BRÜGHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAICHGAU UND BRÜH RAIN lahrgang 2 Freitag, den 20. Januar 1950 Einzelpreis 15 Pfennig USA erwägen eigene Schritte in der Österreich-Frage Eine aufsehenerregende Erklärung Washingtons — Die unbefriedigende Antwort aus Moskau Washington (DND). Das amerikanische Außenministerium gab am Donnerstag abend bekannt, es erwäge, eigene Schritte xu unter- nehmen, um die österreichische Freiheit und Unabhängigkeit wiederherzustellen, denn es sei zweifelhaft, ob man mit dem Staatsvertrag für Österreich weiterkommen werde. Die Bekanntmachung des USA-Außenminl- steriums folgte auf den am Mittwoch in Moskau erfolgten gemeinsamen Protest des britischen, französischen und amerikanischen Botschafters bei dem stellvertretenden russischen Außenminister G r o m y k o gegen die Verzögerung beim Abschluß des Staatsvertrages mit Österreich. In der Bekanntmachung des amerikanischen Außenministeriums heißt es: „Gromyko hat keine Zusicherungen gegeben, daß die Wiener Verhandlungen zwischen der Sowjetregierung und der österreichischen Regierung zu einem Ergebnis führen werden.“ Ein Vertreter des britischen Außenministeriums bezeichnete, wie aus London gemeldet wird, die Antwort des stellvertretenden russischen Außenministers als sehr unbefriedigend und enttäuschend. Die Botschafter, so erklärte er, hätten verlangt, daß die auf die russische Haltung zurückzuführenden Hindernisse für den Abschluß des Staatsvertrages beseitigt werden. Diese Erklärung beziehe sich auf die selbständigen Verhandlungen zwischen Rußland und Österreich. Der Vertreter des Außenministeriums teilte ferner mit: „Gromyko war nicht in der Lage, mitzuteilen, wann diese Verhandlungen beendet sein werden oder eine Zusage für eine Beschleunigung zu geben.“ Doch Ermittlungsverfahren gegen Ströle Stuttgart (DND). Zu der von uns gemeldeten Erklärung, die Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier vor dem Württemberg- Badischen Landtag abgegeben hat und in der er zum Fall May erklärte, daß Ministerialrat Ströle keine Kenntnis von einem gegen ihn eingeleiteten Ermittlungsverfahren habe, erklärte der erste Staatsanwalt Dr. Desczyk, daß ein Verfahren wegen des Verdachts einer strafbaren Begünstigung dennoch eingeleitet sei. Allerdings könnten weder das Staatsministerium noch Ministerialrat Ströle selbst darüber informiert sein, da ein solches Verfahren nicht offiziell angekündigt werde. Zur Zeit sind Untersuchungen im Gange, die feststellen sollen, welche Rolle der ehemalige stellvertretende Flüchtlingskommissar Ascher gespielt hat, der ebenfalls von Stodcinger belastet wurde, der aber von weiteren Ermittlungen verschont blieb, ohne daß man weiß, wer die Einstellung dieser Untersuchungen »ngeordnet hat. Die sogenannte „Nationale Front“ Ein durchsichtiges Manöver Von unserem D N D-Korrespondenten v.W. Bonn. Aus der Sowjetzone wenden sich Behörden und Organisationen mit Propagandabriefen für die Errichtung einer „Nationalen Front zur W lederherstellung der Einheit Deutschlands“ an die ihnen geeignet er- s'^-'-'enden Stellen der Bundesrepublik. Das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen erklärt dazu, daß diese „nationale Front" auf fremden Befehl in der Sowjetzone geschaffen worden sei. Sie stehe unter Führung der Kommunisten und ihre „Initiatoren und Propagandisten“ benützten demokratische und nationale Begriffe, um ihr wahres Ziel zu verschleiern. Die Deutschen in der Sowjetzone erwarteten, daß man in Westdeutschland nicht auf diese Propaganda hereinfalle. Neuerdings würde außerdem der Versuch gemacht, auf dem Umweg über das einstige Komitee „Freies Deutschland“ zu ehemaligen höheren westdeutschen Militärs Fühlung aufzunehmen. Der Stein des Anstoßes Frankreich will zuviel liefern Bonn (DND). Bundesemährungsminister Niklas äußerte sich am Dienstag zu den Schwierigkeiten bei den französisch-deutschen Handelsbesprechungen. Es handle sich um die Menge französischen Gemüses und Weines, Che Frankreich an Deutschland verkaufen wolle. Diese Menge sei so groß, daß sie den landwirtschaftlichen Interessen der Bundesrepublik schädlich wäre. Wie aus Paris verlautet, sollen die französisch-deutschen Handelsbesprechungen am Freitag wieder aufgenommen worden. Obwohl die Sonderbeauftragten der Außenminister am Montag in London wieder zusammentreten werden, ist es angesichts der Haltung Gromykos zweifelhaft, ob weitere Fortschritte möglich sind. Um die Wasserstoffbombe Präsident Truman beantwortete auf seiner Pressekonferenz Fragen über die Herstellung von Atombomben. Truman stellte Berichte in Abrede, wonach er in Erwägung ziehe, sich erneut um ein Abkommen über Atomwaffen mit Rußland zu bemühen,'-bevor er sich darüber klar wäre, ob Amerika die Wasserstoffbombe hersteilen solle, deren angebliche Wirkung tausendmal so stark sei wie die der bisherigen Atombombe. Auf die Frage, ob er die Herstellung einer Wasserstoffbombe in Erwägung ziehe, lehnte Präsident Truman eine Antwort ab. Bad Homburg (DND). Bundeskanzler Dr. Adenauer hatte am Donnerstag eine dreistündige Unterredung mit dem amerikanischen Hohen Kommissar J ohn McCloy. Wie von amtlicher amerikanischer Seite mitgeteilt wird, hat Dr. Adenauer darauf hingewiesen, daß die Politik der Bundesregierung, die auf den Beitritt Deutschlands zum Europa-Rat hinziele, gefährdet würde, wenn zwischen Deutschland und Frankreich in der Saarfrage keine Übereinstimmung erzielt werden könnte. Der amerikanische Sprecher teilte weiter mit, Dr. Adenauer habe den amerikanischen* Hohen Kommissar um eine Sicherheitsgarantie der Vereinigten Staaten gebeten. Ein Scheitern der Bemühungen der Bundesregierung würde die kommunistische Propaganda begünstigen. Der amerikanische Hohe Kommissar reist am Freitag nach Washington. Er wird am Montag Präsident Truman über die politische und wirtschaf tliche Situation in Deutschland unterrichten. Am Montagnachmittag hält McCloy in Washington eine Pressekonferenz ab. Der amerikanische Hohe Kommissar wird in einer Woche in Deutschland zurückerwartet. Zu dem Vorschlag Schumans, die Westmächte sollen die Sicherheit Westdeutschlands garantieren, erklärte McCloy in'Berlin, die Anwesenheit der Besatzungsmächte stelle eine ausreichende Sicherheit für Westdeutschland dar; wenn dies auch seine persönliche Ansicht sei, so glaube er bestimmt, daß die Vereinigten Staaten nicht bereit seien, irgendwelche Verpflichtungen dieser Art einzugehen. Die Erklärungen des amerikanischen Außenministers Acheson zur Saarfrage haben in Berlin (DND). Der amerikanische Kommandant in Berlin, General Taylor, lehnte die russische Forderung ab, die Westsektorenpolizei aus dem Gebäude der unter russischer Leitung stehenden Reichsbahndirektion sofort zurückzuziehen. In seiner Antwort auf die russische Forderung erklärt Taylor, die Polizei sei angewiesen worden, den Bahnbetrieb nicht zu stören. Den Reichsbahnarbeitern sei in dem Gebäude, das 600 Räume habe, von denen die meisten leer stünden, genügend Raum zur Verfügung gestellt worden. Als Antwort auf die Besetzung des Reichsbahndirektionsgebäudes hatte die von den Russen kontrollierte Leitung der Eisenbahn den Verkehr auf der Berliner Stadtbahn unterbrochen. Im Laufe des Donnerstags ist der Bahnbetrieb in beschränktem Umfange wieder aufgenommen worden. Von russischer Seite war erklärt worden, die S- Bahnen könnten erst dann wieder fahrplanmäßig verkehren, wenn die Telefonanlagen in dem beschlagnahmten Gebäude freigegeben würden. Wie der ehemalige Generaldirektor der Ostzonen-Eisenbahn dazu feststellt, stehen die angeblich so dringend benötigten Telefonanlagen in keinem Zusammenhang mit dem S-Bahn-Betrieb. Zwölf sowjetische Beamte, die zu dem Empfang der Hohen Kommissare der drei Westmächte am Mittwochabend eingeladen waren, hatten mit der Begründung abgesagt, sie seien „zu sehr mit den Schwierigkeiten im Bahnverkehr beschäftigt". In einem Kommunique über die Berliner H ... dann scheitern Moskaus Pläne“ Hofman: Mehr Dollars für Europa! New York (DND). Der Leiter des amerikanischen Amtes für Auslandshilfe, Hofman, erklärte, Amerika werde seine Zölle ermäßigen müssen, damit Europa mehr Dollars einnehmen könne. Hofman sagte ferner, Amerika dürfe es nicht zu einem Zusammenbruch der europäischen Wirtschaft kommen lassen. Wenn Hunger, Arbeitslosigkeit und Verzweiflung wieder über Westeuropa hereinbrechen sollten, würde die ernste Gefahr eines kommunistischen Gewaltstreiches heraufbeschworen. „Wenn dagegen“, so sagte Hofman, „Westeuropa zu wirtschaftlicher Stärke und Wohlstand gelangt, dann werden die Pläne der Männer im Kreml scheitern und die Sowjetunion selbst einmal aufhören, ein Sklavenstaat zu sein.“ Deutschland große Enttäuschung hervorgerufen. Acheson hatte bekanntlich vor Pressevertretern versichert, die Vereinigten Staaten würden die französische Ansicht zum Saarproblem unterstützen. Frankreich dürfe allerdings nichts unternehmen, was die Aufnahme der Bundesrepublik in die westeuropäische Völkergemeinschaft erschweren könne. Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, sagte, für ihn seien die Worte Achesons ein neuer Beweis dafür, wie ernst es um die Saar stehe. Trotzdem vertraue er darauf; daß der Bevölkerung des Saarlandes nicht das Recht vorenthalten werde, über ihr Schicksal selbst zu entscheiden. Der Vizepräsident des Bundestages, Dr. Hermann Schäfer (FDP), wies darauf hin, daß es unsinnig sei, die Lösung der Saarfrage im Friedensvertrag anzukündigen, gleichzeitig aber Tatsachen zu schaffen, die ein Friedensvertrag nur sehr schwer rückgängig machen könne. In einer Stellungnahme zur Saarfrage weist der Informationsdienst der CDU darauf hin, daß sich Regierung und Opposition in ihrer Haltung zur Saarfrage einig seien. Die Vertreter der Bundesrepublik hätten damit bei allen künftigen Besprechungen über die Saar den größten Teil des deutschen Volkes hinter sich. Der Saarbevölkerung empfiehlt der CDU- Informationsdienst, die Verhandlungen der Saarregierung aufmerksam zu verfolgen. Der saarländische Ministerpräsident Hoffmann werde sich nur dann auf die Zustimmung der Saarbevölkerung berufen können, wenn er nicht vollendete Tatsachen im Sinne eines politischen Anschlusses an Frankreich zu schaffen suche. Sitzung der Hohen Kommission wird mit Genugtuung auf die ermutigenden Anzeichen einer Steigerung der Industrieproduktion, der Zunahme der Bankeinlagen und der Bankkredite in Berlin hingewiesen. Die Hohen Kommissare erblicken darin ein deutliches Zeichen für die ständig fortschreitende Besserung der Lage. Es wurde jedoch betont, daß auch weiterhin lebhafte Bemühungen aller Beteiligten erforderlich seien, wenn Berlin volle politische und wirtschaftliche Stabilität erreichen solle. Aus dem KZ entlassen Bei der Flüchtlingsstelle des Westberliner Magistrats meldeten sich 15 ehemalige Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen, die übereinstimmend den Wunsch äußerten, nicht in die sowjetische Besatzungszone zurückkehren zu müssen. Die entlassenen Internierten werden wie politische Flüchtlinge behandelt und zunächst in Lagern untergebracht. „Nur noch für die Partei“ In den Zeitungen der sowjetischen Zone wird in der letzten Zeit auffällig oft über das mangelnde politische Interesse der Frauen von SED-Mitgliedem geklagt. Die Blätter fordern die Frauen auf, sich nicht darüber zu beschweren, daß ihre Männer „nur noch für die SED da «eien“. Sie sollten sich einmal klarmachen, um wieviel reicher ihr Eheleben wäre, wenn sie sich ebenfalls aktiv für die Ziele der Partei einsetzten. Die Ehen in der Sowjet-Union seien dafür der beste Beweis. Ist Bevin amtsmüde? Nicht nur gerüchteweise, sondern mit großer Bestimmtheit wird in politischen Kreisen Londons erklärt, der britische Außenminister Ernest Bevin habe mit der Teilnahme an der Konferenz der Außenminister des Commonwealth in Colombo seine letzte große diplomatische Mission erfüllt und werde auch im Falle eines erneuten Wahlsieges der La- bour-Party von seinem Amt zurücktreten. Was seine Nachfolge innerhalb der Arbeiterpartei anbetrifft, so herrscht noch keine Klarheit darüber, wer dafür endgültig in Frage kommt. Der Labour-Vorstand hat inzwischen in internen Besprechungen eine Wahl zu treffen versucht. Als Anwärter auf den Posten des Außenministers gelten: Staatsminister Hector McNeil, die rechte Hand Be- vins, Generalstaatsanwalt Sir Hartley Shawcross, in Nürnberg Ankläger Großbritanniens, Hugh Dalton, der kurze Zeit Schatzkanzler war, ferner der Führer der Labour-Party im Unterhaus, Herbert Morrison, und der Gesundheitsminister Bevan. Die Betrauung der beiden letztgenannten scheint jedoch nicht mehr ernstlich erwogen zu werden. Bevan genießt zwar in einigen Volksschichten große Popularität, doch diese stehen, wie er selbst, sehr weit links. Seine Ernennung würde eine starke Belastung dps britisch-amerikanischen Verhältnisses bedeuten. Was Morrison anbetrifft, der vor allem in London sehr beliebt ist, so heißt es, er könne auf seinem gegenwärtigen Posten als Führer der Labour-Party im Unterhaus nicht ersetzt werden. Als sehr kluge Persönlichkeit gilt Hugh Dalton, der wegen einer Indiskretion vom Posten des Schatzkanzlers zurücktreten mußte, aber in der. Arbeiterpartei, und hier vor allem auf dem linken Flügel, über einen großen Einfluß verfügt. An Generalstaatsanwalt Sir Hartley Shawcross wird eine überragende Kenntnis des internationalen Rechts und eine sehr geschickte Verhandlungstaktik gerühmt. Er wird allerdings von den Konservativen so stark angefeindet, daß es fraglich erscheint, ob die Labour-Party sich die Hypothek eines Außenministers aufbürden könnte, der nicht nur in seiner Politik, sondern auch als Persönlichkeit sofort schwerster konservativer Opposition ausgesetzt wäre. So dürfte vielleicht Hector McNeil die größten Chancen haben. Allerdings gibt es auch bei ihm einen Haken: er ist erst vierzig Jahre alt, hat eine sehr kurze ministerielle Laufbahn hinter sich und relativ wenig Erfahrungen in internationalen Verhandlungen. So läßt sich die Frage, wer der Nachfolger Bevins werden wird, nur für den Fall eines konservativen Wahlsieges exakt beantworten. Denn daß Anthony Eden der neue (und alte) konservative Außenminister würde, steht ganz außer Zweifel. Über die Gründe Bevins, auf seinen Posten zu verzichten, ist schon zu der Zeit, als ein Rücktritt noch gar nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, sehr viel geschrieben worden. Bei den Konservativen war natürlich oftmals der Wunsch der Vater des Gedankens. Sie lieben Bevin als alten Gewerkschaftler, Sozialisten und Autodidakten nicht. Lediglich Churchill hat ab und zu eine Lanze für ihn gebrochen. Das hat sich allerdings vor einem Jahr schlagartig geändert. Damals stand Bevins nicht gerade pro-israelitische Palästina- Politik