BRttHäALER POST H EIMATBLATT FÜR KRAICHGAU UND BRÜH RAIN Jahrgang t Donnerstag, den 16. März 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Acheson warnt Moskau und Rotchina USA sind entschlossen, den kommunistisch bedrohten Gebieten des Fernen Ostens jede Unterstützung zu gewähren San Francisko (UP). In einer Rede vor jem Commonwealth-Club von Kalifornien forderte der amerikanische Auß enminis ter Dean Acheson am Mittwoch von der Sowjetunion und vom kommunistischen China, jede Expansion in die Gebiete Südostasiens zu unterlassen. Gleichzeitig versicherte er, dafi die USA entschlossen seien, den kommunistisch- bedrohten Gebieten des Fernen Ostens militärische, wirtschaftliche und technische Unterstützung zu gewähren. Acheson, der bei dieser Gelegenheit eine eingehende Erklärung über die amerikanische Asienpolitik abgab, erkärte u. a.: „Die Völker Asiens müssen der Tatsache Rechnung tragen, daß ihre Freiheit sowie ihr sozialer und wirtschaftlicher Fortschritt am stärksten durch den sowjetisch-kommunistischen Imperialismus bedroht ist.“ Die Art der amerikanisch«! Unterstützung, so betonte der Außenminister, müsse dieser Tatsache Rechnung tragen. Er deutete ai>, daß die kommende US-Asien- politik vielgestaltig sein werde. „In gewissen Situationen wird militärische Unterstützung erforderlich sein. In anderen Fällen dürften Anleihen nach der Art des kiirzlichen 100- jüillionen-Dollar-Kredites an Indonesien besser am Platze sein.“ Acheson teilte andererseits mit, daß die Vereinigten Staaten bereit seien, mit dem kommunistischen China Handelsbeziehungen zu unterhalten, 'falls die Kommunisten gewisse Regeln beachten würden. Das kommunistische' China dürfe jedoch nicht erwarten, von den USA „strategisches Material“ oder Kredite zu erhalten. Mit scharfen Worten nahm der Außenminister zum neuen chinesisch-sowjetischen Pakt Stellung: „China mit seiner langen und stolzen Geschichte wurde durch diesen Vertrag unter die sowjetische Vormundschaft gezwungen.“ Die in dem Pakt enthaltenen sowjetischen Zugeständnisse gegenüber China, die eine Rückgabe gewisser chinesischer Gebiete in der Mandschurei vorsehen, sind nach Ansicht Achesons nichts anderes als eine kleine Geste. In einer Stellungnahme zu dem 300 Millionen Dollar-Kredit, den China von der Sowjetunion erhalten soll, erklärte der Außenmini- Br, daß durch die Neubewertung des Rubel iieser Kredit auf etwa 45 Millionen Dollar arlich herabsinke, während die USA allein Jahre 1948 China 400 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt hätten. Die Zahl der Per- S nen, die in China gegenwärtig Hunger lei- xi, gab Acheson mit 40 Millionen an. Mit tiner Verbesserung der Lebensmittelversor- fungslage könne vor der nächsten Ernte nicht berechnet werden. Es sei wahrscheinlich, daß bis dahin Millionen Menschen verhungert sein werden, während zur gleichen gelt von China Lebensmittel an die Sowjetunion geliefert werden müßten. Acheson kam dann auf die übrigen Gebiete Asiens zu sprechen und stellte fest, daß dieser Kontinent am Beginn einer neuen Aera etehe, die che revolutionäre Bewegung seiner Völker mit sich gebracht habe. Diese Bewe- C g werde von zwei Elementen getragen: dem Streben nach nationaler Unabhän- WaiSenhiÜMbkommeii mit USA ratifiziert Abstimmung ln Pariser Nationalversammlung Paris.(UP) Die französische Nationalversammlung hat am Mittwoch nacht mit 421 gegen 1T9 Stimmen dae Waffehhilfsabkommen mit den Vereinigten Staaten ratifiziert. Die Gasbeleuchtung in Paris hatte am Mittwochabend lediglich die halbe Leuchtkraft. Polizeieinheiten haben zwei weitere Gaswerke besetzt und die Streikposten von und in den Anlag«! vertrieben. Zu dem Mangel an Gas ist nun noch ein Brotmangei hinzugekommen, da die Pariser Bäckereiarbeiter in den Streik getreten sind. Viele der kleineren Bäckereien fahren allerdings den Betrieb weiter. . Der französische Arbeitsminister Bacon erkürte, daß lediglich ein System der obligato- ri'then Schlichtung die gegenwärtigen Arbeitsstreitigkeiten in Frankreich beenden könnte. • Ein Sprecher des französischen Außenministeriums erklärte am Mittwoch abend, Frankreich wünsche den Beitritt der Bundesrepublik in den Europarat. Die französische Regierung würde es begrüße», wenn die Bundesregierung einen entsprechenden Antrag an den Ministerausschuß des Rates richte. Die Entscheidung Hege aber bei der Bundesregierung. • gigkeit und von den Kräften des Kommunismus, die Asten unter die Herrschaft des Kreml bringen wollten Uber die grundlegenden Ziele der US-Au- ßenpolitik sagte Acheson: „Es ist das Ziel unserer Außenpolitik, eine Welt zu ermöglichen, in der alle Völker, auch die Völker Asiens, gleichberechtigt und gemeinsam den Weg zu einem besseren Leben einschlagen können.“ Alle Völker der Welt müßten, fall» sie einen neuen Krieg vermeiden und ihre eigene Lebensart sichern wollten, folgende Bedingungen erfüllen: 1. Erkenntnis der wahren Ursachen der gegenwärtigen internationalen Spannungen. 8. Einsicht, daß die Sicherung der eigenen Lebensart der größten Anstrengungen auf allen Gebieten bedarf. 3. Anerkennung der Tatsache, daß ein Streben nach Frieden um jeden Preis völlig unwirksam und vielleicht sogar gefährlich ist. 4. Verstärkung der Bemühungen, das eigene Haus in Ordnung zu halten. 5. Zusammenarbeit mit möglichst vielen internationalen Körperschaften, die sich die Aufgabe gestellt haben, die Werte zu sichern, an die die Menschenheit glauben soll. 6. Streben nach besseren Methoden der internationalen Zusammenarbeit auf allen wichtigen Gebieten des Lebens. Washington doch für Salzgitter-Demontage McCIoy wieder in Frankfurt Frankfurt (UP). Der amerikanische Hohe Kommissar McCIoy traf am Mittwoch aus Washington und London kommend auf dem Rhein-Main-Flughafen ein. Bei seiner Landung erklärte er vor Pressevertretern, daß die Vereinigten Staaten die Demontage oder Zerstörung aller Gebäude und Ausrüstungsgegenstände in Salzgitter unterstützten, die für die Stahlproduktion oder militärische Zwecke vorgesehen sind. McCIoy sagte den Pressevertretern: „In einer Sitzung des Bewilligungsausschusses des amerikanischen Kongresses forderte mich ein. Senator auf, ich sollte mich nochmals um das- Schicksal von Watenstedt-Salzgitter kümmern, um festzustellen, ob dort nicht irgendwelche, Gebäude oder Ausrüstungagegenstände von»-' der Demontage ausgenommen werden könn-r ten, sofern sie nicht ausdrücklich für die Stahlgewinnung oder militärische Zwecke be-, stimmt seien. Ich erwiderte, ich wurde dieser Angelegenheit nach meiner Rückkehr nach-, gehen, sei allerdings sicher, daß GeneraL Robertson bei der Durchführung der alliierten. Beschlüsse über die Demontage der Reichswerke alle Möglichkeiten voll und ganz in Betracht gezogen hat.“ McCIoy betonte, daß er in Großbritannien bei seiner Unterredung mit britischen Politikern die Demontagefrage nicht besprochen habe. McCIoy führte weiter aus, er habe im US- Kriegsministerium mit hohen Offizieren über eventuelle Gegenmaßnahmen im Falle der Ausführung des von den Kommunisten angekündigten Pfingstmarsches auf Berlin gesprochen. Er habe hierüber auch mit Außenminister Acheson beraten, McCIoy gab keine Einzelheiten über den Inhalt dieser Unterredungen bekannt. Sein Vorschlag allgemeiner Wahlen in Deutschland, sagte der Hohe Kommissar, sei eines der Themen gewesen, auf die man in gründlichster Weise eingegangen sei. „Er wird“, meinte McCIoy, „wahrscheinlich bei dem nächsten Zusammentreffen der Außenminister Großbritanniens, Frankreichs und der Vereinigten Staaten den Gegenstand weiterer Beratungen bilden.“ McCIoy hatte den Vorschlag allgemeiner deutscher Wahlen zur Herstellung der Einheit Deutschlands kurz vor. »einem Abflug nach Washington gemacht. Letzter Schornstein gesprengt Die Sprengungen in den ehemaligen Reichswerken wurden am Mittwoch fortge- , s &tz t- Aät-dem Gelände der Kokerei ist der- letzte Schornstein gesprengt worden. Sachverständige meinen, daß die noch geplanten Sprengungen jede Hoffnung auf eine Wiederverwendung einzelner Anlagen zunichte machten. Der niedersächsische Ministerpräsident H. Kopf erklärte am Mittwoch, die Personen, die für die Zwischenfälle in Watenstedt-Salzgitter verantwortlich seien, würden bestraft werden. Er gab seinem Bedauern über die Zwischenfälle Ausdruck und fügte hinzu, daß für den entstandenen Schaden Ersatz geleistet werde. Auch Robertson zurück Der britische Hohe Kommissar Sir Robertson hatte in London eine Aussprache mit Außenminister Bevin, bei der neben der Demontagefrage auch die Schwierigkeiten bei den deutsch-britischen Handelsbesprechungen und das Problem einer Beendigung des Kriegszustands mit Deutschland behandelt wurden. Anschließend begab sich Robertson im Flugzeug nach Deutschland zurück. US-Bedenken ge^en Clearing-Union Wichtige Konferenz in London — Stikker bei Bevin und Cripps London (ZSH). In der britischen Hauptstadt fand am Mittwoch eine wichtige Konferenz Ober die Frage der geplanten europäischen Zahlungsunion statt. Der politische Vermittler der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas, Dr. Stikker, hatte im Laufe des Ta-- ges zwei Aussprachen mit Außenminister Bevin und eine Unterredung mit Finanzminister Cripps. Die britische Regierung hat Vorschläge ausgearbeitet, um die Verantwortung Großbritanniens gegenüber dem Sterlingraum mit einer Teilnahme an der europäischen Zahlungsunion in Einklang zu bringen. Die Besprechungen am Mittwoch, sollten den Weg für weitere Beratungen über die europäische Zahlungsunion vorbereiten, die im April auf der Sitzung des Rates der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas stattfinden werden. Von amerikanischer Seite werden, wie aus Washington verlautet, Bedenken gegen di# europäische Clearing-Union laut. Der Plan des Marshallplan-Administrators Hoffman zur Schaffung einer europäischen Clearing- Union werde, so erklärten amerikanische Beamte am Mittwoch, die Bemühung«! Europas zur Schließung der Dollarlücke eher ab- schwächen denn verstärken. Dem Rat der Wirtschaftssachverständigen Trumans und dem Finanzministerium nahestehende Kreise kündigten an, daß im Kongreß mit heftigen Auseinandersetzungen gerechnet werden müsse, ehe für diese Clearing-Union Dollarmittel bewilligt werden würden. Der gegenwärtige Plan für die Clearing-Union scheine einen Schritt von der freien Währungskonvertier- barkeit weg zu sein. Der ECA-Plan für eine Clearing-Union sieht vor, daß für die Sicherung des Anlaufens dieser Union von den ECA-Bewilligungen des kommenden Jahres 600 Millionen Dollar bereitgestellt werden sollten. Theoretisch würde die Union den westeuropäischen Handel dadurch in Bewegung bringen, daß Staaten, die in ihrer eigenen Währung ihren Nachbarn Kredite gewähren, von der Union zusätzliche Dollars erhalten können. Bevan für die Republik? Lord Beaverbrooks konservatives Blatt „Evening Standard“ weist darauf hin, daß gewisse Äußerungen des britischen Gesundheitsministers in manchen Kreisen als „Demonstration für die Republik“ ausgelegt würden. Das Blatt bezieht sich dabei auf eine Debatte hn Unterhaus, in deren Verlauf Bevan sagte: „Ich warne die Opposition vor Volksabstimmungen, die für gewisse Parteien zu sehr gefährlichen Instrumenten-werden können. Ich könnte der Opposition eine Reihe von interessanten Fragen für Volksabstimmungen vorlegen, wenn es gewünscht wird aber vielleicht ist heute nicht der richtige Moment dazu?" Als Bevan zauderte, riefen ihm einige Abgeordnete zu: „Reden Sie weiter“. Der Minister führ fort: „Es wäre eine interessante Frage für eine Volksabstimmung, ob die Nation dafür ist von einem Mann nur deshalb Jegiert zu werden, weil er der Sohn seines Vaters ist. Das ist ein sehr gutes Thema“. In London«: politischen Kreisen wind dazu «klärt, die Monarchie sei beute in Großbritannien so populär, daß nicht einmal die Kommunisten während der Wahlen für eine Abschaffung der Monarchie eingetreten seien. Asiens Völker im Aufbruch Im Zusammenhang mit der von uns an anderer Stelle wiedergegebenen Rede Außenminister Achesons, ln der dieser die Ziele der amerikanischen Asienpolitik klar umriß und den sowjetisch-rotchinesischen Expansionsgelüsten eine unmißverständliche Warnung entgegensetzte, gewinnt der nachstehende Aufsatz über die werdenden Großmächte des Femen Ostens besonders aktuelle Bedeutung. D.R. Indien und China sind die werdenden Großmächte Asiens. Jahrzehntelang waren Rußland, Großbritannien und — als einziger asiatischer Staat — Japan die Vormächte dieses Kontinents. Nach dem zweiten Weltkriege hat Japan seine Stellung verloren, der britische Einfluß ist zurückgegangen und durch Asien zieht sich heute die östliche Front des „Kalten Krieges“ zwischen den beiden Weltmächten USA und Sowjetunion. Das Indien der Kongreßpartei und das China der Kommunisten Mao Tse-Tung’s aber haben ein eigenes politisches Gewicht erlangt. Trotz der geistigen, wirtschaftlichen und politischen Bindungen Indiens an das frühere britische Mutterland und die Welt des Westens und trotz der weitaus stärkeren ideologischen, politischen und wirtschaftlichen Bindung des kommunistischen China an die Sowjetunion ist das Wirtschafts- und Arbeitspotential beider Länder so stark, daß sie für die Weltmächte einen Machtfaktor eigener Art darstellen. Die führende Schicht der kleineren Völker Asiens blickt nach diesen Staaten. Sie weiß, daß die Zukunft aller asiatischen Klein- und Mittelstaaten von der Entwicklung in Indien und China maßgeblich beeinflußt wird. Diese Entwicklung scheint aber noch nicht festzuliegen. Durchbricht man den Wall der Propaganda, so bietet sich das Antlitz des „ Ostens dar, 4er große, religiöse und geistige Strömungen eigener Art hervorgebracht hat, der ebenfalls schöpferisch ist und — der sich vor allem Zeit läßt. Die Völker Astens sind erneut im Aufbruch, ihre Zivilisation und Wirtschaftsstruktur ist vom modernen Westen in eine technische und wirtschaftliche Revolution ohne Beispiel hineingezogen worden. Diese Umwälzung trifft jedoch einen Menschenschlag, der von dem Typus im Westen und im kommunistischen Rußland vollkommen verschieden ist, dessen, zum Teil unbewußte, Wurzeln auf uralte Kulturen und Weisheiten zurückgehen. Selbst wenn man von den zweifellos in ausgiebigem Maße bestehenden politischen Konfliktmöglichkeiten zwischen Mao Tse Tung und Moskau absieht, ist es noch eine große Frage, ob sich die wirtschaftlich-soziale Struktur Chinas der Kollektivierung und Industrialisierung der Sowjetunion anpassen läßt. Da dies aber das Fernziel des Kremls sein dürfte, ist es nicht schwer, Spannungen besonderer Art zwischen den beiden Ländern vorauszusehen, die über das hinausgehen könnten, was in der Politik des Tages mit dem Schlagwort „Titoismus“ bezeichnet wird. Auch in der Politik Mao Tse-Tung’s steckt ein Stück der Undurchschaubarkeit Asiens. Was ihm Anhang unter den chinesischen Massen verschafft hat, war vor allem eine Bauernbefreiung größeren Maßstabes. Bis zur kommunistischen Agrarkollektivierung und der Schaffung eines Industrieproletariats aber ist noch ein weiter Weg. Wird ihn Mao beschreiten? Kann er ihn, bei den patriarchalischen Familienbindungen der chinesischen Landbevölkerung überhaupt gehen? Auch die Zukunft Indiens steht unter einem großen Fragezeichen. Das Land ist in einer großen Umformung begriffen. Um dem Elend vieler hunderte von Million«i Unterernährter abzuhelfen, schaut Indien nach der Wirtschaftshilfe der Westmächte aus. In der Schaffung besserer sozialer Verhältnisse, in der Hebung des Lebensstandards liegt die Möglichkeit der Abwehr kommunistischer Agitation und der Schaffung eines demokratischen Indiens. In der Weitpolitik versucht die indische Regierung, sich soweit als möglich aus dem Ost-West-Konflikt herauszuhalten. Ein Beispiel für diese unabhängige politische Haltung ist die Tatsache, daß Indien — entgegen der Stellungnahme der Uf ’ 1 Großbritanniens — die Bao-Dai-Regierung in Indochina nicht anerkannt hat und sich dem Ho Chi- Minh-Regime gegenüber vorsichtig neutral verhält. Das Indien Nehrus beweist ebenfalls, daß die asiatische Tradition vom Einfluß der weißen Rasse nur übertüncht ist, und daß Asien aein«i eigenen Weg gehen will Donnerstag, den 16. März 1950 Saarnote erst nächste Woche Wochenend-Gespräch aut dem Petenherg Bonn (ZSH). Die Note der Bundesregierung zum deutschen Weißbuch über die Saar wird voraussichtlich erst in der nächsten Woche der alliierten Hohen Kennmission übergeben. Man nimmt in Bonn an, daß der Bundeskanzler nach der Rüdekehr des amerikanischen und des britischen Hohen Kommissars aus ihren Regierungshauptstädten am Wochenende mit den drei Hohen Kommissaren Zusammentreffen wird. Hierbei werden vermutlich die Salzgitter-Demontagen, die Flüchtlingstransporte aus den deutschen Ostgebieten und die angekündigten Umsiedler- Transporte aus der Tschechoslowakei besprochen. Die nächste Sitzung der alliierten Hohen Kommissare ist für Freitag angesetzt worden, ln dieser Sitzung wird das geplante alliierte Gesetz über die Auflösung der Konzerne im Ruhrgebiet erörtert werden. Die Westmächte konnten sich bisher über die Regelung der Eigentumsverhältnisse in der westdeutschen Montanindustrie nicht einigen. / Südbadische „Mitläufer“ sollen wieder gewählt werden dürfen Freiburg (UP). Das von Staatspräsident Leo Wohieb ausgearbeitete südbadische Ent- naziflzierungsschlußgesetz, das demnächst zur Beschlußfassung dem Landtag vorgelegt werden soll, sieht unter anderem vor, den 19 000 südbadischen Mitläufern vom 1. 