BRUCHSAL L POST HEIMATBLATT FQR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Mugu| I Mittwoch, den 15. März 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Rücktritt des Außenministers Clementis Europa und der „neue“ Attfee Aufsehenerregende Regierungsumbildung in der Tschechoslowakei — Der stellvertretende Minister- Präsident Siroky zum Nachfolger ernannt Frag (OP). D«r Außenminister der Tscfae- thoalowakal, Vladimir Clementis, tot, wie die amtliche tschechoslowakische Nacbrichtenagen- tnr meldet, am Dienstag «urüekgetret». Z* seinem Nachfolg» wurde der stellvertretende Ministerpräsident VUIam Siroky ernannt. Ober den unmittelbaren Anlaß snm Rücktritt Clementis wurde von der Agentur nichts mitgeteilt. Bin Sprecher des tschechoslowakischen Au- enminlsteriums teilte mit, daß Clementis der resse „zur Zelt" seine Erklärungen abzuge- habe. Auch vom Außenministerium werde keine ergänzende Verlautbarung herausgegeben werden. Clementis selbst konnte weder in seinem Amt noch in seiner Wohnung erreicht werden. Diplomatische Kreise der britischen Hauptstadt äußerten, wie aus London verlautet, zum Rüdetritt Clementis keine Überraschung. Clementis, so erklärten sie, habe schon immer als Mitglied des „rechten Flügels“ der kommunistischen Partei gegolten und schon seit Monaten habe es Spannungen zwischen ihm und den anderen Mitgliedern der Regierung gegeben. Seine „Hauptsünde“ im kommuni- .stisehen Sinne sei es gewesen, daß es ihm nicht f elang, bei der letzten Vollversammlung der ’ereintea Nationen der Tschechoslowakei den freiwerdenden Sitz im Sicherheitsrat zu sichern, der dann Jugoslawien zufiel. Man rechnet in London damit, daß auch Innenminister Vaclaw No sek bald seinen Posten aufgeben muß. * Der Rücktritt Clementis’ hat die erste bedeutungsvollere Regierungsumbildung in der Tschechoslowakei seit dem Rücktritt Präsi- ( dent Beschnesch’s gebracht, eis die Kommunisten ihre Macht konsolidierten und eine neue Regierung bildeten. Clementis, der heute 48 Jahre alt ist, war früher Rechtsanwalt in Preßburg. Im Jahre 1936 wurde er zum ersten Mal als kommunistisch»' Abgeordneter in das Parlament gewählt. Nach dem Münchener Übereinkommen floh er nach Frankreich und von dort nach Großbritannien, wo er zum Mitglied der provisorischen Exilregierung ernannt wurde. Im März 1948 war Clementis an die Stelle des ehemaligen tschechoslowakischen Außenministers Masaryk getreten, nachdem dieser Selbstmord begangen hatte. Zur Amtszeit Ma- aaryks hatte er den Posten des stellvertretenden Außenministers innegehabt. In dieser Tätigkeit war er dafür bekannt, daß er das Außenministerium ganz unter kommunistisch» Einfluß zu bringen suchte. Überfallkommando mußte eingreifen Wüste Tumultszenen in Hannover Hannover (UP). Im „Volksstimme“-Pro- aeß verkündete am Dienstag das Höhere Kontrollkommissions-Gericht das Urteil. Der Angeklagte Holländer wurde zu 18 Monaten Gefängnis, Werner Stertzinger, der Chefredakteur der Volksstimme, zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt Weiterhin verfügte das Gericht die Einziehung der Rotationspresse der Volksdruck GmbH. Beide zu Freiheitsstrafen Verurteilt» bleiben auf freiem Fuß, müssen sich jedoch wöchentlich bei der Polizei meid». Zu Tumultsz»en kam es eine Stunde nach der Verkündung des Urteils, als britische Zivilpolizei vor dem Gebäude der Druckerei erschien, um die Rotationspresse zu beschlagnahmen. Angehörige der Freien Deutschen Jugend blockiert» d» Eingang, während «ine sich rasch vergrößernde Menge von Parteianhängern in Schmährufe ausbrach. Nach der Alarmierung von zwei deutschen Überfallkommandos kam es zu wüst» Prügelszenen, als der Eingang zur Druckerei von deutschen Polizisten freigemacht werden sollte. Nach Räumung der Straße durch die Polizei versuchte der Offizier für öffentliche Sicherheit, die Beschlagnahme der Rotationspresse durchzuführen. Angestellte des Volksdrucks verweigerten ihm jedoch weiterhin den Zutritt und verlangt» ein» richterlichen Hausdurchsuchungsbefehl. Der britische Offizier erklärte, er wolle keine Gewalt anwenden und werde mit einem schriftlich» Hausdurchsuchungsbefehl wiederkommen. Ein britischer höherer Offizier gab später bekannt, daß die Druckmaschinen bis zur Entscheidung über eine Berufung geg» das Urteil in Betrieb bleiben dürfen. Werner Finde und Dr. Pechei gründen „Radikale Mitte“. Eine Vereinigung, die sich die Entgiftung und Entspannung des politischen Lebens zum ZiM gesetzt hat, wurde unter der Bezeichnung „Radikale ~ Bitte" von dem bekannten Kabarettisten Wense- Rnck gemeiiuBQ! mit dem Herausgeber def „Deutschen Rundsaura“, Br. RttdoK Pecneft, gegreneet. mm- Als Clem»tto im Herbst 1949 als Chefdelegierter der Tschechoslowakei zur Vollversammlung der Vereinten Nation» nach New York ging, wurde viel davon geredet, daß er sich mit seiner Regierung überworf» habe und ins Exil geh» werde. Diese Gerüchte bewahrheiteten sich jedoch nicht: Clementis kehrte zurück und machte in seinen Red» heftige Ausfälle geg» den West». Sein Nachfolger, der 48jährige neue Außenminister Siroky gilt als einer der tschechoslowakisch» Politik», die von der Sowjetuni» als „absolut zuv»lässig“ betrachtet werd». Er organisierte schon 1921 die »ste kommunistische Gruppe in sein» Heimatstadt Preßburg. Im Jahre 1938 wurde » ins Parlament gewählt, und 1938 wurde er Vorsitzender d» slowakisch» Kommunistischen FärteL Nach dem Abkommen von München floh er nach Frankreich, kehrte aber später in dj« Slowakei zurück und betätigte sich dort in d» Untergrundbewegung. Er wurde von d» Deutsch» festgenomm» und zum Tode verurteilt, später ab» zu leb»slängllch» Haft begnadigt. Anfang 1945 entkam Siroky und trat ein» Partisanenbrigade bei. Nach d» Befreiung der Tschechoslowakei nahm er seine politische Tätigkeit wieder auf. Gegen weitere Demontagen Mc Cloy will mit Sir Robertson verhandeln Washington (UP). Der amerikanische Hohe Kommissar ln Deutschland, John Me Cloy, aoll, wie aus zuverlässiger Quelle vertontet, mehreren Senatoren versprochen haben, rieh sofort mit dem britischen Hohen Kommissar Sir Brian Roberts» ins Benehmen zu setzen, um einen Demontagestop in der britischen Besatzungszone zu »reichen. Ms die amerikanischen Einwände geprüft werden können. Amerikanische Beamte in Frankfurt gab» ihrer Auffassung Ausdruck, daß auf lange Sicht gesehen industrielle Beschränkung» für die deutsche Friedenswirtschaft nicht aute rechterhalten werd» könnten. Aus dem Zwii- schenaufenthalt McCloys in London und seiner hierbei vorgesehen» Unterredung mR Außenminist» Bevin müsse geschlossen werden, daß die Angelegenheit eines Demontage- stops für deutsche Werke der Fried»sindustrie erörtert werden. D» Hohe Kommissar John J. McCloy ist am Dienstag von den Vereinigt» Staat» nach Deutschland abgeflog». Er erklärte vor der Abreise, » wisse noch nicht bestimmt, ob er seinen Rückflug ln London unterbrechen werde. Der britische Landeskommissar für Nordrhein-Westfalen, General Bishop, kündigte am Dienstag die Beendigung der Demontagen in sein»i Zuständigkeitsbereich an. Er sagte, die Verpackung und d» V»sand d» abgebauten Anlag» werde bis zum Jahr es» de andauem, die Demontag» selbst würd» ln zwei bis drei Monat» abgeschlossen. * Die amerikanische Hohe Kommission hat ein» Bericht üb» nationalistische Tendenzen in Deutschland fertiggestellt, d» von John McCloy d» amerikanisch» Regierung und dem Kongreß vorgelegt wurde. In dem Bericht wird betont, zur Zeit bestehe in d» Bundesrepublik „keine unmittelbare und .akute nationalistische Gefahr“. Eine deutsche Note zum Saar-Weißbuch Berlin zum Notstandsgebiet erblSrt Bonn (ZSH). Die Bundesregierung beschäftigte sich am Dienstag in einer mehrstündigen Sitzung mit einer deutschen Note, die den Hohen Kommissar» als Begleitschreiben zum deutschen Weißbuch über die Saar, zugestellt werd» soll. Elin Sprecher der Regierung erklärte, das Kabinett wolle in dieser Note Rechtsverwahrung einlegen. Ein endgültig» Beschluß wurde noch nicht gefaßt. Die Note soll zunächst dem Außenpolitischen Ausschuß des Bundestages vorgelegt werd». Weiter befaßte sich das Kabinett mit d» Verteilung von 300 Millionen Mark an die finanzschwachen Länder, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern und Hessen. Berlin wurde zum Notstandsgebiet d» Bundesrepublik erklärt. Einzelheiten über Bekämpfung d» Arbeitslosigkeit, Bevorzugung Berlins bei Vergebung allgemeiner und Bauaufträge werden in den nächsten Tag» ausgearbeitet werden. Um Auswüchsen bei politischer Betätigung wirksam entgegentret» zu können, hat die Bundesregierung die Schaffung eines entsprechenden Gesetzes beraten. Dabei kam auch der Fall Hedler im Bundeshaus zur Sprache. Die Kabinettsmltglieder bedauert», daß sich Vorkommnisse dieser Art im Bundeshaus ereignen konnten. In der Sitzung wurde weit» die Überführung der Hauptverwaltung des Post- und Fernmeldewes»s des vereinigt» Wirtschaftsgebietes sowie der Ob»postdirektion der französisch» Zone in die Verwaltung des Bundes beschlossen. Im Interesse der sorgfältigen Registrierung aller in der Bundesrepublik lebenden Person» wurde ein Gesetzentwurf üb» Personalausweise angenommen. Der Ausweis wird Lichtbild und Fingerabdruck aufweis» und kostenlos ausgestellt, falls d» Gesetzentwurf vom Bundestag angenommen wird. Weiter wurde ein Gesetz betr. vorläufige Haushaltsführung d» Bundesverwaltung beschlossen, da bis 1. April 1950 kein »dgültl- g» Etatplan vorgelegt und verabschiedet werden kann. Die Ausgaben sollen für die nächst» sechs Monate grundsätzlich die gleich» b'°iben, wie in der am 31. März ablautenden Zeit Keine Sommerzeit mehr Die Bundesregierung hat fern» beschlossen, dieSommerzeitnichteinzuführen. Von den elf Ländern hatten sich nur zwei dafür ausgesproch», während die Mehrzahl wichtige Gegengründe vorbrachte. Seegefecht vor Macao Feuergefeeht «wischen nationalchinesischem Kanonenboot und kommunistischen Schiffen — Portugiesische Küstenartillerie griff in den Kampf ein Hongkong (UP). Zwischen drei Schiffen der chinesischen Kommunist» und einem nattonslchinesisch» Kanonenboot fand ein ArtUlerieduell statt, das das nationalchiuesi- sche Schiff schließlich swang, in der portugiesisch» Kolonie Macao Schutz zu suchen. Da die kommunistisch» Boote nachdrängten, erstreckte sich das Gefecht schließlich auch auf die Hoheitsgewässer von Macao, so daß schließlich sog» die Küstenartillerie von Macao eingriff und die Schiffe beider Parteien beschoß. Das nationalchinesische Kanonenboot soll erhebliche Beschädigung» davongetrag» haben. Angesichts der groß» Aktivität, die die chinesischen Kommunisten in der letzten Zeit geg» die portugiesische Kolonie Macao »t- Biitet haben, kann dies» Zwischenfall mög- Ucbenraiae welttrag» de Folg» haben. Schon nur Wochen wurde m Kisten eine heftige JralhriMweouag“ geg» Um por t ug i es is che InwuihMt «i Mess« »Maltet In politisch» Kreisen Hongkongs fürchtet man nicht von ungefähr, daß sich diese Agitation eines Tages auf die Kolonie selbst ausdehnen und dort zu Unruh» führen könne, in der» Verlauf die chinesischen Kommunisten denn von auß» her intervenieren werden. Macao ist kaum zu verteidigen. Eine militärische Aktion geg» die Kolonie könnte rasch zur Vertreibung d» Portugies» führ». Damit wäre Hongkong moralisch, politisch und militärisch völlig isoliert Man vermutet, daß die Portugiesen bei einer eventuell notwendig werdenden Verteidigung von Macao auf die Hilfe Englands rechnen könn». Auf jed» all dürfte England der Regierung von Lissabon völlige diplomatische Hilfe ge w ä hren. So sehr England eine rasche Verständigung mit 4» Regierung von Peking wünscht, so feet ist ss andererseits »tschlos- w*ß. mit Waf- WMI f»! vert«M#ea F.B. London In d» Hauptstädten Europas ist der knappe Wahlsieg der Labour-Partei, deren Regierung sich dieser Tage mehrfach gegenüber oppositionell» Mißtrauensanträgen als gefeit erwies, mit gemischten Gefühl» aufgenommen Word». Obwohl zwischen der Begeisterung Churchills für ein vereinigtes Europa und der offiziellen konservativen Außenpolitik große Unterschiede besteh», erhoffte man sich von einem Regi»ungswechsei eine Auflockerung der britisch» Politik gegenüber den Konzentrationsbewegung» auf dem Festland. Diese Hoffnung muß jetzt wieder aufgegeben werden. Die Außenpolitik der Labour-Regierung hat sich in den letzten beiden Jahren in wachsendem Maße von Europa entfernt. Noch im Januar 1948 sprach Außenminister Bevin von d» Notwendigkeit einer westeuropäischen Zusammenarbeit. England und Westeuropa sollten nach diesen Plänen die „dritte Kraft“ zwischen den USA und der Sowjetunion bilden, ln kurzer Zeit kamen die Briten ab» zu der Ansicht, daß das vom Kriege geschwächte Rumpfeuropa allein nicht mehr in d» Lage sei, sich zwischen den Gegnern des Kalt» Krieges zu behaupten. Die Entscheidung der Frage, wem sich das ohnmächtige Europa zuwenden solle, fiel zugunsten Amerikas, das in der Marshall-Hilfe und später bei den Vorbereitung» des Atlantik-Paktes Garantien für eine aufrichtige Unterstützung im Angriffsfalle bot und andererseits von den europäischen Partnern keine politisch-weltanschaulich» Zugeständnisse erwartete, wie es die Sowjetunion bei ihren Satelliten zu tun pflegt Die Labour-Partei gab deshalb den Traum einer selbständig» europäischen Politik unter englischer Führung auf und flüchtete sich in den Schutz der Vereinigten Staaten, obwohl ihre radikalen Elemente noch 1948 den amerikanischen Kapitalismus als ebenso verabscheuungswürdig bezeichnet hatten, wie den russischen Totalitätsanspruch. Fast gleichzeitig mit dem nordatlantischen Regionalpakt trat an London die Frage heran, wie es sich zu den von französischen Staatsmännern ausgehenden Bestrebungen zu ein» innereuropäisch» Föderation stelle. Aus zahlreichen englisch» Erklärungen zu diesem Thema geht hervor, daß Bevin und Attlee die Arbeit einer Organisation zur Vorb»eitung d» Vereinigung Europas ablehnen. Sie fanden hierfür sehr subtile Unterscheidungen zwl« sch» föderativ» und funktioneller Zusammenarbeit. Attlee vertrat den Standpunkt, daß sich die europäische Zusammenarbeit aus den Vereinbarungen über einzelne gemeinsame Punkte zu einem System »twickeln müsse, jede Art von Organisation parlamentarischen Charakters jedoch abzulehnen seL Der Gedanke an einen Verzicht auf Teile d» national» Souveränität wurde in London als indiskutabel angesehen. Die Auß»politik der Labour-Partei ist im groß» gesehen eine Politik der hinhalten- d» Verteidigung gegenüber dem natürlichen Wunsch der europäischen Völker nach Einigung. Diese Absage an Europa, die rieh sowohl auf gesamteuropäische Zusammenschlüsse wie auf ein festes Punktsystem mit d» einzeln» Staaten bezieht, ist in erst» Linie auf den Dualismus zwischen dem englischen Mutterland und dem Commonwealth zurückzuführen. Es steht fest, daß die überseeischen Mitgliedstaaten die Londoner Regierung wiederholt vor die Wahl gestellt haben: »tweder Zusammenarbeit mit Europa oder Commonwealth-Politik. Die Absicht, auch Kanada, Südafrika, Indien und Australien in ein westeuropäisches Bündnissystem einzubeziehen, muß trotz all» schö- n» Versicherungen einer westlich» Solidarität als gescheitert angesehen werden, weil ihr ganz konkrete wirtschaftliche Argumente im Weg stehen. Das britische Commonwealth hat seit dem Jahre 1932 ein System von Vorzugszöllen entwickelt, deren Aufrechterhaltung den Mitgliedern wertvoller erscheint als der durchaus wünschenswerte Zugang zu d» europäisch» Märkten. Im übrig» sind sich Konservative und La- bour-Leute bei der Frage: Commonwealth oder Europa durchaus einig. Denn die englische Politik hat rieb ohne Rückricht auf die parMpoltttoeb» Schattierung» für einen tootattMtoauM »tocble—on 4» rieb voa dem Mittwoch, den 19. März 1990 hletahsnlgen Nationalismus anderer Länder hur kn Namen and im geographischen Aus* tnafi antersefaeidet. London gibt damit des Pessimisten recht, die sagen, daß es nach ln» rope noch ein weiter Wag »ei. „Straßenschlacht“ In Ferrara Ferrara (UP). 