BRÜCHSALER POST HEIMATBLATT TÜR KRAKHßAU UND BRUHRAIN Nummer TT Samstag, den 3. April 1950 Jahrgang 2 Adenauer: Europaparlament die einzige Rettung Dramatischer Appell des Bundeskanzlers an die Welt — USA sollten Europa zu seiner Erhaltung und seinem Glück nötigen — Fort mit dem ewigen Mißtrauen und ein neuer Anfang Von A. L. Bradford, Vizepresident der United Press für Europa Copyright 1950 by United Pro6s Associations Bonn (UP). Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer richtete am Sonntag in einem Sonderinterview, das er United Press gab, einen dramatischen Appell an die Welt zur Bildung eines Europäischen Parlaments mit wirklicher Machtbefugnis, als dem einzigen Mittel, die Zerstörung Europas durch einen neuen Krieg zu verhindern. Während Deutschland völlig offen in zwei Teile geteilt daliegt, jedem möglichen Angriff hilflos ausgeliefert, sollte — so betonte der Kanzler — ein Europäisches Parlament mit wirklicher Machtbefugnis schnellstens ins Leben gerufen werden. Als zweiter Schritt sollte Deutschland als vollberechtigtes Mitglied dieses Europäischen Parlamentes eingeladen werden. Den Emst der internationalen Lage unterstreichend, machte Dr. Adenauer mir wichtige Eröffnungen, die zweifelsohne die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und vieler Regierungen auf sich ziehen werden. Atlantikpakt nicht ausreichend Der Bundeskanzler deutete an, daß seiner Meinung nach der Atlantikpaktallein nicht ausreiche, Europa zu retten. Er wiederholte die Warnung, die vor einem Jahr, der damalige französische Ministerpräsident Henri Queuille mir gegenüber ausdrückte: daß eine neuerliche Besetzung und Zerstörung Europas nicht wieder in Rechnung gestellt' werden dürfe, unter der Annahme, daß nachher die amerikanischen Luftstreitkräfte Rußland zerstören würden. Frühere deutsche Generale, so erklärte Dr. Adenauer, bezweifelten „Ich jedenfalls sehe sehr ernst in die Zukunft“, sagte Dr. Adenauer. „Ein Hauptziel der Vereinigtal Staaten muß sein, daß Westeuropa wieder ein Machtfaktor wird. Wenn' Europa wieder eine Macht wird, so bedeutet das keinesfalls eine Gefahr für die Sowjetunion. Diese wird keinen Grund haben, sich bedroht zu fühlen. Im Gegenteil: Ein star* kes und mächtiges Europa ist eine Voraussetzung für den Weltfrie- d e n.“ „Wenn Europa eine Macht wird, kann die USA sich wieder zurückziehen und ihre großen Energien anderen Aufgaben, insbesondere der großen Erschließungsarbeit im Fernen Osten zuwenden. Durch eine Einigung zwischen’ den Vereinigten Staaten und der- Sowjetunion kann noch kein dauerhafter Frieden geschaffen werden. Das ist nur möglich, wenn zuvor ein einiges und starkes Europa Wirklichkeit .geworden ist.“ „Die einzelnen europäischen Länder sind jedes für sich genommen infolge der Entwicklung von Weltstaaten zu schwach, um die große Politik entscheidend zum Frieden hin Dr. Adenauer fuhr fort: „Deutschland ist Bin fester Bestandteil Europas, aber Deutschland ist schwach und hilflos. Ich habe daher die Hohen Kommissare verschiedentlich gebeten, bei ihren Regierungen Vorstellungen zu erheben, daß man Deutschland eine Sicherheitsgarantie gebe.“ „Der französische Außenminister Schii- man erklärte, das sei eine Selbstverständlichkeit. England hat hierzu überhaupt nicht Stellung genommen und Mister M c C1 o y antwortete, daß das Vorhandensein eines amerikanischen Bataillons (In Berlin, d. Red.) die beste Sicherheit biete. Für solche Erklärungen kann ich mir' nichts kaufen", meinte der Kanzler. „Die Lage ist vielernster als manche es ahnen“, fügte er hinzu. „Das Schicksal Deutschlands ist auch das Schicksal der Benelux- Staaten, Englands, Frankreichs, Italiens und der skandinavischen Länder. Daran ist überhaupt nicht zu zweifeln. Westdeutschland steht ja heute in Europa an einer entscheidenden Stelle. Nehmen wir — theoretisch — den Fall an, die Russen hätten auch Westdeutschland unter ihren Einfluß gebracht. Dann wäre mit dem übrigen Europa im Sinne der westlichen Denkungsart, die ja auch die amerikanische ist, nichts mehr anzufangen. Daraus ergibt sich umgekehrt zwangsläufig, daß alles geschehen muß, um Westdeutschland wirtschaftlich und politisch in Europa einzubauen. Den Anfang haben die Vereinigten Staaten mit dem Marsball-Plan gemacht, führte der jedenfalls, daß die amerikanischen Luftstreitkräfte imstande wären, die sowjetischen Streitkräfte in ihren gegenwärtigen Grenzen zu halten. „Die europäischen Länder sind infolge Jahrhunderte altem Zwist nicht zu einer gemeinsamen Lösung ihrer Schwierigkeiten gekommen“, sagte der Bundeskanzler. „So zum Beispiel erkennt England nicht, daß seine Zukunft mit Europa steht und fällt. Ebenso sehen die großen und kleinen europäischen Staaten nicht, daß die Rettung nur und ausschließlich im Zusammenschluß besteht.“ „Man überlegt zu wenig, daß die Rettung Europas im Interesse der gesamten Welt liegt. Auch Amerika versteht nicht ganz, daß es von der geistigen und seelischen Erhaltung Europas profitiert und daß sie für Amerikas eigenen geistigen Fortschritt absolut notwendig ist.“ Der Kanzler fuhr fort: „Ich stehe nicht an- zu erklären, daß Amerika seine Macht stärker gegen das seiner Einigung widerstrebende. Europa verwenden sollte. Die Vereinigten Staaten sollten tatsächlich Europa zu seiner Erhaltung und seinem Glück nötigen. Das ist bisher nicht geschehen". zu beeinflussen. Der europäische Kontinent, machtlos und ohne Halt, bildet in dieser Situation eine ständige Gefahr für die Welt. Die Europa-Union muß ein Parlament erhalten, das einen großen Teil der Führung in die Hand bekommt. Das ist das erste Erfordernis. Überläßt man das alles den Ministerien, so bleibt die europäische Versammlung nur ein Forum für schöne Reden. Wirkliche Fortschritte können nur durch das Parlament ezielt werden, nicht durch die Bürokratie.“ „In dieses Parlament muß Deutschland so schnell wie möglich hinein“, stellte der Bundeskanzler fest. „Zur Zeit ist es jedenfalls noch so, daß man uns mit der einen Handbewegung bedeutet ,komm‘ und mit der anderen .bleib draußen*. Solche Gesten haben keinen Zweck. Im Gegenteil, sie schaden nur. Endlich muß einmal ein Strich unter die Vergangenheit gezogen werden. Ein Volk von fünfzig Millionen mit Einschluß Berlins, dabei in wichtiger Position an der europäischen Front und im Herzen Europas gelegen, muß ein gleichberechtigter, Partner der europäischen Familie sein“. Bundeskanzler weiter aus. Wenn die politische Integration Deutschlands der wirtschaftlichen aber nicht folgt, wird der Marshall-Plan letzten Endes erfolglos bleiben. Daher werden die Amerikaner durchaus folgerichtig handeln, um den Zwecken zum Erfolg zu verhelfen, die dem Marshall-Plan zugrunde liegen, wenn sie jetzt in Europa für die politische Integration Deutschlands sorgen. Ob lange Sicherheitsverhandlungöl und Garantieerklärungen der rauhen Wirklichkeit gegenüber standhalten werden, weiß man nicht. Am besten ist es ehen, ein Europäisches Parlament zu schaffen, das sein Mandat von den Parlamenten der einzelnen europäischen Länder erhält und das in einem bestimmten Rahmen Machtvolkommenheit besitzt.“ Wir müssen handeln! „Westdeutschland muß auf alle Fälle gleichberechtigter Partner in diesem Parlament sein“, forderte Dr. Adenauer. „Sonst gehen wir einen Schritt vor und einen zurück, und bleiben am Ende auf derselben Stelle stehen. Winston Churchill ist ein großer Staatsmann, wohl der größte, den wir haben“, meinte der Kanzler. „Er hat Mut, sieht alles klar und sagt dann deutlich, was geschehen muß. Er hat seinerzeit England gerettet und steht jetzt in einer ähnlichen Situation gegenüber Europa und der ganzen Welt Es ist bedauerlich, daß Mister B e v i n dem ganzen Problem der Europäischen Union so wenig freundlich gegenübersteht“. Bezüglich eines Truman — Stalin- Treffens meinte Dr. Adenauer, wenn kein gutes Ergebnis dabei herauskäme, wäre die Lage schlechter als vorher. Eine solche Begegnung müsse am Ende und nicht am Anfang reiflicher Überlegungen stehen. Demnach sollte sie nur stattflnden, wenn eine Verständigung wirklich in Sicht sei. Auf Frankreich übergehend stellte Dr. Adenauer fest, man habe dort offenbar Angst vor Deutschland. Wenn man aber Furcht vor jemand habe, dann wäre es klug, ihn zum Freund und Partner zu machen. Das sei die beste Grundlage der Sicherheit. Der Kanzler fügte hinzu: „Ich habe die Hand immer wieder Frankreich Washington (UP). Die Sowjetunion verstärkt ihren Druck in Deutschland in einem solchen Maße, daß es zu einer „ernsten Krise“ kommen könnte, erklärte der Hohe Kommissar McCloy vor dem amerikanischen Kongreß bei seinem letzten Besuch in Washington. Die Erklärungen McCloys, die vor einem Ausschuß des Repräsentantenhauses abgegeben wurden, sind erst jetzt veröffentlicht worden. Der Druck der Sowjetunion sei mehr die Folge ihres Selbstvertrauens, als der .Furcht vor einem etwaigen Angriff der Westmächte. Die Sowjetunion fühle sich stark und habe Hoffnung auf Erfolg ihrer Taktik. Die hauptsächlichsten Angriffspunkte der Sowjetunion seien Deutschland und der Feme Osten, Deutschland sei aber das Hauptziel. Mit Deutschland glaube die Sowjetunion am schnellsten und wirksamsten die Macht der westlichen Demokratien brechen zu können. „Wir in Deutschland fühlen, daß wir einem kritischen Punkt in der Geschichte gegenüberstehen“, erklärte McCloy wörtlich, „und ich glaube, daß niemand, der den Kampf der Mächte um Europa verfolgt, anders denken kann.“ Der amerikanische Kongreßauschuß zur Untersuchung amerikafeindlicher Umtriebe for-. derte eine Änderung der amerikanischen Gesetze, damit Verrat im „Kalten Krieg“ genau' bestraft werden könne wie in einem wirklichen Kriege. Der repubikanische Senator Taft erklärte,. Trumans „bittere Angriffe auf die Republikaner“ seien „unsinnig“. Wenn Truman McCarthy (der bekanntlich zahlreiche Beamte des Außenministeriums als Kommunisten verdächtigte), als „Aktivpostan des Kreml“ bezeichne, dann könne man dazu sagen, daß „der größte Aktivposten des Kreml in unserer Geschichte die prokommunistische Gruppe im State Departement gewesen ist, die in Jalta, und Potsdam jeder sowjetischen Forderung nachgab“. Zwei Jahre Marshallplan Der zweite Jahrestag des Beginns des Marshallplans wird in Washington am Montag mit einer Feier begangen, bei der unter anderem der Initiator des Planes, Marshall, sowie Au- Amgterdam (UP). Nach Abschluß der Tagungen des Verteidigung«- Militärausschusses der Atlantikpaktstaaten im Haag flogen der US-Verteidigungsminister Johnson und General Bradley am Sonntag nachmittag nach den Vereinigten Staaten ab. Zu dem vom Militärausschuß ausgearbeiteten und vom Verteidigungsausschuß einstimmig gebilligten Verteidigungsplan für Westeuropa erklärte Johnson, das Verhältnis Deutschlands und Spaniens zu diesem Plan sei nicht erörtert worden. General Bradley wird, wie weiter verlautet, den Vorsitz im Militärausschuß für weitere sechs Monate beibehalten, und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, an den französischen General Lechere abgeben. In einem Kommunique, das im Anschluß an die Sitzung des Verteidigungsausschusses her- ausgegeben wurde, wird darauf hingewiesen, ln dem Verteidigungsplan »eien alle Möglich- entgegengestreckt, und immer wurde sie zurückgewiesen. Diese Entwicklung ist gerade für mich sehr traurig, denn ich bin schon seit 1925 für ein enges wirtschaftliches Zusammengehen Deutschlands und Frankreichs eingetreten. Die Worte Churchills, England und Frankreich sollten gemeinsam Deutschland in ihre Zusammenarbeit einschließen, treffen den Nagel auf den Kopf. Wenn Frankreich glaubt, nicht allein in eine engere Gemeinschaft mit Deutschland treten zu sollen, kann es dies ja zusammen mit England tun. Was not tut ist: Fort mit dem ewigen Mißtrauen und ein neuer Anfang. Ich bin jedenfalls der Meinung, daß, wenn erst einmal die wirtschaftlichen Probleme gelöst sind, die Lösung politischer Fragen leicht ist. Wirtschaftliche Probleme zwingen zur raschen Entscheidung. Uber politische Probleme kann man jahrelang reden, ohne zu einer Entscheidung zu gelangen. Wir müssen endlich nicht nur reden, wir müssen h a n d e 1 n“. ßenminister Acheson und der Leiter der Marshallplan-Verwaltung, Hoffman, sprechen werden. Das Repräsentantenhaus billigte für das Haushaltsjahr 1951 die Summe von 3,1 Milliarden Dollar zur Verwendung für das gesamte Auslandshilfsprogramm. Das bedeutet eine Kürzung um 250 Millionen Dollar. Zwei vorher gebilligte Zusatzbestimmungen wurden wieder gestrichen, der Beschluß, die .weitere Zahlung von Marshallplän-Geldem an Großbritannien einzustellen, solange Irland durch die Besetzung seines nordwestlichen Teiles noch geteilt bleibe, sowie die Bestimmung, daß 1 Milliarde Dollar von den Empfängerstaaten lediglich für den Ankauf von landwirtschaftlichen Produkten aus den Vereinigten Staaten verwendet werden solle. Die ERP-Vorlage geht jetzt zum Senat. An der Bahre Leon Blums Trauerfeier auf der Place de la Concorde Paris (UP). Trotz heftigem Wind, Regen und Hagel hatten sich am Sonntag über 20 000 Franzosen versammelt, um an der offiziellen Trauerfeier für den ehemaligen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Frankreichs, Leon Blum, teilzuneh- men. Der Sarg mit den sterblichen Überresten Blums war auf der Place de la Concorde auf einem Podium auf gestellt. Während im Hintergrund ein Orchester gedämpft Chopins Trauermarsch spielte, hielt Präsident Auriol mit bewegter Stimme die Trauerrede. „Nicht nur deine persönlich hier anwesenden Freunde teilen unsere Trauer, nicht nur deine Kameraden im gemeinsamen Kampf“, sagte er, „sondern alle Franzosen und alle freien Menschen der ganzen Welt, für die du der große Kämpfer für die Ideale der Freiheit, der Menschlichkeit und des Friedens warst.“ Die Beerdigung Blums fand am Abend auf dem Friedhof Montmartre statt. Der zwölfte Jahreskongreß der Kommunistischen Partei Frankreichs wurde am Sonntag in Paris eröffnet. Generalsekretär T h o r e z sprach über vier Stunden und forderte die Parteimitglieder auf, bei der Wahl der Parteiführer größte Vorsicht walten zu lassen. keiten der militärischen Situation in Erwägung gezogen worden, die sich im Falle eines Angriffes auf die Paktstaaten ergeben würden. „Diese Pläne fordern eine zusammenhängende Verteidigung des gesamten Paktgebietes und unterscheiden sich damit von einer individuellen Verteidigung einzelner Nationen. Obwohl seit dem letzten Treffen des Verteidigungsausschusses ein beträchtlicher Fortschritt in Richtung auf eine kollektive Sicherheit erzielt wurde, sind sich die Minister bewußt, daß weitere ständige Bemühungen erforderlich sind. Der Ausschuß hat sich mit der Überzeugung vertagt, daß die Organisation es den einzelnen Nationen ermöglicht, ihre Verteidigung wirtschaftlich und wirksam auszubauen.“ Der Zeitpunkt und der Ort des nächsten Treffens des Ausschusses wird sich nach den jeweiligen Gegebenheiten der Weltsituation richten. Strich unter die Vergangenheit! Sicher he itsgar au t ? e für Deutschland Deutschland — Hauptziel der Sowjets Aufsehenerregende Aussagen McCloys vor US-Kongreß erst jetzt veröffentlicht Verteidigungsplan einstimmig gebilligt Haager Atlantikpakt-Tagung beendet — Johnson: Keine Erörterung über Deutschland nnd Spanien Monte« 4 b I. April 1M0 Einladung an Bonn überreicht des Europarates beendet — Schuman gibt au, dmfl nicht viel TntnttstaWctm erreicht wurde Bonn (UP). Das offizielle Einladungsschreiben des Straßburger Ministerrata ist der Bundesregierung am Samstag durch den britischen Hohen Kommissar Sir Robertson cugo- leitet worden. In dem Einladungsschreiben heißt es u.a.: „Aus der Erwägung, daß es wünschenswert sei, Deutschland an die europäischen Länder anzuschließen, die zur Wahrung ihrer demokratischen Lebensform entschlossen sind, lädt der Ministerausschuß die Deutsche Bundesrepublik offiziell ein, assoziiertes Mitglied des Europarates zu werden... Ich bin gleichfalls beauftragt, ihnen mitzuteilen, daß Deutschland in der Beratenden Versammlung auf 18 Sitze Anspruch hätte, und daß die Höhe seines Beitrages zum laufenden Rechnungsjahr 126 Millionen Franken betragen würde.“ Der Brief war vom Generalsekretär des Ministerausschusses unterzeichnet. Ein Sprecher der Bundesregierung deutete an, daß kaum vor Mittwoch nächster Woche eine Stellungnahme zum Inhalt der Einladung erwartet werden könne. Der zweite Vorsitzende der SPD, Ollen- hauer erklärte, wie aus Berlin verlautet, auf dem dortigen Parteitag, die SPD werde dem Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat nur dann zustimmen, wenn mit diesem Beitritt die Gleichberechtigung Deutschlands verbunden sei und eine echte Zusammenarbeit zwischen den westeuropäischen Staaten beginne. Ollenhauer forderte weiter, daß die Einheit Deutschlands verwirklicht sein müsse, bevor man an einen Friedens vertrag denken könne. Der Friede könne nur mit gana Deutschland geschlossen werden. In Saarbrücken überreichte, wie von dort verlautet, der französische Hohe Kommissar Granval die Einladung des Ministerkomitees an das Saarland. Die 13 Außenminister, die am Samstag die dritte Konferenz des Ministerkomitees beendeten, haben, wie aus Straßburg verlautet, in einer „außerordentlich freundschaftlichen Atmosphäre“ getagt. Sie haben aber, außer den Einladungen an Deutschland und das Saarland, keine der auf der Tagesordnung stehenden Fragen erledigt. Der französische Außenminister Schuman gab nach Beendigung der Tagung zu, daß nicht viel Tatsächliches erreicht worden sei. Er sagte aber: „Wir müssen nicht vergessen, daß wir uns im ersten Lebensjahr des Europarates befinden. Wir haben aber das Gefühl, daß wir befriedigende Fortschritte machen.“ Henri S p a a k, der Präsident der Beratenden Versammlung, gab bekannt, daß die nächste Sitzungsperiode am 7. August beginnen werde. Einige Tage zuvor würde das Ministerkomitee zusammentreten, um Vorschläge für die Beratende Versammlung auszuarbeiten. Blücher sprach in Stuttgart FDP reicht Gesetzentwurf über den Zusammenschluß der südwestdeutschen Länder e f n D. P. S t u 11 g a r t. Vor seiner Abreise nach Paris sprach am Samstag Vizekanzler and flRP-Mintater Bischer im Landtagsgebäude in Stuttgart auf einer DVP-Kundgebnng, an der auch Ministerpräsident Reinhold Maier und der frühere Reichsfinanzminister Dr. Dietrich teilnahmen. Als die beiden Kernpunkte der deutschen Außenpolitik hob der Vizekanzler me Frage der Gleichberechtigung und die Wiedervereinigung Deutschlands hervor. Er wandte sich dagegen, Lebensrecht, Vaterlandsliebe und Gerechtigkeitswillen mit Nationalismus gleichzusetzen und erklärte, national sein heiße nicht alte Phrasen hinausschreien, um seine Komplexe politisch abzureagieren, sondern selbstlos und diszipliniert an der Fundierung des Friedens mitzuwirken. Die Wiedervereinigung Deutschlands be- aeiebnete Vizekanzler Blücher als die beste Friedensgarantie. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei eine Neuordnung unseres sozialen Denkens, insbesondere die Neuregelung der Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Am Nachmittag hatte Blücher vor den DVP- Landesausschüssen Württemberg-Badens und württemberg-Hohenzollerns, die zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten waren, gesprochen. Die Tagung nahm außerdem Berichte von Bundesminister Wildermuth und Ministerpräsident Dr. Maier entgegen. Bei einem Hinweis auf die großen Schwierigkeiten in der Südweststaat-Frage teilte Bundestagsabgeordneter Emst Mayer mit, daß die FDP-Fraktion im Bundestag am Freitag den Entwurf für ein Bundesgesetz über den Zusammenschluß der südwestdeutschen Länder eingereicht habe. Abbau der Entnazifizierung Mit der Verabschiedung des Gesetzes zum Abschluß der Entnazifizierung in Württemberg-Baden kann die Zahl der mit der Entnazifizierung beschäftigten Personen ab 1. April von bisher 400 auf 190, davon 136 in Nordwürttemberg und 54 in Nordbaden, beschränkt werden. Ein weiterer Abbau ist zum 1. Oktober vorgesehen. Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat der amerikanische Hohe Kommissar Me Cloy dem württemberg-badischen Ministerpräsidenten Dr. Maier mitgeteilt, daß er, nachdem die Bundesregierung der Anregung nicht nachgekommen sei, bis 1. April ein Gesetz über das Mitbestimmungsrecht zu beschließen, die Suspension der wirtschaftlichen Bestimmungen des württemberg-badischen Gesetzes über die Beteiligung der Arbeitnehmer an der Gestaltung der Betriebe aufheben werde. Besatzungskosten gehen über unsere Kraft Bonn (UP). 4,5 Milliarden Besat- zungskosten im Jahr haben „politische und wirtschaftliche Rückwirkungen auf Bestand und Zukunft der Deutschen Bundesrepublik“, heißt es in einem Bericht des außenpolitischen Ausschusses des Bundestages über die Besatzungskosten. Der Bericht steEt fest, daß die Besatzerngs- iasten, die ab 1. April vom Bund zu tragen sind, allein mehr als die Hälfte der unmittelbaren Bundeseinnahmen ausmachen. Allein für Dienstleistungen der 464 000 deutschen Arbeitskräfte im Besatzungsdienst müßten 1,5 Milliarden DM aufgewendet werden. Der Bericht betont, daß die Alliierten damit zu einem der größten Arbeitgeber im Bundesgebiet werden, da selbst die westdeutsche Stahl- und Metallindustrie nur 528 000 Personen beschäftige. Der Bericht regt ferner an, das Verbot de* Zusammenwohnens von Deutschen und Alliierten aufzuheben, um die von den Besatzungsmächten beschlagnahmten rund 300 000 Räume einer besseren Ausnutzung zuzuführen. Auch sollte ein einheitliches Vergütungs- und Schadenersatzrecht tmter Mitwirkung deutscher Behörden geschaffen werden. Verhandlungen deutscher und alliierter Sachverständiger sei«) daher unerläßlich. Auf die Dauer sei es fraglich, ob die Bundesrepublik diese Belastung werde ertragen können. Die Besatzungskosten stellten ferner eine schwere Belastung des Marshallplanes dar und es liege im eigenen Interesse der Besatzungsmächte, helfend einzugreifen. Adenauer in München Zweitägiger Besuch vorgesehen München (ZSH). Bundeskanzler Dr. Adenauer ist Sonntag abend zu seinem ersten offiziellen Besuch in München eingetroffen. Er wird voraussichtlich zwei Tage in München bleiben. Der Bundeskanzler wiU mit führenden bayerischen Politikern über aktuelle politische Fragen sprechen. Nicht strenger als notwendig Hohe Kommission zur Stahlkontrolle Bonn (UP). In einem Brief an Dr. Adenauer hat die Hohe Kommission die bei der Kontrolle der deutschen Stahlindustrie zur Anwendung gelangenden Grundsätze festgelegt. In. dem Brief heißt es u. a., die Hohe Kommission halte sich verantwortlich, dafür zu sorgen, daß die Entwicklung der Stahl- und stahlverarbeitenden Industrie nicht zum Aufbau eines neuen Kriegspotentials führe. Auch die Errichtung neuer Produktionsstätten für Stahl sowie von Walzwerk«) und Schmelzöfen könne gefährlich werden, wenn sie nicht durch friedliche Zwecke gerechtfertigt sei oder eine größere Produktionskapazität schaffe, als zur Erzeugung der Deutschland gestatteten Rohstahlmenge notwendig sei. Die Hohe Kommission wolle jedoch die Kontrollvorschriften nicht strenger als unbedingt notwendig anwenden. Sie habe entschieden, die Genehmigungspflicht der vorhandenen und zu errichtenden Hochöfen und Anlagen zur Veredelung, des Roheisens zu Rohstahl einzuführen, aber nicht die Absicht, die Aufteilung der genehmigten Stahlproduktion von 11,1 Millionen Tonnen jährlich auf die einzelnen Stahlwerke irgendwie zu beeinflussen. Ergänzend hierzu wird auf das in wenigen Wochen zu erwartende neue Gesetz verwiesen, das das Kontrollratsgesetz Nr. 43 ersetzen und den gesetzlichen Rahmen bilden wird, um die Industrielle Wiederaufrüstung Deutschlands auszuschl’^o^n 1 schiangkaischek auf dem Festland? Neue Angriffe auf Ha>nan abgeschlagen Hongkong (UP). Wie von nationalchdne- siseber Seite verlautet, sind zwei neue kommunistische Landungsversuche auf der Insel Hain an erfolgreich abgeschlagen worden. Andere Meldungen besagen, daß die nationalchinesischen Truppen, die auf dem Festland bei Sanmen landeten, sich inzwischen in den Besitz eines 120 Kilometer langen Küstenstreifens in der Provinz Tschekiang gesetzt hätten. Wie aus bisher unbestätigten Berichten hervorgeht, habe Generalissimus Tschiangkal- schek seine Festlandtruppen vor wenigen Tagen besucht Heftige Kämpfe in Vietnam Großangriff gegen Verteidigungslinie Saigon (UP). Vietnamesische Rebellen sind nach ein« Meldung des französischen Hauptquartiers zu einem Großangriff gegen die Verteidigungslinie in den Provinzen Tieu- can, Caungan und Douhau, ungefähr 180 Kilometer südlich von Saigon angetreten. In diesen Gebieten stationierte französische und vietnamesische Truppen haben mit Luft- und ArtUlerieunterstützung sofort zu einem Gegenangriff ausgeholt, wobei dem Feinde, einem französischen Kommunique zufolge, „schwere Verluste zugefügt wurden“. Das Kampfgebiet Hegt im Herzen d« Reiskammer Indochinas in und um das Mekong- Delta, einem vorwiegend sumpfigen Gelände, das in den letzten Monaten von den Franzosen paziflziert werden konnte. Das gesamte Gebiet ist von Wachtürmen und kleinen Garnisonen durchsetzt, die von vietnamesischen lind französischer) Einheiten besetzt sind. AR Khan in New Delhi. Der Premierminister von Pakistan, AE Khan, traf in New Delhi ein, um mit der indischen Regierung Besprechungen über die Lage der Minderheiten in Bengalen zu führen. Somaliland an Italien zurfiekgegeben. Großbritannien hat die Verwaltung von Italienisch- Somaliland nach zehnjähriger Besetzung an Italien zurückgegeben. Mattes fordert Landtagsauflösung Rin Antrag der „Deutschen Gemeinschaft“ Stuttgart (UP). Die Zulassung eines Volksbegehrens zur Auflösung des württemberg-badischen Landtags wurde vom Vorsitzenden der „Deutschen Gemeinschaft“, Mattes, beim Innenministerium Württemberg-Badens beantragt. Der Antrag wird mit der „Unfähigkeit des Parlaments“ begründet, die Korruptionsaffären in Württemberg-Baden während der letzten Zeit rasch und zufriedenstellend auf zuklären. Die Korruptionsfälle, so meint die „Deutsche Gemeinschaft“, beträfen „nahezu alle Ministerien des Landes“. Für die Mißstände im Lande macht die Gemeinschaft die Regierungsparteien verantwortlich, die ohne Opposition im Landtag arbeiteten. Kommt Renault nach Salzgitter? Franeota-Foncet will sich einschalten Bonn (UP). „Ich werde mich für die Erhaltung des Hochofens Nr. 5 in Watenstedt- Salzgitter einsetzen und weiterhin versuchen, in Zukunft erneute Sprengungen zu verhindern, sobald die Renault-Werke zu einem Vertrag mit der Bundesregierung gelangen“, erklärte nach Mitteilung von Bundestagsabgeordneten der französische Hohe Kommissar Francois-Poncet. Wie es heißt, verlaufen die Verhandlungen erfolgversprechend, obwohl die französische Automobilfabrik in Deutschland keine fertigen Automobile, sondern nur geschweißte Chassis hersteilen und dann nach Frankreich exportieren will. 4500 Arbeiter würden dadurch in diesem Notstandsgebiet dauernde Beschäftigung finden. Ungarn fordert Deutsche zur Rückkehr auf. Wie der Pressechef des ungarischen Außenministeriums bekanntgab, haben alle Volksdeutschen, die früher auf ungarischem Boden wohnten und dort noch enge Verwandte besitzen, bis zum 25. September 1950 Gelegenheit, nach Ungarn zurückzukehren. NEUES AUS ALLER WELT Görings silberne Badewanne Schätze im Wert von über 4 Millionen DM? Regensburg (UP). Bei den Ausgrabungen auf dem Sommersitz Hermann Görings, der Burg Fekienstein bei Neuhaus, wurden vier ausgemauerte Geheimkammern geöffnet, die im Frühjahr 1945 auf Befehl des Reichsmarschalls von einem Neuhauser Baumeister angelegt worden sind. Eine fünfte Kammer, hl der Goldbarren vermutet" werden, soE nach inoffiziellen Mitteilungen noch durch Sprengungen freigelegt werden. Nach Aussagen der Arbeiter, die unter Aufsicht der Beamten der amerikanisch«) Hohen Kommission bei den Ausgrabungen beschäftigt waren, soEen bis jetzt aufgespürt worden sein: eine süberplattierte Badewanne, 25 Körbe mit Gold, goldplattierte Leuchter und 160 Flaschen mit altem französischem Kognak. Nach Angaben von deutsch« Seite beläuft rieh der Wert der bisher auf gefundenen Schätz« auf über 4 Millionen DM. Emmi Göring, die Witwe des Retehsmar- fcfaalls, erklärte, daß ihr die ganze Angelegenheit völlig unerklärlich sei. Im Hause Göring habe man die Meldungen üb« das Auffind«) aee Schatzes für einen Aprilscherz gehalten. Sprengkörper Id Kinderhand Am einem Tag zwei Tate «nd ans Verietate Aachen (UP). In einem Ort dee Kreise* CtattenldFchen was# «in fünfjährig« Junge einen Sprengkörper in eine Gruppe spielend« Kind«. Zwei Mädchen kn Alter von 12 und 18 Jahr«) wurden sofort getötet, sieben weitere Kind« verletzt, davon besteht bei zweien akute Lebensgefahr. Wenige Stunden nach diesem Unglück warfen in Stolberg zwei Jungen im Alter von 9 und 12 Jahren kleine Sprengkörper in ein Feuer. Bei der Explosion wurden beide im Gesicht, an den Händen und an den Beinen schwer verletzt. Pockenepidemie in Glasgow Von indischem Seemann eingesctüeppt Glasgow (UP). 200 Krankenhäuser in acht Grafschaften Schottlands wurden am Sonntag für die Öffentlichkeit gesperrt, um die Ausbreitung der schwarzen Pocken zu verhindern, die von dem indisch«) Seemann Mussa AE ringeschleppt worden sind. Mussa AU traf am 5. März in London ein und reiste nach Glasgow, bevor die Krankheit bei ihm selbst zum Ausbruch kam. Glasgow hat bereits ein Pockenopfer zu beklagen, eine 25 Jahre alte Ärztin, die sich nie gegen Podien impfen ließ, weil sie „nicht daran glaubte“. Weitere Pockenfälle wurden in einem Krankenhaus in Glasgow isoliert. Eine ganze Nacht lang waren mehrere Arzte damit beschäftigt, alle Personen zu impfen, die, wenn auch noch so flüchtig, mit Mussa AU zueammengekom- men sind. WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN Der Steuertermin-Kalender II. April Lohnsteuer. Anmeldung und Abführung der im März einbehaltenen Lohnsteuer (Monatszahl«). Vierteljahrszahl« für Januar bis März. — Notopfer Berlin abführen von Lohn- und Gehaltszahlungen für März (Monatszahler). Vierteljahrszahl« für Januar bis März. — Umsatzsteuer -Voranmeldung für März abgeben und Vorauszahlung entrichten (Monatszahl«). Vierteljahrszahl« für Januar bis März. — Getränke- und Vergnügungssteuer. Erklärungen für März einreich«) und Steuer entrichten. — Beförderungssteuer im Personen-und Gepäckverkehr mit Personenkraftwag«). Nachweis für März einreichen und Steuer entrichten (Monatszahl«). Vierteljahrszahl« für Januar bis März. 15. April Grundsteuer. Vorauszahlung leisten für April 20. April Einkommen - bzw. Körperschaftssteuer. Abgabe der vierteljährlichen Er- Deveze fliegt nach Genf Unterredung mit Leopold aussichtslos? Brüssel (UP). D« mit d« Bildung einer neuen Regierung beauftragte Verteidigungsminister D e ▼ e z e wird am Montag nach Genf fliegen, um zu versuchen, König Leopold zu überreden, nur auf kurze Zeit auf den Thron zurückzukehren und dann zu Gunsten seines Sohnes Baudouin abzudanken. Da mit Sich«heit damit zu rechnen ist, daß der König seinen Standpunkt nicht ändern wird, erwartet man in Brüssel, daß Deveze Prinzregent Charles seinen Auftrag zurückgeben wird. Dies« dürfte darauf voraussichtlich einen Christlich-Sozialen mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragen. Einer nach dem andern gesteht Laut Radio Prag im Priester-Prozeß Prag (UP). Drei weitere der zehn katholischen Würdenträger, die gegenwärtig vor einem Prager Gericht unt« der Anklage „anti-staatlich« Handlungen“ riehen, bekannten sich laut Radio Prag schuldig. Als letzt« Angeklagter wurde der Rektor eines theologischen Institute Dr. Masblak ««nommen. Auch er habe zugegeben, dem Vatikan Informationen übermittelt zu haben. fclärung und Entrichtung der Steuer. Falls am 25.2. und 20.2. Abschlagszahlungen geleistet, Entrichtung des Restbetrages. — Notopfet Berlin. Zahlung cter Veranlagt«) für Januar bis März. Stenergutacheine für Landwirtschaft? Das Emghrungsministerium hat dem Finanzministerium vorgeschlagen, den landwirtschaftlichen Betrieben, die mehr Arbeitskräfte emsteilen, ata die bisher beschäftigten, Steuergutscheine zu gewähr«). Nach dem Vorschlag des Bundesministeriums sollen die landwirtschaftlichen Betriebe für jede zusätzliche Arbeitskraft einen Steuergirtochein von 50 DM monatlich «halten. Wirtschaft in Kürze Fünfundzwanzig deutsche und japanische Firm«), die 1945 auf Anordnung der Regierung Uruguays unter Zwangsverwaltung gestellt worden waren, wurden am Freitag wiecter von der offiziellen Kontrolle freigegeben. Darunter befinden sich: Schering, Phar- mazeutika, Siemens Bauunion, Anilinas Ale- manas, Albingia Versicherungsgesellschaft, Mannesmann Röhrengeseltachaft, Styria Stahlwerke und Mannheimer Versicherung. * Die aofortige Senkung der Kaffeesteuer um 75 Prozent fordert die Bayern- Partei in einem Antrag, der dem Bundestag zugeleitet wurde. Dadurch soll der legale Kaffeeabsatz gehoben und gleichzeitig der schwarze Markt weitgehend ansgeschaltet werden • In Hannover endete am Sonntag der erste Teil cter Deutschen Industriemesse 1950 nach fünftägiger Dauer. Mit fast 100000 Besuchern, unt« denen sich mehr ata 10 000 ausländische Interessenten befanden, tat die allgemeine Messe des Vorjahres bereits übertroffen. * Wie in Saarbrücken amtlich mitgeteilt wird, können ab 1. April alle aus dem Ausland kommenden Reisenden und Grenzgänger einen Betrag in unbegrenzter Höhe in französischen Franken oder in Kolonialfranken in das französische Zollgebiet einführen. Ausgeführt werden dürfen pro Person 25 000 Franken. Für Grenzgänger wurde der Höchstbetrag auf 5000 Franken festgesetzt. V Maates, dm I. April 1M0 Mit dem Auto ins Kind Amerikas Freiluft-Lichtspieltheater erfreuen rieh immer größerer Beliebtheit ViahzUecctMittyc üfctwUqeH ▼ onunierem Korrespondenten A. D. Portland (Oregon) Ein Freiluftkino auf einer der Inseln des Südpazifik während des Krieges war eine ziemlich primitive Angelegenheit; primitiv zumindest im Vergleich zu den musterhaft eingerichteten Anlagen, die man in wärmeren Gebieten wie Südkalifomien bereits vor dem Kriege kannte. Diese luxuriösen „Drive-in- Theater“, wo man sich in einer warmen Sommernacht beim Funkeln von Mond und Sternen einen Film ansehen kann, sind bereits des langen und breiten beschrieben worden. Die meisten Besitzer von Filmtheatern zögerten Jedoch, diese neue Art der Unterhaltung auszuprobieren, da ihnen die Witterung als «in zu unsicherer Faktor erschien. Auch bei Nässe und Kälte... Im August 1946 jedoch begann ein neues Experiment in Gestalt des jetzt bereits weitbekannten Amphitheaters in Portland im Staate Oregon an der amerikanischen Westküste. Es gewann sich fast über Nacht die Herzen des Publikums. Besonders Familien mit kleinen Kindern und ans Bett gefesselten Kranken fanden hier neue Unterhaltunge- möglichkeiten. Da sich das Amphitheater einer so ungewöhnlichen Beliebtheit erfreute, war es auch während der Wintermonate geöffnet und trotzte dem besonders nassen und kalten Wetter Portlands. Ein anderes Freilichtkino in der gleichen Stadt nimmt eine Fläche von nahezu 4 ha ein, die von einem 7S5 m langen und über 3 m hohen Zaurf aus Aluminiumblech umgeben ist. Der gepflasterte Parkplatz innerhalb der Einzäunung hat Raum für 800 Autos, die sämtlich mit eigenen Obertragungsanlagen ausgestattet werden. Die Fahrzeuge parken auf schrägen Rampen, die im Halbkreis über das ganze Feld angeordnet sind. Jedem Wagen steht eine Fläche von 5.80 m Breite und 11,5 m Länge zur Verfügung, so daß genügend Raum vorhanden ist, um während der Vorstellung * an- oder abzufahren, ohne den Nachbarn zu stören. Die Rampen steigen nach vorne leicht an, während die Wagen der riesigen Leinwand entgegengehoben werden, so daß selbst die Insassen auf den Rücksitzen gute Sicht haben. Die Bilder auf der Leinwand sind 16,5 m breit und 13 m hoch, d. h. beträchtlich größer als die Projektionen ln den gewöhnlichen Licht* spielhäusem. Tonanlage für jeden Wagen Beim Bau der Übertragungsanlage für 800 Wagen wurden unter dem Pflaster nahezu 4600 Meter elektrische Leitungen gelegt. Zwischen je zwei Wagen befindet sich ein Anschluß in Form einer Erhebung oder eines Blockes, an die zwei Übertragungsgeräte angeschlossen sind. Diese bestehen aus unzerstörbarem Kunststoff und können je nach dem Wunsch des Zuschauers auf verschiedene Lautstärke eingestellt werden. Sie sind mit einem Storchschnabel versehen, der am Wagenfenster festgehackt werden kann. Die Anlage überträgt nicht nur den Ton der Filme, sondern wird auch zur Sendung von Zwischenmusik und öffentlichen Bekanntmachungen benutzt. Am Eingang des Amphitheaters von