k Elnzelprela 20 Pfennig SÜDBADISCHE HEIMAT ZEITUNG 7. Jahrgang Donnerstag, 20. März 1952 Nummer 35 Die vordringlichste politische Forderung des deutschen Volkes: » Einheit als Voraussetzung für Friedensvertrag Dafür höchste Aktivität Bonns erforderlich Bonn. Die SPD-Bundestagsfraktion erwartet von der Bundesregierung, daß sie angesichts der Schwierigkeiten, die der UNO-Kommission von der Sowjetzonenregierung bereitet werden, auf Vorschläge des SFD-Vorsitzenden Dr. Schumacher an den Bundeskanzler zurückkommt. Dr. Schumacher hatte am 4. März in einem Brief an den Bundeskanzler erklärt, daß sich die Bemühungen um die Wiedervereinigung Deutschlands durch freie Wahlen unter internationaler Kontrolle nicht auf eine einzige Möglichkeit beschränken ließen. Die Bundesregierung sollte alles tun, damit die Regierungen der vier Besatzungsmächte eindeutig ihre Stellungnahme zu dieser vordringlichsten politischen Forderung des deutschen Volkes bekanntgeben, deren Erfüllung eine unumgängliche Voraussetzung für Verhandlungen über einen Friedensvertrag darstelle. Die SPD - Bundestagsfraktion forderte die Bundesregierung auf, den Regierungen der'vier Besatzungsmächte im Zusammenhang mit der sowjetischen, Deutschland-Note gemäß den Beschlüssen des Bundestages vom 9. März und 27. September vergangenen Jahres die Forderung zu unterbreiten, daß durch eine Viermächteübereinkunft die Voraussetzungen für freie Wahlen unter internationaler Kontrolle in ganz Deutschland geschaffen werden sollen. Die vom Bundestag gebilligte Wahlordnung sollte als ein deutscher Beitrag zur Verwirklichung dieses Schrittes von den vier Mächten geprüft und verwendet werden. Nur wenn die Bundesrepublik in dieser Weise aktiv wird, könne sie ihrer Aufgabe gerecht werden, den deutschen Forderungen zu einer Viermächtekonferenz Gewicht zu verleihen. Äußerungen von Sprechern der Bundesregierung, in denen die Sowjetnote als undiskutabel bezeichnet und lediglich zum Anlaß für propagandistische Äußerungen genommen worden sei, hätten der deutschen Sache geschadet. Vor allem hätte die Äußerung des Staatssekretärs Hallstein in Amerika über die Ural-Grenze Europas in der Welt Mißtrauen gegen die Ziele der deutschen Politik hervorgerufen. Sowjetische Note muß sorgfältig geprüft werden Die SPD begrüßt die letzten Erklärungen des Bundesministers Jakob Kaiser, in denen die Notwendigkeit betont wird, die Sowjetnote sorgsam zu prüfen, und gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, daß die demokratischen Kräfte der Bundesrepublik einmütig an der Reihenfolge der politischen Maßnahmen festhalten müßten, die einem Friedensvertrag mit Deutschland vorauszugehen haben. Diese Reihenfolge laute nach Ansicht der SPD: erstens Verständigung der vier Besatzungsmächte über die Voraussetzungen für freie Wahlen, zweitens freie Wahlen unter internationaler Kontrolle zu Nationalversammlung und gesamtdeutscher Regierung, drittens Friedenskonferenz mit Deutschland als gleichberechtigtem Partner und viertens Verhandlungsfrieden. Die Bundesregierung sollte unverzüglich alle aus der Sowjetnote erkennbaren Vorschläge sachgemäß prüfen und Unterlagen zusammenstellen. Nur so könne verhindert werden, daß die Sowjetzonenpropadanda mit ihrer Forderung nach einer gesamtdeutschen Beratung Verwirrung stifte. Prüfung nur in GesamtdentscMand Bonn. Die UNO-Kommission wird ihre Prüfungsarbeit, wie der Chefdelegierte Kristjan Albertson (Island) in Bonn betonte, entweder nur gleichzeitig im Bundesgebiet und in der Sowjetzone, also in Gesamtdeutschland, oder überhaupt nicht aufnehmen. Wenn der Kommission die Einreise in die Sowjetzone, um die sie bereits am 22. Februar schriftlich bei General Tschuikow nachgesucht hat, verweigert werde, müsse sie auf ihre Untersuchungen ganz verzichten. „Wir können und wollen unsere Untersuchungen nur durchführen, wenn wir alle Dokumente sehen und jeden sprechen können, den wir sprechen möchten“, sagte der holländische UNO- Delegierte Max Kohnstamm in einer Rede über alle Sender der Bundesrepublik. Die vereinten Nationen hätten, sagte Kohnstamm, ein Interesse an der Zukunft Deutschlands, weil eine deutsche Wiedervereinigung die Aussichten für Frieden und Stabilität in Europa und der Welt voranbringen würde. „Times“: „Vielleicht die letzte Gelegenheit“ London. Die vorgeschlagene Viermächtekonferenz über einen Friedensvertrag mit Deutschland bezeichnet die „Times“ als „vielleicht die letzte Gelegenheit, die endgültige Teilung Deutschlands zu verhindern.“ Das bedeutendste britische Blatt hält sogar die in den sowjetischen Vorschlägen angestrebte Neutralisierung Deutschlands für annehmbar. „Es gibt einige Gründe, anzunehmen“, schreibt es, „daß der sowjetische Vorschlag mehr als ein Störungsmanöver ist.“ „Gründe dafür, daß es ein wirkliches Angebot darstellt, das von der Furcht vor der Wiederaufrüstung des Westens und von der Furcht vor einem Kriege inspiriert ist. Wenn dem so ist, dann können es sich die Westmächte nicht leisten, den sowjetischen Vor schlag abzulehnen. Sie haben immer erklärt, es sei der Zweck der Wiederaufrüstung, ihre Position zu stärken, so daß über eine wirkliche Regelung verhandelt werden kann. Deutschland bleibt der wichtigste Gegenstand solcher Verhandlungen.“ Adenauer und Schuman erörterten die Sowjetnote Politik — ganz kurz In unterrichteten politischen Kreisen West- Berlins wurde ein Bruch der gegenwärtigen Regierungskoalition aus SPD, CDU und FDP vor dem Besuch der Deutschland-Kommission der UNO in Berlin als unwahrscheinlich bezeichnet. ‘ * Die deutsche Bundespost hat 1951 wieder den Leistungsstand des Jahres 1936 erreicht, berichtete Bundespostminister Dr. h. c. H. Schuberth. Die südafrikanische Luftverkehrsgesellschaft hat von der alliierten Hohen Kommission die Erlaubnis erhalten, den Luftverkehrsdienst zwischen Frankfurt am Main und Johannesburg (Südafrika) aufzunehmen. Der ehemalige Staatssekretär im britischen I Finanzministerium, Jay sagte in der Haushalts- > debatte, 75 Prozent der Lohnempfänger würden durch das Budget schlechter gestellt als bisher. Zweifellos würden die Löhne nun steigen müssen. Der Unke Flügel der japanischen Sozialisten j gab die Absicht bekannt, zusammen mit Schwe- j sterparteien in den übrigen asiatischen Ländern I unser Bild zeigt tob links nncb eine „Dritte Macht“ zu bilden, die zwischen dem Haider Abbast, Pakistan. Kommunismus und der westlichen Welt eine Mendez-vianna, Brasilien, und I vermittelnde Stellung einnehmen soll. _ i Kohnstamm, Holland. -I In erster Linie jedoch die Saarfrage Paris. Bundeskanzler Dr. Adenauer und der französische Außenminister Robert Schuman erörterten am Dienstagabend in einem einstün- digen Gespräch die sowjetische Deutschlandnote. Schuman konnte allerdings noch nichts über den Inhalt der westlichen Antwortnote mitteilen, da die Verhandlungen zwischen Frankreich, Großbritannien und den USA darüber noch andauerten. Dr. Adenauer erklärte unmittelbar nach seinem Besuch beim französischen Außenminister, daß die Bundesregierung ihre dem Europa-Rat übermittelte Denkschrift über die Saar nicht zurückziehen, sondern am heutigen Donnerstag bei der Sitzung des Ministerausschusses des Europa-Rates zur Sprache bringen werde. Es wird angenommen, daß die Aussprache unter vier Augen mit dem französischen Außenminister vor allem der strittigen Saarfrage gegolten hat. Schwieriger Diplomatenaustausch Die Entsendung deutscher diplomatischer Vertreter ins Ausland hat in letzter Zeit in einer Reihe von Fällen zu Schwierigkeiten geführt. So hat die ägyptische Regierung auch der Bundesrepublik die Forderung gestellt, das Beglaubigungsschreiben an den „König von Ägypten und des Sudans“ zu richten. Für die Errichtung einer diplomatischen Vertretung in Tokio sei das Inkrafttretendes japanischen Friedensvertrages Voraussetzung. Der Errichtung einer Vertretung in Wien stehe der Umstand entgegen, daß hierfür die erforderliche Zustimmung der Sowjetunion vorerst schwerlich zu erhalten sein werde. Ein Gesetz nationaler Schande Saarbrücken. Der Saarlandtag verabschiedete ein Gesetz über die Zulassung neuer politischer Parteien im Saarland. Danach muß sich jede neue Partei verpflichten, die saarländische Verfassung zu achten, und versichern, daß die Partei keine Untergruppe einer Vereinigung ist, deren Sitz außerhalb des Saarlandes liegt und eine Beseitigung der saarländischen Verfassung anstrebt, also sich zu Deutschland bekennt. Zwei ägyptische Minister nnter Hansnrres Kairo. Der ägyptische Ministerpräsident Hilali Pascha stellte zwei frühere Minister im Wafd- Kabinett Nahas Pascha unter Hausarrest. Es sind dies der .ehemalige Innen- und Finanzminister Serageddin Pascha und der frühere Minister für Sozialfürsorge Abdel Fattah Hassan Pascha. O Serageddin Pascha soll versäumt haben, einen Plan zur Abwehr von Ausschreitungen auszuarbeiten. In einer Rundfunkansprache hatte der Ministerpräsident die Wafd-Partei für die Unruhen vom 26. Januar verantwortlich gemacht. Hallstein in seinem Amt unmöglich Bonn. „Wann gedenkt die Bundesregierung den Staatssekretär von seinen Pflichten im Auswärtigen Amt zu entbinden?“, heißt es in einer großen Anfrage den SPD»-Bundestagsfraktion, dte sich auf Äußerungen Staatssekretär Prof. Walter Hallsteins in den USA bezieht. Die SPD will wissen, ob die Bundesregierung den auf einer privaten Amerikareise befindlichen Staatssekretär beauftragt hat, Erklärungen zur deutschen Politik abzugeben und was sie getan hat, um ,*ron den bekannten Äußerungen Hallsteins abzurücken.“ Ferner fragt die SPD, ob die Bundesregierung nach den ersten Verlautbarungen Hallsteins. Schritte unternommen hat, um neue, für die Politik der Bundesregierung schädliche Darlegungen zu verhindern. • Das Direktorium der Deutschen Partei hat die DP-Fraktion beauftragt, wegen der Äußerungen Hallsteins in-den USA bei Bundeskanz ler,Dr. Adenauer ernste Vorstellungen zu erheben. Bundeskanzler Dr. Adenauer empfängt die UNO- Deutschland-Kommission Bundeskanzler Dr. Adenaner empfing am 17. März 1952 die Deutschland - Kommission der Vereinten Nationen im Palais Schaumburg in Bonn. Im grünen Salbn des Palais fiber- reichte er den vier UNO-Deie- gierten Hollands, Islands, Brasiliens nnd Pakistans in feierlicher Form ein WeiBbnch der Bundesregierung Ober die Durchführung gesamtdeutscher Wahlen in ganz Deutschland. Zerfefcte Dolchstoßlegende Angesichts des Braünschweiger Remer-Pro- zesses fragt man sich: Wie ist es überhaupt möglich, daß heute, sieben Jahre nach dem Ende eines verbrecherischen Regimes, unter dessen Folgen wir auf Jahre hinaus leiden werden, noch stark umstrittener Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens sein kann, was als unverrückbare und selbstverständliche geschichtliche und politische Erkenntnis im Bewußtsein des ganzen deutschen Volkes ruhen sollte? Daß nämlich die Männer des 20. Juli 1944 national verantwortungsbewußt denkende, aus tiefstem Gewissen handelnde Widerstandskämpfer gewesen sind, die es überhaupt nicht nötig haben, sich zu rechtfertigen oder, wie es während des Prozeßverlaufes mehrfach hieß, zu rehabilitieren. Wer in buchstäblich letzter Stunde den heroischen Versuch unternommen hat. ein Regime zu beseitigen, das das ganze deutsche Volk in seinen Untergang hineinziehen wollte, auf den treffen die Begriffe „Hochverrat“ und „Landesverrat“ überhaupt nicht zu. Wenn man sich auf die juristische Ebene drängen läßt, läuft man nur Gefahr, daß sich der skrupellose politische Gegner eine neue Dolchstoß-Legende zusammenbaut. Wir kennen diese unsaubere politische Praxis zur Genüge aus der Weimarer Republik. Die SRP bedient sich ihrer mit weitreichenden Absichten dem 20. Juli gegenüber. Hätten' die Männer des 20. Juli Erfolg gehabt, gäbe es um sie keine politische Auseinandersetzung; denn Erfolg heißt für den Durchschnittsmenschen soviel wie. Recht zu haben. Sie hatten jedoch mit ihrem Beginnen einen Mißerfolg. Und zu ihm hat Herr Remer seinen Teil beigetragen. Das läßt ihn keineswegs zu einem nationalen Helden werden; denn seine Rolle am 20. Juli 1944 machte erst den deutschen Zusammenbruch zu der Katastrophe, wie wir sie im Frühjahr 1945 erlebt haben. Es zeugt wahrhaftig nicht von politischer Reife, wenn deutsche Menschen der politischen Richtung eines Mannes wie Remer nachlaufen, auf den es zurückzuführen -ist, daß weiterhin Hunderttausend« von Menschen nutzlos geopfett worden sind und weiterhin Stadt um Stadt, darunter auch das Herzstück unserer Stadt Freihurg, in Trümmer gelegt worden sind. Wäre der 20. Juli geglückt, hätten viele Mütter ihre Söhne, viele Frauen ihre Ehegatten, viele Kinder ihre Väter behalten. Wenn wir jetzt sehen, wie eine Partei wie die SRP, die Nachfolgerin der NSDAP, mit dem Begriff „Landesverrat“ eine neue Dolchstoßlegende aufzubauen unternimmt, so drängt'sich einem' dabei in erster Linie der Gedanke auf, wie doch Deutschland immer wieder an den Revolutionen schweren Schaden genommen hat, die unterblieben sind. Die letzte versäumte Gelegenheit dieser Art war die von 1945. Damals kam es jedoch unter der Regie der Besatzungsmächte nur zu einer papierenen „Revolution“ durch den Fragebogen. Und die läßt sich ja, wie Figura zeigt, ganz gut überstehen. Ohne die ausgebliebene Revolution hätte vermutlich auch Herr Remer jetzt nicht auf der Anklagebank in Braunschweig gesessen. Dazu wäre es gar nicht gekommen. Drei Monate Gefängnis wegen übler Nachrede — das zeigt geradezu die Situation auf, in der wir uns befinden. Und dazu noch ein Landgerichtsdirektor, der, wie er sagte, ^in Gewissensnot“ wegen des „Landesverrats“ geriet! An einem Unrechtsstaat, wie das Braunschweiger Urteil immerhin klar ausspricht, kann doch wohl überhaupt kein Landesverrat verübt werden. Es ist wohl gerade. Landesverrat genug, durch eine abenteuerliche und verbrecherische Politik ein großes Volk völlig auf den Hund gebracht zu haben. Die Männer des 20. Juli hatten demgegenüber den im Lebensinteresse des deutschen Volkes liegenden ernsten und verantwortungsvollen Willen, Deutschland im letzten Augenblick vom Abgrund zurückzureißen. Wer klar zu denken vermochte, wußte ja, daß seit der Katastrophe von Stalingrad der Krieg unabwendbar verloren war. Man begreift es kaum, wieviel rednerischer Aufwand tagelang.für die-Klärung der Tatsache verbraucht wurde, die ein Prozeßbeobachter in die knappen Worte faßte: „Die legitime Opposition der Despotie ist nun einmal die Verschwörung.“ Und für die andere Selbstverständlichkeit, daß die Gültigkeit und Anwendbarkeit der Begriffe Hochverrat und auch Landesverrat sich nur auf einen Rechtsstaat, also einen Staat, der selbst nach sittlichen Maßstäben handelt, beziehen können, demnach nicht auf den nationalsozialistischen Gewaltstaat, in dem der Mord am politischen Gegner an der Tagesordnung gewesen ist. Gefährliche Kräfte einer nationalsozialistischen Erneuerung sind nun heute wieder am Werke. Herr Remer ist ihr Symbpl. Deshalb ist es die Aufgabe aller für die öffentliche Meinungsbildung verantwortlichen Personen und Einrichtungen, daß in dieser Frage die notwendige Aufklärung geschaffen wird, unermüdlich und auf jede nur denkbare Weise. Die Strafkammer eines Landgerichts reicht dafür nicht aus. r Seite 2 — Nummer 35 oas Boa i Donnerstag, 20. März 1932 r Unsere Meinung Eine Aufgabe für Dr. Schühly Der Untersuchungausschuß des Badischen Landtags in Sachen Harlan bringt am Schluß seines Berichtes zum Ausdruck, der Ausschuß sei auch der Auffassung, daß das Innenministerium der Beziehung der Polizei zu demokratischem Denken und der 'Auswahl von geeigneten Polizeiführern größere Aufmerksamkeit zuwenden müsse. Einverstanden! Aber wie steht es mit der' Frage der Legitimation dazu? Wir sind der Meinung, daß sie bei einem Ministerium nicht gegeben ist, dasGestapobeamte wieder in Arpt und Würden setzt und sie ihrem alten Rang nach zu Vorgesetzten von Polizeibeamten macht, die nach unserem Eindruck schon von sich aus mehr für ihr demokratisches Denken getan haben, als es manchen der höheren Polizeiführer und Ministerialbeamten lieb ist. Wir machen jedpeh einen praktischen Vorschlag: zunächst einmal oben mit der Demokratisierung zu beginnen. Dann läßt sich auch schnell das Vertrauensverhältnis zu den mittleren und unteren Beamten hersteilen, auf das .es, scheint uns, besonders in der Polizei ankommt. Herr Minister Dr. Schühly sollte darauf seine ganze Aufmerksamkeit richten! Augenblicklich verzettelt er sich unnötig mit Nachforschungen nach denen, die der Öffentlichkeit die Namen der Gestapobeamten vermittelt ha- b4n, die er noch auf seiner Liste hat. Warum dies? Diese Namen pfiffen doch die Spatzen schon seit langem von den Dächern Freiburgs. Schließlich ist auch ein Innenministerium kein geheimes Konventikel. Wir wissen, daß Aktenmenschen sehr empfindsam sind, wenn etwas in die Presse kommt. Aber auch Herr Dr. Schühly wird schließlich, einsehen müssen, daß in der Demokratie, zu der er als oberster Chef Ja erziehen soll, mit offenen Karten gespielt werden muß. Die Bevölkerung hat vor allem ein Recht darauf, zu erfahren, mit wem sie es ln der Polizei zu tun hat und wer — das geht mehr