BRÜCHSAIER POST HEIMATBLATT FÜR KRAICHGAU UND BRÜH RAIN Jahrgang 2 Donnerstag, den 2. März 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Gesamdeutsche Wahlen unter alliierter Aufsicht? USA-Außenministerium war von McCloys Vorschlägen unterrichtet — Zustimmung deutscher Politiker Washington (ZSH). Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums erklärte zu dem Vorschlag McCloys, gesamtdeutsche Wahlen Torzusehen, das Außenministerium sei von dem Inhalt dieser Erklärung unterrichtet gewesen. In gut unterrichteten politischen Kreisen Washingtons wird jedoch darauf hingewiesen, daß mit der Aufforderung zur Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen die Durchführung derartiger Wahlen noch lange nicht sichergestellt ist. Selbst wenn die Sowjetunion derartigen Wahlen zustimmen würde, dürften die Wahlvorbereitungen große Schwierigkeiten bereiten. Es sei durchaus möglich, daß die zuständigen sowjetischen Stellen einer derartigen gesamtdeutschen Wahl zustimmen, dann aber auf einer Art der Wahldurchführung bestehen, die für die westlichen Alliierten unannehmbar sein würden. * Auch der Berliner Bürgermeister Dr. Friedensburg meinte, ein einheitliches Parlament für ganz Deutschland wäre eine wunderbare Sache. Die Wahlen müßten allerdings unter internationaler Kontrolle erfolgen. Ohne eine internationale Kontrolle werde es schwer sein, die Bevölkerung in einem Teil des Landes davon zu überzeugen, daß in dem anderen Teil freie Wahlen abgehalten würden. KPD lehnt ab Der von McCloy gemachte Vorschlag wird von der westdeutschen KPD abgelehnt. In den Pressenachrichten des KPD-Vorstandes wird erklärt, daß unter den Bedingungen des Ruhrstatuts und des Besatzungsstatuts keine freie Wahlen stattfinden könnten. „Voraussetzung für die Durchführung freier Wahlen für ganz Deutschland“, heißt es in dem KP-Nachrich- tendienst, „ist die Außerkraftsetzung des Besatzungsstatuts und des Ruhrstatuts, der Abschluß eines gerechten Friedensvertrages, wodurch dem deutschen Volk auch in Westdeutschland das Selbstbestimmungsrecht wiedergegeben wird, und der Abzug aller Besatzungstruppen aus Deutschland.“ In dem Artikel wird dann eine Volksabstimmung über diese Forderungen gefordert. Auch der erste Kommentar einer sowjetisch lizenzierten' Zeitung, der „BZ am Abend“, lehnt McCloys Wahlvorschlag als „demagogischen Wahlspektakel“ ab.' Bonn steht zu seiner Wirtschaftspolitik Antwort auf Petersberg überreicht Im Verlauf einer Pressekonfrenz wurde der Außenminister um Stellungnahme zu der Erklärung McCloys gebeten. Bereits seit langer Zeit entspreche es der Politik des State Department, daß in Gesamtdeutschland allgemeine Wahlen stattfinden sollten. Es sei dies eine der Forderungen, die auf der Konferenz der vier Außenminister im Juni vergangenen Jahres in Paris erhoben worden seien. Die Außenminister (der drei Westmächte) seien der Ansicht, daß in ganz Deutschland freie Wahlen stattfinden sollten, an denen alle Parteien und alle Kandidaten teilnehmen könnten. Der sowjetische Außenminister Wy- schinski habe dem jedoch nicht zugestimmt. * Auf einer Pressekonferenz in Btna -Verlangte Bundesminister Kaiser unter Bezugnahme auf die Äußerung McCloys die Durchführung freier allgemeiner Wahlen zu einer gesamt deutschen Nationalversammlung unter alliierter Aufsicht. Der Minister begrüßte die Ausführungen des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy zu diesem Thema mit den Worten: „Es ist ganz ausgezeichnet, daß wir jetzt McCloy auf unserer Seite haben und ihn als unseren Bundesgenossen betrachten können.“ Bonn (IIP). Die deutsche Antwort auf das kritische alliierte Wirtschaftsmemorandum ist dem Generalsekretär der Alliierten Hochkommission am Dienstag spät abends überreicht worden. Zahlreiche Sachverständige hatten sich in den letzten Tagen mit der Ausarbeitung dieser Antwortnote beschäftigt. Die Überreichung der Antwortnote wird dem amerikanischen Hochkommissar McCloy die Möglichkeit geben, noch vor seiner Abreise in die Vereinigten Staaten ihren Inhalt zu studieren. Die Bundesregierung hat sich in diesem Memorandum zu ihrer Wirtschaftspolitik bekannt und sich über Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit geäußert. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte weiter,daß sich die Bundesregierung mit den einzelnen Punkten des alliiert. Memorandums auseinandergesetzt habe. Hierbei sei vor allem untersucht worden, wie weit sich die strukturell bedingte Arbeitslosigkeit ohne übermäßige Kredite oder Einschränkung des Verbrauches beseitigen lasse. Das Vertrauen in die Währung müsse nach Ansicht der Bundesregierung auf jeden Fall erhalten bleiben. Einzelheiten des deutschen aide memoire könnten erst nach der gemeinsamen Erörte- Mißtrauen gegen Acheson Seine Haltung gegen Alser Hiss New York (DND). Die Abgeordnetenkammer des Staates New York hat den amerikanischen Kongreß aufgefordert, eine Untersuchung über die Zuverlässigkeit von Außenminister Acheson einzuleiten. In einer Entschließung, die mit 125 gegen 21 Stimmen angenommen wurde, begründeten die Abgeordneten dieses Ersuchen mit der Haltung Achesons im Meineidprozeß gegen den früheren Angestellten des Außenministeriums, Alser Hiss. Nach der Verurteilung von Hiss, der durch das Gericht der indirekten Spionage zugunsten der Sowjetunion überführt wurde, hatte Acheson erklärt, er zähle Hiss nach wie vor zu seinen Freunden. Dean Acheson bekennt sich weiterhin zu Alger Hiss In einer Erklärung vor dem Senats-Bewilligungsausschuß gab der amerikanische Außenminister zu verstehen, daß seine Feststellung, er werde Alger Hiss nicht den Rücken wenden, falsch ausgelegt und mißverstanden werden sei. „Die Haltung“, bemerkte Acheson,, „die jemand gegenüber einer Person einnimmt, mit der er zusammen gearbeitet hatte und die ihm gut bekannt war, ist eine Angelegenheit, deren Entscheidung dem Gewissen des einzelnen unterliegt Es ist dies keine Angelegenheit, deren Entscheidung einem von einem Gericht, der öffentlichen Meinung oder einer Regierung abgenommen werden kann. Kommt et zu einer Außenminister- Konferenz? Acheson macht Andeutungen Washington (UP). Der amerikanische Außenminister Dean Acheson deutete in einer Pressekonferenz an, daß im kommenden Frühling eine Konferenz der Außenminister Großbritanniens, Frankreichs und der Vereinigten Staaten erforderlich werden könne. I TW- Voll Vers amml ung in Moskau? Bin Vorschlag von MeMahon Washington (UP). Der demokratische Senator Brien MeMahon schlug die Einberufung einer außerturnusmäßigen Vollversammlung der Vereinten Nationen in Moskau vor, in der über die Kontrolle der Atomenergie und Maßnahmen zur Sicherung des Weltfriedens beraten werden soll. Die altantikpaktmächte, erklärte MeMahon, müßten einen „großen strategischen Friedensplan“ entwerfen und ihn in allen Einzelheiten veröffentlichen. Dann sollte die Sowjetunion aufgefordert werden, die Vereinten Nationen zu einer Vollversammlung nach Moskau einzuladen und alle Vorgänge während dieser Versammlung durch Rundfunk auch in die entlegensten sowjetischen Dörfer zu übertragen. Vorschläge zur „Zahlungsunion“ Vor dem amerikanischen Kongreß Washington (UP). ECA-Administrator Paul Hoffman unterbreitete dem amerikanischen Kongreß seine Vorschläge über die „europäische Zahlungsunion“, die der wirtschaftlichen Vereinheitlichung Europas dienen sollen. Der Plan sieht ein zentrales Clearinghaus vor. Dadurch sollen die Teilnehmerstaaten des Marshallplans ihre Zahlungsbilanzen untereinander ausgleichen. In der Eingabe der ECA wird angeführt, daß die Zahlungsunion das Ende des Marshallplans nach zwei Jahren vorbereiten könnte. Der Zahlungsausgleich zwischen den europäischen Staaten dürfte später mit Hilfe von Krediten, Gold und Dollarzahlungen im Rahmen des Clearinghauses ohne Hilfe der ECA erfolgen können. Stikker bei Trumaii. Präsident Truman hatte eine Unterredung mit dem politischen Vermittler im europäischen Wiederaufbau, dem holländischen Außenminister Dr. Stikker. Nach der Aussprache sagte Dr. Stikker, er hoffe, daß der wirtschaftliche Zusammenschluß Westeuropas bald verwirklicht werde. (ZSH) Carlos Romulo appelliert an die Großmächte. Carlos Romulo, der Präsident der Vollversammlung der Vereinten Nationen, appellierte am Dienstag erneut an die Großmächte und forderte sie auf, den Weltfrieden zu sichern. Er warnte vor der Fortsetzung eines Atom-Wettrüstens und verlieh der Befürchtung Ausdruck, daß die Vereinten Nationen eines der ersten Opfer einer derartigen Entwicklung sein würden. (UP) Mindestens zweihundert katholische Priester verhaftet. Von maßgebender katholischer Seite wurde am Mittwoch erklärt, daß die Zahl der in der Tschechoslowakei verhafteten Priester über zweihundert betrage. Ein Teil befinde sich in Gefäng- - nissen, ein anderer Teil in Zwangsarbeitslagern. (UP) rung seines Inhalts durch den Bundeskanzler mit den drei alliierten Hochkommissaren bekanntgegeben werden. — Diese Besprechung wird nach Ansicht des Regierungssprecher» wahrscheinlich am Donnerstag stattfinden. Alliierte Besatzungskosten Übereinstimmung der Hohen Kommissare Bonn (UP).. Der Rat der alliierten Hohen Kommission hat auf seiner Mittwochsitzung auf Schloß Petersberg volle Übereinstimmung hinsichtlich der Höhe der Besatzungskosten und des Budgets der alliierten Besatzungsbehörden erzielt. Die Finanzberater sind angewiesen worden, die endgültige Form des Haushaltsplanes 1950/51 fertigzustellen. Einzelheiten des Budgets werden nicht. eher be-c kanntgegeben, als die Bundesregierung den Alliierten Plan in Händen hat. Ein Antrag der Bundesregierung Es geht um über 100 Gesetze und Verordnungen der Besatzungsmächte Bonn (ZSH). Die Bundesregierung wird die Hohe Kommission bitten, über 100 Gesetze und Verordnungen der Besatzungsmächte außer Kraft zu setzen. Die Bundesregierung »tützt sich dabei auf den Artikel 7 des Besatzungsstatuts, in dem es heißt, daß Rechtsvorschriften, die von den Besatzungsbehörden vor dem Inkrafttreten des Grundgesetzes erlassen worden sind, aufgehoben werden können. Watenstedt-Salzgitter soll zu 90 Prozent zerstört werden Bonn (ZSH). Sämtliche Hauptgebäude der Reichswerke Watenstedt-Salzgitter sollen auf Anordnung der britischen Hohen Kommission zerstört werden. Audi die Fundamente sollen vernichtet werden. Der Wirtschaftsminister von Niedersachsen erklärte vor Pressevertretern, nach dem neuen Befehl der britischen Hohen Kommission würden annähernd 90 Prozent der Anlagen ln Watenstedt-Salzgitter zerstört. Der Plan, in Watenstedt-Salzgitter Friedensindustrie anzusiedeln, werde dadurch hinfällig. Tumult in der niederländischen zweiten Kammer Kommunistischer Abgeordneter ausgeschlossen Den Haag (UP). Bei der Beratung des Gesetzes über die amerikanische Waffe n h i 1 f e kam es am Mittwoch zu einem großen Tumult in der zweiten Kammer. Dabei wurde ein kommunistischer Abgeordneter ausgeschlossen. Der Kommunistenführer Gerben Wagenaar beschimpfte die niederländische Arbeiterpartei, deren Vertreter für die Annahme des Gesetzes eintraten. Es kam zu einem Tumult, wie ihn die zweite Kammer noch nie erlebt hatte. Der Vorsitzende Dr. Kortenhorst von der katholischen Volkspartei schloß den Kommunistenführer von der Sitzung aus. Dieser lehnte es ab, den Sitzungssaal zu verlassen und warf mit Aktenbündeln um sich. Der Vorsitzende rief die Polizei und ließ Wagenaar hinausführen. Die Sitzung wurde weitargeführt. Zur allgemeinen Überraschung erschien sogar Wagenaar plötzlich wieder im Saal, worauf der Tumult von neuem losbrach. Diesmal wurde Wagenaar von der Polizei aus dem Gebäude entfernt. Darauf begann auf der Galerie eine neue Demonstration zu Gunsten des Kommunistenführers, wobei sich eine Gruppe kommunistischer Frauen besonders hervortat. Die Polizei räumte die gesamte Galerie. Vier kommunistische Demonstranten wurden verhaftet. In parlamentarischen Kreisen ist man überzeugt, daß der Tumult vorbereitet war. Der amerikanische Steuerzahler am Scheidewege Rückwirkungen auf Deutschland Von unserem Züricher UP-Korrespondenten Die Basler „Nationalzeitung“ veröffentlicht unter dem Titel „Der amerikanische Steuerzahler am Scheidewege. Wer schädigt Deutschland in den USA?“ einen Artikel von Dr. Robert K e m p n e r, PhUadelphia, dem früheren amerikanischen Ankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Darin heißt ;s: „In seiner Stuttgarter Rede hat der amerikanische Hohe Kommissar John J. McCloy die offizielle Auffassung der amerikanischen Regierung gegenüber Deutschland zum Ausdruck gebracht, wie sie sich im Lande während der letzten Monate entwickelt hat. Es ist Interessant, auch die Einstellung des amerikanischen Wählers, der die Politik von morgen beeinflußt, über Deutschland kennen zu lernen. Ganz besonders im Wahljahr 1950 hängt es ja vom Wähler ab, in welcher Höhe weitere Ausgaben für den Marshall-Plan und sonstige Amerika-Zuwendungen für Deutschland bewilligt werden. — Dabei habe ich eine starke Versteifung der amerikanischen Stimmung gegenüber Deutschland bemerkt, die u. a. auf folgenden Punkten basiert: In militärischer Hinsicht wird stärker ->18 bisher hervorgehoben, daß Frankreich, England, Belgien und Holland, die in zwei Weltkriegen bewährten Verbündeten der Vereinigten Staaten sind, und man die Freundschaft mit ihnen nicht durch Zugeständnisse an Deutschland belasten dürfe. Außerdem müsse sich Deutschland, so wird in jener Konferenz von Amerikanern betont, erst bewähren und mit der Integration in die westeuropäische Gemeinschaft vorangehen, ohne auf überlebte Souveränitätsansprüche zu pochen. Deutsche Generale haben, um Ihre eigene Wichtigkeit in das rechte Licht zu stellen, Schriften über die Bedeutung der geographischen Lage Deutschlands in einem Ost-West-Krieg ausgearbeitet, und diese Tatsache ist auch hierher gelangt. Die Weisheiten der besiegten deutschen Generale ziehen jedoch beim Durchschnittsamerikaner nicht mehr. Im Zeitalter der Atombombe und der Hydrogenbombe interessiert sich der Wähler mehr für die Möglichkeit des Einschmuggelns von Atombomben auf maskierten fremden Schiffen...“ „Zum Beweise dafür, daß Westdeutschland »ich noch nicht bewährt habe, werden täglich folgende jedem interessierten Amerikaner geläufige Tatsachen in die Debatte geworfen: Die Kriegsschuldäußerungen des Justizministers Thomas Dehler, das Saarpronun- ciamento des Bundesministers Jakob Kaiser, die Stellungnahme des württembergischen Ministerpräsidenten Reinhold Maier im Stuttgarter Entnaziflzierungsskandal, sowie die Äußerung des Bischofs Martin Niemöller über die Einigung von Ost und West. Hinzu kommen die Akte unverantwortlicher deutscher „Führer“, die in den Vereinigten Staaten das Ansehen der Republik unterhöhlen, wie die der H e d 1 e r, der Richter und der Rem er. Man vergleicht sie offen mit denen der Streicher, Goebbels und Göring. Weiter wird darauf hingewiesen, daß unter den Beamten der Bundesregierung Personen sind, die im Ausland einen schlechten Namen haben, wie z. B. der ehemalige Legationsrat Dr. Kutscher aus Ribbentrops Auswärtigem Amt. Als Sprecher dieser Behörde hat er auf der berüchtigten Tagung der Judenreferenten in Krummhübel am 3. April 1944 u. a. geäußert: „Die Juden sind die Urheber de» Krieges, sie haben die Völker in den Krieg hineingetrieben, weil sie an ihm interessiert sind. Die Juden sind das Unglück aller Völker“. Diese Gesichtspunkte sind wesentliche Beiträge zu dem Bild des amerikanischen Wählers über Westdeutschland. Ihre Bedeutung darf man darum nicht unterschätzen. Sie sollten jedem Deutschen zu denken geben. Geld für die Arbeitsbeschaffung Bonn (UP). Der Zentralbankrat trat im Bundeskanzleramt zu einer Sitzung zusammen, an der auf eigenen Wunsch auch Bundeskanzler Dr. Adenauer teilnahm. Neben anderen Finanzprojekten wurde die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung mit den Bankfachleuten besprochen. Donnerstag, Sek 2. Märx 1900 Hedler-Urteii vor dem Bundestag Scharfe Angriffe gegen den Justizminister — Heftige Auseinandersetzung um die geheime Abstimmung Rücksicht auf die deutsche Landwirtschaft Wissenschaftlicher Beirat zur Liberalisierung Einst imm ung des gesamten Hauses, einschließlich der KPD, daß besonders für Heimarbeiter, für Arbeitsgruppen in der Land- und Hauswirtschaft und für Gruppen, die in keine Tarifordnungen eingegliedert sind, bindedde Bestimmungen geschaffen werden. Eine Mindestlohnvergütung ist zahlenmäßig nicht vorgesehen, angestrebt wird ein Mindeststundenlohn von 0.50 D-Mark. Mißtrauensantrag gegen Köhler verschoben Auf Beschluß des Ältestenrates wurde die Abstimmung über den sozialdemokratischen Mißtrauensantrag gegen den