M 9 *oz«lpreI« 20 Pfennig SÜDBADISCHE HEIMATZEITUNG 6. Jahrgang Samstag, 8. September 1951 Nummer 108 wi aller Kürze Fortschritt Noch im Versuchsstadium befindet sich eine Testmethode zum Nachweis einer Kinderlähmungs-Infektion im Rockefeller-Institut Kopenhagen. Dr. Jordi Casals hofft, durch das neue Antigen, einem Extrakt vom Gehirn und Rückenmark von Mäusen, die mehrere Generationen hindurch mit dem Virus geimpft wurden, frühzeitige Diagnosen zu ermöglichen. Während aus England die revolutionierende Erfindung eines neuen Raketenmotors gemeldet wird,.der von flüssigem Sauerstoff, Wasser und Methangas angetrieben wird, beginnt man in Kalifornien mit dem Bau des ersten Atomkraft- flugzeügs. Mehrere Jahfe wird der Bau dauern und fast 200 Millionen Dollar kosten, abet das Flugzeug soll dann billig anzutreiben sein. Ein halbes Kilo Uran genügt für eine. Reise 80 mal um die Erde! Nach dem nächsten Krieg wird man nicht mal mehr minenverseuchtes Gebiet säubern können. Ein dänischer Ingenieur konstruierte eine Landmine, bei der keinerlei Metall verwendet ist und che daher kein Detektor aufspüren kann. Ansehnliche S ummen Neue Fünfzig-Mark-Scheine werden in den Zahlungsverkehr gebracht; der Dürerkopf des früheren Nürnberger Ratsherrn Imhof wird sie verzieren. Die bisherigen Banknoten zu fünfzig Mark bleiben ebenfalls im Umlauf. Aus Mexiko kam Silber, genügend, um 80 Millionen Fünfmarkstücke daraus zu prägen. Sie sollen sich wesentlich von den Ein- und Zweimarkstücken unterscheiden — hoffen wir es! Es war nicht weiter schlimm, daß der englische Milchmann Evans „blank“ aus dem Urlaub zurückkam. In seinem Briefkasten steckte nämlich die Nachricht, daß er rund 882 000 DM im Toto gewonnen hatte. Mitfreuen kann sich sein neun Monate altes Baby, das auf diese Weise einst eine Villa erben wird. Kinder Schicksale Glück hatte die dreijährige Monika aus Salzburg, ein Waisenkind, das von der schwedischen Königsfamilie, Graf Carl Johann Bernadotte, adoptiert wurde. Monika reist nun nach Stockholm, einem neuen, sorglosen Lebensabschnitt entgegen. Weil er nicht auch geladen war zur Hochzeit des Prinzen August von Hannover, versuchte dessen Patensohn Ernst August Oppermann, Sohn des ehemaligen fürstlichen Hauslehrers, sich mit einem Taschenmesser umzubringen. Blutüberströmt fand man ihn, während seine Eltern beim Festbankett waren. Regierung Wohleb ohne Vertrauen Oppositionsparteien lehnen im Badischen Landtag den Haushalt ab Die Generaldebatte über die Etatrede des Finanzministers und über den Haushaltsvoranschlag im Landtags-Plenum erbrachte den eindeutigen Beweis, daß die Regierung Wohieb — abgesehen von der Regierungspartei — das Vertrauen großer Teile der badischen Bevölkerung nicht mehr besitzt. Freiburg — Das Volk — Der von Finanz- minister Dr. Eckert vorgelegte und begründete neue Haushaltsplan, der in Einnahmen und Ausgaben mit 301 320 000 Millionen DM scheinbar ausgeglichen ist, wurde in der Generaldebatte von der SPD, FDP und der KPD abgelehnt. In recht deutlicher Weise setzten sich die Sprecher der Oppositionsparteien mit der allgemeinen und Wirtschaftspolitik der Regierung Wohieb auseinander, übten scharfe Kritik an dem bei der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage des Bundes und Landes unangebrachten Optimismus des Finanzministers und sprachen der. Badischen Regierung Mißbilligung über die von ihr betriebene Politik aus. Besonders deutlich arbeitete das der Sprecher der SPD., Abg. Jäckle, heraus, der an den Beginn seiner Rede den Satz gestellt hatte: „Die sozialdemokr ische Landtagsfraktion kann dem Haushalt des Landes Baden für das Jahr 1951/52 ihre Zustimmung nicht geben, weil sie außerstande ist, einer Regierung durch die Genehmigung des Haushalts das Vertrauen auszusprechen, wenn diese Regierung ihre Funktionen und Aufgaben nicht so erfüllt hat, wie dies im Interesse des Landes und darüber hinaus im Interesse der Deutschen Bundesrepublik erforderlich gewesen wäre!“ Während FDP und KPD den gesamten Haushalt ablehnten, erklärte sich die sozialdemokratische Fraktion bereit, dem außerordentlichen Haushalt, der mit 43 046 500 DM balanziert, zuzustimmen, weil in ihm wesentliche Beträge für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt sind. Diese Zustimmung ändert aber nichts an der grundsätzlichen ablehnenden Haltung der SPD gegenüber der Wohlebschen Regierungspolitik. (Bericht über c. „ Generaldebatte auf Seite 4) . Bundes Verfassungsrichter vereidigt Bonn. Die 24 Richter des Bundesverfassungsgerichts wurden bereits vom Bundespräsidenten in Bonn vereidigt. Die Richter mußten bei Antritt ihres Amtes folgenden Eid leisten: ,,Ich schwöre, daß ich als gerechter Richter allezeit das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland getreulich wahren und "meine richterlichen Pflichten gegenüber jedermann gewissenhaft erfüllen werde, so wahr mir Gott helfe.“ Der Eid konnte mit oder ohne religiöse Beteuerungsformel geleistet werden. In Bonner politischen Kreisen wird nicht erwartet, daß das Bundesverfassungsgericht noch vor dem 16. September einen endgültigen Spruch über Südbadens Klage gegen die Volksabstimmung fällen wird, wohl aber, daß es wegen der Kürze der Zeit durch eine einstweilige Verfügung den Termin der Volksabstimmung hinausschiebt. Stuttgart. Die Regierungen von Württemberg- Baden und Württemberg-Hohenzollern haben am Donnerstag beim Bundesverfassungsgericht beantragt, den Antrag der südbadischen Landesregierung auf Feststellung der Nichtigkeit der beiden Neugliederungsgesetze für Süd Westdeutschland zurückzuweisen. Die Regierungen haben ferner gebeten, auch den südbadischen Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung abzulehnen, wonach der Vollzug des Zweiten Gesetzes über die Neugliederung bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ausgesetzt werden soll. Wenn das Bundesverfassungsgericht den Anträgen Württemberg-Badens und Württemberg-Hohenzollern? nicht entspricht, soll dem Antrag Südbadens nur in der Weise entgegengekommen werden, daß nur die vom Bundesinnenminister zu treffende Feststellung und Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses sowie die im Anschluß daran vorgesehenen Maßnahmen bis zur endgültigen Entscheidung .des Bundesverfassungsgerichts unterbleiben. Die Abstimmung selbst soll auf jeden Fall am 16. September statt- flnden. Rekordernte an Getreide (PPP) Die Gesamterate an Getreide wird nach den jüngsten Schätzungen mit rund 11 Millionen Tonnen einen neuen Höchststand erreichen, nachdem bereits in den letzten Jahren jeweils 16,2 Millionen Tonnen gegratet werden konnten. Mit einem durchschnittlichen Hektarertrag von 25,4 Doppelzentner beim Brotgetreide und 25 Doppelzentner beim Futtergetreide wird der im Jahre 1949 erzielte bisher beste Ertrag noch Eine Niederlase für den Kreml Delegierten*Mehrheit in San Franzisko für den japanischen Friedensvertrag San Franzisko. Nachdem es bereits am ersten Tage der Friedenskonferenz zu heftigen Zusammenstößen zwischen dem sowjetischen Delegierten Gromyko und den Vertretern der Westmächte kam und die Vertreter der Sowjetunion einige schwere Abstimmungsmederlagen einstecken mußten, hat sich im Verlaufe der folgenden Sitzungen bereits eine große Mehrheit der Delegierten für die Unterzeichnung des japanischen Friedensvertrages ausgesprochen. Es wird damit gerechnet, daß die sowjetische Delegation in den nächsten Tagen aus Protest San Franzisko verlassen wird. Der amerikanische Sonderberater John Fester Dulles und der republikanische USA-Senator Styles Bridges vertraten übereinstimmend die Auffassung, daß die sowjetische Delegation die Friedenskonferenz von San Franzisko verlass«, wird. Dulles erklärte in einem Rundfunkinterview: „Ich nehme an, daß die Sowjetunion die Friedenskonferenz verlassen wird. Ich bezweifle, daß sie den Vertrag unterzeichnet. Sie (die sowjetischen Delegierten) werden bei der Unterzeichnung kaum als Zuschauer dabei sein wollen.“ Dulles fügte hinzu: „Seine Erfahrungen mit den Sowjets hätten ihn gelehrt, nicht etwa die genaue Stunde ihres von ihm erwarteten Auszugs vorauszusagen“. Bridges teilte mit, er habe von einer ausländischen Abordnung er- erfahren, daß die sowjetische Delegation beabsichtige, die Konferenz vorzeitig zu verlassen. Die Erkundungen dieser Delegation seien im allgemeinen zuverlässig. Der Senator wollte seine Quelle jedoch nicht näher nennen. Die Donnerstagnächmittagsitzung der Konferenz von San Franzisko verlief wie die vorausgegangenen „ohne besondere Ereignisse“. Planmäßig sprach ein Redner nach dem anderen, ohne unterbrochen zu werden. Außer den tschechoslowakischen Delegierten befürworteten alle Sprecher die Unterzeichnung des japanischen Friedöisvertrages. * Amerikanisch-japanischer Sicherheitspakt soll bis Montag unterzeichnet werden San Franzisko. Der republikanische USA- Benator Styles Bridges erklärte einem Reuter»! Korrespondenten in San Franzisko, die Vereinigten Staaten rechneten damit, daß der Verteidigungspakt mit Japan bis zum Montag unterzeichnet wird. Die Verhandlungen über den Pakt würden noch fortgesetzt, doch sei über die allgemeinen Bestimmungen volles Einverständnis herbeigeführt worden. Es seien nur noch unwesentliche Einzelheiten zu klären. Nach Mitteilung des Senators wird das amerikanisch-japanische Abkommen folgende Hauptpunkte aufweisem L Die USA erhalten die Erlaubnis, Land-, Luft- und Seestützpunkte ln Japan beizubehalten. 2. Die Vereinigten Staaten können diese Stützpunkte verwenden, um einer Aggressionshand- lung militärische Maßnahmen „nach jeder Richtung“ entgegenzusetzen. 3. Für die Stärke der in Japan verbleibenden USA-Streitkräfte wird keine Grenze festgesetzt. Eine der noch zu klärenden Fragen sei, in welchem Umfang die japanische Industrie Waffen und anderes Kriegsgerät an die amerikani sehen Sicherungskräfte verkaufen darf. % A A Am. Funkbild Mi 8*U FlMZisko: Präsident Trumann und der amerikanisch« AuOenministcr AcbesQP Mt Friedenskonferenz mit ftp«» merklich überschritten werden. Das gilt besonders für den Weizen und für die verschiedenen Futtergetreide, während die Roggenerträge nicht so günstig sind. Fast überall ist auch der Anbau von Roggen eingeschränkt worden, ebenso, zumindest gebietsweise, der Hafer, währen^ Weizen, Gerste und Sommermenggetreide verstärkt angebaut worden sind. Die Gesamternte an Brotgetreide wird nach der Vorschätzung des Bundesernährungsministe- riums um rund 250 600 Tonnen über die Vorjahrsernte hinausgehen, während die Futtergetreideernte mit rund 550 000 Tonnen über dem Ergebnis von 1950 liegen wird. Zwei Jahre Bundesparlament (sp) Am 7. September sind zwei Jahre verflossen, seit am Ufer des Rheins und gegenüber den idyllischen Hügeln des Siebengebirges nach langer Unterbrechung zum erstenmal wieder ein freigewähltes deutsches Parlament zusammen trat. Mit diesem Ereignis hingen seit 1933 die Hoffnungen der besten Kräfte de? deutschen Volkes zusammen und in den stillen • Winkeln, in denen während des Hitler-Regimes gleichgesinnte Freiheitsfreunde zusammentrafen, war genug Phantasie entfaltet worden, um dies ersehnte Zukunftsdatum farbenprächtig auszumalen. Freilich blieben im Wandel der Jahre alle geographischen Vorstellungen an Berlin, die eigentliche und einzige deutsche Hauptstadt, gebunden. Aber auch als sich in der ersten Zeit nach dem Zusammenbruch die widernatürliche Zweiteilung Deutschlands immer deutlicher am Horizont abzeichnete und die Aussichten, Berlin seine gebührende Stellung wiederzugeben, vorerst zerstoben, wäre wohl zunächst niemand auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet die stille Universitätsstadt am Rhein mit einer so repräsentativen Funktion zu belasten. Bekanntlich hat die Sozialdemokratie nichts unversucht gelassen, um diese unzweckmäßig« und unglückliche Lösung zu verhindern. Es schien ihr im gesamtdeutschen Interesse nicht vertretbar, die provisorische Bundeshauptstadt kn linksrheinischen Gebiet zu wählen. An sich hat diese Entscheidung nicht das mindeste mit westlicher und östlicher Orientierung zu tun. Wenn aber derart demagogische Unterstellungen auch in dieser Debatte gelegentlich eine Rolle spielen, so könnte man mit Recht die Gegenfrage aufwerfen, ob es nicht am stärksten und unzweideutigsten für eine westliche Orientierung spricht, wenn man bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Symbolik der. politischen Schwerpunktsbildung soweit östlich anstrebt, wie dies heute nur immer logisch vertretbar und sachlich verantwortbar ist. Die Sozialdemokratie blieb mit ihren Bemühungen, der neuen deutschen Bundesrepublik eine geeignetere provisorische Hauptstadt auszusuchen, in der Minderheit. Das am 7. September 1949 in Bonn erstmalig zusammentretende Parlament siedelte sich am selben Ort an, die Regierungsstellen und Verwaltungsbehörden folgten. Hat aber nicht die Geschichte der letzten zwei Jahre den sozialdemokratischen Vorbehalten gegenüber den geographischen Gegebenheiten Bofcns ebenso recht gegeben wie dem daraus resultierenden politischen Klima? Zieht man eine Zwischenbilanz dar bisherigen Regierungspoütik und der Tätigkeit der drei die Regierung unterstützenden Koalitions- Parteien, so wird man zugestehen müssen, daß der Mehrheit unserer Parlamentarier jene wünschenswerten Ausblicke fehlen, die Heut« so wesentlich über den definitiven Erfolg oder Mißerfolg der Politik entscheiden: die Ausblicke auf die Stätten der Arbeit, auf die Trümmer der großen Städte, auf das Flüchtlingselend und nicht zuletzt auf die unermüdlich« Aktivität des totalitären Gegners. Gäbe es nicht eine so entschiedene und aktive Opposition gegen die, restaurativen Tendenzen, die man mit dem "Stichwort „Bohner Politik“ charakterisieren kann, so müßte man sie erfinden, um all das in den letzten zwei Jahren Verzögerte, Vernachlässigte oder sogar bewußt Sabotierte in der parlamentarischen Auseinandersetzung gebührend au berücksichtigen. Die starke oppositionelle Stellung der Sozialdemokratie ist aber eine Gewähr dafür, daß auch die Bäume d$r Restauration nicht in den Himmel wachsen. Die Bupdeswahien, nach denen sich das Parlament des 7. September 1949 zusammen setzt, fanden in einem für Adenauer und Erhard günstigen, für die öffentliche Bewußtseinsbildung aber überaus ungünstigen Moment statt. Inzwischen sind, wie der Stimmungsumschwung der öffentlichen Meinung deutlich beweist, vielen Wählern, die im August 1949 den Bonner Koalitionsparteien ihr Vertrauen schenkten, die Augen darüber aufgegangen, daß sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. An ihnen wird es liegen, zu gegebenen» Zeitpunkt cfie Politik fortschrittlicher Verantwortung zu ersetzen« Seite S — Nummer 108 Dar Vot* Samstag, 8. September 1951 Flaggen am 12. September Aus Anlaß des nationalen Gedenktages des deutschen Volkes, am 12. September, hat die badische Landesregierung beschlossen, die Be- flaggung der staatlichen Gebäude mit der Bundes- und Landesflagge anzuordnen. Den Angestellten der staatlichen Dienststellen seil Gelegenheit geboten werden, die Bonne» Veranstaltung anzuhören. Aus diesem Grunde fällt der Dienst um 15.30 Uhr aus, abgesehen vom erforderlichen Bereitschaftsdienst. Die städtischen Dienststellen werden gebeten, ebenfalls zu flaggen. Weiter hat die badische Landesregierung beschlossen, am 12. September sämtlichen Schulen frei zu geben. Fall Eggstein vor dem Verwaltnngsgericht Freiburg. — Das Volk — Am Montag findet vor dem Verwaltungsgericht eine Verhandlung statt, die von politischem Interesse ist. Es geht um die Klage des ehemaligen Direktors der Gewerbeschule in Waldshut, Otto Eggstein, um Wiedereinsetzung in sein Amt. Eggstein, hatte Ende vorigen Jahres seinen Austritt aus der CDU erklärt, da er mit der reaktionären Haltung führender Männer dieser Partei geht einverstanden war. Daraufhin, setzte von Kreisen der CDU “ein Kesseltreiben gegen Eggstein ein. Er wurde von der Schulbehörde nach Konstanz versetzt, und mit verschiedenen Schikanen wurde versucht, ihn von einer. Klage gegen die badische Regierung abzuhalten. Otto Eggstein hat sich aber nicht ein- schüchtem lassen, und nun soll das Verwaltungsgericht in Freiburg entscheiden, ob die Schulbehörde ihm den Direktorposten in Waldshut zurüdezugeben hat. Im Hintergrund des Prozesses steht also die Frage, ob hier ein politischer Terror der Regierungspartei vörliegt und .wie weit politische Betätigung zum Anlaß einer Benachteiligung in der dienstlichen Tätigkeit werden darf. Man wird auf das Urteil des Verwaltungsgerichts gespannt sein können. Berlin im Zeichen der Festwochen Berlin. Bundespräsident Professor Theodor Heuß eröffnete in einer Festveranstaltung im wiederaufgebauten Schiller-Theater die »Berliner Festwoche 1951“, Gleichzeitig übergab er das neue Theater seiner Bestimmung. Zu dem Festakt hatten Abgeordnetenhaus und Senat der Stadt Berlin über tausend Ehren, gäste eingeladen. Auch 200 Arbeiter nahmen teil. Zum Gedenken an Friedrich Ebert Über 50 000 Berliner nahmen an der feierlichen Enthüllung einer Ebert-Büste.vor dem Schöneberger Rathaus teil. Im Mittelpunkt der Feier stand eine Ansprache des Bundespräsi- denten Prof. Theodor Heuß, der den ersten Reichspräsidenten als den Retter des Vaterlandes würdigte. Unter den zahlreichen. Ehrengästen befand sich auch die Witwe Eberts, Frau Luise Ebert, und ihr Sohn Karl. Die“ Berliner Bevölkerung bereitete ihnen wie auch dem Bundespräsidenten herzliche Begrüßungskundgebungen. Der Berliner Parlamentspräsident, Dr. Otto Suhr, eröffnete die Kundgebung mit einem Rückblick auf die Zeit der Weimarer Republik und betonte, daß der Versuch eines demokratischen Staatsaufbaues nicht ein zweites Mal mißlingen dürfe. Er hoffe, daß einmal der Tag kommt, an dem der Bundespräsident seinen Amtssitz endgültig nach Berlin verlegt. Zu Frau Luise Ebert sagte er, die Büste ihres Mannes werde aufgestellt, um sein Erbe zu bewahren, das im anderen Teil der Stadt mißbraucht werde. Bundespräsident Heuß bezeichnete Ebert 1 als symbolische Figur für die deutsche Einheit. Sein Name und sein Wirken seien auch in den sowjetisch besetzten Gebieten lebendig geblieben. „Ich spreche in dieser Stunde auch für Millionen von deutschen Menschen im ost- und mitteldeutschen Raum, für die Ebert ein Stück erlebte^ und erhoffter werdender Geschichte ist und bleibt“, sagfe Heuß. Der Bundespräsident bezeichnete sich als Bürger von Berlin und erklärte, daß er das auch bleiben wolle. Nach der Rede des Bundespräsidenten -setzte die Freiheitsglocke mit ihrem Geläut ein und die Hülle von der Büste fiel. Die von dem Berliner Bildhauer Karl Trumpf geschaffene Ebert-Büste war für die Kundgebung provisorisch auf den Stufen des Rathausportals aufgestellt worden. Sie soll ihren endgütigen Platz in der Eingangshalle des Schöneberger Rathauses finden. Spiegel der Weltpolitik Frankreich Kaum daß eine neue Regierung zustande gekommen ist, droht bereits wieder eine Krise. Die Radikalsozialisten haben beschlossen, ihre Minister aus der Regierung Pleven zurückzuziehen, falls die Anhänger der privaten Bekenntnisschule diese durchsetzen. Man kann damit rechnen, daß Pleven die ausscheidenden radikalsozialistischen Minister durch Vertreter anderer Regierungsparteien ersetzen wird. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß die Radikalsozialisten und unter Umständen auch die an der Regierung noch nicht beteiligten Sozialisten wieder in die Regierung Eintreten und die ohne ihre Mitwirkung geschaffenen Tatsachen in der Schulfrage hinnehmen. England Der britische Gewerkschaftskongreß in Blackpool brachte den Kritikern an der britischen Regierungspolitik eine Reihe von Niederlagen. Unter anderem lehnte der Kongreß mit überwiegender Mehrheit eine von linksgerichteten Elementen eingebrachte Entschließung ab, die Kritik an der verschärften Konkurrenz beim Aufrüstungsprogramm äußerte. Dieses Abstimmungsergebnis kann als schwere Niederlage des früheren Labourmini- sters Eneurin Bevan bezeichnet werden, der im vergangenen April aus Protest gegen das Aufrüstungsprogramm aus der Regierung Attlee zurück trat Persien Großbritannien hat die ultimative Forderung der persischen Regierung auf Wiederaufnahme der Erölverhandlungen mit einer neuen Warnung beantwortet. Die Androhung einer Ausweisung aller Angestellten der anglo- iranischen Ölgesellschaft aus Persien wird in London als eine ernste Verschärfung der persischen Krise betrachtet. Man spricht von der Möglichkeit, Abadan militärisch zu besetzen. Es wird angedeutet, daß eine gewaltsame Ausweisung durch die persische Regierung von Großbritannien mit militärischen Aktionen beantwortet werden soll. Für diesen Fall sollen die Pläne bis in alle Einzelheiten vorbereitet sein. Korea während die „zielgesetzte“ Offensive der UNO-Truppen weitere Geländegewinne erbringt, werden auf nordkoreanischer Seite starke Truppenverbände zusammengezogen, so daß in Kürze mit einer Gegenoffensive zu rechnen ist. Die Friedensverhandlungen wurde» noch nicht wieder auf genommen. Der UNQ-Befehls- haber, General Ridgway, hat den kommunistischen Befehlshabern die Wahl eines anderen Konferenzortes an Stelle von Kaesong für die Weiterführung der Verhandlungen vorgeschlagen. Ridgway erklärt, die jüngsten Ereignisse hätten gezeigt, daß die Beibehaltung des gegenwärtigen Konferenzortes nur zu weiteren Unterbrechungen führen müßte. Zucker wird um 26 Pfennig je kg teurer Widerspruchsvolle Begründung der Bundesregierung (PPP) Mit Wirkung vom 1. Oktober 1951 soll der Verbraucherpreis für Zucker von 1.14 DM auf 1.40 DM je kg heraufgesetzt werden, wie eine Verordnung der Bundesregierung vorsieht, die noch der Zustimmung des Bandesrates bedarf, . derzeitigen Weltmarktpreise erfolge und damit erreicht werde, „daß die bisher notwendige Zahlung hoher Subventionen für den eingeführten Auslandszucker bis auf Spitzenbeträge entfällt“, wird an anderer Stelle von der Notwendigkeit der Schaffung eines Fonds gesprochen, der „zur Aufrechterhaltung - des Preisstandes innerhalb der Zuckerwirtschaft, und zwar zur Deckung der bei dem Ansteigeif der Auslandspreise notwendigen Subventionen für Zucker“ und zum Frachtenausgleich dienen soll. Zu diesem Zwecke sollen Zuckerfabriken und Raffinerien für je 100 kg Rübenzucker 8.69 DM an die „Geschäftsstelle Zuckerwirtschaft“ abführen. Die Bundesregierung erklärt, daß die Erhöhung des Rübenpreises von 5 auf 6 DM bei den derzeitigen Zückerpreisen von den Zuckerfabriken um so weniger aufgefangen werden könne, als auch die Produktionskosten der Zuckerfabriken durch erhöhte Löhne, erhöhte Preise für Kohlen, Eisen, Filter und sonstige Betriebsstoffe, erhöhte Frachten usw. sehr erheblich gestiegen seien. Eine Senkung der Zuckersteuer aber — die gegenwärtig noch 30.50 DM je 100 kg beträgt! — habe der Bundesfinanzminister „aus grundsätzlichen Erwägungen“ abgelehnt. Der erhöhte Rübenpreis könne daher nur durch erhöhte Zuckerpreise sichergestellt werden. Während die Bundesregierung in der Begründung der vorgesehenen Zuckerpreisverteuerung einerseits erklärt, daß mit .den netten Preisen zugleich eine Anpassung en die Salutschüsse für den neuen König Emir Tatal zum König von Jordanien proklamiert Amman. Der älteste Sohn des ermordeten Königs Abdullah, wurde in Amman zum König von Jordanien proklamiert. Thronfolger Emir Tatal, König Tatal von Jordanien traf am Donnerstag aus der Schweiz kommend im Flugzeug in Amman ein. Die Bevölkerung Jordaniens bereitete dem Monarchen einen triumphalen Empfang. Auf dem außerhalb von Amman gelegenen Militärflugplatz wurde Kxihig Tatal von seinem. Sohn Emir Hussein, dem jordanischen Ministerpräsidenten Tewfik Pascha Abul- huda und dem Kommandeur der arabischen Degibn, Glubb Pascha, begrüßt. Während der König die Ehrenwache abschritt, zeigten 25, Salutschüsse seine Ankunft an. Anschließend fuhr der König aji der . Spitze einer langen Wagenkolonne durch die mit Willkommensspruchbändern geschmähten und von jubelnden Menschenmassen umsäümten Straßen zum Parlamentsgebäude in Amman, wo er den Eid auf die Verfassung ablegte und dem jordanischen Volk die Treue schwor, ■ Während dieser Zeremonie wurden 101 Schuß Salut gefeuert Bevor der König sich in den Raghadan — den königlichen Palast — begab, besuchte er die Grabstätte des ermordeten Vaters. In den. Straßen Ammans haben leuchtend bunte Fahnen die schwarzen Trauertransparente ersetzt, die seit dem Tode König Abdullahs das Stadtbild beherrschten. Vergünstigung bei der Verarbeitung von Steinobst zu Branntwein Bonn. Der Ernteertrag von Zwetschgen und Pflaumen ist in diesem Jahr außergewöhnlich groß. Dabei sind große Mengen aus Qualitätsgründen nicht als Frischobst abzusetzen. Uih die Verwertung dieser Mengen £urch Verarbeitung zu Branntwein zu erleichtern, hat der Bundesminister der Finanzen für die Klein- und Ab- findungsbrennereiefl Vergünstigungen angeordnet. Mit Erlaß vom 10. August 1951 an alle Ober- flnanzdirektionen hat der Bundesminister für Finanzen für Abfindungsbrennereien den regelmäßigen Ausbeutesatz für Zwetschgen von 4,5 auf 3,5 Liter Weingeist und für Pflaumen von 3 auf 2,5 Liter Weingeist für 100 Liter Maische festgesetzt und darauf verzichtet, besondere Ausbeutesätze für das Abbrennen dieser Stein- obstsorten der Ernte 1951 festzusetzen. Beide Regelungen gelten bis zuip 31. Mai 1952. Es besteht nunmehr die Möglichkeit, bei Steinobst als Frischware eine schärfere Auslese zu treffen, dadurch einen besseren Absatz zu schaffen und die als Frischobst nicht absetzbaren Mengen preisgünstig für Brennzwecke zu verwerten. In vielen Fragen öbereinstimnlung Gespräche Adenauer—DGB werden fortgesetzt Bonn. In einer mehr als vierstündigen Verhandlung wurde im Palais Schaümburg in Bonn zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und den Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes in vielen Punkten Übereinstimmung erzielt. Die mit großem Interesse erwartete Aussprache, die eine Fortsetzung der auf dem Bürgenstock begonnenen Gespräche darstellt, verlief in einer verständnisvollen Atmosphäre und soll in Kürze fortgesetzt werden. Unterrichtete Bonner Stellen nehme an, daß der Bundeskanzler das Bundeskabinett und die DGB-Vertreter — an ihrer Spitze der DGB-Vorsitzende Christian Fette — ihren Bundesvorstand unterrichten werden. Dann soll eine abschließende Aussprache stattfinden. ölbrandkatastropke in West-England Avonmouth. Einer der schwersten Ölbrände in der Geschichte Großbritanniens wurde in Avonmouth (West-England) durch eine Explosion ausgelöst, die von einer Gruppe von 30 Öltanks sechs sofort entzündete. Vier Stunden nach der Explosion standen insgesamt 14 Tanks mit einem Ölinhalt von rund 120 000 Tonnen in hellen Flammen. Die aus einem weiten Umkreis herbeigeeilten Feuerwehren müssen sich auf den Versuch beschränken, ein Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. Ihre Bemühungen werden durch ungeheure Hitzeentwicklung und durch, starken Wind außerordentlich erschwert. In der Umgebung des Brandherdes wurden alle Büro- und Wohngebäude evakuiert. Nach bisherigen Meldungen wird ein Arbeiter vermißt. Was macht das Wetter? Zwischen zwei Hochdruckgebieten über der Ukraine und den britischen Inseln bewegt sich eine flache Tiefdruckrinne über Mitteleuropa hinweg, spater wird sich dann das britische Hoch zu uns ausbreiten. Wetteraussichten bis Sonntagabend: Zunächst zeitweilig aufkommende Bewölkung und strichweise Schauer oder Gewitter möglich, nicht mehr so warm wie bisher. Später, wahrscheinlich ab Sonntag, wieder störungsfreies, überwiegend heiteres, am Tage warmes Wetter. Herausgeber: Sozialistischer Verlag Freiburg GmbH., Freiburg i Br., Kalser-Joseph-Straße 229 Fernruf 2816 Hauptschriftleiter: Alfred Oesterheld Verlagsleitung: E. Bauermeister Drude; Dniversitätsdruckerei Poppen & Ortmann, Freiburg 1. Br. „Das Volk* erscheint: Dienstag, Donnerstag. Samstag Monatsbezugspreis 2,15 DM zuzügl. 