Herrn Wohieb an — mit der wichtigen Aufgabe des Verfassungsschutzes betraut worden ist. Wie die Caritas nach einem bekannten Wort zu Hause beginnen soll, so auch die Demokratie — im Innenministerium. Ein Warnzeichen für die Demokratie Die Regierungkoalition hat keinen Anlaß, das Ergebnis der Bundestagsnachwahl im Harz, das ihr ein Mandat einbrachte, als einen Erfolg und als eine Ermunterung ihrer Politik zu buchen. Die Zahlen besagen ja das Gegenteil: Der sozialdemokratische Stimmenanteil stieg im Vergleich z!ur letzten Bundestagswahl von 35,7 auf rund 42 Prozent, was von einem kontinuierlichen Aufschwung der Sozialdemokratie in diesem Gebiete zeugt. Der Stimmenanteil der Regierungsparteien (DP, CDU und FDP) ging demgegenüber von 46,2 auf 45,3 Prozent zurück. Die Bundestagsnachwahl vom März hat jedenfalls eine weit über Niedersachsen hinäus- gehende allgemeine Bedeutung. Der sozialdemokratische Kandidat hatte es nämlich hier mit einet geschlossenen „antimarxistischen Front“ zu tun, die von der DP über die PDP bis zum BHE reichte. „Antimarxismus“ ist wiederum das Modewort unserer Zeit, und Tn seinem Zeichen sammeln sich sehr viele Kräfte, die, um es sehr gelinde auszudrücken, nur ein loses Verhältnis zur Demokratie haben. Die Deutsche Partei des Herrn Bundesministere Hellwege steht ja in bedenklicher Nähe zum Neofaschismus. Noch ist die Geschichte der Habsburger Front nicht vergessen. Das deutsche Bürgertum hat jedoch aus der bitteren Vergangenheit seiner Politik nichts gelernt. Es ist deshalb bemüht, alle seine alten politischen Dummheiten zu wiederholen. Ein sehr gefährliches Spiel! CDU - Sozialausschüsse gegen sozialrechtliche Verschlechterungen Keine Respektierung der Persönlichkeitswerte des arbeitenden Mensdten Die von Bundesminister Jakob Kaiser geführten SozlalausschÜsse der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft haben die CDU- Bundestagsfraktion aufgefordert, gegen die Ver. schlfechterungen im Entwurf des Mitbestimmungsgesetzes Stellung zu nehmen. Die CDU- Sozialausschüsse stellen mit Bedauern fest, daß in den Formulierungen des parlamentarischen Arbeitskreises (Vorsitzender CDU-Abg. Sabel!) noch Verschlechterungen gegenüber dem Entwurf der CDU/CSÜ-Fraktion enthalten sind, der schon nicht der Auffassung der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft gerecht geworden sei. Für die nunmehr bekanntgewordenen Abstriche an dem Maß der Mitbestimmung haben die Sozialausschüsse „kein Verständnis“ und erklären, daß die Grundsätze der Respektierung der Person! ic hkeitswertedesarbei- tenden Menschen und die Idee der gleichberechtigten Partnerschaft von Unternehmer und Arbeitnehmer in diesen Formulierungen keinen ausreichenden Niederschlag finden. „ 1 Schließlich verweisen die GDU-Arbeitnehmer darauf, daß insbesondere die Ausdehnung des Betriebsverfassungsgesetzes auf die Betriebe und Verwaltungen des öffentlichen Dienstes für notwendig gehalten wird. Die Schaffung des von der Bundesregierung vorgelegten Entwurfes eines gesonderten Personalvertretungsgesetzes für den öffentlichen Dienst wird als nicht gerechtfertigt abgelehnt. Sparen in Bonn nicht beliebt Bonn. Die Bundesregierung hat dem Bundestag den Entwurf einer Ergänzung zum ersten Nachtragshaushalt des Bundes für 1951 zugeleitet. Der Bundesrat hatte diese Haushaltsergänzung lebhaft kritisiert und unter anderem eine Überprüfung vom Bundespresseamt und der Bundesstelle für Warenverkehr durch den Bundessparkommissar verlangt. In einer Stellungnahme erklärt sich die Bundesregierung mit der Überprüfung dieser beiden Behörden einverstanden. Die erheblichen Sparvorschläge des Bundesrates werden aber zurückgewiesen. Der Bundesrat hatte die Notwendigkeit der Einstellung mehrerer hundert neuer Bundesbeamter nicht anerkannt. Südbadische Vorschläge für öberleitungsgeset? Vorschlag £ür den Namen des neben Bundeslandes: Baden-Württemberg Freiburg. Die südbadische Regierung arbeitet zur Zeit den Entwurf eines Uberleitungsgesetzes für das neue südwestdeutsche Bundesland aus, das bis zum Inkrafttreten der neuen Landesverfassung gelten soll. Nach den bis jetzt bekanntgewordenen Einzelheiten des Entwurfs wird die südbadische Regierung wahrscheinlich vorschlagen, das neue Bundesland Baden- Württemberg zu nennen. Ferner ist beabsichtigt, die Bildung von Ministerien für Inneres, Justiz. Unterricht und Kultus, Wirtschaft, Finanzeh, , Landwirtschaft sowie Flüchtlingswesen vorzuschlagen, Die Zusammensetzung der vorläufigen Regiexufeg soll nach lands mannschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen. Für die Übergangszeit sbUen nach*der» badischen Plänen vier Land es beziffere (eingerichtet werden, deren Grenzen denen der Stimmbezirke bei' der Volksabstimmung -vom 9. Dezember entsprechen. Die Landesbäzirks- verwaltungen sollen aus den bishejrigeq-sRegie- rungen hervorgehen und als Körperschaften des öffentlichen Rechts der vorläufige^ Staatsregierung unterstehen. Die Landesbezirkspräsidenten würden nach dem. hadisfeben.. Entwurf auf Vorschlag der-in dem betraf fanden Landesteil gewählten Abgeordneten von der Staats-; regierung ernannt werden. FDP für Große Koalition Stuttgart. Die FDP/DVP-Fraktion der Verfassunggebenden Landesversammlung des südwestdeutschen Bundeslandes sieht eine große Koalition (CDU, FDP/DVP, SPD) als beste und erstrebenswerteste Lösung an. Dr. Wolfgang Hausmann erklärte, der Ausgang der Besprechungen werde davon abhängen, ob man sich mit der CDU in den grundsätzlichen Fragen des Verwaltungsaufbaues und der Kultur- und Schulpolitik einige. Man werde zwar „mit allem Ernst, aber nicht um jeden Preis“ auf die große Koalition lossteuem. Altbaden durdi Hintertüren Freiburg. Das badische Zentrum macht sich die Forderungen zu eigen, die die Arbeitsgemeinschaft der Altbadener vor kurzem bekanntgegeben hat. So fordert das Zentrum einen gesamtbadischen und einen gesamt- württembergisehen Landesbezirk. Dabei sollten die altbadischen Grenzen beibehalten und dem Landesbezirk Baden weitgehende Autonomie gewährt werden. Ferner müsse Baden eine Reihe von staatlichen .Eiprichtungen erhalten bleiben. Auf personellem Gebiet müsse Baden vor einer „schwäbischen Invasion“ geschützt werden. Rückgang der Arbeitslosigkeit in allen Ländern Durch Wiederbeginn der Anßenarbeiten Bonn. Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet hat in der ersten Märzhälfte um 172 850 auf 1 720 034 abgenommen. In der ersten Märzhälfte des vergangenen Jahres hatte die Arbeitslosigkeit um 44 690 abgenommen und betrug 1.617 772. Im letzten Jahr hatte die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt Mitte Januar mit 1 911149 Erwerbslosen erreicht. Vom Bundesarbeitsministerium wird der Rückgang der Arbeitslosenzahlen vor allem auf den Wiederbeginn der Außenarbeiten und auf eine verstärkte Tätigkeit in der Bauindustrie zurückgeführt. Der Stand im Südwesten Die Zahl der Arbeitslosen ln den drei südwestdeutschen Ländern ist von Ende Februar bis Mitte März um 19158 Personen zurückgegangen. Den stärksten Rückgang verzeichnet Württemberg-Baden mit einer Abnahme von 13 522 Personen. Es folgen Südbaden mit 2829 und Württemberg-Hohenzollern mit 2807 neu in Arbeit vermittelten Personen. In den drei südwestdeutschen Ländern sind zur Zeit noch 99 274 Arbeitslose registriert. Wann endet der Badische Landtag? Zu Beginn der Plenarsitzung am Mittwoch verlas der Staatspräsident ein Rechtsgutachten von Prof. Hiuni, in dem die gesetzliche Zulässigkeit eines Weiterfunktionierens des Badischen Landtags begründet wurde. Der Staatspräsident bat, sich dieser Auffassung anzuschließen. Während die CDU-Frakth»n zustimmte, bestritt die FDP die rechtliche Grundlage und stützte sich darauf, daß die gewählte Verfassunggebende Landesversammlung als Volksvertretung anzusehen sei. Auf Vorschlag des Abgeordneten J ä c k 1 e (SPD) nahm der Badische Landtag sodann gegen fünf Stimmen der Demokraten folgende Entschließung an: „Der Badische Landtag nimmt Kenntnis von den Ausführungen des Staatspräsidenten über den Zeitpunkt der Beendigung des Badischen Landtages und schließt sich der Rechtsauffassung an, daß der gegenwärtige Badische Landtag in dem Augenblick endet, in dem die Verfassunggebende Landesversammlung in Stuttgart die Aufgaben der Volksvertretung übernimmt.“ Am 25. März Zusammentritt der V erfassunggebenden Landes Versammlung Stuttgart Die am 9. März gewählte Verfassunggebende Landesversaifimlung des neuen Südweststaates wird am 25. März, 12 Uhr, im Sitzungssaal des württemberg-badischen Landtages in Stuttgart zu ihrer ersten Sitzung zn- sammentreten. Der 74 Jahre alte CDU-Abge- ordnete Wilhelm B ä ß 1 e r aus Freudenstadt wird bei der ersten Sitzung der Landesversammlung das Amt des Alterspräsidenten übernehmen. Lehrerverbände Südwestdeutschlands . für christliche Gemeinschaftsschule Stuttgart. Die Lehrerverbände in Südwestdeutschland, mit einer Mitgliederzahl von rund 12 000 Lehrern und Lehrerinnen beider Konfessionen, die maßgebliche Organisation im Südwestraum, haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und eine Anzahl von Grundsätzen und Forderungen für das Schulwesen im Südwestraum aufgestellt. Darin heißt es, die Arbeitsgemeinschaft erwarte, daß im neuen Land eine einheitliche Kulturpolitik durchgeführt werde, deren Grundsätze und Richtlinien in die Verfassung aufzunehmen seien. Dem Staat müsse das erste und entscheidende Recht auf die innere und äußere Gestaltung der öffentlichen Schulen zukommen. Staat und Gemeinden müßten ausreichende öffentliche Mittel besonders zur Hebung der Leistungsfähigkeit der Volks- und Berufsschulen bereitstellen. Außerdem wird betont, daß die vier Lehrerverbände den christlichen Charakter der Schulen bejahen und in der christlichen Gemeinschaftsschule die Schulform erblicken, in der alle berechtigten Wünsche am besten erfüllt werden könnten. Was madtt das Wetter? Süd Westdeutschland gerät Immer mehr in den Grenzbereich zwischen kühler Luft, die in Nordostdeutschland aus Rußland eingedrungen ist, und feuchtmilder Meeresluft, die ihren Weg von Frankreich aus zu uns findet. Durch ein Tief, das über Frankreich ostwärts wandert, wird dabei die Niederschlagstätigkeit anfangs noch sehr verstärkt. I Wetteraussichten bis Freitagabend: Zunächst stark bewölkt bis trübe und zeitweise Regen. Im Laufe des Donnerstags Besserung, doch weiterhin unbeständig wechselnd, Schauer. Mild, meist schwachwindig. Beilagenhinweis Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Tipschein der Staatlichen Sport - Toto GmbH., Stuttgart, für den 33. Wettbewerb im West-Süd-Block bei. Herausgeber: Bing Druck und Verlag GmbH, Freiburg i Br.. Kaiser-Joseph Straße 229, Fernruf 281« Chefredaktion: O. Fischer Verlagsleitung: A Höefclln Druck: Universitätsdruckerei Poppen & Ortmann. Freiburg 1 Br /f)täezsehen in ~üeneiig Koman von Roland Marwitg Copyright by Münchner Roman-Verlag, München-Pasing Sehr deutlich mußte man das offenbar dem Jungen sageh, von dem es übrigens rätselhaft blieb, wie er nach Venedig gekommen war. Ein Telegramm seines Vaters hatte ihn nach Marseille beordert. Ein Telegramm des alten Barry war so etwa* wie ein höchster Befehl, und wenn es seinem Sohn galt, so v&t für Doug ein Gewitter zu befürchten. Douglas Barry, der in einem b-un(bebilderten Automagazin geblättert hatte, sprang auf. Er war groß und «ehr schlank, und jetzt zeigte es sich wieder, daß dieser erwachsene Junge wie ein Mädchen erröten konnte. „Frau Gerte!“ Gerte Vollmer überhörte den glücklichem Ton seiner Stimme, sie beachtete auch die Hand nicht, die sich ihr entgegenstreckte. „Ich komme nicht, um Ihnen für die Rosen zu danken, Mr. Barry. Ich möchte Ihnen nur sägen, daß Sie kein Recht haben, hier auf mich zu warten. Es tut mir leid, Ihnen das noch andeuten zu müssen. Ich dachte bisher, daß wir Freunde wären, die sich verstehen.“ „Ich glaubte es auch“, sagte er schüchtern. Seit langer Zeit war es das erstemal, daß Ihn Gerte nicht mit dem Vornamen angeredet hätte. „Also?“ „Also müssen Sie begreifen, Frau Gerte, daß ich völlig erledigt war nach der Auseinandersetzung mit Papa. Er kreuzt mit seiner Jacht im Mittelmeer und hat sich offenbar in den Kopf gesetzt, in jedem Hafen einen Menschen zur Strecke zu bringen. Meist sind es seine Angestellten. In Marseille war ich das Opfer. Er hat meinen Wechsel auf die Hälfte gekürzt. Nun werden Sie begreifen, daß ich, nachdem sein Seeräuberschiff die Anker gelichtet hatte, das nächste Flugzeug nahm und nach Venedig flog. Leider waren Sie noch gar nicht da. Ich warte hier seit zwei Tagen auf Sie, nur um ein wenig von Ihnen getröstet zu werden.“ Gerte mußte nun doch lächeln. „Wissen Sie, was Ihnen fehlt, Doug? Sie haben zuviel Zeit und zuviel Geld, obwohl Ihnen Ihr Papa den Wechsel gekürzt hat. Und zuviel Geld ist fast ebenso schlimm wie zu wenifj.“ Douglas Barry begriff nicht, wie man sagen könne, daß ein Mensch zuviel Geld hätte. Die Worte Gertes erschienen ihm sehr geheimnisvoll; aber selbst wenn sie recht hatte, was konnte man sich für Geld schon kaufen? Nicht einmal Gesundheit und’Freude. Auch die Liebe einer Frau war nicht mit Geld zu erwerben. Immerhin, Gerte Vollmer hatte ihn wieder Doug genannt, an diesem grauen Regenmorgen war dies die erste Freude für ihn. „Haben Sie rieh etwa in meinem Hotel eingemietet, Doug?“ Gertes Stimme klang wieder streng. Nein, Doug Barry hatte das nicht getan. Er wohnte im „Excelsior“ am Lido und er bemühte sich, Frau Gerte klarzumachen, daß sie in diesem unscheinbaren, altmodischen Hotel nicht länger bleiben dürfe. „Ich denke, daß Sie das schon uns überlassen müssen. Sven und Ich, wir haben uns hier «ehr wohl gefühlt.“ Barry senkte den Blick. Immer wenn Gerte den Namen Ihres Mannes nannte, tat er das, es war, als müsse er einen plötzlichen Schmerz bekämpfen. Gerte merkte es * „Wirklich, Doug“, sagte sie, und ihre Stimme klang nicht mehr streng, „es wäre besser bei un- serm Abschied in Berlin geblieben. Was haben Sie schon davon, daß ich Ihnen jetzt erlaube, mit mir zu frühstücken? In einer Stunde muß ich Sie doch fortschicken. In drei Stunden kommt das Schiff.“ „Sie irren sich, Frau Gerte.“ Barry folgt ihr ln den kleinen Frühstückssaal. „Die ,Beatrice' kommt nicht in drei Stunden. Sie hat einen Kolbenbruch gehabt und eine Verspätung von mindestens zehn Stunden.“ , „Ist das wahr, Doug?“ „Ich lüge nicht, Frau Gerte. Ich habe es eben auf der Agentur erfahren.“ Gerte Vollmer zweifelte nicht an Barrys Worten. Also noch zehn Stunden, Reih, mehr —. Eine Ewigkeit! Vielleicht,war es jetzt doch gut, nicht allein zu sein. Sie würde mit Doug plaudern, und die Zeit würde schneller vergehen. „Ist es wirklich nichts weiter als ein Kolbenbruch“, fragte sie plötzlich nervös, und ihre Stimme zitterte. Doug lächelte traurig. „Nein, es ist wirklich nichts- weiter, aber sind Sie mir sehr böse, daß ich mich darüber freue, Frau Gerte?“ „Ja, Doug.“ „Bitte, nicht!“ Er legte den Bleistift, mit dem er auf der Speisekarte einen Dampfkolben gezeichnet hatte, fort und griff nach Gertes Hand. Sie ließ sie ihm. Es war doch gut, einen Menschen zu spüren. Dann aber dachte sie an Sven und entzog Deug ihre Hand schnell. „Wollen Sie mich nun auch noch in einer Stunde fortschicken, Frau Gerte?“ Er sah so traurig aus wie ein Bub, dem das Spielzeug genommen wurde. Sie mußte lächeln. „Nein, Doug. Aber zum Hafen dürfen Sie mich nicht bringen. Wenn Sven hier ist, müssen Sie abgereist sein, versprechen Sie mir das?" „Wo soll Ich hinreisen, Frau Gerte?“ „Ich glaubte, daß Sie so etwas wie ein Student wären und an der Technischen Hochschule Kollegs hörten, Doug?“ „Jetzt nicht mehr, Frau Gerte. Wo also soll ich hin!?“ „Fahren Sie nach Paris. Paris wird Ihnen sicher gefallen, und dort treffen Sie ja auch Ihre Schwester.“ Doug Barry schüttelte traurig den Kopf. Ja, er kannte Paris, aber seit er das erstemal bei Gerte Vollmer Tee getrunken hatte, verstand er nicht mehr, daß die jungen Amerikaner von Paris schwärmten und von den Abenteuern, die man dort erleben konnte. Gerte Vollmer war mehr als alle Abenteuer. „Meine Schwester ist nicht mehr in Paris*, sagte er. „Sie hat sich in einen Flieger der Air France verliebt, glaube ich, und seitdem scheint sie überall und nirgends zu sein. Neulich telegrafierte sie mir aus Bagdad.“ Barry' unterbrach sich und reichte Gert« Feuer. Er dachte, als das Benzinflämmchen aufflackerte, daß er mit demselben Feuerzeug Gladys Telegramm verbrannt hatte. Es war ein törichtes Telegramm gewesen, und obschon es ja vernichtet war, hatte er jedes Wort behalten. trauben die zu hoch hängen sind sauer stop such dir suesse stop ich habe sie gefunden stop glady Er wußte genau, was Glady mit diesen Worten meinte, die sie ihm aus Bagdad gesandt hatte. Ach, sie konnte ihn nicht verstehen... „Doug, Sie haben mir noch immer nicht gesagt, weh in Sie reisen werden.“ „Ich weiß es nicht, Frau Gerte.* „Aber Sie wissen, daß Sie mir versprechen müssen, Venedig zu verlassen, bevor Sven gelandet ist?“ „Ist Ihr Mann so eifersüchtig, Frau Gerte?“ Sie sah ihn erstaunt an. „Auf wen sollte er wohl eifersüchtig «ein, Doug?“ „Sie haben recht, Frau Gerte. Auf wen wohl?