s o BADISCHE HEIMATZEITUNG l Jahrgang Freitag, i Januar 1952 F Nummer 2 EuropäilcheVertretung angeftrebt An Stelle der nationalen Mitgliedschaft in der Atlantik-Organisation Bonn. Staatssekretär Professor Walter Hallstein sprach am Mittwoch vor der Presse in Bonn die Hoffnung aus, daß die Partner der Bundesrepublik in der europäischen Verteidigungsgemeinschaft ihre nationalen Vertretungen in der Atlantik-Ffekt-Organisation aufgeben. „Wenn die fünf Partner ihre nationale Vertretung dort nicht aufgeben, kann man nicht von einer deutschen Gleichberechtigung sprechen“, fügte er hinzu. Hallstein sprach die Erwartung aus, daß das Gewicht der bisherigen nationalen Vertretungen Frankreichs, Italiens And der Beneluxstaaten im Atlantik-Pakt auf eine neue übernationale Vertretung der europäischen Verteidigungsgemeinschaft verlagert wird. Deren korporative Mitgliedschaft in der atlantischen Organisation sei vorgesehen. Eine Formel dafür müßten die Außenminister der Verteidigungsgemeinschaft noch finden. Die Rekrutierung für die europäische Armee werde auf nationaler Ebene erfolgen, fuhr Hallstein fort. Die Art und Weise werde von den einzelnen Ländern selbst bestimmt. Dafür würden im einzelnen nationale Organe geschaffen. Nach dem Vertragsentwurf der europäischen Verteidigungsgemeinschaft seien die einzelnen Länderparlamente beauftragt, Wehrgesetze zu erlassen. Die schon bestehenden nationalen Armeen der Mitglieder der Verteidigungsgemeinschaft würden der gemeinsamen Streitmacht zugeführt. Politische und finanzielle Fragen offen Auf der für Ende Januar vorgesehenen Konferenz der Außenminister der europäischen Verteidigungsgemeinschaft werden nach den Worten Hallsteins noch politische und finanzielle Fragen zur Debatte stehen. Auf politischem Gebiet müsse noch über die Kompetenzverteilung zwischen Verteidigungskommissariat und Ministerrat entschieden werden. Voraussichtlich werde das Kommissariat an die Entscheidungen des Ministerrates gebunden werden. In der Finanzfrage sei man im Grundsatz Die Arbeit der UNO geht weiter Abschluß in frühestens 30 Arbeitstagen Paris. Nach der zehntägigen Weihnachtspause begann am Mittwochvormittag der komplizierte Apparat, den die Vereinten Nationen für ihre sechste Vollversammlung in Paris aufgebaut haben, wieder langsam anzulaufen. Allmählich treffen die Delegierten der sechzig Nationen ein, um im günstigsten Fall in 30 Arbeitstagen die noch schwebenden Fragen zu behandeln. Bis Mitte Januar, so hofft der Präsident der Vollversammlung, Dr. Louis Padilla Nervo, werden die Ausschüsse ihre vorbereitende Arbeit abgeschlossen haben, so daß dann die Vollversammlung und der Sicherheitsrat die ihnen vorgelegten Fragen entscheiden können. Zugespitzte politische Situation in Frankreich Kampf um die Zustimmung zum Staatshaushalt 9. Januar Badischer Landtag Freiburg. Der Badische Landtag wird am 9. Januar zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahr zusammentreten. Es ist damit zu rechnen, daß auf dieser Sitzung der von der altbadischen Richtung der CDU beabsichtigte Mißtrauensantrag gegen Finanzminister Dr. Wilhelm Eckert (CDU) eingebracht wird. Zu diesem Komplex gehört auch ein Strafantrag, den Dr. Eckert vor kurzem gegen Landtagspräsident Karl Person (CDU) und gegen den CDU- Abgeordneten Anton Hilbert wegen „ehrenrühriger Verleumdung“ beim Generalstaatsanwalt gestellt hat. Zu diesem Antrag hatte Dr. Person geäußert, daß die Angelegenheit im Landtag erledigt wird. Die Tagesordnung umfaßt neben zwei Regierungsvorlagen (Landesgesetz zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und Landesgesetz über Personalausweise) zwei Anträge der FDP (Ersuchen an die Regierung um Unterlassung weiterer Schritte zwecks Aufhebung oder Abänderung des Zweiten Neugliederungsgesetzes und Änderung des Paragraphen 41 Satz 1 des Badischen Wassergesetzes) und eine Reihe förmlicher Anfragen. Außerdem werden Gesuche und Beschwerden behandelt und ein Bericht des Vorsitzenden des Flüchtlingsausschusses entgegengenommen. Die Sitzung wird sich voraussichtlich auf zwei Tage erstrecken , Neujahrsempfang bei Franfois-Poncei Mainz. Der französische Hohe Kommissar Andre Frangois-Poncet gab am Mittwochmittag auf Schloß Waldthausen bei Mainz einen Neujahrsempfang, zu dem u. a. der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Peter Altmeier, und Staatspräsident Gebhard Müller von Württemberg-Hohenzollern erschienen waren. In Vertretung des südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohieb nahm Innenminister Prof. Dr. Alfred Schühly an dem Empfang teil. v In seiner Ansprache wies Frangois-Poncet auf die bevorstehende Ablösung des Besatzungsstatutes hin und betonte, daß er wahrscheinlich zum letztenmal in seiner Eigenschaft als französischer Hoher Kommissar die Länderchefs begrüßen könne. Die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit sei sicher nicht vergebens gewesen. IRO hat Arbeit eingestellt Frankfurt a. M. Die internationale Flüchtlingsorganisation IRO hat am Jahresende ihre Arbeit eingestellt. Als Nachfolgerin der von der amerikanischen Armee ins Leben gerufenen UNRRA hat sie seit 1947 rund einer Million vor allem in Deutschland lebender heimatloser Ausländer in etwa 35 Ländern der freien Welt eine neue Heimat verschafft. Jetzt befinden sich in Deutschland noch etwa 150 000 heimatlose Ausländer, darunter 40 009 Kranke und Hilfsbedürftige. Rund 90 000 wollen in Deutschland bleiben. Politik — ganz kurz Zur Verstärkung der General Eisenhower unterstellten europäischen Verteidigungsstreitkräfte wird in Kürze das 117. Geschwader der USA-Luftstreitkräfte nach Frankreich verlegt werden. Zwischen der Bundesregierung und den drei Westmächten wird gegenwärtig über die Termine für die Hauptschuldenkonferenz verhandelt, die Ende Februar stattfinden soll In dieser Konferenz soll die Frage der deutschen Vorkriegs - und Nachkriegsschulden endgültig geklärt werden. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Dr. Otto Suhr, wird am 16. Januar für acht Tage nach Paris reisen, um die Einrichtungen der französischen Kammer und der Hochschule für Politik zu studieren. Der Verein der württembergischen Verwaltungsbeamten veranstaltet am Sonntag in Stuttgart eine Landesversammlung, die sich unter anderem mit den Fragen der staatlichen und kommunalen Neuordnung im Südwestraum sowie der Schaffung eines neuen Beamten- und Besoldungsrechtes befassen wird. Der Leiter der Verwaltungsstelle Düsseldorf der IG. Bau, Steine, Erden, Heinrich Höffken, und sein Stellvertreter, Eduard' Bieschke, wurden auf Beschluß des Hauptvorstandes dieser Gewerkschaft wegen Verstoßes gegen die Satzungen fristlos ihrer Ämter enthoben. Der erste Parteikongreß der italienischen Sozialdemokraten nach dem Zusammenschluß der sozialistischen Parteien des Landes, mit Ausnahme der Linkssozialisten begann am Donnerstag in Bologna. Paris. Die krisenhafte Zuspitzung der politischen Situation in Frankreich, die Ministerpräsident P1 e v e n dazu zwang, die Vertrauensfrage zu stellen, hat diesmal rein politischen Charakter. Die Sozialisten sind das Zünglein an der Waage. Ohne ihre Unterstützung vermag Pleveri nicht die notwendige Mehrheit für seinen Budgetvorschlag zu finden. Die sozialistische Partei ist zur Zeit geteilter Meinung über die Frage, ob man Pleven als das kleinere Übel vorziehen und damit eine Wirtschafts-, Finanz- und Schulpolitik unterstützen soll, die vielfach das Gegenteil der sozialisti- Berlin. Der ehemalige Reichskanzler Dr. Joseph W i r t h hat die Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates in einem Schreiben aufgefordert, nicht über den Schuman-Plan zu entscheiden, ohne das deutsche Volk zu befragen. „Das deutsche Volk steht heute nicht mehr in Übereinstimmung mit der Politik der Regierung in Bonn“, schreibt Dr. Wirth. „Das deutsche Volk muß daher in seiner Gesamtheit zur eigenen Entscheidung aufgerufen werden.“ Wirth vergleicht in seinem Schreiben den Schuman-Plan mit dem Dawes- und Young- Plan, mit denen nach dem ersten Weltkrieg die deutschen Reparations- und Anleiheverpflichtungen geregelt wurden. Die Spuren des verhängnisvollen Young-Planes seien noch so deutlich sichtbar, daß man in Ahnung kommender Dinge einfach nicht schweigen dürfe. Die politisch verantwortlichen Zeitgenossen müßten darauf aufmerksam gemacht werden, daß Deutschland wieder einmal wie schon mehrfach unter ein fremdes finanzielles und wirtschaftliches Regime gebeugt werden solle. Die Einzelheiten des Schuman-Planes und der General- verträg mit den Zusatzverträgen zeigten, daß über ein gemeinsames Budget einig. Es sei aber die Frage zu lösen, ob die Verfügung über die Haushalte in der Übergangszeit einem europäischen Organ oder zunächst der nationalen Zuständigkeit unterliegen soll. 44 bis 4? Europa-Armee-Divisionen Paris. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet aus Paris, daß sich die militärischen Sachverständigen der Europa-Armee- Staaten auf 44 bis 47 Divisionen (die von AFP allerdings „Gruppen“ genannt werden) für die Europa-Armee geeinigt hätten. Frankreich soll 14 bis 16, Deutschland und Italien je 12 und die Beneluxstaaten 6 bis 7 Divisionen stellen. Außerdem seien unterstützende Luft- und Seestreitkräfte vorgesehen. Zur Verteidigung seiner überseeischen Verbindungswege und der Gebiete der französischen Union soll Frankreich weiter 5 oder 6 Divisionen behalten. Bisher war gemeldet worden, daß die Europa- Armee insgesamt 43 Divisionen umfassen solle, von denen Frankreich 13, Deutschland und Italien je 12 und die Beneluxstaaten 6 stellen sollten. Die noch zu behandelnden Hauptprobleme sind: Korea (falls es in nächster Zeit zur Unterzeichnung des ' Waffenstillstands kommt), Libyen und Palästina, die Klage Nationalchinas gegen die UdSSR, der E1 f - mächteplan zur Stärkung der kollektiven Sicherheit (mit dessen Ausarbeitung die vorhergegangene Vollversammlung eine besondere Kommission betreut hatte) und schließlich der Friedensplan, den der Generalsekretär der UNO, Trygve Lie, 1950 vorgelegt hatte und dessen Anwendung im Lichte der letzten Entwicklung erneut überprüft werden soll. sehen Forderungen anstrebt, oder ob man es auf einen Sturz Pievens und die Bildung einer neuen Regierung durch die oder zumindest mit den Gaullisten ankommen lassen soll. Ein diplomatisches Barometer London. Die kleine Friedenskonferenz für Österreich Ende Januar in London wird in politischen Kreisen als diplomatisches Barometer betrachtet. Der Entwurf zum Staats vertrag habe bereits vor einem Jahr kaum noch sachliche Schwierigkeiten bereitet. es unter den Bedingungen der Besetzung keine Souveränität gebe. Aas politischen Gründen in Ost-Berlin Berlin. Der Sowjetzonen-Nachrichtendienst ADN berichtet, daß Dr. Wirth als Gast des Ost- Berliner Oberbürgermeisters Friedrich Ebert (SED) in Berlin ist, um die Voraussetzungen für eine Verständigung zwischen Ost- und Westdeutschland und für die Wiederherstellung der deutschen Einheit zu studieren. Wirth habe Wilhelm Pieck einen Besuch abgestattet, auf eigenen Wunsch eine Aussprache mit Vertretern der Sowjetunion in Berlin gehabt und viele Unterhaltungen mit führenden Politikern und Persönlichkeiten des wirtschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Lebens geführt. Wirth beabsichtige, das Ergebnis seines Studiums nach der Rückkehr in seine badische Heimat der Öffentlichkeit in einem Memorandum zu unterbreiten. Die Reise Joseph Wirtin nach Ost-Berlin geht auf rein private Initiative zurück, erklärte die Pressestelle der deutschen Zentrumspartei in Düsseldorf. Gegenkraft der Freiheit Das politische Bild der Sowjetzone hat sich gegenüber dem Zustand vor einem Jahre in einem wesentlichen Punkt verändert. Gewiß ist der politische Terror stärker geworden und der Bolschewisierungsprozeß ein beträchtliches Stück fortgeschritten. Aber zum erstenmal seit der Machtübernahme durch die Kommunist«» ist doch in den letzten Monaten des Jahres 1951 eine Gegenkraft in Erscheinung getreten, di» durchaus in der Lage ist, 1952 die politische Entwicklung in dem Gebiet hinter der Elbe entscheidend zu .beeinflussen. Der individuelle Widerstand gegen den kommunistischen Terror und die Ausbeutung der Bevölkerung hat begonnen, zum Massenwiderstand zu werden. Das zunehmende Interesse des demokratischen Westens am Schicksal der Sowjetzonenbevölkerung, gefördert neuerdings noch durch die Behandlung der Frage der deutschen Einheit vor der UNO sowie durch die Einsetzung einer unparteilichen internationalen Untersuchungskommission, aber auch die von der SPD erzwungene Aktivität der Bundesrepublik stehen mit der wachsenden