s o 6. Jahrgang DBADISCHE HEIMATZEITUNG Samstag, 12. Mai 1951 Nummer 57 So wandern'wir in das Pfingstfest hinein » -AS—^ In aller Kürze Der tote Punkt auf der Pariser Vorkonferenz ist nach Angaben eines Sprechers der Westmächte überwunden worden. Eine Reihe von Schwierigkeiten ist jedoch noch zu meistern. Gute Ideen Geschichtsbücher vor dem Richterstuhl: Deutsche und französische Historiker wollen die Geschichtsbücher beider Länder einer Re Vision unterziehen. Man verspricht sich von „gesäuberten“ Geschichtsbüchern einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung. Mannheimer Polizeibeamte wollen keine Tschakos und Schulterstücke mehr. Der Tschako sei weder schön noch nützlich, und militärische Rangabzeichen hätten in einer demokratischen Polizei keinen Platz. Eine tschechische Spionin, die in Regensburg ihre Gefängnisstrafe abbüßte, hatte eine gute Idee: Sie klemmte einen Aktendeckel unter den Arm und verließ als Amtsperson unbehelligt das Gefängnis. Aber dann beging sie den Fehler, ihre Freundin zu besuchen, und wurde wieder verhaftet. Rätselraten Das Rätselraten um den berüchtigten Herforder „Büroschreck“ wurde jetzt durch die Verhaftung dreier Jugendlicher beendet. Die drei Festgenommenen sind Söhne angesehener Herforder Familien. 25 Volkspolizeioffifiere dürfen als Beobachter auf den koreanischen Kriegsschauplatz. Sicher wollen sie dort eine Volksbefragung gegen die Remilitarisierung in die Wege leiten. Im Dienst der Musen Eigentlich wollte Wolfgang wie sein Vater Politiker werden. Sein Vater war nämlich Gustav Stresemann. Der junge Stresemann hat es jedoch vorgezogen, anstatt auf Konferenzen auf Festspielen zu dirigieren. In Wiesbaden leitete er auf den Maifestspielen das Symphonieorchester der hessischen Landeshauptstadt. Frankfurt hat sein Goethehaus wieder — wenn man es noch so bezeichnen kann. Das Geburtshaus des großen Dichters, das 1944 von Bomben fast völlig zerstört wurde, ist in vierjähriger Arbeit wieder aufgebaut worden. • V er einheitlidtun g im Bundesgebiet Schul-Reform Erster Schritt zur Neuordnung — Beschlüsse der Kultusminister Koblenz. Die Kultusminister der Bundesländer haben dem Kulturausschuß des Bundes- . tages ihre einstimmig gefaßten Beschlüsse zum Vereinheitlichen des Schulwesens in der Bundesrepublik unterbreitet. Ein Vereinheitlichen darf nach Auffassung der Kultusminister unter keinen Umständen eine Uniformierung bedeuten. Es soll deshalb nur das vereinheitlicht werden, was nötig ist. Saure Wochen — Frohe Feste Wichtige Vereinbarungen, die bereits getroffen worden sind, oder bevorstehen, sind die Anerkennung der Prüfungszeugnisse für das Lehramt an Volkschulen und Höheren Schulen in allen Bundesländern und die Vermittlung Unterbringung und Betreuung der Flüchtlingslehrkräfte aus da - Sowjetzone. Die Lehrkräfte an Höheren Schulen sollen durch Universitätsstudium mit zwei wissenschaftlichen Fächern und dreijährige pädagogische Ausbildung im Anschluß an das Universitätsstudium herangebildet werden. Andere Vereinbarungen sind die wechselseitige Einstellung von Studienreferendaren in anderen Ländern und die Anerkennung der Reifezeugnisse in allen Ländern, obwohl in Niedersachsen noch die achtjährige Höhere Schule besteht. Bei der Anerkennung der Reifezeugnisse mit einer Fremdsprache aus der Sowjetzone soll ein einheitliches Verfahren zugrundegelegt werden. Die erste Fremdsprache soll im fünften und die zweite im siebten Schuljahr beginnen. Außerdem soll in der Volksschule im fünften Schuljahr ein freiwilliger Fremdsprachenunterricht eingeführt werden. (Bisher nur in Hamburg.) Für die politische Bildung an den Schulen und Hochschulen sollen Grundsätze aufgestellt werden. Die deutsche Rechtschreibung ist zu vereinheitlichen und weiter zu entwickeln. Ferner wurde ein einheitlicher Beginn des Schuljahres mit dem Ostertermin von 1952 an und eine gemeinsame Ferienordnung mit einer planmäßigen Verteilung der Sommerferien über zwei Monate beschlossen, damit Erholungsafte und Jugendherbergen besser ausgenutzt werden können. - Die Kultusminister beschlossen ferner bei Zeugnissen einheitliche Notenstufen einzuführen und für die Gewährung von Schulgeldnachlaß und Erziehungsbeihilfen gleiche Grundsätze aufzustellen. Deutschstämmige Kinder aus dem Osten und Kinder der heimatlosen Ausländer sollen Schulen erhalten, über die sie allmählich in deutsche Schulen eingegliedert werden können. Außerdem wurde die Errichtung eines Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht mit Sitz in München beschlossen. Es soll die Schulen und Universitäten im ganzen Bundesgebiet mit Bild- und Filmmaterial versorgen. Die Kultusminister beschlossen ferner, beim Schulwechsel in ein anderes Land Übergangsmöglichkeiten zu schaffen. Ihre gesonderten Beschlüsse hierzu wurden jedoch nur von einem Teil des Bundestagskulturausschusses gebilligt. Die Mehrheit des Ausschusses wünschte, daß in jeder Stadt ein „Normalschultyp“ mit Englisch als erste Fremdsprache vorhanden sein rrius Selbfthilfe der Wirtfchaft Eine Milliarde für Betriebsausban Bonn. Das Bundeskabinett hat die Vorschi äge der Wirtschaft zum Aufbringen von Investitionsmittel für die Grundstoffindustrien angenommen und einen Gesetzentwurf über diese Selbsthilfe der Wirtschaft in den Grundzügen verabschiedet. Die Bundesregierung will mit dem für die Zeit vom 1. Juli 1951 bis 30. Juni 1952 veranschlagten Aufkommen aus der Selbsthilfe in Höhe von rund einer Milliarde Mark zusammen mit den Gegenwertmitteln und dem Aufkommen aus der Fremd- und Eigenfinanzierung die dringendsten Investitionsbedürfnisse befriedigen. Es werde eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sein, so betonte sie, nach Durchführung der notwendigsten Investitionen in den Grundstoffindustrien rechtzeitig auch wieder die Rationalisierung der übrigen Industrie fortzusetzen. Weiterverkauf dieser Papiere an den Börsen auch, das Publikum an dem Erwerb dieser Papiere beteiligen kann. Zu den Grundstoffindustrien, die mit den aufzubringenden Mitteln finanziert werden sollen, gehören die Großbetriebe des Kohlenbergbaues, der Eisen- und Stahlindustrie und der Energiewirtschaft. Dieses System, das eine Art Gemeinschaftsfinanzierung seitens der großen Wirtschaftsunternehmen zugunsten derjenigen Werke bedeutet, die ausgebaut tueTden müssen, beruht auf Vorschlägen der Spitzenverbände der Unternehmer. Zu begrüßen ist dabei, daß hiermit die Modernisierung und Rationalisierung der deutschen Grundstoffindustrie, die teilweise in veralteter und damit unrentabler Weise arbeitet, ermöglicht wird. Verträge statt Besatznngsstatnt Bonn. Nach Abschluß der ersten zweistün- Es handelt sich um einen interessanten Gesetzentwurf, der demnächst vor den Bundestag i kommt. Das große wirtschaftliche Problem der! Gegenwart ist, wie man die Mittel auf bringen j kann, um die zerstörten oder in ihrer Weiterentwicklung vernachlässigten industriellen ! Werke wieder so auf die Beine zu bringen, daß : digen deutsch-alliierten Konferenz über die sie den modernen ausländischen Betrieben ge- - Umwandlung des Besatzungsstatuts in ein Sy- wachsen js ind. Dazu braucht man Geld. Dieses s ^ em zweiseitiger Verträge wurde auf dem Pe- Geld wollen die gewerblichen Unternehmen der , tersberg bekanntgegeben, daß die Alliierten ihre privaten Wirtschaft und der öffentlichen Hand ] Beziehungen zur Bundesrepublik durch diese nach einem bestimmten Schlüssel aufbringen gegenseitigen Verträge auf eine möglichst breite und es denjenigen Unternehmen der Grund- | Basis stellen wollen. Die Entscheidungen der Stoffindustrie, die ausgebaut werden sollen, als Brüsseler Außenministerkonferenz der Atlan- W J.'i 1 __ V7I- 1_ — — _____i -11 r tlbno lrtmo I>a44am Uaaa J » rw _ Kredit oder Einlage zur Verfügung stellen. Insgesamt soll auf diese Weise eine Milliarde'Mark tikpaktmächte hätten besonders im Zusammenhang mit einer deutschen Beteiligung an der bis Mitte nächsten Jahres aufgebracht werden, westlichen Verteidigung eine neue Lage im Da vorgesehen ist, daß die entsprechenden ; Verhältnis der Alliierten zur Bundesrepublik Schuldverschreibungen oder Anteile „börsenfähig“ sein sollen, so ergibt sich, daß sich durch „ Zufammenftöße mit Studenten Gummiknüppel und Wasserwerfer — 15 Polizisten verletzt Hamburg. Zu Zusammenstößen zwischen der Hamburger Polizei und Studenten kam es am Hamburger Dammtorbahnhof. Etwa 1200 Studenten versuchten trotz polizeilichen Verbots in einem Demonstrationszug dagegen zu protestieren, daß die Hamburger Hochbahn keine Schülermonatskarten mehr an Studierende ausgeben will. Den Demonstranten stellten sich rund hundert Polizisten entgegen und drängten sie ab. Dabei machten die Polizisten wiederholt vom Gummiknüppel Gebrauch. Als Studenten Polizisten augriffen oder umrannten, setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein. Die Studenten räumten daraufhin die Straßen. Nach einem amtlichen Bericht der Polizei wurden bei den Zusammenstößen 15 Polizeibeamte zum Teil durch Messerstiche verletzt. Ein Polizist ist durch einen Tritt in den Unterleib dienstunfähig geworden. Zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei ist gegen den Demonstrationszug vorgegangen, weil er sich auf den Bannkreis zu bewegte, der um das Hamburger Rathaus gezogen ist. In diesem Bannkreis sind alle Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel verboten. Außerdem behinderte der Demonstrationszug den Verkehr und war polizeilich nicht gemeldet. Bei den Zusammenstößen wurden mehrere Studenten fest- genammen. Der allgemeine Studenten-Ausschuß der Universität Hamburg distanzierte sich von den Vorgängen. Er wies darauf hin, daß er bereits seit Monaten mit der Hamburger U-Bahn verhandle, um zu erreichen, daß die Studenten verbilligte Monatskarten bekommen. Wie der Allgemeine Studentenausschuß weiter mitteilte, wurden bei den Zusammenstößen 19 Studenten und Studentinnen schwer und etwa 50 leicht verletzt , geschaffen. Diese neue Lage und der Wunsch der Alliierten, ihre Beziehungen mit der Bundesrepublik immer mehr zu normalisieren, bildeten den Ausgangspunkt der Besprechungen. ^labsburger Hochzeit Nancy. Erzherzog Otto von Habsburg und die 26jährige Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen wurden im Rathaus der alten lothringischen Hauptstadt Nancy getraut. Zu der Hochzeit des österreichisch-ungarischen Thronprätendenten waren Vertreter fast aller europäischen Fürstenhäuser erschienen. Unter anderem Exkaiserin Zita und das regierende Fürstenpaar von Liechtenstein, 21 Erzherzoge, 17 Fürsten und viele namhafte Vertreter des öffentlichen und kulturellen Lebens. Todessturz bei der ADAC-Deutschlandfahrt Freiburg. Auf einer steilen Abfahrt im Rench- tal bei Oppenau geriet am Donnerstag der Viktoria-Gespannfahrer Ludwig Gopper (Nürnberg) aus einer Kurve und stürzte einen 50 Meter hohen Abhang hinunter. Er war sofort tot. Dieser tragische Unfall veranlaßte die übrigen Viktoria-Fahrer, in Freiburg ihre Fahrt abzubrechen. (Siehe auch Bericht im Sportteil.) Pfingsten ist tatsächlich das „liebliche Fest“, wie Goethe es nennt. Frühlingsseligkeit — Maienpracht — neue Entfaltung—neues Wachstum! An kaum einem andern Feiertag wird die Pause von der täglichen Arbeit so wohltuend empfunden wie an diesem Frühlingstag. Und so mapcher hat in diesen Feiertagen das Gefühl, nun ein freier Mensch zu sein, hat die Empfindung, am Feiertag lebe er erst richtig. Die Arbeit des Werktages sei nur ein notwendiges Übel. Die Auffassung von der Arbeit als notwendigem Übel in ihrer heutigen Schärfe ist ein Ergebnis des technischen Zeitalters. An sich treibt es jeden gesunden Menschen zur Tätigkeit. An sich ist im normal fühlenden Menschen durchaus der Wunsch vorhanden, etwas Produktives zu tun, sich irgendwie auszuwirken, etwas zu schaffen — also letzten Endes etwas zu arbeiten. Aber die Dinge sehen sofort anders aus, wenn die Arbeit zu Zwang ausartet oder umgekehrt gesagt, wenn die Arbeit erzwungen wird. Sklavenarbeit, Arbeit für Ausbeuter — das hat nichts mehr mit der freien und befriedigenden Tätigkeit zu tun, die sich jeder wünscht. Vor uns liegt eine Neuauflage der zuerst im Jahre 1922 erschienenen Kulturlehre des Sozialismus. Verfasser der Schrift ist der bekannte Sozialist Gustav Radbruch. Zum Problem der Arbeit heißt es nun bei Radbruch folgendermaßen: „... muß ■die Arbeit wie der Schlaf vom Leben abgeschrieben, als ein Stück Tod mitten im Leben erachtet werden, bleibt es nur möglich, Kulturfreude und Kultur außerhalb der deshalb möglichst zu verkürzenden Arbeit zu suchen? Wäre es so — wie erschreckend wenig wirklich gelebtes Leben bliebe dann von einem Proletarierleben übrig! Mancher hofft, die Umgestaltung der sozialen Ver hältn isse .vie wieder zur Arbeitsfreude t ^r(kHßfiitaäi|& Die Arbeit, die nicht mehr Arbeit für fremden Profit, sondern Arbeit für die Gemeinschaft wäre, würde schon deshalb von neuer Freude getragen sein. Gewiß wird in der Gemein Wirtschaft ein Hemmnis der Arbeitsfreude wegfallen, die Arbeitsfreude wiederherzustellen wird auch die Gemeinwirtschaft nicht genügen. Die Frage der Arbeitsfreude bleibt fast so schwierig in der sozialistischen wie in der kapitalistischen Gesellschaft. Sie ist nicht durch cfen Stand der Wirtschaft, sondern durch den Stand der Technik hervorgerufen, nicht durch das Kapital, sondern durch die Maschine.“ Sicherlich wird auch mit diesen Worten Radbruchs das Problem der Arbeitslast oder der Arbeitsfreude nicht ausgeschöpft. Man muß doch aueh feststellen, daß gerade die Technik dem Arbeiter ein ganz neues Bewußtsein gebracht hat, nämlich das Bewußtsein, selber Herr zu sein über eine bestimmte Maschinerie. Es wäre verkehrt, zu glauben, daß der Arbeiter sich nur als Sklave der Maschine fühlt. Oft genug ist es umgekehrt so, daß ihn ein großer Stolz beseelt, mit seinen Händen ein Werk der Technik zu schaffen oder zu meistern. Erst das Bewußtsein, durch seine Arbeit mitzuwirken an der Befriedigung unser aller Lebensbedürfnisse gibt letzten Endes das Recht, auch die Mitbestimmung im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben zu fordern. Sb wollen wir die Pfingstfeiertage zwar als wünschenswerte und notwendige Zeit der Ausspannung betrachten, etwa nach dem Wort, das ebenfalls von Goethe stammt: ^Saure Wochen, frohe Feste“, aber ebenso wissen, daß man wirken muß, solange es Tag ist. „Annee des Friedens“ In der letzten Sitzung des Badischen Landtags erntete der KPD-Abgeordnete Faulhaber schallendes Gelächter, als er durch einen Zwischenruf dem Hause weiszumachen versuchte, daß die Sowjetarmeen in Osteuropa „Friedensarmeen“ seien. Man weiß wirklich nicht, ist es Dummheit, gepaart mit Borniertheit oder Ausdruck eines nicht mehr zu überbietenden Fanatismus, wenn Kommunisten in hohen Funktionärstellüngen immer wieder mit solchen Propagandamätzchen die freie Welt zu. überzeugen versuchen. Die Tatsache des Vorhandenseins riesiger Sowjetarmeen spricht den Friedensbeteuerungen der Kommunisten genau so Hohn, wie etwa die Behauptung der Kremlpropaganda, daß die Amerikaner im Verein mit den westlichen Demokratien die Sowjetunion militärisch vernichten wollten, während demgegennüber die deut- „Das Volk“ erscheint in der Woche nach Pfingsten am Mittwoch, 16. Mai, am Donnerstag, 17. Mai, and am Samstag, dem 19. Mai. Wir bitten unsere Leser, Mitarbeiter und Agenturen, davon Kenntnis nehmen zu wollen. Verlag and Redaktion „Das Volk“ Seite 2 — Nummer 97 Samstag, 12. Mal 1951 Pas "Gott sehen Kommunisten der westdeutschen Bevölkerung aber drohen, daß die Russen sehr bald da sein werden und allen westlichen Anwandlungen der Deutschen ein Ende bereiten würden. Wir sind weit davon entfernt, uns durch solche Drohungen einschüchtem zu lassen. Die Drohungen, daß nächstes Jahr der Russe da sein werde, haben wir bereits seit drei Jahren tagtäglich zu hören bekommen. Eines ist jedoch zu beachten. Es gibt sehr viele politisch Gleichgültige, die den ständigen kommunistischen Einflüsterungen zu erliegen drohen. Man muß sie auf die Widersprüche der KPD-Propaganda aufmerksam machen. Wer sie erst einmal erkannt hat und dem Kommünisus objektiv gegenübersteht, der wird sich von den Roßtäu- schermfithoden der KPD nicht hereinlegen lassen. Leider gibt es sehr viele politisch wenig geschulte Arbeitskollegen, die in den KPD- Propagandisten etwa nur den Gewerkschaftler sehen und nicht erkennen, daß sich hinter diesem der fanatische Sowjetpropagandist verbirgt. Wenn es Vorkommen kann, daß auf einer Gewerkschaftskonferenz ein kommunistischer Spitzenfunktionär über zwei Stunden referiert und dabei eine Stunde lang nur gegen die Re militarisierung Westdeutschlands zu Felde zieht und Stimmung zu machen versucht für die KPD-Volksbefragung, so muß man sich fragen, ob die Langmut und die politische Gleichgültigkeit mancher Arbeitskollegen der KPD-Wühlarbeit nicht geradezu Vorschub leisten. Die Kommunisten schimpfen auf die imperialistischen Kriegshetzer, denen sich die westdeutschen Parteien samt und sonders verschrieben hätten, sie bejammern die- so sehr bedrohte Sowjetunion. Gleichzeitig aber entschlüpft dem roten Oberst Leseß-Litzmann das nicht uninteressante Eingeständnis, „daß die Sowjetunion Landstreitkräfte von gewaltiger Übermacht unterhält, die in der Lage wären, ganz Europa zu überrennen, auch wenn Eisenhower den letzten westdeutschen Schuljungen vor die Maschinengewehre seiner Militärpolizei jagen ließe.“ Auch diese Äußerung sei von uns nicht zitiert, um den Deutschen Furcht vor den kommunistischen Drohungen einzuflößen, sondern nur, um die Verlogenheit der ganzen kommunistischsowjetischen Friedenspropaganda aufzuzeigen. In der Bundesrepublik, insbesondere aber innerhalb der SPD, hat jeder das Recht, seine Stimme gegen die Remilitarisierung zu erheben. Wer aber seine Gegnerschaft gegen die Remilitarisierung mit der kommunistischen Propaganda verknüpft, indem er mit den Kommunisten gemeinsame Aktionen durchzuführen gewillt ist, der setzt sich der Gefahr aus, nicht ernst genommen zu werden, da die Verlogenheit der KPD-Friedenskampagne schon zu offenbar geworden ist. Kein vernünftiger Mensch, der vom östlichen Fanatismus noch nicht blind geworden ist, wird behaupten wollen, daß die fiowjetarmgeuj „die . 1930 das kleine Finnland '•überfielen, die sich mit Hitler in den Raub Polens geteilt hatten, Friedensarmeen gewesen seien und auch die von den Russen ausgerüsteten Nordkoreaner und Rotchinesen haben das militärisch kaum vorbereitete Südkorea sicherlich nicht überfallen, um ihre Friedensliebe zu demonstrieren. St. Gehaltserhöhung für ßundesbeamte Bonn. Das Bandeskabinett hat beschlossen, die Gehälter und Löhne der Bundesbediensteten einschließlich der vop Bahn and Posf um 20 Prozent zu erhöhen. Diese Aufbesserung betrifft auch die Pensionen. In einer umfassenden Besoldungsreform sollen bis zum Herbst Löhne, Gehälter und Pensionen vollständig neu geregelt werden. UNO-Truppen in der Offensive Tokio. Die UNO-Streitkräfte setzten ihre Offensive an der ganzen Korea-Front fort. Sie erzielten Einbrüche in die kommunistischen Linien und schickten Stoßtrupps tief in das kommunistische Hinterland. Das Bundespresseamt betonte hierzu, daß der Kabinettsbeschluß nur die Beamten und Angestellten betreffe. Der Beschluß könne aber noch nicht sofort ausgeführt werden, da die Besoldung der Beamten durch Gesetz geregelt und für die Angestellten neue Tarifverträge abgeschlossen werden müßten. Außerdem müsse das Parlament die finanziellen Mittel bewilligen. Nach Berechnungen des Bundesfinanzministers erfordert die Erhöhung von den vorgesehenen 15 Prozent auf 20 Prozent für Bund, Länder und Gemeinden einen Mehraufwand von 800 Millionen Mark. Da die Fmanzminister von Bund und Ländern vereinbart haben, daß der Bund mit seinen Besoldungsmaßnahmen die Richtschnur für die Besoldung im öffentlichen Dienst geben soll, wird als sicher angenommen, daß die Länder und Gemeinden, soweit sie dazu finanziell in der Lage sind, ebenfalls sämtliche Bezüge um 20 Prozent aufbessern. Mit drei Mark abgespeist Bonn. Die Bundesregierung hat die Gewährung einer Teuerungszulage an die Empfänger von Sozialrenten, Krankengeld, Arbeitslosenunterstützung, Soforthilfe und öffentlicher Fürsorge beschlossen. Die Zulage soll ab 1. Juli gewährt werden. Wie Vizekanzler Blücher dazu mitteilte, soll der Zuschlag drei Mark je Kopf und Monat betragen. Der Zuschlag ist füf alle zu dem Haushalt des Unterstützungsberechtigten gehörenden Personen vorgesehen. Der Vizekanzler betonte, es bestehe noch keine Klarheit darüber, wie die als notwendig anerkannte Gesamterhöhung der Renten, zü der die Regierung vom Bundestag aufgefordert worden ist, gedeckt werden solle. * Unter dem Druck der von ihr selber verschuldeten kritischen wirtschaftlichen Lage hat sich das Bundeskabinett nun endlich dazu bequemen müssen, die Bezüge der Beamten und Angestellten so aufzubessem, daß hie Spanne zwi 20 Prozent hat zum Beispiel die SPD-Landtags- fraktion schon im November vergangenen Jahres gekämpft, zu einem Zeitpunkt also, als die Erhöhung der Gehälter etwa mit den Preissteigerungen Schritt gehalten hätte. Inzwischen sind die Preise für Bedarfsgüter des täglichen Lebens von Monat zu Monat geklettert und der 20prozentigen Aufbesserung der Grundbezüge wird sicher bald eine weitere Forderung folgen müssen. Zunächst einmal hat der Beamtenausschuß des Deutschen Gewerkschaftsbundes sich mit dem Regierungsbeschluß einverstanden erklärt, wohl von der Erwägung ausgehend, daß der Spatz in der Hand besser ist als die Taube auf dem Dache. Daß man den Gewerkschaftsforde- rungen entsprach und auch die Pensionäre in die Gehaltserhöhung einbezog und die Aufbesserung für ruhegehaltsfähig erklärte, findet Anerkennung. Die Auswirkung der Bonner Beschlüsse wird sich hoffentlich besonders auf die unteren und mittleren Gehaltsgruppen auswirken und zu einer sozial gerechten Staffelung der Beamtengehälter führen. Wir sind der Auffassung, daß nur ein grundsätzlicher Wandel der deutschen Finanz- und Wirtschaftspolitik den Ausweg zu finden vermag. Neue Männer müssen mit neuen Plänen eingreifen; die alten habqn abgewirtschaftet. — Daß man die Sozialrentner, die seit 1945 nicht einmal ihre primitivsten Lebensbedürfnisse befriedigen können, mit einer Zulage von DM 3.