Präsidenten des Bundestages, Dr. Erich Köhler, auf die übernächste Woche vertagt. Die SPD hatte beantragt, daß der Bundestag seinen Präsidenten ersuche, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Als Grund hierfür wurde angegeben, daß die Amtseinführung Dr. Köhlers die Geschäfte erschwert habe. In parlamentarischen Kreisen in Bonn vermutet man, daß bei einer sachlichen Begründung des SPD-Antrages in der zu erwartenden Debatte eine Mehrheit für den Antrag durchaus möglich sei. Bundestag macht Panse Der Bundestag wird vom 4. bis 15. März eine Sitzungspause ein! egen, um den Abgeordneten nach mehr als dreiwöchiger ununterbrochener Parlamentsarbeit Gelegenheit zu geben, mit ihren Wählern in den Heimatkrei- seri Verbindung aufzunehmen und ihren Berufspflichten nachzugehen. Auch der Ältestenrat hat beschlossen, den Sitzungsbetrieb bis zum 15. März zu unterbrechen. Ungültige Kohlenpreise Die von Bundeswirtschaftsminister Erhard am 30. Dezember 1949 verordneten und im Bundesgesetzblatt vom 7. Januar 1950 verkündeten neuen innerdeutschen Kohlenpreise sind ungültig. Diese Feststellung trifft ein Rechtsgutachten der Vertretung von Nordrhein-Westfalen beim Bundesrat, dem sich auch der Justizminister des Landes anschließt. Der amtierende Bundespressechef Dr. Brand stellte Bich ln Bonn den Pressevertretern vor. Dr. Brand betonte, er werde sich um eine verantwortungsvolle und reibungslose Zusammenarbeit mit der Presse bemühen. Zusammentritt des Unterhauses Am Montag Thronrede London (UP). Das neugewählte britische Unterhaus, in dem .die Regierungspartei nur eine winzige Mehrheit gegenüber der Opposition aufweist, trat am Mittwoch um 15.45 Uhr zum ersten Mal zusammen. Die Vorzeichen, unter denen das neue Unterhaus seine Arbeit beginnt, unterscheiden sich sehr deutlich von jenen des Jahres 1945. Damals verfügte die Labour-Fraktion über die erdrückende Mehrheit von 190 Mandaten; heute beträgt ihre Mehrheit gegenüber der gesamten Opposition nurmehr sieben Sitze. Die formelle Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments wird am kommenden Montag durch die Thronrede König Georgs erfolgen. Zur gleichen Zeit hatte sich nach altem Ritual das Oberhaus versammelt, um die königliche Kommission zu empfangen, die die Ermächtigung zur Eröffnung des neuen Parlamentes überbrtngt. Kurz nach 16 Uhr erschien der „Black Rod“, der Zeremonienmeister des Parlaments, um die Abgeordneten des Unterhauses zu den Lords zu geleiten. Ihm folgten Attlee und Churchill Seite an Seite, hinter sich paarweise die Abgeordneten. Vor der Holzbarriere des Oberhauses wurde den Mitgliedern des Unterhauses sodann von der königlichen Kommission der Peers mitge- teilt, daß das Parlament eröffnet sei und sie sich nunmehr wieder auf ihre Plätze begeben sollen. Das Haus vertagte sich darauf sofort, um erst am kommenden Montag zur ersten offiziell«! Sitzung zusammenzutreten. Vor der Vertagung richtete Ministerpräsident Attlee einige kurze Worte an den Sprecher, in denen er darauf hinwies, daß kein Unterhaus seit den letzten hundert Jahren eine derart gleiche Verteilung der Sitze auf Seiten der beiden großen Parteien hatte. „Ich möchte“, bemerkte Attlee, „keine Spekulationen über Episkopat der CSR warnt OroBe bktniaadkaüu sa gewärtiges Prag (UP). Der Episkopat der Tschechoslowakei bat alle katholischen Geistlichen de» Landes in einem Rundschreib«! darauf aufmerksam gemacht, daß sie die große Exkommunikation zu gewärtigen haben, wenn sie ohne Genehmigung ein vom Staat angebotenes kirchliches Amt annehmen. In dem Rundschreiben wird erklärt, warum Ernste Wirtschaftslage in USA Der Bergarbeiterstreik dauert an Washington (DND). In den Vereinigten Staaten sind infolge des Bergarbeiterstreiks, der jetzt schon über drei Wochen dauert, mehr als 570 000 Personen arbeitslos. Weiteren Millionen droht Arbeitslosigkeit, da in manchen Gebieten die Kohlenvorräte nahezu erschöpft sind. Präsident Truman erörterte die Lage erneut mit führenden Mitgliedern des Kongresses. In Regierungskreisen hofft man, der Streik werde demnächst beigelegt werden, ohne daß der Kongreß die Übernahme der Kohlengruben durch die Regierung beschließen muß. — Im ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten werden drastische Maßnahmen zur Einsparung von Kohle durchgeführt. Der Vorsitzende der amerikanischen Bergarbeitergewerkschaft, John L. Lewis, und die Bergwerksuntemehmer kamen am Dienstag überein, die erneut am toten Punkt angelangten Kontraktverhandlungen am Mittwoch wieder aufzunehmen. Ein Teil der Unternehmer ist jedoch äußerst pessimistisch. Sie glauben nicht an ein baldiges Ende des Bergarbeiterstreiks. Streik in britischer Düsenjäger-Fabrik Produktion unterbrochen London (UP). Der Streik von über 300 der insgesamt 7000 Arbeitnehmer der Havil- land-Flugzeugwerke in London hat zur Unterbrechung der Produktion der dort gebauten Düsenflugzeuge vom Typ „Comet“ geführt. Die relativ kleine Zahl der am Streike Beteiligten gab dennoch zu dieser Einschränkung Anlaß, da es sich um Fachkräfte in Schlüsselstellungen handelt Diese protestieren gegen die Einführung des Stücklohns, der ihrer An- die zukünftige Charakteristika des Hauses aufstellen, auch möchte ich keine Spekulationen über das zu erwartende parlamentarische Wetter ansteilen. Ich glaube kaum, daß es .schönes Wetter* sein wird. Es kann möglicherweise stürmisch sein, durchbrochen von etwas Sonnenschein, oder aber unbestimmt.“ Churchill schloß sich den Worten Attlees an und sprach die Hoffnung aus, daß dieses Parlament trotz seiner ungünstigen Stimmenverteilung nicht „das Bewußtsein der weiten Welt verlieren möge, die sich um uns aufgetan hat, und der enormen eigenen Schwierigkeiten, den Lebensstandard des britischen Volkes aufrechtzuerhalten.“ Für Rückgabe der Saar und der Ostgebiete Eine amerikanische Stellungnahme der Geistliche Jan Dechet, der von der Regierung den Posten des Administrators der Diözese Banska Bystrica annahm, vom Heiligen Stuhl exkommuniziert wurde. Die tschechoslowakische Regierung wird darin aufgefordert, diese Ernennung, die von den Bischöfen als „absichtliche Verletzung kirchlicher Rechte“ bezeichnet wird, rückgängig au machen. Das Rundschreiben ist von Erzbischof Beraa und zwölf anderen Bischöfen unterzeichnet. sicht nach eine Herabsetzung ihres Einkommens bedeuten würde. Über 300 000 Streikende in Frankreich Weitere Ausdehnung befürchtet Paris (UP).. Die Zahl der Streikenden in der französischen Auto- und Metallindustrie hat jetzt 300 000 überschritten. Auch in zahlreichen anderen Industriezweigen sind Ausstände zu befürchten. Das Kabinett will über Notstandsmaßnahmen im Falle des Umsichgreifens der Streiks und über die Möglichkeit einer Lösung des Lohnkonflikts beraten. 14 Jahre Gefängnis für Dr. Fuchs Volles Geständnis des Angeklagten London (UP). Dr.Klans Fuchs Wurde nach einem Prozeß von 90 Minuten Dauer zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. 14 Jahre ist die Maximalstrafe, die Fuchs nach dem britischen Strafrecht erhalten konnte. Der Fuchs-Prozeß fand im Old-Bailey-Ge- richtshof in London statt, der seit Jahrhunderten eine historische Stätte britischer Strafprozesse ist. Der Angeklagte wurde von Detektiven in das Gebäude geführt, ohne daß die Zuschauermenge ihn bemerken konnte. Die Anklage lag in den Händen des Generalstaatsanwalts Sir Hartley Shawcross, der als britischer Ankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen tätig war. Zuhörerausweise waren nur „auf Einladung“ zu erhalten und selbst Pressekarten waren sehr gefragt. Unter den ersten Zuschauern aus der Gesellschaft kam die Herzogin von Kent, die Schwägerin des Königs, -» Old-Bailey an. Dr. Fuchs bekannte sich schuldig, Atomgeheimnisse an die Sowjetunion verraten zu haben. Er bestätigte damit das sensationelle Geständnis, das bei der Voruntersuchung in Bow- Street verlesen worden war. Der Verteidiger des verurteilten Dr. Klaus Fuchs, Derek Curtif Bennett, erklärte, er beabsichtige, gegen das Urteil Berufung einzu*■ legen. Tschiangkaischek wieder Staatspräsident Taipeh (UP). Generalissimus Tschiangkaischek hat am Mittwoch erneut die Präsidentschaft Nationalchinas übernommen. Tschiang, der damit nach 13monatiger Unterbrechung wieder die Leitung der Nationalregierung übernahm, erklärte, daß er „in diesem kriti* sehen Augenblick“ nicht länger zögern konnte, die Verantwortung wieder zu übernehmen. Bonn (ZSH und UP). Der deutsche Bundestag trat am Mittwoch in Bonn zu seiner 42. Sitzung zusammen, an der als Gast die Witwe des ersten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert teilnahm. Ein sozialdemokratischer Gesetzentwurf über die Versorgung der Familienangehörigen der Kriegsgefangenen und Internierten wurde ohne Begründung und ohne Aussprache dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Debatte um das Hedler-Urteii Im Verlauf der Sitzung kam es zu heftigen Angriffen gegen den Bundesjustizminister Dehler. Er hatte in seiner Begründung zur Wiederherstellung der Rechtseinheit nach kurzen Ausführungen zur Sache den Hedler-Prozeß erwähnt und war schon bei dem ersten Satz von der Linken des Hauses mehrfach durch Zwischenrufe unterbrochen worden, er möge als Minister nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen. Trotzdem erklärte er: „Daß die Vergehen, die man Hedler zur Last gelegt hatte, nicht bewiesen werden konnten, sollte uns doch nur freuen“. Die ganze Empörung des Volkes, die aus dem Hintergrund gelenkt werde, stürze sich nun ungerechterweise auf die verantwortlichen Richter. Das Vertrauen des Volkes in seine Richterschaft sei damit zum Wanken gebracht worden. Unter empörten Zurufen der Linken des Hauses gab Minister Dehler dann ein kurzes Bild, wie es zu dem Prozeß um Hedler kam. Dem Gericht seien erhebliche Zweifel an den Aussagen der Belastungszeugen gekommen, sagte er, und es sei zu der Überzeugung gelangt, daß man heute diese Beschuldigungen kaum noch prüfen könne. „Es kann keine schlimmere Besudelung der im Grundgesetz garantiert«! Rechte geben, als dieses Urteil und seine Begründung“, rief der SPD-Abgeordnete Arndt in seiner Antwort auf die Ausführungen Dehlers. „Uns hat man damals, als wir unsere Erklärung abgaben, vorgeworfen, daß wir in ein schwebendes Verfahren eingreifen. Damals herrschte in der Mitte des Hauses bedauerliches Schweigen... Ein Justizminister sollte erst recht nicht diesen Fehler machen...“ — Wenn Sie, Herr Bundesjustizminister, sich zu dem Urteil von Neumünster bekennen sollten, dann kann ich Ihnen nur das eine zurufen: Um Gotteswillen, gehen Sie,“ Auch Professor Carlo Sch mld (SPD) und der SPD-Abgeordnete Zinn sprachen sich gegen die Worte des Bundesjustizministers aus. Schmid ging allerdings nicht direkt auf den Hedler-Prozeß ein, sondern erläuterte seine Auffassung zum deutschen Richter-Problem. Der Gesetzentwurf zur Wiederherstellung der Rechtseinheit wurde später dem Ausschuß für Rechtswesen und Verfassungsrecht überwiesen. Bundestag gegen geheime Abstimmung Zu einer abermals lebhaften Kontroverse kam es wegen der Aufhebung der geheimen Abstimmung. Die Mehrzahl der Sprecher setzte sich für öffentliche Abstimmung ein. Der SPD-Abgeordnete S a ß n i c k betonte, daß sich das Parlament nicht hinter undurchsichtige Vorhänge begeben dürfe, und der Abgeordnete sich nicht hinter der Anonymität verstecken solle. Das Volk habe das Recht, über die Haltung jedes einzelnen Abgeordneten orientiert zu sein. Das sei jedoch bei geheimer Abstimmung unmöglich. Der FDP - Abgeordnete Dr. Schäfer meinte, es komme auf das Gleiche heraus, ob man von einer bestehenden Einrichtung keinen Gebrauch mache oder die Bestimmung aufhebe. Er fand allerdings mit dieser Begründung kein Echo. Mit großer Mehrheit wurde dann der Antrag auf Streichung der entsprechenden Absätze in der Geschäftsordnung angenommen. Weitere Gesetzentwürfe Ein Gesetzentwurf über vorübergehende Erweiterung der Geschäfte der Hypotheken- und Schiffspfandbriefban- k e n wurde ohne jeden Widerspruch dem Ausschuß für Geld und Kredit zur weiteren Erledigung überwiesen. Der von der SPD eingebrachte Gesetzentwurf über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen ging nach ausführlichen Erörterungen zur weiteren Bearbeitung an den Arbeitsausschuß. In Zusammenhang mit dieser Eingabe bestand Über- Bonn (UP). Der wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten befaßte sich in seiner ersten Sitzung auf Wunsch von Bundesminister Professor Dr. Niklas mit dem vordringlichen Problem „Auswirkung der Liberalisierung auf die westdeutsche Landwirtschaft“. Nach einem vom Beirat aufgestellten Gutachten ist für eine erfolgreiche Durchführung der Liberalisierung die gegenseitige Anwendung der Liberalisierungsmaßnahmen möglichst auf multilateral« Basis für alle Wirtschaftszweige und der Verzieht auf Dumping und darauf folgende Abwehrmaßnahmen erforderlich. Ebenso notwendig sei die Anwendung eines multilateralen Zahlungssystems mit erforderlichenfalls modifiziert)aren Wechselkursen sowie internationale Kapitalbewegungen von ausreichender Größe. Dieses bewegliche Kapital müsse mit inneren kredit- tmd konjunkturpolitischen Maßnahmen ein stetiges Wachstum der Volkseinkommen in den beteiligten Ländern bewirken, mindestens aber volkswirtschaftliche Schrumpfungsprozesse verhüten. Der Beirat empfiehlt, zusammen mit der Liberalisierung des Außenhandels, die Freizügigkeit d« Arbeitskräfte und den Abbau preisverbilligender Subventionen für Agrarprodukte zu garantieren. Wie aus dem Gutachten weiter hervorgeht, wird auch bei d« Agrarkredit- und Steuerpolitik darauf Rücksicht genommen werden müssen, daß die deutsche Landwirtschaft durch die Liberalisierung unter einen scharfen Wettbewerb gestellt wird, und zwar mit den Ländern, deren landwirtschaftliche Betriebe moderner ausgerüstet sind und den«i Investitionskapital leichter und billig« zur Verfügung steht. Neuer Flugphui der Swissair. Der am 26. Februar in Kraft tretende Sommerfiugplan der Schweizer Luftverkehrsgesellschaft Swissair sieht im innerdeutschen Verkehr eine viermalige wöchentliche Verbindung von Berlin-Tempelhof über Frankfurt und Stuttgart nach Zürich vor. ~ (DND) Washington (UP). Der amerikanische Rat zur Verhinderung eines dritten Weltkrieges befürwortete die Rückgabe des Saargebietes und der gegenwärtig unter polnischer Verwaltung stehenden deutschen Ostgebiete an Deutschland. Der Rat ist eine private Organisation, die ihr Hauptquartier in Washington unterhält. Er unterbreitete seine Ansichten durch James Finucane, d« vor dem außenpolitischen Ausschuß des amerikanischen Senats erschien. Finucane sagte: „Die illegale und de facto- Abtrennung Ostdeutschlands und des Saarlandes von Deutschland könnte die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von den USA auf unbestimmte Zeit verlängern. Die sich gegenwärtig unter polnischer und sowjetischer Verwaltung befindlichen ostdeutschen Gebiete haben vor dem Krieg jährlich Lebensmittel und Bauholz im Werte von 245 Millionen Dollar nach Westdeutschland geliefert. Zahlen über den Wert der saarländischen Produktion stehen mir nicht zur Verfügung, aber dieses Gebiet ist eine der am stärksten industrieali- sierten und wohlhabendsten Provinzen von Deutschland.“ Finucane forderte auch die Aufhebung d« Produktionsbeschränkungen d« deutschen Industrie und versicherte, daß seine Organisation den Marshallplan im Prinzip gutheiße. Er forderte die Erweiterung d« Unterstützung Deutschlands, um den Ausbau der deutschen Industrie zu ermöglichen. Politischer Zirkel auf Viktorshöbe Bonn (UP). Zu Ehren von Frau Luise Ebert, der Gattin des ersten deutschen Reichspräsidenten, gab Bundespräsident Heuss einen Empfang auf d« Viktorshöhe. Außer den Kabinettsmitgliedern waren die Fraktionsführer d« meisten Parteien erschienen. Dabei sah man, um einen Tisch gruppiert, den Kanzler mit seinem großen oppositionellen Gegenspiel« Dr. Kurt Schumacher, Heinz Renn«, den Fraktionsvorsitzenden d« KP, und Frau Luise Ebert. Die Mittelwelle bleibt Ab C. Märi Werbesendungen Stuttgart (ZSH). Der Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Dr. Fritz Eberhard, unterstrich vor Pressevertretern noch einmal, daß der Kopenhagener Wellenplan am 15. März nur für die Länder in Kraft trete, die ihn unterzeichnet haben. Die Rundfunkstationea d« amerikanischen Besatzungszone werden auch nach dem 15. März auf ein« eigenen Mittelwelle senden. Der Süddeutsche Rundfunk nimmt am 6. März seine Werbesendungen auf. Der W«befunk ist von 7.15 bis 7.55 und von 13.10 bis 13.55 Uhr zu hören. Freisprüche Im Erlanger EuthanasieprozeS. Die vor dem Nürnberger Schwurgericht wegen Beihilfe zum Totschlag angeklagten Ärzte der Hell- und Pflegeanstalt Erlangen, Dr. Wilhelm E1 n s 1 e und Dr. Stephan Murer, wurden freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte den Freispruch Murars und die Verurteilung Einsles wegen Beihilfe zum Totschlag ln 53! Fällen gefordert. (DND* Steuertermine März 1950 1«. März: Lohnsteuer: Anmeldung und Abführung der im Februar einbehaltenen Lohntseuer (nur Monatszahler). Notopfer Berlin abführen von Lohn- und Gehaltszahlungen für Februar (nur Monatszahler). Umsatzsteuer-Voranmeldung: für Monat Februar abgeben und Vorauszahlung entrichten (nur Monatszahler). Getränke- und Vergnügungssteuer: Steuericlärun- gen für Februar einreichen und Steuer entrichte*. BefOrdernngsstener im Personen- und Gepäck- Verkehr mit Personenkraftwagen: Nach Weisung filz Februar einreichen und Steuer entrichten (Monats- Zahler). 