BROCHSALER POST » HEIMATBLATT FÜR KRAICHGAÜ UND BRÜH RAIN Nummer 80 Mittwoch, den 5. April 1950 Jahrgang 2 McCloy für völlige Eingliederung Deutschlands Vor entscheidenden Maßnahmen? Der Hohe Kommissar erklärt Deutschlands Einbeziehung in die europäische Gemeinschaft als die einzige Lösung — Die Zett drängt zum Handeln, morgen kann es schon zu spät sein London (UP). Der amerikanische Hohe Kömmissar für Deutschland, John J. McCloy, hielt bei einem Esaen der „Pilgrim’s Society" in London eine Ansprache, in der er n. a. •Mfihrte: „Jegliche Erörterung Deutschlands muß die Spaltung zwischen Ost und West ins Auge fassen. Als der Krieg zu Ende war, hofften wir, daß die vier Alliierten Zusammenarbeit ten würden. Jedoch, der Kreml hat Jahr für Jahr nur versucht, die Kluft zu vertiefen. In Deutschland hat dieses Ringen dramatische Form angenommen. Der Sinn aller sowjetischen Manöver ist nur, Deutschland zum Vasallen herabzudrücken. Das erste Ziel der ßowjets ist Berlin. Ihr Drude, uns zum Verlassen der Stadt zu zwingen, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß die westlichen Ideale auf dem Spiele stehen. Es wird den Kommunisten nicht gelingen, von Berlin Besitz zu ergreifen. Engländer, Franzosen und Amerikaner sind darin vollkommen einig und entschlossen: wir werden in Berlin bleiben. Dem sowjetischen Drude entgegenzutreten Ist wesentlich, aber es löst das deutsche Problem nicht. Nun, was ist unsere gemeinsame Politik in Deutschland? Wir alle wollen verhindern, daß Deutschland noch einmal zu Einer Gefahr wird. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir zwei Wege einzuschlagen. Erstens haben wir Institutionen und Tä-' tigkeiten verboten, die den Frieden bedrohen. Zweitens fördern wir die Entwicklung einer wahrhaft demokratischen Gesellschaft. In aller Gerechtigkeit sich selbst und der Welt gegenüber muß Deutschland unserer-und den kommenden Generationen die friedliche, schöpferische Seite seines Genius beweisen. Das ist die große Aufgabe. Nur die Deutschen selbst können sie erfüllen, aber wir können dazu beitragen. Die Bundesrepublik umfaßt nur die halbe. Fläche Vorkriegs-Deutschlands, aber sie .beherbergt siebzig Prozent seiner Bevölkerung, einschließlich von über neun Millionen Ost- Flüchtlingen. Ich hoffe, daß unsere Bestrebung gen zur Wiedervereinigung Deutschlands zum Erfolg führen werden, aber selbst dann wird’ Deutschland für die Ernährung seiner Bevölkerung mehr als vor dem Kriege von seiner Industrieproduktion abhängen. Ohne Lösung dieser und anderer grundlegender wirtschaftlicher Fragen werden die demokratischen Kräfte in Deutschland nicht imstande sein, die Macht zu behalten und ihren Einfluß auszu-’ üben. Es ist daher wichtig, eine deutsche Wirtschaft aufzubauen, die selbst die erhöhte Bevölkerungszahl des Landes ernähren kann. Dabei ist es jedoch nicht ausgeschlossen, daß diese Wirtschaft dann stark genug ist, eine mögliche Gefahr für die Sicherheit der Nachbarstaaten darzustellen. Aus diesem Dilemma muß ein Ausweg gefunden werden. Ich bin überzeugt, daß die einzige Lösung Deutschlands vollkommene Eingliederung in eine größere europäische Gemeinschaft Ist. Nur so kann Deutschland und kann Europa die Voraussetzungen für eine Zukunft des Wohlstandes und der Sicherheit schaffen. Was uns wirklich not tut, ist eine echte europäische Gemeinschaft. Sicherheit und wirtschaftliche und geistige Gesundung verlangen die gleiche Lösung. Die Ereignisse der Zeit drängen uns dazu. Ich meine nicht nur die Kluft zwischen Ost und Weft, sondern die menschlichen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren, die heute Europas Entwicklung bestimmen. Viele dieser Faktoren verlangen sofortiges Handeln. Der Westen hat heute die Gelegenheit, sich zu seinem eigenen Schutz zu vereinen. Morgen kann es schon zu spät sein. Heute befinden sich die Ereignisse in Deutschland noch im Fluß, und meiner Ansicht nach wollen die Deutschen Mitglied eines Vereinten Europas sein. Morgen schon kann die Entwicklung in Deutschland und anderen europäischen Staaten eine Wendung genommen haben, die jedes Handeln schwieriger macht. Ich bin mir der damit verbundenen Schwierigkeiten durchaus bewußt, wenn ich erkläre, daß ohne wirksame Vereinigung Europas eine Lösung des deutschen Problems unmöglich, erscheint." Früher oder später... Ein Sprecher der amerikanischen Hohen Kommission erklärte, die Einladung des Europarates an die Bundesrepublik sei nur ein erster Schritt. In der Beratenden Versammlung könne die Bundesrepublik ihren Willen zur europäischen Zusammenarbeit beweisen.. Früher oder später werde sie gleichberechtigtes Mitglied des Ministerausschusses. Die Sozialdemokratie sagt: Nein! Um den Beitritt Bonn« in den Europaiat — Ein SonderinterviewmitDr.Schumacher Von UP-Korrespondent R. v. Wechmar Bonn. „Die Sozialdemokratie hat ihren Standpunkt über den Beitritt der Bun-, desrepublik zum Europarat nicht geändert und wird solange „nein" sagen, wie das Saar- In scharfen Worten kritisierte Dr. Schumacher die Haltung des britischen Außenministers Bevip in den Sitzungen des Minister-- rates. „Die Russen haben selten eine so gute- Hilfestellung erhalten, wie dureh die Rede- gebiet gleichfalls Mitglied der. Straßburger_. Bevlns. Er hat noch einmal den alten Klepper; Versammlung bleibt“, erklärte der erste Vor- von Vansittart bestiegen. sitzende der SPD, Dr. Kurt Schumacher, in' einem Sonderinterview. Schumacher, hält es für. möglich, daß sich im Bundestag eine Mehrheit' gegen den Beitritt Deutschlands zum’Eurppa-_ rat finde, „wenn die Abstimmung hierüber, heute durchgeführt würde.