i ... Ä Sinzelpreli 20 Pfennig MM D B AD ISCHE HEIMATZEITUNG 6. Jahrgang Samstag, 7. Juli 1951 •F Nummer 81 In aller Kürze Nachdem sich die chinesischen Kommunisten mit den Vorschlägen General Ridgways einverstanden erklärt haben, werden die vorbereitenden Besprechungen für Waffenruhe-Verhandlungen in Korea am kommenden Sonntag in Käsong aufgenommen werden. Wachs am Damit in Zukunft kein westdeutscher Junge oder ein Mädchen behaupten kann, es habe nicht gewußt, was mit der FDJ los ist, werden in einer Aufklärungswoche in Schulen und Jugendgruppen Aufbau, Charakter und Ziele dieser nicht freiwilligen, sondern staatlich-obligatorischen Jugendorganisation der Ostzone erläutert. Indien hat „äußerste Wachsamkeit“ an seiner Nordgrenze angeordnet. Nach eingegangenen Meldungen sollen auf der tibetanischen Seite der Grenze 25 000 Mann kommunistisch-chinesischer Truppen konzentriert sein. Zwei Jahre lang jagte die amerikanische Kriminalpolizei einen ihrer größten Verbrecher, den dreifachen Mörder James Holden. Entdeckt wurde er durch einen Zufall. Ein Passant erkannte die Ähnlichkeit mit einem Bild in einer Illustrierten. Üble Folgen In einem -Fremdenheim in Bad Niederbreisig erhängte sich eine junge Frau an der Türklinke. Die Vermieterin, die kurz darauf das Zimmer betrat, erschrak so sehr, daß sie einen Herzschlag erlitt und sofort tot war. „Kleiner Nigger“, nannte ein älterer Mann einen Neuyorker Straßenjungen. Der bombardierte ihn daraufhin unter Assistenz seiner Kameraden mit Pflastersteinen. Der Mann starb. Die Vierzehnjährigen verteidigen ihre Ehre nun vor dem Richter. Die Feuerwehr der Gemeinde Stein bei Nürnberg hielt eine Übung ab; der dabei angerichtete Sachschaden beläuft sich auf 30 000 - BMr Sie bespritzte einen Transformator so stark, daß er beschädigt wurde und ausfiel. Gute Nadir idit für die Rentner Vorfchuß im Juli Auszahlung der Rentenerhöhung endlich beschlossen Noch vor wenigen Tagen sahen wir uns gezwungen, an die für 1. Juni versprochene Erhöhung der Bezüge für die Empfänger von Invaliden-, Angestellten- und Knappschaftsrenten zu erinnern. Nachdem es noch am Donnerstag den Anschein hatte, als ob diese Rentenerhöhung auf die lange Bank geschoben würde, hat der Haushaltsausscbuß des Bundestages am Freitagmorgen überraschend beschlossen, einen Vorschuß in Höhe von 345 Millionen Mark zu bewilligen, um die Auszahlung der Rentenerhöhung zu gewährleisten. Ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt, zu dem das Rentenerhöhungsgesetz verabschiedet wird, soll mit der* Auszahlung der Vorschüsse noch im Juli begonnen werden. Der Haushaltsausschuß des Bundestages hat damit einen energischen Schlußstrich unter die unerfreuliche Verzögerungspolitik gesetzt. Nähere Einzelheiten hoffen cprir in einer der nächsten Ausgaben berichten zu können. Katastrophe auf der Spree Ein Motorschiff explodierte — 25 Kinder verbrannt oder ertrunken — West-Berliner Feuerwehr durfte nicht helfen — Empörung unter der Bevölkerung Berlin. Ein folgenschweres Schiffsunglück, das sich am Donnerstag auf der Spree im Berliner Sowjetsektor ereignete, hielt den ganzen Tag über die Berliner Bevölkerung in Atem. Erst elf Stunden später gab der Ost-Berliner Magistrat bekannt, daß bei der Explosion auf dem Fahrgast-Motorboot „Heimatland“ insges amt 25 Kinder und Erwachsene tödliche Brandwunden erlitten hätten oder ertrunken seien. Eine Anzahl der Fahrgäste sei schwer oder leicht verletzt worden. Die einwandfreie Berichterstattung über das Unglück war durch das Schweigen amtlicher Ost-Berliner Stellen erschwert worden. Auf dem Schiff befanden sich insgesamt 127 Menschen. Die meisten von ihnen waren Schulkinder, die das Motorschiff zu Ferienplätzen bringen sollte. An den Ufern sammelten sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks Hunderte von Menschen, unter ihnen die Eltern vieler der Kinder. Ost-Berliner Volkspolizei sperrte das Ufer an der Unglücksstätte ab und verweigerte jede Auskunft. Viele Ost-Berliner versammelten sich am Abend in den,Straßen des Berliner Nordostens und gaben ihrer Empörung darüber Ausdruck, Die erften Regimenter Anfang 1952 Frankfurt a. M. Eine offizielle Aufforderung der Westmächte an die Bundesregierung, an der westlichen Verteidigung teilzunehmen, ist, wie von maßgebender Seite des amerikanischen Hohen Kommissariats verlautet, in Kürze zu erwarten. Amerikanische Stellen halten .es für sicher, daß es in absehbarer Zeit zu einem freiwilligen deutschen militärischen Verteidigungsbeitrag kommt. Die Amerikaner rechnen damit, daß — falls sich keine besonderen neuen Schwierigkeiten ergeben — die ersten deutschen Einheiten Anfang 1952 auf gestellt werden können. , Margarine alfo doch teurer! Hamburg. Der Bundesfinanzminister hat die Subventionierung des Margarinepreises eingestellt. Daher muß nach Mitteilung von seiten der Margarineindustrie der fortfallende Subventionssatz von 49 Pf. je Kilogramm durch eine Heraufsetzung der Verbraucherpreise für Markenmargarine von bisher 2,44 DM um 16 Prozent auf 2,84 DM ausgeglichen werden. • Die Länderpreisbehörden haben ein Über- I überbrücken zu können, die bis Anfang nächster schreiten des alten Höchstpreises abgelehnt, so- Woche dauern kann, da auch noch die Veröffent. lange der neue noch nicht vom Bund verordnet lichung des neuen Margarinehöchstpreises im ist. Nach Ansicht der Margarineindustrie ist der Handel jedoch ausreichend mit Margarine zum alten Preis versorgt, um die Übergangszeit Der Korrespondent der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press, William N. Vatis, wurde vom tschechoslowakischen Staatsgerichtshof in Prag wegen Spionage zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Er soll nach Verbüßung der Strafe, die bei guter Führung auf die Hälfte erlassen werden kann, ausgewiesen werden. Drei mitangeklagte tschechoslowakische AP-Angestellte erhielten Freiheitsstrafen von IS bis St Jahren. Das Gericht hatte den Beweis für die Spionage darin gesehen, daB Vatis auf Anforderung seiner Vorgesetzten Büros in Neuyork und London Berichten über das Verschwinden des früheren tschechoslowakischen Außenministers nachgegangen war, der jetzt gefangengehalten wird. Bundesanzeiger abgewartet werden muß. Benzin kostet 5 Pfennig mehr Die Preise für Benzin sind um fünf Pfennig pro Liter und für Dieselkraftstoff um sechs Pfennig pro Kilogramm heraufgesetzt. Die Zuschläge treten zu den Zonenpreisen hinzu. Für Petroleum beträgt die Erhöhung neun Pfennig pro Liter. DM fteicpt Zürich. Der freie D-Mark-Kurs, der bei Wochenbeginn von 94,00 bis 94,50 Schweizer Franken notiert hatte, ist auf 95,75 bis 96,50 Schweizer Franken für 100 DM gestiegen. Der DM- Kurs in Zürich ist damit praktisch auf der amtlichen Parität angelangt, die 96,05 Schweizer Franken für 100 DM lautet. In Züricher Finanzkreisen wird die ständige Aufwärtsbewegung der DM-Devise auf die Aktivierung der westdeutschen Zahlungsbilanz, die auch im Mai anhielt, zurückgeführt. Gruß aus dem Hofbräuhaus Stuttgart Auf einen originellen Einfall kamen drei Stuttgarter Journalisten, die am vergangenen Sonntag an der Versammlung der Altbadener im Münchner Hofbräuhaus teilgenommen haben. Die hatten als Autogrammjäger die Unterschrift des südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohieb auf einer Postkarte erhalten und sandten diese an den württember- gisch-badischen Ministerpräsidenten Dr. Reinhold Maier. Auf die Karte schrieben sie: „Gruß aus dem Münchner Hofbräuhaus“. Wie am Donnerstag bekannt wurde, erregte diese Karte auf der letzten Kabinettsitzung in Stuttgart zunächst beträchtliches Aufsehen. Einige der Minister sahen in der Postkarte eine absichtliche Brüs- kierung, andere meinten, Wohieb habe seine Freude über den Verlauf der Versammlung in München ausdrücken wollen. Erst nach einiger Zeit kamen die Minister darauf, daß die Karte gar nicht von Staatspräsident Wohieb stammte. daß die Ost-Berliner Behörden bis dahin immer noch keine amtliche Mitteilung über das Unglück herausgegeben hatten. Verletzte Schüler, die aus den Krankenhäuser kamen, wurden auf der Straße von Eltern umringt, die nach ihren eigenen Kindern fragten. Einige der Kinder berichteten, daß sich das Unglück etwa zehn Minuten nach der Abfahrt des Dampfers ereignete. Nach einer Detonation sei im Schiff plötzlich Feuer ausgebrochen, das unter den Kindern eine Panik auslöste. Viele Kinder, die nicht Schwimmen konnten, seien aus Angst vor dem Feuer ins Wasser gesprungen. Das Ost-Berliner Informationsamt teilte nach den ersten Untersuchungen mit, daß der Eigentümer des Schiffes entgegen den Bestimmungen den genehmigten Dieselmotor durch einen alten Benzinmotor ersetzt und das Schiff nach dem Umbau nicht den behördlichen Kontrollstellen vorgeführt habe. Der Ost-Magistrat hat für die Hinterbliebenen 100 000 Ostmark zur Verfügung gestellt. Im Bundestag unterbrach Vizepräsident Dr, Schäfer am Donnerstagabend die Sitzung, um den Angehörigen der Opfer des Unglücks im Namen des Bundestages das tiefste Mitgefühl auszusprechen. Die Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen. Kehls neuer Bürgermeifter Regierungsrat Dr. jur. Marcello, Freiburg Kehl. Der Kehler Stadtrat wählte am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung den Regierungsrat im Ministerium des Innern in Freiburg, Dr. jur. Emst Marcello, zum Bürgermeister der Stadt Dr. Marcello, der 44 Jahre alt und in Freiburg aufgewachsen ist, arbeitete in der badischen Justiz- und Innenverwaltung. Er war auch mehrere Jahre im höheren Verwaltungsdienst der Marinewerften in Kiel tätig und wirkte später bis zum 1. November 1946 als verantwortlicher kaufmännischer Leiter größerer wirtschaftlicher Unternehmen. Wenn die Soldaten ... Oe — „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren . . .“ Soweit sind wir schon wieder, und in den Lichtspielhäusern macht die Wochenschau schon wieder tüchtig Reklame für den Parademarsch. Freilich heißt es nicht: „Soldaten.“ Vorerst nennt es sich bescheiden: Grenzschutzpolizei. Und um nicht durch früheren Kommißton von vornherein abzuschrecken, werden in der Presse beschauliche Reportagen veröffentlicht, wie „zivil“ es bei dieser Grenzschutzpolizei zugehe. Da werde nicht mehr „Achtung“ gebrüllt, wenn der Vorgesetzte in die Mannschaftsstube kommt, sondern die Leute stehen ganz von selbst auf und stramm. Es ist aber vielleicht wohl doch bezeichnend, daß allein schon die alten Bezeichnungen geblieben sind. Da gibt es wieder den Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann, Major, Oberstleutnant, Oberst und den Herrn General. Da gibt es neben den Karabinern aus ehemaligen deutschen Heeresbeständen Maschinengewehre, in Italien eingekaufte Maschinenpistolen und aus Spanien eingeführte Armeepistolen. Damit scheint es aber noch nicht genug zu sein; denn Bundesminister -Dr. Lehr möchte dazu noch schwere Granatwerfer und Panzer mit Kanonen haben. Wozu eigentlich? Dr. Lehr gibt darauf die Antwort: falls es zu ernsthaften größeren Störungen kommen würde, müßte mit Steilfeuergeschützen hinter die Barikaden geschossen werden können. Bis Anfang August soll die Grenzschutzpolizei mit 10 000 Mann „stehen“. Garnisonen: Lübeck, Hannover, Braunschweig, Fulda, Glückstadt, Hamburg, Deggendorf, Amberg, Holzminden, vielleicht auch noch Mannheim und Wahn bei Köln. Das kostet uns nebenbei bemerkt im Jahr rund 200 Millionen DM, was mehr als ein Drittel des gesamten Reichswehr-^Etats vor 1932 bedeutet. Aber der Bundesinnenminister möchte schon im Geiste mit 20 000 und sogar 30 000 Mann marschieren, wobei aber der Bundestag erst noch mitzureden hat. So ist es nicht verwunderlich, wenn verantwortungsbewußte Kreise hier das trojanische Pferd sehen, aus dessen Bauch eines schönen Tages stx und fertig eine richtige kleine Armee herausspringt. Die sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten Fritz Meier und Dr. Menzel sprechen daher von einer „schleichenden Remilitarisierung“: Man müsse befürchten, daß die Grenzschutzpolizei zu Kadern einer neuen Armee gemacht würde. Diese Befürchtung sei um so mehr berechtigt, als von den leitenden Persönlichkeiten der Grenzschutzpolizei zwölf ehemalige Generalstäbler und höhere Offiziere sind und nur einer aus der Polizei stammt. Famos sei es auch, wenn in den Personalakten sozusagen als Empfehlung steht, der betreffende Bewerber für die Grenzschutzpolizei sei „in Abscheu gegen die Juden und die rote Sünd- flut“ erzogen. So kann man sich ausmalen, welche Richtung die Lehrschen Steilfeuergeschütze eines Tages nehmen könnten. Es ist höchste Zeit, daß diese ganZe Entwicklung schärfster Kontrolle unterzögen wird. Oder ist es schon zu spät hierzu? Wenn schon die Militärs eine neue Morgenröte für sich heraufziehen sehen, warum sollten sie dann ihren Aufgabenbereich nicht gleich auch um ein bißchen Luftschutz erweitern? Tatsächlich beschäftigt man sich in Regierungskreisen lebhaft mit Luftschutzfragen (während es den Rentnern wesentlich lieber ist, daß endlich die Frage der Rentenerhöhung Die Sittlichkeit ist in Gefahr ... Ein komisches Ansinnen an die Freiburger Stadtverwaltung Wie wir von gutunterrichteter Seite erfahren, hat das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, das gemeinsame Baden beider Geschlechter in den Freiburger Freibädern zu verbieten, eine Trennung der Schulklassen beim Badebetrieb durchzuffihren, die Kinder nur von gleichgeschlechtlichen Lehrern beaufsichtigen zu lassen und dafür zu sorgen, daß die Autofahrer und Passanten auf der Straße Freiburg—Neustadt durch den Badebetrieb im Strandbad nicht belästigt werden. So, oder jedenfalls sinngemäß, lautet der Antrag. Wir meinten zunächst von einem verspäteten Aprilscherz zu hören oder von einem infolge der sommerlichen Hitze aus leicht lädierten Gehirnen entsprungenen Ansinnen, mußten uns aber von kompetenter Stelle bestätigen lassen, daß ein derartiger komischer Antrag tatsächlich vorliegt. Wie es heißt, soll der Stadtrat inzwischen von ihm Kenntnis genommen haben und ihn weiter bearbeiten. Wir zweifeln nicht daran — und wir teilen bestimmt die Meinung aller vernünftigen Menschen in unserer Stadt — daß unsere Stadtväter mit erdrük- kender Mehrheit den Beschluß fassen werden, den Antrag zu den Akten zu legen und zur Tagesordnung überzugehen. Die katholische Kirchenbehörde versucht, das Rad der Geschichte um hundert Jahre zurückzudrehen und übersieht völlig, daß sich im Wandel der Zeiten auch in der Art, wie die Menschen von heute ihre Freizeit zu gestalten wünschen und auf welche Weise sie sich in Sonne, Licht, Luft, Wasser bei fröhlich-harmlosem g e- meinsamem Tun Gesundheit erhalten und neue Kraft für den harten Lebenskampf speichern wollen, einiges geändert hat. Der Antrag ist jedenfalls derart sinnlos, daß es nicht lohnt, sich ernsthaft mit ihm zu beschäftigen. Anstatt ein harmloses Badevergnügen der Familien und Geschlechter zu stören, sollte sich die hohe Kirchenbehörde besser um sittengefährdende Zustände kümmern, wie sie beispielsweise in den Obdachlosenasylen und N »t- unterkünften austreten, wo die Menschen ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht' in drangvoller Enge'zusammengepreßt sind. Die Mittel, die das Ordinariat aufzubringen gewillt scheint, um Zimmerleute jpit dem Zunageln von Astlöchern in den Freiburger Freibädern zu beauftragen, sind bestimmt um vieles besser angelegt, wenn dämit menschenwürdige Unterkünfte gebaut werden. Oie badefreudige und sonnenhungrige Freiburger Bevölkerung lehnt jedenfalls den Antrag mit Entrüstung und Empörung ab. Sie würde jede Beeinträchtigung des Bade- Betriebes sofort damit beantworten, daß sie in jene Freibäder in die Umgebung Freiburgs abwandert, in die der Arm des Herrn Erzbischofs nicht hinreicht. Ob die Kirchenbehörde dann gewillt wäre, den sehr beträchtlichen finanziellen Ausfall für die Stadt aus ihrer Tasche zu decken, darf füglich bezweifelt werden. hL Samstag, 7. Juli 1951 Belt« S — Hummer 91 Bat Pot* geklärt wird). Die DiskUMlonen scheinen vorerst namentlich darum ZU gehen. Ob man zunächst nur AusbildungsmÖglichkelten geben oder gleich eine LuftschUtzdionitpfUoht einführen solle. Man verweist darauf, daß eich die übrige Welt auch in die Erde «ingftbt, ln den Vereinigten Staaten sind viel« Dollar-Millionen für den Bau von Ausweichquartieren für dit Regierung vorgesehen. In England, Frankreich, Italien, in der Schweiz, in Schweden und Dänemark ist Luftschutz in Vorbereitung. In der Sowjetunion sollen sogar Tausende von Gefangenen an der Errichtung einer unterirdischen Hauptstadt mit gewaltigen __Hl |/«^VUU< So haben wir also sechs Jahre nach dem Krieg nichts Besseres zu tun, als uns bis zum Überdruß mit Rüstungsfragen, zu beschäftigen, Zu welchen Grotesken es dabei kommen kann, zeigt der Fall „Hammelburg“. Dort im Bayrischen wollen die Amerikaner einen großen Truppenübungsplatz errichten. Den Bayern ist das natürlich wenig angenehm. Sie kündigen dem Bundeskanzler schärfste Opposition an, falls es ihm nicht gelingt, die Amerikaner von Hammelburg abzulenken. Bei diesem Interessengegensatz wird sogar dl« Möglichkeit einer Spaltung zwischen CDU und bayrischer CSU angedeutet. Wo aber sollen die Amerikaner ihre Truppen exerzieren lassen? Gewiß lat die ganze Aufrüstungattegödle die Konsequenz der anderen großen Tragödie östlich des Eisernen Vorhangs, wo das Diktatursystem mit Freiheit und Recht des Menschen Schindluder treibt. Di« Waffen- »tlllstandsverhendlungeninKore« lassen die Hoffnung zu, daß wenigstens ein akuter Krisenherd beseitigt werden kann und letzten Endes die geemnte kostspielige Aufrüstung der ganzen Welt unnötig wird. Selbstverständlich ist es uns allen lieber, wenn die Vielen Rüstungsmillionen eines Tages „Umsonst" ausgegeben sind, als daß sie wirklich noch in - „-^ Bunkern für die]einem neuen blutigen Krieg „nutzbringend“ Spitzen von Staat, Bartel und Armee arbeiten. | Verwendung fänden. All diese enormen Kraft- c '~ " anstrengungen, die ja immer wieder nur den Lebensstandard der breiten Massen herab- drüdten, hätten vermieden werden können, wenn die verantwortlichen Staatsmänner wirklich die Interessen ihrer Völker vertreten hätten. Denn das Volk in allen Ländern will weiter nichts als Arbeit und Lohn, Frieden und Freiheit. Diejenigen Politiker, die die Kriegsvor- bereitungen zum wirklichen Krieg komm«n lassen, werden von ihrtn Völkern verflucht werden. Wenn sich aber — hoffentlich — die ganze Rüstung eines Tages als überflüssig erweist, dann wird man sich erstaunt gegenseitig fragen: „Warum hän’mer überhaupt die Krott g'fresse?“ Vorläufig toll alles beim alten bleiben Der Haager Gerichtshof füllte eine Vorentscheidung im ülkonflikt Den Haag. Der Internationale Gerichtshof im Haag hat entschieden, daß sich beide Parteien lm persischen Ölkonflikt aller Handlungen enthalten sollen, durch die der endgütige Spruch des Gerichtshofs iau Verstaatlichung* beschluß präjudiriert werden könne. ln dem Spruch des Gerichtshofes wird fest- gestellt, die britisch-persische ölgesellsehaft solle die Förderung des persischen Erdöls unter Überwachung Ihres gegenwärtigen Personals fortsetzen. Änderungen dieser Regelung seien nur im Einverständnis beider Partoien möglich. ln der Entscheidung de» Gerichtshofes heißt es, die Regierungen Persiens und Großbritanniens sollten jede Maßnahme vermeiden, durch die verhindert werde, daß Förderung und Transport des Erdöls auf der gleichen Grundlage fortgesetzt werden wie vor dem Inkrafttreten des Verstaatlichungsgesetzes am 1. Mai. Die beiden Staaten sollten nichts unternehmen, wag die Lage komplizieren könne. Großbritannien und Persien sollten eine gemischte Kommission als „Überwachungsstelle“ elnsetzen, die Kleines politisches Notizbuch Die »«plegelaffärt“ wird ein gerichtlich«» Nachspiel haben. Der Oberstaatsanwalt beim Landgericht Sonn hat beim Bundespräsidenten beantragt, daß die Immunität der Abgeordneten Anton . Afetln, Ludwig Volkholz, Hermann Aumer, Georg Mayerhofer und Anton Donhauser aufgehoben wird. Die Staatsanwaltschaft will Strafverfahren gegen diese Abgeordneten der Bayernpartel wegen falsduir Eidesleistung, Steuerhinterziehung und Unterschlagung einleiten. Der BundeapartelauaschttB der CDU hat in einer Entschließung eine deutsche Verteidigungsbereitschaft bejaht und verlangt, daß dem deutschen Volk die Möglichkeit gegeben wird, sic» selbst zu verteidigen. Die sUdbadische CDU wird ihre bisherige Neutralität ln der Lfiitderffrenzenfrage voraussichtlidh aufgeben, ohne jedoch aktiv zugunsten der almadis&en Sache in den Abstimmungskampf einzugreifen. Der LanaesauaschuB der CDU lüdbaden, der sich aus dem engeren und erweiterten Bartet vorstend, den Kreisvorsitzenden und einer Anzahl gewählter Delegierter der Partei zusammensetzt, wird am 11. August voraussichtlich ln Erelburg, die Haltung der Partei, zur Sttdweststaatfrag« neu festlegen. Maßgeblich« CDU-Kreise erwarten, daB der LandetauswgiuB sich für die Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg aussprechen wird. Der Bayrische Landtag billigt« bei einigen Stimmenthaltungen der Bayernpartel die Ernennung des SFD-Abgeordneten Friedrich Zietsch zum neuen bayrischen Finaniminister. Der Landtag hatte vorher dem auf eigenen Wunsch erfolgten Sücäetrltt de« bisherigen Finanemlntstw» Dr. Rudolf Korn ' einstimmig zugestimmt. für den Öltransport und die Ausgaben zuständig sei. Alle eingehenden Geldbeträge sollten bei einer Bank eingezahlt Werden, die Von der Kommission ZU bestimmen ist. Je zwei Mitglieder dieser Kommission sollten von den beiden Regierungen, das fünfte Mitglied lm Einvernehmen beider Parteien aus einem dritten Staat bestimmt werden. Komme eine Einigung über den fünften Angehörigen der Kommission nicht zustande, solle er vom Präsidenten des Haager Gerichtshofes ernannt werden. „Erflölspruch null und nichtig“ Den Haag. Nach der vorläufigen Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes im Erdölkonflikt sagte der persische Gesandte in Holland, Hussein Navab: „Wir betrachten den Spruch als eine Einmischung ln die Inneren Angelegenheiten Persiens. Nach unserer Auffassung lat die Entscheidung des Gerichtshofes null und nichtig.