4. 1950 an di« Wählbarkeit wieder zu geben. Die 10 349 Minderbelasteten des Landes sollen die Wählbarkeit bis spätestens 1. April 1951 wiedererlangen. Außerdem sieht der Entwurf des Abschlußgesetzes vor, Spruchkammerverfahren künftig nur noch gegen vermutliche Hauptschuldige und Belastete einzuleiten. Arbeitslosigkeit-Debatte im Landtag Mit Bundeshilfe nicht zu rechnen DP. Stuttgart. Die Mittwoch-Sitzung des württemberg-badischen Landtages stand im Zeichen der Debatte über Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Das Ergebnis war wenig erfreulich, da so gut wie keine Möglichkeiten zur Finanzierung solcher Maßnahmen auf gezeigt werden konnten. Der Landtag richtete schließlich an die Staatsregierung das einstimmige Ersuchen, die Bundesregierung erneut auf den großen Ernst der durch die Arbeitslosigkeit geschaffenen Notlage hinzuweisen. Weiter wurde die Regierung ersucht, darauf zu dringen, daß eine Benachteiligung Württemberg-Badens bei dem geplanten großen Arbeitsbeschaffungsprogramm der Bundesregierung vermieden und das Land bei der Zuteilung der für die Flüchtlingshilfe vorgesehenen Bundesmittel berücksichtigt werde. Ministerialrat Dr. Stöcker gab bekannt, daß die Bundesregierung ihr 300-Millionen- Arbeitsbeschaffungsprogramm lediglich auf Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ausgerichtet habe. Das vom württ.-ba- dischen Arbeitsministerium entwickelte umfangreiche Arbeitsbeschaffungsprogramm sei in keiner Weise berücksichtigt worden. Dieses Programm sehe besonders solche Maßnahmen vor, in denen auch die Industrie maßgeblich beteiligt sei, so vor allem den Bau von Wasserversorgungsanlagen, Baulanderschließung, Straßen- und Brückenbauten, Energie-Versorgung und Verkehrseinrichtun*- gen. Es erfordere rund 132 Millionen DM und bringe 5,3 Millionen Tagwerkarbeit, davon allein 3,2 Millionen Tagwerk in Nordbaden, das mit 61% der Kosten an diesem Programm beteiligt sei, während es nur 36% aller Arbeitnehmer des Landes umfasse. F0J wollte das Haus stürmen Tumult vor dem britischen Landeskommissariat in Hannover HannoveT (ZSH). Über hundert Angehörige der kommunistischen FDJ demonstrierten am Mittwoch vor dem Sitz des britischen Landeskommissars von Niedersachsen gegen die Demontagen in Watenstedt-Salzgitter und gegen das Urteü im Prozeß gegen die „Volks- Stimme". Die Demonstranten versuchten, in das Gebäude einzudringen, wurden aber durch Sin starkes Polizeiaufgebot an ihren Vorhaben gehindert. Ungefähr 500 Kommunisten demonstrierten auch in Frankfurt vor dem britischen Hauptquartier. Fünfzig deutsche Polizisten und eine Gruppe amerikanischer Militärpolizei beobachteten die Demonstranten, griffen aber nicht •in, da die Kommunisten, nachdem sie eine halbe Stunde lang Reden angehört und Sprüche hergesagt hatten, sich wieder entfernten. Auch in Hamburg versuchten am Mittwoch jugendliche Mitglieder der FDJ in das Gebäude der Militärregierung einzudringen. Die deutsche Hauswacbe versperrte ihnen den Weg. Als die Jugendlichen ihre Absicht nicht aulgaben, wurden sie von einem Aufgebot deutscher Polizei abgedrängt. Dabei kam es tu einem Handgemenge. Das Verfahren gegen den niedersächsischen KPD-Abgeordneten Lehmann soll am Donnerstag vor einem Gericht der britischen Besatzungsmacht in Hannover beginnen. Lehmann wird ein Artikel In der „Volksstimme“ zur Last gelegt. Erster Versuch fehlgeschlagen Privatbetriebe in Ostzone bedroht Berlin. Beamte des amerikanischen Sicherheitsdienstes gaben den Fehlschlag des ersten Versuchs der kommunistischen FDJ bekannt, in den Westsektoren Berlins zu demonstrieren. 20 Mitglieder der Freien Deutschen Jugend wurden von westberliner Polizei und westberliner Bürgern festgenommen, als sie versuchten, in einer Straße des amerikanischen Sektors, nahe der Grenze zum Sowjetsektor, eine Versammlung abzuhalten. Ein bisher in solcher Schärfe noch nicht erfolgter Angriff gegen die noch bestehenden Privatbetriebe in der Ostzone, ist in der Ausgabe der „Täglichen Rundschau" vom Mittwoch enthalten. Da derartige Angriffe gewöhnlich scharfen Maßnahmen vorangeben, ist damit zu rechnen, daß trotz der Zusicherung „niemand hat die Absicht, sie zu liquidieren“, die Rechte der Privateigentümer ln naher Zukunft erheblich beschnitten werden) Heftige Kämpfe auf Hain an Kommunisten räumten Kanton Hongkong (UP). Berichten aus Hain an Ist zu entnehmen, daß sich die Kämpfe nationalchinesischer Truppen gegen die kommunistischen Guerillaverbände ln den letzten Tagen Verstärkten. Nationalchinesische Truppen versuchen mit allen Mitteln, die Guerillagruppen zu zerschlagen und ihnen die Verbindung mit auf der Insel gelandeten regulären Verbänden unmöglich zu machen. Die kommunistische Garnison Kantons ist in den letzten Tagen aus der Stadt abgerückt. Den letzten Berichten zufolge befindet sich seit Dienstag nicht ein einziger Soldat mehr kn Stadtgebiet von Kanton. 1600 Personen verschiedener Staatsangehörigkeit, darunter 310 Amerikaner, werden in der kommenden Woche aus Schanghai evakuiert werden. Der kanadische Frachtdampfer „Ardoyan“ wird am Donnerstag von einem kalifornischen Hafen nach Formosa auslaufen. Er hat eine Ladung von 75 Panzerwagen für die chinesische Nationalregierung an Bord. Flughafen Schanghai „zu 60 % zerstört“ Taipeh (UP). Die nationalchinesischen Luftstreitkräfte gaben am Dienstag bekannt, daß der Flughafen von Schanghai durch einen Bombenangriff zu 80% zerstört worden sei. Der Angriff wurde von der größten Zahl viermotoriger Bomber durchgeführt, die jemals in diesem Bürgerkrieg ein Einzelziel auf dem chinesischen Festland angriffen. Einem privaten Bericht aus Hainan zufolge haben etwa 1000 Soldaten der kommunistischen chinesischen Armee an der Ostküste von Hainan einen neuen Landungsversuch unternommen. Die Angreifer seien von nationalchinesischen Truppen eingekreist und in heftige Kämpfe verwickelt worden, bei dfcnen die Kommunisten wenigstens die Hälfte ihres Mannschaftsbestandes verloren haben sollen. £>ie Kämpfe dauern diesem Bericht zufolge noch an. sich an der Wahl beteiligten. Bis auf rund 300 000 Wähler, die „Nein“-Stimmen abgaben, stimmten alle Wahlteilnehmer für die gemeinsame Liste der Kommunisten und Parteilosen. Zwischen 1400 und 1600 Stimmen wurden für ungültig erklärt. Unter den 1316 Abgeordneten, die in beide Häuser des Obersten Sowjet (Rat der Union, und Rat der Nationalitäten) gewählt wurden, befindet sich fast die gesamte Prominenz de* Sowjetunion — Politiker, Soldaten, Kimstier, Wissenschaftler und hervorragende Arbeiter. Krach im Wiener Parlament Kommunist kündigt Volksdemokratie u Wien (UP). Im österreichischen Parlament kam es zu einem Tumult, als Außenminister Gruber, während einer Rede, von dem kommunistischen Abgeordneten Honner mit den) Zwischenruf unterbrochen wurde: „Wir werden sehr bald eine Volksdemokratie sein, gleichgültig ob Sie oder Ihre Regierung dai wünschen oder nicht“. Diese Erklärung veranlaß te die Abgeordneten der sozialistischen und der Volkspartei ebenfalls zu Zwischenrufen wie: „Verräter gehören nicht Ins Parlament“, „Geht heim in den Kreml, wo ihr erzogen worden seid“ und „Hitlerisehe Kriegshetzer“. Dänemarks Linke verlor Erstes Gesamtergebnis der Gemeindewahlen Kopenhagen (UP). Eine inoffizielle Zusamenstellung der Ergebnisse der dänischen Gemeindewahlen ergeben folgendes vorläufiges Gesamtergebnis: Sozialdemokraten: 586 (590) Sitze; Kommunisten 24 (74) Sitze; Konservative: 285 (350) Sitze; Liberale: 128 (145) Sitze; Partei für einheitliche Besteuerung: 50 (1) Sitz. Die ein geklammerten Zahlen sind die Ergebnisse der Wahl von 1946. Nur 300 000 stimmten „Nein“ Endgültiges Wahlergebnis in Moskau (UP). Aus den endgültigen Resultaten der Wahlen für den Obersten Sowjet der Sowjetunion geht hervor, daß von den 110116 378 wahlberechtigten Personen 99,98 % Zusammenarbeit aber den Atlantik hinaus. Oer norwegische Außenminister Lange setzte sich für eine enge Zusammenarbeit zwischen den euröpäi* sehen Ländern und den USA ein. Lange meinte, die Pläne für eine wirtschaftliche und militärische Einheit Europas seien möglicherweise schon überholt. Pie Zusammenarbeit der Demokratien müsse über den Atlantischen Ozean hinausgehen. (ZSH) Geaundhetl — Stan d Mindsaentys vsisAiecfeterh Die katholische Nachrichtenagentur ABI berichtet, daß sich der Gesundheitszustand des in Ungarn inhaftierten Kardinals Mindszenty stark verschlechtert habe. CUP) Im Verlauf der Debatte kamen starke Proteste gegen das Verhalten der Bonner Zentralbehörden zum Ausdruck, und mehrere Abgeordnete gaben der Erwartung Ausdrude, daß Württemberg-Baden wenigstens bei der Verteilung der restlichen Mittel des Arbeitebeschaffungsprogramms gebührend berücksichtigt werde. Als wichtigstes Mittel zur Beseitigung der Erwerbslosigkeit wurde verstärkter Wohnungsbau gefordert, darüber hinaus die Ausnutzung der Ausbaumöglich- keiten der heimischen Industrien, die wichtiger als die Ansiedlung neuer Gewerbe sei. Die Bereitstellung von Mitteln für den Weiterbau des Neckarkanals als Sofortmaßnahme wurde als zu ungünstig abgelehnt. Wirtschaftsminister Dr. Veit charakterisierte die Lage Württemberg-Badens nach dem Ausfall von Bundesmitteln mit den Worten: .Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott“. Auch im neuen Haushaltplan seien wieder erhebliche Mittel für Arbeitsbeschaffung und den Wohnungsbau bereitgestellt, außerdem hoffe man, daß die Landeszentralbank den übrigen Banken die Möglichkeit für Industriekredite in größerem Umfange eröffnen werde. Dr. Veit machte der Bundesregierung den , Vorwurf, daß sie nicht früh genug Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit erwogen habe und deutete an, daß Marshallplangelder offensichtlich in erheblichem Umfange fehlgeleitet würden. Der Not-Etat zur Überbrückung der Zeit bis zur Fertigstellung des Jahres-Haushalte* 1950/51 wurde in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ministerpräsident Dr. Maler stellte in einer Kontroverse mit dem kommunistischen Abgeordneten Leibbrand fest, daß der Bericht des Rechnungshofes über die skandalöser^ Geldausgaben des Befreiungsministeriums noch sorgfältig überprüft werde. Sobald das geschehen sei, werde die Regierung ihre Konsequenzen daraus ziehen. Für den Dienstvertrag mit dem Organisationsbüro Rapp sei allein der frühere Befreiungsminister Kamm verantwortlich. Als er — Dr. Maier — die Verantwortung übernommen habe, sei der Vertrag mit Rapp gelöst worden. Schließlich nahm der Landtag noch einstimmig eine Entschließung an, in der im Hinblick auf die Verhaftung des niedersächsischen KPD-Abgeordneterf Lehmann durch britische Militärpolizei gefordert wurde, daß die Besatzungsmächte die Immunität deutscher Abgeordneten grundsätzlich respektieren sollten. Wird Leopold abdanken? Noch keine Entscheidung des Königs Genf (UP). Üb fr das künftige Schic König Leopolds ist noch keine Entscheide: gefallen. Der König empfing am Mittwoch Genf den belgischen Ministerpräsidenten E y s k e n s und die Präsidenten beider Häuser des belgischen Parlaments van Cauweia e r t und Gillon zu einer eingehenden Unterredung. Über die Ergebnisse und den Verlauf dieser Unterredung ist nichts bekannt, es ist jedoch kaum anzunehmen, daß der König und die drei Politiker zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen konnten. Nach unbestätigten Meldungen soll der König den Ministerpräsidenten um seinen Rat gebeten haben. Eyskens habe darauf erklärt, Belgien gehe einer ernsten Krise entgegen, wenn der König nicht jetzt oder in naher Zukunft abdanke. Van Cauwelaert und Gillon sollen den Standpunkt Eyskens unterstützt haben. Beim Verlassen des Hauses des Königs sagt« van Cauwelaert auf die Frage der Pressevertreter, ob noch eine Besprechung stattfinden werde: „Das Ist nicht unmöglich“. „Umfassende Säuberung“ in Prag? Prag (UP). In der Hauptstadt der Tschechoslowakei waren am Mittwoch Gerüchte im Umlauf, daß mit einer umfassenden „Säuberung“ der Ministerien, der Verwaltung und der verstaatlichten Industrien zu rechnen sei. Diese Gerüchte scheinen durch eine Meldung des Organs der Kommunistischen Partei, „Hrude Pravo“ eine Bestätigung zu erfahren. Das Blatt berichtet, daß in jüngster Vergangenheit zahlreiche Direktoren und leitend« Beamte verstaatlichter Betriebe und Genossenschaften von ihren Posten enthoben würden, da sie Feinde der „volksdemokratischen Ordnung“ und „Wirtschaftssaboteure“ gewesen seien. Wie in Prag bekannt wurde, sollen vier tschechoslowakische Eishockeyspieler, die der Nationalmannschaft angehören, anläßlich eines Tumultes verhaftet worden sein. Ein Augenzeuge berichtete, ein Geheimpolizist habe der Mannschaft in einer Bar eröffnet, daß sie we- f en „unpassender Bemerkungen gegen die ’olksdemokratie“ bereits unter Arrest stehen würden. Daraufhin entwickelte sich eine Schlägerei. Wie der Augenzeuge weiter berichtete, sind die Spieler Rozinak, Cerveny, Macelis und Bubnik verhaftet worden. Hoffmsnn bei Bidault. Der saarländische Minister, jrfieident Johannes Hottmann soll sich zur Zeit in Paris befinden und bereits eine Unterredung mit em französischen Ministerpräsident Bidault geführt aben. Einzelheiten Ober die Gründe des Besuchs den bisher nicht bekannt. (ZSH) Nur 118 durften einreisen Neue Schwierigkeiten In Friedland ßöttlngen (UP). Zu neuen Schwierigkeiten kam es am Mittwoch am Schlagbaum Friedland bei der Übernahme der ersten Gruppe von Ausgewiesenen, die am Dienstag mit einem Transport von 763 Ausgewiesenei) in Heiligenstadt (Sowjetzone) angekommen waren. Die Lagerleitung Friedland hatte aus dem ersten Teiltransport, der 240 Personen umfaßte, 85 listenmäßig Erfaßte ausgesucht und diese beim Lager Heiligenstadt zur Übernahme angefordert. Heiligenstadt schickte statt der Angeforderten 85 etwa 300 Ausgewiesene. Darunter war nur ein geringer Teil auf den Listen angeführt. Die britischen Grenzstellen ordneten daraufhin an, daß ein Spalier von Angehörigen des Zollgrenascbut- zes mit „Gewehr über“ vom Schlagbaum bi« zum Zollhäuschen zu bilden sei. Erst nachdem der Lagerleiter aus .Friedland androhte, mit seinen LKWs aus Protest wieder ins Lager zurückzufahren, hob der britische Kommandant die Anordnung wieder auf. Die Lagerleitung Friedland prüfte darauf in aller Eile weitere Listen und konnte dann insgesamt 118 Personen übernehmen, den Rest fuhren die Ostzonen-LKW-Kolonnen in das Lager Heiligenstadt zurück. Der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident Gerike und Flüchtlingsminister Albertz begaben sich am Mittwoch zum Landeskommissar von Niedersachsen und erreichten von ihm die Zusage, daß auch die im Besitz einer deutschen Zuzugsgenehmigung befindlichen Flüchtlinge die Erlaubnis zum Grenzübertritt erhalten werden. Damit ist für die gute Hälfte des zweiten großen Transportes der Eintritt ln das Bundesgebiet erreicht worden. