BRÜCHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAIGHGAU UND BRÜH RAIN Jahrgang 2 - Nr. 1 Montag, den 2. Januar 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Heuss unterschrieb Amnestie Das Gesetz seit 31. Dezember in Kraft Tonumecem DND-Korreipondentea T.W, Bonn. Da» bereits am 9. Dezember vom Bundestag verabschiedete Amnestie-Gesetz wurde am Silvester-Morgen vom Bundespräsidenten Professor Dr. Theodor Heuss unterzeichnet und in einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger anschließend verkündet. Das Gesetz hat damit am 31. Dezember Wirksamkeit erlangt. In Bonn löste die Verkündung des Gesetzes insofern Überraschung aus, als man mit alliierten Bedenken hinsichtlich der Auslegung gerechnet hatte. Nach einer Meldung der Bundespressestelle hatte die Alliierte Hohe Kommission auf Grund eines Gedankenaustausches mit der Bundesregierung schließlich doch {lavon abgesehen, Einspruch gegen das Gesetz einzulegen, obwohl ihr einige Bestimmungen im Gesetz „nicht klar und eindeutig genug“ formuliert erschienen. Durch einen Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Könrad Adenauer und dem geschäftsführenden Vorsitzenden der Hohen Kommission, Botschafter Andre Francois- Poncet, am 29. und 30. Dezember wurden die letzten Bedenken der Hohen Kommissare aufgehoben. Durch den Schriftwechsel der beiden Vertragspartner kam es zu einer Übereinstimmung in folgenden Punkten: Rückblick und Ausblick. Neujahrsbotschaften führender Männer des Auslandes Frankfurt (DND). In einer Neujahrsansprache erklärte der österreichische Bundespräsident Dr. Renner, alle Österreicher lehnten den Gedanken eines Anschlusses in jeder Form ah, sei es ein Anschluß an Ost oder West. Nord oder Süd. Dt. Renner sprach von berechtigter Entrüstung darüber, daß die Alliierten sich über den österreichischen Staatsvertrag nicht einigen können. Er schloß mit den Worten: „Gebt uns die Freiheit wieder und schafft uns endlich die Möglichkeit, eine politisch und wirtschaftlich sichere Zukunft aufzubauen!“ Bidault:Mut und Vertrauen Der französische Ministerpräsident George Bidault forderte das französische Volk auf, mit Mut und Vertrauen in die Zukunft zu sehen. Wenn man auch von den guten alten Zeiten noch weit entfernt sei, so bestehe trotzdem Hoffnung, daß die Völker alles daran setzen werden, den Weltfrieden zu erhalten. Franse zieht Bilanz Franco sprach in der Neujahrsnacht zum spanischen Volke und erklärte, daß die Beziehungen Spaniens zu den Völkern Amerikas immer enger würden. „Das Mißtrauen derjenigen“, so erklärte Franco, „die vorgeben, uns ignorieren zu können, oder die die Größe unserer Anstrengungen nicht begreifen, kann uns nicht verletzen.“ Moskau klagt Finnland an Eine sowjetische Protestnote wegen Nichtauslieferung von dreihundert angeblichen Kriegsverbrechern 1. Das Gesetz darf sich nicht erstrecken auf Verurteilungen, welche durch die Gerichte -der Besatzungsmächte ausgesprochen worden sind. 2. Der Paragraph 9 des Gesetzes wird dahingehend eingeschränkt, daß nur solche politische Vergehen amnestiert werden, die nach M dem 8. Mai 1945 (nach dem Tage der Kapitulation) und vor dem 15. September 1945 begangen worden sind. 3. Außerdem soll die Straffreiheit nach dem § 9 nicht Urhebern von Angriffen gewährt werden, die gegen die Freiheit und gegen die demokratische Staatsordnung gerichtet worden sind. 4. Der Bundes justizminister soll sich mit den Justizministem der Länder in Verbindung setzen, um gewisse Anwendungs- und Auslegungs-Regelungen festzustellen, die es gestatten, das von den Staatsanwaltschaften zu beobachtende Verfahren einheitlich auszurichten und die den Gerichten als Hinweis auf die Absichten des Gesetzgebers dienen können. Strafen bis zu sechs Monaten Gefängnis und 5000 DM können nach dem nunmehr verkündeten Gesetz erlassen werden, Straffreiheit ist außerdem vorgesehen bei Gefängnis bis zu einem Jahr, sofern sich der Betroffene drei Jahre hindurch straffrei geführt hat. Tito betont Souveränität Marschall Tito bestätigte, wie unser Belgrader Korrespondent meldet, aufs neue Jugoslawiens Entschlossenheit, seine Unabhängigkeit al, souveräner -Staat aufrecht zu erhalten. Gottwaldi Sabotage und Spionage Der Präsident der tschechoslowakischen Volksrepublik, Gottwald, äußerte sich in i seiner Neujahrsbotschaft besonders über ' den Konflikt mit der Kirche. Gottwald sprach dann über den Versuch der Reaktion, die Errichtung des Sozialismus in der Tschechoslowakei mit allen Mitteln und ganz besonders durch Sabotage und Spionage zu stören. JiurFreundeder Sowjetunion“ Der finnische Staatspräsident Paasikivl führte in seiner Neujahrsansprache aus, in Finnland dürfe es keine Feinde, sondern nur Freunde der Sowjetunion geben. Diese Überzeugung gewinne Im finnischen Volke immer mehr an Boden, und zwar in dem Maß, als die Furcht und das Mißtrauen vor der Zukunft schwänden. . Churchill an die Konservativen Winston Churchill rief, wie aus London gemeldet wird, am Neujahrstag die Konservativen Englands auf, bei jeder möglichen Gelegenheit die „skrupellosen Behauptungen und Lügen“ .der Laboun-Hegierung zu bekämpfen, die von dieser bet den allgemeinen Wahlen ausgegeben würden.;».' Franpois-Poncet an das deutsche Volk Bann (DND). Der französische Hohe Kommissar in Deutschland, Francois-Poncet, gab in seiner Neujahrsbotschaft an das deutsche Volk der Hoffnung Ausdruck, daß zwischen Frankreich und Westdeutschland gute und dauerhafte Beziehungen hergestellt werden. Der französische Hohe Kommissar schloß mit den Worten: „Weiche Hindernisse auch in unserem Wege liegen mögen, wir haben den Willen, sie mit Geduld und Ausdauer zu überwinden“. Guderian geht nicht ins Ausland Müchen (DND). Der frühere General H. Guderian stellt Presseberichte in Abrede, denen zufolge er Angebote einer fremden Macht erhalten habe. Zu Äußerungen gewisser Kreise, deutsche Generäle würden demnächst in den USA für kommende Kriege geschult, erklärte der General: „Es ist gänzlich ausgeschlossen, daß ich als deutscher General jemals in den Dienst einer fremden Macht trete.“ Guderian war deutscher Generalstabschef von 1944 bis -1945 und schreibt gegenwärtig seine Memoiren über den zweiten Weltkrieg. Der 61jährige General lebt zusammen mit seiner Frau in einem Zimmer in dem Kloster Dietramzell in Oberbayem. Jannings empfängt Sterbesakramente Bereits mehrfach ohne Bewußtsein Wien (DND). Emil Jannings, der seit einigen Tagen lebensgefährlich erkrankt ist, empfing am Samstag die letzte Wegzehrung. Der 63jährige Kranke der neben einer Leberent- zündung an Gelbsucht und starker Reizung der inneren Organe leidet, war bereits mehrfach ohne Bewußtsein. Urteil im Bakterien-Prozeß Zwangsarbeit für zwölf Japaner Moskau (DND). Wegen Vorbereitung des bakteriologischen Krieges und Vornahme von bakteriologischen Experimenten an russischen, chinesischen und amerikanischen Kriegsgefangenen verurteilte ein sowjetisches Gericht zwölf Japaner zu Strafen zwischen zwei und 25 Jahren Zwangsarbeit. Unter den vier zu 25 Jahren Zwangsarbeit Verurteilten Generälen befindet sich auch der ehemalige Oberbefehlshaber der japanischen Truppen in der Mandschurei Yamada. Fahrstuhl rast in den Keller Unglück in römischem Warenhaus Rom (DND). Vierzehn Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt, als in den letzten Verkaufsstunden des Silvestertages in einem großen römischen Warenhaus das Seil des Fahrstuhles riß und dieser in den Keller raste. Es handelte sich bei dem Fahrstuhl um einen Lift für Traglasten, der wegen des riesigen Andrangs der Menschen zusätzlich für die Personenbeförderung verwendet wurde. An dem Aufkommen von fünf Verunglückten bestehen Zweifel. Schießerei am Neujahrstag Kommunisten-Ünruhen in Kalkutta Kalkutta (DND). Seit sechs Wochen verzeichnet Kalkutta die schwersten Kommuni- sten-Unruhen, die die Stadt seit langem erlebt hat. Am Neujahrstage kam es zu einer Schießerei zwischen Polizei und Kommunisten, wobei vier Polizisten lebensgefährlich verletzt wurden. Die Polizei mußte im Verlauf der unaufhörlichen kommunistischen Demonstrationen Tränengas einsetzen. Am Neujahrsmorgen wurde von einem anderen Demonstrationszug eine Bombe auf Polizisten geworfen. Tag und Nacht sind die Polizeibehörden im Kampf mit den Kommunisten. Explosion in Benzin raff iner i« Drei Todesopfer in Detroit Detroit (DND). Drei Personen wurden getötet und vier schwer verletzt, als es in de* hiesigen Benzinraffinerie im Verlaufe der letzten Nacht zu einer schweren Explosion kam. Der Feuerlösch-Polizei gelang es, eine Ausdehnung des entstandenen Brandherdes auf die nahegelegenen Benzintanks zu verhindern, Ursache des Unglücks war ein Leitungsbrud» im Kompressorgebäude. Bombenanschlag auf Personenzug Neue Unruhen in Malayen-Staaten Jakarta (DND). In den Malayischen Staaten haben kommunistische Terroristen südlich der siamesischen Grenze einen Bombenanschlag auf einen Personenzug gemacht. Der Lokomotivführer wurde »schossen, der Postbeamte des Zuges wird vermißt. Die acht F&irgäste blieben unverletzt. Im Gebiet des Pahang hatten Terroristen ein Gefecht mit Zwei Patrouillen. Sie wurden dann von eine* dritten Patrouille überfallen. Meldungen zufolge wurden drei Terrorist«! getötet Und min^c+onc verwundet. Moskau (DND). Die russische Agentur Tass meldet: Die Sowjetregierung richtete an Finnland eine Protestnote wegen der Nicht- auslieferung von 300 Kriegsverbrechern, die russische Staatsangehörige seien. Die Protestnote wurde dem finnischen Gesandten in Moskau von dem stellvertretenden russischen Außenminister G r o m y k o übergeben. Dieser soll eiklärt haben, die finnischen Behörden hätten einige dieser Verbrecher mit falschen Papieren versorgt, damit sie ihre sowjetfeindliche Aktivität fortsetzen könnten. Die Neujahrsnacht ln Moskau Moskau (DND). Zwölf lang nachklingende schwere Schläge von den Glocken des Kremls läuteten die Neujahrsnacht 1950 in Moskau ein. Gleichzeitig verkündete der Moskauer Rundfunk, daß das sowjetische Volk niemals überzeugter gewesen sei, als gerade in dieser Stunde, daß der Sieg der kommunistischen Sache in aller Welt herbeigeführt würde. In einem Bericht der sowjetischen „Tass-Agentur“ heißt es: „Eine Stunde vor Mitternacht waren die Straßen Moskaus von Menschen angefüllt, die in die Arbeitgrklub* und Kulturpaläste, in Restaurants und ln die Wohnungen ihrer Freunde gingen, Akademiker, Jungarbeiter Studenten und Künstler Ärzte und Ingenieure, Männer und Frauen jeden Alters und jeden Berufs vereinigte)» sich, um das Neue Jahr gemeinsam zu fetörfh In Sans Moskau herrschte eine unbe schreib* Sehe Freude und Fröhlichkeit. Aus allen krtcen und Enden kam Musik. Russische Lieder hallten in die Winternacht hinaus.* US-Misslon nach Formosa? Washington (DND). Der amerikanische Kongreß tritt diese Woche wieder in Washington zusammen und wird am Mittwoch die Botschaft Präsident Trumans über die Lage entgegennehmen. Truman dürfte in dieser Botschaft auch die amerikanische Politik gegenüber China berühren. Wie aus Washington weiter gemeldet wird, Ist das amerikanische Außenministerium der Ansicht, das politische Risiko einer Unterstützung des düskreditierten Tschiangkaischek könne größer sein als die Gefahr, daß Formosa von - den Kommunisten eingenommen werde. Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im Senat, Senator Connally, •rklärte, ein bewaffneter Konflikt sei durchaus nicht wahrscheinlich. Im Hinblick auf den fern«! Osten erklärte Connally: „Wir dürften eins Mission nach Formosa entsenden, die dis Lag§ untersuchen und dem Präsidenten Vorschläge unterbreiten wird.“ Nach vlermonatiger Flucht traf eine Lübek- l&rin, die als Krankenschwester in die rus- sftjhö Gefangenschaft geraten war, aus dem Ural in ihrer Heimat ein. Die 26jährige war 1649 in Königsberg gefangen genommen wordene {DND) Höher als das Recht steht die Gerechtigkeit In seiner Silvesteransprache, die nicht nur an- die Bevölkerung der Bundesrepublik, son- dern auch an die Deutschen in Mittel- und Ostdeutschland gerichtet war, führte Bundespräsident Dr. Heuss folgendes aus: „Nicht ohne innere Bewegtheit, das glaube man mir, spreche ich in dieser Stunde. Das Wort gilt nicht bloß den Bürgern und Bürgerinnen der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch unseren Brü<%n und Schwestern in den mittel- und ostdeutschen Bezirken. Sie sollen und müssen spüren, daß die politische Sonderung dieser Gegenwart, Spiegelung der selbstverschuldeten Ohnmacht dieser Geschichtsstunde, wohl von uns gesehen, aber niemals anerkannt wird. Es liegt an uns hier, es liegt an euch drüben, daß das Bewußtsein, das Geist und Seele trägt, aus den Kräften des gemeinsamen Volkstums und der gemeinsamen Geschichte sich nährt. Und ich habe keine Botschaft mit Verheißungen zu geben, ich kann nur versuchen, die Empfindungen und Wünsche, die uns alle bewegen, auszqdrticken. Es geht eine ganz leise Regung der Freude ■durch unser Herz, wenn die Notiz der Zeitung einmal statt der paar Hundert, nun Tausende nennt, die aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten. Also kann es auch schneller gehen. Es kann, es muß viel schneller gehen. Eine internationale Zusage, daß mit Ende 1948 jede Kriegsgefangenschaft beendet sein soll, ist nicht gehalten worden. Unser forderndes Wort richtet sich an alle Staaten, die noch Deutsche zurückhalten — es handelt sich nicht bloß um die Sowjetunion — des grausamen Spiels genug sein zu lassen. Unser forderndes Wort richtet sich auch an die Heimat, ihre Behörden und ihre Bürger, ihre Arbeitsämter und ihre- Arbeitgeber, &va*-e den späten Heimkehrern eine sonderliche Stütze zu geben, damit ihre Hoffnung auf das neue und das freie Leben nicht in Enttäuschungen zerrieben werde. Der Katalog der deutschen Not und Nöte ist unabsehbar. Wollte ich ihn reihen, so würde es eine Kette grauen Elends sein und morgen würden die Briefe kommen: Aber mich, uns, unsere Gruppe hast du vergessen. Weißt du nichts davon? Ich weiß schon davon. Denn dieses Amt, ich sagte es schon einmal, ist nicht bloß ein Magnet der Hoffnungen, sondern auch der Verzweiflungen geworden. In den Gesetzentwürfen der Bundesregierung, in den Anträgen der Fraktionen, in den Denkschriften der Verbände sammeln sich die Pläne, die Forderungen, die Wünsche "und Erwartungen. Was wird davon erfüllt werden können? Und wann? Es bedarf dazu mehrerer Voraussetzungen. Der Arbeitsstil der neuen gesetzgebenden Körper muß erst gesichert sein und sich einspielen. Er ist noch recht unvollkommen. Das wissen die Nächstbeteiligten selber am besten. Doch das Schimpfen und Höhnen an der Bierbank ist nicht die rechte Begleitmusik; denn nie war einem Parlament, in einem Staatenwesen, mit geknickter Souveränität, eine solche Last auferlegt. Verweigern ihm der böse Willen oder die Ungeduld das Vertrauen, so heißt es nur unfrohe Lähmung. Wollt Ihr wieder den Reichtstag der Dreißigerjahre, wo alles so glatt ging? Es war der glatte Weg, der ia den Abgrund führte. Das demokratische Verfahren war nie glatt und bequem. Mit seinen Bremsvorrichtungen verteilt es die Verantwortung, und im tiefsten Sinn will es den Bürger dazu erziehen, selber Verantwortung zu übernehmen. Ein zweites, um den Sorgen zu begegnen, ist dies: Die Wirtschaft in Gang zu bringen und wo sie im Gange ist, ihre Leistungskraft zu erhalten. Die Steigerung des Sozialproduktes der in der Arbeit Stehenden ist die Bedingung, daß auch die anderen, die Alten und Kranken, die Kriegs- und Berufsversehrten, die Hinterbliebenen mit einem Versorgungsanspruch, die Heimat- und Herberglosen mitgetragen werden können. Ich will nicht in den Meinungsstreit eingreifen, welche soziale Ordnung dafür die beste Gewähr bietet. Ich bin etwas mißtrauisch gegenüber diesem modisch gewordenen Begriff, der die Buntheit des Lebens gar zu schnell in abstrakte Vorstellungen zu pressen droht. Das Leben bleibt bunt. Ich will ein paar ganz einfache Dinge sagen. Wir müssen in gemeinsamen Mühen den Widerspruch niederzwingen, daß Aufgaben, die Aufträge werden sollen, an allen Straßenrändern warten, und zu gleicher Zeit Arbeitslose durch diese Straßen schleichen. Die Antwort verschränkt sich mit den Entscheidungen der Kredit- und Steuerpolitik, mit den Sorgen um Kapitalbildung, mit der