Suche nach einem rettenden Ausweg aus dem Furioso. Nicht mehr als 20 Minuten dauerte der furchtbare Angriff. Zwanzig Minuten, die genügten, um die Geschichte der vielhundertjährigen Innenstadt auszulöschen und Tod, Not und Entsetzen auch auf die Außenviertel zu verbreiten. Was Menschenhände in vielen Ge nerationen geschaffen und gebaut hatten, war in wenigen Minuten eine Stätte von Trümmern. Qualm, Flammen und Tod geworden. Wir Überlebenden sind dabei, uns unsere Stadt wieder aufzubauen. Allen aber, die dem Bombenhagel und Feuersturm entkamen, werden die Stunden des 27. November 1944 nie aus dem Gedächtnis sch würden. Und ihr Er Ürnern an jene Katastrophe bestärkt sie um so mehr in dem festen Willen, entschieden gegen jede Aufrüstung und Remilitarisierung, gegen den Wahnsinn des Krieges, zu protestieren. Sie bekennen sich leidenschaftlich zu der Parole der Friedensfreunde: Nie wieder Krieg! . R. Z. Turteltaube als Luftschutzwart Mit den Menschen gewöhnten sich in Freiburg in der Luftkriegszeit auch die Haustiere an das Sirenengeheul und lernten mit den fluchtenden Menschen in die Luftschutzräume mitzugehen, auch ohne besondere Anweisungen. Ihr feiner Instinkt Uefl sie herannahende Gefahren frühzeitig fühlen und ihr ängstliches Benehmen war auch den Menschen oft eine dringende Mahnung zur Flucht in den Luftschutzraum. Bei der Freiburger Bevölkerung war bis zum Großangriff die Illusion sehr verbreitet, Freiburg, das als Kulturstadt Weltruf genoß, werde keinen ernsteren Angriffen ausgesetzt sein. Zu diesen Illusionisten gehörte auch eine Witwe in der Wiehre, die ein Turteltäubchen hatte, das beim Ertönen der Sirene sozusagen den mahnenden Luftschutzwart spielte. Wie üblich, hatte die Frau ihre wichtigsten Habseligkeiten stets griffbereit verpacht und das Gepäck bei der Türe abgestellt, um es gleich zur Hand zu haben. Auch das Täubchen wurde jeweils mitgenommen in den Luftschutzraum. Das kluge Tierchen hatte bald erfaßt, warum diese Flucht notwendig war, aber seine Herrin war schließlich, wie die meisten Freiburger, ziemlich lässig geworden Und versäumte es oft, bei Fliegeralarm in den Keller zu gehen Da ersann das kluge Tierchen eine originelle Idee, um die Frau, an ihre Pflicht zu ermahnen. Es hielt sich ständig in der Nähe des Notgepädcs auf und wenn die Sirene ertönte, hüpfte es auf das Gepäck und bedeutete so der Herrin, daß auch es zum vorsorglich in Sicherheit zu bringenden lebenden Inventar gehöre. Da Herrin und Täubchen eine unzertrennliche Schicksalsgemeinschaft bildeten, beachtete die Frau die Mahnung des gefiederten Luftschutzwartes besser als die des polizeiamtlichen Luftschutzwartes. Beide, Taube und Frau, überstanden alle Fliegerangriffe wohlbehalten und lebten viele Jahre in Hausgemeinschaft miteinander. Einmal drohte ihnen die Trennung. Ein „guter“ Nachbar denunzierte die Frau beim wohllöblichen Wohnungsamt, sie halte in der Wohnung Tiere, was nach stadträtlicher Verordnung verboten-sei. Pflichtgemäß erschienen bei der Frau Außenbeamte des Wohnungsamtes, um den Tatbestand an" Ort und Stelle zu überprüfen. Sie waren vernünftig genug, ein harmloses Turteltäubchen nicht als Tier tm Sinn der stadträtiiehen Verordnung zu sehen Die zwei Unzertrennlichen blieben weiter beisammen, bis das Tierchen, dann ein recht tragisches Ende nahm: Die Frau mußte Wohnungsuchende bei sich aufnehmen; die fremde. Frau hantierte eines Tages ln der Küche, und beachtete nicht das am Boden herumhüpfende Täubchen. Bei einer Wendung tat sie einen , Schritt und trat das arme Täubchen tot. Die Besitzerin war untröstlich. B. Z. stürzte und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Beim Überschreiten der Fahrbahn in der Waldkircher Straße stieß eine 42 Jahre alte Frau mit ihrem Kopf gegen den Kopf eines vorbeifahrenden Radfahrers. Die Frau stürzte und erlitt dabei eine Platzwunde am Hinterkopf und eine Gehirnerschütterung. Wer hat die Ertrunkene beobachtet? Über die Identifizierung der weiblichen Leiche in der Dreisam haben wir bereits in der gestrigen Nummer berichtet. Die Badische Staatsanwaltschaft Freiburg teilt ergänzend dazu noch mit: Es ist noch ungeklärt, wo und auf welche Weise — freiwillig oder unfreiwillig — die Verstorbene in das Flußbett der Dreisam gekommen ist. Bei Berücksichtigung der Gewohnheiten der Verstorbenen spricht eine Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie am Montag, 20. November, gegen 6.30 Uhr in der Nähe der Fabrikstraßenbrücke in das Drei- sambett gelangt ist. Wer irgendwelche sachdienliche Beobachtungen hierzu gemacht hat, mögen sie auch noch so nebensächlich erscheinen,, wird dringend gebeten, sich baldigst bei der Staatsanwaltschaft Freiburg oder der Kriminalpolizei, Holzmarktplatz, zu melden. Zwei Alarme der Feuerwehr Am Donnerstag um 13.10 Uhr wurde die Feuerwehr zum Auspumpen eines Kellers in der Hexentalstraße gerufen. Der Häuptabfluß- graben des von Merzhaüsen zufließen.den : Wassers war abgesperrt, dadurch lief das Wasser in den Seitengraben an der Hexentalstraße und überflutete die dort liegenden Gärten, drang auch zum Teil in die Keller ein. Am Freitag um 9.58 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Lagerraumbrand in der Kaiser- Joseph-Straße gerufen. Eine Bretterwand ' in einem Lagerraum war durch das hindurchgehende Ofenrohr in Brand geraten. An der Wand stand ein großes Regal mit allerlei Parfümartikeln, also leicht brennbaren Stoffen. Der Brand wurde innerhalb 15 Minuten gelöscht Umlegungsbehörde im Augustinermuse au Die Dienststelle der Umlegungsbehörde der Stadt Freiburg befindet sich ab Montag, 27. November, im Augustinermuseum, Augustinerplatz, I. Stock (Fernruf-Nr. 2801, Anschluß 218). Weihnachtsbäckerei auf Gas In der nächsten Wache finden im Feierlingsaal heitere Werbeabende, veranstaltet vom Städtischen Gaswerk Freiburg, statt. Dabei wird die Herstellung von Weihnachtsbäckerei in Gasbadeöfen praktisch vorgeführt von Frau Marianne Büge von Junker L Kuh und Herrn Appel von den Vaillantwerken. Am Schluß werden Kostproben verteilt. Den Höhepunkt bildet jeden Abend die Gratisverlosung der schönsten Torten Näheres ist aus dem Anzeiger.teil der heutigen Ausgabe zu ersehen. Betrunken am Steuer Während der Nachtstunden mußte eine Polizeistreife gegen einen Kraftfahrer einsehrei- ten, der mit einem Lastkraftwagen durch die Haslacher Straße fuhr und augenscheinlich unter Alkoholeinwirkung stand. Zur Feststellung des Trunkenheitsgrades wurde dem Fahrer eine Blutprobe entnommen und das Fahrzeug vorläufig sichergestellt. Unter Verdacht von Alkoholeinwirkung stand auch der Fahrer eines Personenkraftwagens, der in der Habsburger Straße hinter einigen Radfahrern, die er überholen wollte, stark abbremste, weil ein entgegenkommender Lastzug ein Überholen nicht zuließ. Der Pkw geriet ins Schleudern, prallte auf den Lastzug auf und wurde schwer beschädigt. Ein im Pkw mitfahrender Mann erlitt Gesichtsver- lfetzungen, dem Fahrer selber wurde eine Blutprobe entnommen. In der Habsburgerstraße bei der Rotlaubstraße wurde ein Radfahrer von einem Lkw angefahren, auf die Straße geworfen und hierbei so schwer verletzt, daß er mit einer Gehirnerschütterung und einer Wunde am Hinterkopf in die chirurgische Klinik verbracht werden mußte. Da der Vedacht bestand, daß der Lkw-Fahrer Alkohol zu sich genommen hatte, wurde ihm eine Blutprobe entnommen und sein Fahrzeug sichergestellt. Berufsfördernde Lehrgänge Die Deutsche Angestellten - Gewerkschaft veranstaltet in diesem Winter verschiedene berufsfördernde Lehrgänge. Die Kurse für Buchführung beginnen am 30. November um 20 Uhr mit einer technischen Vorbesprechung in der Erbprinzenstraße 14. Die Kurse selbst werden im Hause Herder abgehalten. Für Interessenten besteht noch die Möglichkeit, sich in der Vorbesprechung am 30. November anzumelden. tsraatag, 38. November 1980 Pas ttotk Nummer 141 — Seite 11 Uflswe iubilare G f bu £ t ? ta « ^ert am heutigen Samstag rnu Friede S c b 1 e n k. Emmendinger Straße 15. _ 7 4 /ehre alt wurde am Freitag 24. November, Frau Frieda Wern et. Kartäuserstraße 