“ ■ Weltkongreß der Gewerklchaften Zweiundfünfxlf Millionen Arbeiter ans secbalg Ländern der freien Welt senden znm zweiten Weltkongreß des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG), der bis 12. Juli in Mailand tagt, ihre dreihundert Delegierte» und Beobachter. Unter ihnen zum ersten Male Vertreter der US - Gewerkschaften AFOL und CIO als reguläre Delegierte einer Weltgewerk- •chafts-Konferena, aber noch nicht die Vertreter Finnland«, die erst vor wenigen Tagen dem kommunistischen Weltgewerkschaftsbund den Rücken kehrten. Es sind erst 18 Monate her, daß diese neue Gewerkschafts-Internationale ins Leben trat, well der 1045 gegründete WGB in kommunistische Hände geriet und weder organisatorisch, noch ideell seine Aufgaben erfüllte. Schon hat der neue Bund sich bewährt und tritt mit einem ordentlichen Organisationsbericht vor die Weltöffentlichkeit. Der WGB hat bisher nur anläßlich seiner Aufspaltung getagt, die russischen Gewerkschaften haben es seit 17 Jahren nicht mehr zu einem Gewerkschafts-Kongreß gebracht. Das braucht kein Fähigkeitsbeweis zu sein, ist aber der Ausdrude des Unterschiedes zwischen autokratischer oder demokratischer Form der Organisation. Man kann den neuen IBFG nicht als eine Nachfolge-Organisation des während des letzten Krieges zerfallenen Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) bezeichnen. Der IGB war bei aller Anerkennung seiner Wirksamkeit und Leistung doch eine spezifisch europäische Organisation. Ihm mangelte et sowohl organisatorisch wie ln der Resonanz an der weltweiten Anerkennung. So sind ihm zum .Beispiel die großen amerikanischen Gewerkschaften immer fern geblieben. Der IBFG ist dagegen nicht nur unter starker Förderung der US-Gewerkschaf- ten gegründet, er hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens durch die Arbeit an Internationalen Fragen einen Namen gemacht. Organisatorisch bildet heute ein Zusammenschluß europäischer Gewerkschaften im IBFG nur ein« „Regional-Konferenz“. Solche Regio- nal-Konferenzen haben im Januar 1051 ln Mexiko-City als „Inter-amerikanische“ und in Karachi im Mai 1951 als „asiatische“ Konferenz getagt. Delegationen des IBFG bereisten und studierten die Türkei, die Dominikanische Republik, die Karibische See und West- und Zen- tral-Afrika. Ihre Berichte liegen dam bereits tagenden Exekutiv-Ausschuß zur Beratung vor. Auch ist es dem IBFG endlich gelungen, das jahrelange Neben- und Gegeneinander der internationalen Gewerkschaftszentrale und der internationalen Fachorganisationen (Berufssekretariate) zu beenden. Heute Ist man gemeinsam an der Arbeit, die vielen Angestelltengruppen der Welt international zu organisieren. Die kurzen anderthalb Jahre Tätigkeit der Gewerkschafts-Internationale ergeben eine eindrucksvolle Bilanz: maßgebliche Mitarbeit lm (SPD) König Gustaf Adolf von Schwedin empfing den deutacben Gesandten Dr. Kurt Blaveking, der dem König «ein Beglaubigungsschreiben überreichte. gen, sondern sollten die Frage zunächst auf höchster Ebene klären. Tarifverhandlungen sind nur auf Landesebene möglich. Landarbeiter denken an Streik Bona. Verhandlungen der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft mit dem Deutschen Bauernverband und den landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden Über eine Lohnerhöhung für die Landarbeiter sind am Donnerstag ln Bonn gescheitert. Dia Arbeitgeberverbttnda der Landwirtschaft und der Bauernverband haben alle Lohnforderungen der Gewerkschaft mit dem Hinweis auf die außerordentlich schlechte Rentabilitätslage der Landwirtschaft abgelehnt. Die Gewerkschaft hat darauf erklärt, daß sie ihre Lohnforderungen mit gewerkschaftlichen Mitteln, notfaUs mit Streik, durchsetzen werde. Die Gewerkschaft hatte eine SSprozentlge Erhöhung aller Landarbeiterlöhne gefordert. Diese Forderung sei von den landwirtschaftlichen. Unternehmern ohn« Schwierigkeit aus dem 800-Mlllionen-Mehrerlös aufzubringen, den die Landwirtschaft im laufenden Wirtschaftsjahr durch die letzten Preiserhöhungen für ihr« Erzeugnisse habe. Die 25prozentige Lohnerhöhung würde einen Aufwand von 280 Millionen Mark erfordern. Eine schlechte Rentabültäts- lage der Landwirtschaft wird ehergisch bestritten. Die Besprechungen über die Landarbeiter- löhne waren keine direkten Tarifverhandlun- Dle Dentisten verschwinden (PPP) Durch ein Gesetz üb» die Ausübung der Zahnhellkunde will die Bundesregierung den Dualismus zwischen Zahnärzten und Dentisten endgültig beseitigen. Es handelt sich um einen einmaligen Verschmelzungsprozeß, der sich auf eine Reihe von Jahren erstrecken und nach dessen Abschluß es nur noch Zahnärzte geben soll. Die Dentisten erhalten die Bestallung als Zahnärzte, wenn sie den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem medizinischen Fortbildungskursus erbringen. Die Tätigkeit der Zahntechniker wird durch das Gesetz, mit dem sich Aas Parlament nach den Sommerferien befassen wird, nicht berührt, Diese üben ein Handwerk aus, jedoch nicht die Zahnhellkunde. Wirtschafts- u. Sozialrat der UN, der UNESCO, in der internationalen Arbeitsorganisation^; Beiträge zu internationalen Programmen der Vollbeschäftigung, der Entwicklung wirtschaftlich rüdeständiger Gebiete; die Berichte der bereite erwähnnten Delegationen, Spezialuntersuchungen auf wirtschaftlichen und sozialen Gebieten als Aufgaben ihrer Unterausschüsse, so zum Beispiel über den Schuman-Plan. Ales in allem ein hoffnungsvoller Anfang. Es gab einmal eine Zelt, da Deutschland in der internationalen Gewerkschaftswelt eine führende 'Position einnahm. Es hat ihr organisatorisch, ideell und personell gedient. Das war kein verschleudertes Kapital; es hat sich gerade in dieser Nachkriegszeit gut verzinst. Möge der jetzige Mailänder Kongreß die internationale Solidarität vertiefen und die Phalanx stärken für den Kampf um eine gerechte soziale Ordnung in einer Welt, in der auch Deutschlands Arbeiterschaft wieder ihren Platz als Gleiche unter Gleichen ausfüllt. Witwe Ribbentropa lebst Verglelehs- voradllag von Sekt-He&kell ab Wiesbaden. Die Witwe des ehemaligen deutschen Reichsaußennünisters, Anneliese v, Rib- bentrop geb. Henkell, hat einen Vergielchsvor- achlag der Sektflrma Henkell abgelehnt, demzufolge sie gegen eine geldliche Entschädigung für ihren Sohn Rudolf auf die ihm 1942 vertraglich zugesicherte Beteiligung an der Firma verzichten soll. Inhaber und Beirat von Henkell dt Co. verweigern die Erfüllung des Vertrages und weisen dabei auf die gegenüber 1942 völlig veränderten politischen Verhältnisse hin. Es sei mit den Interessen einer Firma von Weltruf wie auch mit dem Ansehen des deutschen Volkes im Ausland unvereinbar, wenn der Sohn des Hitlerschen Außenministers Teilhaber des weithin bekannten Unternehmens würde. Die Klage von Frau von Ribbentrop soll am 9. August vor ' dem Landgericht Wiesbaden verhandelt werden. Begrüfitmg wider Willen Paris. Die neugewählte französische Nationalversammlung trat zu ihrer ersten Sitzung zusammen. 81« wurde von dem unabhängigen Abgeordneten Eugene Pebellier geleitet, der mit 80 Jahren drei Jahre älter ist, als der bisherige kommunistische Alterspräsident Marcel Cachin. Die Abgeordneten nahmen ihre Sitze in alphabetischer Reihenfolge ein, da sich die politischen Fraktionen noch nicht über die Sitzordnung einigen konnte. Diese voräuflge Regelung führte zu einem amüsanten Zwischenfall. Als der kommunistische Abgeordnete Jean Cristofol seinen £iatz einnahm, schüttelte er geistesabwesend seinem Nachbar dia Hand. Dieser Nachbar war aber nicht Wie der Abgeordnete angenommen hatte, •in kommunistischer Fraktionskollege, sondern der gaullistisch« Bürgermeister von Paris, Pierre da Gaulle — wie sein Bruder General de Gaulle, ein erbitterter Gegner der Kommunisten. Was madti da8 Wetter? Wetteraussichten. Meist heiter, trocken und wieder zunehmende Erwärmung. Am Sonntag bei etwas Zunehmender Bewölkung Neigung zu Ausbildung örtlicher Gewitter, sonst nodh Fortbestand des schönen Wetters. Herausgeber: Sozialistischer Verlag Freiburg GmbH., Frei bürg l Br.. Keiser-yoseph-atrade MS. Fernruf 2818 Hauptscnrlftleltung: Alfred Oesterheld VerligiieitUhg:». Bauermeister Druckt Unlversltitsdruukarai Poppen L Ortmann, Freiburg i. Br. »Des Volk* erscheint: Dienstag, Donnerstag. Samstag Monatsbezugspreis Z.iS DM zuztlgl- 0.» DM Trägerlohn. Kleines 'Hetz in feeiubet£tabi Roman von Ellen Schubert 4 -...•. Vor der Türe stand eine ältere Person mit einem Abzeichen des Rot an Kreuzes auf dem Kostüm. An der Hand hatte sie ein Kind, von dem man zunächst nicht viel sah, außer zwei winzigen Händen, eine in der großen der ältlichen Begleiterin, ein« um den Griff eines Täschchens geschlungen, das das Kind ängstlich an sich preßte. Das Gesicht schien ln der Hauptsache aus zwei riesigen blauen Augen zu bestehen, die in lebhafter Bewegung waren. Und während die Begleiterin mit müder Stimme fragte, ob Herr Heieriing zu sprechen sei, fing das kleine Geschöpf respektlos laut zu lachen an. Frau Teil wein machte sich keine Illusionen, sie war eine Frau der Tatsachen, des nüchternen Verstandes. Sie wußte natürlich sofort, daß sie selbst der Grund der Erheiterung war. Aber noch ehe sie sich von Ihrer empörten Feststellung erholt hatte, stand Rob! an dar Türe. Ver. i schlafen und im Bademantel, unter dem dl« ge» I streiften Hosenbeine des Pyjamas hervorschauten. Er hatte es doch geahqf, daß dal Gelächter da draußen ln Irgendeinem Zusammenhang mit ihm selber stand! Was war los? „Sind Sie Herr Heieriing?“, fragte die müde Stimme der fremden Frau. Robl nickte mit dem Kopf — er sah die beiden ungleichen Fremden näher an, und ehe die Frau noch ausgesprochen hatte, was sie beide herführte, wußte er, was los war: Das Kind war dal „. . . würden Sie mir freundlicherweise bescheinigen daß ich das Kind auftragsgemäß bei Ihnen persönlich abgellefert habe . . .?- Robi nickte nur, er kam sich vor, wie vor den Kopf geschlagen. So früh am Morgen, vor Frau Tell- weins saurer Miene, am Freitagmorgen, wo er heute Nachmittag mit Susanne verabredet warl Und in einer Stunde sollte er im Büro sein! Wal nun? Wohin mit dem Kind, Wohin . . . Schließlich stand Robi mit dem Kind an der Hand in seinem Zimmer. Langsam begriff er, daß er etwas voreilig gehandelt hatte. Maria Anna Celestina war immerhin fünf Jahre alt und sah nicht so aus, als ob sie noch im Stubenwagen Platz hätte, in Windeln zu hüllen und mit Milchflaschen zu ernähren sei. Er sah «in, daß er sein Monatsgehalt falsch angelegt hatte, und das besserte seine Laune nicht Er stand da und schaute. Auf das Kind, auf den Wagen und dl4 Windeln, die Klappern und Flaschen, er wußte nun überhaupt nicht mehr, was er tun sollte, aber da er auch seinen Vorschuß schon einkalkuliert hatte konnte er das Kind unmöglich sofort zum nächsten Kinderheim bringen! Und überhaupt — was sollte Maria Anna Celestina im Bethlehem-Heim, auch dort war alles für Säuglinge eingerichtet! Du liebe zeit, mit einer kleinen Dame hatte Robi nicht gerechnet! Maria Anna Celestina wer wesentlich weniger gehemmt, als ihr großer Onkel. Sie sah sich erstaunt in der neuen Umgebung um, dann sah sie zu dem langen, unschlüssigen Mann auf und sagte laut und vernehmlich: „How do you do?“ Robi beugte sich nieder und sagte freundlich: „Wie heißt du denn?“ Was sollte er das Kind schon fragen? Sprach et nur Englisch? Würde sie ihn verstehen? Und während er mit unbeholfenen Fingern dem kleinen Geschöpf aus dem großen Hut und dem dicken Mantel zu helfen versuchte, antwortete sie schelmisch: „You don’t understand me?“ „No“, sagte Robi ehrlich. Er konnte kein Englisch. Nur eben so viel, wie man im Umgang mit der Besatzung lernt. Aber schließlich war dies ja das Kind seiner leibhaftigen Schwester, warum konnte es kein Deutsch? Mußte er sich nun für die nächst«: Wodien mit seinen paar Brocken verständlich machen? Da war natürlich von vornherein die ganze Autorität zum Teufel. ' Aber das kleine Mädchen war inzwischen in ganzer Größe vor ihm aufgerichtet. Ein zartes Geschöpf war Irene gewesen, dies Kind war noch zierlicher, noch durchsichtiger hatte noch lebhaftere Augen, eine fröhliche Schar Sommersprossen verbreitete sich in dem kleinen Gesicht. Und urplözüch sich besinnend auf eine andere VerständlgungsmögUchkeit antwortete das Kind auf einmal deutsch: ' „Ich heiße Melke. Und du? Bist du Onkel Robi?“ Ein kleiner Finger bohrte auf Robis Brust wie ein Fragezeichen. Er nickte erleichtert. Nun also, es war ja auch auf deutsch auszukommen mit ihr. Und auf einmal wußte er, was er mit ihr anfangen sollte. Er hatte ein hilfloses Baby erwartet, er hatte eine kleine Dame in Empfang' genommen. Nun, damit wußte er »(hon besser umzugehen! Und galant, wie immer, fragte er: „Hast du Hunger, Melke?“ „Oh ja!“ „Möchtest du dir die Hände waschen?“ „Nein.“ „Wo kommst du denn jetzt her?“ „Von dem großen Zug. Tante und Ich sind ganz lange gefahren. Erst sind wir auf dem Schiff gefahren.“ „Auf was?“ „Auf dem Schiff! Auf dem Wasser kann man nicht mit dem Zug fahren!“ „Aha!“ sagte Robi und die Logik dieser Feststellung verfehlte ihren Eindruck auf ihn nicht. Und während er Brot schnitt und mit Butter bestrich, beobachtete er sie. Sie saß auf dem großen Stuhl, auf den er sie hinaufgeho- ben hatte, und ihre Augen wandelten rundum. Als sie merkte, daß Onkel Robi sie ansah, lachte sie vergnügt und laut. Dann kaute sl« auf beiden Backen und Robi unterließ es, weitere Fragen zu stellen, da er e» in Anbetracht ihres vollen Mundes für besser hielt. Plötzlich fiel ihm die Arbeit ein. Er fuhr auf, verschwand im Bad, kehrte bald darauf angezogen zurück und sagte eindringlich: „Melke, du bleibst jetzt schön brav hier, bis Onkel Robi wiederkommt, ja? Gehe nicht aus dem Zimmer! Mittags bin Ich wieder de! Hörst du? Ich bitte dich sehr, sei brav!“ Und schon wollte er zur Türe. Ehe er sich’s versah, hielt das Kind ihn fest, klammerte sich einfach an eines seiner langen Beine und rief energisch: „Onkel Robi, Onkel Robi — du hast mir noch gar keinen Good-by-Kuß gegeben!“ Robi kapitulierte. Er bückte sich nieder. Er gab sein« Nichte einen Abschiedskuß, er schüttelte ihre kleine Hand, er schämte sich, daß er nicht von alleine an diese selbstverständliche Kavalierzpflicht gedacht hatte; dann ober war «r wie der Wind zur Türe hinaus. VH. Melke nennte sie sich, das war einfach und leicht zu merken. Robi dachte erfreut, daß er sich umsonst tagelang überlegt hatte mit welchem der drei Namen er »eine Nichte endgültig bedenkm sollte, Melke war gut, es paßte zu ihr und war so echt Irene. Immer war sie für alles Kurze und nicht häufig Vertretene gewesen. — Und „gefremdet“ hat sie nicht. Wie eine alte Bekannte hatte sie sich benommen. Komisch — andere Kinder, die er kannte, waren wenigstens anfänglich immer etwas scheu! Aber das konnte natürlich auch auf sein vertrauenerweckendes Aussehen zurückzuführen sein. Und unversehens besserte sich Robis Laune um ein Beträchtliches. Hieß es nicht, Kinder haben ein treffendes Urteil? Natürlich hatte sie gleich die verwandtschaftlichen Empfindungen spre. Chan lassen. Eigentlich war es ein reizendes Kind. Wem sah es eigentlich mehr ähnlich: Irene oder Ritter? Er dachte eben, daß er sich an Filter nicht mehr recht besinne, da ging die Türe mit einem Ruck euf und eine weibliche Persönlichkeit schoß mit unverkennbaren Temperamant herain. Sie ließ sich mit einem Seufzer der Erleichterung in den nächsten Sessel fallen und zog einen kleinen Lippenstift heraus. (Fortsetzung folgt- Bamstag, 7. Juli 1951 Bas Bot* Nummer 81 — Seite 3 It6i*a**eutace dec UJacUc Ziele und Aufgaben Wie bereits berichtet, hat die in Frankfurt neu gegründete Sozialistische Internationale eine Erklärung über Ziele und Aufgaben abgegeben. Auf die 13 Punkte umfassende Präambel (Vorwort) haben wir bereits hingewiesen. Nachstehend geben wir den Wortlaut der weiteren politischen Formulierungen. Politische Demokratie 1. Die Sozialisten erstreben mit demokratischen Mitteln eine neue Gesellschaft in Freiheit. 2. Es gibt keinen Sozialismus ohne Freiheit. Der Sozialismus kann nur durch die Demokraten verwirklicht, die Demokratie nur durch den Sozialismus vollendet werden. 3. Demokratie ist die Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk. Sie sichert a) jedem den Schutz seines persönlichen Lebens gegen jeden willkürlichen Eingriff des Staates; b) die politischen Freiheitsrechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Lehr- und Lem- freiheit, Koalitions- und Versammlungsfreiheit. Streikrecht, Freiheit der religiösen Bekenntnisse; c) die Volksvertretung auf Grund freier, allgemeiner, gleicher und geheimer Wahlen; d) Regierung durch die Mehrheit bei Wahrung der Rechte der Minderheit; - e) die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz ohne Rücksicht auf Geburt, Geschlecht, Glauben, Sprache oder Rasse; f) den Gruppen mit eigener Sprache das Recht auf kulturelle Autonomie; g) ein System unabhängiger Justiz: niemand darf seinem ordentlichen Richter entzogen werden; die Richter sind nur an das Gesetz gebunden. 4. Die Sozialisten haben stets für die Wahrung der Menschenrechte gekämpft. Die von den Vereinten Nationen angenommene Erklärung über die Menschenrechte muß in allen Ländern verwirklicht werden. 5. Die Demokratie erfordert die Daseinsberechtigung von mehr als einer Partei und das Recht auf Opposition. Die Demokratie hat jedoch die Pflicht, sich gegen jene zu schützen, die sie mißbrauchen, um sie zu zerstören. Die Verteidigung der politischen Demokratie ist ein Lebensinteresse des Volkes, ihre Aufrechterhaltung eine Bedingung für die Verwirklichung der wirtschaftlichen und sozialen Demokratie. 6. Eine von kapitalistischen Interessen getragene Politik kann nicht die Kräfte des Volkes entwickeln und vereinigen, die zur Verteidigung der Demokratie gegen totalitäre Angriffe erforderlich sind. Die Demokratie kann nur mit Hilfe der Arbeiter verteidigt werden, deren Schicksal mit dem Bestand der Demokratie unlösbar verbunden ist. I werden. Solche Planwirtschaft ist unvereinbar mit der Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Händen weniger; sie erfordert eine wirksame demokratische Kontrolle der Wirtschaft. Der demokratische Sozialismus steht daher im scharfen Gegensatz zum Monopolkapitalismus, wie zu jeder Form der totalitären Wirtschaftsplanung, denn diese Formen der Wirtschaftsorganisation schließen die öffentliche Kontrolle des Produktionsprozesses aus und sichern nicht eine gerechte Verteilung der Arbeitsprodukte. 3. Sozialistische Planung kann sich verschiedener Methoden bedienen. Das Ausmaß öffentlichen Eigentums und die Formen der Planung sind durch die Struktur der einzelnen Länder bedingt. 4. Kollektives Eigentum kann geschaffen werden durch die Nationalisierung privatkapitalistischer Konzerne und Unternehmungen oder den Aufbau gemeinnütziger Konzerne oder Gern eindeuntemehmungen und Verbraucher- oder Produktivgenossenschaften. Diqse mannigfaltigen Formen kollektiven Eigentums sind nicht Selbstzweck. Sie sollen als Instrumente dienen, um die Grundindustrien, von denen Leben und Wohlstand des Gemeinwesens abhängen, der öffentlichen Kontrolle zu unterwerfen, die Rationalisierung technisch rückständiger Industrien zu fördern und die Ausbeutung des Volkes durch kapitalistische Monopole und Kartelle zu verhindern. 1. Das Hauptmotiv des Kapitalismus ist der persönliche Profit, das des Sozialismus die Befriedigung der menschlichen Lebensbedürfnisse. 2. Das Sozialprodukt muß in erster Linie entsprechend den elementaren Lebensbedürfnissen aller verteilt werden. Dies muß den Antrieb des einzelnen zur höchsten Arbeitsleistung nicht unterbinden. Die Sozialisten halten den Anspruch des Individuums auf eine Belohnung entsprechend seiner vollbrachten Leistung für selbstverständlich. Sie glauben, daß auch andere Arbeitsantriebe wirksam sind, wie die Freude an der guten Arbeitsleistung, die Solidarität und der Gemeinschaftsgeist, die besonders verstärkt werden können, wenn die Menschen für das Gemeininteresse arbeiten. 3. Der demokratische Sozialismus verficht nicht allein die politischen, sondern auch die ökonomischen und sozialen Grundrechte des Individuum*. 5; Sozialistische Planung erfordert nicht die Kollektivierung aller Produktionsmittel; sie ist vereinbar mit der Existenz von Privateigentum auf wichtigen Gebieten, so zum Beispiel in der Landwirtschaft, im Handwerk, im Kleinhandel und in der Klein- und Mittelindustrie. Dör Staat muß privatkapitalistische Eigentümer verhindern, ihre Macht zu mißbrauchen. Er kann und soll ihnen helfen zur Steigerung der Produktion und zur Vermehrung des Volkswohlstandes im Rahmen der Gesamtplanung beizutragen. 6. Die Gewerkschaften und die Verbände der Produzenten und Konsumenten sind unerläßliche Faktoren einer demokratischen Gesellschaft; sie dürfen weder zu Werkzeugen einer Zentralbürokratie noch zu einem Ständesystem entarten. Diese Wirtschaftsverbände sollen, bei voller Wahrung der konstitutionellen Rechte des Parlaments an der Gestaltung der Wirtschaftspolitik mitwirken. 7. Sozialistische Wirtschaftsplanung bedeutet nicht, daß alle wirtschaftlichen Entscheidungen von der Regierung oder von Zentralbehörden getroffen werden. Wirtschaftliche Macht soll, wo immer dies mit den Zwecken der Wirtschaftsplanung vereinbar ist, dezentralisiert werden. 8. Die Staatsbürger sollen durch ihre Verbände und durch individuelle Initiative am Produktionsprozeß mitwirken und dadurch das Aufkommen einer staatlichen oder privaten Bürokratie verhindern. Die demokratische Mitwirkung der Arbeiter an der Leitung der Industrien muß gesichert werden. 9. Der demokratische Sozialismus erweitert die Freiheit des Individuums auf der Grundlage wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit und eines sich ständig vermehrenden Wohlstandes. Internationale Demokratie 1. Der Sozialismus ist von Anfang an eine internationale Bewegung. 2. Er ist international, weil er die Befreiung aller Menschen von jeder wirtschaftlichen, geistigen und politischen Knechtung erstrebt. 3. Er ist international, weil er überzeugt ist, daß kein Volk für sich allein dauerhafte Lösungen für alle seine wirtschaftlichen und spzialen Probleme finden kann. 4. Das System uneingeschränkter nationaler Souveränität muß überwunden werden. 5. Die neue Weltordnung, die die Sozialisten erstreben, kann sich nur fruchtbar und friedlich entfalten, wenn sie auf der freiwilligen Zusammenarbeit der Nationen beruht. Dies erfordert Demokratie im Weltmaßstab unter einer internationalen Rechtsordnung, die die Freiheit der Völker und den Respekt der Menschenrechte verbürgt. 6. Der demokratische Sozialismus sieht in der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen einen wichtigen Schritt zur Errichtung eines internationalen Gemeinwesens und fordert die strenge Durchführung der Grundsätze ihrer Charta. 7. Der demokratische Sozialismus kämpft gegen jede Form des Imperialismus. Er kämpft gegen die Unterjochung und Ausbeutung irgendeines Volkes. 8. Es genügt nicht, sich dem Imperialismus zu widersetzen. In ungeheuren Gebieten der Welt leben Millionen Menschen von Krankheit heimgesucht, in tiefster Armut und Unwissenheit. Armut in einem Teil der Welt ist eine Bedrohung des Wohlstandes in den anderen. Armut hemmt die Entwicklung zur Demokratie. Demokratie, Wohlstand und Frieden erfordern eine Neuverteilung des Weltreichtums und eine Erhöhung der Produktivität in den wirtschaftlich unentwickelten Gebieten. Es liegt im Interesse aller Völker, den materiellen und kulturellen Lebens- Soziale Demokratie und kultureller Fortschritt 6. Der demokratische Sozialismus bekämpft den Kapitalismus nicht nur wegen seiner wirtschaftlichen Unzulänglichkeit und seiner materiellen Bedrückung großer Massen, sondern weil er das sittliche Empfinden verletzt. Er verwirft jedes totalitäre System, weil es die Würde des Menschen schändet. 7. Der demokratische Sozialismus kämpft für die Befreiung der Menschen von jener Furcht und Sorge, die mit allen Formen von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden ist. 8. Der Sozialismus will den Menschen alle Bereiche des Wissens öffnen, damit sie zu immer höheren Kulturstufen aufsteigen. Er befruchtet alle Bestrebungen und Schöpfungen des menschlichen Geistes. Die Schätze der Kunst und Wissenschaft, die in Jahrtausenden geschaffen wurden, müssen allen erschlossen werden. Standard in diesen Gebieten zu steigern. Ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung muß von den Ideen des demokratischen Sozialismus beseelt werden, damit sie nicht neuen Formen der Unterdrückung verfallen. 9. Der demokratische Sozialismus sieht in der Bewahrung des Weltfriedens die brennendste Aufgabe unserer Zeit. Der Friede kann nur durch ein System der kollektiven Sicherheit verbürgt werden. Dieses System wird die Voraussetzungen für eine Weltabrüstung schaffen. 