Elnxulprei* 20 Pfennig SODBADISCHE HEIMATZEITUNG 7. Jahrgang Donnerstag, 18. September 1052 • F Nummer 113 Westnote an Moskau fertig London. Die Antwortnote der Westmächte an die Sowjetunion, die vierte seit Beginn des Notenwechsels über freie gesamtdeutsche Wahlen und Abschluß eines Friedensvertrages, ist fertiggestellt. Die britische, die amerikanische und die französische Regierung haben dem vorliegenden Entwurf zugestimmt. Die Note liegt jetzt der Bundesregierung in Bonn vor. Kartoffeleinfuhr zollfrei Bonn. Die Einfuhr von Kartoffeln unterliegt seit Montag keinem Zoll mehr. Der Bundesfinanzminister hat der Bundesregierung einen Verordnungsentwurf zugeleitet, der Zollfreiheit für frische Kartoffeln in der Zeit vom 15. September bis 31. Dezember 1952 vorsieht. Da die Verabschiedung des Entwurfs durch die Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften einige Wochen beanspruchen wird, sind die Zollstellen angewiesen worden, vom 15. September an den Zoll für frische Kartoffeln auf Antrag drei Monate ohne Sicherheit zu stunden. Sowjetische Truppen bleiben in Port Arthur Moskau. Sowjetische Truppen werden nach einer in Moskau zwischen der UdSSR und China abgeschlossenen Vereinbarung so lange in dem chinesischen Hafen Port Arthur bleiben, bis Japan mit der UdSSR und China Frieden schließt. Gleichzeitig hat sich die Sowjetunion bereiterklärt, die über 1600 km lange Tschangtschungbahn in der Mandschurei endgültig und ohne jede Entschädigungsansprüche an die Volksrepublik China zurückzugeben. Diese Vereinbarungen - bilden nach amtlicher sowjetischer Bekanntgabe das Ergebnis der •vierwöchigen Verhandlungen, die die chinesische Delegation unter Führung von Ministerpräsident und Außenminister Tschou En-Lai im Kreml führte. Wahrscheinlich getürmt Nürnberg. Gegen den ehemaligen Legationsrat Franz Rademacher ist erneut ein Haftbefehl erlassen worden. Es wird jedoch vermutet, daß er sich in Südamerika aufhält. Rademacher war vom Nürnberger Schwurgericht wegen Beihilfe an der Tötung von 1300 serbischen Juden zu einer Gefängnisstrafe von 3 Jahren und 5 Monaten verurteilt worden. Auf Antrag der Verteidigung war er Anfang August aus der Haft entlassen worden, da er Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe eingelegt hatte. Saarfrage nicht auf der Tagesordnung Kommt der vereinfachte europäische Paß? Straßburg. Die deutsche Saarbeschwerde wurde vom Ständigen Ausschuß der Beratenden Versammlung des Europarates nicht auf die Tagesordnung der Herbstsitzung in Straßburg gesetzt. Die deutschen Delegierten der Beratenden Versammlung des Europarats in Straßburg haben unter dem Vorsitz von Dr. Hermann P ü n d e r (CDU) einen kleinen Arbeitsausschuß gebildet, der sich mit der Frage befaßt, was nach der Ablehnung des deutschen Antrages durch den ständigen Ausschuß, die Saar- Politik — ganz kurz Die für Mittwoch vorgesehene Besprechung zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem stellvertretenden SPD-Vonsitzenden Erich Ollenhauer ist auf Donnerstag oder Freitag verschoben worden. Die C8U-Landesgruppe in der CDU/CSU- Bundestagsfraktion hat den Abgeordneten Hans Bodensteiner von ihren Sitzungen ausgeschlossen, da er sich in abträglicher Weise über die Politik der CDU/CSU-Fraktion geäußert habe. Der bayrische Ministerrat beschloß, die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) wegen Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes zu verbieten. Die drei Westmächte haben bei der sowjetischen Kontrollkommission wegen der außerordentlich langsamen Abfertigung der Lastwagen am Zonenübergang Helmstedt-Marienborn interveniert. Der amerikanische Hohe Kommissar Donnelly empfing am Dienstag führende Politiker der SPD zu einem Informationsgespräch. Bemühungen aus Kreisen der katholischen Kirche, die CDU und das Zentrum zu Wahlbündnissen bei den Gemeindewahlen in Nordrhein-Westfalen am 9- November zu veranlassen, sind gescheitert. Gegen die beabsichtigte Gebührenerhöhung bei der Deutschen Bundespost wandte sich am Dienstag die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels. Der amerikanische Gewerkschaftsbund AFL hat von den Westmächten die klare Versicherung gefordert, die deutsche Bundesrepublik nicht an ihrer West-, sondern an ihrer Ostgrenze zu verteidigen. Der persische Ministerpräsident Dr. Mossa- deq droht mit dem Abbruch der Beziehungen Persiens zu Großbritannien. Der, britische Luftmarschall Sir William; Fester kündigte an, daß die britischen Luft- ! Streitkräfte in der Bundesrepublik bereits im ! nächsten Jahr mit den neuesten Flugzeugen; ausgerüstet werden. .! beschwerde auf die Tagesordnung zu setzen, I geschehen soll und kann. j Der CDU-Abgeordnete Dr. Tillmanns wird einen von allen deutschen Delegierten in Straßburg Unterzeichneten Entwurf einer Saar-Entschließung direkt in der politischen Debatte der Beratenden Versammlung des Europa-Rates einbringen. In dem Entschließungsentwurf wird dem Wunsch Ausdrude gegeben, -daß an der Saar demokratische Verhältnisse hergestellt werden. Bei den kommenden Saar-Wahlen i müßten alle Mitglieder des Europa-Rates das Gefühl haben, daß diese Wahlen wirklich frei und fair sind. In Straßburg wird betont, daß die Initiative der deutschen Delegierten in keinem Zusammenhang mit der offiziellen deutschen Saarbeschwerde steht, die dem Ministerausschuß des Europa-Rates vorliegt. Der italienische Ministerpräsident und Außenminister DeGasperi sprach vor der Beratenden Versammlung in Straßburg die Hoffnung Bundeskanzler Dr. Adenauer hat die Vorsitzenden der drei deutschorientierten Parteien an der Saar — Christlich Demokratische Union (CDU), Deutsche Sozialdemokratische Partei (DSP) und Demokratische Partei Saar (DPS) — zu einer Aussprache Ober die gegenwärtige Lage im Saargebiet nach Bonn eingeladen. Unser Bild zeigt die drei Parteivorsitzenden (von links) Dr. Hubert Ney (CDU), Richard Bek- ker (DPS) und Kurt Conrad (DSP). aus, daß die Montanunion der Kern für eine „viel größere europäische Gemeinschaft sein wird, die sich um sie herum entwickelt“. Bonner parlamentarische Kreise rechnen damit, daß schon im kommenden Jahr zusammen mit den Bundestagswahlen die Wahlen für das erste europäische Parlament stattfinden können. Die Stellvertreter der Außenminister der Europastaaten haben in Straßburg Vorschläge für einen vereinfachten und standardisierten europäischen Paß erörtert. Am Freitag Empfang der Volkskammerdelegierten Lediglidi formelle Entgegennahme eines Schreibens Bonn. Bundestagspräsident Dr. Hermann Ehlers hat dem Präsidenten der sowjetzonalen Volkskammer telegrafisch mitgeteilt, daß er die Delegation der Volkskammer bereits am Freitag empfangen will. Ursprünglich war der Montag für den Empfang vorgesehen, doch hat Dr. Ehlers in dem Telegramm darum gebeten, ijin mit Rücksicht auf den Staatsbesuch des italienischen Ministerpräsidenten de Gasperi, der für Sonntag vorgesehen ist, schon am Freitag, um 17 Uhr, aufzusuchen. Die Volkskammer- Delegation will ein Schreiben zur Wiedervereinigung Deutschlands überreichen. Am Dienstag hatte im Palais Schaumburg eine mehrstündige Besprechung zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem Bundestagspräsidenten über den vorgesehenen Empfang stattgefunden. Den Besprechungen war ein Briefwechsel zwischen dem Bundeskanzler und dem Bundes-, tagspräsidenten vorausgegangen. Dr. Adenauer hatte in seinem Schreiben empfohlen, den Plau der Begegnung des Bundestagspräsidenten mit der Delegation der Volkskammer zu überprüfen, denn aus Äußerungen des stellvertretenden Sowjetzonen - Ministerpräsidenten Otto Nuschke gehe hervor, daß die Volkskammer- Delegation ihre Reise nach Bonn aus propagandistischen Erwägungen antrete. Auch falle die Begegnung mit der Sowjetzonen-Delegation mit dem Besuch des italienischen Ministerpräsidenten de Gasperi zusammen, wodurch die Bedeutung des Besuches des italienischen Staatsmannes in Bonn herabgesetzt würde. Dr. Ehlers hatte dem Bundeskanzler daraufhin mitgeteilt, daß er gemäß dem Beschluß des Präsidiums des Bundestages die Sowjetzonen- Delegation zur formellen Entgegennahme der von der Volkskammer gefaßten Entschließungen empfangen werde. Der Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfrak- tion. billigte den Standpunkt des Bundestagspräsidenten. Die gleiche Haltung nahm die Bundestagsfraktion der FDP ein, wogegen die SPD-Fraktion gemäß dem Beschluß des SPD- Vorstandes es ablehnt, die Delegation zu empfangen. Massenausbildung in Sowjetzone mit Waffen Audi die Mäddien und Frauen nicht verschont Berlin. In« allen Teilet» der Sowjetzone hat eine neue vormilitärische Massenorganisation für die waffenmäßige Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen unter dem Namen „Gesellschaft für Sport und Technik“ ihre Werbetätigkeit aufgenommen. Die Bildung dieser nach der sowjetischen militärischen Ausbildungsorganisation „Dosaaf“ aufgebauten Gesellschaft geht auf einen Beschluß der Sowjetzonenregie- rung vom 7. August zurück. Die staatlich gelenkte vormilitärische Organisation soll in der nächsten Zeit die Waffenausbildung der FDJ- Mitglieder, der nichtorganisierten Jugendlichen und der Erwachsenen übernehmen. Von der Volkspolizei-Hauptverwaltung sind der neuen Organisation dafür Schulungsmaterialien über die Bedienung modernster Waffen zur Verfügung gestellt worden. Für die „älteren Kollegen, die Werktätigen, besonders der volkseigenen Betriebe in Industrie und Landwirtschaft“, sollen Gliederungen der Gesellschaft für Sport und Technik die Organisationen werden, „in denen sie bei aktiver Teilnahme zum Schutz ihrer Betriebe und unseres Volkseigentums ihre Fähigkeiten erhöhen können.“ Bei der jetzt angelaufenen Werbe- die Möglichkeit gebe, „sich in der Bedienung von Flugzeugen, Schiffen, Motorrädern und Autos und vor allen Dingen am Gewehr zu üben.“ Zweigstellen der Gesellschaft für Sport und Technik sollen in allen volkseigenen Betrieben, Privatbetrieben, an den Hochschulen und Universitäten der Sowjetzone errichtet werden. Für die weiblichen Sowjetzonen-Einwohner sind in der Gesellschaft für Sport und Technik Ausbildungslehrgänge für Funkerinnen, 'Telegrafistinnen und Fernschreibe rinnen eingerichtet worden. Reinliche Scheidung Gerade in diesen Tagen vor einem Jahr unternahm die Sowjetzonenregierung einen ersten großen Vorstoß auf der mit Abwandlungen durehgehaltenen Linie, das dringendste Anliegen des ganzen deutschen Volkes, seine Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit, zu einem möglichst wirksamen Propagandamanöver für die eigene Außenpolitik bzw. die der Moskauer Auftraggeber zu machen. Leider hat die Politik der Bundesregierung in dem vergangenen Jahr in dieser Frage viel zu wenig Energie aufgebracht, so daß tatsächlich der Eindruck entstehen konnte und für viele Menschen auch leider entstanden ist, als sei der Osten in der Frage der Wiedervereinigung sozusagen federführend. Das Problem hat eine moralische und eine praktische Seite. Zum ersten ist es unmöglich, sich mit Leuten zusammenzusetzen, die Repräsentanten eines Terror-Regimes schlimmster Art sind. Der Hinweis, daß schließlich auch die Westmächte sich mit der Stalindiktatur ständig auf der politischen und diplomatischen Ebene auseinanderzusetzen haben, geht daneben. Denn in diesem Fall liegt eine Zwangsläufigkeit vor — bei beiden Gruppen handelt es sich um die einzigen vorhandenen internationalen Macht- ballungen, deren Vertreter, wenn sie nicht Krieg miteinander führen wollen, im Gespräch miteinander bleiben müssen. Den Herren aus der Pankower Residenz kann man diese Legitimation aus der Macht her nicht zuerkennen. Sie sind nach ihrem Verhalten weder Deutsche — weshalb schon der Ausdruck „gesamtdeutsche“ Gespräche irreführend ist — noch sind sie „Machthaber“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Sie sind höchstens Angestellte dieser Machthaber, noch dazu ohne Prokura. Sie sprechen allein für einen aufgeblähten Funktionärapparat in ihrei^ Zone. Sie sind in keiner Hinsicht legitimiert. Man solle die Delegierten aus Pankow „ausmanövrieren“, wenn sie kämen, man könne es sich nicht auf die Dauer leisten, einem solchen Gespräch aus dem Wege zu gehen, wenn man nicht in den Ruf kommen wolle, an der Wiedervereinigung uninteressiert zu sein, heißt es mitunter. Das treffe vor allem für die Bevölkerung der Sowjetzone ■'zu. Nun — Ernst Reuter und Franz Neumann sind sicher, erfahrene Kenner der Psychologie in der Sowjetzone. Sie sind ohne Vorbehalt gegen ein solches Gespräch, ja gegen jede Berührung, die als mittelbare Anerkennung dieses Regimes gedeutet werden könnte. Den Vertretern dieses Regimes aber kommt es gerade darauf an, irgendeine Anerkennung, und sei sie noch so mittelbarer Art, durch zuständige Stellen des Westens zu erhalten. Glaubt denn irgend jemand ernsthaft, daß etwa eine* überlegen argumentierende Gegenerklärung gegen die Verlautbarung der sowjetzonalen Funktionäre irgendeinen praktischen positiven Wert hat? In der Bundesrepublik weiß man ohnehin, was man von diesen deutschen Bürgern sowjetrussischen Glaubens zu halten hat. In der Sowjetzone aber wird man, wenn überhaupt, nur kümmerlichste Verzerrungen dessen zu Gesicht bekommen, was den Delegierten aus Pankow bei dieser Gelegenheit gesagt werden würde. Die Hauptsache aber wäre erreicht. Man war in Bonn, ist dort empfangen worden und — Nuschke hat der Hoffnung offen Ausdruck gegeben — ist auch etwas ins Gespräch gekommen, zumindest über die Presse. Das ist keine gute Politik. Der große und für Deutschland lebenswichtige Gedanke einer Wiedervereinigung unseres Landes wird durch die Berührung mit solchen Elementen nicht gefördert, ihm wird vielmehr schwerer Schaden zugefügt. Es geht hier nicht darum, gegensätzliche politische Auffassungen unter einen Hut zu bringen. Es geht um reinliche Scheidung. Die Große Strafkammer des Landgerichts Dortmund verurteilte den 27jährigen Erich Teschke und den 22jährigen Hans Breuckmann aus Essen, beide FDJ-Mitglieder, wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Versammlungsstörung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu je sieben Monaten Gefängnis. Das Gericht erhielt bisher etwa 3000 kommunistische Drohbriefe. Drohender Streik von 300000 USA-ßergarbeitern Washington. In den USA droht ein Streik von rund 300 000 Bergarbeitern. John L. Lewis, der Vorsitzende der Vereinigten Bergarbeitergewerkschaft in den USA, teilte mit, daß die Vertragsverhandlungen mit mehreren großen Bergbaugesellschaften in einer Sackgasse geendet hätten. Der Tarifvertrag der Bergarbeiter der Northern Soft Coal Producers Propaganda wird betont, daß die neue Sowjet- j läuft am kommenden Sonntag ab. Nach Lewis’ Zonengesellschaft allen Sowjetzonenbewohnem 1 traditionellem Grundsatz „ohne Vertrag keine Arbeit“, besteht die Möglichkeit, daß die Arbeiter am kommenden Montag in den Ausstand treten. Die Bundesregierung hat, wie Ministerialdirigent Werner Middelmann vom Bundesver- triebenenministerium in Genf erklärte, bis jetzt 25 Milliarden DM für den Unterhalt und die berufliche Wiedereingliederung der vertriebenen Deutschen aufgebracht. Donnerstag, 18. September 1932 Nummer 113 Unsere Meinung Mehr Planung wäre besser Die Tatsache, daß sich die Devisenguthaben der Bank deutscher Länder zur .Zeit aut rund vier Milliarden DM belaufen, hat vielfach, besonders aber im Ausland, zu einer völlig falschen Beurteilung unserer gegenwärtigen Außenhandelssituation geführt. Man starrt wie gebannt auf das westdeutsche’ Guthaben bei der Europäischen Zahlungsunion, das Ende August eine Höhe von 406 Millionen Dollar erreichte, und übersieht dabei, daß diese Zahlungsbilanzüberschüsse in erster Linie durch eine starke Verringerung der Einfuhren entstanden. Verfolgt man die Entwicklung der Importe ix> den letzten Monaten, so stellt man fest, daß diese von einem- Gesamtwert von 1,46 Milliarden DM im März dieses Jahres auf 1,12 Milliarden DM im Juni abgesunken sind. Zwar sind die Einfuhren im Juni wieder um 10 Prozent auf 1,24 Milliarden DM gestiegen, doch lagen sie noch immer um rund 200 Millionen DM oder 14 Prozent unter der durchschnittlichen Einfuhr des ersten Vierteljahres 1952. Dieser Importrückgang ist nicht frühzeitig genug erkannt und auch viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen worden. Vizekanzler Blücher hat erst in der vergangenen Woche in Frankfurt erklärt, das Einfuhrvolumen an Rohstoffen und Halbfertigfabrikaten sei in der ersten Hälfte dieses Jahres mengenmäßig fast genau so hoch gewesen wie die Einfuhr im Jahre 1950. Die westdeutsche