0.25 DM Trägerlohn. Eine alemannische Geschichte Wie der £ugcn*6imon geheilt würde f) Von Gustav Friebolin ♦ - Auf dieser Seite, da hatte der Kreuzwirt noch einige Matten liegen, die bis an das Wirtshaus heranreichten und die ihm alljährlich etliche Franken für Grünfutter, Heu und öhmd ab war-* fen. Nur hatte er immer Mühe, das Erträgnis loszubekommen, denn es bestand daran' kein Mangel im Dorf. Am liebsten wäre es ihm gewesen, wenn er das ganze Gelände zu gutem Preise los geworden wäre und den Erlös dafür auf einer verschwiegenen Kasse liegen hätte. Aber so sehr er sich auch darum bemühte, fand er keinen Läebhaber dafür. Und so mußte er sich damit bescheiden, für das jährliche Erträgnis so ..viel wie möglich herauszuschlagen. ‘ Da hielt er es an diesem Morgen an der Zeit, nachzuschauen, wie weit das Gras nachgewach- Sen. war, wo sie erst Ende, des vorigen Monats dgs öhmd beimgefahren hätten. Denn jetzt trieben die Bauern das Vieh auf die Weide und da konnten ihm seine Matten noch etwas einbrin- gen. Er blieb stehen und überblickte das Feld, Da bemerkte er zwei Männer nicht weit von der Grenze zu seinem eigenen Gelände auf einer Wiese seines vorderen Nachbars. Plötzlich liefen sie eifrig hin und her. Der eine von ihnen hatte eine Stange in der Hand, während der ändere oft' durch ein Instrument schaute, das auf drei dünnen Stäben zu ruhen schien. Der Kreuzwirt blickte lange zu ihnen hinüber,, dann wiegte er auf einmal den Kopf hip. und her und sprach leise zu sich selbst: „Das ist doch, meiner Seel, das ist doch?!“ Mehr sagte er nicht Die Sonne schien ihm jetzt wieder ins Gesicht und hinderte ihn arn Sehen. Er legte nun seine Hand schräg vor me Augen und blickte wieder zu den beiden hinüber. Diesmal sprach er aber ganz deutlich und bestimmt zii sich Selbst: „Doch, der eine, das ist der Aloisi von drüben, was hat denn der hier, am frühen Morgen zu scharfen? — Der andere, das muß wohl ein Fremder sein!“ So führte er mit sich ein Selbstgespräch, und dabei kam ihm in den Sinn, daß der Aloisi noch mit etlichen Franken bei ihm im Schuldbuch stehe, obwohl er eigentlich selten den Weg in das Wirtshaus zum „Kreuz“ fand. Der Aloisi Stork, der Aloisi, wie er allgemein genannt wurde, hatt#eine große, ebenmäßige Gestalt und mußte dem Beschauer gleich auffallen. Er trug auf dem Kopfe noch alle Haare, die jetzt schneeweiß schimmerten im Sonnenlicht. Sein zerzauster Bart flatterte im Wind wie eine zerfetzte Fahne. Zwei graue helle Augen blitzten aus seinem Gesicht, und ein verschmitztes Lächeln lag immer um seinen Mund. Der Aloisi hatte auch schon die sechziger Jahre überschritten. Er schaffte, alles, ohne aber irgendeinen Beruf auzuüben. Wurde einmal seine Berufsangabe von ihm verlangt, so bezeichnete er sich als Buchbinder. Dieses Handwerk hatte er in seiner Jugendzeit erlernt, doch hatte er darin weder Fortschritte gemacht, noch lag ihm viel daran, sein erlerntes Handwerk auszuüben. Sonst nahm er jede Beschäftigung an, wenn sie ihm zusagte. Kam ein fremder Geschäfsmann in die Waldstadt, der die Kundschaft aufsuchen wollte, da wies man ihn an den Aloisi. Der führte ihn dann vom frühen Morgen bis in den späten Abend herum, wenn er es an des Aloisis leiblichen Wohlergehen nicht fehlen ließ. Verlor sich einmal-eine wandernde Theatergruppe in. die stille Waldstadt, gleich war der Aloisi zur Stelle, um Zettel zum bevorstehenden Abend zu verteilen und dabei die Kunst als das Höchste zu preisen, was die Welt zu geben vermöge. Am Abend hatte er seine Aufgabe im Theatersaal, wobei er den Besuchern die Plätze anwies. Dabei wußte er die Leute vor der Aufführung mit allerlei geheimnisvollen Redensarten von ier kommenden Aufführung in Spannung zu versetzen. Seine größte Zeit im Jahre kam jedoch, wenn die Fastnacht in der Waldstadt anrückte. Jeweils an den Donnerstagen in den drei Wochen vor der eigentlichen Fastnacht, begann dört schon die Narretei. Und der Aloisi war der erste, der im Narrenkleide herumlief. Seit seinen frühesten Mannesjahrengalt es als sein Privilegium, gleich am ersten der drei Donnerstage, am frühen Morgen, in einem alten, blauen Polizeirock, durch die Straßen und Gassen der Waldstadt herumzugehen. Er trug dabei eine hohe Mütze auf dem Kopf und war umgürtet mit einem breiten, geschwungenen, hölzernen Säbel. So angezogen stolzierte er davon, und machte dabei Bewegungen, als müsse er auf seinem Wege immer wieder einen Platz suchen, wohin er seine langen Beine hintreten lassen konnte. In seiner rechten Hand trug er immer eine große Schelle. Auf allen Plätzen der Stadt, an allen Straßenecken blieb er stehen, läutete kräftig und lange, bis die Leute aus den Häusern traten oder den Kopf aus dem Fenster streckten. Dann begann der Aloisi mit lauter Stimme zu verkünden, daß nunmehr die Fastnacht ausgebrochen sei, alt und jung zum närrischen Volk gehöre, und an diesem Tage alle Obrigkeit auf den hohen Narrenrat übergegangen sei. Damit beschloß er seine Rede, und manchem bekannten Gesicht wußte er ein Scherzwort zuzurufen. Das wiederholte sich alle Jahre, und doch hörten ihm die Leute gerne zu, wie oft waren sie schon seine Zuhörer gewesen, doch .immer wieder schenkten sie ihm ihre Aufmerksamkeit und beantworteten seine Späße mit lautem Lachen. „Der Aloisi ist wieder in seinem Element“, riefen sie einander lachend zu und verschwanden langsam in ihren Häusern. Den größten Spaß hatten dabei aber die Kinder, sie waren auch seine dankbarsten Zuhörer. An diesem Tage konnten sie es nicht erwarten, bis sie aus der Schule stürmen konnten, obwohl der Unterricht frühzeitiger als sonst beendet wurde. Sie .scharten sich um den Aloisi, sie liefen hinter ihm her und wurden nicht müde, ihm überall hin zu folgen. Wenn er dann, angetrieben durch den Eifer, mit dem die Kinder dabei waren, seine Späße vermehrte, da antworteten sie ihm mit schallendem Kinderlachen, wenn er wieder davonging, dann sprangen sie um ihn herum und riefen laut: „Der Aloisi ist wieder da, er ist der rechte Fasnachtma!“ Dann blieb der Aloisi stehen und rief mit lachendem Gesicht den Kindern zu: „Sagt den Narrenspruch!“, wobei er selb# den Anfang machte und laut und schreiend fielen die Kinder ein: „Narri und Narro, wie lachen die Narren aufs Hansells Karren, Narro, Narro, Narro.“ Da freute sich der Aloisi, und je lauter iie Kinder schrierf und je fröhlicher sie sich zeigten, desto grpßer war sein Spaß, den ihm die Fastnacht bereitete. Auch die Kinder nannten ihn allgemein nur bei seinem Vornamen, über diese Vertraulichkeit freute er sich und bildete sich etwas darauf ein. (Fortsetzung folgt) Samstag, 8. September 1951 BtuVot* Nummer 108 — Seite 8 IhuMMeuiace- dcc U)gcU& Vitamin Mutterliebe Südweststaat“ Abc (1. Fortsetzung) Altwürttemberg Altwürttemberg ist nur das Herzogtum Wirtenberg, das etwa die Hälfte des späteren Königreichs ausmacht. Neuwürttembergisch sind ganz Oberschwaben, Hohenlohe, die Reichsstädte, die ehemals österreichischen Gebiete, Deutschordensgebiete, Reichsabteien, Reichsritterschaftsgebiete usw. Altwürttemberg gibt es aber auch auf badischem Boden, in Königs- k^ld, St. Georgen, Schiltach, Homberg, Gutadi im Süden, und in Gochsheim, Unteröwisheim, Neulußheim, Palmbach, Oschelbronn usw. im im Norden; gegen 40 badische Siedelungen sind als altwürttembergisch anzusprechen. Viele sind erst seit 1810 badisch. Biberach a. d. Riß kam 1802 als Reichsstadt an Baden, dann 1806 im Tausch gegen das erst 1805 württembergisch gewordene Villingen 'an Württemberg. Das heute badische Radolfzell war von 1805 bis 1810 württembergisch. Bei den Grenzverschiebungen vor 140 Jahren wurde die Bevölkerung nicht gefragt, ob sie sich dem einen oder anderen Staat anschließen wolle. Dynastische Interessen und der Befehl der damaligen Machthaber sprachen das entscheidende Wort. Beamte Beamte stehen in einem besonderen Treueverhältnis zum Staat. Unbeschadet dessen sind sie jedoch Staatsbürger und haben als solche das Recht der freien Meinungsäußerung und Stimmabgabe. Es ist also nicht richtig, daß sich die Beamten in Südbaden der Meinungsäußerung für den Südweststaat enthalten müßten oder gar ihre Stimme am Wahltag für die Län- dervereinigung nicht abgeben dürften. Häufig versucht man, die Staatsbeamten in Baden dadurch gegen den Südweststaat einzunehmen, daß man die Gefahr des Verdrängtwerdens durch württembergische Beamte böswillig oder naiv an die Wand malt. Württemberger und Badener werden im Südweststaat gleichberechtigt /ein, gleiche Behandlung werden auch die Beamten erfahren. Für den Aufbau der zentralen Verwaltungsstellen ist die landsmannschaftliche Mischung der Beamtenschaft schon in den „Karlsruher Vereinbarungen“ vorgesehen. Besatzungszonen Die Altbadener behaupten immer wieder, daß der Südweststaat die amerikanische Besatzungszone „verewige“, während die Wiederherstellung „Altbadens“ das Besatzungsunrecht wieder gutmache. Ein einfacher Blich auf die Karte zeigt, daß diese Behauptung falsch ist. Im Südweststaat werden die bisher getrennten Teile der Länder Baden und Württemberg (französische und amerikanische Zone) endlich wieder vereinigt und damit die Folgen der Zonengrenzen beseitigt. Gleichzeitig werden aber auch die Länder Württemberg und Baden verbunden, und damit wird ein uralter, geschichtlicher Zusammenhang wiederhergestellt, der erst vor 150 Jahren durch Napoleon zerrissen worden ist. Der Südweststaat .verbindet also, in idealer Form wieder zu einer Einheit, was durch Geschichte, Landschaft, Sprache, Volkstum usw. zusammengehört. i „Neu-Moskau' f — Für den Wiederaufbau der durch den Bombenkrieg großenteils zerstörten, zum Sowjetsektor gehörenden, Berliner City liegt jetzt die dritte Planung vor. Die erste stammte aus der Zeit der Viermächteverwaltung unter SED- Vorherrschaft, die zweite aus der Zeit nach den ersten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung, als die SPD die absolute Mehrheit hatte; diese Pläne ixurden damals im notdürftig wiederhergestellten Marmorsaal des inzwischen von den sowjetischen Machthabern gesprengten und dem Erdboden gleichgemachten Berliner Schlosses ausgestellt. Jetzt liegt nun im Zeichen der fortschreitenden Sowjetisierung von Ost- Berlin ein viel radikalerer Plan vor als diese ersten beiden Projekte, die die City im wesentlichen in ihrer früheren Gestalt als Hauptgeschäftsviertel Berlins wiederaufbauen wollten; jetzt soll vor allem der Charakter der Innenstadt als Sitz einer auf großartige Repräsentation Wert legenden Regierung betont werden. Besonders_ Wert legt man auf pompöse Prunkbauten. Der'protzige Bau der neuen Sowjetbotschaft Unter den Linden ist nur der Anfang; an ihn sollen sich allmählich die „Kulturpaläste“ der großen kommunistischen Organisationen anschließen, mit der FDJ und dem FDGB an der Spitze. Eben wurde anläßlich der „Weltfestspiele“ die nicht minder pompöse „Deutsche Sporthalle“ in der Stalin-Allee eingeweiht; sie soll bald weit übertrumpft werden. Mit einem Aufwand von 50 Millionen ist eine noch viel pompösere 135 Meter hohe Kongreßhalle in der Nähe des alten Berliner Rathauses vorgesehen, für die durch Abriß mehrerer Häuserblocks dieses ältesten Teiles Berlins Platz geschaffen werden soll. Am Marx-Engels-Platz (wo früher das alte Kaiserschloß stand) soll neben dem früheren Marstall-Gebäude eine riesige Oper erstehen, dreimal so groß wie die alte Staatsoper Unter den Linden, die übrigens als Konzertsaal wieder aufgebaut werden soll. Der Marx-Engels- Platz soll allmählich von repräsentativen Regierungspalästen umgeben werden. Wo un- Bevölkerungszahl Vorläufiges Ergebnis der Volkszählung vom 13. September 1950: Land Württemberg-Baden 3,905 Mill. (Landesbezirk Württemberg 2,435 Mül., Landesbezirk Baden 1,470 MilL), Südbaden 1,335 Mill., Südwürttemberg-Hohenzollem 1,183 Mill.; Südweststaat 6,423 Mill-, Altbaden 2,805 Mill., Altwürttemberg (einschließlich Hohen- zollern) 3,618 Mill. Mit rund 6,4 Millionen Einwohnern kann der Südweststaat in der Bundesrepublik einen größeren Einfluß ausüben wie die wiederhergestellten Länder Baden und Württemberg. Föderalismus Für die föderalistische Staatsauffassung und< Verwaltungsform ist das gemeinsame und gemeinschaftliche Wirken einzelner gleichberedv- tigter Glieder durch freiwilligen Zusammenschluß (foedus = Bündnis) charakteristisch. Im föderalistisch aufgebauten Staat wird versucht, den unteren Gliedern des politischen Lebens alle die Aufgaben zuzuweisen, die sie selbst aus eigener Kraft erledigen können. Nur die Aufgaben, die über die Kräfte des einzelnen und kleinerer Gemeinschaften (Gemeinde, Kreis, Landesbezirk) hinausgehen, sollen durch Zusammenfassung der Kräfte in gemeinsamen Organen auf höherer Ebene bewältigt werden. — Im Südweststaat werden wesentliche Grundgedanken föderalistischer Staatsauffassung zur Auswirkung kommen, wobei allerdings ein wirklichkeitsfremder und unzeitgemäßer Partikularismus scharf abgelehnt wird. Auf der Linie eines gesunden und. von jedem Deutschen zu bejahenden Föderalismus liegt die weitgehende Betonung der Selbstverwaltung, eine gesunde Dezentralisation in Landesbezirke, die Wahrung kultureller Eigenart und die Berücksichtigung landsmannschaftlicher Gesichtspunkte bei der Zentralverwaltung, im Schulwesen und in der Beamtenschaft überhaupt. Dadurch wird der Südweststaat dem begreiflichen Wunsch nach einer gewissen Eigenständigkeit gerecht, ohne eine straffe Führung des Landes durch die Regierung aufzugeben. Frankreich Auf deutscher und französischer Seite hat sich nach dem zweiten Weltkrieg die Erkenntnis durchgesetzt, daß ein Aufbau Europas und die Zukunft der beiden großen Völker nur durch gegenseitige Verständigung gesichert werden kann. In beiden Ländern sind aber immer noch Reste an Nationalismus vorhanden. Ziel gewisser französischer Kreise: Weitgehende Auflockerung des inneren politischen Gefüges Deutschlands und Zerfaserung der deutschen Westgrenze, um so den französischen Einflüssen auf dem Gebiet der Kultur, Politik und Wirtschaft Eingang zu verschaffen. — Von altbadischer Seite wurde immer wieder betont, daß Baden infolge seiner traditionellen Stellung zwischen Frankreich und Deutschland eine besonders geeignete „Brücke“ zwischen Deutschland und Frankreich darstelle. — Der Südweststaat erfüllt diese Forderung in ungleich höherem Maße, weil er in sich fest gegründet und als starkes Glied der Bundesrepublik wesentlich weniger beeinflußbar ist und damit mehr den Interessen einer echten Verständigung dient. (Fortsetzung folgt) sagen die Berliner längst der Neptun-Brunnen von Reinhold Begas, einst ein Wahrzeichen von Berlin, demontiert wurde, ist ein Marx-Engels-Denkmal vorgesehen. Mit Empörung haben die Berliner davon Kenntnis genommen, daß das bisherige Ehrenmal Unter den Linden, die ehrwürdige Neue Wache von Schinkel, nach der Restaurierung dem Gedenken der Opfer aller imperialistischen Kriege geweiht sein soll So sehen in großen Zügen die Pläne der/ sowjetischen Machthaber für die Gestaltung der Berliner Innenstadt aus. Vorerst ist dieses Projekt in der Hauptsache nur bis zu Gipsmodellen im östlichen „Aufbauministerium“ gediehen. Anläßlich der Ost-Berliner „WÄtfestspiele“ hat man die Enttrümmerung der Innenstadt stark forciert; die vielen Baulücken machen eben einen sehr traurigen Eindruck, besonders auch in der Friedrichstraße, die einmal wieder eine Hauptgeschäftsstraße werden soll; am traurigsten aber sieht die Leipziger Straße aus, deren Wiederaufbau noch so gut wie gar nicht in Angriff genommen ist. Man kann sich heute schon nicht mehr vorstellen, daß diese fast tote Ruinenstraße einmal die lebhafteste Berliner Geschäftsstraße war. Die dortigen beiden großen Warenhäuser sind, noch Ruinen, in denen nur ein paar kleine nötdürftfg wiederhergerichtete Räume, zum Teil im Keller, wieder in Benutzung genommen sind. Wenn man das sieht, sagt man sich, es ist noch ein weiter Weg, bis der jetzt vorliegende Plan Gestalt annimmt und unwillkürlich fragt man sich, ob nicht bis dahin infolge einer abermaligen Veränderung der politischen Konstellation auf dieses dritte Wiederaufbauprojekt noch ein viertes folgen wird. „Neu-Moskau“ nennen die Berliner dieses jetzt vorliegende City-Projekt, bei dem ersichtlich das Moskauer Regierungsviertel mit seinen Prunkbauten das Vorbild war, und hoffen im stillen, daß sie eines Tages wieder triumphierend ihren alten Schlager werden singen können: „Berlin bleibt doch Berlin“. O. Was wir in der Kindheit erleben, wächst mit uns mit, hemmt oder fördert unsere Anlagen, formt unsere Persönlichkeit, bestimmt unser späteres Verhalten und wirkt damit tief auf unser Schicksal ein. Wie nun das Milieu die körperliche und seelische Entwicklung beeinflußt, kann sogar schon bei den ganz Kleinen festgestellt werden. Die Psychologen Kuhlmann, Bühler, Cattell und andere haben Tausende von Kindern im frühesten Lebensalter regelmäßig untersucht und beobachtet, und auf Grund dieser Forschungen für jede Altersstufe und für beide Geschlechter eine Norm gefunden, an der das Gedeihen und das allgemeine Verhalten der Kleinkinder gemessen werden kann. Die Skala, die der amerikanische Arzt Dr. Gesell verwendet, ist beispielsweise für das Alter von vier Wochen bis zu drei Jahren bestimmt. Mit ihrer Hilfe können die Fortschritte auf jedem wesentlichen Gebiet der Entwicklung (Sprachvermögen, Anpassungsfähigkeit, „soziales Verhalten“ usw.) audj einzeln verfolgt und gesondert gemessen werden. Das Ergebnis der Untersuchungen wird durch eine Zahl, den D. Q. (*= Entwicklungsquotient), ausgedrückt, der anzeigt, ob die Entwicklung mit der Norm übereinstimmt, hinter ihr zurückbleibt oder sie übertrifft. Nun haben solche Prüfungsexperimente auch mit wissenschaftlicher Deutlichkeit erwiesen, daß selbst der Säugling kein bloßer „Verdauungsapparat ist, sondern schon im frühesten Stadium seines Daseins ein Wesen, das zur richtigen Entwicklung Liebe und Wärme braucht. Die Sozialfürsorger in Amerika haben bei ihren Schützlingen gefunden, daß der Entwicklungsquotient bei den Kindern, die in gute Privatpflege, selbst unter einfachen Verhältnissen, gegeben werden, im allgemeinen immer höher ist als bei denen, die in Kinderheimen untergebracht werden müssen, auch wenn es die modernsten und bestgeführten Anstalten sind. Temperierte Luft, minutiöse ärztliche Überwachung, sterilisierte Nahrungsmittel und genau dosierte Vitamine sind selbst für das körperliche Wohl der kleinen Geschöpfe entbehrlicher als Mutterliebe oder die. Pflege warmherziger Adoptiveltern. Zu solchen Schlüssen kommt auch der amerikanische Spezialist Dr. Rene Spitz, der in der Pariser Zeitschrift „Psyche“ über das Ergebnis der Forschungen berichtet, die er seit dem Jahre 1935 in den Vereinigten Staaten über die Entwicklung des Gefühlslebens bei den Kleinkindern vorgenömmen hat... Dr. Spitz hat während dieser Zeit viele Tausende von Beobachtungen über das Erwachen der ersten bewußten Empfindungen bei Kindern sammeln können und außerdem Gelegenheit gehabt, 275 Säuglinge selbst regelmäßig eingehend zu untersuchen. Die-Schlußfolgerungen, zu denen er gelangt, sind im wesentlichen: 1. Die von der Mutter oder einer guten Adoptivmutter gewährte Pflege ist für eine normale Entwicklung unentbehrlich. , 2. Bei Kindern, die ihr erstes Lebensjahr ohne eine solche persönliche Pflege verbringen müssen, treten seelische Störungen und manche Krankheiten häufiger auf als bei anderen Kindern. 3. Eine lange Trennung von Mutter und Kind — besonders zwischen dem 6. und 15. Lebensmonat — kann sehr ernste Folgen für die physiologische, seelische und intellektuelle Entwicklung des Kindes haben. Die hohe Sterblichkeitsziffer bei unehelichen Säuglingen, die ja so häufig bald nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt werden, dürfte also nicht nur von den mangelhaften hygienischen Verhältnissen,' unter denen sie oft untergebracht sind, herrühren. Niemand weiß, wie viele einfach daran zugrunde gehen, daß ihnen das Unentbehrliche Vitamin Mutterliebe fehlt. Axel Munthe erzählt zum Beispiel im „Buch vom San Michele“, unter den Erinnerungen aus der Zeit, wo er in Frankreich praktizierte, daß damals 80 Prozent der „kleinen Reisenden“ aus dem berüchtigten „Train des nourrices“ vom Bahnhof Orleans, mit dem Paris seine unehelichen Kinder in die Normandie abschob, im Verlaufe ihres ersten Lebensjahres starben. Zwischen Mutter und Kind — und bei den größeren Kindern zwischen Eltern und Kind — besteht eine lebensspendende Beziehung, die durch nichts ersetzt werden kann. Was im ersten Heim an Liebe und Pflege versäumt wird, kann kaum je nachgeholt werden. Tragödien im Elternhaus wirken oft bis ins eigene Alter nach und werden nicht selten zu, Tragödien im eigenen Leben. Die Bindung zwischen Eltern und Kind ist unauflöslich. Sie geht über die eigentliche Kindheit hinaus und verlängert sie unsichtbar. In einem Winkel seines Herzens bleibt man „Kind“ bis zu dem Augenblick, wo man Vater oder Mutter verliert. Adolphe Grossmann (Lyon) w 01185 FRISCHE S» HELL IELL y , M ttfrg kPCK• Seite 4 — Nummer 108 Samstag,' 8. September 1951 Bat JBot* Die Haushaltsdebatte im Badischen Landtag Wie die Oppositionsparteien ihre ablehnende Haltung begründeten Die Stellungnahme der Sozialdemokratischen Partei Freiburg — Das Volk — Nachdem der Sprecher der SPD-Fraktion, Abg. Jäckle, zu Beginn seiner Rede den Haushalt abgelehnt und der Regierung das Vertrauen entzogen hatte, setzte er sich kritisch mit der Politik des Finanzministers auseinander. Er bezeichnete die drei Grundsätze, die Dr. Eckert sich stellte, nämlich 1. größtmögliche Sparsamkeit, in den Ausgaben, 2. ein Gleichgewicht in Einnahmen und Ausgaben und 3. vom bisherigen autoritären System der Betriebsmittelzuweisungen ab- und zur echten Haushaltsgebarung kommen zu wollen, als zu schön, um wahr zu sein. Aus einem Wettbewerb der Friseure, wäre der Finanzminister sicher als Sieger hervorgegangen, denn es sei ihm gelungen, einen Etat, der zunächst ein Defizit von über 96 Millionen DM aufwies, so zu frisieren, daß nunmehr Einnahmen und Ausgaben auf Heller und Pfennig übereinstimmen. Die reale Wirklichkeit allerdings sehe ein wenig anders aus, denn tatsächlich enthält der Haushalt ein verschleiertes Defizit von über 60 Millionen DM. Der Abgeordnete deckte dann diese Verschleierungstaktik auf und fragte den Finanzminister, was der § 6 des Haushaltsgesetzes zu bedeuten habe, in dem es schlicht und einfach heiße: „Die Vorschrift des § 75, Satz 1, der Reichshaushaltsordnung findet im Rechnungsjahr. 1951 eine Anwendung.“ Dahinter verberge sich’ das Bekenntnis, daß der Fehlbetrag des Rechnungsjahres 1949 in Höhe von 38 Millionen DM in diesem Jahre nicht abgedeckt werden könne. Der Finanzminister wolle das nun in einem der nächsten Jahre nachholen. Das bedeutet nichts anderes als die Bankrotterklärung und ist eine einfache Methode, den totalen Bankrott hinauszuschieben und alles übrige der Zukunft zu überlassen. 