“ Dr. Schumacher glaubt, daß sich bei einer unverzüglichen Entscheidung neben der SPD und KPD „eine große Zahl von FDP- und CDU-Abgeordneten“ der Meinung seiner Partei anschließen würden, „Wenn weiter im Tone B e v i n s mit uns geredet wird, könnte es sogar sein, daß die Sozialdemokraten keines ihrer Mitglieder in die vorgesehene 18köpfige deutsche Delegation zum Europarat entsenden“, warnte Dr. Schumacher. Andererseits hege die SPD aber den Wunsch, die Sache Deutschlands auch im Euro-, parat zu vertreten und dies nicht den Regierungsparteien allein zu überlassen. Eine endgültige Entscheidung über die Mitarbeit der SPD in einer möglichen deutschen Delegation nach Straßburg sei daher noch nicht getroffen worden. „Die Mitgliedschaft der Saar in der Straßburger Versammlung bringt zum Ausdruck, daß der Europarat garnicht Europa betrifft“, betonte Dr. Schumacher. Der Europarat sei mit der Saar als Mitglied „eine Institution der. Kriegsliquidation und nicht der europäischen. Kooperation“. Generalstab „für Notfälle" WastaHiicrte Vorsichtsmaßnahmen in Berlin — Vorverlegung der Optronen- Wahlen geplant? Berlin (ZSH). Die Westmächte haben in' Berlin einen „Alliierten Generalstab" gebildet, der in Notfällen in Aktion treten soll. Der amerikanische Stadtkommandant erklärte, die Haltung der Sowjetzone habe die Verwirklichung dieses Planes beschleunigt. Der neue Generalstab habe die Aufgabe, eventuelle Putschversuche zu vereiteln. Wie der britisch lizenzierte „Telegraf am Abend“ erfahren haben will, erwartet man in Kreisen des FDJ-Zentralrates, daß dessen gegenwärtig in Moskau befindlicher Sekretär Heilmann endgültige Instruktionen für den Pflngstaufmarscb mitbringen werde. Mit einer Vorverlegung der Ostzonenwahlen vom 15. Oktober auf die Monate Juni oder Juli dieses Jahres beschäftigt sich zur'Zeit das SED-Politbüro. Anlaß da*i gaben die offenen Proteste der Bevölkerung sowie die verstärkte Aufklärungskampagne. der West-Berliner und westdeutschen Presse. Das SED-Politbüro befürchtet vor allem auch eine weitere Verstärkung des Widerstandes der Bevölkerung gegen die „Nationale Front“. Fast in der ganzen Ostzone hat in den letzten Tagen eine umfangreiche Verhaftungswelle eingesetzt, vor allem in Brandenburg, in Thüringen und Sachsen-Anhalt. In Potsdam wurden mehrere leitende Persönlichkeiten der Ost-CDU verhaftet, so Staatssekretär Schleussner, Bürgermeister Köhler sowie dessen Ehefrau. Schleussner soll Selbstmord begangen haben. Unter dramatischen Umständen vollzog sich die Verhaftung des Stadtverordneten Baustian, der am hellen Tage von ostzonalen Polizeiagenten in einen Kraftwagen gezerrt wurde. Obwohl es Baustian gelang, die Wagenscheibe zu zertrümmern und seinen Namen den zahlreichen Passanten zuzurufen, wurde nicht eingegriffen. In Halle sind zehn Studenten, in Altenburg/Thüringen neun Personen wegen angeblichen Widerstandes gegen den Staat festgenommen worden. Bei allen Verhafteten handelt es sich um mehr oder minder prominente Funktionäre der Ost-CDU und Ost-LDP, die gegen die von der SED geforderte Einheitsliste für die Ostzonenwahlen opponiert hatten. Spurlos verschwunden... Die Frau des Dirigenten Schürf: des Dresdener Mozart-Chors ist wie der West-Berliner „Abend“ berichtet, seit Mittwoch vergangener Woche spurlos verschwunden. Der Chor hat inzwischen seine Zelte in Dresden abgebrochen und ist mit allen Mitgliedern nach West-Berlin geflüchtet. Frau Sdiück begab sich mit mehreren Koffern nach Dresden-Neustadt, um diese Koffer auf der Bahn aufzugeben. Die. Koffer sind von der Gepäckaufbewahrung der Kriminalpolizei als „herrenloses Gut“ übergeben worden, doch von Frau Schürf: fehlt« jede Spur. Das Drum und Dran der Einladung der Bundesrepublik war so dilletantisch sieger-. haft, daß man glauben könnte, die haben erst vor ein paar Tagen gesiegt und nicht vor fünf . Jahren. Selbst wenn der Bundestag den Eintritt, Bonns in den Europarat formell beschließen sollte, tritt das Volk nicht mit ein“, erklärte Schumacher. „Die guten Europäer werden sich nicht für den Beitritt erklären, aber die Leute vom Stahlkartell, die wollen herein.“ Schumacher betonte, daß die SFD-Fraktion_ des Bundestages bei der Abstimmung über den Beitritt zum Europarat „völlig frei und- ohne Fraktionszwang“ ihre Stimme abgeben werde. Zum Saar-Problem sagte der SPD-Vor- sitzende, daß es offenbar zwei Arten von Europäern gebe — die Deutschen und die andern. „Wie können wir die demokratischen Ideen im Osten — vor allem in Hinblick auf die Oder-Neiße-Linie — offensiv vortragen, wenn uns durch die Abtrennung des Saargebietes der Boden für die moralische Abwehr entzogen wird? Den Männern in der ersten Kampflinie gegen den Osten zieht man nicht von hinten das Portemonnaie aus der Tasche.“ Die Vorschläge des Bundeskanzlers über eine deutsch-französische Union kriti-' sierte Schumacher mit den Worten: „Er sieht das Verhältnis Deutschland-Frankreich immer’ aus der Perspektive des Kölner Oberbürgermeisters in seinem Verhältnis zu Düsseldorf.