Industrieproduktion ist jedoch in dieser Zeit um mehr als 20 Prozent gestiegen, so daß also eine gefährliche Verminderung der Vorräte stattgefunden haben muß. Hohe Devisenguthaben und... leere Rohstofflager kennzeichnen heute die wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik. Man sollte nicht warten, bis die Preise am Weltmarkt stark anziehen und dann durch teure Einfuhren wertvolle Devisen vergeuden, sondern umgehend Voraussetzungen für eine verstärkte Einfuhr zu günstigen Preisen schaffen, wobei besonders massierte Ausschreibungen zu vermeiden wären, da sie meistens zu Preiserhöhungen des Auslandes führen. Auch ein Abbau der Zölle für Rohstoffe und Nahrungsmittel läge im volkswirtschaftlichen Interesse. Neuorganisation der Bereitschaftspolizei Stuttgart. Nach der Zusammenfassung der Bereitschaftspolizei — ob sie einer „Direktion“ oder einem „Kommando“ unterstellt wird, steht noch nicht fest — wird es in Baden-Württemberg noch zwei Abteilungen mit drei Standorten geben: eine Abteilung in Göppingen und ejne Abteilung, aufgeteift auf Karlsruhe-Dur- lach und Freiburg. Die Bereitschaftspolizisten des früheren Landes Württemberg- Hohenzollem, die bisher noch In Biberach stationiert sind, werden von der Abteilung in Göppingen übernommen. Die bisherige südbadische Bereitschaftspolizei ic. Bad Dürrheim wird mit der Abteilung in Karlsruhe-Durlach vereinigt. Die Einheiten der Bereitschaftspolizei Baden- Württembergs werden insgesamt etwa 1400 Mann umfassen. Im Innenministerium wird zur Zeit erwogen, ob zusätzlich noch eine Schulabteilung eingerichtet werden soll. Neuaufbau der deutschen Luftfahrtindustrie Zunächst Beginn mit Lizeazbau für ausländische Firmen Düsseldorf. Ein Verband der deutschen Luftfahrtindustrie, der auf industriellem und technischem Gebiet den Weg für eine neue deutsche Luftfahrtindustrie ebnen will, ist in Düsseldorf gegründet worden. Präsident des Verbandes ist Dr-.Ing. Dr. jur. F. Jastrow, der den alten Verband der Luftfahrtindustrie vor 1933 mit aufgebaut hat. In einer Pressekonferenz in Düsseldorf gab Dr. Jastrow bekannt, daß die künftige deutsche Luftfahrtindustrie zwar mit dem Lizerizbau für ausländische Firmen beginnen, aber dock im Laufe der Zeit zu einer eigenen Produktion kommen werde. Verhandlungen hätten ergeben, daß mehrere ausländische Hersteller bereit seien, deutschen Herstellern Lizenzen zu geben. Welche deutschen Firmen wieder Flugzeuge hersteilen werden, konnte Dr. Jastrow noch nicht mitteilen. Mehrere Flugzeugbauer hätten infolge der Nackenschläge, die sie erlitten, keine Neigung mehr dazu. Nach Jastrows Worten sind Bestrebungen im Gange, die Werke, die Flugzeuge und Flugzeugteile konstruieren wollen, entweder zu einer losen Arbeitsgemeinschaft oder zu einer Vereinigung in Form einer juristischen Person zusammenzufassen. Auch eine europäisch« Zusammenarbeit werde zwangsläufig kommen müssen, weil die einzelnen Länder in Europa allein nicht ln der Lage seiep, mit den modernsten Errungenschaften auf die Dauer Schritt zu halten. Vor kurzem sei eine Vereinigung der europäischen Luftfahrtindustrie gegründet worden, über die in Kürze Einzelheiten bekanntgegeben würden. Zur Frage der Investitionen erklärte Dr. Jastrow, man müsse am Anfang mit etwa 60 Millionen DM rechnen, womit 30 000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Die erforderlichen Fachleute seien Vorhanden. Er hoffe, sagte Jastrow, daß die deutschen Konstrukteure und Forscher, die nach dem Kriege im Ausland gearbeitet haben, nach Deutschland zurüdfckehren, wenn die Luftfahrtindustrie wiederaufgebaut werde. Nur die Sonderausgaben, nicht die Werbun&skosten Schaffer gegen einen Bnndesratsbesdilnfi Bonn. Bundesfinanzminister Schäffer hat sich mit der im Bundesrat vorgeschlagenen Erhöhung der Lohnsteuerfreibeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben nicht einverstanden erklärt. In einer Sitzung mit den Länderfinanzministern hat er einen eigenen Gesetzentwurf angekündigt, durch den nur der i Freibetrag für Sonderausgaben um 156 DM jährlich auf 624 DM erhöht werden eoll. Der Freibetrag für Werbungskoeten soll bei 312 DM im Jahr bleiben. Die Länderfinanzminiater hatten sich auf einen Entwurf geeinigt, durch den Werbungskosten und Sonderausgaben zusammen um 312 DM auf 1092 DM erhöht werden sollten. Sie wollten dadurch die Vielzahl der Anträge auf Anerkennung relativ niedriger Werbungskosten und Sonderausgaben überflüssig machen und die Finanzämter entlasten. Schäffer will auch nicht den Vorschlag verwirklichen, für Nebeneinkünfte Lohnsteuer- pflichtiger einen allgemeinen Freibetrag von jährlich 600 DM zu bewilligen. Zur Zelt sind Nebenverdienste nur dann steuerfrei, wenn ihr Gesamtbetrag 600 DM nicht überschreitet. Verfassungsartikel über Stellung des Abgeordneten Der Vorstand der Vereinigung der Ortskrankenkassenverbände, der 44 Verbände des Bundesgebietes angehören, lehnt die vom deutschen Ärztetag erhobene Forderung nach absoluter Schweigepflicht der Ärzte ab, Beilagenhinweis Unterer heutigen Ausgabe liegt eine Wettzah’harte zum 8. Wettbewerb des Bayerischen FußbaU-Totoi bei, die wir der Beachtung unserer Leser empfehlen. Stuttgart. Der Verfassungsausschuß der Verfassunggebenden Landesversammlung f. Baden- Württemberg verabschiedete am Dienstag sechs Artikel des Verfassungsentwurfes der Regierungskoalition, die den Schutz des Abgeordneten in der Öffentlichkeit, seine Immunität und sein Zeugnisverweigerungsrecht, den Anspruch des Abgeordneten auf eine seine Unabhängigkeit sichernde Entschädigung und schließlich die Mandatsablehnung und -aberkennung festlegen. In einigen Punkten berücksichtigte der Ausschuß die Vorschläge des CDU-Verfassungs- entwurfes. In dem Artikel über die Indemnität, wonach der Abgeordnete wegen Äußerungen im und außerhalb des Landtages nicht gerichtlich oder dienstlich verfolgt werden darf, wurde der Satz des Regierungsentwurfes „dies gilt nicht für verleumderische Beleidigung“ gestrichen. Der Ausschuß machte sich die Auffassung der CDU zu eigen, daß der Abgeordnete auch in einer öffentlichen Versammlung schutzwürdig sei, und nicht gleich wegen einer „saftigen“ Bemerkung, zu der ihn die Atmosphäre des politischen Kampfes hinreißen könnte, zur Rechenschaft gezogen werden dürfe. Den Artikel über die Immunität des Abgeordneten erweiterte der Ausschuß mit der Bestimmung, daß auch im Falle einer Schutzhaft die Genehmigung des Landtages vorliegen muß. Ohne politische Betätigung geht es nicht Christian Fett© vor dem Gewerkschaftstag der IG Metall Stuttgart. Auf dem zweiten Gewerkschaftstag der JG Metall in Stuttgart bezelchnete der DGB- Vorsitzende Christian Fette die Ansicht, daß die Gewerkschaften keine politische Konzeption haben dürften, als einen Irrglauben. „Wir müssen uns mit der Politik beschäftigen, weil sich die Politik mit uns beschäftigt“. Die Gewerkschaften müßten weit mehr als bisher politisch aktiv werden und sich einen gebührenden Einfluß in Staat und Wirtschaft sichern. Zu einer Zeitungsnotiz „Storch droht dem DGB mit dem Kartellgesetz“, erklärte Fette, wenn sich der Bundesarbeitsminister tatsächlich in diesem Sinne geäußert habe, so bedeute dies eine Kriegserklärung gegen die Gewerkschaftsbewegung. Gegen die Behauptung, daß die Gewerkschaften einen undemokratischen Weg gehen, wandte sich der Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Dr. Hermann Veit. Die Gewerkschaft habe die Mehrheit, der arbeitenden Menschen hinter sich, könne also gar nicht undemo- kratisch handeln. Victor Reuther von der amerikanischen Gewerkschaftsorganisation CIO sagte den deutschen Gewerkschaftlern die Unterstützung im Kampf um das Mitbestimmungsrecht zu. Kredit für Kehl bedroht Stuttgart Der Ministerpräsident von Baden - Württemberg, Dr. Reinhold Maier, teilte mit daß ln letzter Stunde versucht werde, den im Etat des Bundes für die notleidende Stadt Kehl eingestellten Fünfmillionenkredit zugunsten des Landes Rheinland-Pfalz um eine Million zu kürzen. Die Regierung des neuen "Bundeslandes habe sofort alle Schritte dagegen unternommen. Dieser Vorgang müsse als eine ausgesprochene Unfreundlichkeit gegen Baden-Württemberg angesehen werden, das ln den letzten Monaten auf die Bundespolitik weitgehend im Sinne des Ausgleichs gewirkt habe. Neue Konflikte mit Marcello Kehl. Der Landrat des Kreises Kehl, B echtold, hat den Kehler Bürgermeister Dr. Emst Marcello vorläufig vom Dienste suspendiert. Vor Pressevertretern jjab Bechtold bekannt, daß sich das Landratsamt als Aufsichtsbehörde in diesem Falle auf eine Bestimmung der Bad. Gemeindeordnung stützt, wonach die Aufsichtsbehörde ermächtigt ist, «die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um den geordneten Gang der Verwaltung einer Gemeinde aufrecht zu erhalten. Angesichts der erneuten Auseinandersetzungen zwischen Bürgermeister und den Stadträten in den letzten Wochen, habe sich das Landratsamt zu dieser Maßnahme gezwungen gesehen, um die gerade in Kehl so dringend notwendigen Voraussetzungen für sachliche und ruhige Zusammenarbeit innerhab des Stadtrates wieder zu schaffen. Wie Bechtold mitteilte, wird während der Dauer der Suspendierung Dr. Marcellos eine eingehende Untersuchung aller gegen den Bürgermeister erhobenen Anschuldigungen vorgenommen. Dr. Maier zum Betriebsverfassungsgesetz Stuttgart. Ministerpräsident Dr. Maier äußerte auf einer Pressekonferenz zum Betriebsverfassungsgesetz des Bundes die Auffassung, daß nach der Verkündung die Betriebsverfassungsgesetze der drei ehemaligen Länder des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg außer Kraft gesetzt werden mit Ausnahme der Punkte, die das Betriebsverfassungsgesetz des Bundes nicht regelt. Damit würden die Betriebsverfassungsgesetze in den ehemaligen Ländern Württemberg-Baden und Württemberg-Hohen- zollern vollständig außer Kraft treten, im ehemaligen Land Baden (Südbaden) dagegen die Bestimmungen über den öffentlichen Dienst voraussichtlich bis zur^ Verkündung des Per- sonalvertreturigsgesetzes weitergelten. Eine neue Aufgabe für Dr. Schühly Stuttgart. Die Regierung r )aden-Württem- bergs beschloß, den früheren Innenminister von Baden, Professor Dr. Alfred Schühly, der zur Zeit als Ministerialdirektor in der Abwicklungsstelle des Badischen Ministeriums des Innern arbeitet, zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs in Freiburg zu ernennen. Wie wird das Wetter? Ein Sturmtief liegt zur Zelt über MltteHkandina* vien, auf dessen Rückseite strömt Kaltluft über Irland und Großbritannien weiter nach Süden, so daß der Hochdruckeinfluß ln Mitetleuropa rasch absinkt. Aussichten bis Freitagabend: Zunächst noch schö- • nes Herbstwetter, tagsüber verhältnismäßig noch sehr warm und trocken. Ab Donnerstag Bewölkungszunahme, wieder kühler und vermutlich auch Regenfälle. auffrischende Winde aus Nordwest. Herausgeber: Ring Druck und Verlag GmbH., Freiburg ♦ Br. Kalser-Joseph-Straße 229. Fernruf 2816 und Villingen t Schw Klosterring 1 Fernruf 2361 Chefredaktion: O Fischer Verlagsleitung: A Höcklin Druck: Universitätsdruckerei Poppen & Ortmann. Freiburg 1 Br . und Ring Druck Villingen 1. Schw. steinezne G6ll6btG Roman von Otto Lutz Copyright by Dr. Pani Herzog, Tübingen 15 „Und warum können Sie mir nicht selbst den Grund Ihres Hierseins erklären?“, fragte sie noch immer unruhig. Er zögerte mit seiner Antwort. „Ich möchte vorerst noch nicht darüber reden“, sagte er schließlich ausweichend. „Ich kann mich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben, Herr Doktor.“ „Ich versichere ehrenwörtlich, gnädige Frau, mein hiesiger Aufenthalt steht lediglich mit einer geschäftlichen Angelegenheit Ihres Gatten im Zusammenhang.“ „Meinen Sie die Expedition?“ „Sie sind informiert?“, fragte er erleichtert. „Wie Sie sehen“, erwiderte sie. „Überrascht Sie das so sehr?“ „Durchaus nicht. Ich bin mir nur im Zweifel, ob ick trotzdem mit Ihnen darüber sprechen kann.“ „Ich übernehme die Verantwortung vor meinem Mann“, sagte sie kurz. „Es ist mir nicht um die Verantwortung zu tun, die trage ich gern allein. Ick bin jedoch erst am Anfang meiner recht heiklen Aufgabe, und sie ist äußerst schwierig. Darf ich eine Frage an Sie richten, gnädige Frau?“ „Bitte!“ „Kennen Sie den Namen des Herrn, der die Expedition führen soll?“ „Je, Professor Kelterborn. Suchen Sie ihn etwa hier?“, fragte sie ironisch. Keßling hatte ihren ironischen Ton sehr genau gehört. „Der Gedanke, Professor Kelterborn hier zu suchen, mag absurd sein“, entgegnete er, „aber er befindet sich tatsächlich im Sanatorium Hergesthal.“ Charlotte Marolt stieß ungeschickt an Ihre Handtasche, daß sie zu Boden fiel. Keßling bückte sich, sie aufzuheben. So entging ihm die jähe Röte, die Charlotte ins Gesicht gestiegen war. Als er ihr die Tasche überreichte, war sie wieder blaß wie zuvor. „Ich bin gerade dabei, zu erfahren“, fuhr Keßling fort, „ob er sich aus gesundheitlichen Gründen hier aufhält, oder ob andere Erwägungen eine Rolle spielen. Das Sanatorium des Professors Strogies scheint ein recht eigentümliches Institut zu sein: es besitzt in gewissen Kreisen einen sonderbaren Ruf. Ich habe mir sagen lassen, daß man nur auf Grund sehr persönlicher Empfehlungen aufgenommen wird. In Hergesthal scheint man nickt nur Nervenkranke, sondern auch ganz andere Dinge zu pflegen ..." Keßling machte eine kleine Pause. Frau Marolt hatte Jenen seltsamen, abwesenden Ausdruck in den Augen, der Ihren Mahn schon so oft irritiert hatte, und der auch Keßling jetzt verwirrte. „Verzeihen Sie, gnädige Frau, ick ermüde Sie gewiß mit meiner Erzählung?“, fragte er vorsichtig. Sofort hatte sie sich wieder in der Gewalt. „Nein, nein, im Gegenteil. Erzählen Sie bitte weiter.“ Sie lächelte sogar, und dieses Mal durchaus nicht ironisch, wie Keßling feststellte, „Viel mehr habe ich bis jetzt nicht ermitteln können. Alles, was ich von außen beobachten konnte — dabei hat mir ein Fernglas erhebliche Dienste geleistet — bekräftigt allerdings die Andeutungen, die mir ein Herr über das merkwürdige Sanatorium gemacht hat. Es scheint in der Tat der Treffpunkt einer höchst bemerkenswerten internationalen Gesellschaft zu sein.“ „Doch nicht etwa verbrecherischer Elemente?“ Keßling lächelte. „So möchte ich diese Herrschaften nicht bezeichnen. Ihre Tätigkeit ist schwer zu definieren. Sie sind an allen möglichen Unternehmungen beteiligt, besitzen ln allen Weltteilen Konzessionen über erschlossene und unerschlossene Gebiete, die sie sich gegenseitig abjagen, finanzieren auch gelegentlich Aufstände, wenn de sich einen Gewinn davon versprechen. In jeder Hinsicht sehr rege Herrschaften. Gewiß auch nicht ungefährliche. Ungefügen Gegnern drohen sie allerdings nicht mit der Pistole, sie bedienen sich zivilisierterer Methoden, sie schnüren ihnen den Kredit ab. Herrn Professor Kelterborn in dieser erlauchten Gesellschaft zu finden, Ist für das geplante Unternehmen Ihres Gatten recht bedenklich ... “ „Sie wissen bestimmt, daß er dort ist?“ „Es besteht kein Zweifel, ich habe ihn sowohl gestern als auch heute mit eigenen Augen gesehen.“ Frau Marolt schwieg. Sie saß unbeweglich und starrte auf den künstlichen Blumenstrauß in der Vasa vor sich. Dann tat sie etwa«, was sie noch nie getan hatte: sie bat Keßlinn um eine Zigarette. Sie war eine ungeübte Raucherin, ihre nervösen Finger zerdrückten das Papier, daß der Tabak heraussickerte. Keßling war froh, daß sie keine weiteren Fragen stellte. Er verdankte seine Entdeckung einem Zufall, einer kleinen Unachtsamkeit Kelterborns, und Keßhngs erstaunlicher Kombinationsgabe war es überraschend schnell gelungen, von Bukarest aus K'elterboms Sour aufzunehmen. Bevor Frau Marolt die nächstlie- gende Frage an ihn richten konnte, woher er sein Wissen um all diese Dinge bezog, lenkte er diplomatisch das Gespräch in eine andere Richtung. „Darf ick fragen, ob Sie schon oben im Sanatorium waren, gnädige Frau?“ Sie erzählte Ihm, durch ein Versehen des Büros sei ihre Ankunft erst für morgen vornotiert gewesen, und da im Augenblick sämtliche Zimmer belegt wären, könne sie erst morgen einziehen. „Ich werde aber nur kurze Zeit bleiben und dann mit meiner Mutter nach Berlin zurückfahren. Und was wollen Sie weiter unternehmen?“ „Ich warte die Instruktionen Ihres Gatten ab; ich nehme an, er wird mich morgen hier anrufen. Falls ich Ihnen irgendwie in der Angelegenheit Ihrer Frau Mutter behilflich sein kann, stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.