Portland wird jeder Wagen mit einem Lautsprecher neuesten Modells ausgestattet. Auch sie sind mit einem Lautstärkeregler versehen und haben vorzügliche akustische Eigenschaften, Jedes Obertragungsgerät wird vom Personal mit einem zwischen den Wagen liegenden Anschluß verbunden. Das ursprüngliche „Drlve-in-Theater“ war, wie viele der Soldaten-Freüichtklnos während des Krieges nur ein Notbehelf. Es hatte eine Lautsprecheranlage, die aus zwei neben der Leinwand angebrachten Schalltrichtern bestand; diese machten in den vorderen Reihen einen derartiger Lärm, daß die Zuschauer fast taub wurden, während man sie weiter rückwärts kaum hören konnte. Später wurde dann der Ton unter dem Boden zu Lautsprecheranlagen geleitet, die an den wichtigsten Punkten verteilt waren. Das war besonders bei regnerischem und kaltem Wetter unange-c nehm, da die Wagenfenster offen bleiben mußten, wenn man zuhören wollte. Die Verlegung der Übertragungsanlage in das Wageninnere ergab sich ganz logisch und löste da« Ton-Problem für immer. AUE OEM BODWEÜTBM Toto nun mach beim Theater A. L. Tübingen. Die Toto-Epidemie zieht Immer weitere Kreise. So hat nun das Städte- Theater Tübingen-Reutlingen für seine vierte Volksvorstellung, die am 2. April mit dem „Kuckucksei“ stattfand, ein Theater-Toto veranstaltet. Über Einzelheiten wurde allerdings noch nichts verraten. Der „Überfall“ war frei erfunden W.H. BaeknaHg. Ein Geschäftsreisende* aus Gschwend meldete der Polizei, daß er auf dem Heimweg überfallen worden sei und daß man ihm dabei 3000 DM geraubt hätte. Die Vernehmung ergab jedoch, daß der Überfall nur fingiert war, weil der Geschäftsreisende in pekuniären Schwierigkeiten war. Greßbrand in einem Sägewerk Vaihingen/Enz (hpd). Das Sägewerk Würfe to Münchweiler fiel einem Großbrand zum Opfer. Man schätzt dm Schaden auf 60 000 bis 70 000 DM. Die Brand Ursache dürfte wahrscheinlich auf Kurzschluß zurückzuführen sein. Volkswagenbetrfiger wandert ins Gefängnis R. Heilbronn. Gegen den Volkswagengroßbetrüger Lutz R. aus Heilbronn verkündete die Große Strafkammer beim Landgericht Heilbronn mm das Urteil, das auf drei Jahre und zwei Monate Gefängnis und 100 DM Geldstrafe lautete. Der Vorsitzende stellte dem Angeklagten das Zeugnis aus, daß er ein Großsprecher sei und wenig Einsicht gezeigt habe, so daß die elfmonatige Untersuchungshaft nicht voll angerechnet werden könne. Umstümende Grabplatte erschlag Kind R. Bonfeld (Krs.Heilbronn). Eine hiesige Frau beschäftigte sich in Anwesenheit ihrer Schwiegermutter auf dem hiesigen Friedhof mit der Bepflanzung eines Grabes. Plötzlich fiel ein bereite schief stehender Grabstein um und begrub ihren viereinhalbjährigen Sohn Hans unter sich. Das Kind erlitt durch diesen Unglücksfall so schwere Verletzungen, daß es sofort in das Nedcarsulmer Krankenhaus ein- f »liefert werden mußte, wo es bald an dm olgen innerer Quetschungen verstarb. GartonpfaJü verursacht Übersdnremmuug S. Ulm. Die Ulmer Feuerwehr mußte ln fünf Wohngebäuden die Keller, die bis zu einem Meter unter Wasser standen, auspumpen. Ein Gartenpfahl war die Ursache der Überflutung. Der Besitzer eines Gartens „Unter den Apfelbäumen“ hatte einen Pfahl offenbar mit solcher Wucht in die Erde getrieben, daß der Gartenpfahl, der unglückseligerweise auf die Hauptwasserleitung stieß, diese erheblich beschädigte. Man stellte einen Wasserrohrbruch fest, durch den die Keller der fünf benachbarten Gebäude unter Wasser gesetzt wurden. Eitert um Tete-Tipscheine S. Ulm. Nachdem von der Toto-Gesellschaft mitgsteilt worden war, daß kein Wetter 12 richtige Tips erzielt habe, erschien bei der Ulmer Wettannahme eine Frau, brachte ordnungsgemäß abgestempelte B- und C-Schehee, die angeblich aus Versehen in ihren Besitz gelangt waren, und verschwand wieder. Unter den Scheinen waren 12 richtige Tips. Kurse Seit später legte ein Bauarbeiter auf der Hauptannahmesteüe den dazu gehörigen A- Schein vor, mit dem er che Summe von 165 000 DM gewonnen zu haben glaubte. Bei Annahmeschluß hat der Inhaber einer Ulmer Totostelle der Hauptannahmestelle schriftlich mitgeteilt, daß die B- und C-Abschnitte der Nummer 611 fehlen. Möglicherweise habe sie der Kunde wieder mitgenommen. Daraufhin wurde von der Stuttgarter Geschäftsstelle der Wettschein 611 aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Zur Zeit liegt noch völliges Dunkel über der Angelegenheit. Die Polizei sucht nach der Frau, die die fraglichen B- und C-Schein« abgegeben hat. Falsche Bezugscheine für 6 Tonnen Zucker S. U1 m. Mit 8 Monaten Gefängnis und 5000 DM Geldstrafe muß ein Kaufmann aus Günz- burg, der vom Schöffengericht Neu-Ulm verurteilt wurde, dafür büßen, daß es Ihm mit Versprechungen und einer größeren Geldsumme gelungen war, eine Angestellte de« Ernährungsamtes Günzburg zu überreden, ihm Bezugscheine über 6 Tonnen Zucker auszustellen, die dann verschachert wurden. Die Angestellte selbst, die für das Geschäft 1500 DM einkassiert hatte, erhielt wegen passiver Bestechung ein Jahr Gefängnis. Mt dem Messer gegen die Verwandten Hecl#ngen (hpd). Seit langer Zeit lebte eine Familie in der Hecbinger Altstadt miteinander in Streit. Bei einer heftigen Auseinandersetzung stach nun der „Herr des Hauses“ mit den Messer auf seine Nichte ein und verletzte sie schwer. Die Mutter, die der Bedrängten zu Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls niedergestochen. So jung und schon so verdorben MP. Weingarten. Die 12 Jahre alte Tochter eines 44jährigen verheirateten Arbeiters aus Weingarten ist nicht nur von dem eigenen Vater mißbraucht worden, sondern hat auch zu mindestens vier anderen Männern in ganz eindeutigen Beziehungen gestanden. Ein Mann ist wegen dieser Beziehungen bereits verurteilt, ein anderer befindet sich in Haft; nun wurden auch der Vater sowie ein 15- und ein 19jähriger aus dem gleichen Grunde verhaftet Nach den bisherigen Aussagen erscheint es nicht ausgeschlossen, daß die Initiative verschiedentlich von der 12jährigen ausgegangen ist Tödlicher ßturz ins Wasserloeh Horb (hpd). Als man dabei war, eine von einem Wünschelrutengänger festgestellte Quelle durch ein Wasserloch zu erschließen, brach eine Welle und ein Arbeiter stürzte infolge der ungenügenden Sicher uhgsmaßnah- men in die acht Meter tiefe Öffnung. Der Mann war auf der Stelle tot Schwarzer Tag für Vöhringen D. Vöhringen. Die Gemeinde Vöhrlngen batte einen außergewöhnlichen Unglücks tag. Kaum war die Kunde von einem tödlichen Unfall, dem ein Einwohner durch den Stürz in den neuen, 32 Meter tiefen Brunnenschacht der Gemeindewasserversorgung zum Opfer fiel, ins Dorf gedrungen, als wenige Zelt später die Sturmglocke die Feuerwehr zu einem in hellen Flammen stehenden Ökonomie- gebäude rief. Da« Haus brannte vollständig aus. In den Nachmittagsstunden des gleichen Tages lief der Elektromotor der Orgel heiß und äscherte während dem Unterricht der Konfirmanden in der Kirche erheblich# Teile der wertvollen Orgel eia. Die Spiele der Südd. Oberliga VfB Mannheim —- BC Augsburg Bereits in der dritten Minute eröffnete Is- laker den Torreigen und bis zur Mitte der ersten Halbzeit stand es durch zwei weitere Tore von Bolleyer und Islaker 3:0 für den VfR. Nach Seitenwechsel kam es durch Trefler von Bolleyer, Löttke und einen verwandelten Foulelfmeter durch Langlotz zum verdienten 6:0. VfB Mühlburg — Jahn Regensburg 5:2 Vom Anpfiff an übernahmen die Bewegungsspieler das Spiel. Ein 16-m-Freistoß von Gärtner brachte in der 13. Minute das 1:0. Rink und Kunkel erhöhten in der 32. bzw. 43. Minute auf 3:0. Eine Minute nach Halbzeit kamen die Gäste auf 3:1 heran und es dauerte fast eine halbe Stunde, bis Mühlburg den alten Abstand herstellte. Innerhalb von zwei Minuten fiel für beide Mannschaft»! noch j6 ein Tor. VfB Stuttgart — Eintracht Frankfurt 1:6 Erst als die langsam nervös werdenden 10 000 Zuschauer stürmisch „Schlienz nach vorne“ verlangten, klappte es beim VfB Stuttgart. Dies war in der 70. Minute. Als der einarmige Schlienz einige Mal vor dem Eintracht- Tor aufkreuzte, war dicke Luft vor Hennigs Gehäuse, obwohl der VfB immer in der gegnerischen Hälfte spielte. Nach dem langersehnten Tor, das Läpple endlich in der 80. Minute schoß, ging Schlienz wieder zurück. Bis zur letzten Minute lag der Ausgleich in der Luft, aber Schieth und Lemm hatten mit ihren Schüssen Pech. FSV Frankfurt — 1. FC Nürnberg 6:0 Waren die Frankfurter während der ersten Halbzeit ganz tonangebend, so gewannen die Nürnberger im Verlauf der zweiten Hälfte etwas an Boden. Schiedsrichter Eberle-Stutt- gart sah sich veranlaßt, zwei Platzverweise auszusprechen. Bayern München — Stuttgarter Kickers 2:1 Die Stuttgarter zogen alle Register ihres Könnens, doch am Schluß 1 der 90 Minuten hatten sie wieder einmal mit einem Tor Unterschied das Nachsehen. Durch einen Foulelfmeter kamen die „Bayern" in der 23. Minute durch Thomas Maier in Front, doch Conen brachte die Kickers durch „Köpfler“ wenig später zum 1:1. Den siegbringenden Treffer schoß Bachl eine Viertelstunde vor Schluß. SpVgg Fürth — Kickers Offenbach 2:2 Der einheimische Torhüter Goch hatte einen schlechten Tag, denn an dem ersten Treffer war er nicht ganz schuldlos. Eine Viertelstunde später fiel der verdiente Ausgleichstreffer. Fast mit dem Haibzeitpfiff zusammen kamen die Gäste erneut in Führung. Ein Stein fiel den 8000 vom Herzen, als Schade in der 60. Minute den verdienten Ausgleich erzwang. Schweinfurt 05 — 1860 München 1:1 Die Schweinfurter konnten bereits zwei Minuten nach Spielbeginn ihren Treffer erzielen. Erst ein krasser Deckungsfehler der Schweinfurter Verteidigung ermöglichte es den mehr als „zahmen Löwen“, eine Minute nach der zweiten Halbzeit durch Sommer der Ausgleich zustande zu bringen. Schwaben Augsburg — Waldhof Mannheim 2:0 Die Waldhöfer kamen bei den Augsburger „Schwaben“ bei 0:2 mit einem blauen Auge davon. Erst Mitte der zweiten Halbzeit brach Lochner durch einen Bombenschuß den Bann und brachte den längst fälligen Führungstreffer in Skudlareks Gehäuse unter. Neun Minuten später stellte Bestei den 2:0-Sieg sicher. DU Spielt in Oberliga Nord Concordiä Hamburg — VfB Lübeck 0:2 Bremer SV — Göttingen 05 3:3 TSV Eimsbüttel — Holstein Kiel 0:1 Werder Bremen — St. Pauli 2:0 Hannover 96 — Hamburger SV 4:3 Bremerhav. 93 — Eintr. Braunschweig 1:4 Harburger TB — Armin. Hannover ausgef. Oberliga West 1. FC Köln —Rotweiß Essen 2:1 Duisburger SV — Schalke 04 1:4 Alemannia Aachen — Hamborn 07 2:0 Rotweiß Oberhausen — Duisburg 08 1:0 Borus. Dortmund — Preußen Dellbrück 0:1 Horst-Emscher — Preußen Münster 4:0 Vohwinkel 80 — Bhenania Würselen 3:1 Erkenschwick — Arminia Bielefeld 3:0 Oberliga Südwest Gruppe Nord FV Engers — ASV Landau 8:1 Trier Kürenz — TuS Neuendorf 1:4 Wormatia Worms — Eintracht Trier 6:0 VfL Neustadt — VfR Kaiserslautern 0:1 1. FC Kaiserlautern — FK Pirmasens 2:0 VfR Kim — Phönix Ludwigshafen 2:2 SG Weisenau — SpVgg Andernach 2:1 Gruppe Süd FV Kuppenheim — FC 04 Sing»! 2:1 SSV Reutlingen — Lahrer FV 03 4:2 SV Hechingen — VfL Konstanz 0:5 Freiburger FC — FC 04 Rastatt 0:0 FC Villingen 08 — VfL Schwenningen 2:1 ASV Ebingen — FTSC Freiburg 4:1 SG Friedrichshalen — Trossingen 3:1 Offenburger SV — Tübinger SV 4:1 Freundschaftsspiele 1. FC Saarbrücken — Phönix Ludwigsh. 6:1 VfB Neunkirchen — Mainz 05 1:2 Länderspiele Österreich — Italien 1:0 Tabellenstand der Oberliga Sfid spiel« Tore Pkt SpVgg. Fürth 24 62:31 35:13 VfB Stuttgart 24 42:32 31:17 VfR Mannheim 20 5237 30*22 SV Waldhof 25 46:44 2832 Kickers Offenbach 24 40:42 2731 1860 München 24 3833 2622 FSV Frankfurt 24 31:28 26:22 BC Augsburg 24 4456 2424 Eintr. Frankfurt 25 43:43 2436 VfB Mühlburg 25 34:37 2436 1. FC Nürnberg 24 3832 2325 Bayern München 14 mKOO 21:27 Schweinfurt 05 25 3234 2129 Jahn Regensburg 26 44:57 19:33 Schwaben Augsburg 25 3156 1832 Stuttgarter Kickers 25 42:56 17:23 Württ.-Bad. Sport-Toto 1. VfB Mühlburg — Jahn Regensburg 2. Bayern München — Stuttgarter Kickers 3. VfB Stuttgart — Eintracht Frankfurt 4. VfR Mannheim — BC Augsburg 5. Scirw. Augsburg — Waldhof Mannheim ß. SpVgg Fürth — Kicken Offenbach 7. FSV Frankfurt — 1. FC Nürnberg 8. Schweinfurt 05 — 1880 München 9. SV Duisburg — Schalke 04 10. Werder Bremen — St. Pauli 11. SV Kuppenhedm — Eintracht Stagen 12. Union Bückingen — SpVgg Feuerhach 13. SV Offenburg — SV Tübingen 14. l.TC Eutingen — ASV Eeudeidfeta Heed und West Ergebnisse der Südd. Landesligen Württemberg FV Zuffenhausen — FC Eislingen 0:0 • Ulm 46 — SG Untertürkheim 4:0 VfL Kirchheim — SC Ulm 3:2 Union Bö düngen — SpVgg Feuerbach 6:1 Normannia Gmünd — Spfr. Stuttgart 4:2 VfR Aalen — Neckargartach 4:2 Baden VfL Neckarau — Germ. Brötzingen 7:0 TSG Rohrbach — FV Hockenheim 8:1 FC Eutingen — ASV Feudenheim 2:1 VfR Pforzheim — Amicitia Viernheim 0:1 FV Mosbach — Germ. Friedrichsfeld 8:2 Hessen FC Rödelheim — Hermannia Kassel 3:2 SC 03 Kassel — Eintracht Wetzlar 6:1 Darmstadt 98 — Borussia Fulda 5:1 SV Wiesbaden — SG Arheilgen 0:1 Union Niederrad — SV Kassel 4:0 Viktoria Aschaffenbg. — RW Frankfurt 3:1 Hessen Kassel — VfB Friedberg 2:0 Kurze Sportnachrichten Der deutsch-schweizerische Spielverkehr im Eishockey fand gegen Ende der Spielsaison durch einen Besuch des HC Arosa beim letztjährigen deutschen Meister EV Füssen seine Fortsetzung. Die Mannschaften trennten sich vor 5000 Zuschauern nach einem sehr schnellen Spiel mit 7:7. Der 24jährige Dortmunder Schwergewichtler Heinz Neuhaus schlug in Düsseldorf den Berliner Hans Joachim Drägestein nach 30 Sekunden k.-o. In Bremerhav»! gewann der Kieler Schwergewichtler Seelisch in der 2. Runde entscheidend gegen Biesoldt-Duisburg. Im Kampf um die deutschen Mittelgewichtsmeisterschaft zwischen Meister Hans Stretz, Erlangen, und dem Herausforderer Gerhard Hecht, Berlin, blieb Stretz nach einer mörderischen Ringschlacht durch das Urteil des Kampfgerichts „Unentschieden* im Besitz seines Titels. Auf ihrer Mitgliederversammlung beschloß die im Mittelfeld der Tabelle der Oberliga Südwest, Gruppe Süd, liegende SG Friedrichshafen eine Namensänderung in VfB Friedrichshafen. Annemarie Büchner-Fischer gewann in Züre am Arlberg den Riesentorlauf vor Hildesuse Gärtner. Preußen Krefeld spielte lm letzten Eishockey- Punktekampf beim VfL Bad Nauheim 1:1 und sicherte sich hinter Rlessersee den zweiten Platz. Das 96. Bootsrennen zwischen den beiden englischen Universitäten Cambridge und Oxford endete mit einem Sieg der Universität Cambridge. Der 18jährige australische Student John Marshall verbesserte den bestehenden Weltrekord lm 200 Yards-Freistilschwimmen and setzte die neue Bestzeit mit 2:841 Minuten fest Eine japanische Schwimmstaffel verbesserte ln Manila den bestehenden Weltrekord In der 800-Meter-Freistil-Staffe] und setzte dte neue Zeit mit 8:40,6 Minuten fest. Wettervorhersage Am Montag bei lebhaften nordwestlichen Winden wechselnd, meist stärker bewölkt und wiederholt Schauer. Höchsttemperaturen nicht über 10 Grad. Nachte stellenweise leichter Best AUS DER HEIMAT Sommertag utiö Stabaus Steg oer Sonn«. Die alte schöne Sitte, die alle Franken vom Rhein bis nach Schlesien kennen oder gekannt haben, die Sitte unseres Sommertags. wird zu* erst bestimmt in Sebastian Franks Weltbuch von 1534 geschildert Aber viele Zeugnisse, auf die wir hier nicht eingehen können, führen weiter zurück Wiederholt gedenkt des Sommertags in ihren Briefen Pfalzgräfin Liselotte gut pfälzisch als „einer schönen Sach" Weder alte Kirchenordnungen noch neuere Polizeiverbote haben der „schönen Sach" den Todesstoß versetzen können, fm Gegenteil, man hat in vielen Städten seit etwa einem halben Jahrhundert Sommertagszüge .organisiert und stets gro3e Erfolge erzielt. Mit allerlei Abwechslung in der Form hat sich so ziemlich der gleiche Brauch unter dem Namen Sommertag im Gebiet des alten Speyergaues, westlich bis Frankenstem und Rinnthal erhalten, während nördlich davon im Wormsgau der Name Stabaus dafür üblich ist. Weiter nac' Westen kennt man statt des Sommertags den Pfingstquack eben erst auf Pfingsten. Wie der Name Stabaus sagt, handelt es sich darum, den Winter zu vertreiben, pfälzisch auszustawe oder zu -stäwe, den bösen Wintergeist zu vertreiben und den Sommer einzuholen. In Kampf und Kampfgespräch treten sich Sommer und Winter gegenüber Wie von diesem Kampf meist nur im Sommertagszug die beiden kämpfenden Gestalten des Sommers und Winters übriggeblieben sind, so hat sich der Streit zwischen Sommer und Winter in dem Förster Sommertagsspiel vom Hansel Fingei- hut zu einem heute noch aufgeführten dramatischen Volksschauspiel entwickelt Freilich, den Sommer auch in der sonnigen Vorderpfalz schon auf Sommertag einzuholen, war nicht immer leicht. Da gab es wohl Jahre, wo je nach dem Ostertermin der Sommertag reichlich früh im Jahre lag. und der Winter, den man .vertreiben" wollte, noch gar nicht ans Weichen dachte. Ein gesegnetes Jahr, das der alte Pfälzer als eines der berühmtesten Weinjahre des ganzen vorigen Jahrhunderts kennt, das Jahr 1865, dessen guten „Tropfen" Scheffel, der Freund Neustadts ln bekannten Versen feiert, brachte statt Frühlingsahnen und Sonnenschein späten, tiefen Schnee. Wiederholt haben unsere Mundartdichter die lieben Sommertagsverse für diesen Fal' scherzhaft umgewandelt. Am 20. März 1865 zählte man so am damaligen Sommertag in Speyer acht Grad unter Null, und der damals in Speyer lebende Mundartdichter Karl August W o 11 schrieb dazu launige Verse. Auch im Jahre 1906 meinte eine Speyerer Mundartdichterin, Frau Elise Kroemer-Schaefer: Du liewer, scheener Summendaag, Wo bischt dann du hi(n) g’schwunde? Der Schnee liegt koppekissedick, Mer meent, die Sunn wär bees. Geht des so fort, maoht’s Storkepaar Sich Widder uff die Rääsl Ri, ra, ro, Der Summerdag bleibt — wo —? Uff de weiße Wisse, Dick wie Koppekisse, Licht der kalte Schnee. Wichsei, Wechsel, 's friert noch 's KätzeL s’ Peete) duht’m wehl Doch selbst das sind Zeugnisse, die uns un- Sern Sommertag nur um so lieber machen können. Wir wollen beute ganz besonders daran denken, daß äußere Verhältnisse ihn geEttern - Lehrer - Arbeitegemeinfdiaft Die von Eitern und Lehrern aller Schularten gebildeten Arbeitsgemeinschatten (E. L. A.J haben Richtlinien aufgestellt, die wir nachstehend veröffentlichen. Elternvertreter, die sich für diese Bestrebungen interessieren erhalten Auskunft: für Landkreise bei de r E.LA. Ettlingen, Schloß (Volksbücherei); für Stadtkreise bei der ELA. Karlsruhe, Karlstr. 