“ Im übrigen sei die Politik des Bundeskanzlers nicht eine „Rückkehr zum Nazismus, sondern, zum Wilhelminismus“ Zu den von McCloy und der Bundesregierung vorgeschlagenen gesamtdeutschen Wahlen erklärte Schumacher, daß die geplante Nationalversammlung nicht nur eine Verfassung ausarbeiten sollte, sondern auch, sofort eine Regierung bilden müsse. Die Nationalversammlung müßte dann als erstes Parlament weiter bestehen bleiben. FDP: „Ja“, sofern nicht... Die Bundestagsfraktion der FDP hat in einem Memorandum ihre außenpolitischen Grundsätze niedergelegt Sie befürwortet den Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat, sofern dadurch deren Protest gegen die Saarverträge nicht beeinträchtigt werde. Die Forderung der Bundesregierung nach gesamtdeutschen Wahlen dürfe nicht die Verantwortung der Westmächte dafür verdunkeln daß allein diese in der Lage seien, mit der Sowjetunion Verträge abzuschließen. Nach Ansicht der FDP kann über eine deutsche Beteiligung an der westeuropäischen Verteidigung erst dann gesprochen werden, wenn Deutschland wieder ein gleichberechtigter Staat ist. Westunion-Konferenz in Brüssel Für den 16. April einberufen London tUP). Die Außenminister von Großbritannien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg werden am 16. und 17. April in Brüssel zur achten Außenministerkonferenz der Westunion zusammentreten. An der Konferenz werden teilweise auch die Verteidigungs- und Signatarstaaten des Brüsseler Paktes teilnehm«!. Von R. H. Shackford London Die Außenminister der drei Westmächte sehen sich heute schwer zu widerstehenden Forderungen gegenüber, die von starken Kräften in Deutschland und in ihren eigenen Ländern gestellt werden und darauf abzielen, die Bundesrepublik als einen vollberechtigten Partner des Westens im kalten Krieg gegen den Osten anzuerkennen. Die „Großen Drei“ werden sich nächsten Monat in London treffen und die deutsche ( Frage dürfte bei ihren Beratungen ein Hauptthema darstellen. Deutschland wird durch * diese Besprechungen wahrscheinlich ein gutes Stück auf dem Wege, einen seiner Bedeutung entsprechenden Platz eingeräumt zu erhalten, vorwärtskommen. Seit Monaten wurde der Wunsch, die Vergangenheit zu vergessen und einer gemeinsamen Zukunft mit Deutschland den Weg frei zu machen, immer lauter, und es sieht nun aus, als ob der Zeitpunkt für entscheidende Maßnahmen nahe sei. Es liegt jetzt an den Außenministern Großbritanniens, Frankreichs und der USA, Entscheidungen zu treffen, die, wie europäische Staatsmänner behaupten, erweisen werden, ob Europa vor einer sowjetischen Vorherrschaft gerettet werden kann. Diese Staats- ■ männer betonen,-daß kühne Maßnahmen erforderlich seien. Die Diskussionen in aller Welt und die Debatten der Außenminister werden sich in erster Linie mit Deutschlands Zukunft befassen. Die Hauptfrage dabei wird sein, ob die Völker des Westens bereit sind, schon jetzt Schritte zu Unternehmen, um Deutschland ohne jede Vorbehalte ln ihre Familie aufzunehmen und ob sie bereit sind, ziizugeben, daß Europa, falls es jemals notwendig werden sollte, ohne die Hilfe der Deutschen nicht verteidigt werden könne. Bundeskanzler Adenauer hat diese Probleme in seinem Interview mit dem Vizepräsidenten der United Press Bradford unverhüllt und mit größter Offenheit den Westtnächten vorgelegt. Indem er sowohl Großbritannien als auch Frankreich Kurzsichtigkeit vorwarf, weil sie nicht erkennen wollten, daß nur Einigkeit Europa retten könne, diese Einheit aber nur durch den Einschluß Deutschlands möglich sei, fordert er eine Sicherheitsgarantie von England, Frankreich und den Vereinigten Staaten sowie die Bildung eines europäischen Parlamentes, das nicht nur „schöne Reden“ halten, sondern Taten vollbringen könne. Adenauer schlug weiter vor, Amerika solle seine wirtschaftliche Vormachtstellung dazu benützen, darauf zu dringen, daß sich Europa, mit Deutschland als gleichberechtigtem Partner, einige. Offizielle britische Kreise sind der Meinung, daß eine Sicherheitsgarantie — falls man sie geben will — in einer Erklärung der drei Großmächte bestehen würde, die eine Warnung für jeden eventuellen Angreifer darstelle, daß eine Agression gegen Deutschland als ein feindseliger Akt gegen alle Partner des Atlantikpaktes angesehen werden müsse. Solange jedoch Emest Bevin Außenminister Ist, scheint wenig Hoffnung, daß Großbritannien einer Zulassung Deutschlands als gleichberechtigter Partner zustimme. Bevin war der Vertreter jener Richtung, die ein „langsames Vorgehen“ befürwortete. Aber einflußreiche Stimmen in England, Frankreich und Amerika betonen ständig und immer lauter, daß die Zeit dränge, daß der Westen der Bundesrepublik zu wenig biete und daß es bald zu spät sein könne Churchill, von dem Adenauer mit großer Bewunderung sprach, tritt energisch für eine mutige Lösung des Deutschlandproblems ein. Er unterstützte General de Gaulle, von dem wohl niemand sagen kann, daß er für die Deutschen Liebe empfinde. Er erklärte in seiner letzten großen Rede, daß die Deutschen ihren Beitrag zur Verteidigung Europas und ihrer eigenen Verteidigung leisten und daß sie ..Seite an Seite mit den anderen Streitkräften“ ein gemeinsames Verteidigungssystem