Rückgewinnung der internationalen Freizügigkeit für die beste deutsche Waren- und Arbeitsleistung. Aber die Frage bleibt uns gestellt. Wir spüren Monat um Monat deutlicher, daß auch die Welt, die uns das Problem der Heimatvertriebenes auferlegt hat, begreift, daß hier nicht bloß ein« unsägliche deutsche Last entstand, die zu Montag, den 2. Januar 1950 überwinden wir uns bemühen, sondern «u einer Weltverantwortung angewachsen ist Mir scheint in dieser Stunde ein Wort des Dankes angemessen, für die Treue und entsagungsreiche Arbeit der breiten Schichten, die •ft ganz danklos das primitive Leben-können über die Jahre der Zerbrochenheit hinweg ermöglicht haben, an den Bauern, der mit schlecht gewordenem Gerät, mit geringem Dünger, seinen Ertrag beschaffen sollte, an den Beamten und Lehrer, die ihren Dienst bei schlechter Ernährung von viel Unsicherheit gequält verrichteten, an das ganze Millionenheer der Arbeiter und Angestellten,' die in verhaltener Ruhe den zerbröckelnden Sockel der Lebensmöglichkeit neu sicherten. Der JDank~gilt einzelnen Männern und Frauen. Er gilt Verbänden, zumal den Gewerkschaften. In den letzten Monaten sind der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Industrie- und Handelstag, ist die Einheit der gewerblichen Fach- verbände neu geschaffen worden. Sie haben ihre gesonderten Aufgaben wirtschaftlicher, sozialer, auch erzieherischer Natur. Welche Leistungen umschließt etwa das Wort Gewerkschaftsjugend! Ich weiß etwas davon aus früherer freundschaftlicher Mitwirkung, welche Verantwortung ruhen bei Handwerk, Handel, Industrie auf der Ausbildung und Pflege des Nachwuchses! Denn nur ein höchstes berufliches Vermögen gibt einer so um Jahre betrogenen Generation die Lebensgarantien, die auch die Gacyitien des Volkslebens sind. Soll ich die Gedanken weiter spinnen, zu dem Schicksal der Wissenschaft und Forschung, wo -staatliche Pflichten privater Einsicht bei der Förderung sich begegnen müssen? Doch kommt es mir jetzt, wenn ich an den neuen Stand der Zweckorganisationen erinnere, mehr auf anderes an: Auf den Wunsch, diese Gebilde mögen sich in freiem Willen zur Klärung ihrer Positionen und der sachlichen wie seelischen Überwindung der gegebenen Gegensätze finden. Man muß zur Freiheit der Verständigung mehr Zutrauen haben, als zu dem zwingenden Paragraphen des staatlichen Gesetzes. Er ist gewiß unentbehrlich, doch gewinnt er seine bessere Wirkkraft, wenn er nicht vorher in politischen Machtkämpfen zerschunden wird. Es ist nicht ein rührseliges Bedürfnis, die inneren sozialen Spannungen gelockert zu wissen. Die Dinge sind ein Politikum. Ich, für meine Person, habe nie allzuviel gehalten voft der doktrinären Scheidung zwischen Innen- und Außenpolitik, wie sie bei uns einem Ranke-Wort über das Primat des Äußeren angehängt ist. Eine zugleich feste wie loyale Innenpolitik, die die Demokratie nicht bloß als ein mechanisches Instrument begreift, ist heute, zumal heute für die Deutschen die beste, vielleicht die einzige Außenpolitik, sofern man von einer solchen zu reden wägt/ Hier geht unser Gespräch über in das Gespräch mit den Besatzungsmächten. Das Jahr 1949 gab den Deutschen der drei westlichen Zonen die Chance zum Neubeginn einer gemeinsamen Staatlichkeit. Sie ist genutzt worden. Auch in ihrer eingeengten Souveränität hat die Bundesrepublik Deutschland ihre Legitimation durch Volkszustimmung erhalten. Aber wir wissen, daß ihre Kräftigung yon einer Ausweitung des wechselseitigen Vertrauens abhängt. Das ist der Inhalt unserer Bemühungen: Die Trümmer der Geschichte zu beseitigen, die zwischen dem deutschen und dem französischen Volk liegen; dem Verhältnis zu England jene Klarheit zurückzu- geberi, die vor einem halben Jahrhundert verloren ging. Und wir wissen, dankbar für viel Verständnis in der Schweiz, in Schweden, in Italien und andererwärts, daß ein europäisches Gesamt nicht in großmächtigen Ansprüchen entsteht, sondern nur aus dem Geist, der jedem Staat und jedem Volk seine Rechte beläßt, seine Achtung erweist Ich würde mir selber untreu werden, würde ich in dieser Stunde nicht ein besonderes Wort an Amerika richten. Nicht davon soll jetzt gesprochen werden, was immer ein Geschichtsvorgang eigenster Art bleiben wird, daß der Sieger im Krieg nach dem Ende des Kanonengebrülls zum Helfer geworden ist. Wir. wissen, daß im amerikanischen Volk die Anschauungen über Deutschland noch miteinander ringen. Wir wissen, wie bei uns selber, daß diese Hilfe von manchen gestauten Ressentiments über dieses und jenes Geschehen bedroht ist Darüber hinwegzukommen ist eine seelische Aufgabe. Die Tage vor Weihnachten brachten einen tröstlichen Vorgang. Aus dem Gefängnis in Landsberg sind einige Dutzend Verurteilte freigegeben worden. Dafür sind wir dankbar, ohne sagen zu wollen oder sagen zu können, daß es in jenem Fall gerade die waren, an die wir denken, denn wir denken an sie und an Männer in den Kerkern anderer Staaten. Da ist irgend ein Stachel in unserem Bewußtsein. Das Recht ist freilich eine harte Sache. Es wird, tiefe Weisheit, dort nur richtig gefunden, wo der Rieh-. ter selber in der Lebensluft des Angeklagten stand. Ach, das wäre ein weites Kapitel, von der Beziehung zwischen Krieg, Recht und ihrem Wandel zu reden. Höher aber als das Recht steht die Gerechtigkeit, deren innigstes Vermögen ist die Gnade. Ist auch diese ein Politikum? Sie kann es sein, sie braucht es nicht zu sein. Sie ist die göttliche Kraft in die Hand des Menschen gelegt. Wir gehen in das neue Jahr mit einer seltsamen Mengung der Gefühle. Es gibt nach altem Brauch heute Nacht, gibt in den nächsten Wochen viel ausgelassene Fröhlichkeit. Man hat mir geschrieben, ich solle das verbieten. Das kann ich nun nicht, und ich bin selber ein Freund des fröhlichen Wesens. Aber man möge spüren, daß diese Zeit ihre Grenzen fordert. Es gibt Leute, die in den nächsten Minuten ungeduldig aus einem halben Jahrhundert herauskommen wollen, das so viel geschichtliches Leid umfaßte. Und sie müßten doch noch zwölf Monate warten. Dem frommen Gemüt ist der Auftrag gestellt der hoffenden Ergebung. In Rom ist die Heilige Pforte von St. Peter geöffnet, auch für den Strom deutscher Pilger, die zwischen der Unruhe dieser Welt dort die Ruhe in Gott finden wollen. Dieses Jahr 1950 wird zugleich im Zeichen jenes Johann Sebastian Bach stehen, der nach Luther schöpferischsten Erscheinung des deutschen Protestantismus. Das Bekenntnis seiner Töne hat den konfessionellen Raum gesprengt. Warum sage ich das? Weil mich die Sorge quält, der Konfessionalismus mit Statistiken und Mißtrauen könne zur Last werden. Er Ist deutsches Geschichtsschicksal und muß in seiner geistigen Fruchtbarkeit, darf nicht in seiner staatlichen Beschwerlichkeit gesehen werden. Das Losungsbüchlein der Herrenhuter aber schenkt dem beginnenden Tag das Moses- Wort: „Gedenke an den Herren, Deinen Gott, denn Er ist’s, der die Kräfte gibt.“. Der Weg ins Freie Ministerpräsident Dr. Beinhold Maier, General Charles P. Gross, Landtagspräsident Keil, Dr. Eberhard und Oberbürgermeister Klett sprachen am Jahresende Stuttgart (DND). Zum Jahresende sprachen der württemberg-badische Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier, General Charles P. Gross, Landtagspräsident Keil, Rundfunk- Intendant Dr. Eberhard und der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Klett an Silvester und am Neujahrstag über Radio Stuttgart zu der Bevölkerung. „Zum fünften Mal“, so führte Dr. Maier aus, „ergreife ich am Jahresschluß das Wort, um zu der Bevölkerung unseres Landes zu sprechen, Morgen schreiben wir 1950! Was waren die letzten fünf Jahre für Jahre! 1945 sind Schläge von einer Wucht auf unser Vaterland und auf jeden Einzelnen niedergegangen, daß nur Ratlosigkeit, dumpfes Hinnehmen übrig blieb. 1946, 1947 steigerte sich das Dunkel zur Düsternis. Oft sahen wir keinen Ausweg mehr. Wir standen in der Gefahr, daß totale Finsternis sich herabsenke und endgültig uns und Deutschland bedecke. 1948 erschien ein kleines Licht. 1949 hat es sich noch helier entzündet. Viel bleibt noch zu tun, tausenderlei Gefahren lauern noch am Weg, große Teile unseres Volkes sind in schwerer Not, da und dort.in bitterster Not. Aber ein Gefühl ist allgemein: Wir haben den Weg ins Freie gewonnen. Wenn man uns in sich steigernder Freiheit und Selbständigkeit weiter wirken läßt, werden wir es schaffen. Arbeit war unser Los im vergangenen Jahr, mehr, ertragreichere Arbeit ist Ziel und Pflicht im neuen Jahre. Die Losung des Jahres 1950 ist: Schutz jedem, der arbeitet. Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen. Gelten soll aber auch: Wer ehrlich arbeitet, der soll auch seinen ehrlichen Lohn erhalten. Wir sind das Land mit den günstigsten Beschäftigungszahlen. Uns steht es an, als festes Ziel der Zukunft einen weiteren Satz zu verkünden: Wer ehrlich arbeitswillig ist, dem steht ein Recht zu auf solche ehrliche Arbeit. 1950 werden wir der Welt das Beispiel geben, wie ein ganzes Volk daran geht, eine Scharte auszuwetzen und in friedlicher Arbeit und in freiem Wettbewerb der Mitwelt wieder Achtung abzuringen. Die neu sich offenbarende Tüchtigkeit des deutschen Volkes hat schon begonnen, unseren moralischen Stand im Ausland zu verbessern. Wir werden Fortschritte erzielen, Rückschläge erfahren. Wir werden aber leben. Hüten wir uns vor Ungeduld. Ein Übermaß von Ungeduld hät uns Deutsche in die Verwirrungen und Verstrickungen der Gegenwart geführt. Nicht die Ungeduld, sondern ihr Gegenteil, die Geduld ist die Tugend eines besiegten Volkes. Halten wir Disziplin. Das Übrige wird uns dann zufallen. Wir können nur eines nach dem andern. Unser zerstörtes Vaterland und alles, was es an Liebenswertem und Lobenswertem birgt, kann nur schrittweise Wiedererstehen. Vieles ist schon geschehen, vieles geschieht jetzt, vieles wird geschehen. Hüten wir uns vor ungestümem Verlangen. Es führt, weil unerfüllbar, zu Zwistigkeit, Streit und Uneinigkeit. Wir brauchen aber Einigkeit. Wir haben große Hilfe erfahren, Hilfe von dieser Welt, sichtlich große Hilfe von oben. Wir wollen in dieser feierlichen Silvesterstunde in Dankbarkeit hieran denken und unsere Seele stille sein heißen vor Gott, der uns hilft.“ „... Den Frieden bewahren" „Im- Frieden“, so sagte General Gross, „stehen wir heute an der Schwelle einer neuen Zeit. Die meisten vornins sehen freudig in die Zukunft und sind fest entschlossen, Vernunft walten zu lassen und den Frieden zu bewahren, unsere Differenzen äuszugleichen und die uns allen gemeinsamen Anschauungen und Bestrebungen zu vereinen. In den kommenden Jahren wird zwar die Intrige die Weisheit herausfordern, Ruhmsucht und Prahlerei werden versuchen, einen Druck auf friedliche und zufriedene Menschen auszuüben. Aber wenn wir darauf bestehen, daß Verständnis der Verleumdung vorzuziehen ist, daß Friede ein besseres Mittel und ein höheres Ziel ist als der Krieg, dann wird es nie wieder geschehen, daß die überwiegende Mehrheit eines großen Volkes von einer kleinen Minderheit von Militaristen und Fanatikern in die Irre geleitet wird. Das deutsche Volk hat kürzlich gezeigt, daß es an einer neuen Wehrmacht kein Interesse hat; es hat gezeigt, daß es kein Interesse hat an Radaubrüdern, die den alten Haß wieder anfachen gegen Minderheiten oder kleine Gruppen in seiner Mitte oder an seinen Grenzen, die das Ergebnis, das ureigenste Erzeugnis des Hasses sind. Dieser Haß ist dem Lande Württemberg-Baden fremd, diesem Lande der Albertus Magnus, Reuchlin, Kepler und Schiller. Wir vergessen nicht die humanistischen Traditionen dieses Teiles von Deutschland; wir vergessen nicht den guten Kampf für die Demokratie im Jahre 1849, der noch weiter ging, nachdem der Norden die Schlacht bereits aufgegeben hatte. Wir vergessen auch nicht den Widerstand gegen Hitler und die Nazis. Es genügt jedoch nicht, sich zu erinnern. Die guten Traditionen müssen wieder aufleben. Möge unsere Haltung in diesem vor uns liegenden halben Jahrhundert von jenen geformt werden, welche die Humanität lieben und praktisches Christentum üben. Wir wollen nicht die Hände in den Schoß legen und darauf warten, daß andere Geistesgröße zeigen. — „Siegen wird, wer sich selbst besiegt.“ In der Jahrhundertmitte „In wenigen Stunden“, erklärte Dr. Fritz E b e r h a r d u. ü., „haben wir das zwanzigste Jahundert bi&zur Mitte durchlebt. Gerade wir DeutschepdBffen nach zwei furchtbaren Kriegen auch sagen: wir haben es durchlitten. Ein allgerneines- Gefühl der Unsicherheit, ein Gefühl der Angst, das ist die Folge dieser von uns erlebten Geschichte. Wir leben in-Angst vor Hunger und Arbeitslosigkeit, vor Bomben und Atombomben. Was können wir tun, um diese Angst zu überwinden? Wie können wir den Weg von der Lebensangst zum Lebensmut gehen? Unsere Aufgabe ist, die sittliche Grundlage wiederzufinden und daraufsihser Leben aufzubauen, als Einzelne wie als Volk, im Privatleben wie im öffentlichen Leben. Wir müssen versuchen, mutig „ja“ zu sagen zu einem Leben, dessen wir uns nicht zu schämen brauchen, nicht vor uns selber, nicht vor unseren Eltern, nicht vor unseren Kindern, nicht vor Gott. Haben genug Deutsche starke Herzen zu einem mutigen Weg in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts? Ich glaube, ja. — Der Mut ist bei uns doch stärker als die Angst. Und ich weiß, das ist gerade bei einem großen Teil der deutschen Jugend so. Sie hat Tapferkeit, Opferbereitschaft und Kameradschaft gelernt im grausamen Geschäft des Krieges. Sie wird Tapferkeit, Opferbereitschaft und Kameradschaft auch im Kampf des Friedens aufbringen, wenn sie nur eine Hoffnung sieht“ Atmosphäre des Selbstvertrauens Nach einem Rückblick über die innerpolitische Entwicklung der vergangenen Jahre führte Landtagspräsident Keil u. a. aus: „Einer der Weisesten, die auf dieser Erde gewandert sind, Goethe, sagte vor genau 125 Jahren, es sei für eine Nation nur das gut, was aus ihrem eigenen Kern hervorgegangen sei Wenn er hinzufügte, alle Versuche, ausländische Neuerungen einzuführen, wozu das Bedürfnis nicht im tiefsten Kern der eigenen Nation wurzele, seien töricht und alle Revolutionen dieser Art seien ohne Gott, der sich von solchen Pfuschereien fernhalte, so ist diese Lehre hgute nicht ungültig. Sie kann nur der Beachtung empfohlen werden. Die Bevölkerung unseres Landes muß, wenn sie in diesem Jahr eine neue Volksvertretung wählt, von dem Bewußtsein getragen sein, daß ihr Votum eine Willenserklärung darstellt, die nicht in ihr Gegenteil verkehrt werden dart Der Landtag für Württemberg-Baden hat in den drei Jahren seines Bestehens bewiesen, daß er seine Aufgabe ernst nimmt. Wir wünschen, daß sein in diesem Jahr, für welches Staatsgebilde immer, zu wählender Nachfolger in einer Atmosphäre des Selbstvertrauens gewählt wird und daß er in dieser Atmosphäre seine Tätigkeit ausüben kann. An ernsten großen Aufgaben wird es der Volksvertretung unseres Landes auch im Rahmen der Bundesrepublik Deutschland nicht fehlen.“ Jahrhundert des Menschen „Ich glaube“, so erklärte Oberbürgermeister Dr. Klett- in seiner Ansprache u. a„ „daß dieses Neujahr 1950 mehr ist als ein üblicher Jahresanfang. Es ist auch wahrscheinlich mehr als eine Halbjahrhundertwende: Unter großen historischen Aspekten gesehen, dürfen wir wohl sagen, daß jetzt ein ganzes Jahrhundert zu Ende gegangen Ist: Das Jahrhundert der sogenannten exakten Naturwissenschaften, das Jahrhundert der Nationalstaaten, das Jahrhundert eines allzu materialistischen Denkens. Das neue Jahrhundert fordert ein neues Denken und mit dem neuen Denken einen neuen Menschen. Tragen wir alle unser Teil dazu bei, daß dieses neue Jahrhundert ein Jahrhundert des Menschen werden kann, in dem des Menschen höchstes Recht ist, wieder leben zu können als Mensch in des Wortes umfassendster Bedeutung.“ Mac Cloy: Wir kommen ans Ziel Berlin (DND). Der amerikanische Hohe Kommissar in Deutschland, John MeCloy, erklärte in seiner Neujahrsbotschaft an das deutsche Volk, daß es die nächste Aufgabe sein müsse, West-Berlin auf den Wirtschaftsstandard Westdeutschlands zu bringen. MeCloy, der in deutscher Sprache sprach, erklärte: „Dank dem guten Willen, der großen Hilfeleistung von unserer Seite sowie der großen Energie und Initiative auf deutscher Seit« ist es gelungen, das Wirtschaftsleben im Bundesgebiet auf ein erstaunlich hohes Niveau zu bringen. Die Situation in Berlin ist jetzt und wird für die unmittelbare Zukunft so unnatürlich sein, daß wir hier nur unter größten Schwierigkeiten und bei größten Anstrengungen das erreichen können, was in Westdeutschland erreicht worden ist.