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN deutsche Republik erhielt Aufträge für feen Ostmark, wovon LlOUlonen Merk Stahlembarga bleibt ungeklärt Trotz „lebhafter Lieferungen aus ‘der Ostzone“ sind noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt, dl# eine Wiederaufnahme der Stahllieferungen in die Sowjetzone ratsam erscheinen lassen, erklärte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums in Bonn. Eine letzte Entscheidung über die Aufhebung des Stahlembargos werde in einer g emein sa m en Konferenz zwischen den Alliierten Hohen Kommissaren und V e r tr e te rn der Bundesregierung getroffen. (UP) Messe-Ergebnisse in K51n nnd Leipzig Die von rund M SN Einkäufern besuchte Kölner Messe endete mit einem mittelmäßigen Geschäft, Bel den Dispositionen standen Qualitätswaren lm Vordergrund. Besonders ausländische Textilien wa* ren stark gefragt, sowie für die Herstellerländer Charakteristische gzeugnisse. In Qualität und Preis deiche, aus dem Inland stammende Produkte f*n» den nur geringes Interesse. Allgemein Wird die gerhaltung eingeschränkt, so daß nur kurze fristen vereinbart wurden. Von den 248 SSS Betudiern der Leipziger Frühjahrsmesse kamen 23 Mt aus Westdeutschland und 1700 aus 41 ausländischen Staaten. Die Ostfach Westdeu steiler »M Steller Vergeben. ibschlüsaea 10 tutsohia» TS MUlio- aua Gestammen, lettischem Av^- er Waren (einschließlich Lohnveredelung) für Millionen Ostmark ab, ab westdeutsche Aus- er wurden Aufträge für iz Millionen Ostmark rk (ZSH) Ulmer Telefunken-Röhrenwerk baut »b Nachdem erheblichen _ twerk einen juktion nach Berlin zurückhaben bei dem werk die ersten Entlassun- :onnen. Insgesamt iollan 400 Arbeiter und - -* warden, eine Zahl, die belastet. GlückB- laasUngsquote von len. S. en Ulmer dherweUe konnte SM auf M Person« Bcfaienen-Omnihnsse werden geprüft feuf der Büecke Kaufbeuren— Füssen agilen mit ilanee moderne Schiene»« en. Cf handelt sich da« _ entwik» def fiündeebahd in West« deutachland. (UP) Bauern rissen Deiche ein Neue „I And nah men“ in Italien Rem (UP). In Italien gehen die Landbesetzungen weiter. Bei Castel d’Argine, in der Nähe van Bologna, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen landlosen Bauern und Polizei. Die Bauern rissen eine Anzahl kleiner Deiche ein, wodurch ein Streifen unbebauten Landes überflutet wurde, auf dem sie später Reis bauen wollten. Die Polizei eilte herbei und verhaftete sechs Anführer. Daraufhin riefen die kommunistischen Gewerkschaften einen einstün- digen Proteststreik für die 'ganze Provinz aus. Der in Venedig ausgerufene 24stündige Generalstreik soll sich jetzt auf andere norditalienische Städte ausgedehnt haben. Der Streik brach aus, nachdem es in einer Maschinenfabrik zwischen Polizei und Arbeitern *u Zusammenstößen gekommen war, bei denen 5 Arbeiter und mehrere Polizisten durch Schüsse verletzt wurden. Das gesamte Transportwesen und die Industriebetriebe sind stillgelegt Der Überlandverkehr in Venetien wurde durch die Errichtung von Straßensperren unterbrochen. Auf der Strecke Triest-Venedig wurde ein Schnellzug von streikenden Arbeitern mit Steinen beworfen. Josef Andre gestorben Den Folgen eines Schlaganfalls erlegen Stuttgart (ZSH). Der württemberg-badische CDU-Abgeordnete Josef Andr6 ist am 15. März im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in Stuttgart gestorben. Andrö wurde zum erstenmal im Jahre 1906 in den württembergisohen Landtag gewählt Er gehörte ihm als Mitg lied der Zentrums- t fraktion bis 1933 an. Kura nach Kriegsende übernahm er das württemberg-badische Wirt- schafteministerium. Vön diesem Amt trat er am 28. Mai 1946 auf eigenen Wunsch zurück. LAND .-MrARTElV ßalthafar Sprenger Em Föröerer Oer fchroäbifchen Lanöwirtfchaft Im 18 . JahrhunOert Daß die Schwaben auch in früheren Jahrhunderten durchaus nicht nur einseitige Gelehrte waren, sondern weltoffen, durch Reisen gebildet, beweisen die Lebensbeschreibungen mancher bedeutender Schwaben. Heute möchte ich auf einen „ausgezeichneten Neckargrönin- ger“, wie ihn die alte Oberamtsbeschreibung Ludwigsburgs unter Neckargröningen nennt, hinweisen: Balthasar Sprenger. Am 11. Februar 1724 geboren und am 14. 9. 1791 als Prälat und Superintendant in Adelberg gestorben, war Sprenger nicht nur ein Pfarrherr und Gelehrter von Ruf, seine ausgezeichneten naturwissenschaftlichen Kenntnisse befähigten ihn auch auf landwirtschaftlichem Gebiet führend und anregend zu sein. Früh zum geistlichen Beruf bestimmt, studierte er in Tübingen Theologie und Philosophie, wo er auch Magister und 1749 Repetent wurde. Studienreisen durch Deutschland, Holland, England und Frankreich erweiterten seinen Gesichtskreis. Nachdem er vier Jahre in Göppingen Diakonus war, wurde er 1754 als Professor an das Kollegium zu Maulbronn berufen und zugleich mit dem dortigen Pfarramt betraut Hier wirkte er bis zum Jahre 1781. Die großen Klosterbesitzungen in Maulbronn gaben Sprenger Veranlassung zu vielfachen Versuchen und Studien, und es entstanden zunächst die „Vollständige Abhandlung des gesamten Weinbaues und anderer entsprechender Produkte, ingleichen vom Weinhandel und den Weinbergsverordnungen etc.“, ein dreibändiges Werk, das in seiner Art umfassend war. Nicht minder gründlich und lehrreich ist das noch heute lesenswerte Werk über „Die vollständigen Anfangsgründe des Feldbaues oder Einleitung in die gesamte Landwirtschaft, nebst den vorläufigen Kenntnissen aus der Größenlehre oder Mathematik und der allgemeinen und besonderen Naturlehre“, 1772 in Stuttgart in 2. Auflage erschienen. Diesem großen umfassenden Werk folgten noch manche andere, auch eine „Abhandlung über Bienenzucht für seine Landsleute in Schwaben“ 1773. Ein vorzügliches „Handbuch der Kameralwissenschaft für diejenigen, welche die Kameralia nicht als Handwerk erlernen“, gab er 1778 in Frankfurt heraus. Es folgten in Jahrgängen „ökonomische Beiträge und Bemerkungen zur Landwirtschaft“ 1780 bis 1790. So drang sein Ruf als Förderer des Landbaues in weiteste Kreise Deutschlands, während er in der Heimat als Philosoph und Mathematiker noch besonders geschätzt wurde, ln Anerkennung seiner großen Kenntnisse und Verdienste um die württembergische Landwirtschaft wurde Sprenger 1786 zum Mitglied des landwirtschaftlichen Ausschusses von Stuttgart ernannt. Wie er selbst in der Vorrede zur „Einleitung in die gesamte Landwirtschaft" sagt, lag es ihm daran, daß der denkende Teil der Landwirte ihn höre, der dann dem mehr arbeitenden Teil Führer sein sollte. Er gab Anweisung zur Anlage eines Landgutes, Uber seine Einkünfte und Ausgaben, über Düngung und Bodenbearbeitung, über die verschiedenen Feld- und Gartenfrüchte und ihre Pflege, aber auch den Bau eines Ofens und andere praktische Maßnahmen. Auch während der zehn Jahre als Prälat und General-Superintendant in Adelberg, nach welcher Ernennung die Charakterisierung alf herzoglich württembergischer Rat und die Berufung als Mitglied der Landstände folgte, war Sprenger restlos für die Verbesserung des Landhauses tätig. Nur zu früh machte der Tod seinem verdienstvollen Wirken im 68. Lebensjahr ein Ende. Anerkannt und geehrt von seinen Zeitgenossen, ist er es wohl wert, daß auch nach 200 Jahren diesem Lehrer des Landvolkes ein ehrendes Andenken bewahrt wird. 1. Co. Alle Kredite fließen auf den Hof zurück Wie wir erfahren, ist in den nächsten ein bis zwei Monaten mit der Auszahlung von Krediten aus den Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank zu rechnen, nachdem bereits in den acht Monaten des Bestehens dieses Institutes die ersten mittel- und langfristigen Kredite ausbezahlt und die bis jetzt angesammelten 8 Millionen DM den landwirtschaftlichen Kreditbanken angeboten worden sind. Bis Ende Januar 1950 waren bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt rund 14 Millionen DM eingegangen, von denen 6 Millionen an die Deutsche Genossenschaftskasse weitergeleitet wurde. Es wird damit gerechnet, daß die Rentenbank bis zum Jahre 1960 über 200 Millionen DM Eigenkapital verfügen wird. Die Beträge, die von Bauern und Landwirten eingehen, fließen ausschließlich als Kredite auf den bäuerlichen Hof zurück, wo sie der Förderung der landwirtschaftlichen Produkte dienen sollen .Die Kreditgewährung wird von den Bauernverbänden laufend kontrolliert. Die Kredite, die von den landwirtschaftlichen Kreditinstituten weitergeleitet werden, werden sowohl mittel- als auch langfristig gegeben. Der Zinssatz der mittelfristigen Kredite beträgt 5%. Die Gelder werden nach einem besonderen Schlüssel auf die Länder der Westzone verteilt, wobei der Einheitswert als Basis gilt und jedem Land die Quote zur Verfügung gestellt wird, die dem Anteil seiner Einheitswerte am Gesamteinheitswert im Bundesgebiet entspricht. So werden in der Regel die von den Ländern aufgebrachten Beträge diesen wieder zufließen. Über die unmittelbare Förderung der landwirtschaftlichen Produktion hinaus haben sich die Landwirtschaftlichen Rentenbanken auch in die Finanzierung der Emtebewegung, z. T. über die Vorratsstelle, mit 100 Millionen DM eingeschaltet. Zu den weiteren Aufgaben der Banken gehören die Bereitstellung von Mitteln für Zwecke der Landeskultur. Deutfche Elerroirtfchaft fordert Schuß Der Fachausschuß „Eier“ bei der „VELF“ (Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) stimmte entgegen dem Wunsche des Importhandels der Erhebung einer sofortigen Ausgleichsabgabe für Eier von DM 40.— je 100 kg Ware za Die Abgabe, die für das Durchschnittsei 2,6 Pfg. ausmacht, soll spätestens bis zum L März erhoben werden. Eine Vorratshaltung für Eier wurde als notwendig erkannt Diese Vorratshaltung, die mit rivaten Mitteln nicht finanziert werden kann, ätte eine Eiermenge von 3—400 Millionen zu umfassen, damit der Verbraucher auch im Winter Eier zu tragbaren Preisen erhalten kann. Unter Berücksichtigung «der Kaufkraft der Konsumenten wurde ein Erzeugersommerpreis von 15 Pfg. pro Ei für angemessen gehalten. D«r Elehtro-Motor Ein Helfer des Landwirts Die wirtsciiaitllche Entwicklung dringt immer mehr dazu, die landwirtschaftlichen Betriehe zu mechanisieren. Die Elektrifizierung der bäuerlichen Wirtschaften steht hier' an erster Stelle. Unser landwirtschaftlicher WK-Mitarbeiter untersucht die Möglichkeiten der Verwendung elektrischen Kraftstroms auf dem Bauernhof. Elektrisches Licht gibt es fast auf allen Bauernhöfen. Dagegen könnte der elektrische Kraftstrom in noch viel größerem Maße benutzt werden. Während die Industrie im ganzen Jahr einen ziemlich gleichmäßigen Stromverbrauch hat, ist der landwirtschaftliche Betrieb kein so stetiger Abnehmer. Die landwirtschaftlichen Maschinen werden immer nur zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten, dann aber mit ihrer vollen Leistung gebraucht. Die Landwirtschaft kann die großen Schwankungen im Stromverbrauch ausgieichen, wenn sie den Nachtstrom ausnutzt, der in manchen Gegenden auch billiger Ist Die Universal-Maschine Um den elektrischen Strom in mechanische Kraft umzuwandeln, braucht man einen Elektromotor. Keine Maschine läßt sich so leicht bedienen. Man kann den Elektro-Motor überall aufstellen, ohne erst große Fundamente zu bauen. Ein Mittel- oder Kleinbetrieb braucht meistens zwei Motoren: einen, der anderthalb Pferdestärken — PS genannt — leistet, und einen zweiten von 6 PS. Mit diesen beiden Elektromotoren kann man jede Maschine antreiben: Dresch- und Melkmaschinen, Schrot-, Mahl- und Düngermühlen, Ölkuchenbrecher, Rüben- und Häckselschneider, Windfegen, Saatgutreiniger, Milchschleudern und Pumpen. Elektromotore sind heute aber schon so preiswert, daß es manchmal praktischer ist, all diese kleineren Maschinen mit einem Eigenmotor zum direkten Antrieb zu versehen. Sie sparen Arbeit Die elektrische Beleuchtung ist im Hause eine Annehmlichkeit, in den Ställen eine Notwendigkeit. Man denke nur an das Abfüttern der Tiere, das Melken an dunklen Wintertagen, an die Möglichkeit, bei Unfällen und Krankheiten im Stall während der Nacht stets ausreichend Licht zu haben. Die größte Arbeitserleichterung für die mit Arbeit stets überlastete Landfrau ist der Elektroherd. Er gestattet der Hausfrau an- und weiterzu- kocben, ohne dauernd beim Herd zu verweilen. Gerade auf dem Lande ist die Hausfrau in Hot, Garten, Stall unentbehrlich. Da nimmt die Beaufsichtigung des Herdes viel Zeit in Anspruch. Ebenso praktisch ist der elektrische Futterdämpf«: man versäumt am Morgen keine Zeit beim Kochen des Futters für Hühner und Schweine. Das kostet Elektroenergie Wie steht es nun mit der Wirtschaftlichkeit des elektrischen Stroms? Die Grundgebühr ist noch die gleiche wie 1941, und der Arbeitspreis je kwh ist nur um etwa 25% von sechs auf acht Pfennig gestiegen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb von 12^4 ha Größe hätte an Stromkosten bei einem Tarif von acht Pfennig je kwh, wenn man 200 kwh monatlich rechnet, etwa 19,65 DM zu bezahlen. Bei einem zweiten Tarif und einem Strompreis von fünf Pfennig würde bei gleichem Verbrauch die monatliche Summe 18.30 DM sein. Die zuständigen Elektrizitätswerke sind stets bereit, den Betriebsinhaber, der seinen Hot elektrifizieren will, durch ihre Sachverständigen zu beraten. R.R.R. Rechtzeitige Beizung Öe$ Saatgutes Sie ist auch für Sommergerste und Hafer notwendig Jeder Bauer muß bestrebt sein, einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Er muß, soweit er dazu die Möglichkeit hat, schon von vornherein all die Faktoren“ ausschalten, die seinen Ertrag vermindern können. Eine einfache, billige und sehr lohnenswerte Maßnahme ist dabei die Beizung des Saatgutes. Vielfach trifft man noch die Ansicht, daß beim Sommergetreide eine Beizung nicht notwendig ist. Wer aber diese Beizung unterläßt, setzt sich der Gefahr aus, daß ihm Verluste erwachsen, die in gar keinem Verhältnis zu den Aufwendungen der Beizung stehen. Es ist deshalb unbedingt notwendig, daß man auch die Sommergerste und den Hafer beizt. Erfahrungsgemäß findet man, wenn die Feldbestellung anfängt, oft nicht mehr die Zeit zum Beizen. Jetzt ist die günstigste Zeit dazu, man hat Zeit und kann die Arbeit ln Ruhe und ordnungsgemäß durchführen. Eine frühzeitige Beizung ist ohne Beeinträchtigung der Keimfähigkeit und der Wirkung möglich. Die Beizung des Saatgutes kann nach verschiedenen Verfahren durchgeführt werden Am einfachsten und gebräuchlichsten ist das Trockenbeizverfahren in einer Beiztrommel. Beim Beizen ist es wichtig, daß die Vorschriften, die jeder Verkaufspackung der Beizmitt«! beigelegt sind, genau beachtet werden. Weiterhin sollen nur amtlich anerkannte Beizmittel gebraucht werden, da sogenannte Hausmittel wie Kalk oder auch Kupfervitriol praktisch wirkungslos sind. Auch reicht es keineswegs aus, wenn man das Trockenbeizmittel nur mit der Schaufel durch mehrmaliges Umschaufeln einarbeitet, da hier nicht alle Körner mit dem Mittel eingehüllt werden. Welche Krankheiten können nun durch Beizung bekämpft werden? Bei Gerste ist es die Streifenkrankheit und der Hartbrand, die oft erhebliche Ertragsausfälle verursachen. Die Streifenkrankheit äußert sich darin, daß die Blätter zunächst braune Streifen bekommen und schließlich absterben. Befallene Pflanzen bilden keine oder nur kümmerliche Körner. Beim Hartbrand bildet sich an Stelle der Körnet eine harte Sporenmasse. Beim Hafer wird die Beizung gegen den Haferflugbrand durchgeführt, der in den letzten Jahren eine außerordentliche Verbreitung angenommen hat, so daß es kaum noch Felder gibt, die nicht kranke Rispen aufweisen. Die Beizung verhütet sichere Ausfälle, die durch diese Krankheiten hervorgerufen werden. Jeder, der die Beizung unterläßt, erleide* unter Umständen einen starken Ertragsausfall und setzt so erhebliche Werte aufs Spiel. Deshalb bringe man auch das Sommergetreide nicht ungebeizt in den Boden! RaÖioaktioe Pflanzen heilen 'Die Verwendung von atomarer Strahlungsenergie als Heilmittel ist nicht neu. Man braucht nur an die vielbesuchten Radiumbäder zu erinnern. Schon seit alters her hat man bei Gicht, Ischias und anderen rheumatischen Erkrankungen jene Heilkraft genutzt, die sich dem Wasser beim Zerfall des Radiums in der Erdrinde mitteilt Aber auch die Strahlung, die beim Atomzerfall des Radiums unmittelbar entsteht, wendet man seit Jahrzehnten als Radhimbehandlung therapeutisch an Die Alpha-, Beta- und Gammastrahlen atomaren Ursprungs haben bei geringer Stärke eine anregende Wirkung auf lebende Organismen, bei größerer Konzentration