Widerstandskraft der Menschen hinter dem Eisernen Vorhang in enger Wechselwirkung. Wesentlich für das künftige Schicksal der • Ostzone und verhängnisvoll für die SED-Politik ist dabei die Tatsache, daß gerade diejenigen gesellschaftlicher! Gruppen, die hauptsächlich Träger der kommunistischen Politik werden sollen, nämlich die Masse der Arbeiterschaft und die Jugend, die entschiedensten Verfechter des Widerstandes geworden sind. Es war ein entscheidender Einschnitt in der sowjetzonalen Entwicklung, daß die Arbeiterschaft die ihr aufgezwungenen Kollektivverträge mit ihren Lohnsenkungen und sozialen Verschlechterungen zum erstenmal mit Streiks beantwortete. So vereinzelt diese Streikaktionen auch gewesen sein mögen — sie mußten zum Teil durch die Vopo niedergeknüppelt werden —, so sehr bedeuteten sie einen Schock für die bisher allgewaltigen kommunistischen Machthaber, weil sie die Grenze ihrer Macht aufzeigten. Da selbst viele Gewerkschaftsfunktionäre, vor allem in den „volkseigenen Betrieben“ und in den unteren Einheiten, den Widerstand der Arbeiterschaft gegen das neue Ausbeutungssystem duldeten oder sogar unterstützten, weil sie traditionsgemäß den Sinn der Gewerkschaftsarbeit in der Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen sehen, griff das Pölitz büro der SED auf Anweisung der Sowjets ein, die ja allein den Nutzen aus der gesteigerten Produktion der Sowjetzonenindustrie ziehen. Das Versagen der Gewerkschaften im sowjetischen Sinn machte die offene Übernahme der Gewerkschaftsarbeit durch die SED notwendig, was praktisch nichts anderes als eine weitere Verstärkung des Terrors gegen die Arbeiterschaft bedeuten kann. Damit verbunden wird eine große Säuberung der FDGB-Organisation. Ob diese Maßnahmen den erhofften Erfolg haben werden, steht dahin. Wir glauben nicht, daß ein verstärkter Terror die Widerstandsbewegung abzudrosseln vermag. Dazu ist sie zu elementar von unten her getragen von dem leidenschaftlichen Willen zur Freiheit und der klaren Erkenntnis, im Kampf um die Menschenrechte nicht mehr allein zu stehen. Der Massenwiderstand in der Sowjetzone zeigte sich auch, als man unter dem Vorwand einer ..Aufbausoende für Ost-Berlin 1952“ etwa 670 Millionen DM aufzubrinsen versuchte, um die leeren Staatskassen zu füllen. Die geforderte dreiprozentige Lohnab gab« stieß auf so heftieen Widerstand der Massen, daß das ZK der SED im Parteiorgan die Eintreibung der Zwangsspende zurückpfeifen mußte. Nicht weniger bedeutungsvoll Ist der Widerstand. der sich seit den kommunistischen Weltjugendfestspielen in Ost-Berlin in der FDJ bemerkbar macht. Waren schon der Massenansturm der FDJler auf das freie West-Berlin und die für die Jugendlichen aus der Zone geradezu erlösende Aussprache mit dem demokratischen Westen ein untragbares Anzeichen für diese Wandlung, so waren die organisatorischen Änderungen in den zentralen und bezirklichen Führungsgremien dieser ostzonalen Staatsjugend ein weiterer Beweis für die Innere Zersetzung der FDJ. Kurz vor Weihnachten kam die völlige Abstinenz der FDJ von jeder politischen Aktivität im Sinne Moskaus erneut zum Ausdruck, als in dem Rechenschaftsbericht über den „Monat der deutsch-sowjetischen Freundschaft“ die FDJ den Rüffel einstecken mußte, die Verbrüderung mit dem „größten Freund Deutschlands“ in keiner Weise unterstützt zu haben. Es ist nicht ohne Bedeutung, daß gerade an der Jahreswende sich innerhalb der FDJ auch rein organisatorisch ein Widerstandszentrum herauskristallisierte — eine „Aktionsgemeinschaft der FDJ“ Mit unüberhörbar grollendem Unterton klopft das begonnene Jahr an die Tür der kommunistischen Machthaber der Sowjetzone. Dr. Wirth will Volksentscheidung über Schuman-Plan 1 Seite 2 — Nummer 2 Das Datß Das Jahr 1951 war gut - aber für wen? Eine nachträgliche Festrede zum Jahreswechsel Die volkswirtschaftliche Bilanz de* letzten Jahres ist nicht ausgewogen. Während die Haushalte der Masse der Verbraucher — jeder kann dies an »einer Kealkaufkraft feststellen — stark absinkende Richtung zeigen, gibt es Leute, die mit dem Jahre 1951 durchaus zufrieden sein konnten. Es sind verhältnismäßig wenige zwar, doch sie konnten eben den Rahm abschöpfen. Das beweist allein die Tatsache, daß von den 3300 Aktiengesellschaften, die wir im Bundesgebiet haben, die weitaus meisten ihr Aktienkapital 1:1 umstellen konnten. Im Schnitt aller Umstellungen verwandelten sich mehr als 84 Prozent des Aktienkapitals von entwerteter R-Mark in gute D-Mark, während 100 Mark' Spargeld auf 6.50 DM zusammen* schrumpften. Glänzende Kuraentwicklung Daß es der Industrie im Jahre 1951 glänzend gegangen ist, zeigt auch der Kursdurchschnitt der Aktien, der von 64.25 im Jahresdurchschnitt von 1950 auf über 110 zum Jahresende stieg. Nach einer Aufstellung in der »Welt der Ar- Unsere Meinung Der Fall Dr.Wirth Der frühere Reichskanzler Dr. W i r t h besitzt als • aufrechter süddeutscher Demokrat einen guten Rüf. Er hat in schwieriger Zeit der Weimarer Republik das Reichsschiff gesteuert, sein Name ist mit dem unglücklichen Begriff „Erfüllungspolitik“ verknüpft. Niemand wird es ihm verübeln, wenn er vom Blickpunkt seiner Erfahrungen heute zu den Entwicklungen Stellung nimmt, die in Verbindung mit der Verteidigung Europa» gegen sowjetische Bedrohung konkrete Formen anzunehmen beginnen. Wenn Herr Dr.Wirth dies von seinem Wohnort Freiburg aus täte, hätte seine Stellungnahme als Mahnung, alte Fehler, die sich bitter rächten, Zu vermeiden, politisches Gewicht. Dr. Wirth hat zweifellos recht, wenn er schreibt, daß das deutsche Volk „nicht mehr in Übereinstimmung mit der Politik der Regierung in Bonn“ stehe und es daher in Neuwahlen zum Bundestag zu neuer Entscheidung über den Regierungskurs aufgerufen werden müßte. Aber Dr. Wirth erhebt seine mahnende Stimme merkwürdigerweise von Ost-Berlin aus, wo er mit allen möglichen Leuten Gespräche geführt hat, mit sowjetischen Stellen, mit sowjetzonalen Machthabern und Parteivertretem. Das wirkt doch sehr peinlich und tut weh aus der Erinnerung an einen Mann, der eine Tradition verkörpert, die wahrhaftig in Gegensatz zu dem politischen Klima des Totalitarismus steht, in dem er sich in Ost- Berlin bewegt hat. Dem ehemaligen Reichskanzler hätte schon der politische Instinkt sagen müssen, daß man nicht von Ost-Berlin aus deutsche Politik betreiben kann. Hier wird alles — besonders wenn man mit offenen Armen aufgenommen wird — Mittel sowjetischer Politik in der Linie /des Kremls, die darauf abzielt, ganz Deutschland in den sowjetischen Herrschaftsbereich einzubeziehen. Der Eifer, mit dem die sowjetische Propaganda die Äußerungen von Dr. Wirth aufgegriffen hat, sollte den ehemaligen Reichskanzler hellhörig machen. Wir können uns nicht vorstellen, daß er wirklich die Absicht hat, zu einem Werkzeug der Kremlpolitik zu werden, die ihn jetzt als willkommenes Aushängeschild mißbraucht. beit“ stieg z. B. der Kurs folgender 1:1 umgestellter Aktienwerte vom 31. Dezember 1949 bis Mitte 1951 wie folgt: Brown Boveri 105 auf 165; Buderus 82 auf 132; Contl-Gummi 109 auf 143; Dtsch Erdöl 60 auf 125; Degussa 64 auf 147; RWE auf 138; Südd. Zucker 90 auf 163. Von weiteren bedeutenden Werken stiegen die Werte der Harzener Bergbau von 82 auf 166, Hoeseh von 58.5 auf 134, Klöckner 64 auf 158, Mannesmann von 60 auf 124, Rheinstahl von 63 auf 147, Stahlwerke von 60 auf 145. Den großen Industrieunternehmungen geht es demnach, wie diese kleine Auslese beweist, besser, als sie es bei Lohnverhandlungen wahrhaben möchten. Es lohnt sich schon wieder, als Aktionär zu leben. Das Kapital „arbeitet“ wieder, während man den Arbeitnehmern ständig die Erhöhung der Arbeitsproduktivität predigt, wenn sie mit ihren Löhnen den weglaufenden Preisen nachkommen wollen. Wer ea erarbeitete Die Tatsachen hinsichtlich der Arbeitsproduktivität stellen sich aber wie folgt dar: Die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie stieg von 4.8 Millionen im Jahre 1950 auf 5.4 Millionen im September 1951, also um 600 000 oder 12 Prozent. Geleistet wurden monatlich 770 Millionen Arbeitsstunden 1950 und etwa 850 Millionen im Jahre 1951, das sind etwas mehr als 12 Prozent. Der Umsatzwert der Industrieerzeugung stieg jedoch von 555 Millionen DM im Monatsdurchschnitt 1950 auf über eine Milliarde DM monatlich 1951, also um fast 100 Prozent. Darin drückt sich zum Teil die Preissteigerung aus (25 Prozent bei Grundstoffen, 20 Prozent bei Industriestoffen), zum anderen aber die gestiegene Produktion aus der Mehrleistung der Beschäftigten, die „amtlich“ nur mit etwa 13 Prozent pro Arbeitstag eines Beschäftigten bewertet wird, in Wahrheit jedoch weit höher ist. Auch der Staat verdiente: nicht an der Einkommensteuer der Veranlagten, sondern an der Lohnsteuer, der Umsatzsteuer, deren Aufkommen um 50 Prozent anstleg, den Zöllen und Verbrauchssteuern. Man verstand es, die klei- Bern. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Basler „Nationalzeitung“ sagte der republikanische USA-Abgeordnete Jakob K. Ja vits, der Kontakt zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und der westdeutschen Bevölkerung lasse zu wünschen übrig. Es habe den Anschein, als sei er im Ausland stärker anerkannt als in seinem eigenen Land. Der USA- Parlamentarier bezeichnete Adenauer und Schii- Hamburg. Bundes justizminister Dr. Dehler hat es abgelehnt, den Kriegsopferverbänden Rechenschaft über seine Äußerung zu geben, daß ein Drittel aller Renten in der Bundesrepublik zu Unrecht bezogen werde. In einem Schreiben an die Kriegsopferverbände spricht er diesen gleichzeitig das Recht ab, für die Opfer des Krieges und der Arbeit zu sprechen. Was nen Leute zu erfassen und die großen ungeschoren zu lassen. Und die Lebenshaltung f In den Festreden war oft von der erheblichen Verbesserung der Lebenshaltung der Bevölkerung im Jahre 1951 die Rede. Das stimmt zwar, wenn man die Jahre 1945—48 zum Vergleich heranzieht. Vergleicht man jedoch den Verbrauch von 1938, als es schon hieß: Kanonen statt Butter, mit 1951, so kommt man zu folgenden Ergebnissen: Kilo-Verbrauch pro Kopf 193» 1949—51 Schweinefleisch (ohne Fette) 28.3 17.6 sonstiges Fleisch 20.4 16.4 Seefisch 11.9 7.2 Milch Liter 125.— 111.— Butter 8.8 5.7 Margarine, Speiseöl, Pflanzenfett 8.7 10.4 Schlachtfette 9.3 5.6 Kartoffeln 182.9 194.— Getreide (Mehlwert) 104.9 104.8 Es stimmt auch .nicht, daß die Einschränkungen im Nahrungsmittelverbrauch auf den hohen Verbrauch von Genußmitteln zurückzuführen wären. Hier werden Preise mit Warenmengen verwechselt. Tatsächlich verbrauchten Kilo pro Kopf Deutsch. Reich West-Deutschl. 1936 1950 Tabak 1.8 1.4 Kaffee 1.9 0.55 Tee 0.1 0.04 Bier, Liter 58,7 35.— Es kommt also immer darauf an, von welchem Standpunkt aus man die günstige oder ungünstige Entwicklung einer Zeit beurteilt Von unten her sehen die Dinge anders aus, aber die von unten halten ja auch keine Festreden. Sie haben die Sorge, mit den „Früchten“ der Erhardschen liberalistischen Wirtschaftspolitik (er selbst nennt sie schönfärbe- risch: soziale Marktwirtschaft) fertig zu werden. Es liegt aber an den Opfern dieser Wirtschaftspolitik selbst, bei den nächsten Wahlen einen anderen Kurs herbeizuführen. macher als die beiden bedeutendsten Männer, die Deutschland heute besitzt. Javits fügte hinzu, die amerikanischen Kongreßmitglieder seien bei ihrem Deutschlandbesuch mit am stärksten von der Arbeit der deutschen Gewerkschaften beeindruckt worden. Er kritisierte die „hohen Industrieprofite“, dieeineungesunde sozialpolitischeAtmosphäreinder Bundesrepublik erzeugten. die Gemeinschaft ihnen schulde, leiste der Staat von sich aus. Er brauche keinen Mahner. Der Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten in Hamburg erklärte hierzu, daß alle Bundestagsfraktionen über diesen Vorgang unterrichtet worden seien. Eine Delegation der Kriegsopfer solle nunmehr Bundeskanzler Dr. Adenauer aufsuchen, um die strittigen Fragen zu klären. Freitag, 4. Januar 1952 Cinb sie sangen so schon ... Alemannische Trachtengruppen haben dem Staatspräsidenten Leo Wohieb zum neuen Jahrfi alles Gute für seinen Kampf um Altbaden gewünscht und ihm als dankbare Landeskinder mancherlei Schönes und Leckeres mitgebracht: diverse Weine, Kirschwasser, Brezeln usw. — Nun also: Wohl b ekomm’s! Der Empfang muß sehr erhebend gewesen sein, denn der Herr Staatspräsident war in seiner hellen Begeisterung drauf und dran, mit den Trachtengruppen schnurstracks nach Bonn in den Bundestag zu fahren, um dort die badische Heimatliebe, die ja in der Phantasie des Herrn Wohieb gefährdet ist, ad oculus zu demonstrieren, Sicherlich wäre den-Abgeordneten in Bonn besonders das flotte Trinklied zu Herzen gegangen, das man Herrn Wohieb zu Ehren im Colombi-Schlößchen gesungen hat und das mit folgendem Refrain endet: „Wir wollen keine Schwaben sein, Wir wollen Badener bleiben .