17. Ebenfalls am gestrigen Freitag konnte Frau Rosa begehen! *" 888161 straße **• Utren 69. Geburtstag Frau Maria Keilesrieder, die Witwe des Scbmiedemeisters Gustav Heliesrieder, früher Ringstraße 32, jetzt in Elzach wohnend, feiert am kommenden Donnerstag, 30. November, in voller Rüstigkeit ihren 80 . Geburtstag. Ihren 75. Geburtstag feiert am morgigen Sonntag In geistiger und körperlicher Frische und Rüstigkeit Frau Maria F e d e r e r , Kronenstraße 7. Allen Jubiiaren gratuliert „Das Volk“ hendichst. Zum Landgerichtsdirektor befördert Landgerichtsrat Karl Theodor Bieler beim Landgericht Freiburg wurde rückwirkend zum 1. November zum Landgerichtsdirektor befördert Er war früher an den Landgerichten in Waldshut und Offenburg tätig, 1932 wurde er *um Staatsanwalt in Freiburg ernannt, ein Jahr später zum Landgerichtsrat in Freiburg. Heute eröffnet Sporthaus Bohny Wenn der vollkommene Innenausbau der einzelnen Stockwerke des wiedererstandenen großen Eckgrund- atttcks an der Ecke Kaiser-Joseph- und Grünwälderstraße auch noch nicht restlos abgeschlossen ist so ist er doch so weit gediehen, daß das Sportbaus Bohny am heutigen Samstag aus dem bisherigen Baracken-Provisorium in das Erdgeschoß des neuen Hauses u m ziehen kann. In den letzten Wochen waren noch beträchtliche Schwierigkeiten zu überwinden, um wenigstens diesen Bauteil fertigstellen zu können. Das Sporthaus Bohny hatte die nach dem neuen Bebauungsplan für die Altstadt vorgeschriebenen Arkaden ordnungsmäßig angebracht. ließ aber die Schaufenster schräg vorspringen. Wie Bürgermeister Dr. Brandei ln einer kürzlichen Stadtratssitzung bekanntgab, wurde daraufhin der Weiterbau auf baupolizeiliche Weisung eingestellt. Zur Zeit ist die Lage so. daß das Sporthaus Bohny die Genehmigung erhielt, das rechte Schaufenster auf Widerruf in seinem jetzigen Zustand zu belassen, während um die Belassung oder Entfernung des linken Fensters nach gestritten wird. Wir wollen hoffen, daß dieser Streit zu allseitiger Zufriedenheit bald gelöst wird. Auf alle Fälle aber ist es so weit, daß das Sporthaus Bohny heute das Ladenlokal eröffnen und auch die Einrichtung der Kelierräume als Ski-Spezialwerkstätte einrichten kann. Über den Verwendungszweck des ganzen Gebäudes haben wir kürzlich schon berichtet: die oberen Stockwerke ergeben Praxisräume für mehrere Arzte, außerdem Büroräume für Freiburger Firmen und dazu einige Wohnungen. Freiburger Architekten und Baufirmen haben den Bau aufgeführt und Handwerker unserer Stadt den Ausbau und die Inneneinrichtung in vorbildlicher Weise besorgt So ist ein neues repräsentables Haus in der Stadtmitte entstanden, das wieder eine unschöne Baulücke schließt. Die Passage zur Grünwälderstraße kann nun nach langer Sperrung endlich auch wieder frei- gegeben werden. bi. Aus dem Freiburger Kulturleben Denkt an die hungernden Vögel! Der Mangel an Nahrung fordert unter unserer Vogelwelt mehr Opfer als die Kälte. Von Mitte November an sollte für die Vögel stets etwas Futter bereit liegen, damit sie sich an die Futterplätze gewöhnt haben, wenn Glatteis, Rauhfrost und starker Schneefall alle anderen Nahrungsquellen verdecken. Um die Winterfütterung der Vögel zweckmäßig durchführen zu können, muß bei der Darreichung des Futters unterschieden werden zwischen Insektenfressern, Körnerfressem und Beerenfressem Die Insektenfresser füttern wir im Winter mit fett- und ölhaltigen Früchten, Samen und Fleischabfällen. Sie sind in der Auswahl ihres Futters am empfindlichsten und wählerischsten, gehen eher zu- f runde, als daß sie ungeeignetes und unordentliches utter nehmen. Zur Gruppe der Insektenfresser zählen unsere nützlichsten Helfer im Kampf gegen schädliche Insekten, die Meisen, Kleiber usw. An heimischen öl- und fetthaltigen Früchten kommen in Betracht: Sonnenblumen-, Kürbis-, Melonen- und Gurkenkerne, Bucheckern, Wal- und Haselnüsse, alle Obstkeme, Mohn- und Wacholderbeeren, Früchte des Pfaffenh ütchenstrauches. Die Körnerfresser nehmen das gleiche Futter wie die Insektenfresser, außerdem aber mehlhaltige Samen, Getreideabfall, Unkrautsamen, wie Distel-, Kletten- und Brennesselsamen. Außerordentlich groß ist die Möglichkeit, Winterfutter für die Beerenfresser zu sammeln. Zunächst nehmen die Beerenfresser auch das Futter der Insekten- und Kömerfresser an, dann aber die Früchte der Eberesche, des Sauerdorns, der Schneebeere, der Stechpalme, der Mahonie und des Weißdorns. Finken, Goldammern und Amseln sind dankbar für ungewürzte Abfälle von Tisch und Küche, die man an einem schneegeschützten Futterplatz ablegt. Das allerbeste, am liebsten genommene Futter sind Mehlwürmer. In der Nähe des Futterplatzes sorge man durch Aufstellen eines flachen Gefäßes für Trinkgelegenheit. Die Fütterung kommt nicht nur den nützlichen Vögeln zugute: Der Mensch erlebt daran eine reine Freude. Jägerhäusle^Jubiläum Seit 150 Jahren beliebtes Anflagsziel Wenn in Freiburg dem Bombenangriff 1944 auch manches zum Op^er fiel, was den Einheimischen und Fremden lieb und wert war, so ist doch vieles erhalten geblieben was Einheimischen und Fremden ans Herz gewachsen ist. Hierzu gehört unter anderem auch das „J ä g e r h ä u s 1 e“, in dem Generationen frohe Stunden verleben durften Wenn auch diese einzigschöne Gaststätte an der Eichhalde in ihrer jetzigen Gestalt noch jüngeren Datums ist, so verdankt das „Jägerhäusle“ sein Entstehen letzten Endes doch einem aufgeschlossenen Förster und Jäger, der um das Jahr 1800 herum den Spaziergängern — besonders den auf „Maientouren“ befindlichen Freiburger Bürgern und Bürgerinnen — in seinem bescheidenen Waldhüterhäuschen kleine Erfrischungen anbot In der Stadt und in Herdem wehrten sich die Wirte gegen diese Konkurrenz. Man verdächtigte den Mann sogar bei der Stadtverwaltung, er vernachlässige seinen Dienst, und die Stadt käme dadurch zu Schaden, daß die Herderner Einwohner Während seines Wirtens Waldfrevel begingen Der Wochenspielplan der Städtischen Bühnen Über die Spieliolge im Großen und Kleinen Haus •m Samstag, Sonntag und Montag unterrichten wir in der „Freiburger Vorschau“. Der weitere Spielplan im Wochenverlauf ist wie folgt: Großes Haus: 28. 11. 20—22.45 Uhr: Das Land des Lächelns, Operette von Lehär (außer Miete). 58 11. 20 —22.30 Uhr: Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, Elektra, von Rieh. Strauß (außer Miete). SO. 11. 20—22.30 Uhr: Tosca, Oper von Fuc- dni (5. Vorstellung der Donnerstag-Miete B). 1. 12. 20—22.45 Uhr: Orpheus in der Unterwelt, Operette von Offenbach (außer Miete). 2. 12. 20—23.30 Uhr: König Lear, Trauerspiel von Shakespeare (5. Vorstellung der Samstag-Miete B). 3. 12. 15—17.45 Uhr: Das Land des Lächelns, Operette von Lehär (außer Miete), 20 bis 22.30 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen, Trauerspiel von Grillparzer (5. Vorstellung der Sonntag-Miete). Kammerspiele: 28 . 11. Erstaufführung! 20 bis 22 Uhr: Der Mann mit dem Zylinder, Musikalische Komödie von Scheu und Nebhut. 29. 11. 20—22 Uhr: Der Fall A. D., Schauspiel von Tiemeyer. 30.11. Keine Vorstellung. I. 12 . 20—22 Uhr: Der Mann mit dem Zylinder, Musikalische Komödie von Scheu und Nebhut. 2. 12. Keine Vorstellung. 3. 12 . 20—21.45 Uhr: Zum letzten Male! Heitere Dorfgeschichte, Musik von Mozart, Die Puppenfee, Ballett von Bayer. Freiburger Künstler-Punnentheater Nach dem großen Erfolg der beliebten Künstler- Puppenspiele am vergangenen Sonntag ist für jung Uild alt nochmals Gelegenheit geboten, „Kasperl und Seppei auf Reisen" zu erleben. Die letzte Vorstellung findet am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr im Maria-Hilf-Saal statt. Weibnachtsausstellung im Kunstverein Die traditionelle Weihnachtsausstellung südbadischer bildender Künstler (Ölgemälde, Aquarelle und Graphik) findet dieses Jahr im Kunstverein, Talstr. 