11. Die Eltern-Lehrer-Arbeitsgememschaft setzte sich zur Aufgabe, Elternhaus und Schule in engere Verbindung zu bringen, ein Vertrauensverhältnis unter der Dreiheit Schüler — Eltern — Lehrer zu schaffen, um dadurch die Erziehung und Wohlfahrt der Kinder und Jugendlichen zu fördern Der Eltern Lehrer-Arbeitsgemeinschaft gehören die Vorsitzenden der Eltern Vertretungen aller Karlsruher Volks-, Fach- und höheren Schulen an. Die Lehrerschaft ist durch je einen gewählten Beauftragten der einzelnen Lehrerkollegien vertreten. Darüber hinaus ist die Mitarbeit all derer erwünscht, die gewillt sind, Erziehung und Bildung unserer Schuljugend zu fördern. Die Leitung der Eltern-Lehrer-Arbeitsgemein- Schaft, ihre Vertretung nach außen sowie die Führung der laufenden Geschäfte liegt in den Händen eines Vorsitzenden und je eines Beisitzers aus dem Kreise der Elternschaft und Lehrerschaft der drei Schulgattungen. Der Vorsitzende und die Beisitzer werden bei der ersten Arbeitstagung der Eltern-Lehrer-Arbeitsgemein- schaft für die Dauer eines (Schul-) Jahres gewählt. Ihre Tätigkeit ist ehrenamtlich. Die Eltem-Lehrer-Arbeitsgcmeinschaft wird bestrebt sein, ihre Tätigkeit ohne jeden Bürokratismus und mit einem möglichst geringen Aufwand an Organisation als Zentralstelle der Erziehungsberechtigten auszuüben. Es ist nicht beabsichtigt, der Eltern-Lehrer-Arbeitsgemein- schaft die Rechtsstellung eines eingetragenen Vereins,oder einer juristischen Person zu.geben. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben. Die inneren Aufgaben der Eltern-Lehrer- Arbeitsgemeinschaft sind u a.: Durch gemeinlegentlich einmal beeinflussen, doch nie in seiner Lebenskraft ertöten konnten Die Brezel konnte zwar da und dort in drückenster Notzeit von dem Sommertagsstecken verschwinden, weil es an Mehl gefehlt, aber sie erschien bald wieder mit gleicher Selbstverständlichkeit wie ln den zwanziger Jahren erschien in einem deutschen Verlag ein Büchlein, das den ansprechenden Titel „Lewendiche Stimme aus Penn- sylveiny" trug. Es enthielt eine Reihe von ernsten und heiteren Erzählungen und Gedichten, und kaum hatte ich begonnen das Vorwort zu lesen, da wurde es mir klar, daß sie samt und sonders in dem stark pfälzisch gefärbten Pennsylvaniadeutsch geschrieben waren. Als Heiausgeber stellte sich ein „Parre“ Astor C. Wuchter vor. Er bezeichnete sich als „Parre", wie man auch in der Pfalz heute noch den Pfarrer nennt, und rein Name Astor erinnerte mich an jenen Johann Jakob Astor aus dem kurpfälzischen On Walldorf südwestlich von Heidelberg, der anno 1777 nach England und 1783 nach Amerika ausgewandert war. Von der Sprache, die uns in den von ihm gesammelten Geschichten und Gedichten entgegentritt, sagt er, sie sei zwar „e‘ bißche uffgemixt" mit englischen Wörtern, aber sie sei sonst ,,e’ kräftige und säftige Sproch un' gutes Pälzer Daitsch". Pfälzer wandern nach den Neuengland-Staaten Ihr Dasein und ihre Eigenart verdankt diese pennsylvaniendeutsche Mundart den zahlreichen Pfälzern, die seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts nach den damals der englischen Krone gehörenden Neuenglandstaaten auswanderten. Der ersten Gruppe religiöser Flüchtlinge, die bereits 1683 unter Franz Daniel Pastorius in Germantown, — heute ein Stadtbezirk von Philadelphia — die erste geschlossene deutsche Siedlung in Nordamerika gegründet halte, folgten zunächst 1708 etwa 60 Auswanderer aus Landau. Nach amerikanischen Quellen wurden sie westlich vom Hudson angesiedelt; im Gedenken an die Heimat nannten sie ihre Kolonie Neuburg, und sie sollen durch ihre „exagge- rated reports", ihre übertriebenen Berichte, viele Landsleute veranlaßt haben, in der Folgezeit die Fahrt über das Weltmeer zu wagen. Was wollte das alles bedeuten gegen den riesenhaft anschwellenden Massenauszug, der im Frühjahr 1709 die Kurpfalz erfaßte und bis in das Spätjahr anhielt! Nicht nur daß ihre Bevölkerung um diese Zeit unter feindlichen Durchmärschen und Plünderungen schwer zu leiden hatte und sich durch die fürstliche Mißwirtschaft dem Elend preisgegeben sah! Nun brach 1708 noch ein unerhört strenger Winter über die Lande am Rhein herein, der das Volk landauf, landab in die bitterste Not stürzte. „Der Wein gefror In den Fässern, die Vögel stürzten tot aus der Luft herab, fast keine Rebe blieb erhalten; auf Jahre hinaus war der Weinbau, der Haupterwerbszweig der Pfälzer Bauern, zugrunde gerichtet" So schildert Daniel Häberle in seinem Buch „Auswanderung der Pfälzer" das Elend jener Tage, die alle Vorstellungen übersteigende Not breiter Volksschichten, wodurch der in den Massen schlummernde Wille zur Auswanderung einen ungeahnten Auftrieb erhielt und nun in einem verzweifelten Aufflammen letzter Lebenskraft zur Tat wurde. Zwischen 13Q00 und 15000 Pfälzer und Schwaben zogen in gewaltigen Scharen das Rheintal hinab, ließen sich in Rotterdam nach same Ausprache, durch Beratungs- und Erfahrungsaustausch gegenseitiges Verständnis zwischen den Erziehenden zu wecken. Prüfung und Verwirklichung der von den Eltern und Lehrern •der einzelnen Schulen eingehenden Anträge, Vorschläge oder Anregungen in vernünftiger Gemeinschaftsarbeit, Informationen, Schlichtung bei Meinungsverschiedenheiten. Nach außen wird die Eltern-Lehrer-Ar- beitsgemeinschaft wirksam: Insbesondere durch unmittelbare Verhandlung mit den zuständigen Regierung*-, und Verwaltungsstellen, der Kirche, der Besatzungsmacht, Lehrerorganisationen, sonstigen Institutionen und Organisationen, sowie durch Veröffentlichungen in der Presse. Da mit Rücksicht auf die Zahl der Mitarbeiter die Eltern-Lehrer-Arbeitsgemeinschaft nicht immer in ihrer Gesamtheit tätig sein kann, sollen für bestimmte Arbeitsgebiete nach Bedarf Arbeitsausschüsse gebildet werden, in denen Fachleute aus dem Kreise der Lehrer und Eltern tätig sind. Die Eltern-Lehrer-Arbeitsgemeinschaft soll in ihrer Gesamtheit einmal im Vierteljahr zu einer Arbeitstagung zaaammentreten. Landflucht einmal aahera gtftbea Wenn bisher über Landflucht geschrieben wurde, dachte man dabei wohl zumeist nur an fremde Arbeitskräfte, die aus irgend einem Grunde irgendwann zur Landwirtschaft gekommen waren und nun wieder abwandern. Wir vermissen die Sorge um uns, die wir gezwungen sind, „landflüchtig" zu werden, obwohl wir in die Landwirtschaft hineingeboren sind. Unter dem „Wir" sind alle die zusammengefaßt, die aus bäuerlichen'Familien stammen, bäuerlich leben und denken wollen, aber aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen gezwungen sind, eiue Existenzmöglichkeit anderswo zu suchen. Dieser Teil dürfte-eihen nicht geringen Prozentsatz-der Landflüchtigen ausmachen, und es scheint uns wichtig, daß hier Maßnahmen zur Abhilfe ergriffen werden; denn wir wandern die Sonne, der alljährlich ihr Gruß durch die Jahrtausende gegolten. Alle diese Schatten des Augenblicks ändern eben nichts an der zuversichtlichen Hoffnung auf den Sonnensieg, von der auch unser nächster Sommertag wieder künden möge. A. B England übersetzen, dessen Regierung ihnen Obdach zu geben bereit war, und alsbald traf Welle auf Welle dieser unglückseligen Men- schenflut im Bereich von London ein: die meisten arme Teufel, landfremde und landlose Flüchtlinge, deren einzige Hoffnung ein neues menschenwürdiges Dasein in den britischen Kolonien jenseits des großen Wassers war. Wohl bemühten sich menschenfreundlich gesinnte Kreise der englischen Hauptstadt, den armen Auswanderern Schutz und Hilfe angedeihen zu lassen Aber ihrer waren zu viele, und ihre Not war zu groß, als daß sie mit den Mitteln jener Zeit hätte behoben werden können. Kein Wunder, daß Tausende von Unglücklichen in den Lagern vor den Toren der Stadt jämmerlich zugrunde gingen. Schwere Leiden zu Wasser und zu Land Als endlich das Jahr 1710 heraufzog, klafften ungeheure Lücken in den Reihen der pfälzischen Auswanderer. Was sollte man mit diesen unwillkommenen Gästen auf die Dauer auf englischem Boden tun? Man wußte sich keinen anderen Rat, als sie möglichst rasch abzuschieben. Annähernd viertausend kamen im Frühjahr 1710 nach Irland, wo sie südlich von Limerick im neugegründeten Leinengewerbe ihr Brot finden sollten. „Sie sind schlecht accomodiret worden", heißt es in einem zeitgenössischen Bericht. „Soviel als man Nachricht hat, haben sie Läuse genug. Hunger können sie auch leyden und alle Woche etliche Fasttage anstellen, weil sie weder zu brocken noch zu beißen haben." Der Rest — es mochten wohl noch an die fünftausend übriggeblieben sein — wurde noch im selben Jahr als lebendige Menschenware nach New York verfrachtet und erreichte endlich das Land der Verheißung. Viele Leidensgefährten aus dem pfälzischen Raum folgten in den nächsten Jahrzehnten diesen Heimatvertriebenen. Ja, so gewaltig war ihre Flut, daß in jener Zeit jeder aus Deutschland eintreffende Auswanderer kurzerhand „Palatine", d. h. „Pfälzer" genannt wurde. Wer von ihnen die Fahrt ins Ungewisse aus dem eigenen Beutel bestreiten konnte, mochte sich glücklich preisen, wenn er nicht von den gewissenlosen Schiffahrtsagenten um Hab und Gut geprellt wurde oder — mit Hunderten'von Leidensgefährten bei mangelhafter Verpflegung in dumpfen Schiffsräumen zusammengepfercht, unterwegs einer Seuche erlag. Viele wurden „ftedemptioners" Aber wehe dem Armen, der ohne Barmittel die Reise über das große Wasser wagte! Er mußte gewärtigen, daß er bei der Landung von einem weißen Sklavenhalter in Empfang genommen wurde, der dem Kapitän des Schiffes die Kosten für die Überfahrt bezahlte. Männer wurdeH von ihren Frauen, Kinder von ihren Eltern gerissen — oft war man der Leibeigenschaft nur entronnen, um einer- anderen zu verfallen. So war man wider willen ein „Redemp- tianer" geworden — als solcher mußte mein auf den Gütern der Großgrundbesitzer solange fronen, bis man sich in harter Arbeit ygn seiner Schuld losgekauft hatte und zugutnfetzt als freier Mann seines Weges gehen konnte. Alle nicht ab, weil uns die Arbeit zu schwer ist oder weil wir keine geregelte Arbeitszeit haben — nein, wir leben ja mit der Erde und sind da, wenn sie uns braucht, und ruhen aus, wenn sie auch ruht. Wir wandern auch nicht ab, weil es uns anderswo besser gefällt oder weil wir besser bezahlt werden — Bauernarbeit kann nie mit Geld bezahlt werden, und wir sind Bauern und Bäuerinnen von Grund aus und möchten es bleiben, aber es ist uns nicht gegönnt! - Wer die große Realteilung verschiedener Gebiete unsrer engeren Heimat kennt, weiß um ihre Folgen: unzählige Zwergwirtschaften mit noch unzähligeren Parzellen, deren Besitzer in die Fabrik gehen und nebenbei schlecht und recht ihre Acker bewirtschaften oder aber sogar Beamte sind, in der Stadt leben und nur noch wissen, daß sie alljährlich ihren Pachtzins und den Ertrag ihrer Obstbäume abholen müssen! Sonst bindet sie nichts an den Boden. Wenn dann aber hier von Feldbereinigung gesprochen wird, sind es nicht die „Bauern", die dagegen sind, sondern jene, dir meinen, ihr „Erbteil" verteidigen zu müssen. Somit wird eine Feldbereinigung unmöglich — eine Technisierung des Betriebes damit aussichtslos und dieser selbst für die Zukunft unrentabel. Also bleibt auch uns jungen Menschen nur der Weg der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern: eine Verdienstmöglichkeit anderswo zu suchen, oder aber unter Verzicht auf unseren „Anteil" die Abwanderung in die Industrie, damit wenigstens eines der Geschwister eine notdürftige Ackernahrung hat, die ihn recht und schlecht durchbringt. Kann man der Eltern Wunsch verargen, daß ihre Kinder es einmal leichter haben sollen als sie selbst, und kann man es ihnen übelnehmen, wenn sie schon in frühester Jugend entsprechend auf sie einwirken? Man mag uns jetzt entgegenhalten, es gäbe in der Fremde lür uns Möglichkeiten, in der Landwirtschaft zu bleiben — seid ihr selbst in der Fremde gewe- * sen und wißt, was „Heimweh" heißt? — wißt ihr, was es heißt in abhängiger Stellung zu arbeiten? Kann man von uns verlangen, die Heimat einfach aufsugeben, in die wir hinein* geboren sind? diese Menschen sahen sich im harten Kampf um das Dasein auf ihre eigene Kraft gestellt; in jener Zeit der dreihundert deutschen Vaterländer gab es keinen staatlichen Auswandererschutz irgendwelcher Art; wer die Heimat verlassen hatte, war endgültig abgeschrieben und für sie verloren. Durch Kampf zum Sieg Es ist begreiflich, daß mancher Pfälzer in den neuen Siedlungen am Hudson, an Schoharie und am Mohawkfluß den tausendfachen Mühseligkeiten und Entbehrungen, die er zu tragen hatte, nicht gewachsen war und elend zugrunde ging. Wer sich aber den Prüfungen gewachsen zeigte, konnte sich schließlich doch eine Lebensgrundlage schaffen und sich in die Höhe arbeiten. Freudig stellten die eingewanderten Pfälzer ihre Kräfte in den Dienst ihrer neuen Heimat, die ihnen gewaltige Entfaltungsmöglichkeiten bot; sie wurzelten sich ein, leisteten in Handwerk und Landwirtschaft eine vorbildliche Kulturarbeit und wurden gute Bürger ihres neuen Vaterlandes. Als dieses sie zu seinem Entscheidungskampf um seine Unabhängigkeit aufrief, eilten sie begeistert zu den Fahnen. Wie auf der Ackerscholle, wie am Amboß und am Webstuhl stellten sie auch im Donner der Schlachten ihren Mann — die Soldaten genau so wie der in der Schlacht von Oriskany gefallene General Nikolaus Herckeimer, von dem ein Dichter sagt: Dem neuen Vaterlande zahlt so der Freiheit Lohn mit seinem Blut und Leben der Pfälzer Bauernsohn. Des Peonsylvaniadeutsch — e’ kräftig! an’ süftigi Spracht In der freien Luft Amerikas konnten unsere Pfälzer sich auch auf kulturellem Gebiet nach Belieben bewegen — niemand machte ihnen im Gebrauch ihrer Muttersprache irgendwelche Schwierigkeiten. Lange Zeit erhielt ihr Nachwuchs seine Schulbildung (das nannten sie entsprechend dem gleichlautenden englischen * „schooling“ natürlicherweise „Schuling") in „rechte deitsche Schule". Das hielt sie aber nicht davon ab, das Englische sich anzueignen, „weil viel hen's lerne weile", und unter dem Einfluß der Staatssprache entstand das höchst eigenartige Pennsylvaniadeutsch, dessen englische Lehnwörter die lebenskräftige Pfälzer Mundart in zahllosen Fällen ihrem Schnabel mundgerecht zu machen wußte. „So hi' un do en Wertli g'lernt, un in n Briefli g schriwe un' üapper zu de' Mädlin g'schickt un' grad n Antwort wieder griegt — ’s is nie lang ausgefcliwe: Un’ wann m'r a' ben Deitsch geschwätzt, war Englisch zwische' nei’ gepetzt!" So läßt sich ungefähr der Werdegang dieser Sprache kurz kennzeichnen. Fürwahr, aus dieser Mundart tönt deutlich und vernehmlich die lebendige Stimme der Pfälzer Urheimat — und nun bin ich wieder bei den „Lewendiche Stimme" des amerikanischen „Parre" Astor C. Wuchter. Wer diese prächtigen, mit gesundem Mutterwitz gewürzten Gedichte und Erzählungen liest, dem wird es klar, daß der Pfälzer sich auch ln seiner Heimat jenseits des großen Teiches seinen Frohsinn und seine lebensbejahende Haltung bewahrt hat Diese guten Pfälzer Tugenden sind ihm sicher auch unter den schwierigsten Verhältnissen zuverlässige und brauchbare Helfer gewesen — und wenn in seiner Mundart manches alte Wort sich verlor und sie — bisweilen in höchst humorvoller Weise — ein bißchen mit englischen Wörtern „uffgemixt” wurde: darum hat der „Parre" Astor C. Wuchter doch recht, wenn er sagt: „Sie is e’ kräftige un* säftige Sproch un' gutes Pälzer Daitsch!" Uns scheint, es müßte noch andere Mittel und Wege geben, dieser Not zu steuern! Der Kern der Sache dürfte freilich da zu suchen sein, wo die gesamte Landwirtschaft krankt: an ihrer Unterbewertung überhaupt! Wir meinen, ein Berufsstand, der 18 Prozent der Bevölkerung umfaßt und vor die Aufgabe gestellt wird, für alle 100 Prozent Nahrungsgüter zu erzeugen, müßte von Staatswegen viel mehr berücksichtigt und gefördert werden. Es dürfte auch dem demokratischen Staat nicht möglich sein, eine Verordnung zum Schutz der Landwirtschaft zu schaffen, wenn es um die Lebensfrage eines ganzen Volkes geht Was nützt uns z. B. eine Zusammenlegung der Felder, wenn durch eine Erbschaftsteilung der aha Zustand wieder her- gestellt werden kann? In solchen Fällen auf eine verständige Haltung der Beteiligten zu rechnen, scheint uns überfordert; bis eine „Umerziehung" in dieser Hinsicht Erfolg hätte, sind wir alle längst nicht mehr am Leben! Dem Bauern wurde doch in den letzten Jahren stets vorgeschrieben, was er anzubauen und abzuliefern hatte — von den angewandten Maßnahmen nicht zu reden! Wäre es eine unbillige Forderung, wenn nun der Baum vom Verbraucher verlangen würde, daß er seine Acker ganz zur Verfügung stellen würde? Dann könnte der Bauer „Bauer" sein und auf die Arbeitsplätze in der Industrie verzichten. Dann wäre eine gute Ausbildung für ihn eine Selbstverständlichkeit,- er könnte durch geringeren Arbeitsaufwand, durch Technisierung usw. seine Produktionskosten niedriger halten — ein Rad greift ins andre, und wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg! Oder sollten unsre Väter Recht behalten, wenn sie uns sagten, es würde keine Krähe der andern ein Auge aushacken? — Unsre Zeilen wollen keineswegs den Anspruch auf. Vollständigkeit und Folgerichtigkeit erheben — sie sind so geschrieben, wie wir Bauernkinder denken und wie wir unsre Zukunft sehan. Eine grundlegende Änderung zu schaffen, liegt nicht im Bereich unsrer Möglichkeiten; diese auszuarbeiten und an entsprechenden Stellen zu vertreten, überlassen wir berufenen Kräften. (Mitge t eik von der Deutschen 1 «mtfupend) Uroenöiche Stimme aus Penneylociny Ein Beitrag tum Kapitel „Kurpfälzer in Öen U.S.A." oon Prof. E. Maenner, Weinhelm , Erfolgreiches Sdittlerkonzert Untergrombach und seine Geschichte Zweite öffentliche Veranstaltn ng der Bruchsaler Musikschule , Vortragsabend des Heimatbun des Kraichgau und Bruhrain Die Musikschule Bruchsal, staatlich anerkannte Musiklehranstalt, ist infolge ihrer regsamen Tätigkeit und ihrer ersprießlichen Arbeit im Dienste der Jugenderziehung nicht mehr aus dem Kulturleben unserer Stadt wegzudenken. In den Konzerten, von denen das erste am Sonntag im Friedrichshof stattfand, will sie Rechenschaft ablegen über die im Wintersemester gezeitigten Erfolge. Die Vielseitigkeit der hierfür aufgestellten Programme und deren künstlerischer Wert versprechen viel Erfreuliches. Das zur Besprechung stehende Konzert, zu dem sich neben den Eltern der Schüler viele Musikfreunde einfanden, vermittelte eine Fülle bester Eindrücke. Die achtbaren Leistungen der Studierenden stellen der musikpädagogischen Arbeit der Lehrer das schönste Zeugnis aus. Die jungen Klavierspieler und Klavierspielerinnen (Klasse Fritz B a r th) entledigten sich ihrer Aufgabe mit großem Geschick. Besonders lobend seien erwähnt: Hans Seyband, Eleonore Clor, Ellorg Barth, Rita Rübenacker, die ihre Stücke mit Anmut und technisch einwandfrei zu Gehör brachten. Die beste pianis tische Leistung bot Clemens Schüh- rer, der schon bei früheren Veranstaltungen UeberdurchschinittHches zeigte. Wie er das Andante mit Variationen, op. 142 Nr. 3 von Schubert meisterte, verdient höchste Anerkennung. Auch die Vdolinklasse E. Grünebergs stellte erneut ihr Können unter Beweis. Die Schüler Kordua, Ihle, Konle, Blumhofer, Keilbach und Langer spielten Kompositionen von Campagnoli Blumenthal, Gluck, Haydn, Beethoven und Schubert in tonlicher Reinheit und mit gutem Einfühlungsvermögen. Ein Duett für zwei Waldhörner von Schollar gab zwei Jungschülern der Stadt- und Feuerwehrkapelle (Leitung E. Grüneberg) Gelegenheit, ihr gediegenes Können zu zeigen. — Die leichtere Muse vertraten die Akkordeon- und Handharmonikaspieler (Klasse J. Platz-Batik), die in Marsch, Ländler und anderen Vortragsstücken eine gute Schule verrieten. Der Beifall für die Darbietungen der Schüler war herzlich und wohlverdient. Das nächste Konzert, das ausschließlich klassische und romantische Klaviermusik bringt und von Kapellmeister Fritz Barth mit seinen Schülern bestritten wird, findet am 23. April, statt. 