“ „Und ich habe Ihr Versprechen?“ Barry nickte, aber er wußte schon jetzt, daß er sein Wort nicht halten würde. (Fortsetzung folgt) 15- f i r fionnerstag, SV. März 195» Das Vot* Bericht über die Harlan-Affäre Untersuchungsausschuß des Badischen Landtags fordert personelle Änderungen in der Polizeiführnng Einen ersten Höhepunkt der auf zwei Tage bemessenen 30. Plenarsitzung des Badischen Landtags gab es am Dienstagnachmittag, als der Abgeordnete Porzelt (CDU) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des „Untersuchungsausschusses Veit Harlan“ einen eingehenden Bericht über die Arbeiten dieses Ausschusses und Aber die gezogenen Schlußfolgerungen erstattete. Das fast vollzählig versammelte Haus nahm den Bericht mit größter Spannung entgegen und unterstrich die Ausführungen durch „Hört-hört-Rufe“ und Zustimmungsäußerungen. Der von dem Berichterstatter anschließend gestellte Antrag: »Der Landtag nimmt von dem vorliegenden Bericht zustimmend Kenntnis und ersucht die Regierung, die notwendigen Folgerungen in personeller Hinsicht zu ziehen“ wurde bei Stimmenthaltung des Abgeordneten M e n g e s (FDP) und der kommunistischen Landtagsgruppe von den Abgeordneten angenommen. Ober den erstatteten Bericht kam es zu keinen Wortmeldungen. Die Schlußfolgerungen des Untersuchungsausschusses In dem Beridit des Untersuchungsausschusses Veit Harlan wird zu Anfang festgestellt, daß es nicht Aufgabe des Ausschusses sei, sich mit der strafrechtlichen Seite der Vorgänge um die Protestkundgebung gegen Harlan zu befassen, da dies Sache der Staatsanwaltschaft und des Gerichtes sei. Auf Grund des Untersuchungsergebnisses, das im einzelnen erläutert wird, kam der Ausschuß zu folgenden Schlußfolgerungen: „Das Innenministerium wurde durch Studentenvertreter auf die Protestversammlung in der Universität und mögliche weitere Aktionen aufmerksam gemacht. Allerdings geschah dies in unbestimmter Form. Zwischen der Aussage des Regierungsrats Scholler und derjenigen des Polizeirats Lücke besteht ein Widerspruch dahingehend, als Herr Regierungsrat Scholler behauptet, den Polizeirat Lücke telefonisch davon verständigt zu haben, daß außer der Protestversammlung unter Umständen auch mit weiteren Aktionen zu rechnen sei, während Polizeirat Lücke bei der Aussage bleibt, er habe mit keinem Wort eine Andeutung von möglichen weiteren Aktionen erhalten. Die Polizeidirektion Freiburg und in Vertretung des Polizeidirektors Herr Polizeirat Lücke hätte trotzdem von sich aus bessere Vorsichtsmaßnahmen vorbereiten und anordnen müssen, da er am Morgen des 16. Vanuar von Bürgermeister Schieler angerufen worden ist und auf mögliche Protestaktionen der Studenten aufmerksam gemacht wurde, mit dem ausdrücklichen Ersuchen, alles zu tun, um Tumulte zu vermeiden. Äußerungen der Staatsanwaltschaft bestätigen, daß der Polizeieinsatz am Abend des 16.Januar ungenügend war und die Freiburger Polizei in diesem Falle völlig versagt habe, weil keinerlei Vorbereitungen für einen organisierten und gelenkten Einsatz der Ordnungspolizei getroffen worden sind. Die Leitung der Freiburger Polizei hatte versagt Der Polizeidirektor von Freiburg, der an dem fraglichen Tag auf Dienstreise auswärts weilte, will laut eigener Aussage Veit Harlan auch dem Namen nach nicht gekannt haben. Dies klingt jedoch sehr unwahrscheinlich, da schon vor Monaten, anläßlich der Aufführung des Harlan- Films „Unsterbliche Geliebte“ öffentliche Proteste laut wurden, denen sich auch Mitglieder der Landesregierung und die Parteien anschlossen. Von solchen Protesten muß auch ein Polizeidirektor Kenntnis nehmen. Nach der Auffassung, die Polizeidirektor Biese r in der Angelegenheit dem Ausschuß gegenüber zum Ausdruck gebracht hat, muß bezweifelt werden, ob er die notwendigen Qualifikationen besitzt, um ein solches Amt verwalten zu können. Ein Polizeidirektor muß auch ein Gefühl für die Erfordernisse des demokratischen Staates haben und kann sich nicht in allen Fällen auf den formalen Rechtsstandpunkt stellen, daß er Feinde der Demokratie in ihrem provokatorischen Verhalten ebenso schützen müsse, wie den demokratisch gesinnten Staatsbürger. Ebenso ist das persönliche Verhalten des Polizeidirektors am Abend des 11. Januar zu verurteilen, als er sich mit Harlan an eine gemeinsame Tafel setzte. nachdem ihn Harlan am Vormittag angeblich entwürdigend behandelt hatte. ' In diesem Zusammenhang muß auch noch erwähnt werden, daß Polizeidirektor Dieser bei einer Vorführung des Harlan-Filmes eine Abstimmung bei den Kinobesuchern durchführte und durch das Ergebnis dieser Abstimmung den weiteren Einsatz der Polizei bestimmen ließ. Dieses Verhalten ist mit den Aufgaben eines Polizeibeamten unvereinbar. In den Ausschußverhandlungen entstand der Eindruck, daß jeder Polizeibeamte zunächst sein eigenes Verhalten zu rechtfertigen versuchte, was in einigen Fällen zu Widersprüchen führte. Es stimmten jedoch die Aussagen der einzelnen Vollzugsbeafnten darin überein, daß sie für den Fall einer Demonstration keinerlei Weisungen erhalten hatten. Die Anweisung des Ministeriums an die Polizeivollzugsorgane, in der Protestangelegenheit mit „Delikatesse“ vorzugehen, ist jedenfalls nicht bis zu den unteren Vollzugsorganen vorgedrungen. Es konnte nicht eindeutig festgestellt werden, ob die Weisung des Herrn Ministers mit ausreichender Klarheit an die Polizeidirektion weitergegeben worden ist. Die Kriminalpolizei hat bei dem Tumult vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht, ohne Weisung gehabt zu haben. Gegendemonstranten verursachten die Tumulte Die Kriminalpolizei soll nur in den Fällen — Wie Herr Kriminalrat Priester erklärte —, Jn denen sie die Möglichkeit hat, sich auszuweisen, eingreifen. Die Kriminalpolizei gibt als Grund für ihr Eingreifen an, daß sie den bedrängten uniformierten Kameraden zu Hilfe kommen wollte. Ein uniformierter Polizeibeamter soll angeblich von der Menge niedergeschlagen worden sein. Dieser Beamte hat jedoch seinen Gummiknüppel abgeschlagen, und es konnte nicht geklärt werden, ob nicht erst dieses harte Eingreifen ihn selber in die bedrohliche Situation gebracht hat. Durch das Eingreifen der Kriminalbeamten, die äußerlich nicht erkennbar waren, wurde die allgemeine Verwirrung noch vergrößert. Die demonstrierenden Studenten hatten keinerlei Absichten, Gewalttätigkeiten zu begehen. Zu den Tumulten kam es offenbar dadurch, daß Gegendemonstranten mit den Studenten ' ins Handgemenge kamen. Die Ursache für diese bedauerlichen Zwischenfälle ist deshalb darin zu suchen, daß die Polizeidirektion Freiburg keine Polizeikräfte bereitgestellt hat, umvonvornhereinDemon- stranten und Gegendemonstranten auseinanderzuhalten. Als die Demonstranten vor dem Lichtspielhaus anrückten, war lediglich das in jenen Tagen vor den beiden Lichtspielhäusern eingesetzte Schutzkommando von 1:4 einsatzbereit. Die während der Dauer der Demonstration von den benachbarten Poli-j zeirevieren herbeigerufenen Polizeibeamten träfen einzeln und verspätet am Demonstrationsort ein und konnten deshalb nicht geschlossen und planmäßig eingesetzt werden. Die Übergriffe einzelner Polizeibeamter gegenüber den Demonstranten zu untersuchen und festzustellen, ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Der Ausschuß hatte nur zu klären, wer und welche Stelle in der Vorbereitung der Maßnahmen zur Verhinderung der Tumulte am Abend des 16. Januar verantwortlich ist. Diese Verantwortung liegt in erster Linie bei der Polizeidirektion, die für den örtlichen Einsatz der Polizei zuständig ist. Der Ausschuß kam jedoch auf Grund der Vernehmungen zu dem Ergebnis, daß auch das Innenministerium der Polizeidirektion eindeutige Weisungen hätte geben müssen. Weiterhin ist der Ausschuß der Auffassung, daß das Innenministerium der Erziehung der Polizei zu demokratischem Denken und der Auswahl von geeigneten Polizeiführern größere Aufmerksamkeit zuwenden muß.“ Ein sehr mildes Urteil Nürnberg. Der frühere Legationsrat im Auswärtigen Amt, Franz Rademacher, wurde vom Nürnberger Schwurgericht wegen Beihilfe zum Totschlag von 1300 Menschen zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Damit ist nach sechswöchiger Prozeßdauer ein Verfahren abgeschlossen, in dessen Mittelpunkt nochmals die Judendeportationen in die Vernichtungslager standen. Rademacher wurde für schuldig befunden, den Befehl zur Erschießung von 1300 serbischen Juden mit veranlaßt btt haben. • — Demonstration gegen Harlan-Film in Mannheiip Mannheim. Vor dem Mannheimer Lichtspieltheater „Alhambra“ demonstrierten am Dienstagabend 2500 Menschen gegen die Aufführung des Harlan-Films „Hanna Amon“. Die Demonstration, zu der die SPD, die CDU, die DVP, die KPD, der Mannheimer Gewerkschaftsbund, die Deutsche Angestelltengewerkschaft und die Mannheimer Jugendverbände aufgefordert hatten, verlief ruhig; ~ Essen.Trlniien und RaucTien-das, kBit Leib und Seele zusammen!/ <& Jü WC ■i mm iiaiiKitii M» ra ■•■•■■■■■■ immmiBwaSoai tarn mm ■ ■ a ■ i a i ■ ■ mmm mm ■ ■ ■ a ■ =_a f — MW» I B ■ i a rtt S WWW» WWM amMMWaW» mmm mmm iaaaai*i % »»»Mil« ibimi » » » ■ m ■ a VI« ■ k I «M ■ Baaaaaaaa ■ aaaaaaaaa «■■■■■■■ ■■ • ■ S-B ■ » • » - mmm a a a a ws st #/ s ff/ / ■» # ; ÄtUe * — i\ uiiuuei öi Gas oout Kehrausarbeit im Badischen Landtag CDU*Fraküon will noch „das Bestmögliche zur Wahrung badischer Interessen“ herausholen — Oppositionsparteien gegen hypothekarische Belastung des neuen Südweststaates Am ernten Nachmittag der zweitägigen Plenarsitzung am Dienstag, dem 8. März, erledigte der Badische' Landtag nicht weniger als fünf Regierungsvorlagen, fünf Anträge und eine Reihe weiterer wichtiger Vorgänge, wobei sich schon deutlich der Versuch der CDU- Fraktion abzuzeichnen begann, kraft ihrer Mehrheit, ohne Rücksicht auf den Steuerzahler, noch möglichst viel für Kleinbaden herauszuholen und die Lasten dem kommenden Südweststaat aufzubürden. Diese Tendenz dürfte sich verschärfen, wenn das Plenum jetzt über den Nachtragshaushalt zu beschließen haben wird. Die Regierungsvorlage über ern neues Lan- .desgesetz über das Meldewesen wurde an den Ausschuß zurückverwiesen, weil noch bestimmte Sicherungen des ärztlichen Vertrauensgeheimnisses eingebaut werden sollen. - Einstimmige Annahme in beiden Lesungen fand der Regierungsentwurf für Änderung und Ergänzung des Besoldungsrechts, der die Erhöhung der Beamtengehälter regelt. Das neue Gesetz, das ohne Debatte verabschiedet wurde, tritt am 1. April 1951 rückwirkend in Kraft. Gegen die Verlängerung des Landesgesetzes über Mindesturlaub für Arbeitnehmer auf unbestimmte Zeit wandte sich die FDP, die eine befristete Verlängerung bis 31. Dezember 1952 für angebracht erachtete, damit einer zu erwartenden Bundesregelung' nicht vorgegriffen werde und keine Rechtungleichheit eintrefe. Gegen fünf Stimmen der FDP wurde eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit beschlossen und das Gesetz in beiden Lesungen verabschiedet. Ohne Debatte und einstimmig angenommen wurde schließlich auch ein Landesgesetz, das die Dienstverhältnisse der staatlichen Polizeibeamten in der Weise regelt, daß sie jetzt schon nach fünf, anstatt wie bisher zwölf Jahren auf Lebenszeit als Beamte tätig werden können. Opposition lehnt Landeshaushalt für 1952 ab Das Landtagsplenum hatte weiterhin über eine Regierungsvorlage „Entwurf eines Landeshaushalts für das Rechnungsjahr 1952“ Beschluß zu fassen. Der Entwurf legt in der Einleitung fest, daß im Rechnungsjahr 1952 bis zur Feststellung des Landeshaushaltsplanes die zur Fortführung der Verwaltung und zur Erfüllung der rechtlichen Verbindlichkeiten des Landes erforderlichen Ausgaben bei Beobachtung größter Sparsamkeit geleistet werden dürfen. Die Opposition wurde jedoch stutzig, als sie feststellte, daß nach dem Entwurf u. a. auch „die Schaffung zusätzlicher Planstellen für Beamte im Einzelfall“'zulässig sein sollte. In der Debatte stellte zunächst der Abgeordnete Menge« (FDP) fest, daß dadurch das neue Bundesland mit wetteren Personalausgaben belastet werde, während als Verteidiger der Vorlage Staatspräsident W o h 1 e b der Auffassung war, Baden sei so sparsam und bescheiden gewesen, daß es sich eine Stellenvermehrung leisten könne, die die gegebenen Möglichkeiten ausnützen müsse und sich nicht die Hände binden lassen dürfe. Der gleichen Meinung war auch der CDU-Abgeordnete Dichtei, der an Hand von Vengleichszahlen zu beweisen versuchte, daß Freiburg bezüglich der Stellenbesetzung für die Finanzverwaltung bedeutend bescheidener gearbeitet habe als Karlsruhe, Tübingen und Stuttgart. Es gelte letzt, die badischen Interessen zu wahren und in den nächsten Wochen und Monaten die Augen offen zu halten. Abgeordneter Schieler (SPD) konnte dem Abgeordneten Dichtei Nachweisen, daß seine Zahlen nicht stimmen. Es sei auch nicht richtig, daß Baden einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen konnte; denn man habe vergessen, die früheren Fehlbeträge von 37 und 24 Millionen DM mit einzubauen. Der SPD-Abgeordnete Step hfl n wies nach, daß in Baden die Verwaltungskosten pro Kopf der Bevölkerung 95 DM betragen, während die anderen Länder des Südweststaates mit 87 oder sogar 84 DM auskamen. Von einer sparsamen Wirtschaft könne also in Baden nicht gesprochen werden, und Baden dürfe dem Südweststaat keine hypothekarischen Belastungen aufbürden. Gegen die Stimmen der Opposition verfiel der FDP-Antrag der Ablehnung. Das Haushaltsgesetz wurde in beiden Lesungen mit den Stimmender CDU gegen 19 Neinstimmen bei einer Enthaltung angenommen. Staatsvertrag über den Südwestfunk Der nach langen Verhandlungen zwischen den Ländern Baden, Rheinland-Pfalz und Württem- berg-Hohenzollern abgeschlossene Staatevertrag über den Südwestfunk lag dem Landtag zur Bestätigung vor. Abg. Stephan (SPD) erklärte, daß seine Fraktion dem Vertrag nicht zustimmen könne, da die Wünsche nach einer Abänderung des Text« nicht erfüllt worden seien und der Vertrag ein deutlich« Übergewicht von Rheinland- Pfalz zuungunsten Badens erkenne» lasse. Das gleiche gelte auch für die Zusammensetzung des Rundfunkrates; denn hier habe Rheinland- Pfalz allein 25 Sitze, während auf die beiden anderen Länder nur je 12 Sitze kommen. Diesen Bedenken schloß sich für die FDP auch der Abgeordnete Men ge s an, während Staatspräsident Wohieb und der CDU-Ab- geordnete Schlapper, der selbst Mitglied des Rundfunkrat« ist, den Vertragstext mit dem Hinweis verteidigten, daß der Sitz des SUdwestfunks Baden-Baden bleibe, und daß | alles aus dem Wege geräumt wurde, was Anlaß zur Besorgnis hätte geben können. Gegen 14 Stimmen der SPD und KP, bei sechs Enthaltungen der FDP hieß die CDU-Mehrheit den Vertrag gut, der auf zehn Jahre abgeschlossen ist und nunmehr in Kraft tritt Debattelose Antragsannahme Das Plenum stimmte in der Dienstagssitzung ohne Debatte und einstimmig einem CDU- Antrag zu, in dem die Regierung ersucht wird, an der Bundesstraße 34 bei der Gemeinde Albdruck sofort einen genügenden Uferschutz am Industriegelände d» Kraftwerks anzubringen und mit dem Bund über die Kostenerstattung zu verhandeln. In gleicher Weise wurde ein Antrag der FDP- Fraktion zur Änderung d« badischen Wasserschutzgesetzes angenommen, ferner ein weiterer FDP-Antrag, in dem die Regierung ersucht wird, unverzüglich die Durchführungsverordnung zu dem Landesgesetz zur Änderung des Kirchensteuerrechts zu erlassen. (Die Verordnung wurde inzwischen erlassen, so daß der Antrag in seiner Wirkung überholt ist.) • Einstimmige und debattelose Annahme fanden auch zwei Anträge, wonach den Städten Waldkirch und Lahr seinerzeit der NSV geschenkte Grundstücke unentgeltlich wieder zurückgegeben werden. — Der SPD-Abgeordnete J ä c k 1 e hatte einen dritten diesbezüglichen Antrag, der die Stadt Singen betrifft, eingebracht. Darüber hinaus wird in dem Antrag verlangt, daß grundsätzlich alle in den Jahren 1933 bis 1945 aus dem Eigentum von Städten und Gemeinden im Wege der Schenkung an die NSV oder ähnliche Organisationen übereignete Grundstücke unentgeltlich wieder an die betreffenden Gemeinden und Städte zurückzugeben sind. Mit diesem weitergehenden Antrag wird sich zunächst der Haushaltsausschuß beschäftigen. Finanzminister Schnorr im Amt An Stelle d« zurückgetretenen bisherigen badischen Finanzministeas Dr. Eckert hatte Staatspräsident Wohieb den CDU-Abgeordneten Alois Schnorr zum Nachfolger ernannt. Zur Bestätigung im Amte bedürfte « noch der Zustimmung des Landtags. In der Dienstag- Plenarsitzung stimmten die SPD und KP gegen die Ernennung, während sechs Abgeordnete der FDP sich der Stimme enthielten. Wie der Abg. Jä ekle (SPD) unterstrich, richte sich die Ablehnung seiner Fraktion nicht gegen die Person des neuen Ministers, sondern gegen die Gesamtregierung, die das Vertrauen nicht mehr besitze. Aus dem gleichen Grunde stimmte die SPD auch gegen die Ernennung d« Innenministers Dr. S chüh 1 y zum Stellvertreter des Staatspräsidenten. Finanzminister Schnorr, der mit 28 Stimmen der CDU gewählt worden war, wurde durch den Landtagspräsidenten auf sein Amt vereidigt. Die von Vizepräsident Martzloff sehr straff geführte 30. Plenarsitzung erledigte bereits am