18 Mitglieder der italienj- sehen Sozial-Bewegung (MSF) — allgemein freo-Faschisten genannt — und Mitglieder der Kommunistischen Partei mußten nach einem mehr als zweistündigen Straßenkampi ln ein Krankenhaus eingeliefert werden. Nachdem ein Überfallkommando die kämpfenden auseinandergebracht hatte, wunden einige Neofaschisten in der Nähe des Bahnhofs erneut von Kommunisten überfallen Der italienische Ministerpräsident de Gas* peri erklärte, daß er das Parlament ersuchen ■wierde, der Regierung 30 Millisirden Lire zu bewilligen, um die Bodenreform in Süditalien sofort in Angriff zu nehmen und die Notlage der Italienischen Bauern zu mildem. Tito: „Wir brauchen Waffen“ Belgrad (UP). In einer Wahlrede, di« Marschall Tito in einem bosnischen Dorf hielt, kam er zum ersten Mal auf die Bewaffnung seiner Armee zu sprechen. „Wir müssen ein« starke Armee schaffen und ihr die Mittel zur Verteidigung unseres Landes geben“, erklärte er wörtlich und wies darauf hin, daß der größte Teil der Staatseinnahmen für Verteidigungszwecke ausgegeben werde, daß sich jedoch bis jetzt niemand gefunden habe, dar bereit sei, an Jugoslawien Waffen zu liefern. Allerdings, so fuhr Tito fort, sei Jugoslawien fen Begriff, eigene Waffenfabriken zu errichten. Labour siegt zum drittenmal Konservativer MiBtrauensantrag gegen die Finanzpolitik der Regierung abgelehnt London (ZSH). im britischen Unterhaus fand am Dienstag die Debatte über den Ankrag der Konservativen statt, ln dem mn der Amtstätigkeit des Mnanzministers Sir Staf- ford Cripps Kritik geübt wurde. Das Unterhaus lehnte den Antrag mit SM gegen 889 Stimmen ab. Im Verlauf der Debatte erklärte ein Sprecher der Konservativen, das von der Regierung jetzt eingebrachte Zusatzbudget von 148 Millionen Pfund sei eine erschreckend hohe Rechnung. Die Regierung habe es versäumt, auch nur annähernd ihr im vorigen Jahr gegebenes Versprechen zu erfüllen, die öffentlichen Ausgaben zu senken. Finanzminister Cripps entgegnete, di« Regierung werde dafür sorgen, daß die Gesamtausgaben den Gesamtetat nicht überschreiten. Über die Zusatzanschläge in Höhe von 90 Millionen Pfund für den staatlichen Gesundheitsdienst sagte Cripps, er halte es für notwendig, weitere Entwicklungen zunächst zum Stillstand zu bringen, es sei denn, daß die weiteren Ausgaben durch Einsparun- f en auf anderen Gebieten gedeckt werden önnten. Zu Clearing-Union bereit Ein Sprecher der britischen Regierung teilte am Dienstag mit, daß Großbritannien bereit sei, Mitglied jeder europäischen Clearing- Union zu werden, die in Ihren Statuten ausreichende Garantien gegen den Verlust von Gold und Silber enthalte. Diese Erklärung wurde angesichts der bevorstehenden Konferenz westeuropäischer Wirtschaftssachver- Christlich-Soziale für Leopolds Rückkehr Für sofortige Einberufung des belgischen Parlaments — Geben die liberalen ihre ablehnende Haltung auf? Brüssel (UP). Die christlich-sozialen Fraktionen der belgischen Kammer and des Senates gaben bekannt, daß sie „ohne weitere Verzögerung“ für die Einbernfang einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser des Parlamentes seien, am das Gesetz von 1945 zn widerrufen, durch das König Leopold die Rückkehr auf den Thron verwehrt wurde. ln einem Kommunique wurde mitgeteilt, daß Ministerpräsident E y s k e n s, der gegenwärtig mit König Leopold in der Schweiz Besprechungen führt, sofort von dem Standpunkt der Partei in Kenntnis gesetzt wurde. Der Standpunkt der Liberalen, die vor der Abstimmung offiziell bekanntgaben, daß sie einer Rückkehr des Königs nicht zustimmen könnten, ist bereits beträchtlich abgeschwächt worden. Aufgrund der Wahlergebnisse (etwa 15 Prozent der liberalen Wählerschaft dürften für den König gestimmt haben) ist die Liberale Partei Neuwahlen abgeneigt und daher der mächtigen Christlich-sozialen Partei gegenüber eher kompromißbereit. Unbestätigte Gerüchte sprechen davon, daß der König als „Privatmann“ zurückkommen könnte. Er würde sich diesen Gerüchten zufolge noch vor Ende der Woche nach Clergnon, einer königlichen Besitzung, 100 km südlich von Brüssel begeben. Gewerkschaft droht mit Streik Der von den Sozialisten kontrollierte bel- f ische Gewerkschaftsbund werde, wie ein precher dieser Organisation bekanntgab, seine Angehörigen zum Streik aufrufen, wenn die Christlich-Soziale Partei versuche, die belgische Königskrise in ihrem Sinne zu lösen. Ein Streik solle auch dann stattfinden, wenn der König nach Belgien zurückkehre und eine neue Regierung gebildet werde, die nicht in beiden Häusern des Parlaments über eine Mare Mehrheit verfüge. Der frühere sozialistische Ministerpräsident ßpaak bezeiebnete eine Rückkehr König Leopolds als „gefährlich". „Es wäre dasselbe, als wenn man auf einem straffgespannten Drahtseil über die Niagara-Fälle gehen wollte“, sagte er. Eyskens schwelgt sich aus Ministerpräsident Eyskens hatte, wie aus Genf gemeldet wird, im Laufe des Dienstags zwei Unterredungen mit König Leopold. Uber den Inhalt der Besprechungen ist nichts bekannt, da Eyskens jede Auskunft verweigert«. Der Besitz König Leopolds in der Genfer Vorstadt Pregny ist schärfer bewacht als zuvor, offenbar um Neugierige und Journalisten am Betreten des Hauses zu hindern. NEUES AUS ALLER WELT Fünf Tote durch Minenexplosion Späte Opfer des Kampfes um Jerusalem Jerusalem (UP). Fünf Jugendliche wurden durch die Explosion einer Tretmine unweit der Landwirtschaftlichen Schule ln Jerusalem getötet. Zwölf Jugendliche kamen mit Verletzungen davon, die Jugendlichen hatten die Tretmine unweit der Schule gefunden und hatten ihrem Lehrer davon berichtet. Als ■ie die Mine mit einem Stock zu heben versuchten, explodierte sie plötzlich Ein Teich in Flammen 5000 qm Seeoberfläche brannten Wien (SWK). Als zwei Buben am Ufer eines großen Ziegelteiches ein Feuer anzündeten, begann die 'Wasseroberfläche plötzlich zu brennen und in kürzester Zeit standen >000 qm Wasser und Schilf ln Flammen. In einer nahen Ölraffinerie war eine Leitung geplatzt und das Erdöl in den See geflossen. Nach mehrstündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf die in der Nähe liegenden großen Tankstellen ^iner Ölgesellschaft verhindern. Seine vier Kinder omgebracht Furchtbare Bluttat eines Eifersüchtigen Colmar (UP). Der 34jährige Elektriker Jean Mattem, der mit seiner Familie in dem nahen Dorf Croix aux Mines wohnte, tötete seine vier Kinder und beging anschließend Selbstmord. Er hatte am Abend zuvor einen heftigen Streit mit seiner Frau gehabt, der damit endete, daß die Frau das Haus verließ. Mattem öffnete daraufhin in der Küche die Hähne des Gasofens und verschloß Türen und Fenster. Als er sich davon überzeugt hatte, daß seine vier Kinder erstickt waren, schloß der Elektriker zwei Drähte der Lichtleitung zusammen. Durch den Funken des Kurzschlusses explodierte das Gas. Mattem starb finige Stunden später im Krankenhaus. Wettlauf mit der Polizei Abenteuerliche Flucht durch Nürnberg Nürnberg (UP). Ein polizeilich gesuchter t3 Jahre alter Nürnberger wurde hier von einem Polizeibeamten festgenommen. Auf dem Weg zur Wache unternahm er einen Fluchtversuch. Verfolgt von dem Polizisten lief er in einen Friedhof, übersprang die 1,50 Meter hohe Friedbafmauer, rannte durch mehrere Straßen und überkletterte drei Gartenzäune. Schließlich langte er am Ufer der Pegnitz an, sprang ins kalte Wasser und schwamm an« gegenüberliegende Ufer. Sein Verfolger stürzte sich ebenfalls in die Hut. Ein zweiter Polizeibeamter konnte den Flüchtigen schließlich mit einem Polizeihund stellen. Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf In London konnten di« beiden Weltmeister lm Eiskunstlauf Alena Crzenova (CSR) und Richard Button CUSA) ihre Titel erfolgreich verteidigen. Im Paarlauf errangen Caro! und Peter Kennedy (USA) den Titel. Europameister wurden: Alena Vrzenov« (CBS) bei den Frauen, Ede Klraly (Ungarn) bei den Männern und Nagy-Laszlo (Ungarn) im Paarlauf. Oesterreichlscher Nationalpark im Salza ehtal. Di» Salzburger Landesregierung plant die Errichtung eines „Oesterreichlschen Nationalparks" lm Oberund Unter* al zach tal. Man will selten gewordene Tiere, wie Steinböcke, Steinadler, Steinmarder, Weißkopfgeier, Murmeltiere, Gemsen und Schneehasen wieder aufzüchten. (SWK) Mutter mit drei Kindern vergiftet aufgefBaden. Im Schla f zi m mer ihres Einfamilienhauses in Finkenwerder wurden One »Jährige Ehefrau und ihr« (hei Kinder im Alter von IS, • und T Jahren durch Leuchtgas vergiftet in ihren Betten tot aufgefunden. Es wird angenommen, daß Frau Hille wegen einer unheilbaren Krankheit beschlossen hätte, aus dem Leben zu scheiden und ihre drei Kinder mit ki den Tod zu nehmen. (UP) Omnibus fiel in eine Schlucht. In der Näh« von Saarburg stürzte ein mit 58 Personen besetzter Omnibus in eine Schlucht. M Personen wurden dabei teils lebensgefährlich verletzt. Der Fahrer des Omnibus saß während des Unfalls auf der Kühlerhaube und betätigte die defekte Brennstoffpump«. Am Steuer saß ein Fahrgast, der keinen Führerschein besaß. (UP) Kriminalp«lizlst verschwunden. Kriminalpolizeiwachtmeister Anton Brunner aus Garmisch-Partenkirchen, der mit einer Pistole bewaffnet «inen Dienstgang unternehmen wollte, traf plötzlich bei seiner Schwester in München ein und machte ihr weis, daß er einer Falschmünzerbande auf der Spur sei. Brunner soll seine Schwester ln München wieder verlassen haben, um nach Mittenwald zu fahren. Seitdem ist er nicht mehr gesehen worden. (UP) Ufidin Mörder wird gehängt. Der Mörder Albert Guay wurde ln Quebec zum Tode durch den Strang verurteilt. Guay hatte am >. September eine Zeitbombe in ein Flugzeug getan, um seine Frau, di« das Flugzeug benutzen sollte, umzubringen. Durch die Explosion fanden » Insassen des Flugzeuges den Tod. (UP) „Traculent“ ist gehoben. Das britische Unterseeboot „Truculent“, das lm Januar nach einem Zusammenstoß in der Themse-Mündung sank, ist Dienstagabend von Schiffen der britischen Seestreitkräfte gehoben worden. (UP) Esser bleibt Hauptschuldiger. Hermann Esser, der einstmals stolz war, ln der Nazipartei di« Mit- S ledsnummer 8 zu haben, wurde von der Mün- ener Berufungslnstanx in die Grupp« der Hauptschuldigen eingereiht und zu 22 Monaten Zwangsarbeit und Beschlagnahme seines gesamten Eigentums mit Ausnahme von 8800 DM verurteilt. (UP) ständiger abgegeben, die über die Konvertierbarkeit der europäischen Währungen und über die Abschaffung der Handelsschranke© zwischen den Marshallplanstaaten beraten werden. Die merkwürdige Fahne Um die Mittagszeit sahen am Dienstag Passanten im Londoner Stadtzentrum auf dem Dache des britischen Parlamentsgebäudes ein# merkwürdige Fahne wehen. Auf einem großen weißen Banner waren in schwarzer Schrift die Worte zu lesen:„Beachtet die Atombombe“. Aus einem Fenster des obersten Stockwerks des Unterhauses hing eine zweite weiße Fahne mit der Inschrift „Frieden“. Die Polizei konnte einstweilen noch nicht feststellen, auf welche Weise diese „Dekorationen“ auf das ehrwürdige Parlamentsgebäude gelangt waren. Kabinett tagt wegen Seretse Premierminister Attlee rief am Dienstag das britische Kabinett zu einer Sitzung zusammen, um angesichts des wachsenden Unmuts in den Reihen der Labour über die Affäre des Bamangwato-Häuptlings Seretse Khama zu beraten. , „Mit einer Ungeschicklichkeit...“ „Star“ kritisiert Adenauer-Begierung London (UP). „Mit einer Ungeschicklichkeit, die bereits älter als die Hitlerpolitik, bemüht sich die Adenauer-Regierung ein aus freien Stücken angebotenes Privileg ln ein Handelsobjekt umzuwandeln... ganz abgesehen von Undankbarkeit und schlechten Manieren ist dies der Gipfel der Narrheit“, so kommentiert der liberale Londoner „Star" die deutsche Haltung gegenüber dem Europa-Rat in Zusammenhang mit den Saarverträgen. Der beste Weg für Deutschland, um Frankreich und die Westmächte zu Konzessionen zu veranlassen, sei „zunächst einmal einen Sitz in der Straßburger Versammlung zu beanspruchen und dort in demokratischer Art und Weise Argumente vorzubringen...“ Erstes Treffen der US-Diplomaten ln Europa. Vom 22. bis 24. März wird in Rom ein zweites Treffen der amerikanischen Diplomaten ln Europa stattfinden. Ein erstes Treffen dieser Gruppe batte vom 21. bis 22. Oktober in Paris stattgefunden. (UP) Jessup verneint die Beschuldigung. Sonderbotschafter Jessup verneinte am Dienstag in Paris mit allem Nachdruck die gegen ihn erhobene Beschuldigung, daß er dem Kommunismus freundlich gegenüberstehe. (UP) Holländer ln Jakarta verhaftet. Indonesische Militärpolizei hat eine Reihe von hoUändischen Zivilisten verhaftet, weil sie unberechtigterweise lm Besitz von Waffen waren. Es besteht der Verdacht, daß die Festgenommenen die n unmehr zerschlagen« „Privatarmee“ des ehemaligen holländischen Ha upt» manns Westerling unterstützten. (UP) der Am Rand« bemerkt „Blonde Jungen“ bevorzugt Dreißig Kilometer landeinwärts von Großstadt Barcelona liegt das Staatsgut, Al- badar. Hier wurde 1942 das größte Internierungslager Spaniens eingerichtet. Albadar beherbergte bis zu seiner Auflösung, die zur Zeit im Gange ist, 15 000 durch die Kriegswirren versprengten Personen. Mit knapp 2000 waren die Deutschen in der Mnder- heit. Während nur noch etwa 100 Soldaten der ehemaligen deutschen Wehrmacht, die bis 1945 nach Verlassen ihrer Truppe dorthin gelangten, sich unter den Insassen befanden, setzten sich die restlichen 1900 Deutschen hauptsächlich aus Abenteurern zusammen, welche nach Kriegsende glaubten, in Spanien ein Paradies auf Erden anzutreffen. Sie alle wurden nach Albadar verwiesen, um dort nützliche Landarbeiten zu verrichten. Neben den Deutschen hatten sich die dort befindlichen Italiener zu arbeitswilligen Kräften entwickelt. Senor Latez, der Lagerleiter, ging deshalb bald dazu über, auf Albadar nur mit deutschen oder italienischen Arbeitern auf die Felder zu fahren. Besonders Zuverlässige erhielten schließlich Privatquartiere und später wurde ihnen sogar monatlich ein Besuch in Barcelona gestattet. Wenn Senor Latez freilich die Folgen dieser Zugeständnisse geahnt hätte, würde er wahrscheinlich davon abgesehen haben so viel Freiheiten zu gewähren. Eines Tages tauchten in den Baracken Al- badars die ersten Spanierinnen auf. Sie brachten reichlich Wermuth- und Rotwein mit und stießen auf ihre „blonden Jungen aus dem Norden“ an. Das waren einige der wenigen deutschen Worte, die sie sich aus einem Wörterbuch herausgesucht hatten. Im Lager selbst sah die Führung darauf, daß keine Landsmännin länger als bis Mitternacht anwesend war. Wer wollte dies aber in den immer mehr zunehmenden Privatquartieren kontrollieren? Bald war Albadar Anziehungspunkt vieler hübscher Spanierinnen. Senor Latez blieb nicht« anderes übrig, als sich mit der neuen Situation abzuflnden. Vor kurzem aber trat er mit einem sichtlich erleichterten Gesichtsausdruck vor die Internierten und verkündete, daß sie spätestens ln einigen Wochen wieder zu Hause wären. Diese Nachricht ließ selbst die Lagerinsassen mit den besten „Beziehungen“ freudig aufhorchen. Die ersten Heimkehrer haben inzwischen die französische Grenze passiert und Spanien schnell vergessen. Auf Seiten vieler hübscher, schwarzhaariger Frauen aber gab es Tränen. Sie batten die Deutschen schätzen und lieben gelernt. R.v.B SPD warnt die Alliierten Nach Ansicht Schumachers wurde die russische Position stärker Bonn (UP). „Von der praktischen Politik der Alliierten in Deutschland drohen der noch nicht gefestigten deutschen Demokratie Gefahren“, heißt es in einer Entschließung, die von einer gemeinsamen Konferenz des SPD-Par- teivorstandes, des Parteiausschusses und der SPD-Kontrollkommission einstimmig angenommen wurde. Die Behandlung der Saarfrage, die Demontagen in Watenstedt-Salzgitter und Töging sowie die Abweisung der aus Polen kommenden deutschen Umsiedler „müssen den Glauben der demokratischen Kräfte in Deutschland an Europa, an eine europäische Wirtschafts- und Sozialordnung und an die Möglichkeit einer sozialen Gesundung erschüttern“. Die Entschließung appelliert an die Alliierten, „diese Politik auf dem Rücken und zum Schaden der deutschen Demokratie nicht fortzusetzen, sondern eine entschlossene Waldung zu einer positiven und rückhaltlosen Europa-Politik auch in Deutschland zu vollziehen“. Dr. Schumacher wandte sich vor der Versammlung in einem längeren Referat gegen die neofaschistischen Bestrebungen in Deutschland und stellte die Aufgaben einer praktischen Europapolitik heraus, die seiner Ansicht nach zur Durchführung kommen müßten: „Wir müssen dem Osten zeigen, daß es auf deutschem Boden eine wirkliche Demokratie gibt. Wir müssen darauf hinweisen, daß dieses Deutschland aus dem Geiste der internationalen demokratischen Solidarität so viel Vertrauen bei den westlichen Alliierten genießt, daß es nach außen sichtbar respektvoller behandelt wird, als jedes östliche Volk durch Moskau." Erhard: „Ich bin nicht groggy“ „Wir haben mehr für eine europäische Wirtschaft getan als andere, die glauben, uns tadeln zu müssen“, sagte Bundeswirts chaftsmind- ster Professor Erhard in Köln gegenüber der ausländischen Kritik an der westdeutschen Wirtschaftspolitik. Er sei keineswegs groggy, versicherte Erhard, sondern er werde nach wie vor schlagkräftig bleiben. Auf die Kartelle übergehend, wandte sich Erhard gegen den Versuch, die Planwirtschaft mit Hilfe von Unternehmer-Einflüssen durch Kartelle abzulösen. Er bestritt, daß Deutschland die Arbeitslosigkeit aus eigener Kraft beseitigen könne. Es handele sich bei dieser Frage um kein deutsches, sondern um ein europäisches Problem. (UP) Drei große Anfragen über die Behebung der Arbeitslosigkeit Stuttgart (ZSH). Der württ.