“ Frau Marolt glaubte jetzt zu wissen, daß sie Keßling unrecht getan hatte; sie verstand jetzt auch Ihren Mann, der sich wirklich keinen besseren Privatsekretär wünschen konnte. Dennoch fiel es ihr ungemein schwer, ein paar entschuldigende Worte über ihr vorheriges Benehmen zu sagen. Ein Rest Argwohn blieb trotz aller Einsicht übrig. „Ich glaube nicht, Herr Doktor, daß es nötig sein wird. Für alle Fälle weiß ich aber, daß ich Sie hier erreichen kann.“ Sie stand auf, um sich zu verabschieden „Ick erwarte morgen vormittag um elf Hern Professor Strogies hier. Richten Sie es nach Möglichkeit ein, Ihm nicht zu begegnen.“ „Ick bin Ihnen sehr dankbar für_diesen Hinweis.“ „Wenn Sie morgen mit meinem Mann telefonieren, sprechen Sie vorläufig nicht davon, daß wir uns hier begegnet sind. Es dürfte schließlich irgend jemand etwas hören, und das dürfte für Ihre Mission hier gewiß nicht angenehm sein ... Mein Mann wird Ihre Ermittlungen gewiß nicht weniger bewundern als ich, Herr Doktor.“ So hatte sie sich zum Schluß doch noch ein Kompliment für Keßling abgerungen. Als sie gegangen war, blieb er noch eine Zeitlang sitzen. Er rekapitulierte das ganze Gespräch mit ihr noch einmal und begann dann eifrig, sich Notizen zu machen. Da war ihm einiges, auf gefallen. (Fortsetzung folgt) > Nummer 1H Donnerstag, 18. September 1988 Blitzlichter aus aller Welt Fliegende Untertassen Neuyork. 100000 Dollar hat der amerikanische Millionär und Flieger Milton Reynolds demjenigen geboten, der ihm zu einem Flug mit einer „Fliegenden Untertasse“ verhütt. 25 000 Dollar will er jedem zahlen, der ihm einen Beweis liefert, daß „Fliegende Untertassen“ tatsächlich existieren. Genf. Die Behauptung, es gäbe keine „Fliegenden Untertassen“, wurde am Montag in Genf eindeutig widerlegt. Eine Untertasse kam auf Befehl des britischen Zaubererkönigs Cleaver aus einer Schachtel, bewegte sich rotierend und dem Willen des Zauberers folgend durch den Saal und kehrte in die Schachtel zurück. Es war einer der sensationellsten Tricks auf dem Jahreskongreß von dreihundert Zauberern aus fünfzehn Ländern. Launen der Natur San Diego (Kalifornien). Auf der unbewohnten mexikanischen Insel San Benedipto im Stillen Ozean hat sich ein Vulkan gebildet. Als jüngster tätiger Vulkan der Welt stößt er alle 20 Minuten Wolken von Gas und dunklem Rauch aus. Guam. Die westpaziflsche Insel Wake wurde am Dienstag von einem schweren Taifun heimgesucht, der nach ersten Berichten fast sämtliche Bauwerke der Insel dem Erdboden gleidigemachl und alle Verbindungen Wakes mit der Außenwelt abgeschnitten haben soll. Unfallserie ohne Ende Constantine. In der Nähe von Djidjelli in Algerien stürzte am Montag ein Autobus einen Abhang hinunter. Fünfzehn Tote und einunddreißig Verletzte sind zu beklagen. Zürich. Auf der Straße von Zürich nach Winterthur forderte ein schwerer Kraftwagenunfall in der Nacht zum Sonntag drei Tote. In einer Kurve wurde ein mit hohdr Geschwindigkeit fahrender, voll besetzter Kraftwagen aus der Bahn geschleudert und prallte mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. London. Zwei „Anson“-Flugzeuge der RAF stießen am Montag über der britischen Grafschaft Essex in der Luft zusammen. Beide Piloten wurden getötet. Eine der Maschinen schlug brennend in unmittelbarer Nähe einer Eisenbahnbrücke auf, die andere stürzte in einen Garten. Arbeit für die Polizei Kopenhagen. Der dreizehnjährige Poul Helge Larsen aus Ortved auf Seeland versuchte am Dienstag aus Eifersucht, den Freund seiner Mutter mit einem Jagdgewehr zu ermorden. Er legte sich auf die Lauer, als der Mann zur Arbeit fahren wollte, und feuerte zwei Schüsse auf ihn ab. Der Mann erhielt einen Brustschuß. Sein Zustand wird als ernst bezeichnet. Der jugendliche Schütze verschanzte sich nach der Tat in der Wohnung, so daß ihn die Polizei mit Gewalt herausholen mußte. Siegen. Als ein junges Ehepaar in einem Uhrengeschäft beim vorgetäuschten Kauf eine Uhr gestohlen hatte, gab es Arbeit für die Polizei. Zusammen mit Angestellten des Geschäfts und einer immer größer werdenden Menschenmenge verfolgte sie das Betrügerpaar, konnte es aber erst erwischen, als die Frau ihren Absatz verlor. Trier. Gegen zwei frühere Wachleute der Haftanstalt Trier ist Anklage wegen schwerer Dienstverfehlungen erhoben worden. Die Aufseher werden beschuldigt, auf einem Außenkommando der Strafanstalt bei Konz im Kreis Saarburg jahrelang mit den Häftlingen gemeinsame Trinkgelage und Skatrunden veranstaltet zu haben. Angst vor der besseren Hälfte Lichfield (USA). Der wegen Desertation ange- klagte Soldat Corbelius C. Knight erklärte vor Gericht zu seiner Entlastung, er sei aus Verzweiflung geflüchtet, weil er erfahren hatte, daß seine am Vortage geehelichte und angeblich 30 Jahre alte Gattin in Wahrheit 51 Lenze zählte. Mr. Knight selbst ist erst 22 Jahre alt. Chilliwak (USA). „Ich möchte ins Gefängnis, um meinem wütenden Ehemann zu entgehen“, erklärte Mrs. Edna Fenton dem Wachhabenden der Polizeistation. „Was muß ich dazu tun?“ — „Zum Beispiel mir eine Ohrfeige hauen“, antwortete der Polizist. Mrs. Fenton tat es und bezog für eine Nacht die Arrestzelle. 'Medizinisch interessant Wien. Zu einem schnellen Ende kam vor einem Wiener Gericht die Verhandlung gegen den 24jährigen Einbrecher Eduard Moser, als der Angeklagte erklärte, er habe sich im Polizeigefängnis mit dem Absatz eines Schuhes sechs Nägel in den Kopf getrieben. Moser wurde Hals über Kopf ins Krankenhaus gebracht, wo man tatsächlich sechs Nägel aus seiner Schädeldecke entfernte. Nach Ausheilung seiner Wunden soll er zunächst vom Nervenarzt untersucht werden. Nashville (Tennessee).. Die dreizehnjährige Eugene King wurde in einer Frauenklinik von Nashville von einem 3,9 Kilogramm schweren Mädchen entbunden. Eigentlich hätte sie die Räume der Klinik gar nicht betreten dürfen, da Kindern unter vierzehn Jahren der Zutritt verboten ist. Frau King verließ vor einem Jahr die Schule und heiratete einen achtzehnjährigen Garagen wärter. Sollen die Kaiserstfihler zu Fuß gehen? Südbaden bemüht sich um den Fortbestand der Privatbahnen Donaneschingen—Furtwangen, Zell—Todtnau und der Kaiserstuhlbahn Freiburg. Die Regierung von Baden-Württemberg wird bald über das Schicksal der drei Privatbahnen in Südbaden entscheiden, deren Konzession am 31. Dezember dieses Jahres abläuft. Es handelt sich um die Kaiserstuhlbahn Riegel—Breisach und Riegel—Gottenheim, die Bregtal- bahn Donaneschingen—Furtwangen und die Schmalspurbahn Zell—Todtnau. Alle diese Bahnen gehören der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft in Essen. Diese Gesellschaft will einer Verlängerung der Konzession nicht beantragen, weil die Bahnen unrentabel sind und im Jahre 1951 ein Gesamtdefizit von über einer halben Million DM aufgewiesen haben. Nun besteht die Gefahr, daß diese drei Bahnen am Ende des Jahres stillgelegt werden, wenn sie nicht von einem anderen Unternehmen betrieben werden. Die Bundesbahn hat die Übernahme aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Nach den Konzessionsbedingungen ist das Land Baden-Württemberg zwar berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Bahnen gegen Zahlung einer Kaufsumme oder Entschädigung selbst zu übernehmen. Wie vom Regierungspräsidenten in Freiburg mitgeteilt wird, hat Südbaden in seinen Vorschlägen zur Lösung dieses Verkehrsproblems darauf hingewiesen, daß die Übernahme der drei Bahnen in eigene Regie des Landes billiger wäre als ein der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft zur Deckung des jeweiligen Defizits ausgestellter Blanko-Wechsel. Am zweckmäßigsten wäre es nach den südbadischen Vorschlägen, wenn eine andere private Eisenbahngesellschaft, die bereits mit staatlichem Kapital arbeite, den Betrieb der drei Bahnen übernehmen würde. In Freiburg hat man dabei an die Mittelbadische Eisenbahn-AG. in Lahr gedacht. Durch. den Wegfall des Verwaltungspersonals für die drei Bahnen bei der Direktion der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Darmstadt könnten nach Auffassung der zuständigen südbadischen Verkehrsbehörden 180 000 DM im Jahr eingespart werden. Weitere Einsparungen könnten auch durch Rationalisierungsmaßnahmen wie Zusammenlegung von Werkstätten und anderem erzielt werden, so daß das Defizit für das Land erträglich wäre. Da bei der Bregtal-Bahn und der Bahn Zell- Todtnau der Güterverkehr eine größere Rolle spielt und das Verhältnis zwischen dem rentablen Zivilverkehr und dem unrentablen Berufsverkehr einigermaßen günstig ist, dürfte sich ein finanzieller Ausgleich erzielen lassen. Problematischer ist dagegen die Lage der Kaiserstuhl-Bahn, deren Güterverkehr unbedeutend und deren Berufsverkehr unverhältnismäßig hoch ist. Prinzessinnen, die Königin werden wollen Hannelore Adler aus Bahlingen wurde Kaiserstühler Weinprinzessin Oberrotweil. Abschluß und Höhepunkt des Kaiserstühler Weinfestes in Oberrotweil war am Montag die Wahl der Kaiserstühler Weinprinzessin. Nochmals hatten Tausende von Besuchern aus nah und fern Gelegenheit, den bereits am Sonntag gezeigten Umzug der Kaiserstühler Winzer zu bewundern, die durch die zum Teil künstlerischen Wagen und durch originelle Einfälle hier wirklich etwas Außergewöhnliches geschaffen haben. Nochmals herrschte in den engen Straßen der idyllischen Stadt ein geradezu beängstigender Verkehr von Fahrzeugen, Fuhrwerken, Motorrädern, Fahrrädern und Fußgängern. Mit Ruhe und Humor aber wurden auch diese Schwierigkeiten gemeistert, und die zahlreichen Polizisten mußten nur in den seltensten Fällen von ihrer amtlichen Würde Gebrauch machen. Gemütlich, lustig und fidel ging es in dem überfüllten Weinzelt auf der Festwiese zu, in dem der würdige Akt der Wahl der Kaiserstühler Weinprinzessin steigen sollte. Mit starkem Beifall wurde die Badische Weinkönigin Irmgard Ehmlinger aus Kirchhofen be-, grüßt. Sie hatte es sich nicht nehmen lassen, an diesem ereignisreichen Tag mit ihrem Gefolge persönlich zu erscheinen. Auch waren die Gemeinden des Kaiserstuhls überaus zahlreich vertreten, was der Bezirksvorsitzende des Badischen Weinbauverbandes, Koch, Bickensohl, in seiner Begrüßungsansprache besonders zu würdig«! verstand. Immerhin sei der Kaiserstuhl, so betonte er, eines der bedeutendsten Weinbaugebiete in Baden, und die Bevölkerung habe beim Kaiserstühler Weinfest bewiesen, daß sie dies zu schätzen wisse. Etwas schüchtern noch und ungewohnt des großen Trubels, stellten sich dann die zwanzig Bewerberinnen um den Titel der Kaiserstühler Weinprinzessin unter starkem Beifall der Zuschauer vor. Etwas schüchtern zum Teil flüsterten sie ihr Sprüchlein über den Lautsprecher, um den weinfrohen Gästen etwas über den Wein und den Kaiserstühler Wein im besonderen zu erzählen. Im Hintergrund blickten die zwölf vom Weinbauverband bestimmten Wahlmänner, der Würde ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewußt, in die Runde, während die Vorstellungszeremonie vonstatten ging. Es war auch wirklich schwer, unter zwanzig jungen und auch recht hübschen Bewerberinnen nun die geeignetste herauszufinden, denn die Chancen gingen so ziemlich auf. Nun, die Wahlmänner haben diese Schwierigkeit dann auch restlos unterstrichen. Immerhin spannten sie die Zuschauer eine gute Stunde auf die Folter, bis sie sich entschieden hatten. Zwischendurch hatte die Musik und der Organisator des Weinfestes, Burkart, alle Hände voll zu tun, das erwartungsvolle Menschengewühl zu beruhigen. Und dann war. es endlich so weit. Unter den zwanzig Bewerberinnen wurden fünf ausgewählt, die den Kaiserstuhl bei der Wahl der neuen Badischen Weinkönigin im Oktober in Offenburg vertreten werden. Mit den meisten Punkten schoß die hübsche Hannelore Adler aus Bahlingen den Vogel ab und wurde Kaiserstühler Weinprinzessin. Ihr folgten Toni Eberenz aus Jeehtingen, Hedwig Sacherer aus Oberrotweil, Hildegard Müller und Irene Götz aus Ihringen. Glückstrahlend ob ihres Erfolges stellte sich die neue Weinprinzessin dem Kreuzfeuer der Fotografen. Kaum konnte sie die vielen Glückwünsche, die ihr von Freund und „Feind“ dargebracht wurden, verdauen. Daß Hannelore Adler aus Bahlingen — einem Gebiet, in dem eigentlich nicht einmal der beste Kaiserstühler wächst — sich ihrer neuen Würde und vor allem ihrer Aufgaben um die Werbung für den Wein, und hier insbesondere für den badischen Wein bewußt ist, unterstrich sie in ihrer einwandfrei aus dem Stegreif gehaltenen „Krönungsrede“, die ihren Abschluß in dem kurzen Vers fand: „Trinket, solange der Becher winkt, nützet die Tage. Ob ihr im Jenseits auch noch trinkt, das ist die Frage.“ Neue Mittel für Landwirtschaftsmaschinen 16 Millionen DM ERP-KTredit für gemeinschaftlichen Maschineneinsatz Anfang 1952 wurden für die Landwirtschaft ERP-Mittel zur Zinsverbilligung von Krediten für die Bildung von Schlepper- und Mähdrescher-Gemeinschaften bereitgestellt. Es sollte damit erreicht werden, daß klein- und mittelbäuerliche Betriebe Gem'einschaftsmaschinen einsetzen, da die für sie passenden Kleinschlepper noch nicht in der geeigneten Form und zu einem tragbaren Preise zur Verfügung stehen. Durch den gemeinschaftlichen Einsatz soll die finanzielle Belastung der einzelnen Betriebe in erträglichen Grenzen gehalten werden. Das Interesse für dieses Maschinen-Gemein- schaften war seitens der Landwirtschaft überraschend groß. Während ursprünglich damit gerechnet wurde, daß die dafür ausgesetzten Kredite erst im Laufe von zwei Jahren abfließen würden, haben in drei bis vier Monaten nach Anlauf der Förderungsmaßnahmen schon 65 bis 75 Prozent der möglichen Schleppergemeinschaften und 100 Prozent der möglichen Mähdrescher-Gemeinschaften gestanden. Dieses große Interesse der Bauern für diese Kreditaktion war der Anlaß für die erneute Bereitstellung von 16 Mülionen DM ERP-Kre- dit für Maßnahmen zur Förderung der Mechanisierung über gemeinschaftliche Maschinen- anwendung. Diese neuen Kredite stehen ab sofort zur Verfügung. Sie haben eine Laufzeit bis zu 3, höchstens bis zu 6 Jahren und müssen mit 6 Prozent verzinst werden. Die Kredithöhe beträgt bis zu 50 Prozent der Kauf summe. . Die Kredite für Schlepper werden nach den bisher für Schleppergemeinschaften geltenden Richtlinien in klein- und mittelbäuerliche Betriebe gegeben. Darlehen für den Ankauf von Mähdreschern erhalten wie bisher Gemeinschaften von Bauern, außerdem jetzt auch einzelne Lohnunternehmer und Genossenschaften. Weiterhin sind die Kredite zur Anschaffung von Ergänzungsmaschinen zu vorhandenen Schlepper- und Mähdrescher-Gemeinschaften bestimmt. Die Gewährung der Kredite erfolgt durch die örtlichen Banken. Da die Geldmittel bis Ende November 1952 mit Einzelanträgen belegt sein müssen, ist für Schlepper- und Mähdrescher-Gemeinschaften baldige Beantragung bei den Hausbanken unter Einschaltung der landwirtschaftlich«! Kreditdienststellen notwendig. V er braucher- W oche der Konsumgenossenschaften Unter dem Leitspruch „Es bleibt dabei, der Konsum hilft!