12 a, von Sonntag, 26. November; bis Freitag, 22. Dezember, täglich von 10 bis 17 Uhr statt. Die Ausstellung dient ausschließlich dem Verkauf, sie soll der Bevölkerung die Möglichkeit geben, zu Weihnachten ein gutes Kunstwerk zu billigem Preis zu erwerben. Beglückender Bodensee Heute abend, 20 Uhr, hält Max Bieple, Donau- eschingen, auf Einladung des Richard-Wagner-Ver- bandes Freiburg, im Ruckmichsaal einen Farblicht- bUdervortrag „Beglückender Bodensee“. Volkschor Freiburg Am Samstag um 19.30 Uhr findet im Gewerkschaft«- i haus eine Gemischte-Chor-Probe statt. Vertauschte Köpfe ■Staatsgeheimnis“ im Friedrichsbau ■Panik am King-Kong“ im Kandelhof So muß es richtig heißen! Leider aber hatte ans im Anzeigenteil unserer gestrigen Ausgabe der Druckfehlerteufel einen Streich gespielt. In den Kino-Anzeigen waren die Köpfe vertauscht Wir bedauern den Fehler, möchten aber unsere Kinofreunde herzlichst bitten, uns deshalb den eigenen Kopf nicht abzureißen und einen verkehrten dafür aufzusetzen. Der Druckfehlerteufel, der sich sonst mit Vorliebe wichtige politische Meldungen aussucht, hat sich diesmal in den Anzeigenteil eingeschlichen; er ist sdiuld daran. wackere Jäger und Förster bat sich aber doch durchgesetzt, und so darf man ihn als den Schöpfer vom „ „Jägerhäusle“ bezeichnen. r Mancher Pächter dieses von der Stadt Freiburg ausgebauten Waldrestaurants mußte schon erfahren, daß im Wirtsgewerbe Vertrauen nur sehr schwer zu erwerben und zu erhalten ist. Herr Max Peter, der nunmehr seit 40 Jahren auf dem „Jägerhäusle“ das gastronomische Zepter schwingt, hat es verstanden, mit allen Schichten der Bevölkerung engste Fühlung zu nehmen und den Ruf dieser Gaststätte in die weite Welt hinauszutragen. Viele Kongresse wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Art haben hier getagt, deren Teilnehmer sich ebenso zum „Jägerhäusle“ hingezogen fühlen, wie die unzähligen Studenten und „alten Herren“, die in ihrer Universitätszeit hier frohe Stunden verbrachten. Diese zähe Pionierarbeit, die vom gastronomischen Gewerbe jahraus jahrein im Interesse der Verkehrsund Fremdenwerbung geleistet wird, kann nicht hoch genug veranschlagt werden, denn die Schönheit einer Landschaft tut’s nicht allein, die Einheimischen und vor allem die Fremden anzuziehen — hinzukommen muß die individuelle Betreuung des Gastes, damit er sich wie In der eigenen Häuslichkeit wohl fühle. Und dies ist auf dem „Jägerhäusle“ zur Tradition geworden. Zusammenschluß der Kraftfahrlehrer Der Verband der Kraftfahrlehrer in Südbaden, Sitz Freiburg, hatte auf 11 . November seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung einberufen. | Der 1 . Vorsitzende K o p p referierte zunächst über ' die bisher geleistete Arbeit des Verbandes und über ; die Eingaben an die zuständigen Ministerien, in denen ' auf die Sorgen und Nöte der Kraftfahrlehrer hingewiesen worden war. Zur Erreichung der Berufs- i ziele sei eine Vereinigung der Landesverbände zu j einem Gesamtverband im Bundesgebiet unbedingt erforderlich. Erreicht werden konnte daß das Bun- 1 desverkehrsministerium bereits die Ausarbeitung neuer Richtlinien für Ausbildung und Zulassung von Kraftfahrlehrem den Länderregierungen empfohlen ■Kennwort 777" In diesem amerikanischen Kriminalfilm, dem eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1932 zugrunde liegt, geht es fast geräuschlos zu. Kaum einmal fällt ein Schuß — es gibt keine aufregenden Verfolgungsjagden durch unterirdische Gänge und Uber Dächer — und doch ist das Ganze durch den absolut sachlichen Stil der Regie menschlich um vieles packender als der ausgeklügeltste Reißer, der einen vielleicht vorübergehend überrumpeln, aber niemals ganz überzeugen und mitreißen kann. Ebenso wie in seinem „Todeskuß“ rückt Henry Hathaway auch hier die psychologischen Hintergründe scharf ins Blickfeld. Sein bester Verbündeter ist dabei das sich elementar an jeden Zuschauer wendende Thema vom Kampf eines Journalisten um die Befreiung eines nach seiner Annahme unschuldig zu lebenslangem Zuchthaus Verurteilten. James Stewart verkörpert ihn mit der ganzen liebenswerten Schlaksigkeit, die ihm zu Gebote steht und Richard Conte als Opfer der Justiz und Kasia Orzazewski als die von seiner Unschuld fest überzeugte Mutter erwecken starkes menschliches Mitgefühl. Abstoßend echt: Betty Garde als verkommenes Frauenzimmer. Bemerkenswert ist auch die Offenheit, mit der das rücksichtslose Vorgehen der sich getroffen fühlenden amerikanischen Justiz gegen die Presse geschildert wird. — Ein Tatsachenfllm. der einen nicht wieder losläßt und noch beschäftigt, wenn er längst vorüber ist. (Casino) R. B. Beethoven-Festkonzert Die Freunde und Wohltäter des Freiburger Stadttheaters waren zu einem Festkonzert eingeladen worden, das durch die Mitwirkung des Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Hoffmann einen fast familiären Charakter erhielt. Es sollte ein persönlicher Dank des Oberbürgermeisters an seine große Freiburger Stadtfamilie für die opferwillige Unterstützung des Theater-Wiederaufbaues sein. Der festliche Charakter des Abends wurde vor allem dadurch unterstrichen. daß ausschließlich Werke von Beethoven musiziert wurden. Das Städtische Orchester unter Wilhelm Schleuning spielte zunächst die Pastoral-Sinfo- nie. bei der sich vor allem der erste und dritte Satz durch ihre durchsichtige Klarheit auszeichneten. Im Mittelpunkt des Abends stand das selten zu hörende Tripelkonzert für Violine, Cello, Klavier und Orchester. Neben Richard Plümer (Violine) und Erich Wilke (Cello) die mit einem gediegenen Können aufwarteten, wirkte am Flügel Oberbürgermeister Dr Hoffmann, der in seiner Musizierfreudigkeit und feinsinnigen musikalischen Gestaltung des schwierigen Parts seinen beiden solistischen Partnern durchaus ebenbürtig war. Den festlichen Ausklang bildete die Ouvertüre „Leonore Nr. 3“. — Der herzliche Beifall war neben dem Städtischen Orchester und seinem Emmendingen * Kaiserstuhl» Elztal Dirigenten vor allem den Solisten des Abends zo- gedacht. -w- Bußtagsvesper der Pauluskantorei Die Buß- und Bettagsvesper in der Pauluskirch» zeichnete sich als echt liturgische Feier durch lebendiges Zusammenwirken von Chor und Gemeinde, Liturg und Orgel aus. Im Mittelpunkt stand die Bach- Kantate „Aus tiefer Not“, deren Choraisätze instrumental (Streichquartett und Oboe, letztere leider streckenweise sehr unrein) verstärkt wurden. Vor allem sprach das Terzett den Hörer an Die Solopartien wurden von Ha n nelore Schüler (Sopran). Marianne Heinen (Alt), Wolfgang Paust (Tenor) und Hans Janssen (Baß) gesungen; den Continuopart spielte Folker Lübsen. — Die fünfstimmige Motette „Herr auf dich trau ich“ von Heinrich Schütz und einige Choraisätze wurden sauber zu Gehör gebracht. Für einen aus Laien bestehenden Kirchenchor leistet die Pauluskantorei Erfreuliches an Disziplin und sprachlicher Deutlichkeit; doch wünschte man sich etwas mehr stimmliche Klangkultur. Eingang hörte man eine frühe Orgelkomposition Bachs, Präludium und Fuge in e-moll; den Abschluß bildet» das große e-moll-Präludium, beide Werke durchdacht registriert und gespielt (Orgel und Leitung: Johannes Lorenzen). — Der zahlreiche Besuch bewies, daß Veranstaltungen dieser Art rege Anteilnahme entgegengebracht’ wird. “• K- Dichterlesung Franz Schneller Im Rahmen einer Vortragsreihe des Bundes „Heimat und Volksleben“ las der Freiburger Dichter Franz Schneller aus eigenen Werken. Vielen ist Franz Schneller als liebenswürdiger Plauderer durch den Rundfunk bekannt; daß aber auch der Dichter eine feste Gemeinde um sich versammelt wissen darf, bewies der gut besuchte „Heimatsaal“ der Harmonie. Wenn man die namhaften Dichter unserer Heimat aufzählen will, so darf man Franz Schneller ment vergessen. Seine Werke sind getragen von einem echten Gefühl; in heiter-besinnlicher Art. die ihn in einem hohen Maße auszeichnet, weiß er Menschen und Landschaft zu schildern. Seine bekanntesten Veröffentlichungen „Brevier einer Landschaft“ und „Die Spur des Engels“ zeugen in bemerkenswerter Weise hiefür. Das Köstliche an diesen Geschichten ist, daß sie so einfach und ursprünglich erzählt wer* den und den einfachen Menschen ebenso stark ansprechen, wie den geistig anspruchsvollen Ein tiefes Wissen um das Erbe eines Johann Peter Hebel ist kennzeichnend für Franz Schneller, daher auch