“ Da fällt uns etwas Erschreckendes ein! Das Schwabentor in Freiburg! Könnte da nicht auch die Gefahr bestehen, daß man beim Hindurchschreiten infolge geheimnisvoller Beeinflussung plötzlich von einem Badener zum Schwaben wird? Hand aufs Herz: Die Schwaben sind zu allem fähig! Uns überläuft es bei dem Gedanken daran eiskalt! Am Rande notiert Teuere Äpfel. Eine Marktfrau aus einer; Ortschaft im Kreis Göppingen hat in einer Göp- pinger Zeitung eine Anzeige äufgegeben, in der sie eine Frau sucht, die ihr bei einem Einkauf 20 Mark zuviel gegeben hat. Die Käuferin hatte bei der Marktfrau zehn Pfund Äpfel gekauft und mit einem zusammengefalteten 20-Mark- Schein bezahlt. Später stellte die Marktfrau fest, daß sich in dem Schein noch eine zweite 20-Mark-Note befand. Bis jetzt ist auf die Anzeige noch keine Antwort eingegangen. Glück gehabt! — Zweieinhalb Stunden lang lag ein alter Rucksack unbeachtet auf dem Bahnsteig des Ortes Baden bei Wien. Als der vergeßliche Eigentümer telefonisch den Verlust meldete und um Sicherstellung bat, stellte sich heraus, daß der Rucksack Goldmünzen, Perlen und kostbare Schmuckstücke im Wert von etwa fünf Millionen Schilling (etwa 1,5 Million m DM) enthielt. Noch nicht vermißt. Zwei seltene Fundsachen bietet die Düsseldorfer Polizei aus: ein Päckchen Fünfzigmarkscheine mit insgesamt fünftausend Mark, das ein Mann vor Weihnachten auf der Straße gefunden hat, und einen Konzertflügel, der in der Silvesternacht herrenlos auf einer der größeren Straßen Düsseldorfs stand. Beides hat bis jetzt noch nicht seinen Eigentümer gefunden. Erdbeeren und Nelken. Das milde Wetter der letzten Zeit hat in Jugenheim an der Bergstraße Erdbeeren reifen lassen. In einem Gasthaus sind die Nelken aufgeblüht. Ufas madit das Wetter ? Auf der Rückseite eine» unter Auffüllung über die Nordsee ostwärts abwandernden Tiefs strömt kältere Meeresluft in höheren Lagen zu uns. Kräftiger Druckanstieg in ihr wird zumindest vorübergehend ruhigeres» winterliches Wetter auslösen. Wetteraussichten bis Samstagabend? Anfangs bet wechselnder Bewölkung noch einzelne Schauer, aucn in tieferen Lagen meist als Schnee. Zum Wochenende, abgesehen. von Frühnebel, meist heiter und trodeen. TagestemperaturenSLn den Niederungen um 0 Grad oder wenig darüber. Nachts leichte bis mäßige Fröste, in Tal- und Kessellagen bis zu minus 10 Grad, im Gebirge anhaltendes Frostwetter. Abfiauende nordwestliche Winde. Herausgeber: Ring Druck und Verlag GmbH. Freiburg i. Br., Kaiser-Joseph-Straße 229, Fernruf 2810 .Chefredaktion: O. Fischer. Verlagsleitung: A. Höcklin Druck: Universitätsdruckerei Foppen & Ortmann, Freibyrg 1. Br. Amerikanische Kritik an hohen Industrieprofiten Adenauer fehlt die Volksnähe Ein typischer Vertreter der Sozialreaktion Eine „Antwort“ Dr. Dehlers an die Kriegsopfer-Verbände ck i clUl Scotland Yard Kriminalroman von D.Hum seinem Sessel und schrieb. Der Gerichtssekretär las die Anklage gegen Peter Borden vor, der beschuldigt wurde, am zwanzigsten des Monats um elf Uhr vormittags auf dem CavendiSli Place einen Wagen gestohlen zu haben. „Bekennen Sie sich schuldig oder unschuldig?“ Die Zeitungsleute zückten die Bleistifte. „Unschuldig!“, sagte Cardby mit Nachdruck. „In diesem Falle“, erklärte Olton, „erscheine ich hier als Verteidiger für den Angeklagten.“ » „Also gut, Borden. Ich werde dem Wärter jetzt Ihren Namen sagen, damit er ihn auf der Anklageliste einsetzen kann. Sie erklären also, daß Sie nicht schuldig sind, und ich werde mein Bestes für Sie tun. Ich möchte Ihnen noch einen Rat geben, bevor ich gehe. Seien Sie vorsichtig in Ihren Äußerungen. Die Zeitungsleute haben sich auf die Sache gestürzt wie Schauspielerinnen auf einen Mann mit hohen Titeln. Solange die Verhandlung dauert, werden Sie jede Kleinigkeit berichten, wie Sie sich räuspern und wie sie husten. Wenn Sie es vermeiden können, lassen Sie sich nicht fotografieren, damit Sie nachher nicht allgemein bekannt sind, wenn Sie aus dem Gefängnis entlassen werden. Der ganze Gerichtssaal wimmelt von Reportern und draußen vor der Tür warten vier bis fünf Fotografen.“ „Es ist gut. Olton, ich werde mich schon in acht nehmen. Das habe ich immer getan.“ „Also, ich sehe Sie nachher im Gerichtssaal“, erwiderte der Anwalt und verschwand durch die Tür. , x . , . Mick ging zu dem Wärter zurück, setzte «ich auf die Bank, schob die Hände in die Taschen und streckte die Beine aus. „Nummer sieben!“ Mick Cardby erhob sich und folgte dem Beamten, der ihn näherwinkte. Der Richter, ein starker, untersetzter Mann i mit rotem Gesicht und kahlem Kopf, saß auf I Chefinspektor Hall betrat den Zeugenstand. Wie die meisten Polizeibeamten sprach er die Eidesformel so schnell, daß man den Worten kaum folgen konnte. Dann begann er: „Als ich gestern vormittag um elf Uhr mit Sergeant Waller und Detektiv Murphy am Äußeren Ring entlangfuhr, erhielt ich eine Nachricht, worauf ich den Angeklagten verfolgte, der eben auf den Äußeren Ring einbog. Nach einer halbstündigen Verfolgung wurde er im Regents Park verhaftet. Ich warnte ihn wie üblich und beschul-- digte ihn, daß er ein Auto gestohlen habe. Er antwortete: „Ich bestreite die Beschuldigung und werde mich dagegen verteidigen.“ “ Mißgestimmt ließen die Zeitungsleute die Bleistifte sinken. Die Sache schien recht uninteressant zu werden. In zwei Minuten würde alles vorüber sein. „Auf Grund dieser Tatsachen beantrage ich, daß dieser Fall auf eine Woche vertagt und der Angeklagte solange in Untersuchungshaft genommen wird.“ „Wollen Sie dazu etwas bemerken, Mr. Olton?“. fragte der Richter. „Jawohl“, entgegnete der dicke Anwalt und erhob sich mühsam von »einem Sitz. „Ich habe die Anweisung, gegen eine Vertagung Einspruch zu erheben.“ „Aus welchem Grunde?“ / „Der Gefangene erscheint zum erstenmal vor einem Polizeigericht und auf die Anklage erwidert er, daß er nicht die Absicht hatte, den Wagen zu stehlen. Es war nur ein Streich, den er in jugendlichem Übermut beging. Er sieht jetzt natürlich ein, wie töricht er gehandelt hat, und möchte sich bei dem Eigentümer entschuldigen, ebenso der Polizei gegenüber wegen der Mühe, die er den Beamten verursacht hat. Was die Verfolgung anbetrifft, so' erklärt er daß er die Sache aus Wagemut und Tollkühnheit unternommen hat. Niemals hatte er die Absicht, den Besitzer des Wagens zu berauben. Unter diesen Umständen und in Anbetracht der Unbescholtenheit des Angeklagten, glaube Ich doch, daß der Fall heute morgen ohne Vertagung erledigt werden kann.“ „Was haben Sie dazu zu sagen?“, wandte sich der Richter an den Inspektor. Hall beugte sich vor, als ob er ihm etwas Vertrauliches mitteilen wollte. „Die Polizei legt großen Wert darauf, daß heute morgen bei der Verhandlung gewisse Dinge nicht erwähnt werden. Der Gefangene hat sich hartnäckig geweigert, irgendwelche Angaben über sich selbst zu machen, und erst heute morgen hat er seinen Namen genannt. Wir hatten noch keine Zeit, festzustellen, ob dieser Name auch wirklich sein eigener ist. Außerdem haben wir Grund zu; der Annahme, daß die Flucht, bei der er gestern verhaftet wurde, nicht seine erste ist Nur seine außerordentliche Geschicklichkeit und seine Waghalsigkeit haben ihn bei früheren Gelegenheiten der Verhaftung entzogen. Wir wollen später diese anderen Fälle vor Gericht bringen. Aber vielleicht will der Gefangene selbst einige Aussagen machen. Er könnte dann auch gefragt werden, warum er die Verhandlung heute sofort zu Ende geführt wissen will.“ „Wünscht Ihr Klient unter Eid verhört zu werden?“, fragte der Richter. Olton besprach sich kurz mit Mick. „Nein. Der Angeklagte zieht es bei der Haltung der Polizei vor, den Zeugenstand nicht zu betreten, bis der Beamte die Verdächtigungen, die er heute morgen geäußert hat, zurückzieht oder sich bei ihm entschuldigt.“ Ein leises Lachen ertönte im Zuschauerraum. Der Richter machte ein düsteres Gesicht. „Es bleibt mir in diesem Fall nichts anderes übrig“, sagte er, „als dem Antrag der Polizei stattzugeben. Der Angeklagte bleibt weitere sieben Tage in Untersuchungshaft.“ Eine halbe Stunde später war Mick Cardby in dem Gefängniswagen auf der Fahrt nach Brixton. Zu gleicher Zeit berichtete Hall dem Vater des jungen Mannes, was sich vor Gericht zugetragen hatte, und Sir Wynnard Satter, der Polizeipräsident, bedankte sich bei dem Richter und gratulierte ihm. Der Feldzug gegen Maddick hatte begonnen! V. Ein Angebot Zwei Tage später trat der Polizeidirektor lächelnd in das Büro des Chefinspektörs Cardby. „Nun ist es geschehen“, sagte er und setzte sich auf die Ecke des Schreibtisches. „Was denn?“ „Der Direktor des Brixton-Gefängnisses hat mich eben angerufen. Peter Borden ist entfloh«!!“ — „Man hätte im Gefängnis besser auf ihn aufpassen sollen. Aber was machen wir nun?“, meinte Cardby. „Ich gehe jetzt hinunter zu den Pressevertretern. Nur selten haben sie das zweifelhafte Glück, mich zu sehen, aber Ich möchte es so einrichten, daß diese Sache wieder in großer Aufmachung auf der ersten Seite der Zeitungen erscheint. Deshalb will ich ihnen die Geschichte selbst erzählen. Aber die Beschreibung, ditf sie bekommen, wird gerade nicht genau den Tatsachen entsprechen. Wir müssen dem jungen Mann doch auch ein wenig beistehen.“ (Fortsetzung folgt) ) Freitag, 4. Januar 1952 Nummer 2 — Seite 3 Bas Vati I Landes-Rundschau Nensdmee im Schwarzwald Freiburg. Durch leichte Schneefälle hat sich bis in die Tieflagen des Schwarzwaldes eine geschlossene Schneedecke gebildet. Die untere Grenze für Sportmöglichkeiten liegt jedoch bei etwa 900 Meter. Aus den Stationen oberhalb dieser Grenze wird eine Pulverschneedecke von 10 bis 30 Zentimetern gemeldet. Da der Schnee aber stark verweht ist, sind nur an günstigen Hängen Sportmöglichkeiten vorhanden. Bei starken, in Höhenlagen stürmischen Westwinden ist mit weiteren erheblichen Niederschlägen zu rechnen, die im Schwarzwald bis in mittlere Lagen herab als Schnee fallen. Auf allen Schwarzwaldstraßen und den Straßen des Bodenseegebietes liegt eine dünne Schneedecke, teilweise auf Glatteis. Es wird überall geräumt und gestreut. Der Verkehr ist jedoch im allgemeinen kaum behindert. " Herzogenhom: 30 cm Pulver, Sport gut, —2; Feldberg: 20 cm, —7, Sport gut; Schauinsland: 20 cm, — 4, Sport gut; Hornisgrinde: 10 cm, Sport stellenweise möglich, —3; Darmstädter Hütte: 15 cm, Ski möglich, — 6. Dänische Studenten in Freibnrg Freiburg. Eine dänische Esperanto-Hoch- schulgruppe aus Kopenhagen, darunter mag. Jobs. Vesterland-Andersen, Vorsitzender der Esperanto-Föderation dänischer Hochschüler, und Mitglied des Dänischen Internationalen Studentenkomitees (DIS), und Erik Hog, Mitglied des Studentenrats der Universität Kopenhagen, befinden sich zu einem freundschaftlichen Besuch in Freiburg. Die Einladung war vom Auslandreferat des Allgemeinen Studentenausschusses und der Esperanto-Hoch- schulgruppe ausgegangen. Gleichzeitig wurden 15 deutsche Studenten der Universität Freiburg zu einem kostenlosen zehntägigen Studienaufenthalt in Dänemark im März eingeladen. I Glaser-Strumpffabrik in Kehl Kehl. Die älteste Strumpffabrik Sachsens, die Gläser-Werke, deren Inhaber Rolf Gläser nach dem Kriege aus der Sowjetzone floh, wird im Kehler Rheinhafen einen neuen Betrieb errichten, in dem die bekannten Oläser- Strümpfe hergestellt werden sollen. Zunächst werden dem Betrieb zehn moderne Cottonmaschinen zur Verfügung stehen, von denen im Anfang aber nur fünf in Betrieb genommen werden können. Das Werk, das früher in Sachsen 1000 Arbeiter beschäftigte, wird vorläufig mit 250 Arbeitskräften beginnen. 