Dienstagnachmittag einen großen Teil der umfangreichen Tagesordnung. Das Haus trat am Mittwochvormittag erneut zusammen. Bei Redaktionsschluß dauerte die Sitzung noch an. hL nstnicW dorüher gib und hilf! Die Arbeiterwohlfahrt sammelt * 27:30. März Es wird mehr gespart Freiburg. Die Spareinlagen bei den 85 südbadischen Sparkassen haben vom 31. Dezember 1951 bis zum 28. Februar 1952 von 136 Millionen Mark auf 146 Millionen Mark zugenommen. Wie der Sparkassen- und Giroverband für das Land Baden mitteilt, hat allein das am 1. Januar 1952 eingeführte Prämiensparen in den ersten beiden Monaten Spareinlagen von etwa 700 000 Mark erbracht. Die Zabiungsverkehrsguthaben stiegen im Januar und Februar von 149 Millionen auf 154 Millionen Mark. Damit haben die Gesamteinlagen bei öffentlichen Sparkassen Südbadens 300 Millionen Mark überschritten. Wie man die Schieber ködern wollte Weitere Zeugenaussagen im Klingensdunidt-Prozeß Zollamtmann Berckholz, der vor dem Kriege bei der Zollfahndungsstelle in Magdeburg tätig war, bestätigte, daß Dünnhaupt damals sehr aktiv und auch erfolgreich für die Zollfahndung wirkte. Nach dem Ausmaß der gezeigten Leistungen sei er der größte Vertrauensmann in Devisensachen gewesen. Dagegen (wußte der Zeuge nicht zu sagen, ob die Angaben Dünnhaupts, er habe über einen Vertrauensfonds der Zollfahndungsstelle bis zu 100 000 DM verfügt, zu Recht bestehen. Der am Montagabend zum erstenmal während der 14tägigen Verhandlungsdauer gefallene Name des französischen Obersten Mourot erschien am Dienstagvormittag erneut in der Aussage d« Zeugen Max Bürgin, Weil a. Rh., der einem Gespräch entnommen haben will, daß die Freigabe ein« von der Zollfahndung in Mainz beschlagnahmten Eisenbahnwaggons auf das Eingreifen von Colonel Mourot erfolgt sei. Zu diesem Vorfall erklärte der Angeklagte Klingenschmidt, Kommandant Hamann und er hätten in Baden-Baden bei Colonel Mourot vorgesprochen. Kommandant Hamann habe erklärt, daß die Beschlagnahme d« Waggons jene Kreise, die man zu fassen gedenke, kopfscheu machen würde. Daraufhin habe Colonel Mourot die Freigabe verfügt. Er, Klingenschmidt, hatte den Eindruck, Haß Colonel Mourot von den Locksendungen gewußt habe. Regierungsrat Otto Philipp, Vorsteher des deutschen Zollamtes in Basel, bestätigte, daß Kommandant Hamann die sogenannten Lock- sendungen im Oktober 1948 veranlaßt habe. In einer Besprechung im September, an der auch deutsche Zollbeamte teilgenommen hätten, habe Kommandant Hamann seinen Plan entwickelt und etwa zwei Wochen später auch ihn von dieser Angelegenheit unterrichtet. Das Ziel von Kommandant Hamann sei gewesen, die mit großen Geldmitteln versehene Schiebergruppe in Zürich und deren Abnehmer in Deutschland zu ermitteln und dingfest zu machen. Es sollten zu diesem Zweck einige Waggons nach Deutschland eingeführt werden, um die Leute in Sicherheit zu wiegen. Die Wagen sollten beim deutschen Zoll abgefertigt und die Zollfahndungsstelle in Grenzach benachrichtigt werden, die diese Sendungen zur Ermittlung der Abnehmer begleiten sollte. Kommandant Hamann habe zu dem Zeugen gesagt, ein Bekannter von ihm werde in sehr uneigennütziger Weise mit- wirken. Der TJame sei zunächst nicht genannt worden, aber später habe er, der Zeuge, als Absender der Sendungen den Namen Koneth auf den Begleitpapieren gelesen. Im ganzen habe es sich um fünf Waggons Zigaretten und fünf Waggons Kaffee gehandelt. Der Dienstagnachmittag war mit der Verlesung der Protokolle der kommissarisch vernommenen Zeugen, in der Hauptsache der Kraftfahrer, die die sogenannten Bramme-Sendungen gefahren haben, ausgefüllt « Lindes-Adreßbuch Gesamtausgabe Baden 1952 der Behörden, Industrie, freien Berufe, des Handwerks und Handels Oer Adreßbuchverlag O. Braun, Karlsruhe, Karl- Friedrlch-Str. 14, hat soeben die neue Ausgabe (1952) des seit Jahren für die badische Wirtschaft zu einem Begriff gewordenen Landesadreßbuches wieder herausgebracht. Erstmalig sind dis bisher erschienenen Teile, Mord- und Südbaden, zu einem Gesamtband Baden zusammengefaßt. Oer Inhalt des Buches Ist damit ganz erheblich bereichert worden und zu einem ansehnlichen Adreßbuch angewachsen. Im ersten Teil sind die Anschriften aller Geschäfts- tätigen, vom Großbetrieb bis zum kleinsten Ladengeschäft, die freien Berufe und alle Behörden, Ver- ÄÄ^Elch» und klrEebe stadt halle. das einen Streifzug dura, acht Sportarten VReinigungen der 1444 badischen Städte und Gemein- brinct. In allen SDortarten darf man mit sehr guten den aufgeführt Der Branchenteil bietet mit seiner nach Branchen Am Freitag gilt es, Hein ten Hott! Der Italiener Bacilieri ist ein sdiwerer Brocken In der Berliner Funkturm-Arena wird am Freitag der Deutsche Schwergewichtsmeister Hein ten Hoff die „Funken sprühen“ lassen müssen, wenn er gegen den Italiener Bacilieri seine Bcxerquilitäten wieder ins rechte Licht setzen will. Und das muß der lange Hein, denn nur durch' einen klaren Sieg kann er offiziell Anrecht auf einen Europamei3terschaftskampf gegen den Sieger aus dem Kampf Neuhaus —‘Williams erheben. Dieser Kampf wird wahrscheinlich im Stadion Bote Erde ln Dortmund stattfinden, auch wenn der Engländer Solomons für London eine gute Börse zahlen kann. Sollte Neuhaus gegen Williams seine Krone behalten, dann wäre ein Kampf Neuhaus — ten Hoff um die Europameisterschaft in Dortmund oder Berlin wohl der Höhepunkt der diesjährigen Freiluftsaison. Falls Hein ten Hoff durch den erhofften Sieg über Bacilieri am Freitag der EBU noch nicht genug imponieren kann, lat immer noch eine inoffizielle Ausscheidung Hein ten Hoff gegen Joe Weidinger (Österreich) möglich. ' Hein ten Hoff hat sein Training für den Kampf gegen Bacilieri ln Hamburg-Sasel mit Carl Schmidt, Heinz Seelisch und Günther Warmbrunn durchgeführt. Er trifft erst am Vorabend der Veranstaltung ln Berlin mit dem Flugzeug ein. Dabei ist Hein, dem italienische Boxkunst bisher •ebensowenig lag wie das belgische Feuerwerk eines Karel Sys, dadurch gewarnt, daß der beste italienische Schwergewichtler schon Conny Rux schwer'zu schaffen machte, ehe er diesem unterlag. und Warenartikeln zweckmäßig geordneten Obersicht der badischen Wirtschaft und ihrer Leistungsfähigkeit die beste Möglichkeit zur Anbahnung neuer Geschäftsverbindungen. Nach Mitteilung des Verlages erscheint Im Adreßbuchverlag windhager. Lang Je Co., GmbH., Stuttg.-W, Weimars». 41, ln gleicher redaktioneller Gestaltung das Landesadreßbuch für Württemberg. Im Zuge der Schaffung de» Südweststaate* werden diese beiden ln sich abgeschlossenen und doch sich ergänzenden LandesadreßbüCher für Baden und Württemberg in Zukunft unter dem Namen des neuen Landes als Band I (Nord- und Südbaden) und Band H (Mord- und Südwürttemberg und Hohenzollem) in Zusammenarbeit der beiden Verleger herausgegeben. „150 Minuten Sport der Amateure“ Am Samstag, 22. März, startet Lörrachs Sportpresse unter diesem Titel das erste Sportpressefest ln der Stadthalle, das einen Streifzug durch acht Sportarten bringt. In allen Sportarten darf man mit sehr guten Leistungen rechnen. Im Tischtennis kommt es zu einem Kampf zwischen dem Lörracher Spitzenspieler Roser und dem schweizerischen Nationalspieler Breitenmoser, BaseB Lörrach —'Basel heißt es auch im Gewichtheben, das für Lörrach von den südbadischen Meistern Fechtig und Wölfle bestritten wird, während Im Ringen zwei Lokalkämpfe Lörrach — Weil auf dem Programm stehen. Die Elite des Markgräfler Turngaues zeigt sich lm Kunstturnen mit den besten Basler Turnern, während lm Rollkunstlauf die badische Meisterin Frau Schreiber, Konstanz, erwartet wird. Das Fechten Ist mit dem schweizerischen Olympia-Fechter Valetta ausgezeichnet besetzt, von Lörracher Seite nimmt u. a. das Mitglied der deutschen Nachwuchsmannschaft. Corista, teil. Spitzenleute vom Oberrhein im Einer- und Zweier-Kunstfahren bestreiten das Radsportprogramm, während ln der Gymnastik die Mädels von TuS Stetten Ihre Reigen zeigen. Weiterhin ist ein Tauzieh-Wettbewerb der Fuß- und Handballmannschaften der Oberrhein-Vertreter der höchsten Spielklasse vorgesehen. Der Vorverkauf lm Reisebüro Lörrach, wo die besten Plätze zu erhalten sind, hat bereits eingesetzt. Kleinwäditer zwang Henne zur Aufgabe Bei einer Berufsboxerveranstaltung in Gelsenkirchen zwang Herbert Kleinwächter (Buer) den Düsseldorfer Winfried Henne in einer Aussdieidung im Halbschwergewicht zur Aufgabe. Der schwer angeschlagene Henne steckte ln der Pause zur siebenten Runde auf ärztlichen Rat wegen einer stark blutenden Augenbrauenverletzung den Kampf auf. Kurz nach Beginn der vierten Runde mußte Henne auf einen Kinntreffer bis sieben zu Boden und war von diesem Augenblick an ein geschlagener Mann. Im Rahmenprogramm kam der Eder-Schützling Herbert Gläser, Gelsenkirchen, zu einem schnellen Erfolg. Bereits in der ersten Runde wurde Hans Schäfer, Duisburg, nach einem Leberhaken ausgezählt. weitere Ergebnisse: Sapion L Münster, Punktsieger Über Biespld, Duisburg; Bücher, Steele, Punktsieger über Lewandowski, Gladbeck, und Chomun- towski, Hamm, — Cruywels, Krefeld, unentschieden. Schweizer Kunstturnersieg sie Hausen Das Hebeldorf Hausen lm Wiesental war am Samstagabend Austragungsort des Kunstturner-Ge- rätewetucampfes zwischen dem Markgräfler Turngau und der Kunstturnervereinigung Basel-Land. (MM Turnlreunde aus dem Wiesental und Rheintal, sowie Schweizer Ehrengäste, darunter auch der ehemalige Weltmeister und Amsterdamer Olympiasieger Mack, Basel, füllten die Festhalle bis auf den letzten Platz. Nach kurzen und prägnanten Begrüßungsworten, wobei der Sprechet den Wettkampf nicht als Ansporn zum Sieg um Jeden Preis, sondern zur Festigung der Freundschaftsbande über die Grenzen hinweg betrachteln, holten sich dje Gäste bereits am Barren einen knappen Vorsprung mit «7,4 zu 44,44 Punkten heraus. Auch am Pferd gelang es den Schweizern, den Vorsprung mit 45,70 zu 45,25 Punkten leicht zu vergrößern, dagegen holte sich der Markgräfler Turngau mit 47,45 zu 47.85 Punkten im Bodenturnen den einzigen Gerätesieg. Am Reck siegte dann Basel-Land wieder überlegen mit 48,40 zu 46,55 Punkten und stellte damit den Gesamtsieg von 189,85 zu 186,40 Punkten gegenüber dem Markgräfler Turngau sicher. Die beste Bewertung erhielten der Sieger des Abends, Weiß, Binningen, mit 9.95 Punkten am Pferd und Langlotz, Liestal, mit 9,95 Punkten am Pferd. Gesamtklassement: 1. Weiß. Binningen, 39,10 Punkte. 2. Tananeki, Zell. 38,80 Punkte. 3. Odermatt, Pratteln, 38.79 Punkte. 4. Langlotz, Liestal. 38,15 Punkte. 5. Hanauer, Säck Ingen, 39,10 Punkte. 4 Schmidt, Waldshut, 37,44 Punkte. Sdmnzenweihe aal dem Schaainsland Springer ans der Sowjetzone überraschend stark Inmitten hoher Tannen liegt am Haldenköpfle die neue Sprungschanze dea SV Schaulnsland. deren Erbauer Heini Klopfer mit einigen weiteren Springern der deutschen Spitzenklasse sowie den beachtlich starken Ostzonen Vertretern am Montag beim Eröff- nungssprtngen am Start waren. Hierbei bestand die neue Anlage Ihre erste Bewährungsprobe tadellos; sie wird zweifellos auf dem Schaulnsland wesentlich zur Förderung eines guten Springemachwuchses beitragen. Ergebnisse des Eröffnungsspringens; Allgemein« Klasse; 1. und Tagesbester: Harry GlaS, Deutsche Demokratische Republik, 34 und 33$ Meter, Note 224,7; 2. Gerhard Giäß. DDR, 34 und 34 Meter, Note 222,5; 3. Ewald Roscher, Füssen, 33 und 34 Meter, Note 221,3, vor Friedel Brander und Max Hellmer; die besten Schwarzwälder: 4. Albert Ketterer, Breltnau, 34,5 und 30 Meter. Note 197,5; 12. Klaus Birkenberger, Hinterzarten, Note 179.71 Jungmannen: 1. Werner Leser, DDR, 22 und 33 Meter. Note 214,7; 2. MetnM. DDR. Note 213,1; 3. Klapproth, DDR, Note 211,8; 4. Willi Kleiser, Hinterzarten, 39 und 39,5 Meter, Note 194,9: 5. Horst Weckesser, Schaulnsland, 28,5 und 29,5 Meter, Note 180,0; Altersklasse; 1. Heini Klopfer, Oberstdorf, 93 und 33 Meter, Note 214,8; 2. Renner, DDR, Note 214,1; 3. Heckei, DDR, Note 213,3. - ha. Schneider dreifacher Meister im Tischtennis Bei den Deutschen Meisterschaften lm Tischtennis, die ln Berlin ausgetragen wurden, sicherte sich der Mühlhatisener Schneider gleich drei Tittel. Im Herreneinzel besiegte er lm Endspiel Pfiff!, Stuttgart, mit dem zusammen er Meister im Herrendoppel wurde. Im gemischten Doppel triumphierte Schneider ebenfalls. Meisterin bei den Damen wurde ganz knapp die Frankfurterin Donath, die lm Endspiel Frau von Fut- kanuner, Berlin, schlug. A I Donnerstag, 20. März 1982 DaslZoih Nummer 35 — Seite 5 Musik aus Wien Mit viel Tschingdera-bum-bum Von dem kriegerischen Ruhm, mit dem «ich das k. und k. Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 in seiner zweihundertjährigen Geschichte bedeckte, wird vermutlich nur noch in jenen Kreisen gesprochen, denen ein Leben ohne Kanonendonner und Schlachtengetümmel wert- und sinnlos erscheint. In der ganzen Welt aber bleiben die friedlichen Verdienste unvergessen, die sich die Regiment skapelle erwarb Den großen Ruf, den sie seit zwei Jahrhunderten trägt, bemühen sich die Nachkommen jener Wiener Musiker fortzuführen, die einst vor Kaiser Franzei paradierten. Die das Erbe übernahmen und die Tradition fortsetzen, sind brave, friedliche, dem Äußeren nach unkriegerische Männer, deren Soldatenherz mit der Zeit ein wenig müde geworden sein mag. Aber großartige Meister ihrer Instrumente sind sie, das darf man ihnen bestätigen. Daß man sie als Musiker in Uniform steckte und ihrem Auftreten militärische Akzente gab, muß wohl so sein. Denn Tradition verpflichtet! Von den Besuchern des Konzerts im Paulussaal kamen jene Unentwegten auf ihre Kosten, in deren Adern immer noch heiß das Kommißblut rollt und für die es ein wahrer Genuß war, zwei Stunden lang zum Takt der großen Pauke nach 114er-Tempo im Geiste mitmarschieren zu dürfen. Hell schmetterten die Trompeten und Hörner, tief brummten die Tuben, mitreißend rasselten die Trommeln und Becken, lockten die Flöten; und dröhnend, wie einst im Mai, schlug die Pauke ihr bum-bum. Was aber nicht besagen will, daß die schmetternden Musiker die Absicht hatten, zum blutigen Streit und frischfröhlichen Männergang aufzurufen. Das war \ bestimmt kaum die Absicht der von dem ebenso temperamentvollen wie scharmanten Kapellmeister Julius Herrmann straff geführten und exakt musizierenden Hoch- und Deutschmeister. Die Kapelle ist ein glänzend aufeinander abgestimmtes Ensemble; jeder Mitwirkende ein wahrer Meister seines Fachs und ein Solist von hohem Können. Das Programm war gute, echte, alte Wiener Traditionsmusik; mit einschmeichelnd«» Walzerklängen, heiter-sentimentalen Volksweisen, honigsüßen Operettenschlagem und Potpourris von der schönen blauen Donau. Und natürlich auch'mit vielen schmissigen Märschen, die ja einer Militärkapelle Rückgrat und Charakter geben. Das alles klang aus einer Zeit, die endlos weit zurückzuliegen scheint, deren Wiedererweckung aber das bis auf den letzten Platz besetzte Haus zu endlosen Beifallssalven hinriß. Und wenn in den lockenden Dreivierteltakt auch immer und immer wieder das Tsching- dera-bum-bum hineinpaukte, so wird hoffentlich keiner der Begeisterten vergessen haben, daß die Marschmusik in einem moder- nen Kriege heute weder von den Hoch- und Deutschmeistern noch von anderen Kapellen geblasen wird, sondern von einem noch lauter dröhnenden Klangkörper, der seinen Ursprung in neuzeitlichen Atomerkenntnissen hat. Möge die Auswirkung des wirklich großartigen Gastspiels, das die Wiener Musiker in unserer Stadt gaben, nun nicht so sein, daß sich vor dln Rekrutierungsbüros jetzt lange Schlangen bilden. Wir sind überzeugt: selbst die Hoch- und Deutschmeister würden das, trotz ihrer schneidigen Uniform und ihres klingenden Tschingdera-bum-bijm, ausgesprochen fad finden. hl. t Rund um unser Stadtgeschehen Tausend DM im Milchhafen. Glück im Unglück hatte eine Händlerin aus dem Stadtteil Stühlinger, der tausend DM gestohlen worden waren. Die Frau hatte diesen hohen Betrag in einem in der Küche abgestellten Milchgefäß aufbewahrt und mußte mit Schrecken feststellen, daß das Geld plötzlich verschwunden war. Die Polizei nahm die Ermittelungen sofort auf und es gelang ihr, die Diebe umgehend zu stellen. Es handelt sich um einen Schlosser und einen Mechaniker, die sich mit einem Dietrich Zutritt zur Küche verschafft hatten. Bis auf 15 bereits verschwundene Mark konnte die Bestohlene ihr Geld wieder in Empfang nehmen. Diebstähle in einer Fabrik. Aus einer Freiburger Fabrik waren von einer dort beschäftigten Frau nach und nach etwa 700 gespulte Zwimrollen entwendet worden. Der Ehemann der Diebin hatte das Diebesgut zu Schleuderpreisen im Schwarzwald abgesetzt. Zwei Tunichtgute. Ein 23jähriger landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter und ein 18jähriger Schäferlehrling, die im Lande herumstrolchten, brachen bei einem Besuch in Freiburg den Schaukasten einer Firma in der. Herrenstraße auf und entwendeten daraus Taschenmesse* und Stablampen. Außerdem stahlen sie aus einem Auto Handschuhe und Schlüssel. Nach ihrer Festnahme gestanden sie ein, in Landau und Kandel (Pfalz) Fahrraddiebstähle begangen zu haben. Eine Adele Fuhre. Kurz nach Mitternacht