— ab$peist, hat mit einer realen Fürsorge nichts zu tun. Es ist ein Almosen, das die ganze Hilflosigkeit in Bonn schlagend beweist. In diesen Tagen sagte Bundeswirtschaftsminister Pr o f. Erhard : „Ich gebe Brief und Siegel, daß die Preise fallen werden.“ Das habe er, wie er meinte, nicht aus dem Kaffeesatz geweissagt. Allerdings seien keine dramatischen Preisstürze zu erwarten. die „AllgemeineWochenzeitung der Juden“ zum Fall des früheren Leiters des Bayrischen Entschädigungsamtes, Philipp Auerbach: „Es stimmt zu Bitterkeit, wenn man über Affären auf anderen Gebieten, wie die Transferangelegenheit des Evangelischen Hilfswerks und die im „Spiegel“-Ausschuß erörterten Vot- gänge den Mantel der christlichen Nächstenliebe und des menschlichen Vergessens hüllt, während, der Fall unseres Glaubensgenossen Auerbach zur cause celebre (also zur Hauptaffäre) des Jahrhunderts, mindestens dieser Nachkriegszeit, gestempelt wird. Im allerschlimmsten Full ist Auerbach ein Kind seiner Zeit und Opfer seiner deutschen Umwelt, die ihn wie uns in verbrecherischer, grausamer und heimtückischer Weise verfolgt hat.“ die Sozialdemokratische Fraktion im Bundestag: „Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung verbreitet amtlich jede Schimpforgie und jede Niederträchtigkeit, die im Ausland über die Sozialdemokratie geschrieben wird. Das ist ein ausgesprochener Mißbrauch einer amtlichen Stelle.“ d e r H a m b u r g e r B ü r g e r m e i s t e r M a x Brauer (SPD) auf einem Empfang des Konsularkorps, die staatspolitische Entwicklung der Bundesrepublik im letzten Jahr sei zu begrüßen, da sie aus der Ungewißheit und der Unselbständigkeit zur staatspolitischen und staatsrechtlichen Klärung und Selbständigkeit eines neuen demokratischen Deutschlands geführt habe. \ D-Mark im Ausland fefter In Neuyork bewegte sich die Notierung bis zur letzten Aprilwoche zwischen 18% und 18% US-cts für eine D-Mark, stieg in den letzten Apriltagen auf 19% bis 19 V« und erreichte schließlich am 9. Mai 20 Vs bis 20 Vs US-cts. für sehen Einkommen und Lebenshaltungskosten -j eine D-Mark. nicht völlig unüberbrückbar wird. Die Frage ist | Ähnlich war der Verlauf am Züricher Devi- nur, ob eine 20prozentige Erhöhung den heuti- I senmarkt. Am 10. Mai wurde ein Kurs von gen Bedürfnissen gerecht wird. Um diese 87% bis 88V» sfr für 100 DM notiert. Am 1. Mai Diskuffion um Schuman-Plan Straßburg, Hier steht der Schumah-Plan tionären und Repräsentanten im Mittelpunkt der Diskussion. Bemerkens- Regierungen“. der einzelnen wert ist, daß der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Erik Nölting in der Debatte der Beratenden Versammlung erklärte, die Kritik der deutschen Sozialdemokratie richte .sich war nicht gegen die Idee und das Prinzip des Schuman-Plans, wohl aber gegen das Resultat der vorliegenden Verhandlungen „Trotz aller Zusicherungen und guten Absichten bestand bei Lage der Dinge von vornherein die Gefahr, daß man praktisch doch bei einer Kartellorganisation landen würde, statt bei einer wahrhaft überstaatlichen Behörde, bei einem Superkartell, geleitet nickt von Kapitalmagnaten, wohl aber von technischen Experten, Funk- Strafanzeige gegen das „St.-Konrads-ßlaU Weinheim. Die Massenvernehmungen von 200 Frauen, die im Februar dieses Jahres auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Mannheim vorgenommen worden waren, werden voraussichtlich ein gerichtliches Nachspiel haben. Der geschäftsführende Vorsitzende des Weinheimer Ärztevereins, Dr. Georg Hälsen, will gegen den Herausgeber des Bistumsblattes für die Erzdiözese Freiburg des „St.-Konrads-Blatt“ Strafanzeige wegen Verleumdung, übler Nachrede und Geschäftsschädigung erstatten. Die Liste der Frauen, die wegen einer Fehlgeburt im Laufe des letzten halben Jahres einen Arzt aufgesucht hatten, war auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Mannheim vom Leiter des Mannheimer Staatlichen Gesundheitsamtes, Obermedizinalrat Dr. Spinner, aufgestellt worden. Im Auftrag der Weinheimer Ärzteschaft hatte Dr. Hälsen energisch gegen Dr. Spinner Stellung genommen und ihn beschuldigt, daß er mit der Herausgabe dieser Liste die ärztliche Schweigepflicht und das Amtsgeheimnis durchlöchert habe. In der Mannheimer Beilage des St.-Kon- rad-Blattes“ vom 22. April wurde nu Dr. Hälsen vorgeworfen, daß er in der Öffentlichkeit bewußte Auflehnung gegen die Staatsgesetze betreibe. Es sei nicht ersichtlich, wofür der Leiter des Gesundheitsamtes bestraft werden solle, wohl aber sei es allen rechtdenkenden Menschen klar, daß das Verhalten Dr. Hälsens und seines Anhangs ein öffentlicher Skandal sei. „Das Gesundheitsamt ist kein Tötungsamt“, heißt es in dem Artikel weiter. Das Gesundheitsamt dürfe zu dem Versuch, die Abtreibung zu propagieren, nicht schweigen. Ärzte jedoch, die sich für diesen Gedanken hergäben, müßten bei allen vernünftigen und anständigen Christen den Kredit verlieren. Auch der Oberbürgermeister von Weinheim, Dr. Rolf Engelbrecht, und der Bundestagsabgeordnete Richard Freudenberg, wurden in dem Artikel des katholischen Blattes angegriffen. ...auch der Oberbürgermeister von Weinheim'klagt Der Stadtrat von Weinheim hat den Oberbürgermeister Rolf Engelbrecht ermächtigt, gegen das „St.-Konrads-Blatt“ Verleumdungsklage zu erheben. In der Mannheimer Beilage dieses Blattes vom 22. April 1951 war die Stel beanstandet worden. Es hieß in dem Artikel: „Was würde die Regierung tun, wenn die Metalldiebe in Weinheim unter Führung vom dortigen Oberbürgermeister und von Dr. Hälsen gegen das scharfe Vorgehen gegen die Metalldiebe protestieren würden? Würde Herr Freudenberg sich auch zu diesen Gesetzübertretem gesellen? Der Bundestagsabgeordnete Richard Freudenberg beabsichtigt, in einer Presseerklärung gegen die Angriffe des „St.-Konrads-Blattes“ Stellung zu nehmen. Ans dem Parteileben Oberregierungsrat Karl Zapp, sozialdemokratischer Stadtrat in Lahr, wurde zum Bundesdelegierten für den Exekutivausschuß der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (Genf) bestimmt. Bundestagsabgemcdneter Arno Hennig wurde Mitglied des Preisrichterausschusses für die Vergebung der deutschen Filmpreise, die von der Bundesregierung für die beste Jahresleistung im deutschen Filmschaffen gestiftet wurden. Die D-Mark hat sich in letzter Zeit an den ausländischen Devisenmärkten erheblich gefestigt. Nach Ansicht internationaler Bankkreise hat die Besserung der deutschen Handelsbilanz zu dieser Entwicklung geführt. hatten 100 DM noch 84% bis 85% sfr und Mitte April nur 79V- bis 80% sfr notiert. Die entsprechende Reaktion auf den freien Devisenmärkten in der Bundesrepublik ist nicht ausgeblieben. In Bremen zum Beispiel wurden am 5. Mai für einen Dollar noch 5,30 DM genommen, am 9. Mai waren nur noch 4,70 DM zu hören. In Frankfurt bewegte sich der Kurs für den Dollar am 9. Mai zwischen 4,80 und 5,20 DM gegenüber 5,10 und 5,50 DM am 7. Mai. Kohlenprämie für Grubenholz Freiburg. Zur Verböserung der äußerst kritischen Grubenholzversorgung in der Bundesrepublik ist zwischen, der deutschen Kohlenbergbauleitung und dem Verband Grubenholz eine Vereinbarung über eine Kohlenprämie getroffen worden, teilt der Badische Waldbesitzerverband EV in Freiburg mit. Vorgesehen sind 150 000 Tonnen Kohlen für drei Millionen Festmeter Grubenholz. Für jeden Festmeter Grubenholz, der bis zum 30. September 1951 zur Verfügung gestellt wird, soll der Grubenholzerzeuger einen Berechtigungsschein über einen Zentner Kohle erhalten. Ein Festmeter Grubenholz reicht durchschnittlich für die Gewinnung von 800 Zentner Kohle aus. Der Badische Waldbesitzerverband äußert zu dieser Vereinbarung allerdings Bedenken und betont, daß eine Lösung des Problems der Grubenholzversorgung von einem derartigen Rückfall irf Kompensationsmethoden der Zeit vor der Währungsreform nicht zu erwarten sei. Es müsse vielmehr immer wieder darauf hingewiesen werden, daß nur eine ausreichende Kohlenversorgung in Verbindung mit angemessenen Preisen für Grubenholz automatisch die Lösung der Grubenholzversorgung bringen könne. Prof. Nölting führte weiter aus, die deutschen Sozialdemokraten hätten es nicht nötig, sich gegen den Vorwurf zu verteidigen, daß sie über Nacht zu Nationalisten geworden sind Man könne Europa nicht ülper ein Kartell zusammenbringen. Köln. Das DGB-Organ „Welt der Arbeit“ erläutert in einem Artikel unter der Überschrift „Verantwortung für die Zukunft“ die zustimmende Auffassung der deutschen Gewerkschaften zum Schuman-Plan. Der Schuman-Plan könne und wolle nicht mehr sein als ein erster Schritt. Er könne nur im Hinblick auf die große Linie der künftigen Entwicklung beurteilt werden. Nach den vielen fruchtlosen Reden sei er der auch psychologisch so unerhört wichtige praktische Anfang. Es bestehe kein Zweifel darüber, daß der Schuman-Plan in seiner vorliegenden Gestalt Mängel aufweist Alle Beteiligten hätten uneingeschränkt anerkannt, daß gerade durch die Mitwirkung der deutschen Gewerkschaftsvertreter noch in letzter Stunde einige schwerwiegende Bestimmungen erheblich verbessert werden konnten. Die deutschen Gewerkschaften seien an diese Frage mit jener Verantwortung herangegangen, die ich aus ihrer Pflicht ergebe, den Frieden in Europa zu sichern und den Lebensstandard der arbeitenden Menschen auf jene Höhe zu bringen, die außerhalb Europas vielfach schon erreicht sei. Labourabgfeordneter deutet britische Zusammenarbeit mit Montanunion an Straßburg. Der britische Labourabrfeordnete Blyton erklärt, wenn erst das Instrument der Montanunion geschaffen sei, halte er es durchr aus für möglich, daß sich unter gewissen Voraussetzungen und bei gewissen Abänderungen für die britische Regierung doch noch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Montanunion-ergibt. „Falken“ wieder freigelassen Berlin. Der Ost-Berliner Generalstaatsanwalt hat auf Vorschlag der kommunistischen FDJ angeordnet, daß die vier zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilten Ost-Berliner Mitglieder der sozialistischen Jugendorganisation „Falken“ aus der Haft entlassen werden. Er hat gleichzeitig beim Kammergericht im Sowjetsektor zugunsten der Verurteilten die Kassation der .Urteile beantragt. Bundespost zahlt Wohngeldzuschüsse nach Frankfurt/Main. Die Bundespost hat sich bereit erklärt, für verheiratete weibliche Postangestellte Wohngeldzuschüsse aus der ersten Zeit nach der Währungsreform nachzuzahlen. Diese Gelder waren seinerzeit aus Währungspolitischen Gründen einbehalten worden. Reformatoren Karl Barth, der Baseler Kirchenlehrer Hamburg. Der Baseler reformierte Dogmatiker, Professor D. Karl Barth, der Begründer der dialektischen Theologie, vollendet am 10. Mai das 65. Lebensjahr. Karl Barth, der von allen theologischen Lehrern der letzten drei Jahrzehnte den nachhaltigsten Einfluß auf die evangelische zum Teil auch gesamtchristliche Theologie des Abendlandes ausgeübt hat, wurde in Basel geboren und wirkte viele Jahre in Deutschland. Als er sich Ende 1934 weigerte, den Beamteneid auf Hitler ohne religiösen Vorbehalt zu leisten, wurde er entlassen und umgehend an die Universität seiner Vaterstadt Basel berufen. Nach dem Kriege trat'er öffentlich für das deutsche Volk ein. Barth wurde verschiedentlich mit dem Revolutionär Thomas Münzer verglichen. Auch zur politischen Situation hat Karl Barth häufig Stellung genommen. Er war in unerbittlicher Gegner des Nationalsozialismus. Zu der Ost-West-Auseinander- _ . setzung hat er den Standpunkt vertreten, daß lüngnahme des Oberbürgermeisters gegen die j man die westlich-kapitalistische Welt nicht mit Weinheimer Massen Vernehmungen von Frauen I dem Christentum id entifiz ieren dürfe. Werner Egk wird geehrt ... und „Abraxas“ in München erlaubt Berlin. Zum 50. Geburtstag des Komponisten*'Werner Egk der seit 1950 die Staatliche Musikhochschule in Berlin leitet, bringt die Städtische Oper Berlin am 17. Mai Egks Bühnenwerk „Columbus“ in einer neuen Bühnenform heraus. Der Komponist wird das Werk selbst dirigieren. Die neue Bühnenform, so kündigte Werner Egk an, werde auch für den Film und den Fernsehfunk eine bedeutende Rolle spielen. Als nächste Arbeit wird der nun fünfzigjährige Komponist, dessen bekannteste Bühnenwerke die Opern „Die Zaubergeige“, „Peer Gynt“ und „Circe“ und neben „Columbus“ und „Abraxas“ das Ballett „Joan von Zarissa“ sind, ein neues größeres Orchesterwerk herausbringen. Wie Werner Egk mitteilt, steht in dem Streit um das. Verbot seines Faustballetts „Abraxas“ in München eine Einigung kurz bevor. Die Voraussetzung, auf der er bestehen müsse, sei eine Ehrenerklärung für das Werk. Egk werde darin sein Verbot der Aufführung seiner Werke in München zurückziehen. „Abraxas“ wurde inzwischen in rund hundert Aufführungen im Bundesgebiet, darunter auch in München, sowie in Stockholm gezeigt. Was matht das Wetter? Ein über dem Mittelmeer entstandenes Tief, das uns erneut Verschlechterung brachte, liegt Jetzt über der Slowakei und zieht nordostwärts ab. Vom England her beginnt in zunehmendem Maße hoher Drude auf das Festland überzugreifen. Wetteraussichten: Trocken und überwiegend heiter, tagsüber mäßig warm. Höchsttemperaturen anfangs zwischen 16 und 18 Grad. Später bis zu 20 .Grad. Sehr kühle Nächte, aber nur in besonders ungünstigen Lagen vereinzelt leichter Frost. Leichte Winde au» nördlichen Richtungen. Herausgebei. Sozialistischer Verlag Freiburg G.m.b.H. Freiburg i. Br, Kaiser-Joseph-Straße 229. Fernruf 281* Hauptschriftleitung: Alfred Oesterbeld Verlagsleitung: E. Bauermeister Drude: Universitätsdruckerei Poppen * Ortmann, Freiburg 1. Br. «Da» Volk* erscheint: Dienstag, Donnerstag, Samstag Samstag, 12. Mai 1951 Nummer 57 — Seite f -—__ Das DotA _ , llöiMAM&Alace' dec hdocUc Die Zuckerversorgung In verschiedenen Städten Badens — und vermutlich auch sonstwo im Bundesgebiet — hörten dieser Tage einkaufende Hausfrauen voller Besorgnis, daß Zucker, wieder einmal ausverkauft sei. Die Frage, ob es sich um Nachsehub- schwierigkeiten handle, und wann wohl mit neuen Zufuhren zu rechnen sei, konnten die Verkäufer nur mit jenem resignierten Achselzucken beantworten, das uns vom vergangenen Jahre her in so unliebsamer Erinnerung ist. Aus der letztjährigen Ernte verdarben ja viele tausend Zentner Obst und Beerenfrüchte, weil der Zulker als Konservierungsmittel fehlte; und wir alle haben während des vergangenen Winters am eigenen Gaumen verspüren müssen, daß unsere Frauen nicht einkochen konnten, weil kein Zucker vorhanden war. Man kann verstehen, mit welcher Unruhe unsere Hausfrauen jetzt eine eventuell drohende Zuckerknappheit erwarten, und wir sind leider nicht in der Lage, diese Besorgnis zu zerstreuen, zumal sich eine neue Zuckerknappheit ja bereits abzuzeichnen beginnt. Wissenschaftlich untermauert wird die Besorgnis durch eine soeben erschienene Denkschrift der „Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e. V.", die als Ergebnis sorgfältiger Untersuchungen zu der nüchternen Feststellung kommt, daß 200 000 t Zucker importiert werden müssen, um den Mindestbedarf der deutschen Bevölkerung in den nächsten Monaten zu decken. Diese 200 000 t fehlen in der Zuckerversorgung der Bundesrepublik einschließlich West-Berlin für das laufende Zuckerwirtschaftsjahr 1950/51 bis zum Anschluß an die neue deutsche Zuckerproduktion Oktober 1951 unter Zugrundelegung eines Jahresbedarfs von 1,5 Millionen Tonnen Zucker, wie er sich aus der* Verbrauchsentwicklung ergibt. Sollte es nicht gelingen, die 200 000 t Zucker über Importe kurzfristig abzudecken und die dafür erforderlichen Devisen in Höhe von rund 35 Millionen Dollar bereitzustellen, so wird diese Fehlmenge bei der Wertung des Zuckers als konzentriertes Grundnahrungsmittel und infolge der Verflechtung als Schlüsselrohstoff mit Ernährungsindustrie und Gewerbe zu bedenklichen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen führen. In der Denkschrift wird weiterhin die Befürchtung ausgesprochen, daß die Versorgungsspannungen auf dem deutschen Zuckermarkt sich in den nächsten Monaten erheblich verschärfen werden, da der Zuckerbedarf der Haushaltungen und der obstverarbeitenden Betriebe ab Mai, von Monat zu Monat normal zunehmend, seinen saisonal höchsten Stand erreicht. Die Konservierung und Verarbeitung der deutschen Obst- und Beerenemte durch Haushalt und Industrie wird durch die Unterversorgung mit Zucker ernstlich gefährdet. Alle behelfsmäßigen Versuche, die derzeitige Unterversorgung mit Zucker durch kontingentierende Lenkungsmaßnahmen zu steuern und den Verbrauch eines unentbehrlichen Grundstoffes der Ernährung künstlich zu drosseln (was zur Zeit wohl versucht wird), finden bei der Bevölkerung kein Verständnis. Der einzige Ausweg aus der verfahrenen Bonner Wirtschaftspolitik ist, soweit es den Sektor Zucker Die Verkündung der Wiedervereinigung zwischen der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSLI) und der Sozialistischen Einheitspartei (PSU) ist am vereinbarten Termin, also am 1. Mai, erfolgt. Die neue Partei nennt sich „Sozialistische Partei (Italienische Sektion der Sozialistischen Internationale)“, weil der ursprünglich vorgeschlagene Name „Sozialdemokratische Partei Italiens“ nach Ansicht der Linken durch die Kommunisten und ihre Freunde so diskreditiert worden sei, daß er manche Arbeiter kopfscheu gemacht hätte. Die beiden Vorstände haben sich verschmolzen. Die Partei wird einstweilen unter der Doppelführung ihrer bisherigen Generalsekretäre, Saragat und Romita, stehen. Ihr Wahrzeichen bleibt die aufsteigende Sonne über dem Wort „Socia- lismo“, wie vor der Spaltung vom Dezember 1949. Die Pünktlichkeit der Beschlußfassung kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Einigung unter sehr wenig befriedigenden Umständen zustandegekommen ist. Wenige Stunden vor der Verkündung war noch alles in Frage gestellt Nicht nur die sehr starke Rechte der PSLI, sondern auch viele engere Anhänger Saragäts fühlten sich betrogen. Sie hatten gegen ihre Überzeugung ein schweres Opfer gebracht; die Zurückziehung ihrer Minister aus der Koalitionsregierung. Die hauptsächliche Gegenleistung sollte die Zustimmung der PSU zu dem Wahlkartell mit den Christlich-Demo- kraten bei den kommenden Gemeindewahlen sein, um die stalinistischen Mehrheiten in vielen Großstädten zu brechen. Dieses Versprechen war aber an vielen Orten angeht, darin zu suchen, daß die Zuckerlücke im Rahmen der gesamten Außenhandelsbilanz zu Lasten der entbehrlicheren Einfuhren mit einem Devisenaufwand geschlossen wird, der, gemessen an der Bedeutung des Zuckers für unsere Ernährung, als relativ gering bezeichnet werden kann. Es muß daher mit Recht der noch notwendige Zuckerimport in Höhe von 200 000 t mit einem Aufwand von rund 35 Millionen Dollar, unter Zurückstellung der nicht so lebensnotwendigen Bedarfsgüter, gefordert werden. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische, und vor allem soziale Forderung. hl. unerfüllt geblieben. Als man nach harten Kämpfen gegen verstockte Anhänger Silones am Vorabend des I. Mai Bilanz zog, mußte man leider feststellen, daß in etwa 20 Provinzen die PSU ihre Verpflichtung nicht eingehalten hatte, und zwar gerade in so großen Städten wie Turin, Florenz, Livorno, Siena, Novara und Venedig, wo infolge dieser negativen Einstellung der Anhänger Silones gegenüber den Christlich-Demokraten die Gefahr besteht, daß die Kommunisten ihre bisherigen Rathausmehrheiten behaupten. Für Venedig und andere Orte ist es jetzt zu spät, weil der Termin für die Einreichung der Kandidatenliste und die Mitteilung der Listenverbindungen bereits abgelaufen ist. In anderen Fällen ist noch bis zum 10. Mai Zeit und der jetzt vereinigte Parteivorstand wird bis dahin verzweifelte Anstrengungen machen, um die renitenten Ortsgruppen der PSU umzustimmen. Was sollte man unter diesen Umständen tun? Die Rechte der PSLI wollte die Verkündung der Einigung überhaupt vertagen lassen. Die Linke der PSU drohte mit Generalrebellion ihrer Anhänger im ganzen Lande, falls die widerspenstigen Provinzialverbände von der Einigung ausgeschlossen würden. Man hat sich schließlich doch in letzter Stunde geeinigt, allerdings unter Betonung, daß die Situation in verschiedenen namentlich aufgeführten Provinzen noch ungeklärt ist und die Einigung dort bis zum 30. Juni erfolgen soll. Also „Einigung auf Stottern“. Gewiß kein erbauliches Schauspiel, aber immer noch besser als ein Scheitern des gesamten Einigungsplanes kurz vor dem Ziel. Offensive ohne Panzer Von sachkundiger Seite wird uns geschrieben: Eine Bilanz der vor 14 Tagen gestarteten kommunistischen Offensive in Korea ergibt, daß es den Kommunisten wohl gelungen ist, die UNO-Truppen unterhalb des 38. Breitengrades zu drücken, daß aber große entscheidende Erfolge ausblieben. Was bisher erreicht wurde, ist im frontalen Abringen der Kräfte erzielt worden. Lediglich vor der Eröffnung des zweiten Teiles der Offensive, vor dem Angriff auf Söul, war von einem ungewöhnlich starken Einsatz chinesischer Artillerie die Rede. Sonst hat man wohl von einem großen Masseneinsatz von Menschen gehört, nicht aber von Panzern und Flugzeugen. Das Fehlen so ausgesprochener Offensivwaffen muß sich gegenüber einem hoch gerüsteten Gegner auswirken. Darin ist auch der Grund zu suchen, warum den Chinesen bisher ein strategischer Erfolg versagt blieb. Zum Aufrollen einer starken Front gehören nun einmal „strategische“ Panzer. Sie müssen durchaus nicht die Front selbst aufreißen, das können andere Waffen besorgen. Die Russen haben eine ähnliche Taktik während des letzten Krieges oft mit Erfolg angewandt. Aber die Panzer müssen in dem Augenblick, da die gegnerische Front aufgerissen ist, durch die Breschen stürmen und in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe hinter der Front die Voraussetzungen für einen Umfassungssieg schaffen. Es hat während der jetzigen Offensive einige solcher Situationen gegeben. Sie wurden aber von den Kommunisten nicht genützt, weil die Panzer nicht zur Stelle waren. So konnten die UNO- Truppen gefährliche Frontlücken durch elastisches Ausbiegen immer wieder flicken. Ob die Kommunisten zu wenig Panzer haben, oder ob sie diese Waffe bisher mit Absicht zurückgehalten haben, können die nächsten Tage zeigen. Die kommunistische Führung hat innerhalb der Offensive das Schwergewicht sukzessiv von Osten nach Westen verlagert. Sie müßte nun wissen, wo der Widerstand der UNO- Truppen am nachhaltigsten ist. Nach den letzten Meldungen sind neue Truppenkonzentrationen im Mittelabschnitt festzustellen. Hier müßte also ein neuer Stoß zu erwarten sein und hier wird sich nun erweisen, ob die Panzer bisher absichtlich zurückgehalten wurden oder ob sie überhaupt nicht vorhanden sind. Das wäre eine wichtige Erkenntnis für den weiteren Verlauf des ganzen Krieges. Italien; Einigung „auf Stottern" Was der Raucher will... B bekanntlich läßt sich Liebe nicht erzwingen. Auch was einem schmeckt oder nicht schmeckt, läßt sich nicht kommandieren. Die große Kunst ist nur, das zu kriegen, was man gerne haben will. Am allerschwierigsten aber ist, das herauszufinden, was die andern gerne mögen. Davon wissen alle Cigaretten*Hersteller ein Lied zu singen und besonders dann, wenn sich der Geschmack des Rauchers von Grund auf so verwandelt hat wie heute. Lange Jahrzehnte wurden hierzulande nichts als Orient* Cigaretten geraucht, und mit einem Male ist nur noch „Virginia** Trumpf. Die mildere Geschmacksrichtung ist von der kräftigeren völlig überrannt worden. Aber natürlich gilt für alle Cigaretten ■ Hersteller als oberstes Gesetz: „Was der Raucher will, das soll er auch haben?' Und so haben wir der „OLD JOE MILD*' eine besonders würzige American*Blend* Mischung an die Seite gestellt: „OLD JOE MEDIUM**, die also fei* alle die Raucher gedacht ist, die einen besonders großen Appetit haben und darum herzhafte Genüsse bevorzugen. 