15. März: Grundsteuer: Vorauszahlung leisten für Märe. 2*. M ä r z : Einkommen- Iss. K&rpenchaftssteuer: g. Anmerkung. Soforumfeaonderabfabo aus Vorräte n— ägea ■ Entrichtung der letzten Rate. 25. März: Befärdenmgssteuer Im Güterverkehr nä Lastkraftwagen: Nachweisung für Februar einratebe* und Steuer entrichten (Monatszahler). Anmerkung: Auf Grund des Gesetzes wr Erhebung von Abschlagszahlungen auf die Einkommensteuer und Körperschaftssteuer vom t. Februar 1550 sind am 25. Februar und 20. März 1*9* Abschlagszahlungen je in Höhe eines Drittels der Vorauszahlung für das 4. Kalendervierteljahr lMt zu leisten, wenn diese Vorauszahlung 500.— DM überschritten hat. Wegen der verspäteten Bekanntgabe kann die am 2S. Februar zu leistende Abschlagszahlung noch bis f. März ohne Anrechnung eines SäumniazusehlageS entrichtet werden. £Knm«Mta& de» >. Min 1009 Neue Suche nach „Atlantis" Das Forschungsschiff „Atlantis" hat seine Forschungen im Atlantik auf genommen Gin Nachfahre Tolstois leitet die Arbeiten (PHD). Dieser Tage hat das Forschungsschiff „Atlantis“, das Mitte Februar den Hafen Hamilton (Bermuda-Inseln) verlassen hat, seine Forschungen im Atlantik aufgenommen. An Bord des Schiffes befinden sich außer der Mannschaft acht Wissenschaftler, deren Leiter, Professor Tolstoi (übrigens ein Nachfahre des Dichters Tolstoi), seine Lebensaufgabe darin sieht, nach dem versunkenen Kontinent „Atlantis“ zu suchen. Professor Tolstoi ist felsenfest davon überzeugt, daß es ein Atlan- its gegeben hat. In seinen Erläuterungen für die Presse führte der Professor vor allem die sogenannte atlantische Schwelle an, die sich unter dam Meeresspiegel von Island bis zur Antarktis hinzieht. Der ganze Höhenzug dürfte etwa 15 000 Kilometer lang sein. Die höchsten Berge ragen bis zu 7000 Meter über den Meeresboden empor. Und die Beweise? Zwei Schriften des altgriechischen Philosophen Platon gaben den ersten Anstoß zur Atlantikforschung. Platon (427 v. Chr. bis 347 v. Chr.) gibt in diesen Schriften eine Beschreibung der Insel Atlantis, die reich an Erzen aller Art, an gewaltigen Bauwerken, an Wäldern, Pflanzungen und Menschen gewesen sein soll. Sie soll größer als Kleinasien und Libyen zusammen gewesen sein und im Atlantik vor Gibraltar gelegen haben. Die Insel, oder besser: der Kontinent Atlantik soll die Wiege der menschlichen Kultur sein. Nun ist Platon natürlich nicht selbst dort gewesen, da die Insel zu seiner Zeit schon längst versunken war. Platon hat sein Wissen angeblich von einem ägyptischen Priester aus Sais bezogen, der sich wiederum auf uralte Überlieferungen stützte. Zahlreiche Gelehrte sehen nun in dem Bericht Platons nichts anderes als eine Beschreibung des Platon’schen Idealstaates, die lediglich der Phantasie und der Philosophie Platons entsprungen sei. Diese Vermutung liegt in der Tat sehr nahe. Erstaunlich Ist )edoch, dach auch andere Quellen auf einen sagenhaften, im Meer versunkenen Kontinent, hinweisen. So schreibt zum Beispiel der Sizilianer Diodor zu Cäsars Zeiten von einer im Meer versunkenen großen Insel. Auch in dem sogenannten Troano- Manu cript des südamerikanischen Maya- Volkes ist in einer auf das 'Jahr 2500 v. Chr. zurückgehenden Aufzeichnung vom Untergang der Inse, Atlantis die Rede. Als weitere Quelle kann die Bibel, und zwar die Offenbarung Die Winzer tagen Eine Hede von Minister Stooß Wiesloch (ZSH). In der hiesigen Festhalle eröffnete Landwirtschaftsminister Stooß die Frühjahrshauptversammlung des Weinbauvereins Württemberg-Baden. Auf der Tagung, mit der eine Ausstellung moderner landwirtschaftlicher Maschinen verbunden ist, begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Landtagsabgeordneter H. Schneider,, nahezu tausend Winzer und prominente Gäste aus Württemberg und Baden. Minister Stooß betonte in seiner Rede die Bedeutung des Weinbaus in Württemberg-Baden und äußerte sich besorgt über die Auslandskonkurrenz und die Steuerbelastung. Ferner sprach er sich für eine gute fachliche Bildung der Jugend aus. Die Ulmer Heimkehrerkartei Stuttgart (hpd). Über die Beschlagnahme der „Heimkehrerkartei“ des Lagers Kienlesberg in Ulm hat zwischen den beteiligten Stellen eine eingehende Besprechung stattgefunden. Die Nachforschung nach vermißten Personen ist nun Sache des Hilfsdienstes für Kriegsgefangene in Stuttgart. Nun hatte das Hedmkehrerlager Ulm Fragebogen an entlassene Heimkehrer versandt und eine selbständige „Suchdiensttätigkeit“ ausgeübt Dies wurde der Lagerleitung untersagt Als Vertreter des Innenministeriums die Lagerkartei übernehmen wollten, wurde von der Lagerleitung versichert die Kartei sei als Altpapier abgegeben worden. Dies entsprach nicht den Tatsachen. Die Kartei befand sich vielmehr im Keller des Lagers. Später brachte man sie ln die Wohnung eines Lagerangestellten und Anfang Februar wieder in das Lager zurück, um sie — nach der Darstellung des Leiters des Lagers Kienlesberg, Dr. Eckert, — entsprechend der früheren Weisung des Innenministeriums nach Stuttgart zu übersenden. Inzwischen hat jedoch das Innenministerium die Beschlagnahme durch die Stadt Ulm veranlaßt und wird sich weiter mit der Sache'be- fassen. Auf der Straße tot aufgefunden Vaihingen an der Enz (ZSH). Auf der Straße Großsachsenhelm—Hohenhaslach fanden Straßenpassanten etwa 200 Meter von Hohenhaslach eine weibliche Leiche auf. Der untersuchende Arzt stellte Tod durch Herzlähmung fest PKW rast gegen Omnibus Vaihingen an der Enz (ZSH). Auf der Straße Schutzingen—Zaisersweiher ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Omnibus der Bundespost geriet auf der vereisten Straße an die linke Fahrbahnseite und blieb dort stehen. Gleichzeitig kam aus entgegengesetzter Richtung ein PKW angefahren. Als der Fahrer des PKW sein Fahrzeug bremste, kam dieses ins Rutschen und prallte mit voller Wucht auf den Omnibus auf. Durch den Zusammenprall wurde der PKW-Fahrer gegen das Steuerrad gedrückt und erlitt schwere Innere Verletzungen. An beiden Fahrzeugen entstand beträchtlicher Sachschaden Johannis, angeführt werden. Das tatsächlich eine große Sintflut über die Erde hingegangen ist, ist heute auch von der ernsten Wissenschaft nicht bestritten. Die Erde dürfte sogar eine ganze Reihe derartiger Katastrophen erlebt haben. Was sagt die Geologie? Im Jahre 1889 wurde bei einer Kabelverlegung nördlich der Azoren aus einer Tiefe von 3100 Meter glasige Lava heraufgeholt. Da Lava nur an der Luft erstarren kann und zudem nach 12—15 Jahren völlig zerfällt, war der Beweis erbracht, daß dieser Teil des Meeresbodens einmal Festland gewesen sein muß. Die Azoren und die kanarischen Inseln dürften demnach die Überreste eines versunkenen Erdteils sein. Bekanntlich wird von der Wissenschaft heute allgemein die Auffassung vertreten, daß in den Ländermassen unserer Erde gewaltige Brüche stattgefunden haben. Die Verteilung von Erde und Wasser war vor Jahrmillionen zweifellos ganz anders als heute. So soll einmal eine Landverbindung zwischen Europa, Afrika und Amerika bestanden haben. Als große Teile infolge von Naturkatastrophen absanken, soll die Insel Atlantis übrig geblieben sein. Doch auch sie soll dann das Opfer einer ungeheueren Weltkatastrophe geworden und im Meer versunken sein. Vor 12 000 Jahren wurde der Mond „eingefangen“ Die Mehrzahl der Forscher ist der Auffassung, daß unser Erdmond erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit um unseren Globus kreist. Er soll aber einen Vorläufer gehabt haben, der vor einigen Millionen Jahren auf die Erde herabstürzte. Dann kam die mondlose Zeit, in der es weder Ebbe noch Flut gab. Vor 12 000 Jahren soll nun unser heutiger Mond, aus dem Weltraum kommend, in den Anziehungsbereich der Erde gekommen und von der Erde „eingefangen“ worden sein. Das aber beschwor die Sinflut herauf, da das Wasser des Meeres, das bisher gleichmäßig übdr die Erde verteilt war, von den Polen zum Äquator gezogen wurde. Und in dieser Flutwelle soll Atlantis versunken sein. Nach dieser Theorie, die besonders von Professor Tolstoi vertreten wird, hätte also Atlantis seine Blütezeit vor mehr als 12 000 Jahren erlebt. Nun ist der Gedanke einer vor Jahrtausenden bestandenen Landverbindung zwischen Amerika, Europa und Afrika nicht nur geo- Am Wehr geländet Ludwigsburg (ZSIp. Am Wehr der Rems bei der Mühle Schiedt in Neckarrems wurde eine weibliche Leiche geländet. Die Aufgefuq,dene hatte bereits im März 1949 einen Nervenzusammenbruch erlitten und war seither schwermütig gewesen. Am Tag vor ihrer Auffindung hatte sie bei Einbruch der Dunkelheit ihre Wohnung verlassen, um angeblich einen Spaziergang zu machen. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, daß ein Verbrechen nicht vorliegt. Der Tod auf dem Bahngleis Ludwigsburg (ZSH). Auf der Bahnstrecke Asperg—Tamm überhörten zwei Bahnarbeiter, die mit einem Handmotor Schwellschrauben anzogen, das Herannahen eines Zuges. Während der eine Arbeiter noch rechtzeitig zur Seite springen konnte, erlitt ein 40- jähriger Mann aus Oberndorf so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit nach dem Unfall starb. Falscher Griff mit Todesfolge Ludwigsburg (ZSH). Im Dampfkraftwerk Bissingen wurde der Elektromonteur Eugen Müller aus Stuttgart-Obertürkheim durch Starkstrom getötet Er wollte seinem Kollegen beweisen, daß der Strom abgeschaltet sei, griff dabei nach der -falschen Leitung und war sofort tot. Zwanzigjährige von Ausländern verschleppt Backnang (ZSH). Seit dem 26.Februar wird ein 20jähriges Mädchen aus Kirchberg an der Murr vermißt. An diesem Tag fuhr sie mit der Bundesbahn von Kirchberg an der Murr in Richtung Ludwigsburg, wo sie mit Ausländern zusammentraf, die sie mit einem Auto nach Stuttgart in ein Kino schleppten. Seit dieser Zeit fehlt von ihr jegliche Spur. Wieder eine neue Partei? K. M. H e i 1 b r o n n. Professor Heinrich Schmitz, der kürzlich durch seinen Austritt aus der Notgemeinschaft von sich reden machte, begründete dieser Tage in einer Versammlung die Gründe dieses Austritts. Zugleich kündigte er die Konstituierung einer Partei der „Deutschen Mitte“ an, für die bereits das Programm vorliegt. Professor Schmitz wird in den nächsten Tagen zuerst eine Arbeitsgemeinschaft gründen, von der aus die „Deutsche Mitte“ konstituiert werden soll. 59 Jahre Liebenzeller Mission BadLiebenzell (epdj. Die Liebenzeller Mission konnte dieser Tage auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Ihr Gründer, Pastor Heinrich Coerper, leitete das Werk bis zum 31. Dezember 1933. Seit 9. Januar 1949 liegt die Leitung des Werkes in den Händen von Pfarrer Paul Gerhard Möller, der sich zur Zeit auf einer Inspektionsreise nach China, Japan und der Südsee befindet. Anläßlich des 50- jährigen Jubiläums findet am 12. März um 14 Uhr in der Markuskirche in Stuttgart ein« Jubiläum**«** statt. graphisch, sondern auch ethnographisch nicht von der Hand zu weisen. Zwischen der Kultur der mexikanischen Indianer und der der alten Ägypter bestehen auffallende Paralel- len, ebenso zwischen der altägyptischen und der peruanischen Mythologie. Hier muß also einmal ein Austausch stattgefunden haben, als dessen Wiege Atlantis gedacht werden kann. Eine ganze Reihe emstzunehmender Forscher sind der Auffassung, daß die Insel Atlantis, oder genauer: der Kontinent Atlantis von zwei Rassen bewohnt wurde: einer klei- Rubel-Aufwertung von geringem Einfluß auf Weltmarkt Amerikanische Stellungnahme Washington (UP). Sachverständige des amerikanischen Finanzministeriums erklärten, daß die Aufwertung des Rubels wenig Auswirkungen auf den Welthandel haben werde. Auf der Grundlage der fragmentarischen Bekanntgaben aus Moskau könnten die sowjetischen Motive vorerst nicht beurteilt werden. Der sowjetische Handel sei weitgehend auf die Länder hinter dem „Eisernen Vorhang“ beschränkt In den Handelsbeziehungen mit nicht kommunistischen Ländern wende die Sowjetunion oft komplizierte Tausch-Abkommen an, wobei der Wert der gegenseitigen Währungen keine Rolle spiele. Separat-Handelsvertrag zwischen Südbaden and Frankreich Frankfurt (UP). Nach einer Mitteilung des Bundes der deutschen Weinhandelsvereinigungen in Frankfurt soll kürzlich zwischen Südbaden und dem Elsaß (Frankreich) ein Abkommen getroffen worden sein, wonach Südbaden berechtigt ist, für 1,5 Millionen Dollar deutsche Rohfilme nach Frankreich auszuführen, während das Elsaß französische Weine im Werte von 1,5 Millionen Dollar nach Deutschland einführen kann. Südbaden habe damit mit Frankreich zusätzlich 50 Prozent der Summe abgeschlossen, die von der Bundesrepublik mit Frankreich im Handelsvertrag vereinbart war. In einer Eingabe an die Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat der Bund der deutschen Weinhandelsvereini- gungen gefordert, in Zukunft derartige Sonderabmachungen einzelner Länder Westdeutschlands mit fremden Staaten -»»ter allen Umständen zu unterbinden. Gespräch am Wochenende in Bad Boll Bad Boll (epd). Vom 3. bis 5. März findet lm Kurhaus Bad Boll im Rahmen der Evangelischen Akademie ein Gespräch am Wochenende statt. Unter anderem wird Landesbischof D. Dr. Haug über das Thema „Vom Zeithaben" sprechen. An einem Rundgespräch über Notwendigkeit und Mißbrauch der Freiheit in der Presse werden sich Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier, Altlandesbischof D. Wurm, Dr. Hermann Knorr-Heidelberg, Oberkirchenrat Dr. Manfred Müller-Stuttgart, Hans Scho- merus-Stuttgart, Dr. Friedrich Sieburg-Tü- bingen und Dr. Karl Silex-Heidelberg beteiligen. Aus Schande in den Tod Eislingen (ZSH). Ein 52jähriger Arbeiter verübte dieser Tage auf dem Dachboden seines Hauses Selbstmord durch Erhängen. Der Lebensmüde hatte sich schon vorher die Pulsader aufgeschnitten, sie jedoch, da sie heftig blutete, wieder verbunden. Der Arbeiter, der erst vor kurzem geheiratet hatte, war wegen Sittlichkeitsvergehen an Kindern zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wegen Bildung abgelehnt S. Ulm. Nicht wenig erstaunt war dieser Tage der Vater eines Jungen, der sich um eine Anstellung als Jungpostbote beworben hatte, als ihm die Oberpostdirektion Stuttgart mitteilte, daß der Junge nicht eingestellt werden könne, da er als Mittelschüler eine zu gute Bildung genossen habe. Voraussetzung für die Annahme als Jungpostbote sei eine abgeschlossene Volksschulbildung. Jugendliche wollten 10 000 DM erpressen S. Ulm. Um zu Geld zu kommen, versuchten zwei noch nicht achtzehnjährige Jugendliche einen Industriellen durch Androhung des Todes zu erpressen. Sie forderten ihn auf, an einer näher bezeichnten Stelle ein Kuvert mit 10 000 DM niederzulegen. Zugleich teilten sie ihm mit, daß eine Verständigung der Polizei sein sicherer Tod wäre. Die Polizei, die sofort nach den Erpressern zu suchen begann, konnte bald darauf einen der Briefschreiber überführen und festnehmen. Der andere stellte sich selbst der Polizei. Bei ihrer Vernehmung gaben beide an, daß sie die Absicht gehabt hätten, noch weitere Erpresserbriefe zu schreiben, bis sie eines Tages Geld bekommen hätten. Die Jünglinge kamen nunmehr wegen schweren Erpressungsversuches vor das Jugendgericht Schlecht belohnte Gastfreundschaft Biber ach (ZSH). Zwei junge Männer baten am späten Abend lm Pfarrhaus Ahlen um ein Essen. Nach der Mahlzeit nötigten die beiden Burschen den 68jährigen Pfarrer mit einem „Hände hoch!