-badische Landtag wird sich an Mittwoch mit drei großen Anfragen über die Behebung da Arbeitslosigkeit befassen. Weiter steht ein Antrag des kulturpolitischen Ausschusses gegen Schund- und Schmutzliteratur zur Debatte. Der Landtag wird voraussichtlich ln erster Lesung über einen Gesetzentwurf beraten, da lieh mit da vorläufigen Regelung der Jagd befaßt. Der Entwurf eines Bundesjagdgesetze« liegt da Regierung zur Stellungnahme bereit» vor. Der Sozialpolitische Ausschuß des Landtage« empfahl am Dienstag dem Plenum, den Min desturlaub für Jugendliche von 24 auf 18 Tag« zu kürzen. Gegen den Antrag, der von dem CDU-Abgeordneten Kuhn eingebracht wurde, stimmten die Sozialdemokraten und Kommunisten. Da Kulturpolitische Ausschuß setzt« «ich dafür ein, daß den Landesbühnen staatliche Mittel zur Sicherung ihrer Existenz zur Verfügung gestellt werden. Achtzig- statt Zwanzigtausend Tscheche! will immer mehr Deutsche ausweisei Bonn (ZSH). Ein Vertreter des Bundes- ministeriums für Flüchtlingsangelegenheitel erklärte, neuesten Informationen zufolge beabsichtige die Tschechoslowakei mehr Deutsche auszuweisen als vereinbart. So sollen jetzt 80 000 Deutsche nach da Bundesrepublik ausgewiesen werden, statt, wie vereinbart, 20 000 . Ein dritter Zug von Ausgewiesenen aus den Gebieten östlich da Oder-Neiße-Linie traf in dem Lager Heiligenstadt rin. Den Ausgewiesenen wurde da Zutritt in die britische Zone verweigert, bis die Überprüfung da Ausweis- pepiere stattgefunden hat Wie gemeldet wird, ist rin vierter Zug in Sonneberg nahe da amerikanischen Zonengrenze ringetroffen. Das Bundesflüchtlingsministerium teilte Beamten des Flüchtlings-Lagas Friedland mit, daß die Bundesregierung nicht beabsichtige, die Grenze zur sowjetischen Zone für Deutsche Familien zu schließen, die aus den von den Polen verwalteten Gebieten hinter der Oda/Neisse Grenze kommen. Ausstellung über Wiederaufbauprogramm Stuttgart (ZSH). Am Montag wird hier eine Ausstellung üba das europäische Wiederaufbauprogramm eröffnet. Zur Eröffnung kommt Robert Hanes, ein leitender Beamter da amaikanischen ECA-Mission in Deutschland nach Stuttgart Da amerikanische Landeskommissar Charles P. Gross, der wörth-badische Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit und der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett werden voraussichtlich die Eröffnungsreden halten. Vor Beginn da Frankfurter Messe Etwa 200 Firmen aus Frankreich, der französischen Union und den französischen Kolonien werden vom 18. Ws 24. März auf der Frankfurter Frühjahrsmess« ihre Erzeugnisse zeigen. Frankreich wird vor allem Textilien, Industie- und Ledererzeugnisse, Werkzugmaschinen, Büromaschinen und Automobile anbieten Gleichzeitig sollen die Produkte der französischen Parfümlnocistrie und französische Weine ausgestellt werden. Für die auf der Frankfurter Frühjahrsmesse ausgestellten französischen Waren werden SSO SSO Dollar im Rabmen eines Messekontingentes und weitere 200 000 Dollar ln Anrechnung auf die im Handelsvertrag vorgesehenen Wertgrenzen bereitgestellt. (VWD) MKtwodi, den 19. MKm INI Überfall im „Blauen Expreß'' ZwirafeeB Riga und Moskau — Rutbonisalia Partisans« fa» luli— d s WSMkvn In den charakteristischen russisch» P«l* etngehüUt durcheilt eia Herr in Begleitung «einet Sekretärs die Sperre sum Fernbahn- bof in Riga. In wenigen Minuten muß der „Blaue Expreß“ sich lauchend in Richtung Moskau hi Bewegung setzen. Radar el KrannQ, türkisch» Geschäftsträger bete Kreml, nimmt in seinem reservierten Abteil Platz und bespricht mit Staatssekretär Emrad Gosserah den Erfolg seines Besuches toi Riga. Eigentlich war es völlig unnötig, sich an Ort und Stelle Einblick in die Akten der NKWD zu verschaffen. Die Russen versuchten äsen mit allen Mitteln, die Kanäle des Waf- fenedunuggels für die ruthenischen Partisanen aufzudecken. Sie hatten nun schon zehn Bürger der Türkei verschwinden lassen, und nur 24 wohnten in der ganzen Sowjetunion. Alles angesehene Kaufleute. Recht unpolitisch allerdings prowestlich eingestellt und deshalb unbequem. MQ’i in Teppieh-Kistsn Die ukrainischen und ruthenlichen Partisanen erhalten immer mehr Waffen aus d«n Westen, das steht fett. Woher und auf welchem Wege, ist unbekannt Kn geeigneter Vorwand, alle unerwünschten Ausländ» ags- suweisen oder verschwinden au lassen. Dte beiden türkischen Diplomaten erwägen aus Möglichkeiten, wie sie den beiden Großkaux- leuten in Riga, die in Istambul beheimatet sind und vor zwei Wochen unter dem Verdacht, Maschinengewehre als Teppdchkisten deklariert in das russische Partisanenzentrupi Minsk geschmuggelt zu haben, von der NKWD verhaftet wurden, helfen könnten. Die Türken sind sich im klaren darüber, daß nur eine unmittelbare Erklärung Rasputin W o 1 c h o w s, des Sluzker PartisaaengenerslE für Mittelrußland, in Zusammenhang mit der Aufdeckung des tatsächlichen WaffenWeges den unschuldig Eingekerkerten helfen könnte Natürlich wird Wolchow seine Quelle nicht preisgeben. Sie hatten indessen die List des Partisanenführers unterschätzt. Es hatte schon manchem verhafteten Ausländer ge ’iolfen. Das rote Signal Viele Stunden raste der „Bleue Expreß" bereits durch die nächtlich dämmrige Schnee- tandschaft, als die Damptdruckbremsen plötz- ich anzogen und die Geschwindigkeit auf die Hälfte herabgesetzt wurde. Kn Zeichen, daß nun das Partisanengebiet kam. Der Lokführer keß durch Drude auf einen Hebel den S c h i e- aenbesen herab, eine Sicherung gegen schwere Gegenstände auf der Strecke und spähte aufmerksam voraus, um eventuelle Minen rechtzeitig zu erkennen. Das Gespräch zwischen den wenigen skandinavischen und westlichen Ausländern im „Blauen Expreß“ verstummte. Man fuhr Jetzt für einige Stunde« durch ein Land, das Stalin nicht freundlich gesinnt war. Der Lokomotivführer verminderte die Geschwindigkeit noch mehr. Ge* rede hatte er den Bremshebel losgelassen, dg nahmen seine scharfen Augen am Horizont ein rotes Pünktchen wahr, das zusehends näher kam und größer wurde. Wenige Augenblicke später erkannte er eine kreisartig geschwenkte Lampe. „Partisanen!“ schoß es ihm durch den Kopf und schon wollte er das Tempo erhöhen und gemäß seiner Order keinesfalls auf freier Strecke halten. Da erkannt»» in dem Signalmann im Mondlicht und bei Schneehelle einen sowjetischen Offizier. Mit gutem Gewissen bremste er scharf •und nach knapp fünfzig Meter stand der „Blaue Expreß“ mitten in einem Wald, der als Partisanenunterschlupf verrufen war. Im selben Augenblick sah der Lokführ» eine Maschinenpistole drohend auf sich gerichtet. Er erkannte ru spät die Täuschung. Kn Kämpfer der ruthenischen Untergrundbewegung hielt ihn in Schach. Am Ende des Zug» entwickelte sich nach einigen Minuten eine Schießerei. Doch zu spät schossen die bewaffneten Russen nach den Gestalten, die ohne ein Wort wie nächtliche ^chatten durch den Expreß huschten. Der alte Bettler Krassnü und Gosserah hatten das Licht im Abteil gelöscht und waren ans Fenster getreten. Indem de {Hierlegten, was der Überfall wohl zu bedeuten habe, öffnete sich die Abteiltür und herein trat ein alt» Bettler mit langem Backenbart Da man es gewohnt war, daß Bettler unterwegs an Bremsetellen auf dm Expreß aufspringen, um ein kleines Geschenk su »heischen, verwunderte die Erscheinung höchstens wegen der ungewohnten Stunde. „Gebt mir ein Stück Brot“, klagte er, drückte dann aber schnell Krassnü einen Brief in die Hand und verschwand, ohne weiter um Brot anzuhaltsn. Der Türke öffnete dm Umschlag und hielt folgenden Zettel in der Hand: Wir haboa den Leiter der NKWD-Zentral« Bare- noewltsche und Kommissar Foprowblk aus dem Zug lersus festgenommen. Wir werden eie erst auf •relen Füll setzen, wenn die Kaufleute Zmitek und Dawud au* dem Gefängnis ln Riga entlassen sind und ins Heimatland zurückkehren. Das ist der Dank dafür, daS Kaufmann Emitek einen unserer Leute gesund pflegte, als er ln Riga von der Polizei ange- cbosien wurde und Ihn heimlich aus der. Stadt entkommen lleS. Rasputln Wolchow." Di» Sach» mit dem Zettel und die wahren Zusammenhänge hat die NKWD nicht erfahren. Sie setzte die festgenommenen Türken auf freien Fuß, schichte sie außer Landes und erhielt dafür ihre Leute zurück. Durch dit „Intervention“ Wolchows sind sie zwar einem ungewissen Schicksal entgangen, jedoch wurde der Verdacht der Geheimpolizei wegen des Waffenschmuggels noch bestärkt, obwohl Krassnü und Gosserah inzwischen abgelöst in Istambul eingetroffen, versichern, daß kein Türke für die russischen Partisanen arbeite. R.V.B. Vom See bis an des Maines Strand Kellnerin inszenierte Raabüberfall Konstanz. Bei der Konstamer Polizei erschien dies» Tage eine Kellnerin, die in bewegten Worten schilderte, wie «de ln der Nacht überfallen und dabei um 650 DM leichter gemacht worden sei. Die Polizei prüfte nach und stellte schließlich fest, daß die Kellnerin den Ueberfall seihet inszeniert hatte, um ihren Verdienst nicht abrechnen zu müssen. Greis im Lehnstuhl verbrannt Waldshut. In Detzehx bei Oberlauchringeo wurde dies» Tage ein Greis in seinem Lehnstuhl verbrannt aufgeftmden. Es wird vermutet, daß ein Funke seiner Pfeife dem schlafenden Mann auf che Kleidung fiel und daß der stark Gehbehinderte sich nicht mehr selbst helfen konnte. Yen einem Baumstamm erdrückt Oberkirch. Kn 14jähriger Schüler aus Freiburg wurde dieser Tage in Meisach kn Renchtal von einem Baumstamm erdrückt. Der Verunglückte war mit einem Knecht beten Holzsägen an einem Berghang beschäftigt, als ein hanga u f w ärts lagernd» Stamm von etwa 50 cm Durchmesser ins Rutschen kam und ihn überrollte. Der Junge war sofort tot. Zweikampf mit einem Wildschwein FreUmrg. Ais «in 17jähniger Bursche kn Wald bei 3t Ulrich skh pkjtzhch einem W ildschwein gegenüber sah, ergriff er einen schweren buchenen Prügel, sprang in Dek- kon& ließ das Wildschetet «»greifen und versetzte ihm dann einen so schweren S chlag , daß das Ti» hegen blieb. Das Wildschwein hatte sechs Frischlinge kn Leib. „lange Bauhütte“ Ottenburg. In dem idyllischen Schwan- wuidbed Wppokteau wurde auf Anregung des Freiburger Caritasdirektors Anton Wop- perer die „Junge Bauhütte“ gegründet, ki der jeweils 16 arbeitslose Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren den demoralisierenden Folgen der Arbeitslosigkeit entrissen werden sollen. Die .Junge Bauhütte“ ist ak Jugend-Selbsthttfewerk gedacht, das auf freiwilliger Meldung beruht und keine Eingliederung in irgendeine Organisation bedeutet In erat» Linie sollen heimat- und ettendase Jugendliche aufgenommen werden. 5t Present der westdeutschen Haushaltungen besitsen Rundfunkempfänger Karisrwhe. Von den etwa 12,5 Millionen Haushaltungen kn Gebiet der Bundesrepublik beritten zur Zelt rund 50 Prozent «inen Rundfunkempfänger. V» dem Kriege befanden akh Jp rund 70 Prozent der deutschen Haushaltungen Rundfunkempfänger. 2iu den rundfunkfreudigsten Ländern Europas gehören die nordischen Staaten. In Schweden seien 29,2 Prozent und in Dänemark 27,5 Prozent d» Bevölkerung Besitz» von Rundfunkgeräten. In Westdeutschland betrug die Zahl der Rundfunkhesttzer Anfang 1949 11,8 Prozent. 1600 Wohnungen Karlsruhe. Die „gemeinnützige Siedlungsgesellschaft des Hilfswerkes der Evangelischen Kirche in Deutschland“ plant im Jahre 1950 die Errichtung von weiteren 1000 Wohnungen und Siedlerstellen in Württemberg, Baden und Rheinland-Pfalz. Hiervon sollen 500 Wohnungen auf Nordbaden, 200 auf Südbaden und je 100 auf Nordwürttem- berg, Württg.-Hohenzollem und Rheinland- Pfalz entfallen. Die Bauprojekte sind gegenwärtig noch davon abhängig, wieviel Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Siedhingägeeellecheft hat bisher in Nord- beden 526 Wohnungen im Siedlungsbau errichtet. Kirehenglocken aus Luftminen Pforzheim. Als vor Jahnen die Luftminen für kriegerische Zwecke hergestellt wurden, bat wohl kaum ein Mensch daran gedacht, daß ebe einmal für das friedliche Geläute von Kirchenglocken Verwendung finden würden. Ein Stahlgraveur aus Wurmberg bei Pforzheim hat sie jetzt dies» Aufgabe dienstbar gemacht. Nachdem sie entschärft waren, schnitt » sie in ein» dem gewünschten Gkxkenton entsprechenden Länge ab und brachte auf dem Glockenstuhl ein Außenk löppelwerk an. JBimbo zwei“ festgenommen Mannheim. Ein 21jährig» Betrüg», d» in seinen Kreisen unter dem Namen „Bämbo zwei“ bekannt kt, kt dies» Tage ln Mannheim-Feudenheim festgenommen worden. „Bfcnbo zwei“ hatte in üb» hundert Fällen amerikanische Soldaten betrogen und bestohlen, wobei » m sehr vielen Fällen größere Geldbeträge »langte. D» Betrüg» wird sich vor einem amerikanischen Gericht zu verantworten haben. 2SS Jahre Heidelberger Faß Heidelberg. In diesem Jahre feiert das Riesenfaß von Heidelberg seinen 200. Geburtstag Wenn es auch nicht das älteste sein» Art ist. so ist es doch bestimmt das berühmteste und gab die Anregung, ähnliche Rieeengebäde zu schaffen. Kurfürst Karl Theodor hatte das He4delb»g» Faß im Jahre 1750 fertigen lassen, um darin rcL 220 000 Liter Wein unterzubringen. Aber bereits seit dem Jahre 1769 steht das Faß leer. Noch größer kt das Faß, das August der Starke für die Keller d» Festung Königstein anfertigen ließ. Der Inhalt des Fasses beträgt etwa 250 000 Liter. Es ist also dem Sachsen gelungen, die Heidelberger ru übertrumpfen. Ab» des Faß wurde bereits nach kurz» Zeit baufällig und dürfte heute be- —-'♦* «tee Ruine sein. NBUES AUS ALLER WELT Spurlos in Loipslf verschwunden Seltsames Schicksal sfcses Mmtt i wi k m Mamburg (UP). Emil Rau, «in 22j übriger Angestellter »in» Hamburger Diamanten- w«riczeugfabrik soll vor einigen Tagen jp Leipzig spurlos verschwunden sein. Rau befand sich mit einem Kollegen, Walt» Ries, B einer Taxe auf dem Wege vom Hotel flt Messe. Während dies» Fahrt verließ Rau Sß Taxe in der Stadtmitte und seitdem tet ST spurlos verschwunden. Die sofort nach dem Verschwinden des Rau eingeleiteten Ermittlungen bei der Leipzig» Polizei sowie d«r Messeleitung blieben bisher ergebnislos. Raus Kollege hat in einem Telefongespräch aus Leipzig erklärt, » habe bei seinen wiederholten Vorstellungen bei der Polizei den Eindruck gewonnen, daß Rau dort festgehalten werde. Ein Kind zündet sich an Gefährliches Spiel mit der Streichholzschachtel Zürich (ZSH). Ein vierjährig» Mädchen, das allein in einem Zimmer war, fand in Mt Rocktasche ihres Vaters eine Schachtel Streichhölzer. Das Kind spielte damit, eine klein« Deck« fing Feuer, und beim Versuch, zu löschen, brannten auch schon die Kleider d» Mädchens. Die zu Hilfe eilenden Hausbewohner konnten zwar die Kleider löschen, das Mädchen selbst liegt jedoch mit lebensgefährlichen Brandwunden im Züricher Kinderkrankenhaus. Wieder ein Flugzeugunglück Mit 25 Personen ins Rote Meer gestürst Kairo (UP). Die Funkstation von Alexandrien wurde von zwei britischen Schiffen davon in Kenntnis gesetzt, daß ein israelisch» Flugzeug etwa 300 Kilomet» südlich von Suez ins Rote Meer stürzte. Die Maschine habe vor dem Absturz Notsignale ausgesendet und mitgeteilt, daß sich 25 Personen an Bord befänden. Ein gefälschtes „Wunder“ Bluff durch mechanische Vorrichtung Prag* (epd). Wie der tschechische Innenminist» amtlich bekanntgab, hat sich das sogenannte Wunder des sich bewegenden Kreuzes in dem Dorfe Cihost in der Nähe von Pnur als ein» Fälschung herauiges teilt. D«i zuständig» Geistlich«, so sagte er, habe faltenden, daß er selbst das Kreuz mit KUgs ein» unsichtbaren Mechanismus in Bewegung gebracht habe. Man habe Spuren dieses Mechanismus gefunden. Der Geistliche wird vor ein Gericht gestellt werden. über 3000 Todesopfer der Unruhen in Ost-Bengalen Neu Delhi (UP). Amtliche britische Stellen teilen mit, daß bei den blutig» Zusammenstößen zwischen Hindus und Moslems toi der zu Pakistan gehörenden Provinz Ost-Bengalen Anfang Februar über 3500 Personen getötet worden seien. Dieser amtlichen Mitteilung zufolge war die Zahl der Verletzten noch nicht feststellbar. Der Wert des bei den Zusammenstößen geraubten und zerstörten Besitzes wird allein in der Provinzhauptstadt Dacca auf 86 Million» Rupi» gMchätst. Dl« in and»» Unruhegebiet» Oet-Bengal»s angerichteten Zerstörung» sollen sich auf weitere 25 Millionen Rupi» belauf». SO Tot« bahn britischen Flufsengabiturz. Bel 0« Abitur* d» Verkehrsflugzeuges vorn Typ TUdor in Süd-Wales, Aber den wir bereits bsriGntetsn, r men nach amtlichen Meldungen SO Personen Leben. Den Rettungsmannschaften gelang es, Viberlebenda aus dem FlugzeugwrSdc ZU bergeij zwei der Geretteten starben Jedoch auf dem W zum Krankenhaus. (t Zusammenstoß bei Barburg. In dem Bahnhof Stelle (Kreis Harburg-Land) fuhr ein OAterzug auf ein» änderen auf, wobei von beiden Zügen 14 Wagen zar- wümmert wurden. Dia Lokomotive des auffahrenden Zug» kippte um und wurde schwer beschädigt. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden leimt ▼»letzt. (vT) IChieflender Einbrecher, ln Lüneburg kam es su ataem Feuergeiecht zwischen einem Unbrecfaer und Polizeibeamten. Der Einbrecher wurde durch vier Schüsse schwer und «ln Polizelbeamter leicht ver- jftzt. Bei dem TSter wurden zwei geladene Pistolen und mehrere Einbrecherwerkzeuge sicfaergestellt. (UP) Heirat Bergman—Rosselini ln Kürze. Greg Baut- xer, der Rechtsanwalt Ingrid fiergmans, teilte mit, gäfl Ingrid Bergman die Absicht habe, unverzüglich nach Eintreffen des schwedischen Urteils über ihre Ehescheidung den Italienischen Regisseur Roberto Rosselini zu heiraten. (UP) Des Bltualmordes angeklagt. In Latikulu in Südafrika haben sich der europäische Farmer Carl Werter und drei Eingeborene wegen Rltualmordes an einem sechs Jahre alten weißen Knaben zu verantworten. Die Angeklagten Eingeborenen sind An Kammeshäuptling und zwei Medizinmänner, die das Blut des Knaben und Teile seines Körpere für „medizinisch* Zwecke" verwendeten. (vT Bonn berichtet uacti Paris Finanzielle Stnbilitttt gesichert „Der Zustand der inneren finanziell» 8te~ -ilität ist erreicht und gesichert“, führt ein 3ericht des ERP-Ministeriums an OEEC Paris aus, der am Montag den Sachbearbeitern cter Marshallplanbehörde übergeb» wurde, gu diesem Erfolg trügen, so fährt der Bericht fort, der Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität, erhöhte industrielle Produktion, sinkende industrielle Preise und »höhte durchschnittliche Leistung der Arbeitnehm» bei. ln der zweit» Hälfte 1949 hat der Außenhandel der -Bundesrepublik beträchtlich zugenommen, das Defizit im Warenverkehr wurde mit 520 Million» Dollar aus Garioa-Gegenwer- t», mit 322 Millionen durch Marshallmittel, mit 22 Million» durch britische Zuschüsse auf Grund d» zwischen USA und Großbritannien geschlossenen Vertrags und mit 188 Millionen Dollar aus eigen» Devisenreserven gedeckt An erst» Stelle der Schwierigkeit», die di» westdeutsch» Fortschritte nicht größer werden ließe, stehe die englische Pfundabwertung, die zu einem Rückschlag im deutschen Außenhandel geführt habe. Im Bericht de» ERP-Ministeriums heißt et •veiter: V» Januar 1949 bis Ende November 1949 stieg di» industrielle Produktion ton Bundesgebiet und damit die Versorgung d» Bewohn» aus deutsch» Fabrikationsstätt» je Kopf d» Bevölkerung von 63 auf 77 (1936 100) und fiel bis Ende Dezember auf 74 ab, so daß »st knapp drei Viertel des Versorgungsstandes ▼» 1936 erreicht sind. Ebenfalls bis Ende November stieg die Zahl d» Beschäftigt», gamws» am Stand von 1986 mit 100 von 118 auf 119,1, dl» persönliche Leistung des Einzelnen aber von 67,8 auf 79,8, so daß sich der Leistungsstand des Arbeiters im Durchschnitt um 11,7 Prozent besserte. Die fortschreitende Rationalisierung ab» ließ die Verkaufspreise für Bekleidung um fast 28 Prozent, die für Hatwat um 17 Prozent im Laufe des Jahres 1949 sinken. Die deutsche Ausfuhr, die knapp die Hälfte der deutsch» Einfuhr» im Jahrs 1949 ausmachte, ging mit 4,8 Prozent nach USA und Kanada, mit 12 Prozent an di» Teilnehmerstaaten am Marshallplan im Sterlingblock und mit 68 Prozent an die anderen Marshallplanländer. Der Rest verteilt sich überwieg»d auf die westliche Hemisphäre. Die innerdeutsche finanzielle Entwicklung bietet nach dem Bericht folgendes Bild: Ende Juli 1948, einem Monat nach der Währungsreform, beliefen sich die Bankeinlag» auf 7,864 Milliarden DM, das gesamte Geldvolumen demnach auf 11,495 Milliarden DM. Ende November 1949 hatte sich der Bargeldumlauf um 82 Prorant auf 6,978 Milliard» zwar »höht, jedoch war» die Bankeinlagen um 95 Prozent auf 14,940 Milliarden gestiegen. Zur gleich» Zeit beliefen sich die kurzfristig» Kredite d» Geschäftsbank» auf 10,282 Milliarden DM, von denen ein Teil zur Vergrößerung d» Vorräte der gewerblichen Wirtschaft aufgenommen werden mußte, während ein »derer Teil für Investition» Verwendung fand, di« der Kapitalmarkt zu finanzieren außerstande war. Die Ausgaben der Länder überstieg» um 586,5 Million» DM die Einnahm», die insgesamt 16,946 Milliard» DM erbrachten. Davon entfielen bei d» Verwendung 25,7 Pro- zmt auf Besatzungskosten und 19,9 Proz»! auf Sozialausgab». Zehn Prozent wurden füi Investitionszwecke ausgegeben, 7,8 Prozent erhielten die Gemeinden, 60 daß nur 36,6 Pro- z»t für tatsächliche Länderausgaben zur Verfügung standen. Etwas über die Hälfte hiervon wurde für Gehälter und sonstige Versor- rungsbezüge verbraucht. Noch keine Entscheidung ton Weizenrat Der Internationale Weizenrat ist in London zusam lengetreten, um über dleAufnahmean träge Deutsch ands und Japans zu beraten, konnte aber zu keiner Entscheidung gelangen und wird am Mittwoch erneut zusammentreten. (UP) Sinkende Baakosten ton Jahre 1949 Di* Wohnungsbaukosten sind von Januar IMS bis IMS stark gesunken. Während der Index im Janus: 1S4S noch 2*9.2 (1SM — IM) betrug, lat er im Januar 1S6S aut 177,9 zurückgegangen. In den einzelnen Indexgruppen verzekhneten Brdabfuhr und Handwerkerarbelten den stärksten Rückgang. Dagegen zeigen sich bei den Löhnen Steigerungen um 114 (Löhne, Unkosten und Verdienst) bzw t.4 (Tariflöhne) Punkte. (VWD) SpQtt-Uk$ Teilung der Oberliga verschoben Ent nächste« Jahr Südd. 29er-Oberlig» In d» komm»d» Spielsaison 1950/51 will man nochmals nach dem bisherig» Modus (Oberliga Süd und die beid» Grupp» d» Oberliga Südwest, Gruppe Nord und Süd) spiel» und »st 1951/52 soll eine große süddeutsche 20-»-Oberliga geschaffen werden. Ihr soll» angehör»: die zehn ersten Vereine der bisherigen Oberliga Süd, die fünf erst» Vereine d» Nordgruppe der Oberliga 8üdwest und der Meister der Südgruppe. Ine Plätze 17 und 18 soll» durch Qualifikationsspiele unter dem 11. Verein der Oberliga Süd, dem 6. Verein der Nordgruppe d» Oberliga Südweet and dem zweit» Verein der Südgruppe in Vor- und Rückspiel» entschieden werden. Platz Nr. 19 und 20 wird unter den Verbandsmeistern der Landesligen ausgwpMt In d» 20-»-Oberliga soll» dann drei Verein« absteigen, die die Verbandsmeiste: der Landesligen ermitteln (eventuell in swe Grupp») die Aufsteiger. Diese« System soll v» dem Spieljahr 1956'57 nicht geflnder werden. Die an den Aufstiegsspiel» teilneh- menden Verein« müssen sich im Falle des Aufstiege« verpflichten, Vertragsspielervereine su werden. Die aus der Oberliga absteigend» Vereine könn» in der Landesliga gemischt mit Vertragsspielern und Amateur» spielen (ISK) «lanti Bali heute sei darauf hingewiesen, daß am kommend» Samstag, 18. März, 18.30 Uhr, in Bruchsal, Gasthaus zum „Bayrischen Hof“ (Rheinstraße, gegenüb» Vereinigt« Eisenbahn-Signalwerke) die fällige Schiedsrichterversammlung stattfindet Verbands-Schiedsrichterobmann Guldner-Wedntoectm wird anwesend sein und zu Schiedsrichterfragen Stellung nehmen. — Alle HandbaUschlecterlchter des Kreises Bruchsal haben zu dieser wichtig» Ver- sasnsnhmg zu erscheinen. Herawgeberi C. and H. Inu, BrsAul, Vörtkjtraße 4, PhiHppsksrg, Sabutt. 10. Kedaktiaai Hast 8 » a ■ d e t. BruAssi. Zsr Zeit i«t Preisliste 7r. 1 eüiHe \ AUS DEC HEIMAT Die Rofenfagt von Clemens Hellberg Am« da«« Morgenlande, den Gefilden de« Sonnenaufgangs, kam Leyla, die Tochter eine« mächtigen Pürsten, «uf dem Lebenspfad der Liebe ins kalte Land der Germanen. Allee hatte sie willig verlassen, was ihr hold und teuer war, Vater und Mutter, die heiteren Gespielinnen und den üppigen Reichtum. In gefährlicher Heimlichkeit floh sie mit Siegmar, einem mutigen Manne, den ein gutes und böses Geschick in ihre Heimat verschlagen hatte. Beide sahen nur sich, hörten nur sich und lebten nur eines fürs andere. Und Leyla nahm auf, daß ihr llück nie entschwände, einen Rosenstock mit auf die Flucht und pflanzte ihn in die fremde Erde Zum zauberischen Schutz. Niemand wußte darum, selbst Siegmar nicht Da Leyla betörend schön und seltsam war und göttlich wie Preyja, brachte sie ahnungslos den Neid in ihres Mannes Sippe. Atu dem Neid ward Zwietracht Aus der Zwietracht ward Haß. Aus dem Haß ward Tod. Siegmar lag erschlagen unter der Julgarbe. Es war am Tage der Sonnenwende. Um die Julgarbe zwitscherten lustig Kramtsvogel und Schneefink. 4 Die Tochter des Morgenlandes trat in die Halle, wo in bedrücktem Schweigen die Sippe versammelt saß. Tränenlos, wortlos war ihre Totenklage. Stumm ihr Fluch Aber in ihren Augen brannte der Schmerz. Ein jeder hielt den schrecklichen Augen stand, bfs auf Tenkter; der wandte sieb ab und sah zu Boden Da streckte Leyla die Hand gegen ihn aus. ,n der ersten Stunde des dritten Tags begrub sie den gemordeten Gemahl mühsam in den gefrorenen Grund. Sein Haupt bettete sie nach Osten. Kühler Mondglanz floß aus sternlosem Himmel. Keiner aus der^Sippe wagte es, ihr zu helfen, kein Weib wagte ein tröstendes Wort. Und niemand erhob Einspruch gegen den fremdländischen Totenkult. Unnahbar vollbrachte Leyla an ihrem Gatten den letzten Liebesdienst. Dann ging sie. Nirgendwo fand man ihre Spur. Doch es blieb etwas Stolzes von ihr zurück — eine weiße und eine rote Rose, die über Nacht auf Siegmars Grab aufgegangen waren und Wohlgerucb verbreiteten. Die Sippe fürchtete sich und berief die weisesten Männer des Stammes, damit sie eine Erklärung gäben der wundervollen, in der Winterkälte erblühten Götterzeichen. Drei alte würdige Männer sannen dem Geheimnis nach und kamen zu keinem Ende Nun wai ein junges Mädchen in der Sippe, Armingard geheißen, das liebte Siegmar und Leyla und beklagte weinend ihr düsteres Los. Ihm erschien Sif, die Göttin mit den schimmernden Haaren, als ein Traum und deutete das Wunder:- im goldenen Zeitalter blühten in Germamens Gauen an Sträuchem mackellose Blumen, die man Rosen nannte. Nie verwelkten sie, auch hatten sie keine Domen an den Schäften. Immer erglänzten die Rosen in Anmut. Sie waren Balder geweiht, dem Gotte des Lichtes Damals lebten Äsen. Menschen und Tiere in immerwährender Glückseligkeit. Es gab keinen Neid, keine Zwietracht, keiren Haß und keinen Tod. Der Wurm an der Weltesche schlief. Nur Loki war böse, weil es sein Schicksal ist, böse zu sein. Und als die Zeit erfüllt war, daß eine böse Tat geschähe, nahm er einen Mistelzweig, spitzte ihn zum Pfeil und schleuderte Ihn Balder ins Herz. Das Leben des Lichtgottes verlöschte. Da ging der Friede aus Asgard und Midgard. Und es kämmt der Neid, die Zwietracht, der Haß, es kam — der Tod. Die Rosen verwelkten und blühten nicht wieder. Nach langer Zeit ließen die Nomen im Morgenlande wieder Rosen erblühen. Aber sie blühen nur über wenige Sonnentage, flüchtend wie Jugend und Glück, sie haben Domen, spitz wie die Feindschaft, und ein Gewürm zerstört sie im Innern, wie Sorge und Gram die Seelen der Menschen. Nur die Liebe hat es vermocht ins Abendland die verwunschene Blume zurückzubringen. Nur das Leid sie zu erwecken. Verehret Leyla die Botin, sie ist Geist geworden! Also Die „schöne Anna", Anna Bergner mit Namen, war die einstige Besitzerin des Gasthofs „Zu den Vier Jahreszeiten" in Bad Dürkheim und nicht nur durch ihre gute Küche weithin bekannt: sie war eine Schönheit. . Ihr Leben reicht noch ins 18. Jahrhundert zurück; sie war 1799 auf französischem Boden geboren. Aber ihre Blüte fällt in die Tage, da das junge Bad Dürkheim entstand Da seit 1847 Fremde von weither zur Sole- oder Traubenkur nach der schönen Haardtstadt wallfahrteten; Anna Bergner war ea, die zum Ruhme Dürkheims ganz Wesentlich beitrug, die den Badeort so recht erst dazu machte, die das Herz auch illustrer Gäste, selbst von Königen, zu gewinnen wußte und deren Stimmung wieder der Stadt Dürkheim zugute kommen ließ. Durch ein Schreiben an einen' König, so erzählt man, erreichte sie, daß Dürkheim in das neue Pfälzer Verkehrsnetz nicht so einbezogeti wurde, daß seine Landschaft und sein Ruf als Badeort, wie man fürchtete, darunter litt Und es gelang in der Tat: die „schöne Anna“ wußte, daß der Weg dazu durch den-Magen führte. Aber sie hatte auch noch andere Mittel. Ihre Wurstmarktsbälle waren weithin berühmt und eine Sammelstätte der vergnüglichen bie- dermeierlichen Pfalz Immer wieder begegnet man ihrem Lob ln der Pfalzliteratur jener Tage. Friedrich Blaul weiß von ihnen zu erzählen, und ein andrer nahmhafter Pfälzer, der bekannte Politiker Julius Petersen berichtet aus ..einer Jugendzeit, daß er als junger Dürkheimer Jurist „in den Vier Jahreszeiten, dem damals berühmten Gasthof der schönen Anna, *an der Tafel habe zu Mittag essen dürfen“. Trotz allem brachte die schöne Anna es auf keinen grünen Zweig, und als sie in die Jahre kam, wo Jugend und Schönheit vergehen, war sie durch schlimme Vermögensverhältnisse gezwungen, Ihren Gasthof anderen Händen zu überlassen-, durch Handarbeiten mußte sie sich am Abend ihres Lebens ihren Unterhalt suchen, Dreiundachzigjährig starb sie am 22. April 1882. Und doch lebt Anna Bergner fort. Ich kenne Pfälzer Häuser, in denen noch heute — soweit als möglich — ihr treffliches Pfälzer Kochbuch benützt wird, das im Jahre 1858 bei Tobias Löff- sprach Sif zu Armingard als Traum. Und Armin- gard erzählte es gleich den weisesten Männern des Stammes und der ganzen Sippe. Herrlicher noch als ohon am Feste Mariä-Himmelfahrt konnte dar volle Wallfahrtsgottesdienst ln der neuerbauten Kirche abgehalten werden. Jede« DÜustag Ist heute noch Wallfehrtsgottesdtenat. Vimlifahrtofeste sind am Feste Mariä-Htej)piet* Märt und Majiü-Geburt. Die jafcritcke PNger- mii brririfet 40860 . Malsch (Amt Wiesloch): Zur Schmerzhaften Mutter auf dem Letzenberge. — Die Wallfahrt geht urkundlich bis auf 1296 zurück;, in diesem Jahre ist auf dem Letzenberge ein Hofgut mit Kapelle, das zum Unterhalt diente, erwähnt. Das Gnadenbild, Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem SchoBe, ist uralt und kunstvoll. Die heutige Kapelle ist 1903 erbaut worden. Die jährliche Pilgerzahl beträgt 1 200. Bickesheim: Zu Maria, der Königin der Engel. — Bickesheim liegt in der Pfarrei Durmersheim. Urkundlich ist. der Wallfahrtsort bis ins erste Jahrtausend zurückzuverfolgen. 918 wurde er durch Kaiser Heinrich den Finkler begründet Die Rudolfinische Linie der Markgrafen von Baden-Baden führte eine neue Blütezeit für die Wallfahrt herbei. Die anfänglich errichtete Kapelle wurde zur Kirche erweitert. Markgraf Rudolf L erbaute in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts die Katharinenkapelle, heute ist sie zum Seitenschiff der Wallfahrtskirche geworden. 1243—1250 wurde ein großer gotischer Chor erbaut Der Erbauer, Markgraf Rudolf,* schloß ein Freundschaftsbündnis mit „Unserer lieben Frau von Bickesheim", di« zur hochverehrten Patronin sein« Markgrafschaft erwählt wurde. 1350 wird durch dreizehn benachbarte Geistliche eine Bruderschaft zu Ehren Jesu und der zwölf Apostel gestiftet Die Mitglieder wurden Brüder Mariens genannt und gelobten deren Gnadenthron zu Bickesheim nach Ihren besten Kräften zu schützen. 1497 erhält die Gnadenkapelle von Rom einen Ablaß von 2000 Tagen verliehen. Durch die Reformation wurde der Wallfahrtsort schwer bedrängt und die Bruderschaft aufgehoben. Der protestantische Markgraf Brust Friedrich verbot das Betreten der Wallfahrtskapelle bei schwerer Straf«. 1577 wurde sie durch Markgraf Philipp wieder eröffnet 1628 wurde die Wallfahrt den Jesuiten j n Baden-Baden, 1689 jsnan in Ettlings« übertragen. 1689, während des Krieg«! «wischen Frankreich und Österreich, sichest« M da# Gnadenbild in dem »dt*aep Stift* müeaslh. vo« wo es im Jahre 1604 Weder sh- rückkehrte, ln den spanischen Erbfolgekriegen wurde das Gnadenbild nochmals geflüchtet und zwar nach Ettlingen, von wo es 1737 feierlich nach Bickesheim rückübertragen wurde. Markgraf Ludwig Georg errichtete im selben Jahr einen prächtigen Hochaltar, ebenso wurde das Langhaus wiederhergestellt. Obwohl 1771 die katholischen Markgrafen von Baden-Baden ausstarben und 1773 die Auflösung des Jesuitenordens folgte, blieb die Verbindung der katholischen Bevölkerung Baden-Badens mit dem Wallfahrtsort die innigste. Bickesheim wurde von Ettlingen besorgt, bis es 1815 der Pfarrei Durmersheim einverleibt wurde,;'Seit 1803 betreut ein eigener Benefiziat die Wallfahrtsseelsarge. Wir gedenken des besonderen des letzten Bene- flzitates, des heiligmäßigen Engelbert Kleiser, der 1931 starb. Sein Grab hegt an der südlichen Seitenmauer des Chors und wird heute von den meisten Wallfahrern besucht um seine Fürbitte anzurufen 1908 und 1909 wurde die Kirche renoviert und bedeutend erweitert. Mootbronn: Zu Maria, Hilfe der Christen. — Die Wallfahrt wurde schon 1300 durch das Kloster Herrenalb, das hier ein Hofgut besaß, gefördert Vermutlich dankt die erste Kapelle ihr Dasein den Grafen von Eberstein, welche bei dem „Lindenbrunnen" eine Burg besaßen. In dieser Kapelle stand auf dem Altär- lein ein Marienbild, das nach der Volkssage in dem Lindenbaum, nicht weit von der Kirche, sich befunden und durch lieblichen Gesang aus dem Baum heraus sich selbst verraten habe. Von diesem Lindenbaum steht noch heute der Stamm, doch zerstückelt durch die Hände der Pilger, die sich ein Andenken mit nach Hause nehmen wollten. 