errichten sollten. Auch in den Vereinigten Staaten bricht sich immer mehr die Erkenntnis Bahn, daß ein Europa ohne den Einschluß Deutschlands wertlos sei. John McCloy warnte, daß eine Mittwoch, Öen 5. April 1950 deutsch* Krise zu erwarten sei, da die Sowjets keineswegs ihre Hoffnungen oder Pläne »ufgegeben hätten, Deutschland schließlich doch auf ihre Seite zu ziehen. Adenauer wird zweifellos weiterhin alle Mit tri seiner Überredungskunst benützen, um die Westmächte zu überzeugen, daß rasch gehandelt werden müsse. Der Lage der Dinge nach ist anzunehmen, daß die Entscheidungen der drei Außenminister Deutschland tatsächlich ein gutes Stüde auf dem Wege zur Gleichberechtigung vorwärtsbringen werden, wenn auch wahrscheinlich nicht so weit, wie Adenauer und Churchill es wünschen. Belgische Krise geht weiter Deveze gab seinen Auftrag zurück Brüssel (ZSH). Der Vorsitzende der Liberalen Partei Belgiens, Deveze, hat seine Versuche zur Regierungsbildung aufgegeben und seinen Auftrag in die Hände des Regenten Prinz Charles zurückgelegt Deveze kehrte am Dienstag von einer erfolglosen Rücksprache mit dem König in Genf zurück. Leopold hat erklärt, er werde nicht freiwillig abdanken, die Entscheidung über seine Rückkehr müsse dem Parlament überlassen bleiben. . In hiesigen politischen Kreisen erwartet man, daß der Prinzregent jetzt eine führende Persönlichkeit aus den Reihen der Christlich-Sozialen Partei mit der Kabinettsbildung betrauen wird. In diesem Zusammenhang werden die Namen des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Eyskens, des amtierenden Außenministers van Zeel and oder des amtierenden Wirtschaftsministen Duvieusart genannt. London erzielte Dollar-Überschuß Attlee über nationale Sicherheit London (UP). Ministerpräsident Attlee erklärte vor dem Parlament, daß seine Regierung mit allem Nachdruck eine Politik anwenden werde, mit der Kommunisten oder Personen, die mit der kommunistischen Ideologie sympathisieren, von Posten ferngehalten werden sollen, auf denen sie die nationale Sicherheit gefährden könnten. Attlee hat ferner das Ersuchen der Liberalen Partei, die Möglichkeit der Durchführung einer Wahlreform zu prüfen, abgelehnt und erklärt, daß eine derartige Untersuchung nicht zweckmäßig sein würde. Großbritannien hat, wie Schatzkanzler Cripps im Unterhaus mitteilte, im ersten Vierteljahr 1950 — abgesehen von den Zuwendungen durch den Marshallplan und die kanadische Anleihe — durch eigene Exporte vierzig Millionen Dollar verdient. Zwei US-Marineoffiziere versicherten, daß nach einwandfreien Radar-Messungen vor der Küste Kaliforniens eine Gruppe von Unterseebooten Unbekannter Nationalität operier» Neuer Staatssekretär für US-Luftflotte Finlettner Nachfolger Symingtons Key West (UP). Präsident Truman hat den bisherigen Leiter der ECA-Mission in London, Thomas Finlettner, zum Staatssekretär für die Luftstreitkräfte ernannt. Finlettner nimmt den Posten von Stuart Symington ein, der vergangene Woche zum Vorsitzenden des Sicherheitsausschusses für wirtschaftliche Maßnahmen im Kriegsfälle ernannt wurde. Einer Erklärung Außenminist«’ Achesons zufolge beabsichtigt das US-Außenministerium, den Kongreß um eine Verstärkung der Waffenhilfe an die Signatarstaaten des Atlantikpakts zu ersuchen. Militärische Beratungen in Budapest Neben den Feiern zum Jahrestag der Republik Wien (UP). Britische und österreichische Beamte erklärten übereinstimmend, manche Anzeichen sprächen dafür, daß neben den offiziellen Festlichkeiten anläßlich der Gründung der ungarischen Republik in Budapest militärische Beratungen der Kominformstaa- ten stattgefunden hätten. USA sperren Hilfsmittel. Infolge der zögernden Haltung des Ministerpräsidenten Venize- k», sein Kabinett zu erweitern, ist die Freigabe weiterer amerikanischer Hilfsmittel für Griechenland auf unbestimmte Zeit verschoben worden. t Kart Wrill verstorben Der in Deutschland geborene Komponist Kurt Weill ist Montag abend verstorben. Weill, der 1933 aus Deutschland emigrierte, hatte im amerikanischen Musikleben große Erfolge. In Deutschland hatte sich Kurt Wrill vor allem durch die Musik zu Bert Brechts „Dreigro- sdbenoper" einen Namen gemacht. Bmitfc-Mmli-MBneum ersteht wieder Die zweitgrößte Gemäldeausstellung Württembergs, das Braith-Mali-Museum in Bi- berach/Riß, wird im Mai dieses Jahres wieder eröffnet. Uber 2000 Bilder, Zeichnungen und Skizzen der Biberacher Maler Braith und Mali, dem bekannten Joh. Baptist Pflug, Em- mlnger, Martini, Keller, Hetsch, Neher lind anderen berühmten Künstlern bieten dem Besucher eine große Answahl künstlerischer Leistungen. Kiader malten für das S taatrih eater Der große Mal- und Zeichen-Wettbewerb für Kinder, den die Württembergischen Staatstheater veranstalteten, ist nunmehr abgeschlossen. Die besten Malereien und Zeichnungen sind in einer Ausstellung „K Inder malten für das Staatstheater" im Foyer des Großen Hauses zusammengefaßt. Die Ausstellung stritt allen Interessenten täglich zwischen 11 und 13 Uhr, sowie vor der Abendvorstellung zur Besichtigung offen. Bundesrepublik in der O ciEC-Exekutive Stikker Vorsitzender des Ministen ats Am Rande bemerkt * Ein „kostbares“ Gericht... Paris (UP). Die deutsche BundemcpuMk wurde zum ersten Mal nach dem Krieg in etae internationale