wirken sie lebenshemmend und sogar lebenszerstörend. Vor allem die Blutbildung und die Keimdrüsen können durch radioaktive Einwirkungen Veränderungen und Schäden erleiden. Deshalb befürchten manche Wissenschaftler, daß durch die Atombomben-Aua- strahlung die Fortpflanzungsfähigkeit von Lebewesen leiden könne. Die zellenzerstörende Strahlung des Radiums ist aber bei vorsichtiger Dosierung auch ein Hilfsmittel des Arztes, um krankhafte Wucherungen abzutöten. also bei Hautkrankheiten und bösartigen Geschwülsten. Im Kampf gegen den Krebs, diese furchtbare Geißel der modernen Menschheit, kommt der radioaktiven Strahlung eine große Bedeutung za Wie kommt man an den Krankheitsherd Eines der Hauptprobleme der Heilbehandlung mit Radiumverbindungen: Wie bringt man die gerade notwendige Strahlungsmenge und Strahlungsart an die erkrankte Körperstelle, ohne daß dabei auch gesunde Gewebe zerstört werden? Solange man dazu auf reine« Radium oder ein aktives Radiumsalz angewiesen war, befand man sich etwa in der Lage eines Feuerwehrhauptmannes, der die Aufgabe hat, mit einer riesigen Motorspritze und einem mächtigen Strahlrohr eine umgefallene Kerze irgendwo im Innern eine« großen Palastes zu löschen, ohne dabei eia Fe» ster zu zerschlagen oder eine Vase umzuwef- fen. Die jüngste Entwicklung der radioaktiven Forschung und Technik wird nun dem Arzt die Verfügung Über atomare Strahlungsenergie in kleinsten und genau berechenbaren Wirkungsmengen und damit bessere Möglichkeiten der Lokalbehandlung geben. Radioaktive Eierschalen Führt man einem lebenden Organismus radioaktive Stoffe in kleinsten Mengen zu, etwa als Nahrung, so läßt sich durch Messung der Ausstrahlung fentstellen, was der Körper' mit dem betreffenden Nährstoff- tut, an welchen Stellen und nach welcher Zeitspanne er sie einbaut oder verarbeitet, und welche Mengen er ausscheidet. Radioaktivität ist danp gleichsam ein .strahlender Stempelabdruck, mit dem man einzelne Moleküle kennzeichnet, um sie unter Milliarden anderer herauszufinden. Man fütterte zum Beispiel ein Huhn mit radioaktiven Calcium. Das Ei, das die Herrn« nach 15 Minuten legte, enthielt in seiner Schale bereits einen Teil jenes „markierten“ Kalkes — zur Überraschung der Wissenschaft, die eine längere Zeitspanne für die Schalenbildung erwartet hatte. Ein anderer Teil des Calciums wurde noch tagelang im Hühnerkörper aufbewahrt und erschien in immer schwächer werdenden Spuren in den Schalen der Eier, die das Tier während der nächsten vierzehn Tage legte, und der Rest endlich war ln bestimmten Bereichen des Knochengerüstes nachweisbar. Der Einblick in bisher verborgene Lebensvorgänge, wie es als Nebenergebnis der Atomforschung möglich wurde, ist von größter Bedeutung für die biologische Forschung und vor allem für die Medizin. Sn Gewächshaus voller Btrahlungsenergie Wenn man aber erst weiß, zu welchen Organen oder Gewebeteilen bestimmte Stoffe vom Blut- und Säftestrom getragen werden, so wird diese Erkenntnis wiederum die Möglichkeiten radioaktiver Heilbehandlung vermehren. Man hofft, die Nähr- und Aufbau- stoffe des Körpers als Lastträger benutzen zu können, die die Strehlungsenergie den zu behandelnden Teilen des Organismus zuführen. Der Feuerwehrmann, um bei unserem obigen Beispiel zu bleiben, gibt den Dienern des Palastes ein paar Eimer mit Wasser, damit sie bei ihren üblichen Gängen durch die Zimmer die kleinen Brände löschen. Man muß also versuchen, Arzneimittel radioaktiv „aufzuladen“. Besonders schwierig ist das bei Drogen, die nicht synthetisch hergestellt werden können. Da steht zum Beispiel in einem großen Glashaus in Lamont bei Chicago ein kleineres gläsernes Gewächshaus, an dem ständig Tag und Nacht zwei Wissenschaftler Wache haben. Sie dürfen das kleine Gewächshaus, in dem bislai*? die einzigen radioaktiven Arzneipflanzen der Welt wachsen, nicht betreten, denn jene glasumschlossenen zehn Kubikmeter sind voller gefährlicher Strahlen Die Pflanzen darin wachsen nicht in Erde, sondern haben ihren Stand in sterilem Kies und werden mit einer genau ab gestimmten Nährsalzlösung gefüttert. Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt und die Zusammensetzung der Luft werden in dem Versuchshäuschen ständig gleich gehalten Das wichtigste aber: den drei Litern Kohlensäure in dem Luftgemisch sind 3 Zwanzigmillionstel Curie Strahlungsenergie beigegeben; diese Radioaktivität wird von den Pflanzen zusammen mit dem Kohlendioxyd eingeatmet. Eine Curie — genannt nach der Entdeckerin des Radiums — entspricht der Strahlung von einem Gramm reinem Radium. Das radioaktive Element in dieser Kohlensäure ist die Kohle-Isotope 14 und wird der Versuefatsstätte direkt aus dem großen Atomwerk Oak Ridge geliefert Die Pflanzen verwenden die Kohle 14 aus der Kohlensäure genau wie sonst gewöhnlichen Kohlenstoff für ihren strukturellen Aufbaa Damit aber wird die Pflanze selbst in allen ihren Teilen radioaktiv und sendet Beta-Strahlen aus. Als Droge verarbeitet, wird sie bei einem lebenden Organismus ihre Radioaktivität genau so in bestimmte Körperteile tragen, wie es bei dem Huhn mit dem radioaktiven Kalk geschildert war. Zahlreiche Kliniken und Laboratorien bestellen bei dem Atom-Gewächshaus, dal von der Universität Chicago betrieben wird, derartige strahlende Arzneimittel für Forschung und Heilversuche. Wir stehen dabei erst am Anfang der Entwicklung. In Hunderten von Laboratorien werden zur Zeit in Tierversuchen und an Bakterienkulturen die Anwendungsmöglich- keitea der neuen radioaktiven Mittel untersucht Von ganz besonderer Bedeutung sind die Atomstrahlen für die Krebsbekämpfung, und man darf hoffen, daß die nächste Zukunft neue radioaktive Waffen für die Bekämpfung dieser Massenkrankheit bringt. H.A. Sorge um Me hünftige Ernte Nach einem Referat des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Reichsminister a. D. Dr. Hermes, wurde auf der Tagung des Niedersächsischen Landvolks in Hannover eine Entschließung gefaßt, in der ernste Sorge zum Ausdruck gebracht wurde darüber, daß die starke steuerliche Belastung die deutsche Landwirtschaft hindere, Kunstdünger in ausreichender Menge zu verwenden, sodaß der Ertrag der diesjährigen Ernte schon allein dadurch beeinträchtigt werde. Eine Steuerreform mit weitgehender Senkung der Lasten wurde einmütig gefordert, äußerste Sparsamkeit der öffentlichen Hand empfohlen. Dr. Hermes würdigte die Bedeutung der Rückgewinnung des deutschen Ostens, durch die allein das Flüchtlingsproblem zu lösen und die weitmöglichste Sicherung der Ernährung aus eigener Scholle zu erreichen sei. Auch auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der deutschen mit der europäischen Landwirtschaft wurde hingewiesen. Allerdings sei es nötig, die Landwirtschaft stärker als bisher an den Liberalisierungsverhandlungen zu beteiligen. Zur Verminderung der Erwerbslosenzahl biete der Agrarsektor mit zahlreichen Projekten der Bodenkultur viele Möglichkeiten der produktiven Erwerbslosenfürsorge. Der Präsident des Bauernverbandes erklärte abschließend, alle Versuche, zu einem Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt und zu einer Exportsteigerung zu kommen, müßten vergeblich bleiben, warn es nicht gelinge, die deutsche Landwirtschaft als Rückgrat der Volksemährung zu erbalten. AUS DER BUNTEM WELT Ungewollter Anteil an öcr Unfter blich heit Der große deutsche und volkstümliche Meister der Malerei Hans Thoma hatte in seinen Jungen Jahren in Frankfurt, der Mainstadt, den Auftrag erhalten, im Calä Bauer die Wände zu schmücken. Wenn man weiß, wie »ehr der Realismus der Thomasdien Kunst — er malte seine Schwarzwälder eben so, wie »ie der liebe Gott geschaffen hatte — Unver- »tändnis fand und Abneigung hervorrief, bis man seine Kunst erkannte, der wird verstehen, daß auch die Wandgemälde in jenem vielbesuchten Kaffeehaus die Kritik herausgefordert hatten. So nimmt es nicht Wunder, daß eines Tages in der Tagespresse die Anzeige eines Anstreichers und Malers namens Hans Thoma erschien, durch die dieser einem pp. Publikum kund und zu wissen tat, daß •r nicht mit jenem verwechselt werden möchte, der die entsetzlichen Kaffeehausbilder gemalt habe. * Noch amüsanter erscheint die Sache mit dem Kgl. Kirchenkompositeur in Dresden. Der Wiener Franz Schubert, der unsterbliche Meister des deutschen Liedes, hatte an den Musikverleger Breitkopf in Leipzig seinen „Erlkönig“ geschickt, jenes Werk, das er als frühreifer Jüngling mit großer Genialität geschaffen hatte. In Verwechslung wurde das herrliche Lied, das Breitkopf ablehnte, an den besagten Franz Schubert in Dresden zurückgesandt. Dieser, ganz erbost, schrieb unterm 18. April 1817 folgenden Brief: Dresden, 18. April 1817 Wertgeschätzter Freund! Noch muß ich Ihnen vermelden, daß ich vor ungefähr zehn Tagen einen von Ihnen mir schätzbaren Brief erhalten, wo mir dieselben •in von mir sein sollendes Manuskript, den Erlkönig von Goethe, überschickten, zu meinem größtten Erstaunen melde ich, daß diese Kantate niemals yon mir komponiert worden, ich werde selbige in mein» Verwahrung behalten, um etwa zu erfahren, wer dergleichen Machwerk an Ihnen auf so unhöfliche Art übersandt hat, und um auch diesen Padron tu entdecken, der meinen Namen so gemiß- braucht. Übrigens bin ich Ihnen für Dero gütige Übersendung freundschaftlichst verbunden und verbleibe mit der vollkommendsten Hochachtung Franz Schubert, Königl. Kirchenkompositeur. Deron verbindlichster Freund Bdr.! ! ! Als drei Jahre später ein Musiktaschenbuch Kompositionen der beiden Franz Schubert aus Dresden und Wien (wir wissen nicht, ob mit Absicht) als Beigaben brachte, hieß es in einer Besprechung des Musikalmanachs: „Weitere gefällige Zugaben dieses Taschenbuchs sind die Musikkompositionen von — Franz Schubert in Dresden und — Franz Schubert in Wien. Minder glücklich als die anderen zeigten sich dabei.... und besonders Franz Schubert in Dresden, der mit seinem Wiener Namensbruder keinen Vergleich aushielt B-r.“ Der .Padron“ in Wien war doch ein Könneri R. T. Nur männliche Akazien erwünscht Einem Pflanzenzüchter in Ohio ist es gelungen eine Robinie (falsche Akazie) zu züchten, die nur männliche Blüten trägt und bald zu einem beliebten Alleebaum werden wird. Gärtner loben an diesem neuen Zuchtergebnis, vor allem, daß es die gepflegten Rasenanlagen nicht mehr durch die häßlichen braunen Fruchtstände verunstalten kann, die normalerweise im Spätsommer in großen Mengen ab- f allen. Außerdem fehlen der männlichen Emee Kronprinzen Freundin Das Ende eines Liebesabenteuers des einstigen österreichischen ^Thronfolgers Das Schicksal der Elfriede K o 1 m a n n, der Tochter eines Prager Fellhändlers, beginnt »ich an jenem Tag zu erfüllen, da dem Mädchen auf einem Spaziergang ein junger Mann im Sattel eines Pferdes begegnete. Der Reiter ist der junge Kronprinz Rudolf, damals in Prag in Garnison. Er läßt das Roß im Schritt neben dem blühend schönen Mädchen einhergehen, und also begibt es sich, daß dieser Begegnung ander« folgen, heimliche Zusammenkünfte, daß junges Blut sich entzündet und aus Fellhändlerstochter und österreichischem Thronanwärter ein Liebespaar wird. Die Prager Idylle nimmt mit der Rückkehr Rudolfs nach Wien ein Ende. Der Kronprinz steht vor der Heirat, und das kleine Mädel aus Prag gerät in Vergessenheit. Es träumt dem Geliebten nach. Es sucht die Wege, die es mit ihm gegangen und seine Sehnsucht läßt es eines Tages den Vater bitten: „Laß mich nach Wien, laß mich in seiner Nähe sein!“ Elfriede ist in der Donaustadt, da Rudolf Hochzeit feiert. Sie sieht ihn, darf in seiner Nähe sein. Sie ist zufrieden, ist fast glücklich und nützt die Zeit mit dem Besuch einer Theaterschule. Da erreicht sie die Nachricht vom Tode des Vaters. Er hat sich, in der Verzweiflung über eine fehlgeschlagene Spekulation, durch einen Pistolenschuß entleibt Die Gläubiger nehmen, was da ist Das Mädchen ist über Nacht arm geworden. Es kommt zum Theater, aber seines Wirkens ist nicht lange. Der Schmerz über den Verlust des Vaters nimmt mit der Erkenntnis wachsender Vereinsamung zu, führt in Melancholie und Trübsinn Eine neuerliche Wendung ergibt sich im Schicksal der Kolmann durch den tragischen Tod Rudolfs. Hinter dem hemmungslos seiner Verzweiflung hingegebenen Mädchen schließt sich für einige Zeit das Tor einer Irrenanstalt Akazie die gefürchteten spitzen Domen, und schließlich besitzt sie die an den Ulmen so sehr geschätzte „Vasenform“, die sie vor allem für Alleepflanzungen geeignet macht. Die dornen- und samenlose Akazie, die bereits durch ein amerikanisches Patent geschützt wurde, kann durch Propfreiser oder hormonbehandelte Stecklinge vermehrt werden. Eine schwarze, schnaubende Masse, die vom peitschenden Schwanz bis zu den Hörnern voll Kraft und Energie steckt, tobt in die Arena. Es ist Toro, mein Freund. Er sieht helles Licht in der weiten Runde und stutzt. Was soll das hier? Er prustet sich, wittert etwas für seine gereizten Sinne und sieht plötzlich überall flatterndes Rot Haltlose Tücher. Doch die dahinter, die ihn zerren, sind fort. Was dieses Narrenspiel bloß soll? Dazu pfeift es aus der dichten Runde oder schreit: „Oie! — Oie!“ In diesem Stiernacken steckt außer der Wucht noch eine fabelhafte Gelenkigkeit. Toll. Wo ist doch endlich etwas Greifbares hinter diesen rote n Lappen? Für die Augen sind es rote Peitschen, die es draußen auf der himmelweiten Weite Andalusiens nicht gab. Was, auch noch Pferde? Arme Kreaturen. Macht doch, daß ihr hinauskommt, oder schüttelt diese Picadores hinter die Barriere. Ach so, die Augen hat man euch verbunden. Wartet, ich will euch dazu helfen. Toro rennt zu, wirft alles über den Haufen und reißt ihnen, denen er helfen wollte, mit seinen spitzen Waffen doch nur blutige Wunden in den mageren Körper... Im selben Moment aber dringt Toro kaltes Eisen in den Rücken. Ein sonderbares Spiel von diesen bunten Puppen, daran er eben noch Verwegenheit und glänzende Paraden bewundert. Toro riecht sein eigenes Blut. Rennt in eine zweite Lanze. Blutig wird es ihm um die Augen. Sieht nur Nach der Entlassung kehrt Elfriede Kolmann nach Prag, in ihre Heimat, zurück. Sie verliert jeden Halt, wird zur notorischen Trinkerin und sinkt von Stufe zu Stufe. Aus der Geliebten des österreichischen Thronfolgers wird ein Prager Straßenmädchen, das oft genug mit den Behörden in Konflikt gerät. Im Rausch erzählt die „Frieda“ in den Spelunken von „ihrem“ Rudolf: „Da schaut Ihr, was?“ Sie schwelgt in Erinnerungen, springt plötzlich von ihrem Sitz und wirbelt in einem tollen Tanz durchs Lokal. Bis ein Bursche sie an sich reißt, auf die Knie zwingt und die gleichen Lippen küßt, die einst dem prinzlichen Freund entgegenblühten... Die Jahre vergehen, und mit ihnen di« Reize des unglücklichen Wesens. Verarmt, verlassen sieht die Kolmann sich dem Hunger preisgegeben. Sie bettelt. Von Haus zu Haus wandert sie um Almosen. Klingende Münze setzt sie in Alkohol um. Auf der Prager Karlsbrücke streckte sie den Passanten die unsaubere, zittrige Hand entgegen: „Pro- sim, pane...“ („Bitte Herr.. .“). Von denen, die ihr ein Geldstück reichen, ahnen die wenigsten das Schicksal der verrunzelten Alten, den erschütternden Roman eines Frauenlebens, das an einer Liebe zerbrochen ist nur deshalb, weil es dieser Liebe nicht zu entsagen vermocht hat. Löse ist dieses traurige Dasein verlöscht. In einer öffentlichen Parkanlage in Prag findet ein Wachmann eine schlafende alte Frau. Er neigt sich über sie, rüttelt sie. Sie rührt sich nicht. Man bringt sie ins Leichenhaus. Die Verstorbene ist Elfriede Kolmann, die einstige Geliebte eines Thronfolgers. Sie ist verhungert. Geo Bayer-Bayros. Die mißhandelte Kartoffel Bei den ersten englischen Ansiedlern in Nordamerika war die Kartoffel höchst unbeliebt. Das 1700 erschienene Kochbuch „The accomplished Cook“ (Der perfekte Koch) läßt di« Kartoffel mit Zitronen, Muskat und Datteln bereiten. Ein anderes Rezept schreibt Rosenwasser als Zutat vor, und ein drittes Zimt und Pfeffea. Eine treffende Antwort. Eine berühmte amerikanische Filmschauspielerin, die nach geglückter Scheidung wieder einmal heiratete, schickte einem Bekannten eine Einladung zur Hochzeit. Der Bekannte antwortete mit folgendem Telegramm: „Für dieses Mal leider verhindert stop in acht Tagen stehe ich als Gast für die nächste Hochzeit zur Verfügung stop“. noch rot — rot und rennt entsetzt hin und her. Wieder drauf zu. — Nichts! Wie kalt dringen neuerlich lange Spitzen zwischen Toros Knochen. Aus neuen Quellen läuft das Blut über das schöne glänzende Fell, färbt mit bösen Flecken den Sand der Arena. „Oie! — Oie!