im Mittelpunkt der öffentlichen Kritik. Churchill nannte sie damals „einen Wahnsinn, eine Dummheit, eine Eingebildetheit, dergleichen man überhaupt kein Gegenstück in unserer Zeit finden kann“. Es kam daraufhin zu einer ausgesprochenen Führungskrise bei Labour. Cripps, Morrison und Bevan hatten Bevin bereits fallen lassen, zahllose Arbeiterparteiler versagten ihm ebenfalls die Gefolgschaft. Nur Premier Attlee hielt seinem Außenminister die Treue und konnte unter Aufbietung aller diplomatischen Fähigkeiten ein Mißtrauensvotum verhindern. Inzwischen stand Bevin jedoch immer wieder im Mittelpunkt scharfer Angriffe auch von seiten einflußreicher Labour-Leute. Seine Außenpolitik wird als „verbohrt, engherzig, doktrinär und autodidaktisch“ bezeichnet. Wir haben keinen Anlaß, die Außenpolitik eine* fremden Landes einer derart vernichtenden Kritik zu unterziehen. Uns scheint vielmehr, als werde bei solchen Angriffen vergessen, daß der Außenpolitiker Bevin auch wirkliche Verdienste aufzuweisen hat. So war schließlich er es, der in den Jahren 1945—47 da« Unterredung Adenauer-McCloy Bedenken des Bundeskanzlers zur alliierten Saarpolitik — McCloy reist am Freitag nach Washington Sowjets unterbrachen S-Bahn-Verkehr Wegen Besetzung des Reichsbahndirektionsgebäudes — General Taylor lehnt russische Forderung ab Freitag, den 20. Januar 1950 amerikanischen Kurs der britischen Politik durchsetzte. Sehr viele Labouranhänger waren nämlich in jenen Jahren der Auffassung, England müsse sich von den USA trennen und mit Rußland zusammen einen neuen Kurs steuern. Auch die Durchführung des Marshall-Planes wurde von Bevin unterstützt Es ist deshalb vielleicht etwas billig, wenn die geschwächte Stellung Großbritanniens im Konzert der Mächte auf die angeblich verfehlte Außenpolitik Bevins zurückgeführt wird. England ging aus dem zweiten Weltkrieg als praktisch bankrotter Staat hervor, dessen Außenpolitik sich zwangsläufig auf starke Partner stützen mußte. Da man das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen kann, ist es auch müßig, die Frage zu stellen, ob Churchill eine bessere Politik gemacht hätte als Bevin und Attlee. Von Bedeutung ist lediglich die Frage, ob dieser im Falle eines konservativen Wahlsieges erneut die Geschicke Englands in die Hand nehmen wird. T.B. Rat der EKD distanziert sich Von Äußerungen prominenter Kirchenvertreter Halle (DND). Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich auf seiner hiesigen Tagung offiziell von den Äußerungen einzelner Kirchenvertreter zu aktuellen Problemen und besonders zur Frage der Konzentrationslager distanziert. Diese Äußerungen könnten nicht als Stellungnahme der Evangelischen Kirche betrachtet werden. Der Rat der Evangelischen Kirche stellt in einer Erklärung fest, daß Konzentrationslager in jeder Form und in jedem Land abgelehnt werden müßten. Eine unterschiedliche Behandlung der Häftlinge ändere nichts an dieser grundsätzlichen Ansicht. Auch die Einheit des deutschen Volkes dürfe nicht mit der Preisgabe der Menschenwürde erkauft werden. Die Juristen hatten das Wort Gesetzentwurf über Bundesverfassungs-Gerichtshof v.W. Bonn. Die 28. Sitzung des Bundestages, die mit nur fünf Punkten keine umfangreiche Tagesordnung hatte, brachte dafür um so längere Debatten der einzelnen Vorlagen. Im Vordergrund stand der Entwurf eines Gesetzes über das Bundesverfassungs- Gericht und eines Richterwahlgesetzes, wozu in der Hauptsache die Juristen der verschiedenen Fraktionen Stellung nahmen. Zu Beginn der Tagung, die von Bundestags Präsident Dr. Köhler geleitet wurde, bemerkte man auf den Regierungsbänken u. a. Justizminister Dr. Dehler, Bundesfinanzminister Schaffer und den Bundesarbeitsminister Storch, wohingegen die Plätze des Bundesrats Völlig verwaist waren. Abgeordneter Justizrat Wagner (SPD) begründete den Antrag seiner Partei auf Erlaß des Gesetzes über das Bundesverfassungs-Gericht, das gerade in einer jungen Demokratie von besonderer Bedeutung sei. Das Bundesverfassungs-Gericht müsse der Garant dafür sein, daß alle Organe des Bundes verfassungsmäßig handeln. Justizminister Dr. D e h 1 er verwahrte sich gegen die Unterstellung der SPD, daß die Regierung Adenauer gegen die Verfassung verstoßen und die Rechte des Bundestags beschnitten habe. Das Grundgesetz sei auf dem Fundament des Rechtsstaates errichtet und er selbst anerkenne die Bildung eines Bundesverfassungsgerichts. Er kündigte in diesem* Zusammenhang eine Regierungsvorlage an, die noch gründlicher und umfassender sei als der von der SPD eingebrachte Antrag und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Bundesverfassungsgericht bis zum 1. April konstituiert sein würde. In der anschließenden lebhaften Diskussion durch die Sprecher der Parteien wurde übereinstimmend die Bildung des Bundesverfassungsgerichts unterstrichen und der Antrag zur unverzüglichen Beratung dem Ausschuß überwiesen. Heiß umstritten war der Gesetzentwurf über die Aufhebung der secnsprozentigen Gehaltskürzung für die Verwaltungsangehörigen des Bundesdienstes und der früheren Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes. Bundesfinanzminister Schaffer wies das hohe Haus auf einen Gesetzentwurf der Regierung hin. der nicht die einseitige Bevorzugung der vorerwähnten Beamten zum Ziele habe, sondern auch andere Volksschichten des Landes, die Anspruch auf Unterstützung hätten, berücksichtigen würde. Er stellte fest, daß die Bundesregierung durchaus damit einverstanden sei, wenn der Bundesrat die Aufhebung der sechsprozentigen Gehaltskürzung beschließe, was aber nur die Lösung eines Teilproblems darstelien würde. Die verschiedenen Parteien äußerten in längeren Ausführungen ihr Für und Wider zu diesem Antrag, und schließlich kam der Beschluß zur Überweisung an die Arbeitsausschüsse zustande. Abschließend wurde aufgrund einer Anfrage der FDP-Fraktion das Notstandsgebiet Watenstedt-Salzgitter behandelt, wobei Arbeitsminister Storch dem hohen Haus von den Schritten der Regierung Kenntnis gab. Der Bundeskanzler habe an die Hohen Kommissare eine Eingabe gerichtet und um die Genehmigung zur Beibehaltung eines rentablen Werks — mit mindestens vier Hochöfen — gebeten, was zur Überwindung des Notstands in diesem Gebiet unerläßlich sei. „Nur als Privatmann..." Der Privatsekretär von Kirchenpräsident Martin Niemöller erklärte, daß Niemöller in der letzten Zeit nur als Privatmann gesprochen habe. Sein Ausspruch, die Bundesrepublik sei „in Rom gezeugt und in Washington geboren“, stelle eine etwas überspitzte Formulierung dar. Feitenhansl konnte nicht sprechen Hedler will Ausschluß nicht anerkennen Frankfurt (DND). Der Gründer der Vaterländischen Union, Karl Feitenhansl, wurde hier durch Demonstranten aus den Kreisen der WN, der KPD und der Gewerkschaften daran gehindert, über die Ziele seiner Partei zu sprechen. Der Bundestagsabgeordnete Hedler, der am Montag aus der Deutschen Partei ausgeschlossen wurde, wird sich am 31. Januar vor Gericht in Neumünster zu verantworten haben. Die Immunität des Abgeordneten wurde bekanntlich am 16. Dezember aufgehoben. Hedler selbst will seinen Ausschluß aus der Deutschen Partei nicht anerkennen. Die Nationaldemokratische Partei, die Deutsche Rechtspartei und die Deutsche Konservative Partei woüen sich am Wochenende zusammenschließen. Die neue Partei soll den Namen „Nationale R e c h t e“ tragen. „Keine Einmischung von außen her" Das saarländische Parlament erläßt Gesetze zum Schutz des gegenwärtigen Status Saarbrücken (DND). Der Ministerpräsident des Saarlandes, Johannes Hoffmann, legte am Donnerstag dem -Landtag zwei Gesetze zum Schatz der demokratischen Staatsordnung des Saarlandes vor. Die beiden Gesetze wurden gegen zwei sozialdemokratische Stimmen angenommen. In seiner Ansprache erklärte Hoffmann, die demokratische Staatsordnung müsse im Saargebiet besonders geschützt werden, da die Bevölkerung von höchster deutscher Stelle zur Wachsamkeit gegenüber ihrer eigenen Regierung aufgefordert worden sei. Das Saarland lasse sich von niemandem in seine eigenen Angelegenheiten hineinreden. Deshalb habe die Saarregierung ein Gesetz zur Ergänzung und Änderung des saarländischen Strafgesetzbuches vorgelegt. Dieses Gesetz drohe für Verbrechen und Vergehen gegen die Staatsordnung hohe Gefängnis- und Zuchthausstrafen an. Der Status der Saar, die Verfassung des Landes, die Regierung und ihre Mitglieder würden unter besonderen Schutz gestellt. NEUES VOM TAGE Am Tod von Häftlingen mitschuldig Ilse Koch vor Augsburger Schwurgericht München (DND). Die gerichtliche Untersuchung gegen die Kommandeuse von Buchenwald. Ilse Koch, steht kurz vor dem Abschluß. Das bayrische Justizministerium teilt mit, die Staatsanwaltschaft glaube, nach- weisen zu können, daß die Angeklagte Insassen des Konzentrationslagers Buchenwald mißhandelt habe und am Tode von Häftlingen mitschuldig sei. Ilse Koch wird sich vor dem Schwurgericht Augsburg zu verantworten haben. Der Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Erlangen, Professor Dr. Leibfand, hat den Antrag gestellt, den Geisteszustand der Ilse Koch untersuchen zu lassen. Für 10 Jahre zurückgestellt Vorerst keine skandinavische Zollunion Stockholm (DND). Der Vorschlag einer Zollunion zwischen Dänemark, Island, Norwegen und Schweden wird für zehn Jahre zurückgestellt. Ein gemeinsamer Ausschuß, der über den Vorschlag nahezu zwei Jahre lang beraten hatte, berichtete jetzt, der Plan sei •gegenwärtig nicht durchführbar. Der schwedische Außenminister gab dazu bekannt, die skandinavischen Regierungen würden die Frage auf einer Konferenz besprechen. Der Bundespräsident in Lübeck. Bundespräsident Heuss besuchte am zweiten Tage seines Aufenthaltes in Schleswig-Holstein die Howard-Werft in Kiel. Am Nachmittag fuhr •r nach Lübeck. Damit ist sein Staatsbesuch in Schleswig-Holstein beendet. (DND) Für deutsche Jagdhoheit. Der Bundestagsausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die Bundesregierung beauftragt, sich dafür einzusetzen, daß die deutsche Jagdhoheit in der Bundesrepublik wieder hergestellt wird. (DND) Frau Krupp meldet Rechtsansprüche an. Frau Berta Krupp, die Witwe des verstorbenen Leiters der Krupp-Werke, Gustav Krupp von Bohlen und Haibach, ließ durch ihren Rechtsanwalt George Davis aus San Franzis- ko ihre Ansprüche auf das von den Besat- zungsmächten beschlagnahmte Kruppvermö- gen anmelden. (DND) Um die Leitenberg-Gräber, Nach einer Mitteilung der bayrischen Staatskanzlei ist es nicht erwiesen, daß es sich bei den Leitenberg-Gräbern bei Dachau um Gräber ehemaliger KZ-Häftlinge handelt. Möglicherweise stammen die Skelettfunde aus dem Jahre 1919, als Kämpfe mit Truppen der Räteregierung stattfanden. (DND) Die amerikanische Hohe Kommission hat einen Begnadigungsausschuß eingesetzt für die Häftlinge, die von amerikanischen Militärgerichten verurteilt wurden. Dieser Ausschuß wird jedoch keinen Straferlaß für Personen gewähren, die in Kriegsverbrecherprozessen verurteilt wurden. Bisher stand das Begnadigungsrecht nur dem Hohen Kommissar zu. (DND) Drei tschechische Spione verhaftet. Ein Vertreter der österreichischen Bundesregierung gab die Verhaftung von drei tschechoslowakischen Staatsangehörigen bekannt. Ihnen wird zur Last gelegt, ohne Erlaubnis nach Österreich gekommen zu sein, um den Spionagedienst zugunsten der Tschechoslowakei zu verstärken. (DND) HUfe für die Flüchtlinge in allen Ländern verlangte die protestantische Kirche Österreichs auf einer Tagung des Weltkirchenrates in Salzburg. Die Flüchtlingsnot könne nur mit Hilfe der Alliierten gelindert werden. (DND) Spaak soll Pariser ECA-Organisation leiten. Präsident Truman hat dem früheren belgischen Ministerpräsidenten, Paul Henri Spaak, nahegelegt, die Leitung der Marshall- Plan-Organisation in Paris zu übernehmen. Spaak will sich erst entscheiden, wenn er ein formelles Angebot der Pariser Verwaltung erhalten hat. (DND) Die allgemeinen Wahlen in Griechenland, die am 19. Februar stattfinden sollten, wurden auf den 5. März verschoben. Die Führer der einzelnen Parteien baten um diesen Aufschub, weil sie mehr Zeit für ihr Wahlprogramm brauchten. (DND' Die tschechoslowakische Regierung warf den amerikanischen Behörden in Westdeutschland vor, sie verweigerten die Auslieferung von 150 Deutschen, denen Kriegsverbrechen zur Last gelegt werden. (DND) Rheumatikern kann geholfen werden. Eine neue Droge „Cortison“, die aus den Nebennieren von Rindern gewonnen wird, scheint eine Revolution in der Heilkunst herbeizu- fübren. Die Herstellung dieses Wirkstoffes gelang einem amerikanischen Chemiker. Gegen die verkrüppelnde Gelenksentzündung (Arthritis) und gegen entzündlichen chronischen Rheumatismus wurde das Cortison mit verblüffendem Erfolg angewandt Das zweite Gesetz solle die demokratische Staatsordnung des Saarlandes schützen. Alle unzutreffenden, unwahren oder entstellenden Publikationen über Ereignisse oder Verhältnisse im Saarland würden mit Gefängnis- und Geldstrafen bedroht. Politische Parteien oder Gewerkschaften könnten nur durch einstimmigen Beschluß sämtlicher Mitglieder der Landesregierung zugelassen werden. Hoffmann sagte weiter, die Mehrheit der Saarbevölkerung unterstütze seine Politik. Sie. wolle nicht wieder das Opfer von Propagandaaktionen werden. Die Saarbevölkerung habe nur den einen Wunsch, ein Teil der europäischen Völkerfamilie zu werden. -Sie sei sich bewußt, daß eine ehrenhafte und dauernde Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich für einen dauerhaften europäischen Frieden wesentlich sei. Die Saarbevöl- kerung sei bereit, diese Entwicklung zu fördern. Paris: vier Verträge Ein Sprecher des französischen Außenministeriums erklärte, wie unser Pariser Vertreter meldet, die französische Saarlandkonvention, die in Kürze unterzeichnet wird, solle das Besatzungsregime im Saarland durch eine autonome Regierung ersetzen. Die Konvention werde ferner gewisse wirtschaftliche Bindungen zwischen dem Saarland und Frankreich herstellen. Die Regelung sei vorläufig und könne durch den Friedensvertrag mit Deutschland revidiert werden. Wie der Sprecher bekanntgab, sollen insgesamt vier Verträge ausgearbeitet werden. Der 1. Vertrag bezieht sich auf die fjaargruben, der 2. auf die saarländischen Eisenbahnen, der 3. auf die Handelsbeziehungen und der 4. auf die französischen Niederlassungen im Saargebiet. Die Pariser Presse veröffentlichte am Donnerstag Einzelheiten über den Bericht, den Außenminister S c h u m a n nach seiner Rückkehr aus Deutschland dem Kabinett unterbreitete. Schuman soll darauf hingewiesen haben, daß Großbritannien und die Vereinigten Staaten mit der französischen Saarpolitik einverstanden seien. Frankreich verfolge mit seiner Politik gegenüber dem Saargebiet nur wirtschaftliche Ziele. Die französische Regierung denke nicht