1683 wurde eine Kapelle errichtet 1746—1749 wurde die heutige Kirche erbaut. Die Ettiinger Franziskaner besorgten die Wallfahrt 1792 wurde die Pfarrei zu „.Maria Alf errichtet, und 1800—4806 das Pferrhaus 1848 wurde die Ktre IW«*« gärMH betrügt hier WW Erinnerungen an anno dazumal: Die Stadt Bruchsal vor 100 Jahren Es ist ein ergötzliches Tun, sich in dm Geist der alten Zeiten zu versetzen, heißt es in Goethes Faust. Wir veröffentlichen deshalb aus den Erinnerungen eines alten Bruchsaler» einige Kapitel, die auch die heutigen Menschen noch ansprechen. Das Siebengestirn der Mühlen Die Saalbach hat es nicht eilig in ihrem Lauf vom Maulbronner Aalkistensee bis zum Rhein. Gemächlich schlängelt sie sich durch die Auen und die Zeit ist dem Bächlein etwas Unbekanntes. Die alten Brusler wußten dieKraft der Saalbach für ihr Gewerbe zu nutzen. Nicht weniger scharfe Röstgeruch drang durch Türen und Fenster auf die Straße, und es ist nur zu gut zu verstehen, daß dem Suppe essenden Volk das Kaffeegerüchlein besonders in die Nase stieg. Im Nu verwandelte sieb die Huttenstraße in eine „Kaffeegaß“, ein Name, der bis zum heutigen Tag erhalten blieb. Der Brusler Wochenmarkt Eine Erinnerung an den alten Brusler Wochenmarkt mutet an wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Alle Köstlichkeiten des Kraichgaues gab es da zu kaufen, saftige Kirschen, Erdbeeren, Johannisbeeren, Aepfel und Birnen, hun- •_«__< «jr • i. __ , _ XCIL sl UHoIlI IlaUVivXoll. AvUlol UI1U DuUvllj uuu derterlei Gemüse, Karotten, Rot- und Weiß- ^ PP f£a« und Nadlt ~ kraut, Salate und Zwiebeln. Was das Herz nur ^ j 6n u^btscWafen.wennde immer begehrte, auf dem Wochenmarkt war Röder stille standen. Manch einer dieser Müller saß oft noch um Mitternacht unter den nohen Pappeln am Ufer der Saalbach und sah dem Räderspiele und sah den Wassern zu. Weit draußen vor dm Toren der Stadt, am Heideisheimer Buckel, lagen die Mühlen der Büren und ftöltner und stadteinwärts schlossen sich ihnen die Gosslersche, die Kramersche und die Belzsche Mühle an. Im Zentrum der Stadt, bei der großen Brücke stand die Brückenmühla wie der eigene Augapfel behütet vom Brük- kenmüUer Frank. Im romantischen „Klein- Venedig“ drehten sich die Schaufelräder der Kieferschen Papiermühle. Beim Spatzenturm hauste die freiherrliche Familie von Glauwitz in einer Mühle und in der Nähe des heutigen Schwimmbades sagte der Müller Göll allen Vorübergehenden einen Guten Abend. Das „Lumpenglöckle“ Im Obertor, das der Kaiserstraße den Durchlaß gewährte zum Holz- und Kübelmarkt, hing einst das „Lumpenglöckle“. Jeden Abend punkt 11 Uhr mahnte es die in dm unzähligen Gastes zu finden. Mittwochs und samstags lief der Wirtschaftsbetrieb auf Hochtouren. Von allen Orten strömten die Bauersleute nach Brusel herein, mit Roß und Mann und Wagen. Im Bären, im Hirschen, im Sternen, in der Blume, wie die Dutzende von Gaststätten alle heißen mochten, wurde Einkehr gehalten. Die Frauen vön Unter- und Oberöwisheim, von Neuenbürg und Münzesheim, ja selbst von Odenheim und Zeutem und Menningen brachten ihre Butter, ihre Eier, ihre Milch, ihren Rahm zum Markt. Eisenbahnen gabs für die Dörfler vor 100 Jahren noch keine. Zu Fuß kamen die braven Leute den weiten Weg über Berg und Tal nach Bruchsal gepilgert, drei und vier und fünf and sechs Stunden, bei jedem Wetter, im heißesten Sommer, im kältesten Winter. „Was diese Frauen an körperlichen Anstrengungen zu bestehen hatten, um das für das Leben notwendige „Kleingeld“ zusammenzubringen, dafür geht dem heutigen Geschlecht jedes Verständnis ab. 6 Eier kaufte man damals für 3 Batzen and für 15 Batzen ein halbes Pfund Butter. Ein Batzen entspricht etwa vier heutigen Pfennigen. Oft brachten (Re Bäuerlein trotz dieser billigen Preise nicht einmal alle Ware an den Mann. Lebensdaten eines Gesdteiterien Nach Gefängnis, Zuchthaus, K Z nun die Heilanstalt Auf der Anklagebank saß ein weinender alter Mann. Die Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt, gegen die er sich so sehr gewehrt hatte, war eben ausgesprochen worden. „Nicht um die Oeffentlichkeit vor ihm, sondern um ihn vor der Oeffentlichkeit zu schützen“, hatte der Sachverständige gesagt. Und der Seemann gab selbst zu, daß der Sachverständige recht hatte: er war gescheitert, hundertmal gescheitert; aber würde man ihm noch eine Chance geben, noch einmal eine Gelegenheit zu arbeiten, er wollte sie nicht ver- stätten und Wirtschaften sitzenden Bürger zur säumen. Zu spät, zu viel versäumte Gelegen- Heimkehr. Der alte Brusler Dorscht war nicht heiten! nur die Leidenschaft des seligen Grafen Kuno, sondern auch seiner vielgeliebten Untertanen. Die Brusler tranken immer noch gerne eins im Rappen oder im Wolf und das Lumpenglöckle war schon eine gute Einrichtung. Die Frauen wußten ganz genau, zu welcher Zeit sie sich mit dem Besen zu bewaffnen hatten, um den Eheliebsten ihre besondere Wertschätzung zu erzeigen. Wein gabs vor hundert fahren ih Bruchsal in Hülle und Fülle. Gar manches Mal floß der Neue im Herbst in die Straßenrinnett, weils an. Fässern, und Zähem fehlte. Manche schwankende Gestalten begleiteten die silbrigen Töne des LumpengLöckles nach Hause. An einem Herbstabend des Jahres 1884 geriet das Obertor in Brand und das Lumpenglöckle stürzte vom brennenden Dachstuhl gerade nach dem letzten Elfuhrschlag. Das alte Tor, ein wundervoller Barockbau aus fürstblschöfllchen Tagen, verfiel dem Abbruch. Die „Kaffeegaß“ In der Huttenstraße, der alten „Kaffeegaß“, dichtete einst Viktor von Scheffel sein „Alt Heidelberg, Du feine“ und widmete das Liedchen seiner hübschen Base in Zell am Harmersbach. Vielleicht lag auch ihm der Kaffeeduft in der Nase, der den Fenstern der herrschaftlichen Wohnungen entströmte. Vor 200 Jahren, als die Schönboms und die Hutten in Bruchsal Hof hielten, kannte man keinen Kaffee. Das Volk aß seine kräftigen Mehl- und Brotsuppen und fühlte sich wohl dabei. In der Huttenstraße wohnte der Adel und die wohlhabenden Leute. Als der Kaffee in Bruchsal Eingang fand, waren sie natürlich die ersten, die sich an dem prikkelnden Getränk gütlich taten. In jener Zeit lieferte deir Kaufmann den Kaffee nur im grünen Zustand. Den Bohnenkaffee mußte man erst selbst rösten, was in offenen Pfannen auf dem Herdfeuer und mit dem Kochlöffel zu geschehen pflegte. Der Hier sind die wichtigsten Daten seines Lebens: 1906 wurde er Schiffsjunge. Ein Zusammenstoß, bei dem er nur sein nacktes Leben rettete, machte ihn arbeitslos. Schlechte Gesellschaft, mehrere Einbrüche, zwei Jahre Gefängnis. Kohl kam aus dem Gefängnis und wurde zur Kriegsmarine einberufen. Wegen Fahnenflucht und Einbrüchen erhielt er noch im gleichen Jahr sieben Jahre Gefängnis. Generalamnestie! Zwei Jahre später wurde er wegen Preisgabe von Dienstgeheimnissen und Rückfalldiebstählen wieder zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt Er verbüßte die Strafe im Fronteinsatz. Nach Kriegsende wurde er Führer eines Freikorps in der Widerstandsaktion. Wegen Waffen- und Mundtionsdlebstählen und einer versuchten Tötung aus politischen Gründern wurde er 1923 zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. 1930 — nach bedingter Begnadigung — als Steuermann einer norwegischein Reederei auf See. Dann verhaftete ihn die Gestapo. Zwölf Jahre KZ, unter anderem in den berüchtigten Stationen Mauthausen, Sachsenhausen und Oranienburg. Kohl erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, als ihn ein Kapo mit einem Holzprügel bewußtlos schlug. Unter den Folgen leidet er noch heute. Nach Kriegsende fand er sich mit den Verhältnissen nicht zurecht. Die Seefahrt lag still, die geplante Eröffnung eines Transportgeschäfts gelang ihm nicht, zum Teil durch Quertreibereien von Konkurrenten. Wieder wurde er rückfällig und erhielt 18 Monate Gefängnis. Nach seiner Entlassung verübte er vier Einbrüche mit einem andern in amerikanische Wohnhäuser, wofür ihn das Militärgericht im vergangenen Jahr zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Nun erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen eines Einbruchs in eine Konditorei, den man Kohl jedoch nicht nachweisen konnte. Man fand zwar Gegenstände, che von diesem Einbruch herrührten, und Einbrecherwerkzeug in seiner Wohnung, er will die gestohlenen Gegenstände aber „von dem Bekannten“ erhalten haben, mit dem er die Einbrüche in amerikanische Wohnungen verübte. Gegenwärtig verbüßt Kohl die Strafe des amerikanischen Gerichts in Bruchsal. Ein völlig verfahrenes Leben, aber auch ein Leben, an dem viel gesündigt wurde. Die Unterbringung in der Heilanstalt bedeutet nicht das Ende: Kohl kann durch seinen Verteidiger Antrag auf gelegentliche Ueberprüfung der Frage stellen, ob sein Verbleiben in der Anstalt weiterhin erforderlich ist. Bruchsaler /Illerlei Ergebnis im 30. Fußball-Toto S. Rang: Bruchsal 9, Heidelsheim 1, Wiesental 1, Kirrlach 1, Oberhausen 1, Odenheim 1, Gondelsheim 1; 2. Rang: Rheinsheim 1; Kurzwette: Bruchsal 1, Stadtausschuß der katholischen Aktion. Im Jugendheim von St. Peter spricht heute abend, 8 Uhr, Rechtsrat Dr. Amann über das Thema „Gott, das andere Sein und die Tragik der Well“ Der Stadtausschuß bittet um zahlreichen Besuch dieses Vortragsabends, der in einer Notzeit wie der heutigen von besonderer Aktualität ist. Auskunftsstelle des Verkehrsvereins. Der Verkehrsverein Bruchsal hat bei seinem Mitglied Kußmann, Zigarrenhaus am Bahnhof, eine Auskunftsstelle eingerichtet. Damit nimmt der Verkehrsverein die alte Tradition wieder auf. Einheimischen und Fremden mit Rat und Tat bei Reisen, Uebernachtungen und dergL zur Seite zu stehen. Todesfall. Im Alter von 82 Jahren starb gestern Frau Barbara Schäufele, geb. Frei, Witwe des Schmiedemeisters Andreas Schäufele, Württemberger Straße 27. Obst- und Gartenbauverein. Der Bezirks- Obst- und Gartenbauverein e. V., Landesverband Karlsruhe, hält am Sonntag, den 19. März, nachmittags 2 Uhr, im Saale des Prinz Max in Bruchsal, seine Hauptversammlung ab. Außer den Berichten über die Verwaltung ist laut Tagesordnung ein Filmvortrag über die San-Jose-Scbüdiaus, sowie ein Vortrag über Obst- und Gemüseabsatz vorgesehen. Es ist somit Gelegenheit gegeben, die San-Joee- Schildlaus, diesen Großschädling, im Bild zu sehen und ihre Entwicklung sowie die verursachten großen Schäden zu beobachten. An die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Bruchsal ist Einladung zum Besuch der Versammlung ergangen. Repatriierung von Polen. Der erste Repatriierungszug in diesem Jahr nach Polen, verläßt am 23. März 1950. Babenhausen. Personen, die als DP gelten und repatriieren wollen, müs- Aiifruf an alle Heimatfreunde Heimatkundliche Kulturschau Im August Im Rahmen der vom 11. bis 20. August stattfindenden gewerblichen und landwirtschaftlichen Ausstellung „Kraichgau und Bruhräm", ist auch eine kulturelle heimatkundliche Schau vorgesehen mit folgender Gliederung: 1. Geologie und Landwirtschaft. Gesteine, Mineralien, Versteinerungen, geologische Karten und Profile, Bildmaterial. 2. Tier- und Pflanzenwelt. Einzelstücke und Sammlungen einheimischer Tiere, Schädlinge, geschützte Tiere und Pflanzen, Heilpflanzen, pflanzensoziologische Karte, alte Kräuterbücher, Bildmaterial. 3 Der Mensch, Vor- und Frühgeschichte. Homo Heidelbergensis-Unterkiefer (Abguß) nebst Säugerresten von Mauer, Michaelsberger Funde (jüngere Steinzeit), Stettfelder Funde (Römerzeit), Rheinsheimer Funde (fränkische Zeit), Karten, Pläne, Bildmaterial. 4. Bruchsal bis zur Zerstörung 1689. Originale und Abgüsse von Steindenkmälera (Wappen, Hauszeichen, Inschriften), Kunst- u. Gebrauchsgegenstände, Bildmaterial. 5. Bruchsal unter den Fürstbischöfen (bis zur Säkularisation). Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Bildmaterial (Bauten, Baumeister, Kunstwerke, Künstler). 6. Bruchsal im 19. und 20. Jahrhundert. Abbildungen (Stiche, Drucke, Fotos, Ansichtskarten) heute nicht mehr vorhandener Gebäude und Straßenzüge vom Anfang des vorigen Kleine Historie des Sdiadis Das Chaturanga-Spiel im westlichen Indien Das moderne Schachspiel in seiner heutigen europäischen Form hat seit Jahrhunderten einen Siegeszug bis in die hintersten Winkel der Welt angetreten. Seine Geschichte ist vielfältig und doch nicht vollständig geschrieben worden. In diesem Zusammenhang ist es interessant, einmal seinen Spuren im fernen Osten, in Indien, nachzugehen, die man bis auf das Jahr 500 n. Chr. verfolgen kann. Dann allerdings finden sich keine Aufzeichnungen mehr, denen man genauere Daten über die Geschichte des königlichen Spieles entnehmen könnte. Jedenfalls ist das Schach von heute der logische und direkte Nachfolger eines Spieles, das im westlichen Indien unter dem Namen „Chaturen- ga“ bekannt war und sich großen Ansehens in der gesamten fernöstlichen Welt erfreute. Man spielte Chaturanga damals wie heute das königliche Schach auf einem Brett mit 84 Feldern. Es war ein ausgesprochenes strategisches Spiel, und die Schachfiguren stellten jeweils eine in- waffe usw. „Der Arm der Luftwaffe reicht weit“ ist ein terminus technicus, der in allen bestehenden Heeresorganisationen angewandt wöd. Dieses also sind die vier Arme des Heeres, wie sie die indische Armee vor 1000 Jahren kannte: Streitwagen, Elefanten, Kavallerie und Infanterie. Diese vier Arme mehlt nun das Wort Chaturanga, wenn es von der Armee als Ganzes spricht. In der Schlachtlinie des Sanskrit-Heeres waren die Kampfwagen an den Flanken aufgestellt, während der König und seine bedeutendsten Minister sich in der geschützten und wichtigen Mitte der Linie aulhielten. Die Kavallerie entwickelte sich ebenfalls an gen Seiten doch näher zum Zentrum hin, um rasche Vorstöße unternehmen za können. Die riesigen Elefanten sind direkt hinter dem Zentrum stationiert Man sieht also die traditionelle Schlachtlinie ist gewahrt Jede Fußballmannschaft bedient sich dieser Regeln. Chaturanga war die natur- weiterte Angriffsmöglichkeit und Schlagkraft, die sie heute so gefährlich macht. Fis dauerte Jahrhunderte Ms sich im Fernen Osten das europäische Schach die Bretter eroberte. Chaturanga wird heute mit zahlreichen Abwandlungen, die aus Persien und Arabien Eingang fanden, gespielt. Fis bat weitgehend an Bedeutung eingebüßt, und mußte wie so vieles Alte dem Neuen weichen. hp. Jahrhur rts, alte Bruchsaler Adreßbücher, Notgeld, Stadtpläne, ( Modelle und Pläne zum Neuaufbau. - 7. Bruchsaler Ehrenraum und Bürgerkabinett Bildmaterial (Porträts, Wohnhäuser, Grab- mäler) und andere Erinnerungsstücke (literarische Werke,- wissenschaftliche Arbeiten) verdienter Persönlichkeiten der Kunst, Wissenschaft, des Staates, die in Bruchsal wirkten oder deren Geburtsort Bruchsal war. Gruppenaufnahmen (Schulklassen, Vereine) aus der Zeit vor und um 1900. Erinnerungsstücke und Bilder aus der Gründerzeit der älteren Bruchsaler Vereine, Bruchsaler Stamm- und \hnen- tafeln. 8. Die Ortschaften des Kreises Bruchsal. Geschichtliche Erinnerungsstücke aller Art Bildmaterial. 9. Kunstausstellung. Künstlerische Darstellungen Bruchsaler Gebäude und Straßenzüge, desgl. von Landschaften und Orten des Kreises. Nicht auf das Heimatliche bezügliche Graphik, Zeichnungen, Gemälde, Plastiken, jedoch von Künstlern des Kreises Bruchsal geschaffen. 