“ zur Herausgabe sämtlicher Gelder. Nachdem die zwei Räuber den Pfarrer und seine Schwester, die kurz vorher mit einem Gummiknüppel niedergeschlagen wurden, eingeschlossen hatten, verließen >1« das gastliche Haus. nen, dunkelhäutigen und einer hochgewachsenen blonden Rasse. Die Indianer, die Indio», die Ägypter und die Berber sollen von de» kleinwüchsigen Rasse abstammen, während aus der großwüchsigen Rasse die Skandinavier, die Goten und Griechen hervorgegangen sein sollen. Doch das sind natürlich Hypothesen, für die es keine Beweise gibt. Erst muß die Wissenschaft klären, ob es tatsächlich ein Atlantis gegeben hat. Vielleicht lüftet da* Forschungsschiff „Atlantis“ das Geheimnis um die angebliche Wiege der menschlichen Kultur. Thomas Brandstetter Porsche-Sportwagen wird in Stuttgart gebaut Stuttgart (UP). Der bisher in Österreich gebaute Sportwagen des Volkwagenkonstrukteurs Ferdinand Porsche soll von April an in der Stuttgarter „Porsche-Kommanditgesellschaft“ in Serie hergestellt werden. Der dreisitzige, 1,1 Liter-Wagen soll bei 40 PS eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 140 km/std erreichen. Der Preis des Wagens wird 9 800 D-Mark betragen. Der Leiter der „Porsche-Kommanditgesellschaft" in Stuttgart-Zuffenhausen, Ingenieur Ferdinand Porsche (Sohn des Volkswagen- Konstrukteurs Ferdinand Porsche) erklärte, er sei sicher, daß der Wagen einen guten Markt haben werde. Wolfsburg (UP). Im Monat Februar 1949 wurden im Volkswagenwerk in Wolfsburg 5564 Kraftfahrzeuge hergestellt. Damit hat sich die Produktion in Volkswagen im Vergleich zum Vormonat um fünfhundert Fahrzeuge erhöht. Die Werke konnten im gleichen Zeitraum insgesamt 1218 Volkswagen exportieren, wovon zum erstenmal 35 Fahrzeuge» nach Ägypten geliefert wurden. Konkurse in Württemberg-Baden Stuttgart (SWD). In Württemberg-Baden wurden im vergangenen Jahr insgesamt 267 Konkurse und 101 Vergleichsverfahren bei den Gerichten angemeldet. Auf Unternehmen, die nach dem Kriege eröffnet hatten, entfallen 84 % der Konkurse und 70 % der Vergleichsverfahren. Von industriellen Unternehmen mußten 112 Konkurse und 46 Vergleiche angestrebt werden. Von den Forderungen lagen 67 % zwischen 10 000 und 100 000 DM. Deutsche Landwirtschaftstagung in Wiesbaden Wiesbaden (UP). In Wiesbaden begann die diesjährige Wintertagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, an der etwa 800 Gäste aus allen Tellen Deutschlands teilnehmen. Im Laufe dieser viertägigen Arbeitstagung werden führende Experten auf den Gebieten der landwirtschaftlichen Technik, Planung, Bodenbearbeitung und Zucht zu aktuellen Problemen Stellung nehmen und im gegenseitigen Gedankenaustausch wichtige Erfahrungen zur Verbesserung und Erhöhung der deutschen Agrarerzeugung besprechen. Aus Ungarn werden Eier erwartet Nürnberg (VWD). Die Verhandlungen über die Einfuhren ungarischer Eier haben zu einem Abschluß geführt Ungarischerseits wird angenommen, daß die Eier etwas preiswerter als die bisherigen Importeier sein werden. Sfttot-fde Bundespokal-Endspiel 82 000 Zuschauer werden erwartet Beim Deutschen Fußballbund in Stuttgart sind bisher über 45 000 Anforderungen auf Sitzplatzkarten zum Endspiel um den Fuß- ball-Bundespokal eingegangen, so daß sich der DFB bei einer kürzlich stattgefundenen Sitzung entschließen mußte, wieder Stahlrohrtribünen zu erstellen. Damit wird da* Stuttgarter Neckarstadion am 19. März insgesamt 82 000 Zuschauer aufnehmen können Schiflug in Oberstdorl Am (weiten Tag 115 Meter Die Sdiiflügversuche am zweiten Tag der Internationalen Schiflugwoche in Oberstdorf, bei denen diesmal nur 26 Springer am Start waren, mußten am Mittwoch nachmittag wegen starken Schneetreibens abgebrochen werden. Andreas Däscher, der schon am Vortage den bisher von Fritz Tschannen gehaltenen Weitenrekord von 120 Metern um einen Meter überbietm konnte, stand am Mittwoch aut der Mammutschanze in Oberstdorf 115 Meter. Der Österreicher Gantschnigg, der neue Weltrekordler, konnte diesmal nur 113 Meter erreichen. (UP) Hell Lantediner siegt in Bad Wiessee Bei starker internationaler Beteiligung siegten am Dienstag beim internationalen Torlauf in Bad Wiessee die beiden Österreicher Hannelore Zückert mit 100,5 Sekunden und Heli Lantsebner mit der Tagesbestzeit von 90,3 Sekunden. Weitere Ergebnisse: Damen: 2. Irmi Höß (Bad Wiessee) 110,4 Sekunden. Herren: 2. Walter Clausen (Gartnisch) 90,4 Sekunden; 3. Alfred RamboIdi (Schweiz) 90,0 Sekunden. Deutsche Fußballjugend in England Vom 14. bis 31. März wird unter Führung von Dr. Zimmermann, Karlsruhe, eine deutsche Jugpndfnßh allmann scbaft zu Freundschaftsspielen nach England fahren. (UP) Wetterbericht Vorhersage: Am Donnerstag und Freitag zeitweise bewölkt, vorübergehend geringer Schneefall, örtliche Frühnebelbildung. Mittagstemperaturen um null Grad; nächtliche Temperaturen bis minus 10 Grad AUS DEM SÜDWESTEN AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN KULTUK UND LEBEN Seine Sühne Erzäklung von Henriette lü der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart ist vor kurzem ein Buch erschienen, daß unter nein Titel „Stufen des Lebens“ die Lebenserinnerungen des Architekten Fritz Schumacher umfaßt. Mit dem Verfasser, der am 5. November 19« gestorben Ist, ging eine wesentliche Epoche in der Geschichte der deutschen Baukunst zu Ende. Er gehörte zu denen, die in unserem technischen Zeitalter die Gefahr einer unorganischen Entwicklung der Architektur, insbesondere des Städtebaus, erkannten. Gegen das Banen aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten setzte er seine, vor allem aus ästhetischen und, zum ersten Mal in der neueren Geschichte, sozialen Oberlegungen entstandenen Werke. Sehr deutlich zeigt die von uns wiedergegebene Ansicht der großen Felerhalle des Hamburger Krematoriums, was Fritz Schumacher wollte. Mit diesem ehrwürdigen schönen Raum ist w der Schöpfer eines neuen sakralen Baustiles geworden, der in der ganzen Welt Schule gemacht hat. Psmals (es ist schon lange her, ich war noch jung, und dieses spielte sich am Binde des 1. Weltkrieges ab), arbeitete ich in einem Büro in Paris und nur am Abend kam ich in mein winziges Zimmer, das mir Freunde, die aus der Hauptstadt geflohen waren, aus- geliehen hatten. Deshalb nahm ich mein Mittagessen in der Nähe meiner Arbeitsstätte In einer bescheidenen Wirtschaft ein, die hauptsächlich von Angestellten (beiderlei Geschlechtes) einer großen Verwaltungsbehörde in der Nachbarschaft besucht wurde. Ohne Wein kam damals das Mittagessen nach der Karte auf 3 fr. 50, 3 fr. 75, denn . . . das Leben war teurer geworden! Und man aß auf einer papierbedeckten Marmorplatte und mit einer Serviette, die eine ganze Woche durchhalten mußte. Für mich, die aus einem sehr behaglichen bürgerlichen Milieu kam, dessen gewöhnliche Lebenshaltung einen gewissen Luxus, Erleichterungen, Bequemlichkeiten, einen Überfluß in sich schloß, von dem sich unsere Kinder keinen Begriff mehr machen, war die Anpassung an diese Art leben schmerzlich hart. Die lärmende Fröhlichkeit der daran Gewöhnten, das Herüber- und Hinüberrufen über die Tische, die Vertraulichkeiten all dieser rechtschaffenen Leute unteT sich, die daran gewöhnt waren, zusammen zu arbeiten, zusammen zu essen, zusammen zu lachen, gemeinsam auszugehen, berührte mich irgendwie schmerzlich und ich zog mich in mich zurück wie eine Mimose, verwundet zudem von einer Trauer, da mir der Krieg jäh eine brüderliche Stütze weggenommen hatte, ohne die ich niemals geglaubt hätte, leben zu können. Um jeden Versuch, eine Verbindung zwischen diesen Tischgenosseri, deren Gewöhnlichkeit ich vor mir selbst übertrieb, und mir herzustellen zu entmutigen, las ich eifrig beim Essen, und trotzdem diente dieses Leben gerade dazu, mich mit einem schweigsamen Gast in Verbindung zu setzen, der, obgleich er demselben Milieu wie die' übrigen Kunden angehörte wie ich später erfuhr, sich nicht einmischte in die lärmende Gesellschaft und sich oft an meinen Tisch setzte: nun, wir legten die gleiche, politische Zeitung gegen unsere Wasserkaraffe! Wie ich so bei meinem Nachbarn eine ähnliche Leidenschaft entdeckte, kam ich schließlich so weit, mit etwas mehr Sympathie und viel Neugierde diese schlecht angezogene Kreatur zu betrachten, ohne Unterwäsche (ein Pullover mit Heükragen diente ihm als Weste in einer Zeit, da unzählige Menschen noch weiße Manschetten und gestärkte Leinenkragen trugen!), mit einem fadenscheinigen und allerorts befleckten Anzug, der sich nur zweimal in der Woche rasierte und dessen Fingernägel mehr als zweifelhaft sauber waren. Nach und nach kamen wir so weit, ein paar Worte zu tauschen, dann Gedanken, vertrauliche Ansichten sozialer Art, kritische Bemerkungen. Ein seltsames Einverständnis, das an der Ttir der Gaststätte endigte und niemals so weit ging,‘daß wir uns einander unsere Namen verrieten, das aber, für die Dauer einer Mahlzeit, häufig in rein geistigen Diskussionen einen schlecht gepflegten Vierziger mit einer jungen Frau in Einklang brachte, die sich geschworen hatte, daß die männliche Arbeit, die sie sich abzuleisten ausgezählt hatte, niemals ihre weibliche Sorge um Eeleganz beeinträchtigen sollte. Dieser geistig kultivierte und unsaubere Mensch, den nichts als seine Intelligenz auszeichnete, schien mir ein Rätsel, so sehr bestand er aus unvereinbaren Elementen. Er sah sehr alt aus und trotzdem fühlte man, sah man sehr wohl, daß er nicht alt war, aber die Sorgen, die Bitternis, die Müdigkeit, ein Schatten dauernder Angst gruben Runzeln in sein grau-gelbes Gesicht und gaben ihm eine Art tragischen, gehetzten Ausdruck, gleichzeitig den eines schlechten, wortkargen Gemütes. Dennoch konnte er lange sprechen. Eines Tages erklärte mir mein Nachbar als Antwort auf einen Ausspruch von mir: „Ich, ich gehe nie ins Theater noch ins Kino. Ich will mir diese Ausgaben nicht erlauben. Ebensowenig wie ich mir Wein leiste wie die anderen. Ebensowenig wie ich mir neue Bücher, Kleider kaufe. Und es kann gut kalt werden, ich mache abends niemals Feuer zu Hause an. Und wenn ich heute keinen Mantel anhabe, so nicht deshalb, weil mir die Kälte nichts mache, im Gegenteil, ich leide sehr stark unter der Kälte. Aber mein Mantel fällt in Stücke. Und ich muß das ertragen, zur Sühne. Alles, was ich an Geld ersparen kann, muß meiner Frau zukommen als Entschädigung für meine Frau, über das noch hinaus, was ich für Ihre Behandlung und Rente ausgebe.“ „Ist sie krank? Im Spital? In einer Klinik?“ fragte ich. Er antwortete brutal: „Sie ist verrückt. Sie ist in einer Anstalt In einer zu bezahlenden Anstalt. Und alle Sonntage, die Gott macht, gleich bei welchem Wetter, verbringe ich, anstatt zu Hause die Schriftsteller, die ich liebe, zu lesen, meinen einzigen freien Nachmittag neben ihr. Und das geht schon so seit Jahren.“ Alle seine Sonntage neben einer Verrückten! Alles, was er aus seinem schmalen Einkommen auaammenkratzte, für eine Verrückte! Welch große Liebe! Ja, was für eine Liebe benötigte er für diese Beharrlichkeit und Regalmäßi*ceit! .Wie mußten He sie lieben!“ murmelte ich, »arte MMn Me sie noch immer!" Chamssi Der seltsame Mensch entgegnet»: „Ich? Überhaupt nicht!“ „Wieso? Überhaupt nicht!“ „Nein, ich liebte meine Frau nicht, wenn man unter diesem Wort Liebe versteht, was die Dichter, die Romandichter damit sagen wollen. Nein, ich hatte geheiratet, weil ich eben gern ein Heim haben wollte und in diesem Heim ein Dienstmädchen ohne Löhnung. Weil sie jung war, frisch, und vor allem hübsch, fand ich es zudem als angenehm, mich ihrer zu bedienen, wie man Spaß daran hat, Austern auszuschlürfen oder ein Hühnchen zu essen, Aber über sie, darüber, was sie denken, fühlen, wünschen könnte, machte ich mir nie Gedanken. Ich war ein schrecklicher Egoist, um so mehr Egoist, da mich nicht im geringsten das Gewissen plagte. Ich'-jJachte nicht, daß sie ein menschliches Wesen sei, mit einem Herzen. Ich habe mich nie gefragt, weshalb sie eingewilligt hatte, mich zu heiraten, noch, was ich für sie bedeutete. Ich dachte nicht daran, daß sie sich hätte Kinder wünschen können, da ich keine zu haben wünschte. Sehr bald war es.mir klar, daß sie dumm, ohne Bildung und ünerziehbar war. Und ich, wie Sie sehen, liebe nun gerade das Lesen, vor allem geiwisse Bücher. Ich denke gern und überlege. Es war mir schließlich zur Gewohnheit geworden, nicht mehr mit ihr zu sprechen. Wozu auch, wenn das, was sie sagte, mich nicht interessierte und wenn das, was ich ihr hätte sagen können, doch über ihren' Verstand ging? Ich ging in mein Büro, wortlos. Ich kam zum Mittagessen mit Zeitungen, und abends las ich, ein Buch auf dem Tisch, und dann im Bett. Wenn sie etwas sagte, gab ich keine Antwort, denn es war ein Geräusch, das mich abstumpfte. Ohne ihr etwas Böses antun zu wollen. Einzig, weil ich nicht an sie dachte. Ich dachte niemals an säe. Und sehr bald (weil sie sehr schnell verblüht war, oder war sie eben deswegen so schnell verblüht?) kam mich auch nicht mehr das Verlangen an, des Abends von ihrer Nähe zu profitieren. Grenau gesagt: sie existierte gar nicht mehr für mich. Sie war ein Möbelstück in der Wbhnung, ein Möbelstück, das sich fortbewegte, das nützlich war. Sie war damals sehr unglücklich, ohne es zu sagen. Oder, sie hat es gesagt und ich habe nicht zugehört. Und da kam ein Augenblick, wo ihr Verstand in Unordnung geriet. Ich habe das zuerst gar nicht bemerkt. Und dann war es in einem solchen Grad, daß der Arzt erklärte, man müsse sie einschließen. Wie sie fort war, fand Ich ein’ Heft, ein erbärmliches, kleines Groschenheft, wo sie hineingeschrieben hatte, verworrene Sätze, durcheinander. Unaufhörlich kam diese Klage wieder: .Niemals spricht er mit mir. Ich bin ganz allein, immer ganz allein. Er ist aus Holz. Niemals spricht er mit mir. Allein, ganz allein, auch wenn er da ist.' Zehn, zwanzig, dreißigmal stand es da, hintereinander. Da begriff ich, daß meine Frau wegen mir verrückt geworden war. Ich las Schriftsteller, die die Ordnung predigten und ich, ich hatte in sie die Verwirrung gelegt. Da begriff ich, was ich getan hatte und ich schwor mir, zu sühnen. Wenn ich im Winter zuhause friere, sage ich mir: Das ist für sie! Wenn ich in den Zimmern mich um den Haushalt kümmere, was sie einst getan hatte, weil ich mir das Geld für ein Dienstmädchen sparen will und wenn mich das in Ärger versetzt, sage ich mir: An dir ist es, dich zu Am *8. Februar 1950 jährt 3lch zum 75. Male der Geburtstag des 1935 verstorbenen Komponisten Richard Wetz. Aus der Spätromantik hervor- gogangen, rang sich Wetz zu einem eigenen Stil durch und wies mit Ihm die Vereinbarkeit der beiden gegensätzlichen Stiterten Bruckner’# und Brahms’ nach. Sein Lebenswerk enthält drei Symphonien, teinsinnige Kammermusik, zwei Oratorien und weit über 100 kostbare Lieder. Bach ist ein Beweis dafür, daß das Genie durchaus nicht immer den „Zeitgeist“ zum Ausdruck bringt, daß der Wert seines Werkes davon unabhängig ist, ob sein Schöpfer Sprachrohr seiner Zeit ist oder nicht. * Eine Zeit erhält ihren Wert dadurch, daß sie die Tat des Genius verständnisvoll be» grüßt, und sie schändet sich, wenn sie in den Machwerken kundiger Thebaner die Spiegelung ihres eigenen Wesens findet. • Der Begriff „rein — musikalisch“, so oft er mir auch begegnet und von anderen angewendet wird, ist mir unverständlich. Gewiß hat die Musik ihre spezifizierten Gesetze, wie jede andere Kunst die ihrigen hat, aber die Gesetzmäßigkeit ist noch keine Musik. Musik entsteht für mich erst dann, wenn ein inneres Erlebnis durch das Mittel der Töne zur sinnlichen Anschauung gelangend vom Hörer nacherlebt wird. • „Die Harmonik — wenn man diesen Ausdruck hier noch gebrauchen kann — Atonali- tät gibt jede Bindung an eine harmonisch bedingte Scala und jeden zentralen Akkord auf. Sie arbeitet mit absoluter Selbständigkeit der zwölf Halbtöne des temperierten Tonsystems. Ich bin der Meinung, daß der Geist des Menschen eine solche Beziehungslosigkeit zwi- mlr. Nun ist sie es, die nicht mehr mit mir spricht. Wieder bin ich da und es ist als ob ich nicht da wäre. Sie betrachtet mich mit ihren armen, leeren Augen in einem ausdruckslosen Gesicht, und sie erinnert sich sogar nicht mehr daran, daß ich vor acht Tagen da war. Sie ißt, was ich ihr gebracht habe, ohne zu begreifen, daß ich es ihr brachte. Und jeden Sonntag dasselbe. Und so wird es bleiben bis zu meinem Tode oder dem ihren. Weil ich sühnen muß!“ Ich frage ihn: „Aber jetzt lieben Sie sie doch? Wenn sie so handeln, wenn Sie sich das auf erlegen, dann doch aus Liebe?“ sehen Einzeltönen und Klängen nicht auffas- sfen, d. h. verstehen kann.“ * „Die Art der Instrumentation beweist die Wahrhaftigkeit des Künstlers, der sich von jedem Versuch freihält, durch äußerliche Wirkung mangelnde innere Größe vorzutäuschen, im Gegensatz zu den kundigen The- banem, von denen Goethe sagt: .Mancher gilt für fett und ist doch nur geschwollen. 1 “ * „Für den aus innerstem Drange Schaffenden gibt es kein Ringen mit dem Gesetz und der Form. Seine Kämpfe spielen sich auf einer weit höher gelegenen Bühne ab. Das Gesetz ist dem Schaffenden nichts Fremdes, von außen Auferlegtes, er trägt es in sich, wie die Natur das ihre! Er bedarf der Theorie nicht, wie der Heilige der Theologie nicht braucht.