10. Der Kampf für die Erhaltung des Friedens ist untrennbar verknüpft mit dem Kampf für die Freiheit. In der Bedrohung oder der Vergewaltigung der Völker haben die Kriegsgefahren unserer Zeit ihren unmittelbaren Grund. 7. Die Sozialisten erklären sich solidarisch mit den Völkern unter faschistischer oder kommunistischer Diktatur, die um ihre Freiheit ringen. 8. Jede Diktatur, wo immer sie bestehen mag, bildet eine Gefahr für die Freiheit aller Völker und damit für den Weltfrieden. Jede Ausbeutung der Menschen, sei es durch Zwangsarbeit, sei es unter Verletzung der elementaren Menschenrechte, sei es zugunsten privatkapitalistischen Profits, sei es im Namen einer politischen Diktatur, bedroht das materielle und moralische Lebensniveau alle Völker. Wirtschaftliche Demokratie 1. Der Sozialismus will das kapitalistische System überwinden durch eine Wirtschaftsordnung, in der das Interesse der Gemeinschaft über dem Profitinteresse steht. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Ziele sozialistischer Politik sind Vollbeschäftigung, Produktionssteigerung, stetige Vergrößerung des Wohlstandes, soziale Sicherheit und und eine gerechte Verteilung der Einkommen und Vermögen. 2. Um diese Ziele zu verwirklichen, muß die Produktion im Interesse des Volkes geplant Diese Rechte sind unter anderen: Das Recht auf Arbeit; das Recht auf ärztliche Behandlung und auf Mutterschutz; das Recht auf Erholung; das Recht auf wirtschaftliche Sicherheit im Alter, bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit; das Recht der Kinder auf Kinderschutz, und das Recht der Jugend auf eine den individuellen Fähigkeiten angemessene Schulbildung; das Recht auf menschenwürdige Wohnung. 4. Die Sozialisten kämpfen für die Aufhebung aller gesetzlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ungleichheiten zwischen Mann und Frau, zwischen sozialen Schichten, zwischen Stadt und Land, zwischen Regionen und zwischen Rassen. 5. Der demokratische Sozialismus erstrebt weit mehr als eine neue wirtschaftliche und soziale Ordnung. Wirtschaftliche und soziale Fortschritte finden ihre moralische Rechtfertigung in dem Maße, in dem sie der Befreiung und Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit dienen. Der Schuman-Plan in Einzeldarstellungen Von Fritz Erl er, M. d. B. V. Das angebliche Ja Die weit verbreitete Behauptung, die Gewerkschaften hätten sich für die Ratifizierung des Schuman-Planes ausgesprochen, trifft nicht zu. Dort, wo einzelne Gewerkschaften Ja gesagt haben, verbanden sie diese Zustimmung mit schwerwiegenden Bedingungen. Das tat auch Christian Fette in seiner ersten Äußerung nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes. Was hat der Bundesausschuß des Deutschen Gewerkschaftsbundes selbst gesagt? Er hat gefordert, daß „vor Ratifizierung alle noch bestehenden Bestimmungen der Besatzungsmächte, die eine Gleichberechtigung in der Wirtschaft bisher verhinderten, ohne Einschränkung aufgehoben werden müssen“. Dazu gehöre eine Regelung des Kohlenabsatzes nach den deutschen wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Die Gewerkschaften forderten, daß auf dem Gebiet der Stahlerzeugung jede Beschränkung zu fallen habe und die Gewähr für eine gesunde Fortentwicklung unter Berücksichtigung des deutschen Nachholbedarfes gegeben werden müsse. Die entscheidenden Worte in dieser Liste sind die zwei „vor Ratifizierung“. Der Schuman-Plan in seiner jetzigen Gestalt entspricht diesen Forderungen nicht. Seine Verteidiger haben zur Frage der Aufhebung der Stahlquote, der Beseitigung vieler Beschränkungen der deutschen Wirtschaft, des, Ausbaues der deutschen Stahlindustrie zum Ausgleich der Demontageverluste, des Aufbaues einer Ersatzorganisation für den verbotenen zentralen Kohlenverkauf nur vage Versprechungen anzubieten. Der Vertrag selbst enthält zu keinem dieser Punkte eine einwandfreie Sicherung unserer berechtigten Ansprüche. Der Irrtum ist dadurch entstanden, daß die Gewerkschaften in allen ihren öffentlichen Verlautbarungen die Grundidee einer Zusammenlegung der europäischen Kohlen- und Stahlindustrie bejaht haben. Das tat auch die sozialdemokratische Partei. Diese Grundidee hält sie für richtig. Nur ist sie, genau wie die Gewerkschaften, nicht davon überzeugt, daß der jetzige Vertragsinhalt diese Grundidee verwirklichen kann. Die Gewerkschaften haben den Plan nicht zu ratifizieren, sondern der Bundestag. Sie haben es in ihren öffentlichen Erklärungen infolgedessen leichter. Wenn der Bundestag in seiner konkreten Entscheidung den gewerkschaftlichen Bedenken folgen will — und er wäre gut beraten, es zu tun —, dann muß er das jetzt vorliegende Vertragswerk ablehnen und es der Regierung mit dem Bemerken zurückgeben, daß diese Ablehnung zu neuen Verhandlungen mit-dem Ziele führen müsse, der guten Grundidee eine Form zu geben, die Europa und auch dem gleichberechtigten Deutschland darin nützt __ GROSS MEHR QUANTITÄT m MEHR QUALITÄT magnum ^T)oj (BLaJtb def-CJzmjtL Kleiner Treppenklatsch „Hilft Ihr Mann im Haushalt?“ fragte eine der meistgelesenen amerikanischen Frauenzeitschriften ihre Leserinnen. Aus den Antworten von Frauen aller Altersstufen und aus den verschiedensten sozialen Schichten in Groß- und Kleinstädten, Dörfern und Farmen ergab sich, daß 95V» aller amerikanisdien Männer sich auf irgendeine Weise im Haushalt nützlich machen. Viele helfen sogar regelmäßig beim Zufoeneiten der Mahlzeiten, und manche ziehen es vor, ganz allein in der Küche zu wirtschaften. 75V» der Ehemänner greifen beim Reinemachen kräftig mit zu; sie klopfen nicht nur Teppiche, sondern putzen auch Fenster und lieiben es, mit dem Staubsauger umzugehen. Etwa 50% betätigen sich bei der großen Wäsche. Manche Leserin gab übrigens zu, daß sie verschiedene haus- wirtschaftliche Kniffe und arbeitsparende Methoden von ihrem Mann gelernt habe. 65 Vierlinge im Jahr Auf der ganzen Erde werden jährlich rund 337 000 Zwillinge, 37 000 Drillinge und 65 Vierlinge gebaren. Auf den Tagesdurchschnitt kommen demnach 1000 Zwillinge und 10 Drillinge; Vierlinge erblicken nur an jedem fünften Tag das Licht der Welt. Zur Zeit leben auf der Ende insgesamt 200 000 Drillinge. Kasperle als Erzieher ' Bei einer Zusammenkunft von Psychologen, Pädagogen und Sozialfürsorgern in New York spielten Marionetten- und Kasperlevorführungen eine bedeutsame Rolle. An ihrem Verhalten sollten die Tagungsteilnehmer die Probleme des Familienlebens studieren, z. B. den grausamen Vater, die nörgelnde Mutter, das eigensinnige Kind usw. Diese kleinen Puppenparodien brachten die verschiedenen Ansichten und Haltungen klarer zum Ausdruck, als theoretische Vorträge es hätten tun können, und führten zu Diskussionen über alle möglichen Probleme des täglichen Lebens und Methoden zu ihrer Lösung. Kopfwäsche ohne Tränen Welche Mutter kennt nicht das oft so klägliche Wehgeschrei der {Jüngsten in der Familie, wenn es gilt, ihnen beim Baden den Kopf zu waschen. < |i So lustig und fröh- / / j//i .! H lieh sie selbst im / '\ Wasser pantschen, sö „ernst“ wird die Situation, wenn ( - der Kopf eingeseift ' wird. Und das ist V 1 nur allzu verständ- ' ^ lieh, denn bei aller Vorsicht ist es nicht zu vermeiden, daß ein wenig Seife oder seifiges Wasser in die Augen dringt. Eine amerikanische Firma hat nun einen Kunststoff schirm herausgebracht, der wie eine Hutkrempe auf dem Kopf sitzt und mit einem elastischen Ring abschließt, so daß Seife und Wasser vom Gesicht des Kindes femgehalten werden, ln Zukunft also endlich einmal Kopfwäsche ohne Tränen und damit eine Erleichterung für die Mutter. „Annabelle“ Düfte und Gerüche aus dem KristaUflakon Natur und Wissenschaft zaubern die wunderbare Welt des Parfüms hervor Es ist eine alte Weisheit, daß keiner unserer „fünf Sinne“ so eng mit seelischen Komplexen verbunden ist als der Geruch. Diese Erkenntnis der Psychologen ist eines der Geheimnisse, das um die wundersame, zauberhafte Welt der Gerüche und Düfte aus den Kristallflaköhs schwebt, es ist das Geheimnis der Wirkung des Parfüms schlechthin. Eine wahrhaft weltumspannende Industrie entstand um die kostbaren, aus tausend Ingre- denzien zusammengesetzten, meist so unscheinbar aussehenden Flüssigkeiten, deren einige, wie „Tabu“, „Chanel“ und „Soir de Paris“, sich die Frauen in den entlegensten Teilen der Weit eroberten. Frankreich, Eng- ’land und Amerika halten heute das Monopol der Parfümherstellung und des Verkaufs in den Händen. Es ist ein Geschäft, das den Fa- Benzol aus Thailand, um nur einige zu nennen, werden den verschiedenen Sorten der Parfüme beigemischt. Der Mischmeister sitzt in einem streng abgeschlossenen Raum vor einer langen Reihe von Schalen und Schälchen und „komponiert“, wobei er sich ganz auf seine Erfahrung, seine Nase und seine Phantasie verläßt. Er zaubert dann die Düfte hervor, die in den Märchen aus Tausend und einer Nacht beschrieben werden und läßt den Blütenduft erstehen, der durch den tropischen Dschungel weht oder über einem Eiland der Südsee mit dem berauschenden, die Sinne verwirrenden Ferment der Hibiskusblüten. Ihm sind keinerlei Beschränkungen autferlegt für das, was er als moderner Hexenmeister in der Alchimistenküche der Parfümfabriken „zusammenbraut“. LEBENSREGELN Willst du dir ein gut? Leben zimmern, Mußt ums Vergangene dich nicht bekümmern! Und wäre dir auch was verloren, Erweise dich wie neugeboren: Was jeder Tag will, sollst du fragen: Was jeder Tag will, wird er sagen. Mußt dich an eignem Tun ergetzen! Was andere tun, das wirst du schätzen; Besonders keine Menschen hassen Und das übrige Gott überlassen! Goethe brikanten und international verbundenen Einige von ihnen haben bis zu zehntausend großen Gesellschaften'mehr als 100 Millionen verschiedene „Gerüche“ in Listen zusammengestellt. Das letzte und entscheidende Urteil Dollar im Jahr einlbringt. Von diesem Gelds gehen 60 Prozent durch die Hände der Männer, denn nicht die Frauen sind diejenigen, die das Parfüm kaufen, sondern ihre Ehegatten, Bräutigame und Freunde. Für sie ist daß Parfüm in vielen Fällen ein Teil des geliebten Wesens und ihr Duft begleitet sie in den Alltag des Lebenskampfes. Wie wird das so begehrte Parfüm hergestellt? Die Fabrikanten hüten ihre Geheimnisse der Mischung mit Argusaugen, und die Männer mit der „guten Nase“, welche die köstlichen Düfte zusammenstellen, sind hoch- bezahlte Fachkräfte. Aus der ganzen Welt holen sie die Kräuter, Gewürze und die vielerlei Bestandteile; die zu einem guten und teuren Parfüm gehören, zusammen. Mehr als fünfzig Länder geben in vielen Fällen ihre Rohstoffe für eine einzige Mischung. Myrrhen aus Arabien, mit denen sich schon die Königin von Saba salbte, .Sandelholz aus Indien und Über die Liebe fällt bei allen diesen Versuchen immer der Käufer. Was hilft es dem Hersteller, wenn er Tausende von Rosemblättem, die außerordentlich teuer sind, zu einer besonderen Mischung destilliert und dann doch keinen Erfolg beim Publikum damit hat. Hat aber ein Parfüm sich den Markt erobert, hält es sich jahrzehntelang und wird ein großes Geschäft. Daß Parfüm wird nach Ansicht der Fachleute oft nicht richtig angewendet. Man soll es nicht auf die Kleider spritzen, sondern einen winzigen Tropfen an den Ohren, am Puls und am Hals verteilen, auch selbst die Kniekehlen sind noch ein geeigneter Platz, um einen der kostbaren „Dufttropfen“ anzubringen. Das Parfüm gehört seit undenklichen Zeiten zur Frau, die dazu bestimmt ist. es wirkungsvoll zu unterstreichen und zur Geltung zu bringen. Sommerblomen in liefen Sdialen Anmut und Schönheit des Natürlichen spricht zu uns aus den Vasen Wie lieben wir sie, die Künder der Schönheit — Blumen und Vasen! Aus beiden quillt geheimes Leben, beide sind Maß und Form, die sich aufbauen wie Geschöpfe, aus winzigen Teilen bestehend, so wie der Baumeister ein Haus baut aus gestaltlosen Steinen. Blumenwesen in Vasen so einzuordnen, daß sie in ihren geheimen Lebensgesetzen, die Sprache der Schönheit eindringlich verkünden, ist keine alltägliche Gabe. Goethe hat uns gelehrt, den Daseinssinn der Vasenblume zu verstehen, wenn er sagt: „Die Blume gewinnt erst ihren Reiz durch das Insekt, das ihr anhängt, durch den Tautropfen, der sie befeuchtet, durch das Gefäß, woraus sie allenfalls ihre letzte Nahrung zieht.“ Nicht jede Blume paßt zu jedem Gefäß. Zum Blütenzweig gehört der frohe Tonkrug, zu zarten Schalen und Gläsern Märzveilchen und Anemonen, zur schlanken, hohen Vase der dekorative und weit aushoiende Magnolienzweig, zum Tulpen- und Rosenstrauß die Kelchvase, zu Sommerfblumen die tiefe Der Sommer aui Flaschen Flüssiges Obst in der Speisekammer — Wie bereiten wir Fruchtsäfte? gefüllt Flüssiges Obst nennt man den durch Auspressen von reifen Früchten gewonnenen natürlichen süßen Saft, der besonders erfrischend und wohlschmeckend ist. Noch wichtiger ist, daß dieser Saft den Fruchtzucker, die Fruchtsäuren, die Vitamine und Mineralsalze unverändert enthält, und daß der Genuß somit dem von Frischobst entspricht. Das ist für die obstarme Jahreszeit recht' wichtig, und keine Hausfrau sollte deshalb versäumen, flüssiges Obst auf Vorrat zu nehmen. Die Bereitung von flüssigem Obst ist der Hausfrau im allgemeinen noch nicht so geläufig wie das Einwecken, denn das Verfahren, den flüssigen Obstsaft haltbar zu machen, ist noch neueren Datums. Früher verkochte man Fruchtsäfte, namentlich Himbeer- und Kirschsaft, mit Zucker und machte sie dadurch haltbar. Durch das Kochen werden aber die Vitamine zerstört, und das Aroma wird stark verändert, deshalb verdient das flüssige Obst unbedingt den Vorzug, um so mehr, als die Herstellung nicht kompdiziierter ist als die frühere Saftfoereitung oder das Einmachen von Früchten überhaupt. Es ist auch hier Wichtig, daß die Hausfrau weiß, worauf es ankommt und was sie besonders beachten muß. Das flüssige Obst ist durchaus vorteilhaft, die Ausbeute ist bei Beerenobst 70 Prozent und bei Kernobst 60 Prozent, ein Liter Obstsaft entspricht drei bis vier Pfund frischen Obstes. Der reine Obstsaft ist nicht nur ein recht gesundes Getränk, sondern läßt sich im Winter auch küchentechndsch vielseitig verwenden. • Größere Mengen Frischobst kann man sich an jedem Ort pressen und auf Flaschen gefüllt haltbar machen lassen. Kleinere Mengen für den Winterbedarf des kleineren oder mittleren Haushalts kann jede Hausfrau selbst den Sommer über hersteilen. Für die Bereitung von flüssigem Obst gibt es besondere Dampfsaftgewinner, es genügt aber auch ein Kessel, wie man ihn zum Einwecken benutzt. Der frisch aus dem Obst gepreßte Saft geht normalerweise bald in Gärung über, wenn die Gärungserreger nicht unschädlich gemacht werden, ebenso müssen Fäulnis- und Schimmelpilze, die dem frischen Obst stets anhaften und die auch durch die Luft in den ausgepreßten Saft gelangen würden, abgetötet werden. Man nennt die Behandlung deshalb das Keimfreimachen. All diese unerwünschten Keime, sogenannte Bakterien, werden also abgetötet und durch guten Verschluß, also gute neue Korkstopfen, wird ferner dafür gesorgt,, daß nicht von neuem solche schädlichen Keime an den Saft gelangen können. Das Keimfredmachen geschieht sehr einfach, indem man den frisch gewonnenen Obstsaft in den Flaschen 25 Minuten lang auf 75° C erwärmt hält. Eine stärkere Erwärmung muß vermieden werden, weil sie Vitamine und Aroma beeinträchtigt. Für die Haltbarmachung reicht die Erwärmung auf 750 völlig aus. • Die ganze Arbeit verlangt aus naheliegenden Gründen peinliche Sauberkeit. Die zu pressenden Früchte oder Beeren werden sauber verlesen, also sorgfältig alle angefaulten oder gedrückten Früchte aussortiert. Dann preßt man sie in einer Fruchtpresse, füllt den Obstsaft sofort in die gut gereinigten Flaschen und korkt sie gleich zu. Die gut zugekorkten Flaschen werden nun auf etwas Heu oder Holzwolle in einen Kessel gestellt, der Kessel etwa dreiviertel voll Wasser gefüllt und langsam erhitzt. Durch ein eingehängtes Thermometer kontrolliert man die Erwärmung und . achtel darauf, daß 75° C nicht überschritt«!, sondern 25 Minuten lang möglichst gleichmäßig erhalten werden. Nach dieser Erwärmung läßt man den Kessel mit den Flaschen erkalten, nimmt die Flaschen, dann heraus, taucht den Flaschenhals ip flüssig gemachten Flaschenlack, so daß der Kork völlig bedeckt ist, und stellt die Flaschen 24 Stunden mit dem Kork nach unten auf, damit der Obstsaft den Korken ausquellen läßt. Hiernach ist das flüssige Obst unbedingt haltbar, wenn man die Flaschen an einem kühlen Ort lagert. Keramikschale. In Vasen lebt Anmut und Schönheit des Natürlichen seit Jahrtausenden. In den tiefen Schichten von Troja fand man schon Vasen. Sie waren nicht auf der Drehscheibe, sondern mit der Hand bergestelt und unbemalt. Die ersten auf der Drehscheibe hergestellten Vasen kamen von der Insel Tbera (2. Jahrh. v. Ohr.). Sie zeigten einen Fortschritt in aufgemalten Verzierungen mit matten Farbklängen. In der zweiten Hälfte des Jahrtausends v. Ohr. trat zum erstenmal die für die spätere griechische Keramik charakteristische Fimisfaibe auf die Oberfläche, eine warme, gelbliche Tönung mit ' leuchtendem Rot untermalt. Die Farmen wurden mannigfaltiger, schlanke Becher standen auf hohem Fuß. Manche von timen trugen doppelte Griffe und eine kurze Ausgußröhre, waren bemalt mit üppigen Spiralen, Fischen, Seesternen und Korallen. Dann machten Dypilonvasen ihren Siegeszug durch die Welt. Sie waren größer in ihren Abmessungen und fast ganz von Flechtwerk umschlossen, aber starre, leblose Gebilde. Später begann der orientalische Einfluß. Während die oyrischen Vasen aus feingeschlämmtem Ton mit hellgelber Oberfläche noch ziemlich barbarische Dekorationselemente trugen, verrieten die rhodischen schon ein Eingehen auf die Gefäß form in den figürlichen Ornamenten, derfn sie trugen Tiere, Hirsche, Steinböcke, Löwen und Greife, die in den Zwischenräumen angebracht waren. Die Athener huldigten dem künstlerischen Fortschritt in einer mehr plastisch-bildlichen Darstellung. In den Bildraum traten Sagen des Epos, auch Szenen aus dem Leben. Sie wurden von Künstlern bemalt, die ihren Namen neben dem des Töpfers in che Form einließen. Immer mehr erwachte in der Vasen- Jos6 Ortega Y Gasset Dem normalen Mann „gefallen“ fast alle Frauen, die in seine Nähe kommen. Das erlaubt uns, den Charakter tiefer Wahl, den die Liebe besitzt, deutlicher herauszuarbeiten. Wir müssen uns nur hüten, die Liebe mit dem Gefallen zu verwechseln. Ein schmuckes Mädchen reizt im Vorübergehen die Peripherie der männlichen Sensibilität, die — zu ihrer Ehre sei es gesagt — eindrucksfähiger ist als die der Frau. Diese Reizung bewirkt unwillkürlich eine erste Bewegung der Schönen entgegen. So unwillkürlich, so mechanisch ist die Antwort, daß nicht einmal die Kirche sich vermaß, sie als Sünde zu betrachten. Die Kirche war früher eine ausgezeichnete Psychologin, und es ist ein Jammer, daß sie in den letzten beiden Jahrhunderten so rückschrittlich geworden ist. Denn sie erkannte mit klarem Blick die Unschuld aller „ersten Regungen“. So auch der des Mannes, der sich hin- gezogen, hingerissen fühlt zu der Frau, die vor ihm herstöckelt. Ohne das gäbe es auch alles andere nicht — weder Böses noch Gutes, weder Laster noch Tugend. — Aus dem gleichnamigen Buch, Dt. Verlags-Anstalt, Stuttgart. Man sollte wissen ... . . . daß frische Kaffee- oder Teeflecken am besten verschwinden, wenn sie mit kochendem Wasser übergossen und, ohne auszuwinden, in der Sonne aufgehängt werden. . . . daß die Milchflaschen des Säuglings gereinigt werden, indem man eine Handvoll Salz hineingibt, warmes Wasser nachgießt, tüchtig schüttelt und dann unjer laufendem Wasser spült kunst nun das Verlangen, auch die Formen- büdungen des menschlichen Körpers in die figürliche Darstellung hinednzukomponieren. Bk traten lebhaft bewegte Figuren in das Blickfeld, die des Werfers, Läufers und Tänzers. Die folgenden Jahrhunderte entwickelten Vasen-Motive und -Formen in einem einzigen schöpferischen Gedanken und einheitlich zusammengeschlossener Komposition. Je weiter die Kultur des Mittelalters überschritten wurde, je seltener wurden antike Vorbilder. Die europäischen Porzellanmanufakturen traten mit Vasen ihnen Siegeszug an. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war Meißen mit seinen Mod/ellschöpfungen führend. Wien und Sevres, Fürstenberg, Ludwigsburg, Venedig, Kopenhagen setzten auf ihnen allen Ständen ein Miniaturdenkmal. Das 19. Jahrhundert bemächtigte sich in' der Vasenkunst all«’ Stoffe, die sich in Schönheit formen lassen — Gold und Silber, Kristall, Glas und kostbare Porzellane wurden zu Trägem künstlerischer yasentröume und Ideen und immer tiefer verankerte sich in den schaffenden Künstlern das Wollen, Vasen zu schaffen, die das Wesen der Blumen feinfühlig erspürten. MMMmiiiniiiimwnMM«! In Wald and Feld Es gibt nichts Schöneres, als jetzt mit Mutter und Vater und den älteren Geschwistern durch die sommerlichen Felder und Wälder zu streifen. Wen lockt es auch nicht hinaus, wenn am Sonntagmorgen die Sonne scheint und die weißen Wolken hoch oben am Himmel dahinziehen, als wollten sie uns mitnehmen in che Feme. Aber wir müssen hübsch auf der Erde bleiben, die gerade jetzt im Juni dem kleinen Naturforscher so viel Lehrreiches und Interessantes zeigt. Da sind die Wiesenblumen und die schier ungezählten Arten der Gräser. So zum Beispiel der Wiesenhafer, der über einen Meter hoch wird, das Straußgras und das Zittergras, dessen lockere Rispen auf dünnen. Streichen sitzen und daher hei dem geringsten Luftzug zittern. Da wuchern in überreicher Fülle die strahlenden Sterne der Margueriten, die allerdings für den Bauern ein Zeichen schlechten Wiesenbodens sind. Die Schafgarbe und Kamille, das Kreuzkraut und die Studentenblumen, sie alle recken ihre Köpfchen der Sonne entgegen und werden doch eines schönen Tages in der Zeit der Heumahd unter den Sicheln fallen. Die blauen Glockenblumen stehen an den einsamen, lauschigen Plätzen im Laubwald, der sich nun schon dunkler färbt und uns genügend Schatten spendet, daß wir in seinem kühlen Grunde in aller Ruhe einmal sein Pflanzen- und TierfLeben betrachten können. Am Rande blüht der Holunder, den man die Hausapotheke des Bauern nennt. Man bäckt aus ihm wohlschmeckende Holderküchlein und verwendet seine Blüten zu mancherlei heilenden Tränklein. Der Holunder war ursprünglich ein Baum, der der Göttin Holle geweiht war. Er ist seit langem in die Volkssage eingegangen. Der Schneeball im Walde zeigt weiße Blütendolden, die innen kleine Blüten mit Stempel und Staubbeuteln haben und am Rande große unfruchtbare Scheinblüten. Der' Gartenschneeball ist daraus gezüchtet, alle Blüten sind zu Scheinblüten geworden, und da sie nicht Platz in einer flachen Dolde haben, ist der „Ball“ entstanden. Früchte bringen diese Blüten nicht hervor. Im Nadelwald wachsen und blühen nun auch der Bärlapp, der unter Naturschutz steht, Tüpfelfarn, Wachtelweizen und Wintergrün. Vergessen wir auch nicht, in den Anlagen und Gärten uns einmal die Linden genauer anzusehen. Die Sommerlinde ist großblättrig! die Winterlinde dagegen hat kleine Blätter. f Samstag, 7. Juli 1951 Bas Botk Nummer 81 — Seite S Streiflichter — mit und ohne Kritik Die Männer sollen sich daran gewöhnen Es gibt noch viel zu wenig Vereine. In Hannover haben sich jetzt einige entschlossene Damen aufgemacht und einen Verein für „Sport ^ütürUckkeit“ gegründet. Ihr Sport ist allerdings einseitig, denn sie ziehen gegen kosmetische Mittel, gegen Lippenstift und Puder, gegen Nagellack und „alle sonstigen dummen Scherze aus 1001 Nacht“ zu Felde. Die Vorsitzende, eine 48jährige Buchhalterin, forderte ihre streitbaren „Mitläuferinnen“ auf, alles ^ derartige sofort in den Mülleimer zu werfen. ' Die Männer, so versichert sie siegesgewiß, würden sich mit der Zeit daran gewöhnen, daß ihre Frauen anders aussähen als bisher, gewissermaßen farbloser, aber dafür waschechter! Anschließend löste sich der Verein auf. Nicht nur, daß man bereits während der Kundgebung auf seine Kosten gekommen war und genügend gelacht hatte, sondern man erfuhr, daß der Verein einen monatlichen Beitrag von 10 DM verlangte. Die 10 DM legte man lieber in Dauerwellen und Eau de Cologne an .. . Halt — das waren zwei Mark! ... sagte ich erschrocken zu meiner Gemüsefrau, "" als sie mir auf meinen Einkauf von 96 Pfennig nur vier Rote herausgab. Verwünscht, man muß höllisch auf passen: den Einmarkstücken verflixt ähnlich sehen die neuen Zweimark- Internationales Treffen in Kochel am See Vor kurzem ging in der Bundesschule des DGB am Kochelsee in Oberbayem ein internationales Treffen junger Gewerkschaftler zu Ende. Es war das zweite dieser Art. Gegenüber der Zusammensetzung des ersten im September des Vorjahres war der Kreis der europäischen Länder, die der Einladung des DGB gefolgt waren, beträchtlich größer — statt aus fünf Ländern im Jahre 1950 kamen diesmal Teilnehmer aus acht Ländern. Außerdem waren die Exilgruppen der ungarischen, rumänischen und jugoslawischen Gewerkschaften vertreten. Auf deutscher Seite hatte jeder Bezirksverband des DGB eine Delegation entsandt, auch West- Berlin. Selbst Delegierte aus dem Saargebiet waren anwesend, die von Beginn an mit aller Deutlichkeit unterstrichen, daß sie Deutsche seien und bleiben würden. An grundlegenden Referaten ist vor allem ein Vortrag des Bundestagsabgeordneten über die Arbeit des Internationalen Arbeitsamtes auf dem Gebiet der internationalen Gesetzgebung erwähnenswert. Weiter sprach Professor Fendt, der Leiter der Münchener politischen Hochschule über „ökonomische Probleme der europäischen und internationalen Politik“. Der Generalsekretär des Internationalen Freien Gewerkschaftsbundes, Scheveneis (Holland), unterrichtete über die Arbeit des Internationalen Bundes unter besonderer Berücksichtigung der Betreuung und Organisierung der jugendlichen Arbeiter. stücke, die ich seit, einigen Tagen ab und zu in die Hand bekomme. Zum Glück war mein Zweimarkstück in der Kasse der Frau das einzige, und so war für diesmal der Zwischenfall rasch erledigt. Aber es hätte auch anders kommen können, es ist immer peinlich, wenn man sich vor versammelter Mannschaft um sein Recht wehren muß, und es ist Kräfteverbrauch, den man sich lieber ersparen sollte. — Hätte das Neugeborene nicht entweder dicker oder gedrungener oder mit größerem Durchmesser zur Welt kommen können, damit es mit seinem erstgeborenen Bruder, dem Einmarkstück, nicht gar so leicht zu verwechseln wäre? — Vor dem Kriege lebte ich einige Zeit in Dänemark, und ich entsinne mich, daß ich dort selbst im Dunkeln die Geldstücke in meiner Tasche erkennen konnte. Da waren die 50-ör- und die 5-ör-Stücke, die waren glatt. Die 10-ör- und die 1-ör-Stücke aber hatten ein Loch. Und so bekam man rasch ein „Fingerspitzengefühl“ fürs liebe Geld, und Verwechslungen waren so gut wie ausgeschlossen. Warum ist das bei uns nicht möglich? Fürchtet man, daß ein Loch in unseren Münzen zu symbolischen Vergleichen Anlaß geben könnte? Rotes Licht im Hosenboden Das Ei des Kolumbus: Verkehrspolizisten, die leuchten! DItese amerikanische Erfindung wurde kürzlich in einer Nachtübung der Detmolder Polizei mit großem Erfolg ausprobiert. Die Verkehrspolizisten tragen Manschetten, Mützenüberzüge und Koppel, die mit einer Leuchtmasse überzogen sind. Alle Teilnehmer der Nachtübung konnten sich überzeugen, daß die Signale ohne Schwierigkeiten erkannt werden konnten. Das Innenministerium von Nordrhein- Westfalen erwägt bereits die allgemeine Einführung solcher neuen Garnituren. Eine zweite „geniale Idee“ dieser Art stammt von einem Deutschen: Ein Rückstrahler für Fußgänger. Der Rückstrahler wird dem Schuh eingepaßt. Endlich werden sich die Radfahrer nicht mehr beschweren müssen, daß ihnen nachts die Fußgänger im Weg herumlaufen, ohne daß man rechtzeitig ihrer gewahr wird. Französische Modefirmen finden ihrerseits die Erfindung als geradezu epochemachend. Schuhe mit Rücklichtern, welche Möglichkeiten für die Mode! Hoffentlich erfindet auch bald einer das Stopplicht des Fußgängers! Vielleicht im Hosenboden eingebaut ... ' Ein Glückwunsch, der von Herzen kommt Ein Geburtstag wird gefeiert, der dreijährige Geburtstag eines mit Bangen und doch auch mit Ungeduld erwarteten Kindes. Eines Kindes, das jeden einzelnen zum Armen machte, wenigstens für die ersten Tagq^ Denn es zeigte sich sehr bald, daß die Güter der Welt immer wieder an bestimmten Punkten zusammenfinden und sich nur ungern von dort wieder trennen, um auch andern wieder zugute zu kommen. Dieses Geburtstagskind — ist die D-Mark. In Ostdeutschland allerdings wurde sie erst dreiviertel Jahre später in die Welt gesetzt, sozusagen eine minderwertige Zwillingsschwester. Bei uns war der denkwürdige Tag, der uns alle zu 40 Mark-Millionären machte, der 20. Juni 1948. Welche Wege mögen diese ersten 40 DM gegangen sein, nachdem sie, bis auf den Pfennig auskalkuliert, ihren Besitzer gewechselt haben? Auf jeden Fall steht fest, daß es heute in Deutschland schon wieder eine ganz beträchtliche Anzahl von Mülionären gibt und noch eine beträchtlichere Anzahl, die es über die anfängliche Summe kaum hinausbringen kann. Sie warten seit der Geburt der D-Mark auf den versprochenen Lastenausgleich, ohne daß sich bisher etwas ereignet hat. Ist man sich auch der Tatsache bewußt, daß das Thrönchen, auf dem unser Geburtstagskind majestätisch hockt; — Besatzungsrecht ist? Gewiß, die D-Mark ist etwas wert. Man kann handeln mit ihr und reisen, man kann sie gegen jede andere westliche Währung zu einem offiziellen Kurs einwechseln. Aber ihre Mama ist die europäische Zahlungsunion, und ihr Papa — der amerikanische Marshall-Dollar. Und es ist ein etwas gewagtes Experiment, was Herr Erhard „erfolgreiche freie Wirtschaft“ nennt. Denn das zweimal zur Ader gelassene Deutschland hat kein Goldberglein mehr, das als beruhigender Ausgleich im Hintergrund wirkt. Wir können uns nur eines wieder erwerben, — durch sehr kluge und geregelte Außenhandelswirtschaft. Das soll uns aber nicht abhalten, dem lieben Jubelkinde herzlich Glück und Hals- und Bein- Liebe Frau Christa! Wie kommt es, daß man •von vielen sogenannten Wunderkindern plötzlich nichts mehr hört? Wie viele Namen von genialen Kindern, Musikgenies, Schauspielern, Schwimm wundern usw. konnte man jahrelang fast täglich in der Presse finden. Dann verstummte das Loblied und man hörte nie wieder etwas von ihnen, weder was sie geworden waren, noch warum ihr Ruhm plötzlich verblaßte. Ist es Wahr, daß ein großer Prozentsatz dieser Frühbegabungen von vornherein zu eiißem frühen Tod vorausbestimmt ist? R. H. aus F. • Ihre Frage ist absolut berechtigt Hat sie doch seit jeher die Psychologie ganz besonders beschäftigt. Es ist zwar keineswegs so, daß sogenannte Wunderkinder von kurzer Lebensdauer sein müssen, vielmehr gibt es nur wenig „echte“ Wunderkinder. Ein solches war zum Beispiel bekanntlich Wolf gang Amadeus Mozart, der ja auch Zeit seines Lebens ein berühmter Musiker geblieben ist. Die meisten Wunderkinder verlieren ihre besonderen Fähigkeiten mit dem Beginn des Pubertätsalters. Diese Klippe zwischen dem elften und fünfzehnten Lebensjahr ist nämlich keineswegs nur ein Ubergangsstadium vom noch unfertigen zum fertigen Menschen. Vielmehr stellt das Kind eine Persönlichkeit für sich dar, die nach eigenen Gesetzen denkt, empfindet und reagiert. Diese kleine Persönlichkeit aber lebt in einer anderen Welt als der Erwachsene, nämlich in einer Welt bruch zu wünschen auf seinen weiteren auf- und absteigenden Lebenswegen! Ein durchlauchtigster Blinddarm Es ist eine großartige Sache, zu wissen, daß, während geübte internationale Chirurgenhände einen aufsässigen Blinddarm liquidieren, tausende betende Untertanen sich bei Allah dafür einsetzen, daß keine Störungen eintreten und alles in Ordnung verläuft! Dieses allgemeine „Heile-Heüe-Segen-Beten“ genoß der Schah von Persien, der im Krankenhaus der persischen Staatsbank in Teheran von amerikanischen Chirurgen und unter der Assistenz amerikanischer Schwestern operiert wurde. Die mohammedanische Geistlichkeit hatte die gläubige Bevölkerung bei Sonnenaufgang von den Türmen der Moscheen aufgefordert, für die Gesundheit des Schahs zu beten. Auf dem Krankenhaus flatterte die kaiserliche Standarte, hellblau mit goldener Krone, daß Himmel und Sonne vor Neid erblaßten. Die Palastgarde mit aufgepflanztem Bajonett bewachte das Gebäude. Als der Schah nach der Operation seinen ersten Tee erhielt, geschah dies unter Aufsicht von Beamten der Staatspolizei. Möglich, daß der Blinddarm in Gold gefaßt wird . . . des Scheins, der Phantasie und des Märchens. Jedes Spielzeug in ihren Händen wird zur Märchenprinzessin und zum lebenden Wesen und sei es aus Lumpen und formlosen Klötzen zusammengesetzt. Daher gibt es sehr viele erstaunliche schauspielerische Leistungen bei Kindern, es fällt ihnen leicht, eine Rolle ganz zu leben, sie müssen sich nicht wie Erwachsene erst in eine Situation hineindenken. Nirgends verblaßt aber auch der Ruhm wieder so rasch wie beim Film Wunderkind und nur wenige bleiben auch späterhin hoch erfolgreiche Schauspieler. Musikbegabte Kinder haben mehr Aussicht, ihr Können über diese gefährliche Klippe hinwegzuhalten und zu pflegen, aber meist geht es ihnen dann so, wie auch Eislauf- und Schwimmwunderkindern, kleinen Artisten usw.: wenn sie einmal 18 oder 20 Jahr alt sind, ist das, was sie bisher konnten, eben nichts Besonderes mehr, wenn sie es nicht fortwährend und ohne Unterbrechung zu steigern wußten. Im Grunde ist jeder Mensch in seiner Kindheit ein bißchen Wunderkind, er dichtet und komponiert, hat groteske Einfälle und fürchtet sich vor nichts. Der Erwachsene, dem Vernunft und schlechte Erfahrung gewisse Fesseln anlegen, wirkt dagegen oft gehemmt. Das alles ist aber nichts anderes als der Ablauf einer sehr natürlichen Entwicklung, sonst müßte die Welt zur Hälfte aus Genies bestehen. Zerbrechen Sie sich also nicht weiter den Kopf, auch als Handlungsreisender (wie das ehemalige Filmkind Jackie Coogan) fühlen sich ehemalige Wunderkinder sehr wohl in ihrer Haut. ^fragen Sie ^rau Chridia! Schreiben Sie vertrauensvoll an Frau Christa — Redaktion „Das Volk“ —, wenn Sie etwas auf dem Herzen haben. Gewiß, allen kann auch sie nicht raten; aber sie wird sich, soweit es nur möglich ist, um eine gute Antwort bemühen. >••••••< Lindes Unseren LI nde’s-Werken •••••• • • • • €•» • •• ft••MMM stehen dochErfahrungen ‘von 5 Generationen zur Seitei Deshalb schmeckt Linde’s auch so würzig, voü und doch so milde. »•••••©< Unterricht Meisterprüfungskurse! Buchführung, Steuersachen, Unterricht in Hari- delsschulfächem, Französisch und Englisch. H. EHRET, Freiburg- St. Georgen, gegenüber Gasthaus zum Schiff. 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In gemeinsamer Sprache, Esperanto, hörten und diskutierten die jungen Deutschen, Schweizer und Franzosen das Problem der sozialen Lage der Jugend und kamen zu dem Ergebnis, daß durch die Kriegseinwirkungen und ihre Folgen die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland am größten ist. In dieser Frage müssen sich die Jugendorganisationen unablässig für eine Vermehrung der Arbeits- und Lehrstellen einsetzen. Gegen die Bestrebungen der Wiedereinführung von Wehr- und Pflichtarbeitsdienst wurde entschieden Stellung genommen, denn beide stellen keine Dauer- und vor allen Dingen keine natürliche, befriedigende Lösung des Problems dar. Die Urlaubs- und Arbeitszeitregelung für jugendliche Arbeitnehmer muß eine gesunde körperliche Entwicklungsmöglichkeit und eine genügend große Zeit für vernünftige Freizeitgestaltung garantieren. Ein zweites Referat behandelte die Problematik internationaler Jugendarbeit. Die in allen Ländern spürbare Entmutigung der Jugend, hervorgerufen durch die Ereignisse des letzten Jahrzehnts, soll durch gemeinsame Arbeit in eine innere, freudige Bereitschaft zu internationaler Verständigung übergeführt werden. Dies erfordert viel Geduld und Kleinarbeit. Die Jugendorganisationen der verschiedenen Länder haben die große Aufgabe, wachsam und kritisch die Arbeit der Politiker zu beobachten, in deren Händen die Zukunft der Jugend liegt. Die geistige Abgeschlossenheit und das Sich-beschränken auf die Sorgen seines eigenen Landes muß notwendigerweise zu einer Verkapselung und zu einem übertriebenen Nationalismus führen, dem die Esperantojugend energisch entgegentritt. Tatsächlich bewies auch dieses Treffen wieder die gute Brauchbarkeit dieser Sprache, denn keine zeitraubenden und sinnentstellenden Übersetzungen behinderten die Flüssigkeit der Diskussionen. Die Behauptungen, die Esperanto- Jugend sei östlich inspiriert, widerlegen sich schon durch die Tatsache, daß Esperanto in der UdSSR und Ostzone strengstens verboten, in den übrigen Ostblockstaaten sehr gedrosselt ist. Im Gegenteil. Zum gemeinsamen Verstehen der Jugend Europas eine Sprache zu haben, ist schön und wichtig. Es besteht durchaus die Möglichkeit der Verwendung von Esperanto bei internationalen Jugendtreffen und Begegnungen und seine Einführung als wahlfreies Fach in Volks- und Berufsschulen. Bruno Graf sprach für die schweizerische, Madeleine Kirtz für die französische Jugend, bevor ein herzliches „gis revido“ (Auf Wiedersehen) die frohe Runde trennte. Michel Schmidt Hoffnungslose Jugend ... «Die Jugend von heute hat keinen Respekt vor den Alteren. Sie ist degeneriert, zweifelt an den ewigen Wahrheiten und richtet sich nicht nach den guten Ratschlägen der Eltern und älteren Freunde. Das ist ein sichtbares Zeichen für den baldigen Weltuntergang." Diese Sätze wurden jetzt gefunden und entziffert, nachdem sie etwa 4900 Jahre lang in einem altägyptischen Königsgrab gelegen haben. Das Doch 600 Ruderer messen ihr Können Internationale Regatta in Konstanz Zn den wichtigsten Sportereignissen am kommenden Sonntag ist die 30. Internationale Bodensee-Rnderregatta des Rudervereins »Neptun" Konstanz, die eine über alle Erwartungen gute Besetzung aufzuweisen hat, zu zählen. 34 Vereine haben für 22 Rennen über 600 Ruderer gemeldet. Die Schweiz ist mit 10, Österreich mit 2 und Deutschland mit 22 Vereinen vertreten. Alle Länder haben ihre Spitzenruderer gemeldet, unter ihnen befinden sich der Europameister im ersten Senior-Vierer mit Steuermann, SC Zug/EC Zürich. Im Senior-Einer kommt es zu einem Treffen der Landesmeister der Schweiz (Keller, EC Zürich), Österreichs (Fischer, Linz), und Deutschlands (Bede, Kitzingen). Gegen sie wird der junge Konstanzer Hipper, der sich in letzter Zeit zu einem hervorragenden Skuller entwickelt hat, einen schweren Stand haben. Während die Schweiz vor allem durch die Hochburgen Zürich, Luzern, Zug, Horschach und Thalwil vertreten ist, entsendet Österreich die beiden bekannten Klubs -Ister“ Linz und Wiking Bregenz. Tübingen, München, Mannheim, Frankfurt, Eßlingen, Stuttgart, Worms, Schweinfurt, Straubing, Bassau, Nürtingen, Heidel- berg, Kitzingen und die Bodenseevereine vertreten die deutschen Farben. Verschiedene Hennen sind so stark besetzt, daß Vorrennen erforderlich sind. Wasserballmeisterschaftpn in Gaggenau Seinen Wasserballmeister ermittelt der Südbadische Schwimmverband am Wochenende in Gaggenau. Als Favorit wird der Freiburger FC vor allem mit dem VfL Konstanz zu rechnen haben. Aber auch die Sieben des SSV Freiburg und von Kot-Weiß Lörrach werden bei den Titelkämpfen ein Wort mitreden. Die Meisterschaften werden umrahmt von Staffelwettkämpfen und von einer Kunstspringerkonkurrenz, an denen sich Schwimmer aus Bruchsal, Ettlingen, Hastatt und Gaggenau sowie der bereits genannten Vereine beteiligen werden. Südbaden ermittelt Medenmeister In Freiburg wird am - Sonntag der Südbadische Medenmeister im Tennis ermittelt werden. Nachdem Singen zurückgezogen hat und Eot-Weiß Baden-Baden infolge Aufstellungsschwierigkelten nicht an treten wird, wird der Freiburger Tennisklub den südbadischen Mannschaftsmeister in seinen eigenen Kei- hen ermitteln. Die erste Mannschaft als Vorjahrssieger wird nämlich voraussichtlich nur der zweiten Mannschaft des Freiburger TC gegenüberstehen, die als Sieger der B-Klasse hervorgegangen ist. Tennis-Profis in Hintenarten Eine besondere Delikatesse für die Freunde des Tennissports bietet am kommenden Sonntag der Schwarzwald-Kurort Hinterzarten, wo sich prominente Profis ein Stelldichein geben werden. Exweltmeister Hanns Nüßiein, Köln, der deutsche Meister Arnold Kott, der Schweizer Albrecht und der ehemalige bekannte Amateurspieler Beutner, der im Vorjahr ins Profilager überwechselte und in der Schweiz Tennislehrer wurde, garantieren spannende Kämpfe und ausgezeichneten Tennissport. Handball-Landes kl asse Am Sonntag werden noch drei Spiele der südbadischen Handball-Landesklasse nachgeholt: Freiburger FC — 1844 Freiburg; Eot-Weiß Lörrach — TV Lahr; SV Hauingen — SV Schütter». Süddeutsche Jugend-Fußballmeisterschaft am 475. August in Tiengen Nachdem in den süddeutschen Ländern die Ausscheidungsspiele für die Süddeutsche Jugend-Fußballmeisterschaft abgeschlossen sind, nehmen folgende vier Landesmeister am 4./5. August in Tiengen am Hochrhein an den Endkämpfen teil. VfB Mühlburg (Baden), VfB Friedrichshafen (Württemberg), FSV Frankfurt (Hessen) und 1860 München (Bayern). Die Süddeutsche Jugendmeisterschaff wird dieses Jahr zum sechsten Male ausgetragen, wobei auf dem Meisterschaftsschild ein neuer Namen auftauchen wird. Die bisherigen Titelträger waren FV Kornwestheim (1945/46), Union Böckingen (1946/47). Germania Nürnberg (1947/48), Viktoria Augsburg (1848/49) und Bayern München (1949/50). USA-Siege in Basel Belm Internationalen Leichtathletiktreffen ln Basel kamen die Vertreter der USA auch am Donnerstag zu klaren Erfolgen. Die deutschen Teilnehmer mußten sich mit zweiten und dritten Plätzen begnügen. Die Ergebnisse; 100 m: Golliday, USA, 10.3 Sek.; 3. Kraus, Deutschland, 10.6; 100 m b: 1. Eichenberger, Schweiz, 10.8; 2. Spitzmüller Deutschland, 10.9; lio m Hürden: Attlesey, USA, 14.0 Sek. vor Heinrich, Frankreich, 14.6 und Theilmann, Deutschland, 15.2 Sek.; Speer: Luethy, Schweiz, 60,15 m; 2. Berg, Deutsch!., 52,08 m; Kugel: O’Brlen, USA, 15,94 m vor Senn, Schweiz, 14,57 m und Heinrich, Frankreich, 13,50 m; 200 m: 1. Golliday, 21.4 Sek.; 2. Khoden, USA, 21.6; 3. Kraus, 21.8; 5. Wolters, Deutschland, 22.4; 400 m: 1. Ehoden, 46.5 Sek.; 2. Wudtke, Deutschland, 47.9; 800 m: L Browne, USA, 1.53.0 Min.; 2. Luethy, Schweiz, 1.54.0; 3. Stark, Deutschi., 1.54.8; 1500 m: 1. Buehler, Schweiz, 3.55.2; 2. Anderko, Deutschland 3.55.3; 6. Stone, USA, 4.05.6; 4X100 m: 1. USA (Ehoden, Browne, Attlesey, Golliday). 41.3 Sek.; 2. Nordrach, Deutschland, 42.3; 3. deutsche Mannschaft, 42.9; Diskus: 1. Doyle, USA, 50,54 m; 2. O'Brien, 45,73 m; Hochsprung: 1. Webb, USA, 1,96 m; 5. Dieser, Deutschland, 1,70 m; Stabhoch: 1. Jensen, USA, 4.20 m. Deutsche Siege gab es im Hammerwerfen durch Ha- genbucher mit 51,84 m vor Vesser (Schweiz) mit 49,86 m und Heinrich (Frankreich) mit 46,34 m. Die 3000 m gewann Eberlein (Deutschland) ln 8.43.0 Minuten vor den Schweizern Stäuble und SchudeL Neu» deutscher 1500-Meter-Rekord Einen neuen deutschen Eekord über 1500 Meter stellte der Gevelsberger Werner Lueg mit 3.49.4 Min. im Stockholmer Stadion auf. Er belegte mit seiner Bekordzeit bei dem Kennen jedoch nur den zweiten Platz hinter dem Schweden Holmberg (Hellas Stock- hom), der 3.49.2 Minuten lief. Werner Lueg verbesserte den von Ludwig Kaindl, München, am 20. August 1939 in Köln aufgestellten Eekord mit 3.50.2 Minuten um fast eine Sekunde. 18 Millionen Francs iür 124 Giganten Besuch bei Jacques Goddet dem Direktor der Tour de France Wenige Tage vor dem Beginn der 38. Tour de France, die zur Zeit ganz Frankreich ln Aufregung versetzen wird, besuchten wir Jacques Goddet, den Organisator dieses größten und schwierigsten Straßenrennens der Welt. Monsieur Goddet erläuterte uns in wenigen Minuten seine Konzeption von der erheblich geänderten Kundfahrt. -Sie hat mit vielen Traditionen gebrochen, sie ist moderner als alle ihre Vorgängerinnen. Nicht die Grenzen , und Küsten bestimmen unsere Marschroute, sondern allein die geographische Gliederung des Landes. Wir haben eine Strecke zusammengestellt, die von vornherein Bummeletappen und Schlafwagenfahren fast unmöglich macht. Kampf von der ersten bis zur letzten Etappe ist diesmal die Parole. Unsere Tagesstlecken sind kleiner geworden, werden dafür aber um so kampfAm Sdtießlalsee gegen Italiens Schwimmer Endlich ein deutscher Sieg im Wasserballkampf in Schwäbisch-Gmünd? I» zwölf Wettbewerbe gliedert sich der vierte Nachkriegs-Schwimmländerkampf, den Deutschland am kommenden Wochenende in dem kleinen idyllischen Städtchen Schwäbisch-Gmünd gegen Italien austrägt. Es ist der dritte Länderkampf zwischen den beiden Nationen. Deutschland verlor den ersten Kampf 1942 in Genua knapp mit 38:42 und acht Jahre später, im August 1950, hatte die deutsche Expedition in Verona mit 44:32 das bessere Ende für sich. Und nun schaut die ganze Schwimmsportgemeinde Deutschlands am Samstag und Sonntag nach Schwäbisch-Gmünd. Die Stadt hat für diesen Länderkampf alles bis aufe »i“-Tüpfelchen hergerichtet und vorbereitet. Die Badeanlage am Schießtalsee wurde erst Anfang Juni eingeweiht. Sie weist mit ihrem, bis auf den Millimeter genau stimmenden 50-Meter-Bas- sin eine interqatroiale Anlage auf, auf der der eine oder andere Eekord fallen könnte, wenn die Witterungsverhältnisse entsprechend gut sind. Die Zuschauer werden erleben, wie Deutschlands Sportler Nummer 1 und Weltrekord-Inhaber über 200 Meter Brust, Herbert Klein, München, endlich das von Bundespräsident Professor Heuß verliehene -Silberne Lorbeerblätter erhält — Wer vertritt nun Im 51. Schwimmländerkampf Deutschlands die beiden Nationen in den einzelnen Wettbewerben? 100 m Kraul: 200 m Brust: 100 m Kücken: 3X 100 m Lagen: Kunstspringen: Turmspringen: Damen: 100 m Kraul: 400 m Kraul: Kunst- und Turmspringen: Deutschland: Ditzinger und Hitzinger Klein und Deuerlein Schuster und Kristen Ditzinger oder Hitzinger, Klein und Schuster Aderholt und Walther Haase und Geyer Schäferkordt sowie HerrbruCk und Kechlln Tatarek und von Hartungen Italien: Federsoll und Pallaga Grilz und Caponi Massaria und Cavarl Massarla, Pedersoli, Pallaga Albonico, Marl Und Petronlo Gamacchlo und Beiais Galligaris und Beninl Levatl, Pautasso, Sguinzo Von unseren Vertretern empfehlen sich besonders die Europameister Heinz Günther Lehmann und Herbert Klein, die eben mit frischem Lorbeer aus Wien zurückgekehrt sind, wo sie über 400 m und 1500 m Kraul bzw. über 100 m und 200 m Brust Doppelsiege gegen die Konkurrenz aus Österreich, Jugoslawien, Schweden feierten und mit dem jungen Berliner Schuster als -drittem Mann“ auch die Lagenstaffel gewannen. Im Wasserball wird ein deutscher Erfolg mit Sehnsucht erwartet, gelang doch seit dem Jahre 1939 kein Sieg mehr gegen die Azzurrls. 