BRÜCHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAKHGAÜ UND BAHRAIN Jahrgang S U. Vebnnr 1IN IS PCanidg Treibstoff-Preiserhöhung angenommen Demonstrierende Kraftfahrer rnniflgMtm Bannmeile in Bonn — Lünnsxenea im Bundestag Vod unserem DND-Korrespondnnten brach« und am Freitag vormi tta g fl arfana» «•tarn, da dta Rednw sonst Obar wichtig» Dinge tw balblaerem Baus sprechen müßten. In dam SPD-Antrag wird dla Bundesregierung ersucht, ein ausführliche* Programm tur Arbeitsbeschaffung mit dem Ziel dar Vollba* schfiftigung vorzulegen. Paria verzichtet auf Pachtung der Saar-Gruben Endgültige Regelung ent in Friedensvertrag Washington (DND). Mach Information« ans amtlichen hiesigen Kreisen hat Frankreich Jetzt auf die Pacht der Saargruben verzichtet und sich bereit erklärt, diese Frage ran Gegenstand endgültiger Friedensverhandlnngen zu machen. In Washington wird erwartet, daß die infolge der französischen Pläne laut gewordenen Befürchtungen ln der deutschen Bundesrepublik nunmehr hinfällig werden. Die französische Regierung beabsichtigte bekanntlich, die Saargruben auf die Dauer von SO Jahren zu pachten. Die USA und Großbritannien haben jedoch gegen diesen Vorschlag protestiert und erklärt, daß eine derartige Handlungsweise den Friedensvertragsver» handlungen zuvorkommen würde. „Ptingstmarsch" bestehen und wir werden die in Frage kommende Schleuse schein« in der Tat reparaturbedürftig zu sein. Dertinger Nachfolger NuschkesT Nachdem die führenden Männer der OstCDU und Ost-LDP nach Westdeutschland geflüchtet sind, soll, wie in Berlin verlautet, ein Führungswechsel bei den beiden Parteien bevorstehen. Als Nachfolger von Otto Nuschke (Ost-CDU) wird der Außenminister der Ost- zonen-Republik Dertinger genannt. Die Führung der Ost-LDP soll von deren stellvertretendem Vorsitzenden übernommen werden. Der Leiter der Kriminalpolizeizweigstelle Kottbus, ein SED-Mltglied, Ist nach Westberlin geflüchtet. Er erklärte, er könne die Verantwortung für die Vorgänge in der Ostzone nicht mehr teilen. Die Wahl — „ein Schwindel“ Die amtliche Nachrichteiagentur des Ostzonenregimes gab am Freitag bekannt, daß die Wahlen für den neuen Studentenverband aa den Universitäten und Hochschulen der Ostzone bisher eine überwältigende Mehrheit zugunsten der von den Kommunisten unterstützt«» Kandidaten ergeben hätten. Aus sicherer Quelle erfährt man aber, daß mehr als die Hälfte' der Studenten an der Humbold- Universität ungültige Stimmzettel abgaben. Zahlreiche geheim im Universitätsgebäude verteilte Flugblätter bezeichnten die Wahl als einen Schwindel. McGloy zum Am 1. Juni wird Westberlin noch immer auch noch hier sein' Zwischenbilanz im Fall May/Meyer Maier, Kamm und Dr. Haußmann rehabilitiert Eine Darstellung der Staatsanwaltschaft v.W. Bonn. Tausende von Kraftfahrern demonstrierten am Freitag vormittag in Bonn gegen die Erhöhung der Kraftstoffpreise. Di« Fahrzengkolonnen konnten Jedoch nicht, wie vorgesehen, am Bundeshaus Vorfahren, da die Umgebung des Parlaments durch dichte Polizeiketten abgesperrt war. Die Erörterung der Treibstoff-Frage, mit der sich die von der vorangegangenen Nachtsitzung stark ermüdeten Bundestagsabgeordneten in ihrer Vormittagssitzung beschäftigten, stand trotzdem etwas unter dem „Druck des - Straße“, denn auf dem Frankenplatz sprach zur gleichen Zeit ein Redner der demonstrierenden Kraftfahrer protestierende Worte, die durch eine Lautsprecheranlage auch vor das Bundeshaus gebracht wurden, zu dem noch das Gehupe der vor der Bannmeile haltenden Autos immer wieder herübertönte. Während dieser Zeit beschäftigte sich das Haus mit dem Antrag der WAV, betreffend Benzinpreiserhöhung, und dem der KPD, betreffend Mißbilligung der Anordnung des Bundeswirtschaftsministers auf Erhöhung der Mineralpreise. Bundesfinanzminister S c h ä f - fer erklärte dazu, daß eine Beibehaltung des bisherigen Benzinpreises nur möglich sei, wenn man eine Sondersteuer erhebe. Das Haus tobt Hierbei war das Parlament noch verhältnismäßig ruhig. Es fing aber an zu toben, als der FDP-Abgeordnete Euler Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung forderte, weil man „unter dem Druck der Straße“ solche Dinge nicht beraten könne. Die Stimmung wurde immer lebhafter, als der SPD-Abge- ordnete Seuffert ironisch feststellte, daß die Bundesregierung — die tatsächlich eine Kabinettssitzung durchführte — „stark vertreten sei“; nicht einmal der Verkehrsminister beteilige sich durch Anwesenheit an diesem wichtigen Tagesordnungspunkt. Die Opposition nahm diese Feststellung mit Lärm zur Kenntnis, so daß der Vizepräsident des Bundestages, Dr. Hermann Schäfer, darum bitten mußte, den Verlauf der Sitzung nicht dauernd zu stören. Daraufhin meldete sich der WAV-Führer L o r i t z zur Geschäftsordnung und widersetzte sich „mit aller Entschiedenheit" dem Vertagungsantrag. Der KP-Abgeordnete Rische bezeichnete den ganzen Vorgang als eine „Selbstentmannung des Parlaments“. Der FDP Abgeordnete Rademacher wandte sich gegen den Antrag seines Parteikollegen Euler. Er empfahl, die Debatte abzubrechen und sie erst wieder zu beginnen, wenn die demonstrierenden Kraftfahrzeugkolonnen abgezogen seien. Vizepräsident Schäfer versuchte zunächst, eine Abstimmung durch Handaufheben durchzuführen. Dabei stellte sich aber heraus, daß eine Mehrheit für den Vertagungsantrag nicht klar ausgezählt werden konnte. Auch Professor Carlo Schmid wandte sich gegen den Euler-Antrag mit der Feststellung, daß eine neue Sitzung nur beantragt werden könne, wenn damit keine Bedingungen verknüpft seien. Darauf zog Euier seine Bedingungen für die Anberaumung einer neuen Sitzung (den Abzug der Kraftfahrzeugkolonnen aus Bonn) zurück. Wieder „Hammelsprung“ Bei der anschließenden Abstimmung durch „Hammelsprung“ ergab sich, daß 165 Abgeordnete für die Vertagung, 140 dagegen waren, während sich drei der Stimme enthielten. Die Auszählung zeigte zugleich, daß an der Beratung dieses wichtigen Punktes nur 308 Abgeordnete von 402 teilnahmen — ein Beweis dafür, wie „lebhaft“ sich die Volksvertreter an den Sitzungen beteiligen. Zum Schluß der Sitzung «teilte Vizepräsident Dr. Schäfer verschiedene Ordnungsruf e. Er bedachte mit einem davon den Abgeordneten Renner, du den FDP-Vertreter Euler als „US-Euler“ bezeichnet hatte. Einen weiteren Ordnungsruf bekam der Abgeordnete Schüttlar, der Loritz als „Narr“ bezeichnet hatte. Schüttler stellte dazu fest, daß er diesen Ausdruck zwar gebraucht habe, aber bedauere, und erklärte als Banknachbar von Loritz, dessen Verhalten sei in unmittelbarer Gegenwart „nicht mehr zu ertragen“. Zu Beginn der Sitzung hatte der Bundestag tn zweiter und dritter Lesung das Gesetz über die Berlinhilfe verabschiedet. Die kommunistische Fraktion stimmte gegen das Gesetz, die Bayernpartei enthielt sioi der Stimm«. Die Sitzung hinterließ bei den Zuhörern den Eindrude, daß man es gelegentlich mit einer derschar“ zu tun hatte, die sich unter Motto: „Ich blns nicht gewesen, Her» Lehrer“ gegenseitig den Pelz wusch. Preiserhöhung angenommen In der Nachmittagssitzung, die um 16 Uhr begann, beschäftigte man sich erneut mit den Treibstoffpreisen. Inzwischen waren die aus allen Teilen des Bundesgebiets auf Lastkraftwagen nach Bonn gekommenen Demonstranten wieder abgefahren. Nach ein«: lebhaften Debatte, die sich wiederum über mehrere Stunden hinzog, wurde schließlich mit Stimmenmehrheit der Antrag des Ausschusses für Wirtschaftspolitik angenommen, der eine Erhöhung der Treibstoffpreise auf 53 Pfennig je Liter Vergaserkraftstoff und 38 Pfennig je Kilogramm Dieselkraftstoff vorsieht. Für den Antrag stimmten die Regierungsparteien, während die Opposition sich gegen den Antrag entschied. • In der /Nacht zum Freitag hatte der Bundestag nach zehnstündiger Sitzung de» sozialdemokratischen Antrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gegen einige Stimmen der Rechten angenommen. Fast alle Abgeordneten der Regierungsparteien, die zum größten Teil das Haus verlassen hatten, enthielten sich der Stimme. Die Zentrumsfraktion hatte vorher vergeblich beantragt, die Debatte zu unter- Berlin (DND). Der amerikanische Hohe Kommissar John J. McCloy erklärte am Freitag, er hoffe, daß der Berliner Magistrat mit Unterstützung des amerikanischen Stadtkommandanten dem geplanten Pfingstmarsch der kommunistischen Jugend auf Berlin erfolgreich begegnen werde. McCloy wiederholte die Erklärung des amerikanischen Stadtkommandanten, General Taylor, daß amerikanische Truppen für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung eingesetzt würden, falls es der deutschen Polizei nicht mehr möglich sei, der Lage Herr zu werden. „Am 1. Juni“, so schloß der Hohe Kommissar, „wird Westberlin noch immer bestehen, und wir werden auch noch hier sein.“ McCloy kündigte ferner für den Fall der fortlaufenden sowjetischen Verkehrsbeschränkung amerikanische Gegenmaßnahmen an. Er lehnte es jedoch ab, sich über die Art dieser Maßnahmen zu äußern. Der Uberlandverkehr zwischen Berlin und der Bundesrepublik war am Freitag ziemlich normal. Dagegen wird die Kanalschiffahrt von und nach Berlin in Kürze einigen Einschränkungen unterworfen sein. In einer Bekanntmachung der Ostzonenbehörden heißt es, daß Reparaturarbeiten an einer Schleuse in etwa zehn Tagen beginnen werden. Vertreter der britischen Behörden erklärten am Freitag, D.P. Stuttgart. In einer ausführlichen Darstellung gab die Staatsanwaltschaft am Freitag nachmittag eine Zwischenbilanz des Falles May/Meyer, die vor allem eine Klärung der gegen Ministerpräsident Dr. Maier erhobenen Angriffe enthält Die Staatsanwaltschaft stellt dabei fest, daß die Ermittlungsverfahren gegen den Ministerpräsidenten und den früheren Entnartüzierungsminister Kamm einzustellen seien. Die Nachprüfung dar drei gegen Dr. Maier vorgeiegten Anzeigen, in denen er der Nötigung im Amt, der Anstiftung zur Untreue und der Rechtsbeugung verdächtigt wurde, habe ergaben, daß keinerlei strafbare Kandluagen vorlfigen. Insbesondere betont die Staatsanwaltschaft, daß die Ausübung des Gnadenrechts aufgrund des Befrei ungsgesetzes nicht den Tatbestand einer strafbaren Handlung erfüllen könne, da es sich um ein Hoheitsrecht des Staatsoberhauptes handele, das keiner Nachprüfung durch ein Gericht unterliege. Dasselbe gelte auch für die von dem früheren Leiter des Be- freiungsministeriums, Ministerialdirektor K o- ranski. «teilten Gnadenerweises. <3eg« Ministerialrat Ströle liefen ursprünglich fünf amtttlunKsverlahreu. nwei davon wurden inzwischen eingestellt, während in einem dritten Verfahren Anklage wegen Beleidigung des öffentlichen Klägers Neudeck erhoben wurde. Hinsichtlich der Belastungen, die in den übrigen beiden Ermittlungsverfahren untersucht werden und die sich auf Begünstigung und Nötigung im Amt beziehen, sind die Erhebungen noch nicht' ab- geschlossen. Gegen den Landtagsabgeordneten der DVP, Rechtsanwalt Dr. Haußmann, habe überhaupt keine Strafanzeige vor gelegen. Die Ermittlungen gegen den Wirtschaftsführer Andreas Rapp seien noch nicht abgeschlossen. Der Fall einer ihm zur Last gelegten Bestechung werde noch geprüft. Außerdem werden noch Ermittlungen üb« die Berechtigung Rappe zur Entnahme von Treibstoff aus dem Vorrat des Befreiungsministeriums, über die Verbringung von Büromaschinen des Ministeriums in sein eigenes Büro sowie über die Begleichung der Rechnung eines bei einer Privatfahrt entstandenen Autoschadens durch das Ministerium angestellt. Die Staatsanwaltschaft betont, daß fast täglich bei ihr und bei der Polizei weitere Anzeigen gegen Rapp eingingen, die neue Ermittlungen erforderten. Fortsetzung Seit« * )ug«nd In Not Gtioß und acht ist die Not unser« Jfcigend, ünd war ein Han für jungt Menschen hat, •rschrickt immer wieder von neuem üb« ihr Ausmaß. So strömen, nach gewissenhaften Schätzungen monatlich 4000 bis 5000 Jugendliche im Alt« bis m SS Jahren in das Bundesgebiet ein. Sie streben den Industriezentren in Rheinland-Westfalen, im Ruhrgebiet und der französischen Besatzungszone zu, hoffen, dort Obdach und Verdienst zu finden. Sia kommen zu den mehr als 500 000 Jugendlichen, die arbeittios, heimatlos und entwurzelt, mit einem Wort, gefährdet sind. Besorgniserregend sind die Gefahren, die •Ich aus diesem Notstand «geben. Nihilismus und Radikalismus werden sich mehren, das kulturelle Niveau sinkt immer weiter, die volkswirtschaftliche Entwicklung wird gehemmt und die sozialen Lasten werden zu einer drückenden Belastung. Es entstehen Schädigungen, die vielleicht überhaupt nicht mehr heilbar sind, wenn es nicht bald gelingt, die soziale und seelische Not unser« Jugend zu lindem und zu beseitigen. Denn in kurzer Zeit werden etwa weitere 140 000 junge Menschen, welche die Schule v«lassen, sich um Lehr- und Arbeitsstellen bemühen, und weitere geburtenstarke Jahrgänge folgen bis zum Jahre 1054. Um diesem Elende zu begegnen und um wenigstens ln bescheidenem Umfang die Lebensbedingungen eines Teils unser« gefährdeten Jugendlichen zu verbessern, haben dla freie Wohlfahrtspflege, kommunale und staatliche Stellen. Jugendheime, Jugenddienste und Jugendselbsthilfewerke gegründet, ausgebaut und im „Jugendaufbauwerk“ xusammengefaßt Diese Dachorganisation koordiniert die einzelnen Aufgaben seiner Glied«, vertritt die Landesarbeitsgemeinschafteu bei Behörden und in der Öffentlichkeit, pflegt einen erfolgbringenden Erfahrungsaustausch und unterstützt erforderlichenfalls die einzelnen Maßnahmen. Wohl sind bis jetzt die Mittel und Möglichkeiten des gesamten Jugendaufbauwerks begrenzt gewesen und es ist nicht anzunehmen, daß sie ohne ausreichende staatliche Hilfe, sowohl ln gesetzlicher als auch ln finanziell« Hinsicht, auf das tatsächlich erforderliche Maß erweitert werden können. Doch was geschaffen wurde, ist nicht unbeachtlich. So sind, meist in den Großstädten und in den Industriebezirken, 400 Wohnheime entstanden. 20 006 junge Menschen wohnen darin und weitereit 80 000 sind sie schon eine Herberge gewesen. Sie «setzen vielen Werktätigen und Heimatlosen wenigstens teilweise das unersetzbare Elternhaus. Freilich, stellt man diesen Zahlen che Gesamtzahl d« entwurzelten Jugendlichen gegenüber, so zeigt sich, wie wenig Hilfe erst gewährt und wie umfangreich die noch zu leistende sozialpolitische Arbeit ist. Die Mittel nach dem Sofort hilfegesets werden jedoch wied« einige Pläne verwirklichen lassen. Um an jungen Menschen wirkliche Erziehungsarbeit leistem au können, benötigen diese nicht nur Heim, Nahrung, Kleidung und die sonstigen Dinge des täglichen Lebens, sondern auch Arbeit Und diese ist in manchen Gegend« so rar wie das Geld beim Jugendaufbauwerk. Es wird deshalb in einigen Helmen versucht, Lehrwerkstätten einzurichten, um Jugendliche für einen Handwerksberuf anzulernen oder auszubilden. Ein solches Vorhaben ist sehr teuer. Erfolgversprechend« und leichter zu erschließen sind Arbeitsplätze im Wald, bei Aufforstungen, bei Trainage- arbelten, beim sozialen Wohnungsbau, beim Bau von Kindergärten, Schül«- und Jugendheimen, Sporthäusern, Spielplätzen und anderen Tätigkeiten gemeinnützig« Art. Sie bilden eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung und beeinträchtigen nicht den Arbeitsmarkt d« freien Wirtschaft. Jung« Menschen- Heim und Arbeit zu schaffen, Beruf und Arbeit zu vermitteln, bevor sie in der Verwahrlosung abzusinken drohen, ist lohnender als Steuergeld« in Geschlechtskrankenhäuser. Jugendgefängnisse und Fürsorgeanstalten zu geben. Die Jugendnot ist zu einem Problem der Allgemeinheit geworden. Sie zu lindern und zu beseitigen, dürfte auf verschiedene Weise möglich sein. Das Jugendaufbauwerk hat eine der Möglichkeiten nicht erfolglos praktiziert. P S. Zwisd hffci l mur im Fall May/M6yer Furtsetamg von Seite 1 Hinskhffidi der drei, ia den Kern des Skandate rerwidoeBen PenBnlidücen« May- Meyer-Keßler erklärt die StaatsanwaHatbaft, daß das Ermitthai gwu J ahren gegen denfrühe- ren Sprachkaatmerrarsitnenden Keßler ab- geschlosses sei und daß gegen ihn Anklage erhoben werde. Das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Chefkläger May könne noch nicht abgeschlossen werden, da die Landespolizei weitere belastende Tatsachen mitgeteilt habe. Es handle sich um vier weitere Spruchkammerverfahren, in denen für die Betroffenen günstige Entscheidungen dadurch herbeigeführt werden sollten, daß May über den Vermittler Meyer Bestechungsgelder erhielt Auch die Untersuchungen gegen den Vermittler Meyet {Nürtingen) seien noch nicht abgeschlossen. Abschließend weist die Staatsanwaltschaft darauf hin. die Verzögerung ihrer Ermittlungen sei darauf zurückzuführen, daß der Verteidiger August Meyers sämtliche Reehts- möglkhkeiten auseesÄöpft habe, um eine Haftentlassung zu erreichen. Dadurch seien die Akten von Gerichtsbehörde zu Gerichtsbehörde gegangen, was die Staatsanwaltschaft am Abschluß des Verfahrens gehindert habe. Schadenersatzansprüche? Das Justizministerium gab bekannt, daß gegen verschiedene Beamte Beschwerden erhoben wurden; auch seien Schadenersatzansprüche gegen den Staat und gegen die beteiligten Beamten angekündigt. Diese Beschwerden und Ansprüche stützten sich darauf, daß durch rechtlich und tatsächlich unrichtige und unüberprüfte Meldungen an Außenstehende ehr ab schneiderische Darstellungen verschuldet worden seien. Das Justizministerium sieht rieh daher veranlaßt, seine Aufmerksamkeit diesen Beschwerden zuzuwenden und Maßnahmen zur Verhütung ähnlicher bedauerlicher Vorkommnisse in Zukunft zu erg r eifen. Sehlange-Schönmgen Generalkonsul in Washington Von unserem D ND - K o r r e s p o n d e n t e n v.W. Bonn. Dr. Schlange-Schöningen, der frühere Leiter des Zweizonenemäh- rungsamtes ist, wie vorauszusehen und von uns bereits angekündigt, zum deutschen Generalkonsul in Washington bestellt worden. Er wird seine Tätigkeit voraussichtlich im April aufnehmen. Über die Generalkonsuln in London und Paris ist noch nicht entschieden worden. Vtrteaiiger beaatngt Freisprwdt S iMaß p fiMtoyct ins Hedter-FiwzeC Kiel (DND). Im Prozeß gegen den Bundestagsabgeordneten Hedler fordert* der Verteidiger am Freitag den Freispruch seines Mandanten. Es li e ge in allen fünf A ntiag e- punkten kein begründeter Tatverdacht vor. Der Haupthetastungsseuge Fischer sei nicht glaubwürdig. Er habe seine St ich Worte aufge- zekhnet, ohne zu unterscheiden, ob es Zwischenrufe der Zuhörer waren, ob Hedler aus Zeitungen vorlas, oder ob er seine Meinung sagte. Bevüs zur Atonaleonirolle. Außenminister Bovin sagte zur Atomkontrolle, Großbritannien sei bereit, andere Staaten überwachen zu lassen, was es tue, falls diese Staaten ebenfalls mit einer internationalen Überwachung einverstanden seien. (DND) gl si|«M w i«H' Mary erkrankt. Die brii he Königinmutter Mary ist an einem schweren Ischiasanfall erkrankt Bereits in der vergangenen Woche konnte sie nicht mehr gehen. Sie lehnte es jedoch ab, im Bett zu bleiben und beschäftigt sich sitzend mit Handarbeiten. W. Gestalter adeliger Schönheit Fritz Klinisch feierte **. Geburtstag Am 10. Februar konnte der bekannte Bildhauer Fritz K l i m s c h seinen 80 Geburtstag begehen. Der einst viel gefeierte Künstler hat eich heute in die Stille der Schwarz waldberge zurückgezogen, nachdem er jahrelang im Brennpunkt der Kämpfe um klassische oder moderne Kunst stand. Klinisch hatte sich bedingungslos auf die Seite der Klassizistik gestellt, unbekümmert um die Wandlungen, die das künstlerische Leben »eit der Jahrhundertwende erfuhr. Seit 19J1 war KHmseh Professor an der Hochschule für bildende Kunst in Chariottenburg. Seine künstlerischen Bemühungen galten der menschlichen Gestalt, die er in neoklassizistischer Formengebung immer aufs neue darzustellen versuchte. Neben einer großen Zahl weiblicher Akte hat er eine Reihe von Portraitplastiken geschaffen, unter denen das Virchowdenkmal in Berlin einer der hervorragendsten Schöpfungen des Meisters ist. (DND) Lincoln formte an Amerika Die Zeit dee grafen Pr äs i denten Abraham Lincoln, dessen Geburtetag am 12. Februar gefeiert wird, lebte in einer der großen Epochen des werdenden Amerika. Im Verlauf seines Lebens von 1809 bis 1865 stieg die Bevölkerung der Vereinigten Staaten von 7 auf 35 Millionen. Fast 3885 Millionen Hektar Neuland wurden besiedelt, und die Zahl der amerikanischen Bundesstaaten erhöhte sich von 17 auf 30. Neue Farmen wurden angelegt, und neue Städte wuchsen aus den Boden. Auch die älteren Staaten hatten ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen, denn noch immer kamen in Scharen Einwanderer, die meist aus Europa stammten, in das neue Land. Es war eine Zeit der technischen Erfindungen und der wirtschaftlichen Ausbreitung. Die Farmer auf den weiten Ebenen des amerikanischen Mittelwestens pflügten ihre fruchtbare Erde mit dem verbesserten Stahlpflug, Samstag,, den 11. Februar 1958 Adenauer: „Sieg der Faulheit" Nar kane KäUnettattsung — Auch der Bundesrat tagte voa uaiersm D»D.Korrnpoaltnt«a v.W. Bema. Die KaöiaettesHmmg am Freitag; die durch den gMdmeitig tagenden Bun- dartng danBck stark gedreaeeK werden mußte, war nur kurz. Wie der stellvertretende Bundespressechef, Dr. Box, erklärte, beschäftigte steh das Kabinett noch einmal mit der Auswirkung der Arbeitslosenbeschaffungsdebatte des Bundestags am Donnerstag und beriet darüber, welche Ministerien für die Ausarbeitung des neuen Regierungsprogrammes mit dem Ziel der Vollbeschäftigung zuständig seien. Während der Sitzung kam auch das Verhalten der Abgeordneten während der Naditsit- ztmg des Bundestags zur Sprache. Bekanntlich mußte bei dieser Sitzung die Rechtskoalition — um eine Niederlage bei der Abstimmung zu vermeiden — Stimmenenthaltung üben, weil ein Teil der Abgeordneten nicht mehr im Saal anwesend war. Kurz nach Beendigung der Sitzung hatte Bundeskanzler Adenauer