daran, das Saarland politisch zu annektieren. Ganz allgemein erklärt man in Paris, die Erklärung Achesons sei eine diplomatische Niederlage für Dr. Adenauer. Im Spiegel der „Times" Der Pariser Berichterstatter der Londoner „Time s" berichtet über die Aufnahme, die die Ergebnisse des Deutschlandbesuches Schu- mans in Frankreich gefunden haben. Man hat hier, so erklärt er, mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß Schuman an dem französischen Standpunkt festgehalten hat und daß dieser Standpunkt von Großbritannien und den USA unterstützt wird. Andererseits geben die Franzosen jetzt — nach dem ersten Gefühl der Enttäuschung — zu, daß der deutsche Protest zwar zu selbstgerecht, aber begreiflich gewesen sei. Man betone, daß trotz der sehr entschiedenen deutschen Einstellung offene freundschaftliche und ersprießliche Besprechungen möglich seien. Gute Geschäftslage badischer Textil-Industrie Im November undDezember 1949 lag die durchschnittliche Kapazitätsausnutzung bei den südbadischen Baumwollspinnereien bei 129 %, teilt das südbadische Wirtschaftsministerium mit. Einzelne Firmen verzeichnen eine Kapazitätsausnutzung von 145 % bis 165 %. In der Baumwollweberei und Kunstseidenweberei hat sich die Beschäftigungslage ebenfalls günstig entwickelt, was hauptsächlich auf die liberalisierten Handelsverträge, insbesondere mit der Schweiz, zurückgeführt wird. (VWD) Am Rande bemerkt Die Atomforschung ist in Deutschland nicht verboten, sagte Professor Dr. Hahn in einem Interview in Bonn. Das frühere Kaiser-Wil- h ’m-Institut für Biochemie in Berlin-Dahlem, in dem Professor Hahn 1938 zusammen mit Dr. Lise Meitner und Dr. Straßmann die epochemachende erste Atomspaltung 'gelang, die den Weg für die gesamte Atomforschung geebnet hat, ist zerstört. Aber jetzt wird das Institut in Mainz wieder aufgebaut, wie Professor Hahn erzählte. Dr. Straßmann, der Mitarbeiter von Professor Hahn hat bereits seit Jahresfrist eine Professur an der Universität in Mainz. Der Bau steht bereits und eine große elektrische Anlage wird In Kürze in Betrieb genommen. Dann werÄen im Mainzer Institut wieder Neutronen produziert und mit diesen Neutronen wird die alte Arbeit fortgesetzt. Es wird in meinem Insitut — so sagte Professor Hahn — wie früher gearbeitet werden. Er selbst wird nicht nach Mainz gehen, da er sich • kaum noch der Forschung widmen kann. Er ist als Präsident der Max-Planck- Gesellchaft mit der Organisation der Gesellschaft und dem Wiederaufbau der 35 früheren Kaiser-Wilhelm-Institute, den jetzigen Max-Planck-Insituten, beschäftigt. Professor Hahn wird in Göttingen bleiben, was aber nicht ausschließt, daß er das größte Interesse am Gedeihen seines alten Institutes nimmt und ihm mit jedem Rat zur Verfügung steht. Auch der deutsche Forschungsrat hat zui Zeit seinen Sitz in Göttingen, weil der derzeitige Präsident des Forschungsrates, Prof. Dr. Heisenberg, und sein Stellvertreter Prof. Dr. Rein an der Universität Göttingen lehren. Der deutsche Forschungsrat wurde dieser Tage in Bonn von Bundeskanzler Dr. Adenauer empfangen, der ihm mitteilte, daß er gerne den Wunsch der deutschen Forschung erfüllt habe und eine kombinierte Dienststelle bei der Bundeskanzlei einrichte, die sich aus Vertretern der Forschung und der Regierung zusammensetzt und die Aufgabe hat, die Wünsche der Forschung bei den Maßnahmen der Regierung zu berücksichtigen und andererseits die Forschung mehr als bisher in das öffentliche Leben einzubauen. Der Forschungsrat selbst übernimmt die Vertretung der gesamten deutschen Forschung dem Ausland gegenüber. Er hat bereits die erste Verbindung mit internationalen wissenschaftlichen Organisationen aufgenommen. Daneben besteht die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, die die Aufgabe hat, die Mittel für die Forschung zu sammeln und zu verteilen. Heute werden die Mittel zum weitaus größten Teil von den Ländern aufgebracht, aber es besteht natürlich der Wunsch, daß sie eines Tages Angelegenheit des Bundes werden, da die Länder auf die Dauer nicht in der Lage sein werden, die Mittel für die Forschung aufzubringen. Da der Bund aber zur Zeit kein Geld hat, müssen bis dahin die Länder diese Pflicht übernehmen. Außerdem hat sich vor kurzem auch der Stifterverband wieder gebildet, der sich aus jenen Industrien zusammensetzt, die ein unmittelbares Interesse an der Forsch-ng haben und die auch früher schon nicht unerhebliche Mittel für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt haben, IPIllUiBIU) l iaUiB I Wt8HIIBBIUHBUIIIW B UBW W HIH Iin nWIB Bni Ab 1. März „Kleine" Lebensmittelkarte Ab 1. März dieses- Jahres wird bekanntlich nur noch eine „kleine“ Lebensmittelkarte ausgegeben. Sie wird, wie Bundesernährungsminister Niklas am Donnerstag feststellte, rechts drei Zuckermarken und links drei sogenannte „Aulrufmarken“ enthalten, die notwendig sind, falls wider Erwarten auf irgend einem Sektor der Lebensmittelverteilung Pannen auftreten sollten. Die Zuckerbewirtschaftung muß nach wie vor aufrecht erhalten bleiben, erklärte Niklas weiter, weil Deutschland noch zu 55 Prozent den Zucker aus dem Ausland bezieht. Die Brotversorgung sei für die nahe Zukunft gesichert, die Getreideablieferung zur Zeit „glänzend“. In der Vorratskammer für Fleisch befänden sich augenblicklich 17 000 Tonnen, und der Fleischverbrauch betrage in Deutschland zur Zeit 15 kg pro Kopf und Monat, während die „reichen Länder“ etwa 22 kg pro Kopf und Monat verbrauchten. Neues Rheinkraftwerk bei Basel Auch deutsche Interessen berührt Nachdem die Verhandlungen mit den Schweizer und den badischen Konzessionsbehörden positiv abgeschlossen worden sind, wird das Projekt für das große Rheinkraftwerk Birsfelden bei Basel demnächst den kommunalen Selbstverwaltungskörpern von Basel- Stadt und Basel-Land zur Verabschiedung unterbreitet. Sobald das geschehen ist, wird dem Bau des Werkes, das bei mittlerer Wasserführung 362 Millionen kWh elektrische Energie pro Jahr erzeugen kann, nichts mehr im Wege stehen. Obwohl alle Bauten auf Schweizer Boden zu stehen kommen und ausschließlich von der Schweiz finanziert werden, werden durch Benutzung badischer Wasserrechte deutsche Interessen berührt. Die Schweiz wird Baden für die Wasserrechtsverleihung einen Wasserzins von jährlich rund 140 OOC sfrs zahlen. Ferner ist Baden berechtigt, io den Verwaltungsrat der neuen Kraftwerksgesellschaft einen Vertreter zu entsenden. Be der Vergebung von Aufträgen und Arbeiten für den' Kraftwerkbau sollen badische Lieferanten und Arbeitskräfte herangezogen werden. Die Baukosten sind für das Kraftwerk auf 112,6 Millionen sfrs und für die Schifffahrtsanlagen (Schleusen usw.) auf 23,7 Millionen sfrs veranschlagt. Die Bauzeit dürfte 5 Jahre hetraeen. (VWD' Freitag, den 20. Januar 1950 Sperrzone um Wernigerode Uranfieber im Harz — Russen bereiten planmäßigen Abbau vor — Anwerbung von Arbeitskräften hat bereits begonnen Wernigerode als Kur- und Erholungsort daran gehen wollen, im nördlichen Rand des Harzwaldes Uranbergwerke einzurichten. Nach vorliegenden Meldungen soll das Gebiet um Wernigerode im weiten Umkreis zur Sperrzone erklärt werden. Die Anwerbung von freiwilligen Arbeitskräften in der genannten Gegend hat bereits vor einigen Tagen begonnen. Das erste Echo auf die Frei- willigenwerbung, der sehr wahrscheinlich bald eine Zwangsrekrutierung folgen wird, hat ihr Echo in einer verstärkten Abwanderung in die nahe britische Zone gefunden. Interessanterweise erkläW“ vor kurzem der niedersächsische Wirtschaftsminister einem Zeitungskorrespöndenten, daß er kein rechtes Vertrauen zu den Meldungen über die Uranfunde habe. Er sagte, daß vor einiger Zeit von britischen Stellen nach der Möglichkeit von Uranerzvorkommen im Harz angefragt worden sei und daß sich alle Experten des - Harzer Metallerz- und Eisenerzbergbaues zu dieser Frage negativ geäußert hätten. Der leidtragende Teil Ob man aufgrund des russischen Vorstoßes nunmehr auch auf britischer Seite daran gehen wird, nach Uranerzen zu suchen, ist bisher nicht bekannt geworden, doch wurden derartige Befürchtungen in den Dörfern und Städten der britisch besetzten Harzzone bereits laut. Die Hiobsnachrichten von den Uranerzfunden fallen unglücklicherweise gerade in eine Zeit, wo der Fremdenverkehr im Harz mit allen Mitteln wieder inganggebracht werden soll und wo durch Umsiedlung von Ostflüchtlingen und Heimatvertriebenen die Kur- und Erholungsorte wieder mehr Unterkünfte freibekommen sollen. Auf der russischen Seite der Harzberge hat die Stunde geschlagen und es ist nicht daran zu zweifeln, daß dort sehr bald eine fieberhafte Tätigkeit einsetzen wird. Vorläufig wird die Bevölkerung von Wernigerode und den umliegenden Ortschaften der leidtragende Teil sein, denn mit der Errichtung der Sperrzone wird das Gebiet evakuiert werden. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Von unserem Korrespondenten. F.M. Am Harz. Seit den letzten Dezembertagen ist in die stillen Dörfer am Harz große Unruhe eingezogen. Grenzgänger, die aus der sowjetischen Besatzungszone in die britische Zone kamen, berichteten übereinstimmend, daß die Russen im Gebiet von Wernigerode auf Uranerzvorkommen gestoßen seien und daß in nächster Zeit mit dem planmäßigen Abbau dieses so kostbaren Erzes gerechnet werden müsse. Sofort nach Eintreffen dieser sensationeilen Meldungen, die die Bevölkerung in beiden Zonen begreiflicherweise in Aufregung versetzten, erklärte das Bergamt in Goslar, dem bis Mai 1945 auch das Gebiet von Wernigerode fachlich unterstand, daß von einer durchgehenden Uranschicht von Wernigerode über Ilsenburg bis Goslar keine Rede sein könne. Lediglich das Massiv des Brocken käme für Uranvorkommen in Frage, aber auch hier sei die Wahrscheinlichkeit nicht allzu groß. Maschinen rollen an Inzwischen haben sich jedoch auf der russischen Seite des Harzes Dinge ereignet, die die Feststellungen des Goslarschen Bergamtes sehr in Frage stellen. Seit einigen Tagen werden bei Wernigerode, das bekanntlich mit zu den einst meistbesuchten Kurorten am Harz gehörte, Maschinen und Geräte, wie sie beim Uranbergbau im Erzgebirge Verwendung finden, abgeladen. Ferner haben die Russen in Wernigerode trotz der Proteste des Gastwirtschaftsverbandes zwei große Hotels beschlagnahmt und ein Ingenieur c r Wismut-AG., die auch bei Aue im Erzgebirge die Uranschächte verwaltet, erklärte, daß etwa 18 000 Arbeiter zu erwarten seien, die die Uranvorkommen abbauen werden. Wichtiger als Erholung Wie in allen diesen Dingen, sind die Russen auch diesmal sehr schweigsam, aber die großen Vorbereitungen lassen darauf schließen, daß sie ohne Rücksicht auf die Bedeutung von AUS DEM SÜDWESTEN Aus dem fahrenden Zug gestürzt Steinenbronn (hpd). Aus noch ungeklärten Gründen stürzte ein lßjähriger Junge kurz vor dem Bahnhof Steinenbronn von der Plattform des fahrplanmäßigen Arbeiterzuges Waldhof—Vaihingen. Durch den Sturz geriet der jurge ä!ann zwischen die Puffer und unter den Wagen. Mit seinem rechten Arm kam er unter die Räder, der ihm abgefahren wurde. Außerdem erlitt er schwere Schürfungen und innere Verletzungen. Mord, Unfall oder Selbstmord? Eßlingen (hpd). Zwischen Reichenbach und Ebersbach wurde in der Fils die Leiche eines 76 Jahre alten Bürgers aus Plochingen geländet. Ob es sich um einen Mord, Selbstmord oder um einln Unfall handelt, konnte noch nicht geklärt werden. Stock und Hut des Toten lagen neben der Uferböschung in einem Strauch. Am linken Schädel zeigt sich eine Wunde. Es handelt sich um einen Heimatvertriebenen aus Plochingen. Bietigheimer Bahnhof wird umgebaut Bietigheim (hpd). Für den geplanten Vorortsverkehr Bietigheim — Ludwigsburg — Stuttgart müssen im Hauptbahnhof die erforderlichen technischen Einrichtungen geschaffen werden. Es ist geplant, das Bahnhofsgebäude zu modernisieren und zu vergrößern. Aus Gründen der Sicherheit für die Reisenden sollen statt der schienengleichen Geleiseübergänge Unterführungen gebaut werden. Heimkehrer suchte den Tod Nürtingen (DND). Dieser Tage beging ein in Neidlingen wohnhafter lediger Landwirt Selbstmord durch Erhängen. Der Grund zu diesem Schritt dürfte in einem unheilbaren Leiden zu suchen sein, das der Mann sich in russischer Gefangenschaft zugezogen hatte. Von einem Baumstamm erschlagen Nürtingen (DND). Dieser Tage ereignete sich in Gutenberg ein schwerer Unglücksfall. Ein 47jähriger Holzhauer wurde von einem 50 Zentner schweren Baumstamm, der in dem bergigen Gelände des Gemeindewaldes ins Rutschen kam, erfaßt. Dabei erlitt der Holzhauer so schwere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Giftaffäre in Calw aufgeklärt Calw (DND). Die geheimnisvollen Todesfälle, die sich hier anfangs Dezember ereigneten, scheinen endgültig aufgeklärt zu sein. Wie berichtet, fand die Polizei in einem Salzfaß ein ganzes Pfund Gift, das den Tod zweier Frauen und die Erkrankung dreier weiterer- Mitglieder der Hausgemeinschaft verursacht hatte. Nun stellte sich heraus, daß eine der beiden Verstorbenen schon längere Zeit ein Unkrautvertilgungsmittel in einem Konservenglas der Speisekammer aufbewahrt hatte. Inzwischen hatte sie vergessen, welches gefährliche Mittel sie ohne die notwendige Kenntlichmachung zwischen den Lebensmitteln stehen hatte und füllte damit irrtümlich das Salzfaß auf. Telegraphenarbeiter tödlich abgestürzt W a 1 h e i m (DND). Ein verheirateter Telegraphenarbeiter aus Bietigheim stürzte während Bauarbeiten an einer Telefonanlage von einem hiesigen Gebäude von größerer Höhe ab. Er erlitt dabei einen schweren Schädelbruch und starb wenige Stunden später im Bietigheimer Krankenhaus. Von unbekantem Auto tödlich überfahren R. H e i 1 b r o n n. In einer der letzten Nächte wurde ein 65jähriger, geschiedener Hilfsarbeiter angefahren und so schwer verletzt, daß er zwanzig Minuten später verstarb. Der Autofahrer ergriff die Flucht und konnte noch nicht ermittelt werden. Steinknickle-Haus wird vergrößert R. Heilbronn. Für alle Wanderfreunde des Unterlandes ist das Steinknickle-Haus im Mairihardter Wald ein Begriff. Es gehört, dem TV „Die Naturfreunde“, der in seiner Jahresversammlung beschloß, dem jetzigen Haus ein größeres anzubauen. Der Bau soll in verschiedenen Etappen vorgenommen werden, dabei hofft man, Ende 1950 das Erdgeschoß mit wetterfestem Dach benützungsfähig machen zu können. Größere und schönere Schlafräume mit guten Betten, zwei Küchen und zwar für Selbstversorger und Feriengäste sind weitere Pläne für dieses Jahr. 1949 suchten über 1500 Wanderer das Steinknickle zum Übernachten auf. Kleinodien der Baukunst bleiben erhalten S. Ulm. Trotz starker Anspannung der städtischen Finanzen ist Ulm gewillt, viele seiner schönen alten Bauwerke, die am Ende des Krieges teilweise schwer beschädigt wurden, für die Nachwelt zu erhalten. So haben vor kurzem die