“ Der Hohe Kommissar beendete seine Rede wie folgt: „Die Bevölkerung von Berlin kann versichert sein, daß wir unsere Energie und unseren Einfluß entschlossen dafür einsetzen werden, um Berlin auf dasselbe Niveau zu bringen. Wir haben noch ein langes Stück des Wegs zu gehen. Aber wir werden ans Ziel kommen. Das Ziel ist und bleibt ein gesundes demokratisches Deutschland. Ich wünsche Ihnen allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.“ * In einer Neujahrsbotschaft der drei alliierten Hohen Kommissare an Bundespräsident Dr : Heuss heißt es u. a., das deutsche- Volk könne mit Zufriedenheit auf das gerade zu Ende gegangene Jahr zurückblicken, denn dieses habe große Fortschritte für Deutschland mit sich gebracht. Die drei alliierten Hohen Kommissare wiesen darauf hin, daß ; die Bundesregierung in Deutschland ein großes Prestige besitze und die Hochachtung des Auslandes errungen habe. Die Bundesrepublik sei dabei, ihren Platz innerhalb der europäischen Völkergemeinschaft wieder einzunehmen. Die Hohen Kommissare versicherten abschließend, daß die Bundesregierung und das deutsche Volk bei den noch zu bewältigenden Aufgaben mit ihrer vollen Unterstütz zung rechnen können. In seinem Antwort-Telegramm an die Ho* lien Kommissare erklärte der Bundespräsident u. a.: „ Für die herzlichen Neujahrs- Glückwünsche, die sie dem deutschen Volk und mir übermittelt haben, möchte ich meinen aufrichtigen Dank zum Ausdruck bringen. Im besonderen ist es mir ein Bedürfnis, für die Worte der Anerkennung zu danken, di« Sie für das ernste Bemühen des deutschen Volkes gefunden haben, sich.in freien Wahlen von “echt demokratischem Geist getragene Organe zu geben, die es vermocht haben, nicht nur den Wiederaufbau Deutschlands erfolgreich in Angriff zu nehmen, sondern auch das Vertrauen der anderen Völker schrittweise wieder'zu erlangen und gleichberechtigt Beiträge zur internationalen Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet zu leisten.“ Pieck zum neuen Jahr Fritz Ebert beglückwünscht Grotewohl Berlin (DND). In seiner Neujahrsbotschaft über das Rundfunknetz der Ostzone rief Wilhelm Pieck, der Präsident der ostzonalen Regierung, kurz vor Mitternacht alle Deutschen im Osten und Westen auf, für den Frieden und die Einheit Deutschlands im Rahmen einer nationalen Front zu arbeiten. Während das vergangene Jahr in Ostdeutschland auf allen Gebieten der Wirtschaft und der Versorgung auf der Basis der großen Aktivisten- Bewegung beträchtliche Fortschritte erbracht habe, werde, so meinte Pieck, die westdeutsche Wirtschaft durch den Marshall-Plan, di« Demontage und den Entzug von Rohstoffen mehr und mehr ruiniert. Präsident Pieck erklärte anschließend, «ine» der bedeutsamsten Ereignisse des kommenden Jahres seien „die demokratischen Wahlen im Oktober". Diese Wahlen würden keine Scheinwahlen sein, wie die von Westdeutschland im vergangenen Jahre. Otto Grote wohl, der Ministerpräsident der Ostzonenregierung, der sich lange Zeit unter sowjetischer Bewachung im Krankenhaus befand, empfing am Neujahrstag von dem Oberbürgermeister des Ostsektors von Berlin, Fritz Ebert, Neujahrsglückwünsche. Ebert begrüßte ihn im Namen des Volkes von Berlin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie beide zusammen noch möglichst lange für die Freundschaft mit der Sowjetunion und den Volksdemokraten gemeinsam kämpfen könnten. Bidaults Lage wieder kritischer Drei neue Vertrauensvoten verlangt Paris (DND). Die französische Budgetkris« geht weiter. Die Nationalversammlung vertagte sich am Neujahrstag früh nach einer stürmischen Nachtsitzung, in der Ministerpräsident Bidault drei weitere Vertrauensvoten verlangte und zwar bei den kommende! Abstimmungen über neue Steuern zur Deckung des Haushaltfehlbetrages, über die Anerkennung des Grundsatzes, daß der Staatshaushalt ausgeglichen werden müßte, und über das Haushaltsgesetz als Ganzes. Di« Nationalversammlung tritt am Montag wieder zusammen, um über die drei Vertrauensvoten abzustimmen. In Paris ist man der Meinung, daß die Lage der Koalitionsregierung jetzt kritischer geworden sei. Zu zwei Punkten des Haushaltsplanes hai die Nationalversammlung dem Ministerpräsidenten bekanntlich bereits das Vertrauen ausgesprochen. Sie billigte am Samstag abend ein Zwölftel der Haushaltsausgaben von 1949, unj der Regierung zu ermöglichen, Ihren Verpflichtungen nachzukommen. V Mohfär * »«»nsf 1950 Suezkanal nicht mehr groß genug Stichkanal soll bessere Durchführungsmöglichkeiten schaffen — Auch Deutschland an den Arbeiten beteiligt Als man am 17. November letzten Jahres das 80jährige Bestehen des Suezkanals leierte, begann man auch schon mit den Vorbereitungen zur Durchführung eines neuen Projektes, um die Wasserverbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer zu verbessern. Der Suezkanal genügt den Ansprüchen des immer größer werdenden Seeverkehrs nicht mehr. Es handelt .sich nämlich darum, durch den Bau eines Stich- kanals gleichzeitig einer großen Anzahl von Schiffen die Durchfahrt durch den Kanal zu ermöglichen. Wohl sind einige Ausweichstellen vorhanden, die es mittelgroßen Schiffen erlauben, bei einem sorgsam ausgeklügelten Fahrreglement aneinander vorbeizufahren oder sich zu überholen. Aber die durchschnittliche Breite des Kanals von 50 Metern läßt nur einen beschränkten Verkehr zu, so daß manche Schiffe oft tagelang warten müssen, ehe sie den Kanal passieren können. Befinden sich große Schiffe auf der Durchfahrt, so ist der Kanal oft für die Dauer der ganzen Durchfahrt — das sind bei vorgeschriebener Geschwindigkeit etwa 18 Stunden — auf seiner gan 7 "” T.änge von 161 Kolimeter gesperrt. t ftsweichstelle Bittersee Der Erbauer des Suezkanals, Ferdinand v. Lesseps, hatte zwar einen in zwei Richtungen befahrbaren Wasserweg geplant. Die Ausführung seines Vorhabens scheiterte jedoch, da man sich vor den Kosten und den Schwierigkeiten fürchtete, nachdem man mit Müh’ und Not den einfachen Kanal in 13 Jahre 7 fertiggestellt hatte ' e Arbeiten am neuen Projekt werden Anfang dieses Jahres in vollem Umfang aufgenommen. Im Sommer 1951 soll der 10 Kilometer lange Stichkanal von K a n t a r a nach Ferdane eingeweiht werden. Damit sind aber noch nicht alle Vorhaben äusgeführt. Es soll nämlich noch im Bittersee eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden und außerdem will man den Suezkanal in seiner ganzen Länge auf 11,5 Meter Tiefe ausbaggern, um auch Schiffen mit größtem Tiefgang die Durchfahrt zu ermöglichen. Die Suez-Kanalgesellschaft glaubt, mit etwa 10 Millionen Dollar den Bau des Stichkanals durchführen zu können. Baufirmen aus verschiedenen Ländern Europas haben bereits Werkzeuge und Maschinen nach Ägypten transportieren lassen. Der größte Teil der Arbeiten wurde an französische und holländische Unternehmen vergeben. Doch auch Deutschland ist an der Durchführung dieses Projekts beteiligt. Es werden nämlich deutsche Techniker eingesetzt, und eine Firma in Köln hat Lieferungsaufträge für eine Anzahl von schweren Eimerbaggern erhalten. Die Eile, mit der man an die Verwirklichung des Projekts geht, wird damit erklärt, daß man dem Plan, einen Konkurrenzkanal von Aka- b a nach Gaza zu bauen, zuvorkommen will. König-Faruk-Kanal Die verbesserte Seeverbindung zwischen Mittelmeer und Rotem' Meer wird von _allen seefahrenden Nationen begrüßt werden.~"Den größten Nutzen wird aber Ägypten daraus ziehen. Zur Zeit stehen die Verwaltungsrechte über den Suezkanal der internationalen Kanalgesellschaft zu. Im Jahre 19'8 ist aber der Konzessionsvertrag abgelaufen, so daß die Regierung in Kairo dann allein über einen der wichtigsten Wasserwege auf unserem Planeten zu bestimmen hat. Obwohl sich heute noch der größte Teil der Aktien in Händen französischer Privatleute und der britischen Regierung befindet, beanspruchte Ägypten kürzlich die meisten Stimmen in der Kanalgesellschaft und es bekam sie auch. Ausländische Beobachter befürchten. Solange Ägypten nur sein verbuchtes Recht auf die 300 000 Pfund Konzessionsgebühren jährlich hat, hegt man keine Sorgen. Aber man weiß nicht, wie das politische Bild im Nahen Osten in 18 Jahren aussehen wird. Deshalb hat man auch resignierend zur Kenntnis genommen, daß der neue Stichkanal, kaum daß mit seinem Bau begonnen würde, als ein ägyptischer Besitz gefeiert wird. Und seinen Namen hat er schon: König-Faruk I. - Kanal. (prd.) AUS DEM SÜDWESTEN Gefecht im DP-Lager Böblingen (hpd). Mehrere Lagerinsassen des DP-Lagers Unterjettingen — es handelt sich in der Hauptsache um rumänische und ungarische Staatsangehörige — überfielen eine Polenbaracke. Es entwickelte sich ein regelrechtes Gefecht, wobei die Gegner mit Messern, Prügeln und Steinen aufeinander eindrangen. Es gab Schwerverletzte. Drei Millionen Zigaretten als „Teigwaren“ Lindau (SWK). An der deutsch-österreichischen Grenze der Bodenseestadt wurde ein großer Lastzug, der mit drei Millionen amerikanischen Zigaretten beladen war, angehalten. Die Zigaretten waren als — Teigwaren deklariert. Die Schmuggelware kam aus der Schweiz; sie war dort nur oberflächlich kontrolliert worden, weil in der Schweiz kein Ausfuhrverbot besteht. Beim Transit durch Österreich nach Deutschland wurde der Lastzug von einem österreichischen Zollbeamten begleitet und nach der deutschen Grenze gebracht. Obwohl die Papiere des Lastzuges in Ordnung waren, ließ der aufsichtführende deutsche Zollbeamte die Ladung untersuchen und stellte dabei das Schmuggelgut fest. Durch die Aufmerksamkeit der Zollbehörde wurde vermieden, daß der Bund einen Steuerschaden von über 1 Million DM hatte. Mit einer Zigarette betäubt Frankfurt (SWK). Ein amerikanischer Zivilangestellter fuhr dieser Tage mit seinem PKW von Hanau nach Frankfurt. Unterwegs wurde er von einem amerikanischen Soldaten, in dessen Begleitung sich eine Frau befand, angehalten und gebeten, ihn bis Frankfurt mitzunehmen. Auf der Weiterfahrt bot der Soldat dem Fahrer eine Zigarette an, bei deren Genuß der Zivilangestellte die Besinnung verlor. Was dann weiter mit ihm geschah, weiß er nicht. Erst am Vormittag erwachte er in seinem Wagen auf einem Parkplatz in Frankfurt. Wie er angibt, vermißt er seine Brieftasche mit etwa 500 Dollar. Raubüberfall auf Variete-Kasse Köln (SWK). Kurz vor Beendigung einer Vorstellung im Williams-Variete drangen zwei Banditen in den Schalterraum ein, bedrohten die Kassiererin mit einer Pistole, rissen eine Kassette mit der Tageseinnahme von fast 5000 DM an sich und flüchteten in die Dunkelheit nahe gelegener Grünanlagen. Ein zufällig in der Nähe befindlicher Streifenwagen der Polizei nahm die Verfolgung sofort auf. Als die Beamten ihnen dicht auf den Fersen waren, warfen die Räuber die Kassette mit dem Geld weg und konnten entkommen. iHfimHi wiHMii ii uuuu iiiiuiiiimMHiiiniimiiiiuiuiniiiiiiinHiuiHimniiimiHiitimamaiuinw „Die Fußballroette" Eine Toto-Komödie im Kammertheater Es ist verständlich, daß auch das Theater das Toto mit seinem Wirbel von Spannungen und Zufällen, von Glück und Enttäuschungen als dankbaren Bühnenstoff aufgreift. Diedrei- aktige Komödie des Arnold Ridley, „Die Fußball wette“, die das Stuttgarter Kammertheater am Silvesterabend seinen Besuchern zum ersten Mal servierte, kreist um das Toto, das eine ganze Familie in eine Fülle mehr oder minder amüsanter Aufregungen stürzt. Die Komödie, die in einer englischen Provinzstadt unweit von London spielt, könnte ebenso gut in einem Ort der Deutschen Bundesrepublik abrollen, oder in einem anderen Land, wo das Toto mächtig ist. Das Zeitkolorit ist wohl in allen westeuropäischen Ländern ähnlich: Kargheit als Hinterlassenschaft des Krieges, viel geringeres Einkommen als früher, harter Zwang zur Sparsamkeit — darum Ausblick nach dem Toto oder Verlockung durch Schwarzmarkt. Der geistig nicht beschwerte Komödienstoff ist nach altem Lustspielrezept bearbeitet, d. h, mit viel Situationskomik ausgestattet und doch unterhaltsam. Der Knalleffekt des ersten Aktschlusses: Unsere Familie hat im ersten Rang des Toto gewonnen. Der des zweiten Aktes: Wir haben nichts gewonnen und der dritte im Verein mit einer obligaten Verlobung: Wir haben doch gewonnen! Es wurde unter Paul R i e d y s Leitung flott gespielt. Franz Michael A11 a n d war ein sympathisch-jovialer Familien-Jupiter, ein vcr- nehm-gütiger Vater, der letzten Endes doch alles ausglich. Annemarie de Bruyn als die auf Sparsamkeit bedachte Gattin offenbarte glaubhaft die Eigenschaft so mancher Evastöchter, Aussagen umzudrehen und empftnd- licherweise auf sich zu beziehen. Als kesser Frechdachs, enfant terrible «der Karnickel — just wie man will — erwies sich Karin Schlemmer als Staffords Nichte Jadty. Als ihr Gegenpol in Alltagsweisheit und Alter erschien Elsa Pfeiffer in der Rolle der Oma Stafford, sie war so antiquiert und sportlich unerfahren, daß man ihr fast die Frage glauben konnte: „Wer ist denn eigentlich der Herr Oberliga?“ Maria Wieck und Walter Laugwitz als Staffords Tochter und Sohn holten aus ihren Rollen heraus, was nur möglich war. Max Mairich gestaltete in seiner Vollblütigkeit einen schüchternen Liebhaber, während Otto Schländt einen vom Detektiv- geist umwitterten Kriminaiinspektor auf die Beine stellte. Das Publikum amüsierte sich. ARo „Die Dubarry“ Neuinszenierung im Staatstheater Vor einem halben Jahrhundert schloß Karl Millöcker an einem Silvesterabend seine Augen für immer. Die festliche Neuinszenierung der „Gräfin Dubarry“ in der Neujahrsnacht durch das Württembergische Staatstheater war darum ein dankbarer Gruß an das Wiener Grab des toten Meisters. Theo Mackeben hat Millöckers Melodien zu dieser Operette verarbeitet, deren beschwingte und doch kultivierte Musik — die musikalische Leitung hatte Josef Dünnwald — wieder einmal mehr ein vollbesetztes Haus begeisterte. Die Inszenierung Kurt Pohl- m a n n s half vollends mit, die Gäste des Staatstheaters verzaubert in das neue Jahr zu entlassen. Watteau’s heitere und duftige Bilder schienen lebendig geworden zu sein. Die „fötes galantes“ des französischen Rokoko erstanden neu und ließen temperamentvoll und charmant die Tanzgruppe der Staatsoper über die Bühne wirbeln. Nicht vergessen war der dunkle -Unterton jener Zeit, in der eine kleine Putzmacherin und Kurtisane die mächtigste Frau im Staate werden konnte, die es vermochte, selbst Herzoge und Minister zu stürzen. Als die historische Marie Jeanne, Gräfin Dubarry ihren Kopf unter das Fallbeil des Revolutionstribunals beugte, war diese Welt zusammengebrochen. Millöckers Dubarry wird noch lange leben und erfreuen. Dazu wünschen wir ihr recht ©ft eine Verkörperung, wie sie sie hier in Rose- marie Braun gefunden hat. piletess a nie f teukd s daff sS efefkuk y t *. Fußball am Wochenende — Die Spiele der Oberligen Süd und West hatten auch über Neujahr eine Pause im Punktspielprogramm eingelegt. Hier gab es aber einige interessante Freundschaftsbegegnungen, von denen das Treffen zwischen dem Tabellenführer der süddeutschen Oberliga, SpVgg. Fürth und dem mehrfachen österreichischen Meister Rapid Wien, die größte Bedeutung hatte. Die Wiener Gäste, die auch heute noch zu den Spitzenmannschaften Europas zählen, gewannen in Ronhof 1:0. Der Besuch von Austria Wien bei den Schützlingen Ossi Müllers endete im Saarbrückener Stadion mit einer klaren 4:1 Niederlage. Wacker Wien, das am Vorsonntag in Ludwigshafen unentschieden spielte und in Köln klar verlor, holte sich diesmal den ersten Sieg in den Westzonen. Die Männer um Willi Hahnemann gewannen gegen den Rheydter SV 3:1, der VfR Mannheim gewann gegen den 1. FC Pforzheim 3:0 und der süddeutsche Meister Kickers Offenbach schickte den 1. FC Rödelheim mit einer 8:0 Schlappe nach Hause. Das kleine Stuttgarter Derby endete mit einem knappen 2:1 Sieg der Kickers gegen den Stuttgarter SC. Es ging aber auch um Punkte! Im Norden rückte der TSV Eimsbüttel durch einen klaren 4:0 Sieg über den VfB Lübeck auf den dritten Tabellenplatz vor. Er verdrängte hier die Hamburger Concordia, die sich die Chance, Tabellendritter zu werden, durch eine Niederlage in Hannover entgehen ließ. Der Sieg des VfL Osnabrück beim Harburger TB wurde, wenn auch nicht in dieser Höhe, erwartet. Die Zonenliga Süd brachte in ihren drei Meisterschaftsspielen keine Überraschungen. Ebenso brachte der 3:0 Erfolg von TuS Neuendorf in der Zonenliga Nord keine Tabellenänderung. Darmstadt hessischer Herbstmeister Mit einem verdienten 2:1 Sieg über den Exoberligisten Rödelheim erkämpfte sich der FV 98 Darmstadt den Titel eines Herbstmeisters der hessischen Landesliga. Die Rödelhei- mer gingen in der ersten Halbzeit durch Schmidt in Führung. Wenige Minuten später schaffte Herwig den Ausgleich und fürf Minuten nach Wiederbeginn stellte Mühlbach mit einem weiteren Treffer den Sieg der Gäste sicher. Kidcers — Sportclub 2:1 (1:1) Über 4000 Zuschauer fanden sich am Neujahrsnachmittag auf Degerlochs Höhen ein um sich das Freundschaftsspiel zwischen den „Degerlocher Blauweißen“ und denen vom „Gaskessel“ anzusehen. Die Kickers traten mit ihrer ersten Garnitur an und hatten es gegen den Sportclub, der eine ausgezeichnete Partie lieferte und sich von den Oberligisten keineswegs einschüchtern ließ, wirklich nicht so leicht wie erwartet. Conen wurde nach der ersten Halbzeit von Dreher abgelöst, der jedoch nicht an das Können des Altintematio- nälen herankam. Als bester Mann der Kickers hat sich wieder einmal Siegfried Kronenbittei hervorgetan. Überraschend ging der Sportclub schon in der sechsten Minute durch Dees in Führung und erst 20 Minuten später gelang Stehlik der Ausgleichstreffer. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit trat Herberger einen 35-Meter-Strafstoß, der ins linke Lattenkreuz flitzte und damit das 2:1 für die Kickers bedeutete. (ISK) Reutlingen — VfB Stuttgart 1:2 (0:0) Der VfB Stuttgart trat zu dem Freundschaftstreffen gegen den SSV Reutlingen ohne Schlienz und Barufka an. Reutlingen hätte ein Unentschieden verdient gehabt, denn die technische Überlegenheit des Stuttgarter Gastes glich es durch Schnelligkeit und kämpferischen Einsatz aus. Die 3500 Zuschauer erlebten eine ausgeglichene erste Halbzeit und bis zum Schluß ein schönes Spiel. Baitinger brachte die Gäste in der 57. Minute in Führung und zwei Minuten später hieß es aber durch den Reutlinger Mittelstürmer Scheuf- fele schon 1:1. Den siegbringenden Treffer schoß wiederum Baitinger, der in der 70. Minute den Reutlinger Torhüter schlagen konnte. Der VfB setzte Steimle als Mittelläufer ein, der seine Aufgabe zur Zufriedenheit löste. (ISK) Die Ergebnisse des Neujahrstages Oberliga Nord Hannover 96 — Concordia Hamburg 4:2 TSV Eimsbüttel — VfB Lübeck 4:0 Harburger TB — VfL Osnabrück 1:5 Zenenliga Süd Tübinger SV — SV Offenburg 4:1 SSV Reutlingen — Kuppenheim 8:1. SV Rastatt — SpVgg. Trossingen 4:2 Zonenliga Nord TuS Neuenburg — FV Engers 3:0 Landeliga Hessen 81 FC Rödelheim — SV 98 Darmstadt 1:2 SV Wiesbaden — Bor. Fulda 3:1 SpVgg. Kassel — Hessen Kassel 0:7 Freundschaftsspiele SpVgg. Fürth — Rapid Wien 0:1 Schwarzweiß Essen — Wacker Wien 1:4 VfB Neünkirchen — VfB Mühlburg 2:3 1. FC Saarbrücken — Austria Wien 4:1 Rheydter SV — Wacker Wien 1:3 VfR Mannheim — 1. FC Pforzheim ' 3:0 Stuttgarter Kickers — Stuttgarter SC 2:1 SSV Reutlfngen — VfB Stuttgart 1:2 SSV Ulm — MTV Ingolstadt 1:3 Baden-Baden — Germania Brötzingen 5:1 Sportfr. Katemberg — Horst Emscher 2:5 Kickers Offenbach — 1. FC Rödelheim 8:0 Phönix Karlsruhe — Norm, tlmünd 3:1 Poftft elsie$ Set p kfeUets Bei dem Springen in Arosa und Davos Das Silvester-Springen in Arosa sah Sepp Weiler in bester Form. Der deutsche Springerkönig reihte seinem Sieg von Lenzerheide am Freitag (54 und 60 m) einen neuen Triumph an. Nachdem Weiler bereits beim Training mit 73 m einen inoffiziellen Schanzenrekord erreicht hatte, stand er im Silvesterspringen in guter Haltung 64 und 70 m und wurde Gesamtsieger mit Note 222 vor Steinegger-Innsbruck (64.5 und 70 m = 216,0), de Lorenzi- Italien (64 und 68 m = 214.0), Trivella-Italien (62 und 65 m = 210,0). Der Höhepunkt der Springer-Turnee in der Schweiz war zweifellos das Neujahrsspringen auf der großen Bolgen-Schanze in Davos. Außerhalb des Wettbewerbs erreichte Sepp Weiler bei vollem Anlauf die Weite von 81 m. Im Wettbewerb stand Weiler 71 und 69 m und siegte mit der Note 226 vor den Schweizern Zeller 69 und 70 m) 223 und (67 und 68 m) 220,4. Und in Garmisch... Das Neujahrsspringen auf 8er Großen Olympiaschanze in Garmisci-Fartenkir- chen auf chemisch-präpariertem „Importschnee“ gewann in Abwesenheit der „Ländermannschaft“ der Traunsteiner Xaver Diener mit Weiten von 70 und 71 m vor Toni Eis- gruber-Partenkirchen (70 und 68 m), der beim Probesprung mit 72 m die größte Weite bei verkürztem Anlauf erzielte. (ISK) Füssen hält sich gut Eishockey am Wochenende Beim Davoser internationalen Eishockeyturnier hielt sich der deutsche Meister ganz ausgezeichnet. Die Füssener verzeichneten folgende Ergebnisse: HC Davos — Füssen 12:4, Göta Stockholm — Füssen 4:9, SC Bern — Füssen 3:7, Harringay Racers (London) — Füssen 10:4. Die englischen Profis, die durchweg hohe Siege verzeichneten, mußten sich im Turnier- Endspiel gegen HC Davos erstmals mit einem 3:3 Unentschieden begnügen. In Füssen gab der EV Füssen der schwedischen Mannschaft von Göta Stockholm Gelegenheit zur Revanche für die Davoser Niederlage. Die Schweden siegten 10:5. (ISK) WIRTSCHAFTS Steuer-Terminkalender für Januar 1958 10. Januar Lohnsteuer: Anmeldung und Abführung der im Dezember einbehaltenen Lohnsteuer (Monatszahler). Viertesjahrszahler für die Monate Oktober bis Dezember. Notopfer Berlin abführen von Lohn- und Gehaltszahlungen für Dezember (Monatszahler). Vieteljahrszahler für die Monate Oktober bis Dezember. Umsatzsteuer-Voranmeldu.ng für Monat Dezember abgeben und Vorauszahlung entrichten (Monatszahler). Vierteijahrszahler für die Monate Oktober bis Dezember. Getränke-u. Vergnügungssteuer: Steuererklärungen für Dezember einreichen und Steuer entrichten. Beförder-ungssteuer im Personen- und Gepäckverkehr mit Personenkraftwagen. Nachweisung für Dezember einreichen und Steuer entrichten. (Monatszahler). Vierteljahrszahler für die Monate Oktober Ins Dezember. 15. Januar Grundsteuer: Vorauszahlung leisten für Januar. 2 0. Januar Einkommen- bzw. Kürperschaftssteuer: Abgabe der vierteljährlichen Erklärung und Entrichtung der Steuer. Notopfer Berlin: Zahlung der Veranlagten für die Monate Oktober bis Dezember, NACHRICHTEN Soforthilfesonderabgabe aus Vorratsvermögen. Entrichtung der zweiten Rate. 2 5. Januar Beförderungssteuer im Güterverkehr mit Lastkraftwagen. Nachweisung für Dezember einreichen und Steuer entrichten (Monatszahler). Vierteljahreszahler für die Monate Oktober bis Dezember. Starke Preis-Senkung für Eier in Sicht Wie wir aus Kreisen des württemberg-badischen Wirtschaftsministeriums erfahren, ist das Angebot in Eiern nach Mitteilungen der Sammelstellen zur Zeit höher als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Es wird angenommen, daß die Inlanderzeugung von etwa drei Milliarden Stück eine starke Preis-Senkung zur Folge haben wird, zumal auch das Angebot im Auslande erheblich zugenommen hat. In der Hauptlegezeit wird mit einem Erzeugerpreis von 12 Pfennigen und einem Verbraucherpreis von etwa 20 Pfennigen gerechnet (SWK) Wetterbericht Wetterlage: Süddeutschland steht unter dem Einfluß des kräftigen Hochdruckgebietes, das sich Uber Mitteleuropa Innerhalb der eingeschlossenen Kaltluft aufgebaut hat Vorhersage: Am Montag leicht bewölkt oder heiter. Am Dienstag etwas bewölkter, aber noch meistens t- n. Höchsttemperaturen einige Grade u ..r 0; nächtlicher Temperaturrückgang gut 8 bis 8 Grad Kälte. Östliche Winde. USA unterstützen Persien Vereinbarung zwischen Trumam und Schah W askington (DND). Die Vereinigten Staaten haben beschlossen, Persien wirtschaftlich und militärisch eu unterstützen. Dieser Beschluß ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Präsident Truman und dem Schah von Persien. Bei der Abreise des Schahs erklärte Präsident Truman, die Unabhängigkeit Persiens müsse unter allen Umständen erhalten bleiben. Da nur ein wirtschaftlich gesundes Land seine Unabhängigkeit wahren könne, seien die Vereinigten Staaten bereit, die persische Wirtschaft zu unterstützen. Der Schah war auf Einladung Präsident Trumans nach den Vereinigten Staaten gekommen.. Vor Pressevertretern versicherte der Schah, er sei mit dem Ergebnis seiner Reise sehr zufrieden. Wyatt Nachfolger Lilienthals? Der frühere Oberbürgermeister von Louisville, Wilson Wyatt, wird voraussichtlich Nachfolger des zurückgetretenen Direktors der amerikanischen Atomenergie-Industrie, David Lilienthal. (DND) ' Prozeß um die Boschwerke in USA Das Urteil im April 1950 zu erwarten Der Prozeß der Stockholmer Großbank Ens- kilda-Banken gegen den amerikanischen Staat wegen der Aktienmajorität der Boschwerke in de« USA hat nunmehr in Washington begönne«. Die Stockholmer Bank, die von den Brüdern Marcus und Jacob Wallenberg geleitet wird, fordert die Aufhebung der Beschlagnahme des Unternehmens, dessen Aktienmajorität von Enskilda-Banken am 1. Mai 194# durch Vermittlung einer holländischen Firma von der Stuttgarter Bosdi-Gesellschaft erworben worden war. Der Wert des Streitobjektes beträgt rund 40 Millionen Schweden- Kronen (etwa 32,5 Millionen DM). Die Bank macht geltend, daß das amerikanische Gesetz gegen Handel mit dem Feinde, auf Grund dessen die Boschwerke in den USA am 19. Mai 1942 beschlagnahmt wurden, gegen sie nicht angewendet werden könne. Die schwedische Bank könne nicht als Feind oder als Verbündeter des Feindes angesehen werden. Der Aktienerwerb sei eine reelle Investition gewesen und das deutsche Bosch-Unternehmen habe später weder juristisch noch in der Praxis irgendwelchen Einfluß auf -das Werk in den USA gehabt. Der Rechtsvertreter des amerikanischen Staates bezeichnet den von der holländischen Bankfirma Mendelssohn und Co. vermittelten Verkauf von 77 Prozent des Aktienkapitals als ein Scheingeschäft, bei dem die Bankiers Wallenberg den amerikanischen Staat betrügen woltten. In einem besonderen Übereinkommen hätte sich die Stockholmer Bank verpflichtet, die Aktienmajorität zwei Jahre nach Kriegsende an die deutsche Bankgesellschaft zurückzugeben. Der dafür vereinbarte Preis, der 1940 drei Millionen Dollar betrug, belaufe sich mit Zinsen und Dividende gegenwärtig auf 7,76 Millionen Dollar. Vertreter beider Parteien werden Anfang Januar nach Stuttgart reisen, um Angehörige der Boschgesellschaft zu befragen. Das Urteil wird für April nächsten Jahres erwartet. (VWD) AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Doch Eisenbahnschienen für Rotchina In Düsseldorf gab die Leitung der Vereinigten Stahlwerke bekannt, daß die Regierung des kommunistischen China eine Bestellung auf Lieferung von 100 000 t Eisenbahnschienen erteilt habe. Diese Bestellung wird nun, nachdem die amerikanischen Behörden ihr ursprüngliches Veto gegen die Ausführung dieses Auftrages zurückgenommen hätten, erfüllt werden. Die Leitung der Stahlwerke stellt fest, daß ihr dieser Auftrag durch Vermittlung einer amerikanischen Firma zugekommen sei. (DND) Steigerung von Ausfuhr. und landwirtschaftlicher Produktion Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy erklärte vor Pressevertretern, seiner Ansicht nach habe die Bundesrepublik bisher nicht genug für die Steigerung der Ausfuhr und der landwirtschaftlichen Produktion einschließlich der Milcherzeugung getan. McCloy sagte, man könne vom amerikanischen Kongreß nicht erwarten, daß er nach Beendigung des Marshall- Programms im Jahre 1952 weitere Auslandslinie gewähre, wenn die Ziele des Marshallplans selbst nicht erreicht würden. Die Vorstellung, daß enorme Auslandskapitalien auf Investierung in Deutschland warteten, so fuhr McCloy fort, sei falsch. Aber er sehe voraus, daß die vor kurzem an die deutsche Wirtschaft erfolgte Freigabe von 1 Milliarde DM aus dem Marshallhilfs-Ausgleichsfond sich günstig auswirken werde. (DND) Freiwillige Arbeiter für die Cyrenaika Die britischen Behörden in Deutschland veröffentlichten am Freitag Einzelheiten ihres Plans, nach dem gelernte Arbeiter für die Cyrenaika gesucht werden. Die freiwilligen Arbeiter erhalten in der Cyrenaika freie Verpflegung und freie Unterkunft sowie kostenlose Hin- und Rückreise. Sie haben sich für zwei Jahre zu verpflichten. Die Bedingungen der Arbeitsverträge wurden vom Arbeitsministerium der deutschen Bundesrepublik genehmigt. Die Arbeiter können bis zu zwei Drittel ihres Lohns in jedem Monat an ihre Woher stammt der Duft des modernden Herbstlaubes? In einem Gramm Boden wirken bis zu 200# Millionen Bakterien In den Herbsttagen fiel da9 Laub von Bäumen und Sträudiern. Ein gelber und roter Teppich bedeckte den Boden. Aber schon »ach einigen Wochen hat der Regen die schöllen Herbsttagen zerstört; viele Blätter fanden wir tütenfürmig in den Boden eingerollt, Oder angefressen, und bald bedeckte nur noch ein dunkler Laubbrei den Waldboden. Was ist aus unserem Herbstlaub geworden? Zuerst machen sich die Schnecken darüber, die sich nur mit großen Portionen zufrieden geben. Dann kommen die Regenwürmer aus dem Boden, dis die Blätter unter die Erdoberfläche ziehen, so daß sie sich wie Tüten einrollen. Schließlich kommen die kleineren yielfraße, die Fadenwürmer, Fliegenmaden, Käferlarven, Milben und Asseln, und endlich das Trillionenheer der Urtierchen, Wurzelfüßler, Infusorien, Bakterien und Pilze. Milliarden und Billionen winziger Boden-Heinzelmännchen haben schließlich das Laub verarbeitet, zersägt und gefressen, kleinste Lebewesen, die wir mit bloßen Augen nie sehen, obwohl sie eu Trillionen unter unseren Füßen lausen und unermüdlich am Werke sind, dan hat in einem einzigen Gramm Boden Verwandten in Deutschland überweisen. Es hat sich bereits die erforderliche Anzahl Freiwilliger, nämlich 1292 Mann, gemeldet. Der erste Transport von Arbeitern ist Anfang Dezember von Deutschland abgereist. (DND) Ein neues Warmstartgerät F. Schubert und J. Mayer aus Eubigheim im Kreis Buchen haben ein Warmstartgerät erfunden, das den Kraftwagenmotor auch bei größter Kälte anspringen läßt. Das neue Elektrogerät wird in den Luftfilter eingebaut und an die Batterie angeschlossen. Nach einer Heizungsdauer von zwei Minuten hat es die Stahlwelle und die Luft so erhitzt, daß beim Ansaugen die sofortige Vergasung des Brennstoffs erfolgt, so daß ein brennfähiges Gemisch in den Kompregsionsraum gelangt und die Zündung erfolgen kann. Mittels eines Drudemotors am Schaltbrett wird das Gerät ein- und ausgeschaltet. Das komplette Gerät kostet 43,80 DM. Vor einigen Wochen haben die beiden Erfinder die In- und Auslandspatente angemeldet und nun laufen aus allen Ländern Nachfragen und Bestellungen ein. (SWK) Neue 5-DM-Noten eingetroffen Der erste Transport neuer DM-Noten im Werte von 5 Mark traf aus Großbritannien in Hamburg ein. Die Geldscheine wurden in London gedruckt. Sie werden demnächst im Bundesgebiet in Umlauf gesetzt. (DND) Schweden kündigt Abkommen mit Ungarn. Schweden hat sein Handels- und Zahlungsabkommen mit Ungarn aufgehoben, da die Verstaatlichung schwedischer Geschäftsunternehmen in Ungarn einen Verstoß gegen das schwedisch-ungarische Handelsabkommen darstellt. (DND) US-Anleihe für Spanien? Einflußreiche Politiker in den USA werden auf der nächsten Sitzung des Kongresses dafür eintreten, daß Spanien in das ECA-Programm aufgenommen wird. Vor allem wünschen Vertreter der amerikanischen Seidenindustrie, daß Spanien eine Anleihe Gewährt wird, damit es den Emteüberschua der amerikanischen Seiden- industrie abnehmen kann. (DND) mmtmwuunmTiiniwim milui u wi nni im imnwinm mmco m cm nui mehrere Milliarden solcher Kleinstlebewesen (Mikroben) mit Hilfe modernster Zählverfahren gefunden. Sie alle wollen leben, denn so klein sie sind, so gefräßig sind sie. Also bauen sie alles ab, was ihnen unterkommt. Alles Organische, das abgestorben ist, wird von ihnen gefressen und beerdigt. Was noch an der Oberfläche liegt, wird die Beute der Kleinpilze; wir sehen dann im Spätherbst den silbrigen Schimmelüberzug am Boden, der in allen Farben schimmern kann. Jede dieser vielen unterirdischen „Familien“ hat ihre besondere Aufgabe, in deren Erfüllung sie sich untereinander nicht selten heftig befehden oder sogar ausrotten. Ohne diese Bazillen und Verwesungspilze gäbe es keinen Wald und keine Wiese, kein Feld ussd keinen Garten, aber auch keinen Frühlingsund Herbstduft. Denn der Geruch des modernden Laubes stammt von einem ganz- bestimmten Bakterium (Cladothrix odorifera), einem milchweißen Pilz, der diesen typischen Modergeruch verbreitet. Es ist sogar gelungen, diesen „Herbstgeruch“ zu isolieren, also jenen Duft, der unsere Dichter so elegisch macht und sie an Tod und Vergänglichkeit erinnert. So hat jede naturgegebene Landschaft, ja alles in der Welt nicht nur seine dazugehörende Farbe und Form, sondern auch seinen typischen Geruch, der in uns gewisse Stimmungen und Gefühle wachruft. Auch das modernde Herbstlaub mit seinem Verwesungsgeruch gehört dazu. Universum. VOM TAGE NEUES Knappe Mebrheit für Bidault Erste Vertrauensfrage bejaht Paris (DND). Die französische Nationalversammlung hat der Regierung Bidault am Freitag Abend das Vertrauen ausgesprochen. Bei der ersten Vertrauensfrage stimmten 302 Abgeordnete für und 295 gegen die Regierung. In erster Linie stimmte« die Abgeordneten der Sammlungsbewegung General de Gaulles und die Kommunisten gegen die Regierung. Ministerpräsident Bidault hat zu zwei Punkten des Haushaltsplanes die Vertrauensfrage gestellt. Das Ergebnis der Abstimmung über dia 2. Vertrauensfrage liegt noch nicht vor. „Morgen“ contra „Neues Deutschland“ Ostzonen-LDP-BIatt protestiert Berlin (DND). Das Organ der Ostzonen- LDP, „Der Mor g en“, wandte sich in einem Leitartikel gegen die — wie es darin heißt — polemisierenden Irrtümer der sowjetischen amtlichen Zeitung „Neues Deutschland“. Das Blatt erklärt, es habe bereits einmal die überhebliche Schulmeisterei in der SED-Zei- tung wohlwollend übersehen. Gegen die neuen Angriffe der Zeitung auf die angeblich unrichtige und leichtfertige Berichterstattung des „Morgen“ müßte nunmehr jedoch schärf- stens Protest erhoben werden. Nach der Pressekampagne der SED gegen die LDP konzentrierte die SED-Presse am Freitag ihre Kritik auf die ostzonale CDU und deren Zeitungen. Marmor-Kaskaden in Betrieb Eine Sehenswürdigkeit für Rompilger Rom (DND). Die Rombesucher werden Gelegenheit haben, die ehemals berühmten künstlichen Wasserfälle von Aniene und Tivoli, sowie die Marmor-Kaskaden bei Temi in Betrieb zu sehen, da die Rekonstruktionsarbeiten soeben beendet wurden. Trotz des diesjährigen Wassermangels in Mittel- und Süditalien, haben die zuständigen Wasserkraftwerke die Inbetriebnahme dieser Prachtskaskaden während acht Stunden pro Tag beschlossen. Die Pilger und Touristen, die im Heiligen Jahr nachts auf dem Luftwege in Rom ein- treffen, können ein eindrucksvolles Schauspiel beobachten. Auf sämtlichen vatikanischen Gebäuden, auf den Kuppel« und Türmen der Kirchen und Klöster sind mächtige Kreuze angebracht worden, die nachts künstlich be-» leuchtet sind. McCloy in Berlin. Der amerikanische Hoh« Kommissar McCloy traf am Freitag vormittag mit seiner Familie in Berlin ein. Er empfängt am 1. Januar hohe Vertreter der 4 Besatzungs- mächte und leitende Persönlichkeiten des Berliner Magistrats und kehrt am 3. Januar wieder nach Westdeutschland zurück. (DND) Fragen der Wiedergutmachung. Vertreter der 11 westdeutschen Länderregierungen erörterten in Koblenz Fragen der Wiedergutmachung und Entschädigung. Es wurde beschlossen, einen Exekutivausschuß zu bilden, in dem die Länder der US-Zone durch Präsident Dr. Auerbach vertreten sind. Zum Sitz des neuen Exekutivausschusses ist München bestimmt worden. (DND) Aus Rußland heimgekehrt. Im Grenzlager Moschendorf bei Hof sind in der vergangenen Nacht weitere 409 Rußlandheimkehrer eingetroffen. 105 Heimkehrer wurden nach Württemberg-Baden weitergeleitet. (DND) Eine Erklärung Hedlers. Der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Partei, üedler, erklärte in Neumünster, er werde seine in Einfeld gemachten Äußerungen jederzeit wiederholen. Er wolle sie aber wahr und nicht entstellt wiedergeben. Bekanntlich soll Hedler die deutschen Widerstandskämpfer schwer beleidigt und antisemitische Äußerungen getan haben. (DND) Streik in Mailand. In Mailand fand am Freitagvormittag ein von den kommunistischen Gewerkschaften ausgerufener Streik statt, der aber nur teilweise durchgeführt wurde. (DND) Admiral Blandy in Ruhestand. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Atlantik- Flotte, Admiral Blandy, tritt am 1. Februar in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der gegenwärtige Chef des Personalamtes der US-Marine. (DND) Paris anerkannte Indonesien. Die französische Regierung gab offiziell die Anerkennung der Vereinigten Staaten von Indonesien bekannt. Acht andere Staaten, darunter Großbritannien und die USA, haben den neuen Staat bereits anerkannt (DND) AUS DEM SUDWESTEN Schnapsbrennerei zwischen den Tannen Böblingen (hpd). Ein junger Mann aus Schönaich entdeckte im Walde zwischen den Tannen eine „gut eingerichtete“ Schnapsbrennerei. Glasballon und sonstige Geräte waren komplett vorhanden. Da eine polnische Zeitung und amerikanische Bekleidungsstücke an dieser Stelle gefunden wurden, wird angenommen, daß es sich bei diesen Schwarzbrennern um Polen handelt. Mit dem Fuß gegen den Unterlef) Backnang (hpd). In Unterweisach hat ein Spinnereiarbeiter einer von ihm geschwängerten Frau in der Absicht, eine Unterbrechung der Schwangerschaft herbeizuführen, mit dem Fuß gegen den Leib getreten. Infolge des Fußtrittes hatte die Frau nach Einlieferung in ein Krankenhaus eine Totgeburt. Der Täter wurde festgenommen. Vom Güterzug erfaßt und getötet Schwäbisch Hall (hpd). Ein in einer Faßfabrik beschäftigt gewesener Heizer ist bei der Einfahrt Hessental tot aufgefunden worden. Er war in Crailsheim in den Zug gestiegen und hatte vermutlich die Station Schwäbisch Hall-Hessental zu spät bemerkt und ist aus dem bereits fahrenden Zug auf das Nachbargeleis abgesprungen. Hier wurde er von einem aus Richtung Schwäbisch Hall einlaufenden Güterzug erfaßt und überfahren. Die Erbschaft aus Amerika Schwäbisch Hall (DND). Nach langem Rechtsstreit ist es gelungen, die Erben eines amerikanischen Millionärs zu ermitteln, und sie in den Besitz ihres Vermögens zu setzen. Eine 75 Jahre alte Witwe von hier sowie deren Kinder und ihr Bruder aus Heilbronn, aber auch andere Erben im schwäbischen Oberland und in Bayern, die alle in bescheidenen Verhältnissen leben, dürfen als Nachfahren des ehemaligen „Schnupftabakkönigs“ von Amerika 60 Millionen Dollar in Empfang nehmen. __ Tobsuchtsanfall eines Schwachsinnigen Göppingen (hpd). In Deggingen bekam der seit seiner Geburt geistesbeschränkte, 44 Jahre alte ledige Ottmar Schweizer einen Tobsuchtsanfall, in dessen Verlauf er seine Schwägerin und deren beide minderjährigen Ki«der tätlich angriff. Die Frau wurde verletzt. Der Schwachsinnige wurde in polizeiliche Verwahrung genommen, weil mit weitsten Anfällen zu rechnen ist. Der Direktor als Brandstifter? Ellwangen (hpd). In der Virgunia-Fa- brflt, die in einer Baracke untergebracht ist, Mrtch plötzlich ein schwerer Brand aus. Di- mmaor Dr. Frank, der früher Hauptankläger fco Spruchkammer war, hatte kurz zuvor dte Baracke verlassen. Weiter wurde festgestellt, daß er die Versicherungssumme für die Fabrik erst kürzlich wesentlich erhöht hatte. Er wurde wegen dringenden Verdachts der Brandstiftung und des Versicherungsbetrugs verhaftet. Er schickte seine Sträflingskluft zurück K. M. H e i 1 b r o n n. Die Kriminalpolizei Heilbronn nahm vor kurzer Zeit im hiesigen DP-Lager einen deutschen Staatsangehörigen fest, der Diebes Werkzeug mit sich führte. Da er außerdem über seine Personalien keine präzisen Angaben machte, nahm man ihn vorläufig fest. Wie sich jetzt im neuesten Ausschreibungsblatt der Polizei zeigte, handelte es sich bei dem Inhaftierten um einen entsprungenen Sträfling, der von einem Außenkommando der Landesstrafanstalt Schwäbisch Hall entwichen war. Bereits nach 'Einigen Tagen war er im Besitz von Zivilklieidern und machte sich den „Scherz“, seil« Sträflingskluft mit einem Postpaket wieder an die Gefängnisverwaltung zurückzusenden. Außerdem führte er bei seiner Verhaftung schon wieder Geld und Nachschlüssel, Lampe, Dietrich und ein Messer bei sich. Die Geldschrankdiebe erwischt Heiden heim .(SWK). Wir berichteten dieser Tage von einem kaum glaubhaften Diebstahl eines mehrere Zentner schweren Geldschrankes, der zusammen mit anderen Gegenständen aus der Gemeindeverwaltung des nahen Nattheim von bisher unbekannten Tätern auf einen Lastkraftwagen verladen und abtransportiert worden war. Jetz ist es den Ermittlungen der Lande3polizei gelungen, vier der Tat bereits überführte Personen festzunehmen. Der im Geldscfarank befindliche Geldbetrag in Höhe von rund 1500 DM konnte bis auf 300 DM wieder sichergestellt werden. Wie schon seinerzeit vermutet, befindet sich unter den Tätern tatsächlich ein früherer Angestellter der Gemeindeverwaltung von Nattheim. Da sich die Einbrecher auch im Besitze von zwei Schlüsseln des Rathauses befanden, war es Ihnen ein leichtes, in Verbindung mit den Orts- und Raumkenntnissen de* einen Komplizen die Tat auszuführen. Ein geschäftstüchtiger „Gänserich“ Ulm (SWK). Allem Anschein nach war der Herr ein „Fachmann“. Wenigstens auf dem Gebiete der Konjunkturausnutzung. Vielleicht aber hatte er auch noch Übung aus der Zeit vor dem Tage X. Jedenfalls erschien er in der Frühe des Heiligabend mit einem Lastkraftwagen auf dem hiesigen Markt, veranstaltete unter den Gänseverkäufem eine wahre Hauße und lud sich die Weihnachtsbraten in spe in sein Fahrzeug. Ergebnis: der Gänsemarkt war leergefegt. Wie er es verstanden hatte, billig einzukaufen — das Pfund für 1.40 DM — so bewies er auch seine Routine im Wiederverkauf der gleichen Menge zu 1,95 DM. Er erschien nämuch mit seiner Ware sozusagen kurz vor Toresschluß, um bei der riesigen Nachfrage seine mehr als 200 Gänse im Handumdrehen los zu werden. Wintersaat durch Wildschweine vernichtet E.F. Walbertsweiler (Kr. Sigmaringen). Die Wildschwein-Verheerungen haben in der letzten Zeit auf der hiesigen Gemarkung ein derartiges Ausmaß angenommen, daß 4er gesamte Wintergetreide-Saatbestand vernichtet ist. Abhilfe durch Jagdausübung tut dringend not! Selbstmord durch Gasmasken Nürnberg (DND). Eine völlig ausge- bombte dreiköpfige Familie, die mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen batte und deren Sohn im Krieg beide Beine verloren hatte, beging gemeinsam Selbstmord, indem sie Gasmasken aufsetzte, die an die Lichtgasleitung angeschlossen waren. Ein Jahr des; Hells; Von B*Hfr«9St B. Haas A wm tea DD. Stärkste Anspannung alter Fähigkeiten Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe *ur Jahreswende Das Jahr des Helles 1050 bricht an. Wer wagt das eigentlich heute noch tu sagen? Es gab Zeiten im Abendland, in welchem man jedes neue Jahr als eia Jahr des Heiles nahm. Das tat man nicht, weil mu von jeden» neuen Jahre besonders Gutes und Angenehmes erwartete. Man tat es einfach darum, weil man sich im christlichen Zeitalter wußte. Es ist eine historische Tatsache, daß das Bewußtsein, Christ geworden zu sein, nicht mehr Heide zu sein, das Zeitverständnis vieler Generationen nicht nur bestimmt, sondern auch getragen hat. Das ist aber nur möglich, wenn man im Ablauf der Zeit und der Geschichte einen Sinn sieht, oder zu sehen glaubt. Der Sinn, den die christliche Botschaft der Geschichte unterlegte, war darin beschlossen, daß Christus in eben dieser Geschichte sein Reich einnimmt. Ja, die weltliche C-eschichte wurde verstanden als die Ereigniskette, in welcher Christus sein Reich einnahm. Die« Verständnis ist verlorengegangen. Was trat eigentlich an seine Stelle? Auf diese Frage muß man zwei Antworten geben. Die erst'e ist, daß der Fortschrittsglaube •das christliche Geschichtsverständnis ablöste. Es ist noch nicht lange her, daß die Europäer glaubten, die Menschheit sei auf dem Wege zu immer größeren Höhen. Dieser Glaube hat das christliche Geschichtsverständnis abgelöst. Er hat seine Ausläufer sowohl in dem großen Optimismus, der nach dem ersten Weltkriege Nordamerika beseelte, wie auch in der Zukunft*- und Erlösungshoffnung, durch welche der Kommunismus gekennzeichnet ist. Aber dieser Fortschrittsglaube in allen seinen Formen hat immer nur eine kleine Schicht beherrscht. Das breite Volk, aus welchem die Kräfte kommender Generationen erwachsen, das Volk, welches die Lebensformen lebend findet, aus denen später Theorien geformt werden, hat sich weder die eine noch die andere Form des Fortschrittglaubens innerlich zu eigen gemacht. Ob man das Lärmen und Tosen am Altjahrsabend für schön hält, ist unwesentlich. Wesentlich ist die Frage, ob alle Verantwort- Nach einer Mitteilung des Bundesministe- lichen etwas Besseres an die Stelle zu setzen riums für Arbeit können außer sudetendeut- etwas anzubieten haben und nicht bloß als leidige Schulmeister und Besserwisser ihm ge- gettübertreten. Ob das alte Heidentum vor moderne« Anschauungen bestehen kann, ob das moderne sich nicht seiner Flachheit eigentlich schämen müßte, — diese und andere Frage« sind im Grunde sehr unwesentlich. Die Frage ist, ob unser« Zeit die Götter des Unheils bannen kann. Denn alle Götter sind Götter des Unheils, sie mögen nun in uns oder außer uns wohnen. Hier mögen denn, wie in alten Zeiten, das ^Christentum und die. Weltanschauungen in einen Wettkampf eintreten. Ist jemand da, der das Leben kräftig bejaht? Ist jemand da, der dem Volke die Hand reicht, das leben will und das sich doch fürchtet? Ist jemand da, der zu sagen wagt, daß auch das Jahr 1950 ein Jahr der Herrschaft Christi und damit ein Jahr des Heils sein wird, — gleichgültig ob uns noch größeres Unheil widerfährt oder ob uns eine Zeitspanne ruhiger Arbeit geschenkt wird? Wer das zu sagen wagt, dem wird die Zukunft gehören! ad^Ab rh^fre TOTO-Frennde Hohe Quoten winken Ihnen. Außerdem werden wie immer ein Volkswagen und zusätzlich 20 Marken-Fahrräder unter allen Teilnehmern in diesem Wettbewerb des Sport-Toto Rheinland-Pfalz, Annahmestelle Heinz Tisch, Grünstadt/Pfalz verlost. Benutzen sie die beiliegende Wettzahlkarte mit Tipzettel kombiniert und geben Sie diese umgehend, jedoch bis spätestens Mittwoch, den 7. Januar entweder als Zahlkarte bei Ihrer Poststelle oder als Brief (unter Beifügung des Wetteinsatzes und DM —.25 pro Wettschein Unkostenbeitrag) an die obige Adresse auf. handlungen des verhörenden aller Kriege stehen wir mitten in der Wiederaufbauarbeit. Sie schien zunächst eine unlösbare Aufgabe zu sein, aber die vergangenen Jahre haben den zähen Willen der deutschen Wirtschaft und des arbeitenden Menschen zur Selbstbehauptung erwiesen. Nachdem Mitte 1948 durch die auf Leben und Tod gehende Operation der Währungsreform in Gestalt der D-Mark wieder ein funktionsfähiges Geld und damit die erste unerläßliche Voraussetzung für ein richtiges Wirtschaften geschaffen war, hat sich das Wirtschaftsleben im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft zu normalisieren begonnen. Gegen die Erwartungen mancher Skeptiker setzte eine starke und verhältnismäßig lang anhaltende Auf^ärtsbewegung der Gesamtwirtschaft, insbesondere auf Gebiete der Verbrauchsgüter ein. Unter der Wirkung des durch den Währungsschnitt herbeigeführten Substanzverlustes und der daraus resultierenden Kapitalnot in Verbindung mit dem konfiskatorischen Charakter der Steuerlast verlangsamte sich allerdings das Tempo der Produktionszunahme seit Beginn des Jahres 1949. Immerhin betrug das Gesamtvolumen der arbeitstäglichen Industrieproduktion im November 1949 schon wieder 98% des Standes von 1936 bei erheblich gestiegener Leistung je Arbeiter und Arbeitsstunde. Die Zunahme der Beschäftigtenzahl seit der Währungsreform ist beträchtlich; in Württemberg-Baden stieg sie von rund 380 000 auf 490 000. Auf 100 Einwohner kommen heute nahezu gleich viel Beschäftigte in der Industrie wie im Jahre 1936. Angesichts des Zugangs von etwa 750 000 Flüchtlingen und Heimatvertriebenen seit 1945 sowie der Heimkehrer sind diese Zahlen be- Deutsdie Frauen arbeiten in England Anwerbung von Frauen und Mädchen für die Textilindustrie