die Verleihung des Nobelpeises vor bereits drei Jahren. Die Zuhörer nahmen sichtlich Anteil an den vorgetragenen Werken und dankten mit herzlichem Beifall der nicht zuletzt auch den Veranstaltern galt, die diesen Abend ermöglichten. G. R. Wie für den „Sozialtourismus“ ... geschaffen ist das Gebiet Elztal—Sdiuttertal—Kaiserstuhl Nach der Gründung eines neuen Gebietsausschusses des Badischen Fremdenverkehrsverbandes, der das Gebiet mit gemeinsamen In- 1 teressen Elztal, Sdiuttertal und Kaiserstuhl umschließt, kam man in einer erweiterten Vorstandssitzung, die dieser Tage in Emmendingen stattfand, überein, dessen Gebietsausschuß den Namen „Elz- und Sdiuttertal (Schwarzwald) und Kaiserstuhl“ zu geben. Insbesondere wurde die Tatsache hervorgehoben, daß unser Gebiet wie geschaffen ist für den „Sozialtourismus“, dem in dieser Zeit wachsende Bedeutung zukomme; daher soll auch auf die Anziehung des Reiseverkehrs aller Personen, die auch im Urlaub mit dem Pfennig rechnen müssen, besonderes Augenmerk ge richtet werden. Das Gebiet verkehrsmäßig zu hat. Mit seinen Bemühungen will der Kraftfahrlehrerverband erwirken, daß die Anforderungen an den Fahrlehrer erhöht und eine Übersetzung des Berufes vermieden wird. Es sprach dann der Vorsitzende des Landesverbandes Württeraberg-Baden-Hohenzollern. Horlacher, der die Entwicklung des Verbandes in seinem Gebiet umriß und den Zusammenschluß zu einem gemeinsamen Südwestverband als starke Fraktion im Bundesverband verschlug. Nach einer Zustimmung vom Vorsitzenden Kopp wurde der Zusammenschluß des südbadischen Verbandes mit den Landesverbänden von Baden-Württemberg-HohenzoUern einstimmig gutgeheißen. Besprochen wurden in der Versammlung außerdem Versicherung^ und Führerscheinfragen und in einer Resolution an die Landesregierung wurde eine Neuordnung der mangelhaften Benzinzuteilung gefordert, die es dem Berufsstand ermöglicht, ln geordneten Verhältnissen zu arbeiten. Freiburger Vorsdtau \ Samstag, 25. November Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr Tosca. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 20 Uhr Man kann nie wissen. Filmtheater: Casino “Kennwort 777“, Die Kurbel „Furioso“ Friedrichsbau „Staatsgeheimnis“. Harmonie „San Antonio“, Kandelhof „Panik um King Kong“, Union „Rosen der Liebe“. Zentral „Es kommt ein Tag“. — Dazu: Casino 23 Uhr „Schleichendes Gift“. British Inf. Centre: 17.30 Uhr englisches Filmprogramm, 15.30, 20 Uhr Filme in Deutsch „Parlamentswahlen“, „Vom Alter der Erde“. „Erziehung über dem Äther“ „Ol-Rundschau Nr. 3“. Ruckmicbsaal: 20 Uhr Richard-Wagner-Verband Freiburg Farblichtbildervortrag Max Riepie, Donau- eschingen. „Beglückender Bodensee“. Sonntag, 26. November Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Ubr Die Macht des Schicksals. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 20.30 Uhr Der Fall A. D. Filmtheater: wie am Samstag. — Dazu Casino 10.30 und 23 Uhr: „Schleichendes Gift“. Film-Club: 13 Uhr ab Urachhalle nach Bernau zur Uraufführung des Wolf-Hart-Filmes „Die Gemeindeschwester“. Montag, 27. November Städtische Bühnen, Großes Hans: Keine Vorstellung. Städtische Bühnen, Kammerspiele: Keine Vorstellung. Filmtheater: wie am Samstag/Sonntag. Volkshochschule: Hörsaal 1. 20 Uhr „Orientretee 1950“. British Inf. Centre: 15.30, 17.30, . 20 Uhr Filme in Deutsch „Opel-Rundschau" „Vom Alter der Erde“, „Erziehung über den Äther“, „Parlamentswahlen“ Christuskirche: 20 Uhr Bachchor Freiburg „h-moll- Messe" Kaufhaussaal: 20 Uhr Schlesischer Kulturabend. Film-Club: 20 Uhr Friedrichsbau. H. Stock: Film- Aussprache-Abend. An allen Tagen Augustinermuseum: Kostbares Kunsthandwerk aus fünf Jahrhunderten. Kunstverein: Weihnachtsausstellung südbadischer bildender Künstler. Centre de Dcfeumentation: Balzac-Ausstellung. Britisb Inf. Centre: Bildberichte der Times über Landschaft Arbeit und Sport ln England. Museum für Naturkunde: Heimische und fremdländische Tiere und Pflanzen. Museum für Urgeschichte: Kulturhistorische Entwicklung am Oberrhein. Münstermuseum: Sammlung abgängiger Orignale, Abgüsse figürlicher und ornamentaler Einzelheiten des Münsters. Casino-Klubräume: Badische Künstlerinnen. Die Kurbel: Kunstausstellung Furtwängler. Bereitschaftsdienst am Sonntag Ärzte (wenn Hausarzt nicht erreichbar): Dr. Irmgard Schilling, Erzherzogstraße 6. Tel. 2023: Dr. Nufer. Günterstalstraße 33, Tel. 3129: Dr. Werner Lerchenstraße 17 Tel. 4201; Frl. Dr. Walter, Hohenzollem- straße 5, Tel. 2335. Zahnärzte: Universitäts-Zahnklinik Freiburg-Gün terstal, Torplatz 1, Tel. 2583. Bereitschaftsdienst von 10—12 Uhr; außerhalb dieser Zeit Frau Dora Weller Goethestraße 1, Tel. 2863. Dentisten: Oskar Scheier, Elsässer Straße 21. Apotheken: Waldsee-Apotheke Schwarzwaldstr 123; Stühlinger Apotheke, Klarastraße 58/60. Wanderungen Freiburger Vereine Touristenverein „Die Naturfreunde“: Sonntagswanderung über Rottecksruhe nach dem Roßkopf. Treffpunkt Endstation Zähringen 13 Uhr. Gehzeit 3 Stunden. Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Freiburg: Halbtagswanderung nach Hugstetten. Buchheim. Holzhausen. Treffpunkt 12 Uhr Ochsenbrücke. Gehzelt 3 Stunden Führung Dietsche, Wetzei. Sportverantaltungen am Wochenende Möslestadion: 14.30 Uhr: FFC I — Ulm 46 I. FTSC-PIatz Schwarzwaldstraße: 9.30 Uhr: Handball FTSC I — Hauingen: 10.30 Uhr: Fußball FTSC I gegen St. Georgen i. Schw. ASV-Platz II: 10.30 Uhr: Fußball ASV H — FTSC H. Emmendingen: ASV I — Rastatt I, 14.30 Uhr. Turnhalle Haslach: Samstag, 20 Uhr: Mannschaftsringen SV Freiburg-Haslach — KSV Urioffen. Lessingschule: Samstag, 20 Uhr: Mannschaft s- ringen ASV Freiburg — Alemannia Emmendingen. Südbadischer Schwimmverband Samstag, 20 Uhr, führt Sportlehrer Erhard Weiß im Auftrag des Südbadischen Schwimmverbandes im Städtischen Hallenbad, Marienstraße, einen praktischen Kampfrichterschulungsabend in der großen Halle, Eingang Dreisamstraße, durch. Alle Kampfrichteranwärter des Bezirks Freiburg bitten wir pünktlich zu erscheinen. Ferner sind die Mannschaftsbetreuer und Riegenführer der verschiedenen Vereine ebenfalls eingeladen.. erschließen, wird eine der ersten Aufgaben des neu gegründeten Gebietsausschusses sein. Der. Landes-Fremdenverkehrsverband hat zwischenzeitlich seine Genehmigung zur Schaffung eines besonderen Gebietsausschusses erteilt. Man darf also hoffen, daß nunmehr die auf einen Nenner gebrachten Fremdenverkehrsinteressen unserer engeren Heimat aktiv gefördert werden. Vergütung der Unwetter schaden Aurs den vom Staat zur Verfügung gestellten Mitteln sollen, wie das Landwirtschafts- amt mitteilte, dem Kreis Emmendingen etwa 150 000 DM als Entschädigungsbeitrag für die in den Rheingemeinden und im Kaiserstuhlgebiet kurz vor der Obsternte und der Weinlese entstandenen Unwetterschäden wenigstens zu einem Teil vergütet werden. Die Verteilung der Mittel soll ein Ausschuß vornehmen, der aus einem Vertreter des Landrats- und Landwirtschaftsamtes sowie der Landwirtschaftsschulen und den interessierten Bürgermeistern der vom Unwetter betroffenen Gemeinden zusammengesetzt ist. Theaterring der Jugend Um den Besuch von Theaterveranstaltungen zu billigen Preisen zu ermöglichen, besteht in Freiburg schon seit einiger Zeit ein „Theaterring der Jugend“. Diese Organisation soll nunmehr auch auf die umliegenden Landkreise ausgedehnt werden. Für diese Snielzeit sind neun Vorstellungen — Schauspiel, Oper und Operetten — im Großen Haus der Städt. Bühnen Freiburgs vorgesehen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 10 DM. Die zugeteilten Plätze sind bei jeder Vorstellung verschieden, so daß alle Platzkategorien durchlaufen werden. Außer diesen festen Vorstellungen erhalten die Mitglieder 50 Prozent Ermäßigung zu Vorstellungen außerhalb der Mietreihe, die auf dem Wochenplan der Städt. Bühnen besonders gekennzeichnet sind. Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche über 14 Jahren, die sich noch in Ausbildung befinden (Schüler, Lehrlinge usw.). Für die Fahrten zu den Vorstellungen, die an Wochentagen — außer Montag und Samstag — stattfinden, ist der Einsatz von Omnibussen vorgesehen. Ab Emmendingen beträgt der Fahrpreis (Hin- und Rückfahrt) 90 Pfennig. Die Organisation des Theaterrings hat das Volksbildungswerk Emmendingen übernommen. Anmeldungen werden bis 30. November dort entgegengenommen. Der Konsumverein wirbt Die Konsumgenossenschaft Freiburg machte dieser Tage ihre Emmendinger Mitglieder im Rahmen einer Werbeveranstaltung in der „Blume“ mit einer Reihe von Eigenerzeugnissen bekannt, die an Qualität mit den anderen auf dem Markt befindlichen Erzeugnissen einen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. In der Hauptsache wurden Waschmittel und kosmetische Artikel vorgeführt. Die zahlreichen Hausfrauen, die der Einladung gefolgt waren, werden es sicherlich nicht bereut haben, da eine Reihe der vorgeführten Eigenerzeugnisse der Konsumgenossenschaft äußerst preisgünstig angeboten wird. Im Anschluß an die Vorführungen, die mit praktischen — auch mit Humor gewürzten — Beispielen gefüllt waren, fand ein „Kaffee- Kränzchen“ statt. Totengedenkfeier des VdK Im Anschluß an die Gottesdienste veranstaltet der VdK, Kreis- und Ortsverband Emmendingen, gegen 11 Uhr eine Totengedenkfeier am Gefallenenehrenmal im Stadtgarten. Die musikalische Ausgestaltung hat die Stadtmusik und der »Volkschor“ übernommen. Seite 12 — Wummer 1# Da, Vor» Samstag, 25. Wovemljer 1950 Milchverkauf mit Einschränkungen Erzeuger müssen im Besitz der „grünen Karte“ sein Aul einer Bürgermeisterversammlung, die dieser Tage unter Vorsitz von Landrat Oswald ln Emmendingen abgehalten wurde, stand u. a. die Durchführung des Milchgesetzes auf der Tagesordnung. In einem kurzen Referat machte die Sachbearbeiterin beim Landratsamt, Frau Dr. Heiland, auf die Wichtigkeit der Einhaltung der erlassenen Verordnungen, die im Interesse der Volksgesundheit und der Bekämpfung der weitverbreiteten Tuberkulose als dringend notwendig erachtet werden, aufmerksam. Wer einmal die Sprechstunden des Tuberkulosefacharztes im Staatlichen Gesundheitsamt in Emmendingen besuche, werde überascht sein, in welch starkem Maße auch die Landbevölkerung von dieser Seuche heimgesucht werde. Teilweise traten die Bürgermeister dieser Auffassung entgegen und vertraten die Meinung, daß der Milchverkauf ab Stall keineswegs so schwerwiegende Folgen habe. Doch wurde amtlicherseits mit allem Nachdruck auf die Einhaltung der angeordneten Maßnahmen hingewiesen. Vor allem wurde in diesem Zusammenhang die Forderung auf gestellt, daß der Erzeuger die Milch nur noch ab Stall verkaufen dürfe, wenn er im Besitz der „grünen Karte“ sei, das heißt, wenn der Betrieb und die Tiere ärztlich vom Regierungsveterinär überwacht werden. Nur dann sei die Gewähr gegeben, daß die Milch frei von Tuberkelbazillen sei. Erzeuger, die sich dieser ärztlichen Kontrolle nicht unterziehen und trotzdem Milch ab Stall verkaufen, machten sich strafbar. Die Gendarmerie sollte die entsprechenden Feststellungen machen. Eine lebhafte Diskussion lösten die Fragen der Tierkörperbeseitigung aus, die von Regierungsveterinärrat Dr. Leiber, Waldkirch, vorgetragen wurden. Es sei erforderlich, so vyurde ausgeführt, Großvieh, das getötet werden müßte, in der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Frei- burg-St. Georgen abzuliefern und nicht selbst zu verlochen. Dies sei sowohl im Interesse des von der Anzahl der zur Tötung abgelieferten Tiere — und vor allem aus gesundheitlichem Interesse notwendig. Beispielsweise habe man festgestellt, daß Milchbrandbakterien, die auch den Menschen infizieren können, von einer verfochten Kuh noch nach Jahren in der Erde hätten nachgewiesen werden können. Es sei geplant, die Tierkörperbeseitigungsanstalt zu modernisieren, um rentierlicher arbeiten zu können, was eine Weitere Beitragsminderung zur Folge habe. Auf der Tagesordnung stand ferner die Durchführung von Notstandsarbeiten im Rahmen der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge und die Arbeit der Gemeindegerichte. Maleck. Die diesjährige Herbstschlußprobe der Freiwilligen Feuerwehr findet am morgigen Sonntag statt. Köndringen. Der Ortsverband der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen hielt im Gasthaus zur Krone eine Mitgliederversammlung ab. Der Ortsvorsitzende des Verbandes, Dirhold, eröffnet« die Versammlung und wies auf die veränderten Verhältnisse hin, die durch die Schaffung des Bundesversorgungsgesetzes für die Kriegsopfer und deren Hinterbliebenen hinsichtlich ihrer Versorgung eingetreten sind. In einem umfassenden Referat gab der Kreisvorsitzende Drollinger, Emmendingen, einen Überblick über die Gründe, die zum Bundesversorungsgesetz geführt haben. Bürgermeister Engler trat dafür ein, daß die Härten, die das Versorgungsgesetz noch enthalte, unter allen Umständen ausgemerzt werden müßten. Es widerspreche dem Sozialemp- flnden, wenn man versuche, an denen zuerst zu sparen, die die Hauptlast der Kriegsfolgen nicht als materielle Belastung, sondern, was viel schwerer wiege, als Kriegsversehrte oder Kriegerhinterbliebene zu tragen hätten. In der sich anschließenden Diskussion entwickelte sich ein reger Meinungsaustausch. Die Abhaltung einer Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung wurde beschlossen. Kenzingen. Vertreter des Weinbauverbandes und des Landwirtschaftsministeriums kommen am Sonntag hier zu einer Tagung zusammen, die dem Zweck dienen soll, neue Wege zu finden, um den Weinabsatz sicherzustellen. Triumph der guten Laune Willi Schaeffers Kabarett der Komiker in Emmendingen Ausverkauft war’s, der Dreikönigsaal voll- Publikum auch als „Fußballtorwart ohne Ball“ gepfropft. Weil das Kabarett der Komiker und zu Beifallsstürmen hinriß. Erstaunlich Max der Name Willi Schaeffers auch in Emmendingen gut bekannt sind. Es begann mit der Vortragskünstlerin Dora Dorette, die ihre Chansons ausnahmslos mit so raffinierter Gestik und Mimik verkaufte, daß man über manchen seichten Passus im Text einfach ein Auge zudrücken mußte. Mit dem andern konnte man nicht umhin, nun — sie kann etwas, ihre Leistungen zeigen höchste Vollendung und sie sieht auch danach aus. Ganz große pantomimische Klasse ist Peppino, der in seiner Studie Buster Keaton mit nichts als Luft, Gesten, Tanz, Imitation und ein wenig Kreises — die erhobene Umlage ist abhängig Parodie Vorzügliches zu gestalten weiß und das Veranstaltung des Schwarzwaldvereins Waldkirch Können, das besonders durch die Darbietung ernster Musik zum Ausdruck kam. Bewußt war man von der nur heiteren Muse abgerückt und bot dem Publikum mit der gut zusammengestellten Programmfolge einen echten musikalischen Genuß. Das starke Orchester — etwa 30 Mann — spielte sich mit den immer gern gehörten Weisen in die Herzen der Zuhörer hinein, die mit ihrem Beifall auch keineswegs zurückhielten. Gesangliche Einlagen brachten die notwendige Abwechslung. Besonderen Erfolg hatte Marllese Somaruga (Sopran) mit dem bekannten Lied „Ich bin die Christel von der Post“. Als Abschluß erklang der Donauwellen-Walzer. Der starke Applaus nötigte zu Zugaben. Im Anschluß an das Konzert blieb die große Vereinsfamilie noch lange gemütlich und tanzbeschwingt zusammen. Denzlingen. Im dichtgefüllten Saale des Gasthauses „zum grünen Baum“ veranstaltete der Handharmonikaverein ein großes Konzert. Das einheimische Orchester zeigte Unter seinem Dirigenten, Josef Asal, recht ansprechende Leistungen. Den zweiten Teil des Konzertes bestritt die Freiburger Ziehagilde, die von ihrer Der Schwarzwaldverein Waldkirch bietet der Bevölkerung des Elztals demnächst einen ganz besonderen Kunstgenuß. Der bekannte Kulturfilmregisseur H. W. Boche aus Saulgau, der von seinem hervorragenden Farbbildvortrag über Österreich noch in bester Erinnerung bei uns steht, hält am Sonntag, 3. Dezember, in der Aula des Progymnasiums Waldkirch einen Farbbild vor trag: „Von der Ostsee zum Bodensee“ mit 180 herrlichen Farbaufnahmen. Der hochinteressante Vortrag, der überall, wo er jetzt gehalten wurde, begeisterte Aufnahme gefunden hat, wird auch für die hiesigen Teilnehmer ein Erlebnis werden. Sein Besuch wird daher heute schon allen, insbesondere auch der Jugend, wärmstens empfohlen. öffentliche Zahlungserinnerung Die Stadtkasse Waldkirch erinnert hiermit an umgehende Zahlung folgender bereits verfallener Beträge: Grundsteuer, 3. Rate 1950; Pachtzinsen für Äcker und Wiesen; Realschulgeld für November 1950; Musikschulgeld, dritte Rate 1950. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß wir bei nicht rechtzeitiger Zahlung innerhalb spätestens acht Tagen verpflichtet sind, Mahngebühren und Säumniszuschläge zu erheben. Diebe am Werk Nachdem Waldkirch geraume Zeit hindurch von verbrecherischen Langfingern verschont blieb, da alle Einbrüche der letzten Zeit von der Gendarmerie in verhältnismäßig kurzer Frist aufgeklärt werden konnten, scheint es nun, daß unverbesserliche Elemente die Fähigkeiten unserer Sicherheitsorgane erneut auf die Probe stellen wollen. So drangen bisher unbekannte Täter in der Nacht zum Mittwoch vom „Storchen“ her über das Dach in das Grundstück von Zuber in der Lange Straße und von dort in die Wohnräume des Geschäftsinhabers ein, nachdem sie sich durch Herauslösen von Glasscheiben Zugang in das Haus verschafft hatten. Offenbar wurden die Banditen, die es scheinbar nur auf Geld abgesehen hatten, gestört. Jedenfalls mußten sie sich ohne Erfolg wieder zurückziehen. Ein empfindlicher Verlust wurde einer Familie in der Kastelburgstraße an der Elz, die ihre Wäsche zum Trocknen im Hausgarten aufgehängt hatte, zugefügt. Am Donnerstagmorgen zeigte es sich, daß alle wertvollen Stücke, darunter Hemden, Leinentücher und Handtücher, mit Bedacht „aussortiert“ waren. Waldkirchs Hausfrauen werden aus diesem Vorkommnis hoffentlich die Folgerung ziehen und daran denken, daß wir von den Zeiten, in denen die Wäsche auch über Nacht im Freien trocknen kann, doch noch weit entfernt sind. Kollnau. Der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner hält am Sonntag, 26. November, 15 Uhr, im Löwensaal eine wichtige Mitgliederversammlung ab. Es spricht ein Referent des Landesverbandes über das neue Bundesversorgungsgesetz. Hierzu sind alle Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen herzlich eingeladen. Kollnau. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß jeweils am ersten und dritten Mittwoch jeden Monats im „Löwen“ Sprechstunden für alle Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner abgehalten werden. In diesen Sprechstunden können Anträge eingereicht und Auskünfte erteilt werden Es wird gebeten, sich an die festgesetzten Sprechstunden zu halten.» Nächste Sprechstunden am 6. und 20. Dezember, um 20 Uhr. Kollnau-Gutach. Das Herbstkonzert des Mandolinenvereins wurde zu einem schönen Erfolg. Unter Leitung des Dirigenten W. Fritsch, Waldkirch, zeigte das Orchester ein beachtliches Trill in seinem Kunstpfeifsolo der „Canarie' selbst ein „echter“ Artgenosse müßte vor Neid erblassen. Mit ein Knüller des Programms war selbstverständlich der Conferencier H. Dietrich von Seydlitz, der es als charmanter „Lückenbüßer“ verstand, mit geistvollem Humor — einer ausgezeichneten Mischung aus schillerndem Esprit, Witz, Albernheit, Banalität und Frechsein — die „Lücken“ als vollwertige, ansprechende Nummern auszubauen. Unmöglich, auf diesem engen Raum alle Künstler besonders zu würdigen, ihre Leistungen waren deshalb nicht schlechter. Das ganze Programm bis zum Finale war Kabarett, wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt. Alle Möglichkeiten des Brettls waren ausgeschöpft: Vortragskunst, Variete, Revue, Tanz und meisterhafte Conference und ab und zu ein Seitenhieb ins Besinnliche, das Tragi-Komische des Alltags. Zwei Stunden der Heiterkeit vergingen im Fluge, das Publikum hätte gerne noch zwei weitere Stunden auf dem Altar des Frohsinns geopfert. „Lachen erhält gesund“ sagte neben mir ein Mann beim Hinausgehen, „jeden zweiten Abend den Seydlitz hier — meine Arztrechnung und Apothekerkosten wären wesentlich billiger ...“ —ch. Uffentliclie Versammlungen der SPD Bahlingen. Am Sonntag, dem 26. November, 14.30 Uhr, Gasthaus zum „Hechten“. Nimburg. Am Sonntag, 26. November, 20 Uhr, Gasthaus zum „Löwen“. Es spricht in beiden Orten Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Schieler. Freiburg, über die Stellungnahme der SPD zu den Problemen der Gegenwart. Breisach. Am Sonntag, 26. November, 20 Uhr, im Heim der Arbeiterwohlfahrt. Es spricht Bundestagsabgeordneter Fritz Maier, Freiburg, über „Die Stellungnahme der SPD zu den Problemen der Gegenwart“. Emmendinger Stadtnachrichten Folgende hoch betagten Einwohner feiern Geburte* tag: am 24. November: Wilhelm Schindler, Neubronnstraße 14, den 87.; am 2S. November: Katharina Hede, Kirehstraße 17, den 87.; Johann Georg »eitle, Mark- grafenstr. 18, den 73.; Heinr. Bost, Stadtarbeiter a. D„ Mundinger Straße 12, den 72.; am 28. November: Karl Walz, Oberstadtsekretär, Mundinger Str. 87, den 81.; Gustav Buri, Kesselschmied, Hochburger Str. 14, den 77.; Elise Brehm, Marktplatz 7, den 76.; Hermine Kienzier, Witwe, Karl-Friedrich-Straße SO, den 10 . Herzliche Glückwünsche! Belm Postamt und den Zweigstellen werden am 29. November die Militärrenten und am 1. Dezember die Invaliden- und Unfallrenten ausbezahlt. Heute, Samstag, 20.30 Uhr, tritt die Boxstaffel im „DreikSnigsaal- zu einem Kampf gegen die mit starken Kräften besetzte Städtemannschaft aus Baden- Baden an. Mit dieser Großveranstaltung tritt die Emmendinger Boxstaffel zum ersten Male an die Öffentlichkeit. Der Schwarzwaldverein lädt heute, 20 Uhr, in die Aula zu einem Farblichtbildervortrag „In Paddelbooten vom Schwarzwald zum Böhmerwald und Bergfahrten ln den Allgäuer Alpen“ ein. Ernst Reieh- mann erzählt von der Ferienfahrt mit der Postschule Freiburg im vergangenen Sommer. Die Naturfreundesektion nimmt an der Bezlrka- konferenz in Breitnau teil. Abfahrt der Teilnehmer heute, 13.50 Uhr, ab Bahnhof. Die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins treffen sich heute, 20 Uhr, in der „Sonne“ zu einer Versammlung. Das Zentral-Thater spielt über das Wochenende den Farbfilm „Robin Hood"; ln einer Nachtvorstellung heute und morgen, Jeweils 22.30 Uhr, den Sittenfilm „Straßenbekanntschaft“. Evangelischer Gottesdienst am 28. November: In der Stadtkirche: 8.30 Uhr Christenlehre der Christus- Pfarrei; 9.30 Uhr Gottesdienst (Ochs); 11 Uhr Kindergottesdienst; um 8.45 Uhr Gottesdienst in der Heilanstalt. Kollmarsreute: 10.15 Uhr Gottesdienst (Birkholz); 20 Uhr musikalische Besinnungsstunde. Windenreute: 8.45 Uhr Gottesdienst. Maleck: 14 Uhr Gottesdienst Emmendingen, am 27. November, 20 Uhr, Männerkreis (Gemeindehaus). Katholischer Gottesdienst am 28. November: Emmendingen: 7 Uhr Kommunion-Messe für Frauen und Mütter; 8 Uhr Singmesse mit Predigt; 10 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; anschließend Christenlehre für weibliche Jugend; 20 Uhr Gefallenen-Messe mit Predigt und Andacht; Anstaltskirche: 7.30 Uhr Gottesdienst. KOndrlngen: 9 Uhr Singmesse mit Predigt. Stadt und Landkreis Lahr Dichterlesung und Tagung der fungbuchhändler Im vollbesetzten Saale des „Löwen“ las der I letzten Ton stand man ganz im Banne diese* bekannte Romanschriftsteller Stefan Andres von der Leidenschaft eines echten Künstlers aus eigenen Werken. Andres ist gebürtiger Moselländer, während der Zeit des Dritten Reiches lebte er meist in Italien und Griechenland. Dort spielen auch die meisten Handlungen seiner Romane und Novellen, mit denen er sich in den letzten Jahren höchstes Ansehen bei uns und auch im Auslande erringen konnte. Erst vor wenigen Monaten ist Andres ganz nach Deutsch- Pflege auch ernster Musik erstaunliche Proben ! l an d zurückgekehrt und lebt jetzt in einer klei- ablegte. Josef Asal, der auch dieses Orchester leitet, durfte für diese Zeugnisse musikalischer Leistungsfähigkeit starken Beifall entgegennehmen. Wahre Stürme der Begeisterung löste der Solist des Abends, Diplomhandharmonikalehrer Hans Heinemann, aus der Hohnerstadt Trossingen aus. Er beherrschte sein Instrument mit fast akrobatischer Fingerfertigkeit. Aber auch die beiden jüngsten Spieler der