“- Toro, merkst du es? Dein Blut wollen sie sehen. — Hilft denn Toro niemand? Ihm, der sich krümmt vor Schmerz, aufbrüllt von den neuen, bunt bebänderten Krallen, die seinen Rücken weiter in blutige Fetzen reißen. Armes Tier. Geschöpf, dessen Pein zum Narrenspiel der anderen dient. Warum schießt ihr euch denn nicht selber gegenseitig bunte Gewehrbolzen in den Körper? Die Wirkung würde nicht schlechter sein. * Noch immer nicht genug der Pein. Die ewi- en roten Peitschen locken ihn hierhin und orthin. Schon zittern Toros rassige schmale Beine, aber er rennt noch immer zu auf den rotem Feind, in ein flatterndes Nichts. Toro! Toro! Ich glaube, man will dich gar töten! Da kommt er schon, der Henker. Seine Augen sagen es, und hinter rotem Tuch lauert ,sein eisiger Stahl. Mördwerkzeug. Toro! Braver Freund, du hast tapfer gekämpft. Doch ,daß nun endlich deine Qual zu Ende gehe. Adios! — Der lange schmale Degen funkelt für einen Augenblick im Sonnenlicht wie ein Blitz. Da, bis zum Heft sitzt ihm dieser Blitz im Nacken. Tot? Nein. — Gefehlt! — Toro kämpft und schleudert dem Henker aus der klaffenden Wunde seinen stä'ilemen, blutbefleckten Tod wieder vor die F iß«. — Zum Teufel, Kerl, stech richtig zu! S hst du denn nicht, wie gewillt das todwund j Tier, müde vom grausigen Spiel, seinen blutquillenden Nacken dir zum erlösenden Ende hinhält? Ach was. Wieder daneben, zweimal, dreimal! Immer neue Wunden! Blut! Blut! „Espado, schäme dich! Deine Arbeit ist schlecht. Bist also nicht dazu fähig, und dein opfergeweihter Gegner sinkt zuletzt auch ohne deine sichere Hand kraftlos in den Sand der Arena. Titre fterben aue Die UNESCO fordert einen internationalen Schute »eiten ge wordener Tierarten Einige originelle Vertreter der Tierwelt werden sich nicht mehr lange auf unserer Erde halten können, wenn ihnen die Menschen nicht Schutz und Schonung gewähren. Der größte unter Ihnen ist das 5 Tonnen schwere einhör- nige Rhinozeros, das auf Java heimisch ist und nur noch in wenigen Exemplaren in den javanischen Dschungeln vegetiert. Dem Beuteldachs in Australien, jener seltsamen Kreatur vön der Größe eines Kaninchens mit „Grabhänden“ und verlängerten Hinterbeinen, droht dasselbe Schicksal. Er findet die für ihn notwendige pflanzliche Nahrung nicht mehr, da andere Pflanzenfresser, die den Menschen nützlicher sind, sich immer stärker ausbreiten und die Speisekammer des Beuteldachse« leermachen. Zudem steht er auch auf dem „Speisezettel“ des Tasmamschen Wolfes, der ihn als willkommene Beute nimmt, wo er ihn »wischen kann.' Auch zwei Pelzträger stehen vor dem Aussterben: Der eine ist die „königliche“ Woll- maus, in den Kordilleren Südamerikas beheimatet, ein schnellfüßiges und furchtsames Nagetier, das einen perlgrauen, flaumig-weichen, von den Menschen sehr geschätzten Pelz trägt. Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze mißt das Tierchen etwa 45 cm. Die Zoologen nehmen an, daß nur noh einige wenige Woll- mäuse hoch in dem unzugänglichen Andengebirge Perus leben. Der zweite verschwindende Pelzlieferant ist der Vielfraß, ein Tier, das vor Jahrzehnten in Kanada und in den angrenzenden nördlichen Gebieten der Vereinigten Staaten häufig anzutreffen war, und dessen restliche Scharen sich heute größtenteils nach Alaska zurückgezogen haben. Das Land um den Michigan-See trug z. B. wegen seiner blühenden Pelzindustrie lange Zeit den Namen „Vielfraß-Staat“. Der Vielfraß ist ein Fleischfresser, gehört in die Familie der Wiesel und erreicht eine Länge von ungefähr 60—70 cm. Er nährt sich von Hasen. Eichhöm- Eln Blich Ine Cleoelanöer Fundbüro Einen 'interessanten Einblick in die Gepflogenheit amerikanischer Reisender gibt die Abteilung „Verschiedenes“ des Clevelander Fundbüros. So kann man dort zum Beispiel die erstaunliche Feststellung machen, daß die Nachthemdmode der Herren der Schöpfung nun Teil die Tage der Königin Viktoria überlebt hat, denn noch heute finden sich in den Pullman-Schlafwagen Nachthemden im Stil des vergangenen Jahrhunderts- Die Angestellten des Pullman-Fundbüros haben aber auch andere eigentümliche Funde zu verzeichnen gehabt: so tauchte in einem Abteil eines Tages ein kompletter Satz falscher Zähne auf, und in einem anderen Zug fand man eine reichhaltige Auswahl von Zahn- Prothesen und Brücken. Auch über die literarischen Interessen der Amerikaner kann man sich in diesem Fundbüro genauestens informieren. Shakespeares sämtliche Werke oder komplizierte mathematische, technische oder chemische Abhandlungen gehören genau so zu den Funden des Büros wie Kriminalromane. Seltsamerweise jedoch, so erklärte ein Angestellter des Clevelander Fundbüros, sind es fast immer die intellektuellen Bücher, die in den Regalen verstauben, während die vergeßlichen Leser von Kriminalromanen im allgemeinen ihren Verlust sofort melden. Zu allen Zelten waren öle Regierungen teuer Kürzlich ist ein Statistiker auf den Gedanken gekommen, einmal zu errechnen, wieviele Minister, Ministerpräsident»! und Volksvertreter in den Ländern Westdeutschlands vorhanden sind, und welcher Betrag für diese Träger unserer Politik im Jahre ausgegeben werden muß. Statistiken dieser Art sind in der Regel nicht genau. Deshalb wollen wir es auch unterlassen, zu diesen Zahlen (genannt worden weit über 1000 Volksvertreter und 179 Minister) Stellung zu nehmen. Viel interessanter erscheint uns ein kurzer historischer Rückblick, der ergibt, daß in Deutschland die Regierungen, gleich wie sie geartet waren, immer schon beträchtliche Mittel verschlungen haben. So betrugen beispielsweise in Preußen 1846 die Jahres-Staatsaus- gaben 172 484 000 Gulden, in Hannover im gleichen Jahre 14 Millionen Gulden, in Württemberg 1846 bis 1847 mehr als 15 Millionen Gulden und im Jahre 1848 bis 1849 21 Million«! Gulden Der Hofstaat kostete in Preußen 1849 rund 10 Millionen Gulden, in Bayern rund 3 Millionen, in Sachsen 1,3 Millionen, in Württemberg 1,2 Millionen und in Baden 1 Million Gulden. Das sind recht erheblich* Summen. Für das Heer wurden beispielsweise in Württemberg 1848 bis 1849 rund 6 Million«! und in Baden 5,1 Millionen Gulden ausgegeben. Nach dieser aiten Statistik, die immerhin den Vorzug hat, nicht parteipolitisch gefärbt zu sein, bezahlte Deutschland seit dem Jahre 1848 für seine Hofhaltungen jährlich 26,3 Million«! und für seine Soldaten 256 Millionen Gulden. Die jährlichen Gesamtausgaben stellten sich auf 617 Millionen Gulden. Es ist wichtig zu wissen, daß gje Ausgaben für Hofhaltungen, Militär, Verzinsung und Tilgung der Staatsschulden etwa 60 Prozent der Gesamtausgaben beansprucht«!. Wenn wir diese Summen betrachten und bedenken, wie rar das Geld früher gewesen ist und wie ungleich höher sein Wert war, dann dürfen wir wohl getrost sagen, daß da» Volk zu sdlen Zeiten seine Obrigkeit teuer bezahlen mußte. A.Egg. dien, Bibern, Mäusen, Füchsen, Vögeln und deren Eiern, Schlangen, Insekten und Jheut sich nicht, selbst größeres Wild wie Raintiere anzugreifen und zur Strecke zu bringen. Die Jäger rühmen seine Stärke und seine List, di« Jagd auf den Vielfraß er trdert große Geschicklichkeit und Mut. Der kontinentale Vetter d js amerikanischen Büffels, der europäische Wisent, verschwindet von der Erde. Der asiatische Löwe existier! nur noch in etwa 200 Exemplaren in Indien und ist dort bereits unter Schutz gestellt. In Afrika vermindert sich die Zahl der großen und prächtigen, schwarzen Säbel-Antilopen rapide — man schätzt, daß heute noch etwa 500 ihrer Art leben — und südafrikanisch« Bergzebras trifft man »eiten mehr auf dar Wildbahn an. Die Schuld an dem Schicksal dieser Tiere trifft in erster Linie den Mensch«!, der ihnen seit Jahrhunderten unbarmherzig nachjagt* Eine Kommission der UNESCO will sich aller dieser aussterbenden Tierarten annehmen und versuchen, sie und ihre Nachkommen durch strengere Jagdgesetze und durch die Schaffung von Schutzgebiet«! am Leben zu erhalten. br —t Angst vor dem Zylinder Über den ersten Zylinder, der in London getragen wurde, berichtet eine Notiz der „'Times“ aus dem Jahre 1796: „John Hetherington wurde gestern wegen groben Unfugs und Verursachung von Straßen Unruhen dem Lordmayor vorgeführt und unter Bürgschaft von 500 Pfund gestellt. Es wurde bewiesen, daß Hetherington auf der öffentlichen Straße mit einem Hut auf dem Kopf erschienen weit, den er einen Seidenhut nannte, einem hohen Bau mit glänzendem Schein, geeignet, furchtsame Wesen in Angst zu versetzen. Tatsächlich sagten einige Polizisten aus, daß mehrere Frauen bei dem Anblick in Ohnmacht fielen, daß Kinder schrien und daß ein Sohn von Thomas Gordwainer von der Menge, die sich angesammelt hatte, zu Boden geworfen wurde und den rech*'- ■' -~i brach.“ O. Ho. Stier ln der Arena Mit drei Zeichnungen von Rudolf Seitmann Verkehrssicherheit erstes Geholt Eine Stunde bei der Braehaaler Verkehrspolizei Viele Menschen machen sich über die täg- mungen nicht mehr entspricht, muß es aus dem liehe Arbeit der Verkehrpolizei kaum einmal Verkehr herausgenommen werden, weil sich Gedanken. Sie sehen zwar die Verkehrspolizisten auf der Straße, wie sie ihren Dienst tun, wie sie sich bemühen, einen reibungslosen Verlauf des Verkehrs zu erzielen, über die tägliche umfangreiche Kleinarbeit aber, die auf dem Büro der Verkehrspolizei zu leisten ist, ist die Oeffentlichkeit nur wenig unterrichtet. Sind die Unfallzifferti in Bruchsal groß? Gemessen an dem starken Verkehr innerhalb des Stadtgebietes sind die jährlichen Unfallzahlen verhältnismäßig gering Jeden Tag fahren etwa 3000—5000 Kraftwagen, an Festtagen sogar .6000—7000 Fahrzeuge durch die Straßen der Stadt Bruchsal. Wenn sich Unfälle ereignen, so werden sie im Büro der Verkehrspolizei mit Hilfe von farbigen Fähnchen auf einem großen Stadtplan registriert. Die meisten Unfälle während eines Jahres weisen die Würt- temberger-, die Kaiser- und die Schönbom- ' straße auf. überwacht die Verkehrspolizei die Fahrzeuge? Jeder Kraftwagen muß, ehe er in den Verkehr kommt, der Verkehrspolizei zur technischen Prüfung vorgefahren werden. Der Wagen wird mit aller Sorgfalt auf die ordentliche Beleuchtung, auf die Bremsanlagen, auf die Steuerung und die Signalanlagen hin untersucht. Es wird ein sehr strenger Maßstab angelegt. Mangelhafte Fahrzeuge werden zurückgewiesen. Für die Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeugs ist die Betriebserlaubnis und die Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens erforderlich. Zugelassen zum Verkehr auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist jedermann. Körperliche oder geistige Mängel können allerdings dazu führen, daß man von der Teilnahme am Verkehr ausgeschlossen wird. Ein Betrunkener z. B., der über die Straße torkelt oder ein Fahrzeug führt, bildet eine Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer. Er muß daher von der Straße entfernt werden. Wer zum Führen von Fahrzeugen als ungeeignet befunden wird, dem wird die Führung für bestimmte Zeit oder oft dauernd entzogen. Besonders strenge werden die gesetzlichen Bestimmungen gehandhabt bei Leute, die wegen Eigentums- oder Rohheitsdelikten vorbestraft sind. Die Ausrüstung der Fahrzeuge Kraftfahrzeuge müssen 2 voneinander unabhängige Bremsanlagen besitzen oder 1 Bremsanlage mit zwei voneinander unabhängigen Bedienungsvorrichtungen, von denen jede auch dann wirken kann, wenn die andere versagt. Mit jeder Bremsanlage muß eine ausreichende Bremsung bewirkt werden können, die dann gegeben ist, wenn eine mittlere Verzögerung von mindestens 2,5 m in der Sekunde erreicht wird. Wenn ein Kraftfahrzeug eine Geschwindigkeit von 30 km fährt, so entspricht dies einer sekundlichen Vorwärtsbewegung von 8,34 m. Lei einer Bremsung muß diese Vorwärtsbewegung im Mittel um 2,3 m in der Sekunde zu- rückgehen, bis das Fahrzeug zum Stillstand kommt. Für jedes zugelässene Fahrzeug wird eine Karteikarte angelegt, auf der alle Fehler und Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung aufgeschrieben werden, sodaß die Polizei sich j ederzeit über die Zuverlässigkeit sowohl des i'ahrers als auch des Fahrzeuges unterrichten kann. Sobald ein Fahrzeug den gesetzlichen Bestim- immer wieder gezeigt hat, daß verkehrsunsichere Fahrzeuge das größte Uebel für eine richtige Abwicklung des Verkehrs sind. Viele Kraftfahrer sind auch über den höchstzulässigen toten Gang falsch unterrichtet. — Für Personenkraftwagen beträgt er höchstens zehn Grad und für Lastkraftwagen höchstens 25 Grad. Wie vollzieht sich die Ueberwachung der Straßen? Mit aller Sorgfalt schaut die Verkehrspolizei auf die richtige Anbringung der Verkehrszeichen und der Wegweiser. Mängel werden immer alsbald behoben. Mit der Stadtverwaltung wird eng zusammengearbeitet, wie auch mit dem- Wasser- und Straßenbauamt, die die Ver- kehrsscfailder anzubringen haben. Besonderes Augenmerk richtet die Verkehrspolizei auf einen einwandfreien Ablauf des Verkehrs. Manche Kraftfahrzeugführer verursachen viel zu viel Lärm durch unnötiges Signalgeben. Das Signalgeben ist durchaus nicht verboten, es ist aber nur dann angebracht, wo sich ein Signal nicht umgehen läßt. Üdiftlerkonxert der Musikschule Brunner ■Herzlicher Beifall der zahlreichen Hörer für die hervorragende Vortragskunst Am Sonntag, den 12 März, veranstaltete die staatlich anerkannte Musikschule Fr. und H. Brunner in der vollbesetzten Turnhalle ein Schülerkonzert. Die Zuhörer erkannten, daß ein großes Maß von Arbeit die Voraussetzung zu den gezeigten Leistungen war. Der „Hoch- zedtsmarsch“ aus dem „Sommernachtstraum“ von F, Mendelsohn-Bartholdy, gespielt vom Orchester, leitete das Konzert ein. Stücke für Klavier allein (wobei die jüngsten Schüler sich vorstellten), Stücke für Geige und Klavier und Darbietungen der Violingruppe mit Klavier folgten. Dazwischen ließen sich die Nachwuchsblasorchester von Obergr omibach und Gondels- faeün hören; die jungen Leute zeigten, daß sie, trotz einer verhältnismäßig kurzen Uebungs- aeit, schon allenhaiyl leisteten. In einigen Solds für Bläser (mit Begleitung des Streichorchesters), konnte man das noch besser erkennen. Das Streichorchester spielte den 1. Satz aus der .Kleinen Nachtmusik“ von W. A. Mozart; man gewann jedoch die Ueberzeugung, daß diese durchsichtige Musik in der Originalbesetzung (Streichquintett) am feinsten heraus- kommit. Ein schwieriger Czardas für Violine und Klavier (E. Martin und Gr. Herrmann) und der große Es-dur-Walzer von Fr. Chopin (U. Heidt), zeigte technisch gute Leistungen fortgeschrittener Spieler. Das volle Orchester beschloß das Konzert mit der Ouvertüre zu „Peter Schmoll“ von C. M. v. Weber und den Einzug der Gäste aus „Tannhäuser“ von Rieh. Wagner; der starke Beifall veranlaßte das Orchester, den „Koburger Marsch“ als Zugabe zu bringen. Die verbindenden Worte zu dieser Veranstaltung hatte Herr Walter Herrmann übernommen, welcher es verstand, die Vortragsfolge dem Publikum in geschickter Form anzusagen. Die Anwesenden spendeten ihm dafür herzlichen Beifall. Die Musikschule Brunner darf dieses Konzert als vollen Erfolg buchen; der Dank für die gezeigten Leistungen kam in den Worten von Herrn Bürgermeister Schwarz und dem Vorstand des Musikvereins „Harmonie“, Herrn Jakob Wagner, zum Ausdruck. Unsere besten Wünsche der Musikschule Brunner für ihre weitere Tätigkeit! Sehr viel gesündigt wird oft von den Radfahrern, die nebeneinander fahren, oder von Fußgängern, die die Straße überschreiten, auch wenn Kraftfahrzeuge in nächster Nähe sind. Die Verkehrspolizei geht nicht nur belehrend und strafend gegen die Kraftfahrer vor, sondern auch gegen den Verkehr gefährdende Radfahrer und Fußgänger, die zur Wahrung der Verkehrsdisziplin angehalten werden. Die Beamten der Verkehrspolizei sind nicht nur dazu da, um zu beanstanden, sondern auch um den Fahrern mit Rat und Tat zur Hand zu gehen. Sie verlangen nichts, was technisch nicht möglich ist. Die Schulung der Verkehrspolizisten Die Verkehrspolizisten, die Tag und Nacht ihren beschwerlichen Dienst mit der größten Gewissenhaftigkeit ableisten, werden ständig geschult und weitergebildet. Größten Wert legt man auf eine einwandfreie Aufnahme etwa vorkommender Unfälle, denn die Betroffenen sollen die Gewißheit haben, daß die Polizei mit aller Sorgfalt zu Werke geht und niemanden Unrecht tut. Die Kenntnisse des Polizeibeamten auf den verschiedensten Gebieten sind heute recht groß, sodaß er alle Anforderungen, die an ihn herantreten, zu erfüllen in der Lage ist. Ständig werden Erfahrungen ausgetauscht und gesammelt und die neuesten Verfügungen ausgewertet und der Oeffentlichkeit bekannt gemacht. In einer Kartothek werden alle Verordnungen gesammelt, zusammen mit bedeutsamen Gerichtsurteilen, um sie jederzeit bei der Hand zu haben, wenn der Dienst an der Allgemeinheit es verlangt. Und wovon sollen sie leben • . .? 