HEIMATBLATT FÜR KRAIGHGAU UND BRÜH RAIN * Jahrgang 2 - Nr. X 5 Samstag, den 7. Januar 1950 i Einzelpreis 15 Pfennig Keine Volksabstimmung über den Südweststaat Eine Erklärung des Landeskommissars General Charles P. Gross an die Presse D.P. Stuttgart. Die in den letzten Ta« gen Schlag auf Schlag gekommenen Erklärungen zur Südweststaatfragg wurden am Nachmittag des Drei-Königs-Tages abgerundet durch eine Erklärung des amerikanischen Landesk^aunissars für Württemberg-Baden, General Charles P. Gross, die dieser — im Einvernehmen mit dem Hohen Kommissar, McCloy — Pressevertretern übergab. General Gross stellt in dieser Erklärung zunächst fest, daß nach bisheriger amerikanischer Auffassung die Südweststaatfrage in erster Linie ein deutsches Problem sei, dessen Lösung allerdings der Billigung durch die Hohen Kommissare unterliege, daß sich aber diese Genehmigung „hauptsächlich auf die Sicherstellung der Durchführung mit demokratischen Mitteln unter gebührender Berücksichtigung der Verfassungen und des willens der Bevölkerung der drei Länder Württemberg - Baden, Württemberg - Hohen- zollern und Baden" beziehe. Wenn nunmehr diese Frage nicht vor Abschluß eines Frieaensvertrages entschieden werden könne, so könne „doch sicherlich noch vieles getan werden, um die Wünsche der Bevölkerung zu erkunden, damit um so schneller und demokratischer gehandelt werden könne, nachdem einmal das Problem vollkommen ein deutsches geworden sei.“ General Gross ergänzte diese Erklärung mit dem Hinweis, daß nunmehr auch eine direkte Volksabstimmung zur Südweststaatfrage hinfällig sei, es sei der Bevölkerung jedoch unbenommen, bei kommenden Wahlen ihre Stimme den Kandidaten zu geben, die entweder für oder gegen den Südweststaat seien, und so ihren Willen kundtun. Er betonte weiter, daß der Südweststaat nicht zu einer Frage der Beamten der drei beteiligten Länder werden dürfe, sondern von der Be-, völkerung entschieden werden müsse. Wenn auch die Südweststaatfrage jetzt ein anderes Gesicht bekommen habe, so sei seine Erklärung als Ausdruck zu werten, daß es innerhalb der drei Hohen Kommissare hierbei keine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit gebe; sie seien sich einig in der Lösung deutscher Probleme. Immerhin sei der Artikel 118 des Grundgesetzes (der die Regelung der .Länderverhältnisse in dem südwestdeutschen Raum ausdrücklich den drei beteiligten Ländern überläßt und, wenn diese sich nicht einig werden, sie der Bundesregierung überträgt) nach amerikanischer Auffassung nicht außer Kraft gesetzt. Diese Erklärung von General Gross steht im Widerspruch zu der französischen Auffassung. * Zum besseren Verständnis der gegenwärtigen Erörterungen um den Südweststaat geben wir hier die in Frage kommenden Artikel des Grundgesetzes und des Genehmigungsschreibens der Militärgouverneure wieder: Artikel 29: „Das Bundesgebiet ist unter Berücksichtigung der landsmannschaftlichen Verbundenheit, der geschichtlichen und kulturellen Zusammenhänge, der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit und des sozialen Gefüges durch Bundesgesetz neu zu gliedern.“ Während also die grundsätzliche Neuregelung im Gesamtrahmen nur durch Bundesgesetz erfolgen kann, bestimmt Artikel 118 des Grundgesetzes ausdrücklich'eine Sonderregelung für den südwestdeutschen Raum: „Die Neugliederung in dem die Länder Baden, Würt- nuiiiiiui iniiii fiiiiH i B i n i m wiii iinm Tiiiii Hiii ii iiiii i iiiiiiiiiiiiiiu ii iM Nahas Pascha bildet Ägyptens neues Kabinett Kairo (DND). Bei den ägyptischen Parlamentswahlen, die Anfang dieser Woche abgehalten wurden, konnte die Wafd-Partei 169 Sitze erringen. Damit verfügt sie über die absolute Mehrheit im neuen Parlament, das insgesamt 319 Mitglieder hat. Die Saadi- sten, die bisherige Regierungspartei, konnten nur 24 Sitze erhalten. Am nächsten Dienstag wird in Stichwahlen über die Verteilung von 77 restlichen Sitzen entschieden werden. Der Führer der siegreichen Wafd-Partei, Nahas Pascha, erklärte, d.aß nun eine Epoche der Freiheit und des nationalen Wiederaufbaus *"r Ägypten angebrochen seL Nahas Pa war bereits sechs Mal ägyptischer M Präsident und wird voraus-. sichtlich autu jetzt wieder mit der neuen Regierungsbildung beauftragt werden. Kabinettsauflösung in Vietnam. Eine offizielle Verlautbarung der Vietnamesischen Regierung gibt den Rücktritt Kaiser Bao Dais als Ministerpräsident und die Auflösung seines Kabinetts bekannt. (DND) temberg-Baden und Württemberg-Hohenzol- lern umfassenden Gebiete kann abweichend von den Vorschriften des Artikels 29 durch Vereinbarung der beteiligten Länder erfolgen. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, so wird die Neugliederung durch Bundesgesetz geregelt, das eine Volksbefragung vorsehen muß.“ In dem Genehmigungsschreiben der drei Militärgouverneure, das dem Präsidenten des parlamentarischen Rates, Dr. Adenauer, am 12. Mai 1949 zugeleitet wurde, heißt es ausdrücklich: „...Ein vierter Vorbehalt bezieht sich auf die Artikel 29 und 118 und die allgemeine Frage der Neuregelung der Ländergrenzen. Ausgenommen im Falle Württemberg-Baden und Hohenzollern haben sich unsere Auffassungen in dieser Frage nicht geändert. Falls nicht die Hohen Kommissare einstimmig dahingehend Übereinkommen, diese Auffassung zu ändern, werden die in diesen Artikeln vorgesehenen Vollmachten nicht ausgeübt werden können und die Grenzen, aller Länder, ausgenommen Württemberg-Baden und Hohenzollern, werden so, wie sie jetzt Washington (DND). Eine Erklärung Präsident Trumans, die Vereinigten Staaten würden der chinesischen Nationalregierung auf Formosa keine militärische Hilfe leisten, hat bei der oppositionellen republikanischen Partei einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Ein führender Republikaner, Senator W h e r r y, bezeichnete diese Erklärung Trumans als ein „unterwürfiges Nachgeben“ gegenüber den Kommunisten im Fernen Qsten, Sogar Senator Vandenberg von der republikanischen Partei, der die von beiden Parteien gemeinsam betriebene Außenpolitik lebhaft unterstützte, bedauerte es, daß die amerikanische Regierung vor der Erklärung über Formosa nicht den Kongreß befragt habe. „Wie im Falle Yalta und Potsdam“, so sagte Vandenberg, „und wie bei so vielen traurigen Kapiteln der Chinapolitik wurde dem Urteil des Kongresses vorgegriffen“. Der amerikanische Außenminister Ache* son wird am Dienstag im Außenpolitischen Ausschuß weitete heftige Kritik zu gewärtigen haben. Er erklärte auf einer Pressekonferenz, kein verantwortungsbewußter amerikanischer Staatsbeamter sei je der Ansicht gewesen, daß sich die USA bei der Verteidigung Formosas militärisch verpflichten sollten. Eine amerikanische Militärmission in China habe bereits versagt und ein solcher Fall werde nicht wiederholt werden. Ächeson fügte hinzu: „Die amerikanische Regierung hält die Anerkennung des kommunistischen Regimes in China für verfrüht.“ Aus diplomatischen Kreisen in Washington wird weiter bekannt, daß die amerikanischen Staatsbürger auf Formosa den offiziellen Rat erhalten haben, die Insel zu verlassen, falls sie nicht wichtige Gründe zum Bleiben hätten, Auf Formosa sollen sich zur Zeit 100 bis 200 Amerikaner aufhalten, unter ihnen Regierungsvertreter, Missionare und Geschäftsleute. London ist erleichtert Die Absage Präsident Trumans an das nationalchinesische Regime auf Formosa hat, wie unser Londoner Vertreter mitteilt,, dort um so mehr ein Gefühl der Erleichterung ausgelöst, als die britische Regierung am Freitag früh das kommunistische China offiziell anerkannte. In britischen Regierungskreisen weist man darauf hin, daß durch die Ausführungen des Präsidenten die weitere Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten und Großbritannien in der Chinapolitik gesichert erscheint. Das britische Außenministerium veröffentlichte zu diesem Schritt ein Memorandum in dem es heißt: „Der britische Generalkonsul in Peking überreichte dem Außenminister der chinesischen Volksrepublik folgende Erklärung: Die britische Regierung hat angesichts der Tatsache, daß die Zentralregierung der chinesischen Volksrepublik jetzt die Kontrolle des größten Teils Chinas in Händen hat, diese Regierung als die de jure Regierung Chinas anerkannt. Die britische Regierung ist unter diesen Umständen bereit, diplomatische Beziehungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung, des gegenseitigen Vorteils und de» gegenseitigen Achtung aufzunehmen. Die britische Regierung ist ferner bereit, diplomatische Vertreter mit der Zentralregierung de» chinesischen Volksrepublik auszutauschen.“ Bis zur Ernennung eines britischen Botschafters wurde ein Geschäftsträger bestellt; Der Außenminister der chinesischen Volksre- festgelegt sind, bis zum Friedensschluß bleiben.“ Um den Text dieses Genehmigungsschreibens gehen nunmehr die Auseinandersetzungen. Während deutscher- und amerikanischer- seits die Auffassung vertreten wird, es enthalte keine Außerkraftsetzung der Vollmachten für alle drei süddeutschen Länder, einen Zusammenschluß durchzuführen, glauben die Franzosen anscheinend, daraus ihren Einspruch ableiten zu können. Wie kompliziert die Dinge — auch infolge der vielfachen Übersetzungen — sind, beleuchtet am Rande die Frage, die an General Gross gestellt wurde, ob nicht in dem Begleitschreiben vielleicht insofern ein Fehler* unterlaufen sei, als anstatt des Bindestriches zwischen Württemberg-Baden nicht richtiger ein Komma stehen müsse, damit klarstellend, daß sich diese Ausnahme auch tatsächlich auf alle drei Länder bezieht, nicht nur auf Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. Der amerikanische Landeskommissar antwortete jedoch: „Ein Bindestrich ist und bleibt ein Bindestrich, auch bei uns Amerikanern“. publik wurde ersucht, diesem alle Hilfsmittel für die Übersiedlung der britischen Botschaft von Nanking nach Peking zur Verfügung zu stellen. Es wurde ihm ferner mitgeteilt, daß Großbritannien die Kuomintang-Regierung nicht mehr anerkenne. Wie unser Londoner Vertreter weiter erfährt, stand die britische Entscheidung bereits fest, bevor Außenminister B e v i n zur Com- monwealth-Konferenz nach Colombo abreiste. Paris: Erst später Die kommunistische Regierung Chinas wurde am Freitag auch von Ceylon anerkannt. Burma, Indien und Pakistan haben sie bekanntlich bereits vor einiger Zeit anerkannt. Ein Sprecher der französischen Regierung erklärte, wie aus Paris verlautet, am Freitag, daß eine Anerkennung des kommunistischen Regimes noch nicht erfolgen könne, da erst der Vertrag, nach dem Vietnam ein selbständiger Staat innerhalb der französischen Union wurde, von der Nationalversammlung ratifiziert werden müsse. Die Anerkennung könne erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. In amtlichen dänischen Kreisen wurde, nach einer Meldung aus Kopenhagen, am Freitag erklärt, daß Dänemark in Kürze die kommunistische Regierng in China anerkennen werde. Man erwartet in Stockholm, daß sich Schweden diesem Schritt anschließen wird. Wie aus Oslo verlautet, wird auch Norwegen dem Schritt Großbritanniens in Kürze folgen. Truman über Wirtschaftsfragen Zweite Botschaft an den Kongreß Washington (DND). Präsident Truman orientierte in einer zweiten Botschaft den Bundeskongreß über den Wirtschaftsablauf in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr. Er machte darin zunächst die Feststellung, daß es der Regierung gelungen sei, im Jahre 1949 eine rückläufige Bewegung von Bedeutung zu verhindern. Er führte weiter aus, daß die Wirtschaft des Landes nicht stationär bleiben dürfe, sie müsse sich vielmehr ständig weiter entwickeln, damit keine Krise entstehe und jedermann Arbeit habe. Der Präsident richtete an die amerikanische Geschäftswelt und Industrie die Aufforderung, ihr Kapital konstruktiv zu verwenden und mit der Regierung bei der Expansion der amerikanischen Wirtschaft Zusammenarbeiten. In fünf Jahren müßte eine Gesamtproduktion im Werte von 300 Millionen Dollar erreicht werden. Weiter heißt es in der Botschaft u. a.: „Es muß der Weg zu einer bedeutenden Ausweitung des internationalen Handels geebnet werden. In den kommenden Jahren müssen wir den langfristigen internationalen Wirtschaftsprogrammen größere Bedeutung beimesserf, um die Importe der Vereinigten Staaten zu steigern und dadurch den ausländischen Regierungen eine Verminderung ihrer Dollarschuld zu ermöglichen.“ Keine Anerkennung Indochinas durch Indien Neu Delhi (DND). Ein Anerkennung der kommunistischen Regierung Indochinas unter Ho Chi Minh sei durch Indien ebensowenig vorgesehen wie eine solche der Regierung Bao Dais, der am 29. Dezember zum Regierungschef von Vietnam ernannt wurde, erklärte der indische Ministerpräsident Pandit Nehru am Freitag. Der permanente Krieg Die allerdings nur sehr vage, aber doch vorhandene Hoffnung, es werde den westlichen Diplomaten im abgelaufenen Jahr 1949 vielleicht gelingen, mit dem Kreml zu einem Übereinkommen zu gelangen, das der geplagten Welt Ruhe und Frieden schenken würde, hat sich nicht erfüllt. Der kalte Krieg wurde auch im Jahre 1949 mit voller Schärfe geführt und er wird — und darüber sollte man sich keinen Illusionen hingeben — auch im Jahre 1950 weitergehen. Deutschland — und zwar West- und Ostdeutschland — ist zwischen die Mühlsteine eines titanenhaften Ringens geraten. Ein Entrinnen gibt es hier nicht und wo immer in diesem Ringen Opfer gefordert werden, wird sie in erster Linie Deutschland zu tragen haben. Dies ist die eine tragische Verkettung, in die uns Hitler verstrickt hat. Die andere aber ist die: Jetzt, nachdem die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes für ein freiheitliches Leben in einem demokratischen Staatenbund bereit und aufgeschlossen ist, sind die Sieger des zweiten Weltkrieges nicht in der Lage, einem Gesamtdeutschland die versprochene Demokratie zu bringen. Und hier beginnt die tragische Verkettung über das Schicksal Deutschlands hinaus weltweites Format anzunehmen. ■ Denn Deutschland wird auch in diesem Jahr nur ein Schauplatz des weltpolitischen Ringens zwischen Ost und West sein. Wo überall in der Welt die Waffen der Propaganda sprechen, letzte Ursache ist immer die Uneinigkeit zwischen den Siegermächten, mögen die einzelnen Anlässe auch sein wie sie wollen. Wären nämlich die Siegermächte im Frieden so einig, wie sie im Kriege waren, dann würde ihr gewaltiges politisches, wirtschaftliches und militärisches Übergewicht allein schon genügen, jedes Ausbrechen aus der Front einer geeinten Welt zu verhindern. Aber diese Welt ist nicht geeint, sondern zerfällt einmal in zwei große Lager und innerhalb dieser Lager gibt es wiederum verschiedene Gruppierungen. Das gilt vor allem für den Westen. Die große Kriegskoalition hat sich ja längst als Scheinkoalition enthüllt. So sind wir auch im neuen Jahr von einer Konsolidierung der weltpolitischen Lage noch sehr weit entfernt. Der halbe Erdball ist zu einem neuralgischen Punkt geworden: in Osteuropa vollendet sich der gewaltsame Tod der Freiheit, der Orient gärt weiter, in Indochina wird noch immer geschossen, in China vollendet der Bolschewismus seinen Sieg und in den westlichen Ländern überwuchern kleinliche nationale Interessen jede großzügige Planung. • Noch vor zwei Jahren war der politische Optimist geneigt, den permanenten Krieg als Geburtswehen einer besseren Welt zu betrachten. Diese Hoffnung wurde enttäuscht. Und solange die Vereinten Nationen, die keineswegs so vereint sind, wie der Name sagt, durch Beibehaltung des Vetorechts in seiner bisherigen Form praktisch aktionsunfähig sind, liegt das ganze Gewicht westlicher Verantwortung auf den USA. Mag man es wahrhaben oder nicht: die Welt hat nur noch zu wählen zwischen dem amerikanischen Zeitalter der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit und dem Zeitalter des kollektivistischen. Jedes politische Ereignis, wo immer in der Welt es sich auch abspielt, steht im Schatten dieser Entscheidung. De Gasperi tritt zurück Rom (DND). Die Regierung de Gasperi wird am Mittwoch zurücktreten. Schwierigkeiten hatten sich bereits nach dem Rücktritt der drei sozialistischen Minister im November ergeben, die jedoch durch die Zusammenlegung einiger Ministerien überbrückt werden konnten. Ob die unter Saragat stehenden Sozialisten sich grundsätzlich an keiner Koaiitiosre- gierung mit den Christlich-Sozialen beteiligen werden, muß ein gegenwärtig in Neapel tagender Parteikongreß entscheiden. McCloy denkt nicht an Rücktritt US-Zeitungsmeldungen dementiert Bonn (DND).' Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy stellte in Abrede, was mehrere große amerikanische Blätter hinsichtlich seines eventuellen Rücktritts in Deutschland gemeldet haben. „Ich war über diesen Bericht der Zeitungen sehr erstaunt“, erklärte der Hohe Kommissar wörtlich, „da ich nicht die Absicht habe, zurückzutreten." Trumans Absage an Nationalchina Entrüstungssturm bei den Republikanern — London erkennt Rotchina an Samstag, den 7. Januar 195f „Warenhaus der Gedanken" Die USA-Zeitung will jedem etwas geben A.D. New York Als kürzlich 50 europäische Redakteure und Verleger die Vereinigten Staaten bereisten, um das Entstehen einer amerikanischen Zeitung aus nächster Nähe zu beobachten, gaben sie wiederholt ihrer Verwunderung Ausdruck, wie der niemals tatenlose Durchschnittsamerikaner die Zeit finde, 'diese umfangreichen Zeitungen auch tatsächlich zu lesen. Die Frage war berechtigt. Eine Zeitung wie z. B. die „New York Times“ hat mehr als 3500 ständige Angestellte und ihre Redaktion ist so groß, daß der Lokalredakteur eine Lautsprecheranlage zu Hilfe nehmen muß, wenn er einen Reporter herbeiholen will. Die Sonntagsausgabe der kleinformatigen „New York Daily News“ hat eine Auflage von nahezu 5 Millionen Exemplaren,' und kein Leser findet etwas dabei, wenn die Wochenendausgabe auf mehr als 150 Seiten anschwillt. Sie werden gelesen Wie die Regierung kürzlich in einem offiziellen Bericht bekanntgab, haben die riesigen, unhandlichen Zeitungen unter allen Waren, die in einem Zeitraum von 24 Stunden in den gesamten Vereinigten Staaten gekauft werden, nur einen Konkurrenten — das Brot. Trotz zunehmender Ablenkung durch Rundfunk und Fernsehen beschäftigt sich der Amerikaner während eignes großen Teils seiner freien Zeit mit der Zeitung, sie bleibt ihm — vielleicht gerade wegen ihrer Größe — immer besonders nahe. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Warenhaus der Gedanke n“, das in besonderen, vollständigen Abteilungen jede Seite menschlicher Neugierde befriedigt. Und so liest er sie morgens am Frühstückstisch, unterwegs im rüttelnden Bus oder Pendelzug und abends, wenn das Geschirr gespült ist. Politik, lokale Nachrichten, gesellschaftliche Ereignisse, Liebhabereien, die Seite für die Frau, geschäftliche Nachrichten und Börsenberichte — stehen täglich auf derselben Seite. Streng getrennt ... Der Amerikaner liest meist zwei Zeitungen — eine Morgen- und eine Abendzeitung, die in ihrem redaktionellen Standpunkt oft grundverschieden sein können und an Wochentagen 5 Cents kosten. Er liest sie, weil sie seinem Hunger nach Informationen bereitwilligst entgegenkommen. Die typische amerikanische Großstadtzeitung mit einer Auflage von 50 000, oft sogar noch weniger Exemplaren, wird in ihrer Aufgabe von drei wichtigen Faktoren unterstützt — der Spezialisierung, der Arbeitsteilung und der Freiheit jedes Redakteurs, die Tatsachen nach eigenem Gutdünken zu bearbeiten. Die Schnelligkeit des Arbeitsvorganges und d : e große Konkurrenz dulden keine Verzögerung. Oft weiß der Herausgeber gar nicht, was seine Zeitung bringen wird und es ist auch keine Zeit und keine Notwendigkeit vorhanden, es ihm zu sagen. Die politische Meinung des Verfassers darf sich ni e in seinen Artikeln verirren. Die Redakteure wissen, daß der Leser alle Seiten zu hören wünscht. Wenn ein demokratischer Senator irgendeine Anschuldigung erhebt, wird ein Sprecher der republikanischen Partei um seine Stellungnahme gebeten, und seine Antwort wird normalerweise in der gleichen oder — wenn sie wichtiger ist — in noch größerer Kohlenpreistarif genehmigt Entscheidung über Treibstoffwerke verschoben Der Tarif für die deutschen Kohlenpreise im 1. Vierteljahr 1950, der von den deutschen Behörden vorgeschlagen war, wurde von den alliierten Hohen Kommissaren bei ihrer Sitzung auf dem Petersberg genehmigt. In dem Tarif ist vorgesehen, daß der Unterschied zwischen dem Preis für den Binnenmarkt und den Exportpreisen deutscher Kohle von 8.— DM auf 4.50 DM pro Tonne ermäßigt wird. Die Hohen Kommissare behielten sich noch die Entscheidung über den deutschen Vorschlag vor, die Erzeugung der Werke für synthetischen Treibstoff in Wanne Eickel und Castrop Rauxel weiterzuführen, bis eine Besprechung mit Bundeskanzler Dr. Adenauer stattgefunden habe. Die Hohen Kommissare beschlossen ferner, am 18. Januar eine Sitzung in Berlin abzuhalten. Meinungsverschiedenheiten in Paris Vertreter Frankreichs und der Deutschen Bundesrepublik veröffentlichten in Paris Erklärungen über Meinungsverschiedenheiten, die während der deutsch-französischen Handelsbesprechungen entstanden sind. P ~n Streitpunkt bildete die Frage, welche Waren frei von Einfuhrbeschränkungen sein sollen und wie hoch die Einfuhrquote für Waren sein soll, für die Einfuhrlizenzen benötigt werden. Ein Vertreter der Bundesregierung erklärte, Frankreich habe anderen Staaten Konzessionen gewährt, die es Deutschland vorenthalte. Ein Vertreter der französischen Abordnung wies diesen Vorwurf als unbegründet zurück. (DND) Indonesiens erste Postwertzeichen Djakarta (DND). Auf den ersten neuen Briefmarken der Vereinigten Staaten - T on Indonesien erscheint das Bild des Präsidenten Soekamo neben dem Porträt von George Washington. Der zweite Wert trägt die Bilder von Premierminister Hatta und Abraham Lincoln, auf einer dritten Marke sind die Bilder des Finanzministers A.A. Maramis und des ersten amerikanischen Finanzministers Alexander Hamilton veröffentlicht. Der letzte Wert zeigt die Bilder des neuen indonesischen Außenministers Hardin Salin und Benjamin Franklin. Aufmachung gebracht. Die Reporter werden aufgefordert, möglichst wenig zu „leitarti- keln“. Ihre Artikel enthalten nur dann eine Meinung, wenn diese von jemandem stammt, der zu dem Thema etwas zu sagen hat. Wenn sich in das Manuskript auch nur der Schatten eines Vorurteils einschleicht, dann wird - diese Einstellung irgendwo, im Arbeitsprozeß — beim Umschreiben, auf der Lokalredaktion oder beim Kontrollredakteur — erkannt und gestrichen werden. Bildartikel bevorzugt Die durchschnittliche Tageszeitung veröffentlicht täglich drei bis zwölf Leitartikel, deren Verfasser mit der Nachrichtenabteilung nur zur Beschaffung von Tatsachenmaterial in Verbindung stehen. Sie sind keiner Partei oder Interessengruppe verpflichtet. Ihre Kommentare erscheinen auf der Leitartikelseite, deutlich getrennt.von den Nachrichten, so daß der Leser, nachdem er an anderer Stelle den vollständigen Tatsachenbericht gelesen hat, selbst entscheiden kann, ob er der gleichen Ansicht ist oder nicht. Oft ist er es nicht, und dann schreibt er an den Redakteur. Die meisten Zeitungen veröffentlichen häufig Auszüge aus Leserbriefen und machen alle Anstrengungen, einen tatsächlichen Querschnitt durch die Meinung des Lesers zu geben. Viele Großstadtzeitungen machten gegen die Wiederwahl Präsident Roosevelts im Jahre 1944 und Präsident Trumans im Jahre 1948 Front. Am Wahltag gaben die Leser dann ihre eigene Meinung zu erkennen, nachdem sie in den Spalten der letzten Ausgaben die Argumente beider Seiten gelesen hatten. Die wichtigste Tendenz der Nachkriegszeitungen ist auf einfacheren Stil und auf eine Berichterstattung mit reichlichen Erläuterungen und Illustrationen gerichtet. Associated Press, die größte Nachrichtenagentur, hat als erste diesen Kurs eingeschlagen, indem sie ihre Tagesleistung daraufhin untersuchte, welche Artikel und Sätze gekürzt werden und wo einfachere und lebendigere Worte angewendet werden könnten. Man stellte fest, daß sich das Interesse für außenpolitische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Artikel verstärkt hat, daß aber viele in einem zu komplizierten Stil geschrieben waren, so daß viele Leser sie nicht verstehen konnten. Da die Nachrichten komplizierter wurden, • verlangt das Publikum, daß auf das „Warum“ eines Artikels größerer Wert gelegt werde. Die Reporter bemühen sich deshalb heute, auch die Entstehungsgeschichte eines Ereignisses zu berichten. In der Übermittlung von Bildern auf dem Drahtwege sind große Fortschritte gemacht worden. Die Bilder kommen heute auch aus großen Entfernungen klarer und rascher an, als noch vor wenigen Jahren. Sensation mit Herz Die amerikanischen Zeitungen haben noch andere wichtige Kennzeichen. Kein gewitzter junger Mann, der sein Studium abgeschlossen hat, hat etwas dagegen, als Botenjunge mit 25 Dollar die Woche anzufangen, da dies das Sprungbrett für einen überlaufenen Beruf sein kann. Viele führende Richter, Ärzte und Geschäftsleute "in allen Städten begannen ihre Karriere als Zeitungsjungen, indem sie die Zeitungen für die Nachbarhäuser austrugen. Einige Verleger in ländlichen Gegen- Keine Sonntagserlaubnis mehr erforderlich Das Erfordernis einer Sqnntagserlaubnis für die Benutzung von Kraftfahrzeugen ist mit Beginn dieses Jahres hinfällig geworden, verlautet aus amtlicher Quelle. Es war verankert in derKraftfahrzeug-Benutzungs-Verordnung, die als einzige der Durchführungsverordnungen des Bewirtschaftungsnotgesetzes mit ihren Benutzungsbeschränkungen nach Ablauf ihrer auf den 31. Dezember 1949 befristeten Gültigkeitsdauer als erledigt zu betrachten ist, während die anderen Durchführungsverordnungen zunächst noch über den 31. Dezember 1949 hinaus verlängert worden sind. Produktionsrekord der Stahlindustrie Die westdeutsche Stahl- und Eisenindustrie hat im Jahr 1949 einen neuen Produktionsrekord zu verzeichnen. Neun Millionen Tonnen Rohstahl wurden erzeugt, 60 Prozent mehr als im Jahre 1948 und nur zwei Millionen Tonnen unter der für die deutsche Stahlproduktion festgesetzten Höchstgrenze. (DND) 12 000 Arbeitslose mehr Die Zahl der Arbeitslosen in Württemberg- Baden hat im Dezember um rund 12 000 zugenommen. Sie beträgt jetzt etwa 68 000. Das ist die höchste Arbeitslosenzahl, die seit Kriegsende in Württemberg-Baden registriert wurde. .(DND) Radikalmittel gegen Kartoffelkäfer Mit einem Gramm des von den Bayer- Farbwerken entwickelten Mittels „P o t e - san“ kann man theoretisch 145 000 Larven des Kartoffelkäfers vernichten. Das von der biologischen Reichsanstalt geprüfte Mittel dürfte in diesem Jahr zum Großeinsatz kommen. (DND) Ab 1. Juni um 25 Prozent gekürzt Die Marshallhilfe wird voraussichtlich im neuen Haushaltsjahr, das am 1. Juni beginnt, um 25 Prozent gekürzt. Der stellvertretende Leiter der amerikanischen Auslandshilfe erklärte dazu, die amerikanische Unterstützung werde trotz der zu erwartenden Kürzungen sämtlichen Anforderungen der europäischen Marshallplan-Länder gerecht werden. (DND) den haben begonnen, ihre Zeitungen aus Flugzeugen abzuwerfen und selbst kleinere Zeitungen schicken ihre Reporter in eigenen Flugzeugen los, wenn 100 km weiter eine aufregende Sache passiert. Die größten Zeitungen zögern nicht, Reporter und Bildberichterstatter per Flugzeug, Eisenbahn oder Auto in nahegelegene Unruheherde zu schik- ken, nur um sicher zu sein, daß sie sofort bei der Hand sind. Es stimmt, daß manche amerikanische Zeitungen auf genaue Einzelheiten von Morden, Razzien in Spielhöllen und Schönheitskonkurrenzen ausführlich eingehen. Aber es ist sicher, daß hinter diesem gelegentlichen Appetit auf Sensationen das Interesse des Lesers an dem Schicksal seiner Mitmenschen steht. Die Redakteure haben festgestellt, daß ein guter, menschlich interessanter Artikel an Popularität alles andere übertrifft. Da ist zum Beispiel die Geschichte von dem kleinen Mädchen, das irgendwo an der Ostküste in einen Brunnen fiel. Bei einem Hotelbrand kommen 12 Menschen ums Leben und in Oklahoma ist eine Kuh in einen Silo getreten. Derartige Artikel stehen auf der ersten Seite neben den Nachrichten über die Atombombe. Aber das ist nicht alles. Die Geschichten sind kaum gedruckt — und schon laufen, ohne großes Aufsehen zu erregen oder Organisationen zu benötigen, Geldspenden für die Freiwilligen ein, die das Kind in dem Brunnen zu retten versuchen, und landwirtschaftliche Dienststellen geben telegrafisch Ratschläge, wie die Kuh befreit werden könnte. Die amerikanische Zeitung ist umfangreich und liebt große Schlagzeilen; es fehlt ihr aber keineswegs an Herz. Zweimal sind 8:1-Ergebnisse gutzumachen Mit gemischten Gefühlen werden die Offenbacher Kickers nach Nürnberg reisen. Im Vorjahr wurden sie dabei mit 8:1 aus ihrer Siegeslaufbabn geworfen. Diesmal sind die Nürnberger ebenso unberechenbar, aber ein solches Ergebnis dürfte sich nicht mehr wiederholen. Einen Höhepunkt wird in Mühlburg der Start des Deutschen Meisters VfR Mannheim bedeuten. Vieles spricht dafür, daß die Mannheimer dort erneut Federn lassen. Das weitere Vorrundenspiel Stuttgarter Kickers gegen FSV Frankfurt und das Rückspiel Bayern München gegen FC Schweinfurt sind vor allem für die Placierung in der unteren Tabellenhälfte wichtig. Für die Augsburger Schwaben gilt es, das klägliche 1:8 der Vorrunde gegen den Tabellenführer wettzumachen. Völlig offen muß das Treffen SV Waldhof. gegen VfB Stuttgart gewertet werden. Für beide Teile geht es darum, den Anschluß nicht zu verlieren. Es spielen: Vorrunde: Stuttgarter Kickers — FSV Frankfurt VfB Mühlburg — VfR Mannheim 1. FC Nürnberg — Kickers Offenbach Rückrunde: Schwaben Augsburg — Spvgg. Fürth (1:8) Bayern München — Schweinfurt (2:1) SV Waldhof — VfB Stuttgart (0:2) Freundschaftsspiele: Eintracht Frankfurt — Austria Wien Jahn Regensburg — Rapid Wien Vorrundenschluß im Westen Die Elmscher Husaren zählen als härteste Mitbewerber auf den Meistertitel. Der Duisburger SV wird wohl kaum in der Lage sein, Überraschungen zu bieten. Die Dortmunder haben es mit dem 1. FC Köln zu tun, der als Neuling schon manch überraschenden Hieb verteilte, aber* im Stadion „Rote Elrde“ sich doch wohl -mit der Rolle des zweiten Siegers wird begnügen müssen. Die beiden übrigen Spiele sind in ihrem Ausgang völlig offen. Es spielen: Horst Emscher — Duisburger SV Borussia Dortmund — 1. FC Köln RW Oberhausen — RW Essen Würselen — Schalke 04 Texas-Elf oder „Portugiesen“? Seit der Hamburger SV den Lokalkampf gegen St. Pauli verspielte, ist der Glorienschein von der Portugalreise empfindlich geschmälert. Die Männer von Werder Bremen gehen mit besonderem Vorsatz in diesen Kampf, der die Texas-Elf wieder nach vorne bringen soll Von den weiteren Anwärtern auf den ersten Tabellenplatz sollten auf eigenem Gelände Concordia und Osnabrück ihre Chancen wahren können, während es Eimsbüttel und Braunschweig auswärts wesentlich schwerer haben. Die in letzter Zeit so gut in Fahrt gekommene Elf von St. Pauli mißt mit dem 1. FC Saarbrücken ihre Kräfte. Es spielen: Werder Bremen — Hamburger SV VfB Oldenburg — TSV Eimsbüttel Conc. Hamburg — Arminia Hannover Hannover 96 — Bremer SV VfL Osnabrück — Göttingen 05 Holstein Kiel — Braunschweig In der Zonenliga Südwest In wohlbedachter Regie hätte in der Zonenliga Südwest,' Gruppe Nord, das Treffen der alten Rivalen TuS Neuendorf gegen 1. FC Kaiserslautern den Höhepunkt der Vorrunde bedeuten sollen. Vorher schlug aber Worma- tia Worms allen ein Schnippchen und so können Fritz Walter und Jupp Gauchei darum würfeln, wer „an der Rolle“ hinter den Wormsern bleiben soll. In der Südgruppe setzt Eintracht Singen alle Hoffnungen darauf daß ihre Landsleute in Villingen und Lahr dazu beitragen, den Ansturm der schwäbischen Invasion aus Tübingen und Reutlingen auf den ersten Tabellenplatz abzuwehren. Es spielen: Gruppe N ord: * Wormatia Worms — FSV Kürenz TuS Neuendorf — FC Kaiserslautern 20 Jahre Zuchthaus Neustadt/Hardt (DND). Von dem Gericht in Neustadt wurden zwei Angeklagte aus Gelsenkirchen wegen vorsätzlicher Tötung eines französischen Zivilarbeiters im Jahre 1944 zu je 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Verurteilten hatten nach einem schweren Bombenangriff den Franzosen, anstatt ihn, wie' vom Kreisleiter befohlen, der Polizei zu übergeben, in der Waschküche einer Häuserruine durch mehrere Pistolenschüsse niedergestreckt. Der Erschossene war auf der Straße mit einem toten Huhn angetroffen worden und wurde der Plünderung verdächtigt. Gangster raubten Postamt aus Bern (DND). Mit vorgehaltenen Maschinenpistolen und unter Abgabe mehrerer Ein- schüchterurrgsschüsse gelang es zwei maskierten Räubern, in die Betriebsräume des Postamtes Rapperswill am verkehrsreichen Bahnhofplatz einzudringen. Die Gangster hielten 16 Beamte in Schach. Während der eine die Türe bewachte, leerte der andere sämtliche 1 Kassenschalter. Unter Mitnahme von 3300 Franken flohen die Räuber in einem Auto. Stoppenbrand in Australien S i d n e y (DND). Der Nordwesten von Neu- Südwales wird- seit Tagen von einem Steppenbrand heimgesucht, der bereits 20 000 ha Land verwüstete und auf einer Breite von 40 km vordringt. Nach letzten Meldungen hat der Brand weitere 13 000 ha gutes Weideland ergriffen. Die seit Tagen im Kampf gegen die Feuersbrunst stehenden Siedler wurden zuletzt von Wetterdienststellen gewarnt, daß der Brand sie einschließen könne. ASV Oppau — Andernach FK Pirmasens — Phönix Ludwigshafen VfR Kim — Mainz 05 Eintracht Trier —„VfR Kaiserslautern Gruppe Süd: FC Villingen — SV Tübingen FV Lahr — SSV Reutlingen FV Ebingen — FV Rastatt Kuppenheim — Hechingen VfL Konstanz — Trossingen Friedrichshafen — Schwenningen (ISK) Wußten Sie schon ... ? ..., daß sich der Box-Schwergewichts- Weltmeister Joe Louis ausgerechnet in seiner Heimatstadt Detroit mit Walzermelodien aus der „Lustigen Witwe“ auspfeifen lassen mußte? Der alte Boxkavalier bot mit seinen Sparringspartnern Jonny Flynn und Roscoe Toles solch wiegendes boxerisch wenig wertvolles „Herumwalzen“ im Ring, daß „Buuh-Buuh-Rufe“ der 000 Zuschauer von einem geistesgegenwärtigen Pfeiffer auf Strauß’sche Walzermelodien abgelenkt wurden. Ob Joe Louis nun den Titel „Lustiger Witwer des Boxsports“ erhält? * ..., daß es in der UdSSR nun auch einen „Professor im Ringen“ gibt? Man verlieh dem estländischen Schwergewichts- Champion diesen klingenden Titel, weil er in ungemein lebendiger Art sein großes Können der gesamten russischen Ringer-Nationalmannschaft übermittelte, deren Mitglied er ist. * ..., daß eine schwäbische Gemeinde den Bau einer Wasserleitung einem Gewinn beim Fußballtoto anvertrauen will? Die Bauern zahlen in eine Totokasse pro Anwesen 50 Pfennig und der fußballbegeisterte Bürgermeister muß Woche für Woche lange Tippreihen ausfüllen, um durch einen „Zwölfer“ endlich mal die Wasserleitungskosten hereinzubekommen. Profitieren tut bisher davon nur das Dorfgasthaus, wo sich am Sonntagabend alle versammeln, um die Ergebnisse abzuhören und ihren Bürgermeister wegen der „4" oder „6“ richtigen (die ja nichts ein- bringen) zu hänseln. Aber einmal wirds schon klappen. • ..., daß ein Familien-Fahrrad für „Vater, Mutter und Kind“ erfunden wurde? Eine Freiburger Firma im Breisgau vertreibt ein durch Oberingenieur Engelbert Zaschke konstruiertes „Fahrrad in der Westentasch e“, das in seiner Konstruktion völlig neue Wege beschritt. Kleine Räder von fünfzig Zentimeter Durchmesser und ein dreimal für „Vater, Mutter und Kind“ verstellbarer Sattel verblüffen. Und das Ganze wird zerlegt, in einer Transporttasche aus Segeltuch, in jedes Verkehrsmittel mitgenommen. Es ist wirklich ein „Klapprad“. * - ..., daß die in diesem Jahr nicht zugefrorenen Flüsse den deutschen Rudersportlern Auffahrten auch im Winter erlaubten? Die Rudergesellschaft Wetzlar veranstaltete zum Jahresanfang auf der Lahn eine Auffahrt sämtlicher Ruder- und Paddelboote, da sie mit dem Januar 1950 in das 70. Jahr ihres Bestehens eintrat. (ISK) Wetterbericht Wetterlage: Von der unteren Seite eines Sturmtiefs über der mittleren Atlantis bildet sich eine großräumige Südweststörung aus, die während der folgenden Tage milde ozeanische Luftmassen nach Mitteleuropa führen wird und damit von neuem Milderung bis in die Hochiagen unserer Gebirge dringt. Vorhersage: Am Samstag und Sonntag wechselnd z. T. stark bewölkt und gelegentlich etwas Regen, mild. In der Ebene Erwärmung auf 6 bis 9 Grad. Nachts frostfrei. Mäßige, zeitweise auffrischende Winde aus westlichen Richtungen. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Die OMUaa am Sowdafr Samstag, den 7. Januar 1950 Drei-Königs-Tagung der DVP ' Dr. Maier und Dr. Dehler sprachen Gehälter der Minister Bonn (DND). Die Gehälter der höchsten Bundesbeamten, so u. a. des Bundespräsidenten, des Kanzlers, der Bundesminister und der Statssekretäre erscheinen in entsprechenden Anteilen erstmalig im vorläufigen Bundeshaushalt. Dieser, gilt für die Zeit bis zum 31. März 1950. Als Jahreseinkommen werden die folgenden Ziffern genannt. Bundespräsident 50 000 DM Gehalt und 100 000 DM Aufwandsentschädigung. Dazu kommt ein Dispositionsfonds von 60 000 DM jährlich. Der Bundeskanzler soll pro Jahr DM 45 000.