10. Aquarienschau. Aquarienliebhaber des Kreises Bruchsal stellen aus. Diese .Schau ist, da die Schätze des Heimatmuseums leider restlos vernichtet sind, zum Großteil auf Leihgaben von Privatleuten angewiesen. Wir machen daher alle Heimatfreunde auf diese Tatsache aufmerksam, mit der Bitte, irgendwelche Stücke, wie sie beispielsweise in obenstehender Gliederung angeführt sind, namhaft zu machen. (Ein wesentlicher Grundstock ist schon jetzt für die Ausstattungen gesichert.) Mitteilungen erbeten an: Prof. Alfred Wiedemann, Bruchsal, Wilde- richstraße 10 öder Gaston Mayer, Bruchsal, Hardtstraße 18. • . • weil der Zuckergehalt des Blutes sank Geistesstörungen und Affekthandlun gen bei Blutzucker-Senkungen dische Armee dar, deren sich <§|e Spieler za getreue Wiedergabe des sehr ernsten Spieles ihren Uebungen bedienten. Aufschlußreich ist iie Herkunft des Wortes Chaturanga. Es bedeutet im Sanskrit den Begriff, den wir im Deutschen mit dem Worte Armee umrelßen. Literarisch genommen und genau übersetzt bedeutet Caturanga „vier Arme“, Chatur, der erste Teil des Wortes also, heißt in Sanskrit „vier“ und ist der Vorfahr des lateinischen Wdr- tes „quattuor“, das sich 4m Quartett wiederfindet. Die zweite-Hälfte „anga“ bedeutet Arm auf dem Schlachtfelde. Zwei Heere stehen sich gegenüber mit den Fußsoldaten vor der Front, den schweren Waffen an den Seiten und an den Führern im Zentrum. Nun folgt Zug auf Zug der einzelnen Figuren, wie wir sie auch im modernen Schach kennen. Der König und sein erster Minister (Dame), erste rer von schwacher Angriffs kraft, gber unersetzlich und darum Starken Schutzes bedürftig. Der Infanterist Kriegsgefangene, die lange in Lagern Zusammenleben mußten, wiesen, daß sie im Zustande des Hungers reizbar und krankhaft empfindlich wurden, sodaß es zuweilen zu Mord und Totschlag kam. Unterernährte Menschen sind unerirä^äch und launisch. So tötete hi England ein junger Mensch seine eigeoe Mutter ohne ersichtlichen Grund. Er stellte Sich der Polizei; das Gericht stand vor einem Rätsel. Der Arzt, der den Angeklagten untersuchte, fand, daß der Zuckergehalt seines Blutes ungewöhnlich abgesunken war. Er war dadurch — unzurechnungsfähig geworden. Se’h Verbrechen lag im Blut, und er wurde freigesprochen. Eine billige Entschuldigung, wird mancher denken. Aber wissen wir nicht von uns selbst, daß ein gesunder, ausgegfic&eher Mensch gag nicht imst a nde tot, ein schweres Verbrechen %i (Bauer} 'setzt zu immer neuen kleinen Erobe- b eg eh en ? Und haben wir nicht die Pflicht,' und wurde in der militärischen Sprache des rungea an und versucht Gefangene zu machen, jene SWe un gs n «u untessuchen. die dazu filh- Sanskri* genau So gebracht, wie es ein müi- - Im alten Spiel des Chaturanga war der erste reh können, «Mn Menschen aum Verbrecher tärischer Begriff auch heutiger Armeen ge- Minister ebenso wie dm- König nicht angriffar zu: machen...? worden ist. Wie wir haute den Begriff des Armes in den europäischen Armeen kennen, wie z. B. Infanterie, Kavallerie. Artillerie. Luft- Minifter ebenso wie dar König -nicht: fähig. Erst das moderne Sehweh, das durch die weißen Eroberer such in den indischen Lindem eingefilhrt wurde, gab der Dame die er- Dfo Aerzte behaupten, daß krankes Blut einen Menschen wirklich kriminell weiden lassen können. Sie haben bei der IrvsuKn- Chocbehandiung merkwürdige Erfahrungen gemacht. Bei diesem Choc wird — genau wie bei chronisch»' Unterernährung — der Blutzucker rasch gesenkt, auf künstlichem Wege. Nach Krämpfen und Delirien tritt bei den Patienten eine gewisse Stumpfheit und Schlafsucht ein; die geistigen Funktionen werden gestört, such können Symptome organischer Krankheiten auftreten, sowie Halluzinationen. In diesem Zustand, den die Wissenschaft als Kypoglykaemde bezeichnet, sind kriminelle Handlungen nicht selten Man hat in Gefängnissen die eingelieferten Verbrecher auf ihren Gehalt an Blutzucker untersucht und gefunden, daß nur ein Bruchteil vön ihnen normalen Blutzucker besaß. Unerklärliche Affekthandlungen Jugendlicher sollen nieist auf eine Störung des Blutzucker- Hauöhälis zurüdezuführen sein. ■ Und die Heilung? Sie ist denkbar einfach: ein paar Stüde Zucker genügen, um die Hypo- glykaemte au beheben und den größten Wüterich zu besänftigen, — behaupten wenigstens die Aerzte, die jetzt in den Gefängnissen ihre Untersuchung fortsetzen Mittwoch, den 18. März 1880 •en am 18. März bei der IAO — Repatriie- rungsbtiro — Babenhausen bei Darmetadt sein. Mo können sich an da« IRO-Büro in Mano- beim, Otto-Bedc-Str. 4T oder Etthngen, Bb sh a lendkaserne, alle anderen Penonen an des Polnischen V«bindung*offizi« (Stuttgart-Degerloch, Haimbuschweg 38), wenden. Höchet- jW idii eine« Gepäckstück* iet 100 kg. Drei Paßbilder, DP-Kennkerte od. Deuts cheKenn- karte wollen mitgebrecht werden. Weitere Auskunft erteilt das Landratsamt. Badische Beamtenbank. Im Jägerstüble fandet haute mittag, von 18 bis 18 Uhr, eine Aussprache Uber all« Angelegenheiten der Badischen Beamtenbank statt. Für Auskünfte steht ein Mitglied des Vorstandes, Herr Mayer, allen Fragestellern zur Verfügung. Der Bezdrksver- trauensmann der Beamtenbank bittet um zahlreiche Teilnahme. Bruchsaler Jahrmarkt. Der.diesjährige Schaubudenmarkt dauert von Sonntag, 19. März, big Mittwoch, 22. März. Der Krämermarkt findet am 21. und 22. März statt. Sowohl Schaubuden- als Krämermarkt werden auf dem Meßplatz bei der Büchenauer Brücke abgehalten. Dia Besetzung des Marktes wird so reichhaltig sein mit Karussells, Schiffschaukeln und dergleichen, daß niemanden der weite Weg reuen wird. Der neue Bruchsaler Bahnhof. Wie wir erfahr«), werden die Pläne für das neue Bruchsaler Bahnhofsgebäude in etwa 14 Tagen vollendet sein. Einschließlich aller Neubauten, der Ueberdachung der Bahnsteige, der Herrichtung der Unterführungen usw. kommt das Projekt annährend auf 1 Million DM zu stehen. Das große Verwaltungsgebäude mit dem Turm, das am südlichen Ende des heutigen Bahnhofes quer zu den Gleisanlagen erstellt wird, wird fünf Stockwerke hoch sein. VfB Bruchsal. Fußballtraindng am Donnerstag, den 16. März für sämtliche Mannschaften in der Turnhalle der Stdrumschule und zwar wie folgt: 18—19 Uhr Schüler- und Jugendmannschaften; 19—20 Uhr 1. 2. und lb-Mann- schaft Die Spielerversammlung und der Unterricht findet nach dem Training im Gasthaus aum goldenen Lamm statt. Sämtliche Spieler wollen restlos erscheinen. Evangelisches Jugenddorf in Baden Baden-Baden. Dia Errichtung eines großen Jugenddorfes für heimatlose Jugendliche in Kreenhedastetten (Baden) geboren und starb 1709 in Wien. Er hatte im Kampf gegen die Türken sein Wort kämpferisch eingesetzt und war bei den Großen und Reichen seiner Zeit, auch wenn sie selbst sich auf sein Wort hin nicht bekehrten, wegen seines Witzes wohlgelitten. So befand fläch einmal auch einer aus dem alten Geschlecht der Trautmannsdorff ln der Gesellschaft des Paters Abraham, und im Wortgefecht wetteten die beiden miteinander, daß der Pater in seiner nächsten Predigt den Grafen öffentlich einen Esel heißen werde, ohne daß dieser sich beleidigt fühlen könne. Am nächsten Sonntag wurde die Wette unter großer Spannung aller Beteiligten ausgetragen. Pater Abraham begann zu predigen und erzählte von einem dummen Bauern, den men zum Dorfschulzen gemacht hatte. Aber bald erkannte die Gemeinde den Fehlgriff und im Wirtshaus entlud sich Ihr Mißbeha- — nach Abraham a Santa Clara —in dem ruf: „Und dem Esel traut man's Dorf an;® womit der Pater die Wette gewonnen hatte. Bei Hofe erregte die Kleidung der Dam«) wegen ihres tiefen Ausschnittes des Paters Aergemis. Abraham a Santa Clara wetterte von der Kanzel gegen solche ihm unsittlich erscheinende Entblößung und schloß einmal mit den Worten ^ „Weiber, die akh so sehr entblößen, sind nicht wert, daß man ihnen Ins Gesicht spuckt!“ Von so harter Anklage fühlte sich auch die Kaiserin getroffen, und sie Heß dem Prediger sagen, daß er sein Amt verlieren werde, wenn er diese Worte nicht widerrufe. Ahraham a Santa Clara tat das am nächsten Sonntag mit folgenden Worten: „Ich sagte neulich, Weiber, die eich so entblößen, seien nicht wert, daß man ihnen ins Gesicht spuckt. Dies widerrufe ich hiermit feierlich und erkläre: eie sind ei wert.“ — Damit hatte sein Wortwitz wieder eine Partie gewonnen. Obergrombach Geboren wurde: Peter Rausch. Vater Landwirt Wilh. Rausch, Jöhlingerstraße 8. MQnzesheim Die als Notstandsprogramm durchgeführten Arbeit«) zur Be- und Entwässerung des Oberen Tales sind im wesentlichen abgeschlossen und gehen nun ihrer Beendigung entgegen. Durch diese Arbeiten Ist der sogenannte Binsengraben verschwunden, da der Abschluß des Entwässerungsgraben* durch den neuangelegten Rohrkanal zum Kraichgau führt. Zur Zeit wird auch die Brücke der Landstraße nach Menzingen bei der Fabrik Mann wieder hergestellt. Die Brücke wurde 1945 gesprengt. Der Verkehr ging in den vergangenen Jahren über eine Holz-Notbrücke. Nunmehr ist der Verkehr über Oberacker bzw. Gochsheim umgeleitet. Ihren 72. Geburtstag feierte am 11. März Frau Elisabeth Elßler geb. Loritz, Witwe. Auch für die Zukunft noch recht viel Glück und Segen. Die Gesrfiiclite vom „weißen Weiblein 44 Auf dem Weg von Weiher nach Hambrücken kommt man an einem großen Loch vorbei. Damit soll es eine besondere Bedeutung haben. Um che Winterszeit hört der dort Vorbeikommende ein jämmerliches Klagen. Ist der Wanderer gar ein Sonntagskind, so sieht er in diesem Loch einen großen Goldklumpen, auf dem eine häßlich aussehende Kröte sitzt, deren leuchtende Augen weithin glänzen. Dabei steht ein weiß gekleidetes Weibchen. Es jammert, bittet und fleht und wer das arme Wedblein erlösen will, der muß die gräßliche Kröte küssen und bekommt zum Lohn den Goldklumpen. Noch niemand hat es bäsh« gewagt, das Scheusal zu küssen. Alle, die das Flehen hören, fliehen vor dem furchtbaren Tier; aber noch lang bleibt ihnen das Weinen und Klagen in Erinnerung. Liedemadtmittag in Wftesental Gemeinsame Sängerehrung der beiden Gesangvereine Am Sonntag veranstalteten die beiden hiesig«) Gesangvereine „Sängerbund“ u. „Männergesangverein“ in der Rosenhalle einen gemeinsamen Liedernachmittag, verbunden mit der Ehrung v erdi e nt er Jubtiare. Der Musikverein e. V. unter Leitung von Herrn Herrn. Schaum «öffnete diesen herrlichen Nachmittag, mit einem gut gespielten Marsh. Anschließend «klangen die beiden Chöre „Im schönsten Wieaengrunde“ (von Wörz) und sein« Tätigest wechselt, nicht auf di« Zufriedenheit der Kunden angewiesen ist, sondern dann, wenn Grund zur Unzufriedenheit besteht, längst nicht mehr zu fassen tet. Anders ist es, wenn man seinen Bedarf beim ortsansässigen Handel, Handwerk und Gewerbe deckt. Diese können nicht verschwinden, wenn sie etwas verkauft haben, sondern für die ist der zufriedene Kunde lebenswichtiges Geschäftsprinzip. Das gilt sowohl hinsichtlich der Preiswürdigkeit wie der Qualität. Qualität und Preis — das war auch die Frage, die bei einem für den Unbeteiligten beinahe «. heiternden Streit eine Rolle spielte, der sich vor ein paar Tagen in Weinheim abepiette. Ein auswärtig« Händler batten toi Verkauf von Chaiselongues zu niedrigen Preisen angekündigt. Bald ab«, nachdem er mit LKW und Anhänger eingetroffen war und ans Auspacken ging, tauchten Vertreter des einheimischen Polstergewerbes auf. Sie führten auf Handwagen ebenfalls Chaiselongues mit und zwar zwn Teil im halbverarbeiteten Zustand, unw dadurch sowohl die Arbeit wie das verarbeitete Material dem kaufenden Publikum vor Augen zu führen. So standen sich die beiden Fronten gegenüb«: Auf der einen Seite die Chaiselongue- Verkäufer, auf der anderen das heimische Handwerk. Hier die fertigen Liege-Einrichtun- Für dis vielen Beweise aufrichtig« Anteilnahme sowie die zahlreichen Kranz- und Blumenmenden beim Heimgang unserer in Gott ruhenden lieben Schwester Anna sagen wir allen unseren herzlichsten D ank. Besonders gedankt sei dem Herrn Geist], Rat Stöckle und dem Herrn Kaplan Baur sowie allen Bekannten für die Besuche während ihres langen Krankenlagers. Ein herzL Vergelt’« Gott auch den barmherzigen Schwestern da* St Josefhauses für ihre liebevolle aufopfernde Pflege. Bruchsal, den 14. März 1850 Kloster-Str. 25 trauernden Hinterbliebenen: Barbara and Karl Springer MlliMDOflT... stoDDt Zahnzerfcdll TUDUMI TODES-ANZEIGE Oomdfe fettzthruiden. Martern sftvA Dem Herrn üb« Leben und* Tod hat es gefallen, meinen hoben Mann, unseren treubesorgten Vater, Großvater, Schwager und Onkel Georg Schreck Bestimm# btt: ZoBsckretär a. D. ftraf. KU,, 1 aus einem arbeitsreichen Leben, nach fünftägig« Krankheit, im 78. Lebensjahre, zu sich zu nehmen. (niMHr,ZtU«lr.I In stiller Trauer: Fran Rom Schreck, geb. Förden« Famflte Hugo Schreck Familie Wilhelm Schreck Bettladen, PaleatrBate, Polster- stähle und Zimmertisebe Familie Eduard Hub wegen Geschäftsabgabe Oestringen-Mingolsheim, den 14. März 1850 billig zu verkaufen. Die Beerdigung findet am 16.8.1850,12.45 Uhr statt Hermann Bender, Brachen! Durlacher Straße 55 I DANKSAGUNG 1 „Daheim“ (von J. Werth) gesungen vom Säa gerbund (Leitung Herrn Brück«). In der Begrüßungsansprache hieß Vorstand Max Biachotff all« Anwesenden herzlich willkommen, und begrüßte besonders den Kreis- vovsetaeaden, Harm PHoth-Brurheal, Kreisschriftführer Moch, Gruppenchormeteter Hei- tig, und als Vertrat« der Gemeinde, Herrn Bürgermeister Heg«. Als nächstes trug der Mönnergeeangverein zwei Chöre vor „Heilig Haanstkmd“ (von L. Weiß) und „St. Rafael* (ein Volkslied aus dem 18. Jahrhundert). Der Krcdsvorsitzende Piloth nahm nach einer kurzen Ansprache die Ehrungen verdienter Jubilar« vor. Hierbei betonte er besonders, daß es einmalig ist, ln ein« Gemeinde mit zwei Gesangvereinen, eine solche brüderliche Zusammenarbeit zu finden, wie gerade in Wiesental. Er sprach allen Jubilar en Dank und Anerkennung aus, für das was sie in jahrzehntelanger Mühe und Arbeit geleistet haben zum Wohle des deutschen Iiede6 und unserem deutschen Vaterland. Es wurden geehrt: Für 50 aktive Jahr« Otto MbH, Josef Heg« II., Heinrich Machau«. Für 40 Jahrs: Fritz Lehn, Anton Mail, Oskar Macheu«, Julius Schmitteck«, Albert Metzger H., Anton Metzger II., Heinrich Metzger, Linus Seid«, Georg Mahl, Anton Schuhmach«, Karl Heg«, Wilhelm Mail, Eugen Mahl und Ludwig Klein. Vom M ärxiergesa r.g- verein: Julius Rotii, Riegel August und Vogel Ernst. Für 25 Jahre: Max Sälzler, Albert Heg«, Fritz Day, Bugen Schuhmach«, August Gentner I„ Max Metzger, Emil Schmittecker, Heinrich Stork, Bernhard Metzger, Alois Gund, Heinrich Gutting, Leo Grassel, Richard Grassel, Otto Josef Mehl, Anton Lechnauer, Joh. Martin Groß, Engelbert May« und Johann Gentn«. Im Namen all« Geehrten sprach Fritz Day Worte des Dankes mit der Versicherung, daß sie sich auch weiterhin dem deutschen Liede widmen wollen, und die Sängersache zu vertreten. Als nächstes sang der Sängerbund zwei Chöre „Komm schön« Tag (von Th. Körner) und „Droben im Oberland“ (von Rische), die beide herrlich zum Vortrag kamen. Zum Abschluß sang der Mannergesangverein „Wie‘s daheim war“ (von Wohlgemut) und „Feldedn- samkelt“ (von Wendel). Nun ging ein genußreich« Nachmittag seinem Ende entgegen, der allen Anwesenden in schöner Erinnerung b!~- ben wird.' ' i Punkt 4 : Dfe Weg» an Siedlungen der Gewanne „Hochetett" „AHraend“ werden folgendermaßen gerichtet; Der Mutterboden wird abgehoben und kamt sofort von den Bauern auf Wiesen sur Bo- denverbeeeemng abgefahren werden. Dl» Wege werden geschottert, daß ata mit leichten Fuhrwerken befahren werden können. Innerhalb zweier Stunden war die Tagesordnung erledigt Mit Interesse folgten di« zahlreichen Anwesenden der ersprleßHdi verlaufenen Sitzung des Gemeinderats und mußten erkennen, daß auch auf dem Ubstadter Rathaus den Zeitproblemen mit Verständnis Rechnung getragen wird. —sch— Dbstadter Baupläne für IBM Erst» öffentliche Gemeinderats«Haimf in dteaem Jahr Am Montag fand die erste öffentliche Ge- meiuderetaeitaung in diesem Jahre statt Zu Ttn ginn batte sich eine ansehnliche Zuhör er- menge eingefunden und Bürgermeister Knebel gab di» Tagesordnung bekannt: 1. Bauplatzzuweisungen im Baujahr 1950 sowie Bauweise. 2. Bericht des Staat!. Gesundheitsamtes über das Schulgebäude anläßlich einer Besichtigung im vergangenen Monat. 3. Pachtweise Uebernahme der Bahnhofswirtschaft „Wippel“ durch einen Metzgermeister aus Weiher. 4. Wege im Gewann „Hochstätt“ und „Allmend“ bei der Bahnhofssiedlung. Zu Punkt I: Bürgermeister Knebel referierte über Bauplatzzuweisungen und gab die Richtlinien der Bauweise bekannt, bat den Gemeinderat 1. um Beschluß, ob Bauplätze der Gemeinde auch an auswärtige Baulustige gegeben werden sollen, 2. um Stellungnahme zum Problem der am Bauen interessierten Baugenossenschaften (.»Neue Heimat, „Südbau“ etc), sie hier bauen zu lassen unter Beachtung des Momentes, daß auch ortsansässige Handwerker dabei berücksichtigt werden. Der Gemeinderat kam zu folgendem Beschluß l An Auswärtige sind keine Bauplätze der Gemeinde zu geben. Ferner wird der Bürgermeister beauftragt, sich Ftaanzierungsplän» von Baugenossenschaften einzuholen und sie bei der nächsten Gemednderatssifzung vorzulegen. Ein vorliegendes Gesuch um Zuweisung eines Bauplatzes eines Bürgersohnes an der „Hochstatt“ wird zwecks Klärung der Finanzierungsfrage vorläufig zurückgestellt. Punkt 2: Aus dem Bericht ging hervor, daß der Zustand der Schulaborte hygienisch unhaltbar geworden ist, weshalb che Aullag« zur Neuerrichtung eines Schulabortgebäudes dringhchst gestellt wurde. Der Ernährungszustand der Kinder wurde als befriedigend bezeichnet. Auf die Reinigung der Schulsäle, sowie Gänge müßte mehr geachtet werden. Der Gemeinderat war sich einig darüber, daß neue Schulaborte geschaffen werden müssen und will bei Aufstellung des neuen Voranschlages Mittel zum Bau beredtsteUen. Bei Funkt 8 macht der Gemeinderat gegen einen neuen Pächter keine Einwendungen, wenn dadurch der Gemeinde keine Wbhnungs- •ehwierigkeiten bei den derzeitigen Mitbewohnern des Hauses entstehe* TftbalisteaerreloH* «werläßlidi V«* OkerlMdwiriscfae/teret Dr. Metouer Anläßlich ednear Tefeefabeuerov« in Plankstadt Dr. Meisner über dto wirteduaftapoütische Bedeutung des westdeutschen Tabakbaues. Er betonte, daß unsere badischen Bauern infolge ihm - sorgfältigen Arbeit mit an der Spitze der deutschen Tabakbauverein» stünden. Ueber diesem Erfolg dürft man aber nicht vergessen, daß die TabaJdndustrie schwer Im argen liege. Es müßte vor allen Dingen durch eine Tabaksteuerreform, der ein geschicktes Anglelchen der Erzeuger-, Verarbeiter- und Verbraucherpreise zugrunde zu legen wäre, ein Ventil geschaffen werden, durch das die fertigen Rauchwaren zu einem annehmbaren Preis an die Verbraucher ge- Wir und unsere Kinder Halts Kindern gegenüber stets dein Versprechen! „Wenn du das tust, bekommst du das und das.