70 000 Kriegsopfer warten noch auf Rentenbescheid Eine der typischsten Nachkriegserscheinungen war das Schlangenstehen. Es blieb keinem von uns erspart. Schlangen vor den Emäh- rungsämtem, vor den Wohnungsämtern und vor vielen, vielen Behördenzimmern. Wer heute noch Schlange stehen muß, gehört zu len wirklichen Opfern des Krieges. So sind es zumeist Flüchtlinge, Sozialrentner, Kriegsbeschädigte und Kriegerwitwen, die noch vor den Türen warten. Doch nur in wenigen Fällen kann der Staat, selbst arm und mittellos, Hilfe gewähren. Zu diesen Fällen zählt die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. 70 000 warten noch ... In Württemberg-Baden haben bis zum 31. Januar 1950 insgesamt 360 760 Personen An- SdiadenersAlzansprädie an die USA Entstanden aus Vorfällen oder Unfällen während der Manöver Einheiten der amerikanischen Streitkräfte werden zeitweilig an Uebungen und Manövern teilnehmen. Es ist daher wahrscheinlich, daß einige dieser Uebungen im Kreise Bruchsal stattfinden werden. Die Einheiten amerikanischer Einheiten wurden angewiesen, die Zerstörung von Ernten, Obstgärten oder kultiviertem Boden zu vermeiden, sowie zivile Einrichtungen und Privathäuser ndcht zu betreten, oder Einrichtungen zu gebrauchen, es sei denn in Ausnahme- und bei wirklichen Notfällen, und dann auf besonderen Befehl des kommandierenden Offiziers. Sollten durch besondere Umstände trotzdem Manoverechäden entstehen, sind diese sofort, spätestens innerhalb 24 Stunden nach dem Vorfall, beim Bürgermeisteramt zu melden, wo den Geschädigten in der Vorbereitung ihrer Schadensanträge auch jede praktische Hilfe geleistet wird. Besonders bei Personenschäden durch US-Fahrzeuge ist darauf zu achten, daß che notwendigen Beweise, wie Autonummern und sonstige Kennzeichen, Sicherstellung des Fahrers, sowie 7'ngenerklärun- gen beizubringen sind. Ganz hiig ist, daß bei solchen Schadensfällen foiort die Polizei verständigt wird, welche durch ihre Erhebungen sehr viel*zur Klärung der Schuldfrage beiträgt. Die Bürgermeister des Kreises Bruchsal werden gebeten, bei evtl, eingetretenen Manöverschäden, die in den Richtlinien des amerikanischen Schadensamtes genannten Fristen zur Vorlage von Schadensanträgen besonders zu beachten. Das Auge überwindet die Dunkelheit Die deutsche Wissenschaft erfüllt einen Wunschtraum Mit weitaufgerissenen Augen hockt der Fernfahrer vor nübe rgebeugt über dem Steuer des schworen LKWs und starrt durch die schwarze Dunkelheit auf die Landstraße, die von den Autoscheinwerfem nur notdürftig erhellt wird. $fit 60 Kikuneter Stundengeschwindigkeit braust der Vieltonner durch die Nacht und jerrt die beiden Anhänger hinter sich her. Der Fernfahrer läßt für einen Augenblick das Steuerrad los und fährt sich mit der Hand über die {beranstrengten Augen. Man müßte im Dunkeln besser sehen können, murrt er vor sich lin, die Arbeit würde dann für unsereinen viel siebter werden. Wie der Fernfahrer denken Olle Männer, die in der Nacht oder im Dunkeln arbeiten müssen r Lokomotivführer, Polizisten, Zollbeamte, Bergarbeiter usw. Kann Ihnen geholfen werden? Die Wissenschaft hat diese Frage der schwer arbeitenden Männer aufgenommen und sie nun nach jahrelangen Forschungen mit „Ja“ beantwortet. Es gibt heute bereits ein fabrikmäßig erzeugtes Mittel, das einfach wie eine Medizin eingenommen werden kann. Das von einem berühmten deutschen Arzneimittelwerk hergestellte Präparat, wird in täglichen Gaben von etwa 14 Tropfen, 10 Tage hindurch eingenommen und ermöglicht dann für etwa 6 Monate besseres Sehen und schnelleres Erkennen im Dunkeln. Das völlig unschädliche Mittel bedeutet für unzählige Nachtarbeiter eine wesentliche Erleichterung ihrer schweren und verantwortungsvollen Aufgaben. Die wissenschaftliche Entwicklung auf diesem Gebiete baut auf den Erkenntnissen des Bonner Anatomen Max Schultze auf. Die in der Augen-Netzhaut, der Retina, befindlichen Seh-Sinneszellen haben entweder Stäbchen- Zänfchen-Gestalt. Schultze und nach ihm der Freiburger Physiologe von Kries erkannten nun, daß die Zäpfchen, die gleichzeitig allein das Farbigsehen ermöglichen, für die hohen Lichtstärken „zuständig“ sind, während die Stäbchen das „Dämmersehen“ gestatten. Die Netzhäute von Nacht- und Dämmertieren, wie Eulen, Mäusen, Igeln, Fledermäusen usw., weisen daher überwiegend oder nur Stäbchen auf (diese Tiere sind zugleich völlig farbenblind), die Netzhäute von ausgesprochenen Tagestieren, wie Eidechsen, Tagesraubvögeln, Hühnern usw. dagegen vorwiegend oder nur Zäpfchen. In den Netzhäuten höher entwickelter Wirbeltiere und in der Netzhaut des Menschen finden wir einen Kern von Zäpfchen und einen Rand von Stäbchen, die sich in ihren Aufgaben ergänzen. In wirklich verblüffender Parallele zum Vorgang beim Fotografieren verarbeiten nun beide Sinneszellen-Arten die Lichteindrücke auf fotochemischem Wege und geben sie als Erregungen über die Nerven ans Gehirn weiter. In den Stäbchen erfüllt diese Aufgabe der sogenannte Sehpurpur, der bei Belichtung ausbleicht und sich bei Verdunkelung wieder neu bildet. Aehnliche lichtempfindliche Stoffe entdeckte der Zoologe von Studnitz, der die Untersuchungen zu dem praktisch verwertbaren Ergebnis weitergeführt hat, auch in den Zäpfchen. Langwierige Forschungen, die der chemischen Funktion dieser lichtempfindlichen Stoffe auf den Grund kommen wollten, ergaben den Zusammenhang mit den sogenannten „Oelkugeln“, die aus Garotinaden bestehen und in und hinter der Netzhaut gelegen sind. Diese Stoffgruppe ermöglicht und trägt aber den ganzen Sehakt. Sin sehr bekanntes Carotinoid ist das Vitamin A, das, in größeren Mengen eingenommen, als wichtiges Mittel gegen die Nachtblindheit Verwendung findet. Die ersten Ergebnisse mit dem Vitamin A gaben den Forschem recht. Als sie dann in den „Oelkugeln“ neben dem Vitamin A auch das Lutem entdeckten, wußten sie, daß sie dem Ziel noch näher gekommen waren. Diesen Stoff gewannen sie aus der luteinreichen Studentenblume (Tagetes) und verwendeten ihn für die Versuchsreihe, die übrigens durchweg als Selbstversuch begonnen wurde, in Gestalt des sog. Helenien, das jetzt, ln Oel gelöst, auchlien Grundstock des fabrikmäßig hergestellten Mittels bildet. Konnte man nämlich mit Vitamin A während der Kurdauer die Nachtblindheit bekämpfen, also einen normalen Zustand beseitigen helfen, so wirkt das Lutein (Helenien) einmal bis zu sechs Monaten über das Behandlungsende hinaus und erhöht zum andern nicht nur die Fähigkeit zum besseren Dämmersehen, sondern auch zur rascheren Dunkelanpassung, selbst bei sonst durchaus normal-nachtsichtigen Menschen. Prof, von Studnitz berichtete mir von „Verbesserungen“ bis zum 40fachen des vor der Behandlung festgestellten Zustandes. In einem anderen Fall konnte die Versuchsperson ein Lichtzeichen, das sie sonst erst etwa 8 Sekunden nach Eintritt der Dunkelheit erkannt hatte, nach beendeter Lutein-Behandlung bereits 2 Sekunden nach Dunkelwerden erkennen. Die außerordentliche Bedeutung dieser so erhöhten Seh- und Erkennungsfähigkeit im Dunkeln für alle Nachtarbeiter liegt klar auf der Hand. Die erfreulichen Erfolge in der Verschärfung des Dämmersehens beruhen, so sagt mir Prof, von Studnitz, auf der engen Zusammenarbeit von Biologen und Medizinern und auf der Anwendung von einmal bei Tieren auch niederster Stufe gewonnener Erkenntnisse — die ersten Versuchsreihen, die schließlich zur Verbesserung führten, begannen bei Muscheln! — auf den Menschen, der mit den übrigen Lebewesen viel enger verbunden ist und den allgemeinen Mologischen Gesetzen viel stärker unterliegt, am vielfach zum Ausdruck gebracht wurde. trag auf Rente gestellt. Hiervon sind bisher 289 107 Fälle entschieden worden, so daß über 70 000 immer noch nicht wissen, wovon sie leben sollen. Schuld daran trägt mindestens zum Teil die Tatsache, daß die KB-Abteilung bei der Landesversicherungsanstalt weder über ausreichendes Personal noch über geeignete Räume verfügt, um dieser Arbeitsfülle Herr werden zu können. Von den mehr als 360 000 Antragstellern gehören über 100 000 dem Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen u. den Sozialrentnern an. Dieser sieht eine seiner Aufgaben in der Arbeitsvermittlung und es ist in Württemberg-Baden gelungen, die Kriegsbeschädigten bis auf etwa 6 Prozent in Arbeitsstellen zu bringen, ein Prozentsatz, wie er in keinem anderen Land des Bundesgenietes erreicht worden ist. Und auch diese restlichen sechs Prozent könnten untergebracht werden, wenn die einzelnen Firmen und Betriebe die vorgeschriebene Schwerkriegsbeschädigtenquote — 8 bis 10 Prozent der Arbeitnehmer des Betriebes — einhalten würden. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen Kriegsbeschädigten gekündigt wurde, weil sie nur halbe Arbeitskräfte seien! Nur selten konkurrenzfähig Eine Zeitlang schossen Versehrtenbetriebe wie Pilze aus dem Boden. Doch schon bald nach der Währungsreform zeigte sich vielfach, daß sie nicht mehr konkurrenzfähig waren. Heute gibt es in Württemberg-Baden nur noch einige wenige Versehrtenbetriebe in Stuttgart, Eßlingen, Heilbronn und Mannheim, von denen die Blindenversehrten-Arbeitsgemeinschaft der größte und leistungsfähigste ist. — Etwa 300 Kriegsblinde fertigen Bürsten- und Besenwaren aller Art. Der Gewinn kommt allen Blinden dieser Gemeinschalt in gleicher Weise zugute. Das Wichtigste aber ist vielleicht nicht einmal das Gel&verdienen. Wichtiger ist die Beschäftigung, die dem Blinden Ablenkung von seinem schweren Schicksal und Befriedigung geben soll. Und was von den Kriegsblinden gilt, gilt auch von allen Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, keiner will sich zum Bettler oder zum Almosenempfänger stempeln lassen. Jeder will arbeiten oder, wenn dies unmöglich ist, wenigstens eine gerechte Rente empfangen, die kein Geschenk ist, auch wenn der Staat von heute nicht die Schuld daran trägt, daß es Blinde, Amputierte und Kriegerwitwen gibt. Bradtsaler Allerlei Sitzung des Kreisrates. Am Dienstag fand eine Sitzung des Kreisrates statt, wobei Stadt- oberrechnungerat a. D. Franz Probst anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums vom Landrat und den Kreäsräten besonders geehrt wurde. Der Landrat überreichte dem Jubilar ein Ehrendiplom des Präsidenten des Landesbezirks Baden und dankte ihm herzlich für seine pflichtgetreue und vorbildliche Arbeit. — Für die Vergebung der staatlichen Mittel für (Jen Wohnungsbau wurde ein Verteileraus- schuß gebildet, dem zwei Bürgermeister, zwei Handwerker und ein Flüchüingsvertreter aus dem Kreisrat und Kreistag angehören, sowie Kraft ihrer Aemter der Landrat und der Bezirksbaumeister als Fachberater. Die Anträge auf staatliche Darlehen haben bereits ein Ausmaß angenommen, das weit über die Mittel des letzten Jahres hinausgeht. — Die Berufsschule erhielt auf dem Gelände hinter der Ju- stus-Kneeht-SchuIe einen Schulgarten, wofür der Kreistag die Mittel zur Wiederherrichtunig bereit stellte. Katholische Jugend Bruchsal. Am kommenden Sonntag 19. Marz, ist um 20 Uhr eine Jugendgebetestunde der männlichen und weiblichen Jugend im Chor der Stadtkirche. Behandlung der Fundsachen. In der Zeit vom 1. bis 15. März wunden beim Einwohnermeldeamt — städtisches Fundbüro — folgende Donnerstag den 16. März 1950 Gegenstände als gefunden abgegeben: ein Uhrenwerk, eine Ledermappe, ein Autoreif, zwei Geldbeutel mit Inhalt, Kleiderstoff, ein Kin>- dermantel, eine Herrenmütae, ein Schal und ein Schlüsselbund. Stadtrentamt Bruchsal. Das Stadtrentamt erinnert an die auf 15. März fällig werdenden Verbindlichkeiten; und zwar Grundsteuer 1949 (Rest), Abfuhr- und Kanalgebühren 1949 (Rest) sowie die bereits fällige Aufräumungsabgabe (Jahresbeträge für 1949 und 1950). Die Pflichtigen werden darauf hingewiesen, daß bei nicht fristgemäßer Zahlung Säumniszuschläge verwirkt sind und mit Betreibung gerechnet werden muß, wodurch weitere Mahngebühren und Zwangsvollstreckungskosten entstehen. TSG - Handballabteilung Bruchsal. Heute abend, pünktlich 20.30 Uhr, Spielerversammlung im „Wolf“. AUS KRAICHGAU UND BRUHRAIN . • Langenbrücken hat sich die Mannschaft den zweiten Tabellen- des Roten Kreuzes er öffnete und leitete Rat- Am Freitag findet vor dem Rathaus eine platz erkämpft. Die Tumabteilung ist das Schreiber Martin Härdle. Er gab den Tätig- --— J —- Schmerzenskind des Vereins. Lediglich die. Zwangsversteigerung statt. Versteigert werden zwei Diplomatenschreibtische und eine Dreschmaschine, Marke „Deschenreutter“. Forst In der Traube fand am Samstag die Jahreshauptversammlung des Turnvereins statt, die einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Vorstand, Veith gedachte des im verflossenen Jahr verstorbenen langjährigen Vorstandes und! Ehrenmitglieds Anton Schräg. Anschließend berichtete Protokollführer Bonert über die Erfolge von 1949. Die Handballmannschaft konnte das erstmals durchgeführte Kreiswander- pokaltumier als Sieger der Bezirksklasse beenden. Nach Beendigung der Verbandsrunde Religion und Jugend Geistl. Rat und Dekan Beil sprach in Bruchsal zur Kolpingsfamilie Am Dienstag abend hatte sich die Kolpingsfamilie Bruchsal in der Stadtkirche zu einem Religionsvortrag eingefunden, und in einer Stunde innerer Sammlung, fern von der Hast und Unruhe des lärmenden Alltags, sich den ersten der Programmpunkte Adolf Kolpings, Religion und Tugend zueigen zu machen. Der zahlreiche Besuch hat bewiesen, daß die Kol- pingssöhne die Notwendigkeit dieser Forderung, der in der heutigen Zeit dieselbe Bedeutung zukommt, wie vor 100 Jahren, erkannt haben. Der Redner des Abends, Geistl. Rat und Dekan Beil, verstand es, seinen Zuhörern in einfachen und klaren Worten, das Wesen und die Bedeutung des Hl. Jahres vor Augen zu führen. Das Hl. Jahr, so führte er aus, solle sein ein Jahr der Erneuerung, ein Jahr des großen Verzeihen®, ein Jahr der Rückkehr zu Gott. Wenn zu Beginn des Hl. Jahres der Hl. Vater die heilige Pforte öffne, so sei dieser Akt Sinnbild dafür, daß auch die ganze Kirche ihre Pforten öffne, um den Gläubigen in diesem Jahr des Heiles in besonderem Maße ihre Gnadenquellen zu erschließen. Die Menschheit müsse wieder Gottes Gebote achten, all ihr Tun und Handeln nach christlichen Grundsätzen ausrichten. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen verwies der Redner auf die Gnadenmittel, die die Kirche zur Erlangung dieses Zieles jedem Gläubigen in die Hand gebe, und zum Schluß seines Vortrags zeichnete Dekan Beil den HL Josef den Schutzpatron der Kolpingsfamilie, als das Abbild eines wahren Christen. Die Hand bei der Arbeit, das Herz bei Gott! Aeu- ßerlich zwar gleich wie alle andern, in der Inneren Haltung aber anders als die andern, das sei das Merkmal eines wirklichen Christen. Nach einer' kurzen Andacht mit Segen verließen die Kolpingssöhne das Gotteshaus im Bewußtsein, durch diesen Abend neue Kraft im Kampf gegen die Sorgen des Alltags gewonnen zu haben. An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, daß die Generalkammunion am kommenden Sonntag in der Hofkirche, nicht wie bereits bekanntgegeben um 8 Uhr, sondern erst um 9 Uhr stattfändet. D. * Rahmentarif für die Zigarrenindustrie? Die Kündigung in der nordbaddschen Zigarrenindustrie zum 31. März dieses Jahres durch die Industriegewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten, hat in Arbeitgeberkreisen teilweise erhebliches Mißfallen hervorgerufen, weil von dlieser Seite geltend gemacht wird, daß die Umstellung, wie sie durch (Me unzureichende Steuersenkung notwendig war, weitgehende Zugeständnisse an den Verbraucher erforderlich machte, um ein einigermaßen erfolgversprechendes Preisniveau zu erreichen. Zudem seien die Mittel zahlreicher Firmen infolge der monatelangen Absatzstockung erschöpft. Demgegenüber verlautet aus Gewerkschaftskreisen, daß der gegenwärtige Zeitpunkt ohnehin eine umfassende Neu-Kalkulation in der Industrie notwendig mache und von Seiten der Arbeitnehmer seit langem ein für das ganze Bundesgebiet gültiger Rahmentarif angestrebt werde. Die Forderung einer fünfprozentigen Lohnerhöhung halte sich durchaus in einem vernünftigen und für die Industrie tragbaren Rahmen, zumal immer wieder darauf hingewiesen werden müsse, daß die Zigarrenindustrie das niedrigste Lohnniveau aufweise. Es gebe Arbeitnehmer, die bei einer Arbeitszeit von 32 Wochenstunden 64.