bemerkte eine Polizeistreife in der Talstraße einen Personenkraftwagen, dxr gegen einen Baum gefahren und derart beschädigt worden war, daß er abgeschleppt werden mußte. Der Fahrer des Wagens saß friedlich schlummernd am Steuer und mußte von dem Polizeibeamten wachgerüttelt werden. Da an seinem alkoholisierten Zustand nicht mehr zu zweifeln war, wurde er zur Wache mitgenommen; es folgte die Entnahme einer Blutprobe und der Einzug des Führerscheines. — Nachträglich meldete sich auf der Wache dann noch ein Mitfahrer des Wagens, der bei dem Aufprall eine Stimver- letzung und eine Knieprellung erlitten hatte. Betrunken am Dreiradsteuer. Um Mitternacht hielt die Polizei ln der Markgrafenstraße ein Kraftdreirad an, dessen Fahrer in angetrunkenem Zustand die Gegend unsicher machte. Vorläufige Festnahme, Entnahme einer Blutprobe und Einzug des Führerscheins waren die unmittelbaren Auswirkungen für den unverantwortlichen Fahrer. Hohe Sachschäden. Bei einem Zusammenstoß zweier Lastkraftwagen auf der Kreuzung Sautier- und Johanniterstraße entstand ein Schaden von rund 600 DM. — In der Zähringer Straße wurde ein auf dem Gehweg auf gestellter Oberleitungsturmwagen der Städtischen Straßenbahn von dem Anhänger einer vorbeifahrenden Zugmaschine gestreift; es entstand ein Schaden von etwa 200 DM. — Durch Nichtbeachtung der Vorfahrt stießen auf der Kreuzung Jacobi- und Schlüsselstraße zwei Personenkraftwagen zusammen; Sachschaden rund 800 DM. / Motorraddieb erwischt. Um die Mittemachts- stunde hielt eine Polizeistreife einen 21 Jahre alten Mann an, der ein Motorrad durch die Straßen schob. Da er keine Fahrzeugpapiere vor weisen konnte, wurde er zur Wache mitgenommen und gab dort nach anfänglichem Leugnen zu, das Motorrad kurz zuvor aus dem Hof einer Gaststätte gestohlen zu haben. Motorradfahrer schwer verletzt. Auf der Kreuzung Winter er- und Sebastian-Kneipp- Straße stießen durch Nichtbeachtung der Vorfahrt ein Motorrad und ein Lastkraftwagen zusammen. Beim Sturz zog sich der Motorradfahrer eine Kopfwunde und einen Oberschenkelbruch zu; seine Maschine wurde schwer beschädigt Gemeiner Tierschinder. In der Elsässerstraße schritt die Polizei gegen einen von. auswärts stammenden Fuhrmann ein, der in stark angetrunkenem Zustand sein Pferdefuhrwerk leitete und dabei in gemeiner Weise auf das Pferd einschlug. Der rohe Patron wurde bis zur Ernüchterung in Polizeigewahrsam gehalten und das Fuhrwerk sichergestellt. Hoffentlich' erfolgt nicht nur eine strenge Bestrafung wegen des verkehrswidrigen Verhaltens, sondern auch eine Anzeige wegen Tierquälerei. Feierstunde der Freiw. Feuerwehr Am kommenden Sonntag, 23. März, 10,30 Uhr, findet im Kaufhaussaal eine Feierstunde der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg zu Ehren der Jubilars für 25- und 15jährige aktive Dienstzeit statt. Neben dem Kommandanten, Hauptbrandmeister E s c h 1 e, werden Vertreter des Innenministeriums und der Stadtverwaltung sprechen. Die musikalische Ausgestaltung der Feierstunde besorgt , der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr; nach .Abschluß findet ein Marsch durch die Stadt statt. Es gab viel zu lachen ' Im Anschluß an ihre Vertreterversammlung am vergangenen Sonntag, über die wir eingehend berichteten, veranstaltet dfe Konsumgenossenschaft Freiburg für ihre Mitglieder 20 bunte Abende, von denen allein 14 im Freiburger Stadtgebiet stattfinden. Den verheißungsvollen Auftakt bildete die Veranstaltung in dem bis auf den letzten Platz besetzten Kolpingsaal. Geschäfts führendes Vorstandsmitglied Petri übermittelte die Grüße des Vorstands und des Aufsichtsrats der Genossenschaft und teilte mit, daß die Rückzahlungen von 3 Prozent bereits in der letzten Märzwoche begännen. Zum Schluß dankte er den Mitgliedern für ihre Treue. Der unterhaltende Teil des Abends wurde durch die,flotten Darbietungen der Konsumkapelle unter ihrem Leiter Kind und durch heitere Vorträge-Raymond Troosts ausgefüllt, der sich durch seinen herzerfrischenden, volkstümlichen Humor die Herzen seiner Zuhörer sehr schnell gewann. Besonderes Vergnügen bereiteten ihnen sein Bonner Reisebericht und die alemannischen Gedichte Fritz Broßmers. Fs '"ar schon Mitternacht, als man sich in bester Stimmung trennte. -1. Anstatt Gefängnis nun Zuchthaus Gerechte Strafe für einen skrupellosen Kabeldieb Mit großem Eifer streifte der 35jährige Franz P. die Landorte ab, um aus Schutthaufen Alt- jnetallteile herauszuwühlen. Daneben richtete er sein Augenmerk auf das gewinnbringendere Abschneiden von Kabeldrähten. Unverfroren montierte er eines' Tages, am hellen Tag,, die durch das Wagensteigtal bis in die Gegend von Breitnau führende Kabelleitung ab, mit dem durchschlagenden Ergebnis, daß die Bauernhöfe ohne Licht und ohne elektrischen Strom waren. Bevor P. jedoch die Drähte zu Geld machen konnte, hatte man den rücksichtslosen Kabel- abzwicker erwischt. Das Schöffengericht hatte P. unter Berücksichtigung seiner Vorstrafenliste zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Berufung des Verurteilten hatte die Große Strafkammer Freiburg den Fall nachzuprüfen, zumal auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte. P. wollte die Gefängnisstrafe wesentlich herabgesetzt haben, der Staatsanwalt beantragte Erhöhung auf vier Jahre. ‘ Das Obergericht kam zu der Auffassung, daß der Angeklagte nicht ins Gefängnis, sondern ins Zuchthaus gehöre. Das Urteil des Schöffengerichts wurde deshalb aufgehoben und an dessen Stelle auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus erkannt. Bezeichnend ist, daß die Diebstähle öffentlicher Kabelleitungen auffallend nachgelassen haben, seit sich P. hinter vergitterten Fenstern befindet. Erstes volkstümliches Gemeinschaltskonzert Freiburger Zieha-Gilde und MGV Schlierberg begeisterten die Gesangs- und Musikfreunde unserer Stadt Wenn man einmal eine „Volksbefragung“ nach der in Freibürg beliebtesten Musizierform veranstalten würde: kein Zweifel, der Männerchor würde das Rennen machen. Im Musikleben nimmt er etwa die Stellung ein, die im Sport der Fußball innehat, und es dürfte mindestens ebenso viele Männergesangvereine in Freiburg geben wie Fußballclubs. Was im vokalen der Männerchor, das ist im instrumentalen Bereich das Ziphharmonikaspiel. Am Sonntagabend hatten sich der Männergesangverein Schlierberg (gegr. 1906) und die Freiburger Zieha-Gilde (gegr. 1934) zu einem gemeinsamen Konzert zusammengetan, das wirklich volkstümlich genannt zu werden verdient. Eine stattliche Zuhörerzahl hatte den Paulussaal gefüllt, und gewiß wurde keine Erwartung enttäuscht. Schon mit dem zu Eingang gespielten „Zeughauskellermarsch“ von Thöni hatte sich das 30 Mann starke Akkordeon-Orchester alle Sympathien erworben. Nun, was da geleistet wurde, war wirklich saubere, exakte Arbeit, die allen Spielern und Spielerinnen, vor allem aber ihrem Leiter, dem Dirigenten Josef A s a 1, das allerbeste Zeugnis ausstellte. Und die Hauptsache: es wurde mit Freude musiziert; uifä wo das der Fall ist, kann es nicht ausblei- hen, daß diese Freude auch auf die Zuhörer überspringt. Es gab nickt wenige im Publikum, die bei dem schmissigen Marsch des Senior» unter den deutschen Akkordeon-Virtuosen, Hermann Schittenhelm, vor Begeisterung den Takt mit den Füßen mitklopften. Auch von dem Männergesangverein Schlierberg unter seinem Dirigenten Otto Winkler läßt sich viel Gutes berichten. Man hatte keinen falschen Ehrgeiz, hielt sich an das Bekannte und Bewährte und sang so zur eigenen und der Zuhörer ungetrübten Freude. Nicht ungenannt bleiben darf das muntere Jodler-Duett der Damen Asa 1 und Brenzin- g e r. Es hatte wesentlichen Anteil an dem schönen Erfolg. Allen Beteiligten dankte herzlicher Beifall für einen gelungenen Abend. —nn. Soziale Gerechtigkeit als Aussprachethema Vielversprechender Auftakt der Haslacher Arbeiterabende Man kann die Arbeitsgemeinschaft der Haslacher Vereine zu dem Entschluß, das bedeutsame Thema der sozialen Gerechtigkeit einmal in aller Öffentlichkeit zu behandeln und in das Krüftfeld der verschiedenen Meinungen zu stellen, nur beglückwünschen. Ihr Ruf an die Einwohnerschaft Haslachs war verstanden worden, und es war besonders erfreulich, daß namentlich die männliche Jugend diesem Rufe am ersten der drei Abende zahlreich gefolgt war und sich an der Aussprache sehr rege beteiligte. „Gerechter Lohn — was soll heute geschehen?“ lautete das Thema des Eröffnungsabends, das zunächst Vikar Dewald vorwiegend von ethischen Gesichtspunkte!) aus erörterte. Er begann mit einem persönlichen Erlebnis, das ihn habe erkennen lassen, gegen welchen Schandlohn Frauen und Mädchen früher in Deutschland hätten arbeiten müssen. Diesen unzureichenden Löhnen habe das einseitige Gewinnstreben des Kapitals entsprochen, das das Finanzkapital zum Herrn aller Dinge gemacht und dazu geführt habe, daß 18 Stunden Arbeit am .Tage keine Seltenheit gewesen seien. Heute habe der Grundsatz zu gelten, daß der Lohn der Leistung entsprechen und gleicher Lohn für gleichwertige Leistungen gezählt werden müsse. Da der Beamte Familienzulage bekomme, sei es nicht mehr als recht und billig, daß das Einkdmmen des Arbeiters und Angestellten, der Frau und Kinder habe,' mit Hilfe der Familien-Ausgleichskassen entsprechend erhöht werde. Es müsse erreicht werden, daß auch der Arbeiter so viel verdiene, daß er über seinen eigentlichen Der jnhiliert! In 70 Jabren vom Adlerschloß zum modernen Schloßbergrestaurant Zum 70. Male jährt sich jetzt der Tag, seit am ■ erlitten hatte, blieben nicht ohne Auswirkung 19. März 1882 der Freiburger Gastronom Johann [auf den Betrieb, der erst am 1. August 1948 in Georg D a 111 e r das von ihm inmitten eines : bescheidenem Umfange wieder in Gang gesetzt Kranze* von Reben am Schloßberg erbaute werden konnte. von all den harten Sckicksaisscklägen zweier TT^p«^imH Kriege aber hat sich das beliebte Schloßberg- nnrt i ^^rt?n R p™Brh ;restaurant wieder erholt, und heute kann die Rang bei Einheimischen und Fremden erwarb , Fami j ie Dattler am Tage des 70jährigen Ju-1 und zu einem vielbesuchten Ausflugsziel wurde, j. .j Ai- Tai,-- !oqi biiäums voller Stolz und Befriedigung auf das Geschaffene zurückblicken. Wie einst in schönen Friedenstagen, hat sich der „Dattler“ seinen guten Ruf bei den aus allen Weltteilen herbei- stremenden Gästen ebenso zurückzuerobern gewußt wie bei den Freibuagem selber, die sich ihre Stadt ohne den „Dattler" nicht denken können Zu lösen wäre jetzt noch das Problem eines bequemen Zugangs zum Restaurant, sei es durch eine Bahn oder durch die Freigabe der Straße für den Kraftfahrzeugverkehr. Wir wissen, daß die Stadtverwaltung seit langem sich mit dieser Frage beschäftigt, deren Verwirklichung im Interesse der Einheimischen sowohl als auch des Fremdenverkehrs nur zu begrüßen wäre. Der gastlichen Stätte dort oben über den Türmen der Stadt und ihren Besitzern gratulieren wir zu dem stolzen Jubiläum herzlickst und verbinden damit die besten Wünsche für die Zu- Lebensunterhalt hinaus noch etwas erwerben könne, das ihm das Leben schöner mache. Dr. Leptig, Wirtschaftssachverständiger des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Baden, packte das Thema dann von der volks- und betriebswirtschaftlichen Seite an. Er stellte fest, daß der Unterschied zwischen reich und arm in Deutschland noch nie so groß wie heute gewesen sei. Es gebe sehr zu denken, daß es seit der Währungsreform schon wieder 400 Millionäre in Deutschland gebe, auf der anderen Seite aber Millionen nicht einmal das zum Leben Nötigste besäßen. Mit moralischen Argumenten allein könnten die Arbeitnehmer keine Lohnforderungen durchsetzen, sondern sie müßten unter Umständen auch von ihren gewerkschaftlichen Machtmitteln Gebrauch machen. In England seien die Gewerkschaften nicht gesetzlich verankert, aber es sei so gut wie ausgeschlossen, daß dort zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgeschlossene Verträge nicht eingehalten würden. Man dürfe hierbei freilich nicht in bürgerlichem Denken verharren, sondern könne die gerechten Forderungen der Arbeitnehmer nur durchsetzen, wenn man Tatkraft und Initiative entwickle. Hierbei sei auch die Frage des dem Schaffenden zustehenden Anteil» am Sozialprodukt sehr wesentlich. Die nachfolgende Aussprache Aef erfreulicherweise ohne jede Stockung an. Auch die Vertreter der jüngeren Generation hatten keine Scheu, sondern sagten klar und bestimmt, worum es ihnen ging. Einer von ihnen erklärte, die Unternehmer sollten von sich aus zur Besserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft beitragen; dann hätten sie durchaus keinen Grund mehr, die Gewerkschaften als ihre Gegner zu betrachten und irgendwelche Maßnahmen von ihnen zu befürchten. Ohne die Beachtung der moralischen Grundsätze jedoch könne von beiden Seiten nichts erreicht werden, da die* das Ende jedes sozialen Friedens bedeuten würde. — Von anderer Seite wurde betont, daß die Gewerkschaften über die Grenzen de» Landes hinaus international wirken müßten. Als der Gründer im Jahre 1891 das Zeitliche segnete, konnte er das wohlbestellte Werk seiner Witwe, den Töchtern und seinem Sohne Adolf hinterlassen, die es getreu der erworbenen Tradition weiterführten. Frau und Herr Adolf Dattler übernahmen 1909 den „Dattler“ in Ihre Regle und sorgten ln unermüdlicher Arbeit und treuer Fürsorge für die ständig wachsende Gästeschar. Fortgesetzt ging das tüchtige Wirtepaar an den weiteren Aus- und Aufbau des Unternehmens und seine Anpassung an die Erfordernisse der modernen^ Zeit. Die anfangs offene Terrasse wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg zu einer Glasterrasse umgebaut, und Im Jahre 1933 kam nach langen Bemühungen endlich die Beleuchtung des Weges vom Schwabentor bis zum Restaurant hinzu. Die Spuren des Freiburger Schicksalstages vom 27. November 1944 und die schweren Schäden. die der .Dattler“ in der Schreckensnacht i kunft. hL Auch Stadtrat Glöckner wußte che« zu sagen, das der Jugend als Ergebnis der Erkenntnisse und Erfshrungen eines alten Gewerkschafters wertvolle Fingerzeige zu geben vermochte. Er erinnerte vor allem daran, daß die Arbeitnehmerschaft sich nach 1945 im Dienste der Allgemeinheit mit ihrer ganzen Kraft für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft eingesetzt habe. Nicht von sich aus hätten die Gewerkschaften eine Kampfstellung gegen manche Arbeitnehmer eingenommen, sondern nur unter dem Druck der Verhältnisse. Zu allererst gelte es einen gerechten Grundlohn zu schaffen, der jedem eine erträgliche Lebensgrundlage gewährleiste; und weiter dürfe die Produktion niemals auf Kosten der Arbeitnehmer gesteigert werden. Der erfolgreiche Verlauf des Eröffnungsabends berechtigt zu der Hoffnung, daß auch die beiden folgenden Abende die ln sie gesetzten Erwartungen erfüllen werden. R. B. I I Seite 6 — Nummer 88 Donnerstag, 20. Marz 1982 # Immer noch keine hohn- und Gehaltsregelung für die bei der Besatzungsmacbi beschäftigten Gaststättenangestellten In einer Versammlung der Industriegewerkschaft Nahrung. Genuß, Gaststätten nahmen die bei der Besatzungsmacht in Messen, Popots, Foyer usw. beschäftigten Angestellten einen Bericht über die vom 3. bis 6. März in Königswinter und Mehlem stattgefundenen Tarifverhandlungen entgegen. Berichterstatter D i 11 i mußte mitteilen, daß der wichtigste Teil des Tarifes, die Lohn- und Gehaltsregelung, noch gar nicht geklärt ist. Eine Feststellung, die bei den Anwesenden große Verbitterung hervorrief. Die Besatzungsbehörde hat bei den Bezügen der in oben erwähntem Sinne beschäftigten Angestellten Seit 1 . Januar große Lohn- und Gehaltsabzüge vorgenommen; besonders hart wurde das Bedienungspersonal davon getroffen. Alle Gehaltskürzungen stellen gerade für diese Arbeitnehmergruppe eine untragbare Härte dar, da die Angestellten neben erhöhten Lebenshaltungskosten noch erhebliche Ausgaben für Kleidung und Wäsche haben und sehr viel Nachtarbeit verrichten müssen. An die Gewerkschaft wurde die dringende Forderung gestellt, bei den zuständigen deutschen und alliierten Stellen alles zu unternehmen, damit endlich eine den derzeitigen Verhältnissen entsprechende Lohn- und Gehaltsregelung getroffen werde. Die berechtigte Forderung fand ln der einstimmigen Annahme folgender Resolution ihren Niederschlag: „Die deutschen Angestellten, welche bei der Besatzungsmacht in Messen. Popots, Foyer usw. beschäftigt sind,-haben durch den Bericht des Kollegen Dill! die Überzeugung gewonnen, daß durch die schleppenden Verhandlungen mit den deutschen und alliierten Stellen die dringende Neuregelung der Löhne und Gehälter noch weiter verzögert wird. Die vorgenommene Kürzung der Löhne und Gehälter hat bei den Betroffenen eine derartige Empörung hervorgerufen, daß jede Tätigkeit im Interesse der von allen Seiten gewünschten Völkerverständigung unter den derzeitigen Verhältnissen gefährdet erscheint, ja sogar fast unmöglich wird.