15 Uhr, im Hotel Friedrichshof A. M. Der Messias. Das Realgymnasium Bruchsal und die Badische Staatskapelle Karlsruhe führen am Ostermontag, wie schon mehrmals berichtet, Händels Oratorium „Der Messias“ in der St. Peterskirche auf. Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Studienassessor Ummenhofer, der keine Mühe und keine Arbeit scheut, um wiederum eine einzigartige Leistung zustandezubringen. Die Aufführung des Messias verspricht ein Ereignis in Bruchsal zu werden, dafür bürgen u. a. die Solisten wie Lore Paul oder Franz Fehringer, dafür bürgen’ auch der gute Ruf der Staatskapelle und der Ummenhoferschen Chores. Der Kartenvorverkauf hat sich sehr gut angelassen, die Bruchsaler haben erkannt, daß etwas Großes hinter dem Messias steckt. Nur noch wenige Karten stehen zur Verfügung, so daß Eile geboten ist; sie sind erhältlich im Musikhaus Müller sowie den Buchhandlungen Ott und Baier. Einen einführenden Vortrag in die Geschichte von Untergrombach hielt am Samstag Herr A. Speck im traditionellen Heimatbundlokal „Jägerstüble“. Interessant war zunächst zu hören, daß nach alten Urkunden und Landbeschreibungen Untergrombach wie auch Bruchsal nicht im Kraichgau, sondern im Bruhrain liege, da man unter Kraichgau damals die Landschaft nördlich und östlich des Saalbachs verstand. So gibt z. B. Sebastian Münster in seiner „Cosmographia“ von 1550 folgende Beschreibung des Kraichgau: „Der Kraichgau so auch zu guten Theil an die Pfalz gehört, ist nicht minder fruchtbar dann die Gelegenheit um Heidelberg an Wein, Früchten und geschlachten Bäumen, und wird also genannt von einem Wasser, das die Kreich heißt und dadurch fließt... Die Hauptstadt auf dem Kraichgow ist Sintzen.“ (!) — Unter- wie auch Obergrombach erhielten ihre Namen nach dem Bach, an dem beide Orte liegen und ist wohl als „Grünbach“ zu erklären (Ortsadel: „von Grünbach“). Die ältesten Spuren einer Besiedlung der Gemar- f Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen Behördendienst an Ostern. Die Behörden der Landesbezirksverwaltung Baden sind ab Gründonnerstag, mittags 12 Uhr, bis einschließlich Ostermontag geschlossen. Zur Behandlung edlbedürftiger Fälle wird, soweit notwendig, am Karsamstagvormittag ein Bereitschaftsdienst eingerichtet. Hausmeister Adam Münch im Ruhestand. Der Hausmeister der Freiherr-vom-Stein- Schule, der 74 Jahre alte Adam Münch, wurde auf Ende März in den wohlverdienten Ruhestand versetzt Beinahe ein halbes Jahrhundert diente Münch den Bruchsaler Schulen: Von 1905 bis 1926 ln der Pestalozzischule und von 1926 bis heute in der Freiherr-vom- Stein-Schule. Unermüdlich war er tätig, oft vom frühen Morgen bis zum späten Abend und keine Arbeit war Münch zuviel, kurz und gut, auf ihn konnte man sich verlassen. In einer kleinen Feier nahm das Lehrerkollegium der Freiherr-vom-Stein-Schule am Samstag von ihrem Hausmeister Abschied. Oberstudiendirektor Dr. Heuschmid dankte Hausmeister Münch herzlich für die in fünf Jahrzehnten geleistete treue Arbeit. Auch Bürgermeister Prof. Bläsi ließ es sich nicht Besoldung auf Grund der Leistung Jahresversammlung der Gewerkschaft „Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr Die Gewerkschaft „Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr“ hielt am 31. März ihre Jahreshauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Lulay, begrüßte besonders den Referenten, Balluf-Stuttgart, und berichtete über die Entwicklung der Gewerkschaft von 1943 bis heute. Die Zahl der Mitglieder sei von 187 auf 337 gestiegen, was als Anerkennung der geleisteten Arbeit zu buchen sei. U. a. seien 15 Klagen für die Mitglieder der Gewerkschaft beim Arbeitsgericht ausgefochten worden. Der Kassier, Schweikert, erstattete Berich über die Einnahmen und Ausgaben. Ab 1. April ds. Jhrs. werde die Kasse der Gewerkschaftsgruppe in selbständiger Weise geführt. Erinnert wurce an die Notwendigkeit der regelmäßigen Beitragszahlung. Der Vorstandschaft sprach die Versammlung Dank und Anerkennung aus. Die Neuwahlen brachten nur geringe Aende- rungan. Die Vorstandschaft setzt sich nun so zusammen: 1. Vorsitzender Lulay, Stellvertreter Kunz, Kassier Schweikert, Schriftführer Hoffmann. Ihnen stehen 8 Beisitzer zur Seite. Im Mittelpunkt der Versammlung starS die Ansprache des Kollegen Balluf-Stuttgart über arbeits- und gehaltsrechtliche Fragen, über die Stellung der Gewerkschaftsgruppe innerhalb des Deutschen Gewerkschaftsbundes usw. U. a. erklärte der Redner, daß das Beamtengesetz erhebliche Lücken aufweise, noch immer die Brüningsche Notverordnung aus dem Jahre 1932 über die 6 prozentige Gehaltskürzung, obwohl die Lebensunkosten heute bedeutend höher seien als damals. Die bisherigen Tarif- . vertrage für Angestellte seien gekündigt worden, die neuen Verhandlungen würden bereits in den nächsten Tagen beginnen. Besonders berücksichtigt werden müsse das Prinzip der Leistung, nicht der Stellenplan dürfe für die Einstufung maßgebend sein. Die Gruppen 10 und 9 der TOA müßten wegfallen, ln den anderen Gruppen seien Zulagen von 20 bis zu 40 DM erforderlich. Auch Balluf wandte sich gegen die Zersplitterung in alle möglichen Bünde und Gruppen. Durch Uneinigkeit sei noch niemals etwas Gutes erzielt worden. Gerade heute, wo wir ein armes Volk seien, sei ein Zusammenhalt mehr denn je notwendig. nehmen, an der Abschiedsfeier teilzunehmen und Münch die verdiente Anerkennung zu zollen Volkshochschule Bruchsal. Am Dienstag, 4. April, 20 Uhr, spricht in der Scheffelhöhe Tao Chün, ein buddhistischer Mönch deutscher Abstammung, über das alte und das neue China. Der heute 68jährige Redner genoß in China den Ruf eines bedeutenden Gelehrten. Nach Aufnahme in das buddhistische Kloster Tsihiaschan bei Nanking kehrte Tao Chün nach Deutschland zurück, um für das Verständnis der fernöstlichen Welt zu wirken. Sein Vortrag in Bruchsal dürfte deshalb einem lebhaften Interesse begegnen. Filmschau. Die Europalichtspiele zeigen heute den Aufklärungsfilm „Schleichendes Gift“ in drei Vorstellungen, um 17, 19 und 21 Uhr; Am Dienstag und Mittwoch findet jeweils um 22 Uhr eine Nachtvorstellung statt. — Im normalen Programm läuft von D'enstag bis Donnerstag ein neuer deutscher Hochge- birgsfilm nach der Novelle „Bergkristall“ von Adalbert Stifter, ein Werk, das bestens zu empfehlen ist. Fundsachen. In der Zeit vom 16. bis 31. März wurden beim Einwohnermeldeamt städt. Fundbüro — folgende Gegenstände als gefunden abgegeben: 2 Aktentaschen, 3 Geldbeutel mit Inhalt, Schlüssel, 1 Schirmmütze, 1 Herrenfahrrad, 1 Ehering, 1 Pfahieisen, 1 Damenlederhandschuh, 1 Damenstrickjäck- chen, 1 Regenschutzhaube und verschiedene Werkzeuge Zugelaufen ist ein Hund. Bürgermeisterversammlung. Am Dienstag, 4. April, vormittags 8 Uhr, findet im Gasthaus zum Prinz Max in Bruchsal eine Bürgermeister-, Ratschreiber- und Gemeinderechnerversammlung statt. Unbedingtes Erscheinen ist erforderlich. Im Verhinderungsfälle des Bürgermeisters soll der Bürgermeisterstellvertreter an der Versammlung teilnehmen. Während die Ratschreiber und Gemeinderechner noch am Vormittag an ihre Dienstorte, zurückkehren können, müssen die Bürgermeister damit rechnen, daß Unter Umständen die Tagung auch nach dem Mittagessen fortgesetzt wird. Herausgeber: C. und H. Kruse, Bruchsal, Wörthstr. 4, Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion; Hans Stauder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen; Annoncen-Exped. Krais, Karlsruhe, WaldstraBe 30. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 gültig. kung Untergrombach sind bekanntlich die jungsteinzeitlichen Funde auf dem Michaelsberg, nach denen eine ganze Kulturperiode als „Michelsberger Kultur“ benannt wurde. An die Zeit der Römer erinnern Gewannnamen wie Römerich, Heidenäcker und Lärmenfeuer, während die Anwesenheit der Franken nur für Obgrgrombach durch ein Gräberfeld im Gewann Danzberg bezeugt ist. Die ältesten Nennungen von „Grumbach“, wobei nicht zu erkennen ist, um welches Grom- bach es sich handelt, datieren von 789 und 791. Erst 1275 wird zwischen Ober- und Untergrombach (auch „Niedere Grombach“, „Ny- derngrumbach“) unterschieden. Das älteste Schützt den Wald vor Feuersgefahr! Der Wald ist wertvolles Volksgut. Ihn vor Zerstörung zu schützen, ist daher Pflicht aller. Zum Waldschutz gehören vor allem die Verhütung und die Bekämpfung von Waldbränden. Nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen ist verboten: 1. Im Walde oder am Waldrande oder auf Moor- oder Heideflächen oder in gefährlicher Nähe solcher Gebiete zu rauchen, Feuer anzumachen oder unverwahrtes Feuer oder Licht mit sich zu führen. 2. Im Walde ohne besondere schriftliche Erlaubnis des Forstamtes abzukochen oder Zelte oder sonstige Lagerstätten zu errichten. 3. Ohne diese Erlaubnis in solchen Gebieten liegende Pflanzen oder Pflanzenreste flächenmäßig abzusengen. Alljährlich werden große Werte durch Waldbrände vernichtet, die in den weitaus meisten Fällen durch sträflichen Leichtsinn, Unkenntnis oder Nichtbeachtung der gesetzlichen Bestimmungen verursacht werden. Es ist daher jedermanns Pflicht, vor allem auch durch Belehrung und nötigenfalls durch Strafanzeige dazu beizutragen, daß unser Wald, unser wertvolles Volksgut, vor Zerstörung geschützt wird. Wer den Bestimmungen zuwiderhandelt, hat strenge Bestrafung zu gewärtigen. Untergrombach war nicht wie heute ein typisches Straßendorf, sondern gruppierte sich um die alte, Mitte des vorigen Jahrhunderts abgerissene Kirche herum (Platz des heutigen Lehrerhauses). — Bis zum 30jährigen Krieg wechselte Untergrombach vielfach seine Besitzer, gehörte aber größtenteils zum Bistum Speyer, bis es 1803 im Zuge der Säkularisation an Baden kam. Am bekanntesten wurde der Ort durch die interessante Gestalt des Jooß Fritz, durch dessen Initiative 1502 der Bauernkrieg entfacht wurde. Das alte Untergrombach war von Mauern umgeben und besaß drei Tore, die noch im Jahre 1775 als bestehend erwähnt werden. Die Lage dieser Tore gab der Redner wie folgt an: 1. Tor beim jetzigen Gasthaus zum Engel. Durch dieses Tor führte der Weg nach Büchenau und Bruchsal. 2. Tor gegen Weingarten, etwas jenseits des Baches. Das obere Stockwerk dieses Tores diente dem Gemeindehirten als Wohnung. 3. Tor bei der Einmündung der Schulstraße (frühere Wampengasse) in die Obergrombacherstraße. Ueber die Verhältnisse und Geschehnisse in Untergrombach zur Zeit des 30jährigen Krieges sind leider nur wenige Aufzeichnungen vorhanden. Das wenige ist aber bezeichnend: Am 18. Dezember 1631 übernachteten „30 Fahnen“ in Untergrombach. Frauen flohen in den oberen Wald und haben dort 4 Tage und Nächte zugebracht (Taufbuch). 1635 hatte Untergrombach noch 157 Einwohner, nachdem die Schweden drei Jahre im Land gehaust hatten. 1636 starben hiervon 17 Personen und 1637 von 140 Einwohnern 35 (zum Teil auf der Flucht). „Der Mut des. modernen Christen” Eine ernste und vordringliche In einem Vortrag des Katholischen Männerwerkes sprach am Donnerstag im Jugendheim St. Peter Studienrat Dr. Boer über ein Thema, dem man, ob seiner weittragenden Bedeutung, einen etwas „erweiterten“ Zuhörerkreis gewünscht hätte. Den Inhalt des Themas bildete der Mangel an Mut, der dem Christen der heutigen Zeit das Signum des eigentlichen Versagers im öffentlichen Leben aufdrücke. Eine gewisse stetige Unentschlossenheit, die Angst vor den Behörden, die Scheu, ein Ehrenamt anzunehmen, oder eine gerade, offene Haltung gegenüber aufbauchenden Problemen einzunehmen, sind nur einige Beispiele vielfachen Versagens im täglichen Leben. Dr. Boer ging es deshalb in erster Linie darum, die Wurzeln dieses bis in den letzten und selbst besten Teil unseres Volkes greifenden Uebete aufzuzeigen. In politischer Hinsicht, meinte der Redner, »eien wir zwar „entnazifiziert“, jedoch stelle die innere „Entnazifizierung“ noch ein großes Fragezeichen dar. Manchen maßgeblichen Männern fehle es oftmals am inneren, ehrlichen Mut, bei wichtigen Entscheidungen eine klare, eindeutige Haltung einzunehmen. Die Gründe für die Mutlosigkeit, wie sie heute den Menschen beherrscht, seien in der traditionellen Autoritätserziehung zu suchen, die sich seit dem Absolutismus und besonders nach 1870 bis zum sklavischen Gehorsam entwickelte Forderung unserer Zeit Die historische Wurzel dagegen liege in dem äußerst fruchtbaren Boden des Massenmenschentums des 19. Jahrhund. Unzählige Menschen standen plötzlich vor dem Nichts, hatten weder eigenes Heim noch eigenen Boden. Aus diesem Losgelöstsein und dieser Unverbundenheit mit Grund und Boden erwuchs der Kulturpessimismus, der ein gefährliches Gift für die» öffentliche Verantwortung darstellte und der einen treuen Bundesgenossen im politischen Pessimismus, des Bolschewismus fand. Zum großen Teil sei die Ursache der Mutlosigkeit unseres Volkes psychologischer Art. Hier sei die .Kardinaltugend“ die Angst, eine diabolische Macht, die aus dem erbärmlichen Dunkel unserer Seele steige. Diese Angst finde Ihren Höhepunkt in der Feigheit, ein Factum, das bei Kriegsende weit stärker in Erscheinung trat als zuvor. Viele Menschen scheinen diese Zeit der Feigheit vor dem andern und vor dem eigenen Ich heute noch nicht überwunden zu haben. Dieses an der Seele jedes Individiums nagenden Uebels, könne man nur mit charakterlichem Mut, absoluter Liebe zur Wahrheit und dem Bewußtsein der Selbstverantwortung, ohne den Beifall der Menge begegnen. Auf dem Gebiet des Religiösen wurzle dieses Uebel im Mangel an Mut zum Wagnis, zum bekennerhaften Einsatz und im mangelnden Mut an männlich-mannhafter Frömmigkeit Der Einsatz mit Leib und Leben der Märtyrer war es, der den Jungbrunnen der Frühkirche immer wieder erneuerte. Die moderne Zeit vermöge nicht mehr, den Schwierigkeiten und Problemen des Lebens mit der erforderlichen aufrechten Haltung zu begegnen. Ein Gutteil Schuld treffe die höheren Schulen und die Universitäten, die durch eine übertriebene Spezialisierung den jungen Menschen in ein Netz seelischer und geistiger Verstrickung zögen. Es erhebe sich die große Frage, was gegen die Mutlosigkeit, gegen die Unentschlossenheit zu tun sei. Einsetzen müsse zuallererst die Selbsterziehung, es komme darauf an, allen Gefahren und Uebeln mit Starkmut zu begegnen. Voraussetzung dafür seien innere Freiheit, Besonnenheit, Geduld und Tapferkeit gegenüber allem Bösen. Was wir in der gegenwärtigen Situation tim könnten, sei, die Kluft zwischen Akademiker und Arbeiter zu beseitigen, Vorteile und Nutzen der demokratischen Staatsform zu erkennen, der Jugend einen realen Weg für-ihre Hoffnungen auf die Zukunft zu bereiten, die sittliche Verantwortung in Staat und Familie zu heben und damit die Teilnahme an den gemeinsamöl Fragen des öffentlichen Lebens zu wecken und zu fördern. Dies alles jedoch, so sagte Dr. Boer am Ende seines Vortrages, erfordere den Mut zu persönlichem Opfer und Verzicht. Der Leiter des Männerwerks dankte dem Redner herzlich für die vorzügliche Behandlung des so wichtigen Themas und schloß nach einer kurzen Diskussion mit der herzlichen Bitte, um eine zahlreichere Teilnahme an Vorträgen dieser Art. Der Vortrag fand allgemeinen Beifall; eine lebhafte Aussprache schloß sich an, wobei u. a. neue Funde vom Michaelsberg vorgelegt wurden (Tierknochen und Feuersteinwerkzeuge). Ais nächste Veranstaltung des Bundes ist ein Vorvrag von Prof. Oberdörfer von den Landessammlungen für Naturkunde Karlsruhe über „Naturschutzgebiete in Baden“ vorgesehen. Der genaue Zeitpunkt wird zu gegebenem Zeitpunkt bekanntgegebeij. G. L. M. Hambrücken Das Storchenpaar hat in der letzten Woehe auf dem Schornstein des Gasthauses „zum Prinz Karl“ seinen alten Stammplatz bezogen. „Vater Storch“ ist bereits am Donnerstag in sein Hambrücker Sommerquartier zurückgekehrt, während „Frau Störchin“ erst am Samstag morgen eingetroffen ist. In der letzten Woche wurde Lehrer Doll von der Volksschule nach Bruchsai versetzt. Am Freitag morgen fand eine schlichte Entlassungsfeier des dritten Jahrgangs cer Berufsschule statt. Schulleiter Marbach brachte in einem Lichtbildervortrag den Film: „Lobet den Herrn, ihr Berge und Täler“. Heute beginnen an der Volksschule die Osterferien. Erster Schultag ist wieder Dienstag, 18. April. Eheaufgebote: Ziegeleiarbeiter Albeft Stengel, Stettfeld, Zeutemerstr. 52, und Rita Veronika Kraus, Obere Brühlstr. 11; Behördeft- angestellter Benedikt Notheisen, Hauptstr., und Johanna Berta Heil von Philippsburg; Landwirt Heinrich Köhler, Kriegsstr. 