Wiederherstellungsarbeiten am Rathaus, das im 14. Jahrhundert gebaut wurde und eines der schönsten Süddeutschlands war, begonnen. Sie haben zum Ziel, den < altehrwürdigen Bau zunächst mit einer Dachkonstruktion zu versehen, um weitere Verwitterungsschäden zu vermeiden. Auch an dem in den Jahren 1407/1408 entstandenen Komhaus, von dem die Luftangriffe nur noch Giebel und Umfassungsmauern übrig gelassen haben, sind gegenwärtig Arbeiter damit beschäftigt, ein Dach fertigzustellen, das dieses monumentale Gebäude gegenüber Witterungsschäden unempfindlich machen soll. Im Laufe der Zeit soll schließlich auch das Schwörhaus, das aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts stammt und mit der Geschichte Ulms besonders eng verknüpft ist, wiederaufgebaut werden. Ein Teil dieses Gebäudekomplexes ist bereits wiederhergestellt. Ein Einbrecher läuft zur Polizei S. U1 m. Ein nicht alltäglicher Fall ereignete sich auf einem Ulmer Polizeirevier. Nachts erschien hier ein Mann in mittleren Jahren und gab zu Protokoll, daß er zum Zweck der Ausführung von Diebstählen soeben mit einem Stein zwei große Schaufensterscheiben eingeschlagen habe. Nachprüfungen ergaben die Richtigkeit der Angaben. Offenbar hatte der Dieb Furcht vor der eigenen Courage bekommen und stellte sich aus diesem Grunde freiwillig der Polizei. Von rauflustigen Tänzern mißhandelt S. Langenau (Kreis Ulm). Einen folgenschweren Abschluß fand eine Tanzveranstaltung in einem hiesigen Lokal, weil Tänzer nicht damit einverstanden waren, daß der Vorstand des Gesangvereins das diesem Verein gehörende Klavier schloß. Auf dem Heimweg fielen einzelne Tänzer über den Mann her und richteten ihn so übel zu, daß er bewußtlos nach Hause transportiert werden und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.. Auch zu Hilfe eilende Vereinsmitglieder wenden von den rabiaten Burschen angegriffen. Benzinbewirtschaftung wird ab 1. Februar aufgehoben Die Bewirtschaftung von Treibstoffen wird am 1. Februar aufgehoben werden. Diesen Beschluß faßte die Bundesregierung, wie der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Etzl, am Donnerstag vor der Bonner Presse bekanntgab. Damit, so erklärte Etzl, werde sich ab Anfang Februar der Benzinpreis möglicherweise zunächst nach oben bewegen, sich aber durch einen freien Wettbewerb zwischen deutschen und ausländischen Marken doch sehr schnell auspendeln. Von Bedeutung sei auch die Tatsache, daß die Benzinqualität sich über kurz oder lang erhöhen werde, da sich die einzelnen Herstellerfirmen bemühen würden, einen möglichst gutdn Treibstoff herauszubringen. Man vertritt in Bonn dabei die Auffassung, daß ein zunächst etwas erhöhter Benzinpreis keineswegs dazu führen dürfe, die Preise auf dem Transportgebiet zu erhöhen, da hierdurch eine Schraube ohne Ende entstehen müßte. Einzelhandel glaubt an Butterpreissenkung Ein Sinken des Butterpreises sei im Frühjahr ds. Js. zu erwarten, wenn es gelänge, den Anschluß an die in Kürze einsetzende Milch- und Butterschwemme ohne eine Erhöhung der Butterpreise zu erreichen, erklärte der Vorsitzende des Verbandes der Lebensmitteleinzelhändler, Dr.. Moje. Durch die unerwartete und plötzliche Freigabe der Handelsfette einschließlich Butter sei dem schwarzen Markt ein entscheidender Schlag versetzt worden. (VWD) Jahresumschlag des Heilbronner Neckarhafens Im Heilbronner Neckarhafen wurden 1949 insgesamt 1,6 Millionen Tonnen umgeschlagen gegenüber 1,2 Millionen im Jahre zuvor. Die Umschlagssteigerung um 27,8 Prozent beweist nach einem Jahresbericht der Städtischen Hafenverwaltung die Krisenfestigkeit des Heilbronner Hafens. Von dem Gesamtumschlag gingen 1949 1,2 Millionen Tonnen zu Berg und 0,4 Millionen zu Tal. Im Jahre 1945 hatte der Umschlag im Hafenbezirk Heilbronn nur noch rund 45 000 Tonnen betragen. (VWD) Deutscher Weinbaukongreß in Bad Kreuznach Der Deutsche Weinbaukongreß, der in diesem Jahr in Bad Kreuznach stattfindet, wird mit einer Lehr- und Industrieschau verbunden, an der alle Weinbaugebiete vom Frankenland bis zum Rhein beteiligt sein sollen. Bundespräsident Professor Dr. Theodor Heuss hat die Schirmherrschaft übernommen. (SWK) Senkung der Rheinfrachten gebilligt Der Frachtenausschuß für die Rheinschifffahrt hat beschlossen, die Tarifsätze für Kohlen- und Kiesfracht auf der Strecke Emmerich—Mannheim um 50 Pfennig pro Tonne zu ermäßigen. Ferner wurde beschlossen, die Sehlepplöhne generell zu senken. Im übrigen sollen die Tarifsätze für weitere Güter auf besonderen Antrag gesenkt werden. Diese Maßnahmen der Rheinschiffahrt folgen zur Angleichung der Rheinfracht- an die Bundesbahntarife. Die neuen Tarifsätze müssen noch von der Abteilung Preisbildung des Bundeswirtschaftsministeriums genehmigt werden. Griechenland hebt Einfuhrbeschränkungen auf Für eine Reihe von Waren hat die griechische Regierung sämtliche Einfuhrbeschränkungen aufgehoben. Aus der griechischen Freiliste, die zur Unterrichtung der deutschen Außenhandelskreise im „Bundesanzeiger“ veröffentlicht wird, geht hervor, daß die Liste 56 % der griechischen Gesamteinfuhr aus europäischen Ländern umfaßt. v.W. EUt suddeut&cUes finede? Die Vorschlußrunde zum Bundespokal Die Pokal-Vorschlußrunde schränkt das übliche Spielprogramm der Fußballer wesentlich ein. So angenehm diese neuerliche Atempause im heißen Punktekampf für manche Vereine sein mag, für die Verantwortlichen Ist dies wegen der Einhaltung der vorgeschriebenen Termine weniger der Fall. Vor allem der Norden, ohnehin schon in Zeitbedrängnis, würde es wohl als ein leicht tragbares Schicksal hinnehmen, wenn die gastgebenden süddeutschen Mannschaften den Norden aus dem Wettbewerb ausschalten würden. Es spricht vieles dafür, daß das Endspiel am 19. März von Bayern und der Pfalz bestritten wird. In Ludwigshafen: Süd west — Hamburg Das Ludwigshafener Treffen sieht zwei Mannschaften im Kampf, die mit hervorragenden Einzelkönnern besetzt sind. Die berühmten Spieler von HSV und St. Pauli wurden durch die besten Kräfte von Eimsbüttel und Concordia ergänzt. Besonders gespannt darf man sein, wie sich der Torhüter Schönbeck gegen die Scharfschützen von Kaiserslautern — Otmar Walter, Fritz Walter und Blankenberger halten wird. In den vorangegangenen Runden siegten die Pfälzer 4:1 über Baden und 2:1 über Westfalen, während Hamburg zuerst Brandenburg mit 10:2 und dann Nordwürttemberg mit 2:1 ausschaltete. In München: Bayern — Niedersachsen Die Bayern haben eine genügende Anzahl gleichwertiger Spieler verfügbar, so daß sie auf die Nürnberger diesmal verzichten konnten, die in den vorangegangenen Runden die bayerischen Farben so wacker vertraten. Diesmal sind es vorwiegend Münchner, die verstärkt durch Fürther und Augsburger, den niedersächsischen Ansturm aufhalten sollen. Niedersachsens große Chance könnte sein, daß ihre bunt zusammengewürfelte Mannschaft leicht unterschätzt wird. Den Schwerpunkt bilden die Osnabrücker, von denen der Mittelstürmer Vetter sich am ehesten Respekt verschaffen sollte. Bayerns Weg ging bisher über 3:0 gegen Berlin und 5:1 gegen Sachsen, während Niedersachsen gegen Rheinland 4:2 und gegen Südwürttemberg 7:0 triumphierte. fnii Ucd&ek lOuifc Nur im Westen komplettes Spielprogramm Die führenden Mannschaften im Süden und Norden müssen zum Länderpokal Spieler abstellen, so daß es hier nur ein kleines Programm gibt. Allein im Westen sind alle Mannschaften im Wettbewerb, wobei die Hörster nun auch den Ansturm von Erkenschwick abzuschlagen haben. Süden Im Süden beginnen die Spiele jetzt allgemein wieder um 14.30 Uhr. Die im Mittelfeld der Tabelle liegenden Mannschaften haben es unter sich auszumachen, wer die erste Rolle im Verfolgungsrennen auf Fürth spielen soll. Wie am Vorsonntag dürfte der Platzvorteil ein erhebliches Plus bedeuten. Nürnberg, VfR Mannheim und VfB Stuttgart sind als klare Favoriten zu betrachten und auch der FSV Frankfurt wird sich alle Mühe geben, das erst in jüngster Zeit bezogene 1:5 gegen die Stuttgarter Kickers „am Hang“ auszumerzen. Es spielen: VfR Mannheim — Mühlburg 21.1. (2:1) FSV Frankfurt — Stuttgarter Kickers 1:5) VfB Stuttgart — Regensburg (2:1), 1. FC Nürnberg — Eintracht (2:2). Westen Im Westen haben es die Dortmunder nach dem Großkampf gegen Horst/Emscher diesmal gegen Alemannia Aachen etwas leichter. Die Aachener — Spezialisten auf Unentschieden — würden eine neuerliche Punkteteilung (die zehnte dieser Art!) mit besonderem Recht feiern können. Die Emscher „Husaren“ müssen sich nun gegen die Angriffe Erkenschwicks wehren, das nach wie vor Anspruch auf den zweiten Platz erhebt. Zumeist haben die Platzherren die Vorspielergebnisse zu korrigieren. Es spielen: Vohwinkel 80 — RW Essen (7:4) Dellbrück — Schalke 04 (2:3) Münster — Duisburger ST (2:5) Borussia Dortmund — Aachen (2:2) Würselen — Bielefeld (2:2) Horst/Emscher — Erkenschwick (0:2) Duisburg 08 — 1. FC Köln (2:6) Oberhausen — Hamborn 07 (2:1). Norden Im Norden Ist das erste Rückrundenspiel vorgesehen, und zwar das kleine Bremer Derby zwischen Werder und Bremerhaven, wobei die „Texas-Elf“ wie im Vorkampf zu einem sicheren Sieg kommen dürfte. Es spielen; Werder — Bremerhaven 93 (7:1) Hannover 96 — Holstein Kiel VfB Lübeck — Bremer SV Südwesten Im Südwesten hat nur die Südgruppe ein« komplette Runde vorgesehen. Gruppe Nord ’ FSV Kürenz — Weisenau, TuS Neuendorf — VfL Neustadt, Mainz 05— ASV Landau, Andernach — Eintracht Trier. Gruppe Süd SC Freiburg — Eintracht Singen (0:6), Ebingen — SV Tübingen (0:2), Villingen — Freiburger FC (2:4), Kuppenheim — Konstanz (0:3), Trossingen — Rastatt (2:4), FV Lahr — FV Offenburg (1:0), Hechingen — Friedrichshafen (1:1), Reutlingen — Schwenningen (4:0). Bei den Landesligen Süd Die Spiele am kommenden Wochenende Württemberg Spfr. Stuttgart — Zuffenhausen, Ulm 46 — SC Stuttgart, Feuerbach—Neckargartach, Eislingen — Aalen, Union Böckingen — Kirch- heim, Untertürkh.eim — SC Ulm. Baden Neckarau — Mosbach, Brötzingen — Feudenheim, Phönix Karlsruhe — Friedrichsfeld, Viernheim — 1. FC. Pforzheim, VfR Pforzheim — Durlach. Hessen Aschaffenburg — Wetzlar, Hermania Kassek — SV Kassel, Kassel 03 — Hessen Kassel, Fulda — Wiesbaden, Bieber — Friedberg, RW Frankfurt — Rödelheim, Niederrad — Arheiligen. (ISK) Wetterbericht Übersicht: Bei hohem Druck verbleibt unser Gebiet im Bereich der aus Nordrußland stammenden Kaltluft, wobei keine oder mäßige Schneefälle zu erwarten sind. Vorhersage: Wolkig oder nur leicht aufheiternd, höchstens geringfügiger Schneefall, Temperaturen durchweg unter Null Tiefsttemperaturen um minus 10 Grad. DIE eo EEZAHLUN HERMANN VON DER WEIHE: Der Morö Im Walöe Der Ritter schrie: „Laß mich los, Wahnsinniger!“ Valentin Probst ist der Mann für alles. Wenn in Großentuten irgendein besonderes Problem *u lösen ist, dann holt man Valentin Probst. Valentin weiß alles, Valentin kann alles und Valentin macht auch alles. Wenn ein Klavier durch ein zu enges Treppenhaus zu transportieren ist — Valentin transportiert. Wenn im „Weißen Lamm“ der Saal für ein Fest zu schmücken ist — Valentin schmückt. Wenn im Schloß die großen Teppiche zu klopfen sind — Valentin klopft. Wenn gute Eltern ihren Kindern den Nikolaus zum Weihnachtsfest persönlich vorstellen wollen — Valentin nikolaust. Wie gesagt, Valentin Probst ist der Mann für alles. Eines Tages gastierte in Großentuten die Wanderbühne „Thalia“. Auf dem Spielplan stand das Ritter-, Schau- und Schauerdrama „Der Mord im Walde“. Leider fehlte der Wanderbühne wegen Personalerkrankungen und Geldmangel zu dem Mord im Walde der zu Ermordende. Der Herr Direktor vertraute sich dem Wirt vom „Weißen Lamm“ an und bat ihn, ihm einen geeigneten Statisten herbei- zuschaffen. Der Wirt dachte natürlich sofort an Valentin Probst. Valentin wurde gerufen und nach kurzer Verhandlung erklärte er sich bereit, die Statistenrolle für eine Gage von zwei Mark zu übernehmen. Am Abend vor der Aufführung saß Valentin an seinem Stammtisch. Er erzählte seinen aufhorchenden Freunden: „Ich habe weiter nichts zu tun, als auf die Bühne zu kommen, brauche kein Wort zu reden, man gibt einen Schuß ab, ich falle um — bumms! — zwei Mark verdient!“ Der Apotheker Lindemann, der immer zu lustigen Streichen aufgelegt ist, sagte nur: „Eine Schande!“ Valentin machte: „Hä?“ „Ich sagte, es ist eine Schande für ganz Großentuten. Du als alteingesessener Großentute- ner läßt dich von diesen hergelaufenen Komödianten für lumpige zwei Mark erschießen und mußt dich im Staube winden. Pfui!“ Valentin meinte: „Für zwei Mark macht man viel.“ „So, du großer und kräftiger Mann läßt dich von so einem kleinen Kerl erschießen? Pfui Deibel!“ Die Stammtischrunde pflichtete dem Apotheker bei, daß es eine Schande sei. Valentin verteidigte sich: „Zwei Mark sind «wei Mark.“ Lindemann sagte: „Ich zahle dir zehn Mark, wenn du die Ehre von Großentuten rettest und dich morgen abend auf der Bühne nicht hinterrücks erschießen läßt, sondern als ein ganzer Mann mutig den Kampf aufnimmst." Die Runde murmelte: „Bravo!“ Valentin fragte: „Zehn Mark?“ Man sah ihm an, daß er im Geiste errechnete, wieviele Biere man für zehn Mark kaufen kann. Der Apotheker wiederholte: „Jawohl, zehn Mark.“ „Abgemacht!“ sagte Valentin, „ich halte stand!“ Am nächsten Abend. Das „Weiße Lamm“ war überfüllt. Es hatte sich bereits im Saal herumgesprochen, daß Valentin entschlossen sei, den Kampf bis zur Entscheidung aufzunehmen. Man schloß hohe Wetten ab für und gegen Valentin. Die Spannung stieg. Endlich öffnete sich der Vorhang. Das schöne Stück begann. Bereits in der zweiten Szene erschien Valentin, in der Tracht eines mittelalterlichen Kaufmannes, von rechts hinten. Von links vorne kam ein Ritter, in der Hand eine moderne Mauserpistole, und gab einen Schuß auf Valentin ab. Valentin stand unbeweglich. Der Ritter, der über der Leiche Valentins triumphale Reden schwingen sollte, war vorerst sprachlos. Aus dem Souffleurkasten rief der Flüstergeist: „Hinfallen! Probst, hinfallen!“ Aber Valentin warf dem Flüstergeist nur einen verächtlichen Blick zu. Der Ritter schoß noch einmal. Es knallte nicht. Geistesgegenwärtig imitierte er den Knall mit dem Stiefelabsatz. Abermals aus der Gedächtniskirche: „Hinfallen, Probst!“ Da sagte Valentin langsam und betont, mit einer Stimme, die bis in die entferntesten Mauselöcher des Saales drang: „Probst — stürzt — nicht!“ Der Ritter extemporierte: „Ha, Bube!“ Valentin brauste auf: „Was? Bube? Das mir!?“ Langsam schritt er auf den Ritter zu. Der wich entsetzt einige Schritte zurück, schoß noch einmal mit dem Stiefelabsatz und sagte: „Nieder mit dir, du Mörder meiner Muhme!“ „Ich habe deine Muhme nicht ermordet, du Lügner! Ich kenne die Dame überhaupt nicht!“ sagte Valentin und packte den Ritter, daß die Rüstung ln allen Fugen und Scharnieren krachte. Im Saal wurde es lebendig „Gib ihm Saures! Auf ihn! Valentin, hau ihn! Laß dir nichts gefallen! Feste!