1934 siegten wir 5:0, 1938 dann 4:0, 1939 nur noch 5:4, aber dann war es auch aus. 1940 gab es eine 3:4-Niederlage, 1942 ein 2:4 und ein 3:3 und 1950 in Verona eine 10:3- und eine 6:8-Schlappe. So Ist bei drei Siegen, vier Niederlagen und einem Unentschieden auch die Torbilanz mit'31:33 negativ. Die Italiener lassen über der Aufstellung ihrer Nationalsieben noch den Schleier des Geheimnisses. Deutschland spielt voraussichtlich mit folgender Mannschaft: Dykmann (Duisburg): Baum- reicher sein. Die .Grandseigneurs* unter den Renn» fahrern werden es sich diesmal mit Hilfe ihrer •Domestiken* nicht mehr erlauben können, die Entscheidungen bis zum Fuße der Alpen und Pyrenäen hinauszuziehen. Wir geben den Bergen, was den Bergen gebührt, aber wir beschneiden sie in ihrer Allmacht." Der Vorjahressieger nicht am Start Das Feld der Giganten ist stärker als je zuvor, auch wenn der Vorjahressieger Ferdi Kübler, Schweiz, nicht am Start ist. An seiner Stelle ist der 26jährige Hugo Kohlet Spitzenfahrer der Eidgenossen. In Frankreich hofft man natürlich auf einen Sieg der Trikolore, nachdem in den letzten drei Jahren das berühmte „Gelbe Trikot“ ins Ausland entführt wurde. Höbet und Geminiani. der Dritt- und Viertplacierte der vorjährigen Tour, sind die Hauptstützen der französischen Nationalmannschaft, aber auch in den Provinzequipen fahren starke Asse, beispielsweise Jean Eobic im Pariser Team, Marinelli im Nordwest- und Monier im West-Team. Besonders stark sind die Belgier und Italiener. Bei den ersteren startet Ockers, der Vorjahreszweite, bei den Italienern der 31jährige Sieger von 1949, Fausto Coppi, der 33jährige Magni und der 37jährige Gino Bartall. Gino, der an Jahren nur noch von dem 38jährigen Franzosen Goasmat übertroffen wird, setzt seinen ganzen Ehrgeiz ein, ein drittes Mal die Tour zu gewinnen, die er bereits 1938 und 1948 siegreich beendet hat. Vor ihm ist dies nur r dem Belgier Thys (1913, 1914 und 1920) gelungen. Preise für die größten Pechvögel Die ausgesetzten Preise von 18 Millionen Francs (etwa 216 000 DM) bedeuten einen neuen Eekord. Der Sieger jeder Etappe erhält 100 000 Francs, dazu weitere 100 000, wenn er das -Gelbe Trikot“ verteidigen kann. 200 000 Francs gibt es für den besten Kletterer, eine Million für den ersten Preis im Einzelklassement, 2 400 000 Francs für die beste Mannschaft. Aber auch sonst sind zahlreiche Prämien ausgesetzt. Die Zuckerindustrie stiftet beispielsweise täglich 100 000 Francs für den größten Pechvogel. Dies erinnert an die Stiftung einer Tessiner Hemdenfabrik bei der vor kurzem zu Ende gegangenen Tour de Suisse für di« Letzten jeder Etappe. Die ausgesetzten Diamant- Hemden waren dabei so begehrt, daß sich beispielsweise der Altdorfer Lafranchi. als er durch Defekte zurückgeworfen wurde, in einem Wäldchen versteckte, bis das Gros des Feldes vorbei war. Dadurch bereicherte er seine Garderobe. Solche Episoden wird es auch bei der Tour de France geben. e Die ersten Etappensieger ■ Die erste, von Metz nach Keims über 185 km führende Etappe der Tour de France, wurde von dem Schweizer Giovanni Kossi gewonnen. Die zweite Etappe von Keims nach Gent (Belgien) über 228 Kilo- gartner, Primus, Ortner (alle Nümbg.); Wolff (Mün- meter, gewann der Luxemburger Diederich. der sich chen); Zänker und Panke (Wuppertal). Auswechsel- I damit gleichzeitig ih der Gesamtwertung an die spieler: Ullendahl (Barmen) und Sturm (Hannover). I Spitze setzte. 9 Das Rundfunkprogramm der Woche Radio Frankfurt Samstag, den 7. Juli: 18.00 Musik 18.35 Der Waffenschein 19.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Eintritt frei! Ein heiterer Abend Sonntag, den 8. Juli: 17.00 Orchester der Welt 18.00 Sport und Musik 90.00 Sportergebnisse 20.05 Sonntagabend Montag, den 9. Juli: 18.00 Musik 19.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Operettenklänge 21.00 Lawrence von Arabien 22.20 Klaviermusik Dienstag, den 10. Juli: 17.15 Aus der Welt der Minnesänger 18.00 Musik 18.30 Für die Frau 19.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Tanzkonzert 21.15 Die bunte Folge .. : Samstag, den 7. Juli: : 14.00 Wir jungen Menschen : 14.50 Briefmarkenecke : 15.00 Welt der Oper : 16.00 Die Keportage: Horrido! : 16.30 Unser Samstagnachmittag | 20.00 Sommermelodie : 22.40 Tanzmusik | Sonntag, den 8. Juli: : 7.10 Zwischenmusik ■ 7.30 Morgenkonzert i 8.30 Evangelische Morgenfeier { 9.15 Katholische Morgenfeier : 9.45 Kammermusik : 10.30 Die Aula : 11.00 Musik zum Sonntag : 12.20 Volkskonzert ! 13.30 Musik nach Tisch : 14.15 Jedem das Seine : 16.00 -Die Jahreszeiten" ; 18.30 Sportberichte ; 19.20 Deutsche Volkslieder : 20.00 Was euch gefällt : 21.30 Tänzerische Musik ; 22.20 Sport und Musik üdwestfunk Sendungen, die sich an jedem Werktag wiederholen: 8.00 Nachrichten, Wetter 11.30 6.10 Morgenkonzert 12.28 6.50 Andacht 12.45 7.00 Nachrichten, Wetter 13.15 7.15 Zwischenmusik 17.40 7.30 Musik am Morgen 18.30 8.00 Nachrichten, Wetter 19.00 8.10 Eigenprogramm der Studios 19.40 8.40 Musikalisches Intermezzo 22.00 11.00 Werbefunk 24.00 - 1 — Eigenprogramm der Studios Mittagskonzert Nachrichten Musik nach Tisch Eigenprogramm der Studios Werbefunk Zeitfunk Tribüne der Zelt Nachrichten Spätnachrichten Montag, den 9 . Juli: 9.00 Für die Hausfrau 14.00 Schulfunk 15.00 Am Montag fängt die Woche an 17.00 Solistenkonzert 20.00 Sonniger Süden 21.00 Ein Leben für die Oper 22.20 Klaviermusik Dienstag, den 19. Juli: 14.00 Wir jungen Menschen 16.00 Konzert 17.00 Unterhaltungsmusik 18.20 Parteifunk 20.30 „Ein Phönix zuviel* Hörspiel von Chr. Fry 21.30 Kleines Zwischenspiel 23.30 Jazz 1951! Mittwoch, den 11. Juli: 9.30 Krankenbesuch 15.00 Nachmittags-Konzert 16.50 Sang und Klang im Volkstc 20.00 Melodienreigen 22.20 Klaviermusik Donnerstag, den 12. Juli: 14.00 Kinderliedersingen 15.15 Nachwuchs spielt 17.00 Klaviermusik 17.30 Der Bechtsspiegel 18.20 Jugend spricht zu Jugend 20.00 Operettenklänge 21.00 Das Prisma 23.00 Ist Asien übervölkert? Prof. F. E. W. Altmann Freitag, den 12. Juli: 15.00 Nachmittagsmusik 16.00 Solistenkonzert 16.45 Unterhaltungsmusik 18.20 Frau im Beruf 19.30 Chorgesang 20.00 Scheinwerfer auf! Radio Hamburg 21.00 Die großen Meister äiiiiiiiiuiiiuiiiHiiiiuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimiiHiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHniiuiiiiiiiiiiiiiiiuMiiiiiuuiiuiiiiiuiimiiuiiiuniniuuiiiiiuiuiuiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiimiiiiinmiiiiiiiiiiiiiiiHiiciiiiid Nicht vergessen: Ab 22 Uhr Apparat auf Zimmer-Lautstärke einstellen 1 Samstag, den 7. Juli: § 16.00 Bunter Nachmittag 18.30 Liederabend E 20.05 Tanzmusik 22.25 Robert Schumann 23.05 Tanzmusik s Sonntag, den 8. Juli: s 19.30 Sportmeldungen 20.00 Opernkonzert ital. Meister 22.45 Tanzmusik 0.10 Gg. Haentzschel = 0.30 Tanzmusik Montag, den 9 . Juli: 18.00 Musikalische Feriengrüße 20.05 Abendmusik 21.00 Sinfoniekonzert 1 0.30 Tanzmusik i Dienstag, den 18. Juli: = 18.00 Feierabendmusik = 20.05 Harry Hermann 5 20.30 Neue Schlagerfavoriten 21.45 Zärtliche Weisen 0.30 Tanzmusik Mittwoch, den 1L Juli: Mittwoch, den 11. Juli: icciccciciciHcinicnnccciiiiiccciicinccncimiccccnnccccccimniiccicciccccicciiccccccicciiiciiiiiciccciciicnccccicinciiiuccuiiiiiniimiiniiiiinuininncciccciciccuccmiicciciimiMiciciiiiciicicicniniiiiiniiicinccmiccicniniii Radio Stuttgart 18.00 Zeitfunk und Musik 19.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Sinfoniekonzert 22.20 Die Kurbel Donnerstag, den 12. Juli; 18.00 Zeitfunk und Musik 20.05 Salut! d’Italia 21.10 Musik aus Böhmen 22.50 Tanz- und Unterhaltungsmusik Freitag, den 13. Juli: 18.00 Zeitfunk und Musik 19.00 Unterhaltungsmusik 20.05 Offenbachiana 20.50 Probleme der Politik 21.05 Der Wunschzettel 22.20 Klaviermusik Samstag, den 7. Juli: 15.00 Volksmusik 16.00 Nachmittags-Konzert 18.00 Solistenstunde 19.05 Volksmusik 20.05 Familie Staudenmaier 20.45 Tanzmusik 22.10 Schöne Stimmen Sonntag, den 8 . Juli; 15.00 Beliebte Melodien 17.35 Kammermusik 18.20 Frohe Rhythmen 19.00 Sport am Sonntag Toto-Ergebnisse 20.05 Sinfoniekonzert 2L45 Sport am Sonntag Montag, den 9. Juli: 18.00 Unterhaltungsmusik 19.00 Orchesterkonzert 20.05 Musik für jeden 21.15 Kleines Ehe-Examen 22.10 Zeitgenössische Musik 23.00 Chansons 23.30 Kleines Konzert Dienstag, den 10. Juli: 18.00 Klänge der Heimat 18.30 Mensch und Arbeit 19.00 G. Haentzschel spielt Tonfilm-Melodien 20.05 Fahrt ins Blaue 21.00 Sinfonie-Konzert Wiener Sinfoniker 22.10 Schallplatte» 23.15 Tanzmusik Mittwoch, den 11. Juli: 18.00 Operettenmelodien 19.00 Tanzmusik 20.05 Das glückhafte Schiff von Dorkum 21.05 Johannes Strauß 22.10 Tanzrhythmen 23.00 Orchestermusik Donnerstag, den 12. Juli: 18.00 Unterhaltungsmusik 19.00 Opemmelodien 20.05 Sommemachtfest für alt und jung 22.10 Claude Debussy 23.15 Traummelodie 0.05 Jazz lm Funk Freitag, den 13. Jnli: 18.00 Operettenklänge 18.35 Jugendfunk 19.00 Fröhliche Klänge 20.05 Sinfonie-Konzert -21.15 Pariser Chansons 22.10 Leopold Mozart 23.15 Tanzmusik und Unterhaltung 18.00 Orchesterkonzert 20.05 Unterhaltungskonzert 22.35 H. Köpke spielt 23.00 Sommernächte 0.30 Unterhaltungsmusik Donnerstag, den 12. Juli: 18.00 Zwischen 6 und 7 20.05 Von jedem drei 20.45 Venus im Licht 22.35 Music-Box 23.15 Nachtprogramm 0.30 Unterhaltungsmusik Freitag, den 12. Juli: 19.30 Hier Berlin 20.05 Unterhaltungsmusik 21.00 Opernkonzert 22.35 Unterhaltungsmusik 820 Tanzmusik Samstag, 7. Juli 1951 ptuvom Nummer 81 — Seite T Landes- Rundschan Annahme«perre für Anträge von Aufbaudarlehen Freiburg. Das Landesamt für Soforthilfe im Badischen Ministerium des Innern teilt mit, daß mit Wirkung vom 15. Juli eine vorläufige Annahmesperre für Neuanträge auf Aüfbauhilfe- darlehen angeordnet werden muß. Ausgenommen sind Anträge von Heimatvertriebenen, die nach dem 1. Januar 1951 nach Baden umgesiedelt wurden sowie von Spätheimkehrern, die seit diesem Zeitpunkt entlassen wurden. Das Landesamt für Soforthilfe begründet diese Maßnahme mit einem Hinweis auf die nur noch beschränkt zur Verfügung stehenden Mittel und gibt bekannt, daß bisher mehr als 8,5 Millionen D-Mark für Aufbaudarlehen freigegeben worden sind. Auf der Flucht im Rhein ertrunken Well. Auf der Flucht vor der Kriminalpolizei Ist bei Weil im Rhein ein Mann ertrunken, bevor er das französische Ufer erreichen konnte. Zwei Männer, die von der Kriminalpolizei wegen Betrügereien verfolgt wurden, versuchten auf einer dramatischen Flucht den Strom zu durchschwimmen, um Sich nach Frankreich in Sicherheit zu bringen. Mit einem Sack, der ihre Kleider enthielt, stürzten sie sich nackt in den Rhein, kurz bevor die Polizeibesmten am deutschen Ufer angelangt waren. Etwa in der Mitte des stromea wurde der eine Flüchtige, der den Kleidersack schleppte, in die Tiefe gezogen. Sein Gefährte (ein Rumäne) schwamm daraufhin an das deutsche Ufer zurück und ließ sich festnehmen. Der „Dritte Mann“ beim Kaffeeschmuggel Lörrach. Im Grenzgebiet mehren sich die Fälle, wo Schmuggler aus der Schweiz den Versuch machen, Bohnenkaffee -unter den Kotflügeln oder in doppelten Böden der Autos unverzollt über die Grenze zu bringen. Dieser Tage wieder wurde ein großer „Studebaker" angehalten, der eine erhebliche Menge von Kaffee in einem doppelten Boden aufbewahrt hatte. Das Merkwürdige ist, daß in all diesen Fällen die Autobesitzer bzw. -führet erklären, sie Wüßten nichts von doppelten Böden in ihren Fahrzeugen, und Ile könnten »ich auch nicht erklären, wie der Kaffee in diese Verstecke gebracht worden sei. Die Zollfahndung, der Staatsanwalt und das Gericht schenken diesen Angaben natürlich keinen Glauben, denn die Fahndung nach dem „Dritten Mann“, der seine Hand im Spiele gehabt haben soll, hat sich bisher ala zwecklos erwiesen. - Der Zollfahndungsdienst ist übrigens durch Beamte aus Düsseldorf verschärft worden. Nicht lange der Freiheit erfreut Rottwell a. N. Der in der vergangenen Woche wegen eines Mordversuchs an seiner Schwiegermutter vom Schwurgericht Rottweil zu vier Jahren Zuchthaus verurteilte Josef King aus Waldmössingen, der aus dem Gefängnis Rottweil ausgebrochen war, konnte zwischen Winzeln und Fluom wieder gefaßt werden. Eine Bäuerin hatte beim Heuen hinter einem Heuhaufen einen „verdächtigen" Mann bemerkt und die Polizei verständigt, die dann mit einem großen Aufgebot die Gegend absuchte und den Flüchtling überwältigen konnte. Er fand keine Zeit mehr, sich mit der Hacke, die er bei sich führte, zur Wehr zu setzen. King war es bereits gelungen, sich mit neuen Kleidern und mit Geld zu versorgen. Fleischkrieg in Sulzfeld Sulzfeld (Baden). Da die Schweinepreise in den letzten Monaten ständig gefallen sind, die Fleischpreise jedoch konstant blieben, griffen einige Bauern in Sulzfeld (bei Bretton) in diesen Tagen zur Selbsthilfe. Sie schlachteten die Borstentiere selbst und verkauften das Pfund Schweinefleisch zu DM 1.50. Daraufhin sahen sich die Metzger -genötigt, ihrerseits den Schweinefleischpreis von DM 2.— auf DM 1.50 herabzusetzen. Die Bauern senkten den Preis aber nochmal auf DM 1.40, worauf Sich wieder die Metzger anschlossen. Schließlich gingen die Bauern bis auf DM 1.80 herunter. Inzwischen war der Schweinefleischvorrat der Metzger aufgebraucht. Die Bevölkerung von Sulzfeld und Umgebung hat in den letzten Jahren noch nie so billiges Schweinefleisch gekauft. Im Auto verbrannt Mannheim. Auf der Autobahn Heidelberg— Mannheim ereignete sich Wieder ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem drei Personen getötet wurden. Auf einem Abschnitt der Autobahn mit Gegenverkehr stießen ein deutscher und ein amerikanischer Lastkraftwagen zusammen. Der deutsche Wagen, in dem sich ein Ehepaar aus Ludwigshafen und der Fahrer befanden, ging sofort in Flammen auf. Die im Wagen eingeklemmten Insassen konnten das Fahrzeug nicht mehr verlassen. Nach dem Unfall konnten nur noch drei verkohlte Leichen geborgen werden. Hinter dem deutschen Wagen war ein amerikanisches Personenauto gefahren, das auch nicht schnell genug abbremsen konnte und ebenfalls mit dem Lastkraftwagen zusammenstieß. Bei diesem zweiten Zusammenstoß wurde beschädigt. Jägerpfad im Höllental Vor 25 Jahren wurde einer der schönsten Fußwege des Sdivvarzwnldes angelegt Das vor dem ersten Weltkrieg bereits geplante und zu jener Zeit schon als erforderlich angesehene Fußwegprojekt durch das Höllental sollte 1925 zur Ausführung gelangen. Der Autoverkehr auf der Höllentalstraße hatte in den Jahren zuvor einen ungeahnten Aufschwung genommen, so daß der Fußgängerverkehr, abgesehen von der großen Staubplage, durch die Autos stark gefährdet und der Autoverkehr wiederum durch die Fußgänger gestört wurde. Eine erörterte Sperrung der Straße zum Schutze der Wanderer konnte aus leicht verständlichen Gründen Verkehrs- und wirtschaftspolitischer Art nicht erfolgen und eine spezielle Autostraße wegen der Enge des Tales nicht erstellt werden, so daß nur der Bau eines stäub- Und autofreien Weges die einzige Möglichkeit zur Abhilfe blieb. Es war dies eine schöne Idee, die bislang nur Idee geblieben war, die sich aber unter dem Druck der damaligen Verhältnisse als bittere Notwendigkeit herausstellte. Vor allem war es der Badische Schwarzwaldverein, der sich die Aufgabe stellte, die Durchführung des Wegprojektes beschleunigt in Angriff zu nehmen, und so fand am 5. Februar 1925 bereits eine Begehung des geplanten Weges unter Führung des Oberforstrats Jäger statt. Außer Vorstandsmitgliedern der Ortsgruppe Freibürg des Badischen Schwarzwaldvereins waren es der Präsident des Vereins, Geheimrat Dr. Seith, Landrat Schwörer, die Forstmeister Fieser, Killus und Wendt, die Vertreter des Privatbesitzes u. a., die ebenfalls an dieser Inspektion teilnahmen. Der geplante Jägerpfad sollte seinen Anfang an der Einmündung des Löffeltales, oberhalb Höllsteigs, nehmen und mit einer Gesamtlänge von rund 10 Kilometern fast ausschließlich am linken Ufer des Höllenbachs entlangführen und diese Seite nur verlassen, wenn besondere Geländeverhältnisse dazu zwingen sollten. Teilweise konnten beim Bau auch kurze, bereit» bestehende Wegstücke benützt, ZUM größeren Landkreise und Landstraßen Kampf der Gleichgültigkeit gegenüber dem Verkehrstod Emmendlngeu. Die Tagung des Hauptaussohusaes des Deutschen Landkreiatages, die Ende Juni abgehalten wurde, Stand unter dem Leitsatz „Kampf der Gleichgültigkeit gegenüber dem Verkehrstod“. In fünf grundlegenden Referaten wurden die Probleme des Straßenverkehrs, des Straßenzustandes und der Finanzierung von Straßenbau und -Unterhaltung heransgearbeitet. In Form einer Entschließung wurde darauf hingewiesen, daß die Verluste an Leben, Gesundheit und Volksvermögen durch die gewaltige Vermehrung der Verkehrsunfälle sowie der drohende Zusammenbruch der Straßen- Unterhaltung eine schnelle und durchgreifende Abhilfe erforderlich machen. Unter der Vermehrung der Straßenunterhaltungslast hätten ganz besonders die Landkreise Zu leiden, die durch den Zustrom der Flüchtlinge ohnehin schon über das normale Maß hinausgehend belastet seien. Wegen der Folgen der beiden verlorenen Kriege habe der Straßenbau mit der Technisierung des Verkehrs nicht Schritt halten können. Heute werde man einen dem gesteigerten Bedürfnis genügenden Zustand der Verkehrswege nur erreichen, wenn der Güterfernverkehr wieder mehr von der Straße weg auf die Schiene verlagert werde. Hierzu jedoch seien günstige Tarif« lm Eisenbahnverkehr Schwarze Kohle „schwarz" Kohlenversorgung der südbadischen Industrie zu 40 Prozent „auf Umwegen“ Freiburg. Mehr als 40 Prozent der benötigten Kohle mußten sich die sfidbadiscfaeti Industriebetriebe zur Aufrechterhaltung Ihres Produktionsvolumens und sur WeiterbesdUMtl- gung ihrer Arbeitnehmer ln leister Zeit „schwarz“ besorgen. Das badliehe Ministerium der Wirtschaft und Arbeit stellt dies in einem Bericht über die Kohleversorgung fest und bezeichnet es als nicht verständlich, wenn trotz dieser Notlage der Wirtschaft in neuerer Zeit von den Gerichtsbehörden Schwierigkeiten wegen der zusätzlichen Versorgung der Betriebe gemacht werden. Wie DPA erfährt, bezieht sich diese Bemerkung des Ministeriums auf eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft gegen eine größere Freiburger Firma und einen Vermittler von „schwarzer" Kohle, der in diesem Zusammenhang im Ruhrgebiet festgenommen wurde. In Wirtschaftskreisen sieht man diesen und et- vjgigen anderen gerichtlichen Verfahren wegen des Schwarzbezugs von Kohle mit Gleichmut entgegen, da, wie mit Nachdruck betont wird, die wirtschaftliche, soziale und moralische Berechtigung der zusätzlichen Kohleversorgung gegenüber der Gefahr einer Schließung von Betrieben und der Arbeitslosigkeit zahlreicher Beschäftigter außer Frage stehe. Im übrigen sei der „Schwarzhandel“ mit Kohle durchaus kein Geheimnis und werde ln keiner Weise zu vertuschen versucht. Wenn eine Firma den Bezug von „schwarzer“ Kohle finanziell verkraften könne, sei dies auch keine andere Praxis, Sil wenn von Westdeutschland aus den Vereinigten Staaten offiziell Kohle zu Preisen bezogen werde, die nur wenig unter den zur Zeit geforderten Schwarzhandeispreisen lägen. Auch aus den nicht erfaßten sogenannten Randzechen des rheinisch-westfälischen Kohlenrevier» mit ihrer Förderung minderer Kohlequalitäten falle Kohle an, die außerhalb der festgelegten Kontingente abgesetzt werde. Im übrigen sei es sehr fraglich, ob durch eine Unterbindung des Kohleschwarzhandels die dort umgesetzten Mengen dann tatsächlich im normalen Handel auftauchen würden. Südbaden bezog im übrigen nach einer Zusammenstellung des Wirtschaftsministeriums lm Mai für die Gas- und Elektrizitätswerke 15 200 Tonnen Kohle und Koks gegen 13 350 Tonnen lm April, für die Grundstoffchemie 10 530 gegen 15 500 Tonnen und für die übrige Industrie 28 078 gegen 28 840 Tonnen. Darüber hinaus war noch eine Manipulationsmenge von 2700 gegenüber 1950 Tonnen verfügbar. Ungenügend war vor allem die Versorgung der Gaswerke, deren Produktion nur durch leihweise Beschaffung von Kohle ohne Unterbrechung weitergeführt werden konnte. Voraussetzung; ferner müsse ein Ausbau des Transportsystems bei der Bundesbahn erfolgen Und schließlich müsse die Kraftfahrzeugsteuer für schwere Lastkraftwagen derart bemessen Werden, daß der gerade durch diese Fahrzeuge verursachte Straßenverschleiß voll entschädigt Werde. Außerdem sei eine verkehrsregelnde Wirtschaftssenkung unumgänglich notwendig. Grundforderung für eine ausreichende Straßenunterhaltung sei es, daß die Kraftfahrzeugsteuer wieder wie nach ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung ausschließlich für die Landstraßen erster und zweiter Ordnung verwendet werde. Für die Bundesstraßen und Autobahnen sei ebenso die Tr eidstoffsteuer als zweckgebunden zu erklären. Für die Verteilung der Kraftfahrzeugsteuer müsse im Gesetz ein gerechter Schlüssel festgelegt werden; insbesondere müßten such die Ortsdurchfahrten -berücksichtigt werden. Vor einer Erhebung besonderer Gebühren für das Befahren der Autobahnen wird gewarnt, da sie, nach Ansicht der Fachleute, Umgehungsversuche größten Umfanges zur Folge haben würde und auch der Verkehr wiederum verstärkt auf die Landstraßen abgedrängt werde, so daß dort da» Vbel nur vermehrt würde. Auch die Zulassung der Reklame durch Schilder, Licht oder Lautsprecher an Autobahnen und Landstraßen wird aus Gründen der Verkehrssicherheit und zur Erhaltung des Landschaftsbildes abgelehnt. Als Sofortmaßnahme zur Einschränkung von Verkehrsunfällen und, um den Übergang zu einem normalen Straßenverkehr zu sichern, wurde angeregt, das geltende Verkehrsrecht umzugestalten. Hierfür hätten die kommunalen Spitzenverbände der Bundesregierung Mindestvorschläge unterbreitet, die bald verwirklicht werden sollten, nämlich Verbot des zweiten Anhängers, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Begrenzung des Umfangs der Fahrzeuge usw. Abschließend wird zwar begrüßt, daß kürzlich vom Bundeskabinett ein Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung von Unfällen im Straßenverkehr verabschiedet wurde, doch wird auch gleichzeitig bedauert, daß die Anregungen der kommunalen yerbände nur zum Teil und nicht ausreichend genug berücksichtigt wurden, um die ständig sich vermehrenden Verkehrsgefahren zu beseitigen und die viel zu starke Abnutzung der Straßen zu verhindern. Es wäre sicherlich notwendig,* daß das Problem „Verkehrsgefahren und Straßenunter- haltung“ bald in einem wirklich positiven Sinne gelöst werden würde. Teil aber mußte neben staatlichem Wald und Wiesen auch privater Grundbesitz durchschmt- ten werden. Dank seiner verständnisvollen Bemühungen um das Zustandekommen des Weges, konnte Oberforstrat Jäger u. a. auch die Domänenverwaltung für das Projekt gewinnen. Auch das Entgegenkommen der fraglichen Privatbesitzer war vielfach noch vor Baubeginn bereits zugesagt worden. Dem Wanderer aber standen nach Vollendung des Weges frohe Genüsse bevor, vor allem durch die erfolgte Erschließung wenig bekannter Ausblicke und Talpartien. Und wenn der damalige Chronist meinte: „Es wird ganz sicher eine unserer genußreichsten und schönsten Wanderstrecken werden...“, so hat er richtig vorausgesehen. Vor allem aber waren es die zahlreichen Freunde des Schwarzwaldes, die wünschten, daß es dem Schwjirzwaldverein gelänge, die noch bestehenden Hindernisse zu beseitigen und zusammen mit den interessierten Behörden auch die geldliche Frage des zum Teil kostspieligen Planes glücklich regeln und mit einer sofortigen Inangriffnahme der Arbeiten beginnen zu können. Daß es ihm gelang, beweist der Protokollauszug vom August gleichen Jahres, der besagt; „Die Arbeiten zur Erstellung des autofreien Weges ins Höllental schreiten rüstig vorwärts...!