in Großbritannien haben. Das aber heißt, ob wir einen besseren Weg wissen, die Zukunft zu meistern, als ihn die Lärmenden und Ausgelassenen wissen. Diese Frage geht die Christen unter uns ebenso an, wie alle die, welche meinen, an ihrem Volke eine Aufgabe zu haben. Was aber sollen Lärmen und Tosen am Altjahrsabend bedeuten? Es bedeutet, daß diese« Volk leben will. Es will sich nicht unterkriegen lassen von dem, was auf uns zukommt. Indessen, was auf uns zukommt, lebt bereits in den Menschen als Angst. Die Unheilsmächte werden nicht mehr als Mächte außer uns erlebt, sondern als Mächte in uns. Das mag morgen wieder anders sein, heute ist es noch so. Die alte Situation des Heidentums ist also wieder da. Das Zerbrechen christlicher Ueber- zeugung hat den Weg dafür frei gemacht. Der Fortschrittsglaube in seihen verschiedenen Formen hat die Lücke nicht ausfüllen können. Das alte Heidentum — diesmal ohne Götternamen und ohne feste Kulturbräuche — brach wieder durch. Die Götter der Angst wollen wir verscheuchen, den Göttern der Lebenskraft wollen wir den Weg ebnen. Wir alle, Christen und Nichtchristen, sollten das Volk in seinem Lärmen und Toben achten! Denn, wenn wir gesund sind in unserem Empfinden, dann meinen wir es im Grunde gar nicht anders, als das Volk es auch meint. Erst wenn wir das erkennen, sind wir befähigt zu fragen, ob wir dem Volke wirklich sehen Frauen auch Frauen fremder Staatsangehörigkeit deutschen Ursprungs, z. B. Jugoslawien-, Ungarn-, Rumäniendeutsche usw., die jetzt in der amerikanischen Zone wohnhaft sind, zur Arbeitsaufnahme in der englischen Textilindustrie zugelassen werden. Die Anwerbung erfolgt kostenlos durch die Beamten des britischen Arbeitsministeriums in den Räumen und mit Unterstützung der Arbeitsämter. Die Vermittlerinnen in den Arbeitsämtern geben den Interessenten Aufklärung über alle Fragen, die sich aus diesem Programm ergeben. Die Betreuung der auswanderungswilligen Frauen und Mädchen bis in das Sammellager Münster in Westfalen erfolgt durch die deutsche Arbeitsverwaltung. Für die Reise von Münster in Westfalen nach den Sammelstellen in England ist das britische Arbeitsministerium verantwortlich. Nach Abschluß des Arbeitsvertrages werden die Auswanderungswilligen in den Werkswohnheimen untergebracht. Aus den Berichten der in Württemberg-Baden schon angeworbenen sudetendeutschen Frauen und Mädchen kann festgestellt werden, daß die seinerzeit vereinbarten Bedingungen für die Anwerbung die Reise nach England sowie für die dort bestehenden Ar- beits- und Lebensbedingungen vollauf einge- halten werden. Seit Sommer ds. Jahres können Geldüberweisungen von England nach Deutschland vorgenommen werden; ebenso können die Arbeiterinnen Pakete an ihre Angehörigen in Deutschland senden. Bei vorliegenden Wünschen und etwaigen Beschwerden stehen die Betreuer der britischen Arbeitsverwaltung zur Verfügung. In mehreren Fällen konnte festgestellt werden, daß Anwerbungen nach England durch private Stellen oder Personen erfolgten. Das Arbeitsministerium weist noch einmal darauf hin, daß alle Anwerbungen für das zwischen deutschen und englischen Stellen vereinbarte Programm grundsätzlich nur über die Arbeitsämter in Verbindung mit den Beamten des britischen Arbeitsministeriums erfolgen. sonders beachtenswert. Leider ist die Arbeitslosigkeit seit Jahresbeginn erheblich angewachsen und erreichte trotz fallender Tendenz seit August 1949 im November 1,39 i,'J- lionen im Bundesgebiet und 56 000 in Württemberg-Baden. Besonders der Kammerbezirk Karlsruhe-Bruchsal gehört zu den Gebieten mit den ungünstigsten Zahlen. Wesentlich ist aber, daß es im Jahre 1941 weiter gelungen ist. den aufs schwerste angeschlagenen Produktionsapparat soweit wieder instandzusetzen, daß die deutsche Wirtschaft in zunehmendem Umfange auf dem Weltmarkt in Erscheinung treten konnte und die deutsche Wirtschaftskraft wieder zu einem Faktor geworden ist, dem auch das Ausland in der Auseinandersetzung zwischen Ost und West eine besondere Bedeutung beimißt. Man spricht im Ausland schon von einem „German Comeback“. Das Jahr 1949 ließ auch den Handel mehr und mehr wieder in seine eigentlichen Aufgaben hineinwachsen. Die Politik der freien Marktwirtschaft und des Wettbewerbs entfachte die kaufmännische Initiative und trug wesentlich dazu bei, daß sich die allgemeine Versorgungslage von Monat zu Monat besserte, sodaß die Reste der Bewirtschaftungsmaßnahmen — von wenigen Ausnahmen abgesehen — überflüssig wurden. Ueber die unmittelbare Notdurft hinaus kann der Verbraucher heute in großem Umfange weitere Bedürfnisse befriedigen. Im neuen Jahr wird es darauf ankommen, die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft ia der Industrie und im Handel durch äußerst« Rationalisierung und durch stärkste Anspannung der Fähigkeiten und Leistungen jedes Einzelnen zu steigern. Aufgabe der Regierung wird es sein, das Leistungsstreben der Wirtschaft durch geeignete Maßnahmen zu fördern, insbesondere durch die längst notwendige Senkung der Steuern und durch die Bereitstellung von Investitionskrediten für die Industrie zur Bestreitung ihres technischen Nachholbedarfs und für den Handel für Zwecke des Wiederaufbaues. Eine aktive Konjunkturpolitik ist jedenfalls im Hinblick auf das brachliegende Arbeitspotential und die unausgeschöpften Produktionskapazitäten besonders dringlich. Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe wünscht der Wirtschaft ihres Bezirks in diesem Sinne ein erfolgreiches neues Jahr. Sie wird es sich wie bisher angelegen sein lassen, jede Gelegenheit wahrzunehmen, den wirtschaftlichen Aufstieg zu fördern, auftretende Probleme in gerechtem und bestem Ausgleich aller wirtschaftlichen Interessen zu lösen und allen Firmen ihres Bezirks mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Schweiz liir Alt-Baden Die „Basler Nachrichten“ zur Frage des Südweststaates „Für Basel und die ganze Schweiz kann der Kampf Badens um seine Selbständigkeit nicht gleichgültig sein“, schreiben die „Basler Nachrichten“ zur Debatte über die staatliche Neubildung in Südwestdeutschland. Während die Schweizer Presse bisher in dieser Frage eine eindeutige Stellungnahme vermied, setzt sich das Basler Blatt auf dem Höhepunkt des Südweststaatstreites für die Wiederherstellung der alten badischen Staatsgrenzen ein. Neben grundsätzlichen föderalistischen Ueberlegungen macht die Zeitung vor allem Verkehrsgesichtspunkte geltend. Die Bestrebungen, den Rheintalverkehr „möglichst in Richtung Stuttgart umzuleiten“ könnte nach zu einer (wllldibrlngende Himmelsboten Das Geheimnis der „Regenbogensdiüsselehen“ Es alte, ist^t schwere Bauerntruhe — um die vielen liebgewonnenen und wertgehaltenen Dinge, die sich im Laufe der Jahre und im Wechsel der Generationen darin angesammelt haben. An manchen Winterabenden werden sie liebe- voll hervorgeholt und bestaunt — die Bänder und Tücher und noch mehr die alten Zierstücke, Amulette und Münzen. Vielleicht finden sich in seltenen Fällen auch kleine schüsselförmige Goldstücke darunter, die geheimnisvolle Zeichen auf der Innenfläche tragen — Sterne, Kreuze, Strahlenkränze, Regenbogen, Schlangen und Kugeln. Was es mit diesen seltsamen Goldschüsselchen wohl auf sich hat? „Das sind glückbringende Himmelsboten“, sagt die Großmutter, und der Großvater meint, es sei „vom Himmel abgetropftes Gold“, sein Vater habe es nach einem starken Regen — unter einem Regenbogen — auf dem Acker gefunden. , „Alles finsterer Aberglaube“, sagen wir heute und sind geneigt, diese kleinen „Regen- bogenschüsselchen“ mit einem wissenden Lächeln aus der Hand zu legen. Gewiß ist es Aberglaube, sie als Heilmittel zu betrachten und die runden Schüsselchen als Amulette um den Hals zu tragen, aber diese alte Sitte hat uns doch die keltischen Münzen erhalten, die vor rund 2000 Jahren in Süddeutschland, vor allem in Baden, im Umlauf waren. Di« „Regenbogenschüsselchen“ wurden offenbar nicht nur von Kelten, sondern auch von Germanen geprägt. Als Präger zeigten sich die Boier und die ihnen in Böhmen folgenden Markomannen, die Vindelicier Süddeutschlands und die Rätier Oberösterreichs, die Germanen längs des rechten und linken Rheinufers und die benachbarten Helvetier der räthischen Schweiz. In der Numismatik werden oft alle schüsselförmigen Münzen als „Regenbogen schüsselchen“ bezeichnet; das Volk versteht darunter allerdings nur die goldenen Schüsselmünzen ohne Gepräge oder jene mit tropfenförmiger Oberfläche, besonders beliebt scheinen jene mit „Himmelszeichen“ gewesen zu sein. Diese Zeichen sind wohl die letzten Ueberreste der klassischen Vorbilder. Der Strahlenglanz z. B. mag eine barbarisierte Wiedergabe vom Lorbeerkranz des Apollokopfes auf dem Philipperstater sein. Vielleicht haben sich die Schlangen aus geringeltem Haupthaar entwickelt; trotzdem sind diese Zeichen als nationale Elemente aufzufassen, da der keltische Münzschneider sie so umschuf, wie sie ihm verständlich waren. Es läßt sich überhaupt durchgängig beobachten, daß bei der Auswahl der Münzsorten zu jenen grichischen Vorbildern gegriffen wurde, die Darstellungen trugen, welche auch sonst in der La — Tene — Zeit beliebt waren, ornamental gehaltene Menschenfiguren und Abbildungen von Pferden. Der stabil geblieben« Endpunkt der Barbarisation eines klassischen Vorbildes fällt daher oft mit der Gestaltung neuer, eigener Formen zusammen. Mit der Zeit verrohten die Gepräge durch schlechte Prägetechnik und undeutlich gewordene Vorbilder. Hand in Hand ging damit eine Verringerung der Gewichte und eine Metallverschlechterung. Die Umbildung von der Flach- zur Schüsselmünze ist erst um die Wende vom zweiten zum ersten vorchristlichen Jahrhundert erfolgt, indem die Matrize schüsselförmig und die Patrize stark ausgewölbt graviert wurde. Wir haben es also bei den „Regenbogenschüsselchen“ nicht, wie oft angenommen, mit den ältesten keltischen Geprägen zu tun, sondern mit den spätesten vorrömischen Goldprägungen Mitteleuropas, die an die Jahrzehnte des Eindringens der Römer unmittelbar heranreichen bis zu dem Zeitpunkt, wo die betreffenden Stämme ihre Selbständigkeit und ihr Münzreabt auf Goldprägungen verloren. Nach der äußeren Form, dem Märker oder schwächer ausgebildeten Schüsselcharakter, der Dicke des Schrötlings, der als flacher Knollen gegossen und zum Teil roh geprägt wurde, vor allem aber nach dem Münzgewicht lassen sich die seltenen keltischen Münzen zeitlich und räumlich bestimmen. Seit der Römerzeit haben sich die Keltengepräge nur dank der Volkssitte erhalten, die alten Goldschüsselchen als Zierstücke aufzubewahren und als glückbringende Amulette zu tragen. Im Laufe der Zeit wurden des öfteren vergrabene „Regenbogenschüsselchen“ von einem starken Regen aus dem Boden gewaschen und später von der Sonne dem pflügenden Bauern gezeigt, der die blitzenden Goldschüsselchen als „vom Regen abgetropftes Gold“ betrachtete und sie als segenverheißende Himmelsboten für Kinder und Kindeskinder m seiner Truhe aufbewahrte. Auffassung des Schweizer Blattes „Benachteiligung Basels“ führen. Die „Basler Nachrichten“ verweisen auch auf die „traditionelle Schweizer Sympathie für das badische Musterländle“ und stellen in diesem Zusammenhang fest: „Seit 150 Jahren hat man in Basel und im Markgräflerland gute Nachbarschaft miteinander gehalten und fern jeder Großraumpolitik ä la Stuttgart sich stets freundschaftlich verständigt. Unzählige Verträge und Vereinbarungen jeder Art sind dessen Zeuge. Schon in Zeiten, da in Basel noch der Großherzog regierte, war Basel die badische Nachbarschaft besonders wert, und im Jahre 1920 wurde z. B. der Uebergang der badischen Staatsbähn auf das Reich mit argwöhnischen Blicken betrachtet. Ein auf Stuttgart zugeschnittener Südweststaat würde noch unangenehmer empfunden, weil erfahrungsgemäß jegliche zentralistische Tendenz gewisse Gefahren mit sich führt. Für Basel scheint es nach allem das Gegebene, daß Baden der Nachbar bleibt — und nicht irgendein namenloses, aus Zufälligkeiten resultierendes Staatengebilde.“ * Zitadelle des Friedens Papst Pius XII. empfing an Silvester die beim Vatikan akkredierten Mitglieder des Diplomatischen Korps zur Entgegennahme der Neu j ahrsglück wünsche. Der Vatikan rage in der modernen Welt als eine Zitadelle des Friedens hervor, erklärte Papst Pius XII. wörtlich. Er fuhr fort; „Nach einer Zeit schrecklicher Erfahrungen regt sich unter den ernsthaftesten Menschen aller Völker der Wunsch nach einem engeren Zusammenschluß und geistiger . Brüderlichkeit. Wir hoffen, daß die Aufrichtigkeit und der wachsende Einklang dieser Bestrebungen die Spuren der jüngsten Vergangenheit tilgen werden. Nicht umsonst bleibt dieses kleine Gebiet — die Vatikanstadt — eine Zitadelle des Friedens und der Versöhnung inmitten der furchtbaren Ereignisse der Gegenwart. Nicht vergeblich bleibt es als große Zukunftshoffnung ein fester Platz, auf den sich die Auge» vieler Menschen richten, selbst wenn sie nicht der Katholischen Kirche angehören.“ Herausgeber: C. and H. Kruse, Buchdradterei a. Verlag, Bruchsal Philippsbarg. Veröffentlicht anter Geaeralliaeaa Nr. 3 der Militirregierang. Verantwortlich« Schriftleileri Hans Stander and Heimat Klaating. beide iw Bruchsal. Z. Zt. ist Preisliste Nr 1 oir'*:- Montag, J. Januar 1950 AUS KR AI CH GAU UND BRUHRAIN Hetbshekn Die Weihnachtsfeier der Jungmänner gebärt wohl su de» eindruckvollsten und war Jfa alle Anwesenden ein Erlebnis. In dem Stück „Ben Hur“ hatte der Verein ein Schauspiel, das vielen durch das Buch selbst, oder auch durch den Film bekannt war. Die Darsteller, welche wirklich glücklich für jede ein- aelne Rolle gewählt waren, gestalteten ihr Spiel so eindrucksvoll und lebendig, daß die Zuschauer _ mit Begeisterung folgten. Die eigens hierzu beschafften Kostüme und Bühnenbilder gaben den nötigen Rahmen, und versetzten die Zuschauer in die Zeit nach Christi Geburt. Besondere Anerkennung gebührt dem Spielleiter, Herrn Betsche und der Vereinsleitung, die es ermöglichte, ein so herrliches Spiel mitzuerleben. Geheiratet haben: Erich Gruber Schlosser, Lange Gasse. 10 und Ella Maria Göpfrich, Hauptstraße 55. Am 27. Dez. «tarb im Alter von 59 Jahren »ach kurzem schweren Leiden der Landwirt und Arbeiter Heinrich Dörr. Kirchenchor und Gesangverein, deren verdienter Sänger der Verstorbene war, sowie die Firma A. Mucken- luß. Bretten, legten an seinem Grabe Kränze Bieder. h. Gondelsheim Der Tabakbauverein hatte seine Mitglieder in den Adler zusammengerufen, um die Anbaufläche für das neue Jahr festzulegen. Nach den Anweisungen des Landesverbandes muß die im Jahr 1940 bepflanzte Fläche als zulässiges Maß eingehalten werden. Für die hiesige Gemeinde kommen demnach, wie Vorstand Wilh. Hartmann der sehr gut besuchten Versammlung mitteilte, 16.7 ha als Anbaufläche in Frage. Es kann deshalb jeder Pflanzer in gewünschtem Umfange anbauen, auch Neupflanzer werden zugelassan. Den gemeinsamen Bezug des erforderlichen Handelsdüngers besorgt die Spar- und Darlehenskasse, die auch die Auszahlung des Geldes für das Sandblatt vornimmt. Rschncr W. Uebelhör erläuterte das steuer^Münstigte Sparen, welches aber eine Bindun^ctuf 3 Jahre zur Voraussetzung hat und für kleine Einkommen in Frage kommen dü’•?'<' —r— Unteröwisheim Der Tabakbauverein rief am Mittwoch sein« Mitglieder zu einer Versammlung im Rathaussaal zusammen, wobei eingehend über di« Düngung der Tabakäcker gesprochen wurde. Die Düngung muß spätestens bis März beendet sein. Jauchedüngung kurz vor dem Anbau oder gar Beigießung der gesetzten Tabakpflanzen ist künftighin verboten. Zuwiderhandlung hat Anbauverbot zur Folg«. Ebenso wurde bestimmt, daß bei der Tabakverwiegung nur gut sortierter Tabak angenommen wird. Heute vollendet Altbürgermeister August Gromer, der sich allgemeiner Wertschätzung r Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen Architektenwettbewerb. Für den Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zum Neubau der Schulgebäude für die Gewerbe-, Handels- und Kreislandwirtschaftsschule sowie die landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Berufsschule sind 47 Entwürfe eingegangen. Am Dienstag und Mittwoch, den 3. und 4. Januar wird das Preisgericht zusammentreten und die Preisträger bestimmen. Vorgesehen sind als: 1. Preis 3 500 DM, als 2. Preis 2 500 DM und als 3. Preis 1 500 DM. Für den Ankauf von Entwürfen stehen weitere 2 500 DM zur Verfügung. Dem Preisgericht gehören an: a) Haupt, Prof:, Techn. Hoch-, schule, Karlsruhe, Erzbergerstr. 