24 Millionen Anleihen, 7 Millionen nichtein- bringbare Steuer und 38 Millionen Defizit aus 1949 ergeben das wirkliche Defizit von 60 Millionen DM. Baden hat im Jahre 1950 monatlich 2 Millionen DM mehr ausgegeben als eingenommen; am 31. Dezember 1950 betrugen die Schulden pro Kopf der Bevölkerung 52.80 DM; sie sind bis zum 31. Mai auf 81.60 DM angestiegen und liegen weit über dem Bundesdurchschnitt, der 33.50 DM beträgt. Abg. Jäckle wandte sich dann gegen den unberechtigten Optimismus des Finanzministers bezüglich der eingesetzten Einnahmen. Als Finanzminister einer CDU-Regierung könne er allerdings nicht die Konsequenzen einer verfehlten Wirtschaftspolitik des Bundes aufzeigen und er übersehe die Sorgen verantwortlicher Männer der badischen Wirtschaft vor dem kommenden Winter, die sich auf den Sektor Kohle, Materialknappheit bei Eisen und Stahl und die damit verbundene Kurzarbeit erstrecken. Während also das Gespenst der Kurzarbeit, der Arbeitslosigkeit, des Rückgangs der Produktion riesengroß vor uns stehe, hindert das den Finanzminister nicht, für das Jahr 1951 eine weiterhin günstige Entwicklung anzunehmen. Es sei als verantwortungslos zu bezeichnen, die Einnahmen außerordentlich hofch einzusetzen, statt weniger vorzusehen und dann Rückgriffmöglichkeiten für unerwartet eintretende Ereignisse zu haben. Auf der Ausgabeseite dagegen habe der Finanzminister den umgekehrten Weg beschriften. Alle Ausgaben wurden rigoros gekürzt, ohne Rüdesicht darauf, ob diese Kürzungen überhaupt eingehalten werden können. In seinen weiteren Ausführungen zergliederte Abg. Jäckle weitere Einnahme- und Ausgabepositionen des Haushalts und kam zu der Feststellung, daß die personellen Aufwendungen so hoch seien, daß das Land seinen Verpflichtungen einfach nicht nachkommen könne. An die Adresse des Staatspräsidenten waren dann die weiteren Feststellungen gerichtet, daß die Verwaltung in keinem Verhältnis zur Größe und Wirtschaftskraft des Landes stehe. AU die schönen Worte von Heimatliebe, Heimatgefühl und badischer Tradition, die der Staatspräsident auf Heimattagen, Feuerwehrfesten, Kegelklubversammlungen usw. gebrauche, scheitern eben an der Tatsache, daß in einem Nachkriegsdeutschland mit all seinen Belastungen durch Kriegsfolgelasten, erhöhte Soziallasten, Flüchtlingsnot usw. andere Maßstäbe anzusetzen sind als vor 1933. Die Voraussetzungen und Grundlagen sind durch die Folgen des Dritten Reiches.total verändert; das vergesse der Herr Staatspräsident oder stelle es bewußt zurück, um den egoistischen Wünschen einer kleinen CUque der Mini- sterialbürokratie gefügig zu sein. Die SPD versage die Zustimmung zum Haushalt aber nicht nur aus fiskalischen, sondern auch aus politischen Gründen. Die Badische Regierung habe in den vergangenen Monaten nichts anderes getan, als einer zweckmäßigen und notwendigen Neugliederung der Bundesrepublik Knüppel und Steine in den Weg zu werfen. Sie sei mitverantwortlich dafür, daß mit dem Aufbau einer vernünftigen Neugliederung der Bundesrepublik nicht begonnen werden kann. Diese große geschichtliche Notwendigkeit habe der Staatspräsident mit seiner Regierung bis zur Stunde nicht erkannt. Ironisch bemerkte der Abg. Jäckle dann, daß Wohieb in diesem Kampf gegen die Vernunft Partner gefunden habe, vor denen ihm selber Angst werde. Die Tatsache, daß die Kommunisten als Partei der Zerstörung und des Chaos ebenfalls die Wiederherstellung der alten Länder fordert, das allein muß jedem zu denken geben. Abg. Jäckle wandte sich dann gegen die Formen, die von altbadischer Seite aus in den Kampf um die Neugliederung getragen wurden. Er betonte ausdrücklich, daß er den Staatspräsidenten in keiner Weise verdächtige, in seiner Haltung irgendwelchen ausländischen Einflüssen zu unterliegen, aber er müsse doch feststellen, daß die wirklichkeitsfremde Politik, die Frankreich betreibt, weil es aus innerpolitischen Schwierigkeiten heraus sich noch nicht bis zur letzten Konsequenz europäischer Verantwortung durchgerungen hat, ebenfalls auf die Wiederherstellung der alten Länder hinausläuft. Die Gründe liegen in einem vor hundert Jahren vielleicht gerechtfertigten, überspitzten Sicherheitsbedürfnis, heute aber gehe es um größere Dinge. Unsere Verantwortung um die Schaffung einer wirklich freien Welt der sozialen Sicherheit, des Einstehens aller für alle, jst riesengroß. Für die Sozialdemokraten, als eine der staatserhaltenden Parteien, gehe es einzig und allein um die Frage: „Wie können wir dem deutschen Menschen eine Zukunft der Sicherheit, des Friedens und der Freiheit gewährleisten?“ Und wenn heute die Sozialdemokratische Partei den Haushalt ablehnt, dann einmal, weil sie zum Finanzgebaren des Finanzministers kein Vertrauen hat und weil zum anderen die badische Regierung Wege gegangen ist, die parallel laufen njit Wegen, die die Feinde der Demokratie eingeschlagen haben. Zum Problem der Besatzungskosten unterstrich der Abgeordnete, wenn der Anteil Badens 10,3 Prozent der Besatzungskosten des Bundes betrage, so zeige diese Feststellung, wie wirklichkeitsfremd die französische Deutschlandpolitik sei. Sehr kritisch untersuchte Abg. Jäckle dann auch den angeblich so günstigen Vertrag, der über den Kehler Hafen zwischen- der badischen Regierung und französischen Stellen zustandegekommen ist und der aus einer politischen Perspektive unserer westlichen Nachbarn geschaffen wurde, die im Jahre 1951 längst überholt sein müßte. Abschließend befaßte sich der Abgeordnete Hann mit der Rede des Finanzministers zum kommunalen Finanzausgleich. Wenn die Sozialdemokraten für eine Stärkung der Selbstverwaltung der Gemeinden und eine Verlegung der Verantwortung auf die untere Ebene der demokratischen Instanzen eintreten, so sehe das anders aus, als es der Finanzminister vertreten habe. Die Gemeinden sollten nun als Lückenbüßer eintreten und das lehne die SPD ab und werde es in der Einzelberatung noch näher begründen. Abg. Jäckle sprach dann jenen Arbeitern, Angestellten und Beamten des Landes, die als wirkliche Demokraten ihre Pflicht im Dienste des Landes und des Bundes erfüllt haben, den Dank der SPD aus. Sie sind zum Teil das Opfer der unmöglichen Finanzsituation unseres Landes geworden, und es muß Aufgabe sein, ihnen die Grundlagen und Voraussetzungen zu schaffen, daß sie es für wert halten, die Demokratie und damit die . Freiheit zu bewahren und zu verteidigen. Jäckle teilte dann mit, daß seine Fraktion dem außerordentlichen Haushalt zustimmen werde und bedauerte, daß hier nicht mehr getan werden konnte, insbesondere auf dem Gebiete des sozialen Wohnungsbaues, dem Zuschuß für Schulhausneubauten und ähnlicher Aufgaben, die riesengroß vor uns stehen. Der Wunsch der Sozialdemokratie sei es, daß im kommenden Staatsverband, im Südweststaat, die wirtschaftlichen Voraussetzungen so sein mögen; daß dieses Land seine Auf gaben voll und ganz erfüllen kann. Möge der Südweststaat sich gestalten und möge er ein Hort der sozialen Sicherheit, des Friedens und der Freiheit sein! Gegen filmische Ladenhüter Die CDU-Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, durch ihre Bevollmächtigten im Bundesrat darauf hinzuwirken, daß das Blind- und Blockbuchsystem der Film Wirtschaft eingeschränkt oder zumindest den Land- und Kleinstadtkinos ohne Sonderentschädigung freiere Hand in der Auswahl der Filme gegeben wird. Die Antragsteller begründeten ihre Eingabe damit, daß nach dem derzeitigen Blind-, und Blockbuch- .systam die Kinoinhaber gezwungen sind, für einen guten Film oft über ein Dutzend wertloser Filme von -den Verleihfirmen, zum Teil unbesehen, mit abzunehmen. Land- und Kleinstadtkinos, und damit die betroffene Bevölkerung, seien dabei regelmäßig das Absatzgebiet für Ladenhüter. Sie sehen sich außerstande, sich aus der Hörigkeit des Filmkapitals und der Film-Zwangswirtschaft im Einzelfall loszukaufen. Nachdem die Abgeordnete Teutsch (FDP) einen weitergehenden Schutz des deutschen Filmes vor der Auslandskonkurrenz gewünscht und für deutsche Filme um Steuervergünstigungen ersucht hatte, wurde der Antrag gegen die Stimme des Abgeordneten Jäckle (SPD) angenommen. Unsere Bitte um Stellungnahme zu. seiner ablehnenden Haltung beantwortete der Abgeordnete Jäckle damit, daß der tiefere und eigentliche Sinn des an sich zu begrüßenden Antrags wohl darin läge, daß die CDU auf diese Weise versuchen wolle, einen Druck auf die Kinobesucher auszuüben. Wenn die Kinobesitzer nämlich freie Hand in der Abnahme von Filmen haben, würden die Kirchenbehörden dann bestimmen, welche Filme der betreffende Kinobesitzer bringen dürfe oder nicht. Ablehnung auch durch die FDP Abg. Menges stellte als Sprecher der FDP an die Spitze seiner Rede die Feststellung, daß dies der letzte Etat sei, mit dem der Landtag sich zu beschäftigen habe. Das was wir Baden nennen, war nie lebensfähig und wird es nie sein. Beweis dafür sei der vorliegende Etat, der scheinbar ausgeglichen ist, in Wirklichkeit aber lebenswichtige Bedürfnisse unbefriedigt läßt oder sie unzulänglich zu lösen versucht. Der Abgeordnete bedauerte, daß die badische Regierung nicht schon längst nach einer Möglichkeit gesucht habe, den südwestdeutschen Raum neu zu ordnen. Er setzte sich mit der Wohleb- schen Kabinettspolitik kritisch auseinander und verurteilte scharf die Selbstherrlichkeit der Regierung. Der vorgelegte Etat gehe viel zu sehr vom fiskalischen Gesichtspunkt aus, in dem einzigen Bestreben, ihn auszugleichen. Abg. Menges kritisierte weiter die Haltung gegenüber den Gemeinden, beanstandete die Höhe der Verwaltungskosten und des Personalaufwands, untersuchte im einzelnen die Positionen der Ausgabeseite, die eine weitere Zusammenstreichung nicht vertragen und bezeichnete auch die Belastungen durch die Besatzungsmacht als ein großes Unrecht. Er bedauerte auch die späte Vorlage der Etatrede des Finanzministers und vermochte den darin zum Ausdruck gebrachten Optimismus in keiner Weise zu teilen. . In der Hoffnung auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Regierung habe die FDP im Vorjahr dem Haushalt zugestimmt; heute müsse festgesteUt werden, daß sich diese Hoffnung nicht erfüllte, sondern daß die Regierung im Gegenteil aus politischen Motiven selbstherrlich gehandelt und nach Gutdünken gewirt- schaftet habe. Die FDP lehne den vorgelegten neuen Etat ab. Auch die Kommunisten dagegen Obwohl der Abg. Eckert als Sprecher der kommunistischen Landtagsgruppe betont ruhig sprach, behandelte er die Dinge doch austive aus und stieß bei der Demonstration bolschewistischer Methoden oft auf Widerspruch im Plenum. Er kritisierte stark die ständig steigende Verschuldung des Landes, wandte sich gegen den Optimismus des Finanzministers und sah die Rettung der Lage in einer Verweigerung der Aufrüstung und einer Völkerverständigung, so, wie sie ihm vorschwebt. Den vorgelegten Haushalt bezeichnet er als einen „Vorkriegsetat“ und lehnte ihn natürlich ab. CDU natürlich hinter der Regierung Wohieb Der Abgeordnete Dichtei verteidigte als Sprecher der Regierungspartei natürlich den vorgelegten Haushaltsplan. Die Rede des Finanzministers habe ein gutes Einfühlungsvermögen in die Lage gezeigt und sei von einem großen Maß von Verantwortung getragen gewesen, Wenn die Regierung einen ausgeglichenen Etat vorlege, so könne sie im Vergleich zu anderen Ländern sehr wohl bestehen; zwar bedeute der Etatausgleich eine „Doktor - Eisenbart - Kur“ seine Fraktion begrüße ihn aber in der vor hegenden Form. — Obwohl in Baden die Ver schuldung höher sei als in anderen Ländern und die Kriegsfolgelasten stärker als in anderen Bundesländern seien, glaubte der Abgeord nete die Leistungsfähigkeit Badens bejahen zu müssen. Sozialpolitisch sei weit mehr geleistet worden als in jedem anderen Land des Bundesgebietes und dafür gebühre dem Finanzminister Dank und Anerkennung. Zu kritisieren hatte der Abgeordnete lediglich die Höhe der Verwaltungskosten; eine weitere steuerliche Belastung der Wirtschaft sei unmöglich und eine Steuervereinfachung werde dringend notwendig. Mit den Gemeinden müsse versucht werden, zu einem beiderseits befriedigenden Abschluß zu kommen. ^ Dem Voranschlag werde die CDU zustimmen, well dadurch am besten der badischen Heimat und dem Volke gedient werde. Die badische Regierung verdiene Dank und Anerkennung, denn sie stehe mit beiden Beinen fest auf der Erde schließlich von der kommunistischen Perspek-) und tue ihr Bestes für das Volk. Beginn der Einzelberatung Nach der Generaldebatte über den neuen Haushalt trat das Landtags-Plenum ln die Einzelberatung ein. Zahlreiche Abänderungs an träge und ausgedehnte Debatten führten dazu, daß bis zur späten Abendstunde des Donnerstags erst zwei Einzelpläne verabschiedet werden konnten. Etat des Ministeriums der Justiz: Bei dieser Beratung wies der Abg. Dr. Haas (SPD) darauf hin, daß bet der Beurteilung dieses Planes — von der politischen Seite her gesehen — die SPD die Frage zu stellen habe, ob die heutige Justiz ein Aktivposten für die Demokratie sei und in ihr eine Stütze gögen die aufkommenden rechtsradikalen Elemente zu erblicken sei. Die Frage sei berechtigt, wenn wir uns die Entwicklung in den Jahren von 1918 bis 1933 vor Augen halten; in jenen Jahren hätten viele Richter sich hinter ihrer Unabhängigkeit, ihrer Unabsetzbarkeit und ihrer Anstellung auf Lebenszeit verschanzt und unter dem Schutz dieser Bestimmungen dem Nationalsozialismus Vorschub geleistet. Die SPD wolle vermeiden, daß sich dies wiederholt und betrachte daher die neuerliche Entwicklung unter diesen Aspekten. — Der Einzelplan, der bei rund 6,7 Millionen DM Einnahmen und rund elf Millionen DM Ausgaben einen Zuschußbedarf von etwa 4,4 Millionen DM vorsieht, wurde gegen 3 KP-Stimmen bei 14 Enthaltungen der SPD und FDP mit 26 Stimmen angenommen. Etat des Ministeriums des Innern: Als Be- richterstatterin des Haushaltsausschusses gab forderte der Abg. Menges (FDP) die Einsetzung eines Betrages von 134 000 DM für die Soforthilfeämter, um diese arbeitsfähig zu machen und ihnen die Durchführung ihrer wichtigen Aufgaben zu ermöglichen. — Dfr Abg. Schieler (SPD) stellte mit Nachdruck fest, daß verschiedene Anträge seiner Fraktion, die eine Verbesserung in einzelnen wichtigen Positionen vorsahen, im Ausschuß abgelehnt worden seien, well es dem Finanzminister und der CDU darauf ankomme, unbedingt einen ausgeglichenen Etat vorztBegen. Die „SPD protestiere gegen eine derartige Methode und sei der Auffassung, daß man einen solchen Etat dem badischen Volke nicht zumuten dürfet Die CDU-Abgeord- neten Dichtei und Hilbert gingen in ihrem Versuch, die RegierungspoUtik zu verteidigen, so weit, der SPD Demagogie vorzuwerfen und den Abg. Schieler persönlich zu attackieren. Dieser wies die Anwürfe energisch zurück und bezeichnete bestimmte Behauptungen des Abg. Hilbert als eine Lüge. — Im weiteren Verlauf der Debatte erklärte sich Finanzminister Dr. Eckert dazu bereit, dem Innenministerium die Genehmigung zu geben, den Etat für die Soforthilf eämter um die geforderten 134 000 DM die SPD-Abgeordnete Dr. Schlayer einen Über- zu erhöhen, wenn der Betrag auf anderen Po- blick über die umfangreichen und schwierigen! sitionen ausgeglichen wird. Beschlossen wurde Beratungen im Ausschuß. — In der Debatte 1 auch, den Betrag für die Haltung beamteneigener Fahrzeuge der Polizei, Gendarmerie und Kriminalpolizei um 1000 DM von 11000 DM auf 12 000 DM zu erhöhen. Abg. Haas (SPD) bezeichnete diese Bewilligung als um so notwendiger, well die Verkehrsunfälle in Baden in erschreckendem Maße ansteigen; es wurde auch gefordert, die Führerscheinerteilung an Jugendliche schärfer zu überprüfen. — Der kommunistische Abgeordnete Eckert verlangte die Streichung der für die Bereitschaftspolizei eingesetzten 800 000 DM und ihre Übertragung auf den Wohlfahrts- und Jugendpflegeetat. Die SPD-Abgeordneten Stephan und Schieler nahmen zu diesem kommunistischen Antrag Stellung und lehnten ihn ab, well er nicht um der Jugend und der Wohlfahrt willen erfolgt sei, sondern aus politischen Gründen. Die SPD habe im Ausschuß erbittert darum gekämpft, * die Mittel für Wohlfahrt und Jugend so hoch als möglich einzusetzen und sie werde auch jederzeit für hohe Bewilligungen in diesen Positionen eintreten, aber Zweckanträge der Kommunisten müsse sie ablehnen. Nachdem der KP- Antrag mit allen gegen zwei KP-Stimmen abgelehnt worden war, und nachdem mehrere Dutzend Abänderungsanträge erledigt waren, wurde en-bloc über den Gesamtetat des Innenministeriums abgestimmt. Er wurde gegen sieben Neinstimmen bei zwei Enthaltungen mit den Stimmen der Regierungspartei verabschiedet. Abänderung bestehender Gesetze Der Landtag verabschiedete in seiner Plenarsitzung am Mittwoch vormittag zunächst das in der Vorwoche in erster Lesung angenommene „Landesgesetz zur Änderung der Landesverordnung über die Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus“ und das „Zweite Landesgesetz über die Vereinfachung der politischen Säuberung“ endgültig. Von demokratischer Seite wurde die Neufassung mit der Begründung abgelehnt, daß die FDP eine weitergehende Amnestie wünsche, als dies jetzt zum Ausdruck komme. Gegen sieben demokratische Stimmen bei sechs Enthaltungen erfolgte die Annahme in zweiter Lesung. Die Behandlung einer Regierungsvorlage „Landesgesetz über die Aufhebung von Vorschriften über die Wertzuwachssteuer und die Grunderwerbssteuer und zur Änderung des Grunderwerbssteuergesetzes“ wurde auf Regierungswunsch von der Tagesordnung abgesetzt. Einstimmige Annahme ohne größere Debatte fanden Regierungsvorlagen über die Änderung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Baden und über die damit im Zusammenhang stehende Änderung des Badischen Irrenfürsorgegesetzes. Nach einer nochmaligen Beratung im Rechtspflegeausschuß, über dessen Ergebnis der Abg. Dr. Haas (SPD) Bericht erstattete, wurde die Regierungsvorlage zur Änderung des Landesgesetzes über die Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus im Plenum beraten. Abg. Schieler (SPD) bedauerte dabei, daß der Ausschuß zwei Anträge seiner Fraktion, in denen ein Einbezug der Angehörigen der ehemaligen Strafeinheit 999 und eine Milderung eines Härteparagraphen verlangt worden war, mit Mehrheit abgelehnt habe. Die geänderte Regierungsvorlage, die in ihrer neuen Fassung bisherige Mängel ausmerzt und die in Baden geltenden Bestimmungen den Vorschriften der Länder in der US-Zone angleicht, wurde sodann in beiden Lesungen gegen die Stimmen der KP, und nachdem Abg. Büche die ablehnende Haltung der kommunistischen Gruppe mit heftigen Ausfällen gegen die anderen Fraktionen zu begründen versucht hatte, angenommen. Bonn dementiert Wie aus dem Bundeskanzleramt verlautet, ist in Bonn nichts von der Altbadener-Kundgebung bekannt, auf der Bundeskanzler Dr. Adenauer zusammen mit dem Badisch«» Staatspräsidenten Wohieb zu sprechen beabsichtige. Damit wird die Ankündigung Wohiebs, Adenauer werde auf einer CDU-Kundgebung in Baden sprechen, als Zwecklüge erkannt i i Samstag, 8. September 1951 Sa* ISotk Nummer 108 — Seite 5 Landes- Rundschau Stürmische Nachfrage nach Papier Baden-Baden. Die * stürmische Nachfrage nach Papier aller Art, ganz besonders aber nach Zeitungsdruckpapier, hält an, heißt es im Augustbericht der Arbeitsgemeinschaft der südbadischen Industrie- und Handelskammern. Es sei nicht abzusehen, ob ein nochmaliger Preisanstieg trotz des uneingeschränkten Aufwärtsgleitens der Holzpreise und der hohen Forderungen für „schwarze“ Kohle vermieden werden könne. Stark sei u. a. der Bedarf än Packpapier, während bei Krepp- und Dekorationspapieren und zum Teil auch in der Kar- tonagenindustrie der Geschäftsgang jahreszeitlich bedingt ruhiger gewesen sei. Trotzdem bestehe nach wie vor ein Mangel an Pappen der verschiedensten Art, unter dem diejenigen Kartonagenbetriebe, die vor allem Massenerzeugnisse herstellten, am meisten zu leiden hätten. Es sei zu befürchten, daß die Versorgung mit Pappe im Laufe des Herbstes noch kritischer wird. Das Angebot an Altpapier wird bei leicht fallenden Preisen als reichlich bezeichnet. Kein Raubmord, sondern Unglücksfall Uberlingen. Das Rätsel um den Toten, der am Montagnachmittag im Uferwasser des Eisweihers in Uberlingen aufgefunden wurde, ist gelöst. Gendarmeriebeamte fanden auf dem Grund des Weihers zwei 50-DM-Scheine und einen 10-DM-Schein, die aus der Brieftasche des Toten stammen dürften. Die Brieftasche selbst wurde noch nicht gefunden. Die Untersuchungen ergaben, daß der 37jährige Mann ertrunken sein muß. Die Verletzungen am Kopf stammen offensichtlich von dem Sturz von der schräg abfallenden Ufermauer. Der Verunglückte war am Sonntagabend von einer Veranstaltung nicht nach Hause zurückgekehrt. Als seine Leiche gefunden wurde, fehlte die Brieftasche. Die Störche sind abgereist Kehl. In den mittelbadischen Gemeinden haben jetzt die letzten Störche die Reise nach Süden angetreten. Im gesamten Oberrheingebiet zwischen Freiburg und Rastatt hatten 1951 mehr Störche genistet als in den vergan genen Jahren. Im Gegensatz zu bisher wurden mehrfach zwei bis vier Junge aufgezogen, von denen die Vogelwarte Radolfzell einen großen Teil beringt hat. Die Polizei fand zwei statt einen Biberach. Ein nach einem nächtlichen Streit mit einem Unbekannten auf der Landstraße bei Dietmanns vermißter 16jähriger Lehrling aus Unterschwarzach wurde am Dienstagvor mittag von einer Polizeistreife im Wald aufgegriffen. Der Junge gab an, er habe sich nach dem Überfall, als er die inzwischen alarmierte Polizei und Feuerwehr anrücken sah, aus Angst vor seinem Vater in einer Heuhütte verbürgen, dort habe er sich den ganzen Montag aufgehalten. Dem Überfall scheint eine jugendliche Liebes- und Eifersuchtsgeschichte zugründe zu liegen. Die Ermittlungen darüber sind noch im Gange. Die Streife hatte den jungen Mann kurz vor Beginn einer größeren polizeilichen Suchaktion angetroffen. Bei der Suchaktion konnte ein im Mai aus der Untersuchungshaft entwichener 26jähriger aus Dietmanns wieder ergriffen werden. Ein tödlicher Faustschlag Hechlngen. Mit einem tödlichen Faustschlag endete in Schlatt bei Bedungen ein Streit zwischen einem 47 Jahre alten Riemenmacher und einem 76jährigen Mann. Als der Greis bei der heftigen Auseinandersetzung von der Faust seines Gegners an der Brust getroffen wurde, brach er zusammen und starb wenige Minuten später. 75 Jahre Spöhrerschule Calw LSchw. Die Spöhrerschule, in Calw feierte in Anwesenheit von über 1000 ehemaligen Schülern und Schülerinnen ihr 75jähriges Bestehen. Die nach ihrem Gründer benannte und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte private Handelsschule wurde u. a. vom Bundespräsidenten, vom Bundeskanzler, vom Bundestag, von den drei alliierten Hohen Kommissaren, vom Oberbürgermeister von Berlin sowie von zahlreichen Freunden und ehemaligen Schülern aus^ dem Ausland zu ihrem Jubiläum beglückwünscht. Rätselhafte Brände in einem Dorf Überlingen. In der Gemeinde Grasbeuren, Kreis Überlingen, sind innerhalb von fünf Tagen drei Anwesen niedergebrannt. In allen Fällen konnte die Ursache noch nicht ermittelt werden. In der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche war ein Anwesen durch Feuer vernichtet worden. Am Dienstag brach gegen 22 Uhr erneut ein Brand aus, dessen Flammen von der Tenne aus auf das Wohnhaus Übergriffen. Nur ein geringer Teil des Inventars und das Großvieh konnte gerettet werden. Ehe noch die auswärtigen Wehren zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehr eingetroffen waren, schlugen auch die Flammen aus der Tenne. Die drei ungeklärten Brandfälle haben unter den Dorfbewohnern große Unruhe ausgelöst. Dachdecker baute „Wunderuhr“ Landau. Ein Dachdecker aus Landau hat in sechs Jahren eine „christliche Weltwunderuhr“ gebastelt. Die Uhr, die einschließlich des Räderwerkes und der Ketten aus Holz angefertigt wurde, ist 2,50 Meter hoch und einen Meter breit. Außer der Mitteleuropäischen Tageszeit zeigt sie fast sämtliche Ortszeiten der Erde an. Ein Laufwerk mit den zwölf Aposteln und anderen Figuren setzt sich um zwölf Uhr in' Bewegung, wobei das Lied „Üb’ immer Treu und Redlichkeit“ erklingt. Die „Wunderuhr“ braucht nur alle 38 Stunden aufgezogen werden. Einmal 50 000 in der Süddeutschen München. Am 19. und 20. Tag der Ziehung der fünften Klasse der neunten Süddeutschen Klassenlotterie wurden unter anderem folgende höhere Gewinne gezogen: Ein Gewinn zu 50 000 DM auf die Nummer 63 000, drei Gewinne zu je 10 000 DM auf die Nummern 16 169, 103 498, 193 095 und drei Gewinne zu je 5000 DM auf die Nummern 52 768, 84 390 und 105 265. (ohne Gewähr). Der beschlapahmte Feldberger Hof Ein Fall von grundsätzlicher Bedeutung vor dem Badischen Landtag Der Besitzer des Feldberger Hofes hatte sich im Mai erneut mit einem Gesuch an den Landtag gewandt und um Unterstützung in den Bemühungen um endliche Freigabe gebeten. Der Gesuch- und Beschwerdeausschuß des Landtags hatte sich eingehend mit dem Fall beschäftigt und ließ durch die Abg. Dr. Teutsch das Ergebnis seiner Untersuchungen vor dem Plenum vortragen. Die Berichterstatterin betonte, daß es sich um einen Fall von grundsätzlicher Bedeutung handle, daß der Feldberger Hof als Treffpunkt der internationalen Sportwelt überall bekannt sei und daß im In- und Ausland seine zweckentfremdete Benutzung stark bedauert werde. Das Bedauern sei um so größer, als der Feldberger Hof im März 1949 freigegeben war, kurze Zeit später aber erneut beschlagnahmt wurde, obwohl nach einer französischen Verfügung erneute Beschlagnahmen nicht zulässig seien. Die Fortdauer der Beschlagnahme trifft nicht nur den Besitzer sehr schwer sondern auch die Gemeinde Feldberg, die ihren Steuerausfall im Etat auf 28 Prozent beziffert. Außerdem werden der westdeutschen Wirtschaft in erheblichem Umfange Devisen dadurch entzogen, daß der französische Verwalter des Hotels in zunehmendem Maße ausländische Privatpersonen aufnimmt und mit ihnen das Geschäft macht. Allein vom März bis Juni werde die Zahl der aufgenommenen Ausländer auf 800 geschätzt. (Zuruf aus dem Plenum: „Undurchsichtige Reparationen!