4, und die Witwe Angela Böser geb. Firnkes von Forst, Schwanenstraße 39. k. OEkSpOftb DER HEIMAT Mühlburgs überlegener Sieg Fußball-Freundschaftcspiel FT WeMotal — Waldhof Mannheim Res. Sit Mil etwas mehr Glück hätten die Mühlburger noch mehr Tore erzielen können, aber einmal zeigte Niemann — wenigstens nach der Pause — eine sehr gute Torhüterleistung, zum andern vergaben die Mühlburger Stürmer eine ganze Serie guter Torgelegenheiten durch zu langes Zögern bzw. in der Uetoer- hast. Mühlburgs Elf zeigte sich kombinations- mäfiig in guter Verfassung, vor allem in der letzten halben Stunde legte die Mannschaft ein genaues Spiel hin, wobei sich neben den unermüdlichen Seitenläufem, E. Fischer und Dannenmaier, im Sturm der glänzend aufgelegte Rastetter, sowie Kunkel und der schon 40jährige Rink, besonders auszeichneten. Sehr gut waren beide Verteidiger, die im Verein mit dem sicheren Stopper Gaertner ihrem Schlußmann Scheib fast alle Arbeit abnah- men. Das Spiel der einheimischen Hintermannschaft war durch das schlechte Verständnis der Regensburger Fünferreihe, in der nur Koller und zeitweise Hubeny mit Einzelleistungen glänzten, wesentlich begünstigt. Die Gästeläuferreihe mußte sich fast ausschließlich der Abwehr widmen, erlag aber auf die Dauer ebenso wie die Verteidiger Eisenschenk und Primbs dem Druck der Gastgeber. Niemann ist an zwei Toren nicht ganz schuldlos. Mühlburg hatte vor dem Wechsel den starken Wind im Rücken und schnürte die Gäste fast vollständig ein. Trotz gut«: Chancen glückte jedoch eist in der 13. Min. Gaertner der Führungstreffer. Bei diesem Stande blieb es bis zur 32. Minute. Dann erhöhte Rink mit einem überraschend«i, jedoch nicht unhaltbaren Schuß auf 2 : 0 und 2 Minuten vor dem Wechsel stellte Munkel nach einer schwachen Abwehr das 3 : 0 her. Nach der Pause hatte der Wind nachgelassen, so daß zunächst das Geschehen ausgeglichener wurde. In der 46. Minute verringerte Schmidt auf 3 *: I. Von Minute zu Minute wurde Mühlburg besser und spielte nunmehr mit genauen Flachkombinationen die Gästeabwehr aus, so daß Roth in der 77. und Bechtel in der 84. Min. nach vorheriger Täuschung sicher einschießen konnten. Etwas überraschend glückte dann den Regensburgern in der 86. Minute der zweite Gegentreffer. Vor 9000 Zuschauern leitete Schiri Siebert-Kassel einwandfrei. * Bad. Landesliga: VfL Neckarau — Germ. Brötzingen 7 :0 TSG Rohrbach — FV Hockenheim 6 :1 1. FC Eutingen — ASV Feudenheim 2 :1 VfR Pforzheim — Amicitia Viernheim 0 :1 FV Mosbach — Germ. Friedrichsfeld 3:2 VfL Neckarau 23 75:24 38:8 1. FC Pforzheim 22 50:15 33:11 ASV Durlach 21 50:20 30:12 Phönix Karlsruhe 23 47:24 30:16 ASV Feudenheim 24 48:37 27:21 TSG Rohrbach 22 51:40 26:18 Amicitia Viernheim 23 33:42 22:24 Friedrichsfeld 22 44754 20:24 FV 06 Hockenheim 21 29:49 18:24 Germ. Brötzingen 22 33:48 18:26 1. FC Eutingen 21 30:60 10:32 FV Mosbach 22 30:61 9:33 VfR Pforzheim 22 24:70 7:37 VfL Neckarau am Ziel! Landesliga: Mit einem 7 : O-Sieg sicherte eich Neckarau die zur Meisterschaft erforderlichen Punkte und steht somit als erster badischer Verein für die Aufstiegsspiele zur Oberliga fest. Die übrigen Spiele hatten für die Endplatzierung keine Bedeutung mehr. VfL Neckarau — Germania Brötzingen 7 : 0 Mit einer prachtvollen Mannschaftsleistung Sicherte sich Neckarau dieses Spiel gegenüber Brötzingen die zur Meisterschaft «forderlichen Punkte. In der ersten Spielhälfte sah es allerdings nicht nach einem so klaren Endsieg aus, denn torlos wurden die Seiten gewechselt. Als jedoch kurz nach Wiederanspiel die Gastgeber zum ersten Tor kamen, fielen die Gäste völlig auseinander. In regelmäßigen Abständen erzielten schließlich K. Grummdnger (4), Preschle (2) -und Barlogh die sieben Tore. VfR Pforzheim — Amicitia Viernheim • : 1 Die Gäste aus Viernheim konnten in diesem Treffen etwas überraschend ihren VorVfB Mühlburg — Jahn Regeasbarg 8 ; * spielsieg wiederholen. Nach den zunächst von den Pforzheimer Rasenspielem gezeigten Leistungen hatte man der Elf eine reelle Chance gegeben, doch verstand es der Sturm nicht, die sich bietenden zahlreichen Torgelegenheiten zu verwerten. Glücklicher waren die Gäste, die noch vor der Pause durch Baureith zum siegbringenden Treffer kamen. FC Eutingen — ASV Feudenheim 2 ; 1 Eutingen konnte in diesem Spiel erstmals wieder mit Erich Mann im Tor antreten und verdankte nicht zuletzt ihm den knappen Sieg. Vor der Pause brachte Fix die Gastgeber in Front, so daß Gutjahr kurz nach Halbzeit auf 2 : 0 erhöhen konnte. Als in der 62. Minute Herre auf 2 : 1 verkürzte, war wieder alles offen, zumal nunmehr die Feu- denhedmer stark drängten. Doch Eutingen verteidigte den schwachen Vorsprung glücklich. FV Mosbach — Germania Friedrichsfeld 3 i 2 Eine kleine Sensation gab es in Mosbach, wo die favorisierten Friedrichsfelder eine knappe Niederlage einetecken mußten. Wäre allerdings nicht Zilinski in großer Form gewesen, wäre wohl Mosbach kaum zum Sieg gekommen. Er war es auch, der alle drei Tore für seinen Verein schoß, während für die Gäste Haaf und Döth erfolgreich waren. TSG Rohrbach — FV Hockenheim 6 ; 1 Hockenheim konnte nur in der ersten Halbzeit den gut aufgelegten Gastgebern nennenswerten Widerstand entgegensetzen. Durch Tore von Klee und Lösch hieß es bei der Pause 1:1. Im zweiten Abschnitt erzielten die Rohrbacher durch Breunig, Rentsch, Schmitt und Winter (2) fünf weitere Tore. kirrladi übernimmt die Führung Ödenheim knöpft Weingarten einen Pun kt ab. — KFV weiterhin ungeschlagen Bezirksklasse Karlsruhe — Bruchsal FV Weingarten — FV Odenheim FC Kirrlach — Frank. Karlsruhe ASV Hagsfeld — VfB Knielingen PC Kirrlach 22 47:25 32:12 FV Daxlanden 20 47:15 30:10 Frank. Karlsruhe 21 47:27 28:14 Germ. Forst 22 38:41 22:22 FC Neureut 19 33:24 21:17 FV Weingarten 19 32:29 21:17 VfB Knielingen 20 25:30 19:21 FV Odenheim 20 25:34 18:22 Aletn. Eggenstein 20 28:39 16:24 ASV Hagsfeld 20 26:39 15:25 Südstern Kriihe 20 21:45 11:29 FV Wiesental 21 38:60 9:33 Kirrlach — Frankonia Karlsruhe 2 : 0 Im großen und ganzen gesehen wurde dem Wiesentaler Publikum am gestrigen Sonntag eine Fußballdelikatesse spendiert. Mit der Verpflichtung der Waldhofreserve hatte man einen guten Griff gemacht, denn die Gäste führten einen zweckmäßigen Kombinationsfußball vor, der wirklich begeisterte. Aber auch die Einheimischen warteten mit guten Leistungen auf und konnten ganz besonders in der zweiten Spielhälfte gefallen. Man kann nicht verstehen; daß eine solche Mannschaft bereits zum Abstieg verurteilt ist. — Waldhof konnte durch ein Eigentor des einheimischen Verteidigers in Führung gehen, jedoch sorgte der Waldhoftorhüter ebenfalls durch Eigentor für den Ausgleich. Der Waldhofer Linksaußen konnte die Gäste wiederum in Führung bringen und erst kurz vor Halbzeit gelang es dem Rechtsaußen Renner, den Gleichstand wieder herzustellen. Nach dem Wechsel waren die Einheimischen nicht wieder zu erkennen, denn bereits 4 Minuten nach Wiederbeginn konnte der Linksaußen Oßwald die Einheimischen in Führung bringen. Die Gäste waren durch den Wiesentaler Wirbel etwas nervös geworden und mußten in der 20. Minute wiederum durch Renner ein 4. Tor hinnehmen. Die Gäste hatten nicht mehr viel zu bestellen, denn Wiesental wuchs über sich selbst hinaus und 10 Minuten vor Spielende konnte der Mittelstürmer Braun sogar ein fünftes Mal für seine Mannschaft erfolgreich sein. FV Wiesental 2. — TSV Wiesental 2. 9 :2 Das Vörspiel bestritten die 2. Mannschaften der beiden hiesigen Vereine. Die Platzherren waren den Gästen in jeder Hinsicht überlegen und konnten durch die reifere Spielerfahrung erwartungsgemäß sicher gewinnen. Karlsdorf spielt in Meislerform Philippsburg rettet sieh aus der Abstiegszone — Rheinhausen muß absteigen! KFV 20 81:14 30:1 FV Mühlacker 18 42:24 23:13 VfB Grötzingen 18 39:34 22:14 FV Ettlingen 17 32:26 21:13 SV Königsbach 21 29:36 21:21 SV Birkenfeld 16 32:31 18:14 1. FC Ispringen 17 25:26 18:16 Dillweißenstein 20 39:55 15:25 FC Söllingen 19 32:43 14:24 FC Berghausen 19 21:49 11:27 FC Erringen 18 24:40 10:26 SpVg. Durlach-Aue 17 20:38 8:26 Bei diesem für die Tabellenführung wichtigen Trefföi sah man zwei ausgezeichnete Mannschaften. Die erste Halbzeit stand im Zeichen der Kirrlacher Uetoerlegenheit und die zweite Halbzeit gehörte den Gästen. Mit schnellen, beiderseitigen Angriffen begann das Spiel, wobei nach kurzer Spieldauer Kirrlach eine Ueberlegenheit herausspielen konnte. Zahlreiche Torchancen wurden vergeben, und erst 2 Minuten vor Halbzeitpfiff konnte der einheimische Linksaußen Hoffner das verdiente Führungstor anbringen. Bange Minuten hatten die Kirrlacher nun in der zweiten Hälfte zu überstehen, denn die Gäste aus Karlsruhe zeigten ein technisch hohes und reifes Spiel. Kirrlach verlor in diesen Minuten die Spielübersicht und wurde etwas aus dem Konzept gebracht. Rühmüller-Kirr- lach war der Turm in der Schlacht, er allein verstand es, Im eigenen Strafraum immer wieder anzugreifen. In den Schlußminuten gaben sich die Frankonen geschlagen, die Einheimischen kamen wieder mehr auf und der Rechtsaußen Wirth konnte noch ein zweites Tor anbringen und somit den Sieg sicherstellen. Das Spiel der 2. Mannschaft endete mit einem 1 : 3-Sieg für Frankonia Karlsruhe. FV Weingarten — FV Odenheim 3 : 3 Bereits in der 7. Minute übernahmen die Odenheimer durch Elfmeter, den Zundt «eher verwandelte, die Führung. Bei ausgeglichenem Spiel gelang den Platzbesitzem kurz darauf der Ausgleich und kurz vor Halbzeit auch die 2 : 1-Führung. Nach Wiederanspiel erzwangen die Gäste sofort den Ausgleich. Die Folgezeit sah die Gastgeber stark im Vorteil, so daß Odenheims Hintermannschaft reichlich Arbeit erhielt, zunächst aber keinen Erfolg der Platzbesitzer zuließ. In der 67. Minute übernahmen die Weingartener erneut die Führung, die von Turey-Odenheim kurz vor Spielende egalisiert werden konnte. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf und den Leistungen beider Mannschaften. Der Unparteiische leitete zufriedenstellend. Bezirksklasse Karlsruhe — Pforzheim KFV — Dillweißenstein 5 :1 FV Mühlacker — FC Berghausen 6 :1 SV Birken! — FC Ersing. (abgbr.) 3 :1 Durlach-Aue .— 1. FC Ispringen 1:2 VfB Grötzingen — SV KönigSbach 2 :0 A-Klasse: Unteröwisheim — Langenbrücken 5 :1 Oberhausen — Rheinhausen 1:1 Philippsburg — Neudorf 3 : 2 Heidelsheim — Kronau 4 :0 Huttenheim — Karlsdorf 1:6 Untergrombach — VfB Bruchsal 4 :5 Karlsdorf 20 53:19 34 Huttenheim 21 40:29 26 Kronau 20 44:36 24 VfB Bruchsal 20 39:31 23 Neudorf 20 33:31 21 Unteröwisheim 21 46:34 '20 Obeihausen 21 23:31 19 Heidelsheim 20 40:36 18 Langenbrücken 21 27:41 17 Philippsburg 19 28:34 16 Untergrombach 20 34:50 15 Rheinhausen 21 21:56 18 Heidelsheim - - Kronau 4 : 0 Die Kronauer konnten das von der Platzelf angegebene Tempo nur kurze Zeit durchhalten und wurden dann völlig in ihre Hälfte zurückgedrängt. Nach einem der zahlreichen Ausfälle stand es durch einen KopfbaU des Rechtsaußen 1:0. — Die zweite Halbzeit war charakteristisch durch die laufenden Angriffe der Einheimischen, so daß sich der Kampf sehr einseitig gestaltete. In regelmäßigen Abständen fielen drei weitere Tore, und nur der guten Leistung des Gegnertorwarts hatten es die Gäste zu danken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Philippsburg — Neudorf 3 : 2 Philippsburg begann dieses bedeutsame Heimspiel mit dem Wind im Rücken sehr vielversprechend und konnte schon mit dem Anpfiff eine klare Feldüberlegenheit herausspielen. Ein prächtiges Tor in der 10. Minute durch den schnellen Linksaußen E. Gilliar brachte dann den Gastgeber in Führung. Unmittelbar danach gelang es den sehr defensiv spielenden Gästen, einen Deckungsfehler zum Ausgleich zu benutzen. Obwohl Philippsburg die folgende Zeit eindeutig dominierte, blieben die Erfolge aus. Selbst totsichere Chancen vermochte der etwas zerfahren und unentschlossen operierende Sturm nicht zu verwandeln. Ate dann die Gäste wiederum aus der Defensive heraus einen weiteren Treffer für sich buchen konnten, schien das Schicksal der Einheimischen besiegelt. — Nach der Pause bot die einheimische Elf allen Erwartungen zum Trotz eine ausgezeichnete Leistung und* drängte mit Macht auf dien Ausgleich, der schon in der 6. Minute durch ein Eigentor aus ddm Gedränge zustande kam. Wenige Minuten danach verwandelte der Rechtsaußen Herr eine Vorlage von Lang zum unhaltbaren Siegestreffer. Weitere Erfolge der Einheimischen vereitelte die sichere Verteidigung der Gäste, wobei besonders der Torhüter durch Umsicht und Entschlossenheit bestach und selbst einen scharfen ElfmeterbaU halten konnte. Erst gegen Schluß kam Neudorf etwas ipehr auf, konnte aber die Punkteteilung rächt mehr erreichen. Unteröwisheim — Langenbrücken 5 : 1 Ein schnelles, kampfbetontes Spiel brachte Unteröwisheim auf Grund seiner technischen und taktischen Ueberlegenheit den in dieser Höhe wohlverdienten Sieg. Unteröwisheim, mit dem Rückwind spielend, schuf von Spielbeginn an torreife Situationen, wovon nur zwei verwertet wurden, während die Gäste bei einem raschen Vorstoß das Endtor erzielten. — Dem gut amtierenden Schiedsrichter unterlief einmal eine krasse Fehlentscheidung. Nach Halbzeit stand L. mehrmals dem Ausgleich nahe. In den letzten Spdelnünuten erzielte Unteröwisheim im Endspurt 3 prachtvolle, unhaltbare Tore. Das Spiel verlief fair und anständig. 2. Halbzeit 6 : 2 für Unter- öwiäheim. B-Jgd. Hambrücken — B-Jgd. 1912 Wiesental 2 : 1 Nachdem es zwischen diesen beiden Mannschaften am vergangenen Sonntag beim Vorentscheidungsspiel tun die Kreismeisterschaft der B-Jugend in Forst trotz Verlängerung zu keiner Entscheidung kam, war ein Wiederholungsspiel notwendig geworden, das gestern in Huttenheim ausgetragen wurde. Bei Seitenwechsel führte Wiesental'mit 0 : 1. Doch in -der zweiten Spielhälfte kamen die Hambrücker immer besser ins Spiel und konnten sich durch Tore von J. Misch und Mürle den Sieg sichern. k. Flexibel und luftig für sonnige Tage das solide Fachgeschäft Bruchsal • Schloss trafjs 2 (Rheinberger) MtittmcithS 'cAuAA&us Ein frischer Transport Pferde ist wieder eingetroffen und steht zum Verkauf und zum Tausch bei Pferdehandlung Herzog, Neudorf. I zu tlftem 1 IHMttlHMMMIMHIlUIIMHitllMffiRfllBfli [ Spielwaren | große Auswahl ] Zwei- und Dreiräder ‘ Roller u. Wipproller Auto u. Rollschuhe Leiterwagen bekannt gut und billig bei Aagusf 6abrie! 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Gemäß § 27 des Bauiandgesetzes von 24. 9. 1948 werden die Beteiligten darauf aufmerksam gemacht, daß sie während der Ausarbeitung der Pläne beim Stadtbauamt — Planungsabt. — Gelegenheit zur Wahrung ihrer Belange haben. Bruchsal, den 13. März 1950 Stadtverwaltung: Bläsi. Öffentliche Erinnerung An die Zahlung folgender Steuern und Abgaben wird erinnert: 1) Lohnsteuer für März 1950 (Monatszahler) Uud 1. Vierteljahr 1950 (Vierteljahreszahler) nebst Kircbenlohnsteuer — getrennt nach Religionsbekenntnissen — und Abgabe „Notopfer Berlin“ mit Anmeldung — fällig 10. 4. 1950. 2) Umsatzsteuer für März 1950 (Monatszahler) und 1. Vierteljahr 1950 (Vierteljahreszahler) mit Voranmeldung — fällig 10. 4. 1950. 3) Einkommen-, Kirchen-, und Körperschaftssteuer nebst Abgabe „Notopfer Berlin“ für das 1. Vierteljahr 1950 mit Erklärung, soweit nicht eine einmalige Vorauszahlung auf den 20. 3.1950 in Höhe eines Viertels der für das Kalenderjahr 1949 geschuldeten Vorauszahlungen entrichtete ist — fällig 20. 4. 1950. 4) Beförderungssteuer für Personenverkehr, Versiche- rungs- und Feuerschutzsteuer — fällig 10. 4. 1950. 5) Rentenbankgrundschuldzinsen, 1. Hälfte des Rechnungsjahres 1950 — fällig 1. 4. 1950. 