“ Wütend brüllte Valentin: „Was denn? Für zwei Mark soll Ich mich nicht nur erschießen, sondern auch noch beleidigen lassen?“ Ein dumpfer Fall. Ritter und Valentin wälzten sich auf den weltbedeutenden Brettern. Es klang nach Konservendosen. Ein kurzer aber erbitterter Kampf entspann sich. Der tapfere Ritter schrie ganz unritterlich tun Hilfe. Es war einq^pannung wie bei einem Boxkampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht. Valentin wurde Sieger. Aus den Kulissen sprang man dem Ritter zu Hilfe. Im Saal stieg man auf die Stühle. Man schrie: „Schiebung! Pfui! Schiebung!“ Einige beherzte Großentutener liefen auf die Bühne um ihren Landsmann zu unterstützen. Es entstand eine Prügelszene von Format, obwohl doch die .Meistersinger* gar nicht auf dem Spielplan standen. Dann fiel der Vorhang über diesen Kampf Großentuten gegen Thalia. Es dauerte zwanzig Minuten bis die Ruhe im Saal wieder hergestellt war. Dann begann man den „Mord im Walde“ noch einmal. Diesmal ohne Valentin Probst. Der vielbeschäftigte Herr Direktor übernahm, neben seinen vier anderen Rollen, auch diese kleine Rolle persönlich. Ohne Zwischenfall ging der blutige Mord nun vor sich. Am Schluß der Vorstellung war das Publikum der Meinung, die erste Fassung von dem „Mord im Walde“ sei doch die bessere gewesen. Borte unö öle Höflichkeit Aber öle Reglernng hatte fie befohlen Boris pflegte im Amtszimmer wie Gott hinter dem Schreibtisch zu sitzen. Wie ein zorniger Gott. Wie ein Blitze schleudernder Rachegott. Alle im Dorf wußten es, und wann einer auf das Amt mußte, schlotterten' ihm die Knie, er seufzte tief und sein Gesicht verfärbte sich. Boris sah jeden durchdringend an. Er saß da und sagte nichts. Eine ganze Weile sägte er nichts, sondern sah jeden von oben bis unten an. Dies allein war schon zermürbend. Wenn Boris aufstand, schob er stets den Schreibtisch von sich, nicht etwa den Stuhl. So gewaltig war Bojis. „Was wülst du?“ grollte seine Stimme, „kannst du Dreck von einem Menschen Nieder einmal nicht alleine fertig werden? Daß euch die Hölle hole. Heraus mit der Sprache. Weshalb belästigst du mich?“ Grischa, der Gemeindediener, der tagtäglich seihen schweren Dienst unter den Augen des tyrannischen Boris’ ausüben mußte, bekam mit der Zeit eine gelbe Gesichtsfarbe. Er schlich blindäugig durch die Straßen und begann ohne Grund zu zittern. Boris saß im Amte wie ein Löwe in seiner Höhle, finster, brüllend und so gewaltig, daß das Papier zerriß, wenn er nur die mächtige Faust darauf legte. Nun begab es sich, daß Micha einen Sohn anzumelden hatte. Vor vierzehn Tagen war er ihm schon geboren worden, doch wenn seine Frau sagte: „Micha, es ist Zeit, aufs Amt zu gehen“, erblaßte er und murmelte: „Es ist noch Zeit. Es wird damit nicht so eilig sein“. Doch nun ließ es sich nicht länger aufsehie- ben, Micha trank vorher eine halbe Flasche Wodka und machte sich auf den Weg. „Ich gehe zu Boris“, sagte er seinen Nachbarn, und alle sagten: „Nur zu, Micha“, doch heimlich schüttelte es sie vor Mitgefühl und sie sprachen untereinander: „Habt ihr Michas erloschene Augen gesehen?“ Micha klopfte an die Tür und sein Herz bebte. Jetzt würde gleich Boris’ gewaltige Stimme wie Donner rollen. Doch nichts geschah und Micha faßte sich ein Herz und öffnete die Tür. Da saß Boris und starrte ihn an. „Du, Micha“, brummte er, „komm herein“. Seine Stimme knarrte wie eine ungeölte Tür, aber sie war fast sanft. Micha flüsterte: „Ich wäre nicht gekommen; Boris, dich zu stören, aber ich habe einen Sohn bekommen und das Gesetz verlangt —“ „Ei ja“, sagte Boris und saß ganz still, „nur herein, Micha, einen Sohn hast du bekommen. Sieh einer an“. Boris lächelte. JEin schiefes, sonderbares, ein entsetzliches Lächeln. „Oh, Boris“, stammelte er, „ich wäre nicht gekommen, wenn nicht das Gesetz —“ „Ich freue mich“, knarrte die Stimme von Boris und er reichte Micha die Hand. „Setz dich doch mein Lieber.“ Micha überlegte fieberhaft. Er setzte sich und Boris sprach auf seine entsetzliche freundschaftliche Weise weiter. „Wackerer Micha“, sagte er, „einen Sohn! Sieh da! Ich werde ihn gleich eintragen, deinen Sohn. Et soll ein hübsches Plätzchen ln unseren Akten bekommen. Ein Extra-Plätzchen. Magst du etwas trinken?“ Und Boris schob Micha eine Flasche zu. Micha dachte bei sich: Es wird ja viel schlimmer, als ich gedacht habe. „Oh“, sagte er, „ich will dich nicht berauben, Boris“. „Unsinn“, grollte Boris, „trink“. Micha setzte die Flasche an und Boris ermunterte ihn: „Nur zu, wackerer Micha.“ Micha keuchte vor Angst. Er hustete, und der gewaltige Boris hieb ihn auf die Schulter. „Du wirst doch trinken können.“ Und immer dieses Lächeln dabei. Dieses schreckliche Lächeln. Micha war halbtot, während Boris seine Eintragungen vomahm und mit knarrender Stimme plauderte: „Ist es ein schönes Söhnchen, Micha?“ „Ein schönes Söhnchen“, brachte Micha hervor. „Ein kräftiges Kerlchen, Micha?“ „Sehr kräftig, Boris“, atmete Micha verzweifelt. Und Boris lachte. Er hieb gewaltig auf den Tisch und lachte. Er hatte Tränen in den Augen vor Lachen und stieß Micha vor die Brust. Micha taumelte halbtot hinaus. Draußen war der Warteraum voll von blassen Leuten. „Wie ist Boris heute?“ fragten alle. „Entsetzlich“, sagte Micha, „er ist auf eine entsetzliche Weise freundlich mit mir gewesen.“ Und einer nach dem andern ging hinein, blaß und mit wankenden Knien und das Gelächter von Boris drang durch alle Wände. Und Grischa hielt sich mühsam an der Wand. „Leute“,murmelte er, „Boris hat heute von der Regierung ein Schreiben bekommen in dem die Höflichkeit auf dem Amte eingeführt wird.“ Und alle sahen sich blaß an. Das Lachen von Boris donnerte durch das ganze Haus, seine knarrende, schreckliche, freundliche Stimme. Und Micha, der in manchen Dingen besonderen Mut bewies, flüsterte den anderen zu: „Sagte ich es nicht, ihr Leute, sie sind in der Regierung voller Phantasie, sich immer neue Verfügungen auszudenken, mit denen sie uns quälen können.“ Schilenkow (KG) Kleinhries um Mozarte Loche Das Verhältnis zwischen Prag und Wien, das ohnehin nicht das beste ist, wurde kürzlich durch einen neuen Streitfall zugespitzt. Die Wiener Regierung besteht nämlich darauf, daß eine in tschechischem Gewahrsam befindliche Locke Mozarts, die der große Komponist bei seinem Aufenthalt in Prag einer Verehrerin hinterlassen haben soll, ausgeliefert wird. In Prag widersetzte man sich heftig diesem Verlangen. Die Schweizer „Tat“ machte nun ihre Glosse über den Streitfall und schrieb, Mozart hätte sicherlich Moczar- tesch geheißen, sonst hätte ihn wohl die tschechische Sängerin Dusek seinerzeit gar nicht aufgenommen. In Prag habe er dann noch in hochdramatischer Weise die sittliche Entgleisung der kapitalistischen Welt in seinem „Don Juan“ verewigt und in Wien sei er schließlich mit mehr Schulden als Haaren auf dem Kopfe gestorben. Die Schweizer Zeitung schreibt dann weiter wörtlich: „Diesen einzigen Reichtum Mozarts will man nun unverschämterweise den tschechischen Kulturhütern entlocken. Das ist sogar dem lieben Gottwald zu viel, der den berühmten Komponisten mo- zärtlich liebt und darum seine gebündelten Blitze, geboren aus der wahren Jupitersinfonie, auf den österreichischen Chauvinismus niedersausen läßt.“ Verunglückte Geißenzucht Der Heiner war ein schaffiger Mann, das wußte jeder im Flecken und wenn er jeden Morgen sein stattliches Bäuchlein vor sich herschaukelnd raschen Schrittes zum Bahnhof eilte, dann freuten sich alle Mitreisenden an seinem fröhlichen Gesicht, das niemals von schlechter Laune getrübt 'war. Etwas klein von Postur war der Heiner, das muß gesagt werden, und alles an ihm war rundlich geraten. Er näherte sich insofern der Vollkommenheit, als die Kugel ja in der Mathematik als der vollkommenste Körper gilt. Von der blanken glänzenden Volltonsur angefangen, über das bereits benamste Bäuchlein hinweg war jeder Teil an ihm bestrebt, dieses Gesetz zu erfüllen und selbst die Nase suchte ihr Teil zur Kugelform beizutragen. Wie gesagt, der Heiner fuhr nach dem nahen Breitheim, wo er tagsüber mit Eifer und Umsicht allerlei Waren verkaufte, aber die Abende und die Samstagnachmittage gehörten unweigerlich seiner kleinen Landwirtschaft, welcher er in gleich rühriger Weise oblag. Besonders aber hatte es ihm die Kleintierzucht angetan und seine Stallhasen, Hühner und Enten suchten ihresgleichen im ganzen Ortsetter, was sich bei den ersteren im unerhört raschwüchsigen Fleischansatz und beim Federvieh im unvergleichlichen Eierlegen kundtat. Seine Liebe aber gehörte seinen Geißen. Es waren selten schöne Exemplare, so richtige Austellungsprunkstücke. Gut gestellt, mit mächtigen Eutern und von makelloser Weiße, wie frischgefallener Schnee, brachten Bie jedes Tierkenners Herz in Schwingungen. Von der Milchleistung ganz zu schweigen, denn jede ersetzte gut und gerne eine Kuh, so sagte wenigstens der Heiner, wenn im Wirtshaus oder auch anderwärts die Rede auf Eiegen kam, und es war nicht schwer den Geißennarren auf dieses Thema zu bringen. Reines Glück gibt es jedoch nicht auf dieser Tränenwelt, und irgend ein schwarzer Eleck verunziert die strahlendste Sonne. Der brennende Ehrgeiz des Heiner ging dahin, all die guten Eigenschaften der geliebten Tiere und vor allem ihr fleckenloses weißes Fell weiter zu züchten, also zu verewigen, damit noch Kind und Kindeskinder den Geißenzüchter Heiner rühmen könnten. Ja, der Heiner war sicher, daß eine ganz neue Epoche der Ziegenhaltung von seinen Errungenschaften anheben würde, so sagte er wenigstens. Aber hier war nun ein Item dabei, nämlich das berüchtigte Wörtchen „Wenn“, von dem der Volksmund sagt: „Wenn die Eichhörnchen Gäule wären, dann könnte man die Bäume hinaufreiten!“ Dieses große „Wenn“ war, um es geradeheraus zu sagen, der Ortsbock, dieses Mistvieh. Auch er war in seiner Art ein Prachtskerl, mit glühenden Augen, kräftigen Hörnern, mit denen er unerschrocken jeden Einheimischen und Fremden annahm wie der leibhaftige Satan, aber leider, leider von kohlrabenschwarzem Fell. Dieser schwarze Teufel also war der Vater sämtlicher zu Ostern zur Welt kommenden Zicklein, und daß diese bei einem solchen Erzeuger nur ebenso kohlrabenschwarz ausfal- len konnten, wird niemanden in Verwunderung setzen. Wie unter solchen Umständen zu reinweißen Kitzlein zu kommen war, das war die Frage, die den Heiner Tag und Nacht bewegte. Solange der alte Geißbock noch zu seinen Geschäften tauglich schien, war von den Gemeinderäten in dieser Hinsicht nichts zu erhoffen. Die hielten es noch mit der alten Sparsamkeit und zeigten für die Heinerschen Reformpläne keinerlei Verständnis, bis eines schönen Tages das Schicksal selber nachhalf. Der Ortsbock war — entgegen der sonst so bescheidenen Geißennatur — von unzähmbarer Freßgier erfüllt und schluckte'alles, was nicht gerade biß und kratzte, ohne viel Federlesens hinunter. — Da hatte nun der Lausbub von Malerlehrling eine Büchse mit Leinöl offen stehen lassen, und der Bode, neugierig wie alles aus der Gattung der Ziegen, hatte daran genascht. Nicht gerade viel, aber es war ihm offenbar nicht gut bekommen, denn „gestern war er frisch und drall, heut« liegt er tot im Stall“, so hieß es an einem schönen Morgen. Ein neuer Geißenvater war also ein offenbares Bedürfnis geworden, und der Heiner sah seinen Weizen blühen, ln jeder freien Minute war er im Flecken zu sehen in eifriger Unterhaltung mit den derzeitigen Ortsprominenten und warb für die unbedingte und zeitgemäße Beschaffung eines neuen Bok- kes. Ja, er wußte bereits, wo so ein Tier zu haben war, das seinem Ideal entsprach und das im fernen Hessenlande stehen sollte. Trotz seiner sprichwörtlichen Sparsamkeit hatte der Heiner doch tief in seinen Geldbeutel gegriffen und war auf eigene Faust und Kosten nach dort gefahren. Seine kühnsten Erwartungen wurden übertroffen, denn der Auserkorene besaß alle Eigenschaften, die einen guten Bock zieren, und vor allem, das war dem Heiner die Hauptsache, sein Fell war von untadeliger Weiße. Bloß der Preis, das war das zweite Item, stand reichlich hoch, und wer die Ratsherren des Fleckens kannte, der wußte, daß die wenig geneigt waren, den für die Haltung eines Zuchtbockes vorgesehenen Etat zu überschreiten. Hier war also wenig zu hoffen. Da tat der Heiner etwas, was kein Mensch von dem als b’häb verschrieenen Manne erwartet hätte. Er erschien nämlich vor dem hohen Rat und machte sich anheischig, die Differenz zwischen dem Kaufpreis des neuen Herren aller Geißen und der vorgesehenen Etatsumme aus eigener Tasche zu bezahlen. Das Angebot wurde von seiten des Rats angenommen, und schon anderntags erschien der amtliche Betreuer des Hummelstalles mit dem zukünftigen Zickleinvater. Es muß gesagt werden, daß der neue Ortsbock allen Wünschen entsprach und seine Tätigkeit zur allseitigen Befriedigung der Ziegenhalter ausübte. Dem Heiner platzte fast der Kragen vor lauter Hochmut auf „seinen Geißbock“. Wie sollte das erst werden, wenn ihn zu Ostern seine eigenen Geißen mit munteren, schneeweißen Zicklein beschenkten? Der große Tag nahte, und unter Aufsicht und Beistand aller Sachkenner samt der ganzen Nachbarschaft brachten die beiden Ziegen des Heiner zur selben Stunde insgesamt vier Kitzlein zur Welt, alle untadelig im Bau, aber eins wies andere kohlrabenschwarz. Hohn und Spott türmte sich auf des Heiners Haupt, der gewaltig tobte und raste. Es half alles nichts, die Zicklein waren und blieben schwarz, tiefschwarz, sie konnten gar nicht schwärzer sein, und mit der Elfenbeinzucht, wie der Heiner die erwartete neue Rasse schon im Voraus benannt hatte, war es nichts. Ein ganz Gescheiter erzählte etwas von Mendel- schen Regeln, aber Heiner wehrte müde ab. Seine ganze Weltanschauung war ins Wanken gekommen, denn wo sollte ein Bock herkom- men, der weiße Zicklein zeugte, wenn sogar dieses selbstgewählte Prachttier auf der ganzen Linie versagte? Das Gelächter der Besserwisser war arg genug. Aber es war noch nichts gegen die anzüglichen Reden, die des Heiners Alte zu Hause hielt. Die war nämlich hinter den von ihm bezahlten Aufpreis gekommen — und kochte ihrem Angetrauten eine so lange und kräftige Bruttelsuppe, daß er noch etliche Wochen daran zu dauen hatte. Lange lief Heiner noch kopfschüttelnd und tief in sich versunken herum. Heute jedoch will er nichts mehr von der Geißenzucht wissen. Will ihn aber einer so recht in die Wolle bringen, dann darf er nur von weißen Geißen reden — da kann er etwas erleben. R. Gr. Das verkannte Autozubehör. Auf ihrer ersten Autofahrt glaubte Mrs. Brown aus Ottawa, ein Zubehör ihres Wagens verloren zu haben, als sie in voller Fahrt ein lautes Poltern vernahm. Sie stieg aus und entdeckte tatsächlich ein Eisenteil, das sie wegen seines Gewichtes nur mit großer Mühe verladen konnte. Als sie zu Hause ihren Mann fragte, was das für ein Teil sei, konnte dieser sie beruhigen. „Nicht so schlimm“, meinte er, „das ist nur ein Kanaldeckel“. [ml ^C. ..ad V'Wi! Der neue Mensch / Ein Predigtzyklus von P. Provinzial Nägele Die Epiphanieoklar im St. Paulusheim Bruchsal Wie in den ersten christlichen Jahrhunderten gilt bei den Pallottinern die Epiphanie, die Erscheinung des Herrn, als das Hochfest des Kirchenjahres. In besonders eindrucksvoller Weise begehen die Söhne Vinzenz Pallottis die Oktav des Festes mit feierlichen Gottesdien- sten und Abendpredigten für das Volk. Der diesjährige Predigtzyklus, den P. Provinzial Nägele, ein ausgezeichneter Kanzelredner, hielt, war dem Thema: ,JJer neue Mensch“ gewidmet. Die so notwendige Erneuerung des religiösen, des politischen, des wirtschaftlichen, des kulturellen Lebens ist nur möglich durch die innere Umkehr. Nicht die Zeiten müssen sich ändern, sondern die Menschen. Aus diesem Grunde geben wir die wesentlichsten Gedanken aus dem Predigtzyklus von P. Nägele auszugsweise wieder. „Was erwartet Gott heute von uns?