0 D CIGARETTEN Seite 4 — Kummer 57 toasVoOi Samstag, 12. Mai 1951 ,Klal fliehe* deutsche Sozialversicherung Beseitigung oder Neuaufbau der Angestellten Versicherung? Nicht mit trockenen Zahlen und Paragraphen aus Gesetzen und Verordnungen wurde über •dieses Thema der Sozialpolitik referiert. Arthur Killat, Düsseldorf, Leiter des Angestelltensekretariats im Bundesvorstand des DGB, sprach einfach und klar über die „klassische“ deutsche Sozialversicherung. Seine Ausführungen, die er anläßlich einer Versammlung des DGB in Frei- burg machte, ließen erneut erkennen, wie es um die Sozialpolitik in der Bundesrepublik bet stellt ist. Wie kann man heute noch, so erklärte Killat, von einer „klassischen“ deutschen Sozialversicherung sprechen, wenn Menschen mit einer durchschnittlichen Rente von 60 DM ihren Lebensabend verbringen müssen. Entgegen den Interessen verschiedener Kreise, die teils aus geschäftlichen, teils aus organisationspolitischen Gründen das Thema: „Beseitigung oder Neuaufbau der Angestelltenversicherung“ aufgreifen würden, versuche der DGB die be,ste Sozialversicherung mit der besten Leistung zu schaffen. Es sei ein Unsinn, die Angestellten und die Arbeiter in der Sozialversicherung zu trennen. Nach einer kurzen Erläuterung des materiellen Rechts in der Versicherung (was übrigens vorteilhaft zum Allgemeinverständnis seines Referats beitrug) widerlegte Killat die — nach seiner Meinung — als bewußte Lügen anzusehende Verdrehung der tatsächlichen Verhältnisse in der Sozialversicherung. So sei es einfach unwahr, daß das vom Wirtschaftsrat genehmigte Sozialversicherungs-Anpassungsgesetz die Ursache für die in der Invalidenversicherung und in die Angestelltenversicherung festgesetzten Steigerungsbeträge von 1,2 bzw. 0,7 Prozent sei. Der Steigerungsbetrag in der Angestelltenversicherung sei bereits 1942 von 0,59 auf 0,7 Prozent erhöht worden. Killat warf der DAG ein frivoles Spiel vor. (Vertreter der DAG Freiburg bezeichneten dies in der anschließenden Diskussion als eine Entgleisung des Referenten.) Kein Angestellter, so erklärte Killat weiter, habe etwas einzuwenden, daß man durch das Anpassungsgesetz die gleiche Rechtsgrundlage auch für den Arbeiter geschaffen habe. Jedenfalls sei es gegenwärtig so, daß die Rentenberechnungsgrundlage eben falsch sei. Die Hauptfrage hierbei ist nur, von wem höhere Beitragsleistungen gefordert werden können. Bel einer Vollbeschäftigung der über eine Million zählenden Arbeitslosen in der Bundesrepublik würden insgesamt 8 bis 10 Milliarden Mark an Mehrwert jährlich in die Wirtschaft fließen, hiervon wäre dann ein Teil für die Sozialversicherung, was sich günstig auswirken würde. Während z. B. in England niemand zur Fürsorge zu gehen braucht, der eine Rente erhält, ist es in der Bundesrepublik für viele Rentner unumgänglich, neben ihrer Invalidenversicherung auch eine auf Grund dör Fürsorgeverpflichtung zu gewährende Sozialrente (der Zusatzrente) in Anspruch zu nehmen. Der DGB versucht seit einiger Zeit, den Steigerungsbetrag auch für die Angestellten auf 1,2 Prozent zu erhöhen. Angeblich um versicherungsmathematische Unterlagen zu beschaffen, habe man von Regierungsseite aus diesen Antrag „aufs Eis gelegt“. Durch zwei Kriege und ihre Folgen gingen der Versicherung 14 Mill:',^ _ Mark verloren. Hierzu kommt noch eine Milliarde Mark Reichszuschüsse, die gleichfalls als verloren anzusehen sind. Der letzten Erhöhung der Beitragsleistung wird vermutlich in nächster Zeit schon eine weitere Erhöhung folgen. Sozialpolitische Errungenschaften dürfe man nicht abbauen. Der Vorsitzende des DGB, Bezirk Südbaden, Reibel, betonte, daß Angestellte, Arbeiter und Beamte gemeinsam für eine deutsche Sozialversicherung kämpfen müßten, für eine Versicherung, die wirklich als Schutz und Hilfe angesehen werden kann. G. Zahn. Haulen im Wielental ehrt Johann Peter Hebel Albert Schwelteer Hebelpreisträger Maienzauber — Hebelfest — Pflngstgeist, ein wunderbarer Dreiklang, der die Herzen aller Teilnehmer am traditionellen Hebelfest in Hausen höher schlagen ließ. Das eigenwillige Völkchen im alemannischen Kulturraum, der das oberbadische Grenzgebiet, die deutsche Schweiz und das Elsaß umfaßt, gab sich den alljährlich wiederkehrenden Festtag selbst. Der Bauer, in der Jahresarbeit begriffen, stellt sein Gerät zur Seite, der Handwerker verläßt die Werkstatt, die Arbeiter und Techniker in den Fabriken unterbrechen ihre gewohnte Tätigkeit, um Johann Peter Hebels Geburtstag zu feiern. Auch das Festprogramm, im Geiste des großen Sohnes der alemannischen Heiiflat gestaltet, ist bodenständig. In ihm kommt das kulturelle Schaffen der einheimischen Vereine und überliefertes Brauchtum zum Wort. Inmitten der lieblichen Wiesentalgemeinde Hausen steht das Geburtshaus des Heimatdichters, dessen Werke heute noch, nach 191 Jahren, in aller Herzen lebendig sind. Hausen hatte ein festliches Kleid angelegt. Bürgermeister Schleith, ein Alemanne von echtem Schrot und Korn, begrüßte beim Festakt in der Hebelhalle den Präsidenten der Basler Hebelstiftung und vorjährigen Preisträger, Professor Dr. Altwegg, den badischen Staatspräsidenten Wohieb und eine Reihe anderer Ehrengäste und wünschte allen ein „freudig Stündli!“ Professor Altwegg erfreute die Festgemeinde mit einer feinsinnigen Ausdeutung des Hebel- Flüchtlinge lind auch Menfchen Kreisverwaltung Emmendingen gab ein schlechtes Beispiel sehen Gedichtes „Der Dengelegeist vom Feldberg“, das er als ein Wunder der Poesie bezeichnet. Hebels humanistischer Geist sei heute noch in seiner Heimat lebendig, wo man den Heimatvertriebenen mit offenen Herzen begegne. In herzhafter Weise trugen Schüler und Schülerinnen Hebelgedichte vor, wofür sie aus der Hand des Präsidenten der Basler Hebelstiftung hübsche Buchpreise entgegennehmen durften. Mit großer Spannung nahm hierauf die Festgemeinde die Bekanntgabe des Hebelpreisträgers für 1951 entgegen. Staatspräsident Wohieb unterzog sich dieser Aufgabe selbst, indem er bekanntgab, daß die einmütige Wahl auf den Elsässer Dr. Albert Schweitzer gefallen sei, dessen segensreiches Wirken im Jahre 1928 schon durch die Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt am Main die verdiente Anerkennung gefunden habe. Im Geiste Johann Peter Hebels und des Arztes, Missionars und Bachinterpreten Dr. Schweitzer, so schloß der Staatspräsident seine Ansprache, könnte das leidende Angesicht Europas und der ganzen Welt verändert und veredelt werden. Dem Festakt, der durch musikalische und gesangliche Darbietungen der Hebelmusik und des Gemischten Chores verschönt wurde, schloß sich das „Hebelmähli“ im Gasthaus zum Adler an. Hier wurden die „12 alte Manne“ und die „12 alte Fraue“ von der Basler Hebelstiftung festlich bewirtet. Als Ehrengast nahm auch der Ehrenbürger Reinhold Zumtobel teil, der sich um die Hebelforschung große Verdienste erworben hat. Das „Hebelmähli“ war durch ur- chige Ansprachen gewürzt und verlief in echt Hebelschem Geiste. 60 Prozent der Flüchtlinge, die zur Zeit aus verschiedenen, in der Regel politischen, Gründen die Sowjetzone verlassen, muß die französische Zone aufnehmen. Bei uns in Südbaden werden die aus dem Sammellager Ulzen bei Hannover eintreffenden Flüchtlinge zunächst in den Lagern Altschweier bei Bühl oder Betzenhausen bei Freiburg in Empfang genommen, von wo die Einteilung auf die einzelnen Kreise erfolgt. Die Unterbringung dieser Menschen stellt die damit beauftragten Stellen oft vor schier unlösbare Aufgaben und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Es geht auf keinen Fall, diese Leute, die in der Mehrzahl viel durchgemacht haben, bis sie sich entschließen mußten, ihre Heimat aufzugeben, in Bausch und Bogen als verdächtigte Elemente anzusehen. Auch wenn' sich gelegentlich herausstellt, daß der eine oder andere die Sowjetzone verließ,, weil ihm wegen krimineller Delikte der Boden zu heiß wurde oder er gar ein politischer Agent ist. Diese Einstellung wäre zu bequem und außerdem eine große Ungerechtigkeit. I Ganz unmöglich ist es aber, wenn die Kreis- I Umsiedlungsämter, denen diese Flüchtlinge an- | vertraut werden, mit ihnen über ihre Köpfe hinweg eine Art Tauschhandel betreiben, wie dies dieser Tage in Emmendingen der Fall war. Dort hat man Flüchtlinge, die nach sorgfältiger Prüfung ihrer besten Unterbringungsmöglichkeit in den Kreis Emmendingen eingewiesen wurden und nun hofften, am Ende ihrer Irrfahrt angelangt zu sein, ohne ihr Wissen oder ■gar ihre Einwilligung auf ein Auto verladen und in ein Lager im Kreis Neustadt weiter verfrachtet. Als sie bei Beginn der Fahrt den Chauffeur nach dem Reiseziel fragten, erhielten sie zur Antwort: „Das darf ich Ihnen nicht sagen“. Man darf solche Zwischenfälle ganz gewiß nicht verallgemeinern. Aber vielleicht ließen sie sich ganz vermeiden, wenn man mit der Flüchtlingsbetreuung nur solche Personen beauftragen würde, die über die nötige Portion Herzensgüte verfügen, die ihr schweres Amt täglich von ihnen verlangt. Denn jeder Fehlgriff auf diesem Gebiet kommt einer verlorenen Schlacht für die Demokratie gleich. Bei einem Schülerumzug mit Bewirtung kam auch die Jugend auf ihre Rechnung — eine Jugend, die sich dessen bewußt ist, was sie dem Erbe ihrer Väter schuldet. Neben dem Festakt bildete ein großes Festkonzert den Höhepunkt des Hebelfestes. Auch hier war es wieder die Hebelmusik, ein Streichorchester und der Gesangverein, die neben schauspielerischen Kräften ein Programm zur Abwicklung brachten, das der kleinen Hebelgemeinde alle Ehre machte. Johann Peter Hebels Werk und Wirken in Ehren! Wir wissen aber auch, daß das Erbe aller Großen im Gedächtnis des Volkes dauernd verankert werden muß, damit es kommenden Geschlechtern erhalten bleibt. Daß dies geschieht, ist ein bleibendes Verdienst der Basler Hebelstiftung und der jeweiligen Bürgermeister der Gemeinde Hausen, der zur Zeit in tatkräftiger Weise Bürgermeister Schleith vorsteht, dessen Eltern heute noch die Ehrentafel der „Alten“ zieren. * E. Sch. Aus dem Sudwesteu 159jähriges Betriebsjubiläum Die Leinenweberei und Sackfabrik Gebrüder Castell in Elzach, die im Jahre 1801 von den Brüdern Johann Josef und Johann Anton Castell gegründet wurde, kann in diesem Jahr auf ihr 150jähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma lieferte den Handwebem von Elzach und Umgebung die Flachsbündel und vertrieb die daraus hergestellten Leinen- und Zwilchengewebe und fertigte Säcke. Sctareinertegung in Überlingen Der Landesinnungsverband des Badischen Schreinerhandwerkes und die Badische Schreinergenossenschaft halten am 9. und 10. Juni in Uberlingen am Bodensee ihre diesjährigen Tagungen ab. Es sprechen prominente Berufsvertreter. Gleichzeitig findet eine Fachausstellung statt. Segelfliegertreffen auf dem Hornberg Auf dem Homberg, der vor dem Kriege eines der bekanntesten Segelfluggelände Deutschlands war, wird am Pfingstsonntag ein großes Segelfliegertreffen stattfinden. Das Segelfliegerlager Homberg, das bisher treuhänderisch vom Staat verwaltet wurde, wird anläßlich des Treffens an den württembergischen Luftfahrtverband zurückgegeben werden. Kopfsprung ins leere Bassin Die Stadt Mannheim wurde jetzt zur Zahlung von 400 Mark Schadenersatz verurteilt, weil der Bademeister des Städtischen Hallenbades das Wasser abgelassen hatte und ein letzter Gast des Bades dadurch einen Hechtsprung in das fast leere Bassin machte. Der Gast hatte eine Gehirnerschütterung und Hautabschürfungen davongetragen und zeitweise das Bewußtsein verloren. Wie der Brief, so die Antwort Nachdem das Konstanzer Wohnungsamt in letzter Zeit wiederholt Briefe erhalten hatte, die sich in keiner Weise mehr durch die üblichen Formen der Höflichkeit auszeichneten, erklärte sich der Stadtrat grundsätzlich damit einverstanden, daß Schreiben in Wohnungsangelegenheiten, die in ihrem beleidigenden Ton und Inhalt das vertretbare Maß überschreiten, den Absendern unbeantwortet zurückgesandt werden. Sie wollten den großen Mann spielen Vier junge Burschen, die alle in Singen arbeiten, wollten den „großen Mann“ spielen und sich in Kaffeehäusern und Restaurants gütlich tun. Weil aber ihre Lohntüte solche Sprünge nicht erlaubte, entwendete einer von ihnen, ein Bäckerlehrling, der vor der Gesellenprüfung stand, aus der Schlafkammer seines Meisters 1000 DM. Es folgte ein zweiter, später ein dritter Diebstahl, wobei ihm noch 560 DM in die Hände fielen. Das Geld wurde gemeinsam ausgegeben. Die Vier wollten dann zur Fremdenlegion gehen und änderten, da sie noch zu jung waren, um angenommen zu werden, ihre Kennkarte ab. Die Fälschung wurde jedoch bemerkt. Jetzt standen sie vor Gericht. Der Haupttäter erhielt sieben Monate Gefängnis, die drei übrigen kamen mit geringeren Strafen davon. Die Braut war leider verhindert Rund 35 Teilnehmer eines Hochzeitszuges warteten am Dienstag vergeblich in der Kirche eines kleinen Ortes des Kreises Rastatt auf das Erscheinen der Braut. In das Haus der Braut mußte plötzlich die Hebamme gerufen werden, das weiße Hochzeitskleid und der weiße Schleier der Braut wunderten vorläufig wieder in den Schrank. Dambatta ruft •£/« 'Roman auA H'aUi von HANS POSSENDORF 30) - - „Du entgehst uns nicht, Guillaume Sam!“ ruft sie, die Faust gegen das Gebäude schüttelnd. „Wir kommen wieder!“ Und dann fordert sie das Gesindel, das sich um sie geschart hat, auf, jetzt unter ihrer Führung zur Dominikanischen Gesandtschaft zu marschieren, um General Etienne aus seinem Versteck zu holen und zu lynchen. Johlend folgt ihr eine Bande von mehr als hundert Leuten. Auf halbem Wege begegnet Diane, an der Spitze ihrer Horde reitend, Oliver und Champagne, und so erfährt sie. daß ihnen General Polynice schon zuvorgekommen ist — daß Oscar Etiennes Leiche ein paar hundert Meter weiter auf dem Straßenpflaster liegt Doch Olivers Hoffnung, daß die Nachricht Dianes rachsüchtiges Toben dämpfen wird, ist vergeblich. Sie führt ihre Bande zum Hause Etiennes. Es geling der Familie noch im letzten Augenblick, unbemerkt zu flüchten. Dann nimmt das Zerstörungswerk unter Dianes Leitung seinen Anfang. — Eine Stunde später liegt an Stelle des Hauses nur noch ein wüster Trümmerhaufen. Oliver, der es nicht länger ertragen kann, das geliebte Mädchen in dieser fürchterlichen Rolle zu sehen, hat sich mit dem letzten Rest seiner Kräfte nach Hause geschleppt und ist, von Fieber geschüttelt, auf sein Bett gesunken. John Sprink, der eigentlich vorhatte, ihn Dianes wegen zur Rede zu stellen, sieht ein, daß dies nicht die geeignete Stunde dazu ist. Er mißt die Temperatur des Kranken und sagt dann tröstend: „Ja, ja, wir sind hier in den Tropen. Da kann so etwas Vorkommen. — Nun, dafür gibt’s ja Chinin. Wenn das Fieber zu sinken anfängt, schlucken wir eine gute Dosis. Dann ist es bald erledigt.“ Doch Oliver versteht nichts mehr. Das Fieber hat seine Sinne schon verwirrt. Sechzehntes Kapitel Als Oliver Barring, wieder zu vollem Bewußtsein kommend, die Augen aufschlägt, sieht er in das gutmütige Gesicht einer älteren Negerin. Es ist Aline, John Sprinks Köchin. Sie hat die ganze Nacht über an dem Krankenbett gesessen und beugt sich nun besorgt über den Erwachten. „Geht es besser?“ fragt sie, befühlt seine Stirn und nickt befriedigt. Dann reicht sie ihm das Thermometer hin. Während Oliver mit verdrossener Miene das Thermometer unter den Arm schiebt, erkundigt er sich nach der Zeit. „Es muß zwischen neun und zehn Uhr sein“, meint Aline. „Ist mein Onkel zu Hause?“ „Nein, er ist mit dem Auto zum Hafen gefahren.“ „Zum Hafen? Weshalb?“ „Herr Giraud war vorhin hier. Er hat erzählt, ein amerikanisches Kriegsschiff wäre draußen gesichtet worden, und es dampfe gerade auf unseren Hafen zu.“ „Was hat das zu bedeuten?“ „Das weiß ich nicht. Herr.“ „Ruf mir doch mal Champagne! Ich habe einen Auftrag für ihn.“ „Champagne ist nicht da. Alle außer mir sind bei dem großen Leichenbegängnis. Ganz Port au Prince ist auf den Beinen. Du mußt bedenken, Herr: fast zweihundert Tote! So etwas hat man noch nie erlebt!“ Mein Gott, und ich bin nicht bei Diane! geht es Oliver durch den Sinn. In dieser Stunde stehe ich nicht an ihrer Seite! Er zieht das Thermometer wieder hervor und wirft es so hastig auf den Tisch, daß es zerbricht. Dann springt er aus dem Bett und drängt die jammernde Aline mit Gewalt aus dem Zimmer. Er kann sich vor Schwäche kaum auf den Beinen halten. Das hohe Fieber hat ihm in den wenigen Stunden viel Kraft geraubt. Doch er kleidet sich an und verläßt, allen Bitten der alten Köchin zum Trotz, mit wankenden Stritten das Haus Vergeblich hält er Umschau nach einem Fuhrwerk, schleppt sich mühsam ein paar hundert Meter weit und läßt sich dann schweißgebadet auf eine Bank nieder. Ein Wagen mit drei schwarzgekleideten Damen kommt angefahren und hält gerade Oliver gegenüber vor einer Villa. Die Damen steigen aus; der Wagen wird für Oliver frei. „Zum Friedhof!“ ruft er dem Kutscher zu. „Aber es ist schon alles vorbei“, sagt der Mann. „Die Damen da kommen schon von der Bestattung zurück.“ „Fahr du nur!“ drängt Oliver. „Aber den direkten Weg! Ich will jemanden treffen, der jetzt auch vom Friedhof zurückkehren wird." Als man in die Nähe des Friedhofs kommt, wird das Gedränge der zurückströmenden Massen völlig unübersichtlich und so dicht, daß der Kutscher anhalten muß. Der Wagen ist jetzt von der Menge ganz eingeschlossen. In dichten Knäueln schieben sich die Menschen rechts und' links daran vorbei — die einen in stummer Verzweiflung vor sich hinstarrend, andere laut jammernd und viele mit jenem Ausdruck gieriger Erregung, die nicht nur auf Haiti die Menge ergreift, wenn es irgendwo ein Unglück zu begaffen gibt. Jetzt ertönt wildes Geschrei. Die Menge yvird noch enger zusammengedrängt. Ein geschlossener Trupp von mehreren hundert Leuten bahnt sich mit rohen Stößen einen Weg. Nicht weit von dem Wagen kommt er vorbei. Oliver erhebt sich von seinem Sitz und erblickt wieder wutverzerrte Gesichter, drohende Fäuste, in denen Messer blitzen, Arme, die Stöcke und Knüttel schwingen. „Gütiger Himmel!“ murmelt er. „Nehmen denn diese Greuel noch immer kein Ende?“ Und zum Kutscher gewendet, fragt er: „Was wollen denn diese Menschen?“ „Wegen des amerikanischen Kriegsschiffes.“ — Der Neger zieht bedeutungsvoll die Augenbrauen hoch. „Was? Du bist wohl verrückt? Die Leute können doch nicht mit ihren Knüppeln und Messern ein Kriegsschiff angreifen.“ „Nein, Herr — aber sie haben Angst, die Amerikaner könnten Sam unter ihren Schutz nehmen.“ 1 Eine schlimme Ahnung über Dianes Verbleib taucht in Olivers Kopf' auf. Er befiehlt dem Kutscher, der Bande nachzufahren. Es dauert noch eine ganze Weile, bis sich das Gedränge so weit gelichtet hat, daß der Wagen wenden kann. Dann geht es der französischen Gesandtschaft entgegen. — Oliver lohnt den Kutscher ab und schiebt sich dann mühsam durch das Gedränge. Es gelingt ihm, ziemlich weit vorzudringen, weil man nicht wagt, einen Weißen zurückzustoßen. Aber schließlich, et\ya noch zwanzig Meter von dem Portal entfernt, ist er so fest in die Menge eingekeilt, daß er keinen Schritt mehr tun kann, weder vorwärts noch rückwärts. Da er die meisten seiner Nachbarn überragt, kann er deutlich beobachten und hören, was sich jetzt vor dem Portal abspielt. Die Szene entwickelt sich zu dem Scheußlichsten, was er in diesen drei Schreckenstagen erlebt. Seine Liebe zu Diane und sein Gelübde, nur noch für sie zu leben, werden auf eine harte Probe gestellt. Ganz vorne am Gitter taucht plötzlich ihre Gestalt empor. Sie hat einen der hohen Ecksteine erklettert, die das Portal flankieren, und schreit etwas über die Menge hin. Zuerst ist kein Wort zu verstehen. Dann ebbt das Gebrüll des Pöbels ab. Es gelingt ihr, sich Gehör zu verschaffen. Und nun vernimmt Oliver ihre Stimme, die ihm sonst so warm und zärtlich klang, scharf und durchdringend wie eine schmetternde Trompete, die zum Angriff ruft: „Haitianer! Brüder und Schwestern! Schon ist das fremde Kriegsschiff im Hafen vor Anker gegangen! Vielleicht schon in wenigen Minuten werden die frechen weißen Eindringlinge an Land gehen, hierhereilen und den Mordbuben seiner gerechten Strafe entziehen! — Verflucht soll das Volk von Haiti sein — verdammt zu neuer und ewiger Sklaverei, wenn es diese letzten Minuten verpaßt — wenn es nicht in diesem letzten Augenblick zeigt, daß es aus Männern besteht, die sich ihr gutes Recht mit Gewalt zu verschaffen wissen! — Vorwärts, zum Sturm auf die Gesandtschaft! Zerrt den Schurken heraus! Hackt und reißt ihn in Stücke, so wie er unsere Lieben hat in Stücke hacken lassen!