Ziehagilde erwiesen sich als hoffnungsvolle Talente. Wenn sie nicht so klein gewesen wären, hätten sie ihr Können nicht hinter den Notenständer verstechen brauchen. Der Denz- linger Handharmonikaverein darf den Abend als einen schönen Erfolg verbuchen. Windenreute. Der Kameradschaftsabend des Ortsverbandes der Kriegsbeschädigten kann in jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden. Der Musik- und Gesangverein, das bekannte Heimbacher Sängerquartett, der Humorist Schönleber, Freiburg, ein Solotanz sowie zwei flott gespielte Sketchs sorgten für gute Stimmung unter den anwesenden Gästen. Ein reichhaltiger Glückstopf enthielt allerlei nützliche Gaben nen Stadt am Rhein. Was man von der Lektüre seiner Werke her schon wußte, bestätigte die persönliche Begegnung: daß nämlich Andres ein Dichter ist, der aus der Fülle seines Wesens schafft. Er las mit kräftiger, ausdrucksvoller Baßstimme Szenen aus der dramatischen Dichtung „Tanz durchs Labyrinth“, drei gedanken- tiefe Gedichte und zum Schluß ein Kapitel aus dem Roman „Ritter der Gerechtigkeit“. Äm gleichen Tage fand in Lahr eine Tagung der Jungbuchhändler Südbadens statt, der am Nachmittag auch Stefan Andres beiwohnte. Es wurden wichtige Neuerscheinungen besprochen und anschließend darüber diskutiert Glanzvolle Interpretation Bachs Das Orgelkonzert des französischen Organisten Pierre Fourez in der Kath. Pfarrkirche wurde zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Der erst 21jährige Künstler interpretierte J. S. Bachs Fantasie und Fuge in g-moll und die Toccata und Fuge in d-moll unerhört plastisch, mit einer berückenden Klangfülle (auf einem Instrument, das für anspruchsvolle Konzerte wirklich nicht geeignet ist). Vom ersten bis zum Gefährliche Kreisstraße nach Teningen Die Kreisstraße von Bahlingen nach Tenin- Anna Fleck geb. Wehrle ihr 81. Lebensjahr. gen hat es in sieht Ihr galt schon manch kerniger Fluch von Fahrrad- und mehrpferdig fahrenden Fahrzeugbesitzern. Daß sie jedoch einem Motorradfahrer gar mit Feuer auf den Leib rückte, setzt ihrem Bemühen auf Material- Zerstörung die Krone auf. Ein hier wohnhafter Motorradfahrer mußte, als er die Brücke über den Leopoldskanal passierte absteigen und ein unfreiwilliges Bad nehmen. Durch die starken Erschütterungen, die durch die Unebenheiten (gelinde gesagt!) hervorgerufen werden, spritzte Benzin aus der Maschine und setzte das Fahrzeug und die Kleider des Fahrers in Brand. Ein Glück, daß dieser Unfall gerade beim Leo- poldskanal passierte und der brennende Fahrer geistesgegenwärtig ins Wasser sprang, womit das Schlimmste verhütet wurde. Erst kürzlich haben wir auf die Notwendigkeit der Instandsetzung gerade dieser Strecke hingewiesen. Müssen erst Opfer gebracht werden, ehe etwas geschieht. Wer zeichnet dann verantwortlich? Dieser Unfall zeigt, wie weit es kommen kann, und daß die Instandsetzung des Straßenstücks nicht mehr länger aufgeschoben werden darf. Oberhausen. In voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit vollendet am Sonntag Frau Neben ihren häuslichen Arbeiten war die Hochbetagte dieses Jahr täglich auf dem Felde zu sehen, um im landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten. Wir gratulieren der Jubilarin und wünschen ihr einen sorgenfreien Lebensabend. WeisweiL Eine Bürgerin unserer Gemeinde, Frau Barbara Bede geb. Klank, wird am 25. November bei guter Gesundheit und geistiger Frische 83 Jahre alt Wir gratulieren herzlich! Riegel. Auf einer Tagung der Obmänner der Kreisfachschaften „Maisanbau“ wurden insbesondere Absatzfragen erörtert In der Saatmaiserzeugung steht der Kreis Emmendingen an der Spitze in ganz Baden. Auf Grund der angestellten Schätzungen rechnet man im Kreisgebiet mit einem Anfall von 8000 Doppelzentnern Hochzucht-Saatmais. Die Obmänner vertraten die Ansicht, daß man mit dem Verkauf nicht zuwarten solle, da über die Preisentwicklung nichts bekannt sei. Die amtlichen Stellen wehren sich gegen einen frühzeitigen Aufkauf des wertvollen Saatgutes durch Händler, da festgestellt wurde, daß man daraus Hühnerfutter gemacht habe. Vor allem gelte es, den guten Namen des gelben badischen Maises zu erhalten. ganz erfüllten, dabei die geistige Klarheit stets wahrenden Spiels. Konzert des „Volks-Chors Lahr“ Zum würdigen Abschluß des Bach-Jahres 1950 gibt der Volks-Chor Lahr am 3. Dezember, 20 Uhr, im Festsaal des Max-Planck-Gymna- siums ein Konzert unter dem Titel „Lieder, Serenaden und Kantaten“ aus der Zeit vor und nach Joh. Seb. Bach. Hauptwerk des Abends ist Bachs volkstümlichste weltliche Komposition, die berühmte Bauernkantate. Das lebenssprühende, herzerfrischende Werk wird in halbszenischer Aufführung mit zwei Sprecherinnen dargeboten. Als Solisten wirken Emmy Lahr (Sopran) als Bauernmädchen Mieke und der in Lahr so sehr beliebte Bassist Fritz Krehl als Bauernbursche Michel mit. Ein Orchester aus Lahrer Musikfreunden spielt die Bauernkapelle. Fritz Krehl ist auch Solist bei der „Serenade im Walde zu singen“ von Joh. A. Peter Schulz für Baß-Solo, Chor und Orchester. Das abwechslungsreiche und doch stilistisch geschlossene Programm verspricht — wie es beim Volks-Chor Lahr schon Tradtion ist — für ungeschulte Hörer geradeso wie für den verwöhntesten Konzertbesucher gleich ereignisreich zu werden. Sonntags- und Nachtdienst der Lahrer Apotheken hat in der Woche vom 25. November bis 1. Dezember die Engel-Apotheke, Lahr. Ärztlicher Sonn- und Feiertagsdienst in Lahr: In Notfällen, bei denen, Sie Ihren Hausarzt nicht erreichen, vertritt ihn über das Wochenende: Am 26. November Dr. Knierer, Lahr, Bahnhofstraße 3, Telefon 2511. Vorstand der Heimatvertriebenen In der letzten Monatsversammlung der Ortsgruppe Lahr der Heimatvertriebenen wurden, nachdem Dr. Krause in einer Ansprache der toten Flüchtlinge gedacht hatte, vom 1. Vorsitzenden Rogier die übrigen Mitglieder des neugebildeten Vorstandes vorgestellt. 2. Vorsitzender ist H. Wolf, das Amt der Schriftführerin übernahm Fräulein Taube, Kassier wurde R. Sauer. Von den vier Beisitzern erhielt Frau Kantowsky die kulturelle Betreuung, E. Heberlein die Bearbeitung von Wohnungsangelegenheiten, E. Mönnich diejenige von Arbeitsfragen, und B. Döring von allgemeinen Aufgaben übertragen. Die Versammlung gab ihre Zustimmung, daß der Vorstand durch die Obleute der zu Lahr gehörenden Ortsgruppen Sulz, Mietersheim, Kuhbach und Langenwinkel erweitert wird. Außerdem gehören Frau Rupprecht und Herr Wilk dem Vorstand an. Es wurde noch bekanntgegeben, daß im Gasthaus „Rehfuß- Sprechtage eingerichtet werden sollen. Man wolle, wie Vorsitzender Regler sagte, um ein gutes Einvernehmen mit den Altbürgern bemüht sein und sich weniger auf fremde Hilfe verlassen, sondern selbst Hand anlegen. Zu diesem Zwecke sollen Arbeitskolonnen gebildet werden. Samstag, 25. November 1950 Bat Vom Nummer 141 — Seite 13 Ein schöner Heimatabend Der Interessenverband der Heimatvertriebenen, Ortsgruppe Kürzell-Hugsweier, trat erstmalig mit einem wohlgelungenen Heimatabend vor die. Öffentlichkeit in der „Krone“ in Kür- zell. Dieser gehaltvolle und besinnliche Abend, der unter Leitung der ostpreußischen Heimatdichterin, Frau Margarete Fischer, stand und von dieser mit eigenen Werken bestritten wurde, hat gewiß jeden einzelnen zutiefst angesprochen und ist zu einem nachhaltigen Erlebnis geworden. Kürzeil. Der Kleintierzuchtverein, der, im letzten Jahre kaum gegründet, auf Ausstellungen gleich schöne Erfolge erringen konnte, behauptete sich im Verlauf dieses Jahres weiter erfolgreich, was besonders in der steigenden Zahl der Mitglieder zum Ausdruck kommt. Ermutigt durch den Ehrenpreis^ den der Züchter F. Karotsch auf der 1. Schau der Badischen Landwirtschaft in Freiburg für seine schwarzen Rheinländer erringen konnte, werden die Kürzeller Züchter nun auch am 3. Dezember in Lahr und am 7. Januar in Offenburg ausstellen. Für eine Lokalschau in Kürzell am 10. Dezember sind die Vorbereitungen schon im Gange. KürzeU. In einer Versammlung der Tabakpflanzer unterrichtete Vorstand Walter diese über den Verlauf und erzielten Preis bei