“ — war lie Kardinalfrage der ersten Predigt. P. Nägele beantwortete sie so: „Der Herrgott erwarte, daß wir an der Rettung des Menschengeschlechtes arbeiten“. Trotz aller Errungenschaften des Fortschrittes, trotz allen äußeren Aufschwunges befinde sich der Mensch in großer Not. Die Atomenergie in den Händen eines einzigen ^verantwortlichen Menschen — bringe entsetzliches Leid — unvorstellbares Grauen, den schrecklichen Tod über ganze Völker. — Der Verfall der Sitten des Wesens der Familie, des Eigentumsbegriffs z. B„ die Vergnügungswut, die Tanzsucht weiter Kreise, die sich überdies niemals zufrieden gebe, gefährde in stärkstem Maß das Heil der Seele. In den vier Kardinaltugenden, der Klugheit, der Gerechtigkeit, des Starkmutes, der Mäßigung, läge die Rettung. Die Menschen müßten sie nützen, weil nur so der Gottesstaat verwirklicht werden könne. Die zweite Predigt stand unter dem Leitwort: Das ist der Sieg, der die Welt überwindet, euer Glaube. Der radikale Anhänger des Teufels könne nur durch den radikalen Anhänger Gottes überwunden werden. Viele würden eher an Gott glauben, wenn die Christen ein besseres Beispiel gäben. Der echte Glaube müsse ein Bekenntnis sein, kein Kompromiß zwischen Sakramentsempfang und Bolschewismus, sondern ein dauerndes Zeugnis für Christus. Glauben heiße, in schweren Zeiten sein Leben wagen, daß es einen Herrgott gibt und eine Ewigkeit. Der S. Predigt legte P. Nägele die Apostelworte zu Grunde: Ziehe an den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Dieser neue Mensch müsse die Tugend der Hochherzigkeit, des Hochhaltens der sittlichen Ideale besitzen. Ohne die so verstandene Hochherzigkeit gebe es keinen Aufstieg in unserem Volk. Wo wir heute auch hinsähen, stellten wir eine Versklavung in Triebe und Leidenschaften fest, in Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens. Vielfach sei der Sinn für das Maßhalten und das Sichbeherrschen verloren gegangen. Die Habsucht, die Machtsucht feierten Triumphe. Ein ganzer Christ aber mache dem Herrgott mehr Freude als 1 000 gleichgültige Seelen. Den vierten Abend widmete der Prediger der freien, verantwortungsvollen, bewußten, menschlichen Persönlichkeit. Denke immer edel und groß von dem Mitmenschen, rief P. Nägele aus, denn er ist ein Ebenbild Gottes. Dieser Mensch aber müsse sich verantwortlich fühlen für die Gemeinschaft, d. h. Gottes Gebot: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ — in die Tat Umsetzen. Alle sozialen Probleme ließen sich unter diesem Aspekt regeln. Heute hätten wir zwischen dem kollektivistischen Glückseligkeitszuchthaus oder dem Christlichen Gottesstaat zu wählen. Mehr politisches Verantwortungsgefühl, mehr sozialen Sinn müßten wir aufbringen, apostolische Menschen werden, die erfüllt seien vom Reichgottesgedanken. Gott spreche auch heute noch: Ich habe vor Dich hingelegt — Leben und Tod, Segen und Fluch. — Die fünfte und sechste Predigt stand im Zeichen der Gnadenlehre. Die Erfahrung lehrt, daß das Innere des Menschen oft nicht in Ordnung sei. Die höheren Kräfte hätten die niederen nicht in der Gewalt. Schwierige äußere Verhältnisse, schlechte Erbmassen, böse Gewohnheiten ließen den Menschen nicht aufkommen. Er leide darunter. Diesen allen rufe Christus zu: Habt Vertrauen, meine Gnade ist größer als alle eure Mängel. — Voraussetzung für das Wirksamwerden der Gnade aber sei die Mitarbeit des Menschen. — Vielfach wolle man heute nicht besser werden, halte an Gewohnheiten fest, mit denen man brechen müßte. Der Mensch aber müsse sich für Gott entscheiden, — und diese Opfer bringen, die Gott von ihm verlange, ehe ihm die Gnade zuteil werde. — Der Zusammenschluß der Bösen, erklärte P. Nägele in der siebten Predigt, könne nur überwunden werden durch den Zusammenschluß der Guten Der Mensch müsse ein Rückgrat in der Gemeinschaft haben, weil er als Einzelgänger Gefahr laufe, den sittlichen Halt zu verlieren. Die Wirkkraft der Gemeinschaft werde hintertrieben durch Ehrsucht und Nörgelei. Eine Regierung könne keinen Aufbau betreiben, wenn ihre Träger von Kritikastern und Nörglern in der Oeffentlichkeit unmöglich gemacht würde. Alle Proteste gegen Schmutz und Schund usw. nützten nicht viel, solange keine Gemeinschaft hinter ihnen stehe. Ueberall müßten Zellen der guten Gemeinschaft gebildet werden, Pfarr- gruppen, Jugendverbände, Männervereine, Frauenbünde. Das wichtigste sei die selbstlose apostolische Tat. Die achte und letzte Predigt widmete P. Nägele der Gottesmutter. Unser Leben und Streben, unsere Sorgen, alle Not und Gefahr der Zeit müßten wir verantwortungsvoll und zuversichtlich in ihre Hände legen. Der Prediger schloß mit den Worten: An der Mutter Hand durchs selige Kinderland, an der Mutter Hand durchs stürmische Jugendland, an der Mutter Hand ins ewige Heimatland. Eierschwemme drückt die Preise Die letzte Woche eingesetzte Eierschwemm« hat zu einer großen Verwirrung am Eiermarkt und zu einem weiteren Preisfall für In- und Auslandeier geführt. Infolge des drängenden Angebots gingen die Münchner Notierungen auf 15—18 Pfennig je Stück zurück, während im Münchner Kleinhandel sich der Durchschnittspreis auf 18 Pfennig, in anderen Ländern Süddeutschlands auf 22 Pfennig ermäßigte. In Nifderbayern sind die Erzeugerpreise sogar auf 12—14 Pfennig je Ei gefallen. Die Münchner Notierungskommission, di* auch für Württemberg-Baden zuständig ist, bezeichnet die weitere Tendenz am Eiermarkt als „völlig unübersichtlich“. Mit dem Butter- Freiverkauf sind auch bedeutende Buttermengen an den Markt gekommen, wodurch der Preis unter den Festpreis gedrückt wird. C Kreuz und quer dur chs Sta dtgeschehen Helmatbund „Kraichgau und Bruhrain“. Am Samstag, 21. Januar, 20 Uhr, findet im Jä- gerstüble die erste Zusammenkunft des Bundes im neuen Jahre statt. Es spricht Prof. A. Wiedemann über „Die Trümmerflora von Bruchsal“, wozu alle Interessenten herzlich eingeladen sind. Für die nächste Zukunft sind u. a. folgende Vorträge vorgesehen, auf die wir schon jetzt aufmerksam machen: Dr. Beckmann „Unser täglich Wasser gib uns heute“ (aktuelles Thema zur Wasserversorgung); Dr. Wirth „Das rote Becken von Szechnan“ (Expeditionserlebnis in China, mit Lichtbildern); A. Speck „Untergrombach und seine Geschichte“; Prof. Wiedemann „Bruchsaler Straßennamen“ (3. Fortsetzung und Schluß); G. Mayer „Paria und Ile de France“ (mit farbigen Lichtbildern). Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen. •Barmer Ersatzkasse. Die Barmer Ersatzkasse hielt am Dienstag im Jägerstüble eine Versammlung ihrer Vertrauensleute ab. Die durch den Geschäftsführer der Bez.-Verwal- tung Bruchsal behandelten Themen der Selbstverwaltung fanden rege Anteilnahme. Die sich anschließende Diskussion zeugte von dem tie- Iflaiipiversaiiiitifliincf der Sdimiede-Innunif Obermeister Josef Böser zum Ehrenobermeister ernannt Am Samstag, 14. Januar, hielt die Schmiede- Innung Bruchsal ihre diesjährige Hauptversammlung ab. An Stelle des seit längerer Zeit schwer erkrankten Obermeisters Josef Röser eröffnete Schmiedemeister Otto Willhauck- Mingolsheim, die Sitzung. Nach einem Ueber- Blick über die allgemeine Lage im Schmiedehandwerk erstattete Studienrat Dengel den Kassenbericht, der einstimmig gebilligt wurde. Dem Vorstand konnte damit Entlastung zuteil werden. Anschließend wurde ein Vorschlag des Beirats auf Herabsetzung des Jahresinnungsbeitrages einstimmig angenommen. Die von den Mitgliedern der Innung gefaßte Resolution um Senkung des Beitrages an • den Landesinnungsverband wurde gleichfalls gutgeheißen. Nunmehr erfolgte die Neuwahl des gesamten Vorstandes, die von dem Geschäftsführer der Handwerkskammer, Meder, durchgeführt wurde. Josef Röser legte sein bisheriges Amt als Obermeister auf ärztliches Anraten, durch seine schwere Krankheit bedingt, nieder. Zum neuen Obermeister wurde nahezu einstimmig Schmiedmeister Heinrich Stein-Helmsheim in geheimer Abstimmung gewält. Beiratsmitglied Alfons Kehrer-Kronau würdigte die Verdienste des bisherigen Obermeisters Röser in der zielbewußten Führung der Innung mit bewegten Worten. Der Geschäftsführer der Handwerkskammer sprach gleichfalls dem scheidenden Obermeister besonderen Dank für die bisherige Mitarbeit am Wiederaufbau des Handwerks in Bruchsal aus. Daraufhin ernannte die Schmiedeinnung einstimmig Herrn Röser zum Ehrenobermeister. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach Geschäftsführer Meder über die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Kreis, die Bautätigkeit im vergangenen Jahr, über den Wiederaufbau der Gewerbeschule, die Lehrlingsausbildung und das Meisterprüfungswesen. Abschließend wurden noch Fragen der illegalen Gewerbeausrüstung — Schwarzarbeit — erörtert. Weiter stellte der Redner die Durchführung von Schweißkursen für die metallverarbeitenden Handwerkszweige durch das Landesgewerbeamt Karlsruhe in Aussicht. Ueber die Altersversorgung des Handwerks sprach pr. Hartmann von der Krankenversicherungsanstalt Handwerk, Handel und Gewerbe, der die verschiedenen Möglichkeiten der Versicherungsarten für den selbständigen Handwerker heraqsstellte. Die im Anschluß erfolgte Aussprache zeigte lebhaftes Interesse der Anwesenden. Bruchsaler „Germanen“ im fahr 1949 Generalversammlung des 1. Athletik- Sportvereins „Germania“ Bruchsal Am 15. Januar hielt der Athletiksportverein Germania im Rheinischen Hof seine Generalversammlung ab. Der 1. Vorstand Franz Kunz begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung erstatteten die einzelnen Funktionäre ihren Jahresbericht für das verflossene Jahr. Die Berichte gaben nochmals einen Rückblick auf die Arbeit und Leistungen des Vereins, die auch im vergangenen Jahr wesentlich zur Belebung des Sportbetriebes im Kreis Bruchsal beigetragen haben, und darüber hinaus, insbesondere durch die vorbildliche Durchführung der deutschen Meisterschaften im September 1949 in der Weiter- und Halbschwergewichtsklasse der Senioren, dem Verein einen guten Namen im Deutschen Schwerathletik-Verband verschafften. Besonderes Lob verdienten sich die Jugend und Schüler unter ihren bewährten Leitern, Jugendleiter Alfred Franke und Trainingsleiter Willi Naßner, die neben den altbewährten Se- aioren in Freundschafts- und Verbandskämpfen sowie bei Einzelmeisterschaften dem Verein im Kreis Karlsruhe die führende Stellung errangen. Der Bericht des Kassiers, Anton Schmiedle ließ jedes Mitglied hinter den genannten Zahlen, die eine gute finanzielle Basis des Vereins offenbarten, eine eminente Arbeit dieses Sportkameraden erkennen. > Mannschaftsführer und Uebungsleiter Franz Konrad gab einen Üeberblick über den Trainingsbesuch und die" Leistungen der Aktiven und konnte hier auch von dem Heranreifen eines' hoffnungsvollen Nachwuchses für die oberen Mannschaften berichten. Gerätewart Karl Volonte berichtete über den Stand der Sportgeräte, die im Laufe des vergangenen Jahres wiederum vermehrt wurden und sich in einem Zustand befinden, der den Aktiven Sicherheit der Matte und an der Handel gibt. Nach dem Bericht des Schriftführers Paul Oehler dankte der Ehrenvorsitzende des Vereins, Ludwig Klumpp, allen Vorstandsmitgliedern und Helfern für ihre geleistete Arbeit und hier besonders dem Schriftführer, der sich in vorbildlicher Weise für den Verein eingesetzt hat. Die Versammlung erteilte der Vorstandschaft einstimmige Entlastung, worauf Vorstand Kunz seinen Mitarbeitern für ihre geleistete Arbeit und den Mitgliedern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen herzl. Dank sagte. Die Neuwahl der Vorstandschaft ergab: 1. Vorstand Paul Oehler, 2. J. Schneider, Schriftführer Gustav Brecht, 1. Kassier Änt. Schmiele, 2. Kassier Emil Hiller, Pressewart Karl Mack, Uebungsleiter Franz Konrad, Trainingsleiter Willi Naßner, Jugendleiter Alfred Franke, Gerätewart Karl Volonte, Stemmwart Fritz Keßler. Kassenprüfer Heinrich Müller, Karl Mack und Ludwig Freitag, Kampfausschuß Josef Schneider, Ad. Seeburger jun. und Fr. Konrad. In der anschließenden Aussprache wurden Anregungen für die weitere Forcierung des Sporthallenbaues und die Durchführung verschiedener Veranstaltungen auf sportlichem und geselligem Gebiet gegeben. Der neugewählte 1. Vorstand schloß die Versammlung mit dem Dank an die Mitglieder für das in ihn und die übrig« Vorstandschaft gesetzt« Vertrauen und der Bitte, in weiterer kameradschaftlicher Zusammenarbeit und sportlichem Geist auch im neuen Sportjahr für das Wohl des Vereins zu wirken. tru * Ehrenabend der TSG Ver kennt es nicht, das schöne Lied vom „hellen Edelstein“, das oft gesungene Lied von der Treue? Treue ist meist nicht nur im lachenden Sonnenschein bewiesen worden, sondern sie mußte sich oftmals im Wetter- braüs und Sturmessauß bewähren. Treue bewährt sich erst in der Dauer. Der turnerische Gedanke ist aufs innigste verbunden mit der Bewährung in Treue, Jahre und Jahrzehnte hindurch. Sinnfälligen Ausdruck für bewiesene Treue will nun die Turn- und Sportgemeinde Bruchsal in einem Ehrenabend verleihen, der am kommenden Samstag, den 21. Januar, 20 Uhr, im Festsaal der Europa- Lichtspiele stattfindet. Es gilt, an diesem Abend all die Getreuen'zu ehren, die seit 25, 40 u. 50 Jahren den Traditionsvereinen Turnverein Bruchsal 1846 und Turnerbund Bruchsal, ununterbrochen angehören. Sie haben sich alle jung erhalten, die sogen. „Alten“, sie sind das beste Beispiel und der schönste Antrieb zur Nacheiferung für die Jugend, die eintreten soll in die Fußstapfen ihrer Väter und Mütter, damit auch einmal von ihr das Hohelied der Treue gesungen werden kann. Der Ehrungsabend ist verbunden mit turnerischen, musikalischen und gesanglichen Darbietungen; der besonders feierlichen Ehrung der Getreuen schließt sich ein Tänzchen an. Die gesamte Turnerfamilie der TSG wird nicht versäumen, durch zahlreiches Erscheinen auch ihrerseits der Turnertreue Ausdruck zt> geben. fen Verständnis und dem erforderlichen Weitblick der Anwesenden. Hier zeigte sich deutlich, daß die Vertrauensleute die Interessen sowohl der Kasse als auch der Mitglieder zu wahren wußten. Einbrüche. In der Nacht vom 16. auf 17. Januar wurden im landwirtschaftlichen Lagerhaus am Güterbahnhof und in einem Keller in der Schwetzinger Straße Einbrüche verübt und verschiedene Sachen im Gesamtwert« von etwa 200.