15 Prozent davon sind Fachkräfte aus dem ehemaligen Werk in Sachsen. Kehl siedelt Industrieunternehmen an Kehl. In Kehl wird eine Strumpffabrik mit etwa 250 Arbeitern, eine Fabrik für Leichtmetall-Fensterrahmen mit 104 Arbeitern und eine Fabrik chemischer Erzeugnisse mit 150 bis 200 Arbeitern angesiedelt. Wie Bürgermeister Dr. Marcello ferner bekanntgab, soll sich auch eine Taschentuchfabrik in Kehl niederlassen. Noch mit 70 Jahren! Bühl. Das Schöffengericht Baden-Baden verurteilte in Bühl einen bisher unbestraften 70 Jahre alten Zauberkünstler wegen Unzucht mit Kindern zu sechs Monaten Gefängnis. Der Greis hatte sich gelegentlich einer Vorstellung in Oberachem an einem siebenjährigen Mädchen vergangen. Lautsprecher ersetzen den Dorfbiittel Aehern. Ottenhöfen ist die erste Gemeinde im Kreise Bühl, in der über eine Lautsprecheranlage die Bekanntmachungen der Gemeinde täglich durchgesprochen werden. Dadurch wird Konsumgenossenschaften auch kür Nichtmitglieder Der Bundestag hat nach dem Vorschlag der Bundesregierung die Suspendierung des § 8 Absatz 4 des Genossenschaftsgesetzes um weitere zwei Jahre verlängert. Damit erhalten die Konsumgenossenschaften die Möglichkeit, auch weiterhin an Nichtmitglieder zu verkaufen. Bei der Neufassung des Genossenschaftsgesetzes im Jahre 1889 hatte eine genossenschaftsfeindliche Mehrheit die Aufnahme einer Bestimmung durchgesetzt, die es den Konsumgenossenschaften, und zwar nur den Konsumgenossenschaften, verbot, an Nichtmitglieder zu verkaufen. Damit waren die Werbe- und Wettbewerbsmöglichkeiten der Konsumgenossenschaften ganz erheblich eingeschränkt worden, denn man kann ja normalerweise nicht verlangen, daß sich Jemand einer Konsumgenossenschaft anschließt ohne sie gründlich auf ihre Leistungsfähigkeit hin geprüft zu haben. Wenn trotzdem die Konsumgenossenschaften sich vor dem Naziregime außerordentlich gut entwickelt hatten und etwa 4 Millionen Familien als Mitglieder organisieren konnten, so lag das daran, daß die Leistungsfähigkeit der Konsumgenossenschaften so offenkundig war, daß sie trotz dieser Beschränkung eine starke Anziehungskraft ausübten. Die Machthaber des „Dritten Reiches“ haben dann dieser Aufwärtsentwicklung der Konsumgenossenschaften ein jähes Ende bereitet und sie nach einer Periode der Unterdrückung im Jahre 1941 völlig aufgelöst. Nach dem Kriege haben die Konsumgenossenschaften mit ihrer Mitgliederwerbung bei Null anfangen müssen. Daß man unter diesen Verhältnissen den diskriminierenden Paragraphen des Genossenschaftsgesetzes außer Kraft setzen mußte, war selbstverständlich, aber der Wirtschaftsrat hat damals bei der Suspendierung des Paragraphen im Jahre 1947 auch deutlich gemacht, daß er grundsätzlich eine solche Behandlung der Konsumgenossenschaften ablehne. Wenn der Bundestag jetzt die Suspendierung um zwei Jahre verlängert hat, so hat er immerhin die Möglichkeit gegeben, in der Zwischenzeit die Frage im Rahmen einer Reform des Genossenschaftsgesetzes grundsätzlich anzupacken. Im übrigen würde es atich einer Wirtschaftsordnung, die auf dem freien Wettbewerb aufgebaut ist, zuwiderlaufen, einen Teil der Wettbewerber unter Ausnahmerecht zu stellen. Es sei noch angemerkt, daß in keinem Lande der Welt der Verkauf an Nichtmitglieder generell verboten ist 1 die Tätigkeit des Ortsbüttels überflüssig, der bisher Stunden brauchte, um die Mitteilungen der Gemeinde in allen weit über die Berge verstreuten Ortsteilen auszuklingeln. Verdienter Gärtner Überlingen. Der Überlinger Gärtner Hermann Hoch feierte seinen 85. Geburtstag. Er wird allgemein als der Gründer des Überlinger Stadtgartens bezeichnet, den er 37 Jahre lange betreute. Sedis Hundertmarkscheine verbrannt Ulm. Sechs neue Hundertmarkscheine verbrannte ein 20^ähriger Landwirt aus Berg- hülen im Kreise Ulm, weil er diese Banknoten noch nie gesehen hatte und sie für Falschgeld hielt. Er hatte sie zusammen mit anderen Geldscheinen im Gesamtwerte von 1040 DM seinem Arbeitgeber gestohlen. Bei einem neuen Versuch, Geld zu stehlen, wurde er festgenommen. Das Schöffengericht Ulm quittierte den Diebstahl mit elf Monaten Gefängnis. Auf frischer Tat ertappt RadolfzelL Die Bemühungen zweier Gendarmeriebeamten zur Aufklärung der ständigen Holzdiebstähle im Radolfzeller Walde waren jetzt endlich erfolgreich. Am sechsten Abend sahen die Beamten, im Gebüsch versteckt, einen ohne Licht fahrenden Lastkraftwagen herankommen und in der Nähe halten. Sie griffen in dem Augenblick zu, als die Diebe das Holz auf den Wagen luden. Die beiden Festgenommenen setzten ihrer Verhaftung keinen Widerstand entgegen. Auf dem Wege zum Arrestlokal ergriff der Fahrer .des in langsamem Tempo folgenden Lastwagens in Richtung Konstanz die Flucht; er konnte jedoch noch in derselben Nacht aus dem Bett heraus verhaftet werden. Bei den Tätern handelte es sich um zwei Kon- stanzer Einwohner im Alter von 27 und 37 Jahren. Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, haben die beiden mit dem Lastwagen, der einer Konstanzer Firma gehört, auch in anderen Gebieten Holzdiebstähle größeren Stils verübt, so in der Gegend von Waldshut, Säckingen, Donauesdüngen und Freiburg. Die Bundespost im Weltverkehr Wußten Sie schon, daß Sie sich die Mühe, schwere Pakete zur Post zu schleppen, sparen können, da diese auf eine Benachrichtigung hin von den Postangestellten bei Ihnen abgeholt werden? Dieses und noch manche andere wissenswerte Tatsache erfährt man aus’ dem neuen, nun schon im 18. Jahrgang erschienenen Deutschen Bundespost-Kalender, der unter dem Leitgedanken „Die Deutsche Bundespost im Weltverkehr“ steht. Der Kalender hat sich ein wesentlich schmuckeres Gewand als seine Vorgänger zugelegt, und es lohnt sich, ihn nicht nur flüchtig durchzublättern, sondern sich einmal sehr angelegentlich mit ihm zu beschäftigen. Besonders willkommen werden den vielen Freunden des beliebten Kalenders die zwölf farbigen Kunstblätter sein, die jedem Monat nach Originalentwürfen namhafter Künstler in Mehrfarbendruck vorgeheftet sind und Motive aus der deutschen Postgeschichte sowie dem Post- und Fernmeldewesen darstellen. Durch seinen vielseitigen, gediegenen Inhalt läßt der Kalender im übrigen erkennen, daß die Bundespost bestrebt ist, die internationalen Verkehrsbeziehungen zu verbessern und zu erweitern, den schnellen Nachrichtenaustausch mit allen Weltteilen sicherzustellen und hierdurch den deutschen Außenhandel und darüber hinaus ganz allgemein die Beziehungen zwischen den Völkern zu fördern. So deutet der Kalender in jeder Hinsicht auf Fortschritt und Aufwärtsentwicklung hin. R. B. Ein hübsches Geschenk der Bundesbahn Wenn es richtig ist, daß man ein Unternehmen nach den Druckschriften und nach der Art der Werbung beurteilen kann, dann darf man der Deutschen Bundesbahn zum Bundesbahn-Ka- Neue Belastung für die Arbeitnehmer Mietpreiserhöhung — Milliardenwertsteigerung für Altbau-Besitzer Die SPD hat dagegen Einspruch erhoben, daß die Bundesregierung auf dem Verordnungswege eine Änderung des Mietpreisrechts vorgenommen und den Vermietern ab 1. Dezember 1951 die Erhebung eines Zuschlages auf Untermieten zugebilligt hat, ohne vorher die Zustimmung des Bundestags einzuholen. Nun soll sich der Bundestag sowohl mit diesen Maßnahmen beschäftigen wie auch mit dem Vorhaben der Bundesregierung, ab 1. April 1952 eine Erhöhung der Mieten für bis 1924 gebauten Wohnungen um 10 Prozent genehmigen. Diese letztere Maßnahme wird damit begründet, daß die Hausbesitzer nicht mehr in der Lage seien, die Häuser instandzuhalten, und nun die zehnprozentige Erhöhung der Altbaumieten dazu dienen soll, die Häuser vor dem Verfall zu schützen. Die Gewerkschaftszeitung „Me- Hauptstützpunkt: Das Feldberg-Observatorium Schneemeldungen aus dem Schwarzwald sogar für Amerika Die „Wetterfrösche“ vom badischen Landeswetterdienst in Freiburg haben wieder »ein dichtes Schneemeldenetz über den Schwarzwald gelegt, um die zahlreichen Wintersportler und Kurgäste prompt und ausreichend über die neuesten Schneeverhältnisse und Sportmöglichkeiten orientieren zu können. Neben einigen amtlichen Beobachtungsstellen sind viele Kurverwaltungen und Hotels in den Sonderdienst eingeschaltet. An den Hauptmeldetagen, Dienstag, Donnerstag und Freitag, geben über 40 Wintersportplätze ihre Schneemeldungen telefonisch — teilweise unter Benutzung des Bahntelefons — an das Wetteramt in Freiburg. Dort werden sie gesammelt, zusammengefaßt und mit den Schnee- und Wettervoraussagen, die durch das Zusammenwirken aller in- und ausländischen Wetterstationen ermittelt werden, an alle Wetterwarten im Bundesgebiet und zum Teil auch ins Ausland weitergegeben. Wie rasch und reibunglos dieses System funktioniert, kann man daraus ersehen, daß die Schneeverhältnisse von 7 Uhr morgens nicht nur um 8 Uhr bereits im Rundfunk abgehört werden können, sondern um diese Zeit auch im Ruhrgebiet, in Hamburg und in Basel vorliegen. Einmal in der Woche werden die Schneemeldungen vom Schwarzwald sogar nach Amerika weitergeleitet. Neben der Empfangs- und Ausgabe-Zentrale für Schneemeldungen ln Freiburg, deren meteorologischer Hauptstützpünkt das 1495 Meter hoch gelegene Feldberg-Observatorium ist, besteht noch eine kleinere Ausgabestelle in Konstant deren Wetterstationen vornehmlich das Bodenseegebiet und im Austausch die Nordostschweiz bedienen. Beim Landeswetterdienst werden außerdem täglich die Wintersportberichte gedruckt, die in mehreren hundert Exemplaren an Reisebüros im In- und Ausland mit den günstigsten Zügen verschickt werden. Die Bundesbahn hängt diese Berichte in allen größeren Bahnhöfen aus. Die Bundespost beteiligt sich durch einen Femsprechsonder- dienst, bei dem Interessenten neben dem Wetterbericht die Schneelage erfragen können. Ferner erscheinen in fast allen Tageszeitungen kurze Wintersportberichte, die das Wetteramt liefert. Neben den Meldungen aus dem Schwarzwald gehen beim Landeswetterdienst in Freiburg aber auch Wintersportmeldungen aus dem gesamten Alpengebiet, von der Zugspitze, aus Tirol und der Schweiz ein. Wertvolle Unterlagen ergeben die Schneemeldungen für die Wasserwirtschaft. Bei gefahrdrohendem Tauwetter gibt das Wetteramt rechtzeitig eine Hochwasserwamung, damit durch vorbereitende Maßnahmen Schäden verhütet werden können. Von wirtschaftlich weit größerer Bedeutung sind jedoch die täglichen Straßenberichte. Schorf in den frühen Morgenstunden gehen die zuständigen Straßenwärter ihre Strecke ab und melden deren Zustand über die Baudirektionen an das Freiburger Wetteramt. Von dort werden diese Meldungen in gleicher Welse weiterverbreitet wie die Wintersportberichte. Bereits im Laufe des Vormittags liegt ein Überblick über den Zustand der Straßen im gesamten Bundesgebiet vor; tall“, das Organ der über eine Million Mitglieder zählenden IG. Metall, weist in einer Besprechung dieser die Arbeitnehmer besonders berührenden Frage darauf hin, daß nach dem alten Reichsmietengesetz im Mietbetrag eine örtlich verschiedene Reparaturquote in Höhe von 23 bis 30 Prozent enthalten sei. Wenn die Hausbesitzer diesen Anteil nicht zu dem besagten Zweck verwendet hätten, läge die Schuld an dem Verfall der Häuser ausschließlich bei ihnen selbst, und man könne den Mieter nun nicht noch einmal mit 10 Prozent Zuschlag für denselben Zweck belasten. Außerdem wird darauf hingewiesen, daß im Althausbesitz das angelegte Kapital aus den Mieten schon um ein Mehrfaches zurückgezahlt ist und noch immer amortisiert und verzinst wird. Es wird weiter in einer Denkschrift des Deutschen Mieterbundes festgestellt, daß rund 35 Millionen Einwohner von der geplanten Mietpreiserhöhung betroffen Würden, darunter auch Millionen von Kleinrentnern und Fürsorgeempfängern. Da jetzt schon in den meisten dieser Fälle die öffentliche Hand in Form von Mietbeihilfen für» diese Mieter aufkomme, müßte die Erhöhung um 10 Prozent wieder von der Allgemeinheit getragen werden, denn gerade diese genannten Mieter wohnen in Altbauwohnungen. Nach der erwähnten Denkschrift haben 25 Prozent der Altbauwohnungen ein Alter von 100 und mehr Jahren, während sicher 50 Prozent ein Alter von 50 Jahren aufweisen können. Man dürfe für diese Wohnungen mit ihren veralteten Einrichtungen unter dem Druck der Wohnungsnot nicht Mieten fordern, die den Nutzungswert weit übersteigen. Rein rechnerisch gesehen, werde den Altbaübesitzem eine Wertsteigerung von rund 2,5 Milliarden DM zu-* wachsen, wenn die Mieten für Altbauwohnungen um 10 Prozent erhöht würden. Das sei vollständig unberechtigt, da diese Hausbesitzer ihre Sachwerte sowohl über den Krieg wie auch über die Währungsreform erhalten hätten, im Gegensatz zu Ausgebombten und Besitzern von Sparguthaben, die fast alles verloren hätten. Mit Recht wird dann noch darauf hingewiesen, daß eine allgemeine Mietsteigerung Lohnforderungen nach sich ziehen würde, da die Gewerkschaften ihren Mitgliedern kein „Stillhalten“ zumuten könnten. Der Bundestag wird sich jedenfalls reiflich überlegen müssen, ob er durch eine Zustimmung zur jetzt schon durch die Bundesregierung durchgeführten erheblichen Lockerung der Mietzinsfestsetzung und die noch in Aussicht stehende zehnprözentige Steigerung der Altbaumieten eine neue Lohnbewegungswelle Her- beifiihren will—denn die Arbeitnehmer werden sich unter keinen Umständen mit dieser neuen Belastung ab finden. P. K. lender 1952 ein Kompliment machen. In drucktechnisch feiner Aufmachung zeigt der reich bebilderte Kalender das große Aufgabengebiet der Bundesbahn. Ob der Fahrgast sich dem sicheren Verkehrsmittel der Eisenbahn oder der Kraftpost anvertraut, ob er seine Reise ins Gebirge oder an die See wählt, immer gibt der Kalender reiche Anregungen. Seit die Bundesbahn wieder zu ihrer gewohnten Pünktlichkeit zurückkehren durfte und in den Zügen Behaglichkeit und aufmerksame Bedienung durch das Personal zu verspüren ist, ist das Reisen wieder zu einem Genuß geworden. E. Sch. Für 234 000 DM Manöverschäden Sinsheim. Im Landkreis Sinsheim ist durch die Herbstmanöver französischer Truppen ein Gesamtschaden in Höhe von 234 271 DM verursacht worden. Wie das Amt für Besatzungsschäden in Sinsheim mitteilt, beträgt der Flurschaden 33 617 DM, der Forstschaden 33 920 DM, der Straßenschaden 128 037 DM, der Brand- und Jagdschaden 40 697 DM. Bei dem Manöver amerikanischer Truppen im vergangenen Jahr war im Landkreis Sinsheim ein Schaden von insgesamt 21 419 DM entstanden. Karlsruhe im Spiegel der Zahlen. Karlsruhe. Im Jahre 1951 wurden erstmals in der Geschichte der Stadt Karlsruhe über 200 000 Einwohner registriert. 