“ Wie schnell sind manche Erwachsen» Kindern gegenüber mit billigen Versprechungen zur Hand! Oft aus Bequemlichkeit gestehen sie ihnen allerhand zu, ohne sich über die Erwartungen, die sie damit erwecken, viele Gedanken zu machen. Die Kinder aber haben für solche Versprechungen ein gutes Gedächtnis und vergessen nicht, uns daran zu erinnern, wenn wir nicht von selbst darauf zu- rückkommen. Ausweichende Antworten oder ein Vertrösten auf später verfangen nicht. Ein solch schlechtes Beispiel kann Kinder ungemein enttäusch«), ja diese charakterlich geradezu schädigen, weil sie zu ähnlichem Handeln verleitet. Schaff deinem Kind rin# sonnige Jugend! Wer kennt nicht irgendeinen vergrämten, verbittert«) Alten, der jedem Kinderlachen ausweicht und sich durch sein menschenfeindliches Wesen überall unbeliebt macht? Geht man diesem auf den Grund, dann zeigt sich nicht selten, daß er eine freudlose, liebearme Jugend verlebt, kein rechte» Zuhause gekannt hat Das geht ihm ein ganzes Leben nach. Umgekehrt aber zehrt Mn Mensch lebenslang von ein« glückhaften, sonnigen Jugendzeit. Bin Kind möglichst lange unbeschwert, wenn Am Sonntag hielt der MGV „Sängerbund“ kn Engelsaal seine Generalversammlung und schloß damit offiziell das erfolgreiche Jubiläumsjahr seines 100jährigen Stiftungsfestes eb. Vorstand H. O. Zahler gab eingangs einen Rückblick über das verflossene Vereinsjahr. Noch Prüfung des Kassenberichtes, der als einwandfrei befunden wurde, fand«) dte Neuwahlen statt. Die zahlreiche Versammlung dabei mit überwiegender Mehrheit der iVorstandschaft ffir uneingeschränktes Vertrauen aus. H.' O. Zahler ist 1. Vorstand und Heinrich Ledtzig 2. Vorstand. Lothar Rolher behält weiterhin das Amt des Schriftführern. Lediglich an Stelle von Herrn Jost, der durch seinen Wegzug aus Mingole- heim nicht mehr in der Lage tat, das Amt dies Kassiers auszuüben und den wir sehr ungern scheiden sehen, wurde Herr Bruno Schuh neugewählt. Herr Heinrich Zahl«' sen. wurde nun Ehrenvorsitzenden gewählt. Die anschließend«) Diskussionen waren sehr rege. H. O. Zabler leitete mit viel Geschick und' Routine. Nach einem kurzen Ausblick auf «he kommende Saison, bei der der Verein b) erster Linie seine Rückverpfikhtungen den Vereinen gegenüber, die an eetaetn 100jährigem Jubiläum teünahmen, nechkommen Mtagolsheimer Wochendiroiiih Generalversammlung des MGV „Sängerbund“ im „Engel“ muß, schloß er die trotz alten Debatten harmonisch verlaufene Generalversammlung, bei der alle schwebenden Fragen erschöpfend behandelt wurden. Der neue, bzw. dem Verein altbekannte und bewährte Chordirigent Kurt Ansmana, wird den Verein ln seiner Leistungskurve weiter aufwärts führen. * Am Samsta&norgen wurde Malermeister Karl Friedrich Bender, der einer Lungenentzündung erlegen war, unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der MGV „Konkordia“ erfüllte ihm nach der Kranzniederlegung des Vorstandes Schnatterbeck den oft geäußerten letzten Wunsch mit dem Grablied „Stumm schläft der Sänger“. Vinzenz Appel gedachte am offenen Grabe kn Namen des Verkehr vereins des langjährigen, selbstlosen und regen Mitarbeiters. Wenige Tage nach der Feier ihres 92. Geburtstages starb die Zweitälteste Mitbürgerin, Frau Sofie Gaßner, am 10. März. Am 11. 3. beging Herr Franz Wüst, Friedrichstraße, seinen 73. Geburtstag. Prokurist Wilhelm Fauß wurde am 19. März 71 und Schneidermeister Richard Seiler am IS. März 74 Jahre alt. Allen noch außerordentlich rüstigen Jubilaren herzDchste Glückwünsche. *•% sollte oberst« Gebot der Eltern sein; « Ui des Schönste, was sie ihm schenk«) können. Singe Beißig mit deinem Kind! Es wirft nicht du beste Licht auf ein Elternhaus, wenn einem Kind der unerschöpfliche Schatz an Liedern, insbesondere auch Kinder- liedera, verschlossen ist Er ist so unendlich oß, daß jede Mutt« leicht das Richtige fin- en kenn. Gibt es etwas Schöneres für ein nd, als mit d« Mutt« zu singen? So manche unangenehme Arbeit geht dabei munter vonstatten, und selbst das vom Kind so oft gefürchtete Gewäsch«)- und Gekämmtwerden wird durch ein Lied erträglich« gemacht. Ein Kind, du von der Mutier beizeiten eine Auswahl schön« Lied« lernt, schnappt nicht so leicht einen billigen Gassenhauer auf od« sonst ein Lied, das in einen Tingeltangel, aber nicht zu einem Kinde paßt. Erstehen heißt vorlebent So manche Eltern klagen üb« mangelhaft« Benehmen ihr« Kind«, wenn sie mit diesen irgendwo zu Besuch sind. „Sprich doch nicht immer mit vollem Mund!“ — „Nimm d«) Löffel aus der Tasse, wenn du trinkstl“ — „Setz dich anständig auf den Stuhl!“ So und ähnlich belehren sie in Gegenwart von and«n, um sich selbst dadurch den Anschein zu geben, es in der Kindererziehung an nichts fehlen zu lassen. Sie sind sich indessen nicht bewußt, daß sie dabei grobe eigene Unterlassungssünden verraten. Wären die Kind« zu Hause richtig angehalten worden, wie man sich bei Tisch und auch sonst richtig benimmt, müßte di« Erziehung nicht an fremdem Ort einsetzen. Pflege das Gemüt dein« Kind« Ob wir einem Kind Geschichten «zählen, mit ihm Bild« betrachten, es auf ein«) Gang in Feld und Wald mitnehmen, immer werden wir bemüht sein, das Schöne, Große, Vorbildliche zu entdecken und dem Kind nahezubringen. Umgekehrt wird es uns ein Anliegen sein, dem Kind möglichst alles Niedrige, Rohe, Grausame fernzubalten; wo dies aber aus irgend einem Grund nicht möglich ist, werden wir ihm das Abstoßende, Häßliche daran zum Bewußtsein bringen und so schon beizeiten den Sinn für alles Hohe und Edle in ihm wecken. • Bischof Döpfner predigt heiligen Kreuzzug Aachaffenburg. „Wir müssen am Werk christlich« Erneuerung mit allen Kräften' mithelfen und ein Deutschland bauen, das durch alle Zeiten christlich bleibt“, «klärte der Bischof von Würzburg, Dr. Julius Döpfner, auf einer Kundgebung der Katholiken des Untermain-Gebiets in Aschaffenburg. Der Bischof forderte die Gläubigen auf, mit dem Beispiel der guten Tat voranzugehen und einen heilig«) Kreuzzug zu beginnen. langen. An dies« Steuerreform seien ÖM Pflanzer auch deshalb interessiert, well 4j§ sonstigen la ndwirtscheftldchen Erzeugnisse wj§ Getreide usw. unterbewertete Produkte dMV stellen. Man dürfe nicht vergessen, daß dte Tabak« Steuer mit zwei MUltarden DM dte höchste Steuereinnahme de« Bund« aeL müßte durch diese Reform weiterhin werden, daß die Zigaretten und der Rauch» tabak an dte Verbrauch« tu Preisen abgageben werden können, die auch ihrem Ver- diensteinkommen entsprechen. Wenn man überlege, daß der Arbeiter in den USA füg 20 Zigaretten 20 Minuten und in England 87 Minuten arbeiten müssen, so tat für den Arbeiter in Deutschland für dte gleiche Anzahl eine Arbeitszeit von 1 % bk 1K Stunden notwendig. Würde man nun dte Arbeitskraft des deutschen Arbeiters auch in einem ungefähren Verhältnis bewerten, so würde trotz der herabgesetzten Steuer Infolge de» größeren Verbrauchs mindestens die gleiche Steuerhöhe erreicht werden. Nach Ansicht der Zigarettenindustrie würde das Steuerelnkommen allein dies« Wirtschaftszweiges 1,4 Milliarden DM betragen, wenn die Zigarettenpreise auf (P/t bis 10 PL herabgesetzt würden. Man dürfe rieh dies« Tatsache auch im Finanzministerium nicht verschließen, denn bis jetzt sei es immer so gewesen, daß dte Vorschläge aus der Praxis Hand und Fuß hatten und sich verwirklich«) ließen. Außerdem dränge momentan noch etwas zur Entscheidung, und zw« d« Kampf um die Geschmacksrichtung. Es sei hier allerdings zu erwarten, daß d« deutsche Rauch« den Ori- enittabaken den Vorzug vor den, nach unserem Geschmack etwas zu starken amerikanischen Zigaretten geben werde. Auch die Frage der fünfprozentigen Beimischung des inländischen Tabaks zu dem Rauchtabak und den schwarzen Zigaretten sei erneut sehr akut geworden. Dies« Beimischungszwang bestand schon seit dem Jahre 1922 und wurde nach Kriegsende aus unbekannten Gründen nicht mehr durchgeführt. Die Beimischung sei auf die Preisbildung für die Ernte 1950 von sehr wesentlich« Bedeutung, da die Tabakindustrie dadurch ln die Lage versetzt würde, den diesjährigen Tabak zu einem großen Prozentsatz abzusetzen und somit die neue Ernte zu einigermaßen guten Preisen wied« einzukaufen. Die westdeutsche Tabakwirtschaft schafft Werte in Höhe von 8 Milliarden DM jährlich. Daß hierbei auch andere Wirtschaftszweige, wie die Masdbinea- und Kartonagenindustrfe maßgeblich mitbeteiligt seien, stehe auß« jedem Zweifel. Der Redner forderte aus allen diesen Gründen die Landwirte auf, che Qualität Uwes Tabakes zu-halten und zu verbessern. Nur wenn dte Arbeit« und Bauern Hand tai Hand für dte deutsche Wirtschaft arbeiten würden, könne es gelingen, die schmerzlichen Wunden des hinter uns hegenden Krieges zu heilen. Die Vermassung des modernen Menschen Im Rahmen ein« Arbeitstagung d« Evangelischen Kirchen der Ostzone für Männer- asbeit, wandte sich Pfarrer Llc zur Nleden (Offenbach) in einem Vortrag in d« Gruftkirche des Berliner Domes gegen dte Vermassung des modernen Menschen, der zur Nummer und Schablone und zum Automaten werde. Die christliche Antwort auf diese Situation gipfelte ln dem Ruf zur Rückkehr zu Gott und zur lebendigen Gemeinschaft im Glauben. Das sei der einzige Ausweg, der die Menschheit davor bewahren könne, durch die Gewalt einer zur Furie gewordenen Technik Selbstmord zu begehen. ¥ RANZISKA UND DIE SIEBEN RABEN KOMAJf VOR RUDOLF Aff DI KI f MSHCgflEg ROMAH-TH 1 A 4 MO» CHKH-P A3 IH g. FEIT1-EEPTEK-3TK. } 40. Die Frau Doktor woHfe mit uexn Auto weg? Und gestern erst habe sie diesen Anteil —? Doch. Sie müsse weg, es müsse sein, tatsächlich. — Und wenn sie im Sterben hegen würde, sie muß weg. — Je näh« sie Sakbnmn kommen, um so unruhig« wild sie. Jetzt sind sie schon auf der Brücke, unter ihnen rauscht dag wilde Wasser dahin und kümmert sich nicht um die Freuden und die Sorgen cter kleinen Menschen, dte Tag für Tag an seinen Ufern vorü berge hen. Der Turm der Pfarrkirche hebt sich vor dem Hintergrund der Berg e ab, die ersten Häus« nehmen den Wagen auf. Hier ist cter Marktplatz. Im prallen Sonnenlicht steht breit und behäbig der Gasthof „Zum Goldenen Raben* gegenüber dem Springbrunnen. Charlotte hat Glück. Franziska ist daheim. Sie wird aus cter Küche geholt, wo sie die ewig Fleißige, eben die letzten Anordnungen für das Abendessen gibt. — Wer tat da? Frau Doktor Lodroner aus Bisehafishall? Ab« das ist doch unmöglich. Franziska läuft auf die Straße, so schnell die flinken Füße sie trag«). Tatsächlich eben entsteigt die zukünftige Schwägerin dem Wagen; und schon cter erste Blick auf das leidende Gesicht verrät der anderen, daß diese Fahrt einen ernst«) Hintergrund hat — Die beiden Frauen sitzen sich gegenüb«, das Mädchen trinkt im Nebenzimmer seinen Kaffee. „Wie siehst du aus!“ sagt Franziska besorgt. „Und warum kommst du hierher! Bei dieser Hitze, in deinem Zustand! Ich kann dir den Vorwurf nicht ersparen, daß du ein wenig leichtsinnig bist . . . ab« du weinst ja! — Ich bitte dich, was ist denn los —t“ Charlotte will an t w orten ; ab« die Aufregung der letzten Stunden war nun doch zu groß. Schluchtciiu „ulkt i . n die Schulter der verständigen Freundin. Franziska kennt sich nicht aus. — Was soll das eigentlich bedeuten? Sie war doch erst hüben in Bischofshall und hat gesehen, wie elend Michaels Frau ist: Warum fährt Charlotte nun zu ihr? Das muß gewiß einen besonderen Grund haben. Bis zur Entbindung können es doch nur noch Tage sein; da setzt man sich nicht ohne weiteres an einem solch schwülen Tag in ein Mietauto — nicht einmal in das eigene — und fährt nach Salzbrunn. Sie wartet, bis das Schluchzen still« wird, und wiederholt dann ihre Frage: „Du sollst mir sagen, was eigentlich los ist —“ „Ach, Franzi —“ „Weiß dein Mann, daß du hter bist?“ „Nein.“ „Und wenn er es erfährt! Wie wird er sich ängstigen! Du kennst ihn doch!“ Ich glaube, er ist nach dem Weiherhof gefahren . . Ludwig?“ „Ja. Zu ihm.“ Charlotte richtet sich auf. Sie trocknet mit zitternd« Hand die Tränen und beginnt zu erzählen, zuerst leise nur und stok- kend und voll immer neuer Erschütterung, ab« dann doch fester, als sie sich das selbst zugetraut hätte. Wie Pankraz bei ihr war; wie sie ihn das erstemal schroff abgewiesen; wie er ein zweites Mal gekommen sei, ebenfalls umsonst; und wie « nun einen Brief geschrieben habe, cter — so unglaublich es klinge — durch ihren eigen«) Leichtsinn, oder richtig«: durch ihre Aufregung, Michael in die Hände gefallen sei, -und wie sie dann in ihrer Verzweiflung und Angst gesagt habe, daß Pankraz* anklagende Zeiten nicht an sie, sondern an Franziska gerichtet seien . . Franziska kommt nur langsam zurecht Allzu ungeheuerlich scheint ihr das, was sie da hört. Zuerst begreift sie nur eines: Daß Pan- kraz und Charlotte einmal etwas mitetaancter zu tun gehabt hatten, was nie und nimmer hätte sein dürfen. „Charlotte —“, flüsterte sie fassungslos. „Das kann doch gar nicht wahr sein, du und Pankraz! Das ist doch nicht möglich!“ „Und doch ist es wahr —" Charlotte preßt die Finger in das Fleisch der Arme. „Doch, Franzi, es ist schon so, es war so, ich sage es ruhig und doch voller Scham und voll Verachtung für mich selber. Das ist nun freilich schon lange her . . . ich war erst kurze Zeit v«heiratet ... du weißt ja, daß Michael bald nach unserer Hochzeit mit seinem Professor ins Ausland ging. Ich konnte es ihm ja nicht verwehren, denn « war so voller Freude über diese Auszeichnung; später hatte « ja auch viel Nutzen davon. Ab« ich hätte mitgehen sollen; « bat mich ja auch darum. Ich aber blieb daheim. Ich blieb daheim, ein törichtes, junges Ding ... siehst du, und da kam «, Pankraz, machte mir den Hof, pries meine Jugend und meine Schönheit und was weiß ich noch altes — man sollte den Frauen Watte in die Ohren stopfen, wenn solche Männer zu ihnen kommen. Und ich fiel auf ihn herein. Er brauchte sich noch nicht mal besonders anzustrengen. Er war schon in der Fremde gewesen, « hatte schon so viel gesehen, « wußte so gut zu plaudern, er hatte ja auch eine ganze Menge Erfahrung mit Frauen, . . . großer Gott, da kam es eben soweit .... er hatte mich zu einer Spazierfahrt abgeholt, wir hielten in einer einsamen Waldwirtschaft ... es war niemand da als der Wirt, der Tag war so schön, ich muß von Sinn«) gewesen sein - . . ich schwöre dir, Franzi, es blieb bei diesem einen Mal. Ab« es war längst schon genug. Kaum war es geschehen, 1mm auch schon die Reue. Was hatte Ich Michael angetan! Und wie liebte ich ihn jetzt, da ich so an ihm gesündigt hatte! Und wie schämte ich mich vor mir selbst? Diese Wandlung kam so plötzlich, diese Einsicht war so furchtbar, daß ich, als Pankraz ein paar Tage später zu mir in die Wohnung kam, ihn mit meinen eigenen zwei Fäusten aus cter Türe und die Treppe hinunterstieß Das genügte. Das verstand er. Wie es um mich stand, danach fragte er ja nicht Und zu meiner Scham kam dann auch noch die Angst: Wie nun, wenn diese eine Stunde Folgen hatte? Ich kann dir jene Tage nicht schildern, Franzi, ich will es auch gar nicht versuchen; aber glaube mir, daß es die schrecklichsten meines ganzen Lebens waren. Zu all dem hatte ich die ständige Furcht daß jener Wirt plaudern könnte, und in meiner doppelten Dummheit lief ich deshalb zu ihm und bat ihn flehentlich, ja zu keinem Menschen davon zu sprechen, daß ich mit Pankraz bei ihm gewesen wäre . . . ahnte « bis dahin nichts, so wußter er doch jetzt daß ich ein sehr schlechtes Gewissen hatte. Der Mann wohnt heute noch in einem Dorf bei Steinberg . . .ich habe ihn sogar ein paarmal getroffen . . . wie soll man das alles schildern! — Und dann kam Michael wieder zurück, Monate später, überglücklich, mich wieder bei sich zu haben, mich, die ihn so gemein verraten hatte!“ Sie zittert Ihre Augen sind voll Trauer und Haß. „Michael ahnte nichts. Er hat all die Jahre her nichts geahnt. Er, erfuhr auch nie etwas davon, daß ich Pankraz schon zweimal Geld gegeben habe für sein Schweigen, jedesmal ein paar hundert Mark. Was sollte ich auch tun? Er hatte mich ja ln seiner Gewalt. Wenn ich mein Glück und das meines Mannes nicht zerstören wollte, dann mußte ich ja tun, was er von mir verlangte. So betrog ich Michael all die Jahre her; aber das Schicksal schien mich hart zu strafen: Hä versagte mir ein Kind, mir, die ich einmal doch so sehr gefürchtete hatte, eines zu bekommen —“ „Du-solltest nicht soviel sprechen!