— DÄI entwendet. Brudisaler Filmsdiau Narziss, der unfreiwillige Flieger Dieser französische Film erzählt uns die Geschichte des-gutmütigen naiven Narziss, der gar keine Eignung zum zackigen Soldaten hat und durch Verquickung von allerlei Zufällen und Mißverständnissen drei Tage lang allen Schrecken des militärischen Drills auf einer Fliegerschule ausgesetzt ist. Infolge des turbulenten Ruck-Zucks auf dem Kasernenhof, findet er weder Zeit noch Gelegenheit, seinen Vorgesetzten zu erklären, daß er nur durch ein — allerdings selbstverschuldetes — Versehen in die irreführende Uniform geraten ist, — es hüft alles nichts — er muß ins Flugzeug — der Motorenlärm übertönt seine Beteuerungen — und hinauf gehts in die Lüfte. Aber — wie es so ist — das Publikum hat stets ein Herz für einen solch liebenswürdigen Pechvogel und ist tief befriedigt über die Wiedergutmachung des launischen Schicksals. Narziss kommt nicht nur heil wieder auf die Erde, er triumphiert über seine necklustigen Kameraden und schikanösen Vorgesetzten: Das Pilotenzeugnis in der Tasche, mit einer gewonnenen Erbschaft von 10 Mill. Francs — und einer reizenden Braut marschiert er — diesmal ganz offiziell in der schönen Uniform — zum Standesamt. Dieser Film läuft in deutscher Sprache. Verkehrsunfälle. Am Dienstag fuhr ein Personenkraftwagen aus Oestringen die Land.»- straße von Ubstadt nach Bruchsal. Etwa 300 Meter vor der Ubstadter Brücke fuhren vor ihm zwei Radfahrer in gleicher Richtung. Zur selben Zeit kam aus entgegengesetzter Richtung ein Lastkraftwagen gefahren. Als die Fahrzeuge auf gleicher Höhe waren, mußte der PKW stark abbremsen, wodurch er auf der nassen Straße ins Schleudern kam und mit dem linken Vorderrad gegen das linke Hinterrad des LKW prallte. Der PKW wurde erheblich beschädigt und ein mitfahrendes Mädchen leicht verletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. — Am 17. Jan. gegen 10 Uhr stießen an der Ecke Friedrich- und Huttenstraße ein Kraftfahrer, der die Friedrichstraße in Richtung Schloß entlang fuhr, und ein Radfahrer, der von der Huttenstraße in die Friedrichstraße einbog, zusammen. Der Kraftfahrer war durch das 'unvorschriftsmäßige Verhalten des Radfahrers gezwungen, sein Fahrzeug plötzlich abzubremsen, wodurch er auf dem nassen Pflaster ins Rutschen kam und stürzte. Durch den Sturz erlitt der Kraftfahrer eine Zerrung des rechten Fußgelenkes. Das Kraftrad wurde leicht beschädigt. Der Radfahrer kam mit dem Schrecken davon. Obst- und Gartenbauverein Bruchsal. Wir machen unsere Mitglieder nochmals auf die am Sonntag, 22. Januar, nachmittags !^3 Uhr, in der Scheffelhöhe stattfindende .Mitgliederversammlung, die wir vom 15. auf den 22. Januar verschieben mußten, aufmerksam. Die Wichtigkeit der Tagesordnung, wie z. B. die Neuwahlen und andere wichtige Besprechungen,'machen ein vollzähliges Erscheinen notwendig. Den Abschluß der Versammlung bildet eine Gratisverlosung. Post wahrt Briefgeheimnis. Deutsche Postsendungen einschließlich der Auslandspost unterliegen nicht der Zensur durch deutsche Poststellen. Bundesminister Dr. Schuberth versicherte, daß derartige Maßnahmen entgegen anderslautenden Meldungen auch nicht geplant sind. Schuberth wies darauf hin, daS die Post im Gegenteil schon immer ein Interesse an der Wahrung des Briefgeheimnisses hatte und von diesem Standpunkt auch in Zukunft nicht abweichen werde. Auch ein Sprecher des Finanzministeriums dementierte Pressemeldungen, nach denen Stellen der Finanzbehörde oder des Wirtschäftsministerium* Freitag, 50. Januar 1930 eine Zensur der Auslandspost planen. Er bestätigt jedoch, daß deutsche Zollstellen erforderlichenfalls von ihrem Devisennachschaurecht Gebrauch machen. Diese Maßnahme -habe aber mit einer Zensur des geschriebenen Briefinhalts nichts zu tun. Maßgebende deutsche und alliierte Stellen wiesen in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, daß eine Zensur der deutschen Auslandspost nach Absatz 2 des Besatzungsstatuts durch die Alliierten möglich sei. Pflaumer wurtle Belasteter. Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Stoeckhert, verhandelte die Zentralspruchkammer Karlsruhe gegen den früheren badischen Innenminister Karl Pflaumer, den der öffentliche Kläger zur Einstufung in die Gruppe der Hauptschuldigen vorschlug. Der öffentliche Kläger Schwarz zog nach Abschluß der Beweisaufnahme seinen Antrag auf Eingruppierung als Hauptschuldiger zurück, formierte aber Einstufung als Belasteter. Der Spruch der Kammer lautete: der Betroffene gilt als Belasteter. Es werden ihm vier Wochen Sonderarbeit aufgegeben, die aber durch die Internierung als abgegolten gelten; 10 Prozent seines Vermögens, aber uicht mehr als 500 DM, werden eingezogen. Zuschneidekurs für Damenschneiderhand- werk. Die Damensehneiderinnung Bruchsal gibt bekannt, daß im Benehmen mit dem Landesgewerbeamt Karlsruhe bei günstiger Beteiligung am 6. oder 13. Februar ein Zu- achneidekurs für das Damenschneiderhandwerk in Bruchsal stattfindet. Kursdauer 14 Tage. Die Kursgebühren betragen DM 25.—. Anmeldungen sind bis spätestens 25. Januar an die Obermeisterin, Frau M. Lampert, Bruchsal, Gutleutstr. 1, zu richten. Langenbrüdten Am Samstag vollendet Eisenbahnbeamter i. R. Martin Bellm in bester körperlicher und geistiger Frische sein 75. Lebensjahr. Die Bruchsaler Post wünscht dem Jubilar einen «ufriedenen und glücklichen Lebensabend. (Ibstadt Gegen mittag ereignete sich am Donnerstag an der Straßenkreuzung gegen Unteröwis- heim (Kapelle) dadurch ein Unfall, daß ein PKW aus Richtung Bruchsal mit einem Motorradfahrer aus Richtung Unteröwisheim zusammenstieß, wobei der Motorradfahrer eine Verletzung am Hals davontrug. Am Donnerstag war die landwirtschaftliche Winterschule Bruchsal in Ubstadt, um unter der Leitung von Obstbauinspektor Dickgießer einen praktischen Obstbaümpflegekurs durchzuführen. Der Kälteeinbruch beeinträchtigte jedoch erheblich die Arbeit im Freien. sch. AUS ERAICHGAV UND BRU9RAIN Obergrombach Der Tabakbauverein hatte seine Mitglieder kürzlich in den Rathaussaal geladen. Der Vereinsvorsitzende Thomas Schönherr I. konnte eine große Anzahl gewerblicher Tabakpflanzer begrüßen. Ende dieses Monats findet die letzte Tabakeinschreibüng statt, wobei auch das Haupt- und Obergut, sowie der Nachtabak angeboten werden. Der Redner forderte die Pflanzer auf, von jeder Sorte ein Probemuster bereitzuhalten und selbst mitzuhelfen, daß nur allerbeste und gut sortierte Ware zur Ablieferung gelangt. Anschließend gab der Redner die Tabakanbaufläche für das laufende Jahr bekannt. Sie liegt mit 18 bis 19 ha etwa auf derselben Höhe wie im Vorjahr. Um die erforderlichen Vorbereitungen treffen zu können, ist es notwendig, daß jeder Pflanzer seine neue Anbaufläche umgehend beim Vorstand des Vereins oder beim Schriftführer Hugo Lindenfelser II., Hauptstraße, anmeldet. Selbstverständlich sind auch Jung- und Neupflanzer zugelassen. Der Verein umfaßt zur Zeit etwa 150 Mitglieder. Es wurde angeregt, wie in früheren Jahren wieder mehrere Vereine zu bilden, so daß auch in verwaltungstechnischer Hinsicht ein Zugang von neuen Mitgliedern ohne weiteres ermöglicht werden könnte. Die Anregung ist sehr zu begrüßen, zumal dann auch die Möglichkeit geschaffen werden könnte, daß der eine oder andere Verein nur eine bestimmte Sorte Tabak baut, was sich bei der Versteigerung in preislicher Hinsicht zu Gunsten der Pflanzer auswirken würde. g Miinzesheim Am 8. Januar feierte Frau Christina Hörrle, geb. Werner, Wwe., ihren 80. Geburtstag. Am 10. Januar wurde Karl Oesterle 73 und am 19. Januar, Landwirt Jakob Mannherz VII., 75 Jahre alt. Am 20. Januar vollendet Frau Katharina Wäckerle, geb. Gabelmann, das 71. Lebensjahr. Allen Jubilaren einen recht geruhsamen Lebensabend. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Landwirt August Kaiser zu Grabe getragen. Der Männergesängverein ehrte sein langjähriges Mitglied durch Chöre vor dem Hause und am Grabe. h. Hambrücken Am Montag sprach Herr Rieger von der Landwirtschaftsschule Bruchsal im Engel vor den Landwirten. Er hob die Notwendigkeit der richtigen Felddüngung und die gute Auswahl des Saatgutes hervor. Allgemein werde dem Boden der Hardt zu wenig Kalk gegeben. Alle drei Jahre müßte man 12 dz Kalk pro ha streuen, damit der Boden nicht allzu sehr versauere. Als hervorragende Getreidesorten empfahl der Redner: Für Roggen, den Petkuser; für Weizen, den Walthari; für Gerste, die Isaria und für Hafer, das Flämingsgold. Als Kartoffelsorten kämen in Frage, die Vera, die Bona — und der Ackersegen. Den Anbau von Zwischenfrucht hätten die Hambrücker schon immer gut verstanden. Neben den bisherigen Handelsgewächsen Hopfen und Tabak wurde auch der Anbau von Frühkartoffeln, Spargeln und auch Zwiebeln empfohlen. Die Landwirte zeigten für Braudien Sie Geld? Dies Ist nicht etwa ein Faschingsscherz, auch nicht eine billige Reklame, sondern wirklich ein Hinweis auf eine tatsächlich bestehende Möglichkeit eines kleinen Nebenverdienstes. — Denn das Amt des amerikanischen Hohen Kommissars für Deutschland beabsichtigt, am 1. 3. ds. Js. ein neues Sprach-Unterrichts-Programm einzuführen für alle diejenigen seiner Angestellten, die durch ihre jeweilige Stellung bedingt sehr viel Kontakt mit der deutschen Bevölkerung haben, jedoch noch nicht genügend Deutsch können, um sich an einer fließenden Unterhaltung zu beteiligen. Der Unterricht soll sich über mindestens 5 Stunden in der Woche erstrecken, und zwar sollen die Lektionen während der Dienstzeit erteilt werden. Lehrbücher sowie alles sonstige Unterrichtsmaterial JCmiz und qmc ducch SAitippsiucq, wird von Hl COG zur Verfügung gestellt. Das Honorar beträgt 5.— DM pro Stunde. Bei befriedigender Leistung können die betreffenden Personen mit einer Beschäftigungsdauer von 6—9 Monaten rechnen, in manchen Fällen sogar mit der Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung auf unbestimmte Zeit. Und die Voraussetzungen? Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß verhältnismäßig junge Kräfte, die zumindest die Höhere Schule besucht haben, als Lehrer ausgewählt werden. Selbstverständlich ist etwas Englisch erwünscht wobei es jedoch nicht unbedingt erforderlich ist, daß der betreffende Lehrer über ein hervorragendes Können verfügt, da ja das Hauptgewicht auf die deutsche Sprache gelegt werden kann und soll. Es versteht sich von selbst, daß der betreffende Lehrer im Deutschen auf sicheren grammatikalischen, orthographischen und stilistischen Füßen stehen muß. die Ausführungen des Redners großes Interesse. — Am Freitag, 20 Januar, abends 8.00 Uhr, wird im Grünen Baum ein Missionsfilm vorgeführt. Der Eintrittspreis beträgt 50 Dpfg. k. Odenheim Am Mittwoch fand im Gasthaus zur Blume eine Bauernversammlung statt. Landwirtschaftslehrer Hoyer sprach über wichtige Tagesfragen sowie über eine sachgemäße Bodenbearbeitung. Die Sternlichtspiele bringen am Freitag den englischen Tonfilm: Bravo George! — Der Reisetaubenzuchtverein „Kraichgau- stolz“ veranstaltet am Sonntag im Sternen eine Ausstellung, verbunden mit einem Preiskegeln. Frankonia Karlsruhe wird am Sonntag zum Verbandsspiel gegen den FCV. Odenheim hier antreten. Die Fußballfreunde erwarten ein sehr spannendes Spiel. vv. ösfrinaen Am Sonntag fand im Löwen eine Familienfeier des Kraftsportverein „Deutsche Eiche“ statt. Es wurden drei Lustspiele gezeigt. Die Darsteller ernteten reichen Beifall, ebenfalls die Jugend, die beachtliche sportliche Leistungen zeigte. Zur gleichen Zeit hatte der Ortsverein vom Roten Kreuz seine Mitglieder zu einer Familienfeier in den Sonnensaal eingeladen. Mit herzlichen Worten begrüßte der II. Vorstand, O. Heinzmann, die Anwesenden, besonders Bürgermeister Bender, Hauptlehrer Krauth von der Kreisstelle Bruchsal, den Kolonnenarzt Dr. Waas, sowie den Bereitschaftsleiter aus Mingolsheim, Weichgenannt. Die Laienspieler .des Roten Kreuzes führten das Theaterstück „Das einsame Haus“ auf und ernteten viel Beifall. Das Stück wird am 29 Januar wiederholt. Neudorf Bei der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins „Frohsinn“ gab Schriftführer Karl Bollheimer den Tätigkeitsbericht und Karl Brecht den Kassenbericht, worauf beiden Entlastung zuteil wurde. Die vorgenommene Neuwahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorstand: Albert Brecht jun., 2. Vorstand: Anton Siegel, SängeWorstartd: Fritz Tropf, Schriftführer - Karl Bollheimer, Kassier: Karl Brecht. Beiräte: Stefan Bollheimer, Eugen Huber, Karl Kistner, Jakob Siegel, Valentin Böser und Oskar Wilhelm. Den Abschluß der harmonischen Versammlung bildete ein Lied der Heimat. In den Tiroler Bergen spielt der Film, den die Krone-Lichtspiele den Filmfreunden über das Wochenende zeigen. H. Frau Frieda Schmitt kehrte dieser Tage von Ihrem Besuch aus Amerika zurück. Frau Schmitt weilte nahezu ein ganzes J ahr bei ihren Kindern in USA. Herzlich willkommen in der Heimat. Kreisturnier im Hallen-Handball. Am 22. Januar 1950 führt der Turnverein in der Turnhalle sein drittes Hallenturnier durch. Die führenden Mannschaften des Kreises kämpfen bei diesem Turnier um den Titel des Kreismeisters in der Senioren- und in der Jugendklasse. Bei den Senioren beteiligen sich Tv Forst, TSV Neuthard, TV Kirrlach, TV Oberhausen, TV Heidelsheim, TV Weiher, TV Karlsdorf und TV Philippsburg. Für die Kämpfe in der Jugendklasse haben sich Kirrlach, Neuthard, Karlsdorf und Philippsburg gemeldet. Das Turnier wird im Punktsystem «lurchgeführt, so daß also zur Ermittlung des Kreismeisters der Männerklasse 28 Spiele von je zweimal 7 % Minuten, in der Jugendklasse 6 Spiele notwendig sind. Die Vereinsleitung des gastgebenden Vereins hat sowohl in organisatorischer, als auch in technischer Hinsicht alle Voraussetzungen geschaffen, um einen reibungslosen Ablauf des Turniers zu gewährleisten. Die zu erwartenden spannenden Kämpfe um die Kreismei- «terschaft und die solchen Hallenturnieren eigene Note lassen auch dieses Turnier wieder, gleich den Turnieren der vergangenen Jahre, zu einem sportlichen Ereignis werden, das Anhänger und Freunde des Handballspiels auf ihre Rechnung kommen läßt. Beerdigung. Gestern wurde Frau Hermin« Odenwald, geb. Dahm, zu Grabe getragen. Die Verstorbene stand im 82. Lebensjahr. Versammlung des Kaninchen- and Geflügelzuchtvereins. Der Kaninchen- und Geflü- gelzuchtverein lädt am Samstag, den 21. Januar, 20 Uhr, seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung im Grünen Winkel •in. Filmvorsehau der Gloria-Lichtspiele. Von Freitag bis einschließlich Montag, den 23. Januar der zweite Teil des grandiosen Filmwerkes ' nach dem weltbekannten Roman „Der Graf von Monte Christo“ von Alex. Dumas: „Die Vergeltung“. Spielzeiten: werktags jeweils 20 Uhr, soncitags 16.30, 19 und 21 Uhr, Faschingsveranstaltungen. Am Samstagabend findet ein Kappenabend im Vögtel und «in Kaßpenabend im Schwanen statt. Der zweite Maskenball steigt .am Sonntagabend im Einhorn. Das Bürgermeisteramt macht auf folgendes aufmerksam: Die Quittungskarten (Invalidenversicherung) und die Versicherungskarten (Angestelltenversicherung) sind spätestens 3 Jahre nach dem Tage der Ausstellung umzutauschen. Demnach wären alle Quittungskarten und Versicherungskarten, die vor dem 1. 