“). Der Ausschuß kam zu der einhelligen Auffassung, daß die Beschlagnahme die Bemühungen um eine Völkerverständigung erschweren und forderte die Regierung auf, bei der Bundesregierung und beim Auswärtigen Amt nochmals dringend vorstellig zu werden. Der Bericht löste eine einstündige Debatte aus, in der zunächst der Abg. Stahl (DP) be- Nur für den eigenen Verbrauch Was man bei der Einfuhr von Freimengen im kleinen Grenz verkehr mit der Sdvweiz noch wissen muß Freiburg. Zu der Neufestsetzung der Freimengen im kleinen Grenzverkehr mit der Schweiz durch den Bundesfinanzminister — einmal wöchentlich, jedoch in jeder Woche nur bei einem Grenzübertritt, Tabakerzeugnisse in Mengen bis zu fünf Zigarren und zehn Stumpen oder 20 Zigaretten oder 40 Gramm Rauchtabak und fünfmal im Monat Kaffee in Mengen von weniger als 50 Gramm und Tee in Mengen von weniger als 20 Gramm — gibt die Oberfinanzdirektion Freiburg zusätzlich bekannt, daß aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung die Einbringung der monatlichen Einzelmengen an Kaffee, und Tee auf einmal zugelassen sei. In diesem Falle muß jedoch außer der Monatsmenge von Kaffee und Tee gleichzeitig die Wochenmenge an Tabakerzeugnissen eingeführt werden. Andernfalls kann in dieser Woche die Tabakfreimenge nicht mehr in Anspruch genommen werden. Es werde darüber hinaus erwartet, daß die Grenzbewohner auch bei Einbringung der Freimengen an Kaffee und Tee in den erlaubten Einzelmengen gleichzeitig die für den betreffenden Zeitraum zugelassene Tabakfreimenge mit einführen. Die Oberfinanzdirektion Freiburg weist ferner darauf hin, daß die Zollbegünstigung wie bisher nur den Bewohnern des deutschen Zollgrenzbezirks, nicht auch der erweiterten Grenzzone, im Alter von mehr als 16 Jahren zusteht. Die Waren müssen lose oder in angebrochenen Packungen zum eigenen Verbrauch bzw. in der Familie eingebracht werden. Auch ist die zoll- und steuerfreie Einfuhr der genannten Freimengen nach wie vor an den Besitz einer Kontrollkarte gebunden. Die Abgabevergünstigung kann solchen Personen entzogen werden, die sich eines vorsätzlichen Verstoßes gegen die Vorschriften des Zoll- und Verbrauch-Steuerrechtes, des Ein- und Ausfuhrrechtes oder des Devisenrechtes schuldig gemacht haben. Wohin mit dem Uberschuß? Enchourt beim Schachkongrefi In allen Turnieren des Südbadischen Schachkongresses in Waldkirch hat der Endspurt begonnen. Im Meisterturnier führen Diemer und Popp mit je 4 y, Punkten aus 6 Partien vor dem Deutschen Meister Machate mit 3 K Punkten. Die letzte Partie wird am Samstag gespielt. Im Meisterschaftsanwärterturnier führt der Freiburger Best mit 4K Punkten aus 6 Partien vor dem Konstanzer Heim mit 4 Punkten und einer Hängepartie. Im Meistergästeturnier führen Eisinger, Karlsruhe, und Dr. Lauterbacher, Heidelberg, mit 6 y? Punkten aus 8 Partien vor Berner aus Riedlingen mit 5% Punkten, Schupple, Bretten, und Dr. Unruh, Karlsruhe, mit je 5 Punkten. Im Haupttumier liegt Schmand mit 4^ Punkten aus 5 Partien an der Spitze vor Meinert, Waldkirch, mit 4 Punkten und ebenfalls mit 4 Punkten Heimpel aus Tiengen. Im Nebenturnier -führt Hergarten aus Hechingen' mit 5 Punkten aus 5 Partien. Die, Jugendmeisterschaft ist dem Offenburger Zit- tel mit 5 Siegen in 5 Partien nicht mehr zu nehmen. Im Jahre 1950 verließen 655 000 junge Menschen die Schule. Und mit diesem Jahr begarfh ein steiler Aufstieg der sogenannten Entlaß- jahrgänge — der Geburtsjahrgänge um die Mitte der dreißiger Jahre, als die „Produktion“ an Menschen durch vielerlei Unterstützungsaktionen des Dritten Reiches hinaufgetrieben wurde, parallel mit dem Rüstungsauftrieb des Vierjahresplanes. In diesem Jahre sind es 700 000 Schulentlassene in Westdeutschland; 1952 werden es über 800 000 sein; im folgenden Jahr fast 100 000 mehr. 1954 bringt schätzungsweise den Höchststand, 850 000 Menschen, die ins tätige Leben wollen, arbeiten und ihr Brot selber verdienen. Aber wie sollen sie Arbeit finden? Im vergangenen Jahr verließen in Südbaden rund 16 000 Jugendliche die Schule. Von ihnen fanden rund 12 200 eine Arbeitsstelle. Es blieben also 4000 ohne Arbeitsmöglichkeit. Das ist ein relativ günstiges Verhältnis. In diesem Sommer waren es 28 500 junge Menschen, die — fast zu gleichen Hälften Jungens und Mädchen — ins Leben entlassen wurden. Kurz bevor sie im Juli die Schule verließen, konnten sie im Amtsblatt des Landesarbeitsamtes lesen, daß in Baden 632 Lehrstellen in Industrie und Handwerk und für kaufmännische Berufe 106 freie Lehrstellen vorhanden waren: ein Tropfen auf einen sehr heißen Stein. Gewiß sind etwa zur gleichen Zeit eine große Anzahl von Lehrstellen durch Vollendung der Lehre frei geworden — aber wurden sie alle wieder besetzt? Und viele dieser Lehrlinge werden auch nicht gleich wieder als Gesellen untergekommen sein. Das Seltsame bei dieser beängstigenden Statistik ist nur, daß wir eigentlich möglichst viele junge Menschen in Betriebe mit Fachausbildung hineinbringen müßten, nicht nur um ihrer selbst willen, sondern ebenso um den Mangel an Facharbeitern decken,zu können, der in absehbarer Zeit vorhanden sein wird. Das hat die Arbeitsstatistik schon sehr genau errechnet. Die Ursachen liegen in den Kriegsverlusten und auf weitere Sicht in den Geburtenausfällen der letzten Jahre. Die Folge wird eine steigende Überalterung der Fachkräfte sein — wenn nicht genügender Nachwuchs schon jetzt herangebildet wird. Aber wie soll der an sich reichlich vorhandene Nachschub hereinwachsen, wenn es jetzt fast keine Lehrstellen gibt? Das ist das paradoxe Dilemma, in dem wir uns heute befinden. Es ist zugleich eine politische Gefahr, größer vielleicht als die bisherge Gefährdung der Nachkriegsjugend. Denn zu allen den oben genannten Zahlen kommen jeweils noch die »Überhänge“ der Vorjahre hinzu, Zahlen, die Menschenschicksale bedeuten Tausende nicht unterzubringender junger Menschen und schließlich die Masse der Flüchtlinge, die als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Für das berufliche Erziehungsproblem gäbe es möglicherweise einen Ausweg auf weite Sicht: die Einrichtung einer großen Zahl von Fachschulen mit Spezialwerkstätten, auch für diejenige, die keine Lehrstelle gefunden haben. Ein ähnlicher Weg, der über das Ministerium für'Wirtschaft und Arbeit begangen werden kann, ist soeben amtlich und praktisch geworden. Demnach können allen denjenigen, die Lehrwerkstätten und Lehrplätze mit entsprechenden Einrichtungen errichten, besondere Kredite zugewiesen werden. Der Kreditnehmer muß sich bereit erklären, für bis zu 1500 DM Kreditsumme einen Lehrplatz zusätzlich einzurichten; 60 Prozent werden in der Regel als Eigenfinanzierung verlangt. Bevorzugt werden solche Berufe, in denen ein Mangel an Facharbeitern besteht. Die Kredite sind nach einem Freijahr mit 1% bzw. 5 Prozent zu verzinsen und in 10 Jahren zu tilgen. Für die Gewährung ist eine Reihe von Behörden zuständig; auch die Gewerkschaften haben mitzusprechen. rgh. dauerte, daß der Staatspräsident nicht anwesend sei und der Angelegenheit anscheinend nicht das nötige Interesse schenke. (Es stellte sich dann heraus, daß Staatspräsident Wonleb dringend nach Bonn gerufen wurde und dem Landtagspräsidenten eine schriftliche Entschuldigung für seine Abwesenheit zugehen ließ.) Auch der Abg. Stahl war der Auffassung, daß die Bevölkerung unter dem Gefühl stehen müsse, rechtlos zu sein, weil in diesem grundsätzlichen Falle keine Anzeichen für .eine Verständigung erkennbar werden. — Der Abg. Hilbert (CDU) warf sich zum. Verteidiger des abwesenden Staatspräsidenten auf, was das Plenum zu der ironischen Frage veranlaßte: „Sprechen Sie für die Regierung?“, während Abg. Jäckle (SPD) seiner (Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß die Regierung nicht antworte. . Finanzminister Dr. Eckert machte sich dann endlich zum offiziellen Regierungssprecher, wobei er meinte, die Regierung freue sich über die Debatte, weil sie eine Unterstützung in ihrem Kampf um Freigabe des Hotels darstelle. An Hand umfangreicher Schriftstücke wies der Finanzminister dann die Bemühungen in Bonn und auf dem Petersberg nach. Warum eine erneute Beschlagnahme erfolgt sei, wisse die Regierung nicht, da die Besatzungsbehörden „mit Begründungen sehr sparsam sind“. Hätten wir es — so meinte Dr. Eckert mit der französischen Verwaltung zu tun und nicht mit dem „Kommiß“, dann wären wir vielleicht schon weiter. Abg. Jäckle- (SPD) gab der Meinung seiner Fraktion dahingehend Ausdruck, daß die Beschlagnahme eine Unmöglichkeit sei und sich auch auf die Arbeiter und Angestellten auswirke. Am Feldberger Hof gibt es zweierlei Angestellte: solche, die von der Besatzungsmacht angemessen entlohnt werden, und andere, die Angestellte des Feldberger-Hof-Besitzers sind, der infolge der Zwangslage nicht in der Lage ist, seinen sozialen Verpflichtungen nachzukommen. Es sei schon richtig, was ein maßgebender Mann dem französischen Ho^ hen Kommissar erklärt habe: Mit der Freigabe des Feldberger Hofes sei mehr für die Verständigung getan als mit der Einberufung von Tagungen und Kongressen. Mit dem Ausruf: „Nur Handlungen und Taten entscheiden“ forderte der Abgeordnete eine endliche Freigabe des Hotels. . . Unter lebhafter Unruhe des Hauses mahnte der kommunistische Abgeordnete Eckert den Landtag, in der Politik gegenüber den Besat- zungsmächten sehr vorsichtig zuxgein und aufzupassen, daß auf dem Feldberger Hof nicht, ähnlich wie auf der Hornisgrinde, Radarstationen Flugbeobachtungen oder ähnliches entstünden. Mit der Politik, die heute in Westdeutschland betrieben werde, schaffe man die Voraussetzungen für die Forderungen der Besatzungsmächte. (Große Teile dieser Zweckpropaganda-Rede gingen in der allgemeinen Unruhe des Plenums unter.) Das Haus beschloß sodann, das Gesuch des Feldberger Hofs empfehlend an die Regierung weiterzuleiten. Die Todtmooser Kanalisation Freiburg (Das Volk). Dem Badischen Landtag lsfg ein Gesuch des Bürgermeisteramtes Todtmoos wegen Aufnahme von Heimatvertriebenen, Durchführung der Kanalisation usw. vor. Als Mitglied des Beschwerdeausschusses erstattete die Abgeordnete Dr. Schlayed (SPD) Bericht über die Untersuchungen des Ausschusses. Sie kam dabei zur Feststellung, daß keine tuberkulösen DPs nach Todtmoos eingewiesen wurden, anerkannte aber die Notwendigkeit einer Verbesserung der Kanalisation, da ein Großteil der Abwässer heute auf die Wiesen des Kurorts abfließt. Das Projekt erfordere etwa 200 000 DM an Aufwendungen. Das Haus stimmte der empfehlenden Überweisung des Gesuchs an die Regierung zu. Die Berichterstatterin gab auch Kenntnis davon, daß ein weltbekannter Tuberkulose-Spezialist zu dem Urteil gekommen sei, Todtmoos übertfeffe in seinen Heilerfolgen dank der hervorragenden klimatischen Lage den Schweizer Tuberkulosen-Kurort Davos. Die großen Pläne der Todtmooser Gemeindeverwaltung, einen „olympischen Kurort“ zu schaffen, ließen sich aber wohl auf lange Zeit hinaus nicht realisieren, da hierzu Mittel notwendig sind, die unmöglich zur Verfügung gestellt werden können. Lebkuchen-Debatte im Landtag Freiburg. — Das Volk — Die FDP-Fraktion hatte im Landtag eine förmliche Anfrage eingebracht, in der die Regierung um Auskunft darüber gebeten wurde, für welche Zwecke der Erlös aus den verkauften Lebkuchenherzen anläßlich des von der Regierung geförderten „Tages der Heimat“ Verwendung finden wird. Ministerialrat Leiser gab als Regierungssprecher bekannt, daß das Innenministerium den Veranstalter, den Bund Badische Heimat, aufgefordert habe, das Ergebnis aus dem Verkauf der Lebkuchenherzen bis zum 15. September zu melden. (Zwischenruf des Abgeordneten Jäckle: „Ein günstiger Termin, und am 16. September ist die Wahl!“). Der Abg. Stahl (FDP) forderte die Regierung auf, in Zukunft doch von solchen „von Staats wegen“ befohlenen Heimattagen abzusehen. Auf Befehl könne man keine Feste feiern und die Heimatvereine unseres Landes haben zur Genüge bewiesen, daß sie in der Lage sind, Heimatfeste aufzuziehen, wenn kein staatlicher Druck dahinterstehe. Das Beispiel mehrerer Gemeinden habe jedenfalls gelehrt, daß sie derartige Anordnungen der Regierung ablehnen. Auch der Abg. Jäckle (SPD) bewies am Beispiel der Stadt Sängen, daß man dort die Absicht erkannte und in richtiger Weise die Gefolgschaft verweigerte. Der Abg. Vortisch (FDP)-ergänzte diese Darlegungen durch den Hinweis auf die Stadt Lörrach und wandte sich entschieden dagegen, den Heimatgedanken, dep. wir mit Ehrfurcht pflegen, zu politischen Zwecken zu mißbrauchen. Den Einwurf des Finanzministers Dr. Eckert, daß die Regierung sich weder mit den Lebkuchen noch ein einziges Mal mit der Organisierung von Heimattagen beschäftigt habe, entkräftigte der Abg. Stahl (FDP) dureh die sachliche Feststellung, daß den Gemeinden der Bezug und Vertrieb der Lebkuchenherzen von den Landratsämtem, und damit von Regierungsstellen anempfohlen worden sei. Wir dürfen nun auf die zum 15. September festgesetzte Abrechnung gespannt sein, teilen die Auffassung eines großen Teiles des Abgeordneten, daß die Lebkuchenaktion eine Pleite war und würden uns schließlich freuen, zu erfahren, daß man unserer seinerzeit gegebenen Anregung gefolgt ist, die übrig gebliebenen Herzen an die Waisenhäuser zu verteilen. Sie werden inzwischen, auch wenn es sich um Dauerware gehandelt haben sollte, nicht frischer geworden sein! hb , Seite 6 — Nummer 108 Bat Both Samstag, 8. September 1951 Oberliga wieder mit Paprika gewürzt Das Häuflein der 17 Unbesiegten könnte am Sonntag kleiner werden In den deutschen Oberligen läutet der Gong zur vierten Runde. Immer noch nicht haben die Mannschaften zu einer beständigen Form zusammengefunden. Auf diese Weise erklären sich die sensationell anmutenden Ergebnisse, die in Rekordquoten beim Toto ihren Niederschlag fanden. Und wenn, wie am letzten Wochenende, der Gewinner der 384 OOO-DM-Rekordquote seine zwölf Ergebnisse über sein beliebtes „Würfelspiel“ zusammenbrachte, so bestätigt dies auch die Unmöglichkeit, den Ausgang der Spiele vorauszusagen. Die Spiele haben durchweg dffenen Charakter, selbst der Vorteil des eigenen Platzes scheint nicht mehr viel Gewicht zu haben. Zahlreiche Remis-Partien unterstreichen die Glelchrangigkeit der Mannschaften. Fürther „Glücksklee“ im Löwenzwinger Im Süden sind 186« München, 1. FC Nürnberg (beide Je 5:1 P.) und Eintracht Frankfurt (4:0 P.) die führenden Mannschaften. Alle drei haben am Sonntag den Platzvorteil, und es ist kaum anzunehmen, daß sie sich von ihren Gästen den Braten versalzen lassen. Die Münchner „ 1 . 0 wen“ haben mit dem Essen Appetit bekommen, und der Fürther „Glücksklee“ sdieint ihnen ein leicht verdauliches Zwischengericht. Die Fürther sind durch Verletzungen stark gehandi- “Pt- Aber, daß diese Rechnung mit der geschwächten Kampfkraft der Fürther nicht immer auf geht, davon weiß auch der VfB Stuttgart ein Lied zu singen, wenn die Fürther den 1860er Stürmertank Mondschein ‘kaltzustellen vermögen, dann ist die Partie für sie noch nicht verloren. Eintracht Frankfurt gegen Schwaben Augsburg und „Club“ gegen Neckarau, das dürfte jeweils zwei Punkte für die Gastgeber bedeuten. Auch in allen übrigen Spielen darf man vorwiegend mit Erfolgen der Platzvereine rechnen. Es spielen: Waldhof '— Offenbach (8. 9.); Schweinfurt — VfR Mannheim (8. 9.); 1860 München — Spvg Fürth; 1. FC Nürnberg — Neckarau; VfB Stuttgart — Bayern München; Eintracht Frankfurt — Schwaben Augsburg; Aschaffenburg — Stuttgarter Kickers; VfB Mühlburg — ESV Frankfurt. Kaiserslautern ohne Ottmar Walter Der deutsche Meister, 1. FC Kaiserslautern, muß ohne den Nationalstürmer Ottmar Walter spielen, der sich einer Operation unterziehen mußte. So sieht lm Südwesten der 1. FCK seine‘souveräne Stellung stark gefährdet. Selbst am Betzenberg ist der Gang mit dem Ludwigshafener Phönix zu einer offenen Angelegenheit geworden. Die augenblicklichen Tabellenführer Wormatia Worms und Turä Ludwigshafen haben mit FV Engers und Mainz 05 zwei schwere Brocken vorgesetzt bekommen, die nicht so ohne weiteres zu verdauen sind. Mif besonderem Interesse darf man dem ersten Eingreifen des 1. FC Saarbrücken und der Borussia Neunkirchen entgegensehen, wenn das Startverbot wegen der spinalen Kinderlähmung im Saargebiet tatsächlich gelockert wird. Es spielen: 1. FC Kaiserslautern — Phönix Ludwigshafen; Tura Ludwigshafen — Mainz 05; Wormatia Worms — FV Engers; Trier 05 — L FC Saarbrücken; VfR Frankenthal — VfL Neustadt; TuS Neuendorf — Borussia Neunkirchen; Spvg Weisenau — Bad Kreuznach; FK Pirmasens — VfR Kaiserslautern. Und nun Schalke 04 — Borussia Dortmund Im Westen reißt die Kette der Schlagerspiele gar nicht mehr ab. Nach Fortuna — Schalke steigt nun das Treffen der Meister FC Schalke 04 — Borussia Dortmund. Auch wenn die Dortmunder, die in den Jahren nach dem Kriege Schalkes Erbe übernahmen, zur Zeit weit unter ihrem Wert spielen, so üben sie bei der Rivalität in Westfalen doch die größte Zugkraft aus. Die Glückauf-Kampfbahn wird neuerdings Massenbesuch haben. Im Vorjahr ging diese Partie torlos aus. Bumbas Schmidts Schützlinge werden zufrieden sein, wenn sie aus dem Kohlenpott wieder einen Punkt mitnehmen dürfen. Die Dortmunder „Kanarienvögel“ konnten in dieser Saison übrigens noch keinen Sieg „bezwitschern“. Es hat den Anschein, als sollten die Spitzenreiter des Westens am Sonntag ihre Position festigen, denn neben Schalke (Tabellendritter) haben 1. FC Köln (Tabellenführer) und Rot- Weiß Essen (Zweiter) gegen Horst-Emscher bzw. Pr. Dellbrück leichtere Heimspiele vor sich. Erstmals stellt sich der deutsche Vizemeister Preußen Münster auf dem neu gerichteten eigenen Platz seinen Anhängern vor. Die Hamborner sind aber nicht geneigt, sich billig zu verkaufen. Die beiden unentschiedenen Spiele im Vorjahr lehren dies. Es spielen: Schalke 04 — Borussia Dortmund; 1. FC Köln — STV Horst-Emscher; Rot-Weiß Essen — Dellbrück; Preußen Münster — Hamborn 07; Aachen — Fortuna Düsseldorf; Leverkusen — Spvg Erkenschwick; Meidericher SV — Katernberg; Rheydt und ETB Essen sind spielfrei. Kentern die Hamburger Flaggschiffe? Das Rennen der Nordliga geht immer auf einen Zweikampf HSV oder St. Pauli hinaus. Zur Zeit liegt nach Verlustpunkten der HSV am besten. Beide Flaggschiffe sind am Sonntag in Gefahr, zu kentern. Eimsbüttel kann dem Tabellenführer FC St. Pauli am Sonntag die erste Niederlage bereiten, denn die Turner sind zur Zeit gut in Fahrt, was man von der Millerntorelf nicht behaupten kann. Mit einem gewissen Druck im Magen reisen die Rothosen des Hamburger SV in die Universitätsstadt Göttingen. Das Göttinger Pflaster liegt den „Seebären“ nicht. — Werder Bremen hat eine gute Chance, am Samstag bpi Concordia den ersten Sieg zu feiern. Es spielen: Concordia Hamburg — Werder Bremen; Eimsbüttel — TV Eimsbüttel; Göttingen 05 — Hamburger SV; Lüneburg — Eintracht Braunschweig; Eintracht Osnabrück — Arminia Hannover; Hannover 96 — Bremerhaven 93; Bremer SV und Viktoria spielfrei! Eine Chance für den Freiburger FC Die vierte Niederlage für Singen? Bei den Spielen in der zweiten Division kommt es für den Freiburger FC darauf an, nach seinem Uberraschungserfolg gegen Straubing die Position durch einen Sieg auf eigenem Platz über den FC Pforzheim weiter zu verbessern. Dem FC Singen können nur geringe Chancen in Straubing eingeräumt werden. Bei den enttäuschenden Leistungen an den letzten Sonntagen ist kaum zu erwarten, daß der FC Singen den Husarenstreich der Freiburger in Straubing wiederholt. Es spielen: Wacker München — Jahn Regensburg (Sa.); SV Wiesbaden — ASV Durlach; SSV Reutlingen — ASV Cham; BC Augsburg — Bayern Hof; Hessen Kassel — Darmstadt 98; TSV Straubing — FC 04 Singen; Freiburger FC — 1. FC Pforzheim; ASV Feudenheim — 1. FC Bamberg; VfR Aalen — Ulm 1846. Spitzengruppe wird sith festigen Mit einem vollen Programm wartet die südbadische erste Amateurliga am zweiten Septembersonntag auf. Die beiden verlustpunktfreien Tabellenführer dürften ihre Positionen festigen Offenburg dürfte zu Hause von Lahr keine Gefahr drohen, und auch 1844 Freiburg sollte in Weil bestehen können. Die weiteren Vereine, die bisher ohne Punktverlust blieben, wie Konstanz und Villingen, sollten ihre Auswärtsspiele bei Stockach bzw. St. Georgen glücklich überstehen, während der ebenfalls zu dieser Gruppe gehörende ASV Freiburg in Kuppenhelm nur um ein achtbares Ergebni^bemüht sein kann. In Ächern muß Baden-Baden schon mit einer besseren Leistung als am Vorsonntag aufwarten, um wenigstens zu einem Teilerfolg zu kommen. Auch das Spiel Rheinfelden Hannover kürt die Turner-Mehrkampfmeister Niedersachsens Turner richten über das Wochenende die Deutschen Turnermehrkampf- meisterschaften und die Einzelmeisterschaften aus, wobei der Deutsche Zwölfkampf der Männer und der Neunkampf der Turnerinnen aus den zahlreichen weiteren Mehrkampfwettbewerben herausragen. Schauplatz der zweitägigen Veranstaltung in Hannover ist das Eilenriede-Stadion. TSV 1860 München wieder großer Favorit Zu der vielseitigen Turner-Vereinsmeisterschaft sind die 16 Landesmeister zugelassen. Der Wettbewerb gilt als Beweis der Spitzen- und Breitenarbeit, denn jeweils treten vier Athleten und vier Ahtletin- nen in den rein turnerischen Wettbewerben und in der Leichtathletik an. Dabei hat der Titelverteidiger TSV 1860 München ein großes Plus, denn er verfügt nicht nur über hervorragende Turner, sondern wohl auch über die besten Leichtathleten. In der DTVM sind als schärfste Rivalen für die Münchner „Löwen“ die Kölner Tumerschaft 1843 (die jetzt mit Meister Dickhut antreten kann), die Altere Kasseler Turngemeinde, Olympia Neumünster und der Hemer TC zu bezeichnen. Es geht um Irma Walthers Nachfolge Deutschlands beste Turnerin Ist die Nürnbergerin Irma Walther-Dumbäky. Da sie erst glückliche Mutter geworden ist, pausiert sie, und so wird der Weg für eine neue Meisterin frei. Lisbeth Lenzing-Mettmann, Martha Heuser, Frankfurt, um nur zwei Anwärterinnen zu nennen, haben unter den 39 Teilnehmerinnen reelle Aussichten, die Thronfolge der elffachen deutschen Meisterin anzutreten. Brüder Wied stellen sich auf Geräte-Zwölfkampf um Unter den 45 Bewerbern um die deutsche Zwölfkampfmeisterschaft ist Adalbert Dickhut, Köln, »an erster Stelle zu nennen. Zu den neun Geräteübungen kommt in diesem Jahr der 100-m-Lauf, das Kugelstoßen und der Weitsprung, wobei dem Rheinländer, schon auf Grund seiner turnerischen Überlegenheit, kaum ein Versager zuzutrauen ist. Es ist schade, daß die beiden Stuttgarter Zwillingsbrüder Theo und Erich Wied auf die Teilnahme verzichten, da sie sich' in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele ausschließlich auf den Gerätekampf spezialisieren wollen. Wer nun Dickhuts schärfste Konkurrenz sein wird, läßt sich bei der Ausgeglichenheit der Teilnehmerklasse nur schwer sagen. Lena Stumpf im Lelchtathletik-Vierkampf Unter den übrigen Wettbewerben sei auf den Leichtathletik-Vierkampf der Turnerinnen hingewiesen, denn hier ist die Elite der deutschen Mehrkämpferinnen am Start. Lena Stumpf (Werder Bremen), Elfriede Nietzsch-Brunemann (Hannover) und die Kölnerin Karin Sonneck-Uthke werden sich gegenseitig nichts schenken. Im Sechskampf der Volksturner überragte im Vorjahr Sepp Hipp (Balingen). Der Feuerbacher Theurer und der deutsche Juniorenmeister Oberbeck, Eintracht Braunschweig, haben hier Gelegenheit, erneut ihr Können unter Beweis zu stellen. Mit den Wettbewerben in Hannover werden die Titelkämpfe der Turner des Jahres 1951 abgeschlossen, nachdem am letzten Sonntag die deutschen Söm- merspielmeisterschaften folgende Sieger ergaben: Faustball, Männer: TSV Pfungstadt mit 36:33 über TV Habenhausen Bremen; Altersklasse: MTV Braunschweig; Frauen: Post Hamburg mit 27:22 über Berliner Turnerschaft; Korbball, Frauen: Eimsbütteler TV; Schlagball, Männer: SC Grenze Hamburg. — schopfheim hat Lokalcharakter, dessen Ausgang offen erscheint. Rastatt kann man nach den bisherigen Leistungen in Gutach wenig Aussichten einräumen, und ob Kehl selbst zu Hause gegen Lörrach zum ersten Erfolg kommen wird, erscheint mehr als fraglich. Es spielen: Stockach , Konstanz; St. Georgen — Villingen, —, Rheinfelden — Schopfheim; Wgil — 1844' Freiburg; Gutach — Rastatt; Kehl — Lörrach; Kuppenheim — ASV Freiburg; Achern — Baden-Baden; Offenburg — Lahr • Zweite Amateurliga, Staffel 1: Bühlertal — Wolfach; Oberkirch — Ettenheim; Hornberg — Mörsch; Bietigheim — Bühl; Orschweier — Gengenbach; Haslach — Otigheim; Kappelrodeck — Ottenau. Zweite Amateurliga, Staffel 2: Fahrnau — Denzlingen; Müllheim — Maulburg; Kenzingen — Neuenburg; Stetten — Heitersheim; Waldshut — Blau-Weiß Freiburg; Wyhlen — FFC I b (Waldkirch, Sportfreunde Freiburg und Emmendingen spielfrei). Zweite Amat^urliga, Staffel 3: Engen — Blumberg; Singen Ib — Rielasingen; Triberg — Radolfzell; Neustadt — Uberlingen; Villingen I b — Konstanz Ib; Gottmadingen — Vöhrenbach; Wollmatingen — Furt- wangen fDonaueschingen spielfrei). Die Spiele der A-Klassen Freiburg, Staffel Nord: SV Emmendingen — Gundelfingen; Glottertal — Kollnau; Reute — Wyhl; Riegel — Ober winden; Herbolzheim — Bahlingen; Elzach — Teningen; Sasbach — Gutach II (Endingen spielfrei). Freiburg, Staffel Süd: Breisach — 1844 Freiburg II; Buggingen — Ebnet; Kärchzarten — Zähringen; Heringen — Krozingen; ASV Freiburg II — Staufen, 10.30 Uhr; Blau-Weiß II — St. Georgen, 10.30 Uhr; Alemannia Freiburg — Buchheim, 10.30 Uhr (Merzhausen spielfrei). Bezirk Baden-Baden: Hörden — Au a. Rh.; Baden- Oos — Bischweier; Gaggenau — Steinmauern; Rotenfels — Gernsbach; Illingen — Sinzheim. Offenburgi Staffel Süd: Schutterwald — Elgersweier; Schiltach — Ichenheim; Hausach — Kürzell; Weier — Berghaupten; Zell — Waltersweier; Spvg Lahr — Zunsweier; Heiligenzell — FV Lahr H. Offenburg, Staffel Nord: Zusenhofen — Renchen; Auenheim — Legelshurst; Appenweier — Willstätt; Leutesheim — Bodersweier; Fautenbach — Kehl II; Freiste« — Urioffen; Kork — Offenburg II. Bezirk Schwarzwald: Immendingen — Bräunlingen; Gütenbach — Dauchingen; Mönchweiler — Bad Dürrheim; Löffingen — Eisenbach; Möhringen — Schönwald; Marbach — VfB Villingen. Bezirk Oberrhein: Istein — Grenzach; St. Blasien — Karsau; Wehr — Friedlingen; Schopfheim Ib — Rheinfelden Ib; Tiengen — Weil Ib; Lörrach Ib — Haltingen; Säckingen — Wutöschingen. Handball-Landesklasse Für den zweiten Septembersonntag sind in der südbadischen Handball-Landesklasse folgende Spiele angesetzt: Hauingen — Durmersheim; Lörrach — Niederbühl; 1844 Freiburg — Freiburger FC; Teningen — Schutterwald; Lahr — Zähringen; Hofweier — Schultern. Meden-Finale Freiburger TC — TC Schwarz-Gelb Heidelberg In der Endrunde der badischen Medenspiele stehen sich am kommenden Wochenende die Meister von Nord- und Südbaden, TC Schwarz-Gelb Heidelberg und Freiburger Tennis-Club gegenüber. Auf Grund gemeinsamer Vereinbarung, findet die Begegnung auf neutralem Platz in Hinterzärten statt. Hierbei kommt es zu den interessanten Begegnungen