“ veranstalten die deutschen Konsumgenossenschaften in der Zeit vom 14. bis 21. September ihre Verbraucher-Woche. Sie wollen während dieser Woche nicht nur für die Idee der genossenschaftlichen Verbraucherversorgung werben, sondern als repräsentative Vertretung der Verbraucher in der Öffentlichkeit die Anliegen der Verbraucher vertreten. Die Konsumgenossenschaften sind eine Ergänzung der freien Marktwirtschaft mit betont sozialen Tendenzen. Sie stehen im Wettbewerb mit den übrigen Betriebsformen des Handels. Steigende Mitgliederzahleii und wachsender Umsatz zeigen, daß es den Konsumgenossenschaften gelungen ist, einen großen Teil der Mitglieder, die ihnen nach 1933 verloren gegangen waren, zurückzugewinnen, obwohl die Zahl von 2,3 Millionen Mitgliedern, die den Konsumgenossenschaften vor 1933 angehörten, noch nicht wieder erreicht ist. Vorsicht vor solchen „Geschäftemachern“! Vom Badischen Landeskulturamt wird mitgeteilt, daß in letzter Zeit reisende Vertreter bei Bürgermeister- und Pfarrämtern sowie bei den Hinterbliebenen von Gefallenen vorsprechen und sie zum Kauf von grob geschmackswidrigen Kriegerehrungen auf Friedhöfen usw. zu überreden suchen. Die Aufstellung solcher kulturwidrigen Ehrunsen setzt nicht nur das Ansehen des betreffenden Ortes herab, sondern bedeutet auch eine bedauerliche Herabwürdigung der Gefallenen. Das Landesamt für Denkmalspflege und Heimatschutz in Freiburg, der Landesverband der Bildhauer und Steinmetze Südbadens, Konstanz, Wollmatinger Straße, oder Freiburg, Friedhof Straße 71, sowie, wenn es sich um Kriegerehrungen auf Friedhöfen handelt, die Landesberatungsstelle für Friedhofgestaltung, Geschäftsstelle Freiburg, Städtisches Gartenamt am Rotteckplatz, sind bereit, in allen Fragen der Kriegerehrung unentgeltlich Auskunft zu erteilen. Mörder schon vor Bekanntwerden seiner Tat verhaftet Wien. Der seltene Fall, daß ein Mörder bereits vor Bekanntwerden seiner Tat verhaftet wird, gelang am Montag der sowjetischen Militärpolizei in dem niederösterreichischen Ort Deutsch-Wagram. Dort hatte eine sowjetische Streife einen mit einer Maschinenpistole bewaffneten Deserteur festgenommen, der kurz zuvor in einem Gasthaus Schnaps und Zigaretten verlangt und die Wirtin mit seiner Waffe bedroht hatte. Am Montag erschienen in der Gastwirtschaft zwei sowjetische Offiziere mit einer dem Soldat abgenommenen Geldbörse, in der sich zwei auf den Namen Kriebler lautende Lebensmittelkarten befanden, um diese dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Beim Betreten des auf den Karten bezeichneten Siedlungshauses stellten die Offiziere fest, daß seine Bewohner, ein älteres Ehepaar, durch Schüsse aus einer Maschinenpistole ermordet worden waren. Auf dem Boden des Zimmers lagen etwa zwanzig Patronenhülsen . Wieder ein Freiburger Sträfling Foto führte zur Festnahme eines Einbrechers Mühlacker. Mehrere Einbrüche in Mühlacker, Maulbronn und Markgröningen konnten durch die Auftragsbestätigung eines Stuttgarter Fotografen, die an einem der Tatorte in Mühlacker gefunden wurde, aufgeklärt werden. Als man die von dem Fotografen angefertigten Lichtbilder betrachtete, stellte sich heraus, daß sie einen 22jährigen Häftling der Landesstrafanstalt in Freiburg zeigten, der dort am 20. Juni ausgebrochen war. Der Täter konnte inzwischen in Stuttgart festgenommen werden. Sein Mittäter, dessen Identität ebenfalls festgestellt wurde, ist noch flüchtig. Künstliche Besamnitg soll Seuche verhindern Freiburg. Zur Bekämpfung der in Südbaden stark um sich greifenden Trichomonadenseucho werden gegenwärtig rund 20 000 Kühe künstlich besamt. Die künstliche Besamung erfolgt von einer Zentralstation und vier Nebenstationen aus, die von Tierärzten geleitet werden. Sobald die Sanierungsaktion abgeschlossen ist, soll auch die künstliche Besamung wieder eingestellt werden. Wie der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband mitteilt, wird der Schaden, den die badische Tierzucht durch die Rindertuberkulose erleidet, durch die starke Ausbreitung der Trichomonadenseuche noch um ein mehrfaches übertroffen. Schlepperzahl vervierfacht Freiburg. In Südbaden waren Ende August über 11400 Zugmaschinen und Schlepper zugelassen, von denen 9800 auf die Landwirtschaft entfiel«!. Am Tage der Währungsreform waren in Südbaden nur 2424 Schlepper in der Landwirtschaft in Betrieb. Die Gegenüberstellung der beiden Zahlen zeigt, wie sehr die Mechanisierung der Landwirtschaft innerhalb der letzten vier Jahre in Südbaden Fortschritte gemacht hat. Ferner sind gegenwärtig in der südbadischen Landwirtschaft über 20 000 Kleinmotorgeräte wie Einfachschlepper, Motormäher, Motorfräsen und Motorspritzen im Betrieb. Erhalten Sie immer OS RAM-Lampen, wenn Sie OSRAM verlangen? Daran! müßten Sie achten, der Qualität wegen, f OSRAM Donnerstag, 18. Septerotoer 1952 Nummer 118 & aber auch der Mann liest es Frauenberufe hritisdt beleuthtel „Ich arbeite zehn Jahre in meinem Beruf“ Gespräch mit einer medizinisch-technischen Assistentin „Ich weiß es eigentlich nicht“, die blonde gepflegte Frau zuckt mit den Schultern, „ob ich meinen Beruf noch einmal wählen würde, könnte ich von vorn anfangen. Ich will nichts gegen meine Arbeit sagen. Aber als ich sie wählte, wußte ich noch nicht, wie sehr mir später in ihr die Selbständigkeit fehlen würde. Freilich wird es nicht allen Frauen so gehen. Viele verlangen gar keine Selbständigkeit in ihrem Beruf. Natürlich gibt es auch in meinem Beruf eine gewisse Bewegungsfreiheit je nach der Art der Arbeit und nach den. verschiedenen Arbeitsbedingungen. Nur völlig unabhängig können wir niemals werden, wie es auch schon die Berufsbezeichnung .Assistentin“, d. h. dabeisein oder helfen, ausdrückt. Ehrgeizige Frauen finden wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Das Arbeitsgebiet erweitert sich kaum im Laufe der Jahre. Gleich am Anfang unserer Berufsarbeit, in die wir nach einer zweijährigen Ausbildungszeit hineinkommen, können wir den gleichen Aufgabenkreis vorfinden wie nach langjähriger Bewährung. Ich weiß, daß ich mich, obwohl ich inzwischen auf fast allen Gebieten meines Berufes gearbeitet habe, kaum noch viel verbessern kann. Ganz automatisch werde ich nach entsprechender Arbeitszeit höher eingestuft und ein wenig besser bezahlt. Viel mehr habe ich nicht zu erwarten. Für einige überdurchschnittlich begabte Assistentinnen finden sich allerdings noch außerprogrammäßige Stellungen in der Industrie. Doch das bleiben Ausnahmen, deren Bezahlungen natürlich nicht mit den entsprechenden Stellen in Krankenhäusern und Instituten gleichzustellen sind. Für jene Frauen, die in sich die Veranlagung spüren, innerhalb ihres Berufes „Ich versichere Ihnen, daß Ich nichts zu verzollen habe!“ eine Lehrtätigkeit auszuüben und ihr in der Praxis erweitertes Wissen jüngeren Kolleginnen zu vermitteln, stehen zwei Möglichkeiten offen. Freilich sind auch diese nur in einem beschränkten Rahmen vorhanden. Sie können im Krankenhaus die jüngeren Kräfte anleiten oder andere als Lehrkräfte an den einigen Universitäten angeschlossenen Ausbildungsanstalten ihre Kenntnisse weitertragen.“ Wir können uns schwer die lebensfroh lächelnde Frau in der abseitigen Abgeschlossenheit eines Institutes vorstellen und fragen, warum sie sich gerade diesen Beruf gewählt und was sie von ihm erwartet habe. „Eine richtige Vorstellung von meinem künftigen Beruf konnte ich am Ende meiner Schulzeit natürlich nicht haben. Ich hatte nur immer gern in den biologischen, physikalischen und Schattengrün - afrikahraun - herbstrosa Italienische Modelle erstmals in Deutschland München. Die Schwestern Fontana, Besitzerinnen eines der bekanntesten römischen Modellhäuser, zeigten zum erstenmal ihre Kreationen in Deutschland. Das Münchner Publikum, das dem aufstrebenden Konkurrenten von Paris viel Interesse entgegenbrachte, war überrascht von den betont einfachen Tageskleidern, ein wenig bestürzt über die weiten langen Glockenröcke und frappiert von den Mänteln, deren halblose Taillen nicht den Eindruck erweckten, als ob sie künftig das Straßenbild beherrschen würden. Rauschenden Beifall aber erhielten die Abendkleider, bei denen die italienische Begabung für das Dekorative sich voll entfalten konnte. Selten sah man schönere Mannequins über einen Münchner Steg schreiten, umhüllt von dem Parfüm „Shocking“, das die große Pariser Rivalin Schiaparelli als Willkommensgruß hatte überreichen lassen. Neue Farben hat der Salon Fontana kreiert: schattengrün, afrikabraun und herbstrosa. Grün dominierte auf der ganzen Linie, eine Farbe, die die dunklen Italienerinnen mit allem Charme zu tragen wußten. chemischen Fächern gearbeitet. Zum medizinischen Studium reichte das Geld nicht. Darum wurde ich med.-technische Assistentin. Daß diese Arbeit nicht als Gelderwerb angesehen werden durfte, wurde mir schon in meiner Ausbildungszeit klar. In meiner Arbeit lassen sich Arbeitszeiten nicht wie Bürostunden Einhalten. Niemals läßt sich eine klare Trennungslinie zwischen Freizeit und Arbeit ziehen. In der Praxis fand ich später sehr unterschiedliche Verhältnisse. Im allgemeinen halten die größeren Institute die 48-Stunden-Woche ein. Überstunden freilich, die niemals vergütet werden können, lassen sich kaum vermeiden im Interesse der Arbeit. Den Urlaub halben meine Kolleginnen sich immer verdient. Er muß für viele Überstunden entschädigen. Allmählich habe ich mich auf 22 Urlaubstage, die den über 30 Jahre alten zustehen, hochgearbeitet Dazu kommen noch zusätzlich sieben Tage für Röntgen und das Arbeiten mit infektiösem Material.“ Uns interessiert es natürlich sehr, über den Verdienst einer med.-technischen Assistentin zu erfahren. Wir hören, daß sie anfänglich nach TOA 7 und später nach TOA 6 bezahlt werden. Für diejenigen, die mit diesen Verordnungen nichts anfangen können, sei gesagt, daß das Einkommen zwischen 180 DM und etwas über 300 DM brutto schwankt. „Sie sehen“, meint unser Gegenüber abschließend, „reich kann man in unserer Arbeit niemals werden. Sie verlangt viel Verständnis um ihrer selbst willen von uns. Für eine Frau ist es schwierig, diese Arbeit, die oft unsere ganzen Kräfte verbraucht, in Einklang mit einem privaten Leben zu bringen. Wer unseren Beruf aber einmal gewählt hat, muß ihn so zu schätzen verstehen, daß er mit ihm sein ganzes Leben auszufüllen vermag.“ F. ftiflons ohne Laufmaschen Es grenzt an Zauberei — Vor 300 Jahren hätte man ihn dafür verbrannt Unverwischbare Tintefiecken in Sekunden verschwunden Dieser Mann ist eine Art moderner Zauberer Vor 300 Jahren hätte man ihn verbrannt, wenn er mit seinen Tinkturen und Kremen in Sekundenschnelle die verblüffendsten Dinge vollbracht hätte. Hermann Zill, der Zauber- Chemiker aus Wiesbaden, berichtet in einer kurzen Viertelstunde über seine neuesten Ergebnisse, die sehr bald — wieder einmal — die Welt in Erstaunen setzen werden. Zill ist der Wissenschaft kein Unbekannter. Seine beiden TextU-Prüfgeräte Zillo-Test 8 und V wurden in den technischen Zeitschriften und Revuen ganz Europas besprochen. Die Belege in praktisch allen Sprachen — sogar noch in flämisch — liegen zu Dutzenden in seinen Schränken. Diese Prüfgeräte haben sich seit ihrer Entwicklung die gewerbliche Wirtschaft erobert, sind sie doch bislang das zuverlässigste Mittel zur Identifizierung und Prüfung aller synthetischen Textilfasern wie zur Feststellung von Schweiß-, Wasch- oder Kochechtheit von Garnen und Geweben. Druckerschwärze auf der Hand Aber inzwischen hat er ein paar weitere Erfindungen gemacht, die er mit spielerischen Bewegungen vorführt. Er beschmiert sich die Hände dick mit Druckerschwärze, Tusche, mit Lippenstift, mit irgendeinem technischen Ol, mit Tinte — dann wischt er ein nagelgroßes Stückchen angenehm duftender Hautkreme darüber, reibt das ganze mit einem Tuch ab — Farbe, öl, Tusche, alles ist verschwunden, als sei es nie gewesen. Es geht sekundenschnell; es geht so rasch, daß man an die Hantierungen eines Magiers denkt. Er macht das Gleiche auf einer lackierten Holzfläche — und die phantastische Wirkung ist die gleiche. „Zillo-Kreme“ nennt sich der weiße Stoff (man kann ihn übrigens auch als Hautkreme verwenden), mit dem man alles, jeden Fleck auf der Haut entfernen kann, und wenn er von Heidelbeeren oder Rotkrautschneiden stammt. Trocknet in einer hundertstel Sekunde Hermann Zill taucht eine Schreibfeder in ein Gläschen mit (scheinbar) gewöhnlicher Tinte. Er fährt damit über ein Papier und wischt direkt hinter der Feder mit dem Finger nach — der Strich bleibt unverwischt, wie seit undenklichen Zeiten geschrieben. Er wiederholt es so oft man will, und auch der Besucher darf es probieren. Es ist unmöglich, diese Tinte auszuwischen, man mag sich noch so sehr beeilen. Auch das ist eine kleine Erfindungshexerei, die bald in den Handel kommt. Tinte, die im Moment des Federaufsetzens, sozusagen in einer hundertstel Sekunde trocknet Laufmaschen — niemals wieder Wenn ln einigen Wochen Hermann Zill seine imprägnierende Lösung, deren letzte Feinheiten gerade durchgeprobt werden, endgültig fertig- gestellt haben wird, dann ist das „Zeitalter des Frauenschrecks“, der Laufmasche in den zarten Nylon- oder Perlon-Strümpfen, vorbei. Ein Strumpf, der mit Zills chemischer Lösung getränkt wird, kann während seiner ganzen Lebensdauer niemals eine Laufmasche bekommen, und wenn in einem nichtimprägnierten Strumpf eine Laufmasche entsteht, so wird sie durch Betupfen mit der Flüssigkeit unweigerlich zum Halten gebracht. Wenn einmal die Fabrikation dieses Mittels anläuft, dann dürften wohl Millionen Frauen dem Wiesbadener Zauberer dankbar sein. - rhw - /Czeppsohlen mH) JZinejelstzümisfe abieu Männermode wird dezenter — SAultern nicht mehr wattiert — Weste wird große Mode Hosen mit Kniefutter Da ging in Hamburg kürzlich ein Jüngling über den Jungfernstieg, und viele blickten sich nach ihm um. Er trug sich modern. Es fiel eigentlich alles an ihm auf. Die dicke Kreppsohle, die lustig karierten Strümpfe, eine enge Hose, die nur bis an die Knöchel reichte, und ein Sacko, der seine Breite zu verdoppeln schien. Er pfiff sich eines und mochte manches sein, nur dieses nicht: elegant. Er war von jener Sorte, welche die Herrenmode grundsätzlich falsch versteht. So ist sie ja gar nicht gemeint Außerdem war ihm entgangen, daß das, was er trug, in der „Mode“ längst wieder abhanden gekommen ist. Zum Glück war er eine Ausnahme. Die Herrenmode hat eines deutlich bewiesen: Die Mehrheit der Männer übergebt stillschweigend jede Neuheit die nicht zugleich zweckmäßig ist. Wer einen Schritt in modische« Neuland wagt will es möglichst unauffällig tun. Die Herren der Schöpfung geben den Schöpfern der Mode also manche Nuß zu knacken. Jetzt aber, so scheint es, haben sich die Modeleute auf diese Haltung eingestellt. Mailand, Paris und das konservative London melden sowohl interessante wie auch praktische Neuheiten. Besonders tut sich Italien hervor. Die Ateliers des Zitronenlandes flochten in ihre neuen Einfälle alle* Praktische ein, das sich bereits praktisch gezeigt hat. Es beginnt mit der Wahl der Stoffe. Selbst für den Allround-Anzug der unfreundlichen Jahreszeit wird ein dunkler, schwerer und daher wärmender Gabardine wie auch ein weicher Flanell empfohlen. Für den Reiseanzug schlägt man den gerippten, knitterfreien Cord-Gabardine vor. Ein äußerst strapazierfähiger Stoff und von den Globetrottern der ganzen Welt längst erprobt. Leider wird er von deutschen Einkäufern oft übersehen. Kammgarn gestreift und in allen Tönungen ist außerdem auch für festliche Anlässe vorgesehen. Von zweitrangiger Bedeutung sind die Farben. Die Auswahl ist groß. Bis zu „freundlich und leuchtend“ darf man gehen. Auch der Mann darf diskret auffallen und soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Die Hose ist, im Gegensatz zum Vorjahr, länger geworden. Sie erreicht knapp den Schuh. Ihre Weite soll 48 Zentimeter nicht über schreiten. Der Rock geht wieder vollständig „drüber“. Das ist vorteilhaft. Zum Kummer vieler sei nicht verschwiegen, daß die Schultern kaum noch wattiert werden. Nur wo ein besonderes Zugeständnis nicht zu umgehen ist, darf man sie ein wenig heben. Man trägt zumeist zweireihig; einreihig bei sportlichen Anlässen. Aber auch das Sportjackett ist grundsätzlich schlicht. Ohne irgendwelche Nähte, Gurte oder ähnliche Spielereien. Das Stuffmuster ermöglicht hier genügend Abwechslung. Die Weste soll auch beton einreihigen Anzug nicht mehr fehlen. Sie darf sogar farbig sein. Ein eleganter Herr trägt eine elegante Weste, so flüstert man. Durch die längeren Hosen zeigen sich die Strümpfe leider nur noch im Sitzen. Sie sind, wer es noch nicht bemerkt haben sollte, längst wieder ohne Ringel. Sport Betufe ehne ^chelbunß Die wenigsten Ehescheidungen fallen auf den Beruf des Landwirts, des Weinbauers, des Landarbeiters und des Ziegelbrenners. Und unter 100 Gastwirten lassen sich im Durchschnitt 2 Prozent scheiden. Das Landleben und die unmittelbare Berührung mit der Natur scheinen demnach den Zusammenhalt der Ehepaare zu begünstigen, ebenso das Zusammenarbeiten in der GastWirt- „Geitem lagt« mir ein Musiker, daß ich eine ideale Figur habe!“ „Ausgezeichnet! — Nun fehlt bloß noch ein Bildhauer, der deine Stimme lobt!“ ichaft. Das Gegenteil davon sind die Intelligenzberufe. Als man Nachforschungen über dieses Problem vornahm, stellte sich heraus, daß die meisten Ehescheidungen erfolgten, wenn der Mann seinen Beruf bei Nacht ausführen mußte, wie etwa bei Musikern. Auch Geschäftsreisende, die oft abwesend sind, werden häufig geschieden. Das Kleid in der Handtasche Krefeld. In einjähriger Arbeit hat eine Kre- felder Nouveauteweberei Damerjkleiderstoffe aus reinem Perlon entwickelt, die unter der Bezeichnung „Pariaine“ im kommenden Frühjahr im Einzelhandel erhältlich sein werden. Pariaine hat den Charakter einer ganz leichten Naturseide und ist 20 bis 30 Prozent billiger als reine Seide. Die Zusammensetzung des neuen Stoffes verleiht dem Gewebe alle für Perlon typischen Eigenschaften wie Reiß-, Scheuer-, Schrumpf- und Knitterfestigkeit und verbindet damit die bekannten Wascheigenschaften des Perlon. Der Stoff wiegt zwischen 40 und 70 Gramm pro laufenden Meter, das ist die Hälfte eines normalen Kleiderstoffgewebes. Ein komplettes Damenkleid kann daher in einer Handtasche untergebracht werden. / 0 Itkllck jB'ese Buben* Siegen (apd). Schwarz umrandet, beinahe einer Todesanzeige gleich, findet sich in der „Slegener Zeitung“ folgendes Inserat: „Warnung! Wir warnen auf diesem Wege die Bevölkerung und alle Kreditinstitute, während unserer Kegeltour unseren Frauen und Geliebten auf unseren Namen etwas zu borgen oder sonstige Verpflichtungen einzugehen. Kegelklub Böse Buben, Siegen.