— Gehalt, 24 000 DM Aufwandsentschädigung sowie einen Dispositionsfonds von 25 000 DM bekommen. Man will ihm weitere 50 000 DM als Verfügungsfonds bewilligen, den er allerdings verrechnen muß, während die übrigen Aufwandsentschädigungen nicht verrechnet zu werden brauchen. Für die Bundesminister sind je 36 000 DM als Gehalt pro- Jahr in Ansatz gebracht. Ihre Aufwandsentschädigung wird voraussichtlich 7200 DM jährlich, also 600 DM monatlich betragen. Sie sollen ferner ein Wohnungsgeld oder eine mietefreie Dienstwohnung zugewiesen erhalten. Die Staatssekretäre bei den Ministerien werden sich mit 26 000.— DM jährlich und 400 DM Aufwandsentschädigung monatlich zufrieden geben müssen. Auf allen Gehältern liegt Steuerpflicht. Der britische Premierminister Attlee. hatte eine geheime Konferenz mit dem stellvertretenden Premierminister Morrison. In London nimmt man an, daß die beiden Minister über den Zeitpunkt der nächsten Parlamentswahlen verhandelt haben. (DND) Sozialisten drohen Bidault. In Frankreich richtete die Sozialistische Partei an Ministerpräsident Bidault die Forderung, allen niedrig bezahlten Arbeitern die monatliche Teuerungszulage von 3000 Francs weiterhin zu zahlen. Im Falle der Ablehnung würden die sozialistischen Minister aus der Koalitionsregierung ausscheiden. (DND) Familie durch Gas getötet Aalen (DND). Am Donnerstag morgen wurde in der Schillerstraße ein starker Gasgeruch bemerkt. Die Anwohner benachrichtigten daraufhin das Gaswerk. Der von ihm daraufhin entsandte Arbeiter mußte eine schreckliche Entdeckung machen. Eine vierköpfige Familie lag tot im Bett. Einem schadhaften Gasrohr außerhalb des Hauses war unbemerkt Leuchtgas entströmt und in das Haus eingedrungen. Auch im Nachbarhaus erlitt ein Ehepaar schwere Gasvergiftungen, konnte alter noch rechtzeitig gerettet werden. Lastwagen überfuhr zwei Jungen H. hudwigsburg. In der Nähe des hiesigen IIreiskrankenhauses ereignete sich ein schwere r Unglücksfall. Ein vom Parken weg startender Lastwagen überrannte einen vor ihm befindlichen Handwagen, der von zwei Jungen im Alter von zehn und sieben Jahren gezogen wurde. Dabei erlitt der Zehnjährige so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle starb. Der Siebenjährige mußte mit schweren Verletzungen in das Kreiskrankenhaus überführt werden. Der „patentierte Kunstfuß“ M.K. Tübingen. 2400 DM gab die Bedienung einer Tübinger Gaststätte einem Mann, der ihr erzählte, daß er Arzt sei und diese Summe brauche, um sich einen Kunstfuß patentieren zu lassen. Die Polizei stellte fest, daß der angebliche Arzt ein 40 Jahre alter Schuhmacher war, der das Geld für sich selbst verbrauchte. Von PKW erfaßt und mitgeschleift Reutlingen (DND). Ein Polizeibeamter, der sich auf einer Streife befand, wurde von einem aus der Gartenstraße zum Burgplatz einfahrenden Personenkraftwagen angefahren und über den Burgplatz geschleift. In schwer verletztem Zustand wurde der Polizeibeamte in das Kreiskrankenhaus eingeliefert. Der PKW, der mit mehreren Personen besetzt war, fuhr, ohne daß sich der Fahrer um den Verletzten kümmerte, die Albstraße hinauf. Es wird vermutet, daß der Fahrer unter Alkoholeinwirkung stand. Von einem Hohlbloch erschlagen E.M. Schwäbisch Gmünd. Auf einer Baustelle in der Weißensteiner Straße rutschte ein 30 Kilogramm schwerer Hohlblock von einem Aufzug aus sechs Meter Höhe ab und fiel dem 20jährigen Neubürger Ernst Schramm aus Göggingen auf den Kopf, was den sofortigen Tod des jungen Mannes zur Folge hatte. Ein Verschulden Dritter liegt nicht vor. Geisteskranke Frau vermißt Aalen (hpd). In Gaxhardt wird seit 2B. Dezember die Ehefrau Wilhelmine Wittemann, 67 Jahre alt, vermißt. Sie hatte an diesem Tag um die Mittagszeit ihre Wohnung verlassen, um sich in den Wald zu begeben, wo ihre Angehörigen Waldarbeiten verrichteten. Dort ist sie jedoch nicht eingetroffen. Mit Unterstützung von Einwohnern der Gemeinden Wort und Stödtlen durchgeführte Suchmaßnahmen blieben bis jetzt ohne Erfolg. Die Vermißte ist seit mehreren Jahren geisteskrank. Selbstmord wird nicht angenommen. Weil man ihn zurücksetzte... Schwäbisch Hall (hpd). Ein verheirateter Vorarbeiter aus Gschlachtenbretzingen ließ sich in selbstmörderischer Absicht auf der Strecke Michelbach — Schwäbisch Hall von einem Güterzug überfahren. Mit vollständig abgequetschten Oberschenkeln, zertrümmertem Becken und Zerquetschung des Unterleibes wyrde er bei vollem Bewußtsein in die Diakonissenanstalt Schwäbisch Hall eingeliefert. den Folgen dieser schweren Verletzungen starb er aber kurz darauf. Der Le- Stuttgart (DND). Der Ministerpräsident von Württemberg-Baden, Dr. Reinhold Maier, und Bundesjustizminister Dr. Dehler sprachen am Freitag auf dem Drei-Königs-Treffen des Landesverbandes der DVP. Dr. Maier ging in seiner Ansprache "von dem Plan der Alliierten aus, Deutschland durch die Aufteilung in vier Zonen zu schwächen. Das letzte Jahr habe nun tatsächlich die Aufteilung Deutschlands gebracht. Man könne vielleicht Deutschland teilen, aber nicht die Deutschen selbst in Stücke schneiden. Man dürfe weder den Westen gegen den Osten noch den Osten gegen den Westen ausspielen. Der Osten dürfe nicht an unserer Gesinnung rütteln. Das deutsche Volk sei jedoch nicht für den Kommunismus geboren und Deutschland bedeutend mehr gegen den Kommunismus gefeit als Frankreich und Italien. Die Bundesrepublik habe auf dem Weg zur Demokratie bereits große Fortschritte erzielt, wenn auch einige ausländische Berichterstatter versucht hätten, das deutsche Volk in Mißkredit zu bringen. Wörtlich sagte Dr. Maier: „Diese Reporter verwechseln Nationalismus und Vaterlandsliebe.“ Zur Verwaltungsreform sagte der Ministerpräsident, man müsse viel Energie aufbringen, um diese in die Tat umzusetzen. Anschließend sprach Bundesjustizminister Dr. Thomas Dehler. Er erinnerte daran, daß noch im vorigen Jahr Theodor H e u s s an diesem Platz gesprochen hat. Es liege wohl ein tiefer Sinn darin, daß gerade Heuss „Vater des Vaterlandes“ geworden sei. Er glaube, daß seine Wahl dem Willen des Volkes entsprochen habe. Der Minister teilte noch mit, daß er sofort nach dieser Kundgebung nach Karlsruhe fahren werde, um sich über die Möglichkeiten zur Unterbringung des Obersten Bundesgerichtshofes in dieser Stadt zu unterrichten. bensmüde war seit 29 Jahren bei einer Faßfabrik als Vorarbeiter beschäftigt gewesen und sollte nun aus geschäftlichen Gründen in eine andere Abteilung versetzt werden, wo er nicht mehr als Vorarbeiter beschäftigt werden sollte. Dies hat er sich so zu Herzen genommen, daß er Selbstmord verübte. • Sie nahmen alles mit... Heilbronn (hpd). Unbekannte Täter drangen in der Nacht in einen in der Scheune gelegenen Keller eines Landwirts in Flein ein und entwendeten 30 Büchsen Wurst, 50 Liter Rotwein, 2 Laib Brot und einen leeren Steinguttopf. Sie hatten zwei hinter der Scheune befindliche Maschendrahtzäune durchschnitten und mit einem etwa 15 cm starken Holzprügel die 2 cm dicke Eisenstange vor der Kelleröffnung gewaltsam entfernt. Todessturz von der Leiter Heidenheim (hpd). Ein 71 Jahre alter Rentner aus Oggenhausen stürzte von der Scheunenleiter. An den Folgen der erlittenen schweren Verletzungen ist er im Krankenhaus verstorben. Autojagd mit Funkwellen S. Ulm. Unverantwortliche Autofahrer haben in Zukunft keine großen Chancen mehr, zu entkommen. Das zeigte ein von einem Kraftwagenfahrer am Riedlesberg verursachter schwerer Verkehrsunfall, bei dem der schuldige Kraftwagenfahrer davonfuhr. Er hatte nicht mit der weit fortgeschrittenen Technisierung der Landespolizei gerechnet, die sofort mit Funkeinsatz den flüchtenden Fahrer suchte, Verbindungen zwischen dem Unfallort und verschiedenen Polizeistationen herstellte und in kurzer Zeit den unverantwortlichen Kraftfahrer in Wiblingen erwischte. Mit abgefahrenen Füßen aufgefunden S. Ulm. Einen erschütternden Fund machten soeben aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte ehemalige deutsche Soldaten zusammen mit einem Wagenmeister der Bundesbahn, als sie bei völliger Dunkelheit zwischen zwei Gleisen auf dem Ulmer Hauptbahnhof einen bewußtlosen Mann entdeckten, dem beide Füße abgefahren waren. Es handelt sich bei dem Verunglückten, der vom ersten Weltkrieg her 60 Prozent erwerbsunfähig war und an seelischen Depressionen litt, um den 55jährigen Xaver Schmeusser aus Donzdorf, Kreis Göppingen. Im Krankenhaus mußten dem Bedauernswerten sofort beide Füße amputiert werden. Uber Ursachen und Hergang des Unfalls ist noch nichts bekannt. Am Kinderstuhl aufgehängt S. Ulm. Im Königswiesenweg fanden Eltern ihr zehn Monate altes Kind am Kinderstuhl erhängt vor. Das Kind war in einem unbewachten Augenblick aus seinem Kinderstuhl herausgestiegen und so unglücklich am Hals hängen geblieben, daß der Tod in wenigen Sekunden eintrat. Eine abenteuerliche Faltbootfahrt S. Ulm. Lange Zeit hörte man nichts mehr von jenem Deutschen Oskar Speck, der im Mai des Jahres 1932 von Ulm aus in einem Faltboot zu einer Weltreise gestartet war. Nach einer von vielen Abenteuern begleiteten Fahrt, teils zu Fuß, teils im Boot auf Flüssen und Meeren, gelangte der unternehmungslustige Deutsche nach Australien, wo er, wie man jetzt erfährt, australischer Staatsbürger geworden ist und rin gutgehendes Geschäft betreibt. Der Fuchs setzte sich zur Wehr Münsingen (hpd). Ein Landwirt aus Pfronstetten, der in seiner Feldscheune gerade beim Futterladen war, entdeckte plötzlich einen Paris und der Südweststaat Am Tage zuvor hatte Bundesminister Eberhard Wildermuth auf der DVP-Tagung erklärt, die französische Regierung wünsche, daß die Frage des Südweststaates nunmehr von den drei Westmächten geklärt werde. Insbesondere will Frankreich klarstellen lassen, ob der Artikel 118 des Grundgesetzes, der die staatsrechtliche Grundlage für die Bildung des Südweststaates darstellt, bis zum Abschluß eines Friedensvertrages suspendiert werden müsse. Der Bundesminister dementierte dann Pressemeldungen, nach denen die französische Regierung eine Regelung der Südweststaatfrage vor Abschluß eines Friedensvertrages unmöglich gemacht habe. Der Landesvertretertag der DVP veröffentlichte am Donnerstag abend eine Entschließung zur Südweststaatfrage. Darin heißt es, der Landesvertretertag der DVP habe mit Bedauern von der offiziellen Erklärung des französischen Hohen Kommissars gegenüber der Bundesregierung Kenntnis erhalten, wonach die Ordnung der staatsrechtlichen Verhältnisse in Südwestdeutschland bis nach Abschluß des Friedensvertrages hinausgeschoben werden müßte. Mit Bedauern habe der Parteitag die weitgehende Übereinstimmung in der Haltung des französischen Hohen Kommissars Fran?ois-Poncet einerseits und des badischen Statspräsidenten Wohieb andererseits festgestellt. Die Delegierten auf dem Landesparteitag der DVP wählten Rechtsanwalt Dr. Manfred Haußmann zum 1. Vorsitzenden der Demokratischen Volkspartei in Württemberg- Baden. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Keßler, Karlsruhe und zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden Bundestags- abgeordneter Emst Maier gewählt. Fuchs. Mit der Heugabel rückte er ihm zu Leibe. Meister Reineke ließ sich aber nicht so ohne weiteres aufspießen, zuvor sprang er den Bauern an und zerriß ihm die Hose. Dann aber ereilte ihn doch das Schicksal. In den einfahrenden Zng gelaufen M.P. Schussenried. Direkt in die Lokomotive des einfahrenden Zuges Ulm—Friedrichshafen gelaufen ist auf dem Bahnhof Schussenried eine 32jährige Buchhalterin aus' Biberach. Sie wurde von der Lokomotive zur Seite geschleudert und blieb zwischen Bahnsteigkante und Gleis liegen. Neben nicht erheblichen äußeren trug sie so schwere innere Verletzungen davon, daß sie in der folgenden Nacht verstarb. Die Verunglückte, die in einer Geldschrankfabrik in Schussenried tätig war, fuhr täglich zwischen Biberach und Schussenried hin und her. Sie muß in einem Zustand vorübergehender Geistesabwesenheit in den Zug hineingelaufen sein, da ein Verschulden Dritter völlig ausgeschlossen ist. Nach Zusammenstoß gegen Felsen geprallt F. Sigmaringen. Ein in Richtung Sigmaringen fahrender Personenwagen wurde in der Kurve zwischen Gammertingen und Het- tingen von einem Lastwagen gestreift und schwer beschädigt. Der Fahrer des Personenwagens, ein Reisender aus der russischen Zone, wurde schwer verletzt ins Krankenhaus verbracht. Nach dem Zusammenstoß fuhr der Lastwagen auf einen Felsen auf und wurde ebenfalls schwer beschädigt. Einbrecher holten sechs Büromaschinen M.K. Hirsau. Bei Einbrüchen in Hirsau erbeuteten die Täter drei Kofferschreibmaschinen, zwei Rechenmaschinen, eine Addiermaschine, zwei Damenmäntel und anderes mehr. Rabenmutter verjagt ihr Kind Schriesheim (hpd). Weil das Kind durch Betteln nicht genügend Geld nach Hause brachte, hat eine Mutter ln Wiesloch ihr elfjähriges Mädel aus dem Haus gejagt.- Es ist darauf über Heidelberg nach Schriesheim gekommen. Der Ochse auf dem Glasdach Lörrach (hpd). Ein dänischer Ochse, soeben importiert, versetzte den ganzen badischen Bahnhof in Basel in helles Entsetzen. Er brach den Wagen auf und fand den Weg auf das Glasdach der ZollpolizeL Natürlich hielt das Glas den Ochsen nicht aus. So brach der Vierbeiner ein. Er blieb an dem Eisengestänge hängen, sonst wäre er einem biederen Grenzwächter auf den Kopf gefallen. Eine Polizeikugel machte seinem Leben ein Ende. Damit war das Drama aber noch nicht zu Ende. Ein Kran mußte angefahren werden, um den Koloß herauszuheben. Sich an der Tochter vergangen Radolfzell (SWK). Wegen Blutschande erstattete ein 25jähriges Mädchen bei der Kriminalpolizei Anzeige gegen seinen Vater. Das Mädchen gab an, daß sich ihr Vater seit zwei Jahren gegen sie öfters in unsittlicher Weise vergangen habe. Großes Narrentreffen in Radolfzell Radolfzell (SWK). Am 21. und 22. Januar findet in Radolfzell am Bodensee das erste große Narrentreffen nach dem Kriege statt. Es werden daran rund 40 Narrenzünfte mit etwa 2000 Narren in ihren historischen Kostümen teilnehmen. Mit der Durchführung der diesjährigen Zusammenkunft wurde die Vereinigung „Narrizella Ratoldi“, betraut, welche in diesem Jahr auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann. Man rechnet mit einer Besucherzahl von über 20 000 Personen. 14 Musikkapellen haben ihre Beteiligung an dem geplanten kamevalischen Umzug bereits zugesagt. SPD kritisiert Bundesregierung und Ostzonenbevölkerung Berlin (DND) Der Vorstand der SPD kritisierte auf seiner Tagung in Berlin die Haltung der Bundesregierung gegenüber der Bevölkerung in der Sowjetzone Die Bundesregierung habe sich um dieses Gebiet nicht genügend gekümmert Sie habe auch nicht begriffen, daß die Lösung des Flüchtlingsproblems eine wesentliche Voraussetzung sei, die Menschen in der Sowjetzone für die westliche Demokratie zu begeistern. Die SPD will im Bundestag Vorschläge für die künftige Politik gegenüber der Sowjetzone einbringen. Die außenpolitische Haltung der SPD wurde vom Vorstand ausdrücklich bestätigt. Es wurde darauf hingewiesen, daß die außenpolitische Linie von allen Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei eingehalten werden müsse. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei erörterte ferner u. a. ein Sechs- Punkte-Programm für Berlin. Das Programm behandelt die Stellung Berlins als 12. Bundesland und fordert Gewährung von Etatmitteln der Bundesregierung für die Stadt. Im Hauptreferat der Tagung setzte sich Oberbürgermeister Professor Reuter dafür ein, daß nicht nur eine Vertretung der Bundesregierung, sondern ganze Organisationen nach Berlin verlegt werden. Nusehke beschuldigt SED „Versprechungen wurden nicht gehalten“ Berlin (DND). Der Vorsitzende der CDU in der Ostzone, Nusehke, der stellvertretender Ministerpräsident des Ostzonenregimes ist, hat gegen die SED einen sehr schweren Angriff gerichtet. Nusehke sprach vor zwei Tagen auf einer Vorstandssitzung der CDU in der Ostzone. Seine Rede wurde am Freitag in Berlin bekannt. Er sagte, die SED habe ihr Versprechen, bei der Besetzung der Posten in der Ostzonenverwaltung der CDU einen angemessenen Anteil einzuräumen, nicht gehalten. Von den 6000 Angestellten der Ministerien des Ostzonenregimes gehörten, wie Nusehke hervörhob, nur 42 der CDU an. Weiter führte Nusehke Beschwerde darüber, daß der Präsident des Ostzonenregimes, Pieck, alle Personalfragen seinem Sohn Arthur Pieck übertragen habe, der Staatsbürger der Sowjetunion und russischer Offizier sei. Bundeskanzler Dr. Adenauer will die Hohe Kommission noch einmal bitten, den Abbau der früheren Reichswerke Watenstedt-Salzgitter zu verhindern und vor allem versuchen, den Hochofen Nr. 5 des Werkes zu erhalten. Der Finanzausschuß des Bundesrates wird am 12. Januar zu dem Bundesübergangsetat Stellung nehmen, der vom Bundesfinanzminister vorgelegt wurde. Gut unterrichtete Kreise nehmen an, daß die Finanzminister der Länder gegen die Höhe des Haushalts Einspruch erheben werden. Der Ausschuß wird sich auf seiner Sitzung auch mit einem Gesetzentwurf für verbesserte Leistungen an Kriegsopfer befassen. (DND) Bundesarbeitsminister Anton Storch wurde ln Bern vom schweizerischen Bundespräsidenten, Max Petitpierre, empfangen. Dies ist das erste Mal, daß ein Mitglied der Bundesregierung mit dem schweizerischen Bundesrat persönlich Fühlung nimmt. (DND) Spoct cum DceikÖHig#tag, Wiener spielten zweimal Unentschieden Im Mittelpunkt der Fußballspiele am Dreikönigstag standen zwei Freundschaftsspiele Wiener Mristerklubs in Bayern. Der BC Augsburg trotzte Austria ein 2:2 (0:2). ab und auch Rapid Wien mußte sich mit einem 3:3 (0:2) bei 1860 München begnügen. Vor 12 000 kam Austria durch Stojaspal und Melchior schnell zu einer 0:2-Führung. Das genügte den „Veilchen“ und sie demonstrierten Wiener Schule. Aber das wäre beinahe schief gegangen, denn nach der Pause drehte der BCA unter Schlump’s Regie mächtig auf und nach dem Ausgleich durch Platzer und Dormeier mußte sich Austria mächtig strecken, um unbesiegt zu bleiben. Ähnlich war es in München, wo 1860 vor 15 000 auf schlammbedecktem Boden aus einem 0:2-Rückstand (Treffer von Riedler) durch Sommer und Brück (2) einen 3:2-Vor- sprung schaffte. Riedler holte aber noch den 3:3-Stand heraus. Punktekämpfe der Landesliga Württemberg: Stuttgarter SC — Nek- kargartach 4:0; SF Stuttgart—Kirchheim 1:1; Böckingen — Zuffenhausen 3:0. (ISK) Schanzenweihe unterm Regendach Toni Brutscher kam durch Sturz um den Sieg Trotz umfangreicher Schneefälle während der Woche mußten die zahlreichen Schiwettkämpfe am Dreikönigstag bei sehr mäßigen äußeren Bedingungen durchgeführt werden. Es regnete,regnete und regnete. Im Mittelpunkt des Geschehens stand das Eröffnungsspringen auf der neuen Naturschanze in Immenstadt. Die Siegespalme wurde einmal mehr Sepp Weiler überreicht, der mit zwei Sprüngen von 86 Metern (Note 224,0) sich wieder als Bester erwies. Sein Landsmann Toni Brutscher stand im ersten Durchgang gleich 87 Meter. Aber da er beim zweiten Sprung mit dem nassen Boden Bekanntschaft machte, war der Gesamtsieg dahin. An unseren Meisterspringern