Potaß gegen Kuhlmann und Grathwol gegen Dörfer, und auch im Herren-Doppel stehen sich diese vier Spieler gegenüber. Leider wurde der Termin für dieses Treffen sehr kurzfristig angesetzt, so daß der Freiburger TC nicht über die komplette erste Mannschaft verfügen kann. Es fehlen Petersen und Nebel, sowie der als Ersatzmann vorgesehene Dr. Stöber. Sie müssen nun durch Schultz und Bigalke aus der zweiten Mannschaft ersetzt werden. In Anbetracht dieser Tatsache geht der Freiburger TC zwar nur mit sehr geringen Chancen in dieses Spiel gegen den spielstarken noräbadischen Meister, trotzdem sind aber spannende Kämpfe und gutes Tennis zu erwarten. Beginn Samstag 14.30 Uhr und Sonntag 9.30 Uhr. * Ottmar Walter muß operiert werden Als Ursache der Spielunfähigkeit des Kaisers- lauterner Nationalspieler Ottmar Walter hat Prof. Dr. Schultz im Krankenhaus Radevormwald bei Remscheid eine sogenannte Gelenkmaus festgestellt. Ottmar Walter wurde am Donnerstag operiert, und Prof. Schultz erwartet, daß die Operation den Mittelstürmer des 1. FC Kaiserslautern wieder voll spielfähig machen wird. Wie lange er pausieren muß, ist noch nicht abzusehen. Zum Jahressdituß nodt „schneller Kurs“ Grenzlandring beschließt die deutsdie Motorradsaison Das Rennen auf dem Grenzlandring am kommenden Sonntag soll einen eindrucksvollen Abschluß für die deutsche Motorsportsaison bedeuten. Der Rundkurs von Wegberg (25 km westlich Düsseldorf und nahe der holländischen Grenze) ist so recht geeignet für einen „Rausch der Geschwindigkeit“. Hier kann jeder nach Belieben „auf die Tube drücken“, denn auf dieser Rekordstrecke, der schnellsten, die Europa kennt, gibt es keine Kurven im üblichen Sinn. Die weitgezogene Wegschleife läßt jederzeit ein Vollgasfahren zu. Daß dies aber bei böigem Wetter oder regennasser Straße nicht ungefährlich ist, hat sich leider schon gezeigt Schorsch Meiers Streckenrekord steht auf 209 kmst Im Jahre 1949, als der Ring erst frisch „entdeckt“ war, fuhr Schorsch Meier auf der Kompressor-BlIW die schnellste Runde mit 216 kmst, und der Gußeiserne hält auch den Streckenrekord mit 209 kmst. Im Vorjahr waren die NSU-Kompressormaschinen Trumpf, man konnte aber infolge des schlechten Wetters die Fahrzeuge nicht voll ausfahren. Allein Karl Kling verbesserte damals den Wagenrekord mit seinem 2-Liter-Veritas auf 203,8 kmst. Ob nun mit den Saugmotoren die bestehenden Rekorde gestürzt werden? Motorräder jagen nach Rekorden Den Höhepunkt des umfangreichen Programms bilden zweifellos die Motorradrennen der verschiedenen Klassen, zu denen die gesamte deutsche Elite und zahlreiche ausländische Fahrer von Format ihre Startzusage gegeben haben. BMW, DKW, NSU und dazu die besten Privatfahrer, werden sich ein letztes Duell liefern. Die BMW-Fahrer, Meister Zeller, Altmeister Georg Meier und Meister Kraus/Huser gelten als Favoriten, und es wäre sensationell, wenn ihnen gerade hier die NSU eine Überraschung bereiten könnte. Letzter Lauf zur deutschen Wagen-Meisterschaft Bei den Sport- und Rennwagen zählt der Grenz- lanäring als letzter Wertungslauf zur deutschen Meisterschaft. In den seitherigen Wagenrennen zeigten sich die Fahrzeuge aber so wenig beständig, daß die deutsche Automobilmeisterschaft mehr ein Glücksspiel darstellt. Interessanter scheint dabei die Frage, wie die Porsche-Wagen abschneiden werden, von denen man sich für die Zukunft viel verspricht. Das Rundfunkprogramm der Woche Radio Frankfurt Samstag, 8. September 16.00 Unterhaltungskonzert 16.45 Schlager-Volltreffer 19.00 Musikalische Erholung 20.05 Bunte Wochenendzeitung 21.30 Großstadtmelodien Sonntag, 9. September 15.45 Zur Kaffeestunde 17.00 Orchester der Welt 17.50 Sport und Musik 20.05 Katja, die Tänzerin Montag, 16. September 16.00 Richard Strauß 17.00 Volkstümliche Weisen 19.00 Musikalische Erholung 20.05 Sternengefunkel Dienstag, 11. September 16.00 -Orchesterkonzert 17.15 Bundessängerfest Frankfurt 19.00 Musikalische Erholung 20.05 Kleine Liebesgeschichte in Dur und Moll 21.15 Die Kurbel 22.20 Frankfurter Internationales . Musikfest Mittwoch, 12. September 17.15 Heiteres Potpourri 19.00 Musikalische Erholung 20.05 Sinfoniekonzert 22.15 Schuman-Plan 23.00 Tanzmusik Donnerstag, 13. September 16.00 Unterhaltungskonzert 19.00 Musikalische Erholung 21.05 Johannes-Brahms-Konzert 22.50 Schlager der Woche Freitag, 14. September 16.50 Unterhaltungskonzert 20.05 Hörerwünsche 21.05 Schuman-Plan 22.20 Johannes-Brahms-Konzert nilllcilliiiiiiiiiiniiiiiliiiiiiiinliiiiiiiiiiiliiiiiliiiillliliuillilliililiiniililllliHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiciiiiiiiiiiiiiuiiiiMiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie: E Samstag, 8. September I 14.00 Wir jungen Menschen E 15.00 Aus der Welt der Oper | 16.00 Die Reportage | 16.30 Unser Samstagnachmittag s 18.00 Kommentar = 20.00 Hörerwünsche S 22.15 Sportrundschau s 22.30 Tanzmusik 1 Sonntag, 9. September I 7.30 Morgenkonzert a 9.45 Das Unvergängliche s 11.00 Musik am Vormittag z 12.20 Sang u. Klang im Volkston i 14.15 Froh und heiter E 15.30 Fröhliche Klänge 5 17.00 Konzert § 20.00 was euch gefällt E 22.20 Sport und Musik E o.lO Tanzmusik E Montag, 16. September S 14.00 Schulfunk = 15.00 Montags fängt die Woche an Südwestfunk Sendungen, die sich an jedem Werktag wiederholen: 6.00 Nachrichten, Wetter 12.28 Mittagskonzert 6.10 Morgenkonzert 12.45 Nachrichten 6.50 Andacht 13.15 Musik nach Tisch 7.00 Nachrichten, Wetter 14.30 Franz. Sprachunterricht 7.15 Zwischenmusik 17.40 Eigenprogramm der Studios 7.30 Musik am Morgen 18.30 Werbefunk 8.00 Nachrichten, Wetter 19.00 Zeitfunk 8.40 Musikalisches Intermezzo 19.40 Tribüne der Zeit 11.00 Werbefunk 22.00 Nachrichten 11.30 Eigenprogramm der Studios 24.00 Spätnachrichten 17.00 Solistenkonzert 18.20 Welt des Sports 20.00 Musik für dich 21.08 Bayreuther Festspiele: „Walküre“ 22.00 Klaviermusik 23.00 Musikalische Deutschlandreise Dienstag. 11 . September 14.08 Wir jungen Menschen 16.00 Orchesterkonzert 17.00 Unterhaltungsmu sik 20.30 Hörspiel 22.30 Nachtstudio 23.30 Jazz 1951 Mittwoch, 12. September 14.00 Schulfunk 15.00 Nachmittagskonzert 16.00 Stimme der Heimat 20.00 Melodienreigen 22.20 Klaviermusik 23.00 Tanzmusik s Donnerstag, 13. September 5 14.00 Kinderliedersingen E 15.00 Wirtschaftsfunk z 15.15 Unser Nachwuchs 5 17.00 Klaviermusik 5 20.00 Operettenklänge E 21.00 Hörfolge S 22.30 Das Prisma E Freitag, 14. September 5 15.00 Musik am Nachmittag S 16.00 Solistenkonzert s 16.45 Unterhaltungskonzert = 18.20 Frau im Beruf = 20.00 Scheinwerfer auf! E 21.00 Internationale Luzerner E Festwoche: Orchesterkonzert S niiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiniiuiiitiiitiiiiimiiiiiiiiiiiiiMitiiiiiiiiiiiniitiitiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiitiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiHiiMiiiiiifimiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiimfiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiuiiiiiiiiiiiHiiiiu': Nicht vergessen Ab 22 Uhr Apparat auf Zimmer-Lautstärke einstellen Radio Hamburg Samstag, 6. September 14.00 Froh und heiter 17.00 Musikalisches Mosaik 20.00 Stockholm—Hamburg 21.00 Schlagerparade 22.55 Tanzmusik 1.00 Jazz-Almanach Sonntag, 9. September 12.00 Sang und Klang 18.15 Das Meisterwerk 21.15 Im Pulsschlag der Freud« 23.15 Melodie zur Nacht 0.10 Tanzmusik Montag, 16. September 17.00 Von alter Musik 18.00 Gut aufgelegt 20.00 Berliner Festwochen: Sinfoniekonzert 22.35 Nachtprogramm 0.30 Tanzmusik Dienstag, ll. September 18.00 Zum Feierabend 20.35 Unter südlichen Sterneh 21.45 Schallplatten 22.35 Nachtprogramm 0.30 Tanzmusik Mittwoch, 12 . September Radio Stuttgart Samstag, 8. September 16.00 Nachmittagskonzert 18.06 Bekannte Solisten 22.16 Schöne Stimmen 23.15 Melodien zur Nacht 6.65 Das Nachtkonzert Sonntag, 9. September 18.00 Tschalkowski-Strelchquartett 20.05 Großer Tanzabend 22.10 Kleines Konzert 23.00 Kleines Ensemble 0.05 Mittemachtsmelodie Montag, 16. September 18.66 Orchestermusik 19.00 Orchesterkonzert 20.05 Musik für jeden 22.10 Zeitgenössische Musik 23.35 Kleines Konzert Dienstag, 11. September 17.05 Zum Fünfuhrtee 19.00 Abendserenade 20.05 Das Filmmagazin 22.10 Tanzmusik 23.15 Unterhaltungsmusik Mittwoch, 12. September 18.06 Unterhaltungskonzert 20.05 Von Potsdam bis Bonn 21.00 Beethovens VIL Sinfonie 22.30 Hörfolge 23.15 Verdi-Streichquartett Donnerstag, 13. September 19.00 Operamelodien 20.05 Fröhliche Weinfahrt 22.10 Dänische Chormusik 23,05 Finnische Musik 0.05 Jazz im Funk Freitag, 14. September 18.06 Operettenmelodien 20.05 Sinfoniekonzert 21.15 Unsterblicher Lederstrumpf 22.10 Tanzmusik 23.15 Unterhaltungsmusik 15.40 Nachmittagskonzert 18.00 Orchesterkonzert 20.05 Was euch gefällt 23.00 Musik zur Nacht Donnerstag, 13. September 20.05 Volkstümliches Konzert 21.00 Hörspiel 21.55 Tanzmusik 22.35 Music-Böx Freitag, 14. September 15.40 Operettenkonzert 17.00 Beethoven-Musik 18.00 Zum Feierabend 20.1$ Verdis „Aida“ Samstag, 8. September 1951 Nummer 108 — Seite 7 Pas Vota Streiflichter — mit und ohne Kritik Der Herr im Smoking Wer schön einmal in einer Spielbank war, es gibt ja soviele heutzutage, der hat jene Herren bewundert, die im Smoking mit kühler Miene und großer Fingerfertigkeit am Spieltisch ihres Amtes walten, um Glück und Pech nach mathematischen Relationen zu verteilen. Es interessiert sie nicht, ob dir Fortuna lächelt oder ob du in einer Pechsträhne dich verfangen hast... das heißt, ganz gleichgültig ist es ihnen nicht. Denn wenn sie schon Angestellte sind, beinahe gar Beamte des Glücks, so sind sie mindestens nebenher interessiert an deinem Gewinn. Da gibt es nämlich den „Tronc“, was auf deutsch Trinkgeld heißt. Es ist der Obolus, mit dem noble Gewinner die Croupiers, das sind die Herren im Smoking, an ihrem Glück teilnehmen lassen: „Danke sehr, mein Herr!“, sagt dann der Croupier und läßt den Schein oder Chip durch einen Schlitz im Tisch verschwinden. Einstecken kann er den Tronc ja nicht, denn an einem Croupier-Smoking sind die Taschen vorsichtshalber zugenäht. Aber ein Croupier lebt nicht vom Tronc allein wie ein Kellner; er hat auch ein festes Gehalt Und um Gehalt und Tronc ging es in einem Prozeß vor dem Arbeitsgericht Radolfzell. Da klagte nämlich ein Croupier gegen das Kon- stanzer Spielkasino, weil es ihm nicht nur sein Monatsgehalt von 1200 DM in voller Höhe, sondern auch den Tronc vorenthalten habe. Es ging "um die Kleinigkeit von 17 360 DM. Das Kasino behauptete, es seien nur 600 DM Monatsgehalt ausgemacht gewesen; die 100 Prozent mehr habe man ihm eine Zeitlang aus freien Stücken gewährt. Der Tronc aber werde anteilmäßig an alle Angestellten verteilt. Ein nobler Arbeitgeber, wird jeder Angestellte sagen. Das Arbeitsgericht gab dem Kasino recht und wies die Klage ab. Aber das braucht nicht näher zu interessieren. Was interessiert, ist die Feststellung, daß selbst hinter den Kulissen des Spiels und hinter den kühlen Mienen der eleganten Herren im Smoking gewerkschaftliche und arbeitsgerichtliche Vorgänge sich abspielen, mal so, mal so... Und das versöhnt vielleicht manchen mit der Unmoral von Spieltischen. AD. Wanderung —leicht belastet Es wird Spätsommer, und noch spürt der Mensch den Drang, in Gottes freie Natur zu pilgern. Das tut er, und das ist schön. Aber da der Mensch als solcher auch ein Staatsbürger Ist, so wandert er nicht allein, sondern nimmt auch einen stillen Teilhaber mit, uneingeladen, aber keineswegs ohne Ansprüche. Irgendwo kehrt der Mensch auf seiner Wanderung ein. In einem Gasthaus am Weg. Dort bestellt er eine Tasse Kaffee. Sie kommt, schmeckt und kostet Geld. 44,4 Prozent von dem Preis der Kaffeebohnen liefert der Wanderer, ohne daß er'etwas davon merkt, seinem unsichtbaren Begleiter ab; 35,5 Prozent von dem Zucker, mit dem er den Kaffee und sich das Leben versüßt hat. An die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer des Wirts, die er ja auch mitbezahlt, denkt der Wanderer dabei überhaupt nicht. Oder hätte er besser Tee bestellen sollen? Dann hätte er 45,5 Prozent Teesteuer bezahlt. Aber es ist ihm so freudig zu Mut, daß er sich hinterher noch einen Kirsch bestellt — unter gütiger Mitwirkung der Steuerverwaltung, zu 42 Prozent. Natürlich raucht selbiger Wanderer dazu eine Zigarette. Der Staat pafft mit — zu rund 70 Prozent, nachdem er schon gleich beim Anzünden am Streichholz mit 55,5 Prozent beteiligt war. Solchermaßen sind Wanderer und Finanzamt nun gestärkt und machen sich auf den Heimweg, wenn auch für ersteren in die Rechnung etwas viel Salz hineingestreut war; aber das ist nur bildhaft gemeint. Wäre es richtiges Salz gewesen, so hätte der stille Teilhaber davon 38,4 Prozent für sich kassiert... Die Sonne versinkt Gott sei Dank unversteuert am Horizont; sie hat es besser als eine Glühbirne, die 15 Prozent ihres Preises an den Staat abliefem muß. Trotz alledem, denkt der Wanderer, es war ein schöner Tag, teuer, aber schön. Rolf Geha. Lache, Bajazzo! Auch einem Clown lacht mal das Glück — damit er endlich auch mal was zum Lachen hat — denn, wer zuletzt lacht, lacht am besten! Fünf Millionen belgische Francs gewann in der belgischen Wiederaufbaulotterie der 51jäh- rige Clown Leon Gombert, der mit seiner Truppe zur Zeit im Zirkus Apollo in München gastiert. Nach deutscher Währung sind das rund 420 000 Mark. „Wenn ich jetzt zwanzig Jahre alt wäre, würde ich wahrscheinlich vor Glück explodieren wie eine Atombombe“, sagte der glückliche Gewinner, ein mittelgroßer, quicklebendiger Belgier, als er am Mittwoch die amtliche Nach- *fragen Sie ^prau Cfridia! Schreiben Sie vertrauensvoll an Frau Christa — Redaktion „Das Volk" —, wenn Sie etwas auf dem Herzen haben. Gewiß, allen kann auch sie nicht raten; aber sie wird sich, soweit es nur möglich ist, um eine gute Antwort bemühen. Liebe Frau Christa! Bitte, können Sie mir sagen, wie ich aus Fallobst und Abfällen selbst Essig bereiten kann? Ich habe sehr viel Obstabfälle, da wir einen großen Harten haben, und ich weiß nicht, was ich sonst damit anfangen sollte. Für Obstwein und -saft ist nicht alles geeignet. F .*E. aus K. Das zur Essigzubereitung bestimmte Fallobst muß zunächst mal sauber gewaschen und geputzt werden und in einer Obstpresse trocken ausgepreßt werden. Zunächst ist also der Werdegang derselbe, ob Sie Saft oder Essig fabrizieren möchten. Den Saft läßt man dann 8 bis 10 Tage in offenen Fässern stehen. Die Unreinigkeiten, die sich an der Oberfläche an- safnmeln, schöpft man vorsichtig ab. Dann füllt man den Saft in andere Fässer um. Aber nur halbvoll gießen, Essig entwickelt sich nur, wenn Sauerstoff Zuströmen kann. Je wärmer die Fässer stehen, desto besser entwickelt sich der angehende Essig. Nach zwei Monaten ist der Gärungsprozeß vorüber, man muß die Spundlöcher mit Leinwand bedecken, damit zwar noch Sauerstoff, jedoch die kleinen Essigfliegen keinen Zutritt haben. Stören Sie sich nicht an der dicken und zähen Essigmutter, die sich im Laufe des Winters bildet. Je dicker Sie ist, desto köstlicher wird der Essig schmecken, wenn man die Fässer im Frühjahr anzapft. Um sicher zu gehen, kann man für 10 Pf. Hefe auf 10 Liter Fallobstsaft hinzufügen, das beschleunigt die Gärung. Dem fertigen Essig kann man als Konservierungsmittel Branntwein beigeben, etwa ein Liter Schnaps auf 70 Liter Essig. Es scheint mir aber doch, daß das Ganze für Hausgebrauch sehr umständlich ist, was wollen Sie mit so viel Essig? Er ist doch so billig im Laden. liebe Frau Christa! Ich bin ein wenig neugierig und Interessiere mich dafür, wieviel Erdöl im Bundesgebiet befördert wird. Lohnt sich das tatsächlich, ich meine den Aufwand an Instrumentarien, an Material, an Arbeitskräften und an Arbeitszeit? Es ist doch kein Zweifel, daß unsere bescheidenen Erdölquellen keinerlei Vergleichen mit persischen oder nordamerikanischen Ölquellen gewachsen sind! T. A. aus O. Selbstverständlich lohnt sich eine eigene Erdölförderung, weil ja alles andere importiert werden muß. Natürlich fördern unsere Quellen keine Millionen von Hektoliter, wie Aba- dan. Aber immerhin kann man mit rund 100 000 Tonnen monatlich rechnen. Von Januar bis Juli dieses Jahres waren 747 487 Tonnen das Ergebnis. Das Hauptgebiet ist die Gegend von Hannover, aber wie Sie wissen, wird auch in Baden, bei Bruchsal, also in unserer unmittelbaren Nähe, Erdöl gewonnen. Neuerdings geht die geologische Forschung darauf aus, im sogenanqten „Molassegebiet“ des Bodensees ergiebige Erdölquellen zu entdecken. rieht von seinem hohen Gewinn erhielt. Er habe seinem langjährigen Mitarbeiter zweihunderttausend Francs geschenkt, damit dieser auch an dem Glück teilhabe. Auf die Frage, ob er sich jetzt zur Ruhe setzen werde, antwortete er. „Ich bin im Wohnhagen geboren. Mein Vater, mein Urgroßvater waren Clowns. Was soll ich in einem festen Haus ohne Zirkus?“ . Leon Gombert leitet die Clowntruppe „Drei Charbris“, die aus ihm, seinem Sohn und einem langjährigen Freund besteht und sich in vielen Ländern der Welt einen Namen gemacht hat. Manchmal heißt es aber auch weiterlachen für einen Clown, wenn wirklich nichts mehr zum Lachen ist, sozusagen dem Ernst des Lebens ins Gesicht zu lachen. So erging es Jojo und Winkle. Jojo, Winkle und Pop, unbestritten die größten Clowns Englands, arbeiteten in einem großen Wanderzirkus, der in der Grafschaft Lussex aufgestellt worden war. Pop ist der drolligste dieser Clowns, und jedes englische Schulkind kennt ihn. Das Publikum raste vor Vergnügen, als der Meisterclown bei seiner Verbeugung seines Aktes vomüberrollte und liegen blieb. Aber die Grimassen von Jojo und Winkle entspannten sich unverzüglich, und sie schleppten ihren großen Kollegen aus der Manege. Wie ein lebloses Paket hing Pop zwischen den beiden Clowns, und das brachte das Publikum noch mehr zum Lachen. Weder die Musiker, noch die Direktion, noch das Publikum ahnten, was in Wirklichkeit vorgegangen war. Hinter der Szene konnte ein sofort herbeigerufener Arzt nyr noch den Tod feststellen. Die Vorstellung ging weiter, als ob nichts geschehen sei. Erst am nächsten Tag las man in der Zeitung, daß Pop, der im vur- gerlichen Leben auf den Namen Henry . Harold hörte, einem Herzschlag erlegen war. Englands Artisten wollen ihm das größte Artistenbegrab- nis aller Zeiten zuteil werden lassen. „Sammy“, das Waisenkind Folkestone. Ein britischer Polizist spazierte am Kanalstrand bei Walmer einher, als plötzlich aus dem Dünensand ein klägliches Bellen erscholl. Er fand einen kleinen, von der Mutter verlassenen Seehund. Er brachte ihn zum Tierschutzverein. Am nächsten TSg wurde „Sammy in ein Boot gesetzt und seinem angestammten Element übergeben. '■Am folgenden Tag spazierte 30 Kilometer küstenabwärts bei Seabrook ein anderer Polizist am Strand, als ein klägliches Hellen aus dem Dünensand erscholl „Sammy“ wurde zur PoU- zei gebracht und Fischern übergeben, die ihn diesmal weit draußen in der Mitte des Kanals absetzten« Am dritten Tag bellte es wieder im Dünensand, diesmal bei Hythe „Sammy“ war wieder da. Der Tierschutzverein von Folkesfspne zieht ihn nun mit der Flasche groß, bis er gutwillig wieder ins Wasser geht 12,5 HtiUtekik DHl Baugeld wurden von April 1*51 Ms Juoi 1*51 in der 56. und M. Zuteilung an M6 zuteilungsreife Bausparer awgeschüttet. Diese Bausparer werden minmefar mit dem billigen 5*/rigen Baugeld für ihre beharrliche Sparleistung belohnt. Weitere erhebliche Bau- geidzuteilungen sind in den. nächsten Monaten au erwarten. Seit der Währungsreform beträgt unsere Gesamtbereitstellung kl Zuteilungen «. Zwischenkrediten 122,7 Millionen DM Vertragssumme. Das steuerbegünstigte Bausparen ist der vorteilhafteste Weg zum eigenen Heim! Wer bauen wifi, wende skh an «aaat , — Anstalt des öffentlichen Rechts — — Die Bausparkasse der Sparkassen — Kaisers». 289 — Karlsruhe — Tel. 3985/8« leb bitte um kostenlose Ueberaendumt tarn Druckschriften: (30) BeruC - Wohnorte Straße und Beos-Wr.- Dnttiompsons on«n« Haushälterin von 45—55 Jahren für kleinen Haushalt n. Rheinfelden gesucht. Persönliche Vorstellung in Rheinfelden, Wehrstraße 1» erwünscht. Tüchtiges, solides Mädchen. für alle verkommenden Hausarbeiten sofort gesucht. Frau Rosl Moser, Elzach. Im vermiete» Gasthaus mit Pension und Landwirtschaft im Höllental zu verpachten. Angeb. unter C 4413 an Das Volk, Freiburg. mct-coM« Gtudänt sucht Zimmer ■ oder Mansarde ab sofort oder später. Angebote unter D 4433 an Das Volk, Freiburg. WohnunaitaHtch Wohnungstausch Offenbarg — Freiburg. Geboten ln Offenburg schöne 3-Zimm.-Wohn., neu hergerichtet, gesucht in Freiburg 4-Z.-Wohnung. 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Die Lehrmeister, Betriebseigentümer und Erziehungsberechtigten sind für den Schulbesuch verantwortlich. Alle nach dem 13. September 1951 in ein Lehroder Anlernverhältnis Eintretenden sind innerhalb 3 Tagen zum Gewerbeschulbesuch anzumelden. Probezeit entbindet nicht vom Schulbesuch. Direktion der Gewerbeschulen Freiburg/Br. ' Bims-Hohlblocksteine Bims-Schwemmsteine, Bimsplatten jede Menge jederzeit in best. Qualität ab Karlsruhe und frei Baustelle billigst lieferbar durch Max Schnürer, Durmersheim, Maischer Straße 12, Telefon 110. Benützen Sie die Beilade- and Rücklademöglichkeiten für Möbel-Transporte von und nach 19. 9. Singen, Waldshut 11. 9. Freiburg, Neustadt 1L—15. 9. Karlsruhe, Tübingen, Stuttgart 16.—19. 9. München, Allgäu, Bodenseegebiet 18.—19. 9. Reutlingen, Ostschweiz 20.—23. 9. Aachen, Köln (oberes Rheinland) 24.-06. 9. Frankfurt, Mannheim, Heidelberg (Pfalz) 1.—4. 10. Duisburg, (ges.) Ruhrbezirk ? Möbeltransporte nach Basel und Freiburg sowie Stadtumzüge ständig Hellmuth & Cie.. Lörrach Anfragen auch für ander« Plätze erbeten Telefon 2180 Jy 0 p Seite 8 — Nummer 108 Samstag, 8. September 1851 Var Tßotk Höhere Handelsschule und Handelsschule Emmendingen Die Anmeldung der in die Höhere Handelsschule mit einjährigem und zweijährigem Lehrgang eintretenten Schüler erfolgt am Donnerstag, 13. September, um s Uhr vorm, in der Handelsschule* (Markgrafenschule), auch für die bisher schon angemeldeten Schüler. Die letzten Schulzeugnisse sind hierzu mitzubringen. Ohne Prüfung werden aufgenommen Schüler, die die Abschlußprüfung der Volksschule bestanden oder die vierte Klasse einer Höheren Lehranstalt mit Erfolg besucht haben; mit Aufnahmeprüfung Schüler, die die dritte Klasse einer Höheren Lehranstalt mit mindestens 12 Punkten Durchschnitt besucht haben und nicht mehr im volksschulpflichtigen Alter stehen. Die Anmeldung der in die Handelsschule (mit dreijährigem Jahrgang) eintretenden Schüler erfolgt ebenfalls am Donnerstag, 13. September, um 9 Uhr vorm, in der Handelsschule. Die letzten Schulzeugnisse sind hierzu mitzubringen. Verpflichtet zum Besuch der Handelsschule sind alle im berufsschulpflichtigen Alter stehenden Jugendlichen beiderlei Geschlechts, die in kaufmännischen oder Verwaltungsbetrieben oder in freien Berufen mit kaufmännischen Arbeiten mit oder ohne Lehr- oder Anlernvertrag beschäftigt sind, soweit sie nicht die Abschlußprüfung einer Höheren Handelsschule mit Erfolg abgelegt haben, sowie die in Handwerksbetrieben aus^ schließlich mit kaufmännischen Arbeiten, insbesondere mit dem Verkauf von Waren in Ladengeschäften (Bäckereien, Konditoreien, Metzgereien) beschäftigten Berufsschulpflichtigen. Die Schüler der neuen zweiten und dritten Klassen haben sich am Freitag, 14. September, um 9 Uhr vorm, zur Neueinteilung und Bekanntgabe der Unterrichtstage in ihren Klassenzimmern einzuflnden. Direktion der Handelsschule. Wettbewerh-Ausschreiben Bezirkskrankenhaus Waldkirch i. Br. Ideenwettbewerb zur Erlangung von Entwarfen. Zugelassen alle in Süd- und Nordbaden ansässigen beamteten und nichtbeamteten Architekten. Folgende Preise werden verteilt: 1. Preis 2500 DM, 2. Preis 1250 DM, 3. Preis 750 DM. drei Ankäufe je 500 DM. Interessenten wollen sich bis spätestens 15. Oktober 1951 zur Teilnahme anmelden. Hierbei ist eine Gebühr von 20 DM einzuzahlen -(Konto 201 Bezirkssparkasse Waldkirch i. Br.) unter Zweckangabe „Wettbewerb Krankenhaus“. Wettbewerbsunterlagen werden am 16. Oktober 1951 per Einschreiben zugesandt. Spätester Ablieferungstermin 15. Januar 1952. Der Bürgermeister der Stadt Waldkirch. Bezirks-Gewerbeschule Müllheim iJB. Das Schuljahr 1950/51 beginnt am Donnerstag, dem 13. September 1951. Zur Einweisung in die Fachklassen und zur Entgegennahme des Stundenplans erscheinen die Schüler und Schülerinnen der neuen I. Klassen am Donnerstag, dem 13. September 1951, vormittags 8 Uhr. Die Schüler und Schülerinnen der neuen H. und III. Klassen erscheinen an ihren bisherigen Unterrichtstagen. Das letzte Schulzeugnis und Schreibmaterial sind mitzubringen. Müllheim (Baden), den 8. September 1951 Die Direktion Handelsschule Müllheim Neuanmeldungen Alle neu eintretgpden Schüler und Schüle-. rinnen haben sich am Donnerstag, dem 13. September 1951, zwischen 8 und 12 Uhr im Handelsschulgebäude (zur Zeit Landwirtschaftsschule, am Marktplatz), Zimmer 3, anzumelden. Zum Besuch der Handelsschule sind alle kaufmännischen Lehrlinge beiderlei. Geschlechts, Anlernlinge, Bürogehilfinnen, Koch- und Kellner- lehrlinge ohne Rücksicht auf das Alter während der Dauer der Lehrzeit sowie die bei der Post, Bahn, Gemeindeverwaltung und Rechtsanwälten Beschäftigten unter 18 Jahren verpflichtet. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß alle Handelsschulpflichtigen, die innerhalb des Kreises Müllheim beschäftigt sind, verpflichtet sind, die Handelsschule Müllheim zu besuchen. Die Schulleitung StädtBühnen „Theater-Abonnenten stehen Schlange" konnte die Presse vor wenigen Tagen berichten. Als Platzmieter im Großen Haus der Städtischen Bühnen zahlen Sie für den billigsten Mietplatz nur DM 1.45 Der Gesamtbetrag für 20 Abonnementsvorstellungen läßt sich in zehn kleinen Monatsraten zu nur DM 2.90 begleichen. Beim Besuch von Vorstellungen im Kammerspielhaus erhalten Abonnenten des Großen Hauses außerordentliche Vergünstigungen. Auskunft über alles Wissenswerte erteilen das Miet- und Werbebüro im Großen Haus (werktäglich von 10 bis 13 und 16 bis 18 Uhr, Ruf 4622) und die Geschäftsstellen der Städtischen Bühnen in 120 südbadischen Orten. tfeschäfiiseHtpfiehlung Allen unseren lieben Freund«!, Bekannten und verehrlichen Gästen zeigen wir an, daß wir unser Gasthaus und Metzgerei zur Rebstock-Stube an unsere beiden Söhne übergeben haben. Wir danken für das uns jederzeit entgegengebrachte Vertrauen und bitten, dies auch auf unsere Söhne zu übertragen. Denzlingen, den 1. Septeifaber 1951 Stubenwirt Adolf Frey und Frau Wir haben das elterliche Geschäft übernommen und werden bestrebt sein, den altbekannten guten Ruf des Hauses zu wahren und nur das Beste aus Küche, Keller und Metzgerei zu bieten. Um geneigten Zuspruch bitten Denzlingen, den 8. September 1951 Gastwirt Adolf Frey jun. und Frau Metzgermeister Emil Frey Hauswirtschaftliche Berufsschule Schuljahr 1951/52 Aufnahme in die Jahresklassen (Haushaltungsschulklassen) am Donnerstag, 13. September 1951, vorm. 9 Uhr, in der Adelhauser 'Schule, Adelhauser Straße 33. Alle Schülerinnen, die aus der Volksschule entlassen oder vor Erreichung eines Abschlusses in einer Höheren Schule ausgetreten sind und keine andere Schüle (z. B. Gewerbeschule, Handelsschule, Jahresklasse) besuchen, sind gesetzlich verpflichtet, die Hauswirtschaftliche Berufsschule zu besuchen. Neuanmeldungen für alle drei Jahrgänge: Freitag, den 14. September 1951, von 8 bis 12 Uhr, in der Adelhauser Schule, IH. Stock, Adelhauser Straße 33. Die Eltern bzw. Arbeitgeber sind für die Anmeldung und pünktlichen Schulbesuch der Berufsschulpflichtigen verantwortlich. Die Schülerinnen der II. und HI. Jahrgangs kommen zur Entgegennahme des Stundenplans zu der ihnen vor den Ferien mitgeteilten Zeit. Kreisschulamt Weinkeller (Lagerkeller), 300 qm, unmittelbar am Bahnhof, sofort oder später zu vermieten. Emmendingen, Bahnhofstr. 20, Tel. 513. Zum Aufbau des Landesverbandes Südbaden mit dem Sitz Fr e i b u r g wird ein ehrenamtlicher Mitarbeiter mit Kenntnissen in der Sozialversicherung, Organisation und rednerische Befähigung, welcher später hauptamtl. übernommen wird, gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf und Befähigungsnachweis an Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands, Sitz Braunschweig Geschäftsstelle AOK., Zimmer 203 Die Finanzschule Freiburg (Abteilung Steuer) sucht für die Zeit vom 24. September 1951 bis 24. November 1951 sndlellerte Zimmer Ein Teil der Mieter ist in der Regel über das Wochenende abwesend. Die Zimmer werden nach Ablauf des Lehrgangs voraussichtlich auch für weitere anschließende Lehrgänge benötigt. Schriftl. oder mündl. Angebote an die Geschäftsstelle der Finanzschule, Sautierstr. 32, IV. Stock, Zimmer 165. Oberfinanzdirekt. Freiburg i. Br. — Finanzschule — Ratenzahlung bis 12 Monate Teppiche Bettami andangen Torleger, Läufer HaitZ Freikurg-Zähringen Johannesgasse 1 (Endstation Linie 2) • Telefon 4598 Samstags geöffnet! ^[^äglich (Eingang oen •fietbst-ftenheiien Stoffe • Wäsche • Trikotagen • Strümpfe L Wagner Freiburg im Breisgau, GiinterstaistraBe 27 Kaiserstühler Weintest in Endingen vom 8. bis 10. September 1951 /'Oeing ut Dr. H. Mackenstem Endingen a. K. Oswald Hirtler Endingen a. K. — Tel. 320 Häute - Felle • Leder Schuhmacher-, Polsterer- und Sattlerbedarf E. Böcherer Endingen - Telefon 349 Aufkauf von Alteisen, Metallen, Altpapier, Lumpen und Knochen H~lezzlich toiUkütHMen in dez /Oeinslabt Undingen! Das gesamte Weinland Kaiserstuhl — an der Spitze die Gastgeberstadt Endingen — ladet alle Freur de des edlen Weines zum Besuch des Kaiserstühler Weinfestes vom 8. bis 10. September 1951 herzlichst ein. Ein weinfrohes Volk soll in der weinfrohen Stadt die beste Aufnahme finden. Wenn nun das Kaiserstuhlgebiet mit über 20 Gemeinden und deren Winzergenossenschaften dieses herrliche Fest veranstalten, so soll dies hauptsächlich zur Ehre des Winzerstandes gereichen, nicht zuletzt aber eine Heerschau unserer edelsten Tropfen werden. Unsere Veranstaltungen sollen Ihnen Stunden ungetrübter Freude schenken, und wir dürfen Ihnen versichern, daß unsere bunte Festfolge Ihren Erwartungen entsprechen wird. Wenn dann die vielen farbenprächtigen Wagen (lese Festwagen) und Gruppen an Ihnen vorbeiziehen und ein froher Melodienreigen durch unser Städtchen klingt, dann wird König Wein sein Zepter schwingen und für Sie diese festlichen Tage zu einem freudigen Erleben werden lassen. Stimmung, Humor und Wein soll die Losung während der Festtage sein. Das Sonnenland Kaiserstuhl mit seiner Weinstadt Endingen wird sich von seiner besten Seite zeigen und der bekannten Gastfreundschaft alle Ehre machen. Stadtverwaltung und Festausschuß: Alfred Herr, Bürgermeister Beiprogramm: Samstag, den S^September: 20.00 Uhr: Festakt Im Festzelt unter Mitwirkung der Stadtmusik, der beiden Gesangvereine und der Mädelringgruppe. Sonntag, den 9. September: 9.30 Uhr: Festgottesdienste: 11.15 Uhr: Platzkonzert der Stadtmusik: 13.30 Uhr: Ehrung der alten Winzer und Winzerinnen auf dem Marktplatz durch Landwirtschaftsminister Kirchgäßner; 14.30 Uhr: Großer Festzug. anschließend Prämiierung der Wagen und froher Nachmittag im Festzelt. 20.30 Uhr: Bunter Abend unter Mitwirkung der Endinger Stadtmusik, dei Schweizer Kapellen und Gruppen, der Endinger Mädelsinggruppe, Kniebühler-Duo (Harmonika), Karl Vetter, Mitglied der Städtischen Bühnen Freiburg, Raymund Trost, Mitglied der Alemannischen Heimatbühne Freiburg. Montag, den 10 . September: 14.00 Uhr: Festzug mit den Festwagen, Beteiligung der deutschen und der badischen Weinkönigin, anschließend im Festzelt Kürung der neuen badischen Weinkönigin 1952. 30.30 Uhr: Weinfroher Ausklang im Festzelt mit Feuerwerk. Lacke - Farben - Pinsel Bürsten - Waschmittel usw. Martin E. Krensei Tapeten- und Farbengeschäft Endingen, Hauptstraße 52 Brennerei-Apparate modernster Bauart, mit und ohne Wasserbad, Umbau, Reparaturen JOS 6 f Gurtner Kupferschmiede Endingen a. K., Telefon 439 m Aus der Weinstadt Endingen Hersteller: Siegfried Schleinzer Abt. Wasch- und Fett Fernverarbeitung Endingen «.£ Hauptstraße 57 * Tel. 206 (Zgzl Voesch Chromlederfabrik ENDINGEN a. K. Emst Fehon / Uhrmachermeister und Optiker Endingen a. IC. Telefon 257 Pholo - Mäblbauer Spezialität: Boxcalf schwarz und farbig •,RINDBOX - Waterproof Breisach a. Rh. Telefon über 284 Endingen a.K. Telefon 453 das Photo-Spezialgeschäft am Kaiserstuhl KMÜß Der geschickte Anwalt: „Zu meinem Bedauern habe ich nicht verhindern können, daß man Sie zu zwanzig Jahren Kerker verurteilt hat. Vielleicht könnte ich solange Ihre leerstehende Wohnung benützen?“ '• « « JSCSJL. ». . . und widersprich dem alten Schmidt nicht, wenn er wieder von seinen Prophezeiungen anfängt-“ * Ich war gestern in der Ausstellung; Ihre Bilder waren wirklich die einzigen, die man ansehen konnte/ Meister.“ „Tatsächlich? Sie übertreiben!“ „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort! Vor den anderen standen so schrecklich viele Menschen!* * Beter: „Mama, was ist schlimmer: Wenn ich von der Mauer herunterfalle und ein Bein breche oder wenn ich meine Hosen zerreiße?“ „Das Schlimmste wäre natürlich, wenn du ein Bein brechen würdest, mein Kind.“ Peter: „Dann kannst du dich freuen, ich habe nur die Hosen zerrissen!“ Cm dZeitarspruck Aus den Silben: a — ach — ba — bei — bri — bus — da — da — dat — diel — di — di — e — e — e — en — er — fl — frei — ga — gat — gau — gend — ho — hom — kar — ke — ke — keit — li — lieh — lis — lo — lu — lu — mit — mus — na — nas — ne -■ ne — — ne — ni — no — no — o — pin — re —- re — reth — ri — rith — ro — san — sanz — se — se — si — son — sor — sterb — su — ta — te — tel — ten — tre — tro — tu — tung — u — un — un — ur — weiß — za — bilde man 25 Wörter. Die ersten und dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ergeben eine Reiterweisheit von Xenophon 1. Wertschätzung, 2. Menschliche Schwäche, 3. Pfeifenanzündier aus Papier, 4. Sprengkraft, 5. Gebirgsblume, 6. Verhältniszahl in der Mathematik, 7. Türkische weiße Haremssklavin, 8. Hauptstadt der Hawaii-Inseln, S. Geburtsort der Eltern Christi, 10. Notwendige Hilfsmittel, 11. Griechische Göttin des Sieges, 12. Berg am Himalaja, 13. Gebeinaschegefäß, 14. Dickhäuter, 15. Südländische Baumfrucht, 16. Negertyp, 17. Geldschrank, 18. Alte englische Münze, 19. Pflanzengift, 20. Brautwerber, 21. Nordamerikanischer Erfinder, 22. Knollenpflanze, 23. Einsiedler, 24. Abtrünniger, Gottesleugner, 25. Religiöser Begriff. Auflösung: „•suajTOH ssp }suuh azusS ®pp tqruooq ajuutg pun Scmuqo^a jnv“ 'WH -qjatsun '93 ‘psgouaa 'VZ ‘tmiaia ZZ ~zz uostpa -\z 'asisuF - os ‘uidojjv 61 ‘laqou -asoa 81 ‘J0S30X LI ‘asaueprvg -gx ‘lawa SI •uioqseN IX ‘auifl '81 ‘Je>[uesuneo gx ‘s^!N *11 ‘uorjisuaifl oi ‘xnarazBN s ‘nxniouoH 8 •aststpspo T ‘snunnpeSoq -g ‘gia/&x a P3 § frues -ua f ‘snqTPTä 8 ‘puaSniun : Z ‘Sunnpv T Shakespeare - zwisdien Gesdiäft und Kunst Zwei Drittel der Bewohner Stratfords leben heute vom Ruhme des Dichters wohlgeordnete Bahnen gelenkt. Er bringt der Straitford-on-Avon. eine Stadt, «Le heute gleich Weimar ein Begriff für die geistige Welt geworden ist, war noch vor zweihundert Jahren eine unbedeutende Ortschaft, von der man nichts weiter wußte, als daß dort zufällig im Jahre 1564 ein Mann namens Shakespeare das Licht der Welt erblickt hatte. Dann aber entdeckte die literarische Welt — und nicht zuletzt die deutsche Geisteswissenschaft — das unsterbliche Genie Shakespeare. Die kleine Stadt wurde schier über Nacht zum Ziel ungezählter Tausender von Menschen, die den Ort sehen wollten in dem der „größte Dichter aller Zeiten“ geboren wurde und sein erfülltes Leben endete. Bis auf den heutigen Tag hat sich an diesem Fremdenstrom nichts geändert. Im Gegenteil er schwillt von Jahr zu Jahr mehr an und wurde zu einem Riesengeschäft für findige Köpfe, die es verstanden, die Konjuktur auszunutzen. In diesen Wochen und Monaten dies „Festival af Britain“ ist der Ansturm noch größer geworden. Man rechnet in der Geschäftsleitung der von der Stadt Stratford gegründeten ,,Shakes peare- Organisation ‘ ‘ mit einem Besuch von einer halben Million Menschen aus alter Welt, die bei Saisonschiuß im Oktober Strattond-on-Avon besichtigt haben werden. Die Führer durch die einzelnen Gedenkstätten verdienen zur Zeit durchschnittlich ihre hundert Mark in der Woche. Sie könnten viel erzählen, was sie in den vergangenen Jahren alles erlebten. Indianer und Eskimos waren keine Seltenheit in den Menschenschwärmen die mit neugierigen Blicken das Geburtshaus des großen Dichters und seine Einrichtungen betrachteten. Heute ist dieser ganze Geschäftsbetrieb in Stadt die hübsche Summe von rund 800 000 Dollars im Jahr ein. Zweidrittel der Bevölkerung lebt heute noch von dem Ruhme ihres einstigen Mitbürgers. Die ortsansässige Industrie für Leichtmetalle spielt nur eine untergeordnete Rolle. Neben den alljährlich stattfindenden Festspielen, die internationalen Ruf haben, sind es vor allem drei Brennpunkte der Shakespeare-Stadt durch die Zehntausende von Neugierigen geschleußt werden: Das Geburtshaus des Dichters, die bescheidene Hütte seiner Mutter und das Haus von Anne Hathaway. Man sieht «Le Betten, Tische-und Stühle, die vielfältigen Einrichtungsgegenstände eines kleinen Landhaushaltes aus dem Zeitalter der großen Elisabeth, für deren Hof Shakespeare seine Stücke schrieb. Bevor man Ordnung in das Geschäft um Shakespeare brachte, bestand das Kuriosum, daß zwei alte Witwen je einen alten Stuhl besaßen, von denen sie behaupteten, daß es der Arbeitsstuhl des Dichters gewesen sei. So viele Verehrer setzten sich im Laufe der Jahre darauf, daß alte paar Monate die Überzüge der Polster erneuert werden mußten. Das gesamte Leben der Einwohnerschaft von 13 000 Seelen kreist um den Shakespeare-Kult. Seihst die Tankstellen sind mit Büsten des Meisters geschmückt und können seitdem höhere Umsätze verzeichnen. Längst ist das romantische Städtchen aus seinem jahrhundertelangen Dornröschenschlaf erwacht. Man plant neuerdings die Anlage von Schwimmbädern, Golfplätzen und anderen „mondänen“ Vergnügungsstätten, um dem Geschmack eines internationalen Reisepublikums gerecht zu werden. Stratford-on-Avon geht goldenen Zeiten entgegen. JirautwQrt-CabyriH.tk W a'a g e r e c ht: 1. Ansturm auf die Banken, 3. Bekannter finnischer Läufer, 7. Obstbrei, 9. Städtchen der Diamantensdüeiferei im Hunsrück 12. Musikstück für zwei Instrumente, 13. Buddhistischer Priester, 15. Fast gleicher Gegenstand, Spielart, 17. Stadt in Italien, 18. Brutstätte, 19. Tierprodukt, 20. Dramen teil, 2L Radschlagender; bunter Hühnervögel, 24. Lebensende, 25. Stadt am Niederrhein, 27. Juristischer Beglaubdger, 31. Lebenshauch, 33. Flüssigkeitsleitung, 35. Milchprodukt, 36. Nebenfluß der Donau. 37. Bodenvertiefung, 38. Männemame, 39. Frauenname. Senkrecht: 1. Kleiner Abwässergraben, 2. Donauzufluß, 4- Fuchsschwanz in der Jägersprache, 5. Leitgedanke, 6. Heldengedicht von Homer, 7. Öffentlicher Groß-Verkaufsplatz. 8. Gewebeart, 10. Nordeuropäer, 11. Amtstitel, 14. Fahrzeug, 16. Spanische Münze, 22. Heimliches Gericht, 23. Apothekergewicht, 25. Elektrische Maßeinheit. 26. Kostbares Pelzwerk, 28. Stadt in Rußland, 29. Moorprodukt, 30. Mittelmeerinsel, 32. Überseeischer Staatenbund, 34. Raubfisch. 1 iT“ X 3 4 5 b 7 r n 12 ß ri t J K } 14 l 20 / s ! 21 L_. ?L- 23 9PJ d 26 27 28 29 Si -q » r 33. K~ 35 l } 34 i Cin £la{aMt bagrabt sein Qptar Abenteuer mit wütenden Urwaldriesen im afrikanischen Busdi Für die Menschen, «he im Buschgebiet von Rhodesien leben, gibt es keine größere Gefahr als einen tollwütigen Elefanten. Für die Wildaufseher bedeutet die Meldung vom Auf- tauchen eines solchen verrückt gewordenen Urwaldriesen höchste Alarmbereitschaft. Sie müssen sofort zur Stelle sein', um großes Unheil zu verhüten. Dies ist die Geschichte eines solchen Elefanten. Sie ereignete sich im Wildreservat von Wankte in Rhodesien. Eines Tages .berichteten die zu Tode erschrockenen Eingeborenen, daß einer ihrer Leute von einem Elefantenbullen brutal getötet und danh verscharrt worden sei. Der Bulle sei an eurem heißen JuMnachmittag plötzlich am Wasserloch des Dorfes auf getaucht. Die Eingeborenen verbringen die Nachmittage meist mit einer Siesta in der heißen Sonne Afrikas. An dem besagten Nachmittag begab sich einer der Männer, ein Junggeselle, zum Wasserloch, um zwei Vögel zu reinigen, die er gefangen hatte. Der Mann hatte seinen dreibeinigen Kaffirtopf und den unvermeidlichen Assagai, einen dünnen Speer, bei sich. Am Wasserrand angelangt, machte er sich an die Arbeit, um mit Hülfe seines Speer es die. Vögel auszuweiden. Da sah er, daß er von einem Elefantenbullen aus einer Entfernung von etwa siebzig Metern beobachtet wurde. Der Neger ahnte, daß mit diesem Elefanten etwas nicht in Ordnung sein müsse, warf seinen Speer weg und rannte davon. Der Bulle versäumte keine Sekunde und nahm die Verfolgung seines Opfers auf. Der Neger rannte um sein Leben, einer Gruppe von großen Bäumen zu, die am Rande einer Lichtung standen. Inzwischen hatten auch die Eingeborenen im Dorf den Elefanten gesehen und flohen in den Busch. Andere wieder blieben stehen, um das fürchterliche Schauspiel zu beobachten, das nun folgte und das sich in Minuten abspielte. Der Elefant war dem Flüchtenden schon näher gekommen und schließlich erwischte er den Bedauernswerten mit seinem Rüssel am Arm. Tim Selben Augenblick flog der Unglückliche auch schon mit wirbelnden Armen und Beinen hoch durch die Luft. Der Elefant schleuderte ihn fünfzig Meter weit, in welcher Entfernung er mit einem dumpfen Aufprall auf den Boden schlug. Nun grub der Menschentöter, an den sich niemand heranwagte, mit seinen riesigen Stoßzähne« ein oberflächliches Grab, schob den leblosen Körper in die Grube und bedeckte das. ganze mit Sand. Mit dem Rüssel pflückte er darauf noch einige dürre Aaste und verstreute sie über dem Grabe. Ein Vorgehen, das mehrfach durch Augenzeugen beobachtet wurde. Es ist keine Seltenheit, daß Elefanten, die einen Menschen töteten, diesen mit Zweigen Zudecken. In diesem Falte aber hatte der Bulle seinem Opfer ein richtiges Grab bereitet. Als der Tote später ausgegraben wurde, war er ■mit einer zwanzig Zentimeter hohen Erdschicht bedeckt. Als man sich am nächsten Tage an die Verfolgung des tollwütigen Urwaldriesen machte und seiner Spur tief in den Wald nachgegangen war, hielt man eine kurze Rast, um einen Schluck Wasser zu trinken. Da hörten die Männer plötzlich die unverkennbaren Laute, die entstehen, wenn ein Elefant große Rindenstücke von den Bäumen reißt. Die Verfolger hatten nicht erwartet, den Bußen so rasch zu finden. Die weißen Jäger griffen Ist die vollständige Lösung nun eingetragen, so müssen die von der punktierten Linde durchlaufenen Buchstaben noch ein Sprichwort ergeben, dessen Anfang erst einmal herausgefunden werden muß. Auflösung: 'Xaeds nz JajieH «P Iuüuioqi pasjd sup uua/yx :tJOAk.qoiJds •pen ts ‘vsn "68 ‘Bqta '08 68 ‘PJO '88 I*»S 98 S8 'szuH 88 88 ‘P»H 91 Tf ‘i»H TI ‘ausaa oi Tunss -g ‘ppepi ’i ‘smu g ‘Aicjow g ‘a^ny; ‘qeiu Z ‘auuiH 'Xüqssr^usL •»PI '68 88 ‘1®VL TS '«PUR gg ‘esau® se ‘JqoH 88 'UIS1V 'X8 ’ig TasaM. H ‘pOiL T8 ‘neja 18 ‘W '08 ‘13 61 TsaN 81 ‘cooh TI ‘praqy gx ‘euieq -gx ‘öna 81 ‘J®pi '6 ‘snqft T “luttUN g ima ’t : iqoajagB e,M, hastig nach ihren Gewehren und horchten mit gespannter Aufmerksamkeit in den Urwald hinein. Höchste Vorsicht war geboten. Der Elefant war ein Menschentöter und mußte unter den ersten Kugeln falten. Unter Ausnutzung des Gegenwindes näherten sich die Jäger dem zum Tode verurteilten Bullen bis auf eine Entfernung von zwölf Metern, ohne daß der Riese Wind bekam. Dann knallte der Schuß. Der Menschentöter blieb einen Moment lang, der eine Ewigkeit zu dauern schien, steif und still stehn. Doch plötzlich brach er in die Knie, sein Kopf sank herunter und dar gewaltige Körper fiel zu Boden. Als die Jäger am ander«! Morgen aus dem Lager zurückfcehrten, um die Stoßzähne zu holen, fanden sie nur noch das Skelett des Tieres vor. Hunderte von Eingeborenen der umliegenden Dörfer hatten sich über Nacht für viele Tage mit dem begehrten frischen Elefantenfleisch versorgt. Bürokratie Hugo hat ein Wort nötig. Hugo möchte gern wissen, wie man „Bürokratie“ schreibt. Da nun Hugo kein Lexikon hat und sich kein Lexikon kaufen möchte, beschließt Hugo, in die städtische Bücherei zu gehen und dort im Lexikon nachzusehen. Hugo kommt in die städtische Bücherei. Vor dem Tor mustert ihn mißtrauisch der Portier. „Wohin“, fragte er. „In die städtische Bücherei.“ — Geradeaus. Mittelster Gang. Rechte Tür* Hinter der rechten Tür steht schon wieder einer. Der ruft: „Schirme und Stöcke sind abzugeben!" — „Verzeihen Sie“, sagte Hugo, „ich will nur einen Sprung — ich will nur etwas nachsehen—ich komme sofort zurück—“ „Schirme und Stöcke sind abzugeben!“ — — „Aber ich beabsichtige doch nur —“ „Vorschrift ist Vorschrift! Hier ist ihre Marke.“ Hugo wird der Schirm aus der Hand gerissen. Eine Marke wird ihm in die Hand gedrückt. Dann darf Hugo weitergehen, den mittelsten Gang entlang, der mittelsten Tür zu. De stößt wieder einer auf ihn zu. „Wohin?“ — „In «Le städtische Bücherei.“ — „Da sind Siel Was wollen Sie hier? Wohin wollen Sie hier?“ — „Ich möchte etwas nachseihen. Ein Wort im Lexikon.“ — „Sie wollen also im Lexikon etwas nachsahen?“ „Ja.“ — „Lesesaal zweiter Stock, dritte Tür rechts.“ Hugo steigt in den zweiten Stock und wendet sich der dritten Tür links zu. Der Mann am Eingang hält ihn auf. „Ihren Ausweis!“ — „Was für einen Ausweis?“ - „Ihre Lesekarte!“ — „Ich habe keine Lesekarte.“ — „Ohne Lesekarte dürfen Sie hier nicht herein. Lesekarten bekommen Sie im dritten Stock, vierte Tür rechte!“ Hugo klettert in den dritten Stock. Er muß zwanzig Minuten warten, dann ist er an der Reihe. „Sie wünschen?“ — „Ich möchte eine Lesekarte habeö.“ — „Für ein Jahr?“ — „Nein. Für einen Tag." — „Für wann?“ — „Für heute.“ — „Das geht nicht.“ — „Warum nicht?“ M- „Tageskarten werden nur vormittags zwi- f Von Jo Hanns Rösler sehen zehn und elf Uhr ausgestellt.“ Hugo wird leise unruhig. Er sieht den Beamten kopfschüttelnd an. „Warum ist denn hier geöffnet?“ — „Wir haben nur offen für Leute, die dringend eine Karte brauchen.“ — „Ich brauche dringend eine Karte!“ — „Dann müssen Sie einen Dringlichfceitsanträg stellen“, bekommt er zur Antwort, „DringHdhkeitsan- tragsfommulare erhalten Sie fünfter Stock, zehnte Tür links. Dem Antrag ist bedzufügen Geburtsschein, Einwohnermeldeschein und Unfoescholtenheitezeugnis.“ „Aber verehrter Herr!“, schrie jetzt Hugo erbost, ,4oh will doch hier nicht Ehrenmitglied werden! Ich will doch nur ein Wort im Lexikon Nachsehen, ein einziges Wort!“ .Dazu brauchen Sie doch keine Lesekarte!“ „Aber der Beamte im Lesesaal — “ „Was wollen Sie denn im Lesesaal? Sie wollen doch nicht das Lexikon lesen, sondern nur im Lexikon etwas nachsehen. Das können Sie auch ohne Lesekarte im etymologischen Kabindtt, Erdgeschoß. Tür A.‘‘ . Hugo schleicht wieder die Treppen zum Erdgeschoß hinunter. Vor dem Kabinett A steht keiner vor der Tür. Hugo kann ungehindert ein treten und tritt zum Schalter. „Kann ich ein Lexikon haben?“ — „Da müssen Sie erst einen Antragsschein unterschreiben.“ Hugo unterschreibt den Antragsschein. Der Beamte stempelt GENEHMIGT darauf und. schiebt Hugo einen Zettel hin. „Schreiben Sie ihre Wünsche auf den Bücherzettel!“ Hugo füllt den Bücherzettel aus. Hugo schreibt: ein Lexikon. Hugo gibt den Zettel ab. Hugo bekommt dafür eine Nummer. „Ihre Nummer wird aufgerufen. Warten Sie auf der Bank.“ Hugo hat die Nummer 234. Der Beamte ruft gerade auf: .„Nummer 27 bis 32'“ Nach einer Stunde hört Hugo: „Nummer 234 bis 244!“ Hugo eilt zum Schalter. Hugo erwartet sein Buch. Aber Hugo erhält nur seinen Zettel zurück. Darauf steht: „Nähere Angaben fehlen?“ — „Wieso“, fragt Hugo. „Sie müssen angeben, was für ein Lexikon Sie wünschen. Wir haben das Kxxrversationslexikon, das Gtossariexikon, das Miothiklexikon, das etymologische Lexikon, das Synanymentexi- kon, dazu noch zweihundert Spezialwörterbücher. Der nächste Herr bitte!“ „Das ist mir zu hoch!“ schreit Hugo wütend, „ich will doch nur ein gewöhnliches Wörterbuch, weil ich nachsehen will, wie ein Wort geschrieben wird!“ — „Dazu genügt ein orthographisches Wörterbuch.“ „Freilich!“ meint Hugo. Hugo gibt einen neuen Zettel ab. Hugo bekommt diesmal die Nummer 967. Hugo muß jetzt zwei volle Stunden warten. Endlich aber erhält er sein Wörterbuch. Und Hugo macht sich auf die Suche nach dem Wort „Bürokratie.“ „Bälgetreter — Bratapfel — Buntschuh — Bunker — Bunze — Bürde —Bürste — *. Hugo liest wieder zurück nach vorn. Und wieder von vorn hinten. Das Wort Bürokratie ist nicht vorhanden. Hugo trägt das Buch zurück. Hier felüt etwas! Das Wort Bürokratie steht nicht darin!“. — „Das gibt es nicht“ sagt der Beamte und schaut Hugo mißtrauisch an, „geben Sie das Buch her — hier fehlt ja ein ganzes Blatt!!“ — „Sehen Sie!““ sagt Hugo stolz, weil er Recht hat. Er hätte nicht stolz sein sollen. Der Beamte durchbohrt ihn mit den Augen. „Wann haben Sie sich das Buch aus geliehen?“ fragt er streng. „Jetzt werden Sie aber ulkig! Sie haben mir doch das Buch selber gegeben!“ — „Ich arbeite nur nach Zettel und Nummer! Wann also haben Sie das Buch entliehen?“ — „Vor zehn Minuten.“ — „Dann müssen Sie den Band ersetzen! Beschädigungen müssen sofort nach Empfang gemeldet werden. Sie haben steh durch Unterschrift des Antragscheines den Bedingungen unterworfen. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Mensch sich eine Seite herausreißen wollte! Was möchten Sie sagen, wenn Sie edtf Buch erhalten und gerade die Seite fehlt, die Sie interessiert??“ Hugo sagte gar nichts. Hugo sieht rot und geht los. Als Hugo wieder zu sich kommt, sitzt er im Gefängnis. Vor ihm steht der Wärter: „Haben Sie einen Wunsch? Schreibmaterial? Bücher?“ „Ja“ sagt Hugo und seufzt tief, „geben Sie mär schnell eh» Lexikon. Als freier Mann habe ich zwanzig Beamte um Erlaubnis fragen müssep, mußte zehn Zettel unterschreiben, wurde von Pontius nach Pilatus geschickt, mußte fünf Stunden warten und habe es doch nicht bekommen. Jetzt bin ich kein freier Mann mehr, jetzt sitze ich im Loch, jetzt möchte ich wissen, wie lange es da dauert.“ Eine Minute später hielt Hugo das Lexikon in der Hand und las: „Bürokratie — eine von Spöttern erfundene Bezeichnung für einen nicht vorhandenen Zustand umständlicher Amtshandlungen.