in seiner Eigenschaft als Mitglied der CDU/ CSTJ-Fraktion den Sieg der Opposition als „Sieg der Faulheit“ bezeichnet, womit er das Verhalten seiner Abgeordneten-Kollegen der Regierungsparteien meinte, die die lange Nachtsitzung nicht durchgehalten hatten. Bei der Kabinettssitzung wurde über diese Tatsache noch einmal gesprochen und der dringende Wunsch geäußert, daß die Abgeordneten die ihnen von den Wählern auferlegte Pflicht erfüllen möchten. Gleichzeitig beschäftigte sich das Kabinett mit einem Gesetzentwurf über ein Verfassungsgericht Der Entwurf sieht um. che gesetzmäßige Verankerung des Beschwerderechts bei Verfassungswür sehen vor, wie es in angelsächsischen Ländern bereits besteht Einzelheiten liegen noch nicht vor. Wohnungsbaugesetz genehmigt Gleichzeitig mit dem Bundestag tagte auch der Bundesrat dar für »eine 13. Sitzung eine umfangreiche Tagesordnung mit 24 Punkten aufgestellt hatte. Die Mehrzahl der Gesetzentwürfe, die durchweg vor dem Bundestag schon verhandelt •wurden, fand die Zustimmung, lediglich bei dem Wohnungsbaugesetz kam es zu einer längeren Aussprache, da hier der Wiederaufbauausschuß eine Reihe von Abänderungsanträgen vortrug, die den Ländern mehr Recht sichern. Diese Bedenken wurden durch die Erklärung von Bundesaufbauminister Wlldermuth nicht beseitigt, so daß der Bundesrat schließlich dem Wohnungsbaugesetz nur unter Berücksichtigung der von den Ländern gewünschten Einschränkungen zustimme. Der Bundesrat genehmigte u. a. die Anordnung über die Stundung und Vergütung von Tabaksteuern für Zigarren, die eine Verbilligung der Zigarren haben wird, das Gesetz über den Lohnsteuerjahresausgleich, da« Gesetz über die Errichtung einer Bundesstelle für den Warenverkehr, ferner das Gesetz über die Aufgaben des Bundes auf dem Gebiete der Seeschiffahrt und stimmte der Gewährung eines Kredites von 150 Millionen DM zur För-' derung des Wiederaufbaus einer deutschen Handelsflotte zu. Freund oder Gefangener des Kremls? Gerächte um Mae-Tse-Tuags Moskauer Aufenthalt wollen nicht verstummen Empfang beim Obersten Sowjet Moskau (DND). Der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjet, Scfawerink, gab Mer einen Empfang für den Führer der chinesischen Volksrepublik, Mao-Tte-Tunf. Dem Empfang wohnten der steg v er tr e ten de Ministerpräsident Moiotow sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten teB. Tags zuvor besichtigte Mao-Tse-Tung ein sowjetisches Flugzeugwerk und die größte sowjetische Autofabrik. Ein Kommunique über seine Verhandlungen im Kreml wird hier in Kürze erwartet. Die Tatsache, daß sich der chinesische Kommunistenführer nun schon seit zwei Monaten in der russischen Hauptstadt aufhält, ohne daß bis jetzt positive Ergebnisse seiner dortigen Verhandlungen bekannt wurden, hat begreiflicherweise zu zahllosen, mehr oder weniger stichhaltigen Vermutungen und Kombinationen geführt. So sollen, nach einer Meldung aus Hongkong, Mao-Tse-Tung und sein Außenminister Tschou-En-Lai durch planmäßige Varzögerungsmanöver der Sowjets in Moskau zurückgehalten werden, ja praktisch „Gefangene des Kremls“ seien, da sie es bis jetzt nicht vermocht hätten, ihre eigenen, nationaikomrouni »tischen Tendenzen mit den russischen Forderungen in Einklang zu bringen. Stalin, so wird behauptet, glaube Anlaß zu der Befürchtung zu haben, daß Mao-Tse-Tung sich nach seiner Rüdekehr in einen „zweiten Tito“ verwandeln könne. Um diese Gefahr ein für alle Mal auszuschalten, sei in Peking inzwischen eine absolut moskautreue Gruppe der chinesischen Kommunisten unter Führung Liu-Schau-Schis dabei, die Macht schrittweise an sich zu reißen. Man wird gut daran tun, diese und ähnliche Nachrichten zunächst mit gebührender Skepsis die Mähmaschine wurde entwickelt, und zum ersten Maie amtete man Kom mit neuen Erntemaschinen. Die Grundlage für die Schwerindustrie wurde durch die Entwicklung des Bessemerverfahrens — Härtung des Eisens durch Anreicherung mit Kohlenstoff — gelegt. Revolverdrehbank und Nähmaschine waren neue Werkzeuge in Geschäften und Fabriken. zu betrachten. Sicher gibt es eine Unzahl von Reibungspunkten zwischen dem kommunistischen China und Moskau: die Mandschurei, die Mongolei und das chinesische Turkestan. Mao Tse Tung erklärte zudem, er habe keineswegs die Absicht, nur mit der UdSSR allein Handel zu treiben, obwohl dies Moskau gern sehen würde. Aber China braucht den Handel mit ■den anderen Ländern, schon weil es sich die Währungen beschaffen muß, um den Reis zu bezahlen, den es zu importieren gezwungen ist. Abgesehen davon ist China in punkto Kapitalhilfe vollkommen von der westlichen Hemisphäre abhängig, da ihm Moskau kaum dazu verhelfen kann, eine umfassende Industrialisierung durchzuführen. Wenn es auch klar sein dürfte, daß der chinesische Kommunistenführer nicht als Vasall zu Stalin gekommen ist, sondern als gleichberechtigter Freund und Verbündeter, so darf man dabei nicht vergessen, wie eng die Bindungen zwischen den chinesischen und den russischen Kommunisten sind, die eine Vielzahl von Belastungen ertragen haben, seit beide Staaten die Krisen ihrer Revolution überwanden. Am Rande bemerkt teean am 12. Februar Mi Lewis, der amt» rikaMMlM BergarMtartthrer, seinen 70 . oe> burtstag federt, wird er von einem Teil da Bevölkerung GlflAwünscb« und vom anderen TeB Vf i-yriliiKliungsn entpegeunebmen müssen, Mit seiner ‘zwlnmdltjgen Persönlichkeit und aMnem weMnelvoflen GeschMt in der Gewerk» ateaftsbewagang befaßt sieh die nachstehend« Skizze. John Lewis, der „Boß“ der amerikanischen Bergarbeiter — in diesen Tagen einte neuen Streik» viel genannt — wird als „Mann ohne Programm“ bezeichnet, der keine Wirtschaftsreform wünscht, für ein freies Unternehmertum eintritt und eine Einmischung des Staates in die Privatwirtschaft ablehnt. Das Motto seiner Arbeit könnte man „allmähliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen“ nennen. Seine Hauptkampfziele sind: Verbesserung der Renten und Pensionen, höhere Löhne und Modernisierung der Werksanlagen. Das Hauptmittel zur Verwirklichung seiner Pläne ist der Streik. Im April 1946 gab der ,„Boß“ die Streikparole für die Kohlengruben. 2 Millionen Kumpels streikten, die Stahlproduktion sank auf 59 Prozent, im Eisenbahn« und Postverkehr traten umfangreiche Störungen ein. Da» Weiße Haus drohte, Lewis bol einen zwölftägigen „Waffenstillstand“ an. Die Regierung übernahm die Verwaltung der Kohlengruben und gewährte Beträge für den Wohlfahrtsfond, da die Unternehmer nicht einlenken wollten. Im Oktober des gleichen Jahres aber beschuldigte Lewis die Regierung, ihre Zusagen nicht zu halten. Ein neuer Streik begann, wurde aber sofort für ungesetzlich erklärt Lewis erhielt eine Geldstrafe von 10 000 Dollar. Seine Gewerkschaft mußte 3,5 Millionen Dollar zahlen. Trotzdem wurde weiter gestreikt Präsident Trum an drohte mit militärischer Besetzung der Gruben. Da kapitulierte Lewis.' Wenige Monate später verbot di# Regierung den Gewerkschaften durch Gesetz, künftig Verhandlungen über Kollektivverträge über die Gesamtheit eines Industriezweigs ZK führen. Das war eine entscheidende Niederlage in der Kraftprobe des Arbeiterpolitikers Lewis, Doch die Streiks hörten nicht auf. Imme» wieder wurde der „Boß“ der 600 000 Unionsmitglieder verklagt, zu Geldstrafen verurteilt und von der Presse als „Feind Nr. 1 der USA“ diffamiert. „Die amerikanische Arbeiterschaft »oll sich endlich aufraffen und ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Diktator Lewis beweisen“, hieß es in der Leserzuschrift einer Bergmannsfrau. „Das gesamte ökonomische Leben der Nation wird durch diese Massenstreiks gefährdet“, Ist die Meinung der Regierung. „Er verhilft uns zu notwendigen sozialen Sicherungen“, sagen die Kumpels. Aber „Diktator“ ist er wirklich. Lewis erledigt am liebsten alles ohne vorher seine Mitarbeiter einzuweihen. In einer Grube schlug er einmal einem widerspenstigen Maulesel den Schädel, ein paar Jahre später dem Führer der Zimmerleute die Rippen ein. Das entspricht seinem Temperament Im übrigen widmet er sic 1 dem Studium der Bibel und Shakesspear Werken. S.' Formosa soll sich selbst verteidigen US-Außenministerium zur Chinafrage Washington (AD). Die Regierung der Vereinigten Staaten ist auch weiterhin entschlossen, sich in Formosa nicht militärisch einzumischen und vertritt die Ansicht, daß die chinesische Nationalregierung die Insel verteidigen könne, wenn sie die zur Verfügung stehenden Kräfte wirksam einsetze. Das Außenministerium veröffentlichte eine Erklärung, in da erneut bestätigt wird, daß die USA die National- Behörden in China anerkennen. Es wird jedoch hinzugefügt, falls ein Organ der Vereinten Nationen mit einfacher Mehrheit bestimmen sollte, die kommunistische Regierung in China anstelle der National-Behörden als Mitglied anzusehen, dann würden sich die USA dem Willen der Mehrheit fügen. Das würde jedoch nicht eine Anerkennung des kommunistischen Regimes bedeuten. Das Außenministerium hat ferner bei der chinesischen Nationalregierung gegen die Bombardierung amerikanischen Eigentums ln Schanghai Protest eriroben. Da« Repräsentantenhaus nahm eine Vorlage an, wonach Südkorea und Formosa, der Sit* der National-Behörden, kurzfristige Wirtschaftshilfe erhalten sollen. Damit ydrd die vor 14 Tagen mit Stimmenmehrheit erfolgte Ablehnung voll rückgängig gemacht. Kohlen werden rationiert Das Bundesgericht der USA erließ eine Note, in der die streikenden Bergarbeiter aufgefordert werden, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Die Regierung hat eine scharfe Rationierung der Kohlenvorrfite angeordnet. Der Eisenbahnverkehr ist bereits stark eingeschränkt worden. Die Gouverneure einiger Staaten haben Kohlenverwalter eingesetzt, die sämtliche Kohlenvorräte neu verteilen sollen. Hat Dr. Fuchs gestanden? erfuhr, beschloß ich, Rußland zu informieren' Die Erfindung des Telegraphen gestattete eine raschere Nachrichtenübermittlung, die Zeitschriften der Lincoln’schen Epoche wurden schon auf RotationspresBen gedruckt, und Fotografen hielten zum ersten Mal die Tagesereignisse im Bilde fest. Nach allen Teilen Amerikas brachten Eisenbahn und Kanäle das Rohmaterial von den Bergwaken und Farmen und die Fertigwaren aus den Fabriken. 1969 konnte man auf der ersten tranekontinentalan Bahnstrecke Amerika von Osten nach Westen durchrasen. Der Erie-Kanal wurde im Jahre 1825 fertiggestellt. Er verband die großen Seen, die zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada liegen, mit dem Hudsonfiuß und dem Hafen von New York an der atlantischen Küste. Es waren gerade diese jungen und aufblühenden Staaten, die Abraham Lincoln während der Zeit seiner Präsidentschaft (1861—65) trotz aller politischen Stürme jener Zeit zur großen Union der Vereinigten Staaten von Nordamerika zusammenschloß. A-D. Bildende Künstler bei Hand werksmeasc Der Bund deutscher Landesberufsverbände „Bildende Künstler“ hat alle deutschen Maler, Bildhauer und Graphiker aufgefordert, sich an der deutschen Handwerksmesse 1950 in München zu beteiligen. Werke mit handwerklichen Motiven können in der Zeit vom 10. bis 15. April an den Berufsverband „Bildende Künstler“, München, Maximilianstraße 26 eingeschickt werden. Für Bilder und Plastiken, die hier nicht ausgestellt werden, veranstaltet der Berufsverband in seinen eigenen Räumen eine Parallelausstellung. (DND) „Als ich den Zweck der Arbeiten Landen (DND). Am Freitag wurde hier das Strafverfahren gegen den Atomforscher Dr. Fachs, eröffnet. Die Anklage lastet auf Verrat von Gehetm Informationen über die Atomenergie in zwei Fällen. Der Angeklagte hatte bis vor kurzem im Dienste des britischen Versorgungsministeriums einen wichtigen Posten als Atomfor- Kher inne. Der Anklagevertreter trug vor: Dr. Fuchs wurde im Jahre 1911 in Frankfurt geboren, als früheres Mitglied der KPD floh er nach England. Im Jahre 1942 begann er seine Tätigkeit im Rahmen der britischen Atomforschung. Er erwarb durch Naturalisation die britische Staatsangehörigkeit und leistete der britischen Krone den Treueid. Als es später klar wurde,daß Informationen in un- rechte Hände gelangt waren, wurden in Großbritannien und Amerika Ermittlungen angestellt, die auf Fuchs als Täter hindeuteten. Der Anklagevertreter verlas dann eine Erklärung, die Fuchs freiwillig gegenüber einem Beamten der Sicherheitspolizei abgegeben haben soll. In dieser Erklärung heißt es: „Als ich den Zweck der Arbeiten erfuhr, beschloß ich, Rußland zu informieren. Zu jener Zeit hatte ich völliges Vertrauen in die russische Politik. Nach dem Kriege hatte ich hierüber Zweifel, später mißbilligte ich viele Maßnahmen der russischen Politik. Ich kam zu dem Entschluß, daß ich die Weitergabe von Informationen flicht fortsetzen könne, ohne sicher zu sein, daß ich das Richtige tue. Alles was ich jetzt tun kann, ist, den von mir angerichteten Schaden wieder gutzumachen.“ Ein Beamter des Sicherheitsdienstes erklärte, Fuchs habe ihm gesagt, er glaube jetzt, der russische Kommunismus sei etwas, das man bekämpfen müsse Gegen Fuchs wurde dann das Hauptverfah- ren vor dem Londoner Kriminalgericht eröffnet, wo die Verhandlungen vor einem Richter und einer Geschworenenbank erfolgen werden. Abkommen mit Ostzone •oll den gesamten Handel umfassen v.W. Bonn. Die deutsche Bundesregierung wird, wie zuverlässig verlautet, demnächst Schritte ergreifen, um ihren gesamten Handel mit der Ostzone in das Abkommen über den Interzonenhandel vom Oktober 1949 einzubeziehen. Dieses Abkommen, das für ein Jahr Gültigkeit haben sollte, sieht einen Warenaustausch im Werte von 300 Millionen DM vor. Bisher fand der größte Teil des Interzonenhandels außerhalb dieses Abkommens statt. Die Ostzone hat in diesem Handel bereits einen sehr erheblichen Fehlbetrag anlaufen lassen. Das bedeutet, daß die Marshallhilfe für Westdeutschland immer mehr den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Ostzone unterstützt. SaiMtac, den 11. F«feruar 1009 NEVES AUS ALLER WELT Aktion „Zauberteppich" Die seltsamste Umsiedlung 30. Jahrhunderts — Amerikanische Fhifaenge transportieren 40000 Juden aus Temen nach Palästina Von unterem Korrespondenten ^ R, T 0 1 Aviv Eine dreiköpfige Familie steht vor dem Fenster eines Uhrengeschäfte« in einer der Hauptstraßen Tel Avivs. Mann, Frau und Kind schauen sich höchst amüsiert die merkwürdigen Gegenstände in der Auslage an. Die Haut dieser Fremdlinge ist broncetarben und ihre gelockten Haare sind schwarz. Sie trägt ein mehrfarbiges orientalisches Kleid, an den Armen sieht man schwere silberne Armbänder und ihr Gesicht zeigt Tätowierungen. Er hat einen kurzen Spitzfoart und das Gesicht des Knaben ist von langen Lok- ken umrahmt. Vater und Sohn tragen eigenartige lange weiße Flanellgewänder und weiße Fußbekleidung. Ihr Staunen vor dem Uhrmachergeschäft ist nur zu begreiflich, denn sie haben in ihrem Leben noch keine Uhr gesehen. Seit 2900 Jahren ... Die Familie Jakob Hayuns gehört zu den 40 000 Juden, die seit Jahrhunderten auf der arabischen Halbinsel unter der Feudalherrschaft eines Imams gelebt haben. Diese Leute haben me ihr Land verlassen und wußten nichts von der zionistischen Bewegung. Sie sprachen nur arabisch, lebten und kleideten sich wie die Araber. Nun hat der Ruf ihres Volkes diese Wüstenbewohner erreicht und sie entschlossen gich, die Fahrt nach Palästina anzutreten. .Der einzige Unterschied, der zwischen den Arabern und Juden in Yemen bestand, war ihre Religion, denn die Juden hielten auch im Exil am Glauben ihrer Väter fest. Seit 2000 Jahren wiederholten sie hartnäckig immer wieder ihr „Keshana haba beyerusahlaim“, was soviel bedeutet als „Das nächste Jahr in Jerusalem“, bis dieses nächste Jahr .nun eingetroffen ist Nie ein Flugzeug gesehen Die unter der Bezeichnung „Zauberteppich“ bekannte amerikanische Aktion, durch die die gesamte jüdische Gemeinde in Yemen, insgesamt 40 000 Personen, nach Palästina transportiert werden soll, setzte im August 1940 ein und wird jetzt im Februar zu Ende geführt. Die amerikanische Luftfahrtgesellschaft „American New East Airlines“ hat den Transport dieser Menschen übernommen, die noch nie im Leben ein Flugzeug gesehen haben. Im August vorigen Jahres bekamen die Juden in Yemen Wind, daß alle diejenigen, die sich selbst bis in die Gegend von Aden durchschlagen, von dort aus die Möglichkeit haben würden, in den neuen Staat Israel zu gelangen. Diese Nachricht ging von Mund zu Mund, von einer Gemeinde zur anderen, bis sie im Oktober auch in dieses Dorf drang, in dem Jakob Hayun wohnte. Marsch durch die Wüste Jakob befahl seiner Frau, genügend „Sa- Jiufa“, d.i. eine Art gewürztes Schwarzbrot, zu trocknen und schloß dann eines Tages seine Schuhmacherwerkstatt. Eines Abends brach er zusammen mit allen anderen Juden des Dorfes auf. Sein spärliches Gepäck und sein Sohn wurden auf den Rücken des Esels gebunden und dann ging es fort auf der langen, staubigen Straße, die durch hohe Sanddünen führte. Zwei Monate wanderten sie, um die 8000 km lange Strecke nach Aden zurückzulegen. Nun trennten sie noch 1800 km von Israel, die in sieben Flugstunden überwunden wurden. Eßlingen hilft seiner I.aadesbühne Eßlingen (hpd). Der hiesige Gemeinderat beschloß, die Württ. Landesbühne nicht lm Stich zu lassen und genehmigte einen Zuschuß von 8000 DM zur Deckung des bis jetzt entstandenen Defizits. In der Erwartung, daß der Stadt Eßlingen der geforderte Staatszu- schuß in Höhe von 200 000 DM vom Landtag bewilligt wird, gewährte der Gemeinderat auch noch ein Darlehen von 5000 DM. Im übrigen wird angestrebt, für ganz Württemberg nur eine Landesbühne bestehen zu lassen und die Kräfte der beiden anderen außerhalb Stuttgarts spielenden Bühnen in der Eßlin- ger Württ. Landesbühne zusammenzufassen. Kochertal dem Verkehr erschlossen WH. Gaildorf. Dieser Tage wurde eine der wichtigsten Omnibusverkehrslinien im Kreis Backnang, die Strecke Gaildorf—Aalen, eröffnet. Die Linie erschließt das gesamte Kochertal von Heilbronn über Gaildorf nach Aalen. Sie wird täglich vier Mal mit einem modernen 32sitzigen Magirus-Omnibus befahren. Messerstecherei In der Räuberhöhle Ravensburg (DND). Bei einem Wortwechsel zwischen dem Gastwirt der „Räuberhöhle“ und seinem 47jährigen Oberkellner zog der letztere sein Taschenmesser und stach es dem Wirt in die linke Brust. * Grausiger Fund im Walde Lindau (DND). In einem Wald in der Nähe der Bahnlinie Wurden Körperteile eines neugeborenen Kindes gefunden, der Kopf, das linke Bein und die Hände. Vermutlich warf jemand das Kind aus einem fahrenden Zug. Einem Arzt 244 Abtreibungen nachgewiesen Karlsruhe (SWK). IneingeweihtenKreisen kursierte seit langem das Gerücht, daß ein Karlsruher Arzt laufend verbotene Eingriffe bei schwangeren Frauen vorgenomrrten habe. An zuständiger Stelle wurden die Gerüchte weder dementiert' noch bestätigt. Auch der Name des Arztes war, „um die Ermittlungen nicht zu stören“, nicht in Erfahrung zu bringen. Im soeben veröffentlichten Monatsbericht der Polizei wird zum ersten Mal Ehe die kleine Karawane Aden erreicht hatte, mußte sie ganz wie im Mittelelter verschiedenen arabischen Herrschern Tribut für die Genehmigung zur Durchquerung ihre* Gebietes zahlen. Als britische Truppen sie von Aden aus bemerkten, benachrichtigten sie den Kommandanten des Lagers Hashed, der ihnen sofort einen Lastwagen entgegenschickte. Das große Btaunen In Israel angekommen, kamen die Einwanderer aus dem Staunen nicht heraus. Sie hielten es nicht für möglich, daß es auch blonde Juden mit heller Hautfarbe gibt Anfangs glaubten sie, es seien Engländer. Die Familie Hayun befindet sich heute in Rosh Haayin, einem der vier Riesenlager, die die Neuangekommenen aufnehmen. Den Juden aus Yemen ist alles neu: Nahrung, Kleider usw. Zum ersten Mal im Leben wurden sie gezwungen in Betten zu schlafen. Jetzt haben sie schon angefangen hebräisch zu lernen und so lernen sie nicht nur eine neue Sprache, sondern eine neue Lebensweise, die sich ganz wesentlich von dem Leben unterscheidet, das ihre Vorfahren beinahe zwanzig Jahrhunderte hindurch in Yemen geführt haben. Zauber einer neuen Welt Die meisten Einwanderer werden sich in genossenschaftlich organisierten Dörfern niederlassen und Landwirtschaft treiben, während einige als Handwerker in den Städten bleiben. Jakob Hayun wird in der Nähe von Tel Aviv eine Schuhmacherwerkstatt eröffnen. Er will nämlich in der Stadt bleiben. .Ein Gang durch die Straßen Tel Avivs hat Ihn bezaubert; er hat soviel Neues gesehen, Hochbauten, Calis, Kinos, elegante Limousinen und allerlei geheimnisvolle Gegenstände in den Schaufenstern, von denen er bisher nichts geahnt hat. In etwa fünf Jahren werden Jakob und seine Familie sowie die anderen 40 000 Juden aus Yemen sich in nichts mehr von den anderen Brüdern Israels unterscheiden. Sie werden hebräisch Sprechern, europäisch gekleidet sein und nur ihre dunkle Hautfarbe und ihre schwarzen Locken werden an die Organisation des „Zauberteppichs“ erinnern. Der „Schnurrbart-Prozeß“, ln einem Gerichtsverfahren, das von der Bevölkerung als „Schnurrbart-Prozeß“ bezeichnet wurde, verurteilte das Perleberger Gericht drei Krankenschwestern zu Gefängnisstrafen. Diese Schwestern sollen im Krankenhaus Perleberg die Bilder des Oszonen-Staatspräsidenten Pieck mit einem Stalinschen Schnurrbart versehen haben. W. König Faruk will heiraten. Wie zuverlässig aus Kairo verlautet, will König Faruk von Ägypten am 11. Februar, seinem Geburtstag, die 16jährige Beamtentochter Narriman Sadeck heiraten. Die Hochzeitsfeierlichkeiten werden voraussichtlich im engsten Kreise stattflnden. (DND) Ehemaliger Gauleiter in Argentinien. Der frühere Gauleiter und Reichsstatthalter von Steiermark, Dr. Uiberreither befindet sich seit Ende 1948 in Argentinien, wie aus einem Protokoll des Prager Volksgerichts hervorgeht. Er wurde 1945 in Dachau interniert und sollte in Nürnberg vor Gericht gestellt werden. Seit 1947 war er spurlos verschwunden. (DND) der Fe 1 * amtlich erwähnt. In zwei Sätzen meldet er: „Eine auffallend hohe Zahl nehmen die Fälle wegen Abtreibung ein. Die« erklärt sieh dadurch, daß einem Arzt in 244 Fällen di« Vornahme von Eingriffen nachgewiesen werden konnte.