wurde von den Zuschauern, die unter Regenschirmen ausharrten, besonders die ruhiger gewordene Haltung bewundert. Die sonstigen zahlreichen Dreikönigstags- Springen hatten folgende Sieger: Mitten- wald: Franz Dengg (SC Partenkirchen, 54 und 65 m); Berchtesgaden: Franz Eder (Berchtesgaden, 60 und 54 m); Oberaudorf: Edmund Haslberger (Reit im Winkl, 53 und 57 m); Oberwössen: Diener (Traunstein, 64 und 65 m); Zwiesel: Willi Koller (Regenhütte, 37 und 36 m), (ISKj AUS DEM SÜDWESTEN Samstag, T. Januar 1958 AUS KRAICHGAU UND BRUHRAIN Ulationallheater Mannheim HebMsheim Vom Standesamt liegen für den Monat Dezember folgende Meldungen vor: Eheschließungen: Julius Baitsch und Lisa Hedwig Zaun geb. Doll; Heinrich Robert Amend und Elfriede Herdei; Albert Dornpfeiff und Marta Habeck geb. Borth. Sterbefälle: Karoline Zipf geb. Herrmann, Wettgasse, und Oskar Kaul, Friedrichstraße — Am 8. Januar begeht Frau Luise Mühleisen, Wwe., geb. Geiß, Marktplatz, ihren 81. Geburtstag. Unsern herzlichsten Glückwunsch. Der Odenwaldklub wiederholt am Samstag und der Turnverein am Sonntag im „Grünen Hof“ das Programm ihrer Weihnachtsfeier. Karlsdorf Am 3. Januar konnte Karlsdorfs ältester Bürger, Landwirt Philipp Klein, Schulstraße, in seltener geistiger und körperlicher Frische sein 85. Wiegenfest begehen. Der Jubilar, der auch heute noch mit seinem „Braunen“ eine ansehnliche Landwirtschaft betreibt, erfreut sich ob seiner Hilfsbereitschaft allseitiger Beliebtheit. Aus Anlaß dieses seltenen Jubiläums hatte der Jubilar seine beiden Alterskameraden, Alt- Ortsdiener Heinrich Schlindwein I., Amalienstraße und Karl Arbogast, Altenbürgstraße (Sackgasse), die ebenfalls in diesem Jahre ihr 85. Lebensjahr erreichen, zu einem „Kleinen Geburtstagtrunk eingeladen. Wir entbieten dem Jubilären die besten Glück- und Segenswünsche und wünschen einen geruhsamen Lebensabend. — Frau Karoline Spangier, Ehefrau des Ratschreibers a. D. Oswald Spangier, Dettenhei- merstr., konnte ihren 66. Geburtstag feiern. Gochsheim Am Donnerstag, den 12. Januar, 20,00 Uhr, findet im Gasthaus zum Adler unter dem Motto: „Das Volk trägt — die Beamten antworten“ ein öffentliches Forum statt. Die Bevölkerung wird gebeten, sich an dieser Bürgerversammlung recht zahlreich zu beteiligen. Neuthard Am Abend des Neujahrstages fand sich die Einwohnerschaft im Kronen-Saal zur Weihnachtsfeier des Fußballvereins ein. Der erste Teil des Programmes brachte Weihnachtslied'er und musikalische Darbietungen. Vorstand Augustin Baumgärtner begrüßte die Gäste, besonders erwähnte er den Musikverein, der sich uneigennützig hergab, um den Abend zu verschönern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Theaterstück „Unter falschem Verdacht“. Der lebhafte Beifall, war ein Beweis der gutgelungenen Aufführung. Pius Heneka und sein Sohn trugen in der Pause musikalische Solö-Stücke vor. Im engeren Beisammensein verbrachten die Theaterspieler noch eine gemütliche Stunde. Aus russischer Gefangenschaft kehrten zurück: Edmund Bohn, Hildastraße und Oskar Schäfe», Kirchstraße, und Hermann Warth, Kirchstraße. ka. Obergrombach Durch Erlaß des Präsidenten des Landesbezirkes Baden, Abt.: Kultus und Unterricht — wurde der seit dem Jahre 1928 an der Volksschule tätige Hauptlehrer Emil Eppel zum Schulleiter ernannt. Die Grundbuchtage, die zugleich auch als Amtstage des Notariats Bruchsal gelten, finden im Jahre 1950 jeweils am 2. Freitag eines jeden Feierlich und dumpf klingen die Glocken um Mitternacht vom Kirchturm über die sternklare Winterlandschaft. Ihr Klang ist inhaltsschwer und hoffnungsvoll. Leise lassen sie das alte Jahr verklingen und zögernd das neue aufdämmern. Der Ring des Jahres hat sich geschlossen. Wir stehen an der Schwelle und die Gedanken schwingen mit den Glocken zurück in das Vergangene und vorwärts in das Kommende Groß und weit müssen unsere Herzen in dieser Stunde sein, aller Staub, der uns anhaftet, soll von uns abfallen, damit wir mit reinen Gedanken zurückblicken können in das nun entschwundene, nie mehr wiederkehrende Jahr. Überwältigt uns da nicht plötzlich die Gewißheit, daß alles gut war, was uns geschah? War der Himmel auch manchmal düster und grau, so kam doch jedesmal die Sonne' wieder zum Durchbruch. Wie klein scheint uns jetzt so manche Aufregung, so mancher Kummer und so manche Not, da wir an der Schwelle des neuen Jahres stehen. Der Klang der Glocken trägt unseren Dank hinauf ins All, in die Ewigkeit: über uns die Monats im Grundbuchzimmer des Rathauses statt. Beginn der Geschäftsstunden jeweils um 9.00 Uhr. Das Friedensgericht hatte unter Vorsitz von Bürgermeister Bender im vergangenen Jahr 23 Fälle wegen Uebertretungen zu bearbeiten. Davon entfallen auf Verkehrsübertretungen 10, auf Forst- und Felddiebstähle 4 und auf sonstige Uebertretungen 9 Fälle. Bestrafungen mußten in 22 Fällen ausgesprochen werden, davon 16 gegen männliche und 6 gegen weibliche Personen. In einem Fall verblieb es bei einer ernsten Verwarnung. Das Strafmaß betrug je nach der Schwere der Uebertretungi 1.— bis 15.— DM. Am heutigen Samstag feiert die allseits bekannte und wegen ihrer Leutseligkeit besonders beliebte Frau Elisabeth Emst, Ehefrau des Altkronenwirts Hermann Ernst, Hauptstraße Nr. 4, in verhältnismäßig guter Gesundheit ihren 73. Geburtstag Herzlichen Glückwunsch und einen noch recht langen und sonnigen Lebensabend. g. sternklare Nacht, von Glockengeläut durchdrungen, vor uns ein neues Tor, hinter uns ein A.ker, recht und auch schlecht bestellt, uns zur Seite aber die fortschreitende Zeit, die sich keinen Einhalt gebieten läßt. Da werden die Worte des Wandsbeker Boten in uns lebendig Der Mensch lebt und bestehet Nur eine kurze Zeit; Und alle Welt vergehet Mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig an allen Enden, Und wir in seinen Händen. Noch ist das Tor verschlossen und all unsere bangen Fragen heischen Antwort. Wer kann sie uns geben? Wir müssen wissen um die Verantwortung, die wir uns selbst, unseren Mitmenschen und vor allem Gott schuldig sind. Wir selbst haben das uns geschenkte Erdenleben in der Hand, an uns liegt es, was wir draus machen. Darum aßt uns das neue Jahr beginnen mit den "Mchterwort: In ihm sei’s begonnen, der Monde und Sonnen an blauen Oezelten des Himmels bewegt. Spielplan vom 8. bis 16. Januar 1950 Sonntag 11 Uhr: Vormittagsvorstellung zu kleinen Preisen „König Drosselbart“, Märchenspiel von Hans Fitz, Musik von Erich Riede. Eintrittspreise —.50 bis 3.— DM. Sonntag 18 Uhr: außer Miete „Die Walküre“. Erster Tag aus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Montag 19.30 Uhr: Miete C Nr. 7 „Die Entführung aus dem Serail“, Singspiel von W. A. Mozart. Dienstag 19.30 Uhr: Miete D Nr. 7 „Meine Schwester und ich“, musikal. Lustspiel von Ralph Benatzky. Mittwoch 19 Uhr: Miete E Nr. 7 „Tannhäuser“, Oper von Richard Wagner. Donnerstag, 19.3'D Uhr: Miete J Nr. 7 „Das Opfer der Anete“, Schauspiel in 3 Akten von Gg. Kaiser. Freitag 19.30 Uhr: Miete O Nr. 7 „Meine Schwester und ich“, musikal. Lustspiel von Ralph Benatzky. Samstag 18.30 Uhr: Premierenmiete Nr. 5. In neuer Inszenierung „Die Räuber“, Schauspiel in 5 Akten von Fr. v. Schiller. Sonntag 11 Uhr: Vormittagsvorstellung zu kleinen Preisen: „König Drosselbart“, Märchenspiel von Hans Fitz, Musik von Erich Riede. Eintrittspreise —.50 bis 3.— DM. Sonntag 18 Uhr: außer Miete „Die Walküre“, erster Tag aus „Der Ring des Nibelungen“, von Richard Wagner. Montag 18.30 Uhr: Miete B Nr. 8 „Die Räuber“, Schauspiel in 5 Akten von Fr. von Schiller. Gastspiele: Donnerstag, 12. Januar: Gastspiel in Käfertal Olymp-Lichtspiele „Fänny“, Komödie von Marcel Pagnol. Beginn 20 Uhr. Freitag, 13. Januar: Gastspiel in Seckenheim, Vereinshaus „Walzerzauber“, Operette von Willy Werner Göttig, Musik von Johann Strauß. Beginn 20 Uhr. bindung stand. Sie seien bei ihm ein- und ausgegangen. Es handelt sich bei allem um Mutmaßungen. Man hört übrigens, daß der Mörder Dölkers einige Minuten vor der Tat von einer polizeibekannten Dime in der Altstadt angesprochen worden sei. Nach ihr wird gegenwärtig gesucht. Er und sie mit dem Fahrzeug am Baum Das alte Jahr ging uns verloren VOM SEE BIS AN DES MAINES STRAND Motorschiff fuhr 1000 km über Land Friedrichshafen. Quer durch Deutschland, über eine Strecke von rund 1000 km, ist ein 22 Tonnen schweres und 19 Meter langes Motorboot, von der Bundesbahn zu Kursfahrten auf dem Ueberlinger See erworben, von Travemünde mit zwei Zugmaschinen an den Bodensee transportiert worden. Das Schiff traf glücklich in Friedrichshafen ein. Caritative Auslandshilfe 1950 Freiburg i. Br. Nach einer Mitteilung der zuständigen Stelle des Deutschen Caritasverbandes wird die caritative Auslandshilfe für Deutschland im Jahre 1950 nur noch für die Ostzone im bisherigen Umfang fortgesetzt. Für die westdeutschen Gebiete werden nur noch der Vatikan, die Bischöfe der Vereinigten Staaten und die Schweizer Caritas Sammlungen durchführen und Spenden verschicken. Diese sollen aber ausschließlich den Ostflüchtlingen zugute kommen. Holzkreuze für die Gräber der Kriegsopfer Karlsruhe. Auf Karlsruher Gemarkung befinden ' sich etwa 700 Fremdengräber und 2620 Soldaten- und Fliegeropfergräber. Die Grabzeichen für diese Gräber sind nur zum Teil in Stein ausgeführt, während ein anderer Teil aus provisorischen Holzkreuzen besteht, die morsch und unbrauchbar geworden sind. Ein weiterer Teil der Gräber hat überhaupt keine Grabzeichen mehr. Im Haushaltsplan 1950 soll ein Betrag von 17 900 DM zur Beschaffung von 1500 Holzkreuzen eingesetzt werden, um die deutschen und alliierten Soldaten- und Fliegeropfergräber einheitlich zu bezeichnen. Ein 50jähriges Bähnchen Pforzheim. Das Bähnchen zwischen Ittersbach und Pforzheim hat dieser Tage 50jähriges Jubiläum. Es wurde 1900 in Betrieb genommen, die Bahnlinie selbst wurde jedoch erst durch die Eröffnung der Reststrecke Pforzheim—Brötzingen im Sommer 1901 vollendet. Durch Vertrag ging die Strecke Brötzingen— Ittersbach 1911 in den Besitz der Stadt Pforzheim über, für die sie als eine Zubringerbahn große Bedeutung im Arbeiter-Berufsverkehr hat. Heute wird die Bahn als „Kleinbahn Pforzheim“ betrieben. Pfarrhanseinbructa »ufgeklürt Oftersheim. In Neustadt a. d. H. wurde der Versieherungs- und Handelsvertreter Georg Nega festgenommen, welcher den Einbruch im Oftersheimer Pfarrhaus verübt hat. Nega ist am 2. März 1910 in Heydebrock, Kreis Cosel (Obersahlesien) geboren und ist für eine Nürnberger Lebensversicherung gereist. Ferner arbeitet er für eine Firma in Bad Kissingen als Vertreter in Molkerei- und Eiweißprodukten, sowie für eine Firma, die feuerfeste Gläser herstellt. Da die Vermutung nahe liegt, daß Nega weitere strafbare Handlungen in unserem Bezirk verübt hat, bittet die Landee- polizei um sachdienliche Mitteilungen. An der Rathaustafel in Oftersheim ist ein Steckbrief ausgehängt. Jugendherberge bescfclngnahnrt Mannheim Die einzige Mannheimer Jugendherberge in der Medicusstraße ist von den Amerikanern beschlagnahmt worden. Das Haus t iuß am 10. Januar an die Besatzungsmacht bergeben werden und »oll künftig, dem Vernehmen nach, als Unterkunft für Amerikaner» innen verwendet werden. Heidelberger Notizen Die „Neue Universität“, die am 16. Juni 1948 durch Großfeuer schwer beschädigt wurde, soll wieder instandgesetzt werden. Der Zuschlag für die Ausführung der Bauarbeiten wurde der Wiesbadener Baufirma Berger erteilt. Die Baukosten sind auf rund 300 000 DM veranschlagt. Das „Amerikanerviertel“ in Rohrbach wird demnächst erweitert werden. Zu den schon bestehenden 9 Häusern mit 108 Wohnungen sollen noch 5 neue Häuser mit 60 Wohnungen gebaut werden. Der Heidelberger Kunstverein eröffnet am 8. Januar im Kurpfälzischen Museum eine Ausstellung von Zeichnungen des im Jahre 1948 in Stockholm gestorbenen weltbekannten Simplizissimus - Zeichners Thomas Th. Heine. Sie lebten nicht schlecht Weinheim. Er und sie hatten sich in einem kleinen Ort in der Nähe von Weinheim als Ehepaar eingemietet und, lebten von der Gutgläubigkeit anderer auf großem Fuß. In drei Monaten hatten sie eine Zeche von 2000 DM beisammen, wovon heute noch 500 DM abzuzahlen sind. In einem Geschäft war das Ehepaar Dauerkunde und pumpte für rund 5000 DM Waren. Als Sicherheit wiesen die beiden einen Erbschaftsvertrag über 10 000 Schweizer Franken vor, den sie mit einem Kinderdruckkasten auf das Notariat Stuttgart zurechtfrisiert hatten. Die Kriminalpolizei störte jetzt das Idyll und verschaffte beiden einen weniger angenehmen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen . Neujahrsaufrul an die Pfälzer Neustadt a d. H. (DND). Der stellvertretende Regierungspräsident der Pfalz, Dr. Pfeiffer, richtete an die Pfälzer einen Neujahrsaufruf, in dem er unter anderem betont im kommenden Jahre werde gerade die pfälzische Bevölkerung vor eine ernste und schwere Aufgabe gestellt werden. Bs gelte, Tausende von Heimatvertriebenen als Mitbürger aufzunehmen und ihnen Unterkunft und Arbeit zu qeben. Er appelliere darum an alle Pfälzer, den Menschen, die ihre Heimat verloren haben, eine neue Existenz und eine neue Heimat zu schaffen. PKW rast gegen Straßenbahnwagen H. Stuttgart. Am Wochenende ereignete sich in der Birkenwaldstraße gegen 23 Uhr ein schwer« Verkehrsunfall. Ein mit zwei Personen besetzter PKW raste beim Überholen gegen einen Straßenbahnwagen. Dem Personenwagen wurde die Seite eingedrückt, der Beifahrer so schwer verletzt, daß er während des Transportes Ins Krankenhaus verstarb. Auch der Fahr« erlitt schwere Verletzungen, die seine Einlieferung in ein Krankenhaus notwendig machten. - Taxichaulleur niedergeschlagen Stuttgart (hpd). In d« Neujahrsnacht haben bis jetzt noch unbekannte junge Män- n^e, vermutlich Ausländer, zwischen Bad Cannstatt und Hofen «inen Taxichauffeu» nach Beendigung einer Fahrt niedergeschla- gen.Sie hatten ihre Fahrt ordnungsmäßig bezahlt und den Chauffeur beim Aussteigen um Feuer gebeten und ihm dabei mehrere Schläge in? Gesicht versetzt. Die Täter gingen darauf qaR dem Fahrzeug flüchtig, ließen ihn jedoch in Bad Cannstatt stehen, so daß « von dem Jahr« wieder gefunden werden konnte. Der Tanichauffeur verlor einige Zähne und «litt ejae Verletzung am Auge. 6ernubt wurde tren den Tätern hiäste, Auf den Spuren des Mörders Ein verdächtiger Schuppenbrand Stuttgart (hpd). Die Mordkommission d« Stuttgarter Kriminalpolizei setzt in verstärktem Maße ihre Ermittlungen zur Aufklärung des Mordes an dem Geschäftsführ« Richard Dölker von den Tobi-Lichtspielen in der Eberhardstraße fort. Immer noch wird ein Raubüberfall vermutet. Und doch liegt über diesem Mordfall noch ein ungelüftetes Geheimnis. Verdächtige Personen wurden vorläufig festgenommen. Inzwischen wurde übrigens auch festgestellt, daß nicht fünf, sondern sechs Schüsse abgegeben wurden. Nach Vernehmung zahlreicher Zeugen ist die Mordkommission in der Lage, eine Beschreibung des vermutlichen Täters bekanntzugeben. Alter vermutlich 20 bis 30 Jahre, 165 bis 170 cm groß, schlank, trug hellgrauen Mantel, vermutlich Gabardine oder Trenchcoat. Der vom Täter bei Begehung der Tat getragene Schal ging ihm auf der Flucht verloren. Es handelt sich um einen fast neuen Baumwollschal, der 120 cm lang und 30 cm breit ist, 1 cm große weinrote und dunkelblaue Karos hat und an beiden Seiten mit Fransen versehen ist. Außerdem ist bekannt, daß der Täter am Tatabend eine Aktentasche bei sich führte. Wenige Stunden nach dem Mord in den Tobi-Lichtspielen brannte plötzlich ein Schuppen auf dem Gelände der Firma Paul von Maur lichterloh. Die Polizei, die eben in diesem Schuppen Personen, die dort versteckt zu nächtigen pflegen, aufstöbern wollte, nahm sofort neun verdächtige Gestalten, die ihnen in die Arme liefen, fest. Die Auffassung, daß dieser Brand mit dem Mordfall Dölker in ursächlichem Zusammenhang steht, konnte bis jetzt noch nicht eindeutig widerlegt werden. Ein bisher noch flüchtiger junger Mann hat den Schuppen, in dem 200 Zentner Heu und Stroh lagerten, aus Eifersucht gegenüber einem Kumpanen und Genossinnen in deren Beisein mit ein« offenen Kerze in Brand Besteckt. Großfahndung in der Mordsache Dölker Stuttgart (hpd). Das Raubmordmotiv in d« Mordsache' Dölker ist von der Polizei noch nicht fallen gelassen worden. Doch scheint auch ein anderes Tatmotiv durchaus möglich zu sein. Di« Großfahndung ist noch im Gange. Es wurde inzwischen festgestellt, daß zwischen Dölker und dem Mörder eine Unterhaltung *tatt#8funden haben muß. Weiter hört man, daß Bölker mit Schwarzhändlern in Ver- Karlsruhe. Der Verbandsvorstand des Verbandes badischer Gemeinden e. V. hat in Karlsruhe eine Sitzung abgehalten, ln der die wichtigsten Gemeindefragen behandelt worden sind. Im Vordergrund stand die Verwaltungsreform, die wegen der finanziellen Notlage vieler Gemeinden und Landkreise dringend geworden ist und durch Bildung großer Selbstverwaltungskörper einschließlich der Stadtkreise und kleinere Staatsverwaltungsbezirke vollzogen werden müsse. Nach der Entscheidung über die Organisation de» Südwestraums müsse ferner eine neue Gemeindeordnung geschaffen werden, bei der u. a. wieder wie früher ein kleines Gemeinderatskollegium, das in nicht öffentlicher Sitzung tagt, und ein Bürgerausschuß mit öffentlicher Verhandlung zu bilden sei. Gegen die Neu» «uwefsung weiter« Flüchtlinge will man Stellung nehmen, da Württemb«g-Baden ohnehin Stuttgart (hpd). Kurz nach dem Zwölfuhrschlag in der Neujahrsnacht fuhr der Lenker eines PKW in der Filderstraße, nachdem er die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren hatte, auf den Gehsteig und gegen einen Baum. Ihn und seine Beifahrerin brachte man schleunigst in das Krankenhaus. Der schöne Wagen war nur noch ein Wrak. Drei „falsche Mörder“ melden sich Stuttgart (hpd). Im Mordfall Dölker erhielt die Kriminalpolizei eine anonyme Postkarte mit folgendem Wortlaut: „Fall Dölker ,Tobi‘. Der Täter ist nur in Schwarzhändlerkreisen zu finden. Dölker war in Stuttgart als gerissener Schwarzhändler bekannt. Zusammen mit Griechen, Rumänen usw... Das war also kein Mord, sondern die Strafe, die dieser Gauner schon längst verdient hat... K.K.