“ (Fortsetzung folgt) i Samstag, 12. Mai 1951 Par Bat* Nummer 57 — Seite 5 «« Weitere Uberrasdiungen sind zu erwarten Gruppe I: Spvg Fürth — Schalke 04; FC St. Pauli — 1. FC Kaiserslautern; — Gruppe II: Preußen Münster — Hamburger SV; Tennis Borussia Berlin — 1. FC Nürnberg Nach dem sensationellen Auftakt zur Deutschen Fußballmeisterschaft erwartet die deutsche Sportgemeinde zu Pfingsten mit Ungeduld die Ereignisse des zweiten Spieltages. Alle Begegnungen sind von großem Reiz, stehen sich doch die unbesiegten und auch die sieglosen Mannschaften des ersten Spieltages gegenüber. Schalke ist nach dem schwachen Start in einer mißlichen Lage. Die Elf muß in Fürtu zumindest einen Punkt holen, um nicht ziemlich aussichtslos zurückzufallen. Fürth unterstrich selbst ohne Vorläufer und Plawky in Ludwigshafen sein Leistungsvermögen. Die Bayern gehen fraglos als Favoriten in das Tref- fen mit den Westfalen, die aus ihren Aufstellungssorgen nicht herauskommen. Trainer Fritz Szepan weiß noch nicht, ob er auf Berni Klodt zurückgreifen kann. Möglicherweise findet noch ein Austausch zwischen Matzkowski und Matzek auf dem Mittelläufer- bzw. Mittelstürmerposten statt. Den nüchternen und zweckmäßigen St. Paulianem traut man im Westen nach der Gelsenkirchener Vorstellung vor eigenem Publikum selbst einen Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern zu, bei dem von einer Mitwirkung des Nationalspielers Ottmar Walter sehr viel abhängen sollte. Der Hamburger SV wurde noch rechtzeitig vor Preußen Münster gewarnt. Beim Westzweiten wird auch am Montag Läufer Schulz durch Lezgus ersetzt werden müssen. Ferner ist die Aufstellung von Mittelläufer Pohnke und Halbstürmer Rachuba wegen Verletzungen noch in Frage gestellt. Die Norddeutschen werden ihr Hauptaugenmerk in erster Linie auf den explosiven Preußen-Sturm zu richten haben, wenn sie ohne Niederlage davonkommen wollen Die größere Endspielerfahrung und Routine spricht für die Hanseaten, an Kampfkraft werden die Gastgeber allerdings nicht zu überbieten sein. Der Ausgang erscheint offen. Im Spiel Tennis-Bourussia Berlin gegen 1 FC Nürnberg ist anzunehmen, daß sich der Club für das Debakel gegen Münster rehabilitieren wird — selbst im Berliner Olympia-Stadion. Zwei steigen zur Süd-Liga auf Der SFV gab die Terminliste für die Aufstiegsspiele zur Oberliga bekannt, an denen die Meister der vier süddeutschen Landesfußballvetbände teilnehmen. Die Spiele beginnen am 20. Mai. Bisher stehen fest: VfL Neustadt (Bayern) und Olympia Lampertheim (Hessen). Württembergs Meisterschaft wird an Pfingsten entschieden. In Frage kommen VfL Sindelftn- gen und VfR Aalen. Baden ermittelt seinen Vertreter in einer Ausscheidungsrunde zwischen ASV Feudenheim (Nord) und FC 08 Villingen (Südbaden). Der Spielplan sieht wie folgt aus: 20. 6.: Lampertheim — Neustadt, Württemberg — Baden; 27. 5.; Neustadt — Württemberg, Baden — Bayern; 10. 6.: Lampertheim — Württemberg, Neustadt -- Baden; 17. 6,: Württemberg — Neustadt, Lampertheim — Baden; 24. 6.: Neustadt — Lampertheim, Baden — Württemberg. Zu sämtlichen Spielen werden durch den SFV Schiedsrichter aus neutralen Landesverbänden angesetzt. Aufstiegsberechtigte sind die erstplacierten Vereine der Punkttabelle. Bei Punktgleichheit findet ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz statt. England daheim weiter ungeschlagen Wenn ein Engländer bisher von Argentinien sprach, so meinte er damit das Fleisch oder die berühmte Senora Eva Peron. Nun aber haben die Londoner feststellen können, daß die Argentinier auch erstklassige Fußballspieler sind. Das hat manche überrascht, denn Argentinien fehlte beispielsweise bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft und interne Spielstreiks hatten das Niveau untergraben. Im Wembley-' Stadion aber erwiesen sich die Südamerikaner als elegante Balldribbler, die es mit geringstem Kräfteaufwand verstanden, den Ball unter Kontrolle zu halten. England hatte es nicht leicht, dank seines soliden Mannschaftsspieles, einen 2:l-Sieg herauszuholen und damit erneut die Unverwundbarkeit auf eigenem Boden zu dokumentieren. Fast 100 000 Zuschauer mußten lange warten, bis endlich Argentiniens 1:0-Führung, mit der man in die Pause gegangen war, durch Mortensen aufgeholt wurde. Erst zwei Minuten vor Spielschluß erzielte Mittelstürmer Mllburn den Siegestreffer. In 18 Länderspielen auf der Insel hat England den Siegestreffer und zwei Unentschieden erzielt. Keine von 12 Nationen vermochte einen Sieg zu landen. Das Torverhältnis steht 59:21 für England. Schwierige Fahrt durch Sdtwarzwaldberge 179 Fahrzeuge gestartet — Alle Wagen am Ziel — 23 Motorräder ausgefallen Die dritte Etappe der Deutschlandfahrt des ADAC wurde am Donnerstagabend in Freiburg beendet. Gestartet waren 33 Wagen und 146 Motorräder. Die Strecke führte von Trier durch die Ausläufer der Eifel über Kaiserslautern nach Karlsruhe und in die Berge des Schwarzwaldes. Der schwierigste Teil war zwischen Kaiserslautern und Karlsruhe zu überwinden, da die für diesen Abschnitt geforderten Durchschnittsgeschwindigkeiten viel zu hoch angesetzt waren. Sogar die Wagenfahrer hatten es schwer, die gestellten Bedingungen einZhhalten. Trotzdem hielten sie durch und blieben fast durchweg strafpunktfrei. Bei den Motorrädern dagegen gab es zahlreiche Ausfälle. Die zweite und letzte Bergprüfung, die hohe Anforderungen an das Können der Fahrer stellte, ging über eine acht Kilometer lange Strecke von Oppenau bis zur Zuflucht. Die beiden Opel-Mannschaften (Kapitän und Olympia), das Ford-Taunus-Team, die beiden Borgward-Mannschaften, die beiden Volkswagen-Teams und die aus vier Superior bestehende Gutbrod-Mannschaft sind auch nach dem dritten Tag strafpunktfrei. Das Karussell dreht sich... „Wer diese Strecke ausgewählt und die Zeit hierfür festgelegt hat, muß mit einem Flugzeug geflogen sein", erklärte uns in einem kurzen Interview Gustav Vogelsang aus Braunschweig, der Leiter der Versuchsabteilung des Volkswagenwerkes und Führer seines Teams. „Wir hatten dauernd .Volldampf drauf und mußten wegen der vielen Langholzfuhrwerke und den dauernden Kurven-Karussells im Hochschwarzwald höllisch aufpassen. Aber wir sind auch hier gut durchgekommen und keiner von uns hat auf der bisher zurückgelegten Strecke (zirka 2000 km) auch nur einmal einen Schraubenschlüssel in die Hand nehmen müssen.“ Die drei Volkswagen-Pkws kamen in Freiburg 6 Minuten vor der ihnen vorgeschriebenen Zeit an und legten die Strecke Trier— Freiburg (600 km) in 11.14 Stunden zurück. Eine ausgezeichnete Leistung, wenn man bedenkt, daß die Volkswagen als einzigste aller teilnehmenden Wagen ohne Monteure fahren, der Fahrer also nur auf sich und sein Material angewiesen ist. Todessturz im Schwarzwald Die erhöhten Schwierigkeiten, hervorgerufen durch Nebel und Regen, über die kurvenreichen, gefährlichen Gebirgsstraßen des Schwarzwaldes, hatten bedauerlicherweise einen tragischen Unfall zur Folge, der dem Nürnberger Viktoria-Gespannfahrer Goppert das Leben kostete. Er wurde auf einer steilen Abfahrt zwei Kilometer vor der Zeitkontrolle ln Oppenau über eine Kurve hinausgetragen und stürzte mit seiner Maschine einen 50 Meter tiefen Abhang hinunter, wobei er sofort getötet wurde. Stürze von drei Motorradfahrern verliefen harmlos. Die noch verbliebenen acht Viktoria-Fahrer sind infolge dieses tragischen Sturzes ihres Kameraden ausgeschieden. I Fußball-Freundsdiafisspiele Samstag: VfR Achem — SV Waldhof Sonntag: VfB Bühl — FC Solothurn Montag: VfR Achem — ASV Ebingen; Freiburger FC — SC Austria Klagenfurt. In der südbadischen ersten Amateurliga findet nur das Punktespiel Lahr — Ottenau statt. Pokal-Zwischenrunde (Sonntag): Freiburger FC — SC Furtwangen. Großes Handball-Fest in Lörrach Der Trainer der spanischen Handball-Nationalelf, Hans Kelter, schrieb an Rot-Weiß Lörrach einen Brief in dem er erklärte, er könne nicht verantworten, daß Gervasio Barcelona mit fünf Nationalspielern eine Woche vor einem Länderspiel ins Ausland reise, und er werde deshalb beim spanischen Handballverband versuchen, die Reise zu unter- bihden. Es sieht also so aus, als ob die spanische Spitzenmannschaft auch in diesem Jahr den Weg nach Lörrach nicht nehmen kann. Der spanische Verein hat allerdings erklärt, daß er scharf gegen diese Intervention Reiters protestieren werde, und Mittelläufer carmanola erklärte seinen Austritt. Wer nun siegt, Reiter oder SG Barcelona, bleibt ab- zuwarten. Vorsorglich hat Rot-Weiß Lörrach aber das Feld der Teilnehmer erhöht und Leutershausen (nord- badische Oberliga) sowie den SV Hauingen eingeladen. Die beiden Gruppen spielen mit Je fünf Mannschaften in folgender Aufteilung: Gruppe I: Paris, Lintfort, Birsfelden, Beiertheim, Lörrach: Gruppe II: Basel, Mühlburg, Zirndorf, Leutershausen, Hauingen. Die Vorrundenspiele werden am Sonntag ab 9 Uhr durchgeführt. Gespielt wird 2X10 Minuten. An diesem Tag werden insgesamt 20 Spiele ausgetragen. Am Montagvormittag kommen die Ausscheidungsspiele der Fünften, Vierter, und Dritten Jeder Gruppe zum Austrag, ln denen die Ränge 5 bis 10 ausgespielt werden. Am Nachmittag treten zuerst die beiden Zweiten zum Kampf um den dritten Platz an und anschließend steigt das Endspiel um den wertvollen Preis des badischen Staatspräsidenten Leo Wohieb, der seine Anwesenheit beim Turnier zugesagt hat. Die Stadt Lörrach empfängt die Delegationen der Mannschaften am Samstag im Rathaus, anschließend trifft sich die Presse zu einer Orientierung im „.Storchen“, und am Abend findet das offizielle Bankett in der Stadthalle statt. Am Sonntagabend treffen sich die Mannschaften und Handballfreunde wieder in der Stadthalle, wo ein buntes Programm abrollt. w - K - Internationale Sportleiertage in Freiburg „Straßenwanzen u auf Hockenheimer Autodrom Starke ausländische Beteiligung beim Mai-Fokal-Rennen am Pfingstmontag Der Hockenhelm-Ring ist am Pfingstmontag Schauplatz der ersten großen automobiiistischen Veranstaltung des Jahres. Der Automobilclub von Deutschland richtet die Meisterschaftsläufe der verschiedenen Sportwagenklassen aus. Darüber hinaus ist das Rennen der 500er-Rennwagen international ausgeschrieben und aus acht Nationen mit 39 Fahrzeugen sehr stark beschickt. Hockenhelm immer moderner Der 7,725 Kilometer lange Hockenheim-Ring wurde im Laufe der Zeit zu einer idealen, schnellen Rennbahn gestaltet. Er stellt heute ein Autodrom dar, das den Anforderungen der Fahrer und Fahrzeuge und der Zuschauer gleichermaßen gerecht wird. Durch den Bau einer neuen Großtribüne am Start- und Zielplatz, durch verbesserte Terrassen-Stehplätze, durch Ausbau der Lautsprecheranlagen und sonstige Einrichtungen ist alles getan, um den Bedürfnissen der Zuschauer gerecht zu werden. Die Sicherheitsvorkehrungen gewährleisten einen einwandfreien Ablauf der Rennen. Acht Nationen beim 500er-Rennen Das Rennen der Kleinstrennwagen (bis 500 ccm) steht im Mittelpunkt. Im Ausland sind diese Rennen der „Straßenwanzen“ weit mehr verbreitet als bei uns. Sind doch hier die wirklichen Motorsport-Enthusiasten am Werk, um mit bescheidensten Mitteln ihrem Sport zu huldigen. Die „500er-Clubs“ schufen die Voraussetzungen, daß diese Kleinstrennwagen zu höchster Leistung gebracht wurden. Dieses Rennen nach Formel III (mit Barpreisen von insgesamt 7500 DM) ist von acht Nationen beschickt. Die starke Besetzung macht in zwei Vorläufen Ausscheidungen notwendig, aus denen die 20 zeitschnellsten Fahrer in die Entscheidung gelangen. Drei Meisterschaftsläufe der Sportwagen In den Klassen bis 1100, bis 1500 und bis 2000 ccm sind alle deutschen Sportwagenfahrer am Start, die irgendwelche Aussichten auf Meistertitel geltend machen können. Fritz Rieß, Nürnberg, Toni, Ulmen, Helfrieh, Mannheim, Petermax Müller, Ernst Troeltsch, Helm Glöckler, Kathrein, um nur die wichtigsten zu nennen, bewerben sich um die Meisterschaftspunkte. Nachdem die Klassen bis 1500 und bis 2000 in einem Lauf gestartet werden, gibt es also drei Rennen über Je 20 Runden — 154,500 Kilometer, von denen das erste um 11 Uhr gestartet wird. Die Pfingstfeiertage werden den Freiburger Sportfreunden reiche Abwechslung bringen. Dabei ist das Programm zu einem großen Teil international eingestellt, so daß sowohl im Fußball als auch in der Leichtathletik interessante Vergleichsmöglichkeiten geboten sind. Zunächst wird der Freiburger FC am Pfingstsonntag sein am 6. Mai fällig gewesenes Pokalspiel gegen den FC Furtwangen nachholen. Die in der II. Amateurliga spielenden Schwarzwälder haben sich durch einen beachtlichen 3:2-Erfolg über Schopfheim für dieses Treffen qualifiziert. Am Pfingstmontag weilt der SC Austria Klagenfurt in Freiburg. Die Österreicher sind einer der ältesten Vereine Kärntens und waren seit ihrem Bestand zehnmal Landesmeister von Kärnten, und 12mal gewannen sie den Pokal. Die Mannschaft (besteht aus Vertragsspielern und verzeichnete in der letzten Zeit Erfolge gegen den WAC Wien (4:2), FC Wien (2:1), Vorwärts Steyr (3:1). Der Freiburger FC wird mit seiner derzeit stärksten Elf antreten müssen, wenn er erfolgreich aus dieser Begegnung hervorgehen will. Neben diesen Spielen der Senioren wird auch der Nachwuchs des Freiburger FC über die Feiertage reichlich zu Wort kommen. Am ersten Feiertag werden die Junioren gegen die VI. Mannschaft des FC Basel antreten, und die A I-Jugend erhält Besuch von der Jugend des Racing Club Paris. Die französischen Jungen werden bereits am Samstagvormittag in Freiburg eintreffen. Entsprechend dem Hauptspiel am zweiten Feiertag wird auch das Vorspiel der Junioren durch den Besuch der Mannschaft von Ball Boys Basel internationalen Charakter tragen. Deutsch-schweizerisches Leichtathletiktreffen und 30 schweizerische Leichtathleten teil, wobei es die deutsche Spitzenklasse nicht leiiht haben wird, gegen die Gäste zu konkurrieren. Ihnen stehen die Schweizer Meister Volkmer (800 m), Senn (Kugel), Bachmann (Diskus), Lüthy (Speer) und Veeser (Hammer) gegenüber. Außerdem werden die Frauen mit drei Meisterinnen vertreten sein. Auf deutscher Seite starten im 3000-m-Lauf, der wohl das Hauptereignis des Tages werden dürfte, die größte deutsche Olympiahoffnung Schade, Wuppertal, und Eitel, Eßlingen. Mit Bogner, Karlsruhe, der Sprinterüberraschung des Jahres, Fütterer, Karlsruhe, Spitzmüller und Wolters, beide Nordrach, weist die Sprinterklasse eine ausgezeichnete Besetzung auf. Über 1500 m starten Gude und der Juniorenmeister Schlegel. Außer ihnen werden Preschany, Mast, Wehrte und Neuheit von Lörrach, sowie Dieser, Nordrach, und Kienle, Kenzingen, am Start sein. Die Kämpfe beginnen am Montagvormittag um 10.30 Uhr im Mösle mit den Wettbewerben der Frauen, und werden am Nachmittag während der Fußballspiele fortgesetzt. — ts - Freiburger TC gegen Karlsruher Tennis- und Eislaufverein 12:5 In wirklich freundschaftlicher Harmonie fand die Begegnung zwischen dem Freiburger Tennis-Club und dem Karlsruher Tennis- und Eislaufverein statt. Ergebnisse (FTC zuerst genannt): Herren-Einzel: Potaß — Behrle 6:2, 9:7, Grathwol — Pflaumer 6:3, 6:4, Böttger — Jung 4:6, 4:6, Maushard — v. d. Heydt 3:6, 6:3, 6:3, Bigalke — Blaser 6:4, 4:6, 1:6, Schultz — Knobloch 6:4, 3:6, 6:1. Damen-Einzel: Frl. Weihe — Fr. Hilmer 6:2, 6:2, Fr. Paikert — Fr. Kohl 0:6, 7:9, Fr. Drischel — Fr. Knobloch 5:7, 6:8, Fr. Huck — Frl. Maier 3:6, 4:6. Herren-Doppel: Potaß/Grathwol — Behrle/Pflaumer 6:3, 13:11, Bigalke/Böttger — Jung/v d. Heydt 7:5, 7:5, Maushard/Schultz — Blaser/Steinwarz 6:2, 6:4. Der Initiative des Institutes für Leibesübungen an der Freiburger Universität ist es gelungen, in Verbindung mit dem FFC, für den Pfingstmontag die *___ , komplette Leichtathletik-Mannschaft von Old Boys! Mixed: Frl. Weihe/Grathwol — Fr. Hilmer/Pflaumer Basel — eine der besten schweizerischen Leicht- i 6:1, 6:3, Fr. Paikert/Potaß — Fr. Kohl/Behrle 3:6, 6:3, athletik-Mannschaften — nach Freiburg einzuladen. ! 6:2, Fr. Drischel/Böttger — Frl. Maier/Frey 6:1, 6:4, An dem Vergleichskampf nehmen etwa 30 deutsche i Fr. Huck/Bigalke — Ehepaar Knobloch 6:4, 4:6», 6:4. Das Rundfunkprogramm der Woche Radio München liililiiiiiliiiliiiiiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiliccliiiillllliiiiillllillllllliiiiiimiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimHiiiiniiminiiiiiniiiiiiMiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiliiilillllir 18.00 20.10 Das 20.30 22.10 0.05 Samstag, 12. Mai Unterhaltungsmusik Rundfunktanzorchester spielt Kabarett am Wochenend Beliebte Künstler — Beliebte Melodien Wir bitten zum Tanz 'Sonntag, 13. Mai 18.00 Die Schöpfung Oratorium v. Jos. Haydn 18.00 Sport und Musik 19.30 J. v. Karolyi spielt 20.05 Melodien, die Jeder gern hört 22.30 Tanzmusik c Montag, 14. Mai 15.00 Bunter Nachmittag aus Hof 17.00 Orchesterkonzert 19.30 Rosl Stein spielt Musik für Harfe 20.05 „La Traviata“ 23.05 Musik aus neuen Filmen Dienstag, 15. Mai lS.OO Musik zum Feierabend 20.00 Die Glückswelle 20.30 Volksmusik 21.15 So ein Zufall 23.00 Nachtkonzert * 0.05 Musik v. K. Weill Mittwoch, 16. Mai 19.30 Virtuose Kleinigkeiten 20.15 Bunte Weisen 22.10 Wolfgang Amadeus Mozart 23.00 Walt Disney und seine Welt 23.30 Orchester K. Edelhagen 0.05 Jazz um Mitternacht Donnerstag, 17. Mal 18.00 Musik zum Feierabend 20.00 Werner Egk zum 50. Geburtstag 21.30 Musik aus London 22.20 Strelchorch. Franz Deuber 23.00 Wer kennt die Lieder, wer die Schlager? 0.15 Musik aus neuen Filmen Freitag, 18 Mal 17.30 Feierabendmusik 20.00 Mathes sieht in die Zukunft 20.45 Sie wünschen? 22.15 „Ostasien im Atomzeltalter“ 23.15 Leise Klänge 0.05 Beliebte Melodien Samstag, 12. Mai : 6.10 Morgenkonzert ! 7.15 Zwischenmusik i 7.30 Musik am Morgen ! 8.40 Musikalisches Intermezzo i 11.00 Werbefunk ! 12.20 Mittagskonzert ! 13.15 Musik nach Tisch j 14.00 Wir Jungen Menschen ; 14.30 Allerhand Schlager | 14.50 Briefmarkenecke : 15.00 Opemkonzert 16.00 Die Reportage 16.30 Unser Samstagnachmittag 18.80 Werbefunk 20.00 Musik, die unsere Hörer wünschen | 22.30 Der SWF bittet zum Tanz Sonntag, 13. Mal 6.00 Hafenkonzert 5 8.30 Evangelische Morgenfeier s 9.00 Heitere Barockmusik s 9.30 Pontifikalamt 5 11.00 Froher Klang zum Feiertag s 12.20 Volksmusik und Chorgesang = 13.30 Musik nach Tisch = 14.15 Volksliedermusizieren E 15.00 Kinderfunk = 15.30 Stimme der Heimat E „In deiner Hut“ g zum Muttertag = 16.00 Uns gehört der Sonntag 5 17.00 Konzert ä 18.45 Sport ä 19.20 Deutsche Volkslieder § 20.00 Fröhliche Pfingsten! = 22.20 Reportage von der Endrunde E zur Dt. Fußballmeisterschaft E 23.15 Tanz im Mai. „»»»»»»>»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»«» Samstag, 12. Mai 17.15 Kleines Konzert 17.45 Mensch und Arbeit 18.20 Walter Dürr mit seinen Rhythmikern 20.05 Familie Staudenmaier 20.45 Wie Sie wünschen! 22.15 Das schöne Lied 22.30 Tanzmusik zum Wochenende 24.00 Das Nachtkonzert Sonntag, 13. Mai 15.00 Beliebte Opernmelodien 17.00 „Minna von Barnhelm“ 20.00 Froh-beschwingtes Pfingstkonzert 22.30 Schlager-Cocktail 24.00 Tanzmusik Südwestfunk Montag, 14. Mai Zwischenmusik Morgenkonzert Evangelische Morgenfeier Aus der christlichen Welt Katholische Morgenfeier Pfingktpredigt Das Unvergängliche „Operettenklänge“ Mittagskonzert Musik nach Tisch Jedem das Seine Ernst Heimeran Musikalisches Intermezzo Nachmittagskonzert Kleine Pfingstreise Heiteres Zwischenspiel „ ... und am Pfingstmontag auf der Nebelhöhle“ Giuseppe Verdi „Ein Maskenball' Fröhlicher Pfingst-Tanz Dienstag, 15. Mal 6.10 Morgenkonzert 7.15 Zwischenmusik 7.20 Die ärztliche Schweigepflicht 7.30 Musik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 11.00 Werbefunk 12.20 Mittagskonzert 7.10 7.20 8.30 9.00 9.15 9.45 10.00 10.45 12.20 13.15 14.20 15.00 15.15 16.00 17.30 17.40 19.20 20.00 23.00 13.15 Musik nach Tisch 15.00 Für die Schuljugend 15.15 Balladen 16.00 Mendelssohn-Bartholdy 17.00 Musik zur Unterhaltung 18.20 Die Parteien sprechen 18.30 Werbefunk 20.00 Volksmusik u. Chorgesang 20.30 „Gerechtigkeit für Seznec“ 22.30 Fünfzig Jahre W. Egk 23.30 Jazz 1951! Mittwoch, 16. Mai 6.10 Morgenkonzert 7.30 Musik am Morgen 8.40 Musikalisches Intermezzo 9.30 Besuch am Krankenbett 11.00 Werbefunk 12.20 Mittagskonzert 13.15 Musik nach Tisch 14.00 Für die Schuljugend 15.00 Nachmittagskonzert 18.50 Sang u. Klang im Volkston 17.20 Aus Wissenschaft u. Technik 18.20 Probleme der Zeit 18.30 Werbefunk 20.00 Bunter Melodienreigen 21.30 Gewerkschaftsfunk 21.40 Unsere kleine Auslese Unterhaltungsmusik 22.20 Klaviermusik 23-00 Tanzmusik Nicht vergessen: Ab 22 Uhr Zimmer-LautstärkeI Radio Stuttgart Montag, 14. Mal 18.55 Totoergebnisse 20.05 Tanzmusik 22.00 „Der alte Turmhahn“ 22.30 Pfingstball 24.00 Wir tanzen weiter Dienstag, 15. Mal 18.20 Klänge der Heimat 20.05 „Die toten Augen" 22.05 Schallplatten 23.15 Ungarische Weisen Mittwoch, 16. Mal 18.20 Feierabendmusik 20.00 Plauderei über Rundfunktechnik 20.05 „Der Schatten eines Strohhalms“ 21.00 Romantische Frühlingsfahrt 21.55 Wir denken an Mittel- und Ostdeutschland 22 30 Kräfte der Weimarer Republik 23.05 Concertgebouworchester Amsterdam 6.10 7.30 8.40 9.00 11.00 12.20 13.15 15.00 17.00 17.30 18.20 18.30 20.00 20.40 21.00 22.30 23.15 Donnerstag, 17. Mal Morgenkonzert Musik am Morgen Musikalisches Intermezzo Für die Schuljugend Werbefunk Mittagskonzert Musik nach Tisch Wirtschaftsfunk Klaviermusik Der Rechtsspiegel Jugendsendung Werbefunk Melodien von Karl Millöcker ! Alexander Golling spricht „Studien zum Stierkampf“ 1 Das Prisma ; Das Orchester Yorke i „So ändern sich die Zeiten“ j 6.10 7.15 7.30 8.40 11.00 12.20 13.15 15.00 16.00 16.45 18.20 18.30 20.00 20.45 21.00 22.30 23.30 Freitag, 18. Mal Morgenkonzert Zwischenmusik Musik am Morgen Musikalisches Intermezzo Werbefunk Mittagskonzert Musik nach Tisch Musik am Nachmittag Solisten-Koiizert Musik zur Unterhaltung Die Frau im Beruf z Werbefunk 5 Scheinwerfer auf! E Elternsorgen — Jugendnöte s Die großen Meister 5 Nachtstudio 5 Lieder aus geruhsamer Zelt = iiiimiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiimiiiiiiiiir; Donnerstag, 17. Mai 18.25 Opernmelodien 19.30 Sport 20.05 Allerlei von der Jägerei 21.00 W. Mattes dirigiert 22.05 Zeitgenössische Musik 23.05 Das Orchester Kurt Rehfeld 0.05 Jazz lm Funk Freitag, 18. Mai 18.20 Feierabendmusik 19.30 Im Namen des Gesetzes 20.05 Sinfoniekonzert 21.15 Albert Schweitzer ln Lambarene 22.05 Tanzmusik 22.45 Kriminalistische Betrachtungen 23.15 Unterhaltungsmusik Radio Hamburg' Samstag, 12. Mai 18.30 Singt alle mit 20.05 Tanzmusik 21.00 Bunter Abend 22.25 Ludwig van Beethoven 23.15 Melodie und Rhythmus 0.10 Tanzmusik Sonntag, 13. Mal 18.10 Das Meisterwerk 19.30 Sport, Nachrichten 20.00 Jubiläumskonzert I. Opernkonzert H. George Gershwin 22.45 Tanzmusik Montag, 14. Mal 15.00 Hummel, Hummel! 