“ Vatikanstadt (UP). Da« vattkaniedw Zentralkomitee für das Heilige Jahr teilt mit, daß bisher die meisten nichütaHenischen Rompilger atu Deutschland gekommen sind. Jede Woche treffe ein Zug mit etwa 500 Pilgern ein. In vatikanischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß einer der letzten Pilgerzüge aus Deutschland unter Führung von Josef Kardinal Frings aus Köln gestanden habe. Der Kardinal habe kl Rom erklärt, daß dis Kommunisten ln der deutschen Bundesrepublik einen sehr geringen BinfluS hätten. Das Vorgehen der sowjetischen Behörden in Ostdeutschland habe das deutsche Volk gegen die .Ansteckung des Leninismus* vollständig immunisiert. Kardinal Frings habe gesagt, daß die katholische Jugendorganisation 400000 MH gl Inder tat Westdeutschland Habs. Die Erfahrungen dar dsut- schen Kriegsgefangenen in dar Sowjetunion seien die besten Argument« gegen den Kofntnuaismus Freude in der Erwartung empfindet, die sie ehedem vor Freude hätte überströmen lassen?“ „Weil ich sühnen muß.“ „Sie sind also Christ?“ „Nein, ich praktiziere nicht. Aber ich fühle, daß ich so handeln muß. Es ist eine Art notwendiges Gleichgewicht. „Trotzdem, wissentlich haben Sie doch ihre Leiden nicht gewollt!“ „Nein, aber ich muß wissentlich meine Sühne wollen.“ Der seltsame Mensch! Ich sehe ihn noch, mit seinem bleichen, gelben Gesicht, von Furchen durchzogen, übersäht mit Bartstoppeln, mit den steifen, grauen, ein wenig fetten Haaren, seinem über den Pullover zugeknöpften Rock, den schwarzen Fingernägeln, dem düsteren Feuer in den Augen, dem schmerzlichen Zug im Gesicht... Er kam bald aus meinem Gesichtskreis, da ich meine Beschäftigung gewechselt hatte und wo anders meine Mahlzeiten • einnahm. Aber nach so vielen Jahren kommt es doch Über mich, daß ich über diese arme, verrückt gewordene Frau neben diesem stummen Leser nachdenken muß, nachdenken über diesen aschgrauen, in sich verschlossenen, eigensinnigen Mann, der sich nicht Christ nannte, der aber sühnen wollte. (Aus „L’Amour et quelques couples“ Flammarion, Paris 1947. Mit Genehmigung der Dichterin Uber* tragen von Erwin K. M 0 n z.) Die Nacht Von Eduard REIN ACHER Die Nacht sprach zu sich selbst: „Warum bin ich so einsam? Vielleicht fehlt es mir am Schmuck!“ Da nahm sie den Silber streifen der Milchstraße vom Himmelsgrunde ab. Daran steckte sie den größten Stern, den sie fand, einen violetten Strahler, in die Mitte, und rechts und links davon noch andere große leuchtende Sterne in allen Farben. Dieses Stemenband schlang sich die Nacht um ihre Stirne, und als sie so geschmückt war, setzte sie sich auf ein hohes Gebirge und wartete. Es kam aber niemand zu ihr, so lange sie auch wartete. Endlich nahm sie das Stirnband wieder ab, setzte die Milchstraße an ihre Stelle und jeden Stern wieder an seinen rechten Ort, und schlich in ihre dunkle Erdenkammer. Da weinte sie so lange, bis der Gesang der Engelsknaben drüben von dem Himmelseteme her sie endlich ato- scbläferte. Und als sie ganz tingeschlafen war, kam der Tag herauf und suchte sie, denn ar hattt lieb. Aber er fand sie auch heute nicht. quälen, an dir ist es, zu leiden. Alle Sonntage gehe ich sie besuchen, bringe ihr Naschwerk Er antwortete: „Nein, ich liebe sie nicht.“ von dem Geld, das ich mir abgespart habe. „Warum tun Sie es dann, wenn sie Sie Sie erkennt mich nie, sie sagt nie etwas zu nicht erkennt und wenn sie sogar keine Über die Kunst Von Richard WETZ 43 Jahre in Bienst der Stadt Antwort des Herzens Verwaltungsdirektor Hemer trat aas 28. Februar ia den Ruhestand Eine filmische Sinfonie vom guten Willen 68 Jahre ist Verwaltungsdirektor Herzer jetzt alt und den Ruhestand hat der immer Schaffende und Wirkende redlich verdient. Aber im Rathaus Bruchsal hinterläßt er eine fühlbare Lücke, denn Herzer war in allen Verwaltungsfragen, selbst der schwierigsten Materie, der Erfahrene und der Beschlagene. Mehr als vier Jahrzehnte, 43 Jahre seines Lebens, stand er im Dienst der Bruchsaler Stadtverwaltung, und das, was er in diesem langen Zeitraum für das Wohl der Stadt geleistet hat, würde aneinandergereiht ein dickes Buch ergeben. Verwaltungsdirektor Herzer stammt von Breiten, dort wurde er am 6. Febr. 1882 geboren. Seine Beamtenlaufbahn begann beim Großherzoglichen. Bezirksamt in Bretten. Do- naueschingen, Ettlingen, Mannheim, Sinsheim waren weitere Stationen seines Lebens. Zu Weihnachten 1907 trat Herzer in die Verwaltung der Stadt Bruchsal ein, zunächst als Registrator, nach dem Tode Strohauers als Ratschreiber. Schon immer zeichnete sich Herzer durch unermüdliches Streben, und Schaffen aus, und was er einmal für richtig erkannte, setzte er mit allen Mitteln der Klugheit durch. Ungezählt sind die Bitt- und Ratsuchenden, denen Herzer Gehör schenkte, denen er zu helfen suchte, wo immer es mit den Interessen der Stadtverwaltung vereinbar war. Immer freundlich und entgegenkommend ließ er niemand ohne ein paar aufmuntemde Worte gehen. Die komunalen Herren des „Dritten Reiches“ haten für Herzer nicht viel übrig, ihnen war er ob seiner Haltung ein dauernder Stein des Anstoßes. So mußte er im Frühjahr 1937 gehen, worauf er nach Heidelberg übersiedelte, bis im Sommer 1945 nach dem Zusammenbruch erneut von Bruchsal aus der Ruf an ihn erging. Seiner Tatkraft und seiner Erfahrung war es zu danken, wenn die Bruchsaler Stadtverwaltung bald wieder funktionsfähig wurde. Es läßt sich nicht deuteln und nicht rütteln: Verwaltungsdirektor Herzer hat 1945 die Stadtverwaltung beinahe aus dem Nichts neu geschaffen. Bürgermeister Professor Bläsi faßte die Verdienste Herzers so zusamen: Seinem Wissen und seiner Erfahrung ist es zu danken, daß heute die Stadt als Behörde wieder so dasteht, daß sie sich mit jeder andern Stadtverwaltung zu messen vermag. Auch der württembergisch-badische Städteverband wußte die Fähigkeiten Herzers besonders zu schätzen, in diesem Gremium war Herzer der Spezialist für Polizeifragen. Manche Anregung, die Herzer im Verband gab, wurde in die Wirklichkeit umgesetzt, ein Beweis, daß er mit einem nüchternen und klaren Sinn die Notwendigkeiten erkannte. Manchem Beamten sagt das Volk bürokratische Haltung nach, wenn es für einen nicht gilt, dann für Verwaltungsdirektor Herzer. Er war und ist der Mann, der mit dem Leben engste Verbindung hatte. Vom „Grünen Tisch“ aus zu dirigieren, lag Verwaltungsdirektor Herzer nicht. Alle Für und Wider erörterte er, ehe es zur Entscheidung kam, dann aber war sie auch hieb- und stichfest. Als langjähriger Geschäftsführer des Bruchsaler Verkehrsvereins erwarb sich Verwaltungsdirektor Herzer vielfältige Verdienste. Seiner Initiative verdankte die Stadt in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen vielseitige Anregungen. Mit allen erdenklichen Mitteln, durch Wort und Schrift, durch Plakate, durch Prospekte förderte er die Fremdenverkehrswerbung. Dem im letzten Herbst wieder neu gegründeten Verkehrsverein stellte Herzer als dessen zweiter Vorsitzender erneut sein« Erfahrung und seine Arbeitskraft zur Verfügung. Mit der Zuruhesetzung hört die Arbeit Herzers für die Stadt Bruchsal nicht auf. Mit Genehmigung des Stadtrates wird er sich weiterhin dem Wiederaufbau des städtischen Archivs widmen und so beitragen, die Vernichtung und Zerstörung von 1945 zu überwinden. Verwaltungsdirektor Herzer lehnte es ab, anläßlich seiner Pensionierung geehrt zu werden. In Einfachheit und Schlichtheit, wie er sich immer gegeben hat, verließ er den gewohnten Arbeitsplatz im Rathaus. Bürgermeister Prof. Bläsi und sein Stellvertreter, Stadtrat Gseller, dankten Verwaltungsdirektor Herzer mit bewegten Worten für seine vielfältige Mühe und seine segensreiche Arbeit. Das äußere Zeichen des Dankes bildete ein großer Blumenkorb mit der nötigen Einlage von Bruchsaler Klosterberger. Auch wir von der Zeitung haben Verwaltungsdirektor Herzer für die warme Förderung und die Anerkennung der journalistischen Arbeit zu danken. Er hatte für den Redakteur immer Zeit, wenn er kam, Informationen über die Arbeit der Stadtverwaltung zu holen, die Herzer zu jeder Zeit gerne und willig gab. Nicht besser können wir unseren Bericht schließen als mit dem Wunsch: Möge der Herrgott Verwaltungsdirektor a. D. Herzer noch viele Jahre, ja Jahrzehnte schenken in Gesundheit, Glück und Wohlergehen. H. St. Odenwaldklub Bruchsal. Am Sonntag, den 5. März, findet die dritte Programmwanderung durch den Büchenauer Wald nach Neuthard statt. Treffpunkt, nachmittags 1.30 Uhr, beim Merkur. Gäste sind herzlich willkommen. So lautet der Untertitel des Caritasfilmes „Antwort des Herzens“, der gestern mittag vor einem großen Kreis geladener Gäste in den Euiopa - Lichtspielen gezeigt - wurde. Dieser Film, der später als Schmaltonfilm in allen Pfarreier gezeigt wird, ist ein wirkliches und echtes Ho. jlied der Liebe. „Antwort des Herzens“ stellt keinen Spielfilm im üblichen Sinne dar, er steckt aber dennoch voller Handlung und Dramatik, weil er aus dem Leben für das Leben geschaffen wurde. Alle filmischen Mittel wurden in den Dienst der Caritas gestellt, nicht nur um einen Rechenschaftsbericht zu geben, sondern um aufzumuntern, um anzufeuern, wachzurütteln. Caritasdirektor Oberle sprach zu Beginn ein paar einführende Worte: Einen herzlichen Gruß des Willkomms entbot er der Geistlichkeit der Kapitel Bruchsal, Bretten und Philippsburg, den Vertretern der Behörden, den zahlreichen Förderern und Helfern der Caritasarbeit, den Europa lieh tspielen für ihr Entgegenkommen. Die ganze bittere Not der Nachkriegszeit, so fuhr er fort, mache dieser Film lebendig. Tausende, ja Hunderttausende von Mühseligen und Beladenen schleppten die langen Tage, vom Sturm da und dorthin verweht, geknickt und zerbrochen, müde und hoffnungslos. Der Staat besitze nicht die Mittel, um in allen Fällen so zu helfen, wie es notwendig wäre, helfen könne nur die positive, die aufrechte, die christliche Tat. In packenden und erschütternden Bildern schilderte der Film die ganze unsägliche Not, die auf unserm gegenwärtigen Geschlecht lastet Da sind die Opfer des grauenhaften Bombenkrieges, unschuldige Kinder ohne Gibt es Wunder? Die Wttnderheilangen Grönings u. Lourdes und die Marienerscheinung in theol. Betrachtung In der letzten Zeit war in der Oeffentlich- keit viel die Rede von Wunderheilungen eines Gröning, von Marienerscheinungen an verschiedenen Orten, von Wunderheüungen in Lourdes usw. Selbst für gläubige Menschen war diese Aufdringlichkeit und diese Ueber- zahl von Wundermeldungen eine peinliche Angelegenheit und es erhob eich die Frage; was kann man an allen den Dingen als Wunder bezeichnen, was gehört in die Grenze des rein medizinischen und wie stellt sich das Christentum zu diesen Fragen. Pater zu Löwenstein sprach am vergangenen Montagabend im Rahmen der Volkshochschule über die theologische Seite des Problems vor einer außerordentlich zahlreichen Hörerschaft. Pater zu Löwenstein zeigte an Hand der Definition des Wunders, das sich nur im religiösen Bereich abspiele, daß bei Grönings Wunderheilungen nicht in Frage kommen. Es sei ohne Zweifel, daß Gröning eine außerordentlich suggestive Kraft besitze, die Heilungen veranlassen könne. Wie weit magnetische Kräfte oder Strahlungskräfte eine Rolle spielen, sei ungeklärt, das sei eine Frage der Wissenschaft, die selbst diese Probleme noch nicht genügend aufgeklärt habe. Gröning sagt auch von sich, daß seine Heilungen mit dem christlichen Begriff des Wunders nicht zu tun haben. Ein Wunder ist ein Eingreifen Gottes und ist daher etwas Heiliges, ein religiöses Geschehen, das weder durch natürliche, noch durch diabolische Kräfte eine Erklärung findet. Die Heilungen Grönings beruhten zum Teil auf medizinischen Methoden und psyebogemati- schen Wirkungen, sodaß man von einem Wunder nicht sprechen könne. Zu der Frage der Marienerscheinungen ist zu sagen, daß die Kirche nicht bezweifelt, daß es Marienerscheinungen gibt Aber gerade auf diesem Gebiet gäbe es bei mystisch veranlagten Leuten große Täuschungsmöglichkeiten und die Geschichte der Kirche zeige, daß es viele falsche Mystiker gäbe. Die Kirche ist daher in der Frage von Marienerscheinungen außerordentlich zurückhaltend und schließt sich von diesen, oft unerklärlichen Massenbewegungen, die sich an sogenannte Erscheinungen anschließen, ab. In Lourdes, aber auch sonst firmier und überall gibt es Wunder, die von der Kirche genau geprüft werden und erst dann als Wunder bezeichnet werden, sobald die Voraussetzungen hierzu erfüllt sind. Auch in Lourdes gibt es viele Heilungen, die man nicht als Wunder im Sinne des religiösen Geschehens bezeichnen kann. Nicht das Wunder sei die Erfüllung des christlichen Glaubens, sondern dias Erfordernis nach der Lehre Christi zu leben. Man sollte bei solchen Dingen weder eine übertriebene Skepsis, die jedes Wunder verneine, noch eine übertriebene Sensationshascherei entfalten. Man müsse auch an Gott glauben, wenn er sich nicht nur ip Mysterien oder Erscheinungen zu erkennen gibt. Arme, ohne Füße, die Ueberlebenden der tage- und wochenlangen Materialschlachten, die Schwerst- und Schwerversehrten, die immer fremder Hilfe bedürfen, da sind die Anstalten für Geistesschwache, Männer, Frauen und Kinder, die genau ein Recht zum Leben, zum Fortkommen haben wie der gesunde Mensch, da sind die Millionen und Abermillionen von Flüchtlingen aus den Ost- und Südostgebieten, die mit uns verwachsen, zu einer großen einzigen Schicksalsgemeinschaft. Ihnen allen widmet sich die Caritas, eingedenk des Heilandwortes: „Was ihr dem geringsten unter meinen Brüdern getan, habt ihr mir getan“. Die Bilder aus dem Körperbehinderten- und Geistesechwachenheim der St. Josefeschwestern in Ursberg im Kreis Kulmbach, gehören zum Erschütterndsten dieIVfodi 450 000 Gefangene in Rußland Am 31. Dezember 1949 befanden sich nachioeislich in sowjetrussischen Kriegsgefangenenlagern noch 221 371 ehemalige deutsche Wehrmachtsangehörige, darunter 22 896 Offiziere. 71638 Kriegsgefangene gehörten zu den sogenannten „gesperrten Einheiten“. Diese Zahlen gab Generalsekretär Dr. Köster vom Roten Kreuz auf einer Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Frankfurt bekannt. Hierzu kommen noch die durch Bestrafung“ aus dem Wehrmachlsverhältnis herausgenommenen Kriegsgefangenen, von denen bisher 58 737 festgestellt werden konnten. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch nach sicheren Erhebungen das Vierfache betragen. Die Gesamtzahl der noch in der Sowjetunion befindlichen deutschen Kriegsgefangenen könne daher mit rund 450 000 angenommen werden. Die Zahl der in sowjetischen Kriegsgefangenenlagern umgekommenen oder gestorbenen ehemaligen deutschen Wehrmachtsangehörigen wurde bisher mit 1 820 793 ermittelt. An Lagern für Zivilinternierte, konnten bisher rund 1 000 mit einer auch nicht annähernd zu ermittelnden Anzahl der Insassen festgestellt werden. 