117 Millionen Kilowattstunden Strom, 44 Millionen Kubikmeter Gas wurden erzeugt und 17 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Im Schlachthof wurden 75 000 Stück Vieh angeliefert und 7 430 000 kg Fleisch dem Verbraucher zugeführt. Die Straßenbahn zählte rund 40 Millionen Fahrgäste. An den Bahnhöfen wurden 2 528 000 Fahrkarten und 521 000 Bahnsteigkarten gelöst, im Rheinhafen 1,9 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Die Karlsruher Post beförderte 138 142 618 Briefe und Postkarten, sowie 5 336 685 Pakete und Wertpakete. 726 260 199 DM wurden mit Zahlkarten und Postanweisungen einbezahlt, dagegen nur 233 804 033 DM ausbezahlt. Es wurden 60 708 225 Gespräche im Stadtkreis, 2 778 908 Ferngespräche und 2 746 700 Schnellgespräche geführt. Verhandlung über Finanzausgleichsklage Karlsruhe. Die Klage der württemberg-badischen Regierung gegen das Finanzausgleichsgesetz 1950 wird am 16. Januar 1952 vor dem Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichtes verhandelt. In ihrer Klage hatte die württemberg-badische Regierung beantragt, die Unvereinbarkeit des Gesetzes über den Finanzausgleich mit dem Grundgesetz festzustellen. Fröhlicher Jahresbeginn Schwetzingen. Der Gemeinderat der nordbadischen Stadt Schwetzingen hielt die erste Gemeinderatssitzüng des neuen Jahres im Bundesgebiet ab. Einziger Tagesordnungspunkt dieser Sitzung, zu der sich die Gemeinderäte in den Elferräten des Schwetzinger Kameval- vereins im Rathaus versammelt hatten, war die Übermittlung der Neujahrsgrüße des Kanieval- vereins an Stadtrat und Stadtverwaltung. Nach einer launigen Ansprache des Präsidenten des Schwetzinger Kamevalvereins, Philipp Kreutz- wieser, der die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit zwischen den Gemeinde- und Elferräten hervorhob, während ein Rokokopage den 10 ältesten Schwetzinger Bürgern kleine Geschenke der Stadtverwaltung. Die Sprecher der Fraktionen der SPD, CDU, DVP und KPD betonten einmütig ihren Willen zur Zusammenarbeit im kommenden Jahre. In einem Autokorso waren die Kamewalisten vorher durch die Straßen Schwetzingens gefahren und hatten der Bevölkerung ein gutes Neues Jahr gewünscht. Die Gemeinderatssitzung fand unter sehr starker Beteiligung der Bürgerschaft statt. Durch Lautsprecher wurde der Verlauf der Sitzung auf den Rathausplatz übertragen. Fünf Familien dnrdi Grofifener obdachlos Basel. Bel einem Großfeuer in der Schweizer Gemeinde Beilach brannte ein großes Doppelwohnhaus vollständig nieder. Durch das Brandunglück wurden fünf Familien mit insgesamt 25 Angehörigen obdachlos. Das Feuer breitete sich so schnell aus, daß die Kinder zweier in den oberen Stockwerken wohnender Familien nur mit Mühe gerettet werden konnten. Die Arbeit der Feuerwehren wurde dadurch erschwert, daß das Haus auf einem Hügel außerhalb der Gemeinde stand. Der Hausrat und die gesamte Habe der fünf Familien, die nur niedrig versichert waren, wurden ein Raub der Flammen. Die Brandursache ist noch unbekannt Seite 4 — Nummer f Das Boa i Freitag, 4. Januar 195S Darf eine Ehefrau 47 Jahre jünger sein? Copyright »Das Volk“ »Das ist gegen die Moral!“ rief der Bürgermeister des kleinen Städtchens Laibege bei Toulouse entrüstet aus, als der 62jährige Schäfer Antonin Viala bei ihm erschien und das Aufgebot für sich und die 16jährige Jeanette Pages bestellte. „Ein Ehemann, der 47 Jahre älter als seine Frau ist? Nein, das ist unmoralisch!“ Und gänz Frankreich, das schon wenig später die Nachricht aus Labege auf den Titelseiten der großen Blätter serviert bekam, entrüstete sich nicht minder. Man kann in Paris eine „Miß Laster“ wählen, man kann in etwa hundert Lokalen völlig unbekleidete weibliche Schönheiten besichtigen, man kann sich öffentlich beliebig lange herzen und küssen — all dies ist nach den Begriffen des Landes nicht besonders aufregend. Will jedoch ein 62iähriger Mann ein 16jähriges Mädchen ehelichen, so gerät eine Nation in Aufruhr. Der Maire von Labege weigerte sich schlechthin, das ungleiche Paar zu trauen, und forderte Verhaltungsmaßregeln von seiner höchsten Vorgesetzten Dienststelle an. Die Burschen des Ortes veranstalteten vor dem Hause des seltsamen Freiers eine Katzenmusik, die weit über das Maß hinausging, das man in Südfrankreich sonst bei Witwern und Witwen einhält, die sich wieder zu verheiraten gedenken. Monsieur Antonin Viala ist nämlich Witwer. 1942 starb seine erste Frau und hinterließ ihrem Gatten sechs Kinder, von denen das älteste 40 Jahre, das jüngste 25 Jahre alt ist. Der älteste Sohn des Herrn Viala könnte also gut und gern schon der Vater seiner künftigen Stiefmutter sein. Monsieur Viala hat jedoch mit den sechs Kindern aus seiner ersten Ehe nicht genug. Er lernte ein eben 16jähriges Mädchen kennen und lieben. Die Folge war ein siebentes Kind, das aber in Toulouse aufwächst, weil die Eltern des Mädchens den Schäfer nicht zu ihrem Schwiegersohn haben wollten. Der überaus rüstige Mann ließ sich die Sache nicht verdrießen; er eroberte nun das Herz eines anderen ebenfalls 16jährigen Mädchens, der kleinen Jeanette Pages, für die er nun das Aufgebot bestellte. „Ich werde meine zukünftige Frau sehr glücklich machen“, meinte der Schäfer Viala, als man ihn befragte. Und seine Braut 4 'hofft das gleiche. Eine gute Partie ist der Mann übrigens; denn die südfranzösischen Schäfer sind am Ertrag ihrer Herden prozentual beteiligt. Das französische Ministerium hat entschieden, daß es keine gesetzliche Handhabe gibt, um die geplante ungleiche Ehe zu verhindern. Doch die sechs Kinder aus erster Ehe haben erklärt, daß sie an dem Fest nicht teilnehmen werden. Aul der Ferme Bordebasse bei Labege werden einige Fensterscheiben daran glauben müssen, denn die Volksseele kocht. Monsieur Viala und seine zukünftige Frau werden mit ihrem treuen Hunde Dick ein etwas einsames und — was den Mann angeht — spätes Glück genießen. Es kommt selten vor, daß man in Frankreich von Unmoral spricht. Tut man es aber einmal, dann sind die Betreffenden praktisch'geächtet. Der Mantel Von Richard Gerlach Der Zug war überfüllt. Ich stand auf dem Gang mit den anderen, die keinen Platz bekommen hatten, vor einem Abteil, in dem sieben Plätze besetzt waren. Auf dem achten hing ein Mantel, Als der Zug anfuhr, schob ich die Tür auf und fragte: „Verzeihung, ist dieser Platz frei?“ „Sie sehen doch, daß er besetzt ist!“ erwiderte eine dicke weibliche Person. Der Mantel konnte einer Dame gehören, die im Speisewagen war. Als diese nach einer Stunde noch nicht erschienen war, begann ich, den Mantel aufmerksamer zu betrachten. Er war mit Feh gefüttert und hatte einen Silber- fuchskragen, ein elegantes Stück. Es war nicht ausgeschlossen, daß er der weiblichen Person gehörte, die mir so patzig geantwortet hatte. Ich begann, auch sie aufmerksamer zu betrachten. Sie hatte eine kette aus Perlen um den Konkurrenz für den Toto? Etwas Sparen und viel Gewinnen im Rnhrgebiet Man kann sich über den Spielertrieb vieler Menschen entrüsten oder überlegen, wie man daraus am besten Nutzen zieht. Bekanntlich hat sogar der Bundesfinanzminister* seine moralischen Bedenken zurückgestellt und dem deutschen Volke die Babybonds beschert, die bekanntlich den Spieltrieb in den Dienst des Spartriebs stellen sollen. Der durchschlagende Riesenerfolg ist ihm offenbar versagt geblieben; um so bemerkenswerter ist es, daß sich in vielen westdeutschen Städten ein noch kleinerer Bruder der Babybonds anscheinend kräftig entwickelt. In Düsseldorf beispielsweise hat sich der Gewinnsparverein Rhein-Ruhr -e. V. konstituiert, dem verschiedene Banken in den Städten des Ruhrgebiets angeschlossen sind. Diese Banken nun arbeiten folgendermaßen: sie fordern die Interessenten auf, wöchentlich einen Sparbetrag von einer Mark, abzüglich eines Mitgliedsbei- trages von 20 Pfennig einzuzahlen. Der Sparbetrag von 52 Mark wird nach einem Jahr zurückgezahlt, der Mitgliedsbeitrag aber und 3,5 Prozent Zinsen für die eingezahlten Beträge werden monatlich ausgespielt. Die Höhe der Gewinne richtet sich nach der Zahl der Mitglieder; es können Tausender dabei sein, Fünfbunderter, Zehner und Fünfer. Jedenfalls gewinnt jedes zehnte Los, und wer einmal etwas gewonnen hat, der scheidet deswegen für die Zukunft nicht aus. In Köln gibt es bereits Spargemeinschaften von 10 000 Mitgliedern; in anderen Städten ist die Entwicklung so günstig, daß daraus bald eine ernsthafte Konkurrenz für den Fußballtoto werden kann. Vor allem kleine Leute gehören zu den Interessenten: Menschen, für die 1000 Mark ebenso entscheidend viel Geld sind wie 10 000 oder 100 000 Mark für andere. Beim Toto ist der eingesetzte Betrag verloren, beim Gewinnsparen aber hat man auf jeden Fall nach Ablauf eines Jahres 52 Mark in der Hand — und die Bank Kapital, mit dem sie arbeiten kann. Der Fragebogen Von Max Barth Nicht nur Emst von Salomen, der ja ein ganzes Buch über den amerikanischen Fragebogen geschrieben hat, sondern auch viele andere Deutsche, die durch ein solches Papier zum Schwitzen gebracht wurden, ja, auch unsereiner, der in den Vereinigten Staaten bei gelegentlicher Berührung mit Behörden gezwungen war, Seiten um Seiten intimer oder nichtssagender Fragen zu beantworten — alle sind wir gerächt worden durch einen französischen Schriftsteller. Pierre Damnos nämlich wurde von einer amerikanischen Stelle in Paris, der Economic Cooperation Administration, dazu auserkoren, die Textzeilen zu einer Serie von Zeichnungen kl schreiben, und bevor ihm dieses hohe Werk anvertraut wurde, mußte er einen Bogen bewältigen, der vier Seiten umfaßte und ihm 61 Fragen stellte — und mußte das Ganze gleich dreimal aiusfüllen. Am 30. November hat er über dieses Erlebnis und seine Reaktion darauf im „Figaro“ berichtet. Einem Franzosen mußte es natürlich ebenso lächerlich Vorkommen wie jedem anderen geistig gesunden Europäer, wenn er gefragt wurde: „Haben Sie sich in den letzten zwölf Monaten alkoholischen Ausschweifungen hingegeben? Wo haben Sie in den letzten zehn Jahren gelebt » «bei jede einzelne Wohnung anzugeben war)? as für eine Hautfarbe haben Sie? Haben Sie je einer Organisation angehört, deren Tendenz auf den Umsturz der Regierung der USA gerichtet war?“ Usw. usw. Nicht genug damit: Eine Woche später bekam er einen zweiten solchen Bogen, in dem manche Fragen mit denen des ersten identisch waren. Als er, in hoher Verwunderung, einen Freund fragte, ob hinter diesem Unsinn ein Sinn stecke, sagte der ihm: ja, man wolle sehen, ob er diesmal die gleichen Antworten geben werde wie eine Woche früher. Ich habe mit vielen Behörden vieler Länder zu tun gehabt; aber seit ich den amerikanischen Bürokratismus kennen gelernt habe, weiß ich, daß es auf diesem Gebiet nichts Menschen- foltemderes, Törichteres und Umständlicheres geben kann. Darum macht es mir auch solch eine Freude, zu vernehmen, daß Herr Damnos im „Figaro“ einen offenen Brief an Herrn Truman publiziert hat, in dem er ihn ebenfalls durch den Kakao der Fragerei zieht. Er möchte, so sagt er, von Herrn Truman gern folgende Dinge erfahren: wie alt er sei und was er vor der Entdeckung Amerikas getan habe. Dazu wird in einer Klammer um eine lückenlose Liste der Adressen des Präsidenten vor und nach 1492, also der Entdeckung Amerikas, gebeten. .Welche Hautfarbe haben Sie und was für hauptsächliche ausländische Verwandtschaften? “, fragt Monsieur Di- nanos. „Welche Schulbildung haben Sie genossen?“ „Geben Sie als Referenzen die Namen dreier größerer und verantwortungsbewußter Länder an, die nicht durch Blut oder Famdlien- verbindiung mit Ihnen verwandt sind!