“ G. men für diese meist in bedrängten Verhältnissen lebenden Berufsangehörigen vorgeschlagen worden. Der Vortragende forderte weiter, daß dem Handelsvertreter in dem neuen Recht die Ausfertigung eines Vertrages und das Recht der Zurückbehaltung von Waren und Mustern bei böswilligen Firmen zugesichert würden. Allgemein jedoch werde das Handesvertreterrecht keine soziale Schutzfunktion enthalten. Dr. Röhrig beendete seinen mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag mit der Hoffnung, daß das Handelsvertreterrecht noch in diesem Jahre verwirklicht werde, und mit der Mahnung an alle Anwesenden, als gute, verantwortungsbewußte Handelsvertreter innerhalb der deutschen Wirtschaft zu wirken und so ein Beispiel durch die Tat zu geben. R. B. Hörerversammlung der VHS Bund hirnverletzter Kriegs- und Arbeitsopler Aufschlußreiche Jahreshauptversammlung der Arbeitsgruppe Freiburg Am heutigen Donnerstag, 20. März, 20.15 Uhr, findet im Hörsaal 2 der Universität eine Hörerversammlung d,er Volkshochschule Freiburg statt, zu der die Teilnehmer der Kurse freund- lichst eingeladen werden. Die Leitung der Die im Heimatsaal der Harmonie abgehaltene Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Freiburg im Bunde himverletzter Kriegs- und Arbeitsopfer war sehr zahlreich aus dem ganzen Kreisgebiet besucht. Kreisvorsitz^nder Danzeisen, Freiburg, konnte auch Landesgruppenleiter Kappus, Lahr, sowie Oberarzt Dr. Faust, Freiburg, und Frl. Bauer, Sozialbetreuerin der Hirnverletzten für das Land Baden, willkommen heißen. Der vom Kreisvorsitzenden erstattete Jahresbericht gab einen Einblick in die umfangreiche im verflossenen Geschäftsjahr geleistete Betreuungs- und Verwaltungsarbeit der Kreisgruppe. Jahresberichte des Protokollführers Kühndorf und des Sozialbetreuers ten Hompel schlossen sich an. ule Tätigkeit des Letzteren zeigte recht deutlich, wie, groß in vielen Fällen die Not der einzelnen Kameraden ist und wie nicht nur ein guter Rat. sondern auch tatkräftige Hilfe not tut. Der Kassenbericht, vorgetragen vom Kreisvorsitzenden in seiner Eigenschaft als Kreiskassler, zeigte völlige Ordnungsmäßigkeit der Kassen Verhältnisse, was auch von dem Kassenrevisor Schleer bestätigt wurde. Landesgruppenvorsitzender Kappus wurde als Wahlleiter bestimmt und sprach der Kreisgruppe Freiburg den wohlverdienten Dank aus. Er betonte, daß er diesen Dank nicht allein für seine Person, sondern auch im Aufträge der Bundesleitung in Bonn ausspreche, die die Tätigkeit der Kreisgruppe Freiburg und deren Erfolge ganz besonders anerkenne. Die Neuwahl nach Einstimmiger Entlastung brachte nur insoweit Veränderungen, als die Zahl der Vertrauensleute Infolge der vermehrten Mitgliederzahl erhöht werden mußte. Die Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen: Kreisvorsitzender: Reinhard Danzeisen, Stellvertretender Kreisvorsitzender: Josef Schleer, Schriftführer: Fritz Kühndorf, Kreiskassier: Reinh. Danzeisen, Sozialbetreuer: Klaus ten Hompel, Vertrauensleute für Freiburg: Josef Schleer. Gerwin Schwab. Gustav Danzeisen, Wilhelm Schüler, Bernhard Daul, Ernst Polzhuber, Lothar Ginter, Gerwin Schwab. Frl. Theresia Tschiggfrei. Vertrauensleute für Gottenheim: Karl Isele, für Breisach: Karl Göhrig, für Oberrotweil:' Friedrich Wagner. Nach der Neuwahl ergriff der Kreisvorsitzende noch einmal das Wort. Er sprach über das Sehwer- kriegsbeschädigten-Arbeitsgesetz, von dessen Auswirkungen erwartet werde, daß ein großer Teil noch immer arbeitsloser Hirnverletzter in Arbeit gebracht werden könne. In scharfer Form nahm er erneut Stellung gegen die Äußerungen des Bundesjustizministers Dehler, daß die den Kriegsversehrten bezahlten Renten, zu mindestens 30 Prozent nicht berechtigt seien. Neben allen Kriegsversehrten sind auch besonders die Himverletzten nicht gewillt, sich diesen unberechtigten Vorwurf gefallen zu lassen. Der Vortrag des Oberarztes Dr. Faust, Betreuungsarzt der Nervenklinik, über: „Der Hirnverletzte auf dem Wege der unberechtigten Rentenforderung“, zeigte, wie viele Simulanten, die mit einer Hirnverletzung nicht das mindeste zu tun haben. Immer wieder versuchen, auf Illegale Welse zum Bezug einer Rente zu kommen, daß aber ein geübter Facharzt fast immer diese Versuche zunichte machen kann. Er führte dazu verschiedene Beispiele aus seiner Praxis an. Seinen interessanten Ausführungen dankte die Versammlung durch starken Beifall.. Der Kreisvorsitzende schloß die Tagung mit Worten des Dankes an alle und der Bitte fim treue Zusammenarbeit im kommenden Geschäftsjahr. Er stelle in Aussicht, daß auch in diesem Frühjahr wieder eine unentgeltliche Omnibusfahrt ins Blaue durch den Freiburger Omnibusbesitzer Hoch und andere am Samstag, 3. Mai, stattfinden würde. D. Die Rechte des Handelsvertreters In .einer gutbesivhten Versammlung des Verbandes der Handelsvertreter sprach Dr. Herbert Röhrig, Hannover, von der Zentralvereinigung deutscher Handelsvertreter- und Handelsmaklerverbände über das im Entstehen begriffene neue Handelsvertreterrecht. In der Ostzone, soaführte er einleitend aus, zeige sich kein Ansatz dafür, daß die- Tätigkeit des Handelsvertreters wieder einen Sinn bekomme. In den Westzonen dagegen sei es in dieser Hinsicht weit besser, da hier jeder die Gelegenheit erhalten habe, seine Existenz wiederaufzubauen. Die Grundlage des Handelsvertreterberufes, der Unsere Jubilare 9e$n 78. Lebensjahr vollendet am heutigen Donnerstag, 20. März, Herr Holzbildhauer Josef Heiz- mahn. Dreikönigstraße 35. Das 77. Lebensjahr vollendet am heutigen Donnerstag, 20. März, Herr Albert B eh ringer. Hug- stetter Straße 36. Herr Postassistent Josef Schlegel, Eschholz- Straße 71, konnte am Dienstag, 18. März, seinen 79. Geburtstag feiern. Ihr 75. Wiegenfest 'feierte am Mittwoch, 19. März, Frau Maria D i s c h , Basler Straße 20. Das 75. Lebensjahr vollendete am Mittwoch, 19. März, Fräulein Frieda Janz. Schwarzwaldstr. 107. Seinen 75. Geburtstag feiert am heutigen Donnerstag, 20. März, Herr Bahnarbeiter Adolf Schumacher, Im Grün 11. Sein 40jähriges Jubiläum *im Dienste der Stadt feiert ln diesen Tagen Herr Franz Vögtle, Hausmeister an der Volksschule in Günterstal. An seinem Ruhesitz ln Heitersheim feierte am Mittwoch, 19. März, Herr Zugführer a. D. Karl Zahn, früher Barbarastraße 6, seinen 78. Geburtstag. Allen Jubilaren gratuliert „Das Volk“ herzlichst! Meisterprüfung bestanden Die Meisterprüfung im Putzmacherhandwerk hat Frau Ilona Frensemeyer, Gerberau 1, mit gutem Erfolg bestanden. Wir gratulieren! Von der Universität Freiburg Dozent Dr. Otto Westphal wurde zum außer^ planmäßigen Professor in der Naturwissenschaftlich- mathematischen Fakultät der Universität Freiburg ernannt. Bibliotheksassessor Dr. Josef Alfons Mackert wurde zum Bibliotheksrat bei der Universitätsbilio- tbek Freiburg ernannt. jetzt etwa 50 Jahre lang bestehe, sei die Selbständigkeit. Der Handelsvertreter könne keine Altersversorgung vom Staate erwarten, sondern müsse selbst dafür sorgen und sich rechtzeitig um einen geeigneten Nachfolger kümmern. Besonders schwierig sei die wirtschaftliche Lage mancherTDihfirmenvertreter, die nur gegen Provision arbeiteten und zum Teil auch noch ihre Unkosten selbst tragen müßten, ohne daß es ihnen gestattet sei, auch noch für ein anderes Unternehmen tätig zu sein. Im neuen Handelsvertreterrecht sei deshalb ein Mindesteinkom- Volkshochschule wäre für Wünsche und Anregungen für das kommende Semester dankbar. Außerdem findet eine Neuwahl von Mitgliedern für den Verwaltungsbeirat statt. Gewerkschaft Ban — Steine — Erden Am Sonntag, 23. März, findet um 9 Uhr Im Gewerkschaftshaus eine wichtige allgemeine Bauarbelterver- sammlung statt. Die Tagesordnung sieht die Behandlung des neuen Rahmentarifvertrages, das Inkrafttreten der zweiten Rate der Lohnerhöhung ab 1. April 1952 und verschiedene andere wichtig» Punkte vor. Jeder Kollege sollte deshalb diese Versammlung besuchen. Im Banne des Groß-Venedigers Sommer- uirtl Winterfahrten in zauberhafter Bergwelt Der Deutsche Alpenverein, Sektion Freiburg-Breisgau, hatte diesmal Universitätsprofessor Dr, Karl Andersen, Freising, zu einem Vortragsabend eingeladen; der Vortragende führte seine Zuhörer nach Südtirol und ließ sie an Sommer- und Winterfahrten in der Reichenspitz- und Venedigergruppe teilnehmen. Diese Zweiteilung des Themas kam der jetzigen Stimmung aller Bergfreunde entgegen,' leben wir doch nun als „Wanderer zwischen zwei Welten" und wissen nicht, ob wir uns noch an die schwindenden Reste der weißen Winterpracht klammern oder schon jetzt den Vorboten des Frühlings, und mit ihnen der Hoffnung auf das farbenfrohere Kleid der Berge, unser Herz schenken sollen. Schon der Bericht über die Sommerfahrten ließ in dem etwas weniger bekannten Tauerngebiet eine ideale Gegend für zivilisationsmüde Bergfreunde erkennen. Die satteren Farben des Sommers kamen besonders der Farbenfotografie zugute. Aber die größere Anteilnahme konnte wohl doch der Bericht über die Winterfahrten für sich in Anspruch nehmen. Da ist wahrhaftig auch kein Wunder, denn beim Anblick der weiten Firnflächen und bei der Kunde von den prachtvollen Schußfahrtorgien konnten uns Daheimgebliebenen wohl „die Zähne lang werden". Dabei hatte Professor Andersen, der einen Hochtourenkursus leitete, nicht eipmal besonderes Glück mit dem Wetter, Oft mußten lange Märsche durch den Schneesturm und ungewisse Abfahrten durch den Nebel in Kauf genommen werden, um der einsamen Bergwelt den Blich über die firngekrönten Gipfel abzutrotzen. Auch einige humorvolle Erinnerungen konnte Professor Andersen auskramen; die befreiende Atmosphäre einer echten Berggemeinschaft sprach aus dem ganzen Vortrag. Allen, die sich durch den Vortrag Appetit zu einer, gleichartigen Unternehmung machen ließen, konnte Professor Schilling, der Sektionsvorsitzende des Alpenvereins, noch einige delikate Ratschläge mit auf den Weg geben. G. R. Eisenbähnler hielten Rückblick und Ausschau Harmonisch verlaufene Generalversammlung des Eisenbahnervereins Freiburg Der Eisenbahner-Verein Freiburg hatte zur diesjährigen Generalversammlung in die‘Kantifie des Freiburger Hauptbahnhofes eingeladen. Mit „fahrplanmäßiger Pünktlichkeit“ konnte Vereinspräsident Hummel die zahlreichen Kollegen begrüßen und in die umfangreiche Tagesordnung ein treten. Aus dem von Geschäftsführer Schwab erstatteten Jahresbericht rollten noch einmal die im vergangener. Jahre durchgeführten Veranstaltungen, Ausflüge und gebliebenen Erinnerungen ab. Mit lobender Anerkennung wurde auch der Kassenbericht von R o o s quittiert. Die Abteilungsleiter der Musik und des Gesangvereins Badenia berichteten über ihre großen Erfolge unter den Dirigenten Schneider und W. Kettnacker. Besonders hervorgehoben- war dabei das Chorfest in Karlsruhe. Als Beweis der guten und ersprießlichen Vereins- führung ist die einstimmige Entlastung und Wiederwahl des Gesamtvorstandes zu werten. Ohne Uberhebung kann der Eisenbahner-Verein Freiburg mit seiner Gesangs- und Musikabteilung als Kultur- und Pflegestätte der Freizeitgestaltung in wahrhaftig kameradschaftlichstem Sinne betrachtet werden. Es muß demzufolge den Herren Dienstvorgesetzten nicht nur zur Ehre, sondern auch zur Verpflichtung werden, sich mit ihren Beamten und Arbeitern in Frohsinn ebenso wie bei der Dienstverrichtung persönlich einzuschalten; als besonderer Beitrag darf die Freistellung der gesangs- und musikfreudigen Arbeiter und Beamten für die Proben erhofft werden. Auf dieser Basis wird es möglich sein, den Eisenbahner-Verein seiner erwünschten Vollendung näher zu bringen. Erfreulich war die Anwesenheit des Ortsbeauftragten des Gewerkschaftsbundes Karl Walter, des Vorsitzenden des Ortsausschusses des Sozialwerkes F a i ß t und des Präsidenten des Oberbadischen Musikverbandes Blum, welche alle ihren Willen zur Förderung des Eisenbahner-Vereins zum Ausdrude brachten. Nach Festlegung verschiedener Veranstaltungen und Ausflüge in diesem Jahr konnte der Präsident nach Dankabstattung an seine Mitarbeiter und alle Mitglieder die harmonisch »verlaufene Generalversammlung schließen. Anschließend verbrachte man noch einige frohe Stunden mit den inzwischen dazugekommenen Angehörgen. EF. * MGV Frohsinn-Littenweller Geschäfts- und Rechenschaftsbericht ließen in der Generalversammlung des MGV Frohsinn Llttenwel- ler erkennen, daß die Vereinslage in bester Ordnung und die Mitgliederbewegung konstant geblieben ist. Bedauerlicherweise konnte der Chor in den letzten zwei Jahren mit einem größeren Chorkonzert nicht an die Öffentlichkeit treten, da durch Domizilwechsel aus den Reihen der in allen Chorgemeinschaften so begehrten Tenöre Lüchen entstanden. So konnte sich der Verein nur mehr rein gesellschaftlichen Veranstaltungen widmen. Diese Tatsache veranlagte den 2. Vorsitzenden Preis,, der Generalversammlung einen Arbeitsplan zu unterbreiten, der Wege aufzeigte, die bei Anpassung aller Kräfte für das kommende Vereinsjahr nicht ohne Erfolg bleiben dürften. Er machte sich den von allen Sängerbünden geforderten Gedanken der ^Gemelnschaftskonzerte“ zu eigen und empfahl seinen Sängern, auch ein solches „Gemeinschaftskonzert“ mit einem Bruderverein in diesem Jahr* zu arrangieren, um so einen breiten Kreis von Freunden des Chorgesanges ansprechen z& können. Darüber hinaus empfahl er auch,, ln gewissen Zeitabständen ein Straßen Werbeslogan m seinem Chorbereich. Es wurde weiter die Pflege eines familiären Zusammenkommens im Vereinsheim und bei Ausflügen gefordert, wobei außer dem Stadtteil Littenweller auch dem neuen Siedlungsgebiet der Oststadt um den Römerhof Rechnung getragen werden müsse. Der „Tag der Heimat“ werde auch, wie Im Vorjahre, auf die Unterstützung der „Frohsinn- ler“ ln Littenweller mit Konzertdarbietungen rechnen dürfen. Der bisherige Vereinsvorsitzende Aug. ö s t e r 1 e sah sich gezwungen, wegen zu starker Belastung in seinem Geschäftsbetrieb sein Amt zur Disposition zu stellen, wodurch sich etne Verschiebung innerhalb des Vorstandes vollzog. Zum I. Vorsitzenden wurde Walter Preis, zum 2. Vorsitzenden Hermann Mols gewählt, während Otto Biesterer als Schriftführer und Rudolph S a u m s e r als Kassierer ln Ihren Ämtern verblieben. Die Anerkennung für die gute bisherige Vereinsführung durch den bisherigen 1. Vorsitzenden Aug. ö s t e r 1 e wurde am besten dadurch zum Ausdruck gebracht, daß Ihn die Generalversammlung zum Ehrenbeisitzer des Vorstandes ernannte. Der aus dem engeren Vorstand Scheidende dankte für die hohe Anerkennung und versicherte dem Chor ln jeder Hinsicht weitere Unterstützung nach besten Kräften. Der Ihm llebgewordene Kreis der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Gesangvereine werde ebenso auf seine weitere Teilnahme rechnen dürfen; Chordirigent Gustav K o p p, der den Chor auf beste Höhe in gesanglicher Hinsicht brachte, genießt das weitere Vertrauen aller Sänger. - ps - • Generalversammlung des MGV Fidelitas Im Großen Meyerhof hielt Rer MGV Fidelitas seine Generalversammlung ab. Erster Vorsitzender Eggert gedachte zuerst des kurz zuvor verstorbenen Mitgliedes S c h n e t z, dann gab er in ausführlicher ^Weise das Geleistete im vergangenen Jahre bekannt. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, daß alle Veranstaltungen dem Vereine Erfolg brachten. Der Jahresbericht wurde ergänzend durch Hauptkassierer Strauch, sowie Sängerschriftführer E. K ö 1 b 1 i n erläutert. Die fleißigsten Sänger durften ein Sängerglas mit Gravierung für Ihren fast hundertprozentigen Probenbesuch entgegennehmen. Die Neuwahlen ergaben im Hinblick auf das Im nächsten Jahre steigende 70. Stiftungsfest fast keine Änderungen, da die alten bewährten Kräfte einstimmig wiedergewählt wurden. Lediglich die Posten des Schriftwartes, des Sangwartes und des Bücherwartes wurden Infolge anderweitiger Dispositionen neu besetzt: neu geschaffen wurden der Posten des Jugendwartes und ein Vergnügungsausschuß. In arbeitsfreudiger Zuversicht will der Verein unter Stabführung von Gustav Kopp, dem Ehrenvorsitzenden Baumert, 1. Vorsitzenden Eggert, 2. Vorsitzenden und Vergnügungswärt Lupberger, Hauptkassierer Straub, Schriftwart F. Rombach, Sangwart E. Burgath, Jugendwart Leonhardt, Bücherwart Trezlnsky, 2. Schriftwart Meßmer und Beitragskassierer Stamm, ein neues Jahr beginnen, das den Verein weiter aufwärts führen soll. • Die Schwarzmeer-Kosaken sangen Es war kein Konzert im üblichen Sinne, was die Schwarzmeer-Kosaken in der Christuskirche boten. Sie hatten ihre Kunst in den Dienst einer sehr schönen Sache gestellt: in den Dienst der kirchlichen Betreuung der heimatlosen Russen in der Bundesrepublik. Sie halfen damit der „Bruderhilfe der Evangelisch-Orthodoxen Arbeitsgemeinschaft“ ein schweres Werk vollbringen. Prediger N. Orjoif schilderte in eindringlichen Worten die Größe und Schwere der Aufgabe, über 200 000 Heimatlosen, die in großer innerer und äußerer Not sind, zu helfen; und das in einem Lande, das selbst, als schlimme Kriegsfolge, unzählige Heimatlose und Vertriebene des eigenen Volkes beherbergt. Pfarrer Kühlewein von der Christuskirche unterstrich diese Worte und forderte auf, ein Opfer zu bringen und damit den Geist echter Ökumene zu beweisen. Die Werke, die der 13 Mann starke Chor sang, waren religiöse Gesänge des orthodoxen Gottesdienstes. Da, wo sie auf alte Vorbilder zurückgingen, waren sie meist in ein Gewand des 19. Jahrhunderts gekleidet. Die Leistung des Chores unter Andrej Scholuch war nach mitteleuropäischen Vorstellungen nahezu märchenhaft. Rußland, das Land der Extreme, hat ohne Zweifel die höchsten Tenöre — soUstisch verwandt klingen sie wie Knaben- oder "Frauenstimmen — und die tiefsten Bässe, echte schwarze Strohbässe, wie man sie hier in Freiburg außer bei den Don-Kosaken noch nicht hörte. Der Qualität der Stimmen entsprach die der sängerischen Technik und Schulung und der Ausdruckskraft des Chores. Darüber hinaus ließ der Gesang echte Frömmigkeit verspüren, die den Chor immer — manchmal nur gerade eben noch — an der Grenze zur Sentimentalität vorbeiführte. Die vielen Menschen, die die Christuskirche dicht besetzten, waren ehrlich ergriffen. -nn. Wohin in Freiburg? Donnerstag, 8». März Städtische Bühnen, Großes Haus: 30 Uhr „Die Fledermaus“. ( Städtische Bühnen, Kammerspiele: 20 Uhr „Barbara Blomberg“. Filmtheater: Casino' „Weiße Fracht für Rio“; Die Kurbel „Heidelberger Romanze“; Friedrichsbau „Das doppelte Lottchen“; Harmonie „Gefährliche Mission ; Kandelhof „Maria Walewska“; Union „In der Holle von Missouri“; Zentral „Premiere der Butterfly . Touristenverein „Die Naturfreunde“: 20 Uhr, Hörsaal 1 der Universität, Lichtbildervortrag E. Herlt, Tuttlingen, „Die Oberstdorfer Berge“, ferner Schmalfilm „Jugend auf Fahrt“. Schlesischer Heimatabend: 20 Uhr, Hörsaal 36 der Universität, mit Dr. Wilhelm Menzel, Breslau (Menzel- Willem); Abstimmungsgedenkfeier. Nordostdeutsche Landsmannschaft: 20 Uhr Monatsversammlung; Baltenabend mit Lichtbildervortrag. Verein Deutscher Ingenieure: 20 Uhr, Physikalisches Institut, Katharinenstr. 