“ Als die Arbeit getan, der Weg seiner Bestürmung übergeben war, da trat der Schwarzwaldverein still beiseite. Ihm blieb fortan nur die Arbeit zur Erhaltung und zum weiteren Ausbau diese/Wanderweges, der unstreitig zu den schönsten in unserer Südwestecke zählt. Du unzähligen Wanderer aber, zum Teil aus allen Gegenden Europas, die im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts auf Schusters Rappen den Weg durchs Höllental nahmen, wissen oft gwf nicht, daß Sie dadurch die schönsten Felspartien zu Gesicht bekommen, die beim Durchfahren des Tales mit der Bahn der zahlreichen Tunnels wegen unsichtbar bleiben. Gerade bei der Stelle des sagenhaften Hirschsprungs ist die» der Fall, wo die Felsen, senkrecht zum Himmel ragend, den Eindruck erwecken, als sei man in eine Sackgasse geraten und das enge Tal Wäre zu Ende. Ein 85 Meter langer Tunnel muß durchschritten werden, weil hier das Felsgestein keine Möglichkeit zum Bau eines sicheren Weges offen ließ. An der Statue des heiligen Nepomuk vorüber führt der Weg ein gutes Stück über Galerien, unter denen tosend und schäumend der Rotbach seine grünen, weißschäumenden Wasser dem Wagensteigbach entgegenjagt, um zusammen mit ihm und demi Ibenbach die Dreisam zu bilden. Die schönste Partie des Höllentales ist unstreitig die Umgebung des „Hirschsprungs“, wo nach der Sage an dieser schmälsten stelle des Tales einst ein verfolgter Hirsch den rettenden Sprung gewagt und -auf der andern Talseite glücklich Fuß gefaßt haben soll, eine Gebirgssage, die man andernorts ebenfalls findet, so zum Beispiel ln* Harz die Roß trappe. Heute steht zur Erinnerung daran oben ein gußeiserner Hirsch, der früher sogar vergoldet gewesen sein soll. Er ist bereits der zweite, der dort oben zum Sprung ansetzt, nachdem der erste, aus Holz gefertigte, dura* -die Witterungseinflüsse beschädigt, statt des Sprunges in die Freiheit, den Sturz in die Tief» vorziehen mußte. ^ R. F. Til Tohuwabohu auf der Höllentalbahn Freiburg. Bereits seit längerer Zeit haben dla Lüge auf der Höllentalbahn mehr oder weniger regelmäßig Verspätung. Am Donnerstag erreichte das Durcheinander seinen voraussichtlichen Höhepunkt. Der Zug, der Kirchzarten in Richtung Freiburg um 8.23 Uhr verlassen sollte, f uhr erst um 8.25 Uhr ab. Ein Zug m Richtung Seebrugg blieb in Kirchzarten über eine Stunde stehen. Es wäre interessant, die tieferen Gründe dieser Zustände zu erfahren. Vielleicht erfährt das geduldige Publikum auch, warum ab Freiburg der letzte Zug schon um 20.15 Uhr abgeht (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag), so daß der Besuch von Veranstaltungen den Bewohnern des Dreyiamtales unmöglich wird. Waldshuts Voranschlag angenommen Der Waldshuter Haushaltsplan für 1951 ist nun doch mit knapper Mehrheit Angenommen worden; für ihn stimmte der Bürgermeister und die eigentliche Opposition. Der ordentliche Haushaltsplan sieht an Einnahmen und Ausgaben 1898 963 DM, der außerordentliche Haushaltsplan 200 000 DM vor. Die Gewerbesteuer, um deren Erhöhung ein scharfer Kampf entbrannte, wurde von 280 auf 285 Prozent heraufgesetzt. Auf Wache nichts Neuest Viernheim. Obwohl die Kaserne zwischen Viernheim und Mannheim-Käfertal Tag und Nacht von mehreren polnischen Posten bewacht wird, ist es einigen unbekannten Tätern gelungen, ein an der Einfriedung abgestelltes vier Zentner schweres Eisentor zu stehlen und mit einem Fuhrwerk abzutransportieren. [Viele gute Sorten"/ /Jl\ f ii oder billiger MAGGI bleibt bei Mit! Wer Hualitat kauft, kiuft besser Seite 8 — Nummer 81 Pas Vota Samstag, 7. Juli 1951 Sie finden bestimmt die richtige Lampe bei unserer reichhaltigen Auswahl an schönen und geschmackvollen Beleuchtungskörpern aller Art CraBlampen, lesslampsn, Tischlampe», Wandleuchten, Nachttischlampen, Kerzan- und Stliieucnten usw. 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Über die Vermögensgegenstände darf er nur mit Zustimmung des vorläufigen Vergleichsverwalters verfügen. Freiburg i. Br., den 3. Juli 1951. Badisches Amtsgericht 5. Konkursverfahren. Im Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Oskar Heilbrunner, Schrottgroßhandlung in Freiburg i. Br?, Heidenhofstraße 2, ist zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Verzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen, zur Beschlußfassung über die nicht verwertbaren Vermögensstücke und die Festsetzung der Vergütungen und Auslagen der Gläubigerausschußmitglieder sowie zur Festsetzung der Vergütung und Auslagen des Verwalters, Schlußtermin bestimmt auf: Samstag, 28. Juli 1951, vormittags 9 Uhr, vor dem Amtsgericht hier, 1. Stock, Zimmer 125. Freiburg, 2. Juli 1951. Badisches Amtsgericht 1. - Aufgebot. Frau Luzia Künze in Rappoltsweiler hat be r - antragt, ihren vermißten Ehemann August Künze, geboren am 7. Oktober 1919 in Breisach, wohnhaft gewesen in Breisach, Hohenzollernstraße 579, zuletzt Unteroffizier im Reservelazarett Güstrin, für tot zu erklären. Der Genannte wird aufgefordert, sich spätestens bis zum Ablaufe des 15. September 1951 bei dem Badischen Amtsgericht in Breisach a. Rh. zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. Alle, die Auskunft über den Verschollenen geben können, werden aufgeordert, dem Gericht bis zu dem bestimmten Zeitpunkt Anzeige zu machen. UR II 8/51. Breisach, 30. Mai 1951. Bad. Amtsgericht. Aufgebot. Franz Feßler in Bad Krozingen, Eduard Giger in Zürich und Gemeindeammann Karl Forrer in Küsnacht Zeh. haben beantragt, den Kaufmann Franz Giger-Besserer, geboren am 24. Juni 1906 in Breisach, daselbst zuletzt wohnhaft gewesen, für tot zu erklären. Der Genannte wird aufgefordert, sich spätestens bis zum Ablaufe des 15. September 1951 beim Badischen Amtsgericht Breisach a. Rh. zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. Alie, die Auskunft Uber den Verschollenen geben können, werden auf gefordert, dem Gericht bis zu dem oben bezeichnten Zeitpunkt Anzeige zu machen: UR II 23'51. Breisach, den 22. Juni 1951. Badisches Amtsgericht. Todeserklärung. Die am 24. Oktober 1893 ln Stolzenhagen bei Stettin geborene, zuletzt ln Stolzenhagen wohnhaft gewesene, verheiratete Margaretha Friede geh. Krüger wird für tot erklärt. Als Zeitpunkt des Todes wird der 31. Dez. 1945, 24 Uhr, festgestellt. Freiburg i. Br., 28. Juni 1951. Bad. Amtsgericht 15. Todeserklärung. Der am 9. Okt. 1907 in Ihringen a. K. geborene, zuletzt daselbst wohnhaft gewesene Postschaffner Ernst Gibson, zuletzt Angehöriger der ehemaligen Deutschen Wehrmacht, Feldpostnummer LG 31647, wird für tot erklärt. Als Zeitpunkt des Todes wird der 31. Dezember 1945, 24 Uhr, festgestellt. Die baren Auslagen des Verfahrens fallen dem Nachlaß zur Last, Gerichtsgebühren werden nicht erhoben. UR H 39/50. Breisach, 30. MBi 1951. Badisches Amtsgericht. Handelsregister Für die Angaben in ( ) keine Gewähr Veränderung. HR B Nr. 155 — 29. Juni 1951. Südlicht Elektrowerk, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Freiburg i. Br. (Neunlindenstr. 28). Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 29. Mai 1951 Ist das Stammkapital unter Einsetzung eines Kapitalentwertungskontos in Höhe von 3732.47 DM vorläufig von 20 000 RM auf 5000 DM neu festgesetzt und 5 3 (Stammkapital) des Gesellschaftsvertrages entsprechend geändert. Bad. Amtsgericht Freiburg i. Br. Registergericht. Veränderung. HR B Nr. 119 — 29. Juni 1951: Werth- mannhaus-Unterstützungs-Gesellschäft mit beschr. Haftung, Freiburg i. Br. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 2. April 1951 ist das Stammkapital von 20 000 RM auf 5000 DM neu festgesetzt und § 3 (Stammkapital) des Gesellschaftsvertrages entsprechend geändert. Badisches Amtsgericht Freiburg i. Br. — Registergericht. Veränderung. HRB Nr. 9 — 2. Juli 1951: Schrauben- spundfabrik Wm. Kromer, Aktiengesellschaft, Freiburg !. Br. (Freiburg-St. Georgen, Basler Landstr. 30). Durch Beschluß der Hauptversammlung vom 1. Juni 1951 ist das Grundkapital von 500 000 RM auf 189 000 DM auf Grund des Bilanzgesetzes neu festgesetzt und die Satzung in den 55 3 (Bekanntmachungen), 4 (Grundkapital) sowie in 11, 12 und 15 entsprechend geändert. Als nicht eingetragen wird bekanntgemacht: Das neue Grundkapital ist eingeteilt in 420 Stammaktien zu je 450 DM. Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Bundesanzeiger. Badisches Amtsgericht Freiburg i. Br. — Registergericht. Bachabschlag Der Abschlag des Gewerbebaches nördlich der Drei- sam findet statt vom Samstag, 14. Juli, 17 Uhr, bis Samstag, 21. Juli, 17 Uhr. Die Beteiligten werden ersucht, alle während des Bachabschlages vorzunehmenden'Arbeiten dem Tiefbauamt rechtzeitig mitzuteilen. Stadt. Tiefbauamt. 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Juli 1951 BasTBotä Nummer 81 — Seite 9 Appell ans gute Heiz der Stadt Vor einigen Wochen konnte in Freiburg die neue internationale Jugendherberge ihrer Bestimmung übergeben werden und tausende wandernder Jungen und Mädels werden, wenn sie aus den gastlichen Räumen wieder scheiden, herzliche Gefühle des Dankes an jene mit hinaus in die weite Welt nehmen, die durch Rat und Tat und fördernde Hilfe die schöne Herberge erstehen ließen. Bei der offiziellen Einweihung fand man auch gute und lobende Worte für die Stadtverwaltung Freiburg, die nicht unwesentlich zum Gelingen dieser schönen Tat beigetragen hatte. Der südbadische Jugendherbergsverband im Badischen Jugendherbergswerk hofft aber, daß unsere Stadtväter darüber hinaus ein weiteres tun werden, um ihr o f f e n e s Herz der Jugend gegenüber zu zeigen. Der Verband hat vor etwa vier Monaten ein Gesuch um finanzielle Beihilfe in Höhe von etwa 15—20 000 DM an die Stadtverwaltung gerichtet und wartet nun von Tag zu Tag auf einen positiven Bescheid. Aus der Tatsache, daß überhaupt noch keine Antwort — also auch keine negative — kam, folgert die südbadische Jugend, daß man sich bei der Stadt doch ernste Gedanken darüber macht, • in welcher Weise man Bitte und Gesuch erfüllen kann. Möge es so sein! Die Jugend unseres Landes würde es äußerst lebhaft begrüßen, wenn jetzt bald ein wohlwollender Beschluß gefaßt und ein günstiges Ergebnis mitgeteilt werden könnte. Der südbadische Jugendherbergsverband braucht Mittel bitter nötig, um sie in den Dienst der wandernden Jugend stellen und damit ein Werk weiter fördern zu können, dessen Wert und Nutzen wohl außer Frage steht. (Wie soeben bekannt wird, steht die Behandlung des Antrages auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am nächsten Dienstag.) Der Haushalt unserer Stadt Die Haltung der SPD zum Voranschlag tür das neue Rechnungsjahr Nachdem der Finanz- und Sparausschuß sich in zwanzig Sitzungen mit dem neuen Voranschlag beschäftigt hatte, liegt er nunmehr — erstmals nach vielen Jahren wieder in gedruckter Form — den Stadträten vor und steht in der nächsten öffentlichen Sitzung zur Debatte. Der ordentliche Haushaltsplan sieht in Einnahmen rund 26 Millionen DM, in Ausgaben rund 29 Millionen DM vor, so daß also ein Defizit vom etwa 3 Millionen DM zu decken ist. — Im außerordentlichen Haushaltsplan ist ein Betrag von rund 30 Millionen DM eingesetzt. Der SPD-Ortsverein Freiburg hatte seine Mitglieder versammelt, um einen Überblick über den neuen Haushaltsplan zu gewinnen, die einzunehmende Haltung festzulegen und der SPD- Stadtratsfraktion Wünsche, Anregungen und Richtlinien für die Etatberatung mit auf den Weg zu geben. Im Mittelpunkt des Abends stand ein ausführliches Referat des Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion Peter Kappes, der auf seine verschiedentlichen Veröffentlichungen zum Etat im „Volk“ hinwies und die dort erschienenen Ausführungen eingehend kommentierte. Der Vortragende besprach jeden der zehn Einzelpläne des neuen Etats und teilte dann mit, daß der neue ordentliche Haushaltsplan in Einnahmen -etwa 26 Millionen DM, in Ausgaben rund 29 Millionen DM vorsehe, daß demnach also ein Defizit von 3 Millionen DM zu decken sei. Die Deckung läßt sich einmal erreichen durch Erhöhung der Gebühren für Gas, Wasser, Licht, Straßenbahn usw., zum andern durch eine Erhöhung der Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuern. Im außerordentlichen Haushalt, dessen Art und Wesen Genosse Kappes näher umriß, ist ein Betrag von 30 Millionen DM in Einnahmen Des Kriegsblinden treuester Kamerad Ein Besudi in der Blindenhund- Führerschule Freiburg-Zähringen Der Kriegsblinde des ersten Weltkrieges einziger blinder Besitzer einer Blindenhund- der Hunde selber schult, fertig ausbildet und merken wir Lambert Ginter auf den Wegen ihn jetzt einmal in seinem Heim in der Berg seine Schicksale und seine Schule, die ihm zur der Leidensgefährten. Im August 1917 sah der deutsche Wachtmeister Lambert Ginter zum letzten Male in seinem Leben die Sonne über den blutgetränkten französischen Schlachtfeldern aufgehen. Jäh riß der Splitter einer einschlagenden Granate über seine Augen und zerstörte die Sehkraft. Aus, erledigt, blind für alle Zeiten! Ein Schicksal, ähnlich dem Tausender anderer unglücklicher Soldaten. Baden zählte als Folge des ersten Krieges 127 Blinde; der Wahnsinn des zweiten Weltkrieges raubte dann nicht weniger als 140 Soldaten allein aus Südbaden das Augenlicht. Ein furchtbares Geschick, daß manchen Betroffenen endgültig am dunkel gewordenen Leben verzweifeln ließ. Auch Lambert Ginter brauchte Zeit, um sich wieder zurechtzufinden und aufzurappeln. Er hatte seine Existenz als Reitlehrer verloren; seinen Beruf, an dem er mit Lust und Liebe hing und der der Pflege, Betreuung und Ausbildung der Tiere galt. Mählich nur fand er in der Freiburger Blindenanstalt in die Wirklichkeit zurück, lernte die Schreibmaschine bedienen, ließ sich als Korb-, Bürsten- und Besenmacher ausbilden und dachte bei erwachendem Lebensmut dann daran, sich eine selbständige Tätigkeit aufzubauen. Was seine blinden Leidensgefährten in der Anstalt herstellten, das verkaufte er auf Wegen, Reisen und Fahrten, die sich immer weiter erstreckten. Zunächst vorsichtig die Wege und Stege der Stadt abtastend, mit dem Stock in den Straßenbahnschienen langfahrend, um nicht aus der Richtung zu kommen, wußte Lambert Ginter die verlorene Sehkraft durch den mehr und mehr wachsenden Tastsinn und das feine Gefühl, das jedem Blinden von der Natur als Ersatz für das Augenlicht geschenkt wird, bald zu ersetzen. Dann lernte der Blinde auch Wert und Nutzen eines ausgebildeten Blinden-Führ- h u n d e s kennen. Und er, der alte Tierfreund, hatte rasch dicke Freundschaft geschlossen und engsten Kontakt mit seinem treuen, vierfüßigen Kameraden, auf den er sich in jeder Lage, an jedem Ort, verlassen konnte. Es bestanden damals im Reich an verschiedenen Orten Blinden-Führhundeschulen und auch in Freiburg wurden Versuche unternommen, eine Filiale der Oldenburger Schule zu gründen. Als erster Kriegsblinder widmete sich Lambert Ginter schon damals der Aufgabe, Hunde auszubilden, für die immer starker Bedarf herrschte. Denn es ist ja so, daß die Hunde kurzlebiger sind als Menschen und daß unsere Blinden im Laufe ihres Lebens immer wieder neue Hunde erhalten müssen, wenn die alten nach treu erfüllter Pflicht in den Hundehimmel einziehen. Der zweite Weltkrieg, furchtbarer und gräßlicher in seinen Auswirkungen als der erste, hatte das bestehende Heer der Kriegsblinden erneut vermehrt und viele unglückliche Soldaten, die ihr Augenlicht verloren, standen da und versuchten sich seelisch und körperlich durchs Leben zu tasten. Ihnen als Leidensgefährte Helfer und Freund zu sein, sie wieder dadurch aufzurütteln und zu vollwertigen Menschen zu machen, daß er ihnen einen treuen, zuverlässigen Kameraden zur Seite gab, sah Lambert Ginter nun als Lebensaufgabe an. Mutig, entschlossen und als Vorbild aller Blinden, faßte er den Plan, eine eigene Blin- den-Führhundeschule aufzumachen. Eine treue Lebensgefährtin, die er als bereits Erblindeter kennengelemt und geheiratet hatte, und eine Tochter, gleich den Eltern in Lambert Ginter, Zähringen, ist Europas FQhrerschule. Er ist der einzige Kriegsblinde, zur einsatzfähigen Reife bringt. Tagtäglich bekreuz und quer durch unsere Stadt; wir haben gasse besucht und mit ihm geplaudert über Lebensaufgabe wurde, im Dienste vieler blinder Liebe zu den Tieren verbunden, waren ihm treue Helfer. So entstand kurz nach Beendigung des zweiten Weltkrieges draußen in der Berggasse zu Zähringen eine Hundeschule Bis zum heutigen Tage hat Lambert Ginter in dieser Hundeschule, die die einzige von einem Blinden geleitete Europas ist, fast hundert Hunde ausgebildet und seinen blinden Kameraden in Baden, Württemberg, im ganzen Bundesgebiet, ja sogar schon im Ausland, zur Verfügung stellen können. Kein Hund kommt aus der Hand des Lehrers, ehe er nicht fix und fertig ausgebildet und durch den Leiter der orthopädischen Versorgungsstelle Freiburg, Oberregierungs-Medizinalrat Dr. Scholz und dessen Mitarbeiter Dr. Ahrem, auf Herz und Nieren, Kenntnisse und Fähigkeit geprüft ist und das vorgeschriebene Examen abgelegt hat. Die orthopädische Versorgungsstelle weist den Kriegsblinden unseres Landes die fertigen Hunde zu; die Blinden kommen zur Abnahme nach Freiburg, um hier unter den Augen der Prüfungskommission drei bis vier Tage mit ihren Hunden durch alle Straßen, über belebteste Plätze, vorbei an allen auftauchenden Hindernissen, zu gehen. Früher dauerte das Vertrautwerden zwischen Hund und neuem Herrn oft mehrere Wochen und dadurch entstanden dem Staat beträchtliche Kosten. Heute sind die aus der feinfühligen Hand eines blinden Lehrers kommenden Hunde derart vollendet ausgebildet, daß wenige Tage zur Angewöhnung und Übernahme genügen. Lambert Ginter nimmt in seine Schule hauptsächlich deutsche Schäferhunde, die besonders geeignet sind, auf. In den hellen. Luftigen, sauberen Zwingern, bei gutem Futter und liebevoller Pflege, sind stets 8 bis 10 Schüler zu gleicher Zeit da. Die Anfangsgründe ihres Pensums lernen sie durch einen sehenden Ausbilder, einen Angestellten der Schule. In Vordressur, die sich in der Regel auf dreißig Stunden erstreckt, werden ihnen die Grundbegriffe des Gehorsams, der Disziplin, des Apportierens, ihres zukünftigen Berufs, beigebracht. Dann übernimmt Lambert Ginter die Hunde selber, um ihnen die endgültigen Kenntnisse und den letzten Schliff beizubringen. In dem vorgeschriebenen Geschirr führt der blinde Schulleiter, der über ein erstaunliches Tastvermögen und Orientierungsgefühl verfügt und z. B. in Zähringen jeden Weg und Steg, jeden Latemenpfahl, jeden Randstein, jeden überhängenden Zweig, kurz jedes Hindernis kennt, die Hunde in stundenlangen Gängen kreuz und quer. Schon nach wenigen Tagen folgen dann weite Wege in die Innenstadt, in verkehrsbelebte Straßen und durch das dichteste Verkehrsgewühl. Nach genauen Anfangskommandos, die dem Hund bald in Fleisch und Blut übergehen und später völlig unnötig werden, lernen die intelligenten Tiere rasch selbständig zu arbeiten. Sie verweisen Hindernisse, halten zurück bei Bordschwellen, führen um Gefahrenpunkte herum, kreuzen die Straßen xrst, wenn kein Fahrzeug unterwegs ist, leiten den Herrn zum Eingang der wartenden Straßenbahn, kurz, sie sind die wahren Führer des Blinden, brauchen keinerlei Hilfe, sondern wissen ganz im Gegenteil, daß ein nichtsehender Mensch ihnen anvertraut ist, den sie ungefährdet über alle Fährnisse zu bringen haben. Daß unendliche Liebe und Geduld des Ausbilders dazu gehört, um einen Hund zu vollkommener Leistung zu bringen, ist ganz klar. Ebenso klar aber ist daß es manchmal ohne ein energisches Wort oder sogar ohne einen Klaps nicht abgehen kann. Solange die Hunde, in der Schule sind, benehmen und Ausgaben vorgesehen (bezüglich der Deckungsmöglichkeiten verweisen wir auf die erschienenen eingehenden Ausführungen in der Ausgabe vom 23. Juni). Die sehr instruktiven und interessanten Ausführungen lösten eine umfangreiche Debatte aus, als deren Endergebnis Ortsvereinsvorsitzender, Bürgermeister Schieler feststellte, daß die Versammlung geschlossen eine Erhöhung derGebührenablehne, weil die dadurch eingehenden Mehrbeträge doch wieder der Stadt weggesteuert würden. Was eine etwaige Erhöhung der Hebesätze betrifft, so bekam die Stadtratsfraktion bestimmte Richtlinien mit; sie wird die Auffassung der Parteigenossenschaft in der Weise vertreten, daß eine Erhöhung der Mieten oder eine Belastung der arbeitenden Bevölkerung unter allen Umständen vermieden werden muß. Genosse Martzloff stellte sich dabei auf den Standpunkt, wenn der Staat einen ausgeglichenen städtischen Etat verlange, dann solle er selber erst einmal dafür sorgen, daß sein eigener Etat ausgeglichen werde. Genosse Stephan teilte, zugleich in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter, die gleiche Auffassung. Als Stadträte waren Frau S e e h der Meinung, daß der Etat des Wohlfahrtswesens mit 2 Millionen DM schon jetzt zu gering sei und daß weitere Abstriche unter keinen Umständen in Frage kommen dürften, und Stadtrat T h o m a der Auf fasung, daß im Etat doch vielleicht noch Abstriche möglich sind für Dinge, die sich als nicht unbedingt lebensnotwendig zurückstellen lassen. In ähnlicher Weise sprachen sich weitere Diskussionsredner aus, so daß Bürgermeister Schieler am Schluß der Aussprache volle Einfctatberatung am Dienstag Der Freiburger Stadtrat tritt am Dienstag, 10. Juli, um 14 Uhr, zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Ordentlicher Haushaltplan 1951 der Stadt Freiburg (Festsetzung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern). 2. Außerordentlicher Haushaltplan 1951 der Stadt Freiburg (Bewilligung außerordentlicher Kredite. 3. Gesuch des Badischen Jugendherbergswerks e. V. um Bewilligung eines Zuschusses zum Bau der Jugendherberge Freiburg (zweite Baustufe). 4. Antrag der Industrie- und Handelskammer auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemäß § 3 des Landesgesetzes über den Ladenschluß. 