“ Der „liebenswürdige“ Löwe In den Vereinigten Staaten ist es Wissenschaft lern gelungen, eine Gattung von Kaninchen zu züchten, die nicht wie ihre Millionen und aber Millionen Verwandter von einem friedlichen Gemüt beseelt waren, sondern denen Kampflust im Blute lag, die ein aggressives Benehmen an den Tag legten. Ke Weibchen brachten Junge auf die Welt, die dieselben Charaktereigenschaften wie ihre Eltern aufwiesen. Solche Eperimente wurden ausgeführt, um zu untersuchen, ob sich das den Tieren angeborene Wesen durch künstlichen Eingriff oder Zucht ändern läßt. Ähnlichen Versuchen mußten sich auch Mäuse und Katzen unterwerfen. Bei diesen Säugetieren wurden ebenfalls wesentliche Veränderungen in ihrem ursprünglichen Charakter erzielt. Oft sind es nur äußere Umstände, «Ke ein Tier von Grund aus umwandeln. Der ägyptische Hamid-Morton-Zirkus mußte einen ausgewachsenen Löwen, der in Gefangenschaft aufgezogen worden war, an den Zoologischen Garten in Memphis verkaufen, weil er die einem Raubtier angemessenen Eigenschaften gänzlich verloren hatte und dadurch die Besuchej enttäuschte. Er war ein friedlicher, „liebenswürdiger“ Löwe geworden, der selbst in seinen alten Tagen wie ein junges Kätzchen nur spielen wollte und nicht mehr zu bewegen war, zu knurren oder zu brüllen. Amerikanische Zoologen sind der Meinung, daß grundlegende charakterliche Veränderungen nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen möglich sind S. 103 Seite 10 — Nummer 10« föasTSolk Samstag, 8. September 1951 Stadtratssitzung am Mittwoch Wie schon berichtet, tritt das Freiburger Stadtparlament nach siebenwöchwer Sommer* pause nunmehr am Mittwoch, 12. September, um 15 Uhr, im Rathaussaal zu seiner ersten nachsommerlichen Öffentlichen Sitzung zusammen. Auf der sehr umfangreichen Tagesordnung, die wir am vergangenen Samstag veröffentlichten, stehen zahlreiche Punkte von allgemeinem Interesse, die wahrscheinlich eine umfangreiche Debatte auslösen werden. Als wichtigste ■ greifen wir noch einmal heraus: Stand der Wiederaufbauarbeiten seit dem 24. Juli. — Bebauungsvorschriften für die Altstadt. — Baugelände für die Unterkünfte der motorisierten Bereitschaftspolizei. — Erneuerungsarbeiten im Schlachthof. — Parkplatz in der Schreiberstraße. — Straßenverhältnisse in der Lehener Straße. — Schloßberg-Aufzugbahn zum Dattler. — Abwasserverwertungsanlage im Mooswald. — Vollzugsbestimmungen aur Getränkesteuerverordnung. — Milchbar- Pavillon auf dem Synagogengelände. Besonders aufschlußreich dürfte die Aussprache zu Punkt 5 „Aushang von Plakaten in den Verkehrsmitteln der Städtischen Straßenbahn“ sein, und auch der Punkt „Verschiedenes“ !wird manches bringen, was die Bürgerschaft weitgehend interessiert. Stadtrat Richard Streng •{• Auf dem kleinen Friedhof in Günterstal nahm *m Donnerstag eine Trauergemeinde Abschied von dem am Montag im Alter von 75 Jahren verstorbenen Freiburger CDU-Stadtrat, Bürgermeister a. D. Richard Streng. Vertreter der Landesregierung, des Justizministeriums, der Stadtverwaltung Freiburg, des Roten Kreuzes, der SPD- und CDU-Stadtratsfraktion und der Loge Humanitas würdigten die großen Verdienste des Verstorbenen. Der in Nürnberg 1876 Geborene wirkte nach seinem Studium an den Universitäten München und Freiburg in verschiedenen Ämtern der Stadt Pforzheim, die ihn im Jahre 1917 zum Bürgermeister wählte. 1933 durch die Nazis zwangsweise in den Ruhestand versetzt, übersiedelte Bürgermeister Streng nach Freiburg und lebte hier zurückgezogen, bis im Jahre 1948 dann nochmals der Ruf an ihn erging, sein reiches kommunalpolitisches Wissen in den Dienst der Bürgerschaft zu stellen. Als Stadtrat gehörte Richard Streng dem Freiburger Stadtparlament an und stellte seine großen Erfahrungen auf dem Gebiete des Bauwesens, im Vergebungs- und Sparausschuß und in den Gremien für Theater, Kultur und Verkehrswesen zur Verfügung. Er war auch Kreisvereinsvorsitzender des Badischen Roten Kreuzes und Mitglied des Landesausschusses im Präsidium des Badischen Roten Kreuzes. Aufrecht in seiner Haltung, groß in seinem kommunalpolitischen Wissen, korrekt und sachlich im Auftreten, wußte sich Stadtrat Streng die Achtung aller Stadtratskollegen auch der Oppositionsparteien zu erwerben. Sein Scheiden wird im Freiburger Stadtrat eine fühlbare Lücke hinterlassen.. • Bürgermeister Fritz Schieler widmete seinem verstorbenen Berufs- und Stadtratskollegen folgenden Nachruf: Mit Richard Streng ist ein Mann aus dem öffentlichen Leben geschieden, dem auch politisch Andersdenkende größte Hochachtung entgegenbrachten. Bis in die letzten Wochen seines arbeitsreichen Lebens gehörte er zu den fleißigsten Stadtvätem und war stets bemüht, für das Wohl der Bürgerschaft sein Bestes zu geben. In mehrjähriger persönlicher Zusammenarbeit lernte ich den Verstorbenen als einen aufrichtigen, edlen Menschen kennen. Möge sein Beispiel im politischen Leben Nachahmung finden! Neue Wege in der Friedhofsgestaltung In einer Aufklärungsschrift über Friedhofsgestaltung, die von den Verbänden der badischen Bildhauer und Steinmetzen herausgebracht wird, nimmt der Leiter des Badischen Kulturamtes, Dr. A s a 1, zu einer Neugestaltung der Friedhöfe Stellung. Der unwürdige Zustand vieler Friedhöfe, so heißt es in der Stellungnahme, dürfe nicht mehr länger geduldet werden. Im Zusammenwirken mit den Kirchen, den Gemeindeverbänden,. den Verbänden der Bildhauer und Steinmetzen und Sachverständigen für Friedhof- lind Gartengestaltung sei von den zuständigen Behörden eine neue Musterfriedhofsordnung für die ländlichen Gemeinden Badens verfaßt worden. Amtliche Beratungsstellen für Friedhofsgestaltung sollen in allen Fragen der Friedhofskultur Rat erteilen. Warum noch keine Kinderfahrscheine? Am 1. Juli haben Straßenbahn und Schauins- landbahn wieder die durchgehenden Fahrscheine ab Stadt bis zur Talstation und auch in der Gegenrichtung eingeführt, wofür Fahrgäste ab dem 14. Lebensjahr 55 Pfennig zu ent- Rund um unser Stadtgeschehen Sonntag wieder Stadtgartenkonzert. Das am Fahrzeugs plötzlich anhalten mußte Beim Auf- Vorsonntag von den vielen Stadtgartenbesuchern mit so großem Beifall aufgenommene ■ Promenadenkonzert der Sanitätskapelle Freiburg im schönen Freiburger Stadtgarfen wird am morgigen Sonntag in der Zeit von 11 bis 12 Uhr bei freiem Eintritt wiederholt. Ausbildungskursus in Erster Hilfe. Das Badische Rote Kreuz beginnt am Montag, 10. September, 20 Uhr, Günterstalstraße 56, einen Ausbildungskursus in Erster Hilfe für weibliche junge Leute von 17 bis 35 Jahren. Mit heißem Teer verbrannt» Im Rennweg stieß ein Motorrad mit Beiwagen und Anhänger auf einen vorausfahrenden Pkw. auf, der wegen eines aus der Stefan-Meier-Straße kommenden Freiburger Kinder an der See Gesund und munter vom Jugendrotkreuz-Zeltlager an der Ostsee zurück Mit sonnengebräunten, strahlenden Gesichtern kehrten Freiburger Buben und Mädel aus dem Jugendrotkreuz-Zeltlager Brodau an der Ostsee zu ihren Angehörigen zurück. Sie hatten an der See mit Schülern aus Düsseldorf, Dortmund und Hamburg herrliche Tage in Sonne, Sand und See verbringen dürfen. In diesem, unmittelbar am Wasser der Lübecker Bucht gelegenen Lager, das aus mehr als einem Dutzend größerer Zelte besteht und erst kürzlich von Landesregierungsstellen als mustergültig befunden wurde, herrschte zu allen Zeiten des Tages frohes Leben. Besondere Freude machte natürlich das Baden in der See, und die Hälfte der Freiburger Teilnehmer legte vor dem ständig anwesenden Schwimmlehrer der DLRG Schwimm- und Lebensrettungsprüfungen mit Erfolg ab. Für Abwechslung im Strandleben war bestens gesorgt. Begeistert aufgenommen wurden Puppenspiele und Filmvorführungen. Motorboot- und Autobusausflüge führten die Freiburger durch die Holsteinische Schweiz mit ihren wunderbaren Seen, nach den Ostseebä- dem Grömitz und Travemünde und nach der alten Hansestadt Lübeck. Auch Hamburgs Häfen und Hagenbecks Tierpark wurden besichtigt. Daß die See den Appetit anregt, bewies die erstaunliche Eßlust unserer Buben, die dann auch trotz dem vielen Baden Gewichtszunahmen bis zu 4M Pfund innerhalb von zwei Wochen zu verzeichnen hatten! Die Lagerleitung war stäncjjg bemüht, ihre jugendlichen Badegäste in jeder Hinsicht zufriedenzustellen. Auch für geistliche Betreuung war Sorge getragen worden. Viel zu schnell verliefen die Tage, in denen Buben und Mädel zu einer festen Gemeinschaft unter den Idealen des Roten Kreuzes zusammengeschlossen waren. Den ob des gesunden, frohen Aussehens ihrer zurückgekehrten Kinder glücklichen Eltern konnue der „Reiseleiter“, JRK-Kreissachbear- beiter Lehrer H i n t z, erfreulicherweise aus- richten, daß nach einmütigem Urteil der Lagerleitung und der anwesenden Erzieher die Gruppe Freiburg, also ihre Kinder, als folgsamste anerkannt wurde. Den Wunsch der im Lager anwesenden rheinischen, westfälischen und Hamburger Schulklassen, im kommenden Jahre zu vierzehntägigem Aufenthalt nach Freiburg reisen zu können, wird das Jugendrotkreuz Freiburg, auch schon im Interesse des Fremdenverkehrs, gern zu erfüllen suchen. San*Tos6*Schildlaus«Bekampfung Wie das Städtische Gartenamt mitteilt, wer. den zur Zeit die Beerenkulturen durch den San Josö-Begehungsdienst des Pflanzenschutzamtes Freiburg auf den Befall von San-Jose-Schildlaus untersucht Die vom Badischen Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung angeordnete Maßnahme ist für die Erhaltung eines gesunden Obstbaues von großer Wichtigkeit, da die San- Jose-Schildlaus ein äußerst gefährlicher und schwer festzustellender Schädling ist, der bereits in Nordbaden wertvolle Kulturen vollständig vernichtet hat Die Eigentümer von Gärten bzw. gärtnerisch genutzten Anlagen, in denen sich Obst- und Beerenkulturen befinden, werden deshalb dringend gebeten, die verantwortungsvolle Arbeit des San-Josö-Begehungsdienstes, der mit amtlichen Ausweisen versehen ist nicht zu behindern und den Beauftragten des Pflanzenschutzamtes den Zutritt zu den Gärten zu gestatten. Schwarzwälder fahren nach Luzern prall kippte die auf dem Anhänger des Kraftrads mitgeführte,, mit heißem Teer gefüllte Tonne um, und der im Seitenwagen mitfahrende 6 Jahre alte Sohn äes Fahrers wurde bespritzt und erlitt.Brandwunden. Wiedereinführung'einer Haltestelle. Mit Wirkung vom kommenden Dienstag wird auf der Straßenbahnlinie 4 'die frühere Haltesteile „Lortzingstraße" wieder eingeführt Rücksichtsloser Pkw-Fahrer.‘An der Straßenbahnhaltestelle Schwarzwald- und Sternwaldstraße wurde ein 75jähriger Greis, der die Fahrbahn überquerte,, um in die Straßenbahn einz.ustejgen, von einem vorbeifahrenden Personenkraftwagen in rücksichtsloser Weise ungefähren und auf die Straße geworfen. Er erlitt eine Platzwunde am Hinterkopf und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Pkw- Fahrer fuhr davon, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Die Bremsen versagten. Bei der Fahrt mit einem beladenen Lastkraftwagen durch die abfallende Sonnhalde entstand aus bisher unbekannter Ursache an der Bremsvorrichtung ein Schaden, so daß der Fahrer nicht mehr bremsen konnte. Um nicht auf einen abgestellten Lkw. aufzurennen, steuerte der Fahrer nach rechts, geriet in einen Garten und zerbrach den Zaun und einen im Garten stehenden Baum. Schaden: am Lkw. 700 DM, am Garten 200 DM. richten haben. Diese Regelung wurde seinerzeit allgemein begrüßt und hat sich auch bewährt. Dagegen geben Fremde und Einheimische immer wieder ihrer Enttäuschung Ausdruck, daß keine durchgehenden Fahrscheine für Kinder bis zu 14 Jahren ausgegeben werden. Die Öffentlichkeit versteht dies nicht recht. Sollten die Kompetenzmomente so schwierig sein, daß sich die beiden Kontrahenten nicht einigen können? Jetzt ist es so, daß für Kinder auf der Tram 10 Pfennig, auf dem Zubringeromnibus 20 Pfennig — 30 Pfennig bei getrennter Lösung der Fahrscheine zu zahlen sind. Man versteht es nicht, daß dieser Betrag nicht in einem Satz zu erheben ist, wie es bei dem Erwachse- nenfahrschein doch geht! Verkehr, auch auf dem verwaltungs- und kassenmäßigen Sektor, muß flüssig sein. Die Einführung auch der durchgehenden Kinderfahrscheine wird sich für beide Verkehrsträger fruchtbar aijswirken. cf. . Erfreulicher Abonnenten^Zustrom Die Intendanz der Städtischen Bühnen gibt bekannt, daß die Zahl der Platzmieter , die das Große Haus in der vergangenen Spielzeit aufzuweisen hatte, in diesen Tagen wieder erreicht wurde. Ebenso erfreulich wie die Platzmiete entwickelt sich die Konzertmiete ; sie weist schon jetzt annähernd 40 Prozent mehr Abonnenten auf als in der vorigen Spielzeit. In den Platzgattungen Sperrsitz III, Sperrsitz IV und V und im II. Rang sind nur noch wenige Plätze verfügbar. Die beiden Seitenränge sind ausabonniert. _ Richtfest des Infektionsgebäudes . Der Wiederaufbau des Infektionsgebäudes der Medizinischen Klinik ist so weit gediehen, daß am kommenden Dienstag, 11. September, das Richtfest gefeiert werden kann. Damit geht ein weiterer wichtiger Bau unserer Universitätskliniken seiner Vollendung entgegen. Vorstandsänderung bei der SPD*Frauensektion Auf einer von der Frauensektion der SPD veranstalteten Feier im Gewerkschaftshaus verabschiedete sich die bisherige erste Vorsitzende der Frauensektion, Frau Anny Geiler, die, wie gemeldet, nach Frankfurt übersiedelt. Ihre wurde für ihre mehrjährigen Bemühungen um die sozialdemokratischen Aufgaben innerhalb der Freiburger Frauensektion, von der •Versammlung herzlich gedankt. Das Amt der ersten Vorsitzenden geht auf Frau Stadtrat Seeh über. Rotkreuz^Freunde aus der Schweiz auf Besuch beim Kreisverein Freiburg des Badischen Roten Kreuzes Die Reihe der Besuche aus dem benachbarten Auslande beim Kreisverein Freiburg des Badischen Roten Kreuzes setzten nach den Gästen aus dem Elsaß die Schweizer fort. Im Harmoniesaale begrüßte in Vertretung des Vorsitzenden, Bürgermeister i. R. Streng, Oberregierungsrat Kappes vom Vorstand des Wie wir bereits berichteten, wurde eine Trachtengruppe aus dem Schwarzwald eingeladen, an dem Eidgenössischen Trachtenfest in . ,. .... Luzern vom 8. bis 10. September teilzunehmen.; Kreisvereins, die Angehörigen des Samanter- Die Gruppe, die in Zusammenarbeit des Bun- Vereins St. Johann, Basel, m herzlicher und des Heimat und Volksleben in Freiburg und launiger Weise. Er sprach sodann, den Schwei- des- Badischen Fremdenverkehrsverband« e. V. in Freiburg zusammengestellt wurde, trifft sich zur Abreise nach Luzern am Samstag, früh 7 Uhr, auf dem Rotteckplatz in Freiburg. Neben einem Schwarzwaldgebinde wird der Schweizerischen Trachtenvereinigung anläßlich des 25jährigen Jubiläums eine von Kunsthandwerkern in Bernau hergestellte Truhe mit Schwarzwälder Chriesiwasser und Himbeergeist aus der Brennerei Schladerer in Staufen als Gabe des Schwarzwaldes überreicht. zer Gästen Dank aus für die in alemannischer Verbundenheit gespendeten Lebensmittel und Arzneien, die uns über die schweren Jahre nach dem Zusammenbruch hinweghalfen, und gedachte in seiner Eigenschaft als Stadtrat besonders der großen Hilfe bei der Wiederherstellung unseres herrlichen Münsters. Der Leiter der erschienenen Sektion des schweizerischen Samariterbundes dankte für den überaus freundlichen Empfang in Freiburg. Nach Erläuterung des Begriffes „SamariterDiskussion im „Forum junger Menschen“ Gut besucht war die. vom „Forum junger Menschen“ am Mittwochabend im Paulussaal Veranstaltete Diskussion über die Länder- Neuordnung. Das Interesse war um so reger, als führende Sprecher beider Richtungen auftraten. Für Altbaden setzte sich Öberregie- rungsrat Dr. Werber ein, dem durch das Los zufiel, als erster zu sprechen. Seine Darlegungen bewegten, sich freilich mehr am Rande des Problems und schienen die Zuhörer etwas zu enttäuschen. Dapn sprach für den Südweststaat Richard Freudenberg, einer der aktivsten Anhänger der Idee, und stellte unter Beweis, daß sich in größerem Raum die staatlichen und wirtschaftlichen Probleme leichter lösen lassen werden. Als zur Diskussion aufgefordert wurde, hatten offenbar die Altbadener nichts zu sagen; obverein“ als einer etwa unseren Ortsgruppen des Roten Kreuzes entsprechenden Organisation freiwilliger Helfer, appellierte er angesichts der Tatsache, daß in ruhigen Zeiten das Interesse an den Belangen des Roten Kreuzes nachzulassen pflegt und erst beim Auftauchen von Feuerzeichen am Horizont, wie jetzt in Korea, wieder wächst, an die Anwesenden, in verstärktem Maße, für die Mitarbeit zu werben. Den Dank für die schweizerische Hilfe wies er zurück: Sie sei selbstverständliche. Pflicht gewesen! Zur Erinnerung an den Besuch überreichte er einen schönen Wandteller mit einem Relief von Basel. Den von den Frauen des Ortsvereins Freiburg gespendeten Kaffee und Kuchen ließen sich die Damen aus Basel gut schmeck«!,, während die Herren geme x dem badischen Weine zusprachen. So herrschte bald eine fröhliche Stimmung, zu der die Sanitätskapelle unter Willy Will mG n n einen entscheidenden Beitrag leistete. Viel zu früh schlug die Abschiedsstunde, besonders für jene, die gern noch weiter das Tanzbein geschwungen hätten. Mit dem Wunsche nach einem baldigen Wiedersehen in Basel verließen unter den Klängen des Liedes „Muß i denn zum Städtele hinaus“ die Gäste in z. wohl Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion und auch Wohiebs Kronjurist Dr. Zürcher an-! drei Omnibussen unsere Stadt, wesend waren, meldete sich niemand von ihnen zum Wort. Demgegenüber brachten die Süd- weststaatler ihre sachlichen Argumente vor. Landtagsgbgeordneter Jückle wies auf die Bissiger Hund. Im Flur eines Hauses in der Pochgasse wurde ein dreijähriges Kind, das dort wirtschaftlichen Vorteile hin. Bürgermeister j anderen Kindern spielte, von einem Schä- Schieler gab einen Vergleich mit anderen] ferhund ins Gesicht gebissen. Das Kind wurde in die Chirurgische Klinik verbracht, wo drei westdeutschen Ländern, denen gegenüber die kriegsbeschädigten Gemeinden in Südbaden .sich'in einer erbärmlichen Lage befänden. Hier schalteten sich doch noch die Altbadener ein. Der Abgeordnete H i M> ert von der CDU sprach jedoch ziemlich oberflächlich und beruhigte sich selbst mit dem Hinweis auf den großen Waldbesitz Südbadens. Bundestagsabge- erhebliche Bißwunden genäht werden mußten. Streit um weiße Mäuse. Ein Einwohner von Bollschweil brachte einen Freiburg«: wegen Betrugs zur Anzeige. Der Freiburger versprach dem Manfi aus Bollschweil gegen Bezahlung von 30 DM eine Partie weiße Mäuse zu liefern; als ordneter Kopf (CDU) schnitt juristische Fra- j Anzahlung ließ er sich 10 DM geben. Da seligen an, mit denen, die . Altbadener sich ja gerne dem bald 4 Monate verstrichen sind, die Mäuse beschäftigen, denen ' jedoch der Abgeordnete ■ aber nie in Bollschweil eintrafen, fühlt sich der Vortisch (FDP) zu entgegnen wußte. > Käufer betrogen. stehen Herbst und Winter im Zeichen neuer modischer Interessen. Was sich für diese Jahreszeit an kleidsamen Möglichkeiten bietet, zeigt Ihnen STOF f^tfmV/rr IHR FACHGESCHÄFT AM STADTTHEATER J Samstag, 8. September 1951 Das Vor» Nummer 108 — Seite lf Tausend Harmonikas erklingen Das alemannische Handharmonika -Treffen io Freibur* Am Samstag und Sonntag steht unsere Scfawarzwaldhauptstadt im Zeichen eines der beliebtesten und volkstümlichsten Instrumente: der Handharmonika! Auf Wert und Bedeutung dieses vom Bezirk Frejburg des Bundes der Harmonika-Freunde veranstalteten Alemannischen Handharmonika-Treffens haben wir kürzlich schon eingehend hingewiesen. Mehr als 30 Orchester mit 1000 aktiven Spielern, werden an dem großen Wertungsspiel teilnehmen, und darüber hinaus werden neben deutschen Meisterspielern auch Gäste aus der Schweiz und dem Elsaß ihre hohe Kunst in der Beherrschung der Instrumente zeigen. Das Programm der beiden Tage ist wie folgt festgelegt: Samstag, 20 Uhr, Festkonzert im Paulussaal. Sonntag, 8 bis 13 Uhr, Wertungsspielen in den Theater-Lichtspielen „Die Kurbel“. — 14 Uhr Beginn des großen Festzuges, der sich vom Karlsplatz durch die Kaiser-Joseph- Straße und Dreisamstraße zum Paulussaal bewegt. Dort findet um 15.30 Uhr ein Volkskonzert der Gastvereine statt und zum Abschluß steigt um 20 Uhr im Paulussaal ein Bunter Abend, bei dem gleichzeitig die Preisverteilung vorgenommen wird. Die Veranstalter haben alles getan, um dem großen Treffen in Freiburg, das seit langem eine Hochburg der Harmonika ist, zu einem guten Erfolg zu verhelfen. Sinn dieses Alemannischen Harmonika-Treffens ist, das Fest zu einer machtvollen Kundgebung für die Harmonika zu gestalten und die Freundschaftsbande innerhalb der Harmonika-Orchester- Bewegung jenseits und diesseits der Grenzen enger zu knüpfen. Frohe Sängerfahrt der Fidelitas Am letzten August-Sonntag trat der Männergesangverein Fidelitas mit drei Omnibussen seine diesjährige Sängerreise an. Der Weg führte durch das Hexental,4 > über Badenweiler nach Schloß Bürgeln, wo eine Besichtigung stattfand. Dann'ging es nach Marzeil, wo das vorbereitete Mittagessen eingenommen wurde. Der Männergesangverein Marzell begrüßte die Fidelitas aufs herzlichste und gab einige wohlgelungene Chöre zum besten. Der erste Vorsitzende Albert Eggert dankte für den herzlichen Empfang und nach Absingen von vier Chören wurde die Reise fortgesetzt. Als nächste Ziele waren die Lungenheilstätten Friedrichsheim und Luisenheim vorgesehen. Dort erfreute das an beiden Orten dargebotene Ständchen die Patienten, was aus den Dankesworten des Herrn Oberarztes hervorging. Dann ging die Fahrt über den Blauen nach Müllheim, Badenweiler dem Endziel Döttingen entgegen, wo bei einem guten Viertele, Tanz und humoristischen Einlagen von Eggert Berti, die wohlgelungene Sängerreise ihren Abschluß fand. Pkw gegen Krad. Vor dem Eingang der Universitätsklinik in der Hugstetter Straße stießen ein Personenkraftwagen und ein Motorrad zusammen; der Motorradfahrer zog sieb Prellungen an einer Hand und Schürfwunden am Oberschenkel zu. Omnibus streifte Tram. Auf der Kaiser-Jo- seph-Straße wurde ein Straßenbahnwagen von einem überholenden Omnibus gestreift, wobei an beiden Fahrzeugen Schaden entstand. Generalversammlung des FC Sportfreunde Die gut besuchte Mitgliederversammlung verlief reibungslos. Wesentliche Änderungen in der Besetzung der Vorstandsposten gab es nicht, da alle Mitarbeiter für ein weiteres Jahr ihre Bereitwilligkeit erklärten. M. Nischwitz wurde einstimmig von der Versammlung als erster Vorsitzender im Amt bestätigt. Der bisherige zweite Vorsitzende, Julius Heinrich, übernahm auf Wunsch die Führung der Sehwerathletik- abteilung; an seine Stelle wurde Buchdruckereibesitzer Franz Weis gewählt. An Stelle des langjährigen Spielausschußvorsitzenden Willi Zitzer trat Walther Siegel. Zitzer wurde Beisitzer im Vorstand, ebenso durch Neuwahl Kaufmann Friedrich Ganz. Unsere Jubilare Am gestrigen Freitag, 7. September, feierte Herr Karl Dold, Metzgerau 8, seinen 72. Geburtstag. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit konnte am gestrigen Freitag, 8. September, Herr Tapeziermeister Karl Holz warth, Nägeleseestraße 7, mit seiner Gattin Sophie begehen. Die Vollendung des 70. Lebensjahres feierte am Donnerstag, 6. September, Herr Malermeister Franz Knopp, Jägerhäusleweg 5. Am Donnerstag, 6. September, durfte Frau Friederike Riehle, Klarastraße 68, die Vollendung ihres 80. Lebensjahres feiern. Das Fest der silbernen Hochzeit feiert am heutigen Samstag, 8. September, Herr Schreinermeister Bertold P f a f f, Oberau 71, mit seiner Gattin Else geh. Bührle. Allen Jubilaren gratuliert „Das Volk“ herzlichst! Von der Universität Professor Dr. Hans R e h m , Direktor der Universitätsklinik für Zahn- und Kieferkrankheiten m Frei- bürg, wurde zum ersten Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde gewählt. Freiburger Vorsthau Samstag, S. September I Colombipark: 20 Uhr Ballett der Städtischen Bühnen. Jugendgruppe der Naturfreunde; Teilnahme am Bezirkstreffen in Kollnau gemäß Sektionsprogramm. Treffpunkt 8 Uhr mit Fahrrad am Komturplatz. Alemannische Liederstunde beim Mannergesangverein Freiburg-Herdern Am Sonntag, 9. September, 17 Uhr, veranstaltet der Männergesangverein Freiburg-Herdern in der Aula des Friedrichgymnasiums, Jacobistraße, eine „Alemannische Liederstunde“. Dabei liest der Heimatdichter Hubert Baum aus eigenen Werken und begleitet seine Heimatlieder selber am Flügel. Außerdem wirken mit: Maria Ringwald (Sopran), Franz Beck (Baß) und der Männerchor des gastgebenden Vereins unter Leitung von Gustav K o p p. Die Vortragsfolge enthält heimatliche Lieder von Isenmann, Spohn, Konradin Kreutzer, Neininger, Franz Philipp und Wilhelm Weis, die der Männerchor zum Vortrag bringt. Maria Ringwald singt Lieder von Alfred Broßmer und Hubert Baum. Am Abend findet dann im Gasthaus zum Schwanen ein Unterhaltung^ und Tanzabend, verbunden mit einer Sängerehrung, statt. Spätsommer aut dem Lorettoberg Die sonnigen Spätsommertage locken große Scharen von Spaziergängern hinaus in die Umgebung Freiburgs. Besonders auch auf dem Lorettoberg wimmelt es an solchen Tagen von erholungsudlenden Stadtleuten und naturverbundenen Feriengästen. Der Lorettoberg sollte eigentlich in Anlehnung an den Schauinsland „Luginsland“ heißen, denn von hier aus ist eine gute Sicht in die prachtvolle Landschaft der Umgebung Freiburgs. Herbstliche Stimmung liegt nun über der Landschaft. Wehmut erfaßt des besinnlichen Menschen Herz. Die lebensfrohe Jugend bemerkt diese Wehmut weniger, aber die Seele der Menschen, deren Lebenspfad ebenfalls in den Herbst eingemündet ist, bleibt davon nicht unberührt. Besonders dann nicht, wenn die Sonne am klarblauen Himmel sich einige Zeit hinter einem Wolkenvorhang verborgen hält und dunkle Schatten über die farbenreiche herbstlich getönte Landschaft hinwegjagen. In klarer Sicht grüßen die hohen dunklen Hier spricht die SPQ öffentlich«. Versammlung in Haslach Wir weisen nochmals auf die am heutigen Samstag, 20 Uhr, im Gasthaus zum Pfauen, Carl-Kistner-Straße, stattfindende öffentliche Versammlung hin, auf der die Bundestagsabgeordnete Martha Schanzenbach über das Thema „Wie stellt sich die Sozialdemokratie zur Sozialpolitik der Bundesregierung?“ sprechen wird. Neben den Parteigenossen ist die ganze Bevölkerung Haslachs herzlichst eingeladen. Schwarzwaldberge, der von Weingärten umrankte Kaiserstuhl, der sonnige Tuniberg, die Rheinebene und die Schwester des Schwarzwalds, die Vogesen, zu den Freiburgern herüber. ln vollendeter Pracht zeigt sich die Einfassung der Breisgauperle, wozu auch das liebliche Günterstal gehört, das durch den Wiesenteppich des Hölderles von der Stadt getrennt ist. Unter der großen Zahl von Spaziergängern auf dem Lorettoberg sind auch solche zu sehen, die längst auf dem Firn des Lebens angelangt sind ünd die nun auf schmalem Grat die Richtung zum Jenseits suchen. Rüstig steigen diese 80er-Wanderer auf die Höhen in Freiburgs Umgebung. Auch sie erfreuen sich an den leuchtenden Bildern auf der Schaubühne der Natur; aber diese Landschaftsgemälde sind ihnen nicht nur Augenweide, sie sind auch ernste Erinnerung daran, daß auch alles Menschliche ebenso vergänglich ist, wie alles Zeitliche in der Natur. Funkelnd in der untergehenden Abendsonne grüßt des Münsterturms Kreuzblume herüber, mahnend und verheißend. In andachtsvoller Stimmung kehren die Spaziergänger, jung und alt, vom Ausflug über den „Luginsland“ zurück und tauchen wieder in der Großstadt unter, neugestärkt an Leib und Seele. R. Z. Motorrad aufgefunden. Bei der Kraftfahrstaffel der Schutzpolizei ist ein aufgefundenes Kleinkraftrad FB 32 —1262, Marke Bismarck, 98 ccm, Motornummer 105 0019, sichergestellt und kann vom rechtmäßigen Besitzer abgeholt werden. — Gestohlen wurde das Motorrad FB 03 —1328, Ardie, Fabr.