“ Explodierende 1000-kg-Bombe tötet Feldhüter Karlsruhe (SWK). Der Feldhüter Schrank aus Durlach-Aue hatte bei der Begehung seines Bezirks einen Bombenblindgänger von 1000 kg entdeckt, der etwa 60 cm tief im Boden steckte. Das Sprengkommando legte ihn frei und stellte fest, daß beide Zünder bereits entfernt waren. Nachdem die Bombe mittels Seilwinde aus dem Boden gezogen war, meißelte der Sprengmeister auch die Übertragungsladung heraus, so daß die Bombe an sich unschädlich gemacht war. Als sie in diesem Zustand hinter einem LKW auf die Straße gezogen worden war, detonierte sie dort aus bisher ungeklärten Gründen. Der Bombenboden flog hierbei gegen den Lastwagen und traf den im Führerhaus sitzenden Feldhüter Schrank so schwer, daß er auf der Fahrt zum Arzt bereits seinen Verletzungen wiegen ist. Postbeamter kundschaftete Raab aas Mannheim (DND). Dia Nachforschungen der Mannheimer Polizei wegen des Überfalls auf den Geldtransport der Mannheimer Post ergaben, daß ein Postbeamter den Räubern Anhaltspunkte für den Überfall gegeben hatte. Bekanntlich waren den Tätern 160 000 DM in die Hände gefallen. Der treulose Beamte wurde verhaftet und ist teilweise schon geständig. Aas Verzweiflung in den Tod Darmstadt (SWK). Eine in Heusenstamm angestellte Säuglingsschwester warf sich in der Nähe des Bahnhofes vor einen Zug und wurde auf der Stelle getötet Es handelt sich bei dem 22jährigen Mädchen um einen Flüchtling aus Mecklenburg, deren Eltern beim Einmarsch der Russen erschossen worden waren. Aus Verzweiflung über eine fristlose Entlassung hatte sie den Tod gewählt. Die Entlassung war erfolgt, weil sie ein Kind beim Baden leicht verbrüht hatte. EbgHMh-MnerikMÜad» Schießübungen Vorfall ia Helgellader Bucht geMtrt Cuxhaven (DOT». Zu dem Vorfall in der Helgoländer Bucht, bei dem deutsche Fischerboote von mehreren Flugzeugen beschossen wurden, veröffentlichte das britische Luftfahrtministerium folgende Erklärung: „Am Moatägnachxntttag erhielt ein Kampfflugzeug Befehl, über Helgoland Schießübungen abzuhalten. Ein im Hafen beobachtete« Fischerboot war nach Meinung der Flugzeugbesatzung unbemannt. Die Schießübungen wurden in dem genannten Gebiet durchgeführt, doch wurde das Fischerboot keineswegs angegriffen. Es wurden weder das Boot noch Ziele in der Nähe unter Feuer genommen. Helgoland steht unbeschränkt zu Schießübungen zur Verfügung. Schiffe, die sich in der Nähe der Insel aufhalten, tun das auf ihre eigene Gefahr.“ Ein amerikanischer Sprecher teilte außerdem mit, daß ein Superbomber vom Typ B 29 der 3. US-Luftwaffendivision, die in England stationiert ist, auf fünf deutsche Fischerboote geschossen habe, die vor Helgoland geankert hätten. Auch dieser Bomber habe ein Übungsschießen abgehalten, das sofort eingestellt Wenn am kommenden Samstag die süddeutschen Oberligavereine erneut Zusammenkommen, wird in Fellbach ein neues Kapitel geschrieben. Für die Verbände ist die Oberliga Süd das Kraftzentrum, mit dessen Fall sich die Gelüste der übrigen Vertragsspielervereine von selbst erledigen würden. Aus diesem Grunde wohl hat der DFB-Vorstand nicht die gewünschte Vermittlerrolle in dem Streit Oberliga Süd—SFV übernommen. Obwohl es gar nicht ausschließlich ein süddeutsches Problem ist, das hier zu lösen ist. Die Vertragsspielervereine des Nordens und des Westens sprachen sich erst jüngst in Frankfurt erneut für Dr. Walters Bestrebungen aus. Nach Dr. Walters Auslassungen sind die Oberligavereine nicht bereit, das „schlüsselfertig gebaute Haus“ ohne weiteres zu räumen. Andererseits ist vor allem durch den Vorsitzenden des 1. FC Nürnberg klar ausgesprochen, daß nach dem Bad Dürkheimer Fußballertag Dr. Walter nicht mehr unfoe- Fußballsport auf Abwegen! Diese Überschrift ist in den letzten Monaten in den Sportspalten der Zeitungen der ganzen Welt zu finden. Der Kampf um das braune Leder wird, so will es scheinen, mit einer kaum mehr zu überbietenden Leidenschaft geführt, zu der vor allem auch die Zuschauer das Ihrige beitragen. Auch in Deutschland sind Auswüchse und Ausschreitungen keine Seltenheit mehr. Die beiden Begegnungen Fürth gegen Regensburg können als Beispiel dafür gelten, wie der Kampf um die Punkte zu einem wahren Wildwest-Film wird. Da werden Weiber ... Schon beim Vorspiel ln Fürth ereigneten sich unglaublich« Rüpeleien. Eine „Dame“ spuckte beispielsweise dem Spielausschußvorsitzenden der Regensburger ins Gesicht, aber auch im Rückspiel in Regensburg wurden Weiber zu Hyänen. Hier empfing die Gattin des Fürther Spielführers Hof mann von einer fanatischen Jahn-Anhängerin eine Ohrfeige. Auch das starke Geschlecht trug seinen Kampf in drastischen Formen aus. Die Fürther Schlachtenbummler kündigten bereits bei der Ankunft ihres Sonderzuges, der von den Regensburgern „wärmstens“ begrüßt wurde, an, daß sie „diesmal Handgranaten mitgebracht“ haben. Zwei Minuten vom Bahnhof entfernt fand schon die „erste Feindberührung“ statt. Die Reibereien wurden in den engen Straßen der alten Kaiserstadt fortgesetzt, zumal sich die Regensburger von dem „Aufmarsch“ der Fürther mit Kleeblattfähnchen, Hupen und Trompeten herausgefordert fühlten. All« 5 Meter: Ein Polizist Der Kampf selbst ging unter Umständen vor sich, wie man sie in Regensburg noch nicht erlebt hatte. Der eigene Ordnungsdienst war verstärkt worden, Kriminalbeamte mischten sich unter die etwa 30 000 Zuschauer und uniformierte Polizei, alle fünf Meter ein Mann, schirmte das Spielfeld ab. Fürths Mannschaft, der Spitzenreiter der süddeutschen Oberliga, wurde mit einem Pfeifkonzert empfangen. Die Mißfallenskundgebungen steigerten sieh, als bekannt wurde, daß die Kleeblfittler ihren „Schützenkönig“ Schade nicht einsetzten. „Feigling Schade! Feigling Schade!“ tönte es im Chor. Die Vereinaleitung der Fürther hatte auf die Aufstellung ihres besten Mannes verzichtet, weil diesem vorher scheinbar gedroht worden war, daß er sich am Abend in einer Klinik wiederfinde. Schade wurde deshalb in Regensburg ins Kino geschickt und sah dort einen Film, wie er lim spannungsreicher in und um das Jahn-Stadion hätte erleben können. Nach dem Spiel mußte der Mittelläufer Schilling der Fürther Handballmannschaft seine ungefähre Ähnlichkeit mit Schade mit einer tüchtigen Tracht Prügel büßen. Es war als® doch gut, daß Schade nicht da war ... „Dort geht’* weiter)“ Abgesehen von diesem wüsten Drum und Dran verlief das von Regensburg 4:3 gewonnene Spiel selbst zwar hart, aber nicht ausgesprochen unsportlich, so daß Max Benne, worden sei, als der Pilot bemerkte, da* sich •in*8e Boote in seinem Feuerbereich befanden. Polizei mit Steinen angegriffen Krawall int Lager HmbcU Nürnberg (DND). Im Lager Hersbrück (Mittel fr a nke n) macht« sich dieser Tage eine Gruppe sinnlos betrunkener Ausländer daran, die Fenster und Türen der Baracken zu zertrümmern. Als die mit einem Aufgebot von 49 Mann anrückende Landecpolizei vier Zerstörungslustige festnahm, rottete sich ein großer Teil der Lagerinsassen zusammen, um den Abtransport der Verhafteten zu verhindern. Die Polizei wurde mit Steinen angegriffen. Zwei Landespolizisten und mehrere Ausländer wurden verletzt. Mit vorgehaitener Pistole Verwegener Raubüberfall in Ahlten Hamburg (DND). Mit vorgehaltener Pistole wurden, wie die Hamburger „Welt“ berichtet, die Angestellten einer Spar- und Darlehenskasse Ahlten (Kr. Burgdorf) von vier Männern gezwungen, sämtliches Bargeld der Kasse herauszugeben. Die Täter erbeuteten insgesamt 6000 DM und entkamen in einem hellgrauen Volkswagen. dingt für die Gesamtheit der Vereine sprechen kann. Wer nun zu wem hält, das alles wird in Fellbach klar werden. Es hat den Anschein, daß ein Teil der bayrischen Oberligavereine aus der Oberligafront ausbricht, während die hessischen, badischen und würt- tembergischen Vereine auf dem bisherigen Gleise weiterfahren wollen. Aul alle Fälle dürfte es in Fellbach hoch hergehen. Im Interesse des deütschen Fußballsports wäre es angebracht, daß sich die Vertragsspielervereine und die zuständigen Verbandsorgane über ihre gegenseitigen Beziehungen einig werden. Allzu schwer sollte dies nicht sein, nachdem auch Dr. Baüwens durchaus aufgeschlossen diesen Problemen gegenübersteht, die mit der Einführung des Vertragsfußballs geschaffen wurden. Allerdings ist Bauwens der Ansicht, daß diese Selbständigkeitsbestrebungen der Oberligavereine erst dann einen richtigen Sinn hätten, wenn es etwa eine Bundesliga gäbe. A.W. das „Auge der Obrigkeit“, seinen Grund zu einem alarmierenden Bericht an die Oberligaleitung hatte. In der nächsten Runde wird dann Regensburg wohl eine Platzaufsicht nach Fürth bestellen können. Sagte doch ein Funktionär der „Kleeblättler“ beim Abschied: „Ihr kommt ja auch wieder nach Fürth, dort geht der Krieg weiter!“ D.W Für unsere Schiläufer Scbneeberfcbte vom 10. Februar 1S50 Schwarzwald : Temperaturen zwischen + und + 5 Grad C. Schneehöhe: Freudenstadt 1* cm, Kniebis 50 cm, Ruhestein 55 cm, Sckliffkopf 70 cm, Baiersbronn 10 cm. Schwfibtsche Alb: Temperaturen zwischen + 2 und + 6 Grad. Schneehöhe: Oberkochen kein Schnee, Homberg 8 cm, Kaltes Feld Schneereste, Lenninger Alb schneefrei, Uracher Alb 4 cm, Wiesensteig 2 cm, Mttnslnger Alb S cm, Onstmettingen 0 cm, MeBstetten 10 cm, Eblnger Alb 12 ctn. Lichtenstein 5 cm. Allgau und WcrrdenfelserLand: Tem- eraturen zwischen — 9 und + 4 Grad. Schnee- ö h e : Isny und Großholzleute 21 cm, Schwarzer Grat 55 cm, Oberstaufen 00 cm, Hindelang 10 cm, Oberjoch bei Hindelang 70 cm, Oberstdorf 28 cm, Schönblick 120 cm, Nebelhorn 300 cm, Nesselwang- Edelsberg 05 cm, Kreuzeck 80 cm, Zugspitzplatt 320 cm. Sportmöglichkeiten: Nördlicher Schwarzwald: Nasser Neuschnee bringt auch ln den Höhenlagen masige Sportmöglichkeiten. Schwäbische Alb: Westalb und Lenninger Alb fast schneefrei, Ostalb bei nassem Schnee mäßige Verhältnisse Allgäu nur ln den Höhenlagen gute Verhältnisse. * Schisportliche Veranstaltungen: Bis 12. 2. Wintersportwoche in Füßen/Allgäu. Vom 17. 2. bis 20. 2. Deutsche Schimeisterschaften, nordische Kombination in Reit/Winkel. 12. 2. Schwäbische Staffelmeisterschaften auf dem Schliffkopf. Wettervorhersage: Bis Samstag auch ir Hochlagen Tauwetter, Temperaturen über 0 Grad C. Vom Samstagnachmittag an ln Lagen oberhalb 803 Meter allmählicher Temperaturrückgang unter nul! Grad. Nachts noch einzelne Niederschläge, die dann als Schnee fallen. Starke Westwinde. WIRTSCHAFTEN AC5HRICHTEN Neue Verschlage zur Treibstoff-Freigabe Bandeswirtschaftsminister Erhard wird am Samotag den drei Hohen Kommissaren neue Vorschläge zur Freigabe der Treibstoffe unterbreiten. Erhard erklärte vor Pressevertretern, er hoff«, daß seine neuen Vorschläge bald in die Tat umgesetzt werden können. Die neuen Treibstoifpreise seien hoch genug, um alle Unkosten und Zollabgaben zu decken. Allerdings sei es nicht möglich, die Treibstoffe für bestimmte Verbrauchergruppen zu verbilligen. (DNDI DM -Kurs in Brüssel gesunken Nach einer starken Hausse in den letzten Tagen des Januar sank der Kurs der DM auf dem freien Devisenmarkt in Brüssel seit Anfang Februar leicht ab. Er beträgt gegenwärtig 9,65 bfrs. für eine DM. Die freie DM-No- tierung liegt damit noch 20 Prozent unter dem offiziellen Kura. (VWD) Wetterbericht Vorhersage: Vorwiegend wolkig, am Samstag noch ziemlich mild bei Höchsttemperaturen um 10 Grad in tieferen Lagen. In der Nacht zum Sonntag Übergang zu kühlerei Wittei ung mit einzelnen Niederschlägen. Zeit- w«tse lebhafte Winde um Südwast bis West AUS DEM SÜDWESTEN SMetättdigkeil huc füc eine BundesUpa? Vor der wichtigen Feilbacher Tagung Wildwest auf Tuß&aMfeldecn Aufregende Szenen, die nicht im Sp eibericht stehen Pftf den GecleiifrcMintf: K rwtww i rHiM kwaer w von Buscht tten. Es hai lamlei mb Bnsch wieder wird in den letzten Jahren atomaten gesprochen und geschrie- handelt sich dabei um strauchartig wachsende Tomatenpflanzen, die nicht geschnitten zu werden brauchen und auch keine Mütze benötigen. So steht es jedenfalls in den entsprechenden Abhandlungen. Hierzu stellt ein erfahrener Gärtner, der Buschtoma-' ten pflanzte fest: Wenn bei den Buschtomaten auch kein Pfahl wie bei den hochstämmigen Tomaten erforderlich ist, so muß man doch den Buschtomaten eine kleine Stütze geben, an die wenigstens die unteren Triebe angebunden werden. Auf diese Weise schützt man nämlich die an diesen Trieben wachsenden Tomaten vor der Berührung mit dem Jkdboden und bewahrt Sie vor Schmutz und Pftulnis. •er Mici als — Karve Mach wteflewebaftHche« Untersuch ung e n S t che „Schlafkurve“ der Kopfarbeiter anders «schaffen wie gewöhnlich der körperliche Arbeit verrichtenden Personen. Der Schlaf des Handarbeiters vertieft sich in den ersten vier Stunden immer mehr und verharrt dann auf diesem Tiefpunkt bis zum Morgen. Dann wird der Schlaf allmählich immer leichter, und nach achtstündiger Ruhe kann der Schläfer bereits durch den geringsten Reiz geweckt werdfen. Im Schlafe des Kopfarbeiters zeigen sich zwei Tiefpunkte: der zweite tritt erst gegen Morgen ein. Nach achtstündigem Schlaf ist der Schlaf der geistigen Arbeiter wiederum so tief, daß sie erst auf stärkere Reize erwachen und eben deshalb erfolgt das Erwachen häufig in Form eines nervösen Aufschreckens. üni«er Fi rrpo' mit: tTrmla LIngen „Sie sind die Tochter von Theo Lingen? Können Sie auch — äh-hm — so komisch aein?“ Mit großen braunen entrüsteten Augen sieht Uschi den Fragesteller an, dann platzt sie heraus: „Erstmals bin ich für Sie nicht Uschi, sondern Ursula, und zweitens bin ich keine Komikerin, sondern Schauspielerin! Auch sonst kann ich Sie gleich aufklären: mit 16 Jahren stand ich innerhalb einer Künstlergemeinschaft auf der Bühne. (Mit Paul Kemp in Charleys Tante). In dem Bühnenstück „Das Haus in Montevideo“ erspielte ich meinen ersten kleinen Sondererfolg. Regie führte Curt Goetz. Dann „entdeckte“ mich — mein Vater. Er „engagierte“ mich für den Film „Hin und Her“. Eigentlich wollte ich ja unter dem Namen Ursula Schmitz meine Karriere machen. Als ich aber seinerzeit in der Schauspielschule vorgestellt wurde, hieß es: — — und das ist Ursula Schmitz — (gef 1 ’ r t) übrigens die Tochter von Theo Lingen“ Somit war mein sorgsam gehütetes Inkognito verplappert worden und ich trete nun in die großen, berühmten Fußtapfen meines Herrn Papa. Aber schaffen werde ich es doch —! Jedenfalls hatte ich sowohl in dem Film „Hin und Her“ wie in „Weißes Gold“ die weibliche Hauptrolle und stehe als einzige Frau einer männlichen Starbesetzung machtlos gegenüber, und zwar in dem Josef-von-Baky-Film der Bavaria Filmkunst „Die seltsame Geschichte des Brandner Kaspar“. Meine Partner sind Viktor Staal und Beppo Schwaiger und unter der Regie von Baky fühle ich meine Chance kommen!“ Da* „Fau«rowg«' sicht jeden Brand Neua rt ig« Wemawief «m da TaakmiB «beMari« Neuartige Warnanlage von der B rfl fl * einer T&schenlanapefifoatterie In den bisher b A s ju atep. KonsUrukitonen von Feuerskherungs- und Warnanlagen in abgeschlossenen Räumen gab es zwei Grundtypen. Die eine bestand in eingebauten Berieeelungs- anlagen, die bei einem ganz bestimmten Hitzegrad m Tätigkeit traten. Die zweite Konstruktion setzte sich aus einem komplizierten System rasch schmelzender dünner Drähte zusammen, die ebenfalls unter Hitzeeinwirkung Alarmsignale oder selbsttätige Feuerlöscher in Betrieb setzen. Aber das beete und gleichzeitig natürlichste Mittel einen Brand zu entdecken war und ist das menschliche Auge. Dean nur diese« ist h* der Lag«, mit einem Bück einen R a um zu überschauen und eventuelle Rauch- und Flammwibildua- gan'au sehen und auf schnellstem Wege die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Vor einiger Zeit brachte eine große amerikanische Firma, die sich mit der Herstellung der auch bei uns bekannten Selenzellen betaßt, eine umwälzende Erfindung zur Entdeckung von Feuer m geschlossenen Räumen heraus. Es handelt sich bei diesem Instrument um das sogenannte „Feuerauge“, das nicht größer als eine normale Taschenlampe ist. Der Apparat ist in den Grundzügen seiner Konstruktion nach dem System der Fotozellen erbaut. Die Neuheit der Erfindung, und daher die besondere Eignung als Warnungsmittel für Brände, besteht darin, daß das „Feuerauge“ nur auf solches Licht anspricht und ein Warnsignal auslöst, das von flackernden Flammen ausgeht. Man hat herausgefunden, daß Flammen eine bestimmte Art von infraroten Strahlen mit besonderer Wellenlänge aussenden, die nicht mit anderen Lichtausstrahlungen zu vergleichen sind. Auf dieser Erkenntnis baute man die neue Erfindung auf und stellte sie mit ihrem empfindlichen Empfangssystem von Lichtwellen auf dies« Besonderheit der Flammen ein. So spricht die „Warnanlage in der Westentasche 3 nicht atif tonnenficht und ander« gleißende Lichtrp teilen an. De« neu* Gesät schaltet auf diese Weis« mit fest hundertprozentiger Sicherheit jeden falschen Alarm Mi, da ec nicht, wi* die vorher erwähnten Anlagen, von oft zufälligen oder naMkriteheg Hitze- und Rauchergeheinungen in Betrieb gesetat wird. Die Erfindung soll vor allem ttj Flugaeugen angebracht worden, de hi^~ cfie Gefahren plötzlich auffawhender Bränd besonders groß sind. Ein Bene» Antibiotikum Eine gehehnnievoUe Substanz fenBtatc Insekte, <4a« Önoopeltus faeeiahw, übt, Gelahrte berichten, auf das Wachstum ckd Staphykxoecu« aureus, der Mikrobe, die Beschwüre erzeugt» rin« ähnliche hemmend« Wirkung aus, wie Penicillin. Dar wirksame Bestandteil im Blut des Insekts konnte noch nicht identifiziert werden. Man glaubt jedoch, daß diese Substanz fen Körper des Insekts hergestellt wird, da sie sich im Schwalbenwurz-Samen, von dem sich das Insekt nährt, nicht vorfindet. Im Blut von Insekten wurden schon früher bakterienfeindliche Substanzen festgestellt, sie konnten aber noch nicht direkt extrahiert oder in ähnlicher Qualität wie andere bereits bekannte Antibiotika gewonnen werden. Schon früher wurden bakterien- feindliche Substanzen im Körper von Heuschrecken, in Wachsmottenlarven und Schmeißfliegenmaden gefunden. Infolge dieser Entdeckung und der neuen Laboratoriumsversuche gelangten die Forscher zu dem Schluß, daß Insekten, die eine besonders große Vitalität haben und sich rasch fortpflanzen, direkt oder indirekt als Quelle neuer bakterienfeindlicher Substanzen von praktischem Wert in Betracht kommen können. Vom Löwendompteur, der gar keiner war Ein« nette Geschichte hat sich in Pitson Hill zugetragen. Dort gastierte ein kleiner Wanderzirkus, der in seiner Schau auch acht Berberlöwen im Rundkäfig vorführte. Der Dompteur dieser Tiere, ein nfcht mehr ganz junger Mann, war schön seit Wochen erkrankt, hatte aber die Tiere, die natürlich die Hauptnummer des Programms waren, immer noch vorgeführt. In Pitson Hill nahm am Nachmittag vor der Premiere aber sein Fieber solche Formen an, daß ein herbeigerufener Arzt sofort Auftrittsverbot erließ und den Kranken unter Verdacht einer ansteckenden Krankheit ins Hospital einlieferte. Der Zirkusdirektor raufte sich die Haare. Was sollte mit seiner Vorstellung werden? Er setzte sich tmd Häi tt i s öha Petermanns gehen zum Karneval. Otto- shen der Kleine wird Ins Bett gebracht, Mutti gibt fiim den Gutenachtkuß „Und dub schlaf« schön, Liebling! Aber lege dich nicht immer auf die linke Seite, sonst bekommst du auf dieser Seite ganz dünne Haare!“ „Mutti, sagt Ottochen und setzt sich kn Bettchen auf, „Papa steht wohl intmgr tm Bett Kopf, wefl er überhaupt hrine Haar« mehr hat?“ • Leopold ist verliebt. Br schwärmt bei seinem Freunde Fritz von der schönen Maske, die er gestern kennengelernt hat: „Süß, nett, charmant, sage ich dir: Die drei Grazien In einer Person!“ Darauf Fritz: „Wat denn, sooo dick?“ JM Me schon läng e r Mer in Behandlung?“ „Behandlung? He, Mi komme nHr Immer her Mn Ät g ei te c hrlf tO R m lesen.“ also mit der nächsten Druckerei in Verbindung, um die Klebezettel in Auftrag zu geben, die eine Verabschiedung der Premiere verkündeten. Die Druckerei sandte einen jungen Mann, um die Zettel abzuliefern. Der Mann fragte den Direktor bei dieser Gelegenheit, ob er denn keinen Ersatzdompte,.r hätte. Dies verneinte der Zirkusmann. Man müsse erst überall Nachfrage halten. Da stellte sich der Druckereiangestellte als ungarischer Löwendompteur vor, der nur durch den Krieg aus seinem Beruf herausgekommen sei. Er erklärte sich bereit, die Löwen im Rundkäfig vorzuführen. Dem Direktor fiel der berühmte Stein vom Herzen. Am Abend war Premiere, die Löwen liefen in die mit Gittern umgebene Manege und Clerk James — so hieß der Mann — führte die Bestien in dem Kostüm des alten Dompteurs vor. Es klappte noch nicht alles so, wie es eigentlich hätte klappen müssen. Aber das Publikum, das ja nichs ahnte, war zufrieden. Und der Direktor auch. Clerk James zog mit dem Zirkus weiter. Als nach etwa acht Wochen der richtige Dompteur aus dem Hospital entlassen worden war, bat ihn James um eine Unterredung. In dieser Aussprache gestand James, daß er niemals Raubtierdompteur gewesen sei, aber immer eine große Lust gehabt hätte, es zu werden. Nun wollte er bei dem alten Dompteur „richtigen Unterricht“ nehmen. Und das tut James jetzt Es hätte niemand etwas von der Geschichte erfahren, wenn nicht der alte Dompteur den Direktor davon unterrichtet hätte; der aber wußte die Reklamewirkung einer solchen Nachricht wohl zu schätzen und gab einige Stichworte an die Presse. Seitdem gilt in Zirkus-Kreisen Clerk James als der kommende Mann. . 