Körperschaft gewählt. ■ Der Ministerrat der OEEC wählte Westdeutschland in den Exekutivausschuß, der aus sieben Mitgliedern besteht: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien, Niederlande und Irland. Zum Sekretär des Exekutivausschusses wurde der Delegierte der Türkei gewählt. Den Vorsitz wird Großbritannien führen, während ‘Frankreich den Vizepräsidenten stellt. Der Ministerrat wählte ferner den niederländischen Außenminister Stikker zum Vorsitzenden für das nächste Jahr. Vizepräsidenten wurden die Delegierten Österreichs und der Schweiz. Der amerikanische Sonderbeauftragte für den europäischen Wiederaufbau, Harriman, behandelte einige der Probleme, die «De europäischen Staaten im dritten Jahr der Marshall- planhilfe in Angriff nehmen müßten. Er betonte vor allem die Wichtigkeit größerer europäischer Kapitalanlagen in wirtschaftlich unentwickelten Gebiet«), die bedeutende neue Versorgungsquellen erschließen könnten. Ha- riman erklärte sich bereit, eine Denkschrift über seine Vorschläge über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, ein Angebot, das von den Mitgliedern des Rats angenommen wurde. Paris lehnt ab Die meisten leitenden französischen Regierungsbeamten lehnen den Vorschlag Dr. Adenauers auf Schaffung eines starken europäischen Parlamentes mit Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied ab. Während das Auße nm i n isterium jede offizielle Stellungnahme verweigert, erklären politische Beobachter, es sei sicher, daß Frankreich die Ansicht vertrete, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Bildung eines europäischen Parlamentes un m ö gli ch sei. Diese Haltung wird von der Einstellung diktiert, daß alle europäischen Maßnahmen von den bereits bestehenden Organisationen wie dem Europarat und der OEEC ausgehen müßten. Man übt in Paris daran Kritik, daß der Bundeskanzler seine Vorschläge auf inoffiziellem Wege unterbreitete und verweist auf die kürzlkhe Erklärung Außenminister Schumans, daß Deutschlands Stellung innerhalb eines Vereinigten Europas vom Europarat festzulegen sei. Saar-Landtag ratifiziert Pariser Konventionen Saarbrücken (UP). Der saarländische Landtag beauftragte den Ministerpräsidenten, alle zwölf in Paris Unterzeichneten französisch-saarländischen Konventionen zu ratifizieren. Für eine entsprechende Gesetzesvorlage sprachen sich in erst« und zweiter Lesung in offener und in dritter in namentlich« Abstimmung 47 Abgeordnete für die Ratifizierung aus. Nur der einzige kommunistische Abgeordnete lehnte sie ab. < MinisterpräsidentHoffmann betonte,daß die Einladung an das Saarland, dem Europarat beizutreten, einer Anerkennung des Aufbauwillens d« Saar gleichkomme. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß nach der Ratifizierung der Konventionen ein groß« Fortschritt an der Saar sichtbar werden würde. Täglich 25# illegale Greosgäag«. Seit Beginn der wärmer«) Jahreszeit kommen täglich etwa 250 illegale Grenzgänger nach West;- deutschland. Chefredakteur des „Volksecho“ verhaftet. Der Chefredakteur der in Detmold erscheinenden kommunistischen Zeitung „Volkseeho“ Ist auf Anordnung des britischen Obergericbts verhaftet worden. Es gibt in Deutschland, genau« in Westdeutschland, eine Behörde, bei der wenig odsf nichts gearbeitet wird und die den braven Steuerzahler annähernd eine Million DM gekostet hat. Bis auf den heutigen Tag. Ob und wann sie aufgelöst wird, weiß kein Mensch zu sagen. Diese Behörde existiert in Wirklichkeit nur auf dem Papier, aber ihr Amtssitz liegt in Köln am Rhein. Es ist das Bizonale Ober ger icht. Durch die am 9. Februar 1948 in Kraft getretene und noch nicht außer Kraft gesetzt« Proklamation Nr. 8 der Militärregierung wurde ein deutsches Obergericht für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet «richtet. Seine Zuständigkeit war, wie Artikel V und VI dieser Proklamation besagen, begrenzt. Nach Artikel II besteht dieses Gericht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und acht Obergerichtsräten, wozu sich noch ein Generalanwalt und ein stellvertretend« General- anwalt gesellen. Sie beziehen miteinander an Jahresgehältem die runde Summe von 93 000 DM. Dazu kommen entsprechend hohe Wohnungsgeldzuschüsse, so daß allein diese hohen Beamten in den zwei Jahren des Bestehens des Bizonalen Obergerichts den Staat über eine halbe Million DM gekostet haben. Dazu kommen noch die übrigen Angestellten und Unkosten... Dem steht gegenüber, daß bis heute von diesem Gericht eine einzige Entscheidung nach Artikel V und weniger als zehn Entscheidungen nach Artikel VI gefällt wurden, also noch nicht einmal ein Dutzend Entscheidungen in zwei Jahren. Das Bizonale Obergericht scheint die teuerste Behörde der Welt zu sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß sich andere Staaten einen solchen Luxus leisten können ... E. Sc „Wunder von Cihost“ vor Gericht Radio Frag üb« den Priesterproze* Storch will sich einschalten Bundesregierung und Mitbestimmungsrecht Bonn (ZSH). Bundesarbeitsminist« Anton Storch gab bekannt, daß 'die Bundesregierung sich jetzt mit d« Frage des Mitbestimmungsrechts befassen werde. Dem Kabinett liege bereits ein Gesetzentwurf des Arbeits- ministeriums vor. Dieses sei bei d« Ausarbeitung d« Vorlage von d« Auffassung ausgegangen, daß