16.30 Fünf Kleider 17.45 Tanzmusik aus Berlin 20.00 Frühlingsball 21.15 Ein bunter Pflngststrauß 20.45 Frühlingsball f Dienstag, 15. Mai 2 17.00 Klaviermusik ä 18.00 Feierabendmusik ä 20.05 Die Schlagerparade | 20.45 Hamburger Rundfunkorth, s 21.45 Tanzmusik E 0.30 Tanzende Tasten Mittwoch, 16. Mal 18.00 Orchesterkonzert 20.05 Wie es euch gefällt 22.35 Orchester Werner Müller 23.90 Zärtliche Weisen 0.30 Tanzmusik Donnerstag, 17. Mal 18.00 Zwischen sechs und sieben 20.05 55 Minuten Frohsinn 21.00 Armer Vater Philippe 21.55 Claude Debussy 23.15 Von neuer Musik 0.30 Klänge aus London Freitag, 18. Mal 18.00 Feierabendmusik 20.05 H. Hagestedt und sein Orch. 20.30 Aus Oper und Ballett 22.35 Kapelle H. Köpke 23.00 Froher Ausklang 0.30 Tanzmelodien »Mama, wann ist denn wieder ein kalter Tag im Juli? Lottis Mutter sagte, dafi Ich dann zum Spielen wiederkommen soll!“ Silbenrätsel , utahres U)ozt Aus den Silben: a — a — a — ben — bend — bra — eben — dam — di — diz — e — e — ei — fant — ge — ham — har — i — in — ka — ku — le — Le — M — malt — men — min — mo — na — na — ner — ni — nä — pe — pe — pflau — ra — ro — aal — sie — Stirn — ta — tei — ter — ter — — thip — um — ur — ven — xan — bilde man 16 Wörter, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen. ein Zitat aus Schillers „Wilhelm Teil“ ergeben. Bedeutung der Wörter: 1. Römische Göttin dfer Jagd, 2. Europäer, 3. Großes Säugetier, 4. Teil des Tages, 5. Inbegriff eines zänkischen Weihes, 6. Festgesetzter Zeitpunkt. 7. Anzeichen, Verdacht erregender Umstand 8. Italienische Nudelspeise, 9. Musikinstrument, 10. Männergestalt des Alten Testaments 11. Gerichtliche Strafbeschlüsse, 12. Stickstoffverbindung, 13. Schwiegersohn, 14. Stadt in Italien, 15. Bezeichnung für dlas Sternbild des „Großen Bären“, 16. Obstkuchensorte. Auflösung: „•uueuu3uraii2 U »P Uedsaa snen un jxy ara“ — ‘uaipnjiuaumeijd gi ‘uinseguaq -»IS SI ‘euusabh n ‘urepia '61 ‘jetadies ZI ‘attavtn 'IT ‘uieqejqv '01 ‘uimuourreH 6 ‘iuo i -BWK '8 ’zrpui 'i ‘uruiraj, 9 ‘addiprex fi ‘puaqy 't ‘tuejaja x ‘jauaiiau 8 ‘bubiq T Affen stören Parlamentssitzung Bei einer Parlamentssitzung in der indischen Stadt Gwialor wurde eine erregte Debatte der Abgeordneten über die Emährungs- lage des Bandes plötzlich durch heftigen Lärm auf der Besuchergaierie unterbrochen. Man glaubte schon an eine Meuterei der hungrigen Bevölkerung, aber bald stellte sich heraus, daß der Lärm von einer Horde Affen herrührte, die durch ein offenstehendes Fenster in. die Räume der Volksvertretung eingedrungen waren. Nur mit Mühe gelang es den Wachen, die Ruhestörer mit Knüppeln zu verjagen. Napoleon und die loten Fische Von großen und kleinen Spaßvögeln und Streichemachern Die Schadenfreude ist bekanntlich nach einem alten Spruch die schönste und reinste Freude. Immer wieder gab es und gibt es Menschen, die mit allerhand Scherzen und Streichen ihre Zeitgenossen aufs Glatteis führen, nicht immer auf gerade sehr freundliche Art, Doch es geht ihnen darum, sich an der Verlegenheit des andern zu weiden und alle „Freuden der Schadenfreude“ restlos auszukosten. Selbstverständlich sind es vor allem die Großen und Mächtigen dieser Welt, die sich unbeschadet solche Scherze leisten können. So bereitete es Napoleon ein besonderes Vergnügen, seinen Adjutanten tote Fische heimlich in die Taschen zu stecken und sich dann über ihre tödliche Verlegenheit lustig zu machen. Auch Friedrich der Große fand es nicht unter seiner Würde ab und zu seinen geistvollen „Hofdichter“ und Freund Voltaire ein wenig „über den Löffel zu halbieren“. Eines Tages wurde ihm gemeldet, daß der Philosoph mit dem französischen Esprit darauf wartete, um seiner Majestät sein neuestes Gedicht vorzutragen. Der Preußenkönig ließ nun einen englischen Gedächtniskünstler kommen, der sich gerade bei Hofe aufhielt. Dieser war ein Mann, der das, was er nur einmal gehört hatte, wortwörtlich wiederholen konnte. Dieser Engländer stand nun hinter einer Tür versteckt, als Voltaire sein Gedicht vortrug Der König reagierte ziemlich frostig auf die Rezitation. „Sie überraschen mich“, sagte er. „Wie kommen Sie dazu, die Ehre für das, was ein anderer geschrieben hat, für sich in Anspruch zu nehmen? Der Engländer, der diese Verse schrieb, hat sie mir eben erst .vorgetragen.“ Nach diesen Worten Meß der König den Engländer scheinbar aus einem anderen' Teil des Schlosses herbeiholen. Der Gedächtniskünstler wiederholte die Verse Wort für Wort. Wütend und vollkommen verwirrt verabschiedete sich Voltaire. Aber es gibt auch Leute, die es meisterhaft verstehen, bei solchen Gelegenheiten den Spieß umzudrehen. So einer war der Dichter und Zeitungsschreiber Eugen Field. Als er bei der „Chicago Daily News“ arbeitete, war es üblich, daß die Zeitung allen ihren Angestellten zu Weihnachten einen Truthahn schenkte. Eines Jahres verlangte Field statt- d essen einen neuen Anzug. Der Verleger erfüllte seinen Wunsch und präsentierte ihm einen neuen Anzug und zwar — einen gestreiften SträfLimgsanzug. Ruhig nahm Field das Geschenk entgegen. Aber er machte es sich zur Gewohnheit, wenn Besucher von auswärts, darunter viele Redakteure kleiner Prbvinzzeitungen, durch den Betrieb geführt wurden, diesen Anzug anzuziehen, einen Besen zur Hand zu nehmen und vor den Besuchern den Boden zu kehren. Dabei erklärte er ihnen halblaut, er sei ein Sträfling, der auf politische Drahtzieherei hin vom Gefängnisdirektor hierher geschickt worden sei, um als Aufwärter für die „News“ zu arbeiten. Einer der Redakteure schrieb darauf in seinem Heimatblatt einen flammenden Leitartikel, in dem er sich sowohl gegen den Ge- fängnisdinektot wie auch den Herausgeber der „News“ wegen dieses „entwürdigenden Schauspieles“ iös Zeug legte. Fröhliche Pfingsten mu Jo £Cohhs dtöster Zu Pfingsten wurde der neue Stadtpark der Öffentlichkeit übergeben. „Wollen wir etwas Besonderes tun?“ „Was?“ „Stellen wir ein paar Plastiken der Liebe ins Grüne?“ Der Stadtgärtner schmunzelte: „Das können wir billiger haben. Wir brauchen nur ein paar Bänke in versteckten Ecken aufzustellen.“ • Rühes haben zu Pfingsten eine Rheinreise gemacht. Rechts hinauf und links hinunter. Im eigenen Wagen. „Wieviel Tage?“ Der Autofahrer brummte: „In zwei Tagen! Ich hätte es in einem Tage geschafft, wenn meine Frau sich nicht in den Kopf gesetzt hätte, gelegentlich zu halten und die Gegend zu betrachten.“ Zu Pfingsten kommen gerne Gäste. Der Gast hatte an allem etwas auszusetzen. Ihm war die Sonne nicht heiß genug. Ihm war der Schatten nicht kühl genug. Ihm war der Kaffee zu dünn und die Hausfrau zu dick. Sogar am Garten fand er sein Mißfallen „Warum sind Ihre Bäume nicht größer?“ meckerte er. Der Gastgeber lächelte: „Seien Sie unbesorgt — sie werden wesentlich gewachsen sein, bevor ich wieder den Vorzug Ihres Besuches habe!“ Paul und Pauline kamen von ihrer Pfingst- redse zurück. Sie waren in den Bergen gewesen. Pauline war stockheiser. ^ „Hat sich Pauline erkältet?“ Paul brummte: „Nein, Sie hat sich nur bemüht, gegen das Echo das letzte Wort zu behalten.“ Pelikan war zu Pfingsten allein weggefahren. Als er wiederkam: „Hast du mir was von der Reise mitgebracht, Schatz?“ „Ja!“ „Was?“ „Genaue Bahnzeit.“ • Partenkirchen war zu Pfingsten leer. Die Werdenfelser starrten auf ihre Werbeplakate. Ein Fremder trat zu ihnen: „Verzeihung — komme ich hier zum Bahnhof?“ „Ich weiß nicht“ „Sie sind wohl nicht von hier?“ „Doch!“ „Da müssen Sie doch wissen, wo Ihr Bahnhof liegt??“ „Weiß ich.“ „Warum sagen Sie es dann nicht?“ „Ich darf nicht.“ „Warum nicht?“ „Der Vorstand- vom Fremdenverkehnsverein hÜaUanstains Astrolog Waagerecht: 5. Ausstehender Geldbetrag, 8. Teil des Rheinischen Schiefergebirges. 9. Großer Flüssigkeitsbehälter, 11. Fqtter- napf, 13. Tierfutterpflanze, 14. Nebenfluß der Drau, 16. Fluß in Italien, 17. Südländischer Baum, 18. Oper von Verdi, 19. Hafendamm, 20. Vollbrachte Handlung, 22. Zeitalter, 23. Astrolog Wallensteins, 25. Gefühlsäußerung, 26. In der Tonkunst: langsam, 29. Heimweh. Senkrecht: 1. Orientalischer Richter, 2. Hautöffnung, 3. Kriegsgott, 4. Sdmlmöbel- etück, 5. Junges Mädchen, 6. Rankgewächs, 7. Praktische Geometrie, Feldmessung, 10. Chemischer Grundstoff, 12. Lärm, Krach. 14. Honigbier, 15. Amtstitel, 21. Unbehagen vor epileptischem Anfall, 24. Mädchenname, 25. Theatersätzplatz, 27. Elementarteilchen, 28. Trinkgefäß. Auflösung: •seiO 86 ‘uicqv LZ ‘»So 'l ’SZ ‘»sfl ’fZ ‘wnv 18 ‘ich LI ‘t»W tl ‘nepex 81 ‘U»I»8 *01 ‘apseepoao j, ‘naja g ‘inepieja 's f ‘931 V 6 ‘S-IV-I X ‘Fpex 1 : i qsazquss •ai§IBtsoN '68 ‘og ivj 98 ‘isnri §8 ‘tuas 66 'BJ3V 66 ‘teX 06 ‘»I°K 61 ‘epiv 81 'sruifl. 11 ‘e,ppv 91 ‘mi ’H ‘»»TH 'SI ‘Scuj, n ‘gea g “Plia 8 ‘Suruapaoa '§ :: qsaiaZ hat es den Einheimischen verboten, weil wir heilfroh sind, wenigstens einen Fremden im Ort zu haben!“ Ingeborg ist bis über beide Ohren verliebt. Seit gestern. Seit Pfingstsonntag. Sie gestand es der Freundin: „Johannes hat gestern abend viermal seinen Arm um mich gelegt!“ Die Freundin erschrak: „Was? So lange Arme hat er??“ » Pink will eine Pfingstreise reisen. „Wohin fahren Sie?“ „Nach Sicht.“ „Wo liegt das?“ „Keine Ahnung! Aber 5m der Zeitung steht: Schönes Pfingswetter in Sicht!“ * Ein Herr trat in ein Papiergeschäft und sagte: „Haben Sie Skatkarten mit rotkarierter Rückseite?“ „Jawohl, mein Herr!“ antwortete der Verkäufer. „Ja, das sind die richtigen!“ rief der Kunde begeistert, als er die vorgelegten Karten besichtigte. „Geben Sei mir davon vier Kreuz- Asse, vier Pik-Asse und je vier Könige!“ Der Mann mit der Aktentasche Die höchst aktuelle Geschichte eines Besuches / Von Mark Twain Ich war noch keine vierundzwanzig Stunden Bürger der kleinen Stadt in Westen, in der ich fortan in Frieden zu leben gedachte, als sich ein Herr bei mir melden Meß. Ein etwas geheimnisvoll tuender Herr übrigens, der eine Aktentasche in der Hand hatte, und der beiläufig bemerkte, daß er mit der Abteilung für die inneren Einkünfte der Vereinigten Staaten in Verbindung stehe. Ich erwiderte wahrheitsgemäß, daß ich bisweilen von einem solchen Geschäftszweig nichts gehört habe, der Verbindung mit derartigen Stellen unterhalte, nächtsdestotrotz aber sei ich erfreut, durch die Ehre seines Besuches ausgezeichnet zu werden. Da man als Hausherr zur Höflichkeit verpflichtet ist, versuchte ich mit dem ein wenig merkwürdigen Zeitgenossen in ein Gespräch zu kommen. Die Art seines Auftretens hatte mich zudem ein wenig neugierig gemacht Ich fragte ihn geradeheraus, ob er vielleicht ein Geschäft in unserer näheren Nachbarschaft zu eröffnen gedenke. Er nickte bejahend, hielt aber zu meiner Enttäuschung hinter dem Berge, mit welchem Artikel er eigentlich handele. Dann fragte ich ihn, wie sich seine Geschäfte im allgemeinen anließen. Er gab einsilbig zurück: „Man kann nicht klagen.“ Darauf bedeutete ich ihm, daß ich mich seiner gern erinnern werde, wenn ich in seinem Hause ebensogut bedient werde wie anderswo. Der Besucher erwiderte: „Ich werde Sie schon zufriedenstellen, mein Herr. Sie können pich darauf verlassen, daß ich mein Geschäft verstehe.“ Mit allen meinen Versuchen, etwas Näheres über die Art seiner Geschäfte in Erfahrung zu bringen, kam ich nicht zum Ziele. Ich beschloß, taktisch geschickter vorzugehen. Ich wollte ihn m eine Falle locken, um ihm in seine Karten zu gucken. Ich wollte ihm gleichsam den Mund wäßrig machen, indem ich von meinen geschäftlichen Erfolgen sprach. Und vor allem wollte ich mächtig aufschneiden und großtun, um ihn seinerseits zum Reden zu bringen. Also schoß ich los und mitten ins Ziel: „Was denken Sie, mein Lieber, wieviel ich im verflossenen Jahr mit meinen literarischen Vorlesungen verdient habe?“ Er erwiderte: „Nun, sagen wir zweitausend Dollars. Nein, nein, das ist gewiß zu hoch gegriffen. Es werden, wenn es hoch kommt, vielleicht an die fünfzehnhundert Dollar gewesen sein.“ „Haha!“ prahlte ick und lachte aus vollem Halse, „da haben Sie aber gründlich daneben gehalten. Ich habe an diesen Vorlesungen auf den Punkt genau 14 750 Dollars verdient.“ Er sperrte Mund und Nase auf. „Kaum zu glauben“, stotterte er, „aber“, fuhr er fort, „das werde ich mir merken“. „Das ist aber“, setzte ich meine Angeberei fort, „noch längst nicht alles, was mir mein Geschäft im vorigen Jahr eintrug. Dazu kommt mein Redakteurgehalt, das auch kleine 10 000 Dollars ausmacht.“ „Was Sie nicht sagen, Sie Glücksvogel“, warf mein Besucher ein, „ich werde es mir hinter die Ohren schreiben. Und Sie haben, wenn ich Sie richtig verstehe, noch weitere Einnahmen gehabt?“ „Natürlich, natürlich“, bestätigte ich, „was denken Sie, was erst mein im vorigen Jahr erschienenes Buch „Die Unschuld auf Reisen“ abwarf, das eine Auflage von 90 000 Exemplaren erlebte. Ich darf Sie bitten, die Sache streng vertraulich zu behandeln: ich habe an diesem Schmöker bis jetzt reine 200 000 Dollar verdient.“ „Potzbldtz!“ rief mein Besucher aus — und kramte in seiner Aktentasche, „ich will es mir aufschreiben“. Und er kritzelte etwas auf einen Zettel. Dann erhob er sich und machte Anstalten, sich zu verabschieden. Sollte ich, so durchfuhr es mich jetzt, meine Enthüllungen umsonst gemacht haben? Sollte es mir wirklich nicht gelingen, den geheimnisvollen Besucher zum Reden zu bringen? Was nur, grübelte ich, mochte dieser Bursche für ein Geschäft betreiben? Bevor sich der Mann indessen aus dem Staube machte, überreichte er mir einen Briefumschlag mit dem Bemerken, daß dieser seine Geschäftsanzeige enthalte. Dann verneigte er sich höflich und sagte: „Es freut mich aufrichtig, einen Mann mit solch großem Einkommen wie Sie, in Zukunft zu meinen Kunden zählen zu können. Früher habe ich freilich angenommen, daß zahlreiche wohlhabende Männer in den Mauern unserer ehrenwerten Stadt wohnten, sobald ich aber mit diesen Leuten in nähere geschäftliche Verbindung trat, ergab sich stets, daß sie kaum das Nötigste zum Leben besaßen!“ Er bat mich dann, ich möge ihm gestatten, daß er mich umarme, denn ich sei der einzige wirklich reiche Mann, dem er je in seinem Leben gegenübergetreten sei. Ich konnte seinen Wunsch nicht abschia- gen und erlaubte ihm, mich an sein Herz zu drücken, wobei ihm die dicken Tränen der Rührung über die Backen flössen. Dann war er aus der Tür. Tiefes Schweigen fiel auf den Dschungel. Nickis bewegte sich. An der Art jedoch, wie die hohen Gräser, die wie Schwertklingen funkelten, im Sonnenlicht wogten, erkannte ich, daß etwas da war. Ich hatte mir das noch nicht einmal ganz klargemacht, da sprang auch schon, rasch wie ein Flintenschuß, ein Tiger aus seinem Versteck hervor und blieb uns gegenüber stehen. Mein Jagdgefährte, mit der Flinte im Anschlag, sah von dem Tiger nur ein Stück, und da er Russe war und unsere Jagdweise nicht kannte, feuerte er sofort. Mit fürchterlichem Geheul sprang der Tiger außer Sicht, aber eine Sekunde später hing er mit einem Satz unserem Elefanten an der Flanke. Der Tiger kletterte herauf und zerbrach mit einem Schlag der Tatze die Flinte in der Hand des Russen, der nun wehrlos auf dem Rücken des Elefanten stand und bleich wie Kreide wurde. Der Tiger bemerkte mich nicht; er richtete seine ganze Aufmerksamkeit und all seinen Zorn auf den Mann, der ihn verletzt hatte. Als ob schwarzgestreiftes, flüssiges Gold an der Seite des Elefanten her- unterliefe, so hing der Tiger mit seinen Krallen in der Haut des Elefanten. Jetzt holte die Tigerpranke zum Schlag in das Gesicht des Russen aus. Die Barthaare des Tigers schimmerten wie schwarze Kie- Er hatte noch nicht die Türklinke hinter sich zugedrückt, als ich den Briefumschlag, den er mir als seine Geschäftsanzeige überreicht hatte, hastig autfriß. Ich studierte das Schreiben, das ich in dem Umschlag fand, eine geschlagene Viertelstunde lang, dann rief ich die Köchin herauf und sagte: „Bitte, Kitty, stützen Sie mich, ich falle in Ohnmacht!“ Als ich wieder auf wachte, bat ich di« Stütze meines Hauses, mir Whisky zu bringen. Ich fühlte mich hundeelend. Muß ich noch sagen, wem ich in die Hände gefallen, wer der geheimnisvolle Besucher war? Ein Mann vom Finanzamt! Und die sogenannte Geschäftsanzeige, die er mir in die Hand gedrückt hatte, war nichts anderes als eine niederträchtige Steuererklärung. fernnadeln. Der Russe preßte sich mit dem Rücken an die Lehne des Sattelkorbes. Die Pranke des Tigers kam immer näher, und sein Maul war keine Elle mehr entfernt. Der arme Russe stand wie versteinert, als der Tiger gegen ihn vorrückte. Ich rief zum anderen Elefanten hinüber, eie sollten näher kommen, aber ich sah, daß sie schon so nahe waren wie nur irgend möglich. Da schrie ich dem Jäger Rafhor zu: „Schieß!“ Der Tiger sah mich einen Augenblick an, stieß ein Knurren aus, wandte sich dann ab und griff neuerlich den Russen an. Er erwischte ihn am Rock, den er mit einem Schlag der Pranke in Fetzen riß. In diesem Augenblick hörte ich aus einer anderen Richtung Schreie, und zwar von Rathors Elefanten. Der Elefant trompetete. Auf das Trompeten hin drehte sich der Tiger ihm zu. Nun stand er Aug* * in Auge mit Ra- thor; nur ungefähr zwölf Ellen trennten sie. Rathor stieß einen Ruf aus, ein Schuß knallte. Mit einem Sterbensgeheul fiel der Tiger meinem Elefanten unter die Füße. Ick sah mich nach dem Russen um, aber er war verschwunden. Er war auf der anderen Seite des Elefanten herunter gefallen und lag in tiefer Ohnmacht. — Aus dem bei Rütten & Loe- ning, Frankfurt, erscheinenden Buch: „Wir pilgern zum Himalaya“ von Dhan Gopal MukerdschL 7 igarjagd im ftsdiungal # Samstag, 12. Mal 1951 * Da* Vdk» Nummer 57 — Seite 7 Hannover suchte verzweifelt den rabiaten Einbrecher in den umliegenden Räumen. Schließ-, lieh fanden sie ihn wieder, seine Unkenntnis der Räumlichkeiten war- ihm zum Verhängnis geworden. Als er sich schließlich gezwungenermaßen auf seinen ihm zustehenden Platz setzen mußte, legte man ihm vorsichtshalber Handschellen um. „Was sollen diese lächerlichen Dinger“, fragte er lächelnd — und mit einer kurzen, aber intensiven Handbewegung — zerbrach er den Stahl. Es empfiehlt sich, ihn hinter doppelte Wände zu setzen, andernfalls wird man ihn kaum halten können, denn wie gesagt, er ist ein Meister seines Faches! Allah sei Schweden gnädig! In Arabien macht eine Errungenschaft der Zivilisation großen Eindruck und ist kaum mehr wegzudenken aus dem sonst so primitiven und schlichten Gepäck der arabischen Nomaden: der schwedische Primuskocher. Der halbe mitt- i fragen Sie ^ Schreiben Sie vertrauensvoll an Frau Christa Herzen haben. Gewiß, allen kann auch sie Ist. um eine gute Antwort bemühen. lere Orient bedient sich seiner und jede neue Sendung aus Europa ist in Windeseile ausverkauft. Es gehört schon fast zum guten Nomadenton, solch eine „brennende Seele“ zu besitzen, sie erspart den arabischen Frauen viel Arbeit und Qualm, sie erspart die schwierige Suche nach brennbarem Material, sie braucht kaum Pflege und beansprucht wenig Hatz unterwegs. Da das Ursprungsland in arabischer Schrift angegeben ist, werden wohl ,— soweit einer im weiteren Umkreis des Lesens kundig ist, öfters Seufzer der Erleichterung in Schwedens Namen zu Allah dringen! Sag’g mit Humor! In Kopenhagen scheint man mit schlecht erzogenen Gästen schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Dennoch weiß man: Im Dienste der Kundschaft heißt es: Immer höflich bleiben! In einem bekannten Restaurant kam man daher auf die geniale Idee, folgenden An- r rau Cfaridia! > — Redaktion „Das Volk- —, wenn sie etwas anf dem nicht raten; aber sie wird sieb, soweit es nur möglich Streiflichter — mit und ohne Kritik »Dies Ist ein Türke, nicht aufhalten und nichts fragen!“ In Korea befinden sich auch türkische Freiwillige. Offenbar haben sie Nerven wie Stahltrosse. Einer von ihnen geriet hinter die gegnerischen Linien. Was tun? Auf Gefangenendasein freute er sich begreiflicherweise wenig. Aber er wußte sich Rat. Er fing eines der Maultiere ein, auf dem die Nordkoreaner gewöhnlich reifen, und setzte sich auf dessen Rücken. Solcherart erweckte er keinerlei Verdacht und erreichte friedlich wieder die Linien der UNO-Soldaten. Dort allerdings war man argwöhnisch. Erst ein langes Gespräch in Zeichensprache überzeugte den Abwehroffizier, daß der Mann wirklich hierher gehöre. Der Türke aber ließ es sich nicht nehmen, auch weiterhin auf dem Rücken seines getreuen Mulis weiterzureiten, um wieder zu seiner Einheit zu gelangen. Auf alle Fälle hat man ihm, nachdem er stolz einen Lkw abgelehnt hatte, ein Schild umgehängt, das den staunenden Umstehenden begreiflich macht, dies sei ein Türke, ansprechen sei somit zwecklos, der Mull gehöre ihm und man möge ihm den Weg zur türkischen Brigade weisen . . . Leckere Festabzeichen — Kühl und trocken anzuhängen Auf die glänzende Idee der Suehard-Fabrik hätte man längst kommen können, nämlich Festplaketten, in diesem Falle für den Hebeltag am 20. Mai, aus Schokolade herzu&eUen. Auf der Vorderseite ist der Kopf Johann Peter Hebels als Relief zu bewundern. Fünfzig Pfennig kostet die schmackhafte Plakette. AUer- dlngs — sie hat eine Schattenseite: Sie liebt keine Sonnenseite. Sie könnte leicht ein Opfer allzu großer Maienhitze werden und sich plötzlich in braune Tropfen auflösen. Es empfiehlt sich also, sie baldigst aufzuessen; sicher ist sicher! Das Volk wird gezählt — auch der König In England findet die Volkszählung bis in den Buckingham-Palast. König George wurde der Fragebogen überreicht, da er, als Haushaltungsvorstand, ihn auszufüllen hat. Zwei Familienmitglieder des Hofes sind allerdings abwesend: Kronprinzessin Elisabeth und der Herzog von Edinburgh, ihr Gatte. Sie werden in den Rubriken „außer Landes“ und „bei auswärtiger Truppe“ eingetragen werden. Im wahrsten Sinn: „Goldiger Schatz!