-Nr. 182 641; unbekannte Täter entwendeten es am Rathausplatz. NSU-Fox verschwunden. In der Wallstraße wurde während der Nachtzeit ein unverschlossen abgestelltes Kleinkraftrad FB 53 — 0319, NSU-Fox, 98 ccm, Fahrgestellnummer 1 618 456, Motomummer 818 746, gestohlen. Zuviel des Outen. In den Abendstunden wurde auf der Eichhalde ein 73 Jahre alter Mann in stark angetrunkenem Zustande hilflos auf dem Boden liegend vorgefunden. Die Polizei nahm sich seiner an; er wurde bis zur Ernüchterung in Polizeigewahrsam gehalten, Kinder auf der Straße. In der Zähringer Straße sprang ein neunjähriger Bub gegen ein vorbeifahrendes Motorrad. Der Junge stürzte und erlitt Schürfwunden an verschiedenen Körperteilen. Filmtheater: Casino „Tokio-Joe“, Die Kurbel „Die verschleierte Maja“, Friedrichsbau „Sensation in San Remo“, Harmonie „Bengali", Kandelhof „Sensation in San Remo“, Union „Dschungel-Gangster n. Teil Zur Strecke gebracht“. Zentral „Die Sterne lügen nicht“. Film-SondervorfOhrungen: Casino, Samstag und Sonntag, jeweils 23 Uhr, Sonntag 10.30 Uhr „Pat und Patachon im Paradies“, Harmonie, Samstag und Sonntag 23.15 Uhr „Dschungel-Gangster I. Teil Im Tempel des Schreckens“, Sonntag 10.30 Uhr „Quartett“. Pauiussaalt jo Uhr Handharmonikakonzert zum Alemannischen Handharmonikatreffen. Sonntag, *. September Colombipark: 20 Uhr Ballett der Städtischen Bühnen. Filmtheater: wie aip Samstag. Filmelub Frelbnrg: 10.30 Uhr Harmonie „Quartett“. Alemannisches Handharmonikat reffen: ab 0 Uhr Wertungsspiel in der Kurbel. — 14.30 Uhr Festzug zum Paulussaal, anschließend Konzert der Gastvereine. — 20 Uhr Bunter Abend mit Konzert der drei Freiburger Vereine. Männergesangverein Freiburg-Herdern: 17 Uhr Friedrichsgymnasium „Alemannische Liederstunde“. — 20 Uhr Unterhaltungs- und Tanzabend im Schwanen. Montag, 10. September Filmtheater: wie am Samstag und Sonntag. Filmelub Freiburg: 20 Uhr Friedrichsbau H. Stock, Ausspracheabend „Quartett“. An allen Tagen Kumtverein Frelbnrg, Talstraße 12a: Plastiken tmd Bilder Georges Vantongerioo, Paris; Julius Bissier, Hagnau; Max Bill, Zürich. Casino, Belfortstraße: Neue Malereien von Spiegelhalter, Stadelmann, Riederich. Augustinermuseum, Augustinerplatz: Mittelalterliche Kunst. Holzschnitte von Hans Baidung Grien. Museum für Naturkunde, Gerberau 32: Heimische und fremdländische Tiere und Pflanzen. — Pilzschau und Filzberatung. Museum ffir Urgeschichte, Adelhauserstraße 32: Kulturgeschichtliche Entwicklung im Oberrheingebiet. Münstermuseum, Scheferstraße 4: Sammlung abgängiger Originale, Abgüsse figürlicher und ornamentaler Einzelheiten des Münsters. Casino-Restaurant: Täglich 20.30 Uhr Kabarett; Mittwoch und Samstag auch 10 Uhr. Bereitschaftsdienst am Sonntag Ärzte (wenn Hausarzt nicht erreichbar): Dr. Rosset, Schwarzwaldstraße 1, Tel. 342S; Dr. Paravicini, Tennenbacher Straße 15, Tel. 5067; Dr. Bundy, Weidweg 18, Tel, 4109; Dr. Henecka, Sternwaldstraße 1, Tel. 2990. Zahnärzte: Universitäts-Zahn- und Kieferklinik, Freiburg-Günterstal, Torplatz 1, Tel. 2583, Bereitschaftsdienst von 10 bis 12 Uhr; außerhalb dieser Zeit: Fritz Bischoff, Hildastraße 42. Dentisten: Ludwig zWingert, Fichtestraße 2. Apotheken: Adler-Apotheke, Eisenbahnstraße *; Stühlinger-Apotheke, Klarastraße 58. (Mit Nadrt- dienstbereltschaft bis 15. September.) Wanderungen Freiburger Vereine Touristenverein „Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Freiburg: Bezirkswanderfahrt zur Hausweihe nach Kollnau. Abfahrt 6.42 Uhr nach Waldkirch oder mit Fahrrad 8 Uhr ab Komturplatz. Wanderwarte Lei- menstoll und Bittighofer. Schwarzwaldverein, Ortsgruppe Freiburg: Tageswanderung Schönberg. Berghauser Kapelle, Talhausen, Ebringen, St. Georgen. Gehzeit 4% Stunden. Treffpunkt 9 Uhr Endstation Kraftpost Merzhausen. — Führung Birkenstock, Jung. Arbeiter-Rad- und -Kraftfahrerverband, Ortsgruppe Freiburg: Sonntag Ausfahrt nach Teningen. Treffpunkt 12 Uhr am Komturplatz. Radfabrerverein Wanderer: Beteiligung am Radfahrerfest in Ebnet. Abfahrt 12.30 Uhr am Schwabentorplatz. Der Familienausflug zum Wildtaler Eck findet am 16. September statt. Kriegsversehrte im Marienbad Das Schwimmen der Kriegsversehrten im Stadtbad (Marienstraße) findet jeden Samstag von 12 bis 14 Uhr statt. Erstmalig wieder am heutigen Samstag, 8. September. Kaninchenzucht-Stammverein C 54 Der Verein hält am Sonntag, 9. September, um 9 Uhr, im „Neumeier“ seine monatliche Mitgliederversammlung ab. Ein außergewöhnlicher Film ' Es ist dem Filmclub Freiburg in Verbindung mit der Direktion der Harmonie-Lichtspiele gelungen, den namentlich von den anspruchsvollen Besucherkreisen seit langem erwarteten künstlerisch bedeutsamen englischen Film „Quartett“ in einer Sondervorstellung in Freiburg herauszubringen. Der vier der schönsten Novellen Somerset Maughams behandelnde Film läuft am Sonntagvormittag 10.30 Uhr in der „Harmonie“; er wird am Montag, 10. September, 20.15 Uhr, im Friedrichsbau besprochen werden. Sportveranstaltungen am Wodienende Möslestadion: 15 Uhr FFC — FC Pforzheim (vorher Jugendspiel). 1844-Platz (unterhalb des Strandbades): 10.30 Uhr Handballspiel 1844 — FFC (vorher Spiel der M. Mannseh.). Sportplatz SChenkendorfstraße; 10.30 Uhr Blau-Weiß II — Freiburg-St. Georgen II (9 Uhr Spiel der HI. Mannschaften). Samstag, 20 Uhr, AH-Versammlung in der Sonne. Weststadion: 10.30 Uhr Sportfreunde II — Gottenheim I (9 Uhr Sportfreunde III — Gottenheim II). Rodiaceta-Platz: 10.30 Uhr Alemannia — Buchheim (9 Uhr Alemannia II — Buchheim H). Abfahrt mit Omnibus 10 Uhr Gasthaus zum Güterbahnhof. ASV-Stadion: 10.30 Uhr Fußball ASV I b — Staufen I (9 Uhr ASV Junioren — Staufen II). Jahnstadion (Schwarzwaldstraße): 14.30 Uhr Handball PTSV Jahn — Müllheim (13.30 PTSV Jahn II — Herbolzheim II). Friedrichsgymnasium: Samstag, 20.30 Uhr, Tischtennis-Bezirksklassenkämpfe ASV II — Ihringen I. Bei den Kämpfen um den Murgtal Wanderpokal in Rotenfels unterlag Fütterer (ASV) dem Rastatter Neubarth in der Klasse A mit 2:3. Lederichs belegte in der Klasse C den dritten Platz. 1844 Freiburg Für den infolge zu starker beruflicher Inanspruchnahme zurügetretenen sportlichen Leiter Kurt Braun, hat der Altintemationale Munkert ehrenamtlich di* Betreuung von 1844 übernommen. Am Sonntag: Wanderung nach Ebnet, Attental, Streckereck nach Heuweiler. Dort gemütliches Beisammensein in der „Laube“. Treffpunkt 8 Uhr Strandbad. JSSSSSr* cijjJrwar®* * L j- iam W T du ,* b° *■ Seite 12 — Nummer 108 BtaVM Samstag, 8. September 1951 SousüPretet de Felix verabschiedete sich von Villingen Villingen. Vor einigen Tagen verabschiedete sich ln einer würdigen Feierstunde Sous-Pröfet de Felix von Stadt und Landkreis Villingen, die für die Stadt lin Sitzungssaal des Alten Rathauses und für die Kreisverwaltung im Waldschlößle stattfand. Zu der Verabschiedung war auch der Gouverneur des Lan- aes Baden, Pfene, erschienen, der einen Einblick in die Arbeit des Sous-PrCfet gab und die Verdienste des nun scheidenden hohen Beamten schilderte. Oberbürgermeister Kern hob im Verlauf seiner u ie ? icil1 * a ren Erfolge der vergangenen fünf Jahre hervor. Er dankte besonders für das Verständnis, das de Felix der Jugend entgegenbrachte, die schuldlos an der Vergangenheit sei, und die eine aufrichtige Verständigung der beiden Völker wünsche. Die Stadt überreichte dem Scheidenden zwei Erinnerungsstücke und sprach den Wunsch aus, daß er bald als Gast nach Villingen zurückkehren möge. Sous-Prefet de Felix dankte für die herzlichen Worte, die ihn aufs tiefste gerührt hätten. Er habe sich so in das Leben der Stadt eingefügt, daß Villingen auch seine Stadt geworden sei und er wolle hoffen, daß sein Nachfolger sie ebenso lieben würde. An den neuen Sous-Pröfet Larmorlette, der ebenfalls an der Feier teilnahm, richtete Oberbürgermeister Kern in seinen Begrüßungsworten die Bitte, seiner Stadt die gleiche Unterstützung zuteil werden zu lassen und hoffe auf eine gute und gedeihliche Zusammenarbeit. Im Waldschlößle nahm im Namen der Kreisverwaltung und des im Urlaub befindlichen Landrats Dr. | Astfäller, Herr Regierungsrat Bergmann Abschied von Sous-Prefet de Felix. Er stellte ebenfalls die gute Zusammenarbeit und den Willen der Verständigung heraus. Ein Bild eines heimischen Malers mit einem Motiv aus dem Schwarzwald wurde ihm zur Erinnerung überreicht. Als Vertreter des Kreisjugendringes sprach Rektor Brachat Worte des Abschieds der Jugend. Er dankte besonders für die Hilfe, die er der Jugend im reichen Maße entgegenbrachte. Als Vertreter der Bürgermeister des Landkreises sprach Bürgermeister Riemensberger, St, Georgen, dem scheidenden Sous-Pröfet seinen Dank aus. De Felix dankte auch hier den Anwesenden für die warmempfundenen Abschiedsworte. Er bat, auch seinem Nachfolger das gleiche Vertrauen entgegenzubringen, das das Schicksal unserer beiden Völker miteinander verbinde. Standesamt Villingen Geburten: Elvira Claudia, V. Stephan Zambonl, Schlosser; Klaus Dieter Urban, V. Rudolf Paul Ernst Lehmann, Metzger; Michael Bruno, V. Bruno Karl Pfaff, Mechaniker; Dieter Karl Werner, V. Werner Fritz Richard Lumpert, kaufen. Angestellter; Heide- run Anna Luise, V. Ludwig Rohrer, Kraftfahrer; Roswitha Ursula, V. Hermann Adolf Preisen, Fabrikant; Wolfgang, V. Karl Reith, Lokheizer; Ingrid Stefani, V. Alfred Theodor Herrmann, Metzgermeister, Eheschließungen: Alfred Fritz Gustav Liermann, Tischler, mit Ida Maria Holzhammer; Ernst Liebert, kaufen. Angestellter, mit Damenschneiderin Elfriede Faigle; Paul Hermann, Zimmermann, Mechaniker, mit Damenschneiderin Charlotte Glocker; Johannes Haas, Gastwirt, mit Elisabeth Jehle geh. Baumann; Kurt Friedrich Hauser, Maler, mit Ignatia Matt. Baugeld für Bausparer Der Kapitalmarkt ist gerade in der heutigen Zeit Schwankungen unterworfen, die es fast unmöglich erscheinen lassen, auf längere Sicht mit festen Zahlen zu rechnen. Dieser bedauerliche Zustand wirkt sieh besonders beim Wohnungsbau erschwerend aus. Die Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung sind zur Zeit groß. Der Baulustige empfindet die Ungewißheit über zukünftige Belastungen und eventuelle Erhöhung schmerzlich. Für jedem der sieh mit Bauabsichten trägt, muß es eine Beruhigung sein, zu wissen, daß er langfristiges Baugeld zu günstigen Bedingungen unabhängig vom Kapitalmarkt über den Weg des Bausparens bei den öffentlichen Bausparkassen erhalten kann. Die Zinsen auf das Bauspardarlehen, das an zweiter Rangstelle gesichert werden kann, betragen nur fünf Prozent jährlich. Das Guthaben des Bausparers wird mit drei Prozent jährlich verzinst. Dazu kommen erhebliche steuerliche Vergünstigungen. Die Badische Landesbausparkasse als öffentliche Bausparkasse für Baden und den Regierungsbezirk Pfalz hat von April bis Juni 1951 in der 56. und 57. Zuteilung an 846 zuteilungsreife Bausparer 1 2,5 M 11- lionen DM Baugeld ausgeschüttet. Diese Bausparkasse kann auch innen nächsten Monaten mit erheblichen Baugeldzuteilungen aufwarten. Seit der Währungsreform beträgt die Gesamtbereitstellung- der Badischen Landesbausparkasse an Zuteilungen und Zwischenkrediten 122,7 Millionen DM Vertragssumme. Die öffentlichen Bausparkassen finanzierten von Mitte 1948 bis Bnde 1950 den Bau von mehr als 43 000 Neubauwohnungen. Das entspricht einer Stadt von 150 000 Einwohnern. Sterbefälle: Gustav Echte, Schneidermeister; Maria Blutbacher geh. Hermann; Rudolf Josef Ganter, Werkmeister. I Von der AW Mönchweiler Mönchweiler. In einer Mitgliederversammlung der Arbeiterwohlfahrt, Ortsverein Mönchweiler, wurde nochmals auf die eingerichtete Nähstube hingewiesen und der Gebrauch den Mitgliedern empfohlen. An Stelle von Frau Emma Konopinski, die ihren Posten als Kassiererin wegen Erkrankung niederlegte, wurde Herbert Ertelt einstimmig gewählt. Der Südweststaat ist doch besser! Villingen. Am Samstag und Sonntag finden im Kreis Villingen folgende Versammlungen zugunsten des Südweststaates statt: B r i g a c h , 9. September, 15 Uhr (Engel). — B u chenberg, 9. Sept., 15 Uhr (Krone). — Burg-* 1 b e r g, 8. Sept, 20 Uhr, (Kranz). — Dauchingen, 8. Sept, 20 Uhr (Germania). — Gremmelsbach, 9. Sept, 10.30 Uhr (Rößle). — Herzogenweller, 9. Sept, 15 Uhr (Hirschen). — Kirchdorf, 9. Sept, 20 Uhr (Adler). — Klengen, 9. Sept, 15 Uhr (Kreuz). — Königsfeld, 11. Sept, 20 Uhr (Brüdergemeine). — Langenschtltach, 0. Sept, 15 Uhr (Krone). — Marbach, 9. Sept., 20 Uhr (Linde). — Mönch- Weiler, 9. Sept., 20 Uhr (Krone). — Neuhausen, 8. Sept, 20 Uhr (Engel). — Nußbach, 9. Sept., 10.30 Uhr (Engel). — Oberklrnach, 9. Sept, 15 Uhr (Kreuz). — Peteraell, 8. Sept, 20 Uhr (Löwen). — Pfaffenweiler, 9. Sept, 20 Uhr (Rößle). — Riethelm, 9. Sept., 20 Uhr (Grüner Baum). — Schonach, 9. Sept, 10.30 Uhr (Schwanen). — Schönwaid. 9. Sept., 15 Uhr, (Landpost). — Tennenbronn, 9. Sept, 10.30 Uhr (Adler). — Uberauchen, 9. Sept, 20 Uhr (Hirschen). — Unter- k 1 r n a c h . 9. Sept., 10.30 Uhr (Stadthof). — Weller, 8. Sept, 20 Uhr (Hasen). Von der Dgnairquelle Großes Interesse für die Donaueschinger Musiktage Donaueschingen. Beim Städtischen Verkehrsamt Donaueschingen gehen täglich aus allen Teilen der Bundesrepublik und aus dem Auslande Anmeldungen zur Teilnahme für die im Oktober stattfindenden Musiktage ein. Namhafte Persönlichkeiten aus dem kulturellen und politischen Leben befinden sieh unter den Anmeldenden. Bereits sind mit deutschen, französischen, italienischen und schweizerischen Sendern Abkommen für die Übertragung der Konzerte getroffen. Sogar der jugoslawische Rundfunk hat die Absicht geäußert, eine Übertragung vorzunehmen. Silberne Hochzeit Donaueschingen. Oberpostinspektor a. D. Wilhelm Böhme und Gemahlin feierten ihre silberne Hochzeit. Zur letzten Ruhe geleitet Donaueschingen. Wilhelm Schneckenburger, Lorenzstr. 13, ein alter Arbeitsveteran, von Beruf Mödeilschreiner, bis zur Ruhesetzung ln der Zementwarenfabrik des Baugroßunternehmens Mall tätig, starb nach längerer Krankheit Im Alter von 78 Jahren. Unter großer Beteiligung der Donaueschinger Bevölkerung, Verwandten und Bekannten wurde er zur letzten Ruhe geleitet. Aus dem Markgräflerland Bunter Abend Immendingen. Ein genußreicher Abend wurde der Immendinge-- Bevölkerung am Sonntag geboten. In einer gemeinsamen Veranstaltung erfreuten die beiden KirChenchöre unter Mitwirkung des Zitherklubs durch Gesamt- und Einzelchöre die zahlreich erschienenen Gäste. Der Abend wurde durch Pfarrer B u r g e r t von der katholischen Kirchengemeinde eröffnet, der seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, daß es in Immendingen möglich war, die beiden Konfessionen in einem harmonischen Beisammensein begrüßen zu dürfen. Die von den beiden Chören zum Vortrag gebrachten Lieder fanden guten Anklang und wurden mit reichem Beifall bedacht. Die komische Duo-Szene „Stadtfräulein und Landpomeranze“ erzeugte bei den Anwesenden wiederholte Lachsalven und darf als ein Glanzpunkt des Abends bezeichnet werden. Der Zitherklub bewies durch seine Darbietungen, daß auch das Musikleben in Immendingen auf beachtlicher Höhe steht Zum Schluß dankte Pfarrer Schofer von der evangelischen Kirchengemeinde allen Mitwirkenden und gab der Hoffnung Ausdrude, daß das Dargebotene dazu beitragen möge, die schwere Zeit leichter zu überwinden. —er. Versammlungen für den Südweststaat: Müllheim. Samstag, 20.30 Uhr, Bad Krozingen, Gasthaus Zeller, Redner: Milchwirtschaftspräsident Farny. — Montag, 20.30 Uhr, Badenweiler, Kurhaus, roter Saal, Redner: Dr.Vortisch, Lörrach. — Dienstag, 20.30 Uhr, Müllheim, Rathaussaal, Redner: Bürgermeister Schneider, Konstanz.— Diehstag, 20.30 Uhr, Staufen, Hotel Kreuz - Post, Redner: Dr. Vortisch, Lörrach. Gründung einer schlesischen Landsmannschaft Müllheim. Sonntag, 9. September, treffen sich alle Schlesier im Gasthaus „Zum Engel“ in Müllheim zwecks Gründung einer schlesischen Landsmannschaft. Sprecher v'Schickfuß, Freibürg. Karl Meyer gestorben Müllbelm. Die Ortsgruppe der SPD hat wieder einen schweren Verlust erlitten. Karl Meyer, ein langjähriges Mitglied der SPD, ist schnell und unerwartet seinem schweren Leiden erlegen. Er war 15 Jahre bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Müllheim im Dienst und wurde am 1. Mai mit 67 Jahren in den Ruhestand versetzt. Leider war ihm kein langer Lebensabend beschieden. Trotzdem er in Istein wohnte, gehörte er der Ortsgruppe Müllheim an, die seinen Heimgang aufrichtig betrauert. Zur Erleichterung des Verkehrs Müllheim. Eine Kommission des Innenministeriums besuchte am Mittwoch den Kreis Müllheim zur Überprüfung der Verkehrsschilder, des Straßenbildes und um Möglichkeiten zur Erleichterung des Verkehrs zu finden. An der Fahrt, die von Neuenburg zur Sirnitz, vom Kreuzweg nach Untermünstertal, vom Wiedener Eck nach Staufen und Bad Krozingen und von Obermünstertal nach Stohren und Gießhübel ging, nahmen'auch Landrat Allgaier, Gendarmerieinspektor Schiel, sowie ein Vertreter des Straßenbauamtes teil. Größere Beanstandungen gab es keine. Lebende Zäune, die zu hoch und für den Verkehr hinderlich sind, müssen gestutzt werden. Einige alte Reklametafeln sollen verschwinden oder mindestens aufgefrischt werden. Fehlendes Material muß erneuert werden. Eine Begehung der Bundesstraße 3 von Bad Krozingen bis Tannenkirch hatte schon vor einiger Zeit stattgefunden. Termine des Gesundheitsamtes Müllheim. Tuberkulose-Sprechstunden bis auf weiteres nurMontag vormittag auf dem Gesundheitsamt. Mütterberatungsstunden in Staufen am Montag, 10. September, um 15 Uhr im Kindergarten, zugleich für Grünem; in Niederweiler am Dienstag, 11. September, um 14.30 Uhr, im Rathaus, zugleich für Lipburg;inSchlien- g e n am Donnerstag, 13. September, um 14 Uhr, im Rathaus, zugleich für Mauchen und Steinenstadt; in Buggingen am Freitag, 14. September, um 15 Uhr, im Rathaus; in Seefelden am Freitag, 14. September, um 17:15 Uhr, im Kindergarten. Diebstahl Badenweiler. Ein Einwohner von Sulzburg, der hier angestellt war, drang in das Angestelltenhaus 'eines Hotels ein und entwendete einem Koch ein Paar Halbschuhe und einen kleineren Geldbetrag. Er wurde von der Gendarmerie in Verwahrung genommen. Siebzehnjähriger beging Selbstmord Staufen. Ein 17jähriger Junge beging durch Erhängen Selbstmord. In einem Brief, den er seiner Mutter und Schwester hinterließ, der Vater ist im Kriege verschollen, gab er als Grund für seine Tat schlechte Behandlung durch seinen Freiburger Lehrmeister an. Lichtbildervortrag für die Heimatvertriebenen Buggingen. Der Ortsverband Buggingen des Bundes der heimatvertriebenen Deutschen, zu dem auch die Orte Grißheim, Seefelden, Dattingen, Britzingen und Muggardt gehören, veranstaltet am Sonntag, 9. September, um 16 Uhr, in Britzingen im Gasthaus zur „Krone“ einen Lichtbildervortrag über die ostdeutsche Heimat. Die Lichtbilder sollen nicht nur eine Erinnerung bei den Heimatvertriebenen wachrufen, sondern auch den Einheimischen ein lebendiges Bild von der ostdeutschen Heimat vermitteln. Es wäre daher empfehlenswert, wenn weite Kreise der Bevölkerung von dieser Darbietung Gebrauch machen würden. a- h. Landkreis Freiburg Todesfall Mengen (Kreis Freiburg). Nach Erreichung eines Alters von über 81 Jahren starb hier Altgemeinderat Wilhelm F i a n d. Er gehörte 40 Jahre hindurch dem Gemeinderat an; lange Zeit war er zugleich auch Vorsitzender der Bezirkssparkasse Mengen. 50jähriges Wirtsjubiläum Bucbheim (Kreis Freiburg). Die durch ihre gut geführte Wirtschaft, für den Gast immer besorgte und heute im 72. Lebensjahr stehende weitbekannte Wirtin zum „Lamm“, Zitta Wil- 1 o t h , kann am Sonntag, 9. September 1951, das 50jährige Wirtsjubiläum feiern. Viel Arbeit, Mühe und Sorge und seltene Freudentage rahmen den langen Lebensweg ein. Die verstorbenen Genossen Stefan Meier, Eng- lör, der noch lebende Genosse Martzloff und viele andere, haben am Anfang ihrer politischen Tätigkeit, wo es noch schwer war, auf dem Lande ein Versammlungslokal für Partei- versammlungenzu bekommen, bei der Zitta immer ein Heim gefunden. Die Sozialdemokratische Partei und „Das Volk“ schließen sieh allen andern Gratulanten an und wünschen noch einen langen gesegneten Lebensweg. e. Wieder ein Unfalltoter im Freiburger Straßenverkehr Am Donnerstag gegen 13 Uhr fuhr ein 23 Jahre alter Mann mit einer 350-ccm-Maschine in östlicher Richtung durch die Eichstetter Straße. Beim Überqueren der Komturstraße stieß er mit einem vom Komturplatz kommenden, in südlicher Richtung durch die Komturstraße fahrenden Straßenbahnzug der Linie 4 zusammen. Der Motorradfahrer stürzte und wurde mit einer Gehirnerschütterung sowie Platzwunden am Hinterkopf und am Unterkiefer in die Chirurgische Klinik verbracht. In der gleichen Nacht ist der Verunglückte an den erlittenen Verletzungen verstorben. Der an dem Kraftrad entstandene Sachschaden beträgt etwa 200 DM. Bei den Erhebungen wurde festgestellt, daß der Verstorbene mit einem Kraftrad gefahren war, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Freiburger Motorrad-Club (ADAC) Am 9. September, 7.30 Uhr ab Tankstelle Neuberger (Gasthaus „Türmle“), fährt der Club zum Schwarz- waldring-Rennen nach Bühl, bei dem etwa 10 aktive Mitglieder starten. — Auf den Unterhaltungsabend am 15. September im Feierlingsttl und die Bilder- Orientierungsfahrt am 23. September wird hingewiesen. — Zu den Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen: Reisedienst der Zeitung ®as ISolk veranstaltet durch Omnibusvermietang Rauchfuß Freiburg, Talstraße 10 Sonntag, den 9, September 1951 Kaffee-Fahrt Höllental, Titisee, St. Blasien (Pause), Todtmoos (Pause), Wiesental, Schauinsland. Fahrpreis DM 6.50 Abfahrt: 13 Uhr, Talstraße 10 Montag, den 10. September 1951 Basel Fahrpreis DM 5.— Abfahrt: 7 Uhr, Talstraße 10 Rückkehr: gegen 23 Uhr Dienstag, den 11. September 1951 Große Schweizerfahrt Zürich, Zuger See, Axenstraße, Vierwaldstätter See, Luzern, Basel Fahrpr. elnschl. Visum DM 16.- Mittwoch, den 12. September 1951 KaUee^Fabrt Schloß Bürgeln, Badenweller Fahrpreis DM 4.— Abfahrt: 14 UJy, Talstraße 10 Rückkehr: gegen 19 Uhr Donnerstag, 13. September 1951 Kaflee-Fahrt Titisee, Saig, St. Märgen, St. Peter Fahrpreis DM 5.— Abfahrt: 14 Uhr, Talstraße 10 Rüdekehr: gegen 19 Uhr Vor verkauf ln unserer Hauptgeschäftsstelle Freiburg, Kaiser- Joseph-Straße 229, Telefon 2816, und Autovermietung Rauchfaß. Talstraße 10, Telefon 2946 I N E W E I S DER LEISTUNG PREISSENKUNG WMWWpWWMWDWWWM ECHT BUCHE 635.- gebeizt und mattiert, "SCA _ mit gerader Mitteltür-^''». ECHT BUCHE 660.- gebeizt und mattiert mit gewölbt Mitteltür LMKg 680.- ECHT BUCHE gebeizt u.mattiert,mit ****** Nußbaum-Einlageimit. 735.- ECHT BUCHE anpollert, mit Nuß- "V-* baum-Einlage imitiert OBIGES ZIMMER KOSTET ALS EINBETTZIMMER MIT 130 cm SCHRANK DM 4TO- ALLE TEILE AUCH EINZELN LIEFERBAR BEQUEME RATENZAHLUNG GESTATTET DIE ANSCHAFFUNG VON QUALITÄTSMÖBELN ALLER ART EINZELSCHRÄNKE • KOCHEN • WOHNZIMMER - POLSTERMÖBEL • FEDERBETTEN - MATRATZEN • LIEFERUNG FREI HAUS MWWMWW Reisedienst der Zeitung Pas Volk veranstaltet durch OmnibusveimietungRauchiuß Freiburg, Talstraße 10 Freitag, den 14. September 1951 Bodensee-Fahrf Höllental, Singen, Radolfzell, Konstanz (ca. 2 Std. Pause), Meersburg (ca. 2 Std.), Birnau (Besichtigung der Klosterkirche), Uberlingen, Stockach, Freiburg Fahrpreis DM 10.— Abfahrt: 7 Uhr, Talstraße 10 Rückkehr: gegen 23 Uhr Sonntag, den 18. September 1951 Singen zum Fußballspiel Fahrpreis DM 8.— KOnStailZ Fahrpreis DM 10.— Abfahrt: 8 Uhr, Talstraße 10 Montag, den 17. September, und Donnerstag, 27. September 1951 Zürich Fahrpreis DM 10.— Abfahrt; 7 Uhr, Talstraße 10 Dienstag, den 25. September 1951 Basel Fahrpreis DM 5.— Luzem Fahrpreis DM 12.— Vorverkauf in unserer Hauptgeschäftsstelle Freiburg, Kaiser- Joseph-Straße 229, Telefon 2816, und Autovermietung Rauch*, fuß, Talstraße 10, Telefon 2944,' 1 Samstag, 8. September 1951 Bas Vota - -• v~ Nummer 108 — Seite 13 Bettwäsche Beachten Sie die ermäßigten Preise Kissenbezug 80,80 extra starke Qualität . . 3.95 Kissenbezug 80/80 la Aussteuerqualität, gebogt . . . nur 5.95 Bettuch la Linon 150/240 .nur 12.85 Streifen-Damast 130 cm breit, starke Qualität .... nur 4.85 Blumen-Damast 130 cm breit, la Aussteuerqualität nur 5.75 Inlett 80 cm, federdichtl. 4,95 Inlett 130 cm, farbecht J . z 9 g 6 ottbart Seit „1549" im F^hilienbesitz Bertholdstrafie, gegenüber Stadttheater Efter~Wernentin Privatlehrinstitut Unsere Herbstlehrgänge beginnen am 13./14. September 1951, und zwar in Kurzschrift (Anf., Fortgeschr., Eilschrift) Maschinenschreiben (Anf., Fortgeschr.) Buchführung (Anf., Fortgeschr.) und übrigen kaufm. Fächern. Vorbereitung auf Prüfungen. Auch bewährter Einzelunterricht. Anmeldung und Beratung: Freiburg, Lugostr. 1 — Fernruf 2798 — St. Ursula-Gymnasium (i. d. E.) Freiburg. i. Br. Kath. Lehr- und Erziehungsinstitut (K. I.) Eisenbahnstraße 45, Telefon 4932 Wiederbeginn des Schuljahres Donnerstag, 13. September, ab 8 Uhr, Prüfung der Schülerinnen der untersten Klasse (Sexta); Entgegennahme von Anmeldungen für die übrigen Klassen (vor Donnerstag, Hildastraße 37). Freitag, 14. September: Die Schülerinnen der Klassen U III bis U I finden sich um 8 Uhr, die der Klassen VI bis IV um 10 Uhr in der Schule ein. Die Anstaltsleitung Volksschule Freiburg i. Br. Das Schuljahr 1951/52 beginnt am Donnerstag, dem 13. September ^051. Die 2. bis 8. Klassen finden sich an diesem Tag um 8 Uhr bzw. 13 Uhr in ihren früheren Klassenzimmern ein. Die Schulanfänger werden am Montag, dem 17. September 1951, um 9 Uhr, aufgenommen. Kreisschulamt Hanomag Limousine, 23 PS, fahrbereit, versteuert und versichert, umständehalber preisgünstig abzugeben. Zu erfragen unter L 1201 im Verlag Das Volk, Freiburg. Bei großer Auswahl können Sie gegen ZaI)lung