“ Offensichtlich haben die bösen und vermutlich trinkfesten Buben nach Rückkehr von ihren Ausflügen, in den vergangenen Jahren recht trübe Erfahrungen gemacht. Die leer gewordenen Geldbeutel konnten wahrscheinlich nur noch mit Zahlungsaufforderungen gefüllt werden, zu welchen die zu Hause gelassenen „besseren Hälften“ Veranlassung gaben. „Alle Neune“, jubelten Ehefrauen und Geliebten in seltener Eintracht und klatschten vergnügt in die Hände, wenn der Omnibus mit den „Herren der Schöpfung“ bei der Abfahrt um die Ecke bog. Strümpfe zeigen aber gern farbige Längsstreifen. Ein einfarbiges Hemd mit bunter, oder ein gemustertes Hemd mit einfarbiger Krawatte vervollständigen den Anzug. Apropos die Krawatte: der Hemdkragen mit den langen spitzen Ecken gilt seit einiger Zeit als verpönt Zum Kragen mit kurzen Ecken aber gehört ein kleiner, daumendicker und fester Krawattenknotenl Verlieren wird sich auch die Kreppsohle. Zwar wird sie bei schlechtem Wetter immer zu sehen sein. Der Lederschuh aber gilt als sichtbares Zeichen ruhiger Eleganz. Kleine Ergänzungen des Schneideranzuges sind praktisch und zum Teil nicht neu. Die Hosen enthalten grundsätzlich Kniefutter. Stoff und Bügelfalte werden an dieser Stelle nicht unmittelbar dem Körper auagesetzt. Die Hosenränder sind nicht umgenäht sondern an den Innenselten mit kleinen Knopflöchern bzw. Knöpfen versehen. Es ist also künftighin einfach, den Rand herunterzuknöpfen und von innen zu säubern. Es ist auch erlaubt, von den drei Knöpfen, links und rechts unten an den Ärmeln, einen oder zwei zu schließen. Dadurch wird eine gewisse Lässigkeit betont und der Ärmelrand darf bei sportlichen Gelegenheiten hochgeschlagen werden. Was wird Mode sein ? Wo können Sie eingehend alles Neue ansehen? Und - wo preiswert einkaufe Antwort: Besuchen Sie * stoffJzW///-/- INI MIMÜCKIM AM STADTTHEATER V Nummer 118 Pas Potk Donnerstag, 18. September Freiburgs Fürsorge für die Flüchtlinge Stadtrat beschließt Sotortmaßnahmen zur Behebung dringendster Notstände Den breitesten Raum in der öffentlichen Stadtratssitzung am Dienstag nahm eine ausgedehnte Debatte über die Flüchtlingsnot in unserer Stadt und über die Verhältnisse im Durchgangslager Freiburg ein. Sie war durch den Hinweis von Stadtrat Kappes (SPD) auf eine aus dem Lager gekommene Eingabe ausgelöst worden und gab Bürgermeister Schieler Anlaß, auf Grund persönlichen Augenscheines grundsätzlich die Lage und das ganze Problem zu umreißen. Die Hoffnungen auf eine vom Ministerium in Aussicht gestellte Baracke zur Unterbringung von Wintervorräten der Lagerbewohner haben sich leider zerschlagen, da der fortgesetzte Flüchtlingszustrom diese Baracke nicht freiwerden läßt. Bürgermeister Schieler stellte nunmehr Antrag auf Bewilligung von 20 000 DM zur Erbauung einer Holzremise für den gedachten Zweck. Nach längeren Ausführungen verschiedener Stadträte, in denen man sich erneut zu der schon kürzlich gefaßten Meinung bekannte, daß der Bau von Baracken tunlichst abgestoppt und dafür besser massive Bauten erstellt werden sollen, schlug Stadtrat D i c h t e 1 (CDU) vor, Einfachstwohnungen eines Massivtyps zum Preise von je 7500 DM — wovon aus Mitteln der i Landeskreditanstalt 5000 DM der Stadt zurück- I erstattet werden — zu bauen, dadurch die Mög- j lichkeit zu bekommen, eine jetzt belegte Baracke i zu räumen und als Remise einzurichten. Die für I die Holzremise angesetzten 20 000 DM könnten besser für Massivbauten verwendet werden. ! während der Sitzung Erkundigungen ein und mußte dann mitteilen, daß mit Lakramitteln in diesem Jahre nicht mehr zu rechnen sei. Es sei also besser, auf alle Fälle sofort die Holzremise zu bauend anstatt sich in Hoffnungen zu ergehen, daß in Bälde die Erbauung von Massivbauten möglich werde. Das Plenum war jedenfalls einmütig der Auffassung, daß schleunigst geholfen werden müsse und stellte auf alle Fälle einen Betrag von 20 000 DM bereit. Der furchtbaren Flüchtlingsnot, auf die Bürgermeister Schieler als zuständiger Referent immer wieder in bewegten Worten hinwies, soll weiterhin umgehend dadurch gesteuert werden, daß nach Erfüllung des Bauprogrammes der Siedlungsgesellschaft (300 Wohnungen noch in diesem Jahr, darunter ein Großteil für Flüchtlinge) sofort ein neues Bauprogramm in Angriff genommen wird. Vorgesehen sind ein Block an der Vogesen- und Fer- dinand-Weiß-Straße, außerdem Flüchtlingswohnungen am Spittelackerweg und Bereitstellung weiteren Geländes in Haslach. Die Siedlungsgesellschaft, vertreten durch Direktor H i e- gert, treibt diese Weiterbaupläne mit aller Energie voran. Wieviel Wohnungen sind noch beschlapahmt? Ministerieller Erlaß verhindert klare Unterrichtung der Öffentlichkeit In der Stadtratsitzung am Dienstag wünschte Stadtrat Kappes (SPD) Von der Stadtverwaltung Auskunft darüber, wieviele Wohnungen nach der kürz- lichen Freigabe denn eigentlich in unaerer Stadt noch beschlagnahmt seien. Bürgermeister Schieler mußte xu seinem Bedauern mitteilen, das durch einen ministeriellen ErlaB leider verboten sei, hierüber Auskunft in der Öffentlichkeit xu geben und daß es Ihm auch ln seiner Eigenschaft als Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammhing bisher nicht gelungen sei, eine Aufhebung dieses Erlasses zu erwirken. < Die Abgeordneten würden weitere Vorstäße in Stuttgart unternehmen, denn es bestehe wirklich . i n-icht der geringste Anlaß, etwa aus militärischen ___ -v, ..u, I muH aer geringste *niao, etwa aus mmianscnen Die Stadträte untersuchten den an sich sehr | Gründen eine derartige Verfügung aufrecht zu ar- begrüßenswerten Vorschlag nach allen Seiten, halten. hin und werden jetzt schleftnigst prüfen lassen, 1 Seit die Freigabe einiger Wohnungen kürzlich be- ob Lakramittel zur Verfügung gestellt werden k *nnt geworden sei, könne er - so führte Bürger- .„a meüster schieier aus - sich vor Telefonanrufen und welche Bauzeit die acht Massivwohnungen erfordern. Bürgermeister Schieler holte noch kaum mehr retten. Stadtrat Thoma (SPD) schlug vor. man solle doch einfach die Zahl der Telefon- Einzug in die ECA-Siediung Zwei Blöcke bezogen, zwei weitere in acht Tagen bezugsfertig Bei dem Bericht über den Stand der Wiederaufbauarbeit gab Oberbürgermeister Dr. Hoff- manntn der Dienstagsitzung des Stadtrats bekannt, daß in der ECA-Siedlung am Schildacker dieser Tage die Blöcke I und II bezogen wurden, daß die Blöcke III und IV bis 20. September.bezugsfertig sind und Block V bis Ende des Monats so weit sein werde. Im übrigen sind aus dem Programm dieses Jahres im sozialen Wohnungsbau seit dem 15. Juli 185 weitere Wohnungen in Angriff genommen worden, und daß aus dem Plan 1951/52 bis jetzt insgesamt 687 Wohnungen zur Verfügung gestellt werden konnten. An öffentlichen Bauten ist der Wiederaufbau des Kepplergymnasiums im Rohbau fertig, die Gewerbeschulbauten an der Niederau schreiten rüstig voran und für die Handelsschule kann noch diese Woche Richtfest gefeiert werden. Kein Verbrechen an Dieter Arnold Obwohl der Leiter der Kriminalpolizei, Kriminalrat Priester, uns gegenüber rein gefühlsmäßig von vornherein die Vermutung äußerte, der seit Freitagfrüh vermißte Schüler Dieter Arnold könne wohl kaum einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein, wurde doch polizeilicherseits nichts unterlassen, um die sehr mysteriöse Angelegenheit unter Einsatz aller Kräfte und Energien anfznklären. Der bereits gemeldeten Durchstreifung des Sternwaldes, in dem der Junge angeblich gesehen worden sein soll, folgte ln der Nacht zum Dienstag eine genaue Durchsuchung des Freiburger Trümmergeländes durch fünfzehn Kriminalbeamte. Zugleich wurden sämtliche Krimmalpolizeidienststellen im Bundesgebiet in eine allgemeine Fahndung eingeschaltet Bis Dienstagmittag verliefen alle Fahndungsaktionen ergebnislos. Dann stellte sich folgendes heraus: Der vermißte Schüler Dieter Arnold hatte am Freitagabend bei Verwandten in Tiergarten bei Oberkirch im Rench- t a 1 vorgesprochen und sich nach kurzem Aufenthalt wieder entfernt Dadurch war der Beweis gegeben, daß ein Verbrechen nicht in Frage kam, sondern daß sich der Dreizehnjährige ans Gründen, die noch anfznklären sind, vor einem Besuch des nach den großen Ferien wiederbeginnenden Schulunterrichts - scheute und davonlief. Wo Dieter sich jetzt aufhält, ist noch unbekannt; die deutliche Spur dürfte aber wohl bald zu einem Anfflnden des Jungen führen. Von seinen Angehörigen, denen er durch sein Verschwinden so entsetzliche sorgenvolle Stunden bereitet ist wenigstens die belastende Ungewißheit genommen, well sie ein positives Lebenszeichen erhielten. * Nach einem von der zuständigen Gendarmeriedienststelle bei der Kriminalpolizei Freiburg eingelaufenen Fernschreiben traf Dieter Arnold am Freitag gegen 19 Uhr auf einem Damenfahrrad bei seinem Onkel in Tiergarten ein und übernachtete dort in der Nacht vom Freitag zum Samstag. Am Samstag machte er sich auf die Weiterfahrt, wobei er seinem Onkel sagte, er müsse bis am 15 Uhr in Freibarg sein, um am Schulunterricht teilnehmen zn können. Der Onkel begleitete den Jungen noch bis zur Ortschaft Stadelhofen, worauf sich Dieter ln Richtung Appenweier entfernte. • Nach einer bisher noch unbestätigten Nachricht soll Dieter Arnold inzwischen in Konstanz festgehalten worden sein. anrufe registrieren, dann bekäme man schon ein Bild über die Anzahl der noch beschlagnahmten Wohnungen, auf deren endliche Rückgabe die Eigentümer seit mehr als sieben Jahren warten. Von den Sprechern aller Fraktionen wurde ebenfalls an dem Verbot der Auskunft scharfe Kritik geübt. In diesem Zusammenhang wurde auch das von uns bereits mehrfach angeschnittene Thema eines Besatgungshotels diskutiert und Oberbürgermeister Dr- Hoffmann glaubte versichern zu können, daß die Dinge im Fluß sind und ein Besatzungshotel bestimmt bald kommen werde. Stadtrat Dr. Gotthardt (SPD) fragte bei dieser Gelegenheit, was denn eigentlich aus den Plänen des Colombiparkhoteis geworden sei. Man müsse Vorsorge für eine Beschäftigung des Baugewerbes auch während der Wintermonäte treffen, und hier sei beste Gelegenheit dazu. Wie der Oberbürgermeister dazu sagte, haben die Gesellschafter des Colombtparkhotei-Projektes 500 000 DM aufgebracht und warten jetzt auf die Bewilligung eines zugesagten Kredits von 1 Mill. DM aus ERP-Mitteln. Bonner, Stuttgarter und amerikanische Stellen seien eingeschaltet und es stehe zu hoffen, daß die Verhandlungen bald xu einem guten Ende kommen. Zum Problem „Besatzung* gehörte auch die lebhafte Debatte um die beschlagnahmten Kleingärten an der Runzstraße, die jetzt Baugelände für ein französisches Zentral-Bürohaus abgeben sollen. Zur Finanzierung weiterer Bauvorhaben gab Dem kommunistischen stadtrat Schäfer, der Oberbürgermeister Dr. Hoffmann dem Hause! behauptete, daß die Kleingärtner vor die vollendete ,_._. . „ . . . , ._Tatsache gestellt und geschädigt worden seien, bekannt, daß Aussicht bestehe, u. a. Einen neuen. mit dem Hinweis verschiedener Sprecher an- Kredit in Höhe von 500 000 DM durch die Lan- I derer Fraktionen entgegnet, daß Stadtverwaltung deskreditanstalt zu einem billigen Zinsfuß für : und Stadtrat das äußerste getan haben, um den so hart betroffenen Gärtnern zu helfen. Das werde auch von ihrer Seite anerkannt, und in aller Kürze werde die Entschädigung, die sich insgesamt auf 27 300 DM beläuft, ausgezahlt werden. Auch die Frage der Errichtung von Dauerkleingärten sei keineswegs zurückgestellt. Es dürfe aber nicht übersehen werden, daß wir den Krieg nun einmal verloren haben und dem Drude der Siegermächte ausgesetzt sind. Diesen Drude zu mildem, wo immer es nur möglich ist, sei eine der wichtigsten Aufgaben der Stadt und ihres Rates. Sehr starke Kritik lm Plenum fand die Ablehnung eines erneuten Gesuches der Stadtverwaltung an die Besatzungsmacht um Freigabe der Zugangsstraße und Durchgangswege lm Flugplats- gelände. Sämtliche Stadträte waren der Auffassung, daß eine derartige, heute völlig unangebrachte Maßnahme nicht dazu beitrage, die Verständigung zu fördern. Sie sei ebenso abwegig, wie die immer noch auf- den sozialen Wohnungsbau zu bekommen. Bewilligungen im Stadtrat Ohne längere Debatte genehmigte das Stadtratsplenum in der Dienstagsitzung die Übernahme eines Zinsunterschiedes auf einen Kredit an die Bundesbahn für den Wiederaufbau der zerstörten Hauptbahnhofsanlagen. Der Zinsbetrag hiat sich von ursprünglich 33 780 DM auf rund 33 500 DM ermäßigt. — Das Haus gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bahn endlich mit einer Verbesserung der Hauptbahnhofsanlagen beginnen werde, denn der Jetzige Zustand sei einer Fremdenstadt vom Ruf und Rang Freiburgs unwürdig. Einstimmig genehmigt wurde ein Nachtragskredit in Höhe von 140 000 DM für einen durch Inzwischen eingetretene Preissteigerungen entstandenen Mehraufwand für die Erweiterung der Vertikalkammer-Ofenanlagen im Gaswerk. Genehmigt wurde die Anschaffung von 2700 neuen Gaszählers mit einem Aufwand von 150 000 DM und von 500 neuen Wasserzählern für einen Betrag von etwas über 31 000 DM. Auf Antrag von Direktor G a m p p, der mit dem Gesamt-Personal- und Betriebsrat der Stadt Verbindung aufgenommen batte, erklärte sich das Stadtratsplenum damit einverstanden, die Gewährung, von Vorschüssen an städtische Bedienstete für die Beschaffung von Wintervorräten wie im Vorjahr auf 10 DM je Familienmitglied festzusetzen, entgegen der bisherigen Regelung aber die in Frage kommende Lohnstufe von 300 auf 350 DM netto ohne Kinderzuschlag zu erhöhen. Besonders bedürftigen und kinderreichen Familien »ollen darüber hinaus besondere Zuschüsse gewährt werden, wie überhaupt alle Fraktionen sich für eine möglichst großzügige Behandlung der Anträge aussprachen. Wie Oberbürgermeister Dr. Hoffmann dann dem Hause mitteilte, sei Bürgermeister Schieler um die Erreichung eines neuen bedeutenden Kredits für die Stadtwerke bemüht; die Verhandlungen haben ein Stadium erreicht, das einen baldigen positiven Abschluß erhoffen läßt. Kein Ruhmesblatt Der deutsche Landkreistag hat kürzlich das Ergebnis seiner Erhebungen über die Ver* * kehrsunfälle, die sich während des vergangenen Jahres in der Bundesrepublik ereigneten, herausgegeben. 