25, Vortrag Prof. Dr. Faeß- ler „Leistung der Fotografie in Wissenschaft und Technik“ mit Lichtbildern und Versuchen. Freitag, 21. März Städtische Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr „Salome*. Städtische Bühnen, Kammerspiele: 20 Uhr „Barbara Blomberg“. Filmtheater: Casino „Weiße Fracht für Rio“; Die Kurbel „Heidelberger Romanze“; Friedrichsbau „Das doppelte Lottchen"; Harmonie „Klm-Gehelmdlenst in Indien"; Kandelhof „Maria Walewska“; Union „Der Rebell“; Zentral „Im Banne der Eifersucht“. Badische Heimat, Ortsgruppe Freiburg:: 20 Uhr, Hörsaal 1 der Universität, Lichtbild- und Filmvortrag Sepp Allgeier „Auf der Bilderjagd“; Aufnahmen und Erlebnisse eines Kameramannes in Heimat und Ferne. An allen Tagen Universität: Ausstellung „Das neue Schulbaus“, bi# 10. April, täglich von 9 bis.18 Uhr. Augustiner-Museum: Ausstellung Götzen, Masken Und Dämonen. Museum kür Naturkunde, Gerberau 32: Täglich 10 bis 12 und 14—17 Uhr, außer Samstagmittag, Sonntag und Montag. Sonderausstellung: Meeresalgen, Korallen, Muscheln. Schnecken und andere Meerestiere Casino: Ausstellung von Werken von Prof Kiefer und Theo Butz. Casino-Restaurant: Täglich 20.30 Uhr Kabarett; Mittwoch und Samstag auch 10 Uhr. Vorführung eines Blenenfilmes Für den Imkerverein Freiburg bringt Dr. Kaesef am Mittwoch, 19. März, 20 Uhr, im Hörsaal des Tierhygienischen Instituts^ Stefan-Meier-Straße 26, einen Bienenfilm zur Vorführung. Alle Mitglieder mit ihren Familienangehörigen, ferner Interessenten, Sind herz- tichst eingeladen. Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins Die Ortsgruppe Freiburg des Schwarzwaldvereins hält am Freitag, 21. März, 20 Uhr, in der Harmonie ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Kleingärtner-Frühjahrsversammlung Der Kleingartenverein Freiburg-West hält am Sonntag, 23. März, 15 Uhr, Im Gasthaus zum Auerhahn seine Frühjahrsversammlung ab, in deren Rahmen ein Fachvortrag über „Gartenarbeit im Frühling“ gehalten wird. Filmvortrag Sepp AUgeier In der Rothe von Freiburgs charakteristischen Persönlichkeiten bringt die Badische Heimat am Freitagabend im großen Hörsaal der Universität einen Vortrag des bekannten Kameramannes Sepp AUgeier. in dem der in der internationalen Film weit anerkannte Fachmann und Pionier des Heimat- und Bergfilms einen Querschnitt durch sein Leben und Schaffen geben wird. Er hat dabei aus dem reichen Schatz seiner Filme die charakteristischsten herausgesucht und wird so auch ein Stück Kulturgeschichte der letzten Jahrzehnte geben. J ederman m Wettschreiben Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermelste» Dr. Hoffmann veranstalten der Stenografen^ verein von 1888, die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, Ortsgruppe Freiburg, die Volkshochschul« Freiburg und das Jugendbildungswerk Freiburg gemeinsam am kommenden Sonntag, 23. März, 9 Uhr. ln der Lessingschule das diesjährige Jedermann- Wettschreiben, verbunden mit besonderen Jugendwettkämpfen. Der Wettkampf auf der Schreibmaschine wird am Mittwoch, 26. März, 18 Uhr, Logo» Straße 1, durchgeführt. Die Leitung des Wettkampfes liegt in den Händen von Fachlehrer Otto Etter, Lugostraße 1. Tel. 2798; bei ihm befindet sich auch das Organisationsbüro. — Der Wettkctmpf wird nach folgenden Bedingungen ausgetragen: a) Kurzschrift: Beginn bei 60 Silber, in der Minute, je um 20 Silben steigend. Jeder Teilnehmer darf zwei Geschwindigkeiten nach freier Wahl mitschreiben, jedoch nur eine übertragen. Es wird vor allem die Rechtschreibung der Übertragung, Satzzeichenlehre usw. beurteilt, i» Maschineschreiben: Jeder Teilnenmer hat einen formgerechten Brief und ein Zehn- minuten-Schnellschreiben anzufertigen. Es dürfen nur Vc Prozent Fehler gemacht werden, der Brief soll unterschriftreif sein. — Wettkampfgebühr 0.50 DM. Die Bekanntgabe der Ergebnisse und die Verteilung der Ehrenpreise erfolgt am Samstag. 26. April, 20 Uhr, ln der Harmonie im Rahmen einer geselligen Veranstaltung. — Alle Kurzschrift er und Maschinenschreiber unserer Stadt sind zur Wettkampfte 11- nahme herzlichst eingeladen. 1844 Freiburg Die Skifahrer von 1844 Freiburg fahren am Sonntag zu den Gau- und Vereinsskimeisterschaften auf den Feldberg. Abfahrt 7.30 Uhr Johanniskirchplatz, 7.40 Uhr Strandbad. Nach den Wettkämpfen noch gemütliches Zusammensein. Fahrkarten bei H. Lipp, Donnerstag 19 bis 20.30 Uhr, Turnhalle Lessingschule; Freitag, 19 bis 22 Uhr, Turnhalle Rotteckschule oder von 8 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr bei Frey-Radlo, Elsenbahnstraße. Auch Schlachtenbummler werden mitgenommen. Ski-Club Freiburg Der Ski-Club Freiburg unternimmt am Sonntag eine Fahrt ins Weiße mit‘ Skikurs für Anfänger, Fortgeschrittene und Kinder. Ferner findet für gute Läufer eine Skiwanderung statt. Abfahrt mit Höhenwagen um 7.45 Uhr Kirchplatz Herdem, 8 Uhr ab Schwabentorplatz. Karten zur Fahrt bis Freitag, 17 Uhr, in der Buchhandlung Ehrmann. Salzstr. 31, und im Zigarrenhaus W. Gföll, Stadtstr. 46. Hier spricht die SPD Stadtbezirk OberwiehfO Am Freitag, 21. März, 20 Uhr, findet im Gasthaus Bankepeter eine Mitgliederversammlung statt, bei der Ministerialrat Fritz Leiser, Freiburg, spricht. Die Parteimitglieder des Stadtbezirks werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen; Gesinnungsfreunde sind herzlich willkommen. Donnerstag, 20. März 1952 Die Jugend steht wieder vor der Berufswahl Was soll ich werden? BOf 1 3oth Nummer 38 — Seite T Mit Sorgen sehen manche Eltern dem Schulentlassungszeitpunkt Ostern 1952 entgegen, weil sie nicht wissen, ob bis dahin genügend' Lehr- und Arbeitsstellen zur Verfügung stehen. Die Vorverlegung des Schulentlassungstermins auf Ostern bringt nicht nur eine Verkürzung der Schulzgjt für die Schulabgähger mit sich, es drängt steh dadurch auch der Einstellungszeitpunkt f{ir Pe Lehrlinge auf eine kürzere Zeit zusammen. Auch für die Wirtschaft bedeutet die Vorverlegung des Schulentlassungszeitpunktes eine gewisse Veränderung. Die Betriebe der Industrie, des Handels und des Handwerks haben seit Jahren den Schwerpunkt ihrer Lehrlingseinstellung auf die Herbstmonate verlegt, dem sich die Gewerbeschule, die Gesellenprüfungstermine und das gesamte übrige Wirtschaftsleben angepaßt haben. Es ist nicht für alle Betriebe und Handwerksmeister in gleichem Maße möglich, innerhalb weniger Monate zweimal eine Neueinstellung vorzunehmen. Durch diese Tatsachen werden in diesem Jahr sicherlich nicht sogleich sämtliche Schulentlassenen eine ihrem Wunsch entsprechende Berufsausbildungsstelle erhalten können. Aber trotzdem kann im hiesigen Bezirk im echten Sinne nicht von einer Berufsnot der Jugend gesprochen werden, denn ein großer Teil der Jugendlichen verbleibt ohnehin als mithelfender Familienangehöriger in der elterlichen Landwirtschaft. Ein anderer Teil besucht die Höheren Handelsschulen oder Fachschulen und ein nicht geringer Teil entschließt sich, bis zur Ausfindigmachung einer Lehrstelle eine Hilfs- arbeitertätigkeit anzunehmen. Auch nimmt die Landwirtschaft, die nach wie vor noch einen großen Mangel an Arbeitskräften aufweist, manchen, kräftigen Jungen oder manches Mädel für einige Monate in Arbeit auf. Auf der anderen Seite muß aber auch gesagt werden, daß die Jugend sich in ihren Berufswünschen noch mehr als bisher an . die im Bezirk vorhandenen Berufsmöglichkeiten halten muß. Es hat Wenig Sinn, wenn mehrere hundert Jugendliche sich für zwei bis drei metallhandwerkliche Berufe, wie zum Beispiel für den Kraftfahrzeughandwerker-, Elektriker- Mechaniker- oder Maschinenschlosserberuf entscheiden, wenn nur ein Dutzend Lehrstellen in diesen Berufen zur Verfügung steht. Die Berufsentscheidung der Jugendlichen müßte vielmehr unter dem Gesichtspunkt getroffen werden: welche Berufe sind im Bezirk überhaupt zu erlernen? In einem Zeitpunkt, ln dem ein Wettlauf um die Lehrstellen stattfindet, in dem ein Betrieb oder Handwerksmeister unter zehn bis zwanzig Jugendlichen den ihm geeignetesten auswählen kann und die Mehrzahl der Jugendlichen sich glücklich schätzen muß, überhaupt eine Lehrstelle zu erhalten, kann ohnehin von einer freien Berufswahl keine Bede mehr sein. Diese realen Tatsachen müssen von den Eltern eingesehen werden. Hier müßten die Eltern, die Schule und vor allem die Berufsberatung aufklärend und wegweisenj! den Jugendlichen helfend unter die Arme greifen. Die Jugendlichen mit 13 bis 14 Jahren sind noch gar nicht in der Lage, von sich aus die Bedeutung der Berufsentscheidung und die Berufsanforderungen zu überblicken, noch viel weniger wissen sie über die Berufsmöglichkeiten und Berufsaussichten im Bezirk Bescheid. Das einseitige Interesse der Jugendlichen für die metallhandwerklichen Berufe kömmt im wesentlichen durch die vor ihren Augen sich abspielenden Auto- Motorrad-Rennen, durch die sie in die Berufstätigkeit des Mechanikers Einblick gewinnen. Da sich ein großer Teil der übrigen Berufe in einer Fabrik, die mit Mauern umgeben ist. abspielt, besitzen die Jugendlichen über diese Berufe keinerlei Kenntnisse. Daraus geht aber eindeutig hervor, daß nicht die Jugendlichen, sondern die E11 e r n für die Berufsentscheidung verantwortlich sind. Dabei müßte es allerdings wieder zu einer allgemeinen Erkenntnis werden, daß ein tüchtiger, strebsamer und intelligenter Junge in allen Berufen sein Fortkommen hat und daß es auf die berufliche Leistung, auf die Tüchtigkeit des einzelnen ankommt. Heute und in Zukunft bietet Jeder Beruf für den Tüchtigen und Strebsamen die gleichen Chancen. Die Berufsberatung wird demnächst in die Schulen kommen und berufsaufklärende Vorträge halten und auch in Elternabenden sprechen. Für die Jugendlichen, die zum Personenkreis der Kriegsfolgenhilfeempfänger gehören, es sind dies Heimatvertriebene, Evakuierte, Zugewanderte aus der sowjetischen Besatzungszone und der Stadt Berlin, Angehörige von Kriegsgefangenen und Vermißten, Angehörige von Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen und ihnen gleichgestellten Personen, wird im Lehrlings- und Jugendwohnheim in Lörrach ein einjähriger Grundausbildungslehrgang im Holzgewerbe eingerichtet. Die Jugendlichen erhalten neben einer praktischen und guten handwerklichen Ausbildung im Holzgewerbe gleichzeitig durch die Gewerbeschule Lörrach berufsschulmäßigen Unterricht erteilt. Es besteht Aussicht, daß ein Teil der einjährigen Grundausbildung auf die spätere Lehrzeit angerechnet wird. Die in Frage kommenden Jugendlichen erhalten gleichzeitig Im Lehrlingswahnheim kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Heimfahrt über Sonntag ist möglich. Jugendliche des genannten Personenkreises können sich bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes für diesen Grundausbildungslehrgang vormerken lassen. Voraussichtlicher Beginn im August dieses Jahres. Schneller Erfolg der Kriminalpolizei Flüchtiger Raubmörder in vierzig Stunden gefaßt — Scheußliches Verbrechen an einem Sechzehnjährigen Mannheim. Innerhalb von 40 Stunden gelang es der Mannheimer Polizei, einen an dem 16jäh- rigen Schreinerlehrling Karl Willy Eder begangenen brutalen Raubmord aufzuklären und den Täter, den 36 Jahre alten Otto Friedrich Scher- winzky, zu verhaften. Der Ermordete, der in einem Schreinerbetrieb arbeitete, holte jeden Freitag die Lohngelder von der Filiale der Südwestbank in Mannheim- Neckarau ab. Als er am letzten Freitag gegen 16 Uhr noch nicht zurückgekehrt war, erstattete der Betriebsinhaber Vermißtenanzeige. Am Abend wurde die Polizei von der Frau des Scher- winzky verständigt, daß während ihrer Abwesenheit auf einem in ihrer Küche stehenden Sofa ein Berg von Federbetten aufgetürmt wor- Hoek van Holland — Freiburg in zehn Stunden Weitere Beschleunigung der Fahrzeiten im Sommerfahrplan 1952 Der-,,,Rheingold-Expreß“ hat einen Bruder bekommen, der entsprechend seiner windhundartigen Geschwindigkeit auf den Namen „Rheinpfeil“ getauft worden ist. Er soll nun auf der Strecke Basel—Mainz—Köln—Hoek van Holland seinen bisher sehr stark in Anspruch genommenen älteren Bruder entlasten. Bel gleichen Schiffsanschlüssen in Hoek van Holland und neuen guten Anschlüssen in Basel von und nach der Innerschweiz und nach Italien ist seine Fahrzeit um zwei' Stunden geringer. In der Nord- Süd-Richtung ging die Geschwindigkeit allerdings auf Kosten der Haltepunkte in Koblenz und Baden-Oos, was man besonders in der weltbekannten Bäderstadt sehr schmerzlich empfindet. Im Gegensatz zum „Rheingold“, der auch die 3. Klasse führt, wird der „Rheinpfeil“ nur 1. und 2. Klasse haben. Der „Skandinavien-Italien-Expreß“ F 211/212 Wird wie bisher beibehalten. Für den starken dänischen Reiseverkehr wird er in der Hauptsaison (7. Juni bis 14. September) durch das Zugpaar D 412/411 Nyborg—Hamburg—Basel entlastet werden. Die Umwandlung der bisherigen D 77/78 Basel—Frankfurt, Freiburg ab 8.07 Uhr, in F-Züge mit 2. Klasse bedeutet zwar auf den ersten Blick eine Verschlechterung, sie wird aber auf gewogen durch den Einsatz des D 73, der Freiburg um 7.54 Uhr verläßt und 12.20 Uhr, also nur eine halbe Stunde später als der F 77, in Frankfurt ankommt. Bemerkenswert ist die Herstellung vorkriegsmäßiger Verhältnisse durch einen neuen Kurswagen Hamburg — Turin über Basel — Olten — Bern—Brig—Iselle—Arona, wodurch das Gebiet um den Lago Maggiore wieder mit Deutschland verbunden wird. Auch die durchgehende Personenzugsverbindung Basel Bad. Bahnhof—Singen durch den Kanton Schaffhausen wird zum erstenmal nach dem Kriege wieder aufgenommen. Hier werden täglich zwei Zugpaare verkehren. Die früher beliebten, sogenannten beschleunigten Personenzüge erstehen nun wieder im Städte-Schnellverkehr, der trotz erhöhter Geschwindigkeiten zuschlagfrei sein wird. Zwischen Freiburg und Karlsruhe werden zwei Zugpaare dieser Art laufen, Freiburg ab 9.20 Uhr (Karlsruhe an 11.40 Uhr) und 17 Uhr (Karlsruhe an 19.22 Uhr). Auch der Bodensee wird im neuen Fahrplan bessere Verbindungen erhalten. So wird die Nachtverbindung Konstanz—Köln beschleunigt, der D 161 wird Lindau etwas früher verlassen und so beschleunigt werden, daß er den bis jetzt vermißten Anschluß in Offenburg an den D 275 Basel—Hamburg erreichen wird. Damit wird eine neue gute Verbindung aus dem Raume Bodensee—Schwarzwald nach Niedersachsen— Hamburg geschaffen Schließlich werden die E 136/139 nicht mehr wie bisher von Freiburg über Basel nach Konstanz, sondern nach Lindau geleitet, so daß auf dem Wege nach München über die Hochrheinstrecke nur ein einmaliges Umsteigen notwendig sein wird. Konstanz wird mit Kurswagen Fre^burg—Konstanz über die E 236/239 angeschlossen. Leider konnte der neuen Situation im Südwestraum fahrplantechnisch noch nicht Rechnung getragen werden. Eine Verbindung nach Stuttgart über Karlsruhe ist ohne Umsteigen in Karlsruhe noch nicht möglich. Man erwögt jedoch schon heute den Plan, im kommenden Jahr direkte Verbindungen zu schaffen. Die schwäbische Landeshauptstadt ist von Freiburg pus nur über den Schwarzwald direkt zu erreichen, allerdings beträgt die Fahrzeit hier rund sechseinhalb Stunden. Im Nahverkehr bleiben allerdings noch einige Wünsche offpn. Vor allem wird immer wieder der Wunsch laut, die Abfahrtszeiten am Abend etwa um 30 bis 40 Minuten hinauszuschieben, um der Bevölkerung von auswärts die Möglichkeit des Einkaufs bis zum Ladenschluß zu geben. es 10 000 GSO-Leute werden entlassen Bielefeld. Von der bereits angekündigten Entlassungsaktion bei den deutschen Dienstgruppen (GSO) der britischen Rheinarmee in Deutschlend werden rund 10 000 Mann betroffen. Die Kündigungen sollen bis spätestens Mitte dieses Jahres wirksam werden. Gut unterrichtete britische Kreise erklärten dazu, daß ein großer Teil der Entlassenen in einem anderen Vertragsverhältnis direkt von britischen Einheiten wieder eingestellt werden kann. Von der Entlassungsaktion sind vorläufig nur die GSO-Einheiten bei der Rheinarmee und nicht bei den britischen Luftwaffeneinheiten betroffen. * Vorteile de* Gewinnspanne Seit einiger Zeit ist im Sektor der Volksbanken erstmalig eine neue Form der Förderung des Spargedankens entwickelt worden, die das Sparen in der bisherigen Form mit dem Lotteriespiel verbindet, jedoch mit dem Unterschied, daß das angesparte Kapital, das in kleinsten Beträgen aufgebracht werden kann, dem Sparer erhalten bleibt. Dieses sogenannte Gewinnsparen hat bereits im vorigen Jahre in den verschiedensten Gebieten des Bundesgebietes im Zusammenhang mit den gegründeten Gewinnsparvereinen einen großen Erfolg gebracht. So ist der in Wiesbaden vor etwa zwei Jahren gegründete Gewinnsparverein erfolgreich tätig. Die Voiksbanken im Lande Baden haben sich diese neue Art der Werbung für den Spargedanken zu eigen gemacht und den Badischen Gewinnsparverein e. V, Sitz Freiburg i. Br., Ende letzten Jahres gegründet. Die Interessenten verpflichten sich lediglich, wöchentlich n u r 1 D M zu sparen und außerdem einen Auslosungsbeitrag von wöchentlich 20 Pfennig zu entrichten. Die Sparraten werden durch den Kauf von Sparmarken entrichtet. Die Sparzeit umfaßt grundsätzlich 52 Wochen. Jede Sparkarte berechtigt zur Teilnahme an den Auslosungen, sofern für jede Auslosung 13 Wochenraten zu je 1 DM angespart sind. Dabei können beliebig viele Sparkarten erworben und damit die Teilnahme an den Auslosungen mit verschiedenen Nummern erreicht werden. Die Auslosungen finden zunächst vierteljährlich statt. Der Gewinnplan ist so abgestellt, daß bis auf weiteres jede fünfte Spamummer gewinnt, wobei je nach Anzahl der Gewinnsparteilnehmer Höchstgewinne von 12 000 DM und darüber ausgeschüttet werden. Die niedrige Sparrate, die breite Streuung der Gewinne und die große Auslosungschance sowie die jedes Vierteljahr erfolgende volle Asschüttungdes AuHIosungs Stocks hat lebhaftes Interesse in allen Bevölkerungsschichten für diese neue Form des SDarens bei den VolksbanV»n Badens geweckt. Auskünfte werden bei den orts?