“ Die Polizei bittet den Schreiber der Karte oder Personen, die den Schreiber kennen, sich als Zeugen zu melden. Es ist durchaus möglich, daß sich dann für die Polizei Anknüpfungspunkte ergeben würden. Im übrigen liegt nämlich noch ein rabenschwarzes Dunkel über diesem Mordfall. Einmal wurde bekannt, daß der Täter kurz vor der Tat mit einer Stuttgarter Dirne gesprochen habe. Diese Dirne konnte inzwischen festgestellt und vernommen werden. Aber es handelt sich offenbar um eine Personenverwechslung. Nach dieser anderen Frau wird gefahndet. Auch sonst ist die Polizei zunächst unwichtig erscheinenden Zeugenaussagen nachgegangen und hat die Vernehmungen zahlreicher Personen ausgewertet, aber es ist so gut wie nichts dabei herausgekommen. Interessant ist die Meldung von drei Personen, die sich als die „Mörder“ ausgaben. Sie wurden jedoch als „falsche Mörder“ entlarvt. Berufshilfe für Schulentlassene Neustadt a. d. H. (DND). Bei einer Besprechung der für die schulentlassene Jugend bestehenden Berufsnot, an der Vertreter aller interessierten Stellen teilnahmen, wurde die schulische und außerschulische Betreuung der arbeitslosen Jugendlichen erörtert. Die außerschulische Beschäftigung fällt dabei in das Aufgabengebiet der Arbeitsverwaltung. Von dieser werden ln den größeren Städten Ausschüsse gebildet, denen die Durchführung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen übertragen wird. In den örtlichen Ausschüssen sind vecreten: Arbeitsamt, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Landwirtschaftskammei, Gewerkschaften, Jugendringe, Jugendäm*er, Wohlfahrtsverbände und Berufsschule. Die schulische Betreuung wird durch das Ministerium für Unterricht und Kultus durchgeführt werden schon zu stark belegt sei und keine Aufnahmemöglichkeit und Arbeitsgelegenheit mehr biete. Die Soforthilfeabgabepflicht der Gemeinden bezüglich der wirtschaftlichen Betriebe und der landwirtschaftlichen Grundstücke müsse anläßlich der endgültigen Regelung des Lastenausgleichs gemildert oder aufgehoben werden. Außerdem wurde der Wohnungsbau 1950 behandelt und die Grunderwerbsteuerfreiheit der Gemeinden bei Grundstückserwerbungen zum Zwecke des Wohnungsbaus sowie die Anerkennung der Gemeinden als gemeinnützige Bauträger verlangt. Der Vorstand nahm auch zur Schulreform Stellung, wobei er die drohende Zersplitterung der Schulgesetzgebung in den einzelnen Ländern beklagt« und eine erhebliche Entlastung von den persönlichen Schulkosten sowie ein Mitwirkungsrecht bei der Lehrerbesetzung verlangt«. Reforwünsdte der Gemeinden Zukunftswein „Ruländer Eichholz“ Eine 4 Hektar große Gemeinschaftsanlage der Winzergenossenschaft Bruchsal SiMumm .. In drei Jahren wird, wenn alles gut geht, die erste Weinlese im „Eichholz“ stattfinden, und wir hoffen, daß der Wein einen guten Platz unter den Weinen unserer Heimat einnehmen wird. „Bruchsaler Ruländer, Gewann Eichholz, Wachstum Winzergenossenschaft Bruchsal“, so wird man auf den verheißungsvollen Etiketten dereinst lesen. In diesen Tagen wird gewissermaßen der „Grundstein“ gelegt zu der Rebanlage in Eich- Der Riesenpflug bei der Arbeit Foto: Wi^demarn» holz droben, die auf Anregung der Stadtverwaltung als Gemeinschaftsarbeit entsteht. Das Gewann „Eichholz“ ist, wie sein Name zeigt, ursprünglich Wald gewesen, aber schon im 15. Jahrhundert wird es als Weinbergsgebiet erwähnt. Ein ausgezeichneter Rebboden aus hellen bis roten Mergeln und Lehmen, der sehr leicht nach Süden geneigt ist und deshalb viel Sonne hat, soll im Frühjahr 27 000 Pfropfreben aufnehmen, die von der Bruchsaler Pfropfre- ben-Genossenschaft und der Staatlichen Reb- VGrGdlunp‘ cor ’‘-t ,%1+ ■"■•prdsn. Gegenwärtig wird dn.-a. .. .„r große Gelände für diese Anpflanzung vorbereitet: alle Schatten gebenden Bäume sind entfernt worden, so daß das Sonnenlicht die Traubenstöcke von allen Seiten umspielen kann. Zwei Traktoren mit zusammen 90 PS ziehen einen Pflug, -der nur die Kleinigkeit von 26 Zentnern wiegt, hinter sich her. So wird der Boden bis zu einer Tiefe von 50 bis 55 cm umgebrochen. Man möchte diesen Erdschollen nur noch einen herzhaften Winter wünschen, dann würden sie sich bis zum Frühjahr in einen mürben Boden verwandelt haben. Das ganze Gelände ist im Besitz von Privatpersonen und der Stadtverwaltung. Gemeinschaftlich wird das Gelände hergerichtet, gemeinsam werden die Reben bezogen, gemeinschaftlich werden Pflege und Schädlingsbekämpfung durchgeführt. Erst nach dem ersten Herbst soll das ganze Gelände aufgeteilt werden. Finanziert wird die Rebanlage durch die Bruchsaler Winzergenossenschaft, durch die Gewährung von Darlehen, für welche die Stadt Bruchsal die Bürgschaft übernommen hat. So hilft bei diesem schönen Gemeinschaftswerk edles zusammen, um unseren Bruchsaler Weinbau -wieder an die Stelle zu bringen, wo er früher stand. Noch vor 100 Jahren gehörte Bruchsal zu den größten Weinorten, waren doch früher in seiner Gemarkung nicht weniger elIs 1000 Morgen mit Reben bepflanzt. Heute sind es nur noch etwa 150 Morgen. Die Ursache für diesen Rückgang liegt vor allem darin, daß in den 70er Jahren die verheerenden Rebkrankheiten, die Reblaus und die Peronospora, eingeschleppt wurden. Der Rebbau rentierte sich nicht mehr, der Mensch war machtlos gegen diese Schädlinge und Krankheiten. Heute hat die wissenschaftliche Schädlingsbekämpfung wirksame Mittel geschaffen, die den Weinbau wieder rentabel machen. Für den Anbau im „Eichholz“ wurde die „Ruländer-Rebe“ von Weinbauinspektor Mein- ke vorgeschlagen. Sie liefert einen ausgezeichneten Wein und trägt reich. Diese Traubensorte ist erst in neuerer Zeit bei uns eingeführt worden und hat neben dem aus Ae^mten stammenden Gutedel sich als einzige Rebsorte gegenüber den einheimischen alten Sorten erfolgreich durchgesetzt. Sie stammt von der berühmten Burgunderrebe ab, deren Wein Frankreich zum ersten Weinland gemacht hat. Die Ruländer-Rebe ist eine Weiße erbliche Abart (Mutation) des Blauen Spätburgunders, der in Burgund und in der Champagne beheimatet ist. Von dort kam sie zuerst nach Speyer. Nach der Zerstörung der Pfalz im Jahre 1689 kaufte ein Kaufmann namens Ruland in Speyer eine Brandruine, in deren Garten ein Rebstock erhEdten gebliben war. Ruland erkannte den Wert des Stockes und pflegte ihn. In dem unversehrt gebliebenen Keller des Grundstücks lagerte er ein Fäßchen Wein über den Winter ein und hatte im Frühjahr einen ausgezeichneten Wein erhalten. Der „Ruländer“ wurde bekannt, und sein Entdecker macht ein gutes C-\sehäft mit dem Holz. Er verkaufte zuletzt ein fingerlanges Stück des Holzes um einen Taler! — In Speyer wurde die neue Sorte wohl^ durch die Fürstbischöfe, wahrscheinlich durch Schön- bom, auch bei uns eingeführt. So entstand in der Ruländer-Rebe aus einem einzelnen Wildrebenstock eine vorzügliche Kulturrebe. Wi. Brudtsaler Filmsdiau Auf Leben und Tod Eine packende, mitreißende Handlung, eine zarte Liebesgeschichte, dünkte Intrigien und abenteuerliche Sensationen bilden den Inhalt des großartigen Universal-International-Fil- mes „Auf Leben und Tod“ (The Fighting O* Flynn), der in den Europalichtspielen läuft. Der bekannte und beliebte Douglas Fair- banks jr. begeistert wieder durch seine überlegene Art, mit den Gegnern in jeder Situation fertig zu werden. Neben ihm wirken Helena Carter, Richard Greene und Patricia Medina in diesem spannungsreichen Abenteurerfilm mit, für den Arthur Pierson Regie führte. Außerdem zeigen die Europalichtspiele am heutigen Samstag, 14.30 Uhr, und am morgigen Sonntag, 10.30 Uhr, den Reisefilm „Wir fahren nach Amerika“, Sie brauchen keinen Stengel, keine Wurzeln, um zu blühen. Kein Bienlein nippt an ihren Kelchen. Eines Morgens strahlen sie in ihr«: Märchenpracht, die Blumen, deren größter Feind der warme Strahl der Sonne ist, die Eisblumen. „Eisblumen, Mutter, sieh nur die schönen Eisblumen!“, jauchzen die Kinder, wenn die zarten Gebilde an den Fensterscheiben erblüht sind. Wer war es wohl, der ihnen diese schöne Gestalt verlieh? Den Kindern fällt die Beantwortung nicht schwer. Gewiß ist in der Nacht die Einskönigin mit ihrem großen, silbernen Schlitten vorbeigefahren. Ihr Zauberhauch hat die glatten Fensterscheiben in blühende Gefilde verwandelt, wie könnten sie sonst so schön und zierlich sein. Aber auch der Erwachsene wird still. Fast ist auch er versucht, an Wunder zu glauben. Doch kurz nur ist der Traum. Der warme Ofen und die- Strahlen der bleichen Wintersonne lecken die feinen Blumenköpfchen hinweg, und ehe wir’s uns versehen, sind sie verschwunden, so schnell, wie sie gekommen sind. Eisblumen — Blütenträume aus Schnee und. Eis — wer euch eines Blickes nicht würdigt, der weiß nichts um die Geheimnisse und Wunder des Win-iwc C.W. Abschluß der Entnazifizierung Einheitliche Regelung für die Bundesrepublik soll eine Fehlentwicklung beenden Im Büro des Justizkollegiüms in Frankfurt laufen zur Zeit die Antworten auf das Rundschreiben ein, mit dem die Justizminister der Bundesländer im November eine Beendigung der Entnazifizierung angeregt haben. Es ist kaum anzunehmen, daß sich irgendein Land den in dem Rundschreiben ausgesprochenen Gedankengängen verschließen wird; in den meisten Fällen ist ja die Empfehlung eine Zusammenfassung der bisher getroffenen einzelnen Ländermaßnahmen. Das Ergebnis wird noch keine endgültige Aufhebung der politischen Sondergesetzgebung sein, wie sie der Bruchsaler Arbeitsgemeinschaft der Badener Erste Kundgebung am Mittwoch, II. Januar, im Festsaal der Europa-Lichtspiele Die Redner: Landtagsabgeordneter Adolf Kühn und Stadtrat Dr. Werber Das Jahr 1950 wird darüber entscheiden, ob das Badner-Land wieder in seiner alten bewährten Form ersteht, oder der Südweststaat Wirklichkeit wird. Bislang war es so, daß die Stuttgarter Propagandamaschine, die mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln, wie Radio, Presse, prominente Gremien oder Persönlichkeiten des politischen Lebens sowie der Verwaltung, der Industrie und des Handels arbeitet, so ziemlich das Feld beherrschte. Sie war in ihren Mitteln nicht gerade wählerisch und bediente sich oft genug unfairer und undemokratisch. Zweckmäßigkeiten und schreckte auch vor Verleumdung ehrenwerter badischer Männer nicht zurück. Vor allem sparte man nicht an Behauptungen, für die man, entgegen mathematischer Gepflogenheiten, den Beweis schuldig blieb. Von probadischer Seite waren wenig Reaktionen bisher zu vermerken. Das soll nun im neuen Jahre anders werden. In der vermeintlichen Stille wurde eifrig gearbeitet. Nun wird die „offene Feldschlacht“, von der Dr. Werber kürzlich in der Zeitung schrieb, beginnen. Am Sonntag, den 8. Januar wird in Freiburg eine Kundgebung aller Delegierten der Arbeitsgemeinschaften der Badener, mit Referaten von Reichsminister a. D. Dr. Wirth und Wirtschaftsminister Dr. Lais, die Aktion zur Wiederherstellung Gesamtbadens eröffnen. Die Vertreter des Südweststaates werden nun Gelegenheit bekommen, ihre Behauptungen von der Lebensunfähigkeit Badens zu beweisen. . Auch in Bruchsal haben sich vor wenigen Tagen eine Anzahl heimattreuer Badener zusammengetan und einen örtlichen Ausschuß der Arbeitsgemeinschaft der Badener, der überparteilich und überkonfessionell ist, gebildet. Die nächste Etappe wird die der Erweiterung auf den ganzen Landkreis Bruchsal sein. Dann wird das Volk Gelegenheit haben, seine Stimme hören zu lassen. Am Mittwoch, den 11. Januar, abends 8 Uhr, findet im Festsaal der Europa-Lichtspiele die erste Kundgebung für das Land Baden statt. Hierbei sprechen der Landtagsabgeordnete Adolf Kühn und Stadtrat Dr. Friedrich Wer- Papst zu Weihnachten nicht nur von Deutschland gefordert hat, aber man kann wohl sagen, daß es der Anfang vom Ende der Entnazifizierung ist. Damit wird ein Kapitel abgeschlossen, das in der Nachkriegszeit viel Erbitterung und Enttäuschung getragen hat} nicht nur bei denen, die unmittelbar „betroffen“ waren, denn betroffen war von der Entnazifizierung praktisch das ganze Vplk. Die Entnazifizierung war einmal als ein« Schutzmauer gedacht, die man um die neue deutsche Demokratie zog. Außerhalb dieser Mauer sollten jene stehen, die infolge ihrer politischen Vergangenheit der Demokratie gefährlich erschienen und sie sollten nach Maßgabe ihrer Läuterung nach und nach in die demokratisch gefestigte Gemeinschaft aufgenommen werden. Dieser an sich nicht schlechte Gedanke hat sich nicht verwirklichen lassen. Darüber hinaus hat die Praxis zu Erscheinungen geführt, die den jungen deutschen Staat auf Jahre hinaus belasten. Im Laufe der Zeit hat sich erwiesen, daß man politische Schuld nicht allein mit den überlieferten juristischen Maßstäben messen und sühnen kann. Aus der vermeintlichen politischen Schuld ist die Unfähigkeit abgeleitet worden, etwa Bücher zu führen, Briefe auszutragen oder eine Weiche zu stellen. Man brauchte sich nicht nur an den Witz zu erinnern, der in den ersten Nachkriegsjahren kursierte und von einem Mann erzählte, der als ehemaliger Blockleiter nicht mehr Buchhalter sein konnte, sondern Straßen kehren mußte und von einem Zellenleiter, der als ehemaliger Zellenleiter nicht mehr wie bisher Straßen kehren durfte. Es ist wahr — am Anfang schwangen die Besatzungsmächte den Taktstock der Entnazifizierung. Erst als die Dissonanzen zu schrill wurden, legten sie ihn offiziell in deutsch» ber aus Karlsruhe. Beide Redner sind im Hände, ohne jedoch ihren Einfluß aufzugeben, Kaolanip 04 A __— T7>„ tgOi. — .* _i_ _i__ • i_ j i ... - — Landkreis bestens bekannt. Sie werden uns vieles zu sagen haben, was uns allen auf der Seele brennt. Da zu einer freien Diskussion Gelegenheit geboten ist, verspricht die Kundgebung hochinteressant zu werden. A. S. Formelle Todeserklärung nidit erfordernd! Gewährung von Renten an Hinterbliebene von Verschollenen Fällen die oben erwähnten Merkmale der _ _ Das größte Leid des letzten Krieges traf Jahres nicht als Umstand anerkannt werden Verschollenheit nicht zutreffen, so kann doch laufen lasse, ist ungeachtet der Nürnberger (ü© Familien die in Un§cwißh6it über irKn«o ri&vi tmiwnyi tpnd Gmnn vx ‘3nz *°V BT ’nuig n ‘snpj Ql ’snioq '9 ‘P13 S “pidS •9 ‘BfBsjg g ‘nqfl 'S ‘mornf, 7 siqaexqaes [Bda N 78 ,,9 P a l 88 so “Bia ie ‘i 8 w 08 ‘ip B »s 'ss ‘p^a os ‘®oo '85 ‘spaog ZZ ‘aoru«) ßx ‘snctna 7,1 'Bsuspj gx ‘ sra 3 '81 1"V SI ‘atfBpj 0t ‘°>9 '6 ‘*>3 '8 i*n8V ’L ‘I a8 lS 9 ‘sntnnix 7 :iqo9i98BBM * »Moritz, in welcher Schlacht wurde Alexander der Große getötet?“ »In seiner letzten, Herr Lehrer.“ ^jb t Vater noch immer nicht fertig mit An- „Ich glaube nicht, Mutti, er sprach eben noch mit seinem Kragen. Fritzchen hat sich mit Müh’ und Not das Geeicht waschen lassen. „Nun die Hände!“ sagte die Mutter. »Ach, Mutti, die stedc ich in die Tasche!" "Witze - mit und ohne Bart In 3ymbaja wollte sich eine Frau scheiden Ein Bauemehepaar gerät in ein sehr vornehmes lassen, weil ihr Mann sie nicht standesgemäß Hotel. Der Bauer sagt zum Portier: »Ich möchte kleide. Ursache: Der Manu hatte ihre Bitte, ein mit meiner Alten ein Zimmer. Was macht das?“ kostbares Perlenkollier zu kaufen, mit der Be- Auf die Antwort: „Zwanzig Mark!“, sagt der gründung abgelehnt, die Geschäfte gingen zu Bauer im vorwurfsvollen Ton: »Nein, nein, nicht schlecht. kaufen, bloß drin schlafen!“ * „Meiner Frau ist ein Sandkorn ins Auge gefallen, sie mußte zum Doktor und das kostet mich zwanzig Mark.“ „Meiner Frau ist ein moderner Pelzmantel ins \uge gefallen, und der kostet mich sechshundert Markl“ * Erste Geographiestunde. Peterle kommt all das, was er hier hört, mächtig bekannt vor. Denn ganz ähnliche, wenn nicht gar dieselben Fragen hat er oft genug zu Hause gehört, wenn die Mutter mit dem Bleistift in der Hand unter der Lampe saß. „Also paßt mal auf, sagt der Lehrer. „Wer von euch keDut einen großen Fluß, der gar nicht weit von hier vorbeifließtP“ Peterle hebt die Hand, atebt auf und fragt« „Mit wieviel Buchstaben?" • Die Gattin des Präsidenten der USA, Mts. Tfu- man, gab ihr „Schlankheitsrezept" bekannt Sie erklärte, daß sie keinerlei gesalzene Speisen mehr zu sich nehme. Daraufhin sei sie langsam schlanker geworden. * Hören Sie, Else, ich möchte gern, daß Sie steh korrekt benehmen. Deswegen werde ich fhöen dieses Buch über den guten Ton auf eine Woche leihen." „Sehr gut von Ihnen, aber können Sie es denn so lange entbehren?" * Franz Müller hat so das Gefühl, daß seine junge Frau mit dem Hausbaltungsgeld etwas verschwenderisch umgeht. Er kauft deshalb ein Kassabucfa und erklärt seiner Ehehälfte, daß sie auf der einen Seite die Summe des Haushaltimgs- geldeg eintragen soll und auf der anderen Seite die Beträge, die sie ausgibt Nach drei Wochen schlägt Franz Müller das Kassabuch auf. Auf der linken Seite steht: „Von Franz erhalten: 220 DM." Auf der rechten Seite steht: „Alles ausgegeben." * Schon über eine Stunde hat der tüchtige Reisende den Geschäftsinhaber aufgehalten.* Es dunkelt bereits, und noch immer geht er nicht. Im Gegenteil, diensteifrig fragt er: „Darf ich Ihnen das Licht andrehen?“ „Ja, das können Sie“, brummt der andere, „aber sonst bitte nichts.“ Ein Artist telegraphiert dem Varietödirektor: „Offeriere fabelhafte Dressurnummer, bestehend aus Gänsen. Fnten, Hühnern und Kaninchen. Frei sofort." — Nach drei Monaten schreibt ihm der Direktor: „Würde eventuell auf Ihre Nummer reflektieren.“ Die Antwort lautete: „Zu spät, Nummer inzwischen aufgefressen.“ • Fritzchen aut dem Lande sieht zum ersten Male, wie eine Kuh gemolken wird: „Mutti, die Frau ist aber dumm, warum zieht sie denn nicht einfach die Stöpsel raus, dann würde doch viel mehr kommen!'“ * Die kleine Marie besucht seit einem fahr die höhne Schule und möchte gern ihre neuerworbenen englischen Kenntnisse „an den Mann" bringen. Neulich kommt sie nach Hause und findet die alte Dienstmagd beim Staubwischen. „Du, Kathrine, was würdest du wohl machen, wenn ich jetzt zu dir sage ,The dooi is open'?“, fragte Marie. Kathrine, ohne sich in ihret Tätigkeit stören zu lassen, entgegnet gleichmütig: „Dann wiird ick seggen: Ma se to, dumm Deernl" Vater sein Kreuzworträtsel Waagerecbti 4. Europ. Staat, 8. Rotwild, 9. Papstname, 10. Alkoh. Getränk, 11. Stadt in Jugoslawien, 13. Mädchenname, 15. Streitmacht, 17. Extremität, 18. Anerkennung, Entgeltung, 19. Stadt am Niederrhein, 21. Verbrechen, 22. Teufel, böser Geist, 24. Antilopenart, 26. Engl Insel, 27. Westeuropäer, 28. Anfang eines Unternehmens. Senkrecht: 1. Nutzvieh, 2. Kohleprodukt, 8. Wurfspeer, 4. Staatsverwaltung, 5. Meerespflanze, 6. Biblische Männergestalt, 7. Stadt in Bayern, 11. Frauenname, 12. Stadt auf Sumatra, 14. Negation, 16. Französ.: Wasser, 20. Fortpflanzungszelle, 21. Außenkante, 23. Gesellschaftliche Veranstaltung, 25. Kanton der Schweiz, 27. Donauzufluß. ■■■■■■■■■, ■/■■MIM '■MUHM/i, ■HMH/MB. Auflösung: ' nn l 75 Hfl 'SS '85 ‘P nB H 75 ‘atnßg ob 'nsa -gx “oiu >x ‘nBpapq jx ‘sa:( -SCV II ‘Siaqajufyj 7 ‘qBOfj 9 ‘aSjv 'S ‘SuiuaiS -0H 9 ' I9 0 '8 ‘ I93 l '! ‘qt>X I : 1 q 0 9 iq a 9 s ■Sanpucuo 85 75 ‘ nE W '93 ‘naQ fz ‘uejbs ZZ ‘q nE H '13 ,S3a H '61 < 3 l aB CI '81 ‘aiag 7 X ‘J99H si ‘aSu| gx ‘aiBjgy 71 ‘enng 'oj •097 -ß ‘qag -g ‘asiuBtung 7 ijqograSBB^ * Es klingelt; das Mädchen öffnet Dann begibt es sieb in das Studierzimmer des Professors. „Herr Professor, es ist ein armer Mann draußen, der bittet um eine kleine Gabe. Er sagt er sei ein entlassener Sfräfling.