— DM im Monat verdienten, was einem Stundenlohn von nicht einmal 50 Pfennigen entspreche. Obergrombadi Im hochbetagten Alter von 77 Jahren verschied am Montag an den Folgen eines Schlaganfalls, ohne eigentlich ernsthaft krank zu sein, Frau Karoline Butterer, geb. Speck, Wtw. des Landwirts Gustav Butterer, Weingarten- Straße 6. Die Beerdigung der Verstorbenen fand gestern unter großer Beteiligung der hiesigen Frauenwelt statt g Schüler halten einen regelmäßigen Tumbe- triefo aufrecht. Epp Robert verdient als bester Leichtathlet ein Sonderlob. Bei den Kreismeisterschaften sprang er als Jugendlicher 6,40 m und ließ den Seniorenmedster um 30 cm hinter sich. In der Vorschau stand die Gestaltung des Handballturniers in den ersten Maitagen anläßlich des 25jährigen Bestehens der Handballabteilung, besonders zur Debatte. In seinen Schlußworten dankte Vorstand Veith allen Mitarbeitern und Anhängern und bat sie auch in Zukunft, getreu des alten Turner;- Spruchs „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“, den Verein durch tatkräftige Mitarbeit zu unterstützen. Die Mitglieder des Verbandes der Körperbeschädigten hielten ihre Jahreshauptversammlung im Waldhorn ab. Geschäfts-, und Kassenbericht wurden von der Versammlung gebilligt. Gregor Umhof wurde bei den Neuwahlen zum 1., Erich Weidmann zum 2. Vorsitzenden, Heinz Blumhofer zum Schriftführer und Markus Böser zum Kassier gewählt. Abschließend hielt Kamerad Klein aus Bruchsal ein ausführliches Referat über das Fürsorgewesen. Wa. Heidelsheim Der Gemeinderat behandelte in seiner letzten nichtöffentlichen Sitzung folgende Punkte: Ankauf der Fliegerbaracke, Wiedergutmachung betreffs der Benutzung der Sporthalle durch die Gemeinde; Vertrag mit Uhrmacher Doll wegen Nachsicht der öffentlichen Uhren; die Abgabe von Bürgerholz an Kriegerwitwen, deren Männer nicht mehr in den Genuß des Bürgerrechts kamen; Satzung für neue Waagegebühren (his zu 50 Ztr. —.50 DM, darüber 1.— DM); Uebemahme von drei Geschäftsanteilen durch die Gemeinde bei der Obst- und Gemüseerzeuger- und Absatzgenossenschaft. Außerdem wurde ein einstimmiger Beschluß gefaßt, die Petition des Oberbürgermeisters von EßMngen zu unterstützen, der eine Umleitung des Fernverkehrs über die Autobahn Karlsruhe—Stuttgart efteichen will. Die Hauptversammlung des Ortsverbandes Ans dem Ringer-Lager In den Kämpfen um die Gruppenmeisterschaft im Ringen gab es folgende Ergebnisse: KSV Tuttlingen — Eiche Sandhofen 2 :6 Germ. Hornberg — Jahn Göppingen 3 :5 Die Favoriten siegten also weiter und man darf auf das nunmehrige Zusammentreffen von Sandhofen und Göppingen gespannt sein. Die Eiche-Ringer kämen in dem sonntäglichen Kampf zu einem klaren Erfolg, der nie außer Frage stand. 2000 Zuschauer waren von den Leistungen der Samdhöfer begeistert. In da* Kreisklasse ist nun die Entscheidung gefallen. Ausschlaggebend war das Treffen Wiesental 2.—Bruchsal 2., das die Wiesentaler mit 5 :3 zu ihren Gunsten gestalten konnten und damit Meister der Kreisklasse wurden. In der Gruppe 1 der Kreisklasse führt der TV Mühlacker, sodaß es zu einem Entscheidungstreffen zwischen den beiden Gruppen- Gruppe n KSV Wiesental II. 10 8 1 1 17:3 KSV Kirriach II. 10 8 0 2 16:4 Germ. Bruchsal 11. 10 6 2 2 14:6 KSV Neulußheam 10 3 1 6 7:13 SRK Rheinhausen 10 2 1 7 5:15 TV Graben io 0 1 9 1:19 Siegern und damit für den Gewinner der stieg zur Landesliga kommt. Gruppe I Auf- TV Mühlacker 14 13 1 1 25:3 TSV Weingarten 13 11 0 2 22:4 FC Ispringen 12 7 1 4 16:9 ASV GTÖtzingen 14 6 1 7 13:15 KSV Daxlanden 14 -6 0 8 12:16 Spv Dillstein 14 4 3 7 11:17 Karlsruher Athl.-Ges. 14 2 4 8 8:20 KSV Durlach 11 0 2 9 2:20 Zum Freundschaftskampf im Ringen kam es in Wiesental, wo der dortige KSV Germania Karlsruhe zu Gast war. Sowohl in der ersten Garnitur, wie auch bei den Reservemannschaften kamen die Gastgeber zu sicheren Erfolgen* die mit 6:2 bezw. 5:3 «Mieten. Hodiey Wertvoller Punktgewinn der TSG Badens Hockeyliga hatte seine Ueberra- schung in dem 1:1, das die TSG Bruchsal den starken Turnern aus Mannheim entführte. Nach den letzten Spielen hatte man der TSG einen derartigen Achtungserfolg nicht zugetraut. Beinahe hätte es sogar zum doppelten Punktgewinn gereicht. — Die beiden Spitzenreiter TSG und HC Heidelberg konnten ihre Spiele klar für sich entscheiden. Die TSG siegte bei Germania Mannheim sicher mit 0:5, während der HCH kn Lokalepiel den TV 46 mit 3:0 sicher niederhielt, wie das Resultat besagt. ksäitsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Nach der Protokollverlesung und dem Kassenbericht, wurden die Neuwahlen vorgenommen, die Waldemar Keller zum Leiter der Aktivität werden ließen, im übrigen hat sich in der Besetzung der Vorstandschaft nichts . geändert. Zum Programm des nächsten Jahres gehört die Gewinnung einer größeren Anzahl passiver Mitglieder und mehr jugendlicher Nachwuchs. Jakob Grün, Bahnhofstr., wurde dieser Tage 71 Jahre alt; Heinrich Grämlich, Schlittengasse, 73; Heinrich Enxz, Brettener Straße, 74; Katharina Trautwein, geb. Zutavem, Brettener Straße, 78. Neuenbürg Wohl selten hinterließ ein Film solch einen Eindruck, wie das der Missionsfilm „Blut über Japan“ tat. Im großen Saal des Gasthauses zum Ritter saß am vergangenen Sonntag nach, mittag die katholische Gemeinde Kopf an KopdC, um diesen einmaligen Dokumeatarstrei- fen zu erleben. Die Bilder predigten mit solcher Wucht, daß sich ihnen niemand entziehen konnte. Erfreulich die Tatsache, daß der christliche Film erwacht und sich anschickt, den öden und seichten Traum-Fabrikerzeugnissen den Rang streitig zu machen. Am Freitag findet um 20.30 Uhr die erste EHeraversammlung in diesem Jahr statt. Schon im vergangenen Jahr wurden Elternabende abgehaltem. Diesmal soll nun der „Eltembei- rat“ gewählt werden. Eine Reihe von Kanons werden den Abend einleiten. Bei der erneuten Holzabgabe war die Nachfrage größer als das Angebot. Es soll in den kommenden Monaten noch einmal Holz abgegeben werden. Bei der kürzlich abgehaltenen Versammlung der Tabakanbauer sprach Bürgermeister Franck. Die Anbaufläche für 1950 wurde be- kanntgegeben, die Anbauvorschriften erläutert und noch einmal auf die sorgfältigste Pflege des Tabakes hingewiesen. Am 14. wurde das Hauptgut, Obergut, ver- wogen, und damit endlich das langersehnte Geld, der Verdienst des Bauern, in greifbare Nähe gerückt. Am Sonntag weilte Prof. Hubbuch, von der Kunsthochschule in Karlsruhe, hier, und zeichnete die Szenenbiider zum „Jedermannsspiel“. In diesem Jahr wird auch das Bühnenbild eine besonders künstliche Ausdeutung erfahren. Der US Resident Officer Bruchsal, stiftete für das Jedermannsspiel 2000 Blatt Papier. Die Abteilung Kultus und Unterricht des Landes- Bezirk Baden hat ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt. Hambrücken Bei der Registrierungsaktion der noch in Gefangenschaft befindlichen und vermißten ehemaligen Wehrmachtsangehördgen, wurde folgendes Ergebnis ermittelt: 63 Bürger werden noch vermißt (darunter 10 Neubürger). Zwei Neubüiger befinden sich noch in russisch« Gefangenschaft: Gödrich Emst, Kirch- straße 14 und Gebori Ignaz, Kirchstraße. Am Wochenende trägt der Schachklub voraussichtlich seinen letzten Verbandskampf gegen Kirriach aus. Am Dienstag wurden in der Krone die Beträge für den losen Nachtabak an die Landwirte ausbezahlt. Heute vollendet Wagner Sebastian Köhler, Hauptstr. 188, in seltener Rüstigkeit seinen 77. Geburtstag. Er geht noch täglich »einem Berufe nach. Am 17. März kann Kaufmann und Landwirt Sebastian Misch, Hauptstr. 41, seinen 75. Geburtstag feiern. Den Jubüaren die besten Glückwünsche! Unsere liebe, stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Barbara Schäufele geb. Frei ist nach langem mit großer Geduld ertragenem Leiden, heut« früh nach einem arbeitsreichen Leben, im 83. Lebensjahr in den ewigen Frieden eingegangen. In stiller Trauer: Rudolf Detterer u. Frau Mina, geb. Schäufele Heinr. Niemann u. Frau Emma, geb. Schäufele Otto v. Büren und Fron Luise, geb. Schäufele Oskar Schäufele u. Frau Meta, geb. Henninger Paul Hinze und Frau Emilie, geb. Schäufele Ernst Schäufele Bruchsal - Karlsruhe, den 14. März 1950 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. März, 15.00 Uhr, in Bruchsal statt DANKSAGUNG Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Hinscheiden unseres guten Vaters Andreas Abel Werkmeister &. D. für die Kranz- und Blumenspenden, für die zahlreiche Teilnahme an der Beisetzung und am Trauergottesdienst herzlichen Dank. Besonders danken wir der Direktion und dem Personal der Landesstrafanstalten sowie dem Männergesangverein „Cäcilia“ für die ehrenden Nachrufe und die erhebenden Grabgesänge. Bruchsal, Schönbomstraße 22, den 14. März 1950 Die trauernden Hinterbliebenen: JoeepMne Brudy, geb. Abel und FandMe Josef Abel und Frau Franziska Kailbach, geb. Abel und Familie Einmalige Qelegmfe'i! Zur KOMMUNION bieiei Ihnen: Mädchenschuhe von DM 16.50 bis 25.50 Knabenschuhe DM 26.50 Sonderangebot Herrensportschuhe, gute Paßform, 15.50 Damensportschuhe in versdi. Färb., 16.50 Damenpumps in schwarz und braun, 12.50 BRUCHSAL C/£v TSV Rot 21 19 1 1 175:83 39:3 Svvgg Ketsch 21 17 2 2 191:116 36:6 SKG Birkenau 20 12 3 5 152:104 27:13 SG Leutershaus. 19 11 1 7 165:137 23:15 TSV Rintheim 19 10 1 8 174:147 21:17 TuS Beiertheim 19 9 2 8 119:129 20:18 TSG Weinheim 21 8 3 10 159:162 19:23 SG St Leon 21 7 2 12 130:156 16:26 SV Waldhof 21 6 3 12 136:188 15:27 VfL Neckarau 19 6 1 12 lll:13i2 13:25 TSV Brett« 17 3 0 14 86:168 6:28 TV Seckenheim 20 1 1 18 91:173 3:37 Die Bezirksklasse konnte nur zwei durchgeführte Treffen melden, nachdem das Spiel Neuthard —- Oberhausen auf später verlegt wurde. — Einmal kam Odenheim zu dem vorausgesagt sicheren Erfolg über Oestringen, während im zweiten Spiel Kronau den TV Philippsburg überraschend sich« abfertigen konnte. Man hatte den Gästen zwar keine Siegeschancen, aber doch ein günstigeres Resultat eingeräumt. Odenheim 16 159:57 29 Forst 18 90:71 26 Kronau 17 100:51 21 Kirrtach 16 . 62:54 20 Oberhausen 16 106:109 1'4 Bruchsal 17 80:109 13 Philippsburg 16 78:98 12 Spöck 16 81:116 12 Neuthard 15 63:78 11 Oestringen 17 59:135 6 10. TSG Rohrbach (6) — ASV Feudenheim (4) Vorspiel:. 0 : 5 — 1948/49: 5 : 2, 2 : 2 In Rohrbach glückte in dieser Spielzeit nur Neckarau ein Sieg. Den auswärts ohnehin nicht besonders erfolgreichen Feudenheknem kann man einen vollen Erfolg kaum Zutrauen, besonders nicht in ihr« augenblicklichen Form. Tip: 1 (0) 1L Spfr. Stuttg. (5) — SG Untertürkheim (9) Vorspiel: 1:5 — 1948/49 : 0 : 3, 1 : 2 Zwei aufeinanderfolgende Niederlagen zerstörten jäh die Hoffnungen der Stuttgarter auf den Gewinn des zweiten Platzes. Dennoch werden sie gerade gegen Untertürkheim alles auf eine Karte setzen, um endlich einmal zu einem Sieg gegen diese Elf zu kommen. Ob er gegen die in den letzten 7 Spielen erfolgreichen Gäste gelingt? Ein neuerlicher Erfolg des letztjährigen Zweiten ist auch dieses Mal möglich. Tip: 0 (2) 12. SC Stuttgart (2) — Union Böckingeu (3) Vorspiel: 2 : 5 — 1948/49 : 5 : 1, 2 : 2 Dieses Treffen steht dm Zeichen des zweiten Platzes. Augenblicklich liegen zwar die Bök- Iringer um drei Verlustpunkte günstiger als ihr Gastgeber, doch könnte ein Erfolg der Stuttgarter die Lage wesentlich ändern. Bezieht man in die Rechnung die Tatsachen mit ein, daß der SSC zu Hause ein nur schwer zu besiegend« Gegner ist, die Böckinger jedoch auswärts bisher kaum überzeugen konnten, so müßte als Ergebnis ein Erfolg d« Platzherren herauskommen. Und auf den legen auch wir uns fest. Tip: L 13. FC Eislingen (6) — TSG 46 Ulm (1) Vorspiel: 0 : 3 Gewinnen die Ulmer diese Begegnung, woran eigentlich kaum zu zweifeln ist, dann sind sie bereits Meister. Tip: 2. 14. VfL Neckarau (1) — ASV Durlach (3) Für beide Mannschaften steht sehr viel auf dem Spiel. Neckarau darf sich keinen weiteren Seitensprung erlauben, wenn es nicht noch im Endspurt in eine unangenehme Situation kommen will, während der ASV Durlach gewinnen sollte, damit « gegen den nach Verlustpunkten gleichauf stehenden 1. FC Pforzheim keinen Boden v«liert. Spielstärk« erscheint im Augenblick Durlach, doch spricht der Platzvorteil und die Routine für die Gastgeber. Ein knapper Neckarau« Sieg ist eh« zu erwarten als ein Erfolg der Turmbergstädter. Eventuell könnte es auch zu eine* Punkteteilung kommen. Up: 1 (0) Für unsere Schiläufer SUmeebeitdat vom H. Min USO Soliwarzwald: Temperaturen zwischen minus 0 und plus 1 Grad. Schneehöhe: Freudenstadt 10, Baiersbronn schneefrei, Kniebis 10, Ruhestein und SChliffkopf 45 an den Nordhftrufen. 15 an den Süd- hängen. Schwäbische Alb: Temperaturen zwischen minus 0 und plus 5 Grad. Gesamte Alb schneefrei. Allgäu und Werdonfelser Land: Temperaturen zwischen minus 14 und plus 0 Grad. Schneehöhe: Iany und Großholzleute Südhänge schneefrei. Nordhänge 5 cm, Schwarzer Grat und I-Berg 40, Oberstaufen 18, Oberjoch bei Hindelang M, Alpe Eck 00, Oberstdorf schneefrei, Schönblicx 00 , Nebelhorn 205. Nesselwang 105. Kreuzeck 80, Zugspitzplatt 095. Sportmöglichkeiten: Im Schwarzwald ln den Hochlagen ziemlich gute Verhältnisse. Schwäbische Alb: Keine Sportmögltchkelt. Allgäu: Täler Ofhneefrel, ln den Hochlagen bei Pulverschnee sehr gute Sportmöglichkeiten. Schisportliche Veranstaltungen: 16. Us 10. März: Schwäbische alpine Meisterschaft ln Oberjoch bei Hindelang. Kurze Sportnachrichten Zum Fußball-Pokri-Endlplcl Bayern gegen Südwest lm Stuttgarter Neckarstadion sind bis jetzt 2 t Sonderzüge gemeldet, die am Sonatagvormlttag zwischen 9 und 11 Uhr eintreffen und Stuttgart zwischen 17 und 00 Uhr wieder vorlassen. Von den Sonderzügen werden Ludwigshafen, zwei au gug aus Augsbuyg. ..._ - __ Konstanz. Landau. Mains. Mannheim und Neustadt Kommen. — Am Samstag und Sonntag werden <1 * Straßen Stuttgarts wieder festlich beleuchtet wr-r den. Am Bahnhof und an der König-Karlsb- wird Flaggenschmuck angelegt. V^RANZISKA %; AM UND DIE SIEBEN RAL: . Rudolf andere MÜNCHNER ROMAN- VERLAG M Ü N C H E N - P A SIN G, FRITZ-REUTKR-STR. 4i leb bette den besten Mann e-u VVeit hintergangen, einen Mann, den ich mit jedem Tag, mit jeder Woche, mit jedem Jahre lieber gewann, einen Mann, der mir alles tat und alles gab u nr der nie und nimm« daran gedacht hätte, daß ich ihn auch nur mit einem Gedanken betrügen könnte. Manchmal glaubte ich selbst, ich hätte all das Dunkle nur geträumt, es gäbe in unserer Ehe gar nichts anderes als Sonne und gute Dinge, bis auf die eine bittere Tatsache, daß mir Kinder versagt schienen! Da, mit einem Male, fühlte ich mich nun auch Mutter. Ich kann dir nicht sagen, Franzi, wie glücklich ich war. Ich sollte ein Kind haben, ein Kind für Michael! Alle Schuld des Gestern schien mit einem Male weggelöscht, nie vorhanden, alles glaubte ich verweht und vergessen üb« diesen neuen und größten Glück. Ich Törin! Pankraz kam und forderte erneut, forderte und «- preßte eine hoffende Frau!“ Charlotte schauderte zusammen. „Vielleicht kannst du es dir ausmalen, Franziska, wie es mir ums Herz war, als Michael diesen Brief fand, ausgerechnet diesen Brief. Mit ihm zerbrach alles. Virileicht verstehst du auch, warum ich in mein« Not log. wieder einmal log, und warum ich auch dich in diese schmutzige Sache hineinzog —“ Die Frau schlägt die Hände vor das Gesicht und schluchzt „Und jetzt ist er zu Ludwig gefahren... mein Gott, was wird dein Verlobter sich denken!