1. Speisunübergud, 4. Lanä- achaftsepno, 8 . Stadt in Rußland, 9 fteiz- SteUe, M. Westeuropäer, 18. Sinnesorgan, 14. Stadt in Italien, 18. Südfrucht, 18. Sicherheitsorgan der Militär-Regierung, 19. Schiffsseite, 20. Kolonnenspitze, 28. Preußischer Kriegsminister, 24. Mädchenname, 27 Fettart (Mehrzahl), 91. Spielkarte. 32. Bergweide, 94. Kirchenfest, 37. Planet, 40. Artikel, 41. Nutzvieh, 42. Viereck, 43. Planet. 44. Wohlgeruch, 46. Hausvorsprung. Senkrecht: 1. Gewichtseinheit, 2. Gebeinaschegefäß, 8 . Riff, 5. Suada-Insel. 6 . Negation, 7. Himmelsbote» 11- Ausdruck beim Skat, 12. Armknochen, 18. Gaststättenbediensteter, 15. Behörde, H. Vorfahre 21. Vollbrachte Handlung, 28. Gedichtform. 24. Amtstitel, 25 Ostsee-Insel. 26. Männerkurzname, 27 Stadt in Rußland. 28. Reformator. 29 Straußenvogel, 30. Kaffeezubereitungsart. 93 Schiffszubehör, 35. Siwgvogel, 36 Ägyptischer Sonnengott, 38. Schmerzenslaut, 39. Vortrag. Auflösung: apsa 6 £ ‘nv 88 ‘«H ÖS ‘Jbjs 98 ‘joquv gg sipjopi 08 *nujg gg ‘jaqinq 86 usuio LZ such 96 uiopasn 96 n, a PO 86 ‘lex 16 ‘uqv 41 ’U«V gi jaqo '81 ?II3 ZI ‘aa II ‘laSua 4 ‘uiau 9 ‘oaujog 'S addtix £ au.cn z ‘auuox 1 Jtipajquag ■leqjg gfc buiojv ap-ta 8t» 'o-ieyj zt ‘fing 1 * ‘sep oi» ‘UJn^es 48 uiatso t»£ ‘uqv 68 ‘»VIS ‘»IQ 46 ‘W"H >6 ‘uc) ( > j zz '319,1 06 ‘aau 61 ‘ d Vi 81 ‘sueueg 91 jadean H nqo 81 ‘ajq 01 uajo 8 [3JO 8 auaqg t» ‘aqunx 1 :)ipaj9eeM „Vogelnamesich” Dieses Spiel hat einen komischen Namen, nicht wahr? Jeder Mitspieler muß sich nämlich mit einem Vogel nennen. Es wird folgendermaßen gespielt: „Alle Spieler stellen sich in einer Reihe auf, ausgenommen drei, die wir mit A, E und C bezeichnen wollen A gibt jedem Spieler einen Vogelnamen, er spricht dabei so leise, daß B und C ihn nicht verstehen können. Denn B und C sollen raten. Wenn jeder seinen Namen hat, rufen B und C: „Klingelingeling!“ A fragt darauf: „Wer ist denn draußen? Wer will herein?“ Darauf antworten B und C: „Zwei Käufer, weder groß noch klein!“ A fragt daraufhin weiter: „Was wollen die Käufer denn haben?“ — B und C: „Alle guten Gaben“ — A: „Herein, herein, so soll's auch sein!“ Nun beginnen B und C die Namen der Spieler abwechselnd zu erraten. Wird ein Name richtig erraten, so muß derjenige, der ihn trägt, ausfliegen, während derjenige, der den Namen erraten hat, den ausgeflogenen Vogel verfolgt. Glückt es ihm, ihn einzufangen, so gehört er zu ihm, andernfalls kehrt der Ausgeflogene wieder in die Reihe zurück und erhält einen anderen Namen. Sind alle geraten und eingefangen, so treten B und C mit ihren eingefangenen Vögeln zusammen* Es bilden sich also zwei Parteien Sie fassen sich an den Händen, und jede Partei versucht, die andere zu sich herüber zu ziehen. Wenn das einer Partei gelingt, ist das Spiel entschieden. • An einem Sonntagmorgen. I w e i argbe- •shwipste Männer treffen «ich. Be kommt folgendes Ge e prä a h »ustaa de: „Ach, entschuldigen Sief" „Bitte? Ja . . ja!“ „Wo ist denn das Kreiskrankenhaus?“ „Ja .. ja!" „Ich möchte gerne wiesen wo das Kreie- krankenhaus ist!“ „Kreiskrankenhaus? Das haben wir -iter nicht. Unser Krankenhaus ist viereckig Me meinen wohl die Gasanstalt?“ • „Gestehen Äe den BiebsteM eiw?* (ragte der Richter. „Nein erwiderte der Angeklagte volter Mn. pörung* „Sind Sie vorbestraft, Angeklagter?“ „Nein Herr Richter!“ erwiderte der Ange- klagte aufs höchste entrüstet, „dies (st wirklich mein erster Diebstahl!“ „leb kan« Dieb nicht länger leiden sehest Ick werde deshalb ins Ktaa geben.“ Dunk das Eheanbahnungsinstitut „Liebe Ufa Brief“ hat auch Lehrling Emil Kasterbein, der in einem Tuchgeschäft tätig ist, eine Partnerin gefunden Er verabredet sich mit ihr zu einem ersten Stelldichein Da er sie nicht und ste ihn nicht kennt, schreibt Emil: „... und werde ich mir gestatten Sie um 17 Uhr zu erwarten Erkennungszeichen- Ich trage einen dunkelgrünen Mantel! Stoffprobe anbei.“ 1 • Der Karneval ist im vollen Gange Herr Berthoid schleppt einen älteren Herrn In einem Tndianerkostüm an den Tisch seiner Frau. „Das ist Herr Krüger, Puppchen! Stell dir vor, er ist au* den Kanarischen Insein geboren worden!“ „Ach, wie nettl Mächten Me uns nicht etwas Vorsingen. Herr Krüger?“ « Sin Mann müht sich zu später Stunde mit dem Hausschlüssel das Schlüsselloch seiner Haustür zu finden. Ein Mann der Wach- und Schließgesellschaft sieht dem mit einer Papiermütze bekleideten, mit Konfetti bestäubten Unglücklichen eine Weile zu Dann fragt er lächelnd: „Sageo Sie mal, soll ich Ihnen nicht lieber helfen, das Schlüsselloch zu finden?" Mit verglasten Augen schaute der andere ihn an „Danke, danke, Herr Wachtmeister, aber wenn Sie buck mir das Haus ein wenig festhalten würden, denn... denn hätte ich‘s gleich!“ In den Ferien wird das Studium verdient Sn leb-n Sfiidenlwfrsut n in ( ambrifige — Mit der Verleihung eines Ehrendoktors der Rechtswissenschaft für die englische Königin im Jahre 1948 wurde mit einer geradezu geheiligten Tradition der ältesten englischen Universität Cambridge gebrochen. Seit diesem Tage haben zum ersten Male in der Geschichte der Hochschule seit dem Jahre 1284 auch Frauen die Zulassung zum Studium aller Fakultäten erhalten. Heute kann sich jedes englische Mädchen hier imatrikulieren lassen und von allen Rechten, die den männlichen Studenten Zusehen, Gebrauch machen. Bei Abschluß der Studien steht sie neben dem männlichen Kollegen, mit allen Zeichen der jungen Doktorwürde angetan, um den feierlichen Akt der Verleihung der akademischen Grade mit zu erleben. Doch es gibt in den traditionsgebundenen Räumen, wie in dem gesamten Univerritäts- viertel der Stadt noch eine andere Gruppe von Frauen, die nicht studieren, sondern ihre Männer zum Studium auf der Universität begleiten und mit ihnen Zusammenleben. Es sind dies die Studentenfrauen, die ihren meist sehr bescheidenen Haushalt in der alten Universitätsstadt aufgeschlagen haben und an der Erreichung der gesteckten Ziele ihrer Männer nach Kräften mithelfen. Die jungen Ehepaare stehen fast genau denselben Problemen gegenüber, die die deutschen Studentenehen zu löSen haben. Oberstes Gesetz ist Sparsamkeit und Arbeit in de« Mit esner allen Traciüo» wurde gebrochen Universitätsferien, um die nötigen Mittel zum weiteren Studium zu schaffen. Hier wie in Deutschland sind die Lebenshaltungskosten hoch, Wohnräume knapp und die Möglichkeit zur Arbeit nicht immer gegeben. Doch mit Mut und Entschlossenheit gehen die jungen Menschen ans Werk, ihre Zukunft zu bauen. Das Durchschnittsalter der jungen Frauen, die übrigens nur in Begleitung ihrer Männer die eigentlichen Räume der Universität betreten, und an akademischen Feiern teilnehmen dürfen, stehen im Durchschnittsalter von 25 Jahren. Sie stammen aus allen Teilen der englisch sprechenden Welt. Praktisch ist jeder Kontinent vertreten. Denn sie lernten ihre künftigen Ehegatten zum größten Teile während des Krieges kennen, um dann später zu heiraten. Viele haben' Kinder, die ein besonderes Problem geworden sind. Denn wie soll man arbeiten und Geld verdienen, wenn man auf sie aufpassen muß. Und doch versucht man mit allen Mitteln durchzuhalten. Die Anforderungen an die Ehemänner-Studenten sind sehr hoch. Dazu kommen die Unzulänglichkeiten der Wohnverhältnisse in der überfüllten Stadt Viele der jungen Ehepaare wohnen dreißig und vierzig Kilometer außerhalb. Trotz aller Schwierigkeiten verstehen es die jungen Menschen sich das Leben mit den bescheidensten Mitteln so schön wie möglich zu gestalten. Zahlreiche Clubs und weite Freundeskreise geben dte Möglichkeit der Aussprache, S.tS Theobald Fiidis 90 Jahre alt 75 Jahre beim Musikverein und der Freiwilligen Feuerwehr Der schwarze Finger der Vorsehung Astrologie, einst und jetzt — Vom Lehrstuhl zum Jahrmarkts-Humbug Einer der ältesten und angesehensten Bürger der Kraichgaumetropole, Kaufmann Theobald Fuchs, vollendet am Montag, den 13. Februar, in verhältnismäßig seltener körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Kinder und iKndeskinder das 90. Lebensjahr. In dem kleinen und stillen Neuenbürg im Herzen des gesegneten Kraichgauer Hügellandes wurde Theobald Fuchs im Jahre 1860 ge- -boren. Als der Junge gerade sieben Jahre alt geworden war, kam er nach Bruchsal, ging zur Schule, ward größer und älter und entschied sich für den Beruf eines tüchtigen Kaufmanns. Zwei Jahre vor der Jahrhundertwende, 1898 begründete er im heutigen Ziegelmayerschen Hause, Wörthstraße 6, das Möbel- und Bettenhaus Fuchs. Dank seiner Umsicht und seiner Tatkraft, seines zähen Fleißes und seines un- gerne erinnert er sich der vielen Festlichkeiten am Großherzoglichen Hof, wobei dieses Orchester mitwirkte, u. a. der Hochzeit des Königs von Schweden mit einer badischen Prinzessin, an der der damalige deutsche Kaiser, Wilhelm I., der Kronprinz Friedrich, der spätere 99-Tage-Kaiser, Prinz Wilhelm, nachmals Wilhelm II. und Fürst Bismarck teilnah- men. Bis in sein hohes Alter hinein zählte Theobald Fuchs zu einem der treuesten Musici im Musikverein. Keine Mühe und keine Arbeit war ihm zuviel, wenn es galt, der geliebten Musik zu dienen. Bei hunderten von Veranstaltungen u. a. in vielen Schloßkonzerten, wirkte er mit, und aller Herzen lauschten immer wie gebannt, wenn er auf dem Piston seine Soli# blies. Ein begnadeter Musiker, dessen emsiges Streben unserer Jugend ein Vorbild sein könnte. - Dazu gehört Theobald Fuchs schon 75 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr an. Auch hier stellte er seine Kraft und seine Fähigkeiten uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit. Fünf oder sechs Kommandanten sah Theobald Fuchs kommen und gehen, er aber blieb immer der Feuerwehr erster und bester Signalbläser. Die Freiwillige Feuerwehr nimmt deshalb den Geburtstag des Jubilars zum willkommenen Anlaß, ihn in einer besonderen Feierstunde festlich zu ehren und seine Verdienste zu würdigen. Die gesamte Bevölkerung der Stadt gratuliert Herrn Theobald Fuchs aufs herzlichste zu seinem Ehren- und Freudentag.-Alle unsere guten Wünsche begleiten den Altersjubilar auf seinem ferneren Lebensweg. st. Der Glaube an die Sterne und an ihren entscheidenden Einfluß auf die Bildung der menschlichen Persönlichkeit ist so uralt wie die Menschheit selbst und keinem Volke fremd. Aus der magischen Gewalt, die aus den Sternen auf uns hemiederzuströmen scheint, erwuchs die Kunst und Wissenschaft der Astrologie. Merkwürdig wie ihr innerstes Wesen ist auch ihr Schicksal und ihr Weg. Heute eine undurchsichtige Hintertreppenangelegenheit, war -sie einst die unbestrittene Königin der Wissenschaft, und bei den Aegyptern und Babyloniern ebenso wie bei den Arabern und Indern war es der Sterndeuter, der als höchste geistige Macht neben dem König ging. Ist das auch lange vorbei, so hat doch selbst für das moderne Abendland die Sternkunde eine entscheidende Rolle gespielt: sie war die erste Wissenschaft, die die allgemeine Gesetzmäßigkeit aller Daseinsverläufe behauptete, und aus ihr hat sich schließlich nicht bloß die moderne Astronomie entwickelt, sondern die Naturwissenschaft überhaupt. Kaum, daß aber die „Tochter“ Naturwissenschaft groß geworden war, stieß sie die Mutter vom Thron: die Astrologie wurde aufs Altenteil gesetzt, wo sie von den Bettelsuppen obskurer Wahrsagerei bis heute lebt. Seit 1810 der letzte Lehrstuhl für Astrologie in Erlangen nicht mehr besetzt worden ist, ist sie als Wissenschaft offiziell tot. Nachdem die Astrologie neuerdings auf völlig abwegiger Basis zu einer öffentlichen Plage wird, ist es an der Zeit, erneut die Frage nach ihrem Wert zu stellen. Genau besehen, sieht es heute recht traurig mit ihr aus. Es fehlt dem größten Teil der astrologischen Bücher und Polsterwareitverkauf ist Vertrauenssadie Einwandfreie Bedienung durch das einheimische Handwerk Photo: Ludwig Häring ermüdlichen Arbeitswillens entwickelte sich das junge Unternehmen äußerst flott. Ein paar Jahre später ging das. Anwesen Bahnbofstr. 10 in. den Besitz Theobald Fuchs über und an diesem Platze baute er sein Möbel- und Bettenhaus von Jahr zu Jahr immer weiter aus. So entstand im Laufe der Zeit ein Unternehmen, dessen Waren nicht nur im eigenen Amtsbezirk, sondern weit darüber hinaus begehrten Absatz fanden. Theobald Fuchs war ein Kaufmann von echtem Schrot und Korn, Qualitätsware und reelle Bedienung galten ihm als Leitsätze des Handels. Kein Wunder, daß er bald eine geachtete und angesehene Stellung erlangte. Sein Nachfolger,' Kaufmann Edel, führt heute noch das Geschäft in der bewährten Tradition. Noch weit mehr bekannt wurde unser Jubilar durch seine Tätigkeit in dem schon 1837 gegründeten Bruchsaler Musikverein, dem er schon im jugendlichen Alter von 12 Jahren beitrat. Wie selten einer beherrschte Theobald Fuchs sein Instrument, das Piston, so daß ihn das damalige Großherzogliche Badische Hoftheater nach Karlsruhe holen wollte. Seiner Frau zuliebe, die sich von Bruchsal nicht trennen wollte, wies er das ihn so ehrende Angebot zurück. Seine Militärdienstzeit leistete Theobald Fuchs bei den 109er in Karlsruhe ab. Hier kam er in nähere Berührung mit dem seinerzeit berühmten Konzertmeister Bethge, der eine besondere Vorliebe für Richard Wagner besaß. In dem Bethgeschen Orchester wirkte Theobald Fuchs als aktiver Musikus mit. Noch Zu dem am Donnerstag angekündigten Verkauf von Polsterwaren durch einen unbekannten Händler am Güterbahnhof Bruchsal schreibt uns der Obermeister der Sattler- und Tapezier-Innung, Anton Weiler-Ubstadt, folgendes: Die Auswüchse der Gewerbefreiheit nehmen allmählich Formen an, daß dem ehrlichen Handwerk davor graut. Die Sattler- und Polsterinnung protestiert energisch gegen dieses aller reellen Geschäftsgebahrung Hohn sprechende Verhalten der wilden Händler. Die Presse würde gut daran tun, derartige Firmen nicht auch noch durch Aufnahme von Inseraten zu unterstützen. Ganz abgesehen davon, daß es sich bei den angebotenen Waren niemals um Qualitätsartikel handeln kann, wird auf diese Weise eine erhebliche Geldsumme aus dem Kreis herausgezogen, da Verkäufe nur gegen bar getätigt werden. Die Zahl der entlassenen Gehilfen im Polsterhandwerk steigt ständig an. Lehrlinge können überhaupt kaum noch eingestellt werden, und die Arbeitslosenziffer steigt höher und höher. Die heimischen Polstergeschäfte sind durchaus in der Lage, zu diesen Preisen auch dieselbe Ware zu liefern. Wer schon genötigt ist, billige Ware zu kaufen, dem sei geraten, daß er wenigstens am Platz beim Handwerker kauft, wo er gegen Anzahlung des Kaufpreises eine weit bessere Qualität verlangen kann, um vielleicht mit einer nachhinkenden Rate den Rest abzudecken. Der Einkauf von Polsterwaren ist Vertrauenssache, darum sei den Käufern der Rat gegeben, vorsichtig zu sein. Was in Matratzen und Polstermöbeln bei der Aufarbeitung oft zum Vorschein kommt, kann jeder Handwerksbetrieb dem Kunden zeigen. Die wilden Verkäufer solcher Waren wissen wohl, warum sie ihren Namen nicht nennen, statt dessen angeben, der Verkauf erfolgt im Namen dessen, den es angeht. Die nordbadischen Finanzämter geht es nichts an, weil sie nicht zuständig für diese besseren Hausierer des Rheinlandes sind. Angeblich bezahlen diese ihre Steuern am Niederlassungsort. Dieser Tage haben sich zwei Minister über die Notlage des Kreises Bruchsal mit einem großen Stab hoher Persönlichkeiten orientiert. Gewiß, es wurden Worte gefunden, die, wenn sie sich alle erfüllen würden, einen Erfolg versprechen könnten. Der Vorschlag der Sattler- und Polster- Innung aber ginge dahin, daß siph die Herren Minister einmal auf die Polsterwaren stürzen müßten, nicht etwa, um gleich einen Durchbruch zu erzielen, d. h. auf dem Boden zu landen, sondern inden* sie ihre Kollegen auf diese Firmen aufmerksam machten, damit eine Betriebsprüfung in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht veranlaßt würde. Schriften jener Geist methodischer Gründlichkeit, ohne den heute keine Wissenschaft mehr lebt. Aber das schlimmste Uebel ist, daß die Kunst der Deutung selbst über ein Jahrhundert lang nicht mehr in den reinsten Händen lag, zu dunklen Zwecken obskurer Wahrsagerei mißbraucht wurde und hinab bis auf das Niveau der Jahrmärkte und Rummelplätze sank. Was soll man auch denken, wenn einem zum Beispiel die Venus im sechsten „Hause“ des Horoskops ausgerechnet „Erfolg mit kleinen Tieren“ verheißt? Wer nicht gerade Tauben- oder Hühnerzüchter oder gar Flohzirkusdirektor ist, wird immer in der Furcht leben müssen, daß ei- der übermäßig „erfolgreiche“ Besitzer von Wanzen und ähnlichen Tieren wird. Als weiteres komisches Element kommt hinzu, daß die Horoskopsteller sehr oft die an sich menschenfreundliche Absicht haben, einem möglichst viel Angenehmes zu sagen. Da liest man etwa in einem Horoskop:„Der Geborene ist ein ernster, kluger, edler Charakter, verfügt über enorme geistige Qualitäten und ist äußerst genial ...“ Wer erwartet da nicht ein Genie vom Range eines Goethe? In Wahrheit ist aber der - „Geborene“ leider ein Straßenkehrer. Natürlich wird, um die Sache zu würzen, meist auch eine ganze Menge Unglück prophezeit. Es gehört nun mal zum Menschen, daß ihm — um mit der unsterblichen Marlitt zu reden — ab und zu „der schwarze Finger der Vorsehung“ droht. Da wird einem dann „Gefahr auf kürzeren Reisen“, „zeitweiser Geldmangel“ oder auch Pech in der Liebe vorausgesagt, — Dinge, die sich bei nahezu jedem Menschen von selbst verstehen. Daß uns oft das nötige Kleingeld fehlt, dazu brauchts wirklich keinen Blick in die Sterne, dazu genügt der Blick ins leere Portemonnaie. Das alles ist natürlich Humbug und wird immer Humbug sein. Und zu diesem Humbug, das sei hier betont, muß jedes verallgemeinerte Horoskop gerechnet werden, das nur nach Geburtstagen und nicht dem Geburtsort und -Jahr aufgestellt ist, und das insbesondere nicht in bester persönlicher Kenntnis dessen verfaßt wurde, für den es bestimmt ist. Was Zeitschriften, Bücher und Rundfunk an Voraussagen geben, ist nichts anderes als aufgelegter Schwindel, mit dem dumme Leser oder Hörer zu ihrem Unheil gefangen werden sollen. Im guten Sinne ist die Stemdeutung eine Erfahrungswissenschaft, in der Art der Medizin. Die Astrologie zieht ihre Schlüsse nicht mit, Sicherheit, aber ebenso annäherungsweise wie die Medizin. Das läßt sich hören. Wenn also selbst als sicher angenommen wird, daß die Sterne auf uns wirken und zu uns sprechen, so bleibt doch immer unsicher, ob wir ihre Sprache verstehen. Ein Jahr Europa ~ Lichtspiele „Der dritte Mann“, ein inter nationaler Gemeinschaftsfilm Ein Jahr ist es jetzt her, daß die Europa- Lichtspiele im neuen Spielgebäude am Bahnhofsplatz den Betrieb aufgenommen haben. Aus diesem Anlaß wartet die Leitung mit einem besonders wertvollen Film auf, dem ersten internationalen Gemeinschaftsfilm „Der dritte Mann“. In den Großstädten erlebte dieser Film Laufzeiten, die man guten Gewissens als sensationell bezeichnen könnte. „Endlich ein Film, der realistisch ist“, hieß es in der Presse, „eminent spannend und ein Kunstwerk dazu“. Der Inhalt sei nur angedeutet: Wien 1948, eine zerschlagene Stadt, besetzt von vier Mächten, ein Chaos. Ein kanadischer Schriftsteller kommt an, eingeladen von seinem Freund, der ihm hier eine berufliche Chance bieten will — er kommt gerade recht zum Begräbnis des Freundes. Mit dem Tod scheint etwas nicht zu stimmen. Der Kanadier wird in einen Strudel sich überstürzender Ereignisse hineingezogen, die Stück für Stück die Geschichte sein s Freundes sichtbar machen, ein paar Menschenschicksale in dieser verrüclften Zeit und damit diese Zeit und diese Situation bloßlegen. Ungeheure seelische Spannungen treten auf in den Beziehungen zwischen den Freunden: sie drük- keh sich aus in winzigen Gesten, einem Dialogfetzen, der (angelsächsisch „untertrieben“) scheinbar bedeutungslos ist und genau den Kern trifft, wie hier überhaupt jedes bedeutende Ereignis vom Rande her angeschnitten und auf eine indirekte Weise zum Greifen deutlich gemacht wird. Die Außenaufnahmen mit gespenstigen Trümmerkulissen sind anders als gehabt. Sie gehören organisch zum Ganzen, wie zu. einem Wildwestfilm die Prärie und eine Reiterverfolgung in zerklüfteten Bergen. Das Fest der Narren Fastnachtsbräuche aus v e r gangenen Jahrhunderten Während der Fastnachtszeit gings in den Städten, an den Höfen und Adelsitzen gar hoch her. Alle Fesseln der Zucht und Vernunft werden da zerrissen. Die zum Teil besorgten Stadtväter mußten zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit Gesetz um Gesetz erlassen. Alt und jung vermummte' sich, Männer steckten sich in Weibskleider, Frauen zogen die Hosen der Männer an. Herren wurden zu Knechten; Knechte zu Gebietern. Alles stand buchstäblich auf dem Kopf. Störche, Affen, Teufel, alles rollte in buntem Wirbel dahin. Ja, selbst in die Kirchen wagte man sich mit solcher Narretei hinein. „Man schont selbst nicht das Gotteshaus, sie laufen drein, und mitten draus“, so schreibt Sebastian Brant in seinem Narrenschiff. In manchen Gegenden finden wir besondere Masken, Hansel genannt. Sie hatten das Recht, den Leuten ihre Taten, die guten wie die bösen, auf offener Straße vorzuhalten und sie mit Asche und Federn zu bewerfen. Allerlei anderer Unfug wurde dabei noch getrieben. In Stockach und Villingen wußte man regelrechte Narrengerichte aufzuziehen. Meistens mündeten die sogenannten Fastnachtsspiele in solche Gerichtssitzungen aus. In Nürnberg erlebten diese Art Spiele ihre Blüte. Namen wie Hans Folz, Hans Rosenblüt, gaben diesen Dichtungen eine literarische Form. Vor allen Dingen aber ist hier Hans Sachs zu nennen, dessen Fastnachtskomödien auch die anspruchsvolleren Ohren hören konnten. Da aber ansonsten die Schamlosigkeit und Unfläterei in diesen Spielen mächtig ins Kraut schoß, führten die Stadtväter eine Art Zensur ein. Auch Hans Sachs mußte seine Spiele zur Prüfung vorlegen „ob sie dem gemeinen Volk nicht ärgerlich seien“. Bei Gott, dem Volke war überhaupt nichts ärgerlich — je toller, je lieber. Je mehr Händel, Rauferei und Totschlag, desto besser. Schüler und Handwerker führten diese Possen auf dem Markte, unter freiem Himmel auf. Die Stadväter, man höre und staune, waren nebenbei auch noch Menschen von Fleisch und Blut, und griffen bereitwillig Ins Stadtsäckel, um die Narretei zu bezahlen. An anderen Orten veranstaltete man große Umzüge, an denen sich alle beteiligten. Auf einem großen Wagen führte man ein Schiff herum, carrus navalis, Schiffswagen genannt. Daraus schauten Masken und vermummte Gestalten in einer beängstigenden Vielzahl heraus. Hier knüpfte Sebastian Brant mit seiner satirischen Dichtung, dem Narrenschiff, an. In der Reformation erschien der Fastnacht mit ihrem bunten Treiben ein erbitterter Gegner zu erstehen. Doch das Volk, das solche ausgelassene Feste liebte, blieb Sieger. Ja, es kam sogar soweit, daß Reformation und Fastnacht •in Bündnis eingingen. Man berichtete, daß 1573 in Nürnberg ein Mann in einem Anzug herumsprang, der ganz aus Ablaßbriefen bestand. Die schönste Fastnacht, so wird schon vor Jahrhunderten berichtet, konnte man zu Köln und Mainz erleben. Mit der Zeit jedoch verrohten die Bräuche immer mehr. Händel und Streitereien brachen aus. Viele wurden verwundet, ja sogar getötet. Eine alte Handschrift weiß zu vermelden, daß die Fastnacht den Badern eine reiche Ernte bescherte. Lag zu Fastnacht Schnee, dann tollte man in lustiger Schlittenfahrt mit Schellengeläut und Mummenschanz durch die Städtchen und Dörfer, bis tief in die Nacht hinein, und hatte seine helle Freude daran, andere zu erschrecken. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts brachte man aus Italien ein neues Vergnügen, vor allen Dingen an die Höfe und Adelsitze. Die Redoute, das Maskenfest. Dazu hatten auch die Bürger Zutritt. Sie mußten nur anständige Masken tragen. Doch waren die Wohlgeborenen durch Schranken von dem bunten Gewoge der Bürger abgetrennt. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die sogenannte Wirtschaft. Ddr fürstliche Festgeber erschien als Wirt, die Fürstin als Wirtin. Alle Gäste mußten in Verkleidungen stecken, und sie ließen sich von den fürstlichen Wirtsleuten bedienen. Eine Abart davon bildete die Mercerie, eine Art Jahrmarkt. Hierzu wurde auch wieder das Volk geladen. Alles in allem: ein bunter Reigen von Fastnachtsbräuchen. Ein Beweis, daß ausgelassene Freude alleweg die Herzen des Volkes erobert, denn sie prügelt einmal so recht den Emst des Lebens. Walter Weckenmann. Tödlicher Verkehrslinien Am Donnerstag, den 9. Februar, um 16 Uhr, stieß an der Ecke Friedensstraße und Uferweg der Bäckerlehrling Rudolf Dämmert von Mingolsheim, der auf einem Fahrrad vom Uferweg in die Friedensstraße einbog, mit einem Personenkraftwagen zusammen. Dämmert erlitt bei dem Zusammenstoß einen schweren Schädel- bruch, einen Oberschenkelbruch und innere Verletzungen. Er. wurde in bewußtlosem Zustand in das Krankenhaus eingeliefert, wo er in der Nacht seinen Verletzungen erlegen ist. Großartig das internationale Aufgebot an Darstellern, Schauspieler von Rang in der kleinsten Rolle. Joseph Cotten spielt den amerikanischen Zivilisten, der nach Wien kommt, um einen Freund zu suchen. Trevor Hovart gibt den englischen Major der Militär-Polizei ln sehr dezenter Zurückhaltung. Allida Valli spielt die Rolle des Mädchens mit einem Herzen veil Idebe, die eigentlich ohne Gegenstand ist Orson Welles ist der gefährlich-rücksichtslose Mann verbrecherischer Gewalt, Paul Hörbiger der Hausmeister, der für ein paar „überflüssige“ Bemerkungen mit seinem Leben büßen muß. Siegfried Breuer, ein Grandseigneur des Bösen. Hedwig Bleibtreu spielt eine gesprächi- f e Zimmerwirtin. Emst Deutsch und Erich ’onto als dunkle Figuren am Rande, hinterlassen einen unheimlichen Eindruck. Diesen Film muß man. gesehen haben. Er hat Augenblicke, deren man sich.noch nach vielen Jahren erinnern wird, wenn hundert andere Filme längst den Weg allen Zelluloids gegangen sind. Samstag, den 11. Februar 1950 • n <8 ■v.i tl Kreuz und qu n r durchs Stadtgeschehen Stadtrentamt Bruchsal. Das Stadtrentamt erinnert an die auf 15. Februar 1950 fällig werdenden Verbindlichkeiten; und zwar Gewerbesteuer-Vorauszahlung 1950 (1. Viertel), Grundsteuer 1949 (ein weiteres Zwölftel; somit insgesamt 11/12.), Abfuhr- und Kanalgebühren 1949 (4. Viertel), sowie die bereits fällige Aufräumungsabgabe (Jahresbeträge für 1949 und 1950). Die Pflichtigen werden darauf hingewiesen, daß bei nicht fristgemäßer Zahlung Säumniszuschläge verwirkt sind und mit Betreibung gerechnet werden muß, wodurch weitere Mahngebühren und Zwangsvollstrekkungskosten entstehen. Die Preistendenz nach unten. Die Berichte aus allen Bezirken der Bundesrepublik über den Verlauf des Winter-Schlußverkaufs, so wird in Einzelhandelskreisen festgestellt, stimmten in der Feststellung überein, daß in allen Bereichen der Verbrauchsgüter ganz erhebliche Preissenkungen eingetreten sind. Diese sinkenden Preise beziehen sich keineswegs nur auf die im Winter-Schlußverkauf angebotenen Waren. Sie betreffen ebenso sehr das weite Gebiet des Lebensmitteleinzelhandels. So Uutbtadi W.dE. KON RA D BRUCHSAL Am Friedrichsplatz - Telefon 73 sind z. B. die Preise für Konserven und Spirituosen um 25 bis 30 v. H. gefallen. Ein Blich in die Schaufenster und auf die Art der Warenangebote im Einzelhandel kann keinen Zweifel darüber lassen, wie fühlbar diese Entwicklung ist und wie stark sie die Einkaufsdispositionen des Handels mit Risiken belastet. 50-Pfennig-Stücke kommen in Umlauf. Das Prägen neuer 50-Pfennig-Münzen ist jetzt bei allen Münzstätten so weit fortgeschritten, daß mit der Ausgabe in Kürze begonnen werden soll. Wie verlautet, sollen dann die bisher gültigen 50-Pfennig-Scheine aus dem Verkehr gezogen und innerhalb einer gewissen Frist umgetauscht werden. Ueber die Entwürfe eines neuen Einmarkstückes ist noch nicht entschieden. „Heute geht mein Herz vor Anker“. Unter diesem Motto veranstaltet die TSG Bruchsal am Samstag in acht Tagen, den 18. Februar, in sämtlichen Räumen der Scheffelhöhe einen großen Fastnachtsball. Die Veranstaltung steigt mit allem Drum und Dran, drei Tanzflächen, drei Kapellen stehen zur Verfügung, eine Kleinkunstbühne bietet jede Stunde ein neues Programm. Es wird ganz groß! Kartenvorverkauf hat schon begonnen im Photohaus Ohler, Schönbornstr., Sport-Silberer am Bahnhof, Lebensmittelhaus Herbold, Württember- ger Straße und Zigarrenhaus Hoffmeister, Schloßstraße. Goldene Hochzeit. Die Gärtnerseheleute I'rz. Karl Albrecht und Frau Maria, geb. Gärtner, Heidelberger Straße, feiern morgen das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Wir gratulieren dem Jubelpaar recht herzlich und wünschen noch viele Jahre in bester Gesundheit. 75 Jahre alt. Am Montag, den 13. Februar, vollendet Malermeister und Altstadtrat Friedrich Holoch, Huttenstr. 22, das 75. Lebensjahr. Wie der um 15 Jahre ältere Altersjubilar Theobald Fuchs, genießt auch Friedrich Holoch in der Bürgerschaft großes Ansehen. Auf seinen erfahrenen Rat legt manch ein Junger noch erhebliches Gewicht. Mit dem Schicksal der Stadt fühlt sich Holoch trotz seines doch schon hohen Alters noch immer aufs engste verbunden. Er fehlt bei keiner der öffentlichen Stadtratssitzungen, in denen über das Wohl und Wehe des zerstörten Bruchsal beraten wird. Wir gratulieren Herrn Holoch aufs herzlichste und wünschen ihm einen noch langen und gesegneten Lebensabend. MGV „Cäcilia“. Wie schon einmal berichtet, veranstaltet die Cäcilia am morgigen Sonntag, 14.30 Uhr, im Festsaal der Europalichtspiele einen Kindermaskenball. Dieses fastnachtliche Kindertreiben erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Die Eltern schicken ihre Kinder gerne, well sie in guter Obhut sind. Am Abend versammeln sich die Mitglieder und ihre Angehörigen, die Freunde und Gönner der Cäcilia ebenfalls wieder im Festsaal zu einem großen Familienball, der um 19 Uhr seinen Anfang nimmt. Der Verwaltungsrat lädt zu dieser Veranstaltung herzlichst ein und bittet um zahlreichen Besuch. Das Programm ist so reichhaltig und so gut ausgewählt, daß jedermann zufrieden sein dürfte. Naturfreunde Bruchsal. Morgen, 14.30 Uhr,' findet in der Hütte am ersten Eichelberg die Monatsversammlung der Naturfreunde statt. Die Tagesordnung enthält eine Reihe wichtiger Punkte, u. a. demnächst geplante Veranstaltungen und dergl. Die Vorstandschaft bittet um zahlreiche Beteiligung. Sterbetafel. Gestorben sind in den letzten Tagen: Frau Emma Schmidt, geb. Heck, Ehefrau des Malermeisters Emil Schmidt, 68 Jahre alt, Neutorstr. 7; sowie Werkmeister a. D. Karl Schofer, 72 Jahre alt, Friedhofstr. 18. Aerztlicher Sonntagsdienst. Am Sonntag. 12. Febr., ist Dr. Lupp, Schönbornstr., jederzeit erreichbar. Von den Apotheken bleibt die Stadtapotheke, Württemberger Str. geöffnet. Ortsverein vom Roten Kreuz. In der letzten Arbeitsbesprechung wurde u. a, über den jetzt laufenden Ausbildungskurs debattiert. Der erste Vorsitzende, Dr. Lupp, wünscht, daß alle aktiven Männer und Frauen der jüngeren Jahrgänge sich zu der Kursstunde am Dienstag, 14. Febr., im Ochsen einfinden. Alle Rote- Kreuz - Mitglieder werden aufgefordert, im Februar mit einer lebhaften Werbetätigkeit zu beginnen, um neue aktive und passive Mitglieder dem Ortsverein zuzuführen. Die nächste Versammlung findet heute in acht Tagen, am Samstag, 18. Februar, im Ochsen statt. „Egerländer Gmoi“. Die Egerländer Gmoi in Karlsruhe veranstaltet heute abend im Gasthaus der Wacht am Rhein, Ecke Ritter- und Gartenstraße Karlsruhe, ein Faschingstreffen. Die Heimatvertriebenen aus dem Egeriand, dem Erzgebirge, dem Böhmerwald, dem Elbetal und dem Kaiserwald sind hierzu aufs herzlichste eingeladen. Kath. Jugend ist keine „geschlossene Gesellschaft“. Der Jugendsekretär des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg, Josef Schreiber, erklärte vor Jugendseelsorgern u. Pfarr- jugendführern, die katholische Jugend habe die Aufgabe, mit freudigem Herzen und starkem Willen mit anzupacken bei der Bewältigung der Not. Die Caritas, brauche dringend bereite Helfer aus den Reihen der Jugend. Die Jugend dürfe nicht dem Gedanken verfallen, sie sei gegenüber d 9r Umwelt eine „geschlossene Gesellschaft“. Wo ei» Wille Isf, Ilisdet stdi audi ein Weeg Versand von Oberhansener „Rex-Likören nach allen Teilen Deutschlands Sie kamen so wie die Mehrzahl der Flüchtlinge in Oberhausen an, das Ehepaar Habel. Die schlesische Heimat mußten sie verlassen, und nun galt es, sich eine neue Existenz zu gründen. Nach allerlei Versuchen, die mehr oder weniger zu Enttäuschungen führten, kamen sie auf den Gedanken, eine Likörfabrik zu gründen. Die erforderlichen Vorkenntnisse waren in reichem Maße vorhanden, und so fingen die beiden jungen Menschen an, sich auf diese Art ein neues Leben zurechtzuzim- mem — und heute, nach knapp einjähriger Arbeit, haben sie in Oberhausen einen Betrieb aufgebaut, dessen Erzeugnisse überall einen guten Namen haben und reichlichen Absatz finden. Besonders nach Bayern, in die Gegend von Frankfurt und neuerdings auch nach Westfalen gehen die „Rex-Liköre“ und finden überall viel Anklang. Die junge Firma legt besonderen Wert darauf, nur ganz erstklassige Ware zu erzeugen. Es werden keinerlei fabrikfertige Essenzen verwendet, sondern alle Liköre werden aus dem reinen Naturprodukt bereitet. Der Eierlikör enthält in dem richtigen Prozentsatz Hühnereier, der Kakao-, Nuß-Likör wird ebenso wie der Mokkalikör aus den entsprechenden Ingredienzien hergestellt. Auch darauf wird besonderer Wert gelegt, daß nur Alkohol von allerbester Qualität verbraucht wird. Wenn es den Unternehmern gelingt, die notwendigen Räume zu finden, dann kann sich aus dem Unternehmen für Oberhausen ein Betrieb entwickeln, der einer ganzen Reihe von Arbeitnehmern Arbeit und Brot gibt, heute sieht es hiermit noch nicht sehr rosig aus. Daß die Flüchtlingswohnungen nicht gerade sehr ausgedehnt in den Raumverhältnissen sind, ist bekannt. Trotzdem haben es die Leutchen verstanden unter Verzicht auf alle persönliche Bequemlichkeit auf engstem Raum einen sauberen Betrieb mit neuzeitlichen Maschinen einzurichten, der sich sehen lassen kann, und der in hygienischer Hinsicht allen Anforderungen entspricht, die man gerade in einem Genußmittelbetrieb stellen muß. Daß die Rex-Liköre gut sind, kann man auch in unserem Bezirk feststellen, so war bei der gelungenen Karnevalveranstaltung des Kegler-Vereins die mit Rex-Likören ausgestattete Bar, die einen ausgesprochenen großstädtischen Eindruck machte, ohne Zweifel der Hauptanziehungspunkt. Gelingt es den Unternehmern, die notwendigen Räume zu finden, wird sich zweifellos aus diesen kleinen Anfängen für so manchen Arbeitslosen die Gelegenheit zu lohnender Dauerarbeit finden. Jicmz und quec durch JMtippstucq Faschingsverznstaltungen am Wochenende. Den bunten Reigen der Faschingsveranstaltungen setzen über das Wochenende der Turnverein, der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein, der Fußballverein 09 und endlich der Ortsverein des Roten Kreuzes fort. Die Turner laden für heute abend ihre Mitglieder zu einem Kostümball ins Einhorn ein. Bei Tanz und entsprechendem Humor, für den die bekannten „Vereinskindschdler“ verantwortlich zeichnen^ verspricht der Narrenrat des Vereins den Mitgliedern Stunden unterhaltsamer Fröhlichkeit. Die Festhalle hat sich für heute abend der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein reserviert. Der Hasenball aus dem vergangenen Jahr ist wohl noch in bester Erinnerung, so daß auch diesmal wieder das närrische Treiben der Hasen- und Hühnerfreunde seine Anziehungskraft auf das Narrenvolk ausüben dürfte. Am Sonntag steigt dann im Einhorn der große Blau-Weiß-Mas- kenball des Fußballvereins. Nicht umsonst wählte der Verein als Motto seines Balls diese traditionsreichen Farben. Blau-Weiß bedeutet Verpflichtung. Der Verein weiß, was er seinen Anhängern und Freunden schuldig ist und wird es bestimmt an den nötigen Ueberra- schungen nicht fehlen lassen. Das Rote Kreuz veranstaltet heute abend im Sahnen seinen Kappenabend, auch hier wird es an närrischer Unterhaltung nicht mangeln. Vorbereitungen für den Rosenmontagszug. Inzwischen sind nun die Vorbereitungen zum Rosenmontagszug soweit getroffen. Es sei hier nochmals daran erinnert, daß heute der Termin für die Teilnahmemeldungen der Vereine und Organisationen abläuft. Auch die Bei- Helft dem Uleuenbürfjer Jedermannsspiel Aufruf an alle Freunde des Laienspieles Wie die Presse schon berichtete, wird die Gemeinde Neuenbürg im August dieses Jahres große abendliche Freilichtspiele durchführen. In diesem Jahr beteiligt sich die ganze Gemeinde daran. Ueber 200 Spieler werden das ergreifende Spiel um das Leben und Sterben des reichen Mannes darstellen. Massenszenen von einmaliger Wucht und Dramatik sollen die Zuschauer ergreifen. Das Jedermannsspiel wird mit Recht den Namen „Neuenbürger Jedermannspiel“ führen, denn es ist eine völlig neue Inszenierung geplant, die sich nicht an das Salzburger oder Schwäbisch Haller Spiel anlehnt. Namhafte Männer des öffentlichen Lebens, sowie Künstler haben ihre Hilfe zugesagt, u. a. der bekannte Graphiker, Prof. Karl Hubbuch und der Begründer und Leiter der Oetig- heimer Volksspiele, Geistl. Rat Jos. Saier. Um dieses Spiel zu einem kulturellen Ereignis des ganzen Kreises und auch darüber hinaus werden zu lassen, ruft Neuenbürg alle Freunde zur Mithilfe auf. „Stellt uns Kostüme zur Verfügung. Gebt uns alte Säcke, alte Planen, Rupfen, Papier. Auch die kleine Hilfe nehmen wir dankbar an. Viele Arme vollbringen mehr als einer. Geschäftsleute unterstützt uns! Der Bevölkerung des Kreises rufen wir schon heute zu! Haltet Euch einen Samstag oder Sonntag im August frei! Dieses Spiel wird Euch zu einem Erlebnis werden. Vereine kommt nach Neuenbürg. Ihr werdet bestimmt viele Anregungen mit nach Hause nehmen!“ UNSERE SONNTAGSBETRACHT U N (*! DAS RECHT AUF FREUDE Lieber Jürgen! In Deinem letzten Brief hast Du Dich ein wenig über Deine liebe Mutter beklagt, daß sie gar kein Verständnis dafür zeige, daß Du gerne zu Faschingsvergnügen gehst. Mit 18 Jahren „darfst“ Du doch jetzt „Haben wir denn kein Recht auf Vergnügen“, so schreibst Du und „wir haben doch sonst nichts.“ Wenn ich mit meinen 35 Jahren von einem 18jährigen auch schon als „älterer Herr“ angesehen werde, (so bärtig komme ich mir aber gar nicht vor), so antworte ich Dir doch, weil ich weiß, daß uns vom Konfirmandenunterricht her noch manches verbindet und Du, wie ich es aus Deinem Briefe lese, Rat haben willst Nim also meine Antwort auf Deine Frage. Erstens: Ja, Du hast Recht auf Vergnügen. Ich würde zwar lieber sagen „Recht auf Freude", aber vielleicht ist es dasselbe. Erinnerst Du Dich noch, wie ich Euch einmal im Unterricht im Neuen Testament nachschlagen ließ, wie oft unser Herr und seine Apostel rufen: „Freuet Euch !“ Unser Vater und Herr will nicht, daß die, die ihm angehören, als Kopfhänger und Trauerweiden durchs Leben gehen. Und Singen und Lachen, Musik und Tanz und frohe Geselligkeit von Mädeln und Burschen ist ja auch Ausdruck der Freude. Ich habe mal mit einem klugen, tieffrommen, filteren Herrn bei einer Flasche Wein gesessen. In dem Gespräch verriet er mir, daß er ganz gern ab und zu einen guten Tropfen tränke. Daraus mache er sich kein Gewissen, denn „der Wein ist ja nicht nur für die Gottlosen gewachsen.“ So ungefähr meine ich es auch mit dem Tanz. Auch er ist nicht nur für die Gottlosen da. — „Und die modernen Tänze?“ — so höre ich Dich fragen und sehe Dein spitzbübisches Gesicht vor mir, mit dem Du mir im Unterricht so manche kniffliche Frage vorgelegt hast Also: Auch die. „Entgegen den Erlassen mancher oberbayrischen Gemeindeparlamente finde ich auch am Samba, Boogie-Woogie und wie sie alle heißen, nichts Schlechtes. Walzer, Polka und Menuett sind ja auch einmal .modern“ gewesen. „Alles ist Euer“, sagt der Apostel, „Ihr aber gehört Christus.“ Nun komme ich zum Zweiten: „Man hat ja sonst nichts!“ Siehst Du, da liegt der Hund begraben. Wenn man sonst nichts hat so will man im Tanz, der ja ein Ausdruck der Freude sein will, noch etwas finden und draus machen. Und das wird Krampf! Und was draus gemacht wird, würde Dir vielleicht dämmern, wenn Du mal mit nüchternem Sinn ein Vergnügungslokal am Morgen nach einer „rauschenden Ballnacht“ ansehen könntest. Da muß drinnen und vor der Tür viel Dreck zusammengekehrt werden. Aber den größten, schlimmsten Dreck siehst Du gar nicht. Davon bekomme ich mehr zu sehen, der ich von Amts wegen in Jugend- und Fürsorgeausschüssen sitze, den bekommen die Gerichte und Anwälte zu sehen und — die Aerzte. Junge, davon machst Du Dir gar keine Vorstellung. Von dem nachbleibenden Dreck der Faschingszeit! — „Ja“, sagst Du Jetzt „wo sind denn da die Veranstaltungen, zu denen Sie mir raten, zu gehen?“ Die sind dort, wo Menschen Zusammenkommen und miteinander fröhlich sind, „die sonst noch etwas haben“, die wissen, daß sie einem Herrn gehören und ihre Leiber edle Gefäße seines Geistes sind. Und da muß ich Dir allerdings gestehen, daß ich auch nicht weiß, wo ich Dich hinschicken soll. Hier haben wir nämlich — wir Eltern, entschiedene Christen, die Kirchen — etwas verpaßt. Mit dem Film war es ja mal ähnlich. Aber da ist es inzwischen ein klein wenig anders geworden. Nun gibt es schon Filme, die man gerne weiterempfiehlt. Uebrigens hast Du schon den Film „Die Nachtwache“ gesehen? Mußt Du Dir unbedingt ansehen. Vielleicht kommen wir mit Geselligkeit und Tanz auch mal so weit. Laß Dir“s mal durch den Kopf gehen und dann mach mir mal einen Vorschlag, wie man es machen könnte. Ich mach mit! Auf unserer Freizeit im Sommer haben wir ja auch so lustige Abende gefeiert, daß uns vor Lachen die Luft wegblieb. Wenn wir so etwas fertig brächten, hätten wir, glaube ich, vielen Eltern, die um ihre Kinder in Sorge sind (und das mit Recht — und wenn ich Dich auf einem der üblichen Vergnügen weiß, dann bin ich genau wie Deine liebe Mutter auch in Sorgen um Dich) einen Dienst erwiesen und könnte vielleicht auch anderen Wegweiser sein. Hinter dem maskierten Tänzer und unter der Narrenkappe unserer Faschingszeit steckt der verzweifelte Mensch, der „sonst nichts hat“. Wir wollen zeigen, daß hinter unserer Fröhlichkeit ein Mensch steckt, der e 7 -«»n HERRN hat, bei dem „Freude ' Es grüßt Dich in ’ träge zur Faschingszeitung sollen nun abgegeben werden. Falls also noch jemand eine närrische Idee hat, so bringe er sie noch heute an den Mann, d. h. zu den Mitgliedern des Elferrats. Beginn der Verbandsspiele des Sdiachklubs. Der Schachklub Philippsburg tritt am Mittwoch, den 15. Februar zu seinem Verbandsspiel gegen Wiesental in Wiesental an. Bei dieser Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß die Spielleitung bestrebt ist, die frühere Aktivität des Klubs wieder aufzunehmen. Ab 1. März beginnt in diesem Rahmen ein Anfängerlehrgang für Schüler der 8. Klasse und für Jugendliche.. (Dem Begriff Jugendliche sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt). Anmeldungen für den Lehrgang, der natürlich kostenlos erfolgt, nimmt Spielleiter Harter, Marktplatz 18, entgegen. Filmvorschau der Gloria-Lichtspiele. Von Freitag bis einschließlich Montag „Der Tiger von Eschnapur“ mit Kitty Jantzen, La Jana, Fritz von Dongen, Gustav Diesse, Hans Stüwe und Theo Lingen. Spielzeiten: werktags jeweils 20 Uhr, sonntags 16.30, 19 und 21 Uhr. Dieses gewaltige Filmwerk, das beim deutschen Publikum eine, ungeheure Resonanz gefunden hat, führt in eine fremde Welt voller Geheimnisse, die den Besucher faszinieren. „Ein Großfilm aus der Welt der Wunder und Gefahren mit beispielloser Ausstattung. Tigerjagd, Elefantenkämpfe, Tempelfeste in Öri- ginalaufnahmen, Spannung, Abenteuer, Sensation, Humor, Tempo und eine starke dramatische Handlung geben diesem zweiteiligen Filmwerk eine eigene Note. Der zweite Teil: „Das indische Grabmal“ folgt am nächsten Sonntag. — Vorankündigung. Ab 24. Februar läuft in den Gloria-Lichtspielen das monumentale Filmwerk: „Das Lied der Bernadette“. Geburtstag. Am 10. Febr. feierte Frau Elise Heiler, geb. Herrmann ihren 72. Geburtstag. Herzliche Glückwünsche. Sport am Sonntag. Die Handballer erwarten am morgigen Sonntag die Gäste aus Spöck und werden versuchen, ihr mageres Punktekonto etwas aufzufrischen. Ob ihnen das gelingen wird, sehen wir am Sonntag, nachmittags 14.30 Uhr, auf dem Sportplatz am Altrhein. — Die Fußballer treten bei ihrem Lokalrivalen in Oberhausen an und werden bestrebt sein, ihren jüngsten Erfolgen einen weiteren anzu- reihen. Jedenfalls ist ein spannender Kampf zu erwarten. Beiden Philippsburger Vereinen wünschen wir deshalb morgen einen vo’len Erfolg. P. S. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, traf mit dem letzten Sonderzug Philippsburg, Anhalterbahnhof, eine Reisegesellschaft zum Maskenball der Hasen- und Gocklerzücb- ter ein. Darunter befindet sich der Weltbox meister „The black bomb“, welcher seine Kraft zur Schau stellen wird. Was es mit dem Brautpaar für eine Bewandnis hat, konnten wir nicht erfahren. Auch der Barbier von Sevillia wird dabei im Verein mit dem Wunderdoktor Bambino eine Sondervorstellung geben. Die Gocklerfamilie wird sich in neuem Kleide den Besuchern präsentieren. Da zwei Kapellen laufend zum Tanz aufspielen, hat sich Metzgermeister und Gastwirt O. Maus bereit erklärt, zur Stärkung Bockwürste nicht unter einem Meter bereitzuhalten. Die Einlaßkarte zu 1.— DM berechtigt zur kostenlosen Kur bei Bambino. Kirrlach Geburten: Ruth, V. Peter Schmitteckert, Kaufmann, Mannheimerstr. 6; Carmen, V. Willi Martus, Werkzeugmacher, Kreuzstr. 49; Renate, V. Robert Brecht, Former, Unterdorfstr. 58; Gabriele, V. Oswald Riehl, Maurer, Oberdorfstraße 123; Ludwig, V. Karl Ams, Verwaltungsangestellter, Unterdorfstr. 10; Klaus, V. Josef Heger, Maler, Oberdorfstr. 124; Wilhelm, V. Valentin Steinle, Kreuzstr. 42; Günther, V. Karl Schorck, Unterdorfstr. 12. Heiraten: August Müller, kaufm. Angestellter, Hildastr. 6 und Gertrud Oechsler, Arbeiterin, Oberdorfstr. 60; Kurt Kanter, Metzger, Mannheim-Neckarau und Anna Stegmüller, Näherin, Oberdorfstr. 67; Berthold Riedel, Goldschmied, Kreuzstr. 3 und Anna Seiferling Zigarrenarbeiterin, Friedensstr. 24; Manfred Steinle, Rangierarbeiter, Waghäuslerstr. 10 und Hermine Schmid, Arbeiterin, Oberhausen. Heimkehrer: Simon Martus, Goethestr. 3; Wilfried Oechsler, Waghäuslerstr. 21; Alfred Heger, Kronauerstr. 34; Wilhelm Kremer, Waghäuslerstr. 108; Fritz Schwebel. Kronauer- 10. f ) V Samstag, den 11. Februar 1950 Eitersiisftiaii null SdiülerspeisuiMj ' Lebhafter Diskussionsabend in Unteröwisbeim Beifütterung von MineralstofSen Praktische Winke für die Tierhalter Am Dienstag trafen sich im Bürgersaal die Väter und Mütter der Schüler mit der Lehrerschaft zu einem Elternabend. Schulleiter Stütz begrüßte die Anwesenden, unter denen sich auch der Bürgermeister und die beiden Ortsgeistlichen befanden. Er unterstrich die Notwendigkeit, daß Schule und Elternhaus künftighin enge Fühlung miteinander nehmen müssen, was im Interesse der Schüler unbedingt nötig ist. Lehrer Kölmel referierte über die polizeiliche Verordnung zum Schutze der Jugend. Er appellierte an die Eltern, alles zu tun, damit die Jugend von der sittlichen Verwahrlosung verschont bleibe. Ueber verschiedene schulische Angelegenheiten wurde eine lebhafte, für Lehrer und Elternschaft gleich wertvolle Diskussion geführt Bürgermeister Steinbach sprach über die gegenwärtige Situation der Schülerspeisung und vertrat nach Rücksprache mit dem Gemeinderat die Aufhebung der Schülerspeisung, da sich die Ernährungslage gebessert habe; auch würde mit dieser Maßnahme für die Gemeinde ein ansehnlicher Posten eingespart, der dann für Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln, Bibliotheksbüchern usw. verwendet werden könnte. Da nicht alle Eltern der Schüler, die Schülerspeisung bekommen, anwesend waren, konnte nicht abgestimmt werden. Es wurde beschlossen, daß die Lehrer an die betreffenden Eltern herantreten, ob diese für Beibehaltung oder Abschaffung der Schülerspeisung sind. Die letzte Entscheidung haben also die Eitern. Ueber die Hausaufgaben der Schüler wurde eingehend gesprochen. Diese müssen von der Schule angemessen und der Fassungskraft der Schüler entsprechend aufgegeben werden. Von der Lehrerschaft wurde der Wunsch geäußert, die Eltern mögen die Schulaufgaben immer nachsehen, sonst aber ihre Kinder selbständig arbeiten lassen. Keineswegs ging man achtlos an den Faktoren, die die Leistung in der Schule so ungünstig beeinflussen, vorüber. Allgemein ist heute bei den Kindern eine große Nervosität und Unkonzentriertheit festzustellen. Vielfach sind die Wohnungsverhältnisse dermaßen, daß ein Schüler bei seiner Arbeit nie zur rechten im Winter beginnt für viele Tierhalter hin- Sammlung kommen kann. Pfarrer Jäger mach- sichtlich der Fütterung ihrer Nutztiere oft te den Vorschlag, daß man wenigstens das eine sorgenvollere Zeit. Der Landwirt ist in Radio während der Erledigung der Schulauf- erster Linie auf Futtermittel angewiesen, die gaben abstelle. Auch die Disziplin der Schüler der von ihm bestellte Boden selbst hervorinnerhalb und außerhalb der Schule wurde bringt. Wenn auch die Möglichkeit des Kaufes einer Kritik unterzogen. Der Schulleiter bat von wirtschaftsfremden Futtermitteln besteht, die Eltern, die Kinder zu Anstand und Sauber- so doch die Futtergrundlage meist vom keit zu erziehen. Zum Schlüsse gab er wirtschaftseigenen Futter gebildet werden glieder des Elternbeirats bekannt: Willi Kudie- m üsen. Der Wert dieses Futters hängt aber rer ’ . r e li' ?® rm- Bmdschadel, Pfandn von dem mengen- und gütemäßigen Ausfall und Schluht. Es ist zu wunschen. daß der El- der Ernte ab ^ Tierhalter muß sich de s- tembeirat erweitert und auch «mge Mutter ha]b ^ stal . lfütterung über den Wert und zugezogen werden. Der Abend fand allgemei- die Zusammensetzung der für die Winterfüt- nen AnKiang. . „ terung eingebrachten Futtervorräte klar wer- tragenden Muttertiere. Wenn ein- lebendes Wesen im Werden begriffen ist, findet ein« außergewöhnlich starke Anspannung aller am Aufbau beteiligten Kräfte statt. Hier wird di« Grundlage zum Bau, zur Gesundheit und zu späteren .Leistungen des Nutztieres gelegt. Der große Bedarf eines Muttertieres an Mineralstoffen und Vitaminen während der Trächtigkeit muß unbedingt gedeckt werden. Nicht anders ist es bei den Jungtieren. Die Aufzuditemährung stellt besondere Anford* den. Dabei muß er auch seing Aufmerksamkeit der Beifütterung von Mineralstoffen und Vitaminen zuwenden, denn der Tierkörper braucht Kalk und Phosphor zur Stärkung seines Knochengerüstes wie überhaupt zum gesamten Zellenaufbau. Die sonnenarme Jahres- Am heutigen Samstag, 20 Uhr, hält der Verein der Körperbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Saale zur Rose seine diesjährige Generalversammlung ab. In Anbetracht der Neuwahlen ist vollzähliges Erscheinen erwünscht. Am 9. Februar wurde Mina Wörner, Witwe, Friedrichstr., 73 Jahre Elisabeth Dech, Fried- zeit und der Aufenthalt der Tiere in den Stal- richstraße, 72 und Sofie Neugebauer, Herren- lungen erfordert die Beigabe von Vitamin D, Straße, 76 Jahre alt. Am 12. Febr. wird Luise das sich im Sommer durch die ultravioletten Hörtreiter, Wiesenstr., 71 Jahre, August Oberst, Sonnenstrahlen in der Haut der Tiere oder Heidelsheimerstr., 83 Jahre u*d August Christ, im sonnengetrockneten Heu bilden konnte. Henninger, Bruchsalerstr., 70 Jahre alt. Herz- Besonders wichtig ist ein ausreichender Mi- liche Glückwünsche! neralstoff- und Vitamingehalt im Futter der Mtitgolshefmer Wodtenberidit Kreisobstbauinspektor Dickgießer sprach am Mittwoch im Schulsaal des Rathauses über die rechte Obstbaumpflege. Der Vorstand des Obstund Gartenbauvereins, Josef Dochat, hieß die Teilnehmer herzlich willkommen. Anhand von Bildern aus dem Landkreis erläuterte Dickgießer die richtige Verjüngung. Er versprach, in einer der nächsten Wochen mit den interessierten Leuten einen Tag durch die Gemarkung zu gehen, um an Ort und Stelle die entsprechenden Ratschläge und Anordnungen zu geben. Auf die Schädlingsbekämpfung hob Dickgießer besonders ab. Ein besonderes fäfaäilkmelm $4stin I Jungiran und Rose sind seine Rahrzeidien Im malerischen Bergstädchen Gochsheim Man hat das freundliche Städtchen Gochsheim, das malerisch hinter Münzesheim über dem Kraichbachtal emporragt, wegen seiner schönen Lage als das „badische Rothenburg“ bezeichnet, wobei zugegeben sein mag, daß der Vergleich etwas gewagt, wenn auch nicht ganz unberechtigt ist. Es lohnt sich, einmal einen schönen Sonntag zum Besuch Gochsheims zu verwenden, man wird in jeder Beziehung reich entschädigt wieder zurückkehren. Erst wenn man droben vor dem Schloß steht, oder das schöne Rathaus besichtigt, das von einer Reihe gediegener Gast- und Bürgersbauten mmgeben ist, dann vernimmt man etwas manche von ihnen haben düsteren Charakter. Schließlich ist das Amt eines Scharfrichters ja’ auch kein fröhliches Handwerk, übel- das lustige Verse zu singen wären. Einst war Göchsheim, das, wie alle Gründungen auf „heim“, bis in die Zeit der frühdeutschen Gründungen zurückreicht, eine bäuerliche Siedlung im Einmündungsgebiet des Börsbachs, wo der Gewann-Name „im alten Dorf“ die Lage des ersten Gochsheims noeh heute bezeichnet. In den anderthalb Jahrtausenden, die seitdem die Geschichte dieses Städtchens gelenkt und geformt haben, hat es sich zur heutigen Siedlung entwickelt, in der sich von der geschichtlichen Tradition, die hier sehr die Lebensart des Kraichgauer Bauerntums eng mit dem bäuerlichen Boden verbunden von der besten Seite zeigt. Gesundheit? Tatkraft ist. Von den Höhen hat man einen wunder- und Vertrauen sind die Grundlagen, auf denen schönen Blick auf das abwechslungsvolle Land- die Zukunft Gochsheims aufgebaut ist. . H. B. schaftsbild, das sich vor uns ausbreitet. Harte Prüfungen mußte die Stadt im Verlauf ihrer Vergangenheit bestehen. Besonders schlimm erging es den Gochshei- mern 1689, wo die befestigte Stadt mit 600 Mann Besatzung tapferen Widerstand leistete und es den Franzosen nicht gelang, sie auf dem Wege des Kampfes einzunehmen. Spionage und Verrat haben die Festung später dann den Franzosen in die Hände gespielt. Zur Strafe wurde die Bevölkerung in einem mehrstündigen Straßenkampf so schwer dezimiert, daß nur wenige entkamen. Innerhalb einiger Stunden war die ganee Stadt in einen rauchenden Schutthaufen verwandelt; Rathaus, Schulhaus, Kirche und die meisten Häuser fielen dem wütenden Brand zum Opfer. Nur langsam konnte sich die Stadt wieder erholen, und kaum waren die Schrecken von 1689 vergessen, da vernichtete 1739 erneut eine große Feuersbrunst einen Teil der wieder erbauten Stadt. Es wird berichtet, daß dieser große Stadtbrand durch eine Bratpfanne hervorgerufen worden sein soll, deren Inhalt auf dem Herd Feuer fing und sich rasch ausbreitete. Das Gochshei- mer Schloß konnte, da es auf schmaler Bergnase stand, vor dem Feuer bewahrt werden. Ein Inschriftstein am Rathaus weist auf jene schrecklichen Tage des Stadtbrandes hin. Das Wahrzeichen der Stadt ist die auf Grabsteinen und Brunnensäulen abgebildete Jungfrau, die der Sage nach aus Gochsheim stammt und einem Grafen von Eberstein dadurch das Leben gerettet hat, daß sie ihn in der Blumensprache, d. h. dadurch, daß sie ihm eine Rose übersandte, vor hinterlistigen Feinden warnte. Zum Dank für diesen Dienst nahm der Ebersteiner die Rose in sein Wappen auf und das Bild der Jungfrau wurde zum Wahrzeichen der Stadt In der Reihe der hochgiebeligen Häuser steht eines, es liegt ziemlich unten im Tal, das unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Auf einer Vorderfront ist überlebensgroß in Freskostil, ein Landsknecht aufgemalt, der den Biederhänder in beiden Fäusten hält. Es ist das sogenannte Scharfrichterhaus, in dem der Gochsheimer Scharfrichter seinen Wohnsitz gehabt haben soll. Viele Sagen und Geschichten ranken sich um dieses Haus und Briel ans Hambrüdsen Heute abend hält die Freiw. Feuerwehr im Hirschen ihre Hauptversammlung ab. Alle Mitglieder werden um vollzähliges Erscheinen gebeten! Ebenfalls heute abend tritt der Schachklub mit zwei Mannschaften zu den festgesetzten Verbandskämpfen an. Die 1. Mannschaft spielt um 20 Uhr in Kronau gegen die dortige 1. Mannschaft, während unsere 2. Mannschaft bereits um 19.30 Uhr in Forst im Löwen gegen die Förster 1. Mannschaft das fällige Verbandsspiel austrägt. Morgen Sonntag, 12. Februar, k ann Frl. Anna Baron, Wiesenstr. 1, in körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag feiern. Der Jubilarin die besten Glückwünsche und einen gesegneten Lebensabend! k. Augenmerk müsse auch auf die Düngung gelegt werden. Abschließend bat er die Bauern eindringlich, die Neupflanzung von Obstbäumen trotz der augenblicklich angespannten finanziellen Lage nicht zu unterlassen. In der anschließenden Generalversammlung des Obstund Gartenbauvereins wurde der bisherige Vorstand Josef Dochat wiedergewählt. Frau Katharina Gaßner feierte am 9. Februar ihren 74. Geburtstag und Herr Jakob Kolundt, Bahnhofstr.. am 8. Febr. seinen 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! -r Langenbrücken Am Sonntag veranstaltet die Volksschule einen Elternnachmittag unter Mitwirkung der 8. Volksschulklasse. Alle Eltern, Jugenderzieher und sonstige Interessierten sind herzlich eingeladen. Bei dieser Gelegenheit soll ein Elternbeirat gewählt werden, dessen Aufgabe es ist, zusammen mit der Schulbehörde alle Fragen, die sich bei der Erziehung der Schüler ergeben, gemeinsam zu beraten. h. Karlsdorf Heute abend, 19.61 Uhr, findet im Saal des Reichsadler der Maskenball des Schachklubs statt. Es spielen zwei Kapellen zum Tanz auf. Cherhausen Morgen Abend, 8 Uhr, findet in der Einigkeit ein Unterhaltungsabend für die Mütter statt. Als Auftakt wird ein Bildband mit Vortrag über das Kirchenjahr gezeigt. Anschließend singt und spielt die Frauenjugend (Con- gregation). Als Unkostenbeitrag werden —.20 DM erhoben. Frauen und Mütter sind herz- lichst eingeladen. Im Winter die Beifütterung nicht vergessen rungen an die Beschaffenheit und Güte des Futters. In der Jugendzeit wächst der Tierkörper rund um das Zehnfache seines Anfangsgewichtes. Deshalb muß der Tierhalter darauf achten, daß auch der Bedarf der Jungtiere vollauf gedeckt wird. Bei Milchvieh ist in besonderem Maße aul eine ausreichende Mineralstoffversorgung zu achten, damit kein Leistungsrückgang eintritt. Auch das Schwein ist gegen einen Mineralstoff- und Vitamingehalt sehr empfindlich. Tragende Sauen und Ferkel sollten deshalb täglich eine Mineralstoffbeifütterung erhalten; ebenso benötigen Mastschweine, bei denen durch das schnelle Wachstum große Anforderungen an den Aufbau der Knochensubstanz gestellt werden, eine entsprechende Mineralstoffergänzung im Mastfutter, Pferde, aber auch alle Kleintiere, wie Schafe, Ziegen, Kaninchen und Hühner haben Bedarf an Mineralstoffen, die zugefüttert werden müssen, da das natürliche Vorhandensein in den täglichen Futterrationen nicht ausreicht, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. ln den letzen Jahrzehnten haben sich Mineralstoff- und Vitamin-D-Beifuttermittel immer wieder bewährt. Die günstige Kombination von Kalk und Phosphor mit dem Vitamin D, die eine volle Ausnutzung aller Substanzen hervorruft, macht diese Futtermittel in hohem Maße für alle Haustiere geeignet. Während der Tierkörper aus Eiweiß und Kohlehydraten Fleisch und Fett aufbaut, braucht er Kalk und Phosphor zum Aufbau seiner Knochen. Dabei regelt das Vitamin D den Kalkstoffwechsel und löst andere lebenswichtige Funktionen im Tierkörper aus. Sie sind gerade für die Winterfütterung von besonderer Bedeutung. (Aus „Allgäuer Bauernblatt“. Herausgeber Reichsminister a. D. Dr. Anton Fehr). QUAUTÄTSMÖBEL i senkt erneut die Preise und gibt dieses zum Beweise seiner Stärke hier bekannt. Auf dafj diese gute Kunde gehe jetzt von Mund zu Munde in die Stadt und aut das Land! MÖBELFABRIK Bruchsol - Baden Ausstellung das ganze Jahr hindurch geöffnet v. Montag-Samstag 8 - 18 Uhr Neudorf Männerkundgebung des Kath. Männerwerkes Im Rahmen einer Kundgebung für unsere badische Heimat sprechen am morgigen Sonntag im großen Saale der Brauerei Peter die Herren Stadtrat Dr. Werber und Landtagsabgeordneter Kühn von Karlsruhe über das Thema: „Der Sädwest^aat“. Die Veranstaltung ist nachmittags 3 Uhr. Das katholische Männerwerk lädt hierzu die Männer der Gemeinden Huttenheim und Hambrücken freundlichst Gottesdienste am Sonntag Katholische Gottesdienste Sonntag Sexagesima Stadtkirche: 8.15 Uhr Gemeinschaftsmesse mit Predigt und Monatskommünion der Jungfrauen und Mädchen; 11 Uhr Singmesse mit Predigt. Notkirche: 7 Uhr Frühmesse; 9.15 Uhr ’ Hauptgottesdienst mit Predigt; nachher Christenlehre; 14 Uhr Herz-Mariä-Bruderschafts- andacht mit Segen; 18 Uhr kirchl. Versammlung der Jungfrauen und Mädchen. Hofkirche: 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache; 8 Uhr Schülergottesdienst mit Frühpredigt u. Kommunion für die weibliche Jugend; 9 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 10.30 Uhr Singmesse mit Predigt; 11.15 Uhr Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30 Uhr Christenlehre für die Mädchen; 14 Uhr Herz- Mariä-Bruderschaft mit Segen; 20 Uhr Kongregationsandacht in der Spitalkapelle. St. Peter: 7 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaftskommunion der Jungmädchen u. Jungfrauen; 8.15 Uhr Kindergottesdienst mit Ansprache; 9.45 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt; 13.30 Uhr Christenlehre für die Mädchen; 14 Uhr Dreifaltigkeitsbruderschaft. 8t. Paul: 8 Uhr Schülergottesdienst mit Predigt, anschließend Christenlehre für die Jünglinge; 9.30 Uhr Amt mit Predigt; 14 Uhr Herz- Mariä-Bruderschaftsandacht mit Segen. — St. Maria: 7.30 Uhr hl. Messe. Stadtpfarramt Philippsburg 7.30 Uhr hl. Messe für Sofie Schön, geb. Ziegler, mit Gemeinschaftskommunion der Knaben; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst, danach Christenlehre; 1.30 bis 3 Uhr Bücherausgabe in St. Michael. Die Gabenverzeichnisse können in Empfang genommen werden; abends 6 Uhr Andacht der Corporis-Ghristi-Bruder- schaft. * Evangelische Gottesdienste Evang. Stadtpfarramt Bruchsal. Sexagesima. 9.30 Uhr Gv/Ctesdienst, Pfr. Dr. Scheuerpflug; 10.45 Uhr Christenlehre im Kindergarten, gleichzeitig Kindergottesdienst. Mittwoch: 4 Uhr Wochengottesdienst, Vikar Pfr. Kretzer; abends 8 Uhr Männerkreis. Evang. Gemeinschaft, Moltkestr. 3: 9.30 Uhr Predigtgottesdienst; 11 Uhr Sonntagsschule. Von Montag, 13 bis Sonntag, 19. Febr., jeweil« abends 20 Uhr, Evangelisationversammlungen. Prediger Baumgärtner. In Forst: Sonntag! 9 Uhr Gottesdienst, Vik, Pfr. Kretzer. Sam»tag, den 11. Februar IM* Vom See bis an des Maines Strand 85 Jahr« badisches Landesgewerbeamt ! Karlsruhe. Das im Jahre 1865 mit einem | &uiwand von 11000 Gulden gegründete badische Landesgewerbeamt übt seine Tätigkeit ah Institut zur Förderung der handwerklichen Gewerbezweige seit nunmehr 85 Jahren aus. 1884 führte das Landesgewerbeamt Meisterkurse ein. Von den seit der Gründung herausgegebenen Schriften wurde besonders die „Badische Gewerbezeitung“ bekannt. Die im Jahre 1930 gegründete Zeitschrift „Badische Werkkunst“ soll in Kürze neu herausgegeben werden. Bei der Zerstörung des Landesgewerbeamtes im Jahre 1942 ging auch die gesamte Bücherei mit 80 000 Bänden u. weiteren 80 000 Patentschriften verloren. Die Bücherei verfügt jedoch bereits wieder über 10 000 Bücher. Keine Unregelmäßigkeit bei der Toto-Gesellschaft Karlsruhe. In mehreren Tageszeitungen wurde, wie die Präsidialstelle des Präsidenten des Landesbezirks Baden mitteilt, die Nachricht gebracht, daß der Verdacht bestehe, daß Finanzpräsident Dr. Amend Unterschlagungen bei der Toto-Gesellschaft gemacht habe. Hierzu wird erklärt, daß beim Präsidenten des Landesbezirks Baden keinerlei Anhaltspunkte dafür vorliegen, daß bei der Toto-Gesellschaft irgendwelche Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Nationaltheater Mannheim Spielplan vom 11. bis 21. Februar 1950 Samstag, 11. 2.: „Die Mausefalle“ mit „General Sie sind des Teufels“, (Die Kabarettiche), anf. 20.00 Uhr, Ende etwa 22.30 Uhr. Sonntag, 12. 2., nachm.: „Die Fledermaus“, Op. von Johann Strauß, anf. 14.30, Ende etwa 17.30 Uhr. Sonntag, 12. 2.: „Die Mausefalle“ mit „General, Sie sind des Teufels“, (Die Kabarettiche), anf. 20.00, Ende etwa 22.30 Uhr. Montag, 13. 2.: „Hoffmanns Erzählungen“, Phantastische Oper von Jaques Offenbach, anf. 19.30, Ende etwa 22.30 Uhr. Dienstag, 14.4.: „Walzerzauber“, Operette von Willy-Werner Götting, Musik von Johann Strauß, anf. 19.30, Ende etwa 22.00 Uhr. Mittwoch, 15. 2.: Zum ersten Male „Geisterkomödie“ von Noel Coward, anf. 19.30 Uhr, Ende etwa 22.00 Uhr. Donnerstag, 16. 2.: „Rigoletto“, Oper von Giuseppe Verdi, anf. 19.30, Ende etwa 22.00 Uhr. Freitag, 17. 2.: „Geisterkomödie“, anf. 19.30, Ende etwa 22.00 Uhr. Samstag, 18.2.: „Walzerzauber“, anf. 19.30, Ende etwa 22.00 Uhr. Sonntag, (Fastnacht), 19. 2.: 7. Morgenveranstaltung, — Tanz-Matinee, — anf. 11.00, Ende etwa 12.25 Uhr. Sonntag, (Fastnacht), 19. 2.: Nachmittagsvorstellung „Meine Schwester und ich“ von Ralph Benatzky, anf. 14.30, Ende etwa 17.00 Uhr. Sonntag, (Fastnacht), 19. 