5. Verschiedenes. mütigkeit über den in der Stadtratsitzung zu vertretenden Standpunkt feststellen konnte, hl. Zirkus Apollo eingetroffen Am Donnerstagmorgen traf das Vorkommando des Zirkus Apollo in Freihurg ein und begann unter Leitung von Zeltmeister Holzer mit den Aufbauarbeiten am Freiburger Meßplatz. Unter geübten und geschickten Händen wuchsen die Masten, Zelte und Zäune im Nu aus dem Boden. Das Gros der bunten Zirkuswelt ist inzwischen ebenfalls in Freiburg glücklich gelandet, und auf die Minute genau wird alles zur festlichen Premiere am heutigen Samstag, 20 Uhr, fertig sein. Das Spiel vom „Jedermann“ Als Hugo von Hofmannsthals weihevolles Spiel vom „Jedermann“ vor zwei Jahren vor dem ehrwürdigen Hintergründe des Freiburger Münsters aufgelührt wurde, schrieben wir, daß diese Dichtung die Enge eines Theaterraumes nicht vertrage, sondern hinaus' in den freien Raum gehöre. Diese Ansicht wurde uns durch die jetzige Aufführung im Augustinermuseum durchaus bestätigt; denn so gewiß dieser feierliche Raum einen erhabenen äußeren Rahmen für das Werk bildet und durch die Einbeziehung des unmittelbaren Orgelspiels eine neue Wirkungsmöglichkeit geschaffen wird, so sehr fehlte der Aufführung die räumliche Weite, deren das Spiel vom Gerichte Gottes am reichen Manne, der seinen Mitmenschen zu wenig Liebe erwies, zur vollen Entfaltung bedarf. Man fühlte sich irgendwie beengt, und auch die Darsteller schienen hier und da dürch die Enge des in die Höhe- (nicht in die Breite) strebenden Raumes ein wenig gehemmt zu sein und sprachen, offenbar durch die akustischen Verhältnisse der Spielstätte veranlaßt, streckenweise in einem Fortissimo, das der schlichten, menschlichen Dichtung viel von ihrer Weihe nahm. Dabei war die Aufführung selbst — sieht man von einigen Unebenheiten beim Zusammenwirken des Ensembles ab — im ganzen einheitlicher und eindrucksvoller als diejenige vor zwei Jahren, obwohl auch diesmal die Besetzung nicht in allen Fällen geglückt war. Vor allem aber hatte Roland Ricklinger, der sehr viel Sorgfalt, Liebe und Können auf die Inszenierung verwandt hatte, in Willy Reichmann einen Gestalter, der den „Jedermann“ weit mehr als sein Vorgänger von der Wärme des Herzens, nicht von der Kühle des Verstandes her bestimmte und es auch ap den künstlerischen Abstufungen, die diese symbolische Figur erfordert, nicht fehlen ließ. So wurde dieser „Jedermann“ wirklich zur kraftvollen Mitte der ganzen Aufführung, wobei freilich auch hier der Einwand der bisweilen übersteigerten Stimmkraft gilt. Für den „Tod“ hätte man sich, schon vom Typ aus betrachtet, einen anderen Darsteller als Kurt Heinz Welke gewünscht, der seine Worte zwar sehr eindrucksvoll sprach, aber dafür den Grundton des Unheimlichen und zwingend Schicksalhaften dieser Gestalt vermissen ließ. Auch war es ein wenig glücklicher Gedanke, ihn mitten durch die Zuschauerreihen gehen zu lassen und die Primitivität seiner Vermummung noch durch grelles Scheinwerferlicht hervorzuheben. (Wieviel eindrucksvoller waren doch damals Auftritt und Abgang des „Todes“ auf dem Münsterplatz!) Ganz hervorragend Walter Kiesler als praller, gieriger „Mammon“ — ein Dämon, vor dem es einen schauderte — und Friedrich von Bülow als gewandter Teufel. Von den übrigen Mitwirkenden hoben sich Karl Vetter als guter Gesell, Lothar Büh- ring als armer Nachbar, Theo Martin als Schuldknecht, Henny Schneider-Wenzel als sein Weib, ganx besonders aber Christine Mylius als Vertreterin der „Werke“ und Ruth Baldor als „Glaube“ ab. Als „Buhlschaft“ wirkte Helena Longoni zu küni und zu steif, und den „dünnen Vetter“ gab Artur Pipa allzu überspitzt. — Als werkgerechte Helfer des Spielleiters erwiesen sich Friedhelm Strenger und Heinrich Kehm. Man kann auch dieser trotz der genannten Mängel Im ganzen sehr eindrucksvollen „Jedermann“-Aufführung nur wünschen, daß sie den inneren Reichtum der zu ernster Selbstbesinnung und wahrer Menschlichkeit aufrufenden zeitlosen Dichtung in unserer arm gewordenen Welt verbreiten helfe. Rudolf Burschei. Ins Treppenhaus gestürzt. In einem Haus in der Kandelstraße stürzte in den Abendstunden ein 70jähriger Greis, als er die eine Treppe tiefer liegende Toilette aufsuchen wollte, vom dritten Stockwerk aus über das Treppengeländer in den Hausflur. Der bedauernswerte Mann wurde mit dem Krankenwagen sofort in die Chirurgische Klinik verbracht, wo die Ärzte mehrere Rippenbrüche und vermutlich auch innere Verletzungen feststellten. Kraftpostverkehr mit St. Peter—St. Märgen. Der bisher nur sonntags verkehrende Vormittagskurs von Freiburg nach St. Peter und St. Märgen, Freiburg ab 8.20 Uhr, verkehrt vom 9. Juli ab täglich. — In der Gegenrichtung wird an Werktagen ein neuer Kurs, St. Margen ab 12.40 Uhr, St. Peter ab 13.07 Uhr, Freiburg an 14 Uhr, eingelegt Dienststellen-Umbezeichnung. Das Wiederaufbaubüro der Stadt Freiburg führt jetzt die Bezeichnung „Städtisches Planungs- und Aufbauamt“. Pflücken von Lindenblüten. Wie das Städtische Gartenamt bekanntgibt, ist das Pflücken von Lindenblüten nur in der Hebel- und Hin- denburgstraße in der Zeit zwischen 6 und 20 Uhr gestattet. Das Pflücken darf nur mit der nötigen Rücksicht, auf die Bäume und unter Verwendung von Doppelleitem erfolgen. sie sich eben wie echte und rechte Schulbuben oder Schulmädels. Ein fertig ausgebildeter Hund ist dann aber derart in seine wichtige Aufgabe vertieft, daß nichts ihn zu stören vermag. Weder läßt er sich mit anderen Hunden in „ein Gespräch“ ein, noch wird er von einem Fremden ohne Erlaubnis seines Herrn etwas annehmen; und ganz ausgeschlossen ist, daß er.etwa versucht, sich loszureißen oder davonzumachen. Es ist rührend und erschütternd zugleich, mit welch großer Treue und Liebe diö Hunde an ihrem Herrn hängen, und viel mehr noch als ein sehender Hundebesitzer fühlt sich ein Blinder mit seinem vierfüßigen Kameraden verbunden. Aus der Schule Lambert Ginter ist z. B. auch jener brave D e v e t hervorgegangen, der hier in Freiburg eine aus Danzig stammende kriegsblinde Dame sicher und treu durch den dichtesten Verkehr führt. Nichts auf der Welt mag dieser blinden Frau wohl näherstehen, als ihr treuer, zuverlässiger Begleiter. Mit welchem Erfolg Lambert Ginter seine Schule führt, beweisen die herzlichen Dankesbezeugungen, die ständig von kriegsblinden Leidensgefährten in der Berggasse einlaufen und in denen zum Ausdruck kommt, wieviel ein guter Hund für einen Blinden bedeutet und wie er durch dessen Treue, Liebe und Arbeit wieder in das volle Leben zurückgeführt wurde. Ein kleines Beispiel dafür aus dem Brief eines Lahr er Kriegsblinden, in dem es unter anderem heißt: „Nun ist es aber an der Zeit, daß ich Euch wissen lasse, wie ich mit meinem Beschützer nach Hause gekommen bin. In Ding- Ungen bin ich allein umgestiegen und in Lahr hat mich meine Mutter in Empfang genommen, obwohl dies gar nicht nötig gewesen wäre. Axels Verhalten im Zuge, sowie auch im übrigen, ist tadellos einwandfrei. Ich kann es nich’t genug danken, solch ein zuverlässiges Tier zu besitzen, dem man sich voll und ganz anvertrauen darf. Oft gehe ich absichtlich äußerst schwierige Wege, in denen allerhand Hindernisse überwunden werden müssen. Sogar bei kulturellen Veranstaltungen war mir Aitel schon treu zur Seite; unter anderem besuche ich auch die Abendkurse der Volkshochschule, bei denen Axel durch sein wohlerzogenes Verhalten nur den allerbesten Eindruck hinterließ. Selbst ein Professor fahndete in begreiflicher Neugierde nach dem Lehrmeister der Hundeführungskunst und konnte nicht genug dieser schönen Aufgabe höchste Anerkennung aussprechen.“ Die Zeit vergeht, während wir so mit Lambert Ginter im dunkelnden Abend auf der Terasse seines netten Häuschens in der Berggasse sitzen und plaudern. „Ist es eigentlich schon dunkel?“ richtet>er die Frage an uns. „Ja, antworten wir, es wird Zeit zum Aufbruch.“ — „Dann schaue ich noch schnell nach meinen Hunden, denn morgen winkt ein neuer Arbeitstag.“ Wir aber scheiden mit einem Gefühl größter Hochachtung vor diesem Mann, der trotz schweren Schicksalsschlages nicht resignierte, sondern sich aus eigener Kraft eine neue Existenz aufbaute. Und der die Früchte seines Schaffens den blinden Leidensgefährten zukommen läßt. hL Beite 10 — Nummer 81 BatBotk Samstag, 7. Juli 1951 Traurige Halbjahres*Bilanz Tote: 15, Leicht verletzte: 326, Schwerverletzte: 124, Sachschaden: 168 000 DM während der ersten sechs Monate 1951 im Freiburger Verkehr Die Bilanz der Freiburger Verkehrsunfälle für die ersten sechs Monate des Jahres 1951 ist ebenso traurig wie erschütternd und läßt, im Vergleich mit früheren Jahren, die Zunahme der schweren Unfälle und die Schwere der Folgen in erschreckendem Maße erkennen. Während 1949 insgesamt 11 Menschen ihr Leben lassen mußten, stieg 1950 die Zahl auf 21 an und steht für die Monate Januar bis Juni 1951 bereits auf 15. — Im Juni allein gab es im Freiburger Verkehr 2 Tote, 79 Leicht- und 22 Schwerverletzte .und dazu einen Sachschaden in Höhe von 42 000 DM bei insgesamt 141 Verkehrsunfällen. Im Jahre 1951 verging bisher kein Monat, an dem nicht wenigstens ein Mensch, wiederholt jedoch bis zu 4 Menschen das Leben bei Verkehrsunfällen verloren. Von 465 Menschen, die dabei gesundheitlich geschädigt wurden, mußten 134 für kürzere öder längere Zeit in die Klinik aufgenommen werden. Der entstandene materielle Schaden ist auf mindestens etwa 170 000 DM zu schätzen. Die Zunahme des Verkehrs als eine der ursächlichen Möglichkeiten zu Verkehrsunfällen muß, wie die Dinge nun einmal liegen, hingenommen werden. Die Untersuchung der häufigsten Ursachen zu Verkehrsunfällen zeigt jedoch, daß bei 141 Verkehrsunfällen im Juni nicht weniger als 81 durch Rücksichtslosigkeit entstanden, das heißt, sie wären bei weniger Fahrlässigkeit und Rücksichtslosigkeit durchaus vermeidbar gewesen. Die Herbeiführung einer besseren Verkehrsdisziplin muß oberste Aufgabe aller Verkehrsteilnehmer, ob es sich um Kraftfahrer, Radfahrer, Fußgänger handelt, sein. Jeder muß durch sein Verhalten im Verkehr dazu beitragen, daß die entsetzlichen Unfallziffem und die hohen materiellen Verluste, wenn sie nicht ganz vermeidbar sind, doch auf ein erträgliches Maß herabgedrückt werden. Betrunken auf dem Motorrad. Um Mitternacht wurde von der Polizei ein Motorradfahrer gestellt, der in betrunkenem Zustand durch die Straße brauste und sich und den Verkehr erheblich gefährdete. Die Maschine wurde sichergestellt, dem unverantwortlichen Fahrer wurde zur Feststellung des Trunkenheitsgrades eine Blutprobe entnommen. Motorradfahrer schwer verletzt. Beim Einbiegen von der Schauinslandstraße in die Günterstalstraße wurde ein Radfahrer von einem in gleicher Richtung fahrenden Motorradfahrer Unsere Jubilare Eine alte treue Leserin unserer Zeitung, Frau Maria Lienhard Witwe, Andreas-Hof er-Straße 55, feiert am heutigen Samstag, 7. Juli, ihren 71. Geburtstag. Das 72. Lebensjahr vollendet am Sonntag, 8. Juli, Herr Walter Jacob, Basler Landstraße. Trotz seines hohen Alters liest der Jubilar aufmerksam „Das Volk“ und verfolgt mit wachem Interesse das Tagesgeschehen. Ihr 95. Lebensjahr vollendet am Montag, 9. Juli, Frau Elise D o r s t geh. Reitze, Witwe, Schillerstr. 14. Die .mchbetagte ist zwar nicht mehr so arg gut auf den Füßen, schaut aber doch freundlich in die Welt und freut sich am warmen Sonnenstrahl. Ihr Leben war reich an Arbeit und Sorge. Wer wollte Oma Dorst nicht einen noch recht langen, unbeschwerten Lebensabend wünschen und Kraft für die nächsten fünf Jährle? Das Fest der goldenen Hochzeit feierte am Freitag, 6. Juli, Herr August Weiser, Maler, Hauptstr. 27, mit seiner Gattin Elisabeth. Herr und Frau G. Schildk n.e c h t. Schwarzwaldstraße 150, konnten am Freitag, 6. Juli, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Allen Jubilaren gratuliert „Das Volk“ herzlichst. Ein verdienter Sportsmann Kommenden Donnerstag, 12. Juli, vollendet der Freiburger Stadtinspektor Herr Otto Krämer, Lorettostraße 38, sein 50T Lebensjahr. Der Jubilar war lange Jahre hindurch eine markante Spielerpersönlichkeit in der 1. FFC-Elf und wirkt heute noch in alter Frische in der Traditionsmannschaft des Clubs mit. Auch als ehemaliger ehrenamtlicher Trainer des Pollzeisportvereins, in dessen Glanzzeit wurde Krämers Name bekannt und geschätzt. Mit unserer herzlichsten Gratulation verbinden wir den Wunsch, daß dem Jubilar seine Spannkraft noch viele Jahre erhalten bleiben möge! Ehrung von Arbeitsjubilaren Am Samstag, 30. Juni, wurden erneut Arbeitsjubi- lare der Firma Brenzinger & Cie.. Beton- und Stahlbetonbau in Freiburg, durch das Badische Wirtschaftsministerium, Direktion Arbeit, geehrt. In einer kleinen betrieblichen Feierstunde überbrachte Direktor Zoll die Glückwünsche der Direktion Arbeit und überreichte den Jubilaren Herrn Emil Vetter, Betonbauvorarbeiter in Freiburg, Guntramstraße 22, für 50jährige Dienstzeit und Herrn Philipp Gerhard, Geschäftsführer der Betriebskrankenkasse der Firma in Freiburg, Ferdinand-Weiß-Straße 125, für 4 0jährige Dienstzeit die Geschenke des Landes Baden. Der Seniorchef der Firma. Dr. Heinrich Brenzinger, und der Betriebsrat schlossen sich der Gratulation an und wünschten den Jubilaren noch viele Jahre ersprießlicher Tätigkeit bei guter Gesundheit. Auch „Das Volk“ gratuliert herzlichst! Sparkassendirektor Stützte t Am Dienstag starb in Freiburg nach kurzem Krankenlager im 79. Lebensjahr der seit dem 1. Oktober 1937 im wohlverdienten Ruhestand lebende Sparkassendirektor a. D. Karl Stützte. Er war zunächst in der badischen Justizverwaltung tätig und trat 1897 in den Dienst der Städtischen Sparkasse über, in der er 1929 zum Direktor und Geschäftsführer aufrückte. Vierzig Jahre lang hatte Karl Stützte als aufrechter Beamter von unbestechlicher Korrektheit, als mitfühlender Mensch seinen Beamten und Angestellten gegenüber und als warmherziger Berater und Betreuer der großen Kundschaft der Kasse treu und zuverlässig seinen Dienst versehen. Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten und schätzten, unvergessen sein. Kaufmann Eugen Leppert t Kurz vor der Vollendung seines 84. Lebensjahres verstarb vergangene Woche unerwartet rasch der Inhaber der Annoncen-Expedition Obanex, Kaufmann Eugen Leppert. Unter Anteilnahme vieler seiner Freunde und Bekannten, die in dem Verstorbenen einen aufrechten, treuen Menschen verloren, wurde er am Dienstag zur letzten Ruhe gebettet. Eugen Leppert widmete sich im Ausgleich seiner großen Berufspflicht der edlen Sportfischerei, und auch in diesem Kreise bedauert man tief und schmerzlich das Hinscheiden des wahren Freundes. Möge die Erde Ihm leicht sein! gerammt. Beide stürzten, wobei der Radfahrer noch etwa 18 Meter weit auf der Fahrbahn mitgeschleift wurde. Während er mit einer leichten Kopfverletzung und Schürfungen an den Beinen und Armen davonkam, wurde der Kraftfahrer, der mit dem Kopf mehrmals aufgeschlagen war, schwer 'verletzt. Erheblicher Brandschaden. In der Nacht zum Mittwoch gerieten mehrere »Gegenstände (ein größeres Faß, verschiedene Arbeitskleider und einige Wolldecken), die auf einem Wagen im Hofe eines Hauses in der Basler Landstraße abgelegt waren, aus bisher nicht bekannter Ursache in Brand. Das Feuer konnte von Hausbewohnern und herbeigeeilten Nachbarn gelöscht werden, immerhin war inzwischen ein Schaden von rund 800 DM entstanden. Flüchtender Fahrer erkannt. Auf dem Radweg in der Basler Landstraße wurde ein Radfahrer von einem einbiegenden Motorradfahrer angerannt und zum Sturz gebracht. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, setzte der Motorradfahrer in erhöhtem Tempo seine Fahrt fort. Der Radfahrer war aber noch in der Lage, das Kennzeichen der Maschine abzulesen. Anzeige wegen Fahrerflucht ist erstattet. Die Freiburger GruncU und Gewerbesteuern Da bei der Beratung des neuen Haushaltsplanes im Freiburger Stadtrat u. U. eine Erhöhung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern 'beschlossen wird, haben wir den Vorsitzenden der SPD- Stadtratsfraktion, Oberregierungsrat Peter Kappe s, gebeten, sich in Ergänzung seiner verschiedentlich im -Volk“ erschienenen Etatartikel auch zum Proble m der Grund- und Gewerbesteuern zu äußern. D. R. Zu den Haupteinnahmen der Stadt gehören die Grund- und Gewerbesteuern. Sie bilden sozusagen den Rückhalt des städtischen Budgets, und die Frage der Festsetzung ihrer Höhe spielte seit jeher bei den Voranschlagsberatungen eine große Rolle. Nach dem Zusammenbruch 1945 hat man bisher noch nichts an dem bisher geltenden Hebesatz von 170 Prozent geändert, obwohl die Stadt durch den Wegfall von Grundsteuern in Höhe von mehreren Millionen DM in den zerstörten Stadtteilen erheblich Mühe hatte und noch hat, um das Gleichgewicht in Einnahmen und Ausgaben herzustellen bzw. zu versuchen, es wenigstens zu tun. Außerhalb Badens geben ja bekanntlich die Länder erhebliche Zuschüsse an die zerstörten Städte, indem man ihnen einen erheblichen Prozentsatz des durch Kriegstolgen entstandenen Ausfalls an Grundsteuern usw. durch die Länder ersetzt. und so den Städten von Staats wegen hilft, ihr Budget ins Gleichgewicht zu bringen. Freiburg ist nun nicht in dieser glücklichen Lage und muß versuchen, durch Erhöhung der der Stadt zustehenden Steuerquellen seine Einnahmen zu steigern, um notwendige Ausgaben decken zu können. Da ist es in erster Linie die Grundsteuer, bei der eine einfache Heraufsetzung des Hebesatzes eine prozentuale Steigerung der Einnahmen erreicht werden kann. Was ist nun dieser Hebesatz bzw. auf was baut er sich auf? Die Antwort lautet: Für jedes Grundstück wird vom Finanzamt der Einheitswert und der sogenannte Meßbetrag festgestellt und dem Steuer(Theater-Lichtsplele „Die Kurbel“) „Boulevard der Dämmerung“ Ein gespenstischer Film! Ein Film, in dem es kein , Schrei nach einem einzigen guten Worte, nach Wärme Lachen und keine Hoffnung gibt, sondern nur den und seelischem Geborgensein hervorbricht, das ist unbarmherzigen Mut zur Wahrheit — zum Leben, wie | so elementar, daß es sich einem unauslöschlich eines wirklich ist. In diesem „Nur“ aber liegt die künst- | prägt. Und wie blendend ist ihre Chaplin-Panto- lerische und menschliche Größe dieses Films, der den Schatten mehr zugeneigt ist als dem Licht und den man nur ertragen kann, wenn man den lähmenden Eindruck des Negativen, den er hinterläßt, abzustreifen vermag. Es ist die Tragödie einer alternden Stummfilmdiva, die von ihrem Diener und ersten Manne in der Illusion eines Ruhmes, der längst verblich- erhalten wird und deren Lebensinhalt ln den zahllosen Briefen besteht, die ihr vermeintlich begeisterte Verehrer aus aller Welt schreiben, während diese grausame und gleichgültige Welt sie in Wahrheit längst ve» gessen hat. „Der Star ist zeitlos“, sagt sie einmal, aber sie fügt sogleich die Frage an: „Ist er es wirklich?“ Im Grunde genommen braucht sie viel mehr als den Ruhm, der ihr in ihrem schauerlichen Museum vergilbter Erinnerungen tagtäglich entgegengrinst,' Liebe — aber wer schenkt sie ihr, der welkenden Frau, die-sieh für,ihr Geld zwar noch einerr Mann, aber nicht sein Herz kaufen kann! Dieser Mann ist ein mittelloser junger Filmautor, der seine unwürdige Solle als ausgehaltener Geliebter der Schauspielerin so lange spielt, bis er sein Herz für eine andere, Junge und Strahlende entdeckt. Da sagt er seiner Gönnerin die ganze furchtbare Wahrheit; doch nun ist es zu spät, und die aus all ihren Illusionen Gerissene rächt sich für den an ihr begangenen Verrat. Während sich die Kameras der Wochenschaumänner auf die Täterin richten, erlebt diese in der Verwirrung ihres Geistes noch einmal das Trfumph- gefühl, als bewunderter Star im Mittelpunkte einer großen' Filmszene zu stehen. Aus dieser grellen Handlung hätte sich ein toller Reißer machen lassen. Billy Wilder aber, einer der großartigsten Hollywood-Regisseure deutscher Herkunft, formte daraus ein Kunstwerk von erschütternder Kraft, das einem streckenweise den Atem verschlägt. Es gibt nur wenige außer ihm. die einem Milieu so viel Atmosphäre mitzugeben wissen wie er — so etwa in der meisterhaften Detailzeichnung des verfallenden „Prunksitzes" — und sicherlich niemanden. der dem Höllenparadies Hollywood jemals so brutal all seinen glänzenden Nimbus genommen und sein wahres Gesicht entblößt hätte. Wieviel Mut muß zu einem solchen Bekenntnis gehört haben! Gloria Swansons in der Vergangenheit lebender Stummfilmstar gehört zu den großen schauspielerischen Leistungen, die man nicht vergißt. Wie aus der von allen, außer ihrem Diener, Vergessenen der mime! — Wieviel muß der Nachwuchs ( in aller Welt noch von dieser Darstellerin lernen, die hier beweist, wie wenig (und wieviel) Jugend und äußere Schönheit neben vollendeter künstlerischer Reife bedeuten! Nur ein so guter, im Ausdruck sparsamer Schauspieler wie William Holden konnte sich neben ihr behaupten. Er trifft den in sich nicht gefestigten, schwankenden Charakter des jungen Filmautors, einer im üblichen Sinne durchaus nicht „sympathischen“ Gestalt, so genau, daß man ihr sein Mitgefühl nicht versagen kann. Die dritte große Leistung gelingt Erich von Stroheim in der mit unheimlicher Ruhe verkörperten, von ihm zu tragischer Größe gesteigerten Gestalt des seiner Herrin treu ergebenen Dieners: ein moderner Hagen, der vor keinem Opfer zurückschrecken würde. Für die kleine Rolle der Netty setzt Nancy Olson ihre ganze unbekümmerte Jugend ein, und weiter wandern Cecil B. de Mille, der noch heute tätige Regisseur von Monumentalfilmen, Buster Keaton und andere Größen der Stummfilmzeit durch das beklemmende Spiel, das John F. Seitz faszinierend photographierte. Nehmen wir aus diesem Film die heilsame Erkenntnis mit, daß auch die „Götter“ der Leinwand nur Menschen sind! B. B. „Der blonde Tiger“ Unser Bedarf an Filmschurken, denen ein Menschenleben nichts gilt, ist bereits so reichlich gedeckt, daß wir auf perverse Frauen; die buchstäblich über Leichen gehen — wie etwa dieser „blonde Tiger“ — gern verzichten, zumal dann, wenn eine so abstoßend ordinär wirkende Schauspielerin wie Elizabeth Scott eine solche Rolle verkörpert. Man atmet erleichtert auf, wenn ihre reizvolle Gegenspielerin auf der Leinwand erscheint, und es wird wohl kaum jemanden im Zuschauerraum geben, der der kaltschnäuzigen und geldgierigen Verbrecherin nach ihrem Todessturz aufs Pflaster noch eine einzige Träne nachweinte. Gerechtigkeitshalber wird auch ihr Komplice, dem Dan Duryea sein Ohrfeigengesieht leiht, ins Jenseits befördert, und so geht die Rechnung glatt auf. Was hätte man aus dem an sich guten Kernthema von der Fundunterschlagung machen können, wenn man es nicht so bedenkenlos der Sucht nach dem Reißer geopfert hätte! (Zentral) R. B. Freiburger Vorsdtau Samstag, 7. Juli Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr Die Czardas- fürstin. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 21 Uhr im Augustinermuseum „Jedermann“. Filmtheater: Casino „Wildwestbanditen“: Die Kurbel „Boulevard der Dämmerung“; Friedrichsbau „Der Bandit und die Königin“; Harmonie „Sudan“; Kandelhof „Der letzte Bandit“; Union „Insel der Verlorenen“; Zentral „Der blonde Tiger“. Film-Sondervorführungen: Casino, Samstag und Sonntag, 23 Uhr, „Zwei Junge Herzen“. Studium Generale: 15 Uhr Hörsaal 1 Semester- Schluß-Muslk. Intern. Studentenbund:. 20 Uhr Hörsaal 28 Vortrag Dr. Hildebrandt „Was begeutet der Osten für Europa?“ Kunstverein Freiburg: 20 Uhr Hörsaal 1 der Universität Vortrag Professor Buchartz „Der Gewinn der Mitte, vom Sinn der modernen Kunst“. Meßplatz: 20 Uhr Premiere Zirkus Apollo. Sonntag, 8. Juli Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr Boccaccio. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 11 Uhr Orpheus; 20 Uhr Die glücklichen Tage; 21 Uhr im Augustinermuseum Jedermann“. Filmtheater: wie am Samstag. Meßplatz: 15.30 und 20 Uhr Zirkus Apollo. Montag, 9. Juli Städtische Bühnen, Großes Haus: Keine Vorstellung. Städtische Bühnen, Kammerspiele: Keine Vorstellung. Filmtheater: wie am Samstag Sonntag. Film-Club Freiburg: 20.15 Uhr Friedrichsbau H. Stock Ausspracheabend. Meßplatz: 15.30 und 20 Uhr Zirkus Apollo. An allen Tagen Kunstverein Freiburg, Talstraße 12 a: Ausstellung Junge französische Maler“. Centre de Documentation, Friedrichsbau: Kunstausstellung Friedrich Georg Lehmann. ' Casino-Kunstausstellung: Neue Malereien von Spiegelhalter, Stadelmann und Riederich. Augustinermuseum, Augustinerplatz: Mittelalterliche Kunst, Holzschnitte von Hans Baidung Grien. Siegmund Dufner, Eisenbahnstraße 18: Handweben auf einfachen Webstühlen. Museum für Naturkunde, Gerberau 32: Heimische und fremdländische Tiere und Pflanzen. Museum für Urgeschichte, Adelhauserstraße 32: Kulturgeschichtliche Entwicklung im Oberrheingebiet. Münstermuseum, Schoferstraße 4: Sammlung abgängiger Originale. Abgüsse figürlicher und ornamentaler Einzelheiten des Münsters. Casino-Restaurant: Täglich 20.30 Uhr Kabarett; Mittwoch und Samstag auch 16 Uhr. Bereitschaftsdienst am Sonntag Arzte (wenn Hausarzt nicht erreichbar): Dr. Mehler, Scheffelstraße 5; Dr. Gülich, Pochgasse 43. Tel. 3224; Frau Dr. Schleihauf, Kaiser-Joseph-Straße 278, Tel. 5257; Dr. Brunner, Guntramstraße 55, Tel. 3086. Zahnärzte: Universitäts-Zahn- und -Kieferklinik, Freiburg-Günterstal, .Torplatz 1. Tel. 2583. Bereitschaftsdienst von 10 bis 12 Uhr: außerhalb dieser Zeit; Dr. Schweriner. Reichsgrafenstraße 24. Dentisten: Heinrich Steinebrunner, Gartenstraße 14. Apotheken: Berthold-Apotheke Kaiser-Joseph-Straße Nr. 260; St.