ein Ausbau der rechtlichen Stellung der Arbeitnehm« keinesfalls den wirtschaftlichen Ertrag der Unternehmen beeinträchtigen dürfe. Storch teilte fern« mit, daß « jetzt, nachdem bei den bisherigen Besprechungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Frage des Mitbestimmungsrechts keine Einigung erzielt wurde, gelbst mit den Sozialpartnern verhandeln werde. Nach ein« Mitteilung des Gewerkschaftsbundes will dies« die Verhandlungen mit den Arbeitgebern nicht mehr fortsetzen, da die Unternehmer die wirtschaftliche Mitbestimmung d« Arbeitnehm« grundsätzlich abgelehnt haben. In Kreisen der westdeutschen Industrie will man jedoch weitere Verhandlungen mit den Gewerkschaften einem Eingreifen der Regierung vorziehen. Wie der Verband der deutschen Industrie mitteilt, sind die Unternehmer bereit, den Belegschaften in ihren Betrieben ein Mitwirkungsrecht zuzugestehen, sie lehnen dagegen die Mitbestimmung der Gewerkschaften ab. Adenauer auf Petersberg Dr. Adenauer trifft am Mittwoch nachmittag auf dem Petersberg mit den Hohen Kommissaren zusammen. In Bonn nimm t man an, daß diese mit dem Bundeskanzler in erster Linie die Neufestsetzung des Gesetzes Nr. 75 üb« die Besitzverhältaisse in der westdeutschen Sc hwerin dustrie erörtern wollen. Für einen Südweststaat gfidbadens SPD steht n VUlinrer Beschlüssen Frei bürg (ZSH). Der Landesparteiausschuß der SPD Südbaden hat die Vilünger Beschlüsse gebilligt Die Bezirksvorstände der SPD in Südbaden, Wiirttemberg-Hohenzollem und Württemberg-Baden hatten am 26. März in Villingen beschlossen, den Südweststaat zu befürwort«) und die bestehenden drei Parteibezirke zu einem Parteibezirk mit dem Sitz in Stuttgart zusammenzufassen. Koblenz bleibt Landeshauptstadt Verlegungs-Antrag der Regierung abgriehnt Koblenz (ZSH). Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat entschieden, daß die Stadt Koblenz weiterhin Landeshauptstadt bleibt. Ein Antrag der Landesregierung und des Ältestenrates, den Regierungssitz nach Main^ zu verlegen, wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Prag (UP). Der Prag« Sender verbreitete einen Bericht üb« den weiteren Verlauf des Prozesses gegen die zehn katholischen Priest«, in dem behauptet wird, der Vatikan habe das „Wund« von Cihost“ konstruieren lassen, um die Volksdemokratien zu schädigen. Radio Prag zufolge wurde vor Gericht ein Film vorgeführt, der klar gezeigt habe, daß das Kreuz in der Kirche von Cihost (Böhm«i), das sich angeblich von selbst nach Westen geneigt haben soll, in Wirklichkeit mit Bindfad«), Federn und Gummischnüren bewegt worden,sei Der Send« des Vatikans nannte die zehn katholischen Geistlichen „Bekenn« im echten kirchlichen Sinne“ und v«glicfa sie mit den Märtyrern des frühen Christentums. Die Anklage gegen die Geistlichen wurde in der Sendung, die in tschechisch« Sprache ausgestrahlt wurde, als „verbrecherische Fälschung“ bezeichnet. Vor dem Angriff auf Formosa? ' Luftkampf Aber Chinas Südküste Formosa (UP). Eia Kommunique der Luftstreitkräfte besagt, daß nationalchinesische Flugzeuge über Tschapu an der Südküste Chinas von vier oder fünf „russischen“ Flugzeugen angegriffen wurden, die als Flugzeuge der chinesischen Kommunisten getarnt gewesen seien. Ein nationalchinesisches Flugzeug sei dabei im Kampfe abgeschossen und ein weiteres so schwer beschädigt worden, daß der Pilot mit dem Fallschirm abspringen mußte. Offizielle nationalchinesische Kreise sehen das erstmalige Auftauchen von Kampfflugzeugen d« chinesischen Kommunisten als ein Zeichen dafür an, daß der lange erwartete Angriff gegen die Tschüsan-Inaeln — und möglicherweise gegen Formosa — nicht mehr in weiter Feme liege. Indochina-Kämpfe flauen ab Ho-Chl-Mhch-Truppen hatten 909 Tete Saigon (UP). Wie aus ein«n KommuniquO der französisch«) Streitkräfte in Indochina hervorgeht, wurden bei den seit neun Tagen anhaltenden Kämpfen bei Travinh (Cochinchina) bisher mehr als 500 Anhäng« Ho Chi Minh’s getötet Die französischen Verluste werden- mit 15 Toten und 20 Verwundeten angegeben. Dem Kommunique zufolge stehen die Op«a- ’Tra- AUS ALLER WELT Truman kennt keine „Untertassen“ Johnson hätte gerne eisige Geschwader Florida (UP). Präsident Truman ist üb« die angebliche Existenz „Fliegender Untertassen“ nichts bekannt gab der Pressesekretär des Weiß«) Hauses bekannt Der Präsident wisse nichts davon, daß „Fliegende Untertassen“ in den Vereinigten Staaten oder ln irgend einem anderen Land gebaut würden. Der amerikanische Verteidigungsminister Louis Johnson meinte in Washington in einer Pressekonferenz, er hätte ganz gern einige Geschwader „Fliegend« Untertassen“, um die amerikanischen Luftstreitkräfte zu verstärken. Zweites Todesopfer der Pockenepidemie 89 000 Schotten worden geimpft Glasgow (UP). Flugzeuge der Royal Air Force brachten über 300 000 Einheiten Pockenserum nach Glasgow. Die Gesundheitsbehörden cter Stadt wollen die Pflichtimpfung einführen, wenn in den nächsten Tagen weitere Port pn o rkr ankung en gemeldet werden sollten. Die Seuche, die — wie wir bereits berichteten — von einem indischen Seemann ringeschleppt wurde, bat ihr zweites Todesopfer, ein elf Monate altes Kind, gefordert Seit Ausbruch der Seuche sind innerhalb von sieben Tagen in Westschottland üb« 80 000 Personen geimpft worden, davon allein 51000 in Glasgow- „Ich habe genug, mir reicht’*“ Nach sechs Erdbeben beging er S elbs t mo rd Livorno (UP). Als die Stadt vom sechsten Erdbeben innerhalb von drei Tagen erschüttert wurde, lief d« 26 Jahre alte Bauernsohn Vinicio Rapezzi aus dem Hause, rief seiner Mutt« zu: „Mir reicht es, kh habe genug von all diesem Arger“ — und sprang in einen tiefen Brunnen. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Ssbatogrfiber ohn« Erfolg. Auf Burg Veldenstein bei Neuhaus an der Pegnitz verliefen die Grabungen nach weiteren dort vermuteten Wertgegenständen aus dem Schatz Hermann Görings erfolglos. Die Arbeiten werden fortgesetzt. Wildernde Hunde ze rri s s e n 120 Schafe. In Beilsgries bei München drang ein Rudel wildernd« Hunde in eine Schafherde rin. Nicht weniger als 120 Schafe wurden z errissen od« sind in d« Mitte der Herde erstickt tionen in dem Mekong-Delta, unweit vinhs, kurz vor dem Abschluß. Die Reste der Rebellen versuchen sich gegenwärtig nach Süden abzusetzen, stehen jedoch dauernd unter dem Beschuß französischer Militärflieg«. Politik in KGrzc Wieder Säbel und Florett Die alliierte Hohe Kommission hat dem Bundeskanzler Adenau« mitgeteilt, daß sie die Wiederaufnahme des Fechtens nicht beanstandet, soweit sich die Ausübung dieses Sportes nach den Regeln des Internationalen Fechtverbandes vollziehe. Die studentische Mensur bleibt nach wie vor untersagt. Geheimrat Dr. Wilhelm Voeke. d« Präsident cter Bank deutsch« Länder, ist in den Verwaltungsrat der Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel gewählt worden. Ans Rußland heimgekehrt. Im Heimkehrerlager Friedland traf nach einer Pause von fast drei Monaten wieder ein Transport mit 350 ehemaligen Kriegsgefangenen aus d« Sowjetunion ein. „Rote Zone“ in Not. Die Bundesregierung will die französische Hohe Kommission üb« die besonctere Not in cter sogenannten „Roten Zone“, dem früheren Westwallgebiet im pfälzischen Grenzraum, unterrichten. Grfindgens Zeuge lm Harlan - Prozeß. Im Vwlauf des Harlan-Prozesses beschloß das Hamburg« Sc h w ur gericht, Gustav Gründ- gens als Zeugen darüb« zu hören, ob es seinerzeit möglich war, sich einem Befehl von Goebbels ohne Gefahr für Leib und Leben zü widersetzen. Israel protestiert gegen UN-BesehluR. Der Vertreter Israels bei den UN protestierte gegen den Beschluß des Treuhänderrates, Jerusalem zu internationalisieren. Auch Jordanien hat diesen Plan abgelebnt. Carry Davis darf etnretse*. „Weltbürger Nr. 1“ Garry Davis hat, nachdem « vier Tage lang zur Erledigung cter Ein wand« ungsform a - litäten zurückgehalten worden war. jetzt die Erlaubnis zur Einreise in di* USA «halten. Albanien wählt nach E inhe itsliste. Die für 28. Mai angekündigten allgemeinen Wahlen in Albanien werden nach ein« Einheitsliste durchgeführt werden. Entwurf eines Bchadenfcststrihmgsge s e t aes. Der „Zentralverband der Vertriebenen hat dem Bundesfiüchtiingsministerium den Entwurf eines Schadenfeststellungsgesetzes Überreicht. In ein« Erklärung dazu heißt es, die Feststellung cter Verluste cter Heimatvertrie- benen sei die Voraussetzung für ss a gerechten Laetonsusglskh. Mhtwocb, deu I. April 1886 Ein Last zug geriet „an den Falschen" fiHrhifte lat Zwielicht — Das Piradia 4er Sc hmug g te r— Die VJer-Ltoderecke hat’s in sieh Die Vier-Länderecke Deutschland—öster- nidi—Schweiz—Frankreich ml» iimm w»m. pü&erten Grenzvrahältnissen »m Bodensee und Oberrhein ist das Paradies aller internationalen Schmuggler. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo zu T.»nd» und zu Wasser, im dunklen Wald oder aut Deck eines Schiffes, bei Tage oder Nacht irgend eine Ware „zollfrei“ von Land zu Land geht. Und dabei wählen die modernen «Leute vom Fach“ ln kühner Blufftaktik meistens die großen Verkehrswege, Straße, Schiene und Warner, während sie das Geschäft alten Stils im Zwielicht des internationalen Niemandslandes zwischen Liechtenstein und Stmßburg ihren kleineren Kollegen überlassen. Die großen Schmugglerkönige, die in ihren Appartements in Zürich, am Vierwaldstätter See, in Vaduz oder auch in einem stillen Winkel des Bodensees sitzen, und deren Organisationen sich über Frankreich Skandinavien bis nach Amerika erstrecken, bedienen gleichsam rin Instrument, dessen Nerven- ffden von der Mitte Europas nach Mailand, Innsbruck und Wien ebenso wie nach München, Frankfurt und Berlin gespannt sind. Kisten mit „Teigwaren“ Ihren märchenhaften Profiten stehen freilich auch rin großes Risiko und zuweilen bittere Verluste gegenüber. Ke Geschäftsmethoden sind modern und großzügig. Man verschafft sich die geräumigsten Lastzüge, die in der Schweiz und in Österreich aufzutreiben sind. In Zürich wird so rin Riesen-LKW mit Anhänger vollgestopft mit fest vernagelten und mit Bandeisen gesicherten Kisten. Im Frachtbrief und in den Ausfuhrpapieren steht „Teigwaren“, Bestimmungsort München. Im übrigen verläßt man sich auf „seine Leute“, von denen, wie der jüngste Großschmuggel- Skandal bewies, einige auch in der grünen Uniform von Zollbeamten stecken. Zeitpunkt und Route werden genau gewählt, um „an den Richtigen“ zu kommen. Der Lastzug — um den es sich bei dem jüngsten Großschmuggel-Skandal bandelte — passierte die österreichische Grenze mit einwandfreien Transit-Dokumenten. Zur