“ . „Ich weiß, daß Ludwig es nicht glauben wird“, an two rtete Franziska ruhig. „Nicht glaubt —? Muß er es nicht glauben, wenn sein Brud« Michael ihm das erzählt, was er von mir gehört hat?“ „SoH ein Wort das auslöschen, was ein paar Jahre gelehrt haben —?“ „Aber was wird dann —! Was wird dann! — Und v«giß nicht, daß « dich doch fragen wird... und wenn du das verneinst, was ich behauptete... du! — Du!“ Sie springt auf, ab« sie ist so schwer und so schwach, daß sie sogleich wied« umfällt, in ehe Arme der Freundin. „Das überlebe ich nicht. Des nicht. Sage, Frank, daß du mir nicht hilfst, und ich gehe fort... und komme nie mehr, nie mehr, das ist mein Ernst —!“ „Ich habe nicht gesagt, daß ich dir nicht helfen werde. Ich weiß nur, daß Ludwig solche Dinge von mir nicht glauben wird. Ab« vielleicht gibt es einen anderen Ausweg; ich kann mH ihm sprechen; es läßt rieh so vieles unter vier Augen sagen, glaub mir das ... doch das eine sollst du wissen: Michael erfährt nichts. Das darf nicht sein, 6chon deinem Kinde zuliebe. Bist du zufrieden?“ „Ach, Franzi!“ Zum ersten Mal ist wied« so etwas wie ein Lächeln im Gesicht der blassen Frau. „Das wrgeß ich dir nie. Ich habe es ja gewußt, daß kh nicht umsonst zu dir kommen werden — du Beste —“ Sie weint, (and es ist, als s t r ö m te alles Unglück cter letzten Stunde mit diesen Tränen aus ihrem Herzen. Fraftriska wartet noch ein werdg, dann läßt sie einen Wagen kommen und gibt Michaels Frau noch ei n e von ihren Gehilfinnen mit. Charlotte ist ganz ruhig geworden, heiter fast. Ehe das Auto abfährt, winkt sie noch einmal zurück, und eie wendet den Blick erst ab von cter Gestalt d« Freundin, a]g eine Biegung cter Straße sie verschwinden läßt. Da leben wir nun schon so lange nebeneinander, denkt che Zurüddblrifoende, Charlotte ist mir immer lieb gewesen, ich habe mich an der guten Ehe zwischen Michael und ihr gefreut — und mit einem Mate wird nun ein bisher unsichtbarer Vorhang weggezogen und der Blick wird frei auf einen Abgrund, von dem niemand eine Ahnung gehabt hat Dieser Pankraz kam also und nahm, was nur einem anderen gehörte, nahm es leichthin und war vielleicht noch stolz darauf, und hatte sicherlich auch nicht die leisesten Gewissensbisse, daß er damit eine Frau in einen ewigen und furchtbaren Zwiespalt hineänsrtieß... warum nur mußte cter Herrgott auch solche Menschen erschaffen? Franziska wendet sich um und geht in das Haue zurück, langsam und nachdenklich, und dabei stößt sie direkt mit Pankraz zusammen. Er lacht und zwinkert ihr zu und hält sie fest: „Ach! — Sieh an, mein hübsches Kind! — Es kommt mir vor, als hätten wir uns schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen!“ „Laß mich los“, sagt sie in einem Ton, daß er sogleich seine Hände von ihr läßt „Du kommst mir gerade recht Bitte folge mir — nein, nicht in das Büro, man könnte uns hören. Dorf in das Nebenzimm«.“ „Aber warum —“ „Bitte!“ Sie geht voran, er folgt wie ein gehorsam« Schuljunge „Ich will es kurz machen“, beginnt sie und stellt sich dabei gegen das Fenster, so daß ihr Gericht im Schatte*», das seine aber im matt« licht cter plötzlich wolkenverschleierten Sonne Hegt. „Charlotte war eben bei mir — die Frau deines Bruders Michael.“ Ihm ist nicht ganz wohl, er weiß selbst nicht warum. Auf jeden Faß zündet « rieh die unvermeidliche Zigarette an. „Eine erstaunliche Tatsache bei ihrem Zustand!“ benrakt er trocken. „Mich wundert es, daß du dies« Zustand doch schon festgesteltt hast. Um so gemein« ist dem Benehmen —* „Was soll das heiß«?“ „Ich will es dir eben erklären. Charlotte hat mir alles gesagt Du willst also Geld voh ihr zu irgendweich« Zweck«... und drohst ihr, Michael davon zu unterricht«, daß zwischen euch schon einmal etwas gewesen ist, nicht?“ Sie sieht, wie er feuerrot wird, aber «'findet keine Gegenrede. „Mit dürren Worten: Du bist nichts anderes als ein Erpress«. Ein Erpresser ist ein Verb rech«. Das mußt du dir sag« lassen, ein Lodroner, rin« von den rieben Raben —!“ „Franziska —“ „Ich will nur eins wissen: Es tot doch wahr? Das alles ist wahr? — Ja oder nein?“ „Ja-“ „Gut, daß du es wenigstens zugibst. Das Leugnen hätte auch nicht geholfen, denn du hast ja alles in einem Brief näedergeschrieben. Diesen Brief nun hat Michael gefunden.“ Pankraz springt auf. Er ist aschfahl geworden. „Das ist nicht wahr!“ keucht «. Angst sitzt ihm in den Augen. „Das ist nicht wahr... das lüget du!“ „Ich wollte, es wäre so. Es ist ab« leider die Wahrheit Man braucht nicht viel zu schildern, in welch« Situation Charlotte sich befindet Das alles hast du auf dem Gewiss«, du ganz allein, Pankraz... und du mußt auch selbst zuseh«, wie du mit dir fertig wirst... und dabei erwartet sie ein Kind! Hast du dir denn gar nicht üb«legt —!“ „Du hast leicht reden. In meiner Lage... wo mir selbst dos Mess« an d« Kehle ritzt.. wo schon ein anderer da ist, d« midi wied« hetzt —“ „— darum quältest du natürlich wied« Charlotte? Das sieht dir ähnlich. Aber davon genug. Michael hat also den Brief gefunden. Denk dich selbst in seine Lage: Er mußte annehm«, daß die Zeilen seiner Frau gelten — schließlich stimmt das ja — und hielt ihr das auch vor. Charlotte, in ihrer Verzweiflung wußte nicht mehr ein und aus und griff zur Lüge, wie es nun einmal das Schicksal immer will, daß aus einer Lüge stets eine zweite und zehn und hundert werden. Und weißt du, was sie ihrem Mann gesagt hat — du hättest d« Brief nicht ihr, sondern mir geschrieben. Mit and«« Worten: Ich wäre es gewesen, cP« einmal mit dir etwas gehabt hat — Fortse.z rt. 8LI«K Ilf DI» WBLT * ^ m * 4 < f * W SÄ, . ' ***** RIESE,Y41GE blickt feie TüdlaU Mit der Betriebnahme des 500 cm Teleskops auf Mount Palomar in Kalifornien ging ein Traum der Astronomen in Erfüllung. Bringt es uns ein klein wenig mehr Erkenntnis um das All? Ein Blick durch die geöffneten Halbkuppein auf das Teleskop. Ein Wissenschaftler fiberprüft den 5 Meter großen Spiegel. D er stählerne Gigant auf der Spitze des Mount Palomar ist der vorläufige Schlußpunkt einer Entwicklung, die üiber Jahrhunderte hindurch die fanatische Einsatzbereitschaft vieler Wissenschaftler erforderte, die alle bereit waren, ihre Lebensarbeit einer großen Idee zu opfern. Aber nie wäre dieses gewaltige Projekt realisiert worden, wenn nicht der feste Glaube Dr. Haies, eines der außergewöhnlichsten und besessensten Mitglieder der Zunft, die die Unendlichkeit des Alls zu ihrem Forschungsgebiet auserkoren hat, die vielen Widerstände und Schwierigkeiten überwunden hätte. Schon in den letzten Jahren des ausgehenden 19. Jahrhunderts träumte Haie von einer Reihe von Teleskopen, mit deren Hilfe er die Tiefe des Weltalls zu durchdringen hoffte. Täglich neue Geheimnisse Im Jahre 1896 entstand der erste einer Reihe von Refraktoren. Ein Meter groß, war gr ein Weltwunder, wenn auch nicht groß genug. Deshalb errichtete man etwas später auf Mount Wilson einen zweiten Refraktor, eineinhalb Meter groß, und schließlich einen noch größeren. Dieser sollte die Rätsel des Universums lösen. Doch von dem Augenblick, da er zum ersten Mal verwandt wurde, tat er eigentlich nichts anderes als das gerade Gegenteil. Täglich fügte er zu den bestehenden Geheimnissen des Kosmos’ ein neues hinzu. Zu ihrer Lösung jedoch war er wiederum viel zu klein. Man verglich ihn deshalb mit einem Schiff, das mit zu wenig Kohle auf große Fahrt geht, seinen Passagieren von ferne unbekannte, wundervolle Länder zeigt und doch nicht weiterfahren kann, sondern sie in diesen Anblick versunken stehen läßt, mit der brennenden Begierde, mehr zu erfahren, als ein flüchtiger Blick auf die Küste zu vermitteln imstande ist. Haie faßte deshalb seinen letzten und größten Plan. Ein Teleskop, zweimal so groß wie das letzte, zehnmal so teuer upd technisch vielleicht gar nicht durchführbar. Im Jahre 1928 begann man mit seinem Bau. Der Bau Zwanzig Jahre intensiver Arbeit waren nötig, um das Riesenteleskop van Palomar fertigzustellen. Die besten Optiker Amerikas und die besten Ingenieure vereinigten ihr Können, um diese einmalige Aufgabe zu lösen. Es ist keineswegs ein Mamrauth-Fem- wie man es sich als Laie vorstellt, aon- vielmehr eine Präzisionskamera. Das riesige Teleskop wurde in einer unvorstellbar genauen und mühsamen Arbeit hergestellt, und die Arbeit an diesem Werk wurde zur Lebensaufgabe vieler Männer. 500 Tonnen wiegen die technischen Einrichtungen, und Probleme, von denen man zu Beginn der Arbeit nicht einmal träumte, wurden im Laufe der Fertigstellung gelöst. Der fünf Meter große Spiegel entstand unter den Künstlerhänden von Dr. Anderson im technischen Institut von Kalifornien. Mit unvorstellbarer Genauigkeit wurde gearbeitet, und Anderson gab sich nicht eher zufrieden, bis die errechnet«! Maße und der Spiegel mit einer Genauigkeit von ein Hunderttausendstel Millimeter übereinstimmten. Nun sieht er mit der 80 OOOfachen Kraft beider menschlicher Augen in das Gewölbe des Alls. Direkte Beobachtungen durch das Teleskop sind unmöglich. Man würde mit dem Auge weit weniger erblicken, als die empfindlichere photographische Platte aufzunehmen imstande ist. Die Aufnahmen werden auf einem Film gemacht, der nicht größer ist als eine Postkarte. In der uhlgen und klaren Luft des Berggipfels werden sie stundenlang belichtet, und Licht, das zu fein ist, um von dem menschlichen Auge wahrgenommen zu werden, findet so Zeit, seine Spuren auf dem Film zu hinterlassen. Durch eine sinnreiche Einrichtung folgt das Teleskop aut »malisch dem einmal eingestellten Ziel, so daß Aufnahmen von außerordentlicher Schärfe erzielt werden. Wie sind die Sternwelten verteilt? Mit dem Teleskop von Mount Wilson stießen Hubble und seine Kollegen bis zu der Grenze seiner Lichtstärke vor, einer Entfernung, die das Licht in 500 Millionen Jahren zurücklegt. Es war, wie schon erwähnt, zu wenig. Das Teleskop von Palomar re’cht nun eine Milliarde Lichtjahre in den Raum. Wird es die Fragen der Astronomen beantworten? Hubble kaute an seiner Pfeife und sagte: „Vielleicht . . . virileicht auch nicht!“ Drei Abschnitte der Astronomie führten uns zu dem heutigen Stand. Uber die Astronomie des Altertums, die mit dem freien Auge dem Himmel die ersten Geheimnisse entriß, über das Mittelalter, das mit primitiven Ferngläsern weitere Fortschritte machte, gelangte man über die Zeit der Riesen- stemwarten, deren Reichweite bei unserer. eigenen Milchstraße zu Ende war, in die vierte Periode, die uns andere Sonnensysteme eröffnet. Die Hauptaufgabe wird jetzt darin bestehen, festzustellen, wie diese Millionen anderer ferner Stemwelten in dem Weltraum verteilt sind. Tausende von Photographien werden dazu nötig sein. Wir selbst leben in einem Nebel, der einige Milliarden Sterne zählt. Er ist so groß, daß das Licht, um von einem seiner Ränder zu dem anderen zu gelangen, 100 000 Jahre benötigt. Die meisten der neuentdeckten Nebel scheinen die gleiche tellerförmige Gestalt zu haben, wie unser System. Sie schwimmen im Weltall gleich Schäumflocken auf bewegter See, unendlich viele, unendlich weit, unendlich groß. Ein winziger Fehler Dr. Lud Die, Astronom auf Mount Palomar die heute nach ihm benannt wird, ahnte noch nicht, was für einen ungeheuren Dienst er der Astronomie erwiesen hatte. Schmidts Erbe war in fähige Hände übergegangen. In Verbindung mit dem 5-m-Teleskop auf Palomar dient die Schmidt-Kamera jetzt der systematischen Erforschung des Himmelsgewölbes. Denn das 500 cm Gerät allein ist im Verhältnis zu der We’te des Himmels zu unbeholfen. Es kann nur einen winzigen Ausschnitt erfassen, und man würde tausende von Jahren brauchen, um mit ihm den ganzen Himmel zu erforschen. Hier kommt die Schmidt-Kamera dem großen Bruder zu Hilfe. Sie umfaßt durch ihren weiten Winkel Hdmmelsfel- der, die tausend mal größer sind, und liefert dadurch die Ansatzpunkte, auf die man das große Teleskop richten kann. Oft erkennt man auf den Aufnahmen Durchlässe in Staubschichten, die man sonst nie entdeckt hätte, und ist so in der Lage, systematischer zu arbeiten und die stärkere Kraft des Riesenteleskops ausschließl. auf Punkte zu konzentrieren, die a priori Entdeckungen gewährleisten. Man ist dabei, eine Karte des gesamten Himmelsgewölbes anzufertigen, eine Arbeit, die man mit Hilfe der Schmidt-Kamera in vier Jahren fertigzustellen hofft. m Eine Nacht auf Palomar Es gibt nichts Ungewöhnlicheres, als. einen Besuch auf dem Gipfel des Mount Palomar. Sie unternehmen hier oben eine Reise, die Sie weiter hinwegführt, als es je Ihre Phantasie vermochte. Die Kuppeln, die sich auf dem Berge erheben, erscheinen Ihnen, wenn Sie den Platz verlasen, wie Umsteigestationen in das Universum. Die Besucher des Ortes werden oft enttäuscht, da es für sie unmöglich ist, einen Blick durch das Teleskop zu werfen. Aber auch die Forscher, die hier oben wahnen, tun das nur selten und arbeiten fast ausschließlich mit fotografischen Mitteln, die weit besser als das menschliche Auge in der Lage ist, die kleinsten Zeichen des Himmels zu entziffern. Nacht für Nacht werden die Platten belichtet, eine Woche lang, bis sie das feine Licht registrieren, das aus dem Kosmos zu uns dringt. Und dann gibt es eines Tages plötzlich eine Entdeckung, und die Mühe und Arbeit hat sich gelohnt. Möglicherweise ist es ein Nebel, der nie vorher gesehen wurde,* vielleicht etwas ganz Neues in der wunderbaren Licht- Draperie der näheren Nebel. Sphären-Zuksmftsmusik Was kommt nach Palomar? Wird das nächste Teleskop zehn Meter groß sein? Kaum. Es scheint, als sei mit Palomar die Grfenze erreicht. Eine Grenze, die weniger durch die menschliche Leistungsfähigkeit gesetzt ist, als durch die ungünstigen Einflüsse der Erdatmosphäre, die uns wie ein Filter umgibt. . Man spricht von einem neuen Elektronen- Prinzip, aber auch hier bleibt das Problem der Erdatmosphäre relevant. Deshalb erwägt man den alten Wunschtraum der Astronomen, — er ist heute bereits technisch möglich — die Beobachtung aus dem Dunstkreis der Erde heraus auf Plattformen zu verlegen, die gleich Satelliten um die Erde kreisen und eine weitaus bessere Beobachtungsgrundlage gewähren. Die Forscher sagen: „In einigen Jahrzehnten sind wir so weit.“ Ein Teil des Palomar-Programmes wird sich demnächst auch mit unserer eigenen Milchstraße beschäftigen. Noch kann man nicht die mysteriösen Wolken aus Staub und Gas erklären, die im Raum umherwirbrin, wie die dunklen Vorboten kosmetischer Katastrophen. Man weiß nicht, ob diese Wolken das Rohmaterial für die Geburt neuer Sterne sind, oder die Rückstände von Sternen, die explodierten und verschwanden. Und weitere Fragen eröffnen sich unserer Wißbegierde. Gibt es andere Welten außer der unseren? Haben andere Sterne Planeten, gerade so wie unsere Sonne? Leben darauf Menschen, die ebenfalls mit Teleskopen den Writraum durchforschen? Fragen, nichts als Fragen. Wann erhalten wir eine Antwort darauf? Der Spiegel war durch sein ungeheures Gewicht etwas durchgesackt und mußte gestützt werden — dann ging man daran, die ersten Aufnahmen zu machen. Es stellte sich heraus, daß geringfügige Verzerrungen eintraten, deren Ursache man bald in einem winzigen Bläschen (— ein Zwritausendstri Millimeter —) erkannte, das sich am Rande des Spiegels befand. Das Nachschleifen des Spiegels war eine mühevolle und außerordentlich heikle Aufgabe. Mit unvorstellbarer Behutsamkeit wurde die Fehlerquelle immer wieder mit einer Flüssigkeit abgewaschen, in der sich ein mikroskopisch feiner Schmirgelstoff befand, bis das erwünschte Resultat erreicht war. Weitere Korrekturen, die sich im Laufe der Behandlung ergaben, wurden ebenfalls durchgeführt, und dann wurde der Spiegel, der jetzt wieder völlig intakt ist, zum zweiten Mal in seinen Platz eingebaut. Ferner wurde der Spiegel der auf Temperaturveränderungen nicht gleichmäßig reagierte, am Rande isoliert. Am Fuß des mehr als 18 Meter langen Fernrohres wurde ein kleines Ventilatorensystem eingebaut. Die Aufnahmen, che nach der Korrektur gemacht wurden, sind weitaus besser geworden. Die Wissenschaftler haben noch andere Verbesserungen vor. Ein Mann namens Schmidt Der einarmige Optiker, der vor 25 Jahren So sieht das Teleskop einen entfernten Nebel, dessen Lichtstärke 30« Millionen mal heller in einem deutschen Labor die Kamera erfand, als unsere Sonne ist. Bilder: „Amerika-Dienst“