“ „Laß mich. Es muß einmal gesagt seih. Das alles trage ich nun so lange mit mir allein herum, das würgt mich all die Jahre her, das hat mich manchesmal schon fast zur Verzweiflung gebracht ... da tut es nur gut, wenn man sich auch einmal aussprechen kann. Du verstehst mich ja, Franzi, du mußt mich verstehen, hörst du, eben Jetzt in diesem Augenblick! — F örtse* z■ “ “ ^Jgt. DIE SEITE DER FRAU Anna Magdalena Bach Ein Oedenkbliit für die Lebensgefährtin des großen Komponisten Im Jahre 1721 war es sicher noch etwas Ongewöhnliches, wenn eine 2ljährige verheiratete Freu von ihrem Fürsten ein Jabres- ■ehslt von 200 Talern erhielt, während ihr Mann nicht mehr als das Doppelte davon verdiente. Und dabei handelte es sich in diesem Fall am keinen geringeren als Johann Sebastian Bach, der damals als Kapellmeister in Köthen für den Fürsten Leopold Musik machte. Bevor Johann Sebastian Bach Anna Magdalena zur zweiten Frau nahm, hatte sie sich bereits als Sängerin einen nicht unbedeutenden Ruf erworben. Gemeinsam mit ihrem Vater, dem Weißenfelser Hoftrompeter Joh. Casp. Wülken, unternahm sie Gastspielreisen an die benachbarten Fürstenhöfe, wo sie reichen Beifall erntete. „. . . zu mahle da meine itzige Frau gar einen sauberen Soprano singet“, schrieb Bach darüber an seine Freunde. Als Anna Magdalena am 3. Dezember 1721 Bach horstete, engagierte Fürst Leopold auch sie als Sängerin. Neben dies«: künstlerischen Begabung zeichnete sie sich durch noch viele andere Talente und Fähigkeiten aus. So rühmte man sie als begabte und geschickte Begleiterin am Klavier, und außerdem schrieb sie — was für den großen Künstler von unschätzbarem Wert war — seine eigenen und fremde Partituren mit Geduld und Sorgfalt ab. Es will uns heute scheinen, als ob diese künstlerischen Aufgaben das Tagewerk einer Frau bis zum Rande auszufüllen vermöchten. Aber Anna Magdalena war dem berühmten Mann nicht nur eine ideale Arbeitskameradin, sondern auch eine liebevolle Gattin und Mutter einer zahlreichen Kinderschar. Sie hatte nicht hur die Kinder aus Bachs erster Ehe zu betreuen, sondern schenkte ihm während ihrer 28jährigen Ehe selbst weitere 13 Kinder. So muß Anna Magdalena eine bewundernswert vielseitige Frau und kluge Lebensgefährtin für Bach gewesen sein. Für die glückliche Gemeinschaft, in der sie lebten, und für die Harmonie ihrer Ehe zeugt ehe Tatsache, daß der Thomaskantor izi seinem Heim alle Widerwärtigkeiten, die ihm das Leben und seine Mitmenschen bereiteten, vergaß. Hier musizierte er mit Frau und Kindern, hier komponierte er seine unsterblichen Werke und schrieb Lieder und Stimmen für den Sopran seiner Frau, dl« er so gern singen hörte. Und wenn er seine neuen Noten setzte, arbeitete er nur für sich, dachte an kein Publikum, sondern nur an seine Gattin, als ob er ihr etwas Vorspiele. Wir wissen von Anna Magdalena noch, daß sie „eine große Liebhaberin von der Gärtnerei“ war, wie ein Vetter Bachs an seine Eltern schrieb, die er um drei gelbe Nelkenpflanzen für die verehrte Frau bat: „Meine Muhme freut.sich schon im voraus auf die gelben Nelken wie ein kleines Kind auf den heiligen Christ.“ Aber sonst ist die Chronik von ihrem Wesen und ihrer Art, von ihrer Frohnatur und ihrem Lächeln verloren gegangen. Wir wissen auch nicht, wie sie ausgesehen hat. Ein * Bild van Sir, das Philipp Emanuel Bach besaß, konnte nicht wiedergefunden werden. Audi von ihren Briefen blieb uns nur ein einziger erhalten. Aber ihr Name und ihr Leben, das sie nach dem Tode des Gatten in kümmerlichen Verhältnissen fristete, wird unlösbar verbunden bleiben mit dem Werk und Lebensweg Johann Sebastian Bachs. Und wir können in diesem Jahr seinen 200. Todestag nicht feiern, ohne an Anna Magdalena zu denken, der er einst das leise und zarte Liebeslied in ihr berühmtes Notenbüchlein schrieb: „Bist du bei mir, geh’ ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh'. Ach, wie vergnügt war so mein Ende, es drücken deine schönen Hände mir die getreuen Augen zu.“ M. Herbst *■ J I * ! Nicht viel kochen - richtig kochen Auf die richtige Zusammenstellung der Mahlzeiten kommt es an Die Menschen sehen bei uns wieder besser aus. Sind die „Gutgefütterten“ aber auch richtig ernährt? Ärztliche Untersuchungen haben ergeben, daß die meisten Kinder und Erwachsenen zwar eine ausreichende Menge an Nahrungsmitteln zu sich nehmen, daß aber die richtige Zusammensetzung der Mahlzeiten in vielen Familien noch zu wünschen übrig läßt. Sehr oft sind die „Gutgefütterten“ unterernährt. Was muß die Hausfrau wissen? Proteine sind lebensnotwendig zum Aufbau und Ersatz des Körpergewebes, Kohlenhydrate für die Energie, Kalk für Knochen und Zähne, Eisen für die roten Blutkörperchen, Vitamin B für die Nerven. Ob diese Stoffe im Essen auch tatsächlich vorhanden sind, bleibt für viele Frauen sehr oft ein Geheimnis. Welchen Beruf soll ich ergreifen? Ein Überblick über aussichtsreiche Frauenberufe “ In den vergangenen Jahren wollte jedes fünfte Mädchen, das die. Volksschule verließ, Schneiderin oder Friseuse werden, von je 100 Mädchen wollten acht den Beruf der Verkäuferin ergreifen und. zehn Prozent der Schulentlassenen äußerten den Wunsch, Kontoristin, Sekretärin oder Stenotypistin zu werden. Auch heute noch, wo die Lehrstellen denkbar knapp sind, möchte der weitaus größte Teil der Mädchen, che Ostern aus der Schule kommen, Schneiderin oder Friseuse werden, obgleich diese Berufe geradezu überlaufen sind. Um alle Eltern und ihre Töchter, die sich bald für eine Ausbildung entscheiden müssen, mit den verschiedenartigen Möglichkeiten' bekannt zu machen, haben wir heute die wichtigsten Frauenberufe und ihren Ausbildungsweg für aus der Volksschule entlassene Mädchen kurz zusammengefaßt. Im Handwerk (Schneiderin, Friseuse, Putzmacherin) beträgt die Lehrzeit, die mit der Gesellenprüfung abschließt, drei Jahre, in denen der Lehrling je nach Al f er und Lehrjahr mm - zwei- bis dreijährige Lehre für Weberinnen. Die Facharbeiterin, die geschickte Hände, kräftige Arme, gesunde Füße und schnelles Reaktionsvermögen besitzen muß, um die Maschine schnell und gut zu bedienen, kann auch Vorarbelterin und Meisterin werden. Die Wäscherin oder Plätterin muß eine eineinhalbjährige Anlernzeit oder eine umfassende Lehre von drei Jahren durchmachen. Die Erziehungsbeihilfe beträgt 30 bis 50 DM monatlich, der Gesellenlohn in der Stunde 0,80 bis 0,90 DM, der Meisterlohn beginnt mit einer QM in der Stunde und steigt jährlich. Zu den hauswirtschaftlichen Berufen gehört die Hausgehilfin, die nach zweijähriger Lehre (kostenlos bei freier Wohnung, Verpflegung und Taschengeld) und hauswirtschaftlicher Prüfung ein Gehalt beanspruchen kann, das 20 Prozent höher ist als das der ungelernten Hausgehilfin. Die geprüfte Hausgehilfin, die drei Jahre (an zwei Abenden in der Woche) eine Frauenfachschule besucht, kann ihre Prüfung als Wirtschafterin machen. Die Köchin oder Mamsell muß drei Jahre lernen und kann nach siebenjähriger Tätigkeit die Meisterprüfung ablegen. Auch die Verkäuferin hat eine dreijährige Lehrzeit, die mit der Kaufinannsgefailfinnen- Prüfung endet, während die Gewerbegehilfin (in Bäckereien, Schlachtereien, Konditoreien) zwei Jahre zur Ausbildung braucht Eine kaufmännische Ausbildung erfordert drei Jahre, die einer Bürogehilfin, die in der Berufsschule auch Schreibmaschine und Stenographie schreiben lernt, zwei Jahre. Außerdem gibt es für diese und ähnliche Berufe die Möglichkeit, eine Handelsschule zu besuchen. Das Schulgeld für eine Staatliche Handelsschule beträgt 20 DM, für die privaten Handelsschulen durchschnittlich 30 bis 35 DM monatlich. Alle notwendigen Grundnäfarstoffe sind in folgenden elf „Grund-Nahrungs mittel-Gruppen“ vorhanden: 1. Milch und Käse, 2. Fleisch, Geflügel, Fisch; .3. Eier; 4. getrocknete Bahnen, Erbsen, Nüsse und Erdnußbutter; 5. grünes und gelbes Blattgemüse; 6. Citrusfrüchte und Tomaten; 7. andere Früchte und Gemüse; 8. Kartoffeln; 9. Nährmittel und Brot; 10. Butter, Margarine und Kochfette; 11. Zucker. Was macht man falsch? Nährstoffe werden zerstört oder nicht ausgenutzt. Frisches Gemüse läßt man stundenlang offen stehen (Verwelken sowie Licht- und Lufteinwirkung verursachen Nährstoffverluste). Abgeschabte Karotten, entschälte Erbsen oder Bohnen läßt man zu lange in Wasser geweicht und zerstört dadurch die wasserlöslichen Minerale und Vi-, tamine. Kehl wird zu lange vor der Mahlzeit geraspelt und Salat zu lange vorher geschnitten, wodurch viel Vitamin C verloren geht. Alle Gemüse werden in viel zu viel Wasser viel zu lange gekocht, was wiederum zum Verlust von Vitaminen und Mineralen führt. Gemüse soll man in flachen Töpfen mit geraden Seitenwänden und festschließendem Deckel kochen und gerade nur so viel Wasser nehmen, daß der Inhalt nicht' anhängt' Das ist sowohl dem Gehalt als auch dem Ge-; schmack zuträglich. Fleisch wird im allgemeinen schlecht aufbewahrt und schlecht gekocht. Fisch und Geflügel wird als gesunde Abwechslung zu wenig verwendet. Auch die „Innereien“ wie Leber, Herz, Niere, Zunge und Kalbsbries finden trotz ihres reichen Protein-, Vitamin- und Eisengehaltes wenig Beachtung. Fleisch, das bei zu großer Hitze gekocht wird, schmort zusammen. Frauen müssen kämen, daß bei einer verhältnismäßig niederen Ofentempera- - tur (150 bis 175 Grad Celsius) ein Braten gleichmäßig durchgebraten wird, wobei man Kochverluste vermeiden und besseren Geschmack erzielen kann. tctauH ist was <+e(äUt ... Die auch in Deutschland bekannte amerikanische Filmschauspielerin Claudette Colbert zeigt hier ein neues schwarz-weiß-kariertee Wollkleid, dessen Kragen und Manschetten aua weißem Piqu6 gearbeitet sind. Ein schwarzer Ledergürtel, eine Umhängetasche und em weißer Filz- oder Piquähut vervollständigen den Anzug für einen warmen Frühlingstag. Das schwarz - weiß - karierte Muster soll, so behaupten die Modisten — dieses Jahr sehr modern sein. Im übrigen aber können wir genau das tragen, was uns gefällt und was uns steht. Denn jegliche Umwälzungen bleiben uns in diesem Jahr erspart, das heißt, wir können enga und weite Röcke tragen, die sowohl 35 aber auch 50 Zentimeter vom Boden — je nach Tageszeit — entfernt sein dürfen. Obwohl der Schleier des Geheimnisses, der vor -den großen Modeschauen im Frühjahr über der Pariser Mode liegt, noch nicht gelüftet ist, scheint doch schon feBtzustehen, daß auch aus Frankreich kein« neuen Richtlinien kommen werden. Es kann jedoch vorweggenommen werden, daß Pastelltöne dieses Jahr neben fast „schmutzig“ wirkenden Farbtönen dominieren, die den Eindruck erwecken, als sei die eigentliche Farbe mit einer leichten Staubschicht überzogen. Sicher werden sich die Größen der Pariser Modeschöpfer bemühen, einige wenige Besonderheiten herauszubringen •— doch dürften die für uns wenig von Belang sein. So antwortete Jaques Fath einem Journalisten, als dieser zwei Modelle dieses Frühjahrs begutachtete und meinte, damit könne man auf keinen Fall ein Fahrrad besteigen, er habe „noch nie eine elegante Frau auf einem Fahrrad gesehen“. Nun, wir .stellen an die Kleider, die wir täglich tragen müssen, Aie Anforderung, uns in ihnen unbehindert beweg«* zu können Der Ehemann hat das Wort Für wen macht eine Frau sich schön? Auf die Gefahr hin, daß sich sämtliche Modekünstler und Modegeschäfte gegen midi empören, muß ich doch- einmal den Verdacht äußern, daß der ewige Wechsel in der Mode nur eine Erfindung der Damenschneider ist, um bessere Geschäfte zu machen Ich habe gut angezogene Frauen sehr gern und lege großen Wert darauf, daß auch meine Frau modern gekleidet geht, aber ich kann es beim besten Willen nicht als besonders originell empfinden, wenn in der einen Saison die Kleider 25 cm vom Boden entfernt sein müssen und in der nächsten 32 cm. Natürlich war ich so naiv und sagte meiner Frau: „Schneide doch einfach ein Stück ab!* Offenbar war das eine selten törichte Auffassung, jedenfalls wurde sie mit Entrüstung Blumen immer und überall Ihicu Meisterbrief im Fotografenhandwerk erhielt kürzlich die *1 Jahre alte Thea SUmn. Sie ist damit die Jüngste Fotomeisterin der Bnndes- repablik «ine Erziehungsbeihilfe von 30 bis 50 DM erhält. Nach einer fünfjährigen Arbeit als Gesellin kann die Meisterprüfung abgelegt werden. In der Bekleidungsindustrie, wo die Arbeit stärk«: spezialisiert ist als im Handwerk, dauert die Anlernzeit bei der Kleidemäherin, Damenmantelnäherin, Herrenkleidernäherin, Wäsche-, Mieder- und Krawattennäherin eineinhalb Jahre, während sie bei der Schirm-, Mützen- und Pelznäherin zwei Jahre beträgt. Durch Teilnahme an „Werkmeisterirursen“ besteht di« Möglichkeit, sich als Vorarbeiterin öder Direktrice emporsuarbeiten. Auch im Textilgewertoe gibt es eine e*n- bis zweijährige Anlernzeit zum Beispiel für Spinnerinnen und Zwimerinnen und ein« An der Straßenecke steht ein Mann. Sein Gesichtsausdruck, seine Bewegungen, seine ganze Haltung drücken irgendwie ein Mißbehagen aus. Man merkt, irgendetwas ist Ihm in tiefster Seele zuwider. Sein Kick streift fragend die Vorübergehenden. Ob sie etwas bemerken? Iwo, die kümmern sich nicht darum, sie schenken ihm keinen Blick. Trotzdem glaubt er ln allen Mienen ein spöttische*, ironisches Lächeln zu «kennen, das ausgerechnet ihm und keinem anderen gilt. Ob er wohl etwas auf dem Kerbholz hat? Oh neinl Des, liebe Leserinnen, ist nur ein Mann, der einen Blumenstrauß in der Hand hält Wir Frauen haben Blumen gegenüber eine ganz andere Einstellung. Mit Vorliebe ordnen wir sie in eine schöne Vase und bereiten uns und anderen jederzeit eine Freude damit. Eine Wohnung, in der Blumen zu finden sind, trägt einen ganz anderen, lebensvolleren Charakter als eine schmucklose. „Blumen immer und überall“ möchten wir gern« sagen, doch laufen sie gar zu sehr ins Geld, wenn wir sie regelmäßig kaufen müssen. Also bleibt «ns armen Frauen wie stets nichts anderes übrig, als diesen ewigen Geldmangel durch vermehrte Mühe wöttmunächen. Denn Mühe und Sorgfalt «-fixiert aa. will man Blumen im Garten oder auf dem Balkon pflegen. So ist es jetzt schon die höchste Zeit, in unserem Blumengarten Btütemträucher zu verpflanzen, wenn wir im Herbet dazu keine Zeit gefunden haben. Ach, es gibt viel Arbeit Das Umpflanzen und Teilen von Staudengewächs«! wie Aubritton, Trollius und anderen frühen Blühem muß ebenfalls vorgenom- men werden. Haben Sie auch schon daran gedacht daß die Rosen vom Winterschutx befreit und zurückgeschnitten werden müssen? Um einen reichen Blütenflor zu erziehen, sollten Sie auch jetzt Geranien und Fuchsien zurückschneiden und kühl halten Bis zum Blütenstand halten wir sie schwach feucht Erst zur vollen Entwicklung soll reichlicher Wasser verwendet werden. Wenn der Boden nicht mehr hart ist müssen wir mich Anfang Marz mit unserer Blumenecke beginnen: Stiefmütterchen, Goldlack, Tausendschön und Vergißmeinnicht sind zu pflanzen. Unsere Zimmerpflanzen treiben um dies« Zeit meist kleinere Blätter als aonet hervor. .Diesem offensichtlichen Nahrungsmangel begegnen wir am festen durch Umtopfen, doch muß beachtet werden, daß die Temperatur der frischen Erde die gleiche ist wie in dem alten Blumentopf. Es ist übrigens auch falsch anzpnehmen, daß stet* eia größerer Blumea- tppf genommen flverden muß. Oft Ist nur die Eide in -ihrer Nährkraft erschöpft und die zurückgewiesen, denn erstens passe dann der ganze Schnitt des Kleides nicht mehr und zweitens: „Was soll ich denn anziehen, wenn in der nächsten Saison die Kleider wieder länger werden. Soll ich das gute Kleid ruinie-. ren? Nun weiß jeder Mann, der meine Frau und wahrscheinlich die Frauen überhaupt kennt, daß sie in der nächsten Saison — selbst wenn die Kleider unwahrscheinlicherweise wieder die einstmalige Zentimeterzahl erreichen sollten— niemals mehr ein „derartig altes Kleid“ anziehen würde. Dafür hat sie eine Fülle von Gründen und sei es nur derjenige, daß sie mich nicht bei meinen Geschäftsfreunden blamieren wolle, um auf diese Weise meinen Geschäften zu schaden. Nun glaube ich allerdings keineswegs, daß die Männer soviel von der Mode verstehen, daß sie mit Zentimeterblicken die modischen Unterschiede erkennen. Es ist meines Erachtens eine liebenswürdige aber wohldurchdachte Schmeichelei der Frauen, wenn sie behaupten, daß sie sich doch nur für den Mann schön machen und modern anziehen. Wenn ich die kritischen Blicke meiner Frau sehe, mit denen sie ihre Geschlechtsgenossinnen betrachtet und wie wiederum diese mit tellergroßen Augen alle vorübergehenden Damen genau kontrollieren, so erscheint es mir völlig klar, für wen die Frau sich elegant anzieht. Den Manu interessiert die Erscheinung der Frau, (er war schon darum zweifellos kein Anhänger des New Look“, weil damit die schönen Beine der Frauen plötzlich unsichtbar wurden) von den modischen Feinheiten versteht er meistens nicht allzu viel. Das ist •ine Sache der Frauen Natürlich werde ich — wie alle Männer — nie darum heramkommen, der Mode Opfer zu bringen. Aber es kann wohl nicht schaden, wenn einmal deutlich ausgesprochen wird, daß die Modeschöpfer zwar mit den Frauen als kritiklosen Anbeterinnen rechnen können, daß aber die Mann«:' durchaus nicht von jeder Mode begeistert sind. Für das Aussehen einer Frau scheint mir viel wichtiger au sein, daß sie persönlichen Geschmack hat, daß sie weniger in die Modezeitschriften aber häufiger in dein Spiegel schaut und dabei die Fähigkeit entwickelt, ebc h Euer Figur «nd fcrem Aussehen, ihrer Haftung und fl»«m Auftreten Größe des Topfes het nicht« damit zu tun. entsprechend m kleiden.