0) Abschluß- bzw. Vorauszahlungen aufgrund der zugestellten Steuer- usw. Bescheide. Einzelmahnungen ergehen nicht mehr. Rückstände werden unter Berechnung der Säumniszuschläge, Gebühren und Kosten durch Postnachnahme oder im Vollstreckungsverfahren eingezogen. Bei Post- oder Banküberweisung sind stets Steuer- nummer und Verwendungszweck anzugeben. Bruchsal, den 13. März 1950 Finanzamt. Badens Hand hall in eisier im Sdinßpedi! Hstringen und Mingolsheim nidit zu sdi lagen TSV Kot — 1. FC Nürnberg I ; I Ueberraschend mutet wohl das Endresultat von 2:2 an, und doch entspricht es nicht dem Spielverlauf. Nürnbergs alte Routiniers Möhler und Sobel brachten zuerst eine einheitlichere Linie in das Spielgeschehen. Allmählich machten sich auch die Roter von ihrer Spielbefangenheit frei, und sie erkämpften sich ein ausgeglichenes Mittelfeldspiel. Nürnbergs Schlußmann hielt die bestgemeinten Schüsse von Vetter und Weiß. Da ausgerechnet gelang es dem alten Fuchs Sobel, Thome zum ersten Mal zu schlagen, mit einem wuchtigen Schuß ins rechte Eck. Die Roter ließen sich jedoch nicht entmutigen, sie drängten die Nürnberger in ihre eigene Hälfte zurück. Doch Torwart und Latte, auch des öfteren übereilte Schüsse auf Nürnbergs Tor führten zu keinem zählbaren Erfolg. Auf Grund der neuen Spielregeln mußte der nicht immer befriedigende Schiedsrichter in 2 Fällen zu 13-Meter-Entscheidungen greifen. Von Nürnbergs Seite ist es Sobel, der den Ball neben das Tor jagt, — und Vetter von Roter Seite macht es genau nicht besser. Nürnberg* Hintermannschaft besaß gegen die schnelleren und flinkeren Roter Stürmer die größere Reife und wohl auch die größeren Erfahrungen. Die Roter Zuschauer verzweifeln fast an Vetters wuchtigen Schüssen. Er schien mit seinem wiederholten Lattenschüssen einen seiner schwärzesten Tage zu haben. Mit dem mageren 0 :1 für den 1. FC N. ging es in die Pause. Nach Wiederanspiel ist es zunächst Nürnberg das mit aller Macht eine Verbesserung des Resultates erzwingen will. In höchster Not greift Vetter zum letzten Mittel. Den verhängten 13 Meter von Sobel platziert geschossen hechtet Thome in glänzender Manier aus der hinteren Ecke. Dies gibt den Rotem einen gewaltigen Ehrgeiz und sie besinnen sich, und sie beginnen, sich auf ihr eigenes Können zu stützen. Weiß Benno kombiniert sich mit Vetter A. auf der linken Seite durch, und ein jubelnder Aufschrei erfüllt die Roter, als Weiß Benno zum langersehnten Ausgleich einschießen kann. Anfeuerungsrufe begleiten jeden weiteren Roter Angriff. Und tatsächlich überwindet Vetter A. Nürnbergs Torsteher zum 2. Male und bringt damit Rot 2 :1 in Führung. Nürnberg vertei- tigt mit 7 — 8 Männern. Da bricht der repräsentative Möhler zusammen mit Sobel allein auf dem linken Flügel durch, und dies schafft tatsächlich durch einen groben Deckungsfehler der Roter Hintermannschaft den Ausgleich. Handball-Bezirksklasse: TSV Neuthard — Tv. Oberfaausen 10 : 9 Zu dem torreichen Treffen in Neuthard war der Verbandsschiedsrichter nicht 'erschienen, sodaß man sich auf einen Unparteiischen der Platzbesitzer einigte, der «eine Sache zur Zufriedenheit beider Mannschaften machte. Ei war ein wechselvolles Spiel, das die Gäste wiederholt in Führung sah, doch immer wieder glich Neuthards Sturm, der in einer ausgezeichneten Form ist, aus. Nachdem Oberhausen mit 2:0 in Führung lag, erzwangen die PJatzbe- sitzer binnen weniger Minuten den Ausgleich, der indessen nicht lange währte, da auch Oberhausens Stürmerreihe einen sehr guten T£g hatte und erneut einen 3 :5 Vorsprung schaffte. Kurz vor der Pause zeigte dann Neuthard ein überragendes Spiel, holte Tor um Tor auf, um schließlich mit 7; 5 die verdiente Halbzeitführung zu erzwingen. — Auch nach dem Seitenwechsel war die Partie ausgeglichen. Die Gäste waren jedoch schneller und kurz vor Spielende stand es noch 8 :9 für Oberhausen. In einem energischen Endspurt schafften es die Gastgeber dank der ausgezeichneten Schußlaune ihres Halblinken doch noch. 2. Mannschaften 3 :3. Tv. Odenheim — Tv. Kirrlach 8 : 4 Die Halbzeitführung der Gäste kam zu Stande, da die Mannschaft zunächst mit dem Wind spielte, der indessen den Platzbesitzem stark zusetzte, sodaß die Elf nicht so recht zum Zuge kam. Nach wechselnder Führung behielten die mit einer guten Leistung aufwartenden Gäste knapp die Oberhand. Als dann nach der Pause die Platzbesitzer den Wind im Rücken hatten, war es um die Kirrlacher geschehen. Durch prachtvolle Tore von Kessler, Zoz, Dopf und Heckert reichte es doch zu einem eindrucksvollen Sieg, der insofern besondere Beachtung verdient, als die Platzelf auf drei ihrer besten Spieler infolge Verletzung verzichten mußte. Das Spiel selbst nahm einen sportlich einwandfreien Verlauf und wurde vom Schiri bestens geleitet. -PeksfeMde, StaflM U Oestringen — Weiher 9:0 TSV Wieeental — Menzinge« 0:0 ßtettfeld — Gochehedm 7:0 Ubetadt — VfB Bruchsal lb 3:2 Oestringen — Weiher 8 : 0 In der ersten Halbzeit war das Spiel, wie schon das Ergebnis sagte, ziemlich ausgeglichen. Weiher hatte allerdings dabei leichte Vorteile. Ausgezeichnete Leistungen bot vor allem der Weiterer Torwart, der die Führung der Oestringer verhinderte. Erst nach der Halbzeit fand sich die Oestringer Mannschaft gut zusammen und durch Tore von Schlundt (2), Waas (2) und Ahl wurde ein einwandfreier Sieg erzielt. Der Schiedsrichter war etwas schwach, weshalb die Zuschauerzurufe mitunter berechtigt waren. Zentern — Münzesheim 1 : 1 Bei äußerst schlechten Platzverftältnissen entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem Zeutern zunächst überlegen war, ohne indessen die Torchancen verwerten zu können, da die Mannschaft kein Schußglück hatte Durch Eckball gingen die Platzbesitzer doch in Führung, während kurz vor Spielende der Münzeshedmer Elf der Ausgleich, gelang. Bei ausgezeichneter Schiedsrichterleistung gab es rin ruhiges Spiel. TSV Wiesental — Menzingen 0 ; 0 Die Einheimischen zeigten bei diesem Spiel eine gute Leistung und standen den Gästen an Technik und Spielerfahrung wenig nach. 90 Minuten kämpften beide Mannschaften um eine Entscheidung, Jedoch ließen beide Hintermannschaften keine Treffer zu. Bei den Einheimischen konnten der Halbrechte Sei- bert und der Mittelläufer Theurer besonders gefallen. Lebhaftes Forum in Odenheim Debatte über die Kürzung der Wohnungsbaumittel Am Donnerstag fand im Saale des Gasthauses zum Sternen rin öffentliches Forum statt. Bedauerlicherweise ließ der Besuch zu wünschen übrig. Um so erfreulicher war jedoch das große Interesse der erschienenen Bürger an den erörterten Fragen. Bürgermeister Buttinger begrüßte die Forumsteilnehmer und machte sie mit dem US Resident Officer, Mr. Feick, Regierungsassessor HöL- lein, Stadtrat Reiff und Forstmeister Schwarz bekannt. Als Diskussionsleiter hatte sich Hauptlehrer Stricker zur Verfügung gestellt. Die Hauptfrage des Abends war natürlich der Wohnungsbau. Assessor Höllein nahm Verdienter HLH-Sieg in Bradisal TSG Bruchsal — HC Heidelberg 0 : 8 Die trotz des schlechten Wetters erschienenen Zuschauer hatten.ihr Kommen nicht zu bereuen, zumal es die erwartete, spannende Auseinandersetzung der beiden alten Rivalen gab. Wenn es auch trotz der teilweise drückenden Ueberlegenheit der Gäste es lange nicht nach einem HCH-Sieg aussah, so muß doch gesagt werden, daß die Elf zu einem vollauf verdienten Sieg kamen. Die Mannschaft zeigte über weite Strecken des Spiels eine technisch ausgezeichnete Leistung, und insbesondere ihrer erstklassigen Stürmerreihe konnte das hervorragende Bruchsaler Schlußdreieck auf die Dauer nicht erfolgreich begegnen, zumal es die Hauptlast zu tragen hatte. Enttäuschen mußte auf jeden Fall der TSG-Sturm. Er blieb weit hinter seinen gewohnten Leistungen zurück und kann als für die Niederlage verantwortlich bezeichnet werden. Dies umsomehr, als es Ihm nicht gelang, insbesondere vor der Pause zwei faustdicke Chancen zu verwerten. Bei dieser Harmlosigkeit hatte es selbst die teilweise unsichere Gästeverteidigung leicht, die bei einer einigermaßen entsprechenden Leistung wiederholt zu schlagen gewesen wäre. Großartig die sportliche Haltung beider Mannschaften. Man hatte lange nicht mehr ein solches ruhiges Spiel gesehen. — Zum Spielverlauf kann noch kurz gesagt werden, daß die Gäste, wenn auch später reichlich nervös, nachdem es in der 45. Minute noch immer 0 :0 stand, das Spielgeschehen größtenteils bestimmten. Dennoch sah es zweimal nach einer TSG-FUhrung aus, wobei allerdings die Stürmer der Platzbesitzer unglaublich versagten. Später, als dann der Club zur Hochform auflief, war das Unvermeidbare, trotz großer TSG-Abwehrleistungen nicht mehr aufzuhalten. Noltes Prachtschuß ergab das 0 : 1, während kurz darauf Herbstrieht zum entscheidenden 2. Treffer einsenden konnte. Die Möglichkeit zum Anschlußtor wurde von den Gastgebern wiederholt ausgelassen. In dem wirklich schönen Treffen überragten bei der TSG: Ostertag, Kratzmeier, Barth und Hug. Die Schülermannschaften trennten sich 1 2. HC Heidelberg — Tv 46 Mannheim 3 :0 Sa. hierzu eingehend Stellung. Er führte aus, daß sich die Baugridzuteilung in diesem Jahr erheblich verschlechtert habe. Bis jetzt habe der Kreis nur eine Zuteilung in Höhe von 940 000 DM erhalten, die bei weitem nicht ausrriche, um den Anforderungen gerecht zu werden. Er wisse auch, in welch schlechtem Zustand sich die Kreisstraßen befänden. Soweit es der Kreisetat zugelassen habe, seien bereits Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden. Auch im kommenden Haushaltsplan seien beträchtliche Mittel dafür vorgesehen. Stadtrat Reiff vom Arbeitsamt referierte über Fragen der Arbeitslosenunterstützung. Er wurde vor allem auf einen Fall aufmerksam gemacht, in dem ein Arbeitsloser mit Fa- tmlie 7 Wochen vergebens auf seine Arbeitslosenunterstützung, auf die ein Rechtsanspruch besteht, warten mußte. Das Stempeln, so erklärte Reiff, könne nicht dem Bürgermeisteramt überlassen werden, da dies eine Bundesangelegenheit sei und Sachkunde erfordere. Forstmeister Schwarz betonte, daß das Stumpengraben entlang der Wege und Schneisen, sowie an Orten, die für eine normale Bestockung nicht in Frage kommen, nicht verboten sei. Allerdings müsse das Forstamt gegen die disziplinlosen Stumpengraber rinschreiten. Mr. Feick gab der Hoffnung Ausdruck, daß die deutschen Jäger bereits am 1. April ihre Jagdgewehre haben werden. Er würde es sehr bedauern, wenn diese Information sich als Aprilscherz entpuppen würde. Regierungsassessor Höllein beschloß das Forum, indem er den Teilnehmern für ihr Erscheinen und ihre Mitarbeit dankte. Bürgermeister Buttinger sprach den Vertretern der Behörde im Namen der Gemeinde seinen Dank für diese Möglichkeit des gegenseitigen Sdch- aussprechens aus. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß Behörde und Bevölkerung sich wiederum einen Schritt näher gekommen sind. Staffel 8: Zeutern — Münzesheim 1 :1 Itarlsdorl lb — Oberöwisheim 1: 6 Rheinsheim — Mingolsheim 2 : 4 Hambrücken — Frankonia Bruchsal 3 :0 VfR Rheinsheim — SV Mingolsheim 2 : 4 Bei starkem Wind trafen sich zwei harte Gegner auf dem Rheinsheimer Platz. Mingole- hrim begann das Spiel mit Rückwind und bedrängte die Einheimischen sehr. Aber «6 gelang ihnen erst in der 25. Minute, in Führung zu gehen. Das Ergebnis 0 : 1 blieb auch bdl zur Halbzeit, obwohl der Wind . :e Spieler größtenteils in der Platzhälfte der Einheimischen hielt. Nach Halbzeit ließ der Wind nach und starker Regen setzte ein, der das Spiel stark beeinträchtigte; trotzdem konnte Stubenrauch in der 5. Minute nach Halbzeit das Ausgleichstör und Blum in der 6. Minute nach Halbzeit das Führungstor schießen. Das ließ die Gäste alle Kräfte zusammennehmeb, und in der 12 Minute erzielten sie durch einen nicht ganz einwandfrei gegebenen Elfmeter den Ausgleich. Beide Mannschaften setzten nun alles daran und kämpften mit echtem sportlichem Eifer. In der letzten Minute jedoch vergaben die Einheimischen ihre Aussichten durch Eigentor und in der letzten Minute brachten die Gäste das Ergebnis zu einem klaren 2 :4. Somit hat M. das Spiel als die bessere Mannschaft mit größerer Standfestigkeit und geschlossenerem Zusammenspiel verdient gewonnen, wenn ihr Spiel auch nicht ganz sauber war. — Der Schiedsrichter leitete nicht ganz einwandfrei. Die erste Halbzeit wurde um 2 und die zweite Halbzeit um 7 Minuten überspielt. Eckenverhältnis 2 : 10. 2. Mannschaften; 2 : 0. Hambrücken — Frankonia Bruchsal 8 : 0 Die Bruchsaler Gäste, die am vergangene» Sonntag in Philippsburg einen beachtlichen Sieg erkämpften, konnten in Hambrücken nicht an diese Leistungen anknüpfen. Mit ziemlich. Glück konnten sie die erste Hälfte torlos überstehen, denn die Platzberitzar hatten das Spielgeschehen klar in der Hand und hatten mehrmals zwingende Chancen vor dent Gästetor herausgearbeitet. In der 55. Spiel» minute ging Hambrücken durch Kretzlar endlich in Führung. Als noch 25 Minuten zu spielen waren, mußte das Spiel infolge des strömenden Regens einige Zeit unterbrochen weiden. Nach Wiederanspiel hatten nur 7 Gästespieler das Spielfeld betreten. Auch der Ham» hrücker Göckel konnte wegen Verletzung nicht mehr mitwirken. Das Spielfeld war min völlig durchnäßt, und es konnte sich kein flüssiges Spiel mehr entfalten. Die Platzbesitzer erhöhten das Ergebnis zwar auf 3 : 0, verloren aber in den letzten Spielminuten ihren Mittelläufer Spinner, der, am Gericht verletzt, aiuh schdden müßte. |L Tisditennis Kreisklasse A: Karlsdorf 1. — Wiesental 1.7 : 2 . TSG Bruchsal 2. — Unteröwisheim I. — Kreisklasse B: Mingolsheim 2. — Obergrombach 1. 4:5. Durch diesen Sieg wurde die 1. Mannschaft des Tv. Obergrombach Meister der Kreisklasse B. Ergebnisse der Stadtmeisterschaften vom Freitag, den 31. 3. 1950 A-Klasse: B-Klasse: VfB 3 — VfB 1 1:4 VfB 2 — VfB 8 3:2 TSG 1 — TSG 3 4:1 VfB 4 — TSG 8 5:0 VfB 2 — TSG 2 4:1 TSG 2 — VfB 1 5:0 VfB 4 — VfB 5 2:3 Am Montag, den 3. 4. 1950 um 20.00 Uhr gibt es folgende Paarungen: A-Klasse; VfB 1 — TSG 3 VfB 5 — TSG 2 TSG 1 — VfB 2 VfB 3 — VfB 4 B-Klasse: VfB 1 — VfB 9 TSG 5 — TSG 1 VfB 3 — TSG 4 TSG 2 — VfB 4 T"RANZISKA UND DIE SIEBEN RABEN Rudolf akdkri f MOHCHHII KOMAN-T 1 KLAC MOWCBgg.FASIHC. r»ITl- 88 PT 8 »-»T 8 . 'j Schluß: „Sehr sogar. — Du willst dir wohl auch einen Stand bauen?“ — „Nein — „Aber dann hättest du doch nicht extra zu kommen und mich zu fragen brauchen —!“ „Ich bin nicht wegen der Bienen da.“ „So. — Und weswegen dann?“ Der Bauer vom Weiherhof streicht sich die Haare aus der Stirn. Jetzt erst sieht man ganz die dunklen Schatten unter seinen Augen. „Ich suche Franziska“, antwortet er rasch. „Ach. — Zuerst schickst du ihr eien Ring zurück, zuerst glaubst du von einer Viertelstunde zur anderen alles, was man dir über sie erzählt ... und jetzt rennst du herum und suchst sie! — Eigentlich geschieht es dir recht. Warum warst du gestern nicht da ... zur Ueberfüh- rung?“ „Ich wollte mit dem Wagen kommen und erfuhr zu spät, daß er nicht in Ordnung war. Ich bin eben auf dem Weg, um mich zu entschuldigen — aber Michael wird wohl gar nicht da sein." Jetzt läßt er sich auf die Bank fallen und bedeckt das Gesicht mit beiden Händen. „Was war ich für rin Narr!“ stößt er hervor. „Was für ein hundertfältiger Narr! — Was muß sie sich von mir denken! — Als Günther bei mir war und mir die Wahrheit berichtete — „Günther —?" ,4a, der. Der jüngste von uns Brüdern war der klügste. Er war der einzige, der aihet einfach das hinnahm, was man uns vorsetzte. Er fuhr zu Pölsterle nach Osterham, erfuhr von ihm alles. Und Pölsterle wieder, der mir zu Dank verpflichtet war, ging nach Salzbrunn zu Pankraz — was da geschah, das weist du ja wohl. Günther aber fuhr zu mir. Glaube mir, Onkel Justus, Ich hätte mir am liebsten den Schädel eingerannt ... und nun bin ich Tag und Nacht unterwegs und suche sie ... sie ist nicht in Steinberg, sie ist nicht bei ihrer Tante in München — auch dort war ich schon —, sie ist nicht in Bischofshall und nicht in Trautsberg ... sie ist wie verschwunden . . . was so J ich nur tun? Und dann immer eines dabei denken müssen! Wenn ich sie nun finde, kann und wird sie mir dann verzeihen?“ Der Alte zieht die Stirn in bedenkliche Falten. „Ueber diesen Punkt müßtest du schon selbst mit ihr reden!“ meint er sorgenvoll. „Das sagst du so leicht! Selber mit ihr sprechen! — Dazu mußt du mir erst verraten, wo sie ist!“ „Bei mir.“ „Was?“ „Stimmt schon. Bei mir. Du brauchst nur hier hereinzugehen, Jawohl, hier in mein Haus, sie wohnt schon seit ein paar Tagen oben unter dem Dach. Aber ich meine —“ Doch Ludwig ist schon weg; man hört ihn bereits die Treppe hinaufstürmen. Der alte Onkel Justus geht zu seinen Bienen. „Diese jungen Leute!“ sagt er nachdenklich, während er die dicken Handschuhe anzieht und die Gittermütze überstülpt „Diese jungen Leut«! Was machen sie sich doch für Kummer, bis sie sich endlich haben!“ Als er eine kleine Stunde später aus dem Bienenhaus in den Garten tritt, kommt er eben noch zurecht um zu sehen, wie zwei Menschen das Haus verlassen: Franziska Lammbacher und Ludwig Lodroner. Sie gehen Arm in Arm. Aber nicht zum Markt hinunter. sondern dem nahen Wald zu .. und so versunken scheinen sie zu sein, daß sie den guten Onkel gar nicht sehen und erst recht nicht das vergnügte Lächeln, das um seinen Mund liegt. Die ersten Tannen nehmen das Paar aut Franziska spricht nichts, Ludwig spricht nicht Sie gehen wie im Traum. Aber da, wo der Wald zu Ende ist und das belle Licht der Sonne sie trifft mit aller Pracht da machen sie Halt Weit und wunderbar dehnt sich das Land vor ihnen, die Berge funkeln im Glanz des göttlichen Gestirns. Zu ihren Füßen, einem blitzenden Auge gleich, liegt der Stettensee. An seinen Wiesenufern sieht man, von hier ober winzigklein anzuschauen, Leute hin- und herlaufen, stehenbleiben und wieder weitergehen, gerade so, als wäre dort eine merkwürdige und wichtige Arbeit zu verrichten. Und wichtig ist sie wohl auch; den seit dem Morgen dieses unvergleichlich schönen Tages sind die Arbeiter am Werk, die gemeinsam mit den Geometern die Grundstücke für die künftigen Siedlungen ausmessen. SauUtUeg^eiti im Apkil Bau’n int April schon die Schwalben, gibts viel Futter, Korn und Kalben — Gras, das im April wächst, steht im Mai fest — Wenn’* am Karfreitag regnet, ist’s ganze Jahr gesegnet — Ein Wind, der von Ostern bis Pfingsten regiert, — im ganzen Jahr sich wenig verliert — Regnets am Ostertag, wird fettes Futter hernach — Gefrierts auf St. Vital, — so gefriert* noch fünfzehnmal — Aprildürre macht die Hoffnung irr* — Bringt der April viel Regen, so deutet das auf Segen — Je früher im April der Schlehdorn blüht, desto früher der Schnitter zur Ernte dann zieht. - HWH. Ende. UNSER NEUER ROMAN ROMAN VON MAX NEAL »OMETHEU6-VERLAG DR. BICHACKER. GRDWNZBU. B« MÖNCHE!* i DIE ERZÄHLUNG Das Geftänönte Eine „haarsträubende“ Geschichte für Menschen mit „starken“ Nerven Folgende Verbrecherstudie Ist eine trete Bearbeitung einer Kurzgeschichte des französischen Arztes und Kriminalschriftstellers Maurice Level. Der Mann rührte sich nicht, als er auf die tote Frau blickte, die vor ihm auf dem lisch lag. In einem milchigen Weiß schimmerte der Körper; zwischen den Brüsten, wo das Messer eingedrungen war, saß eine rote, klaffende Wunde. Trotz der Erstarrung hatte der Körper seine wohlgeformte Schönheit behalten und schien zu leben. Nur die Hände mit ihrer allzu durchsichtigen Haut, den violetten Fingernägeln und das Gesicht mit den gläsernen, weitgeöffneten Augen und einem dunkel gefärbten Mund, der sich zu einem schrecklichen Grinsen verzogen hatte, verrieten den ewigen Schlaf. Eine drückende Stille lastete auf der düsteren Leichenhalle. Scharf beobachteten Richter und Polizeibeamte den Angeklagten, als er unbeweglich zwischen den beiden Wärtern stand, mit erhobenem Kopf und einem hochmütigen Ausdruck im Gesicht. Er hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Der Untersuchungsrichter begann das Verhör. „Nun, Gautet, erkennen Sie Ihr Opfer?“ Der Mann wandte den Kopf, sah zuerst auf den Richter, dann mit überlegender Aufmerksamkeit auf die tote Frau, gleichsam als ob er in den Tiefen seines Gedächtnisses nach etwas forsche. „Ich kenne die Frau nicht“, sagte er "endlich mit leiser Stimme. „Ich habe sie früher nie gesehen.“ „Es gibt aber Zeugen, die unter Eid versichern wollen, daß Sie ihr Liebhaber gewesen sind.“ „Die Zeugen irren sich. Ich war niemals mit dieser Frau bekannt.“ „Denken Sie gut nach, bevor Sie antworten“, sagte der Richter nach wenigen Sekunden der Überlegung. „Was nützt Ihr Versuch, uns irrezuführen! Diese Gegenüberstellung ist die reinste Formalität, sie ist in Ihrem Fall gar nicht notwendig. Sie sind doch klug; wenn Sie vor Gericht auf Milde hoffen wollen, rate ich Ihnen in Ihrem eigenen Interesse, zu gestehen.“ ..Da ich unschuldig bin, habe ich nichts zu gestehen.