2.: „Die Fledermaus“, von Johann Strauß, anf. 19.30, Ende etwa 22.30 Uhr. Rosen-Montag, 20. 2.: „Meine Schwester und ich“, anf. 19.00, Ende etwa 21.30 Uhr. Fastnacht-Dienstag, 21. 2.: „Die Fledermaus“, anf. 19.30 Uhr, Ende etwa 22.30 Uhr. Badisdies Staatstheater Spielplan vom 12. bis 19. Februar Sonntag, 14.30 Uhr: 6. Vorstellung für die Fremdenmiete und freier Kassenverkauf „Cavalleria rusticana, Oper von Mascagni, „Der Bajazzo“, Oper von Leoncavallo. — 19.30 Uhr Erstaufführung „Hochzeitsnacht im Paradies“, Operette von Fr. Schröder. Montag, 19.30 Uhr: zum letzten Male „Napoleon in New Orleans“, Komödie von Georg Kaiser. Dienstag, 19.30 Uhr: „Die Fledermaus“, Operette von Johann Strauß. Mittwoch, 19.30 Uhr: 12. Vorstellung der Miete A und freier Verkauf „Die toten Augen“, Oper von Eugen d‘Albert. Donnerstag, 19.30 Uhr: 12. Vorstellung der Miete C und freier Verkauf: In Neuinszenierung „Das Konzert“, Lustepiei v. H. Bahr Freitag, 19.30 Uhr: „Die Fledermaus“, • Operette von Johann Strauß. Samstag, 19.30 Uhr: Erstaufführung bei kleinen Preisen „Familie Hahnemann“, ein Schwank von Reimann und Schwarz. Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Able> Len meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels Adolf Kratzmeier für die zahlreichen Kranzspenden» für die Teilnahme an der Beisetzung und am Trauergottesdienst sprechen wir unseren innigen Dank aus. Besonderen Dank H. H. Pfarrer Jonitz-Tiefenbach, für die Bei. Setzung und den Trauergottesdienst, dem Gesangverein „Cacilia“, dem Kirchenchor von St. Paul und dem Musikverein Tiefenbach für die Trauergesänge und Trauerweisen, dem Kolpingsverein und der Belegschaft des Wellpappenwerks für die ehrenden Nachrufe, den Aerzten und den ehrwürdigen Schwestern des Krankenhauses Bruchaal für die liebevolle Betreuung. Allen, die ihm während seinen schweren Krankheitstagen Gutes erwiesen haben, ein herzliches „Vergeltes Gott“. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Kratzmeier Wwe. Bruchsal, den II. Februar 1950 Friedhofstraße 14 Europa - Lichtspiele zeigen vom 10. — 13. 2.1950 Anfangszeilen täglich 17,19 u. 21 Uhr — Sennlags auch 14.15 riONDOW FILM Wir bringen Miltwodu und samstags geöifnet Autoverleih an Selbstfahrer mit neuem FORD-TAUNUS AUTO-WOLL BRUCHSAL Rheinstrafje 13 Telefon 513 Zum kommenden »KAPPEHABEND* am Samstag, den 11. Februar, im festlich geschmückten »Grafen Kuno« bei bester Tanzmöglichkeit - Barbetrieb ladet ein Anton Hutter und Angehörige in reicher Auswahl und billig: Küchen, Schlafzimmer, Wohnzimmer Einzelmöbel und Polstermöbel Besuchen Sie unverbindl. unsere Ausstellung; ’en korrekt beraten! 's Philippsburg Lokal Weißes Tor# Kronenwerkstraße Schreinerei- und Polster-Werkstätten y jmwi'Ä ob Zohnposto V für hohe Ansprüche erhalten Sie in ahen Fachgeschäften, bestimmt in Drogerie Wofl Inh.: Franz Wo!l Bruchsal i. B. Bahnhofplatz 1 Oskar Decker Drogerie Bruchsal i. B. ZollhaHenstraße 2 Albert Buchmüller Rheinstzaße 26, Telefon 363 Restposten von Damen- und Kinderkleidern Reste, erstaunlich billig, lockenwolle ab DM 1.95 MfltWflfyl Einmalige Gelegenheit! Am Dienstag, 14. 2. 1950 verkaufe ich ab 10 Uhr am GUterbahnhof Bruchsal 1 Waggon Chaiselongue (Liegesofa) von DM 55.. an, direkt an Private. Der weiteste Weg lohnt sich. Franz Hemberger Karlsruhe, Lachnerstr 3,b Bauer Wohnungsbau-Lotterie Stuttgart Wll ÜÄtfßfW W@NMIfNGfH Gewinne und nochmals Ge winn e Ein Fertighaus, «in Einfamilienhaus im Rohbau, ein Marterte* 1f0 V , «In Ford Taunus, ein Opel - Olympia, Motorräder, Wohnung»elnriehtungen, Idriaf- und Wohnzimmer, Nähmaschinen, Klaviere, Fahrräder, usw. usw. im Gesamtwerte von Ober 150.000 D-Mark Ziehung endgültig am 6. Mürz 19S0 Was Sie schon lange tun wollten, dazu haben Sie jetzt Gelegenheit. Gegen Einsatz von nur 1 D-Mark brauchen Sie den anhängenden Bestellschein nur aussuffiUen und zur Post zu geben. Damit haben Sie sich Ihre Gewinndtance gesichert! Sie wissen dod>, wie es heifjt: „Sieh, das Gute liegt so nah. * Lerne nur das Glück erkennen, denn das Qtüok M immer dai n BESTELLSCHEIN Si An die Wohnungsbau-Lotterie »Wir bauen Wohnungen*, Stuttgart-W., Rosenbergtbaße 88p, Ich Wir bestel!e(n).Wohnungsbau-Lose zu je 1 DM. Gesamtbetrag Hegt mit DM bei zuzüglich 25 Pfg. für die Ziehungsliste. Wird nach Erhalt der Lose auf Ihr Postscheckkonto Stuttgart Nr. 18097 überwiesen. (Nichtgewünschtes bitte streichen.) Name: ....... . . Amschrift: ... „ M IM , , . Die vom Innenministerium Württemberg-Baden genehmigte Ausspielung findet unter staatliche* städtischer und notarieller Aufsicht und im Beisein des Publikums statt. Der Reinertrag ist ausschliesslich für den gemeinnützigen Wohnungsbau bestimmt. Die Auslosungen für unser großes lucky-Ludcy-Roten finden ebenfalls am b. Märe MIO statt Klein und groß — ir und Sie federn ein Los von der Wohnungsbau-Lotterie. Bestellen Sie sofort, denn nur noch wenige Lose stehen zur Verffigung. Heute Samstagabend laden wir ein zu einem bunten Faschingsabend Moffot „Kopf hoch' Beginn 19.59 Uhr im „Gasthaus zum Engel" Das Narrenkomite Zahlnngs^Aufforderung Au die Zahlung der auf 15. Februar 1950 fällig werdenden Verbindlichkeiten wird erinnert; und zwar: Gewerbesteuer-Vorauszahlung 1950, 1. Viertel Grundsteuer 1949, ein weit. Zwölftel; somit inges. 11/12. Abfuhr- und Kanalgebühren 1949, 4. Viertel sowie auf die bereite fällige Aufräumungsabgabe, Jahresbeträge 1949 und 1950. Die Pflichtigen werden darauf hingewiesen, daß bei nicht fristgemäßer Zahlung Säumniszuschläge verwirkt sind und mit Betreibung gerechnet werden muß, wodurch weitere Mahngebühren und Zwangsvollstreckungskosten entstehen. Bruchsal, den 9. Februar 1950 Stadtrentamt Bruchsal SdunettQieie ktitistke. eine Wohltat für alle Frauen 20 Tabletten DM 1.15 Nur in Apotheken Rebweiden zu verkaufen Tagespreis —.25 Franz Burk, Bruchsal, Württembergerstraße 42 Näh- und Flickarbeiten werden gesucht. Wolf, Bruchsal, Bergstr. 57 (Erdgeschoß) Pensionär sucht möbl. oder unmöbl. Zimmer auf 15. April, mögl. Stadtmitte. Zu erfrag. Verlag BP, Wörthstr. 4 Schnell-Lieferwagen 3 / 4 Tonnen, Pritsche, Plane und Spriegel preiswert zu verkaufen oder zu tauschen gegen 1 'h - 2 Tonnen. Zu erfragen Württemberger Straße 67 mm Unglaublich und dennoch wahr) Die Haare wachsen wieder, die Schuppen ver- schwinden und brüchige» Frauenhaar wird tesund. So wirkt die Plplona-Haarkur. Wenn Sie daran zweifein, to verlangen Sie In K Ihrer Apotheke, Drogerie oder Parfümerie notariell beglaubigte Beweise über Dlplona, die dort ausliegen. Fordern Sie ausdrücklich Diplona-Haarkur. Lehnen Sie angeblich „ebenso Gutes“ ab. Haarextrakt und Haarnährkur erhalten Sie in der Drogerie WOLL, Bruchsal, Bahnhofplatz 1 Drei moderne Maskenkostüme billigst zu verkaufen. Zu erfr. [ in der Geschäftsst. Philipps-1 bürg, Salmstraße 10 ! Ein Haufen Dung, ein Kinderklappstüblchen und ein Fflllzimmerofen zu verkaufen. Josef Herting, Bruchsal, Württembergerstr. 74 Berufst. Herr sucht bis 1. 3. möbliertes Zimmer mögl. Rheinstr.—Siedlung. Angeb. unter Nr. 459 an die Geschäftsstelle des Blattes. 1 Akkordeonspieler, 1 Schlagzeuger für Fachtnacht-Sonntag und -Dienstag noch frei. Zu erfr. im Verlag der BP. Ein gebrauchtes Holztor 3,45 m hoch, 2,40 m breit, zu verkaufen. Zu erfragen BP, Wörthstraße 4 ££nUAt T K» Gute Existenz bieten wir seri-; ösem Herrn mit geeign. Verhandlungsraum, durch Ueber- nähme unserer i Bezirksagentur | (Kapitalmarkt), keine Reisetätigkeit, bei sof. gutem Verdienst. Ausf. Bewerbungen v. nur zuveri., ernsth. Reflektanten unter Nr. 460 an die Geschäftsstelle des Blattes. Kleeheu und Futterstroh zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftstelle der- BP. COtL 4.SCWMALZ BRUCHSAL 2 Wagen gutes Stroh zu verkaufen. Eckert, Bruchsal, Adlerstraße 10 Suchen Sie Geld? Hypotheken, Darlehen u. Ge- scfaäftskredite. Anfragen von ernsth. Interessenten unter Nr. 459 an die Geschäftsstelle. Freiumschlag erw. ZUM SONNTAG Dae Mütterchen Eine Erzählung von Friedrich Singer Hermann Breuer stand auf dem Randstein des Gehweges und wartete auf die Elektrische. Es war ein kühler Morgen, noch halb dämmerig; denn im Oktober wurde es nun schon wieder viel später Tag. Die Tram hatte offenbar Verspätung; unruhig schritt Hermann in seinem blauen Schlosseranzug auf und ab. Es hatten sich schon mehrere Leute angesammelt, die anscheinend ebenfalls von nervöser Spannung erfüllt waren. Alle wollten sie ja ins Geschäft, Jeeiner wollte zu spät kommen! Ab und zu löste sich ein Blatt von dem großen Laubbaume gegenüber der Haltestelle und schaukelte schwermütig durch die dunsterfüllte Luft herab. Ja, so ein Blatt hatte es nicht sehr eilig! Es kam immer noch rechtzeitig auf dem feuchten Pflaster an, um hernach zu Brei zerrädert zu werden . . Ein altes Mütterchen, das ihm schon vorhin aufgefallen War, denn es hatte einen Koffer und zwei dicke Korbtaschen auf dem Randstein abgestellt, sprach ihn an, als er eben wieder vorbeischlenderte. „Ach, möchte der Herr so gut sein und mir in den Wagen helfen?“ Hermann drehte sich unwirsch um, bekam aber gleich wieder freundlichere Augen, als das grauhaarige, gebückte Mütterchen ihn zuversichtlich anlächelte. „Ich muß cu meinen Kindern verreisen,“ entschuldigte ie sich, „und nichtwahr, wenn man weiß, daß ein paar "hungrige Enkel auf einen warten, da will man natürlich ein bißchen was mitbringen! Hab’ da noch allerlei zusammengeholt!“ Sie deutete auf eine ihrer Korbtaschen, aus der etliche rotbackige Äpfel und goldgelbe Birnen hervorlugten. Auch ein Fläschchen Milch hatte sich das alte Weiblein sicherlich vom Munde abgespart. „Man will doch nicht ganz leer kommen!“ meinte sie nochmals ernsthaft. Hermann fühlte eine geheime Rührung in seiner Brust aufsteigen. Und wie glücklich das Großmütterchen war in Erwartung des Wiedersehens mit Kindern und Enkeln! Es strahlte förmlich vor Freude, ein warmer Schein ging von seinem vielfach sorgendurchfurchten Angesicht aus. „Ich helfe schon,“ sagte Hermann und stellte sieh unterhalb des Randsteines auf die Straße, damit er das krumme Weiblein nicht gar zu hoch überrage. Sie nannte ihm indessen ihr Reiseziel, und er wunderte sich, daß sie solchen Mut aufbrachte, den weiten Weg in den gefährlich überfüllten Zügen mit soviel Gepäck zu wagen. Jetzt sauste die Elektrische um die Ecke und bremste scharf. Hermann Breuer ergriff den schweren Koffer und rannte zum Trittbrett. Es stiegen nicht viele Leute aus, er zwängte sich hinein, und bald setzte sich der Wagen in Bewegung. Aber wo ist mein Mütterchen? forschte der Mann und blickte unruhig um sich. Gottlob, da stand sie dicht neben der Tür und hatte eine ihrer Taschen neben sich gestellt, die andere hielt sie krampfhaft in der Hand. Hermann winkte ihr, und als wieder Leute ausstiegen, kam sie herein. Er nahm ihr sofort den prall gefüllten Birnen- xorb ab und stellte ihn auf seine Knie. Aber nun konnte er nicht aufstehen und sie sitzen lassen, und das hätte er doch gar zu gerne getan! Na, es ging nicht lange, so ergab sich die Gelegenheit,daß sie ihm gegenüber den anderen Fensterplatz bekam. Sie wollte ihn nun von seinem Birnen- und Apfelkorbe befreien, doch er wehrte standhaft ab: „Es geht ganz gut, es macht mir gar nichts aus!“ Sie lächelte wieder beglückt, und da fiel dem braven Hermann sein eigenes Mütterchen ein. Ach, es waren schon viele Jahre, daß sie ihre Augen für immer geschlossen hatte! Wie bitter war es für ihn als jungen Menschen gewesen, seine Mutter zu verlieren... Aber konnte man nicht in jedem hilflosen alten Weiblein die eigene Mutter weiterverehren? Ihr helfen und Gutes tun, soweit es in den eigenen Kräften stand? — Nach einer halben Stunde hielt die Tram vor dem Bahnhot Bte Menschen strömten zur Halle. Hermann ergriff den Koffer und den Obstkorb und schritt durch das Gewimmel auf den Fahrkartenschalter zu. Auf den Zug konnte er freilich nicht warten; aber er stellte die schweren Gepäckstücke so an die Wand des Ganges, daß das Mütterchen sie immer im Auge behielt Alsdann wies er ihm einen Platz in der Menschenschlange an, die vor dem Schalter stand. „Und wie kommen Sie hinüber auf den Bahnsteig und in den Zug?“ fragte er besorgt. „Oh, ich finde schon wieder gute Menschen, die mir weiterhelfen!" versetzte das Mütterchen zuversichtlich. Sie stammelte ihm ihren Dank nach, indes Hermann aus der Halle fortlief. Als er etliche Minuten zu spät ins Geschäft kam, sagte kein Mensch etwas. Leise vor sich hinpfeifend, setzte er seine Metalldrehmaschine in Gang. Es wäre doch schön auf der Welt, wenn alle Menschen einander helfen würden! Im Reich Der Amelien Eine andächtige Schau auf ein großes Geheimnis Schlägt man einem Menschen den Kopf ab — welch müßige Frage nach dem Ergebnis! — so ist der Mann sofort tot. Köpft man einen Vogel, so wird dieser noch ein Weilchen leben. Eine enthauptete Schlange windet sich noch für einige Stunden am Boden. Genaue wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß eine Ameise, deren KopS abgetrennt ist, nicht nur ungefähr sechs Wochen lang noch lebt, sondern auch in der Lage ist, mit allerdings verminderter Leistungsfähigkeit den komplizierten Obliegenheiten ihres Ameisendaseins nachzugehen. Wie ist so etwas möglich? Auf dem Nervenstrang, der sich auf dem Körper des Tierchens hirizieht, befinden sich Knoten und von diesen gehen Nervenfasern aus, die die einzelnen zu den Knoten gehörenden Segmente des Ameisenleibes in Bewegung setzen. Jeder Knoten ist sozusagen ein Gehirn für sich. Entfernt man mit dem Kopf die darin befindliche große Gehirnmasse, so wird die Lebenstätigkeit für eine verhältnismäßig lange Zeit von jenen kleinen Gehirnen überkommen. Gewiß, wenn z. B. ein Regenwurm in einzelne Stücke zerschnitten wird, so tötet man dadurch nicht den Wurm, sondern jene Teile leben ihr Wurmleben gewissermaßen als neue Individuen weiter. Aber das Leben eines Regenwurms ist alles andere als kompliziert. Es ist ein Vegetieren von primitivster Art. Es offenbart nicht das geringste Zeichen einer Planung oder Zielstrebigkeit, das als Aufleuchten eines Bewußtseins bezeichnet werden könnte. Anatomisch gesehen hat sich das im Kopf ruhende Gehirn der Ameise als ein starkes Zentrum der Mentalität, d. h. einer geistigen Kraft entwickelt, nicht unähnlich dem des Menschen, und wenn wir mit unserem Erkenntnisvermögen auf das Leben der Ameisen schauen, auf die Art, wie sie ihre Probleme zu lösen, ihren Staat und ihre Gesellschaft zu organisieren suchen, können wir kaum umhin, anzunehmen, daß Ameisen ein gewisses ordnendes Lebensbewußtsein besitzen, das allerdings fremd dem menschlichen ist. In den letzten Jahrzehnten sind von der Wissenschaft manche neue Dinge über die Ameisen entdeckt worden. Man fand z. B., daß diese Tiere völlig blind sind gegenüber der roten und gelben Farbe des Spektrums, daß sie aber andererseits wieder Farbtöne sehen — und auch von ihnen beeinflußt werden —, die außerhalb unserer menschlichen Wahrnehmung liegen. Eine eingehende Naturgeschichte der Ameisen müßte eigentlich Bände füllen, denn es gibt nicht nur Tausende von Arten — jede derselben führt auch ein von den andern abweichendes Dasein, und jede Lebensweise ist so vielseitig, so interessant, daß sie viele Jahre eines Forscherlebens beschäftigen kann. Wir wollen in diesem Zusammenhang nur einige wenige besonders originelle Ameisensitten anführen: Es gibt Ameisen, die Insekten als „Haustiere“ hegen. Sie ziehen Käfer, Blattläuse und andere winzige Wesen auf, hüten und pflegen sie ihrer Milch wegen, d. h. wegen des Honigtaus und anderer süßer Säfte, die jene Tiere ausscheiden. Es gibt Ameisen, die Sklaven halten. Zu diesem Zwek schickt das betreffende Gemeinwesen Kolonnen aus, die die Nester einer anderen Ameisenart überfallen, die Eier und Puppen rauben und sie als Beute nach Hause schleppen. Die ausschlüpfenden jungen Ameisen sind zu dem Schiksal verdammt, die Sklaven ihrer Räuber zu sein. Sie müssen arbeiten, während die Herren die Verteidigung des Staates übernehmen, Kriege führen und Beute machen. Die in den Tropen heimischen Blattschneiderameisen sind Meister der Pilzzucht. Sie schneiden aus Blättern kleine Stüke heraus, tragen sie in ihr meist unter dem Erdboden angelegtes Nest, zerkauen sie dort, und diese Masse ist der Nährboden für die Pilze, die sie darauf züchten und die ihre eigentliche Nahrung bilden. Jeder einzelne Arbeitsgang, das Schneiden und der Transport der Blattstükchen, die Anlage und die Pflege der Pilzkultur, die auch ein sorgsames Ausjäten von Unkraut einschließt, offenbaren einen Fleiß, eine „Pflichterfüllung“, eine Geschicklichkeit und eine bewußte Zielstrebigkeit, zeigen eine Lebensführung, die von dem beobachtenden Menschen die größte Achtung abfordert, und die ihm jene kleinen Wesen als höchst intelligente Individuen erscheinen lassen. Schon die Menschen des Altertums haben dem Leben der Ameisen besondere Aufmerksamkeit geschenkt und ihnen besondere Fähigkeiten und überirdische Kräfte zugesprochen. Die griechische Sage hat sie sogar mit den Menschen in eine enge Beziehung gebracht. Der Geschichtsschreiber Herodot erzählt einmal von einer Wüste im nördlichen Indien, wo Ameisen von der Große zwischen Fuchs und Hase hausen, die goldhaltigen Sand zu Tage fördern. Nach der griechischen Sage sollen auf der Insel Agina die ersten Menschen gleich Ameisen aus der Erde gekrochen sein, was der Mythus in der Weise ausdrükt, daß Aiakos, der Sohn des Zeus, — durch eine Pest seines Volkes beraubt — zu Zeus fleht, die Scharen von Ameisen, die er unter einer heiligen Eiche wimmeln sieht, in Menschen zu verwandeln. Der Gott erfüllt seine Bitte. Für uns Menschen liegen noch viele Dinge über jene kleinen, eilenden, zwiebelköpfigen Kreaturen im Dunkel, die in Farben schwelgen, die unserem Sehvermögen verschlossen sind, die eine Welt fühlen und schmecken, die wir nicht erfahren können, deren Leben reguliert wird durch Instinkte, Reflexe und Neigungen, deren genaue Kenntnis der modernen Wissenschaft immer noch verborgen ist. Ein amerikanischer Naturtorscher schrieb kürzlich in der Zeitschrift „American Mer- cury“, daß ein andächtiges Schauen in einen Ameisenhaufen uns vor ähnliche große Geheimnisse führt wie ein Blik durch ein Fernrohr auf den gestirnten Nachthimmel oder ein Forschen in den Tiefen der menschlichen Seele... br-r Sonniagd-Gedanken Häuslichkeit Nur einen Kreis gibt es, in welchem der Einzelne unentbehrlich ist: dort eben, wo er in seiner Eigenart am besten erkannt wird und als Einzelner wirken kann, in der Familie. In diesem kleinen Kreis werden die tiefsten .Tiefen durchschritten und die höchsten Höhen erlebt. Gottfried Traub Der Reiz des Familienlebens ist das beste Gegengift gegen den Verfall der Sitten. Jean Jacques Rousseau Wenn der Mann mit seinem Weibe also lebt und umgeht, daß sie ihn nicht gern sieht wegziehen und fröhlich wird, wenn er heimkommt, dann steht’s wohl. Martin Luther Eure Liebe erweiset ihr nicht, indem ihr füreinander sterbet, sondern in tausend kleinen Diensten, Gefälligkeiten, Rücksichtnahmen. Adolf Hausrath Das höhere Ziel der Ehegemeinschaft ist dieses: Daß einer den anderen heilige und sich von ihm heiligen lasse. David Friedrich Schleiermacher Der Familie den Sonntag! Hat der Vater durch des Amtes und der Arbeit große Bürde keine Zeit am Werktag für die, die ihm auf die Seele gebunden sind, so nehme er wenigstens den Sonntag aus. Hermann Bezzel r? jiUn RäU*U% ... UND *atTn| SCHACH-ECKE Nach 13 Zügen aufgegeben! Bei der stark besetzten russischen Schachmeisterschaft 1949 konnte Kotow seinen Gegner, der im 7. Zuge einen Fehler beging, bereits im 13. Zuge zum Aufgeben bringen. Gewiß eine große Seltenheit bei einem Turnier mit 9 Großmeistern und 10 Meistern. (Es siegten punktgleich Smyslow und Bronstein vor Geller und Taimonov.) sich waagrecht Wörter mit'folgender Bedeutung ergeben: 1. Stadt am Thüringer Wald 2. An Hand von einem .... 3. Stadt, in der Martin Schongauer sein letztes und größtes Werk vollendete 4. Unverarbeitetes Erz 5. Längenmaß 6. Alkoholisches Getränk (ü=l Buchstabe) 7. Sibirischer Strom Der Menfch — ein Wunöer Gottes Glaube und Wiffenfchaft por Öen Rätfeln der Natur Jeder erinnert sich noch der stigmatisierten Therese von Konnersreuth, die trotz völligen wochenlangen Fastens an Gewicht zugenommen haben soll. Die wissenschaftliche Welt nahm damals dieses Phänomen mit Recht nicht ernst, da es klinisch nicht kontrolliert und erwiesen war. Inzwischen sind auch andere „wunderbare“ Gewichtszunahmen bekanntgeworden, und zwar bei Herzkranken. Schon vor vielen Jahren machte Professor E. Zak an der Wiener Herzstation die seltsame Beobachtung, daß Herzleidende, die fast keine Flüssigkeit zu sich nahmen, dagegen durch harntreibende Mittel täglich einen Liter Harn ausscheiden, m a n c hm al an Gewicht Zunahmen. Da die Gefahr bestand, daß solche Kranke heimlich Flüssigkeiten zu sich nahmen, hat man in der Dermatologischen Universitätsklinik eine Patientin isoliert und täglich gewogen. Professor Dr. Urbach berichtete über das Ergebnis seinerzeit in der „Medizinischen Klinik“. Es handelt sich um einen Tatsachenbericht, der keine andere Erklärung zuläßt, als daß es sich hier um eine Wasseraufnahme aus der Luft handelt, und zwar durch die Haut. Diese Patientin schied, ohne viel zu trinken, täglich über 3000 ccm Ham aus, außerdem noch viel Schweiß. Da sie trotzdem an Gewicht zunahm, wurde sie einer strengen klinischen Kontrolle unterworfen, um dieses Phänomen zu klären, wozu sie sich freiwillig bereit erklärte. Sie mußte in einem versperrten Gitterbett liegen, durfte sich 6 Tage und Nächte nicht waschen oder die Zähne putzen und wurde Tag und Nacht beobachtet und — gewogen. Gewogen wurde das Essen, das Trink- wasser. sowie alle Ausscheidungen (außer dem Schweiß). Und das Ergebnis: die Frau schied mehr Flüssigkeit aus, als die Summe der festen und flüssigen Nahrung betrug, ohne jedoch an Körpergewicht zu verlieren. Dabei hätte die Kranke mindestens 2600 Gramm Gewicht verlieren müssen. Die Ärzte standen hier vor einem Rätsel, für das sie nur eine Erklärung fanden: Gewichtszunahme aus der Luft durch die Hautatmung. Da das Gesetz von der Erhaltung der Energie für alle Lebewesen gilt, vermag auch der Mensch keine Kraft aus dem Nichts zu erzeugen. Wie aber steht es mit der Hautatmung? Der Mensch atmet wie alle Säugetiere einzig mit den Lungen; eine echte Hautatmung gibt es nur bei den Amphibien. Jenes Mädchen, das einmal im Zirkus am ganzen Körper mit Goldbronze lackiert wurde und daran gtarb, ist nicht erstickt, sondern — erfroren. S ias Lackieren der Haut führt zu ein« Unter- rechung der Wärmeregulation und damit zu einer tödlichen Unterkühlung. ' Und dennoch gibt es auch beim Menschen so etwas wie eine Hautatmung, einen Gasaustausch durch die Haut. Unsere Haut verdunstet ständig Wasserdampf, selbst im kalten Winter. Warum also sollte die Haut nicht auch Wasser aus der Luft auf nehmen können? Ist sie doch sogar imstande, Fette, und Nährsalben aufzunehmen und dem Verdauungsakt zuzuführen. Zudem wissen wir, daß Giftgase die Haut durchdringen und ins Körperinnere weitergeleitet werden. Die „Wissenschaft vom Menschen“ steht erst an ihrem Anfang, und der Mensch ist, wie Carrel einmal sagte, immer noch — do ‘ ! "“bekannte Wesen. Weiß: Kotow, schwarz: Petrosjan (Damengambit) 1. d2—d4 d7—d5, 2. c2—c4 e7—e6, 3. Sb 1— c3 Sg8—f6. 