der Einschreibung in Offenburg. In den Kreisen der hiesigen Pflanzerschaft ist man über den erzielten Preis vollkommen zufrieden. Empörung aber löste es aus, daß auf Antrag einer Nachbargemeinde die Reihenfolge des Einschreibungskatalogs umgeworfen, und Kürzell viel früher als vorgesehen, an die Reihe kam. In diesem Falle hat es dem hochwertigen Kürzeller Tabak zwar keinen Abbruch im Preis getan, jedoch bezeichnen ein solches Verhalten die Kürzeller Pflanzer als von geringem Kameradschaftsgeist getragen. Münchweier. In einer der vergangenen Nächte wurde einem einheimischen Handwerker ein junges Schwein gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt.. Landtagsabgeordneter Matt zu Gaat Mietersheim. In ' einer öffentlichen Versammlung sprach dieser Tage Genosse Landtagsabgeordneter Matt über die Probleme der Gegenwart, wobei der Redner eingehend die heutige Weltlage und insbesondere die gegenwärtige Situation Deutschlands klar vor Augen stellte. Als 2. Vorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes wandte er sich dann wirtschaftlichen Fragen zu, um gleichzeitig auch die gesamte Ernährungswirt- schaft zu behandeln.' Es wurden Mittel und Wege aufgazeigt, wie sich die Lage im gesamten bessern und für den einzelnen Landwirt erträglicher und erfolgreicher gestalten würde. Der Vortrag brachte so viele wertvolle Anregungen und war in vielerlei Beziehung richtungweisend. Als bedauerlich muß es bezeichnet werden, daß der Besuch aus Kreisen, die da besonders angeepjjschen wurden, viel zu wünschen übrig ließ. Die Diskussion stand auf erfreulicher Höhe und gestaltete sich zu einem wirklichen Erlebnis. Resolution gegen die Wünschelrute Eine Resolution zur Frage der Wirksamkeit der Wünschelrute wird durch die Direktoren der neun geologischen Landesanstalten des Geburtstagskinder in Ringsheim Heute, Samstag, vollendet die Dorfälteste, in Wasser bei Emmendingen geborene Frau Sophie geborene Günther, Ehefrau des Franz Kopp in Ringsheim, ihr 90. Lebensjahr. Zu ihrem Geburtstag wünschen' wir ihr von Herzen eine baldige Genesung in ihren gegenwärtigen kranken Tagen und ferner einen schönen Lebensabend an der Seite ihres treubesorgten Gatten. Ihren 83.. Geburtstag beging am Dienstag die Landwirtsehefrau Karolina Weber geborene Motz in bewundernswerter geistiger und körperlicher Frische. Der Jubilarin, welche noch regen Anteil nimmt am Zeitgeschehen, die besten Glückwünsche. Ringsheini. Im Gasthaus zum Kreuz veranstaltete die Musikapelle eine Cäcilienfeier bei hervorragend gebotenen Musikstücken und einem erstklassigen Theaterstück, „Der Bettelmusikant“, welches in seiner heiteren, humorvollen, mit alten Lebensweisheiten eingeflochtenen Art, alle zahlreich erschienenen Besucher in anerkennender Weise befriedigte. Den Abschluß bildete die Verlosung eines reichhaltigen Glückstopfes. . Der Postangestellte Eugen Ehret, Sohn des Telegraphenleitungsaufsehers Julius Ehret, wurde zum Postschaffner befördert. Herzlichen Glückwunsch. Ein großer Trauerzug geleitete am Donnerstagnachmittag Sen im Alter von 52 Jahren verstorbenen Kriegsinvaliden von 1914/1918, Hermann Köbele, zur letzten Ruhe. Köbele, der über die Grenzen seiner Heimat bekannt ist, war lange Zeit als Zuchtbuchführer beim Badischen Rinderzuchtverband in Freiburg tätig. Ringsheim. Das neu hergerichtete Spritzenhaus ist dieser Tage fertiggestellt worden. Dar mit ist ein lange gehegter Wunsch der einheimischen Feuerwehrmänner in Erfüllung gegangen. Überschwemmungen in der Schweiz Die heftigen Regenfälle während des Wochenendes haben ln verschiedenen 'Teilen der Schweiz Überschwemmungen verursacht. Im Kanton Neuenburg steht eine Eisenbahnlinie unter Wasser. Die internationale Durchgangsstraße Paris—Neuenburg ist unterbrochen. Im Kanton Waadt mußte zum Schutze eines Kraftwerkes Feuerwehr aufgeboten werden. Weite Ackerflächen sind überschwemmt, das Wasser steht zum Teil 40 Zentimeter hoch. Auch die Rheinpegel sind beträchtlich gestiegen. Man rechnet damit, daß der Wasserstand des Rheins sich noch erhöhen wird, da durch den Föhneinbruch in den Schweizer Bergen Schneeschmelze eingetreten ist. Bundesgebietes in den nächsten Tagen den Regierungen der Bundesländer zugeleitet werden. Die Resolution ist das Ergebnis einer Konferenz der Direktoren der geologischen Landesanstalten, die vom 19. bis 21. Oktober in Freiburg stattfand. In der Resolution wird festgestellt, daß die Wünschelrute nicht geeignet sei, Zusammenhänge zwischen dem Rutengänger und dem Untergrund zu offenbaren. Die Wünschelrute könne daher auch das Vorhandensein von Wasserläufen und Bodenschätzen unter der Erdoberfläche nicht anzeigen. ASV Freiburg Die ungelöste Platztrage bis zur Wiederinstandsetzung des ASV-Stadions hat den ASV Freiburg veranlaßt, sich mit dem befreundeten FV Emmendingen zu einigen, daß ab Sonntag, 26. November, die tür den ASV Freiburg angesetzten Heimspiele jeweils bis auf weiteres auf dem Platz des FV Emmendingen ausgetragen werden. Der ASV hofft, daß seine Anhänger die Mannschaft in ihren schweren Kämpfen weiterhin unterstützen und ihr den notwendigen Rückhalt auch in Emmendingen geben. Die Vereinsleitung gibt hierzu bekannt, daß für das Spiel in Emmendingen gegen FV Rastatt 04 die Anmeldungen bis Samstagnachmittag 14 Uhr im „Nägelesee“ angenommen werden. Schloflbergrestaurant Dattler Samstag, den 25. November 1950 X^an HotelRestaurant Hohenzollern das bekannte Restaurant mit erstklassiger Küche. Großer Parkplatz vor dem Hause Inh.: ALFRED SCHMIDT früher „Zum Fahnenberg* KAMMERKONZERT UniversitStsbuchhandleng Eberhard Albert 3> Abend, Freitag, ju Bannt«, Pa uluna t l Klavimabend Wilhelm KEMPFF Bach, Schubert, Brahms Einzelkarten von DM 1.80 bis 2.50 ln der Universitätsbuchhandlung Albert, Freiburg, Bertholdstraße 4 — Telefon 4288 Tüchtiger Blecbner zur Einarbeitung auf Ventilatoren- und Rohrleitungsbau für sofort gesucht. E. Klausnaann, Lttftungatechn. Anlagen, Freibnrg, Schwärzwalditr. 8. Erinnern Sie sich noch? An das Spezial-Früehtefcret von der Bäckerel-Kondltorei-Cafö Maier früher Merianstr., Freiburg i. Br„ heute in alter Qualität wieder erhältlich Gartenstraße 13 füll und Neulieferung Leo Waldraff Inhaber Franz Krafft Freiburg, Hildastraße ( t Überführungen Ausgrabungen Sarglager F-MUllur, Frsiburg i.Br. Bleichestraße 3-5, Tf I. 3881 * f 0lk“ Grltzner versenkbar u. 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Belauschtes Leben ln Wald, Moor und Holde. WeyÄso — Mo i lWSh und Vergeben." . y* - _ Jugendfrei! Praktische Vorführung von Weihnachtsbäckerei mit JUNKER & RUH-Gasherden Montag, 27. Nov. 1950 Dienstag, ' 28. Nov. 1950 Mittwoch, 29. Nov. 1950 Donnerstag, 30. Nov. 1950 Freitag, 1. Dez. 1950 jeweils 19.30 Uhr im „Feierling-Saal“ Freiburg i. Br., Gerberau Eintritt frei! Kostproben! Gratis-Verlosung! Stadt. Gaswerk Freiburg FILMTHEATER ^KURBEL Vier Menschen, der Musik verschrieben, führt das Schicksal zur Höhe bis zum Sedansirsße Telefon 3593 (Irrwege zweier Herzen) EWALD BALSER, KIRSTEN HEIBERG PETER VAN EYCK, PETRA PETERS Tägll* 14.15, ItzW, *45 und 21.00 Uhr Wochenschau-Bildbericht vom Fußball -Länderspiel Deutschland — Schweiz Sonntag, 114A und 13io Uhr: „ES WAR EIN MENSCH ...* Ein Hilfswerkülm über die drakonische Arbeit ln der evangelischen Kirche Dienstag und Mittwoch, jeweils 11.00 Uhr, Schülervorstellung Einheitspreis DM —.50 nflSIMfl -kestauranf Ihr allabendliches Tanzlokal! Im fünften Monat reengagiert! Der große Publikumaerfolg: ERWIN STEINBACHER mit seinem Tanz- und Schau- Orchester nachm. 16 und abends 20 Uhr. Samstagnachmittag 4 Uhr: Kaffee- und Plauderstunde für die Hausfrau und unsere Kinder mit dem Orchester Erwin Steinbacher Marion Käßler singt Melodien aus Tonfilm und Operette Ballon- und Tanzspiele für die Buben ugd Mädchen Eintritt frei I Kleine Verzehrpreise! Sonntag, 16 Uhr, ln der Diele: der beliebte, gemütliche TANZ-TEE mit der Schaukapelle Erwin Steinbacher bei freiem Eintritt Kleine Varzehrpreiae! Ab 20.80 Uhr: Bllll-BAR Es spielt Kapelle KOCKEN. Gaststätte newerksdiaftsbaos «InA: EBMUNDriBOEHLER, V Kn