1; b) Kloß, Stadtbaurat in Bruchsal; c) Kölmel, Reg.-Bau- direktor in Karlsruhe; d) Langenbach, Reg.- Baurat in Bruchsal; e) Schmechel, Dr, Architekt, Mannheim; f) Hampe, H., Oberbaurat, Heidelberg. Mozartstr. 13; g) Bläsi, Bürgermeister in Bruchsal; h) Kämmerer, Gewerbeschuldirektor in Bruchsal; i) Dr. Fleck, Zahnarzt in Bruchsal; k) Hoff mann, Handelsschuldirektor in Bruchsal; 1) Weiß, Leo, Landrat In Bruchsal. Stellvertreter sind: Dengel, Stud.- Rat in Bruchsal und Wagenhan, Johann, Bauunternehmer in Wiesental. Die Pläne werden nach Abschluß des Wettbewerbs von 6. bis 9. Januar in der Turnhalle der Styrumschule (ehern. Kasernengebäude) öffentlich ausgestellt, am Freitag, den 8 . Jan. und Sonntag, den 8. Jan., vormittags von 11—12.30, nachmittags von 14—16 Uhr. Am Samstag, den 7. Jan. und Montag, den 9. Jan., vormittags von 10—12, nachmittags von 14—16 Uhr. tungsdauer des Gesetzes zur Aufhebung des Lohnstops bis 30. Juni 1950 verlängert wurde. Bruchsal er Sterbetafel. Marie Clarrier, ledig, 86 Jahre alt, Huttenstr. 47; Johann Megerle, Rentner, 71 Jahre alt, Württembergerstr. 93. Bazar ln der Hofpfarrei. Wie schon berichtet, bekommt die Hofpfarrei demnächst einen eigenen Kindergarten. Für die Ausstattung fehlt natürlich noch mancherlei und so plant die Pfarrei die Abhaltung eines Bazars am nächsten Samstag und Sonntag. Für die Liebhaber von Süßigkeiten gibt's Bohnenkaffee mit Kuchen, die Feinschmecker bekommen leckere Brötchen mit Wein oder Bier. Ein Verkaufsstand bietet eine Fülle von brauchbaren Sachen aller Art und eine Verlosung von allerlei Herrlichkeiten erhöht den Reiz dieses Bazars. Spenden werden entgegenge- pommen im Hofpfarrhaus und ab Mittwoch bis Freitag jeweils von 15 bis 18 Uhr in der neuen Kinderschule selbst, dem alten Verbindungsgang vom Kirchturm zur Hofkirche. Kuchen und sonstige eßbare Dinge wollen womöglich erst am Freitag mittag oder am Samstag morgen von '9 bis 12 Uhr abgegeben werden. erfreut, seinen 73. Geburtstag. Ana 3. Januar wird Anna Oberst, Witwe, Karlstr., 70 Jahre alt. Am gleichen Tag feiert Heinrich Wößner, Witwe, Bahnhofstr., ihr 66. Wiegenfest. Wir gratulieren herzlich. —b— Odenheim Geburten: Peter Alexander, V. Polizeibeamter Wendelin Keßler; Karolina Anna, Metzger Oskar Junghans; Renate Ursula, V. Reisender Rudolf Zippel. Sterbefälle: Frl. Elsa Deck, 39 Jahre alt; Frau Theresia Hirt, geb. Bolich, 64 Jahre alt. Aufgeboten sind: Blechner und Installateur Ludwig Keßler und Emma Rosine Heller. — Insgesamt verzeichnet das Personenstandsregister für das Jahr 1949: 52 Geburten, wozu noch 19 auswärtige kommen; 44 Eheschließungen und 40 Sterbefälle. 158 Personen sind zugezogen, 147 Personen haben sich abgemeldet. Am 31. Dez. betrug die Einwohnerzahl Odenheims 3214. Rudolf Fellhauer, Kirchstr., kehrte in der vergangenen Woche aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Herzlich willkommen in der Heimat. Das Friedensgericht, unter Vorsitz von Bürgermeister Buttinger, erledigte im vergangenen Jahr 118 Straf- und 6 Zivilsachen. w. Ostringen Heimgekehrt aus russischer Gefangenschaft ist am 26. Dez. Emil Waas, Sohn des Herrn Dr. Waas. Somit ist der Familie W. eine große Sorge genommen. Zu bemerken ist, daß der Heimgekehrte der zweitletzte Heimkehrer unserer Gemeinde war, welcher mit der Heimat in schriftlicher Verbindung stand. Huttenheim Der 29jährige Maurer A. Baader stürzte in Karlsruhe an seiner Arbeitsstätte von einem Gerüst ab. Er fiel so unglücklich, daß er mit einem Beinbruch ins Krankenhaus verbracht werden mußte. Das Christuskreuz am Ausgang des Dorfes bekommt einen neuen Sockel. Rührige Hände arbeiten fleißig daran, daß die Umgebung des Kreuzes von Gestrüpp befreit wird. Auf. dem Bahnhof wurde die zum Teil durch Granatbeschuß zerstörte Wartehalle abgebrochen. Es ist geplant, eine neue Wartehalle aufzubauen. a. Leben und Tod So spricht das Lebern Die Welt isf mein, Mich preisen die Blumen und Vögelein, Ich bin der Tag und der Sonnenschein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein. So spricht der Tod: Die Welt ist mein, Dein Leuchten ist nur eitel Pracht, Sinkt Stern und Mond in ewge Nacht. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. So spricht das Lebern Die Welt ist mein, Und machst du Särge aus Marmorstein, Kannst doch nicht sargen die Liebe ein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein. So spricht der Todt Die Welt ist mein. Ich habe ein großes Grab gemacht, Ich habe die Pest und den Krieg erdacht. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein, Ein jedes Grab muß ein Acker sein, So spricht das Leben: Mein ewiger Samen fällt hinein. Die Welt ist mein. Badisdtes Staatstheater Montag 19.30 Uhr: „Max und Moritz“, Tanzburleske von Richard Mohaupt. „Die Puppenfee“, Ballett von Josef Btyer. Dienstag 19.30 Uhr: Einmalige Sondervorstellung bei kleinen Preisen DM —.60 bis 3.10 „Fidelio“, Oper von Ludwig v. Beethoven. Mittwoch 19.30 Uhr: 9. Vorstellung der Platzmiete A und freier Kassenverkauf „Drei Mann auf einem Pferd“, Lustspiel mit Musik von Holm und Abott. Donnerstag 15 Uhr: „Schneeweißchen und Rosenrot“, Weihnachtsmärchen von Hermann Stelter. 19.30 Uhr: 9. Vorstellung der Platzmiete C und freier Kassenverkauf „Max und Moritz“, Tanzburleske von Richard Mohaupt. „Die Puppenfee“, Ballett von Josef Bayer. VfB UriiiBisal I - FC Mörsdt I 2:3 (2:1) Vor zahlreichen Zuschauern entwickelte sich ein schneller und “spannender Kampf. Nach schönen Kombinationszügen gelang es in der 20. Minut« dem Linksaußen Kling den Gästetorhüter durch einen Schuß unter die Querlatte zum ersten Mal zu überwinden. Auch die Gäste warteten mit zahlreichen Angriffen auf, die allerdings immer wieder Kein Behördendienst an Dreikönig. Die staatlichen Dienststellen der Inneren Verwaltung in Bruchsal und die Landkreisselbstverwaltung haben am Erscheinungsfest (6. Januar 1950) und am Samstag, den 7. Januar geschlossen. Beim Landratsamt Bruchsal ist für dringende Dienstgeschäfte am Samstag von 9—11 Uhr ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Weitergeltung des Lohnstops. Der Deutsche Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 19. Dez. 1949 ein Gesetz angenommen, wonach die Gel- Allen meinen werten Kunden, Geschält»Ireunden und Bekannten wünsche ich ein glückliches Neues Jahr Meiner werten Kundschaft empfehle ich • mich *ur Ausführung sämtt. Dadidedüingsarbeifen Neudedningen und Reparaturen WILHELM SCHMIDT Dachdeckungsgeschäfl BRUCHSAL, Büchenauerstr. 32 Ein 1% stockiges Wohnhaus in gutem Zustand mit Stall, Zubehör und etwa 2 ar Garten günstige Lage in Forst, sofort zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. 440 im Verlag dieses Blattes. Bauplatz für Geschäft und Werkstatt in nur guter Lage gesucht. Angebote unter Nr. 442 an die „BP". von der Bruchsaler Hintermannschaft bereinigt werden konnten. Nach 30 Minuten stellte der Rechtsaußen Fink durch einen schönen Kopfball das 2:0-Resultat her. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit konnte B. durch einen Handelfmeter zum 2:1 aufholen. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeit. Vor Beginn der 2. Halbzeit wurde der erstmals wieder mitwirkende Bruchsaler Herbert Schmitt, der in diesen Tagen von Rußland zurückkehrte, mit einem Blumenkorb geehrt. Nach der Pause gingen die Gäste mit großem Eifer zu Werk und es gelang ihnen auch, die überraschten Bruchsaler infolge eines Mißverständnisses zwischen Verteidiger und Torhüter zum- zweiten Mal zu schlagen. In der Folgezeit gefielen die Bruchsaler durch wunderschöne Kombinationszüge, die aber jedes Mal von der hervorragenden Hintermannschaft der Gäste im Keime erstickt wurden. Bei einem der wenigen Durchbrüche kamen die Gäste wiederum durch Deckungsfehler zum schmeichelnden 2:3. Dieses Ergebnis verteidigten sie dann auch noch mit großem Erfolg bis zum Schluß. Da« Treffen war hervorragend fair und hatte einen ausgezeichneten Schiedsrichter als Leiter. 2. Mannschaften 3:1; A-Jugend — Mörsch Jugend 3:1. OMA» VOM a. TIOMA Copyright U4» »7 Varia« Behnot Seiler Statt««!» Milbe 37. Fortsetzung „Aber Sonnie“, beruhigte Hillberg, „lassen Sie doch diese unüberlegten Reden sein. Nicht starten? Was würde das für Schweden bedeuten, da Sie doch die einzige sind, der noch Chancen winken? Starten Sie für sich selbst oder für Schweden?“ Beschämt senkte Sonni« den Kopf. „Gut, ich starte!" Eine Weile mußte sie noch warten. Hillberg wandte sich an einen der Polen, worauf dieser in energischem Ton in das Mikrophon sprach. Die lachenden Gesichter wurden ernst, irgendwo wurde geklatscht und Bravo gerufen. „Denen wird schon das Lachen vergehen,“ dachte Sonnie grimmig. Die Erregung hatte Kampflust in ihr geweckt, die sie die Tücken der Strecke spielend nehmen ließ. Wieder hatte sie den Sieg unter Schwedens Fahne gebracht. Man hob sie auf die Schultern, Ihr Mund lachte, als sie durch die Menge getragen wurde, aber aus ihren Augen stürzten fortwährend dicke Tränen. „Mein Gott, habe ich Glück gehabt", sagte sie, als ihr Hillberg die Hand schüttelte und sie an sich drückte wie ein Vater seine Tochter. Das eben war ihr schönster Sieg. Jetzt aber hatte Sie urplötzlich diesen ganzen bunten Betrieb satt Nein, an keiner Feier würde sie teilnehmen, die würden doch nun tagelang fortdauem. Die Mannschaften Schwedens wollten geschlossen im Flugzeug nach Stockholm fliegen. Nein, auch da würde sie nicht mittun, da man dort wie eine Antiquität von Gesellschaft zu Gesellschaft herumgereicht würde. Und Sonnie sehnte sich Jetzt so sehr nach Hause, zum Jung« und zum Vater, und nach den stillen Wäldern dort oben. „Nein, ich reise heimlich ab. Und dieses Mal soll es bestimmt das letzte Mal gewesen sein, daß ich sowas mitmache“. Diesen Entschluß führte sie schon am nächstfolgenden Tage aus. Auf den Flug nach Berlin, von wo aus sie schnell nach Stockholm gelangen könnte, erstaunte sie über sich salbst und den Einfall, der ihr von Ungefähr kam. „Ja, ich habe jetzt Sehnsucht, einmal für ein paar Tage ganz für mich allein zu sein. Und dann... ich möchte auch wieder einmal zum Feldberg, vielleicht nur ein oder zwei Tage. Aber ich muß Viktors Hütte wieder einmal sehen, die Schanzen am Bismarckturm, die weißverschneiten Höhenzüge und Wälder. Es treiben mich tausend Kräfte dorthin. Vielleicht ist es Verrücktheit, das zu - tun, aber vielleicht ist es möglich, daß aus diesem Abstecher eine schöne Erinnerung an Viktor wieder aufsteigt. UncKSonnie reiste wirklich in den Schwarzwald! Nur sehr wenig Gepäck und ihre gewöhnlichen Schier hatte sie mit, alles ander sandte sie nach Stockholm. Sie freute sich kindlich, als das Flugzeug dem Schwarzwaldrand entlang flog. Über Schau- Insland drehte die Maschine eine Kurve, sie sah hinüber zum Feldbergturm. Kleine Pünktchen wimmelten dort im Weiß des Schnees auf dem kahlen Buckel. In Freiburg aber herrschte fieberhafte« Getriebe, als sie einen Bummel durch die Stadt machte. Im Hotel, wo sie vor zehn Jahren ein paar Tag« mit Papa gewohnt hatte, stieg sie ab. Dort hatte sie allerdings das Pech, einem Reporter in die Hände zu fallen, der auch aus Polen kam. Mit ihrem Inkognito war es daher aus, da che Zeitungsmänner die dreifache Siegerin von Zakopane mit Frage» bestürmten. Von ihr» Plänen, was sie die nächsten Tage vor habe, verriet sie freilich nichts. „Ausruhen, meine Herren wenn sie di« Freundlichkeit haben werden, mich jetzt in Ruhe zu lassen“ sagte sie lachend. Es ging ihr gewaltig wider den Strich, daß Haren von der Freiburger Schizunft absolut nicht locker lassen wollten, sie zu bitten, bei den Südd. Sehimeisterschaften am Sonntag auf dem Feldberg anzutreten. Also, hier war auch Sportgroßbetrieb! Von einem kleinen Gasthaus suchte sie in der Umgebung des Feldbergs nach einer Unterkunft für einige Tage. Mein Gott, dachte sie, ich werde doch einmal in Ruhe gelassen werden. „Tut uns schrecklich leid, all« Zimmer und Betten sind besetzt, nicht einmal in den Tou- ristenunterkünften ist ein Winkel übrig. Bitte wenden Sie sich doch mal an die Todtnauer- hütte, wurde ihr gesagt Sie lachte in sich hinein, der Sprecher dort hatte hart eingehängt. „Wenn ich meinen Namen gesagt hätte, wäre sicher ein ganzes Appartement frei gewesen für die Kiekjegaard“. Stundenlang hing Sonnie am Telefon. Endlich, in einem der Täler hatte ein Gasthaus Zimmer frei. „Kommen Sie aber schnell, man weiß nämlich nicht, ob nicht noch in der nächsten Stunde Leute fragen". Sonnie holte ihr Gepäck im Hotel, nahm eine Taxe und ließ sich hinauf fahren. Ganz still in eine Ecke gelehnt, ließ sie alles an sich vorbei ziehen. Der Schnee an den meterhohen Wänden, die die Straße säumten, war genau so weiß wie der daheim in Schweden. Und diese Stille und Majestät der Wälder! Das Summen des Motors störte sie, „halten Sie doch einige Minuten," bat sie den Fahrer. Oh ja, es war hier so herrlich still, man hörte sein eigenes Herz klopfen. Schnell stieg Sonnie aus, wies den Fahrer an, wohin er das wenige Gepäck zu bringen habe, entlohnte ihn gleich und schnallte die Schier an ihre Füße. Abendrot huschte wie Blutstreif» über die Hänge. Die beschneiten Wälder und Wiesen lagen in einem wunderbar blauen Zwielicht Langsam, aber stetig glitt sie über die Hänge btnab ln die engen Täler, stieg durch schweigende Wälder zur Höhe, um wieder talwärts zu fahren. „Wie gut ich die Gegend noch kenne“ sagte sie sich. Und Viktor ging im Geist neben ihr, so wie sie oft hier durch die Täler und über die Höhenkämme geglitten waren, Seite an Seite, nur... noch nicht bewußt, was eines dem anderen sein könnte, wenn die Herzen sprechen. Jetzt hatte das ihre längst für ihn gesprochen... Sonnie fragte sich immer wieder, wo Viktor jetzt wohl sein möge. Die wichtigste Frage ihres Herzens aber war die, ob er auch glücklich sei mit der anderen, wirklich glücklich! „Ich habe kein Glück gehabt", flüsterte sie, „wenn doch wenigstens er Glück genösse. Dann möchte ich schon ganz stille sein und nur noch in großen stillen Stunden an ihn denken. Aber wenn er unglücklich wäre, dann möchte ich ihn rufen. Er soll zu mir kommen, ich wollte versuchen, ihm ein bißchen Glück zu geh». Sicher, ich könnte ihm sehr viel geben“. Mit diesen Phantasien hatte Sonnie ihr Ziel »reicht. Jetzt »st sah sie, daß es ja das Dorf in diesem weiten schönen Tal war, in dem Viktor seine Kinderjabre verlebt hatte. Im alten Gasthaus, das sie mit ihm mehrmals besucht hatte, befand sich ihr bestelltes Quartier. Sie war nicht müde, nach den schönen Traumstunden, im Gegenteil, sogar frisch. Ihr Abendbrotwunsch, „geröstete Speckschnitten“, bereiteten der Wirtin sichtbar Kopfzerbrechen. Da ging Sonnie selbst in die Küch« und röstete sich die köstlichen Schnitten Bauernspeck, die so lieblich nach Harz und Wacholder dufteten. Mit der Wirtin und ihrer Hausgehilfin aß sie in der Küche, während aus der Wirtsstube der Lärm der Männerstimmen drang. Sie vernahm immer wieder heftigen Wortwechsel über das Meisterschaftsrennen am Sonntag. Viele der mundartlichen Kraftworte verstand Sonnie nicht, daher ihr die Wirtin auf Hochdeutsch erklärte; (Fortsetzung folgt) utnteWelt Jede Handschrift hat ihre besondere Klangfarbe Blinde können mit den „sehenden Ohren' jeden Brief mühelos entziffern — Eine sensationelle Erfindung Basel (heroldpress) — Einem Kreis von Wissenschaftlern und Ärzten wurde hier ein neues Gerät vorgeführt, das einen sensationellen Eindruck hinterließ. Es handelt sich um die sogenannten „Sehenden Ohren“, mit denen es Bünden möglich ist, lede Handschrift und jeden in Maschine eeschrie- Oenen Brief mühelos zu entziffern. Auch Druckschrift kann „gelesen“ werden. Der Apparat ist im wesentlichen eine Fortentwicklung des bereits bekannten „Werners“, eines kleinen Senders, den der Blinde mit sich führt und der ihn durch eine im Kopfhörer vernehmbare Veränderung eines Summtones genau orientiert wo er sich befindet, ob die Tür vor ihm offen oder geschlossen ist, ob er en einer Treppe steht und wo sich der Tisch befindet Wie man als Sehender mit einer