“ Darauf der Professor: „So, so — weshalb ist er denn entlassen worden?“ * Im Krankenhaus liegen zwei junge Männer nebeneinander; beide haben die Köpfe verbunden, „Wie ist Ihnen das Unglück zugestoßen?“ fragte der eine. „Motorradunfall; Bruch der Achse“, antwortete der zweite lakonisch. „Und Ihnen?“ „Ebenfalls Bruch.“ „Auto?“ „Nein, mit meiner Braut.“ IHpotliefteneröffniinö! Am 2. 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Den Ausgang dieses Spieles vorauszusagen ist bei der Ausgeglichenheit der Spitzengruppe schwer. "Die Kirrlacher blieben in der Vorrunde auf eigenem Gelände ohne Punktverlust. Damit sind wohl die Vorteile der Karlsruher Vorstädter ausgeglichen und wenn die Kirrlacher an die Form der Spiele gegen Neureut, Odenheim und Knielingen anknüpfen, müßte der inoffizielle Titel eines Herbstmeisters der Bezirksklasse Karlsruhe— Bruchsal, im Kreis Bruchsal bleiben. Die Förster Germanen empfangen die spielstarke Elf aus Neureut. Der Platzvorteil und die derzeitige gute Kondition der Förster Mannschaft dürfte ausschlaggebend sein, und man darf einen klaren Sieg der Germanen erwarten. - In Wiesental werden sich die Mannschaften des Fußballvereins Wiesental und Knielingen einen harten Kampf liefern. Der Tabellenletzte dürfte sich seiner beinahe hoffnungslosen Lage bewußt sein und wird nun alle Register ziehen müssen, um endlich vom Tabellenende wegzukommen. In diesem Treffen müßte Wiesental mindestens ein Unentschieden,- wenn nicht ein Sieg herausholen. A-Klasse: In der A-Klasse ist die Vorrunde beendet. Becirksklasse: Die sonntäglichen Begegnungen der Handball-Bezirksklasse verlieren durch die Tatsache, daß die Tv. Forst und Odenbeim ohne Spiele sind, zweifellos an Reiz. Denjjoch aber Lediglich das Spiel VfB Bruchsal — Neudorf wird es um so spannendere Kämpfe unter den bedarf noch der Klärung. Tabellenstand nach der Vorrunde: Verein Spiele gew. u. verl. Tore Pkt Karlsdorf 11 9 2 — 27:10 20:2 Huttenheim 11 7 2 2 23:9 16:6 Kronau 11 6 3 2 26:13 15:7 Neudorf 10 5 1 4 15:13 11:9 Unteröwisheim 11 4 2 5 23:22 10:12 Heidelsheim 11 4 2 3 18:20 10:12 VfB Bruchsal 10 4 1 5 21:16 9:11 Langenbrücken 11 4 1 6 16:20 9:13 Untergrombach 11 4 1 6 14:19 9:13 Philippsburg 11 4 1 6 14:22 9:13 Oberhausen 11 2 2 7 7:17 6:16 Rheinhausen 11 2 1 8 * 11:33 5:17 Das Spiel VfB Bruchsal - Neudorf ist in der Tabelle nicht gewertet. Vereinen, die die Mittelgruppe der Tabelle beherrschen, geben. Ueberraschungen scheinen gar nicht so sehr ausgeschlossen. — Im unter&n Schloßgarten stehen sich die TSG Bruchsal — TV Kirrlach gegenüber; also der Tabellendritte und Tabellensiebte. Die Platzbesitzer haben in den letzten Spielen des alten Jahres verdammt wenig gezeigt, was teilweise auf Mannschaftsschwierigkeiten zurückzuführen war. Es ist uns nicht bekannt, ob für das morgige Treffen die TSG. mit ihrer kompletten Mannschaft antreten kann. Sollte dies der Fall sein — und damit ist stark zu rechnen — dann haben es die Gäste trotz ihres ausgezeichneten Könnens nicht sehr leicht. Es wird ein spannendes Treffen werden, dessen Besuch jedem Handballanhänger be- Kann TSV Rot die Tabellenführunq halten? Badische Verbandsliga: Mit vollem Programm gehen am ersten Spielsonntag des neuen Jahres die Handballer in die Punktkämpfe — und dieser erste Sonntag kann es auf sich haben; bringt er doch gleich eine Reihe interessanter Paarungen, die für die Tabellenführung nicht ohne Bedeutung sein können: SG Leutershausen — TSV Bretten. SG St. Leon — Spvg. Ketsch TSV Rintheim—.TSV Rot TuS Beiertheim — VfL Neckarau Voller Spielbetrieb in den B-Klaisen B-Klasse, Gruppe Hardt: Franfcooia Bruchsal — Neuthard; Weiher — Stettfeld; Hambrücken — Rheinsheim; TSV Wiesental — Mingolsheim. Auf dem Frankonen-Platz in Bruchsal treffen sich zwei hartnäckige Gegener. In der Vorrunde konnte Neuthard mit 2:3 knapp Sieger bleiben. Der derzeitige Mannschaftsstand beider Vereine dürfte dem Platzbesitzer Sieg und Punkte bringen. — Stettfeld gastiert bei seinem Nachbarn Weiher. Auch in diesem Treffen dürfte der Platzvorteil eine große Rolle spielen und wir rechnen mit einem Sieg der Weiherer Mannschaft. — Rheinsheim wird wohl auf dem Waldsportplatz in Hambrücken nicht zum erhofften Erfolg kommen. Beide Mannschaften scheinen ihre Krise überstanden zu haben und ein Unentschieden würde nicht überraschen. — Der TSV Wiesental empfängt den Tabellenführer Mingolsheim. Der Neuling, der in letzter Zeit eine Formverbesserung zu verzeichnen hat wird Mingolsheim alles abverlangen, wird aber nicht verhindern können, daß der Tabellenführer beide Punkte mit nach Hause nimmt. B-Klasse, Gruppe Bergstraße: Zeutern — Gochsheim; Münzesheim — Men- zingen; Obergrombach — Oberöwisheim; Ub- Stadt — Oestringen. In Zeutern dürfte es für den Platzbesitzer keine schwierige Aufgabe sein, über den Tabellenletzten Gochsheim zu beiden Punkten zu kommen. — Die Menzinger Mannschaft, die in letzter Zeit sehr enttäuschte, wird wohl in Münzesheim nicht zum Zuge kommen, denn bei dem Platzbesitzer kann ein Formanstieg verzeichnet werden. — Der Altmeister Oberöwisheim gastiert in Obergrombach. Die Mannschaften, die spielerisch auf gleichen Niveau stehen, werden sich einen harten Kampf liefern und es ist schwer vorauszusagen, wer der glücklichere sein wird. Wir tippen auf ein Unentschieden. — Die beiden Tabellenreiter Oestringen und Ubstadt stehen sich in Ubstadt gegenüber. Sollte Oestringen die erste Niederlage hinnehmen? Wir glauben es nicht. Oestringen verfügt über das besere Spielermaterial u. dürfte auch in Ubstadt zum Sieg kommen. • * Fußball-Freundschaftsspiel: VfB Bruchsal — Odenheim Zu einem interessanten Kräftevergleich zwischen Bezirksklasse und Kreisklasse kommt es am Sonntag auf dem VfB-Platz. Der VfB empfängt den FV Odenheim. Da die Oden- heimer über einen schnellen Sturm verfügen und der VfB in den letzten Spielen eine gewaltige Formverbesserung erfahren hat, ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Spielbeginn 14.30 Uhr. Vorher unt. Mannschaften. * Schiedsrichtervereinigung Bruchsal Am Samstag, den 14. Jan. findet in Bruchsal im Gasthaus zum Rheinischen Hot die Pflichtversammlung für Monat Januar statt. Beginn 18 Uhr. UnSntschuldigtes Fehlen wird satzuwgsgemäß bestraft. SV Waldhof — TSV Birkenau 62 Weinheim — 98 Seckenheim Die Frage, die uns besonders interessiert, vorweg: Kann es der TSV Rot in Rintheim schaffen? Eine positive Antwort fällt schwer. Die Platzbesitzer stellen den besten Sturm der Verbandsliga und haben bisher am meisten Tore erzielt, während die Gäste über eine überragende Hintermannschaft verfügen, was daraus bewiesen wird, daß sie die wenigsten Gegentore hinnehmen mußten. Findet sich der Roter Sturm zu einer Glanzleistung zusammen, dann könnte es doch zu einem knappen Sieg reichen. Einen großen Tag gibt es auch in St. Leon, wo die SG auf den Tabellenzweiten Ketsch trifft. Sicherlich neigt man dazu, den Gastgebern die geringere Chance zuzusprechen, und es dürfte auch mit einem Sieg der Ketscher Mannschaft gerechnet werden. St. Leon hat aber wiederholt bewiesen, daß es gerade gegen die Spitzenreiter zu großen Taten fähig war, und deshalb werden es die Gäste nicht leicht haben. Die übrigen Begegnungen versprechen, wenn man vom Spiel Waldhof—Birkenau absieht, Siege der Heimmannschaften. Leutershausen, Beiertheim und Weinheim sollten es gegen ihre Gegner gut schaffen können, während Waldhof trotz erheblicher Formverbesserung in Birkenau eine Elf zu Gast hat, die weiter mit dabei sein will. Es ist also alles drin, und man darf gespannt sein, ob zum Auftakt altes programmgemäß verläuft! stens empfohlen werden kann. In den Vorspielen stehen sich die I b- und Jugendmannschaften gegenüber. — TV Philippsburg — TV Oberhausen Nicht minder interessant wird es beim Lokalspiel in Philippsburg zugehen. Oberhausen hat in letzter Zeit wirklich gute Spiele geboten, während die Platzbesitzer nicht gerade überzeugen konnten. Ein Tip für Lokalderbys zu wagen, war noch immer besonders schwer. Dennoch glauben wir, daß es der Tv. Oberhausen — wenn auch nur knapp — schaffen müßte. Es sei denn, die Gastgeber spielen wie einst in ihrer großen Handballzeit auf. TV Kronau — TSV Neuthard Die Kronauer, die in der Tabelle noch immer sehr günstig stehen, werden nichts unversucht lassen, um auch weiterhin als Verfolger der Spitzenreiter zu gelten. Wenn auch Neuthard nicht unterschätzt werden darf, so glauben wir doch, daß die Platzbesitzer das bessere Ende für sich behalten werden. TV Spöck — TSV Oestringen Spöck ist auf eigenem Platze sehr schwer zu schlagen und so wird es der Tabellenletzte Oestringen trotz besten Willens kaum schaffen können. Der Staffelleiter gibt folgende weitere Termine bekannt: 15. 1. 1950: Tv. Spöck — Tv. Oberhausen; TSG. Bruchsal — TSV. Kronau; TSV. Oestringen — Tv. Kirrlach; Tv. Forst — Tv. Philippsburg; Tv. Odenheim — TSV. Neuthard. 22. 1. 1950: Hallen-Handballturnier in Philippsburg — deshalb sämtliche Vereine spielfrei, Tenninliste der Nachrunde: 8.1. 50 Tv Weiher — Tv Kartedorf; TSV Neudorf — Tv Heidelsheim; Tv Büchenau lb — TSV Oestringen (Pokalspiel); spielfrei: TSG Bruchsal lb. 15.1.50 Tv Büchenau lb — Tv Weiher; Tv Karlsdorf — TSG Bruchsal lb; Tv Büchenau — Tv Heidelsheim; spielfrei: TSV Neudorf. Tabellenstand Handball-Jugend Kr. Bruchsal: Philippsburg 9 72:56 13:5 Büchenau 5 3820 10:0 Kirrlach 7 3727 9:5 Neuthard 6 29:31 8:4 Odenheim 7 37:38 6:8 Oestringen T 35:40 5:9 Bruchsal 8 45:68 4:12 Kronau T 21:35 1:13 Terminliste der A-Klasse - Riidfirnnde Unsere Kreisvertreter anf fremden Matten Sandhofen — Bruchsal 84 Mannheim — Wiesental Ketsch — Kirrlach Auch die Ringer-Oberliga und die Kreisklasse gehen gleich mit vollem Programm ins neue Jahr. Die Paarungen des Sonntags: 84 Mannheim — KSV Wiesental KSV Lampertheim — Spv. Brötaingen Bliche Sandhofen — ASV Bruchsal Spv, Ketsch — KSV Kirrlach ASV Feudenheim — ASV Heidelberg Von den reisenden Mannschaften hat es der KSV Wiesental am besten erwischt. Noch immer sind die Mannheimer ohne Punkte und Sieg. Wir glauben nicht, daß ausgerechnet gegen Wiesental auch nur ein Remis für die Mannheimer herausspringen wird und rechnen mit einem klaren Gästesieg. Die schwerste Aufgabe der Ringer unseres Kreises fällt zweifellos den Bruchsaler Germanen zu, die bei Eiche-Sandhofen weilen. Der Vorkampf endete 3 :5 und es scheint, daß auch diesmal der ASV kaum um eine Niederlage herumkommen wird, zumal die Eiche- Ringer alles daransetzen werden, um durch einen Sieg, Meister Feudenheim weiterhin auf den Fersen zu bleiben. Mit Ketsch und Kirrlach stehen sich zwei fast gleichwertige Mannschaften gegenüber. Entscheidend über Sieg oder Niederlage ist die Tagesform. Für Ketsch spricht die Tatsache, daß die Staffel vor eigenem Publikum einen ungeheuren Rückhalt hat. Ein knapper Sieg der Gastgeber evtl, ein Remis dürfte zu erwarten sein. Beim Treffen ASV Feudenheim — ASV Heidelberg kann nur die Höhe des Feuden- heimer Sieges interessieren, während Brötzingen in Lampertheim ebenfalls sicher zu den Punkten kommen sollte. In der Kreisklasse steigt das wichtigste Treffen in Bruchsal zwischen ASV Bruchsal II. — KSN Neulußheim I. Die Gäste sind als stärkste Staffel der Kreisklasse anzusprechen und werden- nichts unversucht lassen, um den Sieg den Kreisstädtern zu entführen. Wir sind gespannt, wie sich Bruchsals Nachwuchs halten wird. Die Kämpfe finden am Sonntagvormdttag in den Europa- Lichtspielen statt. Kirrlachs Reserven werden sich gegen Rheinhausen ebenfalls sehr ins Zeug legen müssen, wenn sie das Treffen für sich entscheiden wollen. Grabens starke Männer dürften gegen die erfahrenen Ringerfüchse aus Wiesental wohl kaum erfolgreich sein, zumal die Begegnung in Wiesen tal steigt. Im Sport der Heimat am Montag soll auch Ihr Verein mit den Ergebnissen im Fußball, Handball, Ringen etc. bekanntgegeben werden. Melden Sie deshalb die Resultate am Sonntag bis 19 Uhr telefonisch unter 121 Bruchsal der Redaktion durch! 15.1. 50 Oberhausen — Langenbrücken; Kronau — Unteröwisheim; Huttenheim— Rheinhausen; Heidelsheim — Untergrombach; Karlsdorf — Neudorf. 22.1. 50 Langenbrücken — Huttenheim; Oberhausen — Kronau; Philippsburg — Untergrombach; VfB Bruchsal gegen Karlsdorf; Unteröwisheim —.Heidelsheim; Rheinhausen — Neudorf. 29.1. 50 Langenbrücken — Heidelsheim; Karlsdorf — Oberhausen; Huttenheim — Philippsburg; Kronau — Untergrombach; Neudorf — Bruchsal; Rheinhausen — Unteröwisheim. 5. 2. 50 Langenbrücken — Neudorf; Oberhausen — Heidelsheim; Philippsburg — Karlsdorf; Huttenheim — Kronau; Unteröwisheim — Untergrombach; VfB Bruchsal — Rheinhausen. 12. 2. 50 Kronau — Langenbrücken; Oberhausen — Philippsburg; Huttenheim — VfB Bruchsal; Karlsdorf — Unter- öwilheim; Heidelsheim—Rheinhausen. 26. 2. 50 VfB Bruchsal — Langenbrücken; Unteröwisheim — OberhauSen; Rheinhausen — Philippsburg; Kronau — Neudorf; Huttenheim — Heidelsheim; Karlsdorf — Untergrombach. 5 . 3 . 50 Langenbrücken — Philippsburg; Untergrombach — Oberhausen; Kronau — VfB Bruchsal; Unteröwisheim — Huttenheim; Rheinhausen — Kartedorf; Neudorf — Heidelsheim. 12. 3. 50 Karlsdorf — Langenbrücken; Oberhausen — Huttenheim; Philippsburg— Kronau; Heidelsheim—VfB Bruchsal; Neudorf — Unteröwisheim; Untergrombach — Rheinhausen. 10 . 3. 50 Langenbrücken — Rheinhausen; Neudorf — Oberhausen; Heidelsheim — Philippsburg; Kronau — Karlsdorf; Untergrombach — Huttenheim; VfB Bruchsal — Uriteröwisheim. 26.2.50 Philippsburg — VfB Bruchsal; Untergrombach — Neudorf. 2.4 '0 Unteröwisheim — Langenbrücken; Oberhausen — Rheinhausen; Philippsburg — Neudorf; Heidelsheim — Kronau; Huttenheim — Karlsdorf; Untergrombach — VfB Bruchsal. 23. 4.50 Untergromh ’i — Langenbrücken; Oberhausen - VfB Bruchsal; Philippsburg — Unteröwisheim; Rheinhausen — Kronau; Neudorf — Huttenheim; Heidelsheim — Karlsdorf. Die Spiele beginnen einheitlich um 14.3# Uhr auf den Plätzen der in der Terminliste zuerst^enannten Vereine. Die Spiele der 2. Mannschaften beginnen jeweils um 13 Uhr. Hockey: Die Begegnung in der Bad. Hockeyliga MSG Mannheim — TSG Bruchsal muß zum drittenmal ausfallen, da der MSG- Platz infolge der schlechten Witterung nicht bespielbar ist. Auch die Durchführung der für den Sonntag weiter angesetzten Spiele ist sehr in Frage gestellt. — Weihnachten beim FC Hattenheim Fußball-Club beendigt Weihnachtsfeiern der Vereine Den Reigen der Weihnachtsfeiern eröffnete am ersten Feiertag der Gesangverein „Eintracht“ und der Ortsverein vom Roten Kreuz. Mit dem Schauspiel: „Die Spieluhr auf dem Glockenturm“ unter der Leitung von Hugo Wittemann bereitete die „Eintracht“ ihren Ver- einsmitgliedem einen schönen Abend. Liedervorträge und eine Gabenverlosung verschön- Kreisweihnaditsfeier der Fußballer Die bereits zur Tradition gewordene Weihnachtsfeier der Fußballer unseres Kreises findet heute Abend um 20 Uhr in der Rosenhalle in Wiesental statt. Unter der Regie des bewährten Kreisfachwartes Baumann, rollt ein Programm ab, das die Herzen aller Anwesenden höher schlagen läßt. Zahlreiche Verwaltungsmitglieder der Kreisvereine werden mit ihren Frauen, bzw. Bräuten nochmals Weihnachten feiern. Das Programm sieht u. a. die Aufführung des Schauspiels „Die Grafenkinder“ und gemütliches Beisammensein mit Tanz vor. Der Fahrplan Wagen Nr. 1 (Schmidt Wiesental): Huttenheim ab 18.45 Uhr, Wirtschaft zur Krone; Rheinsheim ab 19 Uhr, Wirtschaft zum Weinberg; Philippsburg ab 19.15 Uhr, Wirtschaft zum Schwanen. Wagen Nr. 2 (Herberger Bruchsal): Untergrombach ab 18.45 Uhr, Wirtschaft zum Engel; Hambrücken ab 19.45 Uhr Wirtschaft z. Krone; Wagen Nr. 3 (Herberger): Heidelsheim ab 18.30 Uhr, Brauerei Bender; Bruchsal ab 18.45 Uhr, Wirtschaft zum Bayr. Hof; Karlsdorf ab 19 Uhr, Bahnhofwirtschaft; Neuthard ab 19.15 Uhr, Wirtschaft zum Ritter. Wagen Nr. 4 (Kleinbahn Menzingen): Münzesheim ab 18.15 Uhr, Wirtschaft zur Krone; Odenheim ab 18.40 Uhr, Wirtschaft z. Engel; Stettfeld ab 19 Uhr, Wirtschaft zur Krone. Wagen Nr. 5 (Nickel Oestringen) Oestringen ab 18.30 Uhr, Autohaus Nickel; Langenbrücken ab 18.45 Uhr, Wirtschaft zum Engel; Mingolsheim ab 19 Uhr, Wirtschaft zum Lamm; Kronau ab 19.10 Uhr, Wirtschaft zum Bad. Hof. ten die Feier. Mit der „Gaierwally“ bot das Rote Kreuz seinen Mitgliedern etwas ganz besonderes. Am zweiten Feiertag stellte sich im überfüllten Sonnensaal der kathol. Jungmännerverein mit dem „Opfer des Beichtgeheimnisses“ der Oeffentlichkeit vor. Die aus 23 Mann bestehende Spielschar gab ihr bestes und konnte reichen Beifall ernten. Eine sehr große Ueberraschung war das vom Fußballverein am Neujahrstag in der Sonne auf geführte Theaterstück: .Steine im Lebensweg“. Herr Köhnel bewies, daß er mit seiner Spielschar die Herzen der Zuschauer zu bannen versteht und erntete überaus reichen Beifall. Leopold Götz und Frau beehrten sich mit einem Duett und erfreuten die Herzen der Anwesenden. Kurt Gerweck sorgte mit humoristischen Einlagen für weitere gute Unterhaltung. Eine Gabenverlosung beschloß den schönen Abend. Am vierten Januar beging Waldhüter a. D. Anton Neickert seinen 74. und am 5.1. d. J., die Neubürgerin Maria Schramm ihren 77. Geburtstag. Wir gratulieren und wünschen beiden Ju- bilaren einen frohen Lebensabend. Wi, Programm des Südd. Rundfunks auf Wellen 523 m a 574 kHz und 49,7 m = 6030 kHz Sonntag, 8. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral, Frühmusik 7.00 Sonntagsandacht der Evg. Gemeinschaft 7.15 Morgenstund hat Gold im Mund 7.55 Nachrichten, Wetter 8.00 Aus der Welt des Glaubens 8.45 Orgelmusik: Joh. Seb. Bach: Präludium, Largo und Fuge D-dur 9.00 Morgenfeier der Methodistenkirche 9.30 Die Einkehr, aus dem Schatzkästlein deutscher Musik und Dichtung 10.15 Melodien am Sonntagmorgen 11.00 Das Meisterwerk, Joh. Brahms: Konzert für Violine und Violincello mit Orchest„* in a-moll 12.05 Kulturelle Vorschau auf die. folg. Woche, anschließend Musik am Mittag 12.45 Nachrichten, Wetter 13.00 Bruno Sänger spielt 13.30 „Schwarzwaldwinter“, eine Hörfolge 14.00 Der Allianz-Chor, Stuttgart 14.30 Kinderfunk: „Die Glücksschuhe“ 15.00 Ein vergnügter Nachmittag mit den Stuttgarter Philharmonikern, Leitung: Fritz Mareczek, dem Tanzstreichorchester Walter Friedrich Ruff, Adalbert Lutter mit seinen Solisten, Lilo Bühler, Lola Reindl, Liesl Kurz, Walter-Reinhold Schäfer, Joszy Trojan-Regar. 