“ „Leiden Sie an irgendeinem ernsten Übel (politischer, 'geistiger oder epidemischer Art)?“ „Was ist Ihre derzeitige Stellung (Breitengrad, Längengrad, Gehalt)?“ Solche und ähnliche Fragen also möchte Herr Damnos von Herrn Truman beantwortet sehen — in leicht karikierter, aber treffender Naeh- ahmung amerikanischer Fragebogendichter. Jeder, der jemals mit stieren Augen vor dem Wust von Unsinn saß, den er in drei- oder gar fünffacher Ausfertigung beantworten mußte, wird ihm von Herzen dankbar sein und seinen Namen loben. schwammigen Hals, und eben reichte ihr der bekümmerte Herr, der ihr gegenübersaß, ein Ei. Sie bohrte mit der Nagelfeile, die sie ihrer Handtasche entnahm, ein Loch in die Schale und schlürfte den Inhalt aus. Der Herr tat mir leid, ich wußte nicht warum. Aber ich trat nun doch in das Abteil. „Solange die Besitzerin des Mantels abwesend ist, kann ich wohl hier sitzen.“ Die weibliche Person sah mich mißbilligend an. Als in Ulzen der Schaffner die Fahrkarten kontrollierte, wandte ich mich an üm: „Bitte, nehmen Sie doch diesen Mantel in Verwahrung! Die Dame, der er gehört, muß in Hamburg nicht mitgekommen sein.“ Der Ehemann wollte etwas äußern, wurde aber durch einen Blick zum Schweigen gebracht. Der Schaffner meinte: „Ich komme nachher noch einmal vorbei. Wenn die Dame dann noch nicht wieder da ist, nehme ich ihn mit.“ Ich sagte zu der weiblichen Person, ich könne nicht begreifen, wie man einen so kostbaren Mantel einfach im Stich ließe. Sie hatte ein rotes Gesicht bekommen und sah romig zum Fenster hinaus. Aber nach einer Weile begann sie, vom Wetter zu sprechen. Als ich zugab, daß es für diese Jahreszeit ganz leidlich wäre, holte sie aus ihrer Handtasche ein Etui mit Zigaretten. „Rauchen Sie?“ „Nein, danke, jetzt nicht. Außerdem rauche ich nur Zigarren.“ „Fahren Sie weit?“ erkundigte sie sich. „Bis Kassel“, entgegnete ich. Das war ihr anscheinend lieber, als wenn ich bis Frankfurt mitgefahren wäre. Sie schielte nach der Tür, ob der Schaffner nicht käme, den Mantel abzuholen. Aber er kam nicht. Als der Zug in Kassel einlief, faßte ich meine beiden Koffer und öffnete die Tür auf den vollbesetzten Gang. Die weibliche Person rief: „Emil, reich doch dem Herrn die Koffer zum Fenster hinaus!“ Das Paar lachte, als dies geschehen wer. Sie waren mich los. Als ich noch einmal zurückblickte, half der Eibemann seiner Strahlenden Gattin in den ManteL Am Straßenrande Von Gottfried Golm • Die Dummheit saß weinend am Straßenrande. Da kam die Klugheit langsam und nachdenklich des Weges geschritten. „Warum weinst du?“, fragte sie die Dummheit. „Ach“, erwiderte die Dummheit, „ich bin zu nichts nütze in der Welt. Jedermann sehreit’s mir in die Ohren.“ „Oh“, seufzte die Klugheit. „So will ich mich zu dir setzen; denn mir geht’s seit geraumer Zeit genau wie dir.“ — „Gottlob“, rief die Schlauheit und wanderte pfiffig pfeifend an den beiden vorüber; „gottlob, daß ihr es beide endlich eingesehen habt. „Ja“, warf sie sich stolz in die Brust, „ihr seid überflüssig geworden. Die Welt begnügt sich mit mir.“ Als das ungleiche Paar am Straßenrande überlegte, was es wohl anfangen sollte, trat mit der Dämmerung die Weisheit aus dem nahen Walde und nahm sie gütig an die Hand. „Ich will euch mitnehmen“, lächelte sie still, „und euch bei mir verbergen, bis die Nacht vorüber jund der Tag wieder gekommen; denn du, Dummheit, bist immer noch besser als die Schlauheit, und magst dich in der Zwischenzeit von der Klugheit belehren lassen; und du, Klugheit, laß dir die Weile nicht lang werden, weil für die Dauer der Zeit noch keiner so dumm gewesen ist wie die Schlauheit.“ Nicht kriminell, nur die Liebe... „Liebe“ ist natürlich nicht ganz richtig. Aber tatsächlich ist es so, daß die meisten Mädchen, die in das große Erziehungsdorf im Belgischen Land kommen, nicht aus verbrecherischen Neigungen entgleist sind, sondern aus sexueller Haltlosigkeit. Zumeist tragen dabei die Zustände im Elternhaus die Schuld. Da ist zum Beispiel die 18jährige Margot, die drei Jahre lang von ihrer eigenen Mutter verkuppelt wurde; da ist gar die 15jährige Anneliese, die sich gegen die Zudringlichkeit ihres Vaters nicht mehr wehren konnte, und da sind natürlich viele Mädchen, die die bürgerlichen Maßstäbe für Zärtlichkeiten verloren haben. Nun ist solch ein modernes Fürsorgeunternehmen bei weitem nicht das, was in manchen Filmen der letzten Zeit als abschreckendes Beispiel dargestellt wurde. Die Mädchen bewohnen zu je 27 ein Haus, betreut von drei Erzieherinnen. Tagsüber gehen sie zu den Bauern auf Arbeit, zwischendurch können sie sich auf Wanderungen als freie und kameradschaftliche Menschen fühlen. Sie können, wenn auch kontrolliert, mit ihren Eltern korrespondieren, ja sogar „Herrenbesuch“ empfangen; natürlich nur am Tage, und wenn der „Freund“ vertrauenswürdig erscheint. Viel Geduld müssen die Erzieherinnen aufbringen, aber sie wird belohnt; denn 75 Prozent aller Mädel finden auf den rechten Weg zurück. Der Rest allerdings sind die hoffnungslosen Fälle, jene Verstockten, denen man meist schon anseben kann, daß sie sich in ihrer fragwürdigen Welt eigentlich ganz wohl fühlen und denen die Zeit im Fürsorgeheim nichts ist als eine lästige Unterbrechung ihrer „Großen Freiheit“. Aber wie gesagt: es ist die Minderzahl. Kleiner Weltspiegel Das Lockmittel In Korea wurden in den Taschen nordkoreanischer Kriegsgefangener kommunistische Flugblätter gefunden, auf denen das Bild eines hübschen Mädchens zu sehen ist, wie es gerade einem gefangenen amerikanischen Soldaten das Bett zurechtmacht. Darunter liest man in englischer Sprache: „Kommt herüber zu uns! Werft die Waffen weg und desertiert. Ihr werdet es ,gut‘ bei uns haben!“ top. Heldenmütige Wissenschaftler Der junge Bakteriologe an der Universität zu Pittsburg, Dr. E. William Wensel, der für das Heer Untersuchungen über die ‘Schlafkrankheit anstellte, wurde selbst ein Opfer der Seuche. Er hatte sich mit dem Studium eines Virus beschäftigt, der eine besondere Erscheinungsform der Schlafkrankheit auslöst, die unter den USA- Truppen in Korea schon manchen Tribut gefordert hat. — In San Juan wurde der Arzt Erinnerungen an Rilke Der „Elektriker“ Rainer Maria Rilke klagte eines Tages dem Besitzer eines Schlosses in der Nähe von As- cona, daß er in Locarno sehr laut untergebracht sei. Dieser lud ihn kurzerhand zu sich ein und erwartete mit einer Gruppe von Freunden die Ankunft des Dichters, dem er sein Auto entgegengeschickt hatte. Rilke jedoch kam im Anschluß an einen Spaziergang zu Fuß durch das hintere Tor in den Park. Der Schloßherr erkannte unter dem düsteren Schlapphut nicht das Gesicht des Dichters und glaubte, der Elektriker aus Locarno sei durch den „Dienstbotengang“ hereingekommen. Er fuhr ihn also etwas unwirsch an: „Lassen Sie mich in Ruhe, ich erwarte Gäste!“ Erst jetzt trat der Ankömmling unter die Portallampe und ging mit trauriger Miene dem Ausgang zu Die Freunde erkannten ihn in diesem Augenblick und liefen ihm nach. Es war alles umsonst. Rilke erklärte: „Ich lasse mir nur einmal die Türe weisen!“ Der „Unsichtbare“ Rilke ist seinen Freunden oft unheimlich und unverständlich geblieben. So schreibt Helene von Nostiz über ihn: „Er hatte mit einer anderen, inneren Welt viel zu tun; denn nur bei ihm erlebte ich die Möglichkeit, bei vollem körperlichem Dasein durch den Willen des Geistes unsichtbar zu werden, wenn die anwesenden Menschen nicht zu ihm gehörten. Sein Gesicht wurde dann grau und farblos, und er war von seiner eigenen Stille so stark umgeben, daß niemand einen Laut an ihn zu richten gewagt hätte.“ Der Franziskaner Rilke erzählte eines Tages einem seiner Freunde folgende Episode: Auf einer Insel bei Venedig habe ihn ein Franziskanermönch kennengelernt. „Wir gingen in angeregtem Gespräch die Küste entlang. Plötzlich hob der Pater den Finger und gebot Stille: „Hören Sie nicht, wie herrlich dieser Vogel singt?“ — Das Erlebnis scheint den Dichter sehr beeindruckt zu haben. Es war ja eine Episode, die seinem Wesen besonders lag. Auch er schwankte zwischen lebhaftem Mitteilungsdrang und dem Drang zur Einsamkeit. Schloß Duino Den Höhepunkt seines dichterischen Schaffens hat Rilke mit seinen „Duineser Elegien“ und dem „Stundenbuch“ erreicht. Die Elegien sind auf dem Schloß Duino an der Adria entstanden^ jenem Erdenfleck, der dem Dichter besonders teuer war: „Er ist an große Stürme gewöhnt, aber diese Retraite gewährt mir die vollkommene, fast prähistorische Einsamkeit, wie ich sie mir lange gewünscht habe und wie mir sie schließlich nötig war — nach so vielen, entlegenen und neuen, nie recht zur Ruhe gekommenen Eindrücken.* ach. Dr. Elio Cantoni beigesetzt, der sein Leben der Krebsforschung gewidmet hatte und der Einpflanzung von Krebszellen in den eigenen Körper erlegen war. ' top. Kannibalismus In Ingenio Ledesma hat sich ein unglaublicher Vorfall zugetragen. Ein Bolivianer, der als Tagelöhner in einer Zuckerfabrik arbeitete und nebenbei als Kurpfuscher Geld verdiente, stand einer Frau bei der Entbindung bei und verursachte durch seine völlige Unkenntnis den Tod der Patientin. Nach der Beerdigung grub er die Leiche wieder aus und nahm ihr einen Arm ab, um ihn zu Hause zu verzehren. Es sei nicht sein erster Leichenschmaus gewesen, gab er bei seiner Vernehmung zu. top. Wo beginnt die Unmoral? Keine Strümpfe tragen kann teurer werden als der Einkauf der teuersten Strümpfe vom Stamme Perlon und Nylon; das zeigt eine städtische Anordnung in Rosario. Sie bestimmt, daß es unerläßlich sei für die Kundinnen, beim Anprobieren neuer Schuhe die Füße mit Strümpfen oder doch wenigstens mit Söckchen zu bekleiden. Beim ersten Verstoß zahlt die Sünderin 100, das zweitemal wird sie zu 200 und in jedem weiteren Wiederholungsfall zu 500 Pesos verdonnert. Die Damen von Rosario sind empört; denn sie behaupten, daß die Unmoral nicht bei den nackten Zehen anfange, top. Zuerst mit eigenen Augen Die „Folies Bergeres“, die sich auf ein« Welttournee befinden, stießen schon in einigen südafrikanischen Vorberichten auf eisige Ablehnung. Der Mißbrauch des sexuellen Momentes in Literatur, Film und Theater genüge schon vollauf, so meinte ein Referent der Reformierten Kirche der Südafrikanischen Union; es sei nicht nötig, auch noch französische Sündhaftigkeit zu Importieren. „Wenn die ,Folies Bergeras* solche Sünderinnen sind, wie es allgemein heißt, dürfen sie nicht in unser frommes Land!“ Ein großer Teil der Presse spricht dem Referenten jedoch das Recht ab, im Namen der Öffentlichkeit zu urteilen. Er solle sich die Mädchen zuerst einmal mit eigenen Augen ansehen, sagen sie. top. Opfer seines Berufes Mr. Richard Bell, der Degustator, das heißt Bierschmecker, einer Brauerei in Coventry wurde wegen Autofahrens im angetrunkenen Zustand mit einer Geldbuße belegt. Er hatte einen heißen Arbeitstag hinter sich; denn er mußte von morgens bis abends Bier abschmek- ken. * Freitag, 4. Januar 1952 Nummer 2 — Seite 5 Neujahrswünsche der Trachtengruppen In traditioneller Weise hatten sich auch diesmal zum Jahresbeginn Trachtengruppen als Vertreter des badischen Landvolkes in der Landeshauptstadt eingefunden, um dem Staatspräsidenten, dem Erzbischof und dem evangelischen Kreisdekan ihre Neujahrswünsche darzubringen. In der Staatskanzlei nahm am Mittwoch, vormittag Staatspräsident Wöhleb, im Gegensatz zur sonstigen Gepflogenheit ohne Teilnahme weiterer Regierungsmitglieder, allein di» Wünsche entgegen, die als Sprecher der Versammelten der Kinzigtäler Heimatdichter Falk darbot. Der Vorsitzende des Bundes Heimat und Volksleben, Oberlehrer Reinhardt, Mühlebach, berichtete über die Arbeit des Bundes und regte unter beifälliger Zustimmung Wohiebs an, das Unterrichtsministerium solle im Unterrichtsplan der Pädagogischen Akademie der Heimatpflege größeren Raum gewähren. Für die Trachtengruppen aus Bad Peterstal, Oberwinden, Oberwolfach, vom Kaiserstuhl, vom Markgräflerland und aus dem Bodenseegebiet überbrachten Trachtenmaidle Gaben des Landes und die Glückwünsche ihrer Heimat. Dem Staatspräsidenten war der Gratulationsakt natürlich höchst willkommene Gelegenheit, wieder einmal sein altes Steckenpferd von Heimattreue, Volksverbundenheit, Dorfkultur usw. in allen Gangarten zu reiten. Er zeigte sich über die Gratulation so entzückt, daß er ausrief, er wolle am liebsten die ganze Schar nach Bonn verfrachten, um dem Gesetzgeber und dem Bundestag vorzuführen, wie' treu das badische Volk hinter ihm stehe und ihm in seinem Kampf neuen Mut und Glauben gebe. Er zähle auf die Trachtengruppen als die Träger des Heimatgedankens, möge kommen, was da wolle I Kreisversammlung der Heimat vertriebenen