40 Prozent aller registrierten Verkehrsunfälle kommen auf das Konto der 48 deutschen Großstädte: die Spitze hält dabei Heidelberg mit 17,2 Unfällen auf 1000 Einwohner. Es folgen Frankfurt und Mannheim, aber bereits auf dem vierten Platz unter 46 steht Freiburg im Breisgau ! Hinter unserer Stadt bleiben mit merklichem Abstand zurück: München, Stuttgart, Karlsruhe. Köln, Hannover, Darmstadt und Nürnberg: die geringsten Unfallziffern weisen Flensburg, Herne, Bonn und Wilhelmshaven auf. Für Freiburg bedeutet der vierte Platz wirklich kein Ruhmesblatt, und wenn wir uns die inzwischen vorliegenden Ziffern der ersten acht Monate des Jahres 1932 betrachten und uns vor Augen halten, wie erschreckend hoch die Unfallzahlen sich bereits wieder in der ersten Septemberhälfte gestalteten, dann haben wir Grund zur Befürchtung, daß Freiburg in der diesjährigen Schlußbilanz nicht nur den vierten Platz nicht verlassen kann, sondern vielleicht noch höher zur Spitze aufrückt. Wir hatten die traurige Pflicht, in der Dienstagausgabe bereits das 19. Verkehrs- Todesopfer dieses Jahres im Freiburger Straßenverkehr melden zu müssen. Vom Januar bis Ende August 1952 ereigneten sich in Freiburg 1228 Verkehrsunfälle mit 17 Todesopfern (die erste Septemberhälfte brachte bereits zwei weitere Tote), 224 Schwerverletzten und 769 Leichtverletzten; die Materialverluste gehen in die Hunderttausende. Das sind erschreckende Zahlen, die uns den ganzen Ernst der Situation erkennen lassen. Und wenn die amtliche Freiburger Polizeistatistik für den Monat August ein weiteres Ansteigen der Unfallkurve gegenüber dem Vormonat feststellt (die Kurve wird nach der bisherigen Übersicht auch für September kaum absinken), dann kennzeichnet das mit aller Deutlichkeit, wie unendlich viel ln der Erziehung aller Verkehrsteilnehmer unserer Stadt noch zu tun ist, um endlich die Verluste an kostbarem Menschenleben und wertvollem Material einzudämmen. Den Vorrang der Unfallursachen hat immer noch die Nichtbeachtung der Vorfahrt; an zweiter Stelle rangiert die Außerachtlassung der nötigen Vorsicht. Mit Abstand werden als Unfallursachen dann rücksichtsloses Überholen, übermäßige Geschwindigkeit und Nichteinhalten der rechten Fahrbahn registriert. Mögen diese nüchternen, kalten Feststellungen, die soviel durch Verkehrsunfälle entstandene Verluste an Leben, Gesundheit, Blut und Gut in sich bergen, alle Verkehrsteilnehmer, seien sie Kraftfahrer, Radfahrer oder Fußgänger, erneut zu Rücksicht, Vorsicht und größter Gewissenhaftigkeit mahnen! hl. recht erhaltene Absperrunc der Niederau. Die Stadtverwaltung erhielt Auftrag, sich gegebenenfalls an die den hiesigen französischen Dienststellen übergeordnete Instanz zu wenden, um dort mit aller. Deutlichkeit und Eindeutigkeit den Standpunkt der Stadträte zu vertreten. Der kommende Staatsbesuch in Freiburg Einführung von Regierungspräsident Waeldin damit verbunden In der Dienstagsitzung des Stadtrats gab Oberbürgermeisters Dr. Hoffmann davon Kenntnis, daß der Staatsbesuch der Stuttgarter Regierung für Ende September, Anfang Oktober angekündigt sei und daß dann auch die Einführung von Regierungspräsident Waeldin ln sein neues Amt erfolgen werde. Das vorläufige Programm sehe eine Feier ln der Universität, ferner im Theater oder Kaufhaus vor, außerdem eine Besichtigungsfahrt durch unsere Stadt und für den Nachmittag eine Zusammenkunft mit dem Freiburger Stadtrat, der Gele- Ein mißverständlicher Tagesordnungspunkt Es ging nicht um Festsetzung der Kilometerpreise für städtische Omnibusse Punkt 5 der Tagesordnung in der öffentlichen Stadtratssitzung vom Dienstag lautete, und war so von uns angekündigt worden: „Festsetzung der Kilometerpreise für Gelegenheitsfahrten mit Omnibussen der Städtischen Straßenbahn“. Diese Formulierung hatte natürlich das Interesse der privaten Omnibusunternehmer in unserer Stadt geweckt, und so waren sie unter den Zuhörern in der Rathausaula recht zahlreich vertreten. Sie zeigten sich sehr erstaunt darüber, daß die Beratung dieses Punktes plötzlich aus der öffentlichen Sitzung abgesetzt und in die nichtöffentliche Beratung verwiesen werden sollte. Die Unruhe wurde natürlich auch von den Stadträten bemerkt, und so mußte dem Auditorium Aufklärung gegeben werden. Nach den Ausführungen des Oberbürgermeisters und von Bürgermeister Schieler handelte es sieh darum, vom Stadtrat, der ja die Verfügungsgewalt über städtische Verkehrsmittel besitzt, die Genehmigung zu erwirken, daß die städtischen Bediensteten für einen einmal im Jahr stattflndenden Betriebsausflug die Omnibusse zu einem ermäßigten Preis benutzen dürfen. Nachdem Stadtrat Dichtei (CDU) vorgeschlagen hatte, eine derartige Fahrt zum Zweidrittelpreis der sonstigen Gebühren zu genehmigen, faßte Stadtrat Dr. Gotthardt (SPD) den Vorschlag in eine konkretere Form: „Den städtischen Bediensteten soll die Möglichkeit zu einer Fahrt zum Selbstkostenpreis der Stadt an allen Wochentagen, außer Samstag, gewährt werden“. In diesem Sinne beschloß das Stadtperlament einstimmig. Ob die infolge der mißverständlichen und unklaren Ausdrucksweise im Tagesordnungsprogramm entstandenen Zweifel bei den Privat- Omnibusuntemehmem restlos behoben wurden, wollen wir dahingestellt sein lassen. Sie hatten wohl etwas anderes vermutet, und es wäre viel-. leicht gut, wenn der Werkausschuß sich einmal mit ihnen zusammensetzte, um alle Fragen des städtischen und des privaten Omnibusbetriebs zu besprechen und etwa entstandene Zweifel zu klären. Eine Wandererherberge in Kirchzarten In Kirchzarten wird gegenwärtig an der Bundesstraße 31, die ins Höllental führt, mit Mitteln des Bundes und des Kreises eine Wandererherberge errichtet. In ihr soll der Wandererstrom, der vom Osten aus dem Höllental kommend nach Freiburg strebt, abgefangen und damit das freie Kampieren innerhalb des Stadtgebietes weitgehend eingeschränkt werden. Karbäderabteilung im Marienbad. Wie aus einer amtlichen Bekanntmachung des städtischen Hochbauamtes in der Ausgabe vom 16. September hervorging, sind neben den Schwimmbädern und den Wannenbäderabteilungen jetzt nach beendeter Renovierung auch die Kurbäderabteilungen im Stadtbad wieder geöffnet und der Allgemeinheit zugänglich. genbeit haben werde, seine wesentlichsten Wünsche und Hoffnungen der Regierang vorzutragen. • Zum Punkt Verschiedenes verlas der Oberbürgermeister eine Aufforderung des Deutschen Städtetages, die Berliner Wirtschaft mit Aufträgen zu unterstützen. Bürgermeister Schieler gab von einem Vorhaben der Qanterbrauerei Kenntnis, am Komturplatz eine Kantinenbaracke für die Straßenbahner aufzustellen. Er wurde gebeten, mit der Brauerei in dem Sinne zu verhandeln, daß sie die Kosten für ein Stück des Zwischenbaues an der Straßenbahnhalle übernehme und dort eine Kantine einrichte. Mit der Aufstellung einer Baracke vermochte sich die Stadtratsmehrheit nicht zu befreunden. Stadtrat Thoma (SPD) fragte nach dem Stand der Dinge um den Wiederaufbau des Betzenhausener Gemeinschaftshauses und erhielt beruhigende Erklärungen darüber, daß die Pläne vorangetrieben werden. Stadtrat Dr. Gotthardt bemängelte die schleppende Behandlung der Frage, über die man nun schon eineinhalb Jahre rede; es müsse endlich etwas Positives geschehen. Stadträtin S e e h (SPD) bat die Stadtverwaltung, die Frage zu prüfen, ob den Rentnern unserer Stadt, die in ihren Wohnungen kein« Bäder besitzen, der Zugang zu den Schulbädem nicht zu einem ermäßigten Preis ermöglicht werden könne. Wohlwollende Prüfung wurde zugesagt. An den Finanzausschuß verwiesen wurde schließlich ein Antrag der CDU-Fraktion, der Pfarrkurie Carolus für ihren Kirchenneubau 175 Kubikmeter Bauholz kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ablehnung fand schließlich das Gesuch einer Kioskinhaberin um Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke. Die Mehrheit des Hauses war dagegen, weil es unangebracht sei, durch eine Genehmigung zugleich die Möglichkeit zu einem Offenhalten des Kioskes über die üblichen Ladenschlußzeiten hinaus zu schaffen. Im Anschluß an die öffentliche Sitzung, di« über drei Stunden gedauert hatte, trat das Stadtparlament zu einer nichtöffentlichen Beratung zusammen. lg. Donnerstag, 18. September 1952 Nummer 118 Baldiger Baubeginn der lortzingschule ? Audi die Emil-Thoma-Schule muß endlich frei werden In der öffentlichen Dienstagsitzung des Stadtrats konnte Oberbürgermeister Dr. Hoffmans dem Plenum davon Kenntnis geben, daß Aussicht bestehe, in Kürze einen Kredit von 2,5 Millionen DM für die Erbauung der Lortzingschule zu erhalten. Die Stadtverwaltung werde mit allen Kräften bemüht sein, die Verhandlungen noch vor Wintereintritt zum Abschluß zu bringen, damit die im Baugewerbe nachlassende Wintertätigkeit dann durch den Lortzingschulbau neuen Auftrieb erhalte. Oberbaurat Geiges führte dazu aus, daß die Pläne für die Schule schon seit dem Jahre 1937/38 fertig vorliegen. In Besprechungen mit der Schulbehörde erfolgte jetzt eine Überprüfung der alten Pläne, um den kommenden Bau den neuen Erfordernissen anzupassen. Mit dem Bau könne sofort begonnen werden, wenn die Finanzierung gesichert sei. Stadtrat T h o m a (SPD) wünschte die neuen fertigen Pläne rechtzeitig zu sehen und Stadtrat Dr. F 1 e i g (CDU) schloß sich mit der Bemerkung an, man sollte jetzt auch bald den Generalbebauungsplan vorlegen, um festzustellen, wohin weitere Schulen gebaut würden. Er empfahl auch, einen allgemeinen Wettbewerb für Schulhausneubauten auszuschreiben. Im Zusammenhang mit der Schulbaufrage kam auch ein von Stadträt Lehr (CDU) gestellter Antrag zur Behandlung, in dem die Stadtverwaltung aufgefordert wurde, mit der Besatzungsmacht Verbindung aufzunehmen, um einen endgültigen, festen Termin für die längst zugesagte Räumung der immer noch belegten ,Emil-Thoma-Schule zu erhalten. Erreicht werden müsse ferner die Möglichkeit einer Überprüfung des jetzigen Zustandes der Schule, damit schon heute Vorbereitungen für die Instandsetzungsarbeiten getroffen werden können. Die alarmierenden Nachrichten. die jetzt über eine weitere Belegung des Lehrerseminars bekannt werden, zwingen dazu, hier vollkommene Klarheit zu verlangen und endlich die unhaltbaren Schulverhältnisse des betroffenen Gebietes zu bereinigen. Der Antrag Lehr wurde einstimmig angenommen und Oberbürgermeister erhielt den Auftrag, bei den Franzosen nochmals mit allem Nachdruck vorstellig zu werden. Bürgermeister Schemenau bezeichnet die vermutliche Höhe der Reparaturkosten in der Emil-Thoma-Schule auf rund 75 00« DM. — Die Wünsche bezüglich dieser Schule übertrug Stadtrat L i p s (CDU) auch auf die Gewerbeschule, die endlich wieder der deutschen Lehrlingsausbildung zu Verfügung stehen müsse. Mercedes wurde stark bewundert Hochbetrieb herrschte am Dienstag und Mittwoch auf dem oberen Teil des Holzmarktplatzes. Die Daimler-Benz-AG hatte zwölf_ihrer Serienwagen, einen Omnibus und einen Lastwagen ausgestellt und gab sie zur allgemeinen Besichtigung frei. Die Modelle fanden bei den zahlreichen Besuchern reges Interesse. Vor allem Französische Bürgermeister zu Gast Kommunalpolitiker beider Nationen tauschten Sympathiebekundungen aus In der Vorwoche hatte, wie berichtet, in Innsbruck der fünfte Internationale Bürgermeisterkongreß stattgefunden, an dem über 150 Kommunalpolitiker aus Städten der Bundesrepublik (unter ihnen auch Oberbürgermeister Dr. Hoffmann, Freiburg), Frankreichs, Österreichs und der Schweiz teilnahmen und der der deutsch-französischen Verständigung und der Zusammenarbeit Europas gewidmet war. Wie sehr es gerade auf ein Verstehen zwischen Deutschland und dem französischen Nachbarland ankommt, unterstrich der Präsident der Internationalen Bürgermeisterunion, Eugen Wyler, indem er sagte: „Entweder wir kommen zu einer Einigung zwischen diesen beiden großen Nationen, oder Europa ist dem Untergang geweiht!“ Die französischen Bürgermeister berührten auf ihrer Rückreise nach Abschluß des Kongresses auch Freiburg und wurden hier am Montag durch die Stadtverwaltung offiziell empfangen. Nach einer Besichtigung der Stadt wurde den französischen Gästen im Theaterrestaurant ein Essen offeriert, das Gelegenheit zum Wechseln herzlicher Trinksprüche zwischen dem gastgebenden Oberbürgermeister Dr. Hoffmann und dem französischen Bürgermeister Georges D a r d e 1 aus Puteaux bei Paris bot. Das Freiburger Stadtoberhaupt sprach die Gäste in ihrer Muttersprache an, hob auf die wertvollen Ergebnisse ab, die die neue Konferenz in Innsbruck gebracht habe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das persönliche Kennenlernen und die direkte Fühlungnahme den Weg Weiter ebne, der zu einer Verständigun g Deutschlands, Frankreichs und damit Europas führe. Diesem Wunsche gab auch Bürgermeister Dardel, Puteaux, in herzlicher Erwiderung Ausdruck. Er beglückwünschte die Stadt Freiburg zu ihren seit Kriegsende vollbrachten Leistungen im Wiederaufbau und hob sein Glas auf eine glückliche Zukunft Freiburgs, Deutschlands und Europas. Nach einer den Empfang beschließenden Besichtigung des Freiburger Stadttheaters setzten die französischen Gäste am Nachmittag die Fahrt in ihr Heimatland fort. hL Über die beifällige Aufnahme des öffentlichen Liedersingens, das die Freiburger Männerchöre am vergangenen Wochenende aus Anlaß des 90jährigen Bestehens des Badischen Sängerbundes im ganzen Stadtgebiet boten, haben wir bereits berichtet. Besonders dankbare Zuhörer gab es im Altersheim Kartaus, dessen Pfleglinge hocherfreut sind, wenn ihnen einige Abwechslung in der Hausordnung ewig gleichgestellte Uhr gebracht wird. Der Männerchor Nägelesee nahm — so schildert ein Zuhörer seine Eindrücke — am Sonntag in der Mittagsstunde Aufstellung im Hofe des großen Gebäudekomplexes der Kartaus und brachte eine Anzahl ausgesuchter Lieder zum Vortrag. Die Heiminsassen hatten sich im Hofe versammelt oder hörten von den geöffneten Fenstern ihrer Wohnungen zu. Den alten Gewerkschaftlern und Sozialisten machte es besondere Freude, wenn sie unter den hinzugekommenen Gästen alte Bekannte aus der Zeit begrüßen konnten, da sie selber noch in den Reihen der Arbeiterbewegung mitschreiten konnten. Unter den begeisterten Zuhörern sah man u. a. den ältesten Gewerkschaftler, den im 85. Lebensjahr stehenden Schreiner Well- b r u c k, den bald 78jährigen Wilhelm Fa ißt, den Schreiner Haug; der Feilenhauer Ernst Hug war leider ans Zimmer gefesselt, während die 90jährige Frau Schilling noch tapfer zu Fuß dem Ständchen anwohnte. Portleiter und viele andere gehören zum lebenden Wie Orgelbrausen klang es auf, als die Sän- Inventar. Sie sind alle aber nur „Untergeordnete“. : ger mit dem Choral „Das ist der Tag des Herrn“ Den ^ 5.% entl i ls f ; ,Fra ? Mo< ? e • die ./“it einem glaser- __ ji . nen Uchtdurchfiuteten Laufsteg und einer Fülle von Die große Mode#Parade Ein Omnibus voll Schick: so könnte man den Reisebus der deutschen Markenfirmen nennen, der zur Zeit auf einer lt> 000-km-Strecke die „Große Mode- Parade“ durch Westdeutschland fährt. In wenigen Tagen macht er auch bei uns halt, um seine „Fracht“ zu entladen. Reizende Mannequins, Bühnensprecher, Musiker, Beleuchter, Friseure, Garderobieren, Trans* den modischen Schick besitzt. Die Verbindung deutscher Wertarbeit mit Charm und Eleganz hat sich also durchgesetzt. Die deutschen Markenfirmen haben sich die „Mode- Parade“ etwas kosten lassen. Der großzügig aufgebaute Apparat, die funktionierende Organisation und die gründliche Zusammenarbeit mit dem deutschen Einzelhandel lassen ein neues Beginnen in dem Verhältnis Produzent — Konsument ahnen. Was in Deutschland sonst selten anzutreffen ist, hier ist es vollbracht. Die deutsche Markenartikelindustrie hat sich unter einem „Hut“ zusammengefunden, um neben Ladentisch und Anzeige auch einmal persönlich den Kontakt zum Endverbraucher zu suchen, ihn zu beraten und sich selbst vorzustellen. Ganz offen wollen die Markenfirmen sein. Kein Kleidungsstück passiert den gläsernen Steg, das nicht mit seinem Preis benannt wird.' Alles, was schöne Frauen, reizende Kinder und auch die Vertreter des männlichen Geschlechtes dort präsentieren werden, wird in Preiswürdigkeit, Qualität, Paßform und modischer Eleganz im Scheinwerferlicht dem kritischen Auge zur Schau gestellt. Die Vorführung der großen Mode-Parade in Freiburg findet am Dienstag, 23. September, 20 Uhr, im Paulussaal st^tt. Eintrittskarten sind beim Freiburger Einzelhandel erhältlich. wurden die neuesten Konstruktionen von Mercedes, die Typen 300 und 300 S, bestaunt, und über ihre Eigenschaften und technischen Neuheiten diskutierte man sehr lebhaft. E s dürfte im deutschen und auch im internationalen Autobau schon einmalig sein, was die Mercedes- Werke zum Beispiel mit der Konstruktion des neuen zwei- bis dreisitzigen Cabriolet vom Typ 300 S geleistet haben. In einer glücklichen Verbindung zwischen Tradition und modernsten technischen Errungenschaften wurde hier ein Fahrzeug konstruiert, das leistungsmäßig nur schwer zu übertreffen ist. Bei der Jugend fand vor allem der silbergraue Siegerwagen vom Nürburgring, von Le Mans und Bern, der. 300 SL, ein kaum zu befriedigendes Interesse. Es fehlten bei dieser für einen Kraftfahrer interessanten Schau auch nicht die bewährten Typen 170 V und 170 D (der letztere wird als der wirtschaftlichste Wagen der Welt bezeichnet) und die Neukonstruktionen der Type 220 (Innenlenker und Cabriolet). Was die Untertürkheimer Werke in den Nachkriegsjahren schufen, ist höchster Anerkennung wert. Kaum eine andere Automobilfabrik kann für sich wohl den Ruhm in Anspruch nehmen, einen Wagen wie den 170 D gebaut zu haben, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland in steigender Zahl Freunde erobert. Seine besonderen Vorzüge sind die außerordentliche Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit, und Streckenieistungen von 100 000 bis 170 000 Kilometer ohne jede Reparatur sind keine Seltenheit. -nz. Freudenstunde in der Kartause Gundelfingen ein für die Leibesübungen werbender „Tag der Jugend“ gestartet werden kann. Kleidern, Kostümen, Mänteln, Schuhen, Strümpfen. Handtaschen, Wäschegarnituren, Korsettagen und Vielem sonstigen vertreten ist. Über 40« Kollektionsstücke aller Branchen der modeschaffenden deutschen Markenartikelindustrie führt die „Große Mode-Parade“. Insgesamt stellen sie einen repräsentativen Rechenschaftsbericht der deutschen Herbst-, Winter- und Sportmode dar. Was man bewußt zu Hause ließ, ist die luxuriöse Extravaganz, die nur das Schaubedürfnis befriedigt und nur mit dickgefüllten Brieftaschen zu erwerben ist. Mode im Zeichen der Marke. Das Ist das Motto, das den „Omnibus voll Schick“ begleitet. Das heißt, es wird die wirklich kauf- und tragbare Kleidung vorgeführt, die neben der durchdachten Zweckmäßigkeit Und der Qualitätsgarantie, die die Marke bietet, auch Unsere lubilare Die Vollendung seines 80. Lebensjahres konnte am Mittwoch, 17. November, Herr Lambert Gut. Klarastraße 21 , feiern. Sein 75. Lebensjahr vollendet am heutigen Donnerstag, 18. Sept., Herr Oberlokomotivführer a. D. Karl Arbert, Vogesenstraße 21. Ihr 80. Wiegenfest feiert am morgigen Freitag, 19. September, Frau Emmy Zander, Habsburgerstraße 83. Sein 79. Lebensjahr vollendete am Dienstag, 1«. September, Herr Schuhmacher Josef Kneller, Talstraße 72. Das 76. Lebensjahr vollendete am Mittwoch, 17. September, Frau Anna N i c k in Freiburg-Betzenhausen, Sigsteinstraße 1. Herr Holzbildhauer Max Arnegger, An der Mehlwaage 8, konnte am Mittwoch, 17. September, die Vollendung seines 70. Lebensjahres feiern. Seinen 80. Geburtstag feierte am Dienstag, 16. September, Herr Wilhelm Lang, Granatgäßle 6. Allen Jubilaren gratuliert „Das Volk' herzüchst! Erfolgreiche Gartenarchitekten Für die Bundesgartenschau 1954 war ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben worden, der in den Kreisen der Gartenarchitekten größte Beachtung fand. Das Preisgericht hat nunmehr seinen Spruch gefällt und dabei einen Entwurf des Freiburger Gartenarchitekten Martin Z i m b e r und seines Mitarbeiters Dipl.