80 Prozent davon sind Frauen und Kinder. Rücktransporte erfolgten bisher aus 59 Lagern. ses Films. Hier wird deutlich, daß die christliche Liebe mehr ist als eine mitleidige Aufwallung des Gefühls. Die Caritas läßt den Krüppel nicht am Rande des Lebens kauern, sie ist ihm Hilfe zur Selbsthilfe, d. h., daß trotz aller Gebrechen und Gebresten die Menschenwürde dominiert, der Krüppel eine Ausbildung erhält, die ihn befähigt, seinen Platz im Leben auszufüllen. Wie das die Schwestern fertigbringen, mit welcher Geduld, welcher Liebe, welcher Hingabe, ist geradezu einzigartig. Dann die Flüchtlinge: Manche Einheimische verschlossen Tür und Tor und Kammer, als sie elend und verlassen in unsere Dörfer kamen. Anders die Gemeinde Hettingen im Odenwald, die um die Verpflichtung der christlichen Nächstenliebe wußte. Mit Pfarrer Mag- nand an der Spitze, wurde das kleine Hettingen zum Vorbild echter christlicher Tat. Wohnungen um Wohnungen erstanden aus eigener Kraft, und heute hat jede Familie ihr Heim und ihr Auskommen. Das unmöglich „Das deutsche Wunder” von heute Von Universitätsprofessor Dr. Rafael Calvo Serer, Madrid Unter dem Titel „Espanna sin problema“ (Spanien ohne Grundproblem) ist kürzlich ein Buch von Dr. Rafael Calvo Serer, der zu den führenden und eigenwilligsten Intellektuellen Spaniens gehört, erschienen, das mit dem spanischen Nationalpreis für Literatur 1949 ausgezeichnet wurde. Der spanische Geschichtsphilosoph besuchte in den letzten Jahren mehrfach Deutschland. Seine Eindrücke über Bachkriegsdeutschland“ sind in einem Kapitel des soeben in Madrid erschienenen Buches unter dem Titel Bin Beispiel für die Probleme Spaniens“ zusammengefaßt, in dem auf die vielfache Uebereinstim- mung des Schicksals der beiden Länder hingetoiesen wird. Der Autor schreibt u. a.: Das heutige Deutschland ist das große Saatbeet Europas geworden, in dem eine neue Epoche heranreift, eine Epoche, in der sich die Synthese der modernen Technik mit dem Geist des Christentums vollziehen wird. Der erste Eindruck, den dieses Deutschland unsrer Gegenwart vermittelt, ist der, daß die Deutschen wieder fieberhaft schaffen und arbeiten. In dieser Arbeit ist auch das Geheimnis des „deutschen Wunders“ enthalten, von dem man heute zu sprechen pflegt, die gewaltige Aufbauarbeit, die das deutsche Volk im Lauf des letzten Jahres geleistet hat. Der deutsche Mensch handelt dabei im vollen Bewußtsein seines Wertes, während andererseits der plötzliche Uebergang von der Verzweiflung der vorhergehenden Jahre zu dem gegenwärtigen Zustand Ihm ein äußerst feines Einführungsvermögen für die Notlage des Gesamteuropas ge- gnben hat. T’rotz allem und allen. Deutschland lebt heute wieder. Man muß sich dabei fragen: Wie hat dieser Wiederaufstieg Wirklichkeit werden können? Schwierigste Probleme, ebenso auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik wie in der internationalen Politik selbst, standen diesem Wiederaufstieg im Weg, und doch konnte er sich vollziehen. Die Antwort ergibt sich aus der Tatsache, daß Wirtschaftsminister Professor Erhard im Gegensatz zu den heute fast in ganz Europa vorherrschenden Tendenzen sozialistischer und plan wirtschaftlicher Natur das Prinzip der freien Wirtschaft durchgesetzt hat, soweit die alliierte Kontrolle es gestattete.Er ist dabei heftig und scharf kritisiert worden, vor allem- von den Vertretern der britischen Planwirtschaft; seine Wirtschaftspolitik ist aber zweifellos die Ursache für den deutschen Wiederaufetieg, für den der Marshallplan nicht eine ausreichende Erklärung wäre, um so mehr, als ein Teil der amerikanischen Hilfe im Kampf um die Versorgung Berlins auf dem Weg über die Luftbrücke verbraucht wurde. Es ergibt sich nun heute das Bild, daß der deutsche Unternehmer seine Aktivität im Einsatz gegen die ihm entgegenstehenden Schwierigkeiten, wie die Zerstörung der Fabriken, die Demontage mit der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit, den Ausfall des Außenhandels, usw., voll entfalten kann, während auf der andern Seite England sich mitten Im planwirtschaftlichen Experiment befindet, wobei die daraus sich ergebende Katastrophe mir durch die Tradition der alten und guten englischen Verwaltung ge- mildert wird. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die internationale Lage sich für Deutschland günstig entwickelt hat. Die Allierten haben erkannt. daß Deutschland unentbehrlich Ist. wenn sie das Vordringen Rußlands aufhalten wollen; und allein auf diese Erkenntnis ist es zurückzuführen, daß die Fortführung des Mor- genthau-Planes, der die Entindustrialisierung Deutschlands vorsah, eingestellt wurde. Seine Verwirklichung würde praktisch das Ende Deutschlands bedeutet haben. Angesichts der verzweifelten Lage des Kontinents entschlossen sich jedoch die Amerikaner zu einem aktiven Wiederaufbau Europas unter Einsatz des deutschen Unternehmers und der deutschen Industrie. Daraus ergab sich dann notwendigerweise, daß dem Marshallplan das Zugeständnis einer größeren wirtschaftlichen und politischen Freiheit für Deutschland folgte. Deutschland hätte aber, weder auf wirtschaftlichem noch auf politisch internationalem Gebiet, „das Wunder“ seines Wiederaufstieges verwirklichen können, wenn es nicht, wie man sagt, „in Form“ gewesen wäre. Selbst im Zusammenbruch hat der deutsche Mensch es verstanden, sich seine positiven Worte: Arbeitswille, exakte technische Vorbereitung, Zähigkeit und soziales Zusammengehörigkeitsgefühl, zu erhalten. Und diese Werte sind für die kollektive Größe einer Nation unentbehrlich. Als Spanier können wir viel von dem Deutschland unserer Tage lernen. Wenn wir irgendwo eine, der unsrigen ähnliche Lage finden, so ist es in Deutschland: Probleme einer Scheidung des nationalen Bewußtseins, einer wirtschaftlichen Notlage, ebenso wie Probleme des internationalen Zusammenlebens. Wenn dabei für Deutschland — von gewissen Gesichtspunkten aus gesehen — die internationale Lage günstiger Ist, so bestehen andererseits aber auch für Deutschland wieder größere Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Internationalen Zusammenarbeit, wie z. B. die verständliche Furcht Frankreichs, die englische Sorge um die deutsche Konkurrenz und die russische Besetzung mit ihren barbarischen Methoden. Der deutsche Katholikentag 1949, dem ich als Vertreter Spaniens beiwohnte, fand in Bochum, dem Kohlen- und Eisenzentrum statt. Seine Organisation war einzigartig und hat Monate verantwortungsbewußter Vorarbeit notwendig gemacht. Aber das Wesentliche war, daß Bochum den konstruktiven Geist und den Vor- wärtsdrang des deutschen Katholizismus zum Ausdruck brachte, der sich heute in einer Kraft offenbart, wie sie seit den Zeiten des Mittelalters in Deutschland nicht mehr in Erscheinung trat und wie sie heute kaum in einem andern Lande Europas wirksam ist. Bochum bewies weiterhin aber auch die feste Entschlossenheit des katholischen Menschen in erster Linie an die sozialen Probleme heranzugehen. Mehrfach ist in Bochum proklamiert worden, daß eine Lösung des sozialen Problems nur auf christlicher Grundlage möglich ist, daß eine vom Christentum getrennte Soziologie einfach undenkbar wäre. Und mit der gleichen Entschiedenheit ist festgestellt worden, daß die Kirche, wenn sie den Bolschewismus verurteilte, bereits vorher und mit nicht weniger Deutlichkeit den Liberalismus abgelehnt hatte, denn Kommunismus und Liberalismus sind in ihrer Negierung der christlichen Weltauffassung eng verwandt. Was wir aus der Entwicklung in Deutschland als Beispiel nehmen sollten, ist die Entwicklung und Schärfung des Kollektivbewußtseins der gesamten Nation, um damit alle verfügbaren Energien einzig auf das Werk eines Wiederaufbaues zu konzentrieren, wie er heute in Deutschland durchgeführt wird. Darüber hinaus aber müssen wir unsere Ideen in den geistigen Bewegungen jedes anderen Volkes gegenwärtig sein, um die neuen Kräfte zu stützen, die darum kämpfen in der Auseinandersetzung zwischen dem Kommunismus und der christlichen Welt die Oberhand zu gewinnen; wie wir unsererseits bestrebt sind, die positiven ideologischen Strömungen anderer Völker in unsere kulturelle Arbeit aufzunehmen Erscheinende geschah, im verarmten, im übervölkerten; im zerschlagenen Land, der christliche Geist überwand die Not und das Elend. In „Antwort des Herzens“ offenbart «ich der Geist der christlichen Caritas. „Macht sie gut und macht sie glücklich* sagte ein schlichter Landpfarrer zu den Schwestern, und darin scheint uns der Kern jeder caritativen Arbeit zu liegen. Zu wünschen bliebe nur, daß die Eindrücke, die der Film vermittelte, nun reiche Früchte tragen in Stadt und Land. S. R. * Nationaltheater Mannheim Donnerstag, 19.30 Uhr: „Hoffmanns Erzählungen“, Phantastische Oper von Jacques Offenbach. Freitag, 19.30 Uhr: „Die Räuber“, Schauspiel in 5 Akten von Fr. v. Schiller. Samstag, 19.30 Uhr: „Rigoletto“, Oper von Giuseppe Verdi. Sonntag, 11 Uhr: 9. Morgenveranstaltung: Tanz- Matinee, Tänze nach Musik von Gluck, Weber, Strawinsky und Dvorak. 18.00 Uhr: „Die Walküre“ aus „Der Ring der Nibelungen“ von Richard Wagner. Montag, 19.30 Uhr: „Geisterkomödie“ von Nool Coward. Q Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen Lelstungs- und Modenschau de« Handwerk«. Wie die Handwerkskammer Bruchsal bereit« bekanntgab, veranstaltet das Handwerk auch in diesem Frühjahr wieder eine große Lei- stungs- und Modenschau. Die Damen- und Herrenschneiderbetriebe im Bezirk Bruchsal werden dabei die erlesensten Modelle und Schöpfungen zeigen und damit den gegenwärtigen Stand ihrer Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Die Veranetaltung findet am Samstag, den 11. März, abends 19.30 Uhr und am Sonntag, den 12. März, nachmittags 15 Uhr und abends 19.30 Uhr, im Festsaal der Europalichtspiele statt Karten sind im Vorverkauf ab Freitag, den 3. März bei FrL Alma Hetterich, Friedrichstr., sowie bei der Kasse der Handwerkskammer, Bahnhofstr. 12 zum Preis von DM 1.50 erhältlich. Die Ansage hat diesmal Raymund Ritter vom Süddeutschen Rundfunk. - Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen in Württemberg-Baden betrug im Januar 87 573, teilt das Landesarbeitsamt mit. Damit hatte sich die Zahl der Arbeitslosen im Januar 1950 im Vergleich zum Dezember um 19 275 erhöht. Die Zunahme der Arbeitslosig- Ein Weg der Hoffnungen Helft Kriegsgefangene und Vermißte suchen Der Suchdienst in der Bundesrepublik hat im Zusammenhang mit der großen Registrierungsaktion (1. bis 11. März 1950) aller Kriegsgefangenen und Internierten, deutschen Unter- suchungs- und Strafgefangenen im Ausland, Vermißten der ehemaligen Wehrmacht und Zivilbevölkerung eine Sondernummer der Suchdienst-Zeitung herausgegeben, die über jedes Postamt erhältlich ist. Bundespräsident Prof. Theodor Heuß hat darin einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Die statistische Erhebung über die Kriegsgefangenen, Verschleppten, Vermißten, die von der Bundesregierung angeordnet ist und deren Ergebnis von der freiwilligen Mitwirkung aller angesprochenen Volkskreise abhängt, ist eine tragische Pflicht . . . Die Registrierungsaktion der Bundesregierung hat den Sinn, für das deutsche Volk und für die Welt die sicheren äußeren Maßstäbe und die. gruppenhaften Sonderlagen festzustellen. Die Familienangehörigen zunächst, aber auch die Kameraden und Freunde der von den Kriegsfolgen am stärksten betroffenen deutschen Männer und Frauen werden zwischen dem 1. und 11. März den Weg zu den Registrierungsstellen gehen, ein Weg, auf dem die Sorgenden auch die Hoffnung begleitet.“ Der Suchdienst-Beauftragte der westdeutschen Länder gibt statistisches Material bekannt, aus dem u. a. ersichtlich ist, daß es noch 1,5 Millionen Wehrmachtsvermißte gibt. In der Zeit vom Januar 1947 bis 15. 1.1950 sind in den Westzonen 850000 und in die Ostzone ca. 500000 Kriegsgefangene entlassen worden. Zur Zeit befinden sich noch 250000 in Kriegsgefangenschaft. Hiervon sind 150000 in der Sowjetunion. Die restlichen 100000 werden in anderen Ländern festgehalten. Weiter heißt es in dem Artikel, daß sich in der Sowjetunion zur Zeit außer den 150 000 Kriegsgefangenen, die in Nachrichtenaustausch mit ihren Angehörigen standen, mindestens 200 000 bis 300 000 befinden, von denen die Angehörigen noch keine Nachricht erhalten haben. Diese Zahlen, die auf Grund des vorliegenden statistischen Materials errechnet sind, dürften, so heißt es weiter, die Amgaben der sowjetischen Offiziere glaubwürdig erscheinen lassen, daß sich 250 000 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion befinden, denen es seit 1942 nicht gelungen sei, ihren Familien ein Lebenszeichen zu geben. Das- Eindrucksvollste und zugleich Erschüt- temste in dieser Zeitung sind Bildseiten mit Aufnahmen kleiner Jungen und Mädchen, die ihre Eltern verloren haben. Manche von ihnen scheinen die Tradition ihres Schicksals zu ahnen. Sie blicken mit großen fragenden Augen in die Welt. Bei den meisten Kindern heißt es „Namen unbekannt“. Unter dem Bild eines kleinen Jungen stehn die Zeilen „Man fand bei dem Kind einen Zettel: Das Kind Jeraneck Jürgen ist 10 Monate alt, stammt vom Gut Henkershof bei Litzmannstadt.“ Oder . . . „es wurde von einem Marineangehörigen aufgefischt“. Eine weitere Bildtafel zeigt Kinder, die auf der Flucht von ihren Eltern getrennt wurden und nun gesucht werden. Diese Bilder sprechen mehr als alle Worte, Zahlen und Aufrufe und sie mahnen mit besonderer Eindringlichkeit, den Suchdienst zu unterstützen. keit ist hauptsächlich auf ehe größeren Einschränkungen im Baugewerbe zurückzuführen. Die Eisen- und Metallindustrie sowie das Textil- und Bekleidungsgewerbe war im Januar gut beschäftigt. 86 Jahre alt. Rentner Josef Dörr, Tunnel- Straße 20, begeht am 8. März seinen 86. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen einen gesegneten Lebensabend. Braut gesucht. Der Kreosverein, vom Roten Kreuz, Bruchsal, Augartenstraße 1, teilt mit: Ein Heimkehrer kann Auskunft geben über das Schicksal eines Unteroffiziers, der mit einer Bruchsalerin verlobt war. Er, wie dessen Mutter stammen aus Hannover und kam Ende März 1945 vom Panzergrenadier-Ereatz- batl. 41 Regensburg aus mit einem Marsch- batl. an die Ostfront. Der Unteroffizier hatte mittlere Größe, war blond und ca. 38 Jahre alt. Die Braut wird um ihre Anschrift gAeten, 230 DM für Widerstand. Der Angeklagte, der gegen Polizisten tätlich wurde, hatte sich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt vor Gericht zu verantworten. Eines Abends hatte er seinen Schlepper vor einer Gastwirtschaft abgestellt Er tat sich im Gasthaus an einigen Viertele gütlich und ließ den Motor seines Fahrzeuges weiterlaufen. Nach etwa einer Stunde kam ein Polizist, von Nachbarn auf gefordert, um diese Störung zu beseitigen. Er schaltete den Motor ab, doch da kam der Fahrer dahergebraust und sang ein „Loblied“ auf die Polizei. Da der Beamte erkannte, daß der Fahrer etwas angetrunken war, sprach er ihm gut zu und verbot ihm, in diesem Zustand das Fahrzeug zu lenken. Dieser fuhr jedoch später trotzdem mit dem Schlepper weg und als die Polizei ihn anhalten wolte, achtete er nicht darauf. In einem Auto nahm die Polizei die Verfolgung auf, überholte ihn, stellte das Auto quer über die Fahrbahn und brachte das andere Fahrzeug zum Halten. Es mußte Gewalt angewendet werden, um den Fahrer, der sich heftig widersetzte, auf die Polizeiwache zu bringen. Anschließend wurde er in das Krankenhaus gebracht, um ihm eine Blutprobe abziunehmen, die zeigte, daß er viel Alkohol im Blut hatte. Der Angeklagte wurde mit einer Geldstrafe von 230 DM wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt bestraft. Hausfrauen achtet auf Eure Wäsche! In letzter Zeit mehren sich die Wäschediebstähle in ziemlichem Maße. Die Täter konnten in den meisten Fällen nicht ermittelt werden. Es Intensiver Obstbau erforderlidi Jahreshauptversammlung des Obst- und Weinbauvereins Bruchsal Am Sonntag, 26. Februar, hielt der Obst- und Weinbauverein im Engel seine Generalversammlung ab. Nach Bekanntgabe des Kassen- und Rechenschaftsberichtes erfolgte die Neuwahl des gesamten Vorstandes und Aufsichtsrates. Das Aufsichtsratsmitglied Megerle wurde durch Aklimation zum Schriftführer gewählt. In den Aufsichtsrat kommen die Herren Kimer Alfons und Laier Anton. Im übrigen wurde der frühere I. Vorsitzende Schäffner und die früheren Vorstands- und Aufsichtsmitglieder, soweit sie nicht ausschieden, wieder gewählt. Der sich an die Wahlen anschließende offizielle Teil an dem sich die Mitglieder rege beteiligten, brachte lehrreiche Ausführungen von Obstbauinspektor Dickgießer. Bemängelt wurde das geringe Interesse der jungen Generation aus dem Kreise der obst- und weinbauenden Bevölkerung für ihre Fachvereine. Große Aufgaben stünden uns unter dem Gesichtspunkte der Liberalisierung unserer Wirtschaft noch bevor. Die qualitative Verbesserung unser obstund weinbaulichen Erzeugnisse unter intensiverer Ausnützung aller Möglichkeiten auf dem Gebiete der Schädlingsbekämpfung und der Pflegemaßnahmen müsse schnellere Fortschritte machen. Für Kreis Bruchsal wurden für DM 70 000.— Schädlingsbekämpfungsmittel für die Winterspritzung vom Staate unentgeltlich zur Verfügung gestellt, und immer noch stehen unzählige Baumruinen in den Feldern, die genau das Gegenteil von dem erwirken, als was' man will, indem sie als Brutstäten aller Arten von Schädlingen die gesunden Baumbestände verseuchen. Dem Grundsätze, daß alle Baumruinen beseitigt werden, müßte allgemein Rechnung getragen werden. Vom 27. 2. bis 4. 3. finden täglich in Bruchsal Vorführungskurse durch den Bezirksobstbauverein statt. Eine rege Beteiligung seitens der Interessenten, wäre wünschenswert. Zur Förderung der Obstgartenvereinheitlichung hat der Verein Bestellisten für Reiser von Einheitssorten, die fürs Kreisgebiet vorgesehen sind, aufgelegt. Einzeichnungen können bis 15. März bei Schriftführer Megerle, Heidel- bergerstr. 47 und bei Kassier Huber, Frohnd- berg 18, gemacht werden. ergeht daher die dringende Mahnung an all« Hausfrauen, ihre Wäsche bei Nacht abzuneh« men und zu verschließen. Aber auch da« Schließen der Haustüren auch bei Tage M von Wichtigkeit, denn Wäsche wurde audf schon in Trockenräumen entwendet. Warnung. Der Kreisverein des Roten Kreuzes, Bruchsal, Augartenstr. 