-Georgs-Apotheke, Andreas-Hofer-Straße Nr. llb (mit Nachtdienstbereitschaft bis 14. Juli). Wanderungen Freiburger Vereine Touristenverein „Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Freiburg: Feldberg, Alpiner Steig, Gfällmatten, Oberried. Abfahrt Samstag, 17.16 Uhr. nach Posthalde. Gehzeit 7 Stunden. Wanderwart Fritz Appel. Jugendgruppe der Naturfreunde: An den Nonnenmattweiher im Belchengebiet. Übernachten in der Kälbelescheuer. Abfahrt Samstag mit Fahrrädern 17 Uhr Fortuna. Wanderwarte Kästle. Leopold. Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Freiburg: Tageswanderung Wutach- und GauchachSchlucht. Bahnfahrt mit Gesellschaftskarte bis Reiselfingen. Wanderung über Schattenmühle, Bad Boll. Wutachmühle, Gau- chachschlucht, Döggingen. Treffpunkt 6.15 Uhr Hauptbahnhof. Gehzeit 6 Stunden. Führung Schmitt, Mangold, Dietsche. Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Hohbühi. Sonntag Abmarsch 9 Uhr Talstation über Horben zum Berglusthaus. Dort Feier der 25jährigen Bestehens des Berglusthauses. Gehzeit 3 Stunden. Radfahrerverein Wanderer. Sonntag Lagerausfahrt nach dem Hünersedel. Abfahrt 7 Uhr Komturplatz. Disknssionsabend im Kammerspielhaus Am Montag, 9. Juli, 20 Uhr, veranstalten die Städtischen Bühnen im Kammerspielhaus einen Diskussionabend über Eliots Cocktail Party und Cocteaus Orpheus. Diskussionsleiter ist Dr. phil. et med. Albert Reps. Der Eintritt ist frei. Neide C 1 a v e 1 vom Opernensemble der Städtischen Bühnen wurde für die nächste Spielzeit an das Stadttheater Krefeld verpflichtet. Musikalische Vesper in der Pauluskirche Am Sonntag, 8. Juli, 20 Uhr, findet in der Pauluskirche eine musikalische Vesper statt, bei der unter Mitwirkung verschiedener Solisten die Paulus-Kantorei Werke zeitgenössischer Kirchenmusiker zur Aufführung bringen wird. Aus dem reichen Schaffen heutiger Komponisten werden u. a. Werke von Distier, Pepping, Marx und Hindemith zu hören sein. Im Rahmen der Vorträge werden auch zwei Uraufführungen des Freiburger Komponisten Johannes Lorenzen geboten, und zwar eine Orgelfantasie und ein Geistliches Konzert. Esperantogruppe Freiburg Am Samstag, 7. Juli, 20.15 Uhr. findet im Gasthaus zur „Reichspost“, Adelhauserstraße 9, die Monatsversammlung statt, zu der Gäste und Freunde willkommen sind. Berufung an die Musikhochschule Der evangelische Studentenpfarrer Otto Kirschbaum wurde als Dozent für das Fach Liturgik in der Abteilung für evangelische Kirchenmusik an die staatliche Hochschule für Musik in Freiburg berufen. Pflichtigen durch einen Bescheid mitgeteilt. Der Meßbetrag wird nach einem Tausendsatz (Meßzahl) aus dem Einheitswert errechnet. Wenn z. B. der vom Finanzamt festgestellte Einheitswert eines Grundstücks 50 000 DM beträgt und die Meßzahl auf 10 vom Tausend festgestellt wird, so würde der Meßbetrag 50o DM betragen. Auf diesen Meßbetrag baut sich der alljährliche durch den Stadtrat bei der Verabschiedung des Haushaltsvoranschlags festzulegende „Hebesatz“ auf. Freiburg hat, wie erwähnt, zur Zeit einen Hebesatz von 170 Prozent. Es würde in dem angezogenen Beispiel dann die Grundsteuer 170 Prozent von 500 DM. also 850 DM betragen. Falls der Stadtrat den Hebesatz auf 180 Prozent erhöhen würde, müßte dann der betreffende Steuerpflichtige statt 850 DM — 900 DM bezahlen, denn 18» Prozent vom Meßbetrag von 500 DM ergibt eben 900 DM. Ginge man auf 190 Prozent, so wären es 950 DM und bei 200 Prozent genau 1000 DM, alle Beträge für das ganze Steuer Jahr gerechnet. Eine Erhöhung des Hebesatzes um 30 Prozent (von 170 Prozent auf 200 Prozent) bedeutet also bei einem Einheitswert von 50 000 DM, 150 DM mehr in einem Jahr oder im Monat 16.66 DM. Nimmt man einen Einheitswert von 20 000 DM, so zahlt der betreffende Steuerzahler heute jährlich 340 DM und müßte bei einer Erhöhung des Hebesatzes von jetzt 170 Prozent auf 200 Prozent mit jährlich 60 DM oder monatlich 5 DM mehr rechnen. Die Berechnung der Gewerbesteuer erfolgt nach ähnlichen Grundsätzen, nur daß das Finanzamt zur Errechnung des Meßbetrages das Gewerbekapital und den Gewerbeertrag als Grundlage nimmt. Die Berechnung wird den Steuerpflichtigen ln Form eines Gewerbesteuer-Meßbescheides mitgeteilt. Der Stadtrat setzt auch bei der Gewerbesteuer Jährlich den Hebesatz neu fest. Auch dieser ist in den letzten Jahren nicht erhöht worden. Zur Zeit beträgt er 280 Prozent. Bei einem angenommenen Meßbetrag von 200 DM und bei dem jetzt geltenden Hebesatz von 280 Prozent ergäbe sich ein jährlicher Steuerbetrug von 560 DM. Würde der Hebesatz auf 290 Prozent erhöht, wären es 580 DM und bei 300 Prozent würde die Gewerbesteuer 600 DM ausmachen. Würde als weiteres Beispiel für einen kleineren Betrieb der Meßbetrag 50 betragen, so ergäben sieh bei dem jetzigen Hebesatz von 280 Prozent 140 DM als Gewerbesteuer, bei 290 Prozent 145 DM und bei 300 Prozent 150 DM jährlich. Für den Stadtteil St. Georgen sind sowohl die Hebesätze für Grundsteuer wie auch für Gewerbesteuer anders festgelegt. Sie betragen zur Zeit für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe 220 Prozent, für die Grundstücke 100 Prozent, für die Gewerbesteuer nach dem Ertrag und dem Gewerbekapital ist der Hebesatz 200 Prozent. Zu erwähnen wäre noch, daß die Gewerbesteuer zur Zeit noch von den Finanzämtern durch Gewerbesteuerbescheide angefordert wird und auch dort bezahlt werden muß. Die Stadt erhält nur 90 Prozent davon, während die anderen 10 Prozent in eine sogenannte Ausgleichskasse fließen, woraus die Gemeinden wieder gewisse Zuschüsse erhalten, so auch die Stadt Freiburg. Lkw gegen Straßenbahn. Auf der Habsburgerstraße stieß ein Lastkraftwagen mit einem in gleicher Richtung fahrenden Straßenbahnzug zusammen, weil der Lkw-Fahrer unvorsichtig anfuhr. — Beim Einbiegen von der Habsburgerstraße nach links in die Johanniterstraße prallten ein Lastkraftwagen und eine Straßenbahn zusammen, wobei an der Tram leichter Sachschaden entstand. Verkehrswidriges Verhalten. Auf der Kaiser- Joseph-Straße beim Holzmarktplatz stießen ein Kraftradfahrer und ein Radfahrer zusammen, weil der Motorradfahrer angeblich verkehrswidrig einbog. — Auf der Kreuzung Ste- fan-Meier-Hebel-Tennenbacher Straße wurde ein Radfahrer von einem Motorradfahrer gerammt, weil der Radfahrer vermutlich die Änderung seiner Fahrtrichtung nicht angezeigt hatte. Zwei Fahrräder aufgefunden. Bei der Kriminalpolizei stehen ein Damenrad, Marke Continental, Fabr.-Nr. 34 336, und ein Herrenrad, Marke NSU-Chrom, Fabr.-Nr. 1732 320. Die rechtmäßigen Besitzer können sie abholen. Wöchenspielplan der Stadt. Bühnen Über die Spielfolge in beiden Häusern bis einschließlich Montag, 9. Juli, unterrichten wir in der „Freiburger Vorschau“. — Der weitere Spielplan im Wochenverlauf lautet: Großes Haus: Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr: Verdi- Requiem (außer Miete); Mittwoch, 11. Juli, 20 Uhr: Boccaccio; Donnerstag, 12. Juli, 20 Uhr: Die Czardas- fürstin; Freitag, 13. Juli, 20 Uhr: Undine (außer Miete); Samstag, 14. Juli, 20 Uhr: Die Czardasfürstin; Sonntag, 15. Juli, 20 Uhr: Boccaccio (außer Miete). Kammerspiele: Dienstag, 10. Juli. 20 Uhr, im Rathaushof, bei ungünstiger Witterung im Kammerspielhaus, Die Schule der Frauen (außer Miete); Mittwoch, 11. Juli, 21 Uhr, im Augustinermuseum, Jedermann; Donnerstag, 12. Juli, 21 Uhr, im Augustinermuseum, Jedermann; Freitag, 13. Juli, 20 Uhr. zum letzten Male: Die Cocktail-Party (außer Miete): Samstag, 14. Juli, 21 Uhr, im Augustinermuseum, jedermann; Sonntag, 15. Juli, 21 Uhr, zum letzten Male im Augustinermuseum Jedermann. Das neue Freiburger Einwohnerbuch Das neue Straßenverzeichnis von A (Adalbert-Stifter-Straße) bis K (Kybfelsenstraße) des Einwohnerbuches der Stadt Freiburg, Ausgabe 1951, liegt in der Zeit von Montag, 9. Juli, bis Samstag, 16. Juli, in den Geschäftsräumen des Adreßbuch Verlags Rombach & Co. GmbH, Rosastraße 9, H/2, in der Zeit von 8 bis 17 Uhr durchgehend öffentlich auf. Jeder Haushaltsvorstand, wie auch die Geschäftswelt und Behörden aus oben genannten Straßen, die seit Abgabe der Haushaltlisten im Februar WohHier sprich! die SPD Ortsverein Merzhausen Am Sonntag, 8. Juli, 20 Uhr, findet im Gasthaus Friedrichstal die diesjährige Generalversammlung statt. Es spricht Landessekretär Stephan, MdI,., über politische Gegenwartsprobleme. nung oder Geschäftsräume gewechselt haben oder bis zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches — etwa 1. September — noch umziehen, können ihre Eintragungen überprüfen und etwaige Veränderungen persönlich aufgeben. Sämtliche Einwohner (Stadt und eingemeindete Vororte), seien gleichzeitig auf die Möglichkeit hingewiesen, erfolgte Änderungen der Namen, Berufsbezeichnungen, Umflrmierungen, Telefon-Neuanschlüsse usw., soweit letztere durch die erfolgte Umnumerierung nicht schon festliegen, zur Korrektur persönlich oder schriftlich anzumelden. Aufruf zur Einsichtnahme für die in den Straßenzügen L bis Z wohnende Bevölkerung erfolgt in Kürze. Samstag, 7. Juli 1951 Btu Vtrtk Nummer 81 — Seite II Sagen Sie ruhig Ihre Meinung —- Veröffentlichungen unter dieser Rubrik - stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. — Anonyme Zuschriften finden keine Berücksichtigung, auf Wunsch bleibt aber der Name des Verfassers ungenannt. Reisetauhen-Zwischenlandung Wir berichteten, daß am vergangenen Wochenende von Freiburg aus 46 000 Reisetauben zum Flug nach Norden aufgelassen wurden. Daß nicht alle auf gelassenen Tauben schnurstracks den Heimatschlag ansteuerten, sondern, soweit es nicht andere Zwischenfälle gab, sich auch eine „Zwischenlandung“ erlaubten, geht aus einer Karte hervor, die Herr G. Weiser, Freiburg, Habsburgerstraße 104, am Mittwoch aus Grenzach erhielt und in der es heißt »Sonntagabend 20.30 Uhr flog mir eine ermattete Brieftaube ins Zimmer. Ich habe das Tierle sofort abgefüttert und dann bei einem guten Tierfreund im Hasenstall untergebracht, wo es gut gepflegt wird. Ich stehe im achtzigsten Lebensjahre, habe aber ein derartiges Erlebnis noch nie gehabt. Ein Tierfreund war ich immer. Die Taube hat die Zeichen links SAAR/49 0879, rechts X 270. Bitte, geben Sie mir freund- lichst an, was ich mit dem Tierle machen soll. Auf der hiesigen PdlizeisteUe habe ich die Taube bzw. den Täuber gemeldet.“ Und in einer anderen, aus Löfflingen adressierten Postkarte an Herrn Weiser heißt es „Uns ist vor einigen Tagen eine Taube mit drei Ringen zugeflogen. Wir füttern sie täglich am Fenster; sie ist sehr zutraulich.“ * Da zu vermuten steht, daß auch andernorts sich Reisetauben eingefunden haben, bittet Herr Weiser als Beauftragter des Freiburger Reisetaubenvereins, doch darauf zu achten. Jede Reisetaube trägt bestimmte Ringmarkierungen. Dem Freiburger Verein kommt es darauf an, zu erfahren, welche Zeichen auf den Ringen« der zugeflogenen Tiere enthalten sind. Es ist dann leicht, den Heimatschlag der Taube festzustellen (wie z. B. dank der oben erwähnten genauen Angaben des achtzigjährigen Tierfreundes aus Grenzach) und es erfolgt weiterer Bescheid an die Finder. Wieder Altmetalldiebe am Werk. Während der Nacht wurde eine vor einem Haus imHaier- weg aufgestellte Bronzestatue im Wert von etwa 300 DM gestohlen. Bügeleisen abschalten! In der Komturstraße verließ eine Hausfrau ihre Wohnung und vergaß, das elektrische Bügeleisen abzuschalten. Einige Zeit später war der Küchentisch, auf dem das Bügeleisen aufgestellt war, in Brand geraten. Von einer Hausbewohnerin, die den Brand entdeckt hatte, wurde die Feuerwehr alarmiert, die das Feuer nach kurzer Tätigkeit löschen konnte. Die Höhe des entstandenen Gebäude- und Fahmisschadens ist noch nicht bekannt. Schwerer Unfall auf der Rennstrecke. Gegen 19.15 Uhr stießen auf der Schauinslandstraße (Rennstrecke) bei der Gießhübelkurve zwei Motorradfahrer zusammen, weil angeblich der bergwärts fahrende Motorradfahrer die dortige Kurve schnitt. Der eine Fahrer erlitt einen Schädelbruch und wurde mit dem Krankenwagen in die Chirurgische Klinik verbracht. Der andere Fahrer zog sich eine Gehirnerschütterung zu, während seine Soziusfahrerin über heftige Schmerzen im Kopf klagte. Sie befinden sich ebenfalls in der Chirurgischen Klinik. Beide Krafträder wurden beschädigt. Das schwierige Freiburger Verkehrsproblem Die Verkehrsverhältnisse unserer Stadt lassen noch viele Verbesserungswünsche offen: Mit Zufriedenheit wird der Umtausch der Einbahnstraße Schloßberg- Herrenstraße registriert, der — wenn auch keine vollständige Lösung — so doch eine wesentliche Verkehrsverbesserung und Ausschaltung der Gefahrenmomente gebracht hat. Auch der Fußgängerverkehr am Schwabentor ließe sich einfach dadurch regeln, daß die von der Schwabentorbrücke nach der Stadt Gehenden nach der Schloßbergstraße und durch das seitliche Treppentor des Schwabentores durch Sperrketten abgeleitet werden. Beim Einbiegen in die Schloßbergstraße ist jeder Kraftwagen an sich gezwungen, das Fahrtempo auf ein Minimum herabzusetzen und andererseits könnte der Fußgänger weitgehend die Anfahrtsstrecke in die Schloßbergstraße durch eine solche Ableitung überblicken. Der nach der Schwabentor- brücke führende Fußgängerverkehr wickelt sich sowieso reibungslos und gefahrenlos ab. Nun ist aber eine neue Verkehrsinsel am Siegesdenkmal entstanden, die dem aufmerksamen Verkehrsbeobachter mehr als ein Fragezeichen bedeutet. Seit wann wird eine an sich schwer übersichtliche Kreuzung durch ein weiteres Verkehrshindernis — in diesem Falle durch die jetzt verlegte Trambahnhaltestelle noch unübersichtlicher gemacht? Dem vom Karlsplatz herfahrenden Kraftwagen wird jede Übersicht genommen und auch der nach der Zähringer Straße Fahrende läuft ständig Gefahr, mit einem hinter der dort stehenden Trambahn verstoßenden Fahrzeug zusammen zu prallen. Die Lösung kann keinesfalls als glücklich bezeichnet werden. Die umsteigenden Personen müssen auf einer Richtung hin alle mal die Straße kreuzen, nur mit dem Unterschied, daß in der jetzigen Form die Kreuzungen gefährlicher und unübersichtlicher sind. Es ist zu hoffen, daß die Verlegung der Haltestelle nur einen Versuch darstellt und daß Verkehrskundige durch nochmalige Prüfung eine bessere Lösung finden. Dr. sch. Wucherpreise trotz reichen Erntesegens Selten noch hat es eine so reiche Erdbeerernte gegeben wie heuer! So wurden z. B. aus einem kleinen Erdbeerbeet 4x5 m über 100 Pfund Beeren geerntet. Woher kommen aber die unsinnig hohen Preise im Handel? Meist kostete das Pfund 1.40—1.60 DM. Wer ist nun der Schuldige an diesem unerhörten Wucher? Der Produzent, der Händler oder di^ Preisbildungskommission? Der Arbeiterfamilie ist es unmöglich, ihren Kindern Erdbeeren zu kaufen. Mithin liegt ein offensichtlicher Wucher vor, den wir den Schuldigen ankreiden wollen. Hoffentlich werden diese moralisch gestraft, wenn sie nach dem Lesen dieser Zeilen in die unschuldigen Augen der armen obsthungrigen Kinder schauen. Die gefährlichen Kirschkerne Es herrscht jetzt Großbetrieb in Kirschen. Mit der gefüllten Kirschentüte gehen Männlein und Weiblein, alt und jung, ihres Weges, essen eine Kirsche nach der anderen und werfen dann die Kerne unbekümmert auf den Gehweg oder auf die Straße. Kaum einer denkt daran, welches Unheil damit angerichtet werden kann; wer Pech hat, gleitet auf dem schlüp- ferigen Kirschenstein aus und zieht sich beim Hinfallen unter Umständen körperlichen Schaden zu. Das gleiche kann ein treten, wenn Pflaumen-, Zwetschgenoder Pfirsichsteine achtlos weggeworfen werden. Wer auf der Straße Früchte verzehrt, sollte mit Rücksicht auf den Nebenmenschen die Kerne, Steine oder Schalen an einer Stelle niederlegen, an der eine Gefährdung der Fußgänger ausgeschlossen ist. Unmögliche Parkverhältnisse Nach der Statistik in Nr. 70 „Das Volk“ vom 3. Juli pässierten in einem Zeitraum von 10 Stunden 16 000 Fahrzeuge aller Art die Kaiserstraße an der Kreuzung Bertholdsbrunnen. Man halte sich diese Summe vor Augen. Angesichts dieses gigantischen Verkehrs ist es einfach Sabotage an der Verkehrssicherheit, wenn man eine solche Hauptverkehrsstraße noch zum Parken zuläßt. Im Interesse der Unfallverhütung schon darf diese Straße nur dem Verkehr gehören. Man beobachte doch einmal in den Stoßzeiten, wie hart es oft an einem Unfall vorbeigeht. Am unmöglichsten ist die Parkerei zwischen Salz- und Schusterstraße; wie hier, sollte man auch die ganze — noch parkfreie .Kaiserstraße — als Parkplatz, der Sicherheit und des flotteren Verkehrs wegen, verbieten. Weitere Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrsstraßen sind parkende Fahrzeuge zwischen Schwabentorbrücke und Dreikönigstraße, Oberlinden, Bertholdstraße, Universitätsstraße, Vaubanstraße — nördlich des Bahnhofes — östliche Fahrbahn, ferner die Günterstalstraße von der Brücke bis zur Loretto- straße. Wäre hier überall ein Parkverbot, dann wäre viel, sehr viel, zur Verhütung von Unfällen getan und der Verkehr ginge flüssiger. Es wäre zu wünschen, daß sich die maßgebenden Behörden einmal die Angelegenheit, wie ich sie als Berufsverkehrsteilnehmer täglich sehe und erlebe, annehmen würde. G. M. Buggingen. Der Ortsverein der AW Buggingen fuhr in der vergangenen Woche mit 50 Kindern in den Basler Zoo. Schon lange hatten sich die Kinder auf diesen Tag gefreut und groß war der Jubel, als man mit dem Omnibus ab- fuhr. Durchs schöne Kandertal führte der Weg zunächst nach Lörrach, wo der 1. Vorsitzende des Ortsvereins Lörrach, Herr A. Roser, die muntere Schar begrüßte. Und nun gings der Grenze zu — Basel entgegen. Der Basler Zoo war bald erreicht, und der Bären- und Affenzwinger bildete die Sensation des Tages. Die Pfauen, weiße und bunte, herrliche Räder schlagend, prangten im Federschmuck. Immer neue Seltenheiten gab es zu sehen. Vögel, Schlangen und vieles mehr. Auch das Aquarium fand reichen Beifall. In den Nachmittagsstunden ging es wieder „us d’r Schwyz“ dem Zoll zu, wo jeder sein Täfelchen Schokolade mitnehmen durfte. Die Freunde der AW Lörrach hatten inzwischen im schön eingerichteten Kindergarten in Lörrach eine kräftige Mahlzeit bereitet, der auch tüchtig zugesprochen wurde. Dem Ortsverein Lörrach sei an dieser Stelle für sein wohlmeinendes Entgegenkommen herzlichst gedankt. Bald wurde nun von dort Abschied genommen, und nach einem kurzen Aufenthalt im Dorf Otlingen ging’s über den Schliengener Berg dem Heimatdorf zu, wo man wohlbehalten ankam. • Nicht weniger Freude bereitete der am Mittwoch mit den allerkleinsten Reisenden (ab drei Jahren) durchgeführte Ausflug. Einmal wollten doch auch sie mit dem „O n n e b u s“ fahren, und so ging’s munter nach Bad Sulzburg in den Wald. Freudig pflückte die kleine Gesellschaft die vielen Erdbeeren und Heidelbeeren, die es gab. Nach lustigem Spiel ging’s dann zurück zu dem Ort Sulzburg, wo Frau Danner, die Kronenwirtin, den Milchkaffee bereits gerichtet und die süßen Brötchen bdreitgestellt hatte. So blieb das kleine Volk vergnügt beisammen, und als Herrn Danners „Kleinstes“ ein Wild- Lastwagen und Straßenbahn Hei, war das ein Ereignis, als in den Apriltagen der erste neue Motor-Straßenbahnwagen die Stadt durchfuhr. Nun sind schon Wochen seither vorbei und dieser Tage sind die beiden letzten Wagen von der Waggonfabrik Rastatt eingetroffen; der letzte Wagen trägt die Nummer 71. Wir Freiburger dürfen stolz sein auf unseren Wagenpark, den wenige deutsche Städte in dieser, modernen Art besitzen. Aus diesem Grunde sind wir Bürger auch jenen Männern, die dies ermöglichten, dankbar, wissen wir doch, daß nun auch das Liniennetz sinngemäß weiter ausgebaut wird. (Beispiel in Herdern.) _... Leider hat die immer stärker werdende Motorisierung auch unseren neuen Straßenbahnwagen, welche etwas breiter sind wie die alten, schon ein paar Wunden geschlagen, verursacht durch rücksichtsloses Überholen der Straßenbahn durch Lastwagen. Gerade durch überholende, rücksichtslos fahrende Lastzüge mit über 40 kmst, kann einmal ein großes Unglück passieren. Solche Lastzüge sollten nicht durch die Stadtmitte fahren; falls dies sich nicht ermöglichen ließe, dürften sie fahrende Straßenbahnen in den Straßen der Stadt nicht überholen, der großen Unfallgefahr wegen schon. Auch parkende Lastzüge bilden große Gefahren. Ma. einmal „Onnebus“ fahren ^ sehweinkind brachte und diesem einen Schoppen gab, war das Staunen groß. Nun ging’s über Heitersheim wieder zurück nach Buggingen, wo jedes noch einen Lebkuchen erhielt. Mit strahlendem Blick und glücklichem Lachen verabschiedete sich die „Reisegesellschaft“. Wieder war dem Wunsch der Veranstalter, Freude zu bereiten, ein voller Erfolg beschieden. A. H. Untermfinstertal. Auch in diesem Sommer haben sich schon viele Erholungsuchende das Münstertal mit einladenden und gutgeführten Gaststätten für ihren Ferienaufenthalt ausgesucht. Wir wünschen gute Erholung. • Untermfinstertal. In der Bürstenholzfabrik Riesterer geriet ein junger Arbeiter mit der Hand in die Kreissäge. Ohnmächtig durch diesen Unfall fiel er rücklings in eine laufende Bohrmaschine. Der Bohrer verletzte ihn am Kopf so schwer, daß er in die Klinik nach Freiburg gebracht werden mußte. Heuerlaubnis einheitlicher! Untermünstertal Durch die unbeständige Witterung wurde die Heuernte lange hinausgeschoben und qualitativ stark beeinflußt. Die Landwirte geben Sich alle Mühe, das Futter so gut wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Es ist deshalb den Münstertäler Bauern unerklärlich, weshalb sie von kirchlicher Seite ihr Heu, wenn es tagelang im Regen liegt, nicht auch am Sonntag heimholen können wie in Nachbargemeinden, wo die Erlaubnis für sonntägliche Heuarbeiten gegeben wurde. Es wäre deshalb zu wünschen, daß sich die Heuerlaubnis gebenden Pfarrämter einheitlicher verhalten würden. Bei günstigen Wetter Verhältnissen halten die Bauern eben Sonntag, wohlverdient, genau so gut und gern wie die anderen. Aus dem Markgräflerlend Mit der AW im Basler Zoo 1 Klein-Erna: Auch ich will Auszug aus dem Freiburger Standesamtsregister Geburten: 4> Milde Badeseifen + Große Auswahl ln Fahrrädern und Zubehör Ausführung sämtlicher Reparaturen ERNST HILD Freiburg L Br. - Salzstraße 41 Für das Kleinkind! Die hochwertige Nährspeise aus dem vollen Korn, die aufbauenden Obst- und Gemüsesäfte und das für die Körperpflege ihres Lieblings Erforderliche erhalten Sie ln bester Qualität im Reformhaus PALO Beifortstraße 1, neben Casino Für den Schulanfang: Schulmappen, Schulranzen preiswert von Karl Trnka Freiburg L Br., Turmstraße 16 (beim Reisebüro) Schwarze Kleiderstoffe 15. Juni Margarete, V. Theodor Imberi. Freiburg 21. „ Klaus-Georg, V. Berthold Kaiser, Freiburg 21. „ Angelika, V. Adelb. Linsenmeier, Ebringen 22. „ Dietmar, V. Emil König, Freiburg 22. „ Hermann, V. Karl Weiß. Kirchzarten 23. „ Annemarie, V. Hermann Zähringer, Burg 23. „ Waltraud, V. Johann Nutz. Freiburg 23. „ Eileen, V. Erwin Niechziol. 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