-Ing. Architekt Kurt Heidrich mit dem dritten Ankauf ausgezeichnet. einsetzten. Feierliche Stimmung erfaßte die Herzen der Zuhörer, die zum Teil eben aus dem Gottesdienst der Kartauskirche gekommen waren. Die Liedervorträge wurden von allen Zuhörern beifällig aufgenommen und die Nägele- seesänger durften die Überzeugung mitnehmen, daß sie allen Kartausbewohnem eine sehr große Freude bereitet hatten. R. Z. Jugendspiele in Gundelfingen Vergangene Woche führte die Gundelfinger Schule die vom Bundesinnenminister ausgeschriebenen „Bundesjugendspiele 1952“ durch. 77 Prozent der in Betracht kommenden Jahrgänge der 10- bis 14jährigen Schüler maßen ihre Kräfte in einem Dreikampf, bestehend aus 50- bzw. 75-m-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf. Nahezu dreiviertel der Wettkämpfer(innen) konnte sich noch fünf Mehrpunkte durch den Nackweis des Schwimmenkönnens erringen. Die segensreiche Auswirkung des Schwimmbades für die Gundelfinger Jugend ist somit durch diese hohe Zahl der Schwimmer in die Augen springend. Die erzielten Leistungen im Dreikampf sind zum Teil ganz beaehtlifch; dock machte sich die zu geringe Übung — besonders bei den Knaben und Mädchen, die nicht im TV 05 oder im Sportclub sind — deutlich bemerkbar, und es müßten die Eltern hieraus die entsprechenden Folgerungen ziehen und ihre Kinder in die Vereine schicken. Folgende ersten Sieger(innen) erhalten die Urkunde des Bundespräsidenten: Jahrgang 1942: Jürgen Wegener und Gerda Mössinger; Jahrgang 1941: Siegfried Foisel und Helga Fehr; Jahrgang 1940: Willi Brändlin und Erna Han- ser; Jahrgang 1939: Egon Schmidt und Margarete Falk. Nächstes Jahr muß die ganze Schuljugend mitmachen; vor allem aber müssen die 15- bis 17jährigen Jugendlichen des TV 05 und des Sportelubs sich beteiligen, so daß alsdann in Nächtliche Messerstecherei. Um Mitternacht gerieten in der Karlstraße einige junge Männer in Streit. Einer der Beteiligten erhielt dabei einen Messerstich in den Rücken und mußte sich in der Klinik verbinden lassen. Unbeleuchtetes Motorrad. Während der Dunkelheit prallte ein Radfahrer in der Luisenstraße auf ein dort unbeleuchtet abgestelltes Motorrad auf und erlitt beim Sturz empfindliche Verletzungen. Wohin in Freiburg? Donnerstag, 18. September Filmtheater: Casino „Im Tempel der Venus“; Die Kurbel „Das Rätsel von Monte Christo“: Friedrichsbau „Rommel, der Wüstenfuchs“; Harmonie „Rommel, der Wüstenfuchs“; Kandelhof „Weißes Gift“; Union „Andreas Schlüter, der Baumeister des Königs“; Zentral „Rommel, der Wüstenfuchs“. Nordostdeutscbe Landsmannschaft: 20 Uhr, Monats- Versammlung in der Harmonie. Freitag, 19. September Filmtheater: Casino „Der Tiger von Texas“; Die Kurbel „Pension Schöller“; Friedrichsbau „Saison in Salzburg“; Harmonie „Wir werden das Kind schon schaukeln“; Kandelhof „Saison in Salzburg“; Union „Blutrache in Montana“; Zentral „Wochenend im Paradies“. Ruckmicbsaal: 20.15 Uhr, Hausmusikabend eines Günterstäler Musikkreises mit Werken von Händel, Mozart. Tartini und Locatelli. An allen Tagen Kunstverein, Talstraße 12a: Picasso-Graphik-Ausstel- lung mit Radierungen. Lithographien und Farb- lithographien 1905—1951 (Bis 28 September.) Augustinermuseum: Ausstellung „Mittelalterliche Kunst“; „Kunst des Barock“. — Dazu bis Ende des Monats Sonderausstellungen „Alte Weinkultur“ und ..Schwarzwälder Volkskunst“. Museum für Ur- und Frühgeschichte, Adelhauserkloster: Mittwoch und Freitag, 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, jeden 2. und 4 Sonntag von 10 bis 13 Uhr. Führungen nach Übereinkunft. Münstermuseum, Schoferstraße 4: Sammlung abgängiger Originale, Gipsabdrücke von figürlichen und ornamentalen Einzelheiten des Freiburger Münsters. Casino-Restaurant: Täglich 20.30 Uhr Kabarett: Mittwoch und Samstag auch 16 Uhr. Die Eröffnungsvorstellung im Großen Haus In der am Samstag stattfindenden Eröffnungsvorstellung zur Spielzeit 1952/53 mit einer Neuinszenierung von Calderons „Leben ein Traum“ stellen sich folgende neuverpflichteten Mitglieder vor: Beate Lenders, Waldemar Schütz, Peter Oehme, Bernd Schorle- mer und Hans Joachim Post. Weiter weist die Besetzung die Namen von Viola Pudor, Philipp Orle- mann, Erich Röder, Karl Vetter, Theo Martin und Gerd Obermeier auf. Regie: Kurt Hübner, Bühnenbild: Rolf Christiansen Bühnenmusik: H. Schneider. Diese Premiere findet im Anrecht der Samstag- Miete A (mit Freiverkauf) statt. Der Kartenverkauf bei den Städt. Bühnen Die Intendanz der Städt. Bühnen macht darauf aufmerksam, daß der Kartenverkauf für die beiden ersten Premieren der neuen Spielzeit („Das Leben ist ein Traum“ am Samstag, „Die Zirkusprinzessin“ am Sonntag) bereits begonnen hat. Für sämtliche Vorstellungen der nächsten Woche sind Karten ab Montag an den Kassen des Großen Hauses (von 10 bis 13 und 16 bis 18 Uhr) erhältlich. Fernruf; 4622. Kleingärtnerversammlung Der Kleingartenpächterverein Freiburg-West hält am Sonntag, 21. September, 15 Uhr, im „Eschholz“ eine Versammlung ab. Im Mittelpunkt steht ein widi- tiger Vortrag über Baumpflege im Herbst. Hier sprich' t*ie SPD Frauensektion Freiburg Wir machen unsere Mitglieder auf den am Mittwoch, 24. September, 20 Uhr, im Gewerkschaftshaus stattfindenden Filmabend aufmerksam. Zu dieser Veranstaltung, die sehr interessant gestaltet wird, sind neben den Mitgliedern auch alle Genossen recht herzlich eingeladen. Gäste willkommen! AW Hexentat aut froher Bergesfahrt Die Arbeiterwohlfahrt läßt ihre segensreiche Tätigkeit allen Bedürftigen jeden Alters und Standes, ohne Ansehen von Partei- und Konfessionszugehörigkeit, zugute kommen. Wenn auch ihr Hauptziel auf materielle Hilfe gerichtet sein muß, sucht sie doch auch auf geistigen Gebieten durch Versammlungen, Sprechabende, Ausflüge usw. befruchtend finzu wirken. Die Vorstände der Ortsgruppe Hexental mit dem Sitze in Merzhausen, Gemeinderat Reisch und Bürgermeister K u n e r, führten vergangenen Sonntag bei herrlichem Wetter in einem städtischen Omnibus die zahlreichen Teilnehmer über Wald- kirch auf den Kandel. Es ist schade, daß dieses gewaltige Bergmassiv so wenig von den Freiburgern besucht wird; denn die mächtig ergreifende Fernsicht in die Schwarzwald- und Alpenwelt lohnt den Aufstieg. auf die Pyramidenspitze, und im Berghotel bietet der letzte unserer alten Berghotelbesitzer der drei höchsten badischen Berge ausgezeichnete Bewirtung. Die Stunden flogen hier oben leider nur zu schnell dahin. Die nicht leichte Abfahrt über die steilen Straßen hinunter ins Simonswälde rtal bewältigte der städtische Fahrer mit Meisterschaft und sicherer Hand. Im Kandelblick in Wildtal war fröhlicher Kehraus; der Vorstand hat den ihm dabei ausgesprochenen Dank vollauf verdient. Wer — um mit Meister Ekkehard zu sprechen — das Geheimnis erlauscht hat, das auf luftiger Bergeshöhe des Menschen Herz weitet und himmelan hebt, der stimmt ein in jenes rechtschaffene jauchzen, von dem die Hirten sagen, daß es vor Gott gilt wie ein Vaterunser. Möge die Kunde von dem so schön verlaufenen Festtag der AW neue Mitglieder und Freunde zuführen. Fz. Schweizer Jodetkonzert Die Musik stand als verbindende Brücke von Land zu Land immer schon mit an erster Stelle. Ein Abend ■ .echter Schweizer Volksmusik hatte eine 'zahlreiche Zuhörerschar in den Paulussaal gelockt» in dem diesmal die frische Luft der Schweizei? Berge und der volkstümlichen Festlichkeit wehte. Der flotte Eröffnungsmarsch der Basler Ländlerkapelle „d'Basler Ländlerbuebe“ verbreitete gleich so viel frohe Laune, daß der Erfolg des Abends von Anfang an gesichert war. Das Jodler-Doppelquartett „Alperösli“, das auch in Freiburg nicht mehr unbekannt ist, erfreute mit einer bunten Folge heimatlicher Lieder. Die schönen klangvollen Stimmen der Schweizer Gäste erregten allgemeine Bewunderung; und vor allem ihr Jodelsolist Hans M a d ö r y zeigte eine erstaunliche Kehlfertigkeit. Der Konzertzithersolist Erwin H i 1 b o 1 d mit seinem Partner Hans Söll trugen weiterhin mit ihrem gediegenen Können zu einem farbenfrohen Programm bei. So wechselte humorvolle launige Ländlermusik mit stimmungsvollen Liedern und gekonnten Zithereinlagen. Der überaus herzliche Beifall, der mit zahlreichen Zugaben belohnt wurde, und die Juchzerschreie, auch aus den Reihen des Publikums, bewiesen, daß alle an diesem Abend auf ihre Kosten gekommen waren. —dm— Das Wunder des Lebens Am Montagabend gab der ehrenamtliche Bezirksleiter der Kneippbewegung, Prof. Eckstein, das Motto der Winterarbeit — „Die Menschen aktivieren, den Gesundheitszustand durch richtige Ernährung selbst in die Hand nehmen!“ — bekannt und begrüßte im gut besetzten Hörsaal 1 der Universität den Redner des Abends, Dr. Chr. Tief z. München. Der Vortragende, der das Thema „Der Getreidesolln, das Wunder des Lebens“ behandelte, würdigte eingangs die wissenschaftlichen Erfolge gegenüber den innerorganischen und Massenkrankheiten. Er stellte die Verlagerung auf Stoffwechsel- und Abnutzungskrankheiten, sowie die Zunahme der nervösen Störungen, deutlich heraus und führte diese Entwicklung auf die abzulehnende Zivilisationskost zurück. Anschaulich beschrieb der Sprecher den aufmerksamen Hörem den Bau des Getreidekorns mit dem Keim, der das Leben schlechthin darstellt und seine Umgebung nur als Vorratskammer benutzt. Der Fortschritt in der Verarbeitung des Kornes entwerte immer mehr die lebenswichtige Substanz eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel. Ebenso unterschied Dr. Tietz die Hartfette oder gesättigten öle als Speicherfette und die ungesättigten öle, wie Mohn- und Sonnenblumenöl, als Brennfette. Die Werte der ungesättigten Fette, die für unsere Ernährung unbedingt vorteilhafter seien. liegen im Keim. Zum Schluß seiner interessanten Ausführungen empfahl Dr. Tietz die Keimdiäten in den verschiedenen Zubereitungsarten von Dr. Grandei, die zur Gesundung vieler unserer Zeitgenossen beizutragen in der Lage seien. FF AUSSTELLUNG DES LANDESJU6ENDRIN6ES mit allen jugendverbänden Badens Die Eröffnung der Ausstellung, über den Sinn und Bedeutung wir schon kürzlich unte richteten, findet am kommenden Sonnt» 21. September, in Freiborg statt. Fliehe ten lassen wir in der nächsten Ansgabe noc folgen. Nummer 111 Donnerstag, 18. September 1981 Zur Freiburger Festhallenfrage Eine Leserstimme gegen die Verquickung einer Festhalle mit einer Markthalle Kämpfer für Recht und Freiheit Vor hundert Jahren landete Karl Schurz in den USA Zusammenhang mit der kürzlich erstmals im staatrat angeschnittenen Frage der Erstellung einer neuen Freiburger Festhalle tauchte auch ael ' Gedanke auf, einen Bau zu erstellen, der gleichzeitig als Großmarkthalle und Fest- “* 1 i e dienen sollte und und im• Stadtgartengebiet zwischen Jakob-Burkhardt- und Mozartatraße errichtet werden könnte. Gegen diesen Plan wendet Mich der Freiburger Architekt Prof, Dr.-Ing. van T a a c k mit folgender Begründung: «Bi weiten Kreisen der Freiburger Bürgerschaft Rat dieser Gedanke wenig Freude ausgelöst, ja ausgesprochene Ablehnung getroffen und diese Ablehnung ist nicht nur verständlich, sondern auch wohlbegründet. Zunächst sei festgestellt, daß es für unsere Stadt zweifellos von größtem Werte wäre, eine Fasthalle zu besitzen, die für große Konzerte und Bürgerversammlungen die . wenig schöne Halle in der Urachstraß« ersetzen könnte. Vor allem aber würde eine solche Halle Freibure ln den Stand setzen. größere Kongresse und Ausstellungen zu beherbergen, was zweifellos einen recht erheblichen geschäftlichen Vorteil mit sich bringen würde. ■ Völlig undiskutabel ist aber eine V e r- d u 1 c k u n g der Festhalle mit der Markthalle in einem Bau. Dieses Gebäude würde rein materiell ein Ungetüm werden, das den ganzen Stadtgarten Und auch noch seine Umgebung totschlagen würde. Es wäre aber auch in seinem Charakter eine Mißgeburt, denn wie will man die wichtigsten Eigenschaften einer Festhalle, das Festliche, Gastliche, Heitere oder Würdige, die gehobene Stimmung, vereinen mit dem Geruch von Abfällen, dem lauten und hastenden Kommen und Gehen der Lastzüge. Wqllte man diese Dinge voneinander ln einem Gebäude ebschirmen, so würden die isolierenden Konstruktionen ein Vielfaches von dem versghiIngen, was an Fundament oder Dachfläche gespart wäre, wenn man es in einem Bau vereint. Freiburg Ist in der glücklichen Lage, auf dem MeBplatz ein ideales Gelände zu haben, an dessen östlichem Band an der Möslestraße Inmitten gärtnerischer Anlagen die F e s t h a 11 e Ihren natürlichen, von allen Gesichtspunkten aus glänzend geeigneten Standort hätte, seitlich der großen Ausfallstraßen leicht erreichbar in Verbindung mit dem Messegelände zwischen ausreichenden praktischen Parkplätzen, dem ganzen formlosen Stadtteil ein städtebauliches Gesicht gebend. Freiburg Ist weiterhin so glücklich, Im Stadt- garten eine hervorragend schöne Anlage schaffen zu können, die nicht nur den stadtgarten mit der f rachtvollen Landschaft verbindet, sondern. TÜck- Iiekend den schönsten Blich aufs Münster frei gibt. Im Stadtgarten Ist das zu einer glücklichen Einheit verbunden, was Fretburg ln der ganzen Welt bekannt gemacht hat und seinen Huf als Fremdenstadt begründet. Diese gärtnerische Anlage, die jetzt schon eine Kostbarkeit darstellt, wird bei völligem Ausbau der Anlagen einer der wichtigsten Anziehungspunkte unserer Stadt sein und könnte ln Verbindung mit einem kleinen — leicht gebauten Cafä «ne prächtige Geldquelle der Stadt bedeuten. Für die Markthalle wird sich zweifellos ein viel besser geeigneter Platz, vor allem auch mit Gleisanschluß, finden. Gewiß müssen unsere Stadtväter Zusehen, wie sie mit Ihren finanziellen Mitteln durchkommen. Wahrscheinlich werden diese Mittel hi-ht ausreichen, alles gleich auf einmal zu schaffen. Dann sollen sich die Bürger mit Geduld wappnen und nicht gleich nach einem verlorenen Kriege .allzu vielseitige Ansprüche stellen, außer dem Wohnungsbau. Aber wir sind zu arm, um uns aus lauter Ungeduld, durch finanzielle Kompromisse Markthalle und Festhalle und Stadtgarten zu verderben, wir wollen bescheiden sein lm Umfang unserer Wünsche, aber wir können gar nicht anspruchsvoll genug -sein In der Qualität dessen, was wir mit unserem mühsamen Geld schaffen; und ■ eines dürfen wir keinesfalls vergessen: daß nicht die Bauwerke wichtig sind, sondern der Mensch, für den sie da sind. Wenn wir Markthalle und Festhalle kombiniert ln den Stadtgarten pflanzen, dann werden die Benutzer der Markthalle unzufrieden, die Gäste der Festhalte verärgert und die Besucher unserer Stadt aus allar Welt, und nicht zuletzt die Freiburger selbst, enttäuscht sein.* Der verdammte Alkohol. Die Polizei stellte in früher Nachtstunde in der Schwarzwaldstraße einen Pkw-Fahrer, der versuchte, in angetrunkenem Zustand mit seinem Wagen abzufahren. - Zur .