17.00 „Der Patriot“, ein Drama von Alfred Neumann 18.20 Felix Mendelssohn - Bartholdy: Sextett D-dur, op. 110 18.55 Toto-Ergebnisse 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Der Sport am Sonntag 19.55 Nachrichten, Wetter 20.05 Am Sonntagabend: Musik für jedermann 21.45 Nachrichten, Wetter, Sport 22.00 Kurt Tucholsky zum 60. Geburtstag am 9. Januar 1950 22.45 Barnabas von Geczy spielt 23.00 Im Rhythmus der Freude, Tanzmusik aus Köln 23.45 Nachrichten, Sport 24.00 Schallplatten-Kabarett. Wellenlängen anderer deutscher Sender Südwestfunk Baden-Baden: 362,6 m = 827,4 kHz und 47,46 => 6321 kHz. München: 405 m «= 740 kHz und 48,7 m = 6160 kHz. Frankfurt: 208,6 m *= 1438 kHz und 49 m = 6190 kHz. NWDR (Hamburg) 332 m = 904 kHz. (Berlin): 225,6 m = 1330 kHz und 41,15 m = 7290 kHz. Deutschlandsender :1571 = 191 kHz. j 4hs cUh Pa&qummmh SÜßDEUTSCHER RUNDFUNK Rekordbeteiligung bei „Frohes Raten — gute Taten" Die Beteiligung an der Rätselsendung des Süddeutschen Rundfunks „Frohes Raten — gute Taten“ nimmt immer mehr zu. Auf die letzte Sendung gingen rund 125 000 Zuschriften ein. Die . Darbietung vom 1. Dezember erbrachte einen Ertrag von etwa 62 000 DM. Er ermöglichte es, vielen Notleidenden Hilfe und Freude zu bringen. Für viele war dies die einzige Weihnachtsfreude. Die süddeutsche Industrie beteiligt sich in großzügiger Weise an der Ausgestaltung der Sendungen. Geldprämien und Sachgeschenke im Werte von mehreren tausend Mark werden für jede Sendung für die Rätselrater gestiftet. „Der halbe Weg“ Chronik und Spiegel des Jahrhunderts von Axel Eggebrecht Mittwoch, 11. Januar, 20.00 Uhr Axel Eggebrecht läßt in seiner großen Hörfolge die erste Hälfte unseres Jahrhunderts vor den Hörern erstehen. Sein Manuskript besteht aus Dialogen, Kurzszenen und dokumentarischen Aussagen. Auch der Musikentwicklung der letzten 50 Jahre, von Dr. Heinrich Strobel erläutert und durch Beispiele demonstriert, wird ein breiter Raum gewährt. Zu Beginn läßt Eggebrecht die Geister der Herren Boccaccio, Leonardo da Vinci, Machia- velli und Montaigne eine Kontrollkommission bilden. Als Vertreter der Renaissance sollen sie sich überzeugen, welche Ergebnisse eine Entwicklung gebracht hat, zu der sie zu einem nicht geringen Teil den Anstoß gegeben haben. Sie sollen ihr Urteil über den modernen Menschen abgeben. In der Dame Klio, einst als Muse der Geschichte bekannt, erhalten sie eine wertvolle Hilfe. Mit einer „Zeitmaschine“ läßt sie Vergangenes wieder lebendig werden. So kann die Kommission, um eine wirkliche Beweisaufnahme durchzuführen, die verschiedensten Zeugen vorladen, ein Berliner Ehepaar aus dem Jahre 1900, Egon Friedeil, Stre- semann, Stefan Zweig, Berdjajeff und Churchill. In diesen Aussagen und in den Gesprächen der Kommission wird das Bild einer Zeit lebendig, die nicht weiß, ob sie ein Trümmerhaufen oder ein sich neu formendes Chaos ist. Aber die Geschichte besteht nicht nur aus dem, was sich in den Geschichtsbüchern einer späteren Zeit niederschlägt. Gerade die kleinen Dinge sind es, die 99 Prozent des Lebens füllen. Häufig spiegeln sich die großen Ereignisse in Kleinigkeiten am besten. In einer Szene z. B. ist die Geschichte der letzten 50 Jahre in 50 Sekunden eingefangen: 1903 Eintreffen der ersten Bananen in Hamburg, 1934 Bananen eine gewohnte Frucht, 1947 zum ersten Male nach 8 Jahren wieder Bananen! Im Laufe der Sendung taucht noch ein merkwürdiger Mann auf, der „Mann aus der Wolke“. Zunächst ist er Zeuge, wird dann aber so etwas wie ein inoffizielles Mitglied der Kontrollkommission. Er war einst ein japanischer Atomforscher, der durch die Bombe von Hiroshima ums Leben kam. Fernöstliche Weisheit und abendländische Erkenntnis vereinen sich in ihm. Gemessen an seiner Einsicht werden viele Fragen der letzten fünf Jahrzehnte zu Bagatellen. Und er führt schließlich zu dem Zitat von Andre Gide, in das die Hörfolge ausmündet: „Dem Menschen allein bleibt schließlich die Lösung all der Fragen auferlegt, die er allein aufgeworfen hat.“ Die Fridericiana zu Karlsruhe eine Hörfolge von Hans Theo Bauer Mittwoch, 11. Januar, 17.00 Uhr Im Jahre 1950 kann die Technische Hochschule in Karlsruhe, die älteste deutsche Technische Hochschule überhaupt, den 125. Jahrestag ihrer Gründung feiern. Die Fridericiana ist als Lehr- und Forschungsstätte eng mit dem naturwissenschaftlichen und industriellen Aufstieg verbunden, der das 19. Jahrhundert kennzeichnet. Erinnern wir nur an Heinrich Hertz, der vor 50 Jahren in dem Karlsruher Laboratorium die für den Rundfunk grundlegende physikalische Entdeckung der elektromagnetischen Wellen machte. In dieser Hörfolge soll aber nicht nur die wissenschaftliche Entwicklung der Karlsruher Hochschule sondern auch ihr enges Verhältnis zum badischen Land selbst dargestellt werden. SENDER FRANKFURT Mit Rheinwein getauft! Köl'sche Karnevalisten mit ihren neuesten Schlagern am Samstag, 14. Januar, 20.00 Uhr Unbesiegbar ist der Frohsinn der rheinischen Bevölkerung und besonders ihrer prominenten Vertreter des Humors, der in der ganzen Welt bekannten Karnevalisten und Protokollen Auch in diesem Jahr schossen wieder neue Karnevalslieder und Lobgesärige auf den Fasching aus dem Boden bzw. aus der musikalischen Werkstatt der sogenannten „Muuze- mändelcher“ wie Jupp Schmitz, Karl Berbuer, Gerhard Jussenhoven, August Batzem, Gerhard Eberle, Jupp Schlösser usw. Sie werden mit „treuköl’schem Alaaf“ ihre neuesten, mit goldenem Rheinwein getauften „Musenkinder“ präsentieren. NWDR HAMBURG Gesichter an der Grenze von Gustav Schenk . Donnerstag, 12. Januar, 23.00 Uhr Der Dichter Gustav Schenk ist mehrere Monate hindurch entlang den neuen Grenzen Norddeutschlands gewandert. Davon berichtet das Nachtprogramm am späten Donnerstag abend. Es ist der Bericht eines Dichters, es ist sowohl ein Dokument echter Erschütterung wie auch eine bisher noch nicht gelungene Deutung der geheimnisvollen und grausigen Grenzatmosphäre. Schenk ist in seinem Bericht der Wirklichkeit hart auf der Spur, wie schon in seinen früheren Arbeiten über Pflanzen und Landschaften, Gifte und Gerüche, mit denen er eine neue, intensive Wirklichkeit entdeckt hat. \/oh OmUuh S&tdetot Abkürzungen: Mü. — München, Frkf. — Frankfurt, Swf. - Südwestfunk, NWDR - Nord-i westdeutscher Rundfunk. Sonntag, 8. Januar 13.45 Ein warmer Ofen, ein Schalerl Kaffee — und Fred Rauch (Mü.) 20.00 „Ballnacht in Florenz“, Op. v. Joh. Strauß (Mü.) 14.25 „1414 geht auf Urlaub“, Hörsp. f. Kinder (Frkf.) 21.00 Charivari und „Funk und Flax“ (Frkf.) 11.00 Musik zum- Sonntag: Variationen über Volkslieder (Swf.) 10.00 Joh. Seb. Bach — Bürger ln zwei Welten; 1. Sendung Begegnungen mit Bach in zwei Jahrhunderten (NWRD) 18.45 Uber die Macht der Gewaltlosigkeit (NWDR, K.) Montag, 9. Januar 14.20 Die Sprechstunde: Die Zuckerkrankheit und ihre Behandlung (Mü.) 16.45 „Die Hähne von Grüsch“, von J Behm (Frkf.) 20.00 „Eugen Onegin“, Op. v. Pet. Tschaikowsky m. Annelies Küpper, Else Tegethoff, Kurt Gester, Anton John, Otto von Rohr (Frkf.) 23.00 „Wenn eener Jeboren wird ..,“ Gedichte und Prosa v. Kurt Tucholsky z. sein. 60. Geb. (Frkf.) 21.00 „Der Mantel", v. Giacomo Puecini, Leitung: Clemens Krauß (Swf.) 22.45 Jean Cocteaus „Brief an d. Amerikaner" (Swf.) 18.00 Blauer Montag (NWDR, Köln) Dienstag, 10. Januar 21.45 Hinterm Ladentisch (Mü.) 23.00 Cabaret von damals (Mü.) 18.30 Wie der Schnabel gewachsen, lust. Lied. (Frkf.) 21.50 Ihre Meinung bitte, (Frkf.) 15.30 Sinfoniekonzert, Leitg.: Ernest Ansermet (Swf.) 20.45 „JeU und die Räuber", Hörspiel (Swf.) 20.00 Von Wien in die Welt, ein Carl-Millöcker- Konzert (NWDR, Köln) 22.15 Strafvollzug für Jugendliche, Hörfolge (NWDR) Mittwoch, 11. Januar 13.45 Dein Recht als Bürger (Mü.) 15.15 Asthmakinder — Sorgenkinder (Mü.) 20.00 „Das verwünschte Schloß“, Operette V. Karl Millöcker (Mü.) 21.30 Der heitere Mörike in drei Beispielen (Frkf.) 20.00 Scheinwerfer auf! Die bunte Filmschau (Swf.) 20.45 Familienfunk: Soziale Nöte (Swf.) 22.45 Nachtgespräch: Seit die Juden fehlen ... (Swf.) 23.15 Womit wurde man 1949 Doktor? (NWDR, Köln) Donnerstag, 12. Januar 18.30 „Der Spielmann", ein musikal. Spiel (Frkf). 16.00 Dichter der Zeit: Emst Waldinger (Swf.) 20.00 Tanzabend, Berliner Orchest. u. Solisten (Swf.) 22.15 Paris - Baden-Baden, f rz.-deutsch. Gespr. (Swf.) 16.1'i „Drei Paar Schuhe in einem Koffer“, ein Spiel für Kinder aus unserer Zeit (NWDR) 23.00 Gesichter an der Grenze, Erlebnisse und Er« fahrungen (NWDR) Ej-eitag, 13. Januar 6.30 Für den Bergsteiger u. Naturfreund (Mü.) 20.05 „Damals in Kongalonga“ beit. Hörspiel (Mü.) 18.00 Man spricht von ... (Frkf.) 13.00 Paris: Die Arbeiter-Tribüne (Swf.) 16.15 J. Steinhardt: Elefantenbesuch (Swf.) 20.45 „Clemens Brentano — Chaos und Flamme“, literarische Hörfolge (Swf.) 17.45 Günther Birkejifeld spricht zum 75. Geburtstag Albert Schweitzers (NWDR, Berlin) 23.15 Wunschträume u. latente Phantasie, Lektoren v. Film, Theater u. Verlag berichten über un- gedruckte Manuskripte (NWDR) Samstag, 14. Januar 22.10 „Der Geizhals“, heitere Erzählung (Mü.) 23.45 Erinnern Sie sich ... ? Helrauth Krüger und Frank Jung (Mü.) 18.00 Rendezvous mit Europa: Holland (Frkf.) 18.15 Recht für jedermann: Der Wechsel (Frkf.) 21.00 Raten Sie mit! Ein Quiz zwisch. Lond. u. Frkf. 13.00 Paris: Deutsche Arbeiter in Frankreich (Swf.) 15.30 Der Rechtsspiegel: Urteile (Swf.) 21.00 Mit d. Mikrophon i. Schwarzwaldwinter (Swf.) 14.00 Ait-Berliner Originale (NWDR, Berlin) 22.40 Ein schlafend Kind — o still! Wiegenlieder von Lenau, Chamisso, Eichendorff, Claudius, Schnack und Bergengruen. Montag, 9. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Frühmusik 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestdeut. Heimatpost 7.00 Kath. Morgenandacht 8.00 Für die Mutter 9.00 Nachrichten 10.15 Schulfunk: „Raubritter, Reisige und Pfeffersäcke“ 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 „Wolga — Wolga“, Lieder und Tänze des russischen Volkes 14.00 Schulfunk: „Unsere Heimat, Schätze im Moor“ 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Kinderfunk: Was die Eskimokinder spielen 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Neue Bücher 17.00 Franz Schubert: Fantasie in C-dur für Violine und Klavier. Impromptus für Klavier 17.40 Südwestdeut, Heimatpost 18.00 Für die Frau: „Die Wirkung des Charlatans“ 18.15 Kleiner Instrumentenwettstreit. Mozart: Allegro aus dem Oboenkonzert, Weber: Marsch und Finale aus dem Konzertstück in f-moll für Klavier u. Orchester. Saint- Saens: Finale aus dem Konzert für Violoncello u. Orchester. Chaminade: Concertino für Flöte und Orchester. Wieniawsky: Souvernir de Moscou 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Quer durch den Sport 20.00 Fröhlich fängt die Woche an 21.00 Sendung der Landkommission f. Württ.-Baden 21.15 Zärtliche Geigen, das Kammertanzorchest. Conzelmann 21.50 Wir denken an Berlin 22.00 Zeitfunk. Bunte Melod. 23.00 Der gregorianische Gesang. Aufnahme aus dem Kloster in Beuron 23.50 Zum Tagesausklang 1 Dienstag, 10. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Frühmusik 6.40 Südwestdeut. Heimatpost 7.10 Morgenstund’ hat Gold im Mund 7.45 Nachrichten 8.00 Wir wollen helfen 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 10.15 Schulfunk: „Unsere Heimat, Schätze im Moor (Wiederholung) 10.45 Konzertstunde 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik nach Tisch 14.00 Schulfunk: Johann Peter Hebel 14.30 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Für Eltern _und Erzieher: „Das nervöse Kind“ 17.15 Telemann: Vier Lieder f. Alt, Continuo und Cembalo. Antonie Francesco: Sonate für Bratsche und Cembalo g-moll. Händel: Arie für Alt, Bratsche u. Cembalo „Wie der rasche Wind beschwingt“ (Lore Fischer, Alt) 17.40 Südwestdeut, Heimatpest 18.00 Mensch und Arbeit 18.15 Natur und Leben: „Vom Instinkt zur Intelligenz“ 18.30 Klänge der Heimat 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Zeitfunk 19.45 Nachrichten, Kommentar 20.00 Beliebte Melodien aus deutschen Opern 21.00 Blick vom Heilenstein auf Heidenheim, Bild einer aufstrebenden Stadt 21.50 Schicksale dieser Zeit: Die Arbeitslosen 22.00 C. M. von Weber: Sonate C-dur für Klavier 22.30 Wir plaudern aus der Schule, Hörfolge m. Schülern der Eßlinger Oberschulen 23.00 Die Rundfunk-Tanzkapelle Paul Wehrmann 23.45 Nachrichten 23.50 Zum Tagesauskiang Mittwoch, 11. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Frühmusik 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestdeutsche Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.10 Morgenstund’ hat Gold im Mund 7.55 Nachrichten 8.00 Haus- und volkswirtschaftliche Sendung 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten, Musik 9.15 Suchmeldungen 10.15 Schulfunk: Johann Peter Hebel (Wiederholung) 11.45 Landfunk 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 Unterhaltungsmusik aus Dänemark u. Schweden 14.00 Schulfunk: Instrumente! des Orchesters 14.50 Singende Heimat: Volkslieder aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sude- land 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Kinderfunk: Von Kindern für Kinder 16.00 Von Dichtern und Dichtung: Frederic Mistral, M. Pagnol, Jean Giono 16.15 Franz. Kammermusik 17.00 Badens hohe Schulen 17.15 Künstler der württem- bergischen Staatsoper 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Jugendfunk: „Wir diskutieren, aber wie?“ 18.15 Musik zum Feierabend 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Innenpolit. Rundschau _ 19.45 Nachrichten, Wetter 20.00 „Der halbe Weg“, Spiegel u. Chronik d. Jahrhund. 22.45 Nachrichten, Wetter 22.50 Wir denken an Mittel- u. Ostdeutschland 23.00 Das ist Rhythmus 23.45 Nachrichten 23.50 Kleine Tagesbilanz 0.05 Mitternacht in München Jazzfreunde unter sich Donnerstag, 12. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Fruhmusik 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestdeutsche Heimat- pöst 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.10 Morgenstund’ hat Gold im Mund 7.55 *N achri chten 8.10 Wasserstandsmeldungen 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 10.15 Schulfunk: Instrumente des Orchesters 10.45 Musik nach Schauspielen (Tschaikowsky: Konzert- Ouvertüre nach Shakespeares „Der Sturm“. — Bizet: Musik zu Daudets „L’Arlesienne“. — Grieg: Musik (2. Suite) zu Ibsens „Peer Gynt“) j 11.45 Landfunk 12.00 Kulturelle Vorschau 12.05 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 Heinz-Lucas-Quintett 13.55 Programmvorschau 14.00 Schulfunk: Singt mit! 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 Für die Frau: „Beziehungen zwischen Schwestern“ 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Auswandem heute 18.30 Der Chor des Süddeutschen Rundfunks 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Sport gestern und heute 19.45 Nachrichten, Kommentar 20.00 Frohes Raten, gute Taten 20.40 Wir erfüllen Hörerwünsche 21.45 Nachrichten 22.00 Bilder einer Ausstellung (von Modest Moussorgski) NBC-Symphonieorchester (Leitung: A. Toscanini) 22.30 Wilh. Hausenstein: Ein Porträt 23.00 Tanzmusik 23.45 Nachrichten 23.50 Zum Tagesausklang Freitag, 13. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Frühmusik 6.40 Südwestdeut. Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Morgenandacht der Altkatholiken 7.10 Morgenstund’ hat Gold im Mund 7,45 Morgengymnastik 7.55 Nachrichten 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 10.15 Schulfunk: Singt mit! (Wiederholung) 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik nach Tisch 14.00 Schulfunk: J. H. Pestalozzi: „Alles für andere, für sich nichts“ 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Kinderfunk: Die lustige Musikstunde 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Froh und heiter mit Paul Wehrmann 17.40 Südwestdeut, Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Aus der Wirtschaft 18.15 Kirchliche Sendung in polnischer Sprache 18.30 Im Gänsemarsch: Musikalische Tiergeschichten 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Zeitfunk 19.45 Nachrichten, Kommentar 20.00 Lachender Alltag 20.30 Symphoniekonzert: Casella: Concerto op. 69; Strauß: Konzert f. Oboe und Orchester; Schmidt: Variationen über ein Husarenlied 21.45 Nachrichten 21.50 Die Woche in Bonn 22.00 ‘Sendung der württ.-bad. Studentenschaften 22.10 Tanzmusik 22.45 Bürokratie als Waffe; ein Gespräch 23.15 R. Schumann: „Frauenliebe und -leben“; ein Liederzyklus 23.45 Nachrichten 23.50 Zum Tagesausklang Samstag, 14. Januar 6.00 Morgenspruch, Kurznachrichten, Frühmusik 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestdeutsche Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Andacht 7.10 Morgenstund hat Gold im Mund 7.55 Nachrichten 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 10.15 Schulfunk: Englisch 10.30 Schülerfunk 10.45 Konzerstunde 11.45 Landfunk 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachricht., Pressestimm. 13.00 Echo aus Baden 13.10 Flotte Sachen 13.45 Sport am Wochenende 14.00 Unsere Volksmusik 14.40 Jugend und Beruf 15.00 Zeitfunk: Was die Woche brachte 15.55 Programmvorschau 16.00 Zu Tee und Tanz 17.00 Frohes Raten, gute Taten (Wiederholung v. 12. 1.) 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Menschen und Arbeit 18.15 Im Namen des Gesetzes: Herrmann Mostar zu Prozessen von heute 18.30 Kleines Konzert: Richard Strauß: Lieder; Anton Dvorak: Slawischer Tanz Nr. 2; Pablo de Sarasate: Zapateado-Malaguena 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Zur Politik der Woche 19.45 Nachrichten 20.00 „Die stillvergnügte Hauspostille“; Kurzweiliges in Wort und Ton 21.45 Nachrichten, Sport 22.00 Die schöne Stimme: Künstler d. Metropolitan- Oper New York 22.30 Tanzmusik am Wochenende 23.45 Nachrichten 23£0 Swing-Serenade mit beliebten internation. Kapellen Samstag, 7 . Januar 1950 * DAS WEINLAGER i Eine heitere Geschichte aus ernsten Tagen, die mancher Brusler kennt Der zweite Weltkrieg ging seinem Ende zu. Die Truppen der Siegermächte hatten große .Teile Deutschlands besetzt. Man schrieb den vierzehnten April 1945. Meine Einheit, eine Sanitätskompanie, die überwiegend aus Brudisalem bestand, wurde in dem Kurort Wildbad interniert. Wir erhielten den Befehl des französischen Kömmandanten, die Unterkünfte nicht zu verlassen. Sieben Mann hoch wohnten wir damals in einem kleinen Hotel, an dessen Rückseite sich ein Park nebst Liegewiese anschloß. Unsere Freiheitsberaubung war deshalb nicht unangenehm und glich mehr einem Ferienaufenthalt, da uns die Franzosen, ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Tun, seltsamerweise vorerst nicht beachteten. Nachdem wir den ersten Schreck der Gefangennahme überwunden hatten, verlebten war, in Anbetracht der zu erwartenden schlechten Zeit, unsere Tage mit' allen Annehmlichkeiten. die wir uns hoch gestatten konnten. Als der April jedoch seinem Ende zueilte, denn angenehme Stunden hetzen ja förmlich an einem vorüber, da plagte uns die Langeweile und allerlei dumme Gedanken wuchsen in unseren Gehirnen und allerlei Späße suchten sich ein Opfer, sich auszutoben. Die letzten Flaschen des Kognakbestandes waren in feuchtfröhlichen Gelagen geleert worden und der Gaumen verlangte nach neuen, die wir aber nicht zu beschaffen wußten. Henschel, Kern und ich, wir drei saßen am Abend eines schwülen Tages auf der Terrasse des Hotels — die Bruchsaler Kameraden lagen in der Stadt selbst — und trauerten dem vergossenen Naß nach, das uns so fröhlich über alle schlechten Zukunftsgedanken — wie Gefangenenlager und Hunger — hinweggebracht hatte. Henschel war Sachse, ein braungebrannter, sehniger Kerl Ende der Zwanzig, der wenige Wochen noch zuvor in Bruchsal sämtlichen Mädchen den Kopf verdreht hatte. Kern war Oesterreicher, ein kleiner, wendiger Mann, drollig und gemütlich; er mochte gegen vierzig sein. Ich war Bruchsaler. Nähere Angaben macht man über die eigene Person ungern, überhaupt wenn man nicht weiß, ob sie vorteilhaft wären. „Sepp, ich hab‘s",- rief ich Kern zu, „wenn mich nicht alles trügt, hat die Wirtin neulich dort beim Gartenhäuschen ihren Weinvorrat vergraben.