4. c4Xd5 e6Xd5, 5. Lei—g5 Lf8— e7, 6. e2—e3 c7—c6 7. Ddl—c2! (Verhindert den folgenden Zug von Schwarz bei Strafe!) Sf6—e4? 8. Lg5Xe7 Dd8Xe7, 9. Sc3Xd5! (Siehe Diagramm.) abede fgb Wegen der ungeschützten Stellung des schwarzen Lc8 auf der 8. Reihe ist dieser Überraschende Elinschlag möglich. Schwarz hat keine Wahl und muß den Springer schlagen, da auf De6 10. Sc74- mit Damengewinn folgen würde. 9. ... c6Xd5, 10. Dc2Xc8+ De7—d8. ll.Lfl— b6+ Sb8—c6, 12. Lb5Xc6+ b7Xc6, 13 Dc8X c6. Hier gab Schwarz die materiell verlorene Stellung auf, da er mit 2 Bauern weniger nicht die geringsten Chancen mehr hätte. Füll-Rätsel Die freien Felder nachstehender Figur sind mit weiteren Buchstaben auszufüllen, so daß 1. E i 2. £ i 3. E I 4. £ i 5. £ I I 6. E I 7. £ I Magisches Quadrat Die Bustaben: aaaaaaeeeeeeg kmnrrssttttx sind so in die obenstehende Figur einzutragen daß waagrecht und senkrecht die gleichen Wörter von nachstehender Bedeutung entstehen: 1 2 3 4 s 1 Männliches Haustier. 2. Italienisch: zur Hälf e; 3 Größter Staat in den USA; 4. Stockwerk, 5. sich schnell bewegen. R.St. LÖSUNG: uasey g ‘ageijj '*> tsexaj •g teiauiv Z l sacwsiSun; lasscuaf i tup/vessns "9 tanötuews g •uasTaqoH t ’ip;:s -jaig E ‘taidstaa Z ‘tpeuasig ] :|»s)sjh04 der£|2 < DER HEIMAT Im Vordergrund der Badischen Landesliga: Der Kampf um den zweiten Platz Wieder volles Handball-Programm VfR Pforzheim — 1. FC Pforzheim, Phönix Karlsruhe — ASV Feudenheim, ASV Durlach — Amicitia Viernheim, TSG Rohrbach — FV Mosbach, Germ. Brötzingen — FC Eutingen, Germania Friedrichsfeld — FV Hockenheim. Der Kampf um den zweiten Platz wird von Spieltag zu Spieltag spannender und auch am kommenden Sonntag kann nur mit einer teilweisen Klärung gerechnet werden. Diese erwartet man im Karlsruher Wildparkstadion, wo sich mit Phönix und dem ASV Feudenheim zwei der aussichtsreichsten Anwärter um den wichtigen Tabellenrang im Kampf um die Punkte gegenüberstehen. Unmittelbar nach Rückrundenbeginn sahen die Feuden- heimer bereits als sicherer Zweiter aus. Unerwartete Punktverluste der Elf ließen jedoch die Verfolger herankommen und jetzt stehen die Mannheimer Vorstädter am Scheidewege. Verlieren sie nämlich das wichtige Treffen gegen den aufstrebenden Karls- Bezirksklasse Karlsruhe — Bruchsal Eggenstein — Hagsfeld; Südstern Karlsruhe — Neureut; Daxlanden — Knielingen; Wiesental — Odenheim; Forst — Kirrlach; Weingarten — Frankonia Karlsruhe. Der morgige Sonntag ist wieder ein entscheidender Tag für die drei Spitzenreiter, insbesondere für Daxlanden und Kirrlach. Beide Vereine haben harte Gegner. Die Karlsruher Vorstädter haben die spielstarke Mannschaft aus Knielingen zu Gast. Sollte Daxlanden an die letztsonntägliche Form anknüpfen, so steht der Sieg der Daxlander noch nicht fest. — Kirrlach dagegen muß in Forst antreten. Die beiden Vereine stehen innerhalb der Tabelle sehr günstig, ja den Kirrlachern können sogar noch Meisterschaftsfreuden zuteil werden. Entscheidend wird auch das morgige Treffen sein, ob Kirrlach an der Meisterschaft mitreden kann oder nicht. Wer das Treffen für sich entscheiden kann, ist schwer vorauS'zusagen, die Tagesform wird wohl entscheidend sein. — Odenheim kann auch noch in den Abstiegsstrudel gezogen werden. Am Sonntag gastiert die Mannschaft bei dem bereits zum Abstieg verurteilten FV Wiesental. Beide Mannschaften werden sich einen zähen Kampf um' die so wichtigen Punkte liefern. Sollte Odenheim dieses Treffen verlieren, was nicht anzunehmen ist, so wären es am Schluß der Runde unter Umständen zwei Vertreter des Kreises Bruchsal, die in den sauren Apfel des Abstiegs beißen müßten, A-Klasse Kronau — Langenbrücken; Oberhausen — Philippsburg; Huttenheim — VfB Bruchsal; Karlsdorf — Unteröwisheim; Heidelsheim — Rheinhausen. In der A-Klasse werden 10 Mannschaften zu den Punktekämpfen antreten. Die Spiele sind nicht für die Tabellenspitze von Entscheidung. Jeder Partner wird versuchen, sich im Mittelfeld besser zu plazieren. Die beiden benachbarten Vereine Kronau und Langen- Drücken werden sich ein hartes Treffen liefern. Aber keinem der beiden wird wohl ein doppelter Punktgewinn zufallen, da die Mannschaften spielerisch und technisch auf gleicher Höhe stehen. — Die Philippsburger, die am letzten Sonntag dem Tabellenführer einen Punkt abknöpften, werden in Oberhausen keinen leichten Stand haben, denn Oberhausen wird alles daran setzen, um dem ruher Phönix, sinken ihre Hoffnungen nahezu auf dar Nullpunkt, zumal sich die anderen Mitbewerber Durlach und vor allem der 1. FC Pforzheim zur Zeit in ausgezeichneter Kondition befinden. Der Pforzheimer Club sollte sein Lokalspiel auf dem Holzhof gegen den Letzten VfR mit einem sicheren Sieg beenden und auch Durlach kann man auf eigenem Platz gegen Viernheim in Front erwarten. TSG Rohrbach hat gegen Mosbach eine gute Gelegenheit, sein Punktkonto um zwei weitere Zähler zu vermehren, dagegen scheint es nicht ausgeschlossen, daß der FV Höckenheim in Friedrichsfeld seinen Vorspielsieg wiederholen wird. In diesem Falle würde die Lage der Friedrichsfelder recht prekär werden. Mit größter Spannung sieht man auch der Begegnung Germania Brötzingen — FC Eutingen entgegen. Hier geht es für den Neuling um Sein oder Nichtsein. Eine neue Niederlage würde die Hoffnungen der Eutinger auf Klassenerhalt wesentlich eindämmen. Abstieg zu entgehen. — Der Tabellenzweite empfängt den VfB Bruchsal. Die Kreisstädter hatten in den letzten Spielen wohl einen Formanstieg zu verzeichnen, jedoch wird es in Huttenheim kaum zu einem Erfolg reichen. — Wird Karlsdorf am Sonntag eine Sensation melden müssen? Was nicht ist, kann noch werden und wir trauen den Unteröwishei- mern alles zu. Der bisher ungeschlagene Tabellenführer wird seine ganze Spielkunst aufbieten müssen, um die Gäste aus Unteröwisheim niederzuhalten. — Zwei vom Abstieg Bedrohte treffen sich in Heidelsheim. In diesem Falle dürfte der Platzbesitzer gegen den Neuling und Tabellenletzten Rheinhausen einen doppelten Punktgewinn holen. B-Klasse, Gruppe Hardt ' . Weiher — Frankonia Bruchsal; Hambrücken — Rheinsheim. Diese beiden Spiele, die nicht mehr entscheidend sind, dürften Heimsiege geben, im günstigen Fall Unentschieden. Die Gästemannschaften sind jedoch keineswegs zu unterschätzen. KSV Kirrlach — KSV 1884 Mannheim Eiche Sandhofen — ASV Lampertheim (5 :8) Germania Bruchsal — KSV Wiesental (1 :7) ASV Heidelberg — SpVg. Ketsch (3 :5) ASV Feudenheim — SpVg. Brötzingen (3 :5) Von den Kämpfen um die Bad. Mannschaftsmeisterschaft im Ringen interessiert neben dem Großkampf in Feudenheim, der ein neuer Schritt zur Klärung der Lage bringen wird, die Begegnung der Kreisvereine ASV Bruchsal — KSV Wiesental. In den Europa-Lichtspielen stehen sich am Sonntagvormittag um 10.30 Uhr zwei gu'e Bekannte, Mannschaften, die im Bad. Ringsport einen Namen besitzen, gegenüber. Zwei alte Rivalen sind es, Staffeln, die sich gegenseitig bestens kennen und die sich schon manchen harten Strauß geliefert haben. Die Gäste, als bisher erfolgreicher und glücklicher kämpfende Mannschaft, haben in den letzten Wochen Ausgezeichnetes geboten. Selbstverständlich werden sie a.udh morgen, wo es mit um die Vorherrschaft ijn Kreis geht, was der Begegnung lokalen Charakter verleiht, in stärkster Besetzung antreten. Eruchsals Ger- Verbandsliga: VfL Neckarau — TSV Birkenau 8:11 TSG 62 Weinheim — TSV Bretten 7 :5 TV Seckenheim — SpVg. Ketsch 4 :16 TSV Beiertheim — TSV Rintheim 6 : 7 SV Waldhof — SG St. Leon 6r6 TSV Rot — SG Leutershausen 9 :7 Tabellenführer Rot empfängt die SG Leutershausen und hat damit neuerlich einen sehr starken Gegner. Sicherlich haben 6ich die Mannen um Thome nach dem sonntäglichen Treffen gegen Birkenau etwas mehr vorgenommen, denn es bedarf auch gegen Leutershausen einer guten Leistung, um nicht noch die Meister&haftsaussichten zur verlieren. Die SG St. Leon muß zu ihrem Tabellennachbarn Waldhof, der die Punkte ebenso notwendig hat, wie die Gäste selbst. Es wird zu einem harten Treffen, mit knappem Ausgang kommen, wobei die Platzbesitzer die größeren Erfolgsaussichten haben. Ketsch, als stärkster Widersacher der Roter, wird in Seckenheim zu weitere’n Punkten kommen und im Karlsruher Lokaltreffen zwischen Beiertheim und Rintheim haben letztere die besseren Chancen. Weinheim wird gegen den TSV Bretten ein leichtes Spiel haben, und in Neckarau könnten die verbesserten Birkenauer zu einem knappen Sieg kommen. Die Bezirksklasse: Tv. Odenheim — Tv. Oberhausen TSV Oestringen — TSG Bruchsal TSV Neuthard — Tv. Forst Tv. Philippsburg — Tv. Spöck. Es sieht wieder einmal so aus, als sollten die Platzbesitzer zu Heimsiegen kommen. Im Falle Odenheim — Oberhausen dürfte das bestimmt der Fall sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß die wenn auch gute und schnelle Gästeelf, den Tabellenführer gefährden könnte. Der TSG Oestringen wird sich die Möglichkeit eines Erfolges gegen die Bruchsaler TSG wohl kaum nehmen lassen, zumal er auf eigenem Gelände zu spielen versteht. Wir rechnen mit einem knappen Sieg der Oestringer. . Bei Spiel Neuthard — Forst geht es für die Förster um sehr viel. Eine Niederlage, die gar nicht so sehr ausgeschlossen ist, dürfte die Meisterschaftshoffnungen restlos vernichmanen haben zwar ihre gute einstige Form noch nicht erreicht. Ihre junge Mannschaft wird aber alles daransetzen, um den Gästen einen ebenbürtigen Gegner abzugeben. 84 Mannheim wird in Kirrlach erwartet und steht dort natürlich vor einer schwer zu lösenden Aufgabe. Die Gastgeber als Bezwinger von Feudenheim und Brötzingen werden es sich nicht entgehen lassen, um zu zwei weiteren Punkten zu kommen. Man darf aiso die Kirrlacher ruhig in Front erwarten, wenngleich auch die Gäste in letzter Zeit ganz gute Leistungen gezeigt haben. Von den restlichen Kämpfen interessiert die Mannheimer Begegnung zwischen Meister Feudenheim und Brötzingen. Verlieren die Gäste, was als sehr wahrscheinlich anzunehmen ist. dann sind alle Hoffnungen auf die Meisterschaft ausgeträumt und für die Feu- denheimer ist der Weg wieder einmal mehr offen. Eiche Sandhofen wird seine weiteren Chancen gegen Lampertheim zu wahren wissen. während den Heidelbergern, nach den letzten Erfahrungen ein Sieg über Ketsch durchaus zuzutrauen ist. ten. Man wird deshalb alles daransetzen, um die gefährliche Hürde in Neuthard mit Erfolg xu nehmen. In Philippsburg stehen sich zwei punktgleiche Mannschaften gegenüber. Auf Grund der in den letzten Spielen gezeigten Aufwärtsentwicklung der einheimischen Handballer werden alle Bemühungen der Gäste vergeblich sein. Kreisklasse: Tv. Büchenau Ib — Tv. Karlsdorf Tv. Neudorf — Tv. Büchenau I Tv. Weiher — TSG Bruchsal Ib. Büchenaus Reserven könnten gegen Karlsdorf knapp gewinnen. Ebenso sollte die TSG Ib in Weiher erfolgreich bleiben. In Audi Ihr Verein soll am Monlag im „Sport der Heimat,, mit seinem Ergebnis erscheinen. Geben Sie deshalb Ihren Spielbericht am Sonntag ab 17 Uhr an die Redaktion durch Ihre Ru*-Nr.: Bruchsal 121 Neudorf stehen sich die beiden Tabellenführer der Kreisklasse gegenüber, wobei wir den Gästen die größeren Aussichten einräumen. üodief Bad. Hockeyliga: Männer: VfR Mannheim — TSG 78 Heidelberg 1 :2 MSG Mannheim — HTV 1816 Heidelberg 0:1 TB Germ. Mannheim — TSG Bruchsal 0 :0 TSV 1846 Mannhein — Phönix K'ruhe 4 :0 KTV 1846 Karlsruhe — HC Heidelberg 0 :0 TSG Bruchsal bei Germania Mannheim Das Vorspiel in Bruchsal endete gegen eine ersatzgeschwächte TSG-Elf 0:0 und man kann, nach dem derzeitigen Tabellenstand zu schließen, behaupte^ daß sich die Mannheimer zwischenzeitlich recht gut herausgemacht haben. Die Bruchsaler werden einen sehr schweren Stand haben und es scheint sehr fraglich, ob es zu einem doppelten Punktgewinn reichen wird. Falls für die TSG keine Aufstellungsschwierigkeiten bestehen, müßte aber doch mindestens ein Unentschieden herauskommen. Abfahrt 8.20 Uhr. Turnen Mannschaftswettbewerb der Mädels Nachdem am vergangenen Sonntag die Turnerjungen zur Ermittelung der kreisbesten Mannschaft angetreten waren, versammeln sich morgen nachmittag um 14 Uhr die Mädels in der Turnhalle der Kaserne zum Mannschaftswettbewerb. Es sind die Vereine TSG Bruchsal, TSV Wiesental, Tv. Gondelsheim, deren Turnermädels im edlen Wettstreit miteinander stehen. Nach den ausgezeichneten Leistungen, die von den Jungens gezeigt wurden, darf auch morgen das Beste erwartet werden. Zu dieser Veranstaltung sind aile Anhänge des Turnens und insbesondere die Eltern der Turnermädels recht herzlich eingeladen. Herausgeber: C. und H. Kruse, BrudisaL, Wörthstraße 4, Philippsbnrg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Stander, Bruchsal. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 gültig. Unsere Kreis-Bezirhsligfslen unter sidi interessante Paarungen bei der A-Klasse — Z wei Nachholespiele bei der B-Kl. Gruppe Hardt Spannende Begegnungen bei den Ringern Lokalkampf ASV Bruchsal — KSV Wie sental. Feudenheim empfängt Brötzingen V'RANZISKA UND DIE SIEBEN RABEN | MÜNCHNER ROMAN.VERLAG M Ü N C HE N - P A SING, FRITZ. REPTER-STR~| eines kommenden Lebens geht, lacht; sie hat den jungen Schwager gerne, diesen zwischen Knabenhaftigkeit und unfertiger Männlichkeit schwankenden Feuerkopf, der als einziger von den Lodronerbuben keinen altüberlieferten Namen bekam — denn die Michaels, Nepomuks, Pankraz’ und Franz’ und Xavers sind schon von langher immer wieder in der Familie zu finden, ein Günther aber taucht erst jetzt mit ihm erstmals auf. Das kommt daher, daß die Mutter der Lodronerbuben — diese kleine schwache Frau, der kein Mensch so ohne weiteres sieben Kinder zugetraut hätte — damals, als sie nach vielen Jahren nochmals Mutterfreuden entgegensah, ihren Mann inständig bat, doch einmal den Neimen — gleich, ob es ein Bub oder ein Mädchen würde — selbst wählen zu dürfen. Der Alte versprach es. Wieder kam ein Bub. Das war Günther. Ein paar Monate später kostete dieser letzte ihrer Jungen der Mutter das Leben. Der Knabe wußte freilich wenig davon, der wuchs froh und unbekümmert auf und kam schon frühzeitig in die Schule, absolvierte Klasse nach Klasse ohne besonderes Bemühen und hatte immer den Frohsinn den alle so sehr an ihm liebten. — „Er ist eben ein Sonntagskind!“ freute sich der alte Lodroner, wenn ihm die Leute wegen dem Jüngsten Schmeicheleien sagten. Nun aber da er zu Frau Charlotte tritt und nach der Begrüßung in seinem gewohnten Stuhl am Fenster sitzt, nun sieht er freilich nicht so lustig aus wie sonst Die hohe Stirn ist umwölkt, und in den Augen flackert die Unruhe. Die Schwägerin merkt das gleich; werdende Mütter sehen mehr als andere Leute. — „Was ist mit dir?“ fragt sie den Jungen und sie nimmt seine heißen Hände in die ihren: „Bist berauscht sich an den Plänen, die ihm Pankraz du krank? — Oder gar verliebt?“ einredet. Man sollte umbauen lassen und aus Mit dem heiteren Ton hat sie es schon ganz dem „Goldenen Raben“ ein Hotel machen. Und falsch getroffen. Denn Günther fährt anf: Michael ist nicht da. Er wäre der einzige, mit „Verliebt? — Wie kannst du das sagen! — Es dem ich sprechen könnte. „Und Franziska“, er ist. er verkrampft die Finger ineinander, „hat weicht ihren Blicken aus, „weißt du, was mit dir Michael nichts gesagt?“ Franziska ist?“ Seine Stimme fiebert. „Er stellt „Nein. Wie sollte es sein? — Er ist ja neulich ihr nach, Charlotte, — Pankraz stellt ihr nach! fort zu euch und dann gleich weiter — wegen Bei Gott, das tut er! Er rennt hinter ihr her. Ich seiner Professur, du weißt ja, und geschrie- habe sie schon auf dem Gang gesehen, im erben hat er noch nicht. Er hat ja so wenig Zeit“ sten Stock, ganz nahe nebeneinander, und neu- Sie seufzt leise. „Also was ist? Es ist mir gar lieh mußte sie in den KMler, da ging er auch nicht recht, daß du so unglücklich aussiehst“ hinunter. -ich konnte mich nicht halten, ich Günther steht auf, läuft ein paarmal durch rannte hinterher. Was machst du da? schrie ich das Zimmer, geht an das Fenster, sucht irgend ihn an. Er sagte nur: „Geh hinauf! Du Lauseetwas auf dem Tisch und sagt dann plötzlich: junge! .... Es fehlte nicht viel und ich hätte „Pankraz ist gekommen.“ ihn mitten in das Gesicht geschlagen . . . und „Ach —“ ich tu’s auch, Charlotte, wenn er sie nur an- Er wendet sich um. Seine Schwägerin steht rührt! — oder ich bring’ ihn um —!“ an der Vitrine, weiß im Gesicht „Pankraz“ flü- „Aber, Günther!“ beruhigt ihn seine Schwä- stert sie. „Das ist nicht wahr — Das ist doch gerin in mütterlicher Sorge. „Was ist das für nicht wahr —“ eine Geschichte mit euch Lodronerbuben! Im- „Aber ja. Was ist dir? Du bist so blaß!“ Sie mer gleich mit dem Kopf oben hinaus! Weißt geht an den Stuhl und läßt sich nieder. Ich er- du denn, daß bis jetzt jeder von euch für die schrecke nur so leicht, weißt du das kommt Franzi geschwärmt hat? — Der Nepomuk, der wohl von meinem Zustand. Wenn deine Frau Franz, der Xaver, natürlich auch der Pankraz, einmal ein Kind erwartet, dann wirst du das der Ludwig . . . und wohl auch Michael!“ vielleicht verstehen lernen.“ Sie versucht zu „Das wäre etwas anderes gewesen. Dem hätte lächeln. „Aber jetzt mußt du erzählen. Also er ich sie auch gegönnt“ ist da, ist einfach gekommen “. . „So. — Und jetzt hats dich erwischt!“ ist einfach gekommen“, wiederholt der „Wer sagt das?“ Sein Gesicht glüht vor Zorn jüngste Lodroner. Er hat sich seinen Stuhl zu und Scham. „Ich habe — ich will nur nicht ihr herangezogen und hockt da wie einer, der daß der hinter ihr her ist . . . ich weiß doch,' eine Beichte abzulegen hat. „Wir saßen gerade was für ein Kerl das ist! Das wissen doch alle! beisammen wegen des Verkaufs, du weißt ja. In ganz Salzbrunn kennt man ihn und drüben Da trat er einfach ein; niemand hatte auch nur im Nachbarmarkt auch, wo er’s so lange Zeit eine Ahnung, daß- er kommen würde. Er hielt mit der Aeltesten vom Bichler hatte. Als de* es wie immer. Er war da. Und mit ihm, Char- Alte dahinter kam und darauf drang, daß er sie lotte, mit ihm ist die Unrast in unser Haus ge- heiraten sollte, da ging er außer Landes. Und kommen, wir alle sind anders geworden, wir so hat er es bei zehn anderen auch gemacht, trauen uns nicht mehr, wir verschließen uns Glaube mir, Charlotte, daß Ich das wohl weiß, voreinander, so ist es wahrhaftig — Ludwig wenn ihr mich auch alle einen kleinen.Buben hockt in seinem Haus und sieht kaum auf einen nennt und meint, ich verstehe noch nichts von Sprung vorbei; Nepomuk geht mit Pankraz von diesen Dingen — du! Ich verstehe es schon! Ich einer Wirtschaft zur anderen, ich habe auch ge- weiß schon, was er von Franziska will . . . der hört, daß sie wieder spielen sollen — und mit Lump!“ Franz ist überhaupt nicht zu reden, und Xaver „Er ist dein Bruder!“ Fortsetzung folgt. ROMAN VON RUDOLF ANDERl 12 . „Zugeb’n hat er nix ... aber auch gar nix!“ Und damit fallen die Karten für das nächste Spiel auf den Tisch. „Das heißt man Konsequenz!“ Der Bucklige grinst und wendet sich wieder dem eigenen Tisch zu. Und zu seinem Nachbarn sagt er erklärend: „Bis zuletzt hat er nix zugeb'n, der Hallodri, der damals den Lehrbuben Spindler überfallen hat im Kaufhaus vom Herrn Bichler. Ich weiß von der G’schicht deshalb so genau, weil ich damals Lagerarbeiter war im Bichler- schen Betrieb, bloß ein paar Wochen lang, aber es hat gereicht.“ Er -zieht genießerisch an der Zigarre. „Halbtot war er, der Lehrbub, jawohl, mit einer Eisenstang’ hat ihn der Rohling niedergeschlagen. Das war ein Jammer. Aber Gott sei Dank hat man ihn gleich erwischt, den Täter, einen gewissen Wencz, einen Norddeutschen, damals auf Wanderschaft. Zuerst hat er ja alles geleugnet, aber die Indizien waren zu belastend —“ „Indizien!“ korrigierte ihn sein Nachbar, der Bader Fanderl. „Ist auch recht. Ja, und dann ist er verurteilt worden, zu fünf Jahren Gefängnis ... fünf Jahr, hab ich recht, Herr Bichler?" „Jawohl. Aber jetzt lassen S‘ mir mei Ruh; sehn S* nicht, daß ich ein ganz prima Spiel in der Hand hab?“ Und mit hörbarem Triumph wirft er die nächste Karte auf den blanken Tisch. 5. Charlotte ist noch nicht lange auf, als die Glocke ertönt Das Mädchen öffnet. Gleich darauf tritt Günther in das Zimmer. Michaels Frau, die schwer unter der Last