“ „Ich sage Ihnen noch einmal, Ihr Leugnen hat keinen Wert. Ich selbst möchte glauben, daß Sie einem Anfall von Leidenschaft nachgegeben haben, einem dieser plötzlichen Wutausbrüche, wenn ein Mensch nur rot sieht... Schauen Sie auf Ihr Opfer. Können Sie sie hier so liegen sehen, ohne dabei nicht Rührung, nicht Reue zu empfinden?“ „Reue, sagten Sie? ... Wie kann ich etwas bereuen, das ich nicht getan habe... Und was Rührung anlangt... nun, e3 rührt mich nicht mehr als Sie. Warum denn auch? Ich könnte genau so gut Sie dieses Verbrechens beschuldigen, weil Sie selbst unerschüttert dastehen ...“ Er sprach mit ruhiger Stimme, ohne Gesten als ein Mann, der sich völlig in der Gewalt hatte. Die überwältigende Beschuldigung ließ ihn anscheinend kalt, und er beschränkte seine Verteidigung auf hartnäckiges Leugnen. Durch die schmutzigen Fensterscheiben warf die untergehende Sonne einen goldenen Schimmer auf die Leiche. „Sie kennen also nicht die ermordete Frau“, sagte der Richter, „aber wie steht es damit?" Er reichte dem Mann ein Messer mit einem Elfenbeingriff; es war ein großes Messer, dessen Klinge Flecken geronnenen Blutes trug. Der Mann nahm die Waffe, blickte sie einige Sekunden an, gab sie wieder einem der Wärter und wischte sich die Finger. „Dies da?... Auch das habe ich niemals vorher gesehen“ . . . „Systematisches Leugnen... Das ist Ihre Absicht, nicht wahr?“ höhnte der Untersuchungsrichter. „Dieses Messer gehört Ihnen. Es hing gewöhnlich in Ihrem Arbeitszimmer. Zwanzig Leute haben es dort gesehen.“ Der Gefangene verneigte sich. „Dies beweist nichts, als daß sich zwanzig Leute geirrt haben.“ „Genug davon“, erwiderte der Richter. „Obgleich nicht der geringste Zweifel über Ihre Schuld besteht, wollen wir eine letzte entscheidende Probe machen. Am Hals der Toten sind Spuren, die auf Erwürgen deuten. Man kann die Eindrücke von fünf Fingern deutlich sehen, es waren besonders lange Finger, wie uns der Gerichtsarzt sagt. Zeigen Sie Ihre Hände!“ Der Beamte hob das Kinn der toten Frau. Auf der weißen Haut des Halses zeichneten sich violette Male ab; am Ende einer jeden Quetschung war das Fleisch rötlich punktiert, als ob Fingernägel eingegraben worden wären. „Das ist Ihre Handschrift... Während Sie mit der linken Hand versuchten, die arme Frau zu erwürgen, stießen Sie mit Ihrer freien Rechten das Messer in ihr Herz. Kommen Sie her und wiederholen Sie den Vorgang in der Mordnacht. Legen Sie Ihre Finger auf die Eindrücke am Hals... Beeilen Sie sich, kommen Sie schon her“... Gautet zögerte einen Augenblick, zuckte dann mit den Achseln und sagte mit mürrischer Stimme: „Sie wollen sehen, ob meine Finger passen? ... Und angenommen, es wäre der Fall? ... Was will das schon beweisen!“ .. Als ich das Bergstädtchen Vicopisano zum erstenmal vom Arnotal aus zwischen Pisa und Pontedera hoch oben am Südrand des Gebirges Monte Pisano liegen sah, entstand sogleich der Wunsch in mir, einmal dort hinaufzusteigen. Vielleicht war es auch der weiche, melodische Klang, der mich lockte, jedenfalls sprach ich seit jener ersten Begegnung oft den Namen Vicopisano vor mich hin. Lange Zeit verfloß, bis ich endlich wieder in jene Gegend verschlagen wurde und in Cas- cina, einem Städtchen an der breiten Talstraße am Arno, mich etwas aufhielt. Da entdeckte ich zu meiner Freude zwischen Bambusstauden und immergrünen Eichen, die über eine langgezogene Parkmauer auf die Straße schauten, hoch oben in der Feme mein Vicopisano mit dem zinnbekrönten Burgfried des Schlosses. Das ist wohl klar, sagte ich mir, morgen müssen wir nach Vicopisano. Abends geriet ich unversehens in eine fröhliche Gesellschaft, zu deren guter Stimmung ich bei einem oder auch zwei Tropfen edlen Toskanerweins meinen bescheidenen Teil beitrug. Noch früh am Abend brach man auf, stand auf dem Weg, schüttelte sich die Hände. Doch blieb da immer noch eine stattliche Zahl von jungen Männern, denen der Wein und auch das Licht des Mondes, die linde Luft und der noch frühe Abend nicht gleichgültig waren. Unter diesen befand sich auch der Besitzer eines kleinen Lastwagens, 'der, von der köstlichen Stunde beflügelt und dem Wunsche der andern nachgebend, ausrief: „Va bene, andiomo fuori, ma dove?“ — „Nach Vicopi- Er näherte sich der Toten: er war wesentlich bleicher als vorher, er hatte die Zähne fest zusammengepreßt Einige Sekunden stand er ganz still und stierte auf den erstarrten Körper, dann streckte er mit einer automatischen Bewegung seine Hand aus und legte sie auf das Fleisch. Der unwillkürliche Schauder, der bei der •kalt-feuchten Berührung durch seinen Körper lief, teilte sich in einer plötzlichen, zuckenden Bewegung seinen Fingern mit, die sich zusammenzogen,' als ob sie würgen wollten. Unter diesem Druck schienen die erstarrten Muskeln der toten Frau wieder zum Leben zu kommen. Der Mund verlor sein schreckliches Grinsen und öffnete sich zu einem gräßlichen Gähnen; die trockenen Lippen fielen zurück und enthüllten Zähne, überzogen mit dickem, braunem Schleim. Jeder in der Halle schrak vor Entsetzen zusammen. Plötzlich kam aus der schwarzen Höhle des Mundes ein leifees, einem Summen ähnelndes Geräusch, und eine riesige Schmeißfliege mit glänzenden Flügeln, eine jener Leichenhausfliegen, die vom Tode leben, ein abscheuliches Tier, flog heraus und kreiste summend um die Öffnung, gleichsam als ob sie den Zugang bewachen wollte. Dann hielt sie in ihrem Flug inne... und schwirrte geradewegs auf die blaugefärbten Lippen von Gautet. Dieser versuchte, sie wegzuscheuchen, aber das riesige Tier kam zurück und klammerte sich an seine Lippen mit der ganzen Kraft seiner giftigen Krallen. Mit einem Satz sprang der Mann nach rückwärts, seine Augen waren aufgerissen, die Haare standen ihm zu Berge. Er streckte die Hände aus, sein ganzer Körper bebte, als er wie ein Wahnsinniger schrie: „Ich gestehe..: Ich tat es... Führt mich weg... Führt mich weg! ...“ (Aus dem Französischen von Frank Tillmann) sano!“ gab ich ihm sofort ohne weitere Überlegung zurück. So fuhr also der mit einer Plane überspannte Lieferwagen mit uns jungen Männern beladen durch den herrlichen Abend. Schon bereute ich meine Voreiligkeit von vorhin, denn damit bin ich ja meinem Grundsatz, alleine zu wandern, untreu geworden. Nun werde ich natürlich auf das Schloß, vielleicht sogar auf die Fernsicht vom Turm über das nördliche sumpfige Seitental und den Arno verzichten müssen, wie ich es mir am Nachmittag noch so hübsch ausgedacht hatte. Der Wagen bog von der Landstraße links nach Norden ab, fuhr über den schilfbestandenen Arno und begann, langsam in die Monti Pisano hinaufzusteigen. Erfrischend strich der Wind über mein Haar. Milchigblau, violett zeichneten sich die Umrisse des Gebirges vom gelbgrünen Abendhimmel ab; im Westen blitzten die Lichter des Weinortes Uliveto, der sich wohlig in die Hänge hineinküschelte. Aus dem bläulichen Dämmer leuchteten schwach die weißen, zypressenumstandenen Villen und Bauernhöfe. Immer steiler, in vielen Windungen führte der schmale Hohlweg bergan, vorbei an endlosen Weingärten und den im Mondlicht fahl schimmernden Olivenbäumen. Auf dem Marktplatz von Vicopisano hielten wir. Hohe, stattliche Häuser mit den weit vorspringenden flachen Dächern der toskanischen Bauart umschlossen den stillen Platz, in dessen Mitte ein Brunnen spielte. Vicopisano! Ich hatte mir den Besuch anders vorgestellt; was gab es bei Nacht hier zu sehen oder zu erleben? Vielleicht, wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich wohl manches Bemerkenswerte in Vicopisano entdeckt, aber so wurde eben das frohe Beisammensein von Cascina in einer Osteria, die jeder andern glich, fortgesetzt. Da plötzlich fuhr ein Spleen in mich, und ich erklärte mit Bestimmheit, ich müsse heute abend noch den Podestä, den Bürgermeister von Vicopisano sprechen. Ein Bursche führte mich auf einen Wink des Wirts an eine Haustüre, ließ laut den Klopfer schallen und verschwand. Da stand ich. Der Brunnen plätscherte in den mondhellen Platz hinein. Was wollte ich denn vom Podestä? Jemand öffnete. Er war es selbst. „Abbia pazienza, Signor Podestä, se disturbo“, entschuldigte ich mich rasch, „veramente, debbo far la conoscenza col podestä del Vicopisano celebre — ich muß den Bürgermeister des berühmten Vicopisano kennenlemen.“ Ich glaube, er hatte ganz feine Fältchen in den Augenwinkeln, wie ein verstecktes schalkhaftes Lächeln. Der Bürgermeister führte mich mit höflich einladender Handbewegung einige Stufen in den — Keller hinab. Ein niederes Gewölbe mit Regalen buntetikettierter Likörflaschen, Fäßchen, schilfumflochtenen großen Glaskolben, Glasröhren, Probiergläschen umfing ’uns. Er wies mir einen Stuhl an und bat mich, seine Liköre zu versuchen. „Scusi, Lei non ä il podestä?“ Doch, er sei der Bürgermeister, aber nebenher auch Destillateur. Meine Augen durchforschten den merkwürdigen Raum und stießen ferner auf Paletten, Pinsel und auf einen Stapel von Aquarellbildem, dessen oberstes Bild — wahrhaftig — ich sogleich erkannte, unverkennbar erkannte. „Oh, guar- da! Lei dunque e il pittore dei libri ,Belezze d’Italia‘! — Da sind Sie also der Maler, der die Einbanddecken zu den Büchern .Schönheiten Italiens“ geschaffen hat! Zahllose habe ich davon in Rom verkauft. Madonna mia! Lei ä podestä, distillatore e pittore e — mio amico — und mein Freund.“ Wir stießen an, noch einmal und vielleicht noch einmal. Damit war die Freundschaft geschlossen. Zum Andenken an diese frohe Stunde schenkte er mir ein Aquarell aus der Umgebung von Vicopisano. Ermuntert durch mein Lob zeigte er mir noch einige größere seiner Werke, darunter sein noch nicht vollendetes Ölbild: Schloß mit Turm von Vicopisano mit dem Blick auf das seeigglänzende sumpfige Seitental des Arno. Also wurde mir trotz des Nachtbesuches der Blick auf Schloß und Tal zuteil. Nachdem der Bürgermeister mir noch seinen neuen Kakao-Likör zu kosten gab, war unser gemeinsamer Beschluß, zu den andern in die Osteria an der Piazza zu gehen. Da übersah ich beim Eintreten mit einem Scharfblick, der mir wohl sonst nicht zu eigen ist, die Lage und tat etwas außerordentlich Gescheites: ich bat dringend um unverzüglichen Aufbruch. , Von neuem nahm ich meinen Ausguckposten, auf dem hintersten Querbrett stehend, ein. Die Toskana bei • Nacht ... bei Mondschein ... j Sehr erfrischend * strich mir der Nachtwind durchs Haar, aber bald wurde er mir doch zu frisch, ich kletterte von dem Ausguck in das Wageninnere zu den andern. Daß ein wenig später die ganze Belegschaft heftig durcheinander geschüttelt wurde, der Wagen in einem tiefen Wassergraben die Räder in die Höhe streckte, und alle Fahrgäste ächzend hervorkrochen, durch das Wasser wateten und mühsam die Böschung hinaufkrabbelten, ich mit einer Rippenquetschung, die ich acht Wochen lang spürte — das hätte ich eigentlich nicht erzählen dürfen, denn dies gehört nur bedingt zur Toskana. Ein roinziges Stückchen Toehana Von Eugen Nestle Frau Karoline Von Pani Sachsenmaier Sie ging damals aufrechter als sonst durch die Straßen des schwäbischen Kleinstädtchens. Das Sonntagskleid hatte sie einen Tag früher aus dem Schranke genommen sowie die farbige Mütze, die nun die spärlichen Haarsträhnen bedeckte. Sie mußte etwas Besonderes geplant haben, das verrieten das stille Lächeln der Mienen und die listigen Augäpfel. Zu Schalkheiten, die den Beteiligten eine frohe Stunde und dem Städtchen häufig ein Gelächter einbrachten, war ja Frau Karoline immer geneigt. Doch heute war der Plan voller Listigkeiten und forderte Mut, und bis er ersonnen, waren zwei Tage und manche durchgrübelte Nachtstunde vergangen. Für ihre Tochter, welche die Familie durch Zwillinge bereichert hatte, bedurfte sie eines Wiegengeschenkes, und da Frau Karoline nie Lust gehabt hatte, einige Truhen voll Gold- und Silberstücke zu putzen und blank zu halten, hatte sie wenig davon. Darum stieg sie nun die Staffeln des Pfarramtes für die Johannesgemeinde hinauf, sah geschwind prüfend an sich selbst hinab und drückte dann auf die Klingel. Sie fragte nach dem Herrn Stadtpfarrer und ob er einige Minuten für sie erübrigen könnte. Perne, und der Geistliche frug nach der Ursache ihres Besuches. Sie wolle nur ihre beiden Enkel zur Taufe anmelden; vielleicht morgen nachmittag um drei Uhr — Winterhaldenstraße acht. Doch der Name der Eltern? Frau Karoline gab rasch Bescheid und fügte leise und zögernd hinzu: „Ob der Herr Stadtpfarrer nicht ein wenig —?“ Der verstand und dachte: Das muß eine recht bedürftige Familie sein, da sich die Frau bei ihrer Bitte so verschämt abmüht; hier will ich nicht kargen, die Frau ist eines Almosens wert. Er langte einen Schein, und Frau Karoline dankte und schied. Ein ertragreicher Anfang, lobte sie, als die Straße wieder vor ihr lag. Sie freute sich ihres ‘’olges und umschloß noch fester die Handtasche, darin der Geldschein steckte. „O, wenn der wüßte!“ lachte sie und meinte den Pfarrer. Allein es gab auch ein Pfarramt der Luthergemeinde im Städtchen und dahin war der Weg nimmer lang. Wohl war es eine kühne Unternehmung, die sie wagte, aber die Zwillinge — und die Tochter — und das Wiegengeschenk — Vor dieser Wirklichkeit mußten alle Bedenken zerstäuben; der Anfang war geglückt, das Ende sollte eben ihr Herr Schwiegersohn kosten. Sie wolle nur ihre zwei Enkel zur Taufe anmelden, sagte Frau Karoline zu dem Verweser der Luthergemeinde, der erst seit einigen Wochen im Städtchen war und seinen Pf arrbezirk noch nicht genau kannte; vielleicht morgen nachmittag um drei Uhr — Winterhaldenstraße acht. Der Geistliche war damit einig, und weil die Frau nicht ging, fragte er teilnahmsvoll nach ihren weiteren Wünschen. Vielleicht wäre sie in irgend einer Bedrängnis, er würde gerne helfen, wenn dies nur möglich. Und Frau Karoline: „Ob der Herr Pfarrer—?“ Und der Mann verstand und erinnerte sich an die Dürftigkeit im eigenen Eltemhause und an die Sorgen und Ausgaben in mancher Familie. Und Frau Karoline verließ wohlbereichert auch das zweite Pfarrhaus. Es stand aber auch eine katholische Kirche im Städtchen, Diesen Pfarrer verschonen, dünkte ihr leichtsinnig, und den Leichtsinn hatte sie stets gehaßt. Freilich, wenn ihr Herr Schwiegersohn erfahren hätte, wo und weshalb sie dort eingekehrt war, der würde sich sogleich in ein Mostfaß verkrochen und die schaurige Nacht darin versteckt gehalten haben. Vor tausend Gewissensbissen und Vorwürfen und Bangigkeit würde er wie ein Holzapfel zusammengeschrumpft sein, daß er am *Montag seine Herberge hätte durch das Spundloch verlassen können. So saß Frau Karoline innerhalb einer Stunde im Zimmer des dritten Pfarrhauses. Eine alte Frau berichtete, daß der Geistliche einen Kranken besuche, indessen jeden Augenblick heimkehren könne. Sie möge derweilen mit ihr und ihrer Unterhaltung vorliebnehmen. Nun erzählte Frau Karoline von der glücklichen Geburt ihrer Enkel, von der Freude des jungen Vaters und von Sorgen und Ausgaben. Hierbei stieß das Gespräch auf ihre Herzensangelegenheit, auf das Wiegengeschenk, und sie hielt schlagartig inne und schaute starr durchs Fenster: wie leicht konnte sie im Eifer ihre Unternehmung ausplaudem! Verhaftet würde sie werden, verhört, einge- sperrt — und zum Überfluß noch das Gerede der Bekannten. Das würde zum Ende ihr Wiegengeschenk werden! Als der Pfarrer heimgekehrt war, hatte sie Jedoch ihre Selbstsicherheit wieder, sie sagte denselben Satz wie in den andern Pfarreien. Der Hinweis aber, daß der Geistliche der Johannesgemeinde zuständig wäre, brachte sie in neue Bedrängnis. Hier hatte ihr Plan eine kritische Stelle — allein sie hatte sich .schon aus schlimmeren Begebnissen herausgewunden: nun wollte sie dreifach siegen. Und sie berichtete, daß diese Auffassung wohl nach dem Bekenntnisse ihrer Tochter zuträfe, doch keinesfalls nach dem Wunsch und dem Bekenntnisse ihres Schwiegersohnes. Deshalb wäre sie beim katholischen Geistlichen, und ob der Herr Stadtpfarrer —? Und auch er verstand, und Frau Karoline verließ siegesglücklich das dritte Pfarrhaus. Als am Nachmittag Herr Emst seine Wohnungstür öffnete, wunderte er »ich über den schönen zweischläferigen Kinderwagen. Der war ein willkommenes Geschenk, gleichgültig wer auch der Geber war. Selbst die Decke und die Bettchen lagen dabei. Wie würde sich seine Frau darüber freuen und erst die Großmutter! Seine Verwunderung war indessen noch größer, als am Sonntag nachmittag sechs schwarz gekleidete Männer vor seiner Wohnungstür standen: drei Pfarrer und drei Mesner. „Ich komme der Kinder wegen, Herr Emst“, sagte der Stadtpfarrer der Johanneskirche. „Und ich auch!“ — „Und ich auch!“ klang es hinterdrein. „Ihre Frau Schwiegermutter hat mich bestellt!“ — „Und mich auch!“ — Und mich auch!“ Da lachte einer der Mesner hell auf, und das Gelächter der zwei anderen Mesner fiel rasch ein. Und Herr Ernst stammelte etwas von schon getauft und Klinik und Frau.'Und zuletzt lachten sieben Männerstimmen die Treppe hinauf und hinab. Und die Männer im schwarzen Rock lachten eine Weile später erneut drüben im „Träuble“, sprachen und lachten noch viel über die eigene Betörung und über Frau Karolinens gelungene List. Liebe geht durch den Magen Eine schwedische Zeitung stellte an ihre männlichen Leser die Frage, ob die Frau ihrer Wahl intelligent sein soll. Etwa 14 Prozent antworteten, sie hätten nichts dagegen, 62 Prozent sind jedoch der Meinung, daß eine Frau nicht intelligenter sein soll als der Mann. Die Franzosen haben darüber eine andere Auffassung, denn bei der Umfrage einer französischen Zeitung über dasselbe Thema vertraten nur 45 Prozent der Männer die Ansicht, das Mädchen ihrer Wahl dürfe nicht intelligenter sein als sie selbst. In einem sind sich aber die Männer Schwedens und Frankreichs einig: Eine Frau muß vor allem gut kochen können. €ln ganz Harmlofer „Sie sind angeklagt, dem Bauern Tobias ein Pferd gestohlen zu haben. Erzählen Sie uns mal genau, wie sich die Sache zugetragen hat." Der Angeklagte: „Herr Richter! Da ist nicht viel zu erzählen. Ich war meines Lebens überdrüssig und wollte mich aufhängen und hatte keinen Strick dazu. Auf der Suche nach einem solchen kam ich auch an dem Stall des Bauern Tobias vorbei und da hängte an der Stalltüre ein Strick heraus, der mir für mein Vorhaben ausgezeichnet geeignet erschien und nahm ihn mit. Herr Richter, Sie können sich meinen Schreck nicht vorstellen, als ich zu Hause die Feststellung machen mußte, daß an dem Strick ein Pferd dranhängte.“