-Feststellung des Trunkenheitsgrades ver- anlaßte die Polizei die Entnahme einer Blutprobe. — Auf der Kreuzung Eschholz- und Wannerstraße stießen, weil der Pkw-Fahrer vermutlich verkehrswidrig einbog, ein Lieferwagen und ein Personenauto zusammen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Da bei dem Pkw-Fahrer Verdacht auf Alkoholeinwirkung bestand, wurde ihm eine Blutprobe entnommen. . . . und noch einer! Gegen Mitternacht fuhr ein auswärts wohnhafter Motorradfahrer, der unter Alkoholeinwirkung stand, auf die Einsteiginsel am Bertholdsbrunnen auf. Belm Sturz zog er sich Gesichtsverletzungen zu. Auch in diesem Falle stellte, die Polizei die Maschine sicher, zog den Führerschein ein »und ließ eine Blutprobe entnehmen. Am 17. September 1852 nähert sich der Zweitausendtonner „City of London“ mit stolz geschwellten Segeln der Neuyorker Hafeneinfahrt. Ein junger Mensch, den Arm um seine blutjunge Frau gelegt, steht an der Reeling und blickt gedankenvoll zum Ufer, das mit seinem üppigen Naturreichtum herübergrüßt. „Es war uns“, bekennt der junge Auswanderer später, „als wenn wir durch dieses goldene Tor in eine Welt von Glück und Frieden einführen.“ Jener junge Mensch, in seinem Äußeren unschwer als Deutscher zu erkennen, hieß Karl Schurz und war trotz seiner dreiundzwanzig Jahre schon eine Art von Berühmtheit. Auf allen preußischen Polizeistationen lag sein „Signalement“ mit der Anweisung, ihn unverzüglich zu inhaftieren, und er selbst wußte genau, daß er in solchem Falle mit dem Allerschlimmsten zu rechnen hatte. Seine Flucht aus der von den Preußen besetzten Festung Rastatt klang wie ein kaum glaublicher Abenteuerroman, besonders aber die Fortsetzung: mit unwahrscheinlicher Kühnheit und Umsicht hatte er es fertiggebracht, seinen Universitätslehrer Kinkel aus der Spandauer Zivilanstalt, das heißt dem Zuchthaus, zu befreien. Ein solcher Draufgänger und Abenteurer, Revolutionär, Rhythmus and Klang! Neue Unterrichtsmethoden in einer Freiburger Fachschule Ich stehe in dem geräumigen, lichten Unterrichtszimmer der Fachschule Oskar Etter. Marschmusik klingt durch den Raum, dann wieder ein Tango, und die Schüler schreiben bei Musik auf den zahlreichen Maschinen Und wenn ich richtig hinhöre, dann erklingt das Anschlägen auf den Tasten der Maschinen lm Takte der Musik. Erstaunt frage ich den Leiter der Schule nach dem Zweck dieser Musik; lächelnd erklärt er mir die neue Methode des Unterrichtes, und ich kann mir denken, daß sie etwas für sich hat. Der Schüler soll sich das Zehnfingersystem in einem Rhythmus und einer Gleichheit an?ewoh- nen. Früher hatte man einen Pendel, der mit monotoner GleichmWigkeit tickte, um eben diesen Arbeitsrhythmus zu erzielen. Der Pendel wirkte aber auf die Dauer ermüdend, und so kam der Leiter auf die Idee, den Rhythmus beim Schreiben und die Gleichmäßigkeit im Anschlag durch Musik zu erzielen. Die Musik steigert auch gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Schreibenden, und ist gleichsam als „Injektion“ für den ermüdenden Geist gedacht. Der Verfechter dieser neuen Unterrichtsmethode, Oskar Etter, war schon vor dem Krieg an einer Fachschule tätig. Nach dem Krieg eröffnet« er eine eigene Fachschule, deren Stundenplan neben Unterricht an der Schreibmaschine auch einen solchen für Stenografie vorsieht, eine besondere Abteilung widmet sich der Ausbildung von Kriegsversehrten. Blinde werden hier in die Geheimnisse des Maschinenschreibens eingeweiht, wenn sie von der Blin- denhandelsschule aus Marburg kommen. Bisher haben 55 Kriegsversehrte in der Freiburger Fachschule das nötige Rüstzeug für eine kaufmännische oder behördliche Betätigung erhalten und wurden wieder vollwertige Arbeitskräfte. H. C. Wieder ein Motorrad verschwunden. Aus dem Hofe eines Hauses im Laubenweg wurde das Kleinmotorrad FB 03—2525, Marke NSU-Fox, 98 ccm, Motornummer 811 792, Fahrgestellnummer 1 611 657, im Werte von 700 DM gestohlen. Motorrad schwer beschädigt. Auf der Kreuzung Eschholz- und Lehener Straße stießen durch Nichtbeachtung der Vorfahrt zwei Motorradfahrer zusammen, wobei eine Maschine schwer beschädigt wurde. v — Auf der Kreuzung Klara- und Engelbergerstraße stieß ein Motorradfahrer auf einen vorausfahrenden Personenkraftwagen auf, dessen Fahrer wegen des Verkehrs plötzlich anhalten mußte. Der Motorradfahrer stürzte und zog sich Verletzungen zu. Liberaler und Illegitimer mochte manchem wie für die USA geschaffen erscheinen. Amerika weiß heute, was es gerade der Rechtlichkeit und dem streng gesetzmäßigen Denken von Karl Schurz verdankt, der mit dem ganzen Einsatz seiner Person, seiner Energie und seiner überragenden Intelligenz dazu beitrug, die amerikanische Gesellschaftsordnung mitzugestaltea und den Staat auf sautjere Grundlagen zu stellen. Karl Schurz war alles andere als ein politischer Phantast. Mit schärfstem Realismus sah er bei seiner Ankunft in Amerika die Lage und stürzte sich mit dem ganzen fanatischen Feuereifer seiner rheinischen Vitalität in das öffentliche Leben. „Er gab das Musterbeispiel dessen, was ein Demokrat ist“, erklärte einer seiner Biographen, „denn er besaß alle Voraussetzungen dafür: Toleranz und ehrlichen Gerechtigkeitssinn, weltoffenes Denken, Bereitschaft zur Mitarbeit im öffentlichen Leben und vor allem den steten Willen zur Kritik, ohne den keine Demokratie leben kann.“ So wurde Schurz zum Mitbegründer der Republikanischen Partei, zum fanatischen Gegner der Sklaverei und zu einem der treuesten Mitarbeiter Lincolns. Englisch sprach er ebenso geläufig wie deutsch. Seine abenteuerliche Vergangenheit, die ihn in Deutschland berühmt gemacht hatte, wurde in Amerika für sein öffentliches Wirken natürlich eine erstklassige Werbung. Er wurde Anwalt, gründete eine deutsche Volkszeitung, reiste im Lande umher und wurde berühmt und gefürchtet wegen seiner „schrecklichen Aufrichtigkeit“. Freies Denken verlangt auch freie Sprache! Nur wenige Jahre hatte es gedauert, Ms er sich durchsetzte; auf echt amerikanische Weise hatte er begonnen, als er, auf einer Keksdose hockend, den Vorübergehenden politische Ratschläge erteilt hatte. Bereits zehn Jahre nach seiner Flucht aus der Alten Welt reiste er wieder über den Ozean, diesmal in hochoffizieller Funktion: Schurz vertrat seine neue Heimat als Gesandter am spanischen Hofe in Madrid. Sein Eintreten für Lincoln und sein Eintreten im Sezessionskriege, wo er eine Division befehligte, besonders aber seine Amtszeit als Innenminister bedeuteten den Höhepunkt von Karl Schurz’ Wirken in Amerika. Der Republikanischen Partei, die ihm zum guten Teile ihren Aufstieg verdankt, blieb er stets verbunden, „unabhängig, aber nicht neutral“. Karl Schurz hat unserer Zelt viel zu sagen. Die Erinnerung an den Kämpfer für die Freiheit, der an der Entwicklung des modernen Amerikas bestimmend mitgewirkt hat, ist in wertvoller Weise dazu berufen, die heran wachsende Generation zu aufgeschlossenem politischen Denken zu führen. R. C. Durch einen tragischen Unglüdksfall verschied am Gestern haben wir unseren lieben Sohn, Gatten und Bruder Sonntag unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Ernst Nolle Onkel Edmund Kämmerer Elektrokonstrukteur Er läßt seine Angehörigen in tiefer Trauer zurück. zu Grabe getragen. Freiburg i. Br., den 18. September 1952 Er durfte von einer Bergfahrt nicht wieder helmkehren. Wir danken allen Bekannten und Fjeunden für die herzliche Adolf Kämmerer und Frau Martha Anteilnahme an unserem schweren Verluste. geh. Middelborg Freiburg 1. Br., den 16. September 1932 Gerda Enzmann Wwe. geh. Kämmerer Marts Kämmerer Die Eltern: Andreas Nolle und Frau Klaus und Wolfgang Die Gattin: Elisabeth Nolle geh. Veit und seine Braut Marion Roland und seine Geschwister „Kn Kreislaufstörungen litt Ich seit 1946: Drude im Kopf, Herzstich«, Einschlafen der Glieder, Schwindelgefühl, Angstzustände, Nervosität usw. Seitdem Ich nun Klosterfrau Melissengeist täglich nehme, fühle Ich, wie all diese Beschwerden schwinden. Wirklich: Ich fühle mich bedeutend wohlerr So schreibt Herr Franz Moers, K.-Brücki Königsforststraße 61. Wieviele Menschen leiden unnötig unter den oben genannten Beschwerden. Wieviel Schmerzen könnten erspart werden, wenn Jeder Klosterfrau Melissengeist rechtzeitig nehmen würde. Denken auch Sie daran: Vorbeugen ist besser als bellen! Klosterfrau Melissengeist, in der blauen Packung mit 3 Nonnen, Ist ln allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Denken Sie auch an Aktiv-Puder! 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Die nachgenannten Organisationen werden aufgefordert, Vorschlagslisten bis spätestens Freitag, 19. September 1962, nachmittags 2 Uhr, hierher einzureichen, und zwar: a) die Gewerkschaften und die selbständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozlal- oder berufspolitischer Zweckbestimmung ein Mitglied sowie einen ersten und einen zweiten Stellvertreter aus den Kreisen der bei der Kasse Versicherten; b) die Vereinigungen von Arbeitgebern ein Mitglied sowie einen ersten und einen zweiten Stellvertreter aus den Kreisen der Arbeitgeber, die für ihre Beschäftigten Beiträge an die Kasse zu zahlen haben. Die Vorschlagslisten müssen von den zur Vertretung der ln Frage kommenden Organisationen unterzeichnet sein. Müllhelm, den IS. September 1993 Der Vorstand Amtliche Bekanntmachungen Polizeiliche Verfügung Aus'Anlaß de* Immentalrennens 1952 Ist am Samstag, 20. September 1932, von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag, 21. September 1952, von 7.30 bis 11.30 und von 13 bis 16 Uhr die Straße Elchhalde oberha.b Weingut Pyhrr bis Bötebuckweg bis Einmündung Sonnhalde polizeilich für Jeden Fahrzeugverkehr sowie Fußgängerverkehr gesperrt. Ausgenommen Hennbesucher mit gültiger Eintrittskarte. Vorhandene Parkplätze: a) Straße Elchhalde, ab Bebgut Pyhrr bis Kurve oberhalb Hebsackgut (ungefähr 230 Meter Länge). Anfahrt: Wintererstraße—Jägerhäusle — Eichhalde. Abfahrt: ln umgekehrter Richtung. Aufstellung der Fahrzeuge: Hechte Straßenseite mit Fahrtrichtung nach Süden. b) Sonnhalde ab Kötebucfcweg bis 1. Kurve (ungefähr 400 Meter). Anfahrt: 1. Herdern — Bonnhalde; 2. Zähringen—Bötebuckweg—Sonnhalde. Abfahrt: Sonnhalde—Herdern. Aufstellung der Fahrzeuge: Hechte Straßenseite mit Aufstellung nach Süden.- * Das Mitbringen von Hunden lat polizeilich verboten. Veränderung. HB A 614 — 11. September 1952: J. H. Kapferer £ Sohn Nacht, ln Fretburg V Br. (Teppiche, Möbelstoffe, Innen-Dekoration, zur Zelt Glümerstr. 23). Die Adelheid Buh geh. Schmldbaur in Freiburg 1. Br. lat durch Tod am 27. Aprü 1928 aus der Gesellschaft ausgeschieden. Gleichzeitig sind Alois Buh, Kaufmann, zur Zelt ln Rottenmüniter, und Frf. Elisabeth Buh, kaufm. Angestellte ln Freiburg 1. Br., in die Gesellschaft alt persönlich haftende Gesellschafter eingetreten. Mit Wirkung vom 17. Januar 1950 wurde die Gesellschaft wieder aufgelöst. Franz Ruh, Kaufmann ln Freiburg 1. Br., Ist nunmehr Allelnlnhaber. Bad. Amtsgericht Freiburg 1. Br. Veränderung. HR A 941 — II. Sept. 1952: Süddeutsche Zähler-, Eich- und Revisions-Anstalt, Inh. Ingenieur Rudolf Kretz, Fretburg i. Br. Die Firma hat den Sitz von Freiburg 1. Br. nach Kirchenbausen verlegt. Bad. Amtsgericht Freiburg 1. Br. Neueintragung. HB A 1509 — 12. September 1952: Sebastian Moser, Bauunternehmung in Frelburg/Br. (Erwlnstr. 24). Geschäftsinhaber: Sebastian Moser, Bauunternehmung ln Freiburg L Br. Bad. Amtsgericht Freiburg 1. Br. Allgemeine Ortskrankenkasse Freiburg i. Br. Bekanntmachung Nach dem Gesetz über die Selbstverwaltung und über die Änderung von Vorschriften auf dem Gebiet der Sozialversicherung (Selbstverwaltungsgesetz), in der Fassung vom 13. August 1952, werden bei jedem Träger der Sozialversicherung als Organe der Selbstverwaltung eine Vertreterversammlung und ein Vorstand gebildet. Nach § 5 der Wahlordnung für die Organe der Selbstverwaltung auf dem Gebiet der Sozialversicherung vom 14. August 1952 hat zunächst Jeder Versicherungsträger unverzüglich einen Wahlausschuß zu bilden. Der Wahlausschuß besteht bei der ^Allgemeinen Ortskrankenkasse Freiburg 1. Br. aus dem Vorstandsvorsitzenden, als Vorsitzender des Wahlausschusses, sowie aus Je 2 Vertretern der Versicherten elnschl. der Rentenversicherten aus eigener Versicherung und 2 Vertretern der Arbeitgeber. Jedes Mitglied des Wahlausschusses hat einen l. und einen 2. Stellvertreter zur Vertretung lm Verhinderungsfälle. Die Wahl der Versicherten- und Arbeitgeber- Vertreter und deren 1 . und 2 . Stellvertreter erfolgt auf Grund von Vorschlägen der Gewerkschaften, der selbständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung und der Vereinigungen von Arbeitgebern. Außer diesen Vorschlagsberechtigten können Vorschlagslisten Gruppen von Versicherten und Arbeitgebern einreichen, wenn sie die Unterschriften von mindestens 200 Wahlberechtigten tragen. Die Vorschlagslisten für die Versicherten- und Arbeitgebervertreter mit jeweils mindestens 6 Personen sind unverzüglich bis spätestens Samstag, 29. September 1952, mittags 12 Uhr, an den Vorsitzenden des Wahlausschusses der Allgemeinen Ortskrankenkasse Freiburg 1. Br., Fahnenbergplatz 6, Zimmer 212, einzureichen. Dem Wahlausschuß obliegt die Aufgabe, die eigentliche Wahl zu den Organen vorzubereiten. Zu gegebener Zeit erfolgt Wahlankündigung. Freiburg L Br., den 15. September 1952 Der Vorsiteende de» Wahlausschusses gez. Breitenbach Der Reichsbnnd der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen hat für den Bezirk Südbaden in Freiburg i. Br., vorläufig Dimmleratr. 17, eine Geschäftsstelle eingerichtet. Allgemeine Sprechstunden: Montag und Freitag von 9 bl* 12 Uhr. Sprechstunden der Betreuerin: Mittwoch von 14.30 bl* 19 Uhr. Sprechstunden des Vorsitzenden: Donnerstag von 18 bis 19 Uhr. Einhaltung der Sprechstunden lat notwendig. Telefonisch zu erreichen: vorläufig unter Nr. 5705 Nachlaß -Versteigerung Am Donnerstag, lg. September 1852, 10 Uhr und 14 Uhr, versteigere Ich gegen bar und 10 Prozent Aufgeld den Nachlaß des Obersten v. Dangsdorf Hauptstraße 52 l Damensalon Louis XVL, , Prismenleuchter, div. Orientteppiche, 1 Schreibtisch, 1 Standuhr, Bücherschränke, Chaiselongues, Waschkommoden, Schränke, dlv. Zimmerkachelöfen, Stühle, Auszugtisghe, Ziertische, Betten mit Haarmatratzen, dlv. Spiegel, 1 kl. Rollschrank, Ulmerschränke, Sofas, l Staubsauger, 1 Truhe, 1 Pelzkiste, 2 Kerzenleuchter, Meißner Porzellan, l Gasherd, l Kohlenherd, l Flurgarderobe, l Teewagen, Kleinmöbel und sonstiger Hausrat Josef Männer Versteigerer — Schätzer Freiburg im Brebgau KronenftraSe 12, Telefon SS38, StadfstraSe 9 Donnerstag, 18. September 1952 Nummer NS DER BIETET VORTEILHAFT! Am Freitag: \'w M % GEG Kassler Rippenspeer 100 g DM Schweineschmalz 500 g DM Marokko CHsardlnen Dose ca. t35 g DM Aus eigenen Kellereien Weift-. Rot- und Süßweine gute Qualitäten in großer Auswahl und zu günstigsten Preisen Erhältlich in den Verteilungsstellen der Konsumgenossenschaften Fahmau i.W., Freiburg i. Br., Lörrach, Waldshut Verkauf an jedermann! Mitglieder erhalten Rückvergütung! Verkauf an jedermann 2 Tage u. Freiburg findet wieder unser überall so beliebter lextttieit-Uetluui$ statt. — Wir sind jetzt noch billiger denn je! 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September Kaffeefahrt Lindenberg Fahrpreis DM 2.50 Abfahrt: 14 Uhr, Talstr. 10 Die Zirkusprinzessin Operette von Emmerich Kalman (Sonntag-Miete A und Freiverkauf) Wiederholungen am Dienstag, 23. September (Dienstag-Miete A) und Mittwoch, 24. September (Außer Miete) Mittwoch, 24. September Kaffeeiahrt Schloß Bürgeln, Badenweiler Fahrpreis DM 3.— Abfahrt: 14 Uhr, Talstr. 10 Donnerstag, 25. September, 20 Uhr In neuer Inszenierung Don Giovanni Oper von W. A. Mozart (Donnerstag-Miete A und Freiverkauf) Vorverkauf ln unserer Hauptgeschäftsstelle Freiburg, Kaiser- Joseph-Straße 229. Telefon 2816, und Autovermietung Rau ob- fuß, Talstraße 10. Telefon 2946 *• a Der Kartenverkauf für die Vorstellungen einer Woche von Montag bis Sonntag beginnt jeweils montags. Kassenstunden: Werktäglich von 10—13 u. 18—J8 Uhr, sonntags von 11—12.30 Uhr. Fernruf 4622 ZENTRAETHEATER emmendingen Freitag bis Montag 28.36; Sonntag 17.30 i. 20.36 Josef Eichheim ln seiner berühmten Frauenrolle! Die falsche Braut Freitag, 22.45 Uhr, der Befa-Film ROTATION Samstag 22.45 und Sonntag 15 Uhr Ohne Beispiel in der Geschichte des Films Elefanten-BoY Mit Sahn FÜCHSENLICHTSPIELE#™»^ Fr. bis Mo« 21.31; Sa. n. So. auch nachm. Einer der besten deutschen Farbfilme? Heidelberger Romanze Samstag 22.45 Spätvorstellung; Sonntag 14 Uhr Rache für Jesse James Marika Rökk — Johannes Heesters in Die Csardasfürstin Ein funkensprühendes Feuerwerk ln Farbe, Licht und Musik Nur Samstag, 26., Sonntag, 21., und Montag, 22. September 1952, jeweils 26.36 Uhr Die Drant des Maharadscha Sonntagmittag keine Vorstellung! T^M%/Tchtstikle ENDINGbN ITSPIELE Blutrache in Montana