Am 10. Januar findet um 20 Uhr im großen Feierling-Saal für die Mitglieder des Stadtkreises Freiburg der heimatvertriebenen Deutschen eine Versammlung statt, auf der Landesverbandsvorsitzender Flüchtlingskommissar Dr. Winkler sprechen wird. Das Erscheinen der Mitglieder aller Ortsgemeinschaften ist dringend erwünscht. Volksbildungsheim Waldhof Im Waldhot findet vom Freitag 11. Januar, 14 Uhr, bis zum Montag, 14. Januar, 2# Uhr, ein Kursus statt, der Kleine Hillen für das Faschingsprogramm geben will. Der Kursus steht unter Leitung von Jupp I Vlatten, dem Schriftleiter der „Festlichen Stunde“, und behandelt folgende Themem Programmgestal* tung — Literaturangaben — Einladungen — technische 1 wissen muH — Schminken — Ko- — Raumschmuck — Schallplatten als des Conferenciers — Wege zur allerlei Kurzweil — wirkungsvolle Gedichte — Tanzspiele — Rätsel — Moritaten — Scherzfragen — Gesellschaftsspiele — neue Polonaisefiguren — neu Scharaden — Schwänke — Sketches — heitsira Kurzgeschichten — geeignete Lieder —.Fezreden — Kabarett — und was sonst noch dazugehört. Sofortige Anmeldungen erbeten, da der Kursus nur bei genügender Beteiligung stattfinden wird. Die 1844er Fußballer feierten Mit der traditionellen Weihnachts- und Neujahrsfeier im überfüllten Jägerhäusle zogen die Fuü- baller einen Strich unter ein erfolgreiches Jahr und boten damit Ihren Freunden durch ein genußreiches Programm und einen sehenswerten Gabentempel einen .Abend, aus dem neben dem Auftreten des St. Nikolaus und den Tanzvorführungen von Fräulein Inge Ruf von den Städtischen Bühnen, besonders die belfallsumbrandeten Helmbacher Sänger herausragten. fs. MGV Wiehre Der Mannergesangverein Wiehre veranstaltet am Samstag, I. Januar, 28 Uhr, im großen Felerlingsaal seine diesjährige Weihnachtsfeier. Mitglieder und deren Angehörigen sowie Freunde und Gönner des Vereins sind herzlich eingeladen. Geflügelzüchtertreffen Die Freiburger Geflügelzüchter und Geflügelkieln- halter treffen sich auch im neuen Jahre, wie bisher, regelmäßig am ersten Sonntag eines jeden Monats von 10 bis 12 Uhr im Gasthaus zum „Zähringer Tor" am Komturplatz zur gemeinsamen züchterischen Aussprache. Am Sonntag, 6. Januar. Kurzreferate von C. Kaiser vom Geflügel-Zuchtverein Freiburg über Winterfütterung und Schutzimpfung gegen Krankheiten. Unsere lubilare Am heutigen Freitag, 4. Januar, feiert Herr Schriftsetzer i. R. Hugo Bretschneider, der seinen Lebensabend im Altersheim Kartaus verbringt, die Vollendung seines 02. Lebensjahres. Am Samstag, 5. Januar, kann Herr Karl E i s e 1 e, Ferdinand-Weiß-Straße 16 , die Vollendung seines 80 . Lebensjahres feiern. Am Dreikönigstag, 6. Januar, feiert Frau Karolina Schäfer, Dimmlerstraße 34, ihren 85. Geburtstag.. Ihren 71. Geburtstag feiert am Sonntag. 6. Januar, Frau Agnes Maurer, Blumenbinderin, Freiburg- St. Georgen, Haugerweg 3. Allen Jubilaren gratuliert „Das Volk“ herzlichst. Fünfzig Jahre im Gemeindedienst » Zu Ehren des Wildtäler Gemeinderechners |Carl Maler, der seit 50 Jahren dieses verantwortungsvolle Amt mit Treue und Hingabe versieht, versammelte sich am 31. Dezember die Gemeindeverwaltung WildVcI, um in einer schlichten Feier den Jubilar zu ehren. Die Glückwünsche unter Überreichung eines Dankschreibens des zuständigen Landrats überbrachte Amtmann K ö b e 1 e, Freiburg, während Bürgermeister D i I g e r seinem treuen Mitarbeiter den herzlichsten Dank der Gemeinde für die opfervolle Tätigkeit während eines Halb Jahrhunderts aussprach. Mit dem Wunsche, daß Gemeinderechner Karl Maler der Gemeinde noch recht lange in seinem Amte erhalten bleiben möge, überreichte er ihm neben einer Urkunde ein Anerkennungsgeschenk der Gemeinde Wildtal. Was bietet Freiburg? Erster Überblick über bedeutsame Veranstaltungen im neuen Jahr In dem ersten Heft des neuen Jahres „Was bietet Freiburg?“ bringt das Städtische Verkehrsamt in großen Zügen bereits einen Überblick über den Verangtaltungs- kalender 1952. Neben der großen Fülle der vor gesehenen Theaterabende, musikalischen Aufführungen, der verschiedenartigsten Vorträge, sind auch einige Kongreßdafen erwähnt, die allgemeines Interesse beanspruchen: vom 21. bis 23. August wird in Freiburg der 32. Internationale Weinbaukongreß abgehalten, dem vom 24. bis 31. August der Deutsche Weinbaukongreß folgt. Die Universität hat für Mitte Mai die Jahressitzung der Wissenschaftlichen Gesellschaft vorgemerkt, und für die ersten Junitage ist Freiburg als Kongreßplatz der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, Neuropathologie, Veterinärpathologie sowie der Gesellschaft für Krebsforschung gewählt worden.. Sportlich gesehen fällt dem Wintersport in den ersten Monaten des neuen Jahres die Hauptrolle zu. Neben vielen anderen Veranstaltungen im Schwarzwald überragen am 13. Januar der 40- Kilometer-Dauerlauf auf dem Schauinsland als Ausscheidungskampf für die Olympischen Spiele und am 15. und 16. März auf dem Feldberg der „Cup Kurikale“, internationale Lang-, Staffel- und Frauen-Langlaufwettkämpfe und das traditionelle Internationale Osterspringen. — Das Internationale Schauinslandrennen um den großen Bergpreis ist für Anfang August angemeldet. — Im Herbst, vermutlich in den ersten Oktobertagen, wird die Bergwacht alpine Abseilvorführungen am Hirschsprungfelsen bringen. Von den beiden traditionellen Messen finden im neuen Jahr die Freiburger Frühjahrsmesse vom 17. bis 26. Mai und die Herbstmesse vom 18. bis 27. Oktober statt. Unter Fortlassung der Unzahl an Vorträgen, ergibt sich für andere wichtige Ver- ' anstaltungen folgende chronologische Reihenfolge: Mitte Januar: Kammerspielhaus: Neuinszenierung des Schauspiels „Wallenstein*. 23. Januar: Paulussaäl: Gastspiel des Stuttgarter Kammerorchesters. 4 . Februar: Großes Haus: Sinfoniekonzert. Leitung Eugen Jochum. 5. Februar: Paulussaal: Koedcert-Quartett. 11. Februar: Großes Haus: Konzert, Einführung in die Instrumentalgruppen des Orchesters. 17. Februar: Großes Haus: Sinfoniekonzert für die Förderung des Solistennachwuchses. Mitte Februar: Kammerspielhaus: Erstaufführung der Komödie „Venus im Licht“ von Christopher Fry. 24 März: Großes Haus: Sinfoniekonzert (Hindern!th, Schumann, Brahms). Leitung: Generalmusikdirektor Heinz Dresse]. Solist: Wilhelm Kempff, Klavier. Mitte März: Kammerspielhaus: Erstaufführung des Schauspiels „Der Öffentliche Ankläger“ von Fritz Hochwälder. 30. März: Sinfoniekonzert des„Südwestfunkorchesters: • Bruckner, I. Sinfonie. Leitung: Hans Rosbaud. 31. März: Großes Haus: Sinfoniekonzert: Brahms II. Sinfonie. Mitte April: Großes Haus: Neuinszenierung der Oper „Parsifal“. » Mitte April: Kammerspielhaus: Erstaufführung von Fodors „Gericht bei Nacht“. 27. April: Großes Haus: Sinfoniekonzert zur Förderung des Solistennachwuchses. g. Mai: Großes Haus: Sinfoniekonzert unter Leitung von Gastdirigent Franz Konwitschny. (. Mai: Die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler gastieren. II. oder 12.. Mab Paulussaal: Klavierkonzert, Edwin Fischer. 20- Mai: Großes Haus: Sinfoniekonzert Bach (Suite D-dur) und Bruckner (7. Sinfonie). In den Sommermonaten: Freilichtspiele der Städtischen Bühnen am Freiburger Waldsee: „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß. Mitte Mai: Universität: Jahressitzuhg der Wissenschaftlichen Gesellschaft. Anfang Juni! Tagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie, für Neuropathologie und für Veterinärpathologie sowie der Gesellschaft für Krebsforschung. Mitte Juni: Jahreshauptversammlung der Staatlichen Lotterieeinnehmer der Süddeutschen Klassenlotterie. 2J. bis 23, August: 32. Internationaler Weinbaukongreß. 24. bis 31. August: Deutscher Weinbaukongreß 1952. Rund um unser Stadtgeschehen Sturm verursacht Unfälle. In den Mittwoch-1 stohlene Damenrad. Ein 26jähriger Mann, der morgenstunden wurden in der Elsässerstraße' das Rad im Besitz hatte, über den rechtmäßigen durch den herrschenden Sturm von einer Bau- Erwerb aber keine stichhaltigen Angaben hütte einige Holzbohlen vom Dach gerissen und auf die Fahrbahn gewirbelt. Ein in diesem Augenblick vorbeikommender Radfahrer wurde getroffen und erlitt eine Schulterfraktur und eine Platzwunde am Kopf, die ärztliche Behandlung in der chirurgischen Klinik notwendig machten. — Im Vorgarten eines Hauses in der Zasiusstraße wurde durch den Sturm eine Tanne entwurzelt und^flel auf die Straße, wobei der Garten beschädigt wurde. Explosion eines Herdes. In einer Wohnung in der Schneeburgstraße explodierte aus bisher unbekannter Ursache ein kombinierter Herd und wurde dabei erheblich beschädigt. Durch den Luftdruck wurden drei Fensterscheiben zertrümmert. Der entstandene Gesamtschaden wird auf rund 180 DM geschätzt. Wie im wilden Westen. In den Mittagsstunden schoß ein 13jähriger Bursche mit einem Luftgewehr vom Balkon eines Hauses in der Günterstalstraße auf einen 13jährigen Schüler und einen 15 Jahre alten Lehrling, die sich auf dem Gehweg aufhielten. Einer von ihnen wurde im Gesicht, der andere am Oberschenkel getroffen und verletzt. Die Polizei machte dem groben Unfug des „Heckenschützen“ ein Ende und stellte das gefährliche Schießgewehr sicher. Rowdys im Kino. In den Nachmittagsstunden des Silvestertages mußte die Polizei gegen drei junge Burschen einschreiten, die in angetrunkenem Zustand die Vorführung in einem Freiburger Kino störten und der Aufforderung des Besitzers zum Verlassen des Hauses keine Folge leisteten. Zwei der Radaubrüder wurden gegen die einschreitenden Polizeibeamten tätlich und mußten mit Gewalt zur Wache verbracht werden. Bis zu ihrer Ernüchterung wurden sie in Polizeigewahrsam gehalten. . Fahrraddieb erwischt. Durch Zufall entdeckte eine Radfahrerin das ihr vor zwei Monaten gemachen konnte, wurde von der Polizei vorläufig festgenommen. Radfahrer schwer verunglückt. Auf der Kreuzung Friedrichstraße / Fahnenbergplatz stießen durch Nichtbeachtung der Vorfahrt ein Personenkraftwagen und ein Radfahrer zusammen. Der gestürzte Radfahrer erlitt einen Oberschenkelbruch und eine Platzwunde am Hinterkopf und mußte mit dem Krankenwagen m die chirurgische Klinik verbracht werden. An den Baum gerannt. In der Schützenallee mußte ein Pkw-Fahrer, der eine hohe Geschwindigkeit gehabt haben soll, wegen eines Personenkraftwagens, der in die Schützenallee einfuhr, plötzlich ausbiegen, geriet auf den Gehweg und prallte an einen Baum, Wobei ein Schaden von etwa 200 DM entstand. Da die Polizei vermutete, daß der Fahrer unter Alkoholeinwirkung stand, wurde ihm eine Blutprobe entnommen; außerdem nahm die Polizei den Führerschein an sich und stellte den Wagen sicher. Lkw verunglückt. Bei der Fahrt durch die Werderstraße verlor der Fahrer eines Lastkraftwagens infolge Reifenschadens die Herrschaft über den Wagen, der auf die linke Straßenseite geriet und einen Baum streifte. Beim Aufprall wurde das Führerhaus stark beschädigt und die Ladepritsche mit den geladenen Milchkannen wurde auf die Straße geschleudert. Der Wagen wurde — wie schon kurz gemeldet — mit dem Kranwagen der Feuerwehr abgeschleppt. Der Schaden soll etwa 8000 DM betragen. Radfahrer verletzt. In der Friedhofstraße stürzte ein 52 Jahre alter Radfahrer beim Absteigen auf die Fahrbahn. Er mußte mit dem Krankenwagen in die Chirurgische Klinik verbracht werden, wo die Ärzte einen Unterschenkelbruch feststellten. Aus dem Markgräflerland Glüddkherweise wurde niemand verletzt | Müllheim. Am 1. Januar ereignete sich an der Kreuzung Haupt-, Hebel- und Wilhelmstraße ein Verkehrsunfall. Ein Fahrzeug aus Feldberg stieß mit einem Schweizer Personenkraftwagen zusammen..Der Schweizer Kraftfahrer hatte mit 40 kmst die Stoppstraße überfahren und fuhr in den Personenkraftwagen aus Feldberg hinein. Es entstand erheblicher Sachschaden, doch wurde glücklicherweise niemand verletzt. Ein falscher Bahnkriminalbeamter Müllheim. Ein Mann, der sich vorübergehend in Müllheim aufgehalten hatte, mußte im Aufträge der Bahnkriminalpolizei Freiburg festgenommen werden und wurde nach Freiburg gebracht. Er hat sich in Feldberg als Bahnkriminalbeamter ausgegeben und wollte in dieser Eigenschaft eine dort wohnhafte Frau festnehmen. Außerdem führte er ein Schwindelmanöver, mit einem Freifahrschein aus. Der Silvesterball war ihr wichtiger Müllheim. Ein Mädchen aus Feldberg wurde an Silvester wegen eines Diebstahls von Taschentüchern von der Gendarmerie vernommen. Der Gendarmeriebeamte brauchte von 8 bis 18 Uhr, um das Mädchen, das sich bis zu ihrem 21. Lebensjahr in einer Zwangserziehungsanstalt befunden, zum Geständnis zu bringen. Erst nachdem Ihr der Gendarmeriebeamte gedroht hatte, sie über Nacht im Ortsarrest zu halten, und sie