1. 1947 ausgestellt sind, bis spätestens 31. 8 . 1950 umzutauschen. Ri. Wiesental Unter überaus großer Anteilnahme wurde am Dienstagnachmittag Postschaffner August Herrn zu Grabe getragen. 28 Jahre hatte er die hiesige Postagentur verwaltet. Der Sängerbund sang seinem langjährigen Mitglied am Trauerhaus und Grabe und ehrte den Heimgegangenen mit einer Kranzspende. Ebenso legte. der Vorstand des Turnvereins dem langjährigen verdienten Mitglied mit einem ehrenden Nachruf einen Kranz nieder. Auch die Kriegsbeschädigten ehrten den Heimgegangenen durch einen Kranz. Möge der so früh aus dem Leben Geschiedene in Frieden ruhen. Heute kann Neubürgerin Anna Pelz, geb. Ecknert, ihr 71., am 21. Jan. Maria Schmiede, geb. Wagner, ihr 72. und Neubürger Karl Thimotheus Starke sein 82. Lebensjahr vollenden. Den Geburtstagskindern recht herzliche Glückwünsche. Auf die am kommenden Sonntag von 19 bis 21 Uhr stattfindenden „Zwei frohe Stunden aus nah und fern“, veranstaltet durch den Süddeutschen Rundfunk, sei nochmals hingewiesen. Die Veranstaltung findet in der Rosenhalle statt. Bekannte Künstler des Rundfunks, die schon oft gehört wurden, können hier einmal persönlich gesehen und gehört werden. Es wird bestimmt niemand den Besuch zu bereuen haben. ln den Palastlichtspielen läuft von Freitag bis Montag der englische Film: „Schicksal des Lebens“. th. Um eine Durchführung des Unterrichtssystems zu gewährleisten, wird ein Angehöriger der Sprachschule beim Institut des Dienstes einen kurzen, eingehenden Unterrichtskursus für alle vorgeschlagenen Lehrkräfte abhalten. Dieser Kursus soll um den 1. Februar ds. Js. stattfinden. Lehrer, die dabei als nicht tauglich befunden werden, werden von der Liste der Bewerber gestrichen. Sie sehen, lieber Leser, die Sache ist ernst. Versäumen Sie also keine Zeit, denn sicher sind genügend andere da, die diese einmalige Chance gerne wahmehmen werden, und wenden Sie sich an die für Ihren Wohnsitz zuständige Dienststelle der HI COG, wo Sie Näheres erfahren werden, vorausgesetzt natürlich, daß Sie — eben verhältnismäßig jung sind, gut Deutsch und ein wenig Englisch können und die Höhere Schule besucht haben. Die Höhe des Nebenverdienstes ist leicht zu errechnen anhand der eingangs erwähnten Zahlen und dürfte gerade für Junglehrer, die noch keine feste Anstellung haben, oder Studenten, die bekanntlich immer knapp an Geld sind, eine ziemlich lukrative Angelegenheit werden. LB. Bei PFANNKUCH kaufen heilt richtig kaufen! VoHfetter Schmelzkäse. 75 i5%i.T.,S2,5gSchocht«l Konsum- a* Marmelade 500 g “»ou Jwge Erbsen .1S Griechenland und seine Frauen (Frkf.) 10.00 J. S. Bach — Bürger ln zwei Welten (NWDR) 14.00 „Der Katzenpeter“ (Kinderfunk) (NWDR) 1S.OO Wettkampf der Schnelldenker (NWDR) U.0Q Uebertragung aus der zweiten Halbzeit der Vorschlußrunde um den Bundespokal im Fußball zwischen Bayern — Niedersachsen (Mü.) 17.00 „Teufel mit Herz“, Posse von Nestroy (Mü.) 17.00 Lieder und Tänze aus Siebenbürgen, Donauschwaben, Egerland. Sudetenland, Ostpreußen und Schlesien (Frkf.) 20.00 Schöne Melodien aus Oper u. Operette (NWDR) 21.18 „Bei Nacht sind die Katzen so grau“, wahre Begebenheit um einen Straußwalzer (Frkf) Montag, 23. Januar 1950 18.00 Blauer Montag, 30 heit. Minuten (NWDR Khi.) 11.10 Internationale Wintersportwoche ln Garmisch- Partenkirchen (Mü.) 20.00 Symphoniekonzert: Beethoven. Dirig.: Bruno Walter (Mü.) 20.00 „Die lustigen Weiber von Windsor“, Oper von Nicolai (Frkf.) 20.00 Symphoniekonzert mit Wilhelm Furtwängler: Werke von Höller und Bruckner (NWDR Bin.) 22.48 „1949, Perspektiven und Stationen“ (Swf.) 22.48 Kopf oder Zahl. Kurzhörspiel (NWDR) Dienstag, 24. Januar 1950 10.18 Kinderfunk: Rätselraten, das macht Spaß! (NWDR Kln.) 10.18 „Arm in Arm mit dir. .. 1" Beliebte Sohua- kelwalzer (Frkf.) 20.48 „Helium", Hörspiel (Swf.) 21.08 Aus neuen Filmen, Filmbriefkasten (Frkf.) 21.18 Filmberichte — Filmmusik (Mü.) 22.18 Thomas Mann als Politiker, Versuch einer leidenschaftslosen Darstellung (Frkf.) 22.18 Der Student in der Ostzone Hörfolge (Bla.) Mittwoch, 25. Januar 1950 S.SS Wohnen — in Schweden (NWDR) 12.48 Dein Recht als Bürger (Mü.) 16.15 Lieder und Tänze aus aller Welt (Frkf.) 10.3« Musikalische Kurzweil (NWDR Bin.) 20.0« „Glück ln Monte Carlo“. Operette von Ludwig Schmidseder (Mü.) 22.18 Die Rolle der Gewerkschaften (NWDR Bin.) 22.0» „York Street Nr. 70“, Kriminal-Szene (Frkf.) Donnerstag, 26. Januar 1950 18.5« Mode: Studium und Beruf (Frkf.) 20.0« Bach ln deutschen Kirchen: Neresheim (Mü.) 20.0« „Ich bin Chabert“, Hörspiel nach Balzac mit Erich Ponto, Antje Weißgerber u. a. (NWDR) 20.48 Ihre Lieblingsmelodien (MU.) 22.15 Unbekannte Lieder von Franz Schubert (Frkf.) 22.0« „Auf überwachsenen Pfaden“, der Fall Knut Hamsun (Mü.) 22.25 Vis-ä-vis vom Wendelstein, musikalisch« Liebesgeschichten aus den Bergen (Frkf.) t Freitag, 27. Januar 1950 20.0« „Traumland“, Operette in drei Akten von Ed. Künneke (NWDR) 20.98 „Santa Maria von Toledo“, religiöses Drama von Calderon. Zum 350. Geburtstag des spanischen Dichters (Mü.) 20.58 „Die Ratten“, von Gerhart Hauptmann (Frkf.) 22.05 „Verständigung", von W. Schmiele (NWDR) 22.18 Negro spiritualg, vier geistliche Negerlieder (NWDR) 22.11 Ergebnisse der amerikanischen Jazzumfrag« (Frkf.) Samstag, 28. Januar 1950 18.01 Festliche Musik von niederdeutschen Fürstenhöfen. (NWDR Han.) 18.30 Chormusik (NWDR) 16.00 Lebensgeschichte eines Gestorbenen (NWDR) 16.40 60 bunte Minuten aus Berlin (NWDR Bin.) 18.15 Wie mache ich mein Testament (Frkf.) 20.20 „Devisen", eine traurige Begebenheit (MüJ 20.45 Das Kölner Samstagabend-Kabarett. (NWDR) 21.00 Quiz zwischen London und Frankfurt (Frkf J 22.10 Das Gesellschaftstelefon, heitere Geschieht« aus Vermont (Mü.) Montag, 23. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral 6.30 Morgengymnastik " 6.40 Südwestd. Heimatpost 6.55 Nachrichten. Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.10 Programmvorschau 7.55 Nachrichten 8.00 Für die Mutter — 8.10 Wasserstandsmeldungea 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten, Straßenwetterdienst 9.15 Suchmeldungen 9.45 Kindersuchdienst 10.00 Suchdienst f. Heimkehrer u. Kriegsgefangene t0.15 Schulfunk: Aus der Zeit des Sozialistengesetzes 11.45 Kulturumschau 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten, Pressestimmen 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik nach Tisch 13.55 Programmvorschau 14.00 Schulfunk: Tabak aus Mazedonien 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Kinderf.: Was die Kinder in Frankreich spielen 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Wir sprechen über neue Bücher 17.00 Konzertstunde: Brahms, Schumann, Mendelssohn- Bartholdy und Brunner 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Für die Frau 18.15 Unterhaltungskonzert >9.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Quer durch den Sport 19.45 Nachrichten *0.00 Fröhlich fängt die Woche an 51.00 Sendung der Landkommission f. Württ.-Baden 11.15 Das George-Melachrino- Orchester (Lond. Rundf.) 11.45 Nachrichten .50 Wir denken an Berlia .00 „Burschen heraus!“ Hörbild zur Frage der Stu- denten-Verbindungen 13.00 Musik unserer Zeit (3.45 Nachrichten (3.50 Zum Tagesausklang Dienstag, 24. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral Kurznachrichten 6.40 Südwestd. Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.10 Programmvorschau 7.45 Morgengymnastik 7.55 Nachrichten 8.00 Wir wollen helfen 8.10 Wasserstandsmeldungen 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 9.45 Kindersuchdienst 10.00 Suchdienst f. Heimkehrer u. Kriegsgefangene 10.15 Schulfunk: Tabak aus Mazedonien (Wiederh.) 10.45 Konzertstunde: Carl Maria v. Weber. Reinidee, Loewe, Plüddemann und Herrmann 11.45 Landfunk 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik nach Tisch 13.55 Programmvorschau 14.00 Schulfunk: Jean Paul Sartre 14.30 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Für Eltern und Jugenderzieher: Das Jugendbuch 17.15 Klaviermusik: Wilhelm Berger 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Mensch und Arbeit 18.15 Auf dem Wege zur Mondrakete 18.30 Klänge der Heimat 19.00 Die Stimme Amerika« 19.30 Zeitfunk 19.45 Nachrichten 20.00 Primadonna und Tenor (Opernkonzert) 21.00 „Im Jahre 1984“, Funkbild von George Orwell 21.45 Nachrichten 21.50 Flüchtlingshandwerk 22.00 Unterhaltungskonzert 22.45 Kolonial-französische Volkslieder 23.15 Rundfunk-Tanzkapelle 23.45 Nachrichten 23.50 Zum Tagesausklang Mittwoch, 25. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral Kurznachrichten 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestd. Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.55 Nachrichten 8.00 Haus- und volkswirtschaftliche Sendung 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 10.00 Suchdienst f. Heimkehrer u. Kriegsgefangene 10.15 Schulfunk 11.45 Landfunk: Was die Fachschriften dem Bauern bringen 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik am laufenden Band 14.00 Schulfunk: Wege zur Musik 14.50 Orchestermusik 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Pfälzer Funkkinder melden sich zu Wort 16.00 Von Dichtem und Dichtung: „Stefan Andres“ 16.15 Konzertstunde 17.00 Chauvinismus u. Vaterlandsliebe (Hörfolge) 17.15 Orchesterkonzert 17.40 Südwestd. Heimatpost 18.15 Musik zum Feierabend 19.00 Die Stimme Amerikas 19.35 Innenpolitische Umschau 19.45 Nachrichten 20.00 „Die Ballade vom Eulenspiegel, vom Federle und von der di dien Pompanne“ v. G. Weisenbom 21.10 Musik von Dvorak und Goldmark 21.50 Wir denken an Mittel- u. Ostdeutschland 22.00 Heinz Hoffmann-Glewe spielt auf 22.30 Film als Kunst 22.45 Konzert für Violoncello und Orchester 23.15 Der Funktionär als Lebensform (Diskussion) 23.50 Kleine Tagesbilanz 00.05 Jazzfreunde unter sich Donnerstag, 26. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral Kurznachrichten 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestd. Heimatpost 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Kath. Morgenandacht 7.10 Programmvorschau 7.55 Nachrichten 8.00 Wir wollen helfen 8.10 Wasserstandsmeldungen 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 9.45 Kindersuchdienst 10.15 Schulfunk: Wege zur Musik 10.45 Italienische Musik 11.45 Landfunk: Gesunder Stall — gesundes Vieh 12.00 Kulturelle Vorschau 12.05 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten 13.00 Echo aus Baden 13.10 Heinz-Lucas-Quintett u. E. Strobel, Bariton 13 55 Programmvorschau 14.00 Schulfunk: Das Märchen „Von dem Schneider, der bald reich wurde“ 14.30 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 Für die Frau 17.05 Stunde der Hausmusik Luis Steiner: Spielmusiken für Streichquartett nach alten Hirten weisen; W. Mohr: Variat. üb. das Lied vom Heuschreck für Streichquartett u. a. 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Zeitfunk 18.30 Der Kammerchor: Das Abendlied 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Sport gestern und heute 19.45 Nachrichten 20.00 Frohes Raten, gute Taten 20.40 Mein Herz ist voll Musik (beliebte Melodien) 21.45 Nachrichten 22.00 Kammermusik: Mozart 22.20 „Don Juan“ (Erzählung) 23.05 Elfe Gerhart singt, die Gibaks spielen 23.45 Nachrichten 23.50 Zum Tagesausklang Freitag, 27. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral Kurznachrichten * 6.40 Südwestd. Heimatpost 6.55 Nachrichten. Wetter 7.00 Andacht der Methodisten 7.10 Programmvorschau 7.45 Morgengymnastik 7.55 Nachrichten 8.00 Am Familien tisch 8.10 Wasserstandsmeldungen 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldunge« 9.45 Kindersuchdienst 10.00 Suchdienst f. Heimkehrer u. Kriegsgefangene 10.15 Schulfunk (Wiederhol.) 11.45 Kultur-Umschau 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musik nach Tisch 13.55 Programmvorschau 14.00 Schulfunk (Geschichte): Aus unseren Tagen 14.30 IRO-Suchdienst 15.30 Wirtschaftsfunk 15.45 Kinderfunk: Singt mit! 16.00 Mozart: „Die Hochzeit des Figaro“ 16.45 Wir sprechen über neue Bücher 17.00 Teekonzert aus dem Hindenburgbau 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Aus der Wirtschaft 18.15 Blasmusik 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Zeitfunk 19.45 Nachrichten 20.00 Lachender Alltag 20.30 Symphoniekonzert 21.45 Nachrichten 21.50 Die Woche in Bonn 22.00 Sendung der Studentenschaften 22.10 Rundfunk-Tanzkapelle 22.45 Dichter lesen aus ihrem Werk: B. v. Brentano 33.15 Liederstunde, M. Lothar: Lieder der Kindheit; Richard Strauß: Lieder (Peter Anders, am Flügel: Hubert Gießen) 23.45 Nachrichten 23J59 Zum Tagesausklang Samstag, 28. Januar 6.00 Morgenspruch, Choral Kurznachrichten 6.30 Morgengymnastik 6.40 Südwestd. Heimatpott 6.55 Nachrichten, Wetter 7.00 Morgenandacht, junge Christen sprechen 7.10 Programmvorschau 7.55 Nachrichten 8.00 Funkkurier 8.10 Wasserstandsmeldung«« 8.15 Morgenmusik 9.00 Nachrichten 9.15 Suchmeldungen 9.45 Kindersuchdienst 10.00 Suchdienst f. Heimkehrer u. Kriegsgefangene 10.15 Schulfunk: Englisch 10.30 Schülerfunk 10.45 Tänzerische Musik 11.45 Landfunk 12.00 Musik am Mittag 12.45 Nachrichten 13.00 Echo aus Baden 13.10 Musikalisches Dessert aus Wien 13.45 Sport am Wochenende 14.00 Unsere Volksmusik 14.40 Jugendfunkpost 15.00 Zeitfunk: Was die Woche brachte 16.00 Film-Melodien von gestern und heute 17.00 Frohes Raten, gute Taten (Wiederholung) 17.40 Südwestd. Heimatpost 17.55 Kurznachrichten 18.00 Mensch und Arbeit 18.15 Im Namen des Gesetzes: Hermann Mostar spricht zu Prozessen von heute 18.30 Kleines Konzert: Mozart, Beethoven 19.00 Die Stimme Amerikas 19.30 Zur Politik der Woche 19.45 Nachrichten 20.00 So singt und klingt Europa (Musik, Lieder und Tänze) 21.45 Nachrichten 22.00 Die schöne Stimme: Helge Roswaenge 22.30 Wir bitten zum Tan* 23.45 Nachrichten 23.50 Jetzt fangen wir erst richtig an: eine Folge beschwingter Tanzmusik