Taschenlampe einen dunklen Raum abtastet, so orientiert sich der Blinde mit seinem „Warner“, nur daß eben kein Lichtkegel über die Beschaffenheit des Raumes Aufschluß gibt, sondern eine Vielzahl genau abgestimmter Töne, deren Bedeutung schon nach kurzer Zeit in das feine Gehör des Blinden übergehen. Er erreicht mit dpi* „Warner“ eine vollkommene Beherrschung des Raumes, die soweit geht, daß er beim Gehen nicht unsicherer ist als ein Mensch, dam das Augenlicht erhalten blieb. Diese Erfindung bedeutete schon einen wesentlichen Fortschritt in den Bemühungen, den Blinden das Leben nach Möglichkeit zu erleichtern. Jetzt vurde daraus der erwähnte Leseapparat entwickelt. Ir besteht aus einem kleinen Kästchen, das einem ^jjafacho" Rijndhinksniie.n»* gleicht und einem dann hört man im Kopfhörer viele genau voneinander unterscheidbare Laute. Es hört sich an wie die Platte auf einem viel zu langsam gehenden Grammophonapparat Auffällig ist, daß sich die Laute wiederholen und daß man im Wesentlichen 15 verschiedene Klangbilder unterscheiden kann, wenn man eufmerksam ist und einige Übung im Abhören erworben hat Diese 25 verschiedenen Laute »ber entsprechen genau den 25 Buchstaben unseres Alphabets. Das „A“ hat also einen anderen Klang als das „Z" und man kann beide deutlich euseinanderhalten wie man auch in der Tonleiter das „g“ vom „d“ unterscheiden kann. Es ist also praktisch genommen ein Abhören der „Schriftmusik“ des Briefes, leichter zu erlernen als es sich hier beschreiben läßt, zumal von Blinden, die ein empfindsameres Gehör haben als sehende Menschen. Interessent ist, daß auch handgeschriebene Briefe euf diese Weise durchaus zu entschlüsseln sind und daß es dabei auch „unleserliche* Handschriften gibt, die man — wie beim normalen Lesen mit den Augen — eis charakteristisch empfindet lede Handschrift hat ihre besondere Klangfarbe, man kann an ihr srhon auf dem Briefumschlag den Absender erkennen und Graphologen sind der Meinung, daß dieses Gerät auch in der Graphologie ergänzend ungemein nutzbringend verwendet werden kann. Der Einwand der wissenschaftlichen Kommission — übrigens der einzige, det gegen das Gerät erhoben wurde — daß es schwierig und langwierig sein müßte, die Klänge in ihren Unterschieden kennenaulernen, wurde durch die Aussagen einiger Minder aus einem Pflegeheim entkräftet, die betonten, daß schon nach drei Tagen Druckschrift langsam durchaus fehlerfrei zu lesen sei und daß •i’e meisten von ihnen nach vier Wochen Übung auch die Fertigkeit besessen hätten. Handschriften auseinanderzuhalten und zu „lesen“. Das Gerät wird im Augenblick noch nicht serienmäßig hergestellt Es sind fedoch Vorbereitungen getroffen, daß im Laufe des neuen Tahres die Produktion anlaufen kann. In einer volkstümlichen Schilderung bedeutete sein Eriindei, daß seine „Sehenden Ohren“ im Grunde genommen nichts anderes wären als der in aller Welt bekannte Ton- Das neue Gerät zum „Lesen* von Briefen film. Auch beim Tonfilm wird ein Ton ir? ein Schriftbild übertragen (bei der Filmaufnahme) und aus dem Schriftbild der Klang zurückgeholt, der dann Musik und menschliche Sprache Ist. Auf diese Weise erklärt, wird die. sensationelle Erfindung — theoretisch jedenfalls — zu »inpr einfachen Angelegenheit Die Welt ohne Furcht und Mitleid Ein Eskimo-Missionar berichtet über das Leben einer stolzen und guten Rasse Einer der bestell Kenner der Eskimostämme in rung mit dem weißen Manne, wie sie zum Beiden ewigen Weiten Alaskas, Kanadas und Grön- spiel in Grönland erfolgte, blieb nicht ohne nach- lands, Pater Jean Philippe, . berichtet über sein teilige Wirkungen auf das Leben der Eskimos. .. . Leben während mehrerer Jahrzehnte mit einer Denn nicht nur die Güter der Zivilisation kann, ur >d viele sind dem Genuß verfallen, großen und stolzen Rasse. Er verbrachte als lernte er kennen, sondern auch die Krankheiten Familienstreitigkeiten sind unbekannt Zwar hat Missionar im nördlichsten Vikariat der Erde, an und Seuchen unserer Zeit Viele sahen in diesem ^’ e Frau keine Rechte, ihr Mann kann sie sthla- dei Hudsonbai, gefahrvolle Jahre im engsten Zusammentreffen die völlige Vernichtung dieser ^ en > fortschicken oder sich andere Frauen nehmen, Zusammensein .mit den Eskimos der genannten Rasse Erfreulicherweise stehen dem die Erfah- J ~ 1 ' “ * * J u — c '" n “ "" "' , ' J Der Brief des Dalai Lama New York, (heroldpress) — Der Dalai Lama von Tibet wohl der einsamste Junge der Weh, denn er ist erst 15 Jahre alt und lebt völlig abgeschlossen, um sich für seine göttliche Aufgabe vun> bereiten, schrieb jüngst einen Brief nach Amerika, Man würde von dieser Post kein so besonderes Aufsehen machen, wenn ein solch persönliches Handschreiben, dazu noch an aina Frau, nicht eine große Seltenheit am Hofe des Dalai Lama wäre. Die Empfängerin ist eine bekannte Wissen- schaftierin und Spezialistin für tibetanische Kunst und Kultur am amerikanischen Museum für Naturgeschichte in New York. Im Jahre 1947 hatte sie ein Buch über die tibetanische Religion vollendet und ein Exemplar davon an den Beherrsche* von Lhasa, der verbotenen Stadt hinter den Gebirgsketten des Himalajas geschickt. Sie batte nicht vergessen, es mit einer Widmung und einem höflichen Begleitschreiben zu versehen. In diesen Wochen nun erhielt sie eine Antwort in Gestalt des oben erwähnten Handschreibens. Der „Brief“ hatte die Form eines kleinen Tischtuches und war vom September 1947 datiert. Der Dalai Lama sandte gemessene Grüße und sprach seinen Dank für die Verbreitung des Buddhismus aus, der durch das Buch gefördert würde. Weiter wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, recht bald Antwort, aber diesmal in Tibetanisch zu erhalten. Zur Zeit ist die Forscherin noch auf der Suche nach einem Spezialisten, der ihr einen flüssigen tibetanischen Brief schreiben kann. Jahren bleibt der Säugling vollkommen nackt und wird immer auf dem Rücken der Mutter in der sogenannten Parka, einem fellgefütterten Sadt getragen, der mit der Kleidung verbunden ist. Nur das Köpfchen des Kleinen schaut aus diesem warmen und behaglichen Behältnis heraus. Meistens schläft es und wird auch nicht durch die hin- und herschwingenden Bewegungen bei den verschiedenen Tätigkeiten der Mutter gestört Dia Mutter nährt das Kind, wenn es schreit. Mit fester Nahrung wird sobald wie möglich begonnen Doch auch mit drei und vier Jahren noch, erhält das Kind noch Muttermilch, wenn el schreit Betritt der Fremde eines der Zelte odet den Iglu, die kunstvoll gebauten und sehr warme« Schneehütten der Eskimos, erlebt er oft de« seltsamen Anblick eines Pfeife rauchenden kaum mehr als vier Jahre alten Eskimojungen. Voll Stolz weist der Vater auf den Kleinen, gilt doch Rauchen in solchem Alter bereits als ein Zeichen bester Gesundheit und Lebendigkeit. Der Tabak ist der größte Luxus, den sich ein Eskimo leisten Das schon bekannt* Blinden-Fnhrgerät Gebiete. Er beherrscht ihre Sprache vollkommen rungen und Beobachtungen zahlreicher Speziaüsten und bat ein englisch-französisches Eskimo- entgegen. Die hohe Intelligenz der Eskimos und Lexikon herausgegeben, das zum wertvollsten ihre natürliche Ahwehr alles Ungesunden and Bestand der Missionsarbeit gehört. n.vto fr., i—— J;- «i— doch es kommt in den seltensten Fällen zu solche* Auswüchsen. Beide Teile sind auf Tod und Leben aufeinander angewiesen. Denn kein _ __ __ _ Eskimo kann alleine bestehen. Er muß femand nicht für sie Zufrägüdien lassen "die” erwähnte j'? ben >, ihnl * ein * Bekleidung i* Ordnung Stift, der nicht schwerer ist als ein großei Füll- dessen Rasse sich nach Jahrhundertelangem ent federhalter. Auch seine Abmessungen sind ähnlich, wicklungsgeschichtlichen Vorgängen in den nörd pur am unteren Ende verbreitert sich der Stift zu üchsten Eiswüsteil der Erde sammelte, den Bis vor wenigen Jahren schien der Eskimo, Gefahr auf ein geringes Maß herabsinken. Man bab - ^ pr b,r > bn ond di** Kinder sorgt, wenn 8t einer Fläche, so groß wie eine normale Rasier- meisten Europäern nicht mehr als nur ein Kuno- nur als Lehrer, sondern auch als Lernender. hat festgestellt, daß der weiße Mann ohne den *uf der Jagd ist, die ihn oft tagelang in Anspruch Eskimo, trotz aller seiner mitgeführten technischen ■ ®immt. Frübehen sind das Übliche. Die KinJev Errungenschaften, verloren wäre. Er kam nicht Heroen in > jüngsten _ Alter bereits miteinandef versprochen. Es ist rührend mit anzusehen, wi# klinge. Der Stift ist durch einen Draht mit dem sum zu sein. Doch allzu rasch wurde das Land, Der Eskimo ist >. ielleicht einer der wenigem ,^ as kkine Paar jnit „mein kleiner Mann“ und .Gerät verbunden und der Bünde, der den Appa- dessen Gesamteinwohnerzahl heute nicht mehr Menschen unserer Erde, der ständig knapp am £ me i ne kleine Frau“ anreden_ Die versprochene« lat benutzt, ist durch Kopfhörer angeschlossen als 38 000 beträgt, in den Machtkampl der großen Untergang durch die Naturgewalten vorübergeht teilen bereits in frühester Jugend alle» Wenn man mit dem erwähnten Lesestift einen Nationen gerückt. Man entdeckte die reichen Täglich erlebt er unbewußt das Wunder in den miteinander, vom Stück Seehundfleisch bis zur* Brief, der zum Beispiel mit der Maschine geschrie- Bodenschätze und den kürzesten intemationailen Eis- und Sdhneewüsten des hohen Nordens und Päckchen Zigaretten. ben ist, abtastet, ihn also über die Zeilen hinführt, Luftweg über diese Gebiete Die enge Beruh- ihren todbringenden Gefahren mit dem Leben Bei dem engen Zusammenleben im Zelt mit der davonzukommen Denn auch der Eskimo leidet gesamten Familie werden die Kinder sehr früh unter der Schneeblindheit, den Erfrierungen und reif ‘ Die Heirat wird ohne besondere Zeremonie« dem plötzlichen Verschwindeil in Gletscherspalten vollzogen, wenn nicht gerade ein Missionar in der von unbekannter Tiefe Zwar hat ihn die Natur Nähe ist. Die Scheidung oder Trennung einer besser ausgerüstet als den weißen Mann: Hoch Ehe erfoigt nur bei besonderem Notstand. Ist auch ei muß alle Kraft des Geistes und der Sinne etwa der Mann schneeblind geworden oder hat ar Bisher mußte der Pilot aui den Steuerknüppel S r^" ®" f .’ ^"‘1 ansnll, .' nen “ nd e l-*ndsrhaft einmal erleben durfte Von «vei Forschungsarbeit wert «rät. Erst in fiel es nur allzuleicht um uod stürzte kopfühei bineninnere setzt sich aus einem wahren Labv- «fH^bedechfen Gipfeln durch dunkle Wälder Zeit hat man festgestellt, daß sie siebt, wie bisher ab Hillers Hubschrauber besitzt jedoch unbe- rinth von Kolbenstangen. Radkämmen, Heben, nimmt € J ***** Weg/ Er bildet riesige Seen, angenommen, an den Fynrakfeo angebracht wa- dingti> Stabilität. Wenn man die Steuerung auf Winden und Kabeln zusammen, die alle direkt WPI * e u “d Dschungel ond kreuzt di© reo, sondern an wichtigen strategischen Punkten A.m. —1.. —. YY?„ „Aci... — k— s?Ia —.... ... —„..t11 1 1 1 h _ — %, % « a % •«, s «t«S WrrgFaa v le r— #r w .M.-wa „.mm. V .«C ■ o■, c zfl /Ia, I?I*. k — „„A — — ^_- L._I___ - — —_ «—_ ■ die herrschenden Windverhältnisse eingestellt hat, unter die Schraube zu der sogenannten Taumel- so kann man geradezu „freihäncLg“ fliegen, scheibe führen. Gelegentliche Änderungen der Knüppeleinstellnng genügen um etwaigen Windstößen zu begegnen. Vor meinen Augen stieg der Versuchspilot auf, schoß über das Feld dahin, um danp knapp voi unseren Füßen, kaum eineD Meter über dem Erdboden, in der Schwebe zu verharren. Der größte Wüste der Erde. Er nimmt seinen Lauf längs des Fiußtaufes. Des bekannteste dieser durch den afrikanischen Kontinent in tollsten Win- „Nitometer“ war auf das Elefaatenimel ta der düngen, wie sie kein änderet Strom bisbei durch Nähe des heutige« Ass«a«-Standammes. n . . .. ^ , tbp Jahrtausende in das Antlitz der Erde ge- Das Gesicht der Nd-Laadsthaft prägte die Esd- r rO|CktiODStippt!Telt für MlkTOfilin schrieben hat Oft sieht es aus, wenn man vom geschieht« Menschenhände verändern es bis auf Flugzeug die großen Schleifen übersieht, als wüß- den heutigen Tag. So sind zur Zeit Pläne für ei« ten die trägen Wassernüssen nicht wohin. Schein- neues Staockinmprojekt is des Abarbeitung, das bar scheinen sie zuröckzukebrea id ihren geheim- zq des kühnstes U stenekmBgn 4©> Ingcnimi*» Kapien innerhalb van zwei Minuten Ein Projektionsapparat für 1 B-mm- Mikrofilm, Werksleiter ergriff eines der Laufräder des Flug- m 't 14-, 20- ond 35-facher Vergrößerung wurde nisvoflen Ausgangspunkt, dann wieder stürzen sie kunst in de« kommende* Jahre« zu zähle* ist. zeug, und hob es mit kräftigem Ruck. Die Ms- jetzt erfunden. Zn dem Gerät, das mit einem ein- sich in Katarakten, Stromschnellen und Wasser- Das Projekt sieht «ln«« Stuadanm über de* Vib- schine schwankte dreimal hin ond her, kan»* aber fachen Mechanismus zur Scharfeinstellung ausge- fällen in rasender Hast vorwärts, als könnten sie toria-Nil bei den Owcb-FSBc« i* Uganda vor Mit sofort Wieder völlig ins Gleichgewicht - das ist stattet ist, gehört eine Projektionsfläche von 80 c* sieb nicht schnell genug ins Meer eigießen. Die diesem Staudamm wird nicht *u> der hier beso*- „n, edimrte Stabilität“! Auf gaoz leichte, gleich- Die Bildfläche ist vollkommen glatt Von dem auf Nilquellen «raren für Jahrhunderte in undurch- den ungebärdige Fluß gebändigt sonder* gleichmäßige Bewegung des Steuerknüppels reagiert der Proiektionsfläche erscheinenden Bild können dringliches Dunkel gehüllt bis europäische Foi- zeitig der Wasserst and des Viktoria-Sees kontroi- det „Hillereopter“ sofort, nicht aber auf plöt innerhalb von zwei Minnten Kopien hergestellt scher in abenteuerlichen Expeditionen zu ihnen lieft Der Viktoria-See gehört mit za de* merkliche, heftige Betätigung. Dies bedeutet, daß det werden, ohne daß dazu eine Dunkelkammer not- vordrangen. Vo* den Wassern des Nib sind bis würdigsten Natummhemnugai der Erde. Mit *eue Hubschrauber um vieles sicherer ist, als die wendig wäre. Dieser Vorführungsapparat ist in auf den heutigen Tag die Kulturen uralter Volke» 68000 qkm in mehr ab 1200 m Höbe über dem bisher bekannten, oder auch alle anderen gewöhn- erster Linie für Büros gedacht die über ein Mikro- abhängig ond Generationen lebten und starben Meeresspiegel ist er der drittgrößte bekannte See I’gLw^T» FlugZeUgö. ftlmnw ^l i » vßffmnm mit J Am A..t_1 A L. J_n_«_ Ji_J_ui t. ^ fihnarthiv verfügen. mit dem Auf und Ab der Gewässer dieses schön- der Welt 11 i mmmmmmmm c Oaj CMalt (Lut Cf mul Allerlei Gerichte EtaMie Kartaffelcpefes ait Schweinefleisch Mm gibt eine Lag« rohe, «aogiichst schnell auf dem Rssheäsen geriebene, gesalzene Kartoffel ia eine ens®afettete, nrit Reib brat bestreut« Fon«, daran! aiaa Lago «aürbe geklopftes, beliebig aer- taÜtes Ssbwetaedeisch — es kaaa auch statt Filet aia Mderec zartes Stück seia — das aotiaa Saks «ad gewünschte Gewürz, etwa« ungedämpfte Zwiebel, Pfeffer, zerriebene« Majoran oder was atan Modi bat. wieder eine Lago Kartoffela darüber etwas Reibbrot, Butterstück chua oder Schmalz oder ganz dünne ungeräuehertn Specic- sdieibea. Man kann auch mehrere Lage« davoa mache«. Das Gericht anfangs zugedeckt auf dem Feuer ««kochen, dana im Bratofen weiter schmoren und Farbe annehmen lassen. Dazu reicht man ein# gutgewürzte, dickliche Sardellensoß«. Gulasch Maa bereitet Rinderfilets zu Beefsteaks vor, teilt es ia etwa zwei bis drei Finger breit« Stücke, die man auf die Schnittfläche lagt und suaft «ieder- uad möglichst plattklopft. Dan« brät maa sie rasch ia siedender Butter uad starker Glut auf beiden Seiten, bis sie inaen zwar aedi rot, jedoch nicht mehr roh sind. Hierauf bereitet mea aus daaa in der Pfanne verbliebenen fetten Saft, aehst etwas mit durchgeschwitz- tom Mehl oder besser fertiger Grundsoße, Fleischbrühe, kleiaaa Speck- und Zwiebelwürfeln. Safe, auch aoeh etwas Pfeffer, eine kräftig«, sämige Soße, io welche maa sodann entweder fafechoa oder getrockneten Paprika (von letzterer yiel weniger) durchkodhen läßt, rührt dann eine« stsufcea Guß starke« Weia (Portwein, Madeira, Marsala, Tokajer oder dergleichen) hinzu und läßt kam vor dem Anrichte« das dann erst ia Würfel geschnittene Fleisch samt dessea etwa hervortretenden Saft darin bis eben ans Koche« kommea. Man serviert möglidast heiß auf erwärm ten Tellern. Jede Frau hat eine „gute Freundin" -n bekannt ist — „Nur nicht xu vartrauliah werden' Plc: de