*i‘=ä-«i"r>n volksbank'—i . erteilt, wo auch die Bet^'iguneserklärungen in Emp- i fang genommen werden können. den sei, aus dem ein Paar Füße herausschauen würde. Die Kriminalpolizei fand dann den mit einem Halstuch erdrosselten 16jährigen. Man nimmt an, daß die Absicht des Mörders, sein Opfer beiseite zu schaffen, durch die frühzeitige Rückkunft der Frau verhindert worden ist. Der Verdacht richtete sich gegen den Wohnungsinhaber, den 22 mal vorbestraften und als leidenschaftlichen Spieler bekannten Scher- winzky. Die Fahndung führte über eine Gaststätte in Weinheim nach Frankfurt, wo er bereits am Abend des nächsten Tages in einem Nackt- lokal verhaftet werden konnte Er sagte bei der Verhaftung: „Es ist in Ordnung“. Von den erbeuteten tausend Mark waren nur noch 65 Mark übrig. 6,7 Millionen DM ans der „Notaktion der badischen Forstwirtsdiaft Freiburg. Die „Notaktion der badischen Forstwirtsdiaft“, zu der Staatspräsident Leo Wohieb im September letzten Jahres den badischen Waldbesitz auf gerufen hatte erbrachte naca einer Mitteilung der Wiederaufbauabteilung de* Badischen Innenministeriums 6,7 Millionen DM. Die Gelder, die zu einem Teil aus den Hieben der Gemeinden und selbständigen Städte sowie aus den Einschlägen des Privatwaldes stammen, werden an die Kreise und selbständigen Städte im Rahmen des Bauprogramms 1952 als Bau. - gelder für den sozialen Wohnungsbau verteilt. 16jähriger gesteht Ermordung eines gleichaltrigen Mädchens Konstanz. Der am Freitag in Konstanz festgenommene 16 jährige Lehrling Rolf Müller aus Warburg in Westfalen hat jetzt zugegeben, am 12. März in seiner Heimatstadt die 16jährige Klara Wendehals ermordet zu haben. Müller hatte das Mädchen in die Wohnung seiner Eltern gelockt und es dort mit einem Holzscheit nieder- geschlagen und erdrosselt. Zuvor hatte er versucht, sich an dem Mädchen ju vergehen. Die Leiche hatte Müller in einen Korb gepackt, diesen in den Keller gestellt und mit Müll überschüttet. Dann hatte sich der Täter umgezogen und mit seiner Mutter, die inzwischen von der Arbeit nach Hause gekommen war, zu Mittag gegessen. Anschließend war Müller mit einem Fahrrad nach Frankfurt und von dort aus nach Konstanz gefahren, wo er am Freitag im Verlauf einer Razzia in einem Hotel festgenommen werden konnte. Spielbankgroßgewinner begeht Selbstmord Konstanz. Ein 50jähriger Metallwarenfabrikant aus Rapperswil (Kanton Zürich), der Ende letzten Jahres in der Spielbank Konstanz rund 200 000 Mark gewonnen hatte, hat sich dieser Tage in Erledbach in der Schweiz erschossen. Der Schweizer hHtte in den letzten Monaten in verschiedenen Spielbanken den gesamten Gewinn bis auf 40 000 Mark wieder verspielt Außerdem hatte er nach Angaben der Polizei auch anderweitig hohe finanzielle Verluste erlitten. Kehl sudht Arbeitskräfte Kehl. Für die Wiederinstandsetzung der Anlagen des Kehler Hafengebiets wird vom Kehler Arbeitsamt eine größere Zahl von Fachkräften und Hilfsarbeitern gesucht. Wie das Arbeitsamt ferner mitteilte, arbeiten gegenwärtig 500 Männer und 53 Frauen aus den umliegenden Gemeinden Kehls als Grenzgänger In Straßburg. \rz- eschwerden Benommenheit, SdcwindeUnfäile und Kopfschmerzen, die quälenden folgen der sich um die 40-50er Jahre elnstel- lenden KreisUufüberUstung, lassen sich energisch bekämpfen. .Meine fmu und ich* schreibt Heft O. Grohs, Hüls, .kennen nach Gebrauch der geruchfreien .Immer jünger' Knoblauch-Beeren diese Beschwerden nicht mehr, wir fühlen uns |ung und gesund'! Darum rechtzeitig d. kneislaufwirksamen Teppich,- Persermust., durchgewebt, 2.40 X 3.40. DM 245_ Kunsthaus Sasse, Freiburg, Vaubanstraße 12. Altpapier Akten, Drucfcstampt uew kauft zum Tageshöchstpreis Altpapiergroßhandlung FREIBURG I. ER. Güter haliensti 9 Tel 4506 Garantie des Einstampfen» ist gegeben. Bis OM 409.— Prämie oder Steuervergünstigung erhalten Bausparer Nur 5 •/• zins zahlen Sie für Neubau, Hauskauf, Umbau, Entschuldung usw. WOHNUNGSBAU- MODELLSCHAU in Verbindung mit ausgestellten Plänen hiesiger Architekten Zahlreiche schöne Modelle und Pläne von Ein- und Mehrfamilienhäusern Kostenlose Beratung über steuervergünstigtes oder Prämiensparen sowie Familienschutz und Finanzierung. in Freiburg i, Br., Kleiner Meyerhof, Eisenbahnstrafie Freitag, 21. März 1*52, von * bis U Uhr Samstag, 22. März »52, von * bis 19 Uhr Sonntag, 23. Mär» »52, von 0 bis M Uhr Eintritt frei! Leonbnrger Bausparkasse. Leonberg (Wttbg.) Beratungsstelle Südbaden: Freiburg, Sebauinslandstr.2d,Tel. 3217 Nebenberuflicher Verdienst wird durch Bezieherwerbung geboten. Schreiben Sie unter A 1750 an „Da» Volk“, Freibarg. Schweinemarkt in Emmendingen Freitag, den 21. März 1952 Das Bürgermeisteramt • Amtliche Bekanntmachungen Handelsregister Für die Angaben in ( > keine Gewähr Veränderung. HB A 771 — 14. März 1*52: F. X. Sichler & Co., Freiburg L Br. (Geschäftszweig: Hoch- und Tiefbau, Falkensteinstr. 2.) 2 Kommanditisten sind ausgetreten. Bauingenieur Fritz Flüdciger, Freiburg i. Br., ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Jetzt Offene Handelsgesell- schait, die am I. Oktober 1945 begonnen hat. Die Prokura des Carl Sichler, Freiburg i. Br., ift erloschen. Bad. Amtsgericht Freiburg i. Br. Veränderung. HR B 227 — 14. März 1952- Hans für Wiederaufbau und Wirtschaftawerbung, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Freiburg i. Br. (Jakob- Burckhardt-Straße 3.) Durch Beschluß der Gesellschafter-Versammlung vom 23. Januar »51 und 23. Mai 1951 ist der Gesellschaftsvertrag in f 1 — Geschäftsjahr — geändert. Bad. Amtsgericht Freiburg i. Br. Güterrechtsregister Neueintiagung. GR Ed. in Seite 57a — 14. März 1952: Günther Theodor Haas«, AngenoptikenneUter in Freiburg i. Br-, und dessen Ehefrau Christi, geh. *Becker, ebenda. Durch Ehevertrag vöm 13. Februar 1952 ist Gütertrennung vereinbart. Bad. Amtsgericht Freiburg i. Br. Nachlaflversteigerang (284, Morgen Freitag, 21. März »52, 10 und 14 Uhr, im freiwilligen Auftrag gegen bar und 10 Prozent Aufgeld in meinen | m Crij. 4(1 u.a.. Glas. Hausrat, Herren- Räumen IUI UIUU III kleider, Bücher, Bilder, Klavier« 4 Betten mit Matratzen, ält. Büfett, Waschkommode nh M. und Spiegelaufsatz, zweltür. Biederm.-Schrank, Nähtisch, Regulateur, Nachttische, Stühle, Backensessel, Nähmaschine, ält. Küchenmöbel, Stehleiter« Radio, zweiteil. Brandschrank usw. Ferner aus verschied. 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März 1952 Dar BMI Danksagung Statt Karten! Allen denjenigen, die unsem lieben Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Karl Friedr. Herr Hammerschmied zur letzten Ruhe begleitet haben, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Lang für seine tröstenden Worte am Grabe und in der Kircäie, für die ehrenden Nachrufe von Herrn Fuchs von der Spar- und Darlehenskasse Teningen, Herrn Oberingenieur Aurig vom Eisen- und Hammerwerk, ebenso für den Nachruf in den Tageszeitungen, dem Betriebsratsvorsitzenden Vetter vom Eisen- und Hammerwerk, dem SPD-Vorsitzenden Bürkin sowie herzlichen Dank dem Musik- und Gesangverein für die erhebenden Trauerweisen. Teningen, 18. März 1952 Die trauernden Hinterbliebenen: Fafiilie Karl Herr, Mechanikermeister Familie Chr. Scheuermann Wwe. Familie Ernst Herr, Kaufmann, Singen a. H. Familie Wilhelm Heß, Oberingenieur Eine Wohltat für die Menschheit! „Ich bin im 78. Lebensjahr und habe Klosterfrau Melissengeist ständig genommen. Er hat mir immer sehr gut geholfen: gegen nervöse Herzbeschwerden, gegen Schlaflosigkeit, gegen Magen- und Darmbeschwerden. Klosterfrau Melissengeist ist eine Wohltat für die Menschheit!* So schreibt Frau Christine Walser, Bad Godesberg, Roonstr. 40. Gibt es ein schöneres Lob für ein Mittel, das der Gesundheit dient? Von Generation zn Generation sagt das Alter aus reicher Erfahrung der Jugend: „Der echte Klosterfrau Melissengeist, der hat uns geholfen!* Klosterfrau Melissengeist, ln der blauen Packung mit 3 Nonnen, Ist ln allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Denken Sie auch an Aktiv-Puder. 1882 70 JAHRE 1952 Schloßbergrestaurant Dattler Immer ein Begriff! Hur S Taget Besonders strapazierfähige Schweizer Nylon I. Wahl DM 4.90 Amerik. Nylon in großer Auswahl GMBH Schusterstraße 18 ScAwanenweißeWäsehe durch DAS ROTE PAKET Dr.Thompson's Waschpulver Millionen waschen damit. Sogutund doch -SimuHiim lDoppelpoket68 Kaffee im altbekannten Fachgeschäft TTe ?cler _ Ssgr m in mitten i*r *>T*dt « ttimt BertholdstraBe 7 Kaffeerösterei feehandlang Reisedienst der Zeitung &as Voth veranstaltet durch Omnibusvermietnng Rauchhiß Freibnrg, Talstraße 10 Sonntag, 23. März 1952 Skifahrt auf den Feldberg Fahrpreis DM 4.5» . Abfahrt: 8 Uhr, Talstraße 10 ^Abfahrt Feldberg: 17 Uhr Montag, 31. März 1952 8aSel Fahrpreis DM 5.— Abfahrt: 8 Uhr, Talstraße 10 Sonntag, 6. April 1952 ZUliCh Fahrpreis DM 12.— Abfahrt: 7 Uhr, Talstraße 10 Vorverkauf ln unserer Hauptgeschäftsstelle Freiburg, Kaiserjoseph-Straße 229, Telefon '2816, und Autovermietung Rauch- f u ß , Talstraße 10, Telefon 2946. Großes Haus Fr., 81. März, 20—22.45 Uhr: Der Troubadour (Außer Miete) Sa., 22. März, 20—21.45 Uhr: Salome (Miete A und Freiverkauf) So., 23. März, 20—22.45 Uhr: Zum letzten Male Turändot (Miete A und Freiverkauf) Kammerspiele Fr., 21., u. Sa., 22. März, 20-23 Uhr: Barbara Blomberg So., 23. März, 11.30—12.45 Uhr: Alemannische Komponisten 20—23 Uhr: Zum 25. (letzten) Male Barbara Blomberg' Keine Frühjahrsmüdigkeit... beim Genuß des hur aus Mals und Hopfen hergestellten ALKOHOLFREI Vitamine! Hoher Gehalt an kalorischen Nährstoffen (Kohlehydrate, Eiweiß) Vitamine und Enzyme, besonders Vitamin B 1 J Familien -^Anzeigen über Geburt, Verlobung, Vermählung und Tod werden von unseren Lesern besonders aufmerksam gelesen. Geben auch Sie Ihre Anzeigen in unserem Blatt bekannt! KRONEN^MSüTSPIELE Samstag n. Montag 20 Uhr, Sonntag 17 n. 20 Uhr MARIKA RÖKKS bester Farbfilm Die Frau meiner Träume Tanz — Musik — Liebe — gute Laune Nur Mittwoch, 25. März, 20 Uhr: Der Schrecken von Texas Terror im gesetzlosen Wilden Westen DIE ^OUiieb ECKE Ein gutes Mittagessen... Tafelreis ne 500 Gramm "sOO Californisches Mischobst eg 250 Gramm "■#11 Getrocknete Zwetschgen m 250 Gramm ab “eOU Apfelmus ./.o-, -.98 Pikant gewürzte Rollmöpse oc 3 Stück nur m mLv Filet vom Seelachs M Q 500 Gramm "■*10 vom Kaheljan in 500 Gramm "■#*! Naturreine Weine aus guten Lagen bekannter Weinorte Rotweine Dürkheimer Li,e ii “ Feuerberg 1.60 2.00 Valpolicella feiner Rotwein vom Gardasee Weißweine Dürkheimer UtorllBKjt . Feuerberg n nn Riesling Spätlese AalJU Deidesheimer Herrgottsacker Boling SoTemlisrlsH Wachstum Winzer- W M 9K verein Deidesheim A.fcw (xxböft der span a men Housfrou J Lessingschule Zeichensaal Samstag, den 22. März 1952 — 20 Uhr: Großer Tonfilm Ulser Dich hinaus Menschenschicksale, die dich ergreifen! — Was liegt hinter deinem Leben? — Was tust du hier? Wo gehst du bin? Mit diesen brennenden Fragen der Gegenwart setzt sich der Film meisterhaft auseinander! Die Zeit für diesen Filmbesuch ist nicht verloren! EIntritt frei I Westdeutsche Mission der Kirche Jesn Christi dfldLT. Sonntag, 23. März 1952: 10 Uhr und 15 Uhr Gottesdienste f^r jedermann! Badische Heimat, Freiburg Freitag, 21. März, 20 Uhr, lm Hörsaal I der Universität: Vortrag mit Lauffilmen von Sepp Allgeler: Aul der Bilderjagd Aufnahmen und Erlebnisse eines Kameramannes in Heimat und Welt Unkostenbeitrag DM 1.—, Mitglieder DM —.50 Vorverkauf bei Univ.-Buehhandlung Albert und an der Abendkasse r K Schwarzwaldverein Ortsgruppe Freiburg i. Breisgau Freitag, 21. März 1952, 20 Uhr, in der „Harmonie* Hauptversammlung Wir laden unsere Mitglieder (auch die Jugendgruppe Feldberg) freundlichst ein und bitten um zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand A r Vorzügl. naturreine Flaschenweine 50 er Pfaflenweiler Gutedel 50 er Oberbergener Ruländer 50 er Ebringer Sommerberg 49 er Achkaner Schloßberg einschl. Glas »/« Fl. 1.80 1.85 1.90 2.90 G. Drexler Weingroßhandlung Laden BertholdstraBe 17 — Telefon 4050 Dan letzten Schliff ?.. . geben Sie Ihrem Aus "sehen mit einer der ^aparten modischen Neuheiten, die wir in *so reicher Auswahl ^fur Sie bereitholten. "Gleich dem Dioman« ten, der ouch erst durch den „letzten Schliff" Feuer und BriManz erholt, geben unsere Modewaren Ihrem neuen Kleid jene wirkungsvolle Note, die man Elegonz nennt. - CARL FABEL Ab Donnerstag Sa 'Jrüfjßing der Ließe führt $e hef neue Deutsche Jorbfilm M ä ,M 'Jw ' um, Vmcm^uü Täglich: 14.15, 16.30, 18.45, 21.00 Uhr Tel. 6390 4 <«KURBEL Z EINTRAL“ TH EATER .emmendingen Freitag bis Montag 20.30, So. 17.30 und 20.30 Uhr Paula Wessel; ln ihrem neuen Film Maria Theresia Samstag, 22.45 Uhr Vivlane Roman ce — Georges Flamant Die Nacht der Vergeltung Bebellion, Verrat und Blutrache sind der Inhalt dieses tropischen Abenteuerfilms. Jugendverbot! Sonntag, 15 Uhr: Das tolle Lustspiel Dick und Doof in der Fremdenlegion Jugendfrei ab 10 Jahren ZENTRAL“THEATER emmendingen Freitag und Samstag zeigen wir in Sondervorstellungen Lhasa Lo den packenden Film der deutschen Tibetexpedition, die 'auf Einladung des Dalai-Lama dieses rätselhafte Land bereiste • Schülervorstellungen: Freitag, 18 und 15 Uhr Samstag, 10 und 15 Uhr Offizielle Vorstellung und Volkshochschule Samstag, 17.30 Uhr FUCHSEN-LICHTSPIELE#*<äs«»i Freitag 20.30, Samstag 15.30 u. 20.30, Sonntag 16.00, 19.00 und 20.30, Montag, 20.30 Uhr Die beliebtesten deutschen Darsteller Sonja Zle- tnann, Rudolf Prack, Grete Weiser, Hans Richter, Beppo Brem, Walter Müller und viele andere ln einem Farbfilm mit herrlichen Aufnahmen! Johannes nnd die 13 Schönheitsköniginnen Ein Feuerwerk der guten Laune! Beschwingte Musik, schöne Frauen! Sie sehen das Londoner Festival-Ballett mit einem Schwarzwald-Trach- ten-Tanz, Ballett Nizza! Arnolds Eisschau! Suns- hine-Quartett, Lucas-Trio, Schöneberger. Sängerknaben, Gerh. Gregor auf der Hammond-Orgel! Sowie bekannte Kapellen! Im Beiprogramm: Kulturfilm Alt-Berlin Künstlerisch wertvoll! Samstag 22.45 Nachtvorstellung, Sonntag 14 Uhr: Rächer der Unterwelt Ein ungemein spannender und interessanter Film nach Hemmingways Bucherfolg „The Killers“ mit Burt Lancaster, Ava Gardner DINGE bringen vom Freitag, ZI. März, bis einschließlich Montag, 24. März, den musikalischen Filmschwank Fanfaren der Liebe Mit Dieter Bors che, Inge Egger, Oskar Sima. Grethe Weiser, Beppo Brehm u. a. m. Musik Fränz Grothe Anf angszeiten : Werktags 20.30 Uhr, sonntags nur 17.30 u. 20.30 Uhr Zur Sonntagabend-Vorstellung verstärkter Kinobus- und Zugverkehr! — Das Filmpublikum von Endingen wird gebeten, wenn mögt, die Werktagsvorstellungen zu besuchen. Samstag, 22. März 1952, um 22.39 Uhr: Nachtvorstellung und Sonntag, 13 Uhr, den tollen Wildwester Gauner, Gold und Wilder Westen