so um ihren Silvesterball käme, be- quemte sie sich zum Geständnis. Der Ball zog doch mehr. Festgenommen Müllheim. Ein Mann, der sich vorübergehend in Zienken aufhielt, wurde wegen schweren Diebstahls festgenommen. Er war im Fahndungsbuch ausgeschrieben und wird von der Staatsanwaltschaft Coburg gesucht. Unsterbliche „Fledermaus“ In neuer Inszenierung zum Jahresabschluß im Großen Haus Dia „Fledermaus“ an Silveser ist ein schon durch sein Alter geheiligter Brauch. Man erwartet von ihr keine Überraschung, sondern freut sich im Grunde am längst Bekannten, vor allem an der unverwüstlichen Lebenskraft dieser meisterhaften Operette. So betrachtet, erfüllte die Inszenierung Walter Seglers voll ihre Aufgabe, geschmackvoll die klassische Sauberkeit wahrend. Das gleiche gilt auch für die von Hans Heinz Steinbach gestellten Tänze, die temperamentvolle Abwechslung in die Handlung brachten und den Tanzsolisten Gelegenheit gaben, ihr Können in den verschiedensten Nationalstilen zu zeigen. Überraschend, im besten Sinne, allerdings, war das Bühnenbild Rolf Christiansens, dem hier nichts von seiner Schlagkraft vorweggenommen werden soll. Elmy von Karajan-Holgerloef spielte mit souveräner Beherrschung ihrer Mittel die weibliche Hauptrolle, Eugen Winterschladen mit der Sicherheit des alten Routiniers ihren Partner. Eine darstellerisch sehr originelle und stimmlich ansprechende Leistung war Ernst Kosch- nitzkes Prinz Orlofsky. Rut Pfaude zeigte sich in der Rolle der Adele wiederum als Soubrette von starkem Spieltalent und stimmlichen Format. Peter Walter als Gesangslehrer Alfred fühlte sich in dieser Rolle offensichtlich ganz zu Hause und überzeugte. Nicht so wohl fühlte sich infolge starker Indisposition Eugen Grimm in seiner Rolle, Fritz Eberle, Walter Koller, Astrid Peter und Kurt Hellwig gefielen in gut getroffenen Charakterrollen, während Werner Schnieke als Frosch durch saftige Komik und das unvermeidliche Lokalkolorit sich zum Liebling des Publikums zu machen verstand. Die musikalische Leitung hatte Siegfried Köhler, der, seine spezielle Begabung für die Operette wieder temperamentvoll unter Beweis stellte. Der starke Besuch des Hauses und der dankbare Beifall bewiesen, daß man sich als heiteren Abschluß des Jahres auch heute nichts besseres wünschen kann, als dieses unsterbliche Werk des Meisters Strauß. r. w. Noch rechtzeitig entdeckt Badenweiler. Am Neujahrs tag ertönten gegen 19 Uhr die Sirenen. In einem Haus der Hauptstraße war das Entstehen eines Brandes bemerkt worden. Eine in diesem Haus wohnhafte ältere Frau hatte in einem Pappkarton glühende Asche neben das Schopftor gesetzt und den Karton mit einem Sack zugedeckt. Der Karton sowie das Tor des Schopfes hatten schon Feuer gefangen. Zwei Einwohner von Oberweller bemerkten die emporschlagenden Flammen. Einer von ihnen versuchte sofort zu löschen, während der andere die Feuerwehr verständigte. Das Feuer konnte glücklicherweise noch im Keime erstickt werden. Die Frau hat wirklich leichtsinnig gehandelt, da ihr vom Hausbesitzer verschiedentlich verboten wurde, die Asche in dem Karton aufzubewahren. Die Wehren von Badenweiler und Oberweiler, die am Brandplatz erschienen waren, brauchten kaum mehr in Aktion zu treten. Es war ein Glück, daß das Feuer so rasch bemerkt wurde, denn bei den verwinkelten Bauten hätte ein Feuer, wenn es wenig später entdeckt worden wäre, einen großen Schaden verursachen können. Weihnachtsfeier der AW Neuenburg. Die Arbeiterwohlfahrt Neuenburg veranstaltete für die Kinder sowie für bedürftige Familien dieser Tage eine Weihnachtsfeier im Bahnhofshotel. Zu dieser Feier waren alle alten Leute über 80 Jahren eingeladen. Stadtrat Gaulrapp konnte außerdem Bürgermeister Räck begrüßen, der eine kurze Ansprache hielt. Bei der anschließenden Bescherung bekamen 100 Kinder sowie die neun anwesenden Altersjubi- lare Geschenke überreicht. Stadtrat Gaulrapp dankte allen, die zum Gelingen dieser Feier beigetragen haben, besonders den Firmen Richtberg, Cusenir und der Gemeindeverwaltung für ihre Spenden. Frau Gaulrapp, die Leiterin der AW Neuenburg, hatte mit der Vorbereitung dieser Feier die meiste Arbeit, wofür ihr auf diesem Wege gedankt sei. Mitglieder des Harmonikaklubs Neuenburg umrahmten mit Darbietungen die wohlgelungene Feier. Neuenburg. Ein jugendlicher landwirtschaftlicher Arbeiter gelangte zur Anzeige, weil er aus einem Körbchen, das sich auf der Orgel in der katholischen Notkirche befindet, in der Zeit vom 15. bis 22. Dezember laufend kleinere Beträge entwendet hatte. Er hat außerdem ein auf einem Opferstock befindliches Negerbild gelöst und durch Schütteln Kleingeld daraus entnommen. Tragischer Tod w Bad Krozingen. Am Sonntag früh starb unser junger, Genosse Franz Emst infolge Herzschlages im Alter von 34 Jahren. Seit Gründung des Ortsvereins war er Mitglied der SPD und war immer bereit, sich für unsere Belange einzusetzen. Genosse Emst war verheiratet und hinterläßt drei minderjährige Kinder. Eine große Trauergemeinde gab ihm am Neujahrstag das letzte Geleit. Im Namen des Ortsvereins legte Genosse Wilhelm einen Kranz am Grabe nieder. Auch ein Vertreter des Handharmonikaklubs und ein Vertreter seiner früheren Mitschüler gedachten seiner am Grabe. Der Ortsverein wird Genosse Emst immer ein ehrendes Gedenken bewahren. Seite 8 — Nummer 2 Var VstR Freitag, 4. Januar 1932 FRIEORKHSBAUlKANOELHOFl CASINO iHARMONIEl UNION I ZENTRAL Kalsec-Josepn-Sti 268 Hol «480 Heute abend 21 Uhr: Premiere! Wer lachen kann, wer lachen will, läßt diesen Film nicht aus! Der tolle Filmschwank mit Komikern aller Gaue! Sie werden sich biegen vor Lachen über Joe Stöckl, Erhard Siedet, Beppo Brem, Jupp Bussels, Willy Reichert, Lude Englisch, Erika von Thellman, Charlott Daudet t u. a. Jugendfrei 1 Beginn: Freitag, Samstag und Dienstag 14.15, 16.30, 18.45 Uhr; Sonntag 14, 18.45 Uhr; Montag, Mittwoch und Donnerstag 14.15, 16.30, 18.45 und 21 Uhr. Handelst!., Ecke Rennweg, Ruf 6480 Beifortstraße 3 Ruf 6371 Grünwäideisttaße 18 Rui 6315 Von Freitag, 4. Januar, bis Montag, 7. Januar 1952 Ein zünftiger bayrischer Film mit Herz und Humor! In beiden Theatern! Ein grandioser Farbfilm um ein noch grandioseres Thema! ERROL FLYNN Der kleine Peter und Joe Stöckl sind die Hauptpersonen dieses lustigen Films. Ferner wirken mit: Elise Aulinger, Gabriele Reis- müller, Liesel Karlstadt Jugendfrei! Anfangszeiten: täglich 14, 16, 18.20, 20.30 Uhr Ein farbenprächtiges und prunkvolles Filmgemälde aus Englands Blütezeit! Ein ebenso spannender wie gefühlsstarker Ausstattungsfilm in Technicolor [ BETTE DAVIS OLIVIA MMR Tim Errol Flynn als ruhm- ■ süchtiger Graf Essex Bette Davis als liebende Königin Elisabeth feiern in diesem Film Triumphe der Schauspielkunst! REGIE: MICHAEL CURTIZ tinTarbfilm inüechnicobr Täglich: 14.15, 16.30, 18.45 und 21.00 Uhr Schützenallee 1 Ruf 3196 Freitag bis mit Montag! Ein neuer Wildwestfilm Mit WILLIAM BOVD dem König der Cowboys, in Schiffstiabe fc Hui 519* Das schöne und intime titmUieater Ab Freitag bis Montag! Ein Abenteurerfilm Dramatisch — Rasant Schwungvoll Ein riesiges Aufgebot in gewaltigen Massenszenen Verwegene Piratenstückchen auf See zeigen Ihnen 1.0 U I 6 UAVWAPDI Ein Film voll gefährlicher Abenteuer, tollkühnem Wagemut, erregenden Kämpfen, atemraubenden Sensationen und der Sieg eines Cowboys über eine gefährliche Räuberbande Täglich 14.15, 16.30, 18.45, 21 Uhr fi Bravourös wie einst „Im Zeichen des Zorro“ ist dieser neue Großfilm Jugendfrei — Wochenschau Täglich 14.15, 16.30, 18.45, 21 Uhr. Alles für die Schuhreparatur u. Schuhpflege vom Fachgeschäft Trnka Freiburg l. Br., Turmstraße 16, beim Reisebüro ZENTRAL“THEATER emmendingen. 7 Tage - 7 Tage - 7 Tage haben wir ausnahmsweise diesen Film eingesetzt, der Jetzt in München in der 10. Woche läuft, um Jedem zum Besuch Gelegenheit zu geben! Lachsalven! Süße Mädchen! Schmissige Schlager! Verblüffende Verwandlungen! DIETER DORSCHE, INGE EGGER OSKAR SIMA, GRETE WEISER ln dem großen deutschen Erfolgsfilm Fanfaren der Liebe Fr. 20 Uhr, Sa. 20 Uhr, So. 17.30 u. 20 Uhr, Mo. 20 Uhr, Di. 20 Uhr, Mi. 19.30 Uhr, Do. 20 Uhr Samstag, 22.30 Uhr, und Sonntag, 15 Uhr DOUGLAS FAIRBANKS jr. ln dem faszinierenden Abenteuerfilm, der jung und alt alle Sorgen vergessen läßt Auf Leben und Tod FUCHSENLICHTSPIEIE#/«^ Freitag 20.30 Uhr, Samstag 15.30 u. 20.30 Uhr, Sonntag 18 u. 20.30 Uhr, Montag 20.30 Uhr Ein Film, der zum Erlebnis wird! Königin Christine Mit Greta Garbo, John Gilbert u. a. Grete Garbo in ihrem grüßten Film! Samstag 22.45 Uhr Nachtvorstellung Sonntag 14 u. 18 Uhr Mississippi-Expreß Ein Farbfilm mit Forrest Tücher, Adele Mara u. a. Atemlose Spannung — Wilde Indianerschlachten — Mutige Männer! Ans allen Ecken Freibnrgs bflrt man's schon wispern: Ab Freitag — endlich! Disney* ERE I M I E I PROGRAM M WALT DISNEY* NEUES DOKUMENTARFILMm FARBEN tM TM PER ÜBER EM Tftglich 14.15,14.30, 18.45 nnd 21 Uhr Des großen Andranges wegen zu den Nachmittagsvorstellungen bitten wir Sie, die Abendvorstellungen zu besuchen! ^KURBEL Tel. 6390 ALLEI NVERK AUF Corsott - Wäsche Kalt8i-lM-.Sir.219 Allen meinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten viel Glück im neuen Jahr! losef Hoffmeyer Gasthaus z. Hirschen, Neustadt (Schw.) Ein friedvolles neues Jahr — das sei mein Wunsch für alle Kunden! Buchdruckerei F. Berenbold Neustadt/Schwarzwald Telefon 501 + Gutes Bodenwachs auch offen erhältlich Bitte Dose mitbringen! Vt-Pfd.-Dose nachgefüllt -.70 DM l-Pfd.-Dose nachgefüllt 1.40 DM BECK BAD EN 1A • DROGERIE Salzstraße 4 Die Drogerie am Bertholdsbrunnen KRONEN «ITSPIELE Samstag, Montag, 20 Uhr; Sonntag 17 u. 20 Uhr Unter schwarzer Flagge Ein Seeräuberfllm von atemberaubender Spannung Nur Mittwoch, 9. Januar, 2o Uhr In die Falle gelocht Romantik und Abenteuer aus dem Texas, wie es wirklich war UNDINGE zeigen vom 4. bis 8. Januar 1852 einschl. Badende Tenns Ein Triumph des Farbfilms Ein glänzende Schau, farbenprächtig, mitreißend und unterhaltend Freitag und Samstag Jeweils 20.30 Uhr, Sonntag 17.30 und 20.30 Uhr Samstag, 5. Januar, 20.30 Uhr: Nachtvorstellung Sonntag, 6. Januar, 15 Uhr: Jugendvorstellung Weiße Banditen Tempo — Schwung — Spannung — Überfälle Schießereien — Sensation! Ein Wildwestreißer, wie er sein muß! Nur zwei Tage! Dienstag, 8 . Januar, und Mittwoch, 9. Januar, Jeweils 20.30 Uhr: Liebe auf Eis Margot Hielscher und Kurt Meise! in einem neuen deutschen Filmlustspiel. Zwei Stunden in Sonne, Schnee und Eis. Rasch und unerwartet wurde heute morgen mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, mein bester Lebenskamerad, mein lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Hans Hoch, Photograph aus einem arbeitsreichen Leben entrissen. Freiburg i.Br., den 2.Januar 1952 Hermannstraße 15 In tiefem Leid: Frau Maria Hoch geh. Hartung Kath. Hoch Witwe, Fürth in Bayern Erna Schmitz geh.'Hoch, Fürth in Bayern. Heinz Schmitz und Kind Hans Manger und Kinder, Fürth in Bayern Betty Hartung, Fürth in Bayern Fritz Hartung Irma Hartung geh. Geis, "Köln Hans Hartung, Fürth in Bayern Die Beerdigung findet am Freitag, dem 4. Januar 1952, um 15.30 Uhr, statt. Für grüß. Baustellen in Freibarg werden ab sofort tüchtige Maurer eingestellt. Unterkunft vorhanden. Auslösung. F. Egenter, Baubüro, Freiburg LBr. Luisenstraße 6, Ruf 2386 Etter-Wementin die gediegene private Ausbildungsstätte Unsere nächsten Lehrgänge beginnen am 16./11. Januar 1852 in Kurzschrift für Anfänger, Fortgeschrittene, Eilschrift Maschinenschreiben (Blindschrift) für Anfänger, Fortgeschrittene, Praxis Fremdsprachenknrzschrift nach Bedarf Tages- nnd Abendlehrgänge schnellförderader Einzelunterricht! Niedrige Gebühren, Schülerfahrkarten I Anmeldung ab 3.Januar 1952: Freiburg, Lugostraße U Telefon 2798 Jüngere, ehrliche, gewissenhafte Geschäftstailfe auch für Botengänge, auf sofort gesucht. PASTÄNIER Freiburg, Wilhelmstraße 40, Telefon 5029 Gesucht werden gewerbliche Räume von ca. 300 qm an evtl, auch Trümmerstätten, die sich zu gewerblichen Räumen dieser Größe ausbauen lassen. Angebote mit Miet- oder Verkaufspreis und nähere Grundstücksbeschreibung unter J 1238 an Das Volk, Freiburg. is 12 Monat zuzüglich Ratenzins Schlafzimmer Einzel- und Tochterzimmer 450.“ echt Buche.ab DM 570.- Eiche und Eiche mit Nußbaum, Afrikanisch Birnbaum Küchenbüfetts ab dm 150.- Wohnzimmerbüfetts ab 205.- Kombinierte Wohnschränke Einzelschränke Bettcouches ... ab dm 210.- Matratzen / Federbetten Kissen / Steppdecken Polstersessel . . ab dm 40.- Teppiche, Bettumrandungen, Brücken Lieferung frei Hane MÖBEL HAITZ Freiburg-Zähringen Johannesgasse I (Endstation Linie 9) Ruf 4 Auch samstags geöffnet!