1, teilt mit: Zur Zeit besucht eine Werbekolonne in Stadt und Kreis Bruchsal die einzelnen Familien tmd bietet Zahnpasta Marke „Schneeweißchen" an, deren Erlös zu Gunsten des Roten Kreuze« sei In Einzelfällen wurde Geld für das Rote Kreuz erbeten und gegeben, ohne daß eine Liste oder ein sonstiger Ausweis vorgezeigt werden konnte. Es wird mitgeteilt, daß diese Werbekolonne ohne Berechtigung ach auf da« Rote Kreuz bezieht. Bei Auftreten dieser Kolonne bitten wir um Mitteilung. Kleintierzuchtverein. Der Kleintierzuchtverein Bruchsal e. V. hält am Samstag, 4. März, 20 Uhr, im Gasthaus zum Ochsen, seine Monats Versammlung ab. Es werden Bestellungen von Kückenfutter und nur einmalige Fußring- Bestellung entgegengenommen. Die Züchter werden gebeten, dies zu beachten und zahlreich zu erscheinen. TSG Bruchsal. Die TSG Bruchsal hält am Samstag, den 4. März, 20 Uhr, im Jägerstüble ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Anträge sind bei Vorstand Carl Ohler rechtzeitig einzureichen. Ski- und Hannclub Phllippsburg Sehr wichtig für alle Mitglieder und Freunde Am Sonntag, den 5. März fährt der Ski- und Kanu-Club wiederum in den Schwarzwald. Zur Abwechslung ist diesmal der Ruhestein (Hornisgrinde) Darmstädter-Hütte das Ziel. D* bereits schon viele Anmeldungen vorliegen, Ist es Unbedingt erforderlich, daß die letzte« Anmeldungen bis spätestens Samstag früh 11 Uhr bei Schriftführer Erich Maus, Tel. 275, oder bei Fa. Herrmann & Koch, Tel. 276, gemacht werden. Abfahrtszeiten: In Philipps- bürg, Marktplatz, pünktlich 5.00 Uhr. In Oberhausen, Bratwurstglöckle, 5.10 Uhr; in Kirrlach, Waldpark, 5.15 Uhr; In Wiesental, Kapelle, 5.20 Uhr. Der Fahrpreis beträgt DM 6.— * Der Ski- und Kanu-Cluib legte bei «einem letzten Clubabend im Vereinslokal, Gasthaus zum Sahnen, in großen Zügen sein Sommerprogramm fest. Für die Pfingsttage plant der Club mehrere Reisen, deren Durchführung von der Beteiligung abhängig ist. Vorgesehen ist u. a.: 1. Eine Paddelbootfahrt für unser« Paddler (3 Tage); 2. eine 2-Tagefahrt per Omnibus und Schiff in die schönsten Gegenden des Rheinitales (Mainz-Koblenz), Fahrpreis DM 13.—; 3. eine Fahrt (2 Tage) per Omnibu« durch den Schwarzwald an den Bodensee. Besichtigung der Insel Mainau, Pfahlbauten und Dampferrundfahrt. Rückfahrt durchs Donaugebiet, Fahrpreis DM 16.—. 4. Eine Tage*- fahrt mit dem Omnibus in die Pfalz. Fahrpreis DM 6.—. Um feststellen zu können, für welche Fahrten Interesse vorhanden ist, wollen sich Interessenten im Laufe des Monat« März bei Vorstand Gottlieb Koch, Tel. 276, melden. Weitere Auskünfte erteilt Wanderwart Forstrat Trexler-Walde, Forstamt. Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen. Ab Pfingsten finden samstags und sonntags regelmäßig Paddelfahrten statt. Am 1. und 1. Juli 1950 findet am Rhein wiederum das Sommernachtsfest mit Feuerwerk statt. Am 7. Oktober 1950, das Oktoberfest in der städtische» Festhalle. Herausgeber! C. and H. Kruse, Bnuksal, Worthstrafe 4, Philippsbnrg, Sahaatr. 10. Redaktion: Hana Stander, Bruchsal. Zur Zeit tat Preisliste Nr. 1 gültig. V-RANZISKA «»«« ' VON _ UND DIE SIEBEN RAB EN RUDOLF ANDER I [ MÜNCHNER ROMAN.VERL AG M 0 N C HE N-P A 81N 6, FRITZ-REUTER-STR. | - 29. Und jetzt, in den letzten Tagen, müssen die Lodronerbuben wieder einmal den Gesprächsstoff abgeben: Michael, der älteste, hat eine Professur in der großen Stadt erhalten; er gibt die ausgezeichnete Praxis in Bischofshall auf und ist so gut wie berühmt geworden. Frau Charlotte erwartet ein Kind nach so vielen Jahren einer guten Ehe — sie hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Weiter: Daß es zwischen Nepomuk und seiner zänkischen Em- .nerentia schon seit langem nicht mehr gut tat, wußte die ganze Stadt; aber nun hatte es anscheinend ein entscheidendes Zerwürfnis gege- jen, denn er hauste bei seinem Onkel auf dem Berg und sie bewohnte das Haus allein! Damit aber noch nicht genug, bei den Lo- ironers rührte sich etwas, das mußte man sa- »en. Auch von Ludwig gab es zu erzählen. Er selbst hatte es gesagt, daß er heiraten wolle. Und wen? — Die Franziska Lammbacher. Seht loch einmal an! Nun nimmt sie also doch einen Lodroner! Und nicht den schlechtesten! Da ist ja nur beiden zu gratulieren — ihm zu einer schönen, braven, tüchtigen, liebenswerten Frau, ihr zu einem verläßlichen und begüterten Mann! Daß sie etwas taugte, das hatte sie ja sehr viele Jahre hindurch als Bewirtschafterin des „Goldenen Raben“ bewiesen. Daß er etwas war, das erzählten sich alle Leute rund um den Weiherhof mit achtungsvollen Worten. Da kamen schon die richtigen zusammen. Hoffentlich stimmte es auch; schon mehr als einmal hatte man von einer Verlobung der Franzi gesprochen, und immer hatte es sich nachher als unrichtig herausgestellt. Diesmal aber ist es kein Irtum. Sie selbst sagt 38 allen Leuten, und auch er, der Bauer vom Weiherhof, macht kein Hehl daraus. Außerdem holt er sie nun schon zum drittenmal im festlich geputzten Zweispänner am hellen Vormittag am Hause ab, hebt sie mit seinen starken Armen selbst auf den Sitz und fährt mit ihr durch den Markt und die Riedfelder Straße hinaus. Die Pferde, als wüßten sie, daß sie ein Brautpaar fahren, greifen kräftig aus, ihre Hufe schlagen die Straße; sie riehen das Gefährt durch die weiten Wälder, sie traben am einsamen Gasthaus „Zum Hirschen“ vorbei, und sie halten schnaubend vor dem Weiherhof, in dem erst vor kurzem Franziska zu Gast war und das entscheidende Wort gesprochen wurde. Ludwig führt seine Braut durch den Hof, aber diesmal froher und gesprächiger noch, er eröffnet ihr seine Pläne, sie gehen zusammen in das Herrschaftshaus; er breitet Papiere vor ihr aus und zeigt ihr die Anordnung der Zimmer, wie er sie sich zurechtgelegt hat, denn wenn sie einmal einrieht, soll alles ein neues und besseres Gesicht haben. Die Leute sehen ihnen nach: Das ist ein schönes Paar, das muß man sagen. Franziska selbst ist glücklich. — Kann es einen besseren, einen stärkeren, einen beständigeren Mann geben als den, der da an ihrer Seite schreitet und mit seinen zwei Händen eine gemeinsame Zukunft gestalten wird, in die man mit Vertrauen gehen kann? Abends fährt er sie zurück. Die Salzbrunner stehen vor den Türen ihrer Häuser und grüßen freundlich und zufrieden. Franziska kann es nicht vermeiden, daß sie rot wird, rot wie ein junges Mädchen. „Der Bürgermeister —“, flüstert sie ihrem Begleiter zu. „Und da, gib acht, der Sanitätsrat . . . wie er uns anstarrt . . . und hier Doktor Martin . . . und der Rektor dort ... es sieht wahrhaftig aus, als hätten sie auf uns eewartet! Alle müssen sie uns begegnen!' „Ist das so schlimm?" Er lacht. Sie schüttelt den Kopf. Sie ist selig. Er rieht die Zügel an. Die Pferde halten. Da kommt auch schon Günther! Er freitet die Arme aus, der gute liebe Junge, und fängt die Franzi auf bei ihrem kleinen Sprung und wankt keinen Fußbreit dabei, so stark ist er schon. — Beide bitten Ludwig, daß er doch noch bleiben möge; aber der ist, trotz aller Liebe zu der Franzi, doch wieder zu sehr Bauer und weiß ganz genau, daß er mitten in der Ernte steckt — da läßt er sich nicht lange halten. Der jüngste Lodronerbub und Franziska stehen unter dem Torbogen des „Goldenen Raben“ und sehen dem enteilenden Gefährt nach. „Dem gönn’ ich dich!“ sagt der Junge ernsthaft. „Sieh einmal an. — Einem anderen hättest du mich also nicht so ohne weiteres gegeben?“ „Nicht jedem.“ „Ach, da kann ich ja gerade froh sein, daß ich an den Richtigen gekommen bin.“ Sie legt ihren Arm in den seinen und geht mit ihm in das kleine Büro. „Na? — Wie war es heute am See? — Das Wetter hat sich doch noch aufgemacht“ „Nicht nur das Wetter.“ Günther zieht sich seinen Stuhl in Franziskas Nähe, wie er das so oft schon getan, wenn er mit ihr etwas Besonderes zu besprechen hatte. „Ich möchte dich etwas fragen, Franziska. Ich tue es nur, weil ich weiß, daß du schweigen kannst.“ „Wenn du schon Franziska zu mir sagst, bin ich doppelt neugierig.“ Er richtet an seinem Rock, um sie nicht an- sehen zu müssen. „Was hältst du von Käthe Merz?“ fragt er unvermittelt „Das kommt etwas plötzlich — aber sie gefällt mir sehr.“ „Ehrlich?“ „Natürlich. — Und warum willst du das wissen?“ „Weil wir uns lieben“, antwortet er leise. „Günther!“ Sie lächelt Überrascht Er hat ihr nun schon so vieles gebeichtet in all den Jahren, Ernstes und Lustiges, Nachdenkliches und Törichtes, Wirkliches und auch oft Erträumtes: aber den großen Geheimnissen zwischen Mann und Frau schien er bisher fremd gegenüberzustehen, von ein paar rasch verwehten Dummheiten abgesehen. Und nun kommt er da zu ihr und spricht groß und feierlich von Liebe —! Achtzehn Jahre ist er alt — „Wie ist das nur gekommen? — So rasch gekommen?" fragt si« ihn ernsthaft? — „Ich weiß es selbst nicht. Ich kenne sie doch schon eine ganze Weile, und ich mochte sie j« recht gern, aber ich wußte nicht, daß es tiefer saß-. . . das ist ein Sturm, Franziska, das ist wie ein Rausch, man kennt sich selbst nicht mehr, man ist verzaubert . . . wie sollst du das wissen, wie das ist —!“ „Und wenn ich es nun weiß —?“ Er ist erstaunt, denkt nach und sagt dann: „Ach so . . . Ludwig!?“ — Aber völlig überzeugt ist er doch nicht. „Und Käthe ... sie liebt dich natürlich ebenso wie du sie?“ — „Grenzenlos.“ „Das ist ja wunderbar!“ „Nicht wahr, das sagst du auch. Wunderbar, das ist das einzig richtige Wort. Aber wir wollen es niemandem sagen — du bist da ein« Ausnahme, verstehst du — denn andere Leute lachen wohl nur darüber; ich bin ja erst a» Anfang. Aber sie wartet Sie wartet bis w» heiraten können. Du kannst es gar nicht glauben, wie gut sie ist wie schön, wie unvergleichlich! Und wie sie mich begreift! Wir haben tm lange geplaudert heute . . . ach, Franzi, sie ist ein Engel —“ „Das freut mich für dich —.“ „Aber du wirst es keinem sagen?“ • „Wo denkst du hin?“ Er lächelt glücklich. Er spricht noch viel, i» seinen Augen ist ein neuer Glanz, um seinen Mund ein neuer Zug. Sie hat einmal gehört, dat das Wunder eines ersten Kusses einen Menschen außerordentlich verwandeln könne; ist Günther nicht ein Beispiel dafür? Es ist sehr gut aber, daß er noch nichts weiß von den tausend Steinen, die auf den Wegen des Lebens liegen, und daß er noch glaubt und hofft und nichts anderes ist als freudig bewegt, und daß er meint, alle Himmel stünden ihm offen und es gäbe nichts mehr, das sich zwischen ihn und sein Glück drängen könnte . . . Fortsetzung folgt DER Spott DER HEIMAT FV Wiesental kaum nodi zu reiten Am letzten Sonntag konnte der Bezirksligist Wiesentel auf eigenem Platze auch gegen Eg- genatein nicht zum Zuge kommen. Die Ab- «tieastrage dürfte somit geklärt sein. Zu erwähnen ist, daß die Mannschaft an für sich einen guten Fußball spielt, wenn jedoch der Schlußmann, so wie am vergangenen Sonntag; restlos versagt, dann nützen die besten Leistungen der Feldspieler nichts. — Kirrlach hat ln Neureut einen sehr schweren Stand, konnte jedoch ein verdientes Unentschieden herausspielen. Bei guten Platzverhältnissen hätte es zu einem Sieg unseres Kreisvertreters gereicht. — Das Spiel Ottenheim — Forst fiel auch den ungünstigen Platzverhältnissen zum Opfer. In der A-Klasse fielen ebenfalls zwei Spiele aus. — Die Langenbrück er konnten in Bruchsal nicht überzeugen und der VfB gab den Gästen mit 3:1 das Nachsehen. — Für die Ueberraschung des Sonntags sorgte Oberhausen. Mit viel Glück konnte die Mannschaft in Unteröwisheim beidS Punkte holen und somit dürfte Oberhausen endgültig die lästigen Ab- stiegssorgen los sein. — Rheinhausen und Philippsburg trennten sich nach ausgeglichenem Spiel mit 1:1. Somit konnte sich Rhednhausen vom Tabehenende wegschaffen, ist jedoch weiterhin mit Untergrombach erster Anwärter für die B-Klasse. — Hutenheim konnte seinen Siegeszug fortsetzen und siegte über Heidelsheim verdient mit 3:1. Landesliga VfL Neckarau und L FC Pforzheim führen weiterhin die Tabelle an 1. FC Pforzheim — ASV Feudenheim 3:0 VfL Neckarau — VfR Pforzheim 4:2 Germ. Brötzingen — ASV Durlach ausgef. Amic. Viernheim — Phönix Karlsruhe 1:0 Rohrbach — Friedrichsfeld ausgef. Eutingen — Hockenhedm ausgef. Rttdfcblidfc aut den Handball - Sonntag Meister der Bezirksklasse: TV Odenheim VfL Neckarau 18 61:19 30:6 1. FC Pforzheim 19 43:13 28:10 Phönix Karlsruhe 19 44:19 26:12 ASV Durlach 17 40:17 24:10 ASV Feudenheim 19 42:27 24:14 TSG Rohrbach 17 38:29 21:13 Amic. Viernheim 19 26:33 18:20 Germ. Brötzingen 18 31:36 17:19 FV 08 Hockenheim 17 25:40 15:19 Germ. Friedrichsfeld 17 22:45 12:22 1. FC Eutingen 17 24:47 8:26 FV Mosbach 17 24:50 6:28 VfR Pforzheim 18 19:64 3:33 Tagung der B-Klassenvereine Kreispokalrunde wird durchgeführt — Beginn bereits am 5. März Im Jägerstüble in Bruchsal versammelten sich am letzten Samstag die Vertreter der B- Klassenvereine. Kreisfachwart Baumann begrüßte die Anwesenden und gab die Tagesordnung bekannt. In den ersten beiden Punkten mußte erwähnt werden, daß bis zur Stunde sich noch kein Verein des Kreises zur Verbandspokalrunde gemeldet hat, ferner daß noch viele Säumige den geldlichen Verpflichtungen gegenüber dem Verband nicht nach- gekommen sind. In Punkt drei konnte der Kreisfachwart den beiden Meistern der B- Klasse, Mingolsheim und Oestringen, die Glückwünsche aussprechen. Die Entscheidungsspiele um die Kreismeisterschaft zwischen den beiden Meistern werden im Monat Mai, in Vor- und Rüdespiel ausgetragen. Der nächste Punkt brachte die Durchführung einer Pokalrunde innerhalb der beiden B-Klassenstaffeln. Man entschied sich für ein Einrundensystem. Die Staffeln wurden wie folgt ausgelost: Steffel 1, Staffelleiter Göbel: Weiher, Ub- stadt, Menzingen, Neuthard, TSV Wiesental, Gochsheim, Oestringen, Stettfeld und VfB Bruchsal lto. Steffel 2, Staff ehester Zimmermann: Min- golsheim, Münzesheim, Obergrombaeh, Fran- konia Bruchsal, Hambrücken, Zentern, Rheinsheim, Oberöwisheim und Karlsdorf 1b. Durch die Hereinnahme der beiden lb-Mannschaf- ten hat jede der teilnehmenden Mannschaften vier Heim- und vier Auswärtsspiele. Beginn der Pokalrunde wurde bereits auf den 5. März festgelegt. Termin liste der B-Klassen-Pokalrunde Staffel 1. 5. März: Oestringen — Stettfeld, TSV Wiesentel — Ubstadt, Neuthard — VfB Bruchsal lb, Menzingen—Gochsheim, 12. März: Ubstadt — Oestringen, VfB Bruchsal lb — TSV Wiesentel, Gochsheim — Neuthard, Weiher — Menzingen. 19. März: Oestringen — VfB Bruchsal lb, TSV Wiesentel—Gochsheim, Neuthard — Weiher, Stettfeld — Ubstadt, 26. März: Gochsheim — Oestringen, Weiher — TSV Wiesental, Menzingen — Neuthard, VfB Bruchsal lb — Stettfeld. 2. April: Oestrin- gen — Weiher, TSV Wiesentel — Menzingen, Stettfeld — Gochsheim, Ubstadt—VfB Bruchsal lb. 9. o. 10. April: Menzingen—Oestringen, Neuthard — TSV Wiesental, Weiher — Stettfeld, Gochsheim — Ubstadt 16. April: Oestringen —Neuthard, Stettfeld — Menzingen, Ubstadt — Weiher, VfB Bruchsal lb — Gochsheim. 23. April: TSV Wiesental — Oestringen, Neuthard — Stettfeld, Menzingen — Ubstadt, Weiher — VfB Bruchsal lb. 30. A pr 11: Stettfeld — TSV Wiesentel, Ubstadt — Neuthard, VfB Bruchsal lb — Menzingen, Gochsheim — Weiher. Staffel 2. 5. März: Zeutem — Rheinsheim, Karlsdorf lb — Hambrücken, Obergrombach — Frank. Bruchsal, Oberöwisheim — Mingols- heim. 12. März: Hambrücken — Zeutern, Frank. Bruchsal — Karlsdorf lb, Mingolsheim — Obergrombach, Münzesheim — Oberöwisheim. 19. Mär z: Zeutem — Frank. Bruchsal, Karlsdorf lb — Mingolsheim, Obergrombach — Münzesheim, Rheinshedm — Hambrücken. 26. Mär z: Mingolsheim — Zeutem, Münzesheim — Karlsdorf lb, Oberöwisheim — Obergrombach, Frank. Bruchsal — Rheinsheim. 2. April: Zeutem — Münzesheim, Karlsdorf lb — Oberöwisheim, Rheinsheim — Mingolsheim, Hambrücken — Frank. Bruchsal. 9. oder 10. April: Oberöwisheim — Zeutern, Obergrombach — Karlsdarf lb, Münzesheim — Rheinsheim, Mingolsheim — Hambrücken. 16. April: Zeutem — Obergrombach, Rheinsheim — Oberöwisheim, Hambrücken — Mün- zesheim, Frank. Bruchsal — Mingolsheim. 23. April: Karlsdorf lb — Zeutem, Obergrombach — Rheinsheim, Oberöwisheim — Han> brücken, Münzesheim — Frank. Bruchsal. 