“ „Allerdings, das könnte • sein“, meinte er überrascht, „nur — wie kommen wir bei? Graben können wir nicht gut.“ Er hatte recht, denn zwanzig Schritte links von uns, im Garten des Nachbarhotels, patroullierte ein Posten auf und ab; man erzählte sich, daß ein General der Franzosen das Haus bewohnte. „Heute nacht werden wir S versrchen!“, sagte Henschel, der schweigend zugehört hatte. L^nge Zeii saßen wir uns noch wortlos gegenüber und jeder entwarf einige Pläne und Plänchen, das Weinreservoir im Garten zu entdecken. So kam die Nacht. TUir gingen in die Küche und losten mit kurzen und langen Zündhölzchen aus, wer zuerst in den Park hinauskriechen mußte, als Schatzgräber zu suchen. O Pech, das Los hei auf mich. Um neun Uhr öffnete ich behutsam die Terrassentür und kroch wie ein Indianer in das Dunkel der Nacht. Der Posten durfte mich auf keinen Fall bemerken, denn er hätte beim geringsten Geräusch geschossen. Unser Plan jedoch war gut durchdacht, wie nur Männer Pläne entwerfen können, die Alkohol ahnen und diesen be- Durch diesen warfen sie einen handlichen Stein weit über das Nachbarhaus hinweg in ein fernes Gesträuch am Berghang. Glänzend! Der Posten reagierte und schlich mit dem Gewehr im Anschlag zur Stelle des Geräusches. Währenddessen lag ich auf der Terrasse und spähte zu ihm hinüber. Ich hörte, wie er sich leise entfernte. Sprung auf, marsch, marsch! — Bei der Hütte warf ich mich nieder und begann die Erde abzutasten. Das mußte die Stelle sein. Nur hier konnten die Flaschen liegen. Von jeher habe ich für solche Dinge eine glückliche Hand gehabt: Ich fühlte einen Karton, etwa drei Hände tief in der weichen Erde. Diese war feucht und schwer. Vorsichtig wühlte ich eine Oeffnung frei. Dann riß ich den nassen Karton auf und füllte Stroh. Herrliche Gedanken tanzten durch mein Gehirn: Ich fühlte eine Flasche und dann eine an der anderen. Fünf zog ich hervor. Dann deckte ich rasch das Loch wieder zu. Ich blickte nach dem Posten, der jedoch streifte im Gebüsch suchend auf und ab. Mit zwei, drei Sätzen eilte ich der Terrasse zu. Die Flaschen in den Taschen und unter beiden Armen, so schlüpfte ich in die Küche. Henschel kam gerade und Kern. Ein Riesenerfolg war es gewesen. Drei Flaschen Sekt und zwei Mosel. Beachtlich für den ersten Vorstoß. Fragen Sie mich nicht nach der folgenden Nacht und allen anderen Nächten, die noch kamen. Zum Glück wechselten die Posten vor dem Hause des Generals täglich, denn auch der größte Idiot hätte die Sache mit dem Stein einmal bemerken müssen. Jede Nacht geschah dasselbe und die Anzahl der Flaschen, die wir ausgruben, wuchs über die hundert hinaus. Im Mai schon gingen wir zu zweit, Kern und ich, zum Schatzgraben. Henschel war Wurf Spezialist genug, um den jeweiligen Posten in Bewegung zu setzen. Dortmals erkannte ich, daß die primitivsten Mittel genügen, um die Menschen im Laufschritt vorwärts zu bewegen. Glücklicherweise verließ die Wirtin aus Furcht vor den Franzosen nicht das Haus; UNSERE SON N T AG SBET RACHTU N O Die Straßensperren der Weltpolitik und der Weg des Kindes Gottes Heilsgeschichte geht mitten hinein und quer durch die Weltgeschichte. Zu Anfang ist die große Politik noch gänzlich uninteressiert an dem, was da in dem fernen Winkel des römischen Reiches passiert in der heiligen Nacht. Wie zu dem Mittelpunkt eines Spinnennetzes laufen die Fäden des Weltreiches nach Rom. Die Geburt eines armen Kindes bringt natürlich auch nicht die leiseste Erschütterung an das Weltzentrum. Der Kaiser Augustus hat wahrscheinlich nie in seinem Leben etwas gehört von dem göttlichen Kind. Die dröhnende Weltgeschichte geht ihren Gang, die Legionen marschieren, Krieg* werden geführt und Friedensdiktate aufgezwungen. Doch bald darauf erscheinen die ersten Vertreter fremder Völker, die sich vor dem Kinde beugen. Die Ueberlieferung der katholischen Kirche nennt sie die hl. drei Könige, im Protestantismus werden sie die Weisen aus dem Morgenlande genannt. Es wird Beides richtig sein. Wir werden sie uns als weise, sternen- kundige Stammesfürsten — Scheichs — aus dem Orient vorzustellen haben. Sie bringen dem Kinde königliche Geschenke. Einen Königssohn haben sie gesucht — nun knien sie vor der armseligen Krippe. Aber sie geben dem Kinde doch das Beste, was sie haben. Von da an haben viele Völker das Beste, was sie hatten, dem Kinde geschenkt. Auch unser deutsches Volk. Seine schönsten und innigsten Lieder hat es dem' Kinde gesungen, seine Maler haben ihre besten Bilder dem Kinde gemalt, die schönsten Häuser wurden dem Kinde gebaut. Die besten und weisesten Männer haben dem Kind in der Krippe gedient. Andere Völker, andere Herrscher wollten des Kindes Weg durch die Welt sperren. Auch diese erste Straßensperre gegen das Kind ist mit der Geschichte der drei Könige — oder drei Weisen — verknüpft. Wie haben wir als Kinder gebangt, wenn wir in der Weihnachtegeschdchte von dem Anschlag des bösen Königs Herodes wider das Kind hörten! Und wie haben wir uns gefreut, — laut herausgejubelt haben wir — wenn wir hörten, wie seine List zuschanden wurde und die weisen Könige oder königlichen Weisen den Herodes in Jerusalem sitzen ließen und schnurstracks heimkehrten! „_ und’ sie zogen einen anderen Weg wieder in ihr Land sitzen wollen. Kern und Henschel hatten in- .“ Ihr Weg verliert sich im Wüstensand. des auf dem Speicher ein Fenster geöffnet. Wir sollten uns aber noch etwas von dem auch in den Park wagte sie sich nicht. Der Krieg war zu Ende gegangen und wir wurden bald entlassen. Das Flaschenlager war auf wenige Kartons zusammengeschrumpft und es hätte keine Ewigkeit mehr gedauert, da hätten wir uns ein neues Weinlager suchen müssen. Am 6. Juni erhielten wir die Entlassungspapiere, weil wir als Kriegsversehrte für den Abtransport nach Frankreich nicht geeignet schienen. Aber eines hätte ich zu gerne gesehen, allerdings nur aus sicherer Ferne: Den alten unausstehlichen Drachen von Wirtin bei der Bestandsaufnahme ihres Weinlagers im sicheren Schoß der Erde. Kinderjubel bewahrt haben. Wir sollten es heute noch wissen: Der Weg des göttlichen Kindes wird durch keine Straßensperre der Weltgeschichte aufgehalten. Die aufgestellten Netze sind zu grob, um die Fischlein Gottes zu fangen. Die Augen der Widersacher sind ZU trübe. Sie sehen nicht, was dahinter steht. Sie verrechnen sich gewaltig, weil eie nicht DEN sehen, der SEINE Hände über den Weg seines Kindes hält Auch heute noch! Einem Stern waren die drei gefolgt, der von Gott angezündet war und darum ewig ist. Bei allen anderen Sternen aber, die kometengleich in der Weltpolitik auf leuchten und durch ihre Mächtigkeit uns und die Welt beeindrucken und ängstigen wollen, dürfen wir aber wissen: Sie folgen ihrem Gesetz. Dieses Gesetz heißt so: Eine jede Sternenbahn hat ihren Zenith, ihren Höhepunkt. Wenn der überschritten ist, geht es abwärts. Je steiler einer aufsteig*, desto schneller und tiefer Rillt er herab. Gott aber läßt sein Heil auf dieser Welt solche Bahn gehen, daß alle Straßensperren der Geschieht*, es in seinem Lauf nicht hindern können. dis) Gottesdienste am Sonntag Stadtkirche: 8.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt und Monatskommunion der Männer und Jungmänner; 11 Uhr Singmesse. — Notkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer und Jungmänner; 9.15 Uh» Hauptgottesdienst mit Predigt; 14 Uhr Andacht zur hl. Famüie, nachher kirchliche Versammlung der Frauen und Mütter. Hofkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Mönats- kommunion der Männer; 8 Uhr Jugendgottesdienst mit Predigt; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 14 Uhr Vesper. St. Peter: 7 Uhr Frühmesse mit Monatskommunion der Männer; 8.15 Uhr Kindergottesdienst; 9.45 Uhr Hauptgottesdienst mit predigt; 11 Uhr Christenlehre der Jünglinge; 14 Uhr Andacht mit Kindersegnung (Kindheit- Jesu-Verein). St. Paul: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Schüler- go'ttesdienst mit Predigt; 9.30 Uhr Amt mit Predigt; 14 Uhr Andacht zur hl. Familie. St. Maria: 7.30 Uhr hl. Messe. Evangelische Gottesdienste 2. Sonntag nach Weihnachten, 8 Januar, 9.30 Uhr, Gottesdienst, Pfr. Wartmann. 10.45 Uhr, Christenlehre im Kindergarten, gleichzeitig Kindergottesdienst. Montag, den 9. Januar, vormittags 8.30 Uhr Schülergottesdienst für alle Schulen zum Beginn des Tertials. . Heidelsheim: Missionssonntag. 10 Uhr Fest gottesdienst (Kollekte), 11.15 Uhr Christenlehre. Helmsheim: 8.45 Uhr Festgottesdienst; 10 Uhr Kindergottesdienst; 13.15 Uhr Christenlehre. Obergrombach: 14.45 Uhr Predigtgottesdienst. Untergrombach: Sonntag, 8. Jan., vormit-, tags 9.00 Uhr, Gottesdienst, Pfarrer Dr. Scheuerpflug. Siedlungstätigkeit des evangelischen Hilfswerkes Die ländliche Siedlung wird bevorzugt Freiburg 50, St. Georgen Das Hilfswerk der Evang. Kirche in Baden hat für das Jahr 1950 eine verstärkte Siedlungstätigkeit vorbereitet, die sich nun auch in erhöhtem Maße auf Südbaden erstrecken soll. Wenn auch die Aufgabe des Siedlungsdienstes des Hilfswerks nicht gleichgesetzt werden kann mit der großen Aufgabe des Staates in der Wohnraumbeschaffung, so kann doch die beispielgebende Tätigkeit und der bisherige Erfolg der Siedlungsarbeit des Hilfswerks nicht übersehen werden. Von der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft des Hilfswerks in Baden ■wurden die folgenden Wohnungen gebaut und sind bereits bezogen oder»bezugsfertig: in Adelsheim 42, Sennfeld 22, Aglasterhausen 35, Pfaffengrund 65, Nek- karsteinach 40, Ziegelhausen 36, Karlsruhe 50, Helmstadt 32, Mittelschefflenz 20, Reichartshausen 5, Heiligkreuzsteinach 18 Wohnungen. Außerdem Sind die Vorbereitungen für di« folgenden Siedlungen, die zu einem erheblichen Teil in Südbaden geplant sind, im Gang: Aglasterhausen 12, Karlsruhe 80, Steinen 50, Lahr 20, 20 Wohnungen. Wie aus dieser Aufstellung zu ersehen ist, wird die ländliche Siedlung bevorzugt. Die Siedlungsgesellschaft des Hilfswerks der Evang. Kirche iq Deutschland, die ihren Sitz in Heidelberg hat, nimmt bewußt Abstanu von der Methode der Bausparkasse. Als Siedler kann grundsätzlich nur der angenommen werden, der mitarbeiten kann. Nicht die Höhe des Kapitals, das der Siedler einzahlt, ist entscheidend. Die Bauten finanzieren sich aus den für Bauzwecke zur Verfügung gestellten öffentlichen Mitteln und Arbeitskraft der Siedler. Selbstverständlich ist auch solchen Siedlungswilligen Gelegenheit geboten, sich an einer Siedlung zu beteiligen, die selbst nicht oder nur teilweise mitarbeiten können, jedoch muß in jedem Fall der Wert der Arbeitskraft zusammen mit der zu leistenden Einzahlung mindestöhs 10 Prozent des Gesamtwertes des Siedlungshauses betragen. Ml'EBE ■ OMAN VON I TBOMA Copyright IMS Dy Vertag Beimut Beller Stuttgart 41. Fortsetzung Der Morgen kam rein und blank hinter den Östlichen Bergen herauf. Draußen begann der Schnee zu leuchten als flössen Blutströme darüber hin. Sonnies Hände rührten sich flink in den Stuben der Hütte. Das Bett in der Nische, auf das Viktor sie vor Stunr'-n mitsamt dem an ihren Kleider hängenden Schnee gelegt hatte, war klitschnaß. Sie suchte trockene frische Wäsche hervor und hing die alte zum Trocknen über die heißen Kacheln des Ofens Die Nachtluft wich aus allen geöffneten Fenstern. Dort war Viktors Speiseschrank. Sonnie wußte das noch, obwohl zehn Jahre vergangen waren, seitdem sie in dieser Hütte das letzte Mal gewesen war. Sie spürte einen mächtigen Hunger, mußte aber feststellen, daß die vorhandenen Vorräte, bei weitem nicht ausreichten, den Hunger zweier glücklicher Menschen zu stillen. Sonnie trieb sich selbst zur Eile an, da Viktor jeden Augenblick kommen konnte. Ob er solange brauchte, sich darein zu finden, daß sie nun immer um ihn sein würde? Schnell sprang sie hinüber zum Hotel und kaufte ein. Träumerisch, und doch erregt, stand sie am Fenster, als der Tee auf dem kleinen Tischchen dampfte, und Butter, Brot und Wurst fein hergerichtet auf einem Teller lagen. Die Sonne schien in die Eisblumen, die wundervolle Formen im Licht zeigten. Nun klapperten draußen Schier. Als Viktor hereintrat, drehte sie sich um und lächelte ihm entgegen. Viktor blieb wie verzaubert stehen, da stand sie nun am Fenster, hochgewachsen, schlank, schmal in den Hüften, ein verklärtes Lächeln auf ihrem ein wenig herben, vollen Gesicht, „Warum habe ich dies alles nicht damals schon gesehen, wie schön sie doch ist?“ fragte er sich. In Sonnie aber kam das Verlangen, daß er sie nun endlich in seine Arme nehmen müsse. Doch er blieb neben der Türe stehen und sah sie unentwegt mit seinen hellen scharfen Augen an. Deutlich konnte sie sehen, wie es hinter seiner braunen Stirn arbeitete Was mochte er jetzt denken? Mit einem kurzen Ruck warf sie die Flut ihrer golden-flim- mernden Haare in den Nacken und ging langsam auf ihn zu. Ihre Füße mußten sich den Weg ertasten, da doch ihre Augen sich nicht von seinem Gesicht lösen konnten. In ihr war immer ein Gedanke! „Genau so habe ich ihn diese lange Zeit vor mir geseheif. Und jetzt steht er da und nimmt mich nicht in seine Arme. Weiß er denn wirklich nicht, wie stark seine Person immer in mir lebendig war? Hat er denn kein Verlangen nach einem einzigen Kuß?“ Nun stand sie dicht vor ihm, ihre Brust wogte und berührte die seine. Ohne daß sie dazu tat, legten sich ihre Hände an seih Gesicht und ihre Lippen lagen plötzlich heiß und fest über den seinen. „Sonnie", sagte er nur und dann kam das Ersehnte, er riß sie schnell an sich und drohte sie zu ersticken, So fest preßte er ihren Mund. Immer wieder sah sie in seine Augen, dort leuchtete es warm und gut, nichts von jenem Flimmern war darin, das sie in anderer Männer Augen gesehen hatte, wenn sie sie küßten. „Hast du mich lieb, Viktor?“ fragte sie leise. „Ich habe dich sehr lieb, Sonnie“, sagte er, ich glaube, ich habe dich vor zehn Jahren schon genau so lieb, nur vergaß ich es damals.“ ..Warst du unglücklich in dieser Zeit“, wollte Sonnie nun wissen. Diese Frage war ihr eigentlich von allen, die sie an ihn zu richten hatte, die wichtigste. „Sonnie, sprechen wir lieber davon, wie glücklich wir in diesem Augenblick sind, es gereut mich nicht, daß ich diese zehn Jahre gelebt habe, nein, du darfst nicht denken, es sei darum, weil ich dich vergaß. Vielleicht könnte ich heut« noch nicht wirklich glücklich sein, wenn es das Vergangene nicht gäbe. Damals dachte ich, als ich in mir auch etwas für dich regen fühlte, du seiest noch ein Kind Nicht wahr, du hast mich schon geliebt, als du mich an jenem Morgen in der Hütte am Silberberg küßtest? Sonnie, ich weiß es jetzt. Bist jiu mir nicht böse, daß ich zu dumm war, das zu sehen?“ Sonnie drängte ihn in die Ofenecke und schmiegte sich an ihn. Das, was zwischen ihr und Viktor war, das war doch so ganz anders, wie sie es kannte von Öre her. „Nein, Öre habe ich nie geliebt Das, was ich Öre geben mußte, galt doch nur dir", sagte sie plötzlich. , Sie erschrak über ihre Worte. Warum mußte sich plötzlich Öre dazwischen drängen, er bedeutete doch gar nichts! Viktor hatte bei dem Wort Öre aufgehorcht. Leicht schob er sie von sich ab. Nicht weil sie einen anderen Männernamen gesagt hatte, sondern weil er sie doch ansehen mußte. Daran hatte er doch immer gedacht, daß Sonnie einen Mann haben müsse. Das hatte ja im Augenblick auch nichts zu sagen. Sonnie zuckte bei seiner Geste schmerzhaft 'zusammen. „Du hast doch auch eine andere Frau gehabt, Viktor! Wirst du jetzt nichts mehr von mir wissen wollen, da es zwischen uns nicht ganz klar ist“ Da zog eie Viktor wieder an sich. „Du wolltest doch sich«: diesen anderen Mann nicht erwähnen? Warum kommen wir jetzt auf Nebensächlichkeiten zu sprechen? Das alles hat doch jetzt gar nichts zu sagen, wo wir doch so nahe beieinander sind.“ Er führte sie an das Tischchen und sagte: „Seien wir doch für eine halbe Stunde ganz nüchtern, Sonnie! Wenn wir nun auch beieinander sind, deswegen haben wir doch Hunger. Und deshalb sollen wir für die nächsten Stunden an etwas anderes denken als an uns.“ Sie tranken den Tee zusammen aus einer Tasse, denn Viktor besaß nicht mehr Geschirr. Mit jedem Schluck, den Sonnie von der Stelle nahm, die seine Läppen berührt hatten, drängte sie das mit Öre tiefer in sich zurück. „Nein, heute nicht, morgen bestimmt auch nicht, überhaupt solange ich hier bei ihm bin, darf nichts anderes gesprochen werden als was zu uns gehört. Diese Frau, die er hatte, Öre, der mein Mann ist und doch nie war, das Kind und Papa, dürfen nicht existieren. Wir werden nun ein paar Tage ganz uns gehören. Dann können wir immer noch darüber sprechen, was uns für kurze Zeit trennt. Und ich glaube, es wird nichts geben, das länger als eines Wortes Hauch Trübes an uns herantragen könnte Öre hat jetzt gar keine Recht« mehr an mich. Er wird mich freigeben! Und dann ist es, als ob wir nie zehn Jahre lang einander ferngewesen wären. Viktor war doch immer in mir. Und jetzt sehe ich ja zu deutlich, jetzt bin ich auch in ihm.“ Viktor sah Sonnie an, als sie gegessen hatten. Alles an ihm war grenzenlos ruhig und sicher. Für ihn gab es kein anderes Wissen jetzt als: „Sonnie ist meine Endstation, mit ihr zu leben wird herrlich sein. In ihr« Augen möchte man sich nicht versenken wie in di* Majas, man möchte sich nur immer in ihnen spiegeln und darauf achten, daß sie blank und klar bleiben wie sie jetzt sind. Es ist jetzt alles anders, so viel schöner, fast heilig. Ihr kleiner Mund ist so weich, so kühl. Von ihrem Körper strömt beseligendes Gefühl edler Freude.“ Unvermittelt erzählte Viktor, wie damals alles gewesen war, wie ihn ein Taumel packte, dem er nicht entrinnen konnte und wie sie selbst ganz untertauchte. Auch davon sprach er, daß er im Rainen nur an ihren Sieg dachte, wie ihn die Stahlschanze anzog und wie er dann im Mondschein Maja verfiel. Von dem fernen Lande erzählte er und seinen Gefahren. Stundenlang horchte sie ihm zu, er mußte ihr doch das alles tagen. folgt»