Sicherheit bekam er vom österreichischen Zoll noch eine bewaffnete Transit-Eskorte. An der deutschen Grenze bei Lindau geschah rine Panne. Man geriet „an den Falschen“. Es wurden Stichproben gemacht, und schon war das Unglück geschehen. Drei Millionen Lucky Strike und Camel wanderten mit samt dem Lastzug und den Fahrern in die Untersudamgshaft und, waren als Verlust abzubuchen. Aber solche Pannen müssen einkalkuliert werden. Morgen gelingt die Sache anderswo. Man kann es einmal auf der deutsch-schweizerischen Eisenbahnfähre zwischen Friedrichshafen und Romanshorn versuchen. „Liebesgaben“ aus der Schweiz Mn harmloser Güterwagen mit „Liebes- gaben-Paketen“ aus der Schweiz schaukelt die Rampe in Friedrichshafen empor. Die Leute, die „es machen sollen“, stecken zur Abwechslung in französischen Uniformen. Aber man kann natürlich nicht wissen, daß an diesem Tage unerwartet Zollrevision ist Wieder Panne: 2 Millionen Raleigh-Zigaretten. Es Ist nur ein Trost, daß vorher schon mancher Waggon mit den kostbaren „Liebesgaben“ durchgekommen ist In Konstanz blüht mehr das „kleine Grenz- verkehrs-Geschäft“, weil dort tausende von persönlichen Fäden zwischen der deutschen und schweizerischen Bevölkerung über die Grenze laufen. Die Städte Konstanz und Kreuzlingen sind eigentlich eine zusammenhängende Stadt, und mitten darin stehen die Zollhäuschen. Ein Konstanzer Wohnviertel dicht bei der Grenze beißt das Paradies... Es ist ein Paradies — für Schmuggler. Das Tollste ist der seit kurzem in Gang befindliche, völlig „legale“ Millionenschmuggel mit Rohkaffee, dem die Behörden offenen Auges machtlos Zusehen müssen. Große Lastzüge bis zu 20 Tonnen kommen aus der Schweiz, und ihre Spediteure hinterlegen in Konstanz oder Weil-Otterbach Hunderttausende von Mark in bar als Transit-Sicherbeit für die nach der Ostzone bestimmte Ware. Die plombierten LKW rollen den Rhein entlang und über die Autobahn Helmstedt—Magdeburg nach dem Ostsektor Berlins. Dort wird kein Kaffee-Zoll' erhoben, und nur die Umsatzsteuer wird in Ostmark entrichtet. AUS DEM SÜDWESTEN Kessen raub und wilde Jagd durch die Stadt Fellbach (ZSH). In einem Fellbacher Lebensmittelgeschäft wurde von zwei Tschechen die Kasse ausgeraubt. Nach einer wilden Jagd konnten die Täter festgenommen werden. Bei der Verfolgung wunden die beiden Ausländer gegen den Geschäftsinhaber tätlich und fügten ihm eine Platzwunde am Kopf au. Auch die Polizei, die die zwei Diebe festnahm, wurde von den Tschechen angegriffen. XMMdtar Stare na «er Leiter W.H. Backnang. Ein 71 Jahre alter Rentner stürzte von einer Leiter und wurde so schwer verletzt, daß er im Krankenhaus starb. Sie s türzte n sich aa t die Ladenkasae Winterbacb (ZSH). Drei amerikanische Soldaten tauchten mit einem deutschen Mädchen im Kurhaus „Kn gelberg“ auf. Nachdem sie ihren Durst gelöscht hatten, raubten sie 80 DM aus der Ladenkasse. Die Wirtin wehrte sich energisch, was ihr einige Gesicbtsveriet- rnwgen einbrachte. Die sofort alarmierte Landespolizei konnte im Lokal nur noch einen Soldaten festnehmen. Die anderen beiden wurden erst Stunden später in einer Schom- dorfer Fabrik, das Mädchen auf dem Schorn- dorfer Güterbahnhnf dingfest gemacht Schwiasasverbaad tagt M Schwäbisch Gmünd hL Schwab. Gmünd. Uber die Ostertage hält der Deutsche Schwimmer-Verband hi Gmünd seinen Verbandstag ab, der neben den Arbeitssitzungen eine Schwimmveranstal- tung in der Schwimmhalle und als Höhepunkt der Tagung einen Festakt in der Stadthalle vorsiebt Hierbei wird der Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees, Professor Dr. Diem, die Olympiakandidaten der Schwimmer auf che olympische Arbeit verpflichten. — Ober Pfingsten treffen sich in Gmünd Brunner Landsleute aus ganz Westdeutschland. Es wird mit einer großen Teil- nebmerzahl gerechn et. In Gmünd seütet sind die Brunner sehr stark vertreten. ShBitHade kraute nieder Heilbronn (ZSH). Aus bisher noch nicht geklärter Ursache brach in Schlichtern im Stallgebäude eines Gasthauses ein Brand aus, dem der Stall und ein Dachstock des Wirtschaftsgebäudes zum Opfer fielen. Den Sachschaden schätzt man auf 70 000 DM. Betrunkener dem o lie rte fremden PKW Heidenheim (ZSH). Ein stark betrunkener Mann aus Göppingen setzte sich kurzerhand in den Personenwagen eines Heiden- heimers und brauste los. Er hatte weder einen Führerschein noch die Erlaubnis des Besitzers. Kurz nach Bohlheim raste der wilde Fahrer .auf einen Baum, der Wagen geriet in Brand, und er selbst machte sich so dünne, daß er bis jetzt noch nicht gefunden werden konnte. 2000 DM Sachschaden entstand. Am Utamer Bahnhsf blüht der Schwarzhandel S. Ulm. Während in den meisten Gegenden des Landes seit der WährungsstabQisie- ‘rung der Schwarzhandel mehr oder weniger verschwunden ist, blüht dieses dunkle Gewerbe in Ulm noch immer. Insbesondere die Gegend des Hauptbahnhofs wird nach wie vor von fragwürdigen Gratalten bevölkert, die rieh fast ausschließlich aus ausländischen DPs zusammensetzen. Während früher Waren angeboten wurden, die iip normalen Handel nicht zu erstehen waren, sind die Schwarzhändler seit geraumer Zeit dazu übergegangen, Zigaretten, Schokolade und andere Güter unter dem normalen Tagespreis an den Mann zu bringen. Sie kümmern sich nicht um Steuern und Zölle und wenn