30. April: Rheinsheim — Karlsdorf lb, Hambrücken — Obergrombach, Frank. Bruchsal — Oberöwisheim, Mingolsheim — Münzesheim. Fechten Die Fechtabteilung der TSG Bruchsal wurde beauftragt, am 5. März 1950, im Saale des Europa-Kaffees Bruchsal, vormittags 10 Uhr, ein „Werbefechten“ des nordbadischen Fechter-Bundes durchzuführen. Gefochten wird für Männer: Florett, leichter Säbel u. Degen; für Frauen: Florett. Teilnahmeberechtigt sind alle Fechtabtei- hingen Nordibadens. Es handelt sich hier um die erste fechtsportldche Veranstaltung seit Kriegsende in Nordbaden Dm schlechte Wetter am vergangenen Sonntag bedingte eine Reibe Spielausfälle. Die Verbandsliga brachte es auf drei durchgeführte Begegnungen, während die Bezirksklasse nur rvfei Treffen aufzuweisen hatte. Im wichtigsten dieser Spiele wurde in Forst die Frage nach dem neuen Meister entschieden; und wie wir schon längere Zeit voraussagten, hat sich die bessere Mannschaft klar durchgesetzt. Man darf dem TV Odenheim als Meister gratulieren. Damit hat sich die zweifellos beste Elf unseres Kreises den Titel geholt und u. E. auch redlich verdient Obwohl die Mannschaft noch drei Spiele auszutragen hat verfügt sie, wie man der Tabelle entnehmen kann, über ein ausgezeichnetes Torverhältnis und sicherlich wird sie auch ihr Punktkonto noch wesentlich verbessern können. — Der entscheidende Gang in Forst hatte stark unter dem schlechten Wetter zu leiden. Bedauerlicherweise ging es auch nicht immer gerade sportlich zu. Wenngleich man auch bei einem solch wichtigen Spiel immer mit einer gewissen Härte rechnen mußte — zumal sich ja uralte Rivalen gegenüberstanden — so ging es manchmal doch etwas zu weit. Bis zur Pause verlief die Partie fast ausgeglichen, was auch, aus dem 2:2 entnehmen ist. Als gleich zu Beginn der zweiten Hälfte Odenheim zwei Tore vorlegen konnte, war das Treffen schon deshalb für die Gäste entschieden, zumal die Platzbesitzer nur mit neun Mann spielten und der Mittelstürmer infolge Verletzung stark behindert war. Die Hinausstellung zweier Förster Spieler durch den Schiri war eine reichlich harte Entscheidung. Jedenfalls verstand es Odenheim, den Vorteil zu nützen und traf noch weitere fünfmal ins Schwarze, während es der Gastgeber nur auf drei Gegentreffer brachte. — Es ist einmal bedauerlich, daß dieses entscheidende Spiel nicht unter besseren Witterungsverhältnissen ausgetragen werden konnte, und zum andern, daß nicht zwei vollzählige Mannschaften sich bis zum Schluß gegenüberstanden. Es wäre dann bestimmt jenes große Spiel daraus geworden, wie man es sich gewünscht hatte. Und für Forst wäre ein günstigeres Ergebnis herausgekommen. Aber in dieser Hinsicht tragen die hinausgeetellten Spieler die Schuld allein. Odenheim 15 146:55 2T Forst 18 90:71 26 Kirrlach 16 62:54 20 Kronau 15 85:43 18 Oberhausen 15 101:104 13 Philippsburg 15 75:88 12 Spöck 16 81:116 12 Neuthard 14 60:69 11 Bruchsal 16 71:106 11 Oestringen 16 57:122 6 ln der Verbandsliga, wo das Brust an Brust-Rennen Rot-Ketsch am kommenden Sonntag entschieden werden kann, kam che von uns vorausgesagte Ueber- nahme der Tabellenführung durch Ketsch nicht zustande; d. h. sie „fiel ins Wasser“. Die drei durchgeführten Begegnungen ergaben zweimal die erwarteten Heimsiege und ein über- raschend erzwungenes Neckarau in Weinheim. Unentschieden von TSV Rot 19 17 1 1 156:76 35:3 Spvgg Ketsch 19 17 1 1 180:96 85:3 SGK Birkenau 19 12 2 5 144:96 26:12 Leutershausen 17 10 1 6 159:128 21:11 TSV Rintheim 17 9 1 7 149:123 19:15 62 Weinheim 20 7 3 10 145:153 17:23 Beiertheim 17 7 2 8 107:125 16:18 SV Waldhof 19 6 3 10 128:171 15:23 SG St. Leon 20 7 2 11 126:150 16:24 VfL Neckarau 17 8 1 10 94:108 13.21 98 Seckenheim 19 1 1 17 89:165 3:35 TSV Bretten 15 1 0 14 72:157 2:28 Eidie” Ringer stehen vor der Afeistersdsait Nach dem überzeugenden Sieg der Sand- höfer über die guten Wiesentaler, dürfte der „Eiche“-Staffel die Meisterschaft wohl kaum mehr zu nehmen sein. Die Entscheidung wird noch diese Woche fallen, da Sandhofen seine noch ausstehenden zwei Begegnungen gegen Ketsch bereits am Donnerstag und Freitag austrägt. Es ist bei der augenblicklichen Stärke der Ketscher wohl kaum anzunehmen, daß sie datgei den Tabellenführer so gefährden können, daß er nicht zum Ziel kommt. Im übrigen werden die Sandhöfer dann bereits in die Gruppenkämpfe eintreten, wo eie zunächst auf Tuttlingen treffen. — Der ASV Feudenheim vergab sich seine letzte Chance in Lampertheim, wo er eine keinesfalls „meisterliche“ Leistung bot und mit viel Glück zu einem Remis kam. — Eine unangenehme Ueberraschung bot seinen Anhängern der KSV Kirrlach, den man nach seinen schönen Erfolgen auch in Heidelberg als Sieger erwartete. Das 5:3 spricht sehr deutlich für die augenblickliche Stärke von Heidelbergs Ringern, die sich den Verbleib in der Oberliga gesichert haben. Bruchsals Germanen kamen auch gegen Brot- zingen nicht zum Zuge. Die Mannschaftskris«, die in den oberen Gewichtsklassen augenblicklich ist, konnte noch nicht behoben werden. Es wäre der einst so erfolgreichen Staffel zu wünschen, daß in dieser Sache recht bald ein« günstige Lösung gefunden werden kann. Eiche Sandhofen 16 8538 28:4 Spv Brötzingen 18 90:53 27:9 ASV Feudenheim 17 78:58 26:3 KSV Wiesental 18 76:68 20:16 KSV Kirrlach 16 62:66 17:15 Spv Ketsch 14 54:58 15:13 ASV Heidelberg 18 62:82 13:23 Germ. Bruchsal 16 50:78 7:25 ASV Lampertheim 16 46:73 7:» 1884 Mannheim 13 30:74 2:24 Bad. Hockeyliga: Die für den vergangenen Sonntag angeseta» gewesenen Spiele fielen alle der Witterung zum Opfer. Die Treffen werden am kommenden Wochenende nachgeholt. Unsere Sport-Toto-Vorschau Wer sorgt am ersten Märxsonntag für die Überraschungen ? Wie schwierig gerade jetzt Vorhersagen sind, wurde im letzten Toto mehr als klar unterstrichen. Allerdings gab es an diesem letzten Februarwochenende einige dicke Ueberraschun- gen. Gleich beim Spiel Nr. 1 (wir schickten übrigens vor acht Tagen voraus, daß eigentlich alles möglich ist) war man geneigt, dem Nürnberger Club auf Grund des Platzvorteils die günstigeren Aussichten einzuräumen und nch sicherer schien dieser Platzbesitzertip für die Paarung Bayern München — BC Augsburg gegeben. In beiden Spielen behielten die besuchenden Vereine das bessere Ende für sich. Zu den auswärts erfolgreichen Mannschaften zählt darüber hinaus mit dem Meister Offenbach zwar eine Elf, die spielerisch gesehen zu den besten gehört, die aber in dieser Saison noch zu keinem Auswärtssieg gekommen war — und was den abstiegsbedrohten „Schwaben“ gegen den VfR Mannheim gelang, hätte auch gegen Offenbach glücken können. Und die vierte dicke Ueberraschung war der glatte 4:0-Sieg Untertürkheims beim SSC. Nur ganz wenige haben auf den Drittletzten gesetzt, zumal der SC Stuttgart in den vorangegangenen 14 Begegnungen ungeschlagen geblieben war. Und wie wird es am Sonntag werden? Es ist wieder alles drin, zumal in allen Zonen und Klassen die Spiele in das letzte entscheidende Stadium kommen. Den Tipfreunden werden schon die Süd-Oberligaspiele Kopfzerbrechen machen, aber auch die restlichen 6 Paarungen sind recht interessant. 1. SpVf. Fürth (1) — FSV Frankfurt (8) Vorspiel: 0 : 2 — 1948/49: keine — 1947/48: 4 :1, 1:3. Das sangestrendige Obergromhadt Jahreshauptversammlung des Gesangvereins ^Sängerbund' Am Sonntag fand im Hirsch die Jahreshauptversammlung des MGV Sängerbund statt Der Verein zählt zur Zeit 135 Mitglieder. Mit freudigen Worten begrüßte Vorstand Leopold Jos. Konrad die zahlreich erschienenen Sangesbrüder, Insbesondere Bürgermeister Bender. Er gedachte sodann mit einem ehrenden Nachruf der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder. Vor allem der Tod seines ältesten Sängers, Anton Bender, traf den Verein hart Anton Bender war über 60 Jahre aktiver Sänger und hat selbst über 16 Jahre lang die Geschicke des Vereins geleitet Mit welch großem Eifer die Mitglieder das deutsche Lied pflegten, davon gab der Jahresbericht des Schriftführers Arnold Züger ein beredtes Zeugnis. Aus dem Kranz der zahlreichen Darbietungen leuchten u. a. hervor: Die Verschönerung der im März vergangenen Jahres statt gefundenen Primiz unseres Neupriesters Otto Speck. Die rege Teilnahme am Freundschaftssingen in Langenbrücken und die letzte Weihnachtsfeier, zu der auch der Kreisvorsitzende des Sängerkreises Bruchsal, Pieloth, erschienen war, um im Auftrag des Badischen Sängerbundes folgende verdiente Ehrungen vorzunehmen: für 40jährige aktive Mitgliedschaft: Franz Debatin, Kuno Hardock, Adolf Jörger, August Joh. Schott und Leopold Speck. Für 25jährige Aktivität: Albert Bender, August Bender, Josef Lumpp, Leopold Müller. Melchior Neuberth, Fritz Ritter, Hugo Speck I., Franz Willy, Pius Willy und Friedrich Josef Wolf. Der Kassenbericht zeigte, daß der Verein auch finanziell ein gutes Stück vorwärts gekommen ist Die Dirigentenfrage wurde vor etwa einem halben Jahr nach langwierigen Beratungen zur Zufriedenheit aller Mitglieder gelöst. Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden ausnahmlos wiedergewählt Somit liegt die Führung und Verwaltung des Vereins für ein weiteres Jahr in den Händen von: 1. Vorstand Gemeinderat Leopold Jos, Konrad: 2. Vorstand, zugleich Sängervorstand, Landwirt Jos. Lumpp; Kassier Landwirt Leopold Müller; aktive Beisitzer: Schuhmachermeister Gustav Hardock, Postfacharbeiter Franz Schöffler, Landwirt Friedrich Josef Wolf, Landwirt Max Schöffler und Bahnarbeiter Anton Lamberth, zugleich Jugendvertreter. Passive Beisitzer: Landwirt Johann August Schott und Landwirt Franz Debatin. Schriftführer: Gemeinderat Arnold Züger. Die Dienerstelle' übernahm Karl Josef Eppele, dem auch das Amt des Vizedirigenten übertragen wurde. Bürgermeister und Ehrenmitglied 'Albert Bender sprach im Namen aller Mitglieder der Vereinsleitung den gebührenden Dank aus und fand für alle Sänger lobende Worte für die im vergangenen Jahre gezeigte Kameradschaft Freilich dürfe der Verein jetzt nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern müsse auch in den kommenden Jahren diesen Eifer und Idealismus aufbringen, dann wird es auch in Obergrombach um das deutsche Lied nie schlecht bestellt sein. Aehnlich wie die Musikkapelle „Eintracht" sollen künftig auch die Sänger an Weihnachten und Ostern auf dem Kirchenplatz ein öffentliches Werbesingen veranstalten. Außerdem plant der Verein die Teilnahme am Bundes- Hederfest in Karlsruhe und am Wertungssingen des Gesangvereins „Lyra“ in Bruchsal. Daneben ist für die Einwohnerschaft ein Konzertsingen und das bereits zum Begriff gewordene Gartenfest im Laufe des Frühjahrs und Sommers vorgesehen. Um bei der genauen Festlegung dieser Veranstaltungen auf keine Unliebsamkeiten bei den übrigen Ortsvereinen zu stoßen, wurde von der Versammlung die Bildung eines Ortskartells angeregt und Bürgermeister Bender gebeten, das Erforderliche in die Wege zu leiten. Die Gründung eines solchen Ortskartells fand allgemeine Zustimmung. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein gemütliches Beisammensein von Alt und Jung, wobei die Sänger in Chören und Einzeldarbietungen ihr gutes Können erneut unter Beweis stellten und ihrem derzeitigen Dirigenten, Karl Hähnle aus Helmheim, eine besondere Ehre bereiteten. Ihren 77. Geburtstag konnte gestern in guter Gesundheit Frau Katharina Janzer geb. Raucher, Witwe des Landwirts Franz Anton Janzer, Schloßstraße, begehen. Herzlichen Glückwunsch! Das Standesamt weist im Monat Februar eine Geburt, zwei Sterbefälle und eine Eheschließung auf. g. Fürth konnte ln seinen letzten Heimspiele» nicht überzeugen und nach dem glücklichen 1 : 0-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers folgt« 8 Tage später mit dem 1 : 3 gegen Schwein- furt die erste diesjährige Heimniederlage. Der abwehrsichere FSV fährt durchaus nicht aue- sichtslos nach Fürth und ein Remis oder gar ein Frankfurter Sieg wäre durchaus keine Ueberraschung. Das Zeug hierzu hat die Gäste-Elf, die voraussichtlich wieder auf Kircher zurückgreifen kann. Tip: 0 (1). 2. Schwein! art 09 (13) — 1. FC Nürnberg (11) Vorspiel: 1:0 — 1948/49: 1 : 1, 1 : 2 — 1947/48: 0 : 1,0 : 3. Die Möglichkeit einer Wiederholung d*s Vorrundensieges ist für Schweinfurt in dieser Begegnung durchaus gegeben, zumal sich der Clubsturm in letzter Zeit als nahezu harmlc* erwiesen hat, so daß die bekannt gut« Schweinfurter Läuferreihe sich mehr der Unterstützung der eigenen Fünferreih« widmen kann. Dennoch liegt ein Remis durchaus dm Bereich der Möglichkeit, wenn Nürnberg wieder einmal einen guten Tag erwischt. — Tip: 1 (0). 3. BC Augsburg (9) — Jahn Regensburg (15) Vorspiel: 1 : 5. Beide Mannschaften, besonders aber di« Regensburger können die Punkte dringend brauchen. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen darf man den Gastgebern, die außerdem in Gestalt der hohen 1 : 5-Vorepielniederieg* eine Rechnung zu begleichen haben, einen Sieg Zutrauen. Tip: 1 (0). 4. 1860 München (7) — Kickers Offenbach ( 4 ). Vorspiel: 1 : 4 — 1948/49: 1 : 1, 1 : 2 — 1947/48: 1 : 0, 0 : Die Offenbacher konnten erst am vergangenen Sonntag ihren ersten Auswärtssieg in dieser Spielzeit buchen. Ob sie in München bereits zum zweiten kommen? Diese Frage ist nach den von den ,Löwen“ in den bisherigen Rückspielen erzielten Ergebnissen kaum zu bejahen. Vor allem blieb 1860 in den drei Heimspielen ohne Punktverlust, und wenn alles programmgemäß verläuft, müßten di« Münchner zu einem weiteren Punktepaar kommen. Tip: 1 (0). 5. VfB Mühlburg (10) — SV Waldhof 09 Vorspiel: 0 : 0 — 1948/49: 1 : 1. 2 : 2 — 1947/48: 1 : 3, 2 : 1. Für beide Mannschaften steht sehr viel auf dem Spiel. Waldhof gehört neben dem VfB Stuttgart und Offenbach zu den aus^^+s- im reichsten Anwärtern auf den «weiten bzw. dritten Tabellenplatz, während Mühlburg immer mehr zurüchfällt, ohne daß bislang die Lage prekär geworden wäre. Allerdings darf die Elf nicht mehr allzu viele Punkte abgeben. Gegen die starken Waldhöfer kann man den Karlsruhern Vorstädtem nur dann eine Chance geben, wenn wieder Dannenmeier und Lehmann dabei sind (Hauer wird noch mindestens 4 Wochen fehlen). Tip: 0 (2). «. Vffi Mannheim (2) — Kidcers Stuttgart (14) Vorspiel: 3 : 2 — 1948/49: 1 : 1, 1 : 1 — 1947/48: 3 : 3, 0 : 2. In diesem Treffen kann man den Stuttgartern noch nicht einmal eine Außenseiterrolle einräumen. Tip: 1. 7. VfB Stuttgart (3) — Schwaben Augsbg. (18) Vorspiel: 0:1 -— 1948/49: 1 : 1, 2 : 3 — 1947/48: 2 : 1, 1 : 3. Papiermäßig ist der VfB Stuttgart Favorit. Doch die bisherigen Ergebnisse (1946/47 verloren die Stuttgarter mit 0 : 2 und 0 : 3 sogar beide Spiele) geben doch zu denken. Ob es auch dieses Mal eine Sensation gibt? Die Möglichkeit besteht, immerhin, obwohl alles für den VfB spricht. Tip: 1. 8. Eintracht Frankfurt (6) — Bayern München (12) Vorspiel: 3:1 — 1948/49 : 4 : 1. 0 : 4 — 1947/48: 2 : 1, 2 : 2. Die Niederlage der Bayern gegen BC Augsburg wird einigermaßen verständlich, wenn man weiß, daß die ..Rothosen“ ohne Schmalz! und Streitle das Spiel bestreiten mußten. Können am Sonntag der Torhüter und der internationale Verteidiger Streitle wieder mit- wirken, so hat es die Eintracht, die in den letzten Spielen mit sehr guten Leistungen aufwartete, nicht leicht, zum Sieg zu kommen. Tip: 1 (0). 9. Preußen Dellbrück (5) — R/W Essen (6). Vorspiel: 1:2 — 1948/49: keine. Dellbrück ist eine ausgesprochene Heimmannschaft und lediglich Meister Dortmund konnte aus der Kölner Vorstadt beide Punkte mit nach Hause bringen. Essen konnte bislang auswärts nicht überzeugen. Ein knapper Dellbrücker Sieg — eventuell ein Remis — sollte das Endergebnis sein. Tip: 1 (0). 10. VfB Oldenburg (9) — St. Pauli (2). Vorspiel: 0 : 4 1948/49: keine. Obwohl Oldenburg in der Herbstserie das Kunststück fertig brachte und den HSV mit 1 : 0 geschlagen nach Hause schichte, glauben wir nicht, daß der Mannschaft eine Wiederholung dieses Schlages gegen die augenblicklich in feiner Form befindliche St. Pauli-Elf gelingt. Tip: 2 (0). 11. SV Kuppenhelm (7) — SV Tübingen (3) Vorspiel: 1:4 — 1948/49: keine. Das spielerische Uebergewicht der Tübinger Gäste dürfte durch den Platzvorteil Kuppenheims weitgehendst ausgeglichen werden. Beim Tip darf man auch nicht unberücksichtigt lassen, daß die Murgtäler zuhause noch unbesiegt sind. Tip: 0 (1). 12. Germ. Brötzingen (8) — TSG Rohrbach (6) Vorspiel: 0 : 3 — 1948/49: 1:0, 0:4. Beide Mannschaften erwiesen sich gerade in der Rückrunde als recht unberechenbar, wenngleich sie auch in den Treffen auf eigenem Platz unbesiegt geblieben sind. Vielleicht gibt der Platzvorteil auch dieses Mal den Ausschlag. Tip: 1 (0). 13. SG Untertürkheim (11) — SV Feuerbach (6) Vorspiel: 1:4 — 1948/49: 0:3, 2:0. Untertürkheim überraschte am Samstag durch einen sicheren 4:0-Erfolg beim Stuttgarter SC. Dieser schöne Sieg war das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die, vorausgesetzt, daß sie am kommenden Sonntag wiederholt werden kann, auch gegen Feuerbach zu einem sicheren Sieg führen müßte. Tip: 1 (0). 14. FC Freiburg (4) — SC Freiburg (15) Vorspiel: 1:1 — 1948/49: 2:2, 1:0. Obwdhl der FFC in der Tabelle klar vor dem Ortsriyalen liegt, ist eine Vorhersage in diesem Lokaltreffen mehr als schwer. Papier- mäßig hat der FFC