“ Der letzte Schrei der Mode ist „goldig“. Der „metallische Look“ wird natürlich in Paris hergestellt, das heißt: Die Frisur tÄrd bespritzt mit schnell trocknendem Farbstoff, die in sämtlichen „wertvollen“ Schattierungen zu bestellen sind: zweiundzwanzigkarätiger Goldglanz, Silberglanz, blanker Kupferglanz — und Grünspan. Noch imposanter wird die neue Linie, wenn man dazu die frisch entdeckte, ebenfalls in Paris erfundene Hautcreme verwendet, die im Dunkeln matt aufleuchtet Die Schaufensterpuppen werden vor Neid erblassen und sich schäbig natürlich dagegen Vorkommen! Im Zirkus könnte er Auftreten Plötzlich sprang der Angeklagte auf, und ehe sich’s die Wachhabenden versahen, war er draußen. Das Gericht der Großen Strafkammer zu Liebe Frau Christa! Was heißt Landklima oder Seeklima? Benennt man damit nur das einem Orte spezifische Klima oder gibt es ein allgemeines Land- bzw. Seeklima? Scheint die Sonne nicht gleichmäßig auf Land und Wasser, soweit beides auf dem gleichen Breitengrad liegt? E. M. aas 8. Wir geraten damit etwas in die Naturwissenschaft. Natürlich kommen Land und Wasser die gleichen Wärme-Energie-Mengen von der Sonne zu, sie werden aber verschieden „verwaltet“. Verschwender ist der Kontinent, das Land. Es schluckt die Wärme in seiner dünnen Oberschicht und gibt sie mit gleicher Geschwindigkeit nachts wieder ab. Ebenso im Sommer: Mag der Boden noch so viel Wärme erhalten haben, mögen die Felsen so sonnengeheizt gewesen sein, daß man darauf Spiegeleier braten konnte: bis der Schnee fällt, ist längst alles wieder „abgegeben“ und ausgekühlt. In Wassermassen dringt dagegen die Sonnenstrahlung viel tiefer. Das Meer ist der Sparer. Es nimmt die ungeheure Wärmemenge in sich auf und „macht“ sie sozusagen „ein“, das heißt warmes Wasser dringt durch die Strömung tiefer und andere kalte Strömungen gelangen an die „Heizung“, die sonnenbeschienene Oberfläche. Also: sehr langsam erwärmt sich Wasser — und ebenso langsam kühlt es wieder ab. So ist im Sommer tagsüber die Luft über dem Wasser kühler als auf dem Land und nachts umgekehrt. Im Winter ist die Küstengegend längst nicht so extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt, wie irgendeine tief im Landinnem gelegene Gegend. Denn nun gibt das Wasser gespeicherte Wärme ab und sorgt also für ausgeglichene Temperaturen. Sicher wissen Sie, daß an der Küste immer Wind zu spüren ist. Es ist nicht immer der gleiche „Seewind“. Tagsüber steigt vom viel wärmeren Land Hitze auf und fällt in Richtung aufs Meer wieder nieder, während kühle Luftmassen dem Lande zustreben, wo sie die Stelle der erwärmten, aufsteigenden Luft einnehmen. Nachts dreht sich der Turnus um: Nun ist die Luft über dem Wasser die wärmere und steigt auf, von dort strömt kühlere Luft nach, der „Wind“ kommt also jetzt von Land zum Meer. Sie sehen also, daß das Meer und der Kontinent verschieden auf unser Wetter reagieren, das ist so im Großen und im Kleinen. Alle Küstenländer haben also anderes Klima als rein kontinentale, daher das berühmte Seeklima und das ganz andere Landklima mit seinen Extremen. * * Liebe Frau Christa. Im Zusammenhang mit der Auslieferung des Amerikaners Vogeler aus Ungarn wurde vor einiger Zeit von der Stephanskrone gesprochen. Ist sie nicht die Krone der ehemaligen ungarischen Könige, und wo befindet sie sich? G. F. aus F. Sie haben recht, sie ist die Krone, mit der Papst Silvester II. König Stephan I. 1001 zum ungarischen König. krönte. Angeregt dazu hat ihn der deutsche Kaiser Otto III., der stark an der Heidenmissionierung interessiert war. Nicht viele Jahrzehnte vorher galten die Ungarn noch als der Schrecken des Westens, den sie immer wieder plündernd überfielen. Seit Stephan I. aber entwickelte sich dann ein geordnetes Staatswesen. Alle ungarischen Könige haben die Krone getragen. Bezeichnend ist das schrägstehende Kreuz daran. Durch alle Zeiten hat man' sie retten können. Jetzt befindet sie sich in amerikanischer Treuhänderschaft. Sie wurde nicht ausgeUefert, denn sie güt nicht als Kriegsbeute. • Liebe Frau Christa. Ich bin Hauptbuchhalter in einer großen Fabrik. Vom Fenster meines Büros aus kann ich direkt in die Lehrlingswerkstätte sehen. Da beobachtete ich dieser Tage folgenden Vorfall: Ein LehrUngsmeister hatte einen Lehrling „angepfiffen“, der etwas falsch gemacht hatte und sagte zu ihm: „Hier, Fritz, zur Strafe putzt du gewissenhaft die Drehbank.' Wehe, wenn ich nachher noch ein Stäubchen finde!“ Fritz nahm Putzwolle, Lappen und Ölkanne und machte sich mit verbittertem Gesicht, wie ich von meinem Fenster aus beobachten konnte, an die Arbeit. Arbeit eine Strafe? Ist diese Einstellung nicht grundfalsch? Oder finden Sie ein solches Vorgehen des Meisters berechtigt? F. F. aus G. Licker Freund. Sie geben sich in dem Schlußabschnitt Ihres Briefes in Ihrer Frage schon selbst die Antwort. Was muß das für eine Lebenseinstellung bei einem jungen Menschen, r schlag an auffallender Stelle, gut lesbar, anzubringen: „Die werten Gäste, die gerne Asche auf ihren Teller streuen wollen, werden höf- lichst gebeten, dies vorher dem Kellner zu sagen. Die Direktion dieses Restaurants ist gern bereit, diesen Gästen das Essen auf einem Aschenbecher zu servieren!“ Bahnhof unter wilden Tieren Mitten durch ein großes Naturschutzgebiet fährt die Kenya-Eisenbahn in Südafrika. Die Großtiere fürchten sich nicht im geringsten vor dem schnaubenden Feuerroß, im Gegenteil, sie haben Lust, sich mit ihm einzulassen. Daß Elefanten, Giraffen, Rhinozerosse usw. durch die passierenden Züge getötet werden, ist dort keine Seltenheit. Das Bahnpersonal von Manyoni wagt nachts nicht, das Gebäude zu verlassen, um Weichen und Signale zu stellen, denn der am Bahnhof gelegene Wassertank wird von durstigen Löwen aufgesucht. Offenbar denkt man an die Möglichkeit, als Vesper zum kühlen Trünke verwandt zu werden, denn was so ein rechter Löwenhunger ist . . . Sie vermutete eine „gute Partie** Der große finnische Langstreckenläufer Nurmi ist berühmt durch seine unerschütterliche Schweigsamkeit. Bei einem Sportfest saß er neben einer Engländerin, die unaufhörlich auf ihn einreejefe. „Man sagt, Sie könnten sehr schnell laufen, Mister Nurmi?“ — Der Finne nickte. „Da müssen Sie doch sehr viel Geld verdienen?“ „Nein“, antwortete Nurmi - „Ach so, dann laufen Sie wohl nyr zu Ihrem Vergnügen?“ — „Ja“, entgegnete der Sportsmann. „Auf alle Fälle werden Sie ein hübsches Vermögen zurücklegen!“ — Er schüttelte den Kopf. — Da holte sie zu ihrem stärksten Trumpf aus: „Sie können es ruhig verraten: was sparen Sie nicht allein schon dadurch, daß sie stets laufen und nicht mit der Eisenbahn fahren!“ der in der Berufsausbildung und Lehre steht, erzeugen, wenn ihn der Meister oder der Vorgesetzte zur „Strafe“ arbeiten läßt. Hier ist in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel an unseren jungen Menschen gesündigt worden. Wir brauchen nicht nur Lehrmeister, die den jungen Menschen das fachliche Wissen vermitteln, wir brauchen vor allem auch Berufserziehungspädagogen! Man sagt ihm: „Du mußt zur Strale arbeiten". Muß er da nicht eines Tages die Freude an seinem Beruf verlieren, die Arbeit als Fluch ansehen, mißmutig, verärgert, verstockt werden? Wenn es auch nicht jeder zum Generaldirektor bringt, so soll er trotzdem seine Arbeit lieben, wenn es auch dabei ölverschmierte Hände gibt und er einen „blauen Anton“ trägt. Aber die Endsumme dieser falschen Erziehung: Man hat die Begeisterung in einem jungen Men- schehherzen, die Bereitschaft und die Aufgeschlossenheit rücksichtslos abgewürgt. Besprechen Sie dieses Problem einmal mit dem Lehrmeister und machen Sie diese Ausführungen zur Grundlage einer Diskussion, und die Vorschläge und Anregungen für die praktische Arbeit, die sich aus dieser ergeben, werden nicht nur den Lehrlingen, sondern ihrem ganzen Betriebe zugute kommen. odens rmäm n Eg erschienen neu: „Wegweiser Schwarawald-Bodensee*, Illustriert, Schutzgebühr 5« Pfennig; Unterkunftsverzeichnis Wo wohnen wir? Schutzgebühr 20 Pfennig; Mehrfarbige Bader-Reliefkarte „Heilung und Genesung im Schwarzwald und am Bodensee“. Schutzgebühr 30 Pfennig. Zu bestehen durch alle Reisebüros und durch den Badischen Fremdenverkehrsverband e. V Freiburg im Breisgau, Eisenbahnstraße 43/n. a sprach der Sohn su seinem „Alten Willst Du nicht audi die IHlssul haltenf Offene Mellen Junshennen Fahrrad - Mechaniker, zuverlässig selbständig arbeitend, in Dauerstellung gesucht. Judith, Freiburg Egonstraße 26. weiß. am. Leghorn, rebhf. Ital. aus anerkannten Zuchten ab sof. lieferb. 6 Woch. DM 4.20, 8 Woch. DM 3.—. 5 Tg. z. Ans. Eintagskücken 80 Pf, mit 90 % Hennen garantie 1.20. Hähnchen 6 Woch. 40 Pf, Je Woche älter 10 Pf mehr. Leb. Ank. gar. Vers. Nachn. Bel Nichtgef. auf meine Kosten zu rück. Bahnstation angeben. Geflügelaufzucht St. Sinnerbrlnk Schloß Holte 557 LW Tücht. Hausangestellte, selbständig im Kochen, die auch Kinder gerne hat (5- und »Jährig), zum 1. Juni aufs Land (Nähe Bern) gesucht. 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L 1 . 1 . 1 . 1 . 2 . 2 . 2 . 2 . 2 . 2 . 2 . 2 . 3. 3. 4 . 4 . 4. Renate, V. Dr. Herbert Tröndle, Albbruck Brigitte, V. Werner Ziller, Freiburg Rosmarie, V. Berthold Rombach, Kirchzarten Elfriede, V. Karl Klingele, Kirchhofen Rolf, V. Ludwig Schott, Schelingen Manfred, V. Adolf Bfäunlein, Freiburg Kurt, V. Kurt Schledermann, Freiburg Paul, V. Kurt Schledermann, Freiburg Lothar, V. Oskar Ankermann, Köndringen Silvia, V. Hubert Wenzinger, Freiburg Dieter, V. Oswald Meier, Gündlingen Rosemarie, V. Egon Wisseft, Freiburg Jürgen, V. Georg Wolf, Hausen Roswitha, V. Ernst Räpple, Oberrotweil Waltraut, V. Walter Seywald, Ballrechten Günter, V. Ernst Häuter, Hartheim Barbara, V. Hans Spilger, Freiburg Werner, V. Ludwig Vollmer, Freiiburg Heinz, V. Hans Graf, Freiburg Christa, V. Leopold Kling, Freiburg Maria, V. Josef Hug, Jechtingen Jürgen, V. Hans Mayer, Freiburg Eheschließungen: Dr. Robert Hemmer mit Erika Pfeifer, Fbg. Hans Storm mit Emma Schwab, Freiburg Wolfgang Hormes mit Gerda Gutsche, Fbg. Richard Sailer mit Ruth Schelshorn, Fbg. Karl Strohmeier mit Luise Blase, Freiburg Dr. Otto Wolff mit Irmgard Baumgartner, Buchenbach Andre Darque mit Marianne Winkler, Fbg. Helmut Weber mit Brigitte Schopf, Freiburg Artur Schenk mit . Gertrud Zuckschwerd,t, Freiburg Eugen Schweizer mit Maria Kienzier, Fbg. Georg Nopper mit Ingeborg Wieber, Fbg. Johann Haas mit Alice Treffeisen, Freiburg Karl Mäder mit Gudrun Jenne, Freiburg Kurt Welle mit Gertrud Eiche, Freiburg 5. Mai Heinz Wessels mit Dr. Helene Janitz, Konstanz Herbert Gorber mit Adelheid Gampp, Fbg. Herbert Hünninger mit Ruth Stark, Freiburg Paul Ame mit Maria Maier, Freiburg Werner Steinle mit Lotte Wehrle, Offna- dingen Ernst Mann mit Liselotte Göerke, Eichstetten Peter Rohrbeck mit Maria Martz, Freiburg Richard Weitzer mit Lieschen Herrmann, Freiburg Walter Schöpflin mit Helene Schmidlin, Fbg. Hans Seebacher mit Edith 'Behrendt, Fbg. Erwin Sinkenthaler mit Anna Schwank, Holzhausen Sterbefället 27. April Rosina Schill, Freiburg, 71 J. 27. 28. 28. 28. 28. 26. 28. 29. 29. 30. Josephine Siebold Witwe, Freiburg, 85 J. Auguste Rapp, Freiburg, 75 J. Friedrich Schwarz, Behördenangestellter, Kollmoor (Schleswig-Holstein), 53 J. Luise Roser, Freiburg, 70 J. Veronika Wittmann Witwe, Lörrach, 58 J. Sofie Weiner, Freiburg, 70 J. Albert Eckert, Hilfsarbeiter, Freiburg, 57 J. Friedrich Ringwald, Maschinenschlosser, Freiburg, 45 J. Bertha Elben, Lörrach, 62 J. Edith Bettien, Textilarbeiterin, Sexau, 22 J. Emilie Harder, Haustochter, Kaltbrunn, 22 J. Anneliese Moritz, Obereggenen, 19 J. Katharina Epple Witwe, Freiburg, 85 J. 30. April August Beyl, Viehkaufmann, Freiburg, 59 J. Anna Feser Witwe, Freiburg, 84 J. Sophie Sack, Freiburg, 82 J. Auguste Lindenau, Hebamme, Fbg., 75 J. Emil Maas, Plattenleger, Freiburg, 73 J. Klara Pfeffer, Freiburg, 68 J. Ida Lurg, Freiburg, 57 J. Eduard Ernst, Stadtarbeiter, Freiburg, 79 J. Brigitte Siegel, Freiburg, 1 J. Heinz Graf, Freiburg, 1 T. Otto Steinherr, Koch, Freiburg, 61 J. Nikolaus Mischnik, Oberharmersbach, 1 J. Annette Kretz, Ottersweier, 1 J. Günther Krey,“ Handlungsgehilfe, Fbg., 33 J. Josephine Schwörer Witwe, Freiburg, 79 J. Werner Dahlem, Buchh., Ottenhausen, 27 J. 30. 30. 30. 30. 1. Mai L 2. 2. 3. 3. 4. 4. 4. 5. S. und Wärme zeigt, gerade dieser Gattung von Liedern besonders liebevoll anzunehmen weiß. Seine tadellose Aussprache ließ auch die reichen Texte immer sehr lebendig werden. — Elsa Destenay begleitete mit einer sichtlich am romantischen Klavierstil geschulten Technik mit größer Einfühlung und gediegenem Können. -w- Neue Stimmen in „Schwarzwaldmädel“ Rosemarie Lenz hat im Bärbele eine Rolle gefunden, die ihr auf den Leib geschrieben zu sein scheint. Sie spielt ein echtes, munteres Schwarzwaldmädel, entzückend frisch, keck und natürlich. Ihre schöne Stimme zeigt in allen Lagen gesunde kernige Substanz und tadellose technische Beherrschung. Die Gestalt des Domkapellmeisters vereinigt in sich eine heiter-gelassene Grundstimmung mit der leisen Melancholie und Resignation des Alters. Die Gestaltung der Partie durch Eugen Winterschladen gibt diese Züge mit einer .rührenden menschlichen Wärme, schauspielerisch und stimmlich gleich befriedigend. ,Auch Werner Nesseler als Hans bringt sein« gepflegte lyrische Tenorstimme prächtig zur Entfaltung und spielt mit natürlicher Begabung und Gewandtheit. —w— Fachschule oder Universität? In einer außerordentlichen Studentenversammlung sprach Professor Tellenbach über dieses Thema und erinnerte die Studierenden dabei an die große Gefahr, in der sich heute die Universität befände. Diese sei nur durch zielbewußten Willen und außergewöhn- Freiburger Vorsthau Samstag, 12. Mai Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr Dame Kobold. Städtische Bühnen, Kammerspiele: Keine Vorstellung. Filmtheater: Casino „Sturm über Asien“, Die Kurbel „Dr. Holi“, Friedrichsbau „Eva im Frack“, Harmonie „Winchester 73“, Kandelbocf „Meuterei auf der Bounty“, Union „Eine Stadt hält den Atem an“. Zentral „Mein Glück in deine Hände“. British Inf. Centre: bis mit Montag geschlossen. In Haslach: Festbankett und Kaninchenausstellung aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Kaninchenzuchtvereins C 54. Sonntag, 13. Mai Städtische Bühnen, Großes Hans: 2o Uhr Cavalleria rusticana. — Der Bajazzo. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 15 Uhr Die Cocktail-Party. Filmtheater: wie am Samstag. In Haslach: Kaninchenausstellung des Zuchtvereins C 54. Montag, 14. Mai Städtische Bühnen, Großes Häus: 15 Uhr Schwarzwaldmädel. — 20 Uhr Eine Nacht in Venedig. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 20 Uhr Die Cocktail-Party. In Haslach: Ausstellung des Kaninchenzüchtervereins C 54. Dienstag, 15. Mai Städtische Bühnen, Großes Haus: Keine Vorstellung. Städtische Bühnen, Kammerspiele: Keine Vorstellung. Filmtheater: wie an den Vortagen. Union wechselt: „Zirkus- Renz“. Film - Club Freiburg: 21 Uhr Casino „Sturm über Asien“. British Information Centre: 15.30, 17.30 Uhr Filme in Deutsch „Monatsschau Nr. 36“, „Jungland Kanada“; 20 Uhr englisches Filmprogramm. Film-Sondervorführnngen Casino: Samstag und Sonntag, jeweils 23 Uhr, Sonntag und Montag, jeweils 10.30 Uhr „Schleichendes Gift Nr. 2 — Macht im Dunkeln“. Harmonie: Samstag bis Dienstag, jeweils 10.30 Uhr „Dschungel-Buch“. An allen Tagen Kunstverein: Ausstellung Max Pechstein und Aristide MailloL Centre de Documentation: Ausstellung von Buchbinderarbeiten. Augustinermusenm: Mittelalterliche Kunst. — Freiburger Zunftaltertümer. Museum für Naturkunde: Badische und andere Mineralien. „ Casino-Klubräume: Malerei und Graphik Annemarie Heinrich, Greti Reiß. Casino-Restaurant: Kabarett. Bereitschaftsdienst an Pfingsten Sonntag, 13. Mai Ärzte (wenn Hausarzt nicht erreichbar): Dr. Beeker, Zasiusstr. 67; Dr. Schleibauf, Kaiser-Josef-Str. 278, Tel. 5257; Dr. Baurhenn, Fichtestraße 53, Tel. 2186; Dr. Grumbrecht, Weiherhofstraße lla, Tel. 3591. Zahnärzte: Universitäts-Zahn- und -Kieferklinik, Freiburg-Günterstal, Torplatz 1, Tel. 2583, Bereitschaftsdienst von 10 bis 12 Uhr; außerhalb dieser Zeit: Dr. Maria v. Look, Lorettostraße 40, Tel. 3003. Dentisten: Marcel Maragnoli, Kartäuseretraße 35, Tel. 3819. Apotheken: Dreisam-Apotheke, Günterstalstraße 5, Zähringer-Apotheke, Tennenbacher Straße 5. , Montag, 14. Mai Ärzte (wenn Hausarzt nicht erreichbar): Frau Dr. Hauptstein, Schwarzwaldstraße 209, Tel. 3103; Dr. Gillmann, Jacobistraße 58, Tel. 2336; Dr. Dierkesmann, Hildastraße 9, Tel. 2793; Dr. Robert, Lerchenstraße 4, Tel. 2064. Zahnärzte: Universitäts-Zahn- und Kieferklinik, Freiburg-Günterstal, Torplatz I, Tel. 2583, Bereitschaftsdienst von lo bis 12 Uhr; außerhalb dieser Zeit: Dr. W. Maas, Zasiusstraße 107, Tel. 3729. Dentisten: Hans Rau, Talstraße 21, Tel. 5094. Apotheken: Berthold-Apotheke, Kaiser-Joseph-Straße Nr. 260; St.-Georgs-Apotheke. Andreas-Hofer-Straße Nr. 11b. Wanderungen Freiburger Vereine Touristenverein „Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Freiburg: Zweitags-Pfingstwanderung nach dem Hirzwaldhaus. 13L Mai, 1. Tag: Neueck. Brend, Katharinenhöhe, Escheck, Stöcklewald, Fuchsfalle, Hirzwald. — 14. Mal, 2. Tag: Trlberg, Rohrhardsberg, Vach, Elzach. — Abfahrt am Pfingstsonntag, 8.25 Uhr, auf dem Parkplatz der Postomnibusse südlich des Hauptbahnhofes. Die Teilnehmer treffen sich spätestens um 8 Uhr. Wanderwart Karl Lang. — Die Jugendgruppe schließt sich der Sektionstour an. Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität, Ortsgruppe Freiburg: Pfingstsonntag Ausfahrt nach Ehrenstetten. Treffpunkt 13 Uhr Ecke Basler- und Merzhauser Straße. Die Ausfahrt bezweckt, die alten Freundschaftsbande mit den früheren Bundesmitgliedern in Ehrenstetten. Staufen und Heiters- heim wieder neu zu knüpfen. Einkehrlokal Gasthaus zum Adler. Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Freiburg: Zweitagswanderung am 13. und 14. Mai: 1. Tag: Badenweiler, Blauen, Sausenburg, Kandem. 2. Tag: Kandem, Wolfsschlucht, Röttier Schloß. Tüllinger Höhe. Gehzeit insgesamt etwa II Stunden. Führung Dietsche, Engel. Treffpunkt am 13. Mai um 6.15 Uhr Hauptbahnhof. — Pfingstmontag, Tageswanderung: Günterstal, Horben. Gerstenhalm, St. Ulrich, Bollschweil. Treffpunkt 8 Uhr Endstation Günterstal. Gehzeit 5 Stunden, Führung näherer. — Donnerstag, 17. Mai, geselliger Abend Restaurant Lorettoberg. Freibirrg als österreichische Stadt Im Rahmen der Volkshochschule Freiburg spricht am Freitag, 25. Mai 1951, 20.15 Uhr, Dr. Rleker im Hörsaal 2 über „Freiburg als österreichische Stadt in der Zeit der großen Kriege im 17. und 18. Jahrhundert unter der Regierung von Maria-Theresia und Josef H und im Zeitalter der Barockkunst“. Der Vortrag wird durch Lichtbilder illustriert. Baneinstfirze und ihre Ursachen Kommenden Freitag, 18. Mai, 20 Uhr, spricht im Hörsaal 90 der Universität der 1. Vorsitzende der Bezirksgruppe Freiburg der Deutschen Gesellschaft für Bauingenieurwesen, Oberbaurat Rossmann, in einem Lichtbildervortrag über „Baueinstürze und ihre Ursachen“. liehe Anstrengungen aller noch zu retten. Die Vorherrschaft des Spezialistentums drohe zu dem Verzicht auf einen Sinn im Zusammenhang des Ganzen zu führen. Dies aber sei der Weg zum Mißbrauch hoher Tüchtigkeit. Der Massenbetrieb gefährde die persönlichen Beziehungen zwischen Professoren und Lernenden; so kämen in Freiburg auf nicht ganz hundert hauptamtliche Professoren etwa 5000 Studierende. Auch eine gewisse „Schülermentalität“ der Studenten entfremde die Universität ihrem eigentlichen Sinn. Der Vortragende, der sich bisher in Freiburg am meisten der Idee des „Studium generale“ gewidmetTiat, sieht in dieser Einrichtung einen Weg, der die Universität vor der drohenden Entwicklung zur reinen Fachschule /bewahren kann. Dieses „Studium generale“ soll weder eine philosophische Zwangsjacke sein, noch eine vage Allgemeinbildung vermitteln. Vielmehr möchte diese Einrichtung es den Studierenden ermöglichen, aus freiem Antrieb das Studium so abzurunden, daß aus ihm ein Verständnis für die Ganzheit der Universität erwächst. Weiterhin soll die Beziehung zum öffentlichen Leben enger geknüpft werden. Professor Tellenbach wies hierbei auf die noch mangelhafte politische Reife der Studenten hin. Nach einem Überblick über die erniedrigenden Zustände, unter denen die Studenten in der Ostzone studieren müssen, forderte er die Freiburger Studenten zur aktiven Mitarbeit zur Rettung der Universität auf und wies eindringlich auf die ernste Verantwortung aller Studierenden hin, die nicht zuletzt selber di* Entscheidung über die Frage „Universität oder Fachschule?“ fällen müßten. In einer umfangreichen Diskussion bemühten sich die Studenten, die gemeinsame Grundlage für eine Arbeit im Sinne des „Studium generale“ zu finden. Als schwierigster Punkt erwies sich hierbei die Erfassung der „freien Studenten“, die keinen Verbindungen oder anderen studentischen Gemeinschaften angehören. G. R. Wochenspielplan der Stadt. Bühnen Über die Spielfolge in beiden Häusern bis einschließlich Dienstag, 15. Mai, unterrichten wir in der „Freiburger Vorschau“. — Der weitere Spielplan in» Woehenverlauf ist: Großes Haus: 16. Mal, 28 Uhr: Eine Nacht in Venedig (16. Vorstellung der Mittwoch-Miete A); 17. Mai, 20 Uhr: Dame Kobold (16. Vorstellung der Donnerstag-Miete B); 18. Mai, 20 Uhr: Schwarzwaldmädel (Außer Miete); 19. Mai, 20 Uhr: Schwarzwaldmädel (16. Vorstellung der Samstag-Miete A); 20 Mai, 20 Uhr: Zum letzten Male! Eine Nacht in Venedig (Auß. Miete). Kammerspiele: 16. Mai: Keine Vorstellung; 17. Mal: Gastspiel in Villingen: Mignon; 18. Mai, 16 Uhr: Max und Moritz (Geschlossene Vorstellung); 19. Mai, 20 Uhr: Orpheus — Der Arme Matrose; 20. Mai, 20 Uhr: Erste* Gastspiel des Studenten-Kabaretts „Die Amnestierten*, Seite 12 — Nummer 57 Samstag, 12. Mai 195t Heimatvertriebene für Ein Flüchtlingstransport traf aus Schleswig mit 38 Personen im Flüchtlingslager ein; ein weiterer Transport mit sieben Personen aus dem Landesflüchtlingslager Altschweier. Zur Zeit befinden sich im Durchgangslager etwa 90 Personen. Müllheim. Das sechsjährige Mädchen der Witwe Karl lief bei der Tankstelle Henßler in .einen Personenwagen und wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Hemmungen im Wohnungsbau Müllheim. Die Wohnungsbauten der „Neuen Heimat“, die am 1. November 1950 bezugsfertig sein sollten, gehen nun langsam ihrer Fertigstellung entgegen. Fraglich bleibt allerdings, ob sie noch am 1 Juli bezogen werden können. Für die für 1951 geplanten Bauten fehlt es hauptsächlich an dyn erforderlichen Hypothekengeldern Die für 1951 vorgesehenen Bauvorhaben können deshalb nur teilweise ausgeführt werden. , Wer fährt mit? Müllheim. Am 20. oder am 27. Mai soll eine Wiederholung der Studienfahrt der Obstbauern in die Schweiz erfolgen, zu der "sich noch Teilnehmer melden können bei Obstbauinspektor Nübling in Müllheim, Nußbaumallee. Es ist die Nummer der Kennkarte dabei anzugeben oder eine Grenzkarte zu besorgen. Die Fahrt wird in Omnibussen durchgeführt und beginnt um S Uhr früh. Oberweiler. In Frelburg-St.Georgen verunglückte der allgemein bekannte Kaufmann Andreas Morath und seine Frau mit seinem Kraftwagen schwer. Beide befinden sich im Lorettokrankenhaus in Freiburg. > Hattingen. Der Gesangverein feiert am Pfingstsonntag sein 60jähriges Bestehen. Nachrichten aus Badenweiler Am 19 Mai, um 20.30 Uhr, findet im Gasthaus Ochsen, Badenweiler, ein Treffen der Heimatvertriebenen von Badenweiler, Lipburg, Sehringen und Schweighof statt. Der 2. Kreis- i Vorsitzende Ladwig sowie ein Vertreter der „Neuen Heimat“ werden anwesend sein. In den letzten Wochen fanden verschiedene große Diebstähle im Markgrafenbad statt. Der Polizei ist es bis jetzt noch nicht gelungen, den Täter zu ermitteln. Die Erhebungen sind durch die unübersichtliche Anlage des Bades sehr erschwert. Die Hotels in Badenweiler sind für Pfingsten voll besetzt. Die Nachfrage war hauptsächlich für bessere Unterkünfte. Das Gasthaus zum Ochsen hat seine Gaststube durch verschiedene einheimische Firmen renovieren lassen. Der sehr geschmackvoll eingerichtete Gaststätte wird nun zu Pfingsten neu eröffnet. Am Sonntag findet eine italienische Nacht statt. Ehrenstetten. Weidmannsheil! Jäger Sefan Ruh schoß erneut ein Wildschwein. — Die Marktstraße wird gegenwärtig geteert, dies war dringend nötig. — Ein Motorradfahrer aus Kirchhofen überschlug sich mit seinem Motorrad, als ihm ein junges Schaf ins Motorrad lief. Das Motorrad wurde demoliert, der Fahrer erlitt glücklicherweise keinerlei Verletzungen. EMMENDINGEN — KAISERSTUHL — ELZTAL, Wasch? und Duschräume vorgesehen Erfolge des SpV Emmendingen Dieser Tage hielt der Sportverein Emmendingen , io daß ln absehbarer Zeit mit dem Ban begonnen seine ordentliche Generalversammlung ab. Nach Be- grüßungsworten gab Vorsitzender J. Lais in seinem Rechenschaftsbericht einen Rückblick aut das verflossene Jahr, das für den Verein gute Erfolge brachte. Die Anstrengungen der Aktiven der I. Mannschaft und auch der Jugend wurden durch Erringung der Meisterschaft gekrönt. Dies darf als Zeichen der Leistungsfähigkeit des Vereins gewertet werden, der sich in kürzester Zeit wieder emporarbeitete. Auch der Kassenbericht, den der Kassier Q. Chaloupka gab, schloß erfreulicherweise mit einem guten Ergebnis, was bei den Mitgliedern große Anerkennung hervorrief. Alles ln allem zeigte die Generalversammlung, daß im letzten Jahr viel gearbeitet wurde und unermüdlich um den nunmehr errungenen Erfolg gekämpft worden ist. Bel der Neuwahl des Gesamtvorstandes gab es nur geringe Änderung. Vorsitzender J. Lais erhielt auch weiterhin das Vertrauen der Mitglieder; stellvertretender Vorsitzender wurde Julius Blum, Schriftführer Karl Klee und Kassler G. Chaloupka. Neben den Beisitzern wurde auch der Spielausschuß gewählt. Eingehend wurde das vorgesehene Projekt der Errichtung von Umkleidekabinen, sowie Wasch- und Duschräumen auf dem Sportplatzgelände besprochen. Das Material hierfür ist teilweise schon vorhanden, Herzlich willkommen! Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, heute beginnt das Fest Wohl noch bei keinem Fest nach dem Kriege wurden in Emmendingen solch umfangreiche Vorbereitungen getroffen, wie gerade für das über die Pflngstfeiertage stattfindende Verbandsmusikfest des Oberbadischen Musikverbandes, das mit dem 90jährigen Stiftungsfest der Stadtmusik zusammenfällt. Bereits am Donnerstag wurde begonnen — Rathaus und Landratsamt gingen mit gutem Beispiel voran — die nüchternen Fassaden der Häuser mit Tannengrün auszuschmücken. Fast möchte man meinen — man soll zwar nicht den Morgen vor dem Abend loben — als ob sich diesmal Emmendingen selbst überbieten würde. Immerhin ist Start in das Kaiserstühler Frühkartoffelgeschäft Versammlung der Ortsobleute der Kaiserstühler Frühkartoffel- und Frühgemüseerzeuger Riegel. Der Vorstand des Vereins Kaiser- Das Ziel des Kaiserstühler Frühkartoffel- stühler Frühkartoffel- und Frühgemüseerzeu- haus, nämlich die Erzeugung eines hocnwe - ger, Bürgermeister Eschbach, Hecklingen, hatte die Ortsobleute zu einer Versammlung im Gasthaus „Zum Rebstock“ eingeladen. Geschäftsführer Regierungslandwirtschaftsrat Bürkel von der Landwirtschaftsschule Kenzin- gen erstattete zunächst Bericht über den Pflanzkartoffelbezug 1950/51. Aus seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß sowohl ein einheitlicher, gemeinsamer Saatgutbezug, wie auch eine Sortenvereinheitlichung schon im Hinblick auf die dadurch zu erreichende Verbilligung und zur Erzeugung einer einheitlichen Qualität angestrebt werden muß. Der frühere Sortenwirrwarr auf dem Frühkartoffelmarkt soll allmählich beseitigt und künftighin sollen nur noch zwei oder drei der bewährtesten Züchtungen angebaut werden. Zur Klärung der Sortenfrage seien in diesem Jahr zahlreiche Versuche in mehreren Gemeinden des Kaiserstuhls und im Vorgebirge (Heckenland) angelegt worden. Der Sport in der Heimat A-Klasse, Staffel Nord n Schlußtabelle FV Emmendingen H 20 18 0 2 84:27 36 Reute II 20 16 1 3 89:26 33' SV Emmendingen II 20 11 3 6 44:36 25 Riegel II 20 12 0 8 53:45 24 Bahlingen II 20 10 2 8 46:38 22 Herbolzheim II 20 10 2 8 73:65 22 Wyhl II 20 8 0 12 28:38 16 Endingen U 20 6 3 11 29:48 15 Teningen II 20 6 1 13 46:65 13 Kenzlngen II 20 5 0 15 27:54 10 Nlmburg II 20 1 0 19 16:93 2 Beste Wehr gesucht Wettkämpfe der Freiwilligen Feuerwehren des Kaiserstuhlgebietes FVE-Jugend spielt an Pfingsten Die Vorentscheidungsspiele zur Jugendmeister. Schaft hat die A-Jugend des FV Emmendingen erfolgreich absolviert. Resultate wie 5:1 gegen Kenzlngen, .9:1 gegen Niederhausen und 8:0 gegen Wyhl besagen eindeutig die derzeit hohe Spielstärke. Am Pfingstsonntag hat die A-Jugend nun Gelegenheit, ihr Können gegen den äußerst spielstarken Gegner, Viktoria Altdorf/Aachen, den der Fußballverein für diesen Termin verpflichten konnte. Die FVE-Jugend hat sich vorgenommen, ehrenvoll abzuschneiden. Das Vorspiel Um 14.30 Uhr bestreiten die B-Jugend-Mannschaften besondere Beachtung, da sich auch hier Mannschaften der beiden Vereine. Auch dieses Treffen verdient gegenüberstehen, die dieses Jahr in ihrer Klasse ebenfalls Meister geworden sind. Tennis-Club „Rot-Weiß“ Bei herrlichstem Frühlingswetter fand das erste Freundschaftsspiel zwischen dem Tennis-Club „Grün- Weiß“ Emmendingen und „Rot-Weiß“ Freiburg statt. Die erste Mannschaft spielte auf den neuhergerichteten Freiburger Plätzen, die zweite in Emmendingen. Es waren harte und ausgeglichene Kämpfe, wobei die erste Mannschaft des Tennis-Club „Rot-Weiß“ mit 11:9 Punkten durch die beiden letzten Spiele den Sieg davontrug, während die zweite Mannschaft mit 4:5 Punkten den Sieg an Emmendingen abgeben "mußte. Sportveranstaltungen ln Freibarg Mösle-Stadion. Sonntag, 13 Uhr: FFC Junioren — FC Basel IV. 14.30 Uhr: FFC I — FC Furtwangen. Montag, 10.30 Uhr: Deutsch-schweizerisches Leichtathletiktreffen. 13 Uhr: FFC Junioren — Ball Boys Basel. 15.30 Uhr: FFC I — SC Austria Klagenfurt. 1834-Platz (Schwarzwaldstraße). 15 Uhr: 1844 CI — Blau-Weiß Freiburg CI. 16 Uhr: 1844 CU — Ebnet CI. 1844 unternimmt an Pfingsten eine zweitägige Wanderung nach St. Märgen und am Montag eine Tageswanderung ebenfalls nach St. Märgen. Jahn-Platz Zähringen: Samstag, 17.30 Uhr: TSV Zähringen II — Blau-Weiß Freiburg UI. Montag, 14.30 Uhr: TSV Zähringen I — Kirchzarten I. Frelburg-St. Georgen, Schulplatz, 14 Uhr: St. Geor- I , „rnff-.pt eleirhzpitio das riiesiährige Soört- gen I — Marbach a. N, I. st. Georgen II — Marbach U. I lun 2 eroimei gieicnzeitlg aas aiesjannge opui i St. Georgen Jugend — Marbach Jugend. (Handball.) tigen Produkts, das beim Publikum beliebt und damit leicht verkäuflich ist, soll in Bälde erreicht sein. Ähnlich der Bühler Frühzwetschge und dem Schwetzinger Spargel, die in ganz Deutschland zu einem feststehenden Qualitätsbegriff geworden sind, soll auch die Kaiserstühler Frühkartoffel zu einer regional entwickelten Spezialität über die Märkte Süddeutschlands bekannt werden. Daß sich der Frühkartoffelbau im Gebiet des Kaiserstuhls durchsetzt und nicht nur eine vorübergehende Konjunkturerscheinung darstellt, zeigt die vorläufige Anbaustatistik dieses Jahres. Während im vergangenen Jahr die Anbaufläche noch 55 Hektar betrug, ist sie im Anbaujahr 1951 auf 85 Hektar angestiegen. Bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 150 Doppelzentnern wäre somit ein voraussichtlicher Anfall von etwa 12 900 Doppelzentnern zu erwarten. Ein weiterer Punkt in der Tagesordnung galt der Frage der Schädlingsbekämpfung, die in diesem Jahr gemeinsam, sozusagen pflichtgemäß, durchgeführt werden soll. Pflanzenschutztechniker Honig vom Landwirtschaftsamt Emmendingen ging auf die verschiedenen Krankheiten Und Schädlinge im Kartoffelbau ein. Herr Tränkle von der Badischen Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft Karlsruhe bestätigte, daß die Kaiserstühler Frühkartoffel wegen ihrer guten Qualität und einwandfreien Sortierung von den Verbraucherkreisen in den vergangenen Jahren bevorzugt worden sei. In einem weiteren Referat von Oberregierungsrat Nauwerk wurde neben der Zusage der Förderung des Frühkartoffelbaus auch auf die Möglichkeit eines verstärkten Anbaus von Braugerste hingewiesen. Riegel. Dieser Tage feierte Marie Lang geh. Hitz ihren 82. Geburtstag; Hermann Weis wurde 76 Jahre alt. Wir gratulieren. dieses erste Verbandsmusikfest nach dem Kriege, zu dem über 1200 Musiker nach Emmendingen kommen, nichts alltägliches. Für die Vorbereitung dieses Festes war eine umfangreiche Vorarbeit notwendig, die in einer wirklich guten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Männern des Musikvereins, den übrigen Vereinen, den Innungen, Handel usw. zum Nutzen des Ganzen bewältigt wurde. Jetzt ist es soweit! Heute beginnt das Fest! Sicherlich wird sein Ablauf befriedigend sein. Uber das Programm berichteten wir bereits in der Donnerstagsausgabe. Neben dem Festbuch, in dem die Veranstaltungen auf geführt sind, hat der Musikverein Ansteckplaketten anfertigen lassen. Sie kosten eine Mark für Erwachsene und schulpflichtige Kinder und berechtigen zum Besuch aller Veranstaltungen mit Ausnahme des Stadtgartenkonzerts der Bürgermusik Luzern. Am Vorabend des großen Festtages dankt die Stadtmusik allen, die mitgeholfen haben, das Fest zu gestalten und vor allem durch die Ausschmückung der Häuser dazu beitragen, dem Fest eine würdige Note zu geben. Allen Gästen aber aus der näheren und weiteren Umgebung, und last not least den 41 Musikkapellen, entbietet die Stadt einen herzlichen Willkommengruß. Zusätzliche Parkplätze Aus Anlaß des Musikfestes wurden folgende zusätzlichen Parkplätze in Emmendingen geschaffen: für Personenwagen: Franz-Josef- Baumgartner-Straße; Omnibusse und Lastwagen: Neustraße mit Einfahrt von der Karl- Friedrich-Straße; für Motorräder: hinter dem alten Schloß; für Fahrräder: Schulhof Karl- Friedrich-Schule. werden bann. Ein Beisammensein schloß die harmonisch und anregend verlaufene Generalversammlung ab. Winterschlußball des Skiclubs Auch ln diesem Jahre waren die Mitglieder des Ski- Clubs Emmendingen mit ihren Angehörigen sehr zahlreich zum traditionellen Winterabschlußbau erschienen. Daneben konnte der Vorsitzende Otto Villinger auch eine Anzahl Ehrengäste willkommen heißen. Auf ein besonderes Programm hatte man ln diesem Jahre verzichtet. Jedoch unterhielten sich die Mitglieder trotzdem gut. Auf dem Parkett des Blume- saalcs drehte sich jung und alt zu den Rhythmen der äußerst „taktvoll“ spielenden Tanzrhythmiker au* Waldkirch, die es verstanden, für gute Unterhaltung und die notwendige Tuchfühlung zu sorgen. Zwischendurch versuchte sich das Ehepaar Dambacher, Teningen, mit einigen gesanglichen Darbietungen. Die Solisten ernteten — das Publikum war an diesem Abend nicht, anspruchsvoll — guten Beifall für weniger gute Leistungen. Vorsitzender Villinger führte eingangs noch den Besuchern des Winterabschlußbelles da* naturgetreue Modell der auf dem Feldbefg projektierten Skihütte vor. Nach diesem offiziellen „Winterabschluß" werden die Skihasen nur noch vom Winter träumen können. Beifall für den Zitherclub Unter Leitung von L, Reichenbach, Freiburg, hatte der Zither- und Mandolinenklub Emmendingen ein Zitherkonzert im Blume-Saal veranstaltet. Die einzelnen Darbietungen der sehr abwechslungsreichen Vortragsfolge wurden mit großem Beifall aufgenommen. Mit Ausnahme des Konzertstückes „Mailüfterl“, da» von einem Gäste-Quintett gespielt wurde, ließen die Leistungen nichts zu wünschen 'übrig; hervorragend gespielt wurde im Duett (Dirigent Reichenbach und Herr Günther, Freiburg) „Ein Morgen am Traunsee*. Leider ließ der Besuch dieses Konzertes zu wünschen übrig. Die Leistungen und die ausgezeichneten Darbietungen wären es wert gewesen, daß man diesem Konzert mehr Beachtung geschenkt hätte. Dessen ungeachtet wird der Zither- und Mandolinenklub Emmendingen auch für die Zukunft bemüht sein, seinem interessierten Hörerkreis nur das Beste zu bieten. Sängerfest am 24. Juni Helmbacb. Der Männergesangverein erfreute die Einwohner mit einem wohlgelungenen Konzert auf dem Rathausplatz. Eine große Anzahl von Zuhörern hatte sich eingefunden, um bei herrlicher Abendstimmung den dargebotenen Liedern zu lauschen. Vorstand Martin wies eingangs der festlichen Stunde auf das bevorstehende Sängerfest hin, das am 24. Juni zahlreiche auswärtige Vereine nach Heimbach bringen wird. Er bat die Einwohnerschaft, mitzuhelfen, das Fest auszugestalten. Dife anschließend dargebotenen Chöre wurden mit großer Begeisterung aufgenommen; insbesondere die vom Quartett gebotenen Gesänge fanden reichen Beifall. Malterdingen. In einer Versammlung der Heimatvertriebenen sprach Kreisvorsitzender Richter, Emmendingen, über die Umsiedlung und andere interessierende Probleme. Noch immer sind viele Umsiedler in Lagern untergebracht. Mit Genugtuung wurde die Nachricht aufgenommen, daß voraussichtlich noch in diesem Monat eine Anzahl von Flüchtlingskindem auf Grund eines amtsärztlichen Gutachtens zur Erholung in den Schwarzwald kommen könnten, wo sie vom französischen Roten Kreuz betreut werden. anderer Stelle unserer Ausgabe) ist dazu überge- gangen, eine aktive Werbung für den Fremdenverkehr vorzunehmen. Aus diesem Grunde waren die Vertreter von 31 norddeutschen Zeitungen, deren Verbreitungsgebiet sich bis Hamburg erstreckt, und einige Persönlichkeiten namhafter Reisebüros zu einer mehrtägigen Studienfahrt durch unser Gebiet eingeladen worden. Anläßlich eines kurzen Aufenthaltes ln Emmendingen gab Ihnen der Geschäftsführer des hiesigen Verkehrsvereins, H. Zippel, die für eine Fremdenverkehrswerbung notwendige Aufklärung Uber das, was die Kreisstadt und ihre Umgebung zu bieten vermag. Nach einem Rundgang durch die Stadt besichtigten die Gäste die modernen Fremdenzimmer im „Hotel Post“. Bürgermelsterstellvertreter G ö r n e r begrüßte die Journalisten und Reisefachleute im Namen der Stadtverwaltung und wies auf die Merkmale der Stadt Emmendingen hin, in der Großbetriebe wie die Ramie AG, das Wehrlewerk, die Papierfabrik Sonntag und auch Großbrennereien ihren Sitz haben. Trotzdem sei Emmendingen keine verrußte Industriestadt, sondern biete durch seine schöne Und- Das Kreisfeuerwehramt Freiburg-Land hat die Wettkampfgruppen der Freiwilligen Feuerwehren des Kaiserstuhlgebietes mit den erforderlichen Geräten auf Pfingstmontag, 14 Uhr, nach Hugstetten einbestellt. Die Ausscheidungswettkämpfe dienen dazu, um die beste Wehr des Kaiserstuhlgebietes zu ermitteln. Noch keine Ersatzwohnung Sasbacb. Trotzdem kürzlich zwölf Siedlungshäuser der „Neuen Heimat“ bezogen werden konnten, ist die Wohnungslage noch immer angespannt. Noch immer konnte den zwei Familien, die im Schulhaus untergebracht sind, keine Ersatzwohnung zur Verfügung gestellt werden. Das Problem ist sehr dringend, da bereits mit dem Abriß der Mauern des Schulhauses begonnen wurde, um die dringend notwendige Instandsetzung baldmöglichst durchzuführen. Wasser. Ihren 79. Geburtstag feierte dieser Tage die Witwe Katharina Bauer. Wir gratulieren. Weisweil. Am Pfingstmontag findet hier, wie „Das Volk“ bereits berichtete, das große Schaureiten des Reit- und Fahrsportvereins von Ken- zingen und Umgebung statt. Diese Veranstal- programm des Vereins, der insbesondere auch Entspannung und Erholung Die im letzten Jahr gegründete Verkehrsgemein- «chaftliche Lage und Umgebung allen Reitenden Ent» Schaft „Elztal-Schuttertal-Kaiserstuhl“ (siehe auch an Spannung und Erholung. "" ' Eine aufgeschlossene und gastfreundliche Einwohnerschaft, neuzeitlich eingerichtete Gaststätten und Gatts seien die natürlichen Anziehungspunkte. Weiter wies er auf die historische Bedeutung Emmendingens in Verbindung mit dem Dichter und Staatsmann Goethe hin. Fest steht, daß die Journalisten bei der Berichterstattung und Auswertung dieser Studienfahrt die altehrwürdige Markgrafen- und Goethestadt Emmendingen nicht vergessen werden. VdK Kollnau Kriegshinterbliebene und Kriegsversehrte, die nach dem alten Versorgungsgesetz (W. F. V. G.) keine Leistungen erhalten haben und durch Inkrafttreten des BVG in den Genuß einer Rente kommen, haben dieselbe zu beantragen. Hinterbliebene (Witwen und Waisen), deren Rentenzahlungen mangels Bedürftigkeit eingestellt wurden, müssen die nach dem BVG zustehende Grundrente formlos beantragen. Schwerkriegsbeschädigte (Versehrte mit einer M. d. E. von 50 Prozent und mehr), die neben der Grundrente noch eine Ausgleichsrente zu beanspruchen haben, müssen dieselbe beantragen. Kriegsversehrte Prothesenträger, die wegen Kleiderverschleiß einen Anspruch auf Zahlung eines monatlichen Pauschbetrages haben, müssen diesen zusätzlichen Anspruch ebenfalls geltend machen. Für alle anderen Versorgungsfälle erfolgt die Umberentung von Amts wegen. Alle Anträge können durch den VdK gestellt werden. Sie müssen bis spätestens 21. Juni 1951 dem Versorgungsamt vorliegen. Zur Durchführung dieser Arbeiten hält der Ortsverein Kollnau Vorläufig jeden Mittwoch ab 20 Uhr im „Löwen“- Nebenzimmer Sprechstunden ab. Die Elztäler Imker.. • treffen sich am 14. Mai, 15 Uhr, inOberwin- den im „Waldhorn“ zu einer Versammlung. Neben einem Referat des Landessachberaters Armbruster, Freiburg, wird auch die Zuckerversorgung für das Winterhalbjahr besprochen werden. Auch ist eine neue, von Züchter Pfarrer Vogt, Oberprechtal hergestellte Blätterbeute ausgestellt. Gutach. Die Freiwillige Feuerwehr und die Musikkapelle unternahmen einen gemeinsamen Ausflug an den Kaiserstuhl. Am Ziel ln Oberrotweil wurden die Teilnehmer von der dortigen Musikkapelle und der Feuerwehr feierlich empfangen. Nach der offiziellen Begrüßung spielte die Gutacher Musikkapelle einige Stücke und erntete mit ihren Leistungen großen Beifall in der Kaiserstuhlgegend über eine große Anhängerschaft verfügt. So ist mit einem guten Besuch der Veranstaltungsreibe zu rechnen. Das Programm beginnt um 13 Uhr mit dem Abmarsch beim Rathaus zum Reitplatz an der Straße nach Oberhausen. Die weiteren Darbietungen bringen um 13,30 Uhr: Einreiten zu zweien und Aufmarsch, 14 Uhr: Vorstellung der vier Reitabteilungen, 15,30 Uhr: Schaunummern zweier Reitabteilungen, 10 Uhr: leichtes Jagdspringen, 17 Uhr: weitere Schaunummer, 17,30 Uhr: Alt-Herren-Reiten und um 18 Uhr schließt die Veranstaltung mit einem Schlußaufmarsch. Bahlingen. Die schlechte Kreisstraße nach Teningen war dieser Tage wiederum schuld an einem Verkehrsunfall. Infolge der durch die Nässe hervorgerufenen Schlüpfrigkeit kam ein Radfahrer beim Ausweichen eines der zahlreichen Schlaglöcher derart zu Fall, daß er sich erhebliche Kopfverletzungen zuzog. Die Verkehrsteilnehmer, die täglich diese Straße benutzen müssen, sind empört darüber, daß die Ausbesserung dieses schlechten Straßenstückes noch immer nicht vorgenommen wird, obwohl von seiten der Kreisverwaltung schon vor Monaten versichert worden ist, daß die erforderlichen Mittel hierfür bereitstünden. Burgheim a.K. Die hiesige Gemeinde feiert das Patroziniumsfest des heiligen Pankratius. Autoverleih an Selbstfahrer, km von 25 Pfennig an. Ältester und größter Betrieb am Platze! Omnibus-Rauchf uß Freiburg/Breisgau Talstr. 10 - Tel. 2946 Samstag, 12. Mai 1951 BarVott Nummer 57 — Seite 13 s r j e t» Emmendinger Stadtnachrichten Folgende hochbetagten Einwohner feiern Geburtstag: am 12. Mai: Sofie Götz, Witwe, Neubronnstraße 18 b, den 73.; am 13. Mai: Marie Meier, Witwe, geb. Wörner, Neubronnstr. 10 a, den 75.; Schlosser Josef Ehret, Linkenstr. l«, den 73. Herzlichen Glückwunsch. Das Standesamt registrierte im Monat April 8 Geburten, 4 Sterbefälle und 12 Eheschließungen. Die Gendarmerie weist darauf hin, daß der Durchgangsverkehr auf der Karl-Friedrieh-Sträße während des Festzuges am Pfingstsonntag aufrecht erhalten wird. Die Zuschauer dürfen deshalb die Fahrbahn nicht betreten. Der Schwarzwaldverein macht seine Mitglieder darauf aufmerksam, daß die für den Pfingstmontag festgelegte Tageswanderung mit Rücksicht auf das Musikfest nicht stattfindet. • Das Heimatmuseum im alten Schloß (3. St.) ist jeweils am Sonntagvormittag von 10 bis *2 Uhr geöffnet. Anläßlich des Musikfestes wird die städtische Sammlung auch am Pfingstmontag zur gleichen Zeit offen gehalten., Heute wird das städtische Schwimmbad über der Elz geöffnet und für den Badebetrieb freigegeben. Der R a d- u n d Kraftfahrerbund »Solidarität" hält heute, 20.15 Uhr, im „Rebstock“ die fällige Monatsversammlung ab. Sprechstunden der Notgemeinschaft ehemaliger Berufssoldaten: heute, 15—17 Uhr, im Hause Kirchstraße 3. Städtische Bühnen Freiburg: für Inhaber der Samstagmiete B wird heute ein Ballettabend gegeben. Der Theateromnibus fährt um 19.15 Uhr ab Bahnhofsplatz. Das Zentral-Theater spielt über Pfingsten den Ganghofer-Film „Der Geigenmacher von Mittenwald“. Die F u chsen-Li ch t spi e 1 e zeigen im Ffingst- programm den Luis-Trenker-Film „Duell in den Bergen“. Evangelischer Gottesdienst. Am 13. Mai, 9.30 Uhr (Stadtkirche): Gottesdienst mit*hl. Abendmahl- 8.45 Uhr (Heilanstalt); in Wasser: 10 Uhr (Walther); Maleck: 14 Uhr (Birkholz); K o 11 m a r s r e u t e: 9 Uhr- Christenlehre, 10 Uhr (Birkholz). ■ Piingstmontag: in der Stadtkirche: 9.3o Uhr (Walther), 11 Uhr: Kindergottesdienst; Heilanstalt: 8.45 Uhr; Windenreute: 9 Uhr (Birkholz); in E m- mendingen am 16. Mai, 20 Uhr: Frauenkreis der Lutherpfarrei im Gemeindehaus. Katholischer Gottesdienst. Am 13. Mai, 6.30 Uhr, ln der Stadtkirche: heilige Messe; 7 Uhr: Frühmesse, 8 Uhr: Singmesse; 9.30 Uhr: Hochamt (Musikalische Aufführungen u. a. Messe in C-dur von W. A. Mozart mit Chor, Orchester und Orgel): 20 Uhr: Maiandacht. InKondringen: 8.30 Uhr: Singmesse; Heilanstalt: 7.30 Uhr. — Pfingstmontag: Gottesdienst wie an Sonntagen; Stadtkirche: 20 Uhr: Maiandacht. S e x a u : 8.30 Uhr. Tennenbach: 9.30 Uhr (bei gutem Wetter) 10 Uhr: Sägplatz. K än drin gen: 9 Uhr: Singmesse mit Predigt. Ausgabe der Kohlenausweise Die Ausweise für die Hausbrand Verbraucher Emmendingens werden vom 15. bis 17. Mai (8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr) im alten Schloß (2. Stock) ausgegeben. Am 15. Mai kommen folgende Straßenzüge zdr Abfertigung: Adolf-Sexauer-Straße, Am Bürkle, Anlagen, Asternweg, Bahnhof-, Becherer-, Berger-, Bismarck-, Blumenstraße, Breiter Weg, Brunnenstraße, Burgweg, Dahlienweg, Elzstr., Fliederweg, Franz-Josef-Baumgartner-, Freiburger, Fritz-Boehle-, Garten-, Güters- berg-, Hans-Thoma-Straße, Haselmatten, Hebelstraße, Heil- und Pflegeanstalt, Hermann-Günth-Straße, Hochburg und Hochburger Straße; am 16. Mai : Kandel-, Karl-Friedrich-, (Kirchstraße, Klostergasse, Kollmarsreuter, Lamm-, Landvogtei-, Liebensteinstraße, Lilienweg, Lindenweg, Linken-, Luisen-, Markgrafenstraße, Marktplatz; am 1 7.-M alt alle an den Vortagen noch nicht aufgeführten Straßen. Die Ausweise müssen umgehend dem Kohlenhändler zum Eintrag in die Kundenliste vorgelegt werden. Auch der Bezug von Gaskoks muß vom Gaswerk eingetragen sein. 25 Jahre bei der Stadt Dieser Tage feierte der Stadt-Obersekretär Karl Faulhaber sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung Emmendingen. Der heute im 50. Lebensjahr stehende Beamte, der aus dem Bankfach kam, war erst als Angestellter bei der ' Stadtverwaltung tätig und rückte am 1. April 1929 in die planmäßige Stelle als Kassenassistent ein. Im Jahre 1938 wurde er zum Stadtsekretär befördert und rückte am 1. Oktober 1951 zum Obersekretär auf. Der jederzeit hilfsbereite und pflichtbewußte Beamte, der mit der Bevölkerung einen guten Kontakt hat und der sich auch durch seine jahrelange Tätigkeit beim Fußballverein und Turnerbund Emmendingen verdient machte, erfreut sich allgemeine! Wertschätzung. Zum Jubiläum entbieten wir ihm die besten Glückwünsche. Johann Veser t Am Dienstagabend verstarb der im Alter von 76 Jahren stehende Johanp Veser, Neubronnstr. 12b. Als Zimmermann von Beruf, war er schon in jungen Jahren in die Arbeiterbewegung und zur Gewerkschaft gestoßen. Für seine Idee mußte er in früheren Jahren schwer kämpfen. Aber er war einer der wenigen, die auch in stürmischen Zeiten bereit sind, ihre Sache zu verfechten. Die Gewerkschaft der Holzarbeiter und der Ortsverein der SPD wird dem Verstorbenen, der in früheren Jahren zu den treuesten Mitgliedern gehörte, immer ein ehrendes Andenken bewahren. Teningen. Der Ortsverband der Kriegsbeschädigten führt am Pfingsmontag für seine Waisenkinder eine Kaiserstuhlwanderung durch. Abfahrt um 11.30 Uhr beim Kronenplatz. TV Köndringen Am Pfingstmontag spielt die erste Handballelf des TV Köndringen gegen den Landesliga Vertreter SV Dossenheim bei Heidelberg. Vor dem Hauptspiel finden zwei Jugendspiele statt. ' Mütterberatungen im Kreisgebiet Das Staatliche Gesundbelts a^m t hält In folgenden Orten Mütterberatungstunden ab; am 15. Mai, 13 Uhr: in Mundingen (Rathaus); 13.30 Uhr: in Sexau (Rathaus); 14.30 Uhr: in Forchheim (Rathaus). Niederhausen. Die Meisterprüfung im Schuhmacherhandwerk bestand mit gutem Erfolg Josef Maurer. Bunt ist die Welt Zur vorläufigen Entziehung des Führerscheins wurde Mrs. Annie Cruickshank aus Inverneß (England) verurteilt, weil sie am Steuer ihres Personenwagens den Verkehr gefährdet hatte. Mrs. Cruickshank hatte in der Verhandlung ihr Alter mit 72 Jahren angegeben. An Hand der Geburtsurkunde stellte sich jedoch heraus, daß sie bereits 91 Jahre alt ist. Edward Entwiste, ein Dentist aus Manchester, erhielt 102 Pfund Sterling Geldstrafe, weil er einem • Patienten beim Zahnziehen den Unterkiefer gebrochen hatte. Wie sich in der Gerichtsverhandlung herausstellte, hatte Mr. Entwiste die Extraktion mehrmals unterbrechen müssen, um sein überanstrengtes Handgelenk zu massieren. Blumen für Solisten und Chormeister Doppelkonzert der MGV „Liederkranz-Sängerbund“ Friesenheim und der „Concordia“ Lahr Als Auftakt zum Bad. Liederfest in Karlsruhe gab die Chorgruppe „Sängerbund-Liederkranz“ und „Concordia“ im Festsaal des Pädagogiums ein Frühjahrskonzert. Zum ersten Male hatte sich die Chorgruppe unter ihrem Chormeister Richard Wagner zusammengetan, um mit ihren Liedern richtungweisend für das neue Liedgut einzutreten. Der glänzende Verlauf dieser Doppelveranstaltung darf als ein gutes Omen für das dritte Hauptkonzert am Pfingstmontag in der Markthalle gewertet werden. Die beiden Eingangschöre von Walter Scäüageter „Abendwolke“ und „Nachtigall“ erklangen in 'einer melodiös-harmonisch abgestuften wie dynamischen Tongebung. In dem „Beresina-Lied“ von Otto Siegl empfand man die tiefe Gefühlswelt. Der SChlußchor „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, eine dreistimmige kanonische Verarbeitung dieses Volksliedes, bildete den festlichen Ausklang. Der „Sängerbund-Liederkranz“ aus Friesenhelm erfreute die große Besucherzahl durch die Darbietung der Chöre „Maiehzeit“ von Rietz, „Im Abendrot“ von Schubert-Moldenhauer und dem Chorwerk „Hoch empor“ von Curti in seinem zarten, weichen wie ausladenden Klangvolumen. Die „Concordia“ begeisterte wiederum mit dem Kunstchor „Sturmerwachen“' von M. Neumann, der Volksliedbearbeitung „Als wir jüngst in Regensburg waren“ von W. Rein und dem bekannten Chorsatz „Wenig begehr ich im Leben“ von Th. Podbertsky. Der kriegsblinde Lahrer Geiger Heinz Decker spielte den 1. Satz aus dem G-dur-Violinkonzert von Jos. Haydn, die Ballettszene von Beriet und als Dreingabe den glutvollen Czardas Heyre Kati von Hubey mit sicherer, tonreiner und gewandter Technik. Sein großer Erfolg dürfte Ihm in der Zukunft den Weg in die Konzertsäle öffnen! Frau Irmgard Brumme war ihm eine zuverlässige und gewandte Begleiterin am Flügel. Es gab zahlreiche Blumen für Solisten und für den Chormeister. En. Fremdenverkehrswerbung für das Elztal Die Verkehrsgemeinschaften Schuttertal— Kaiserstuhl—Elztal haben zur Belebung des Fremdenverkehrs in Ihren Gebieten Journalisten und Mitglieder von Reisebüros aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer mehrtägigen Ferienr^ise eingeladen. Von Lahr aus ging die Fahrt durch das Schütter- und Elztal an den Kaifcerstuhl und am Mittwoch nach einem kurzen Aufenthalt im Kandelstädtchen auf den Reiseverkehr der Elztalbahn über Pfingsten Am Pfingstsonntag verkehren zusätzlich auf der Elztalbahn folgende Personenzüge: Freiburg ab 17.32 Uhr, Waldkirch an 18.04 Uhr; Waldkirch ab 18.08 Uhr, Elzach an 18.40 Uhr. Elzach ab 20.15 Uhr, Waldkirch an 20.42 Uhr; Waldkirch ab 20.43 Uhr, und Freiburg an 21.18 Uhr. Nebenbei ist auch auf allen übrigen Bahnhöfen Zu- und Aussteigegelegenheit. Waldkirch Der Musik - und Gesangverein „Arion“ veranstaltet am 1. Juli einen ganztägigen Vereinsausflug in den südlichen Schwarzwald. Neben den aktiven sind ganz besonders auch die passiven Mitglieder eingeladen und herzlich willkommen. Anmeldungen hierzu haben alsbald zu erfolgen. Am 15. Mai findet die nächste Männerchorprobe statt. Wegen der am Samstag, 19. Mai, im Rebstodesaal stattfindenden Frühjahrsunterhaltung wird um vollzähliges Erscheinen der Sänger gebeten. Das Orchester und der Männerchor werden die Besucher an diesem Abend mit schönen Musik- und Gesangsvorträgen erfreuen. ' Der Ortsverein des Badischen Roten Kreuzes erhält am Pfingstsonntag, 13. Mai, Besuch des Roten Kreuzes aus Augsburg. Ankunft und Empfang 19.30 Uhr 'mit anschließendem kameradschaftlichem Beisammensein lm „Bayersepple“-Saal. Um vollzählige Beteiligung wird gebeten. Der Schwarzwaldverein unternimmt am Pfingstmontag, 14. Mai, eine Wanderung nach dem Siegelauer Eck. Abmarsch um 8 Uhr am Jungfernsteg. Rückkunft gegen 19 Uhr. Mit zwei internationalen Freundschaftsspielen tritt der SV Waldkirch über Pfingsten vor seine Sportfreunde. Am Pfingstsonntag ist der FC Rebstein, St. Gallen, und am Pfingstmontag die spielstarke Jugend des Racing Club, Paris, Gast der Waldkircher Fußballer. Spielbeginn jeweils 14.30 Uhr. Wie der Schwarzwaidverein mitteilt, findet am 2. und 3. Juni ln Alpirsbacb die 82. Jahreshauptversammlung statt. Bei genügender Beteiligung von mehreren Ortsgruppen fährt am Sonntag, 3. Juni, ein Omnibus. Interessenten wollen sieh bis spätestens Samstag, 12. Mai, bei M. Bühler (Rathaus) oder Foto- Müllenberg anmelden. Der am Donnerstag stattgefundene Jahrmarkt war von Händlern gut beschickt. Einem größeren Angebot von Süßigkeiten, Haushalt- und Textilwaren stand nur eine mäßige Kauflust gegenüber. Der Marktverlauf war lm großen ganzen ruhig und brachte nicht den erwarteten Erfolg. Evang. Gottesdienstordnung: Waldkirch: Pfingstsonntag: 9.30 Uhr Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl; Pfingstmontag: 9.30 Uhr Gottesdienst, 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Gutacfa: Pfingstsonntag: 8.15 Uhr Gottesdienst mit hl. Abendmal. Kollnau: Pfingstmontag: 8.15 Uhr Gottesdienst. Bachbolz: Pfingstsonntag: 15 Uhr Gottesdienst. 10 Uhr Gottesdienst mit Siegelau: Pfingstsonntag: hl. Abendmahl. Altsimonswald: Pfingstsonntag: 14 Uhr Gottesdienst mit hl. Abendmahl, anschlT Kindergottesdienst. Obersimonswald: Pfingstmontag: 14 Uhr Gottesdienst. Kandel. Am Abend waren die Gäste von der Stadt Waldkirch eingeladen worden. In Ansprachen von. Bürgermeister Brestei, dem Vorsitzenden der Verkehrsgemeinschaft Elzach, Studienrat Wahl, und dem Heimatforscher Hermann Rambach wurde im Verein mit den Presseleuten und den Mitgliedern der Reisebüros, die sogar aus Hamburg nach hier gekommen waren, in einer regen Aussprache über die Belebung des Fremdenverkehrs in den Obengenannten Gebieten gesprochen. Allgemein sagten die Gäste zu, durch die Presse und die Reisebüros auf die romantischen Seitentäler des Schwarzwaldes hiriweisen zu wollen. Lobend sprachen sie sich auch über die Bewirtung aus, die ihnen hier zuteil geworden sei. Von Bürgermeister Prestel wurde unter anderem darauf hingewiesen, daß die Belebung des Fremdenverkehrs auch im Elztal zu einer Förderung der Wirtschaftszweige beitragen würde. Anschließend wurde den Anwesenden dann noch eine Weinprobe von den in unserer Heimat so reich gesegneten Weinen zuteil. Die Gäste besuchten donnerstags noch das Glotterbad, und beendeten ihre Reise dann am Abend des gleichen Tages mit einem nochmaligen gemütlichen Beisammensein in Denzlingen. Südwestfunkfcfinstler musizieren in Waldkirch Dieser Tage veranstalteten einige Künstler des Südwestfunks in der Aula des Progymnasiums einen Konzertabend, der ganz besonders durch die Mitwirkung des Waldkircher Klarinettisten Sepp Fackler Sowie Maria Bergmann besondere Bedeutung für die Kandelstadt hatte. Beide Künstler gaben glänzende Proben ihres großen Könnens, das bei den Besuchern herzlichen und-dankbaren Beifall fand. • Buchholz. Die hiesige Gemeinde begeht morgen ihr Patroziniumsfest. die Hattet* käme* bs vat den htkiet Natürlich sind nicht die Ratten selbst gemeint, sondern ihre Bekämpfung, die nach gesetzlicher Vorschrift alljährlich in den Gemeinden durchgeführt werden muß. Wer sich weigert, kann mit Geldstrafen bis zu 150 DM bestraft werden. Der Ortsdiener in Wittel- ba ch machte die Bürger an zwei Sonntagen nach dem Gottesdienst durch Ausschellen „auf der Kanzel“ (dem Platz neben der Kirche) mit der Verfügung bekannt. Wer nicht in die Kirche gingf hörte nichts davon, denn die Verfügung wurde nicht wie üblich in allen Straßen ausgeschellt und auch nicht angeschlagen. Als einige Tage später die amtlich bestellten Rattenvertilger erschienen, erhielten sie in einigen Häusern zur Antwort, daß man kein Geld habe (es kostete 1.25 DM und mußte gleich bezahlt werden), oder daß man selbst Gift lege. Daraufhin gingen dann die Herren wieder. In acht Häuser jedoch trug einige Zeit darauf der Briefträger Strafbefehle, wonach deren Empfänger wegen Verweigerung, sich an der Rattenbekämpfung zu beteiligen, zu einer Geldstrafe von je 25 DM verurteilt wurden.- Alle acht Verurteilten erhoben Einspruch. Nur einer von ihnen gab vor Gericht seine Weigerung zu: er wolle von, dem „Dreck“ nichts wissen, habe er zu den Rattenbekämpfern gesagt. Die übrigen bestritten, sich geweigert zu haben, die Herren hätten sich vielmehr die Gründe angehört und seien dann ohne weiteres gegangen. Der Ortsdiener behauptete im Gegensatz zu den Angeklagten, daß er auf die Folgen hingewiesen habe, jedoch habe er zur Antwort bekommen, auch im vergangenen Jahre sei mit Strafe gedroht worden und es sei niemand bestraft worden. Der Lahrer Richter schlug vor, daß der Angeklagte, der sich tatsächlich und zugegebenermaßen geweigert hat, eine freiwillige Buße von 10 DM bezahlen soll. Als dies geschehen war, verkündete er die Einstellung des Verfahrens gegen alle Angeklagten wegen Geringfügigkeit. Beim nächsten Male jedoch, sagte er zum Schlüsse, werde man so billig nicht mehr davonkommen. Lahr Die Sportfreunde können an den Pfingsttagen mehrere große Veranstaltungen besuchen. Der „ASV Germania“ erwartet am Samstag saarländische Ringer zu einem Freundschaftskampf, der am Abend in der Turnhalle des Pädagogiums stattfindet. Die Fußballanhänger können am Nachmittag des Pfingstsamstags die Lahrer Spielvereinigung gegen wiener Fußballspieler kämpfen sehen, und am Pfingstsonntag steigt der Clou der Sportsaison: der Fußballkampf einer südbädischen Auswahlmannschaft gegen die französische Meistermannschaft von Reims. Die Lichtspieltheater zeigen an den Feiertagen: ln den Schwarzwald-Lichtspielen den Farbfilm „Der Hauptmann von Kastilien“ und in den Palast- Lichtspielen „Die Sonnhofbäuerin“. Der berühmte Cellist Ludwig Hoelscher gibt am Montag, 21. Mai, im Pflugsaal ein Konzert. Zu fünf Monaten Gefängnis wurde wegen Betrugs und Unterschlagung der 42jährige, mehrfach vorbestrafte Händler August A. aus Lahr verurteilt. A. hatte in mehreren Fällen Kommissionsware verkauft und das Geld für sich verbraucht. Die Kreisgeschäftsstelle Lahr des Roten Kreuzes ist in die hinter der Volksküche neu erstellte Baracke umgezogen. Außer den Büroräumen sind in der Baracke u. a. ein Sanitätsunterrichtsraum eine Nähstube, ein Ambulanzraum (mit einem hauptamtlichen Sanitäter ständig besetzt), und die Herberge für durchwandernde weibliche Personen. Vier Nähmaschinen stehen unentgeltlich zur Verfügung. Vor allem Heimatvertriebene werden" diese Einrichtung sehr begrüßen. Die meisten Arbeiten haben Angehörige des Roten Kreuzes (aus Ersparnisgründen) selbst verrichtet. Wie uns Geschäftsführer Schwab sagte, macht der Aufbau der männlichen und weiblichen Bereitschaften in den Kreisgemeinden gute Fortschritte. Noch in diesem Monat soll ein Preis- Ballonfliegen für die Jugend gestartet werden. Die Kinder, deren Ballon am weitesten fliegt, erhalten wertvolle Preise, darunter kostenlosen Erholungsaufenthalt ln Kinderheimen. Sonntags- und Nachtdienst: Vom 12. bis 19. Mai Engel-Apotheke. — In Notfällen, bei denen Sie Ihren Hausarzt nicht erreichen, vertritt ihn am 1. Pfingst- felertag Dr. Wiedemer, Lahr-Dinglingen, Weinbergstraße 43, Tel. 2487; am 2. Pfingstfeiertag Dr. Brauch, Lahr, Friedrichstraße 3, Tel. 2474. In wochenlanger, mühevoller Arbeit kratzte eine Gewohnheitsdiebin, die in der Strafanstalt Ravensburg dreieinhalb Jahre Gefängnis absitzt, ein Loch in den Boden ihrer Zelle, um ihren in der darunterliegenden Zelle hausenden Geliebten zu besuchen. Das Idyll fand ein plötzliches Ende, als ein Wärter das sorgsam getarnte Loch entdeckte. Hundesteuer 1951 Bis zum I. Juni 1951 ist jeder über 3 Monate alte Hund, der lm Stadtbezirk gehalten wird, von den Besitzern beim Städtischen Rechnungsamt — Stadtbauamtsgebäude, Zimmer Nr. 43 — zur Versteuerung anzumelden. Die Steuer beträgt für den 1. Hund.. , . DM 30.— für den 2. Hund.DM 84.— für den 3. Hund.DM 84.— für den 4. u. jeden weiteren Hund DM 104.— Denjenigen Hundebesitzem, welche im Jahre 1950 einen Hund versteuert haben, geht für das Jahr 1951 ein Forderungszettel über die zu entrichtende Hundesteuer zu, falls sie den Abgang des Hundes nicht bis zum 30. Mai 1951 melden. Alle Hundebesitzer, insbesondere die öffentlichen Behörden, Anstalten usw., welchen nach dem Hundesteuergesetz eine Steuerermäßigung zusteht oder eine Befreiung bewilligt werden kann, haben bis zum 1. Juni 1951 ein kurz begründetes Gesuch einzureichen. Hundebesitzer, die im Besitze eines Zwingerscheines sind, haben diesen bis spätestens 1. Juni 1951 vorzulegen. Wer nach diesem allgemeinen Anmeldetermin einen über 3 Monate alten Hund erwirbt oder in das Stadtgebiet einbringt, hat denselben Innerhalb 4 Wochen nach Besitzerlangung oder Einbringung beim Rechnungsamt anzumelden und gleichzeitig die Steuer zu entrichten. Hunde, die bei Selbstaufzucht ebenfalls nach Ablauf der allgemeinen Frist das Alter von drei Monaten erreichen, sind innerhalb 4 Wochen nach diesem Zeitpunkt anzumelden und zu versteuern. Wer es unterläßt, seinen steuerpflichtigen Hund rechtzeitig anzumelden, kann wegen Hinterziehung der Hundesteuer mit einer Geldstrafe bis zum -zwanzigfachen Betrag der hinterzoge- nen Steuer bestraft werden. Neben der Strafe ist die Hundesteuer nachträglich zu entrichten. Gemäß Erlaß des Badischen Ministeriums des Innern vom 17. Februar 1949 hat die Militärregierung entschieden, daß Hunde von französischen Staatsangehörigen, soweit letztere nicht zur Militärregierung, zur Armee oder zu den amtlichen Dienststellen der Besatzung gehören, zur Hundesteuer unter denselben Bedingungen wie diejenigen der deutschen Staatsangehörigen heranzuziehen sind. In diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, daß gemäß g 1 des Gesetzes über die Hundesteuer vom 14. Dezember 1922 (GVB1. S. 905) ln Verbindung mit § 1 der Vollzugsverordnung hierzu vom 29. Juni 1932 (GVB1. S. 165) nicht der Eigentümer, sondern der Besitzer (Haitor) des Hundes für die Hundesteuer haftet. Lahr, den t. Mal 1951 Der Oberbürgermeister. Kartoffelkäferbekämpfung Frühkartoffeln, die vom Kartoffelkäfer befallen werden, sind sofort mit Bekämpfungsmitteln zu behandeln. Zur Bekämpfung sind nur die amtlich geprüften Kartoffelkäferbekämpfungsmittel zu verwenden. Das Städtische Gartenamt stellt Gespannfeldspritzen, die auch zur Unkrautbekämpfung verwendet werden können, sowie Rückenspritzen und Rückenverstäuber leihweise zur Verfügung. Vor jeder Bekämpfung sind zum Schutze der Bienen blühende Unkräuter zu entfernen. Freiburg 1. Br., den 10 . Mal 1951 Bürgermeisteramt Freiburg i. Br. Schnakenvertilgung Nach der Bekämpfung der Schnaken (Stechmücken) in den Kellern muß die Schnakenbrut, die sich vor allem in Hofsenkkästen, Wassertrögen, Wasserfässem, Jauchegruben entwickelt, vertilgt werden. Wir bitten, das städtische Personal ln seiner Arbeit zu unterstützen. Soweit möglich, sollten Schnakenbrutstätten (Wasserstellen) in 14tägigen Zeitabständen mit etwas Petroleum übergossen werden. Wasserbehälter in Kleingärten usw. sind mit Sackleinen dicht abzudecken. Freiburg l. Br., den 10. Mal 1951 Stadt Tiefbauamt Freiburg i. Br. Unser Umzug in das neue Stadtbfiro Eisenbahnstraße 10 (Neubau Frese) kann erst am 1. JwÜ 1951 stattfinden J? KOHIEN-KUNZ » (Hch. KUNZ GmbH.) jetzt noch: SchwarzwaldstraSe 19 , Telefon 2023 i Seite 14 — Nummer ,57 Lar Volk Samstag, 12. Mai 1951 Nachruf Am 11. Mai 1951 wurde uns der Krankenhausverwalter Pani Beck im Alter von 52 Jahren unerwartet schnell durch den Tod entrissen. Der Verstorbene leitete seit 1945 die Verwaltung des Städtischen Krankenhauses und widmete seine ganze Arbeitskraft, sein überragendes Wissen und Können dem Dienste bei der Stadt Emmendingen. Als unermüdlicher, pflichtbewußter und diensteifriger Beamter und Mitarbeiter wird er uns unvergessen bleiben. Emmendingen, den 12. Mai 1951 Stadtverwaltung Emmendingen Faller, Bürgermeister. i r I 0 N 0 ■ R MOD ELLE Das Haus für gediegene Wohnungseinrichtungen MÖBELHAUS O. Krämer KG. Freiburg I. Br., Bertholdstrafie 49, am Stadttheater »Das Volk« die Zeitung der Schaffenden Überführungen Sarglager A “8 rab «"*“ <»c kfoiiet RiscL emmendingen Karl-Friedrich*Straße 38. Telefon 425 Reisedienst der Zeitung Bas J3otk Pfingstsonntag, 13. Mai 1991 Kaffee-Fahrt Freiburg,Schliengen.Kandern, Schloß Bürgeln, Badenweller, Staufen, Hexental, Freiburg Fahrpreis DM 4.— Abfahrt: 14 Uhr, Talstr. 10 Rückkehr: gegen 19 Uhr Pfingstmontag, 14. Mal 1951 Schwarzwaid-Rundfahrt Freiburg. Elzach, Heidburg, Hausach, Wolf ach, Schapbach. Bad Rippoldsau, Bad Peterstal, Oppenau, Allerheiligen, Ruhstein, Hornisgrinde, Hundseck, Bühl, Freiburg Fahrpreis DM 12.— Abfahrt: 7.30 Uhr, Talstr. 10 Rückkehr: gegen 22 Uhr Kaffee-Fahrt Höllental, Titisee, Waldau, St. Margen, St. Peter, Glottertal, Freiburg. Fahrpreis DM 5.— A b f a h r t: 14 Uhr, Talstr. 19 Rückkehr: 19 Uhr Vorverkauf in unserer Hauptgeschäftsstelle Freiburg, Kaiser- Joseph-Straße 229, Telefon 2816, und Autovermietung Rauch- f u ß , Talstraße 10, Telefon 2946 ßrüßc’ 'Mumm - Werner Kaiser-JoiepMr.249 Ruf 3472 Praxiseröffnung Jürgen Jödicke Helfer in Steuersachen zugelassen beim Finanzamt Emmendingen Emmendingen, Hans-Thoma-Str. 1 / Fernruf 148 Freunde, Habt ihr bares Geld, Dann seid doch nicht so dumm Und schickt es in die weite. Welt. Schaut hier am Platz euch um. Warum in die Ferne schweifen? . Hier braucht ihr nur zuzugreifen. Wer bar eih Rad sich kaufen kann, Geht lieber gleich zu Ammermann Die seit 46 Jahren bekannten und bewährten Arista Garantie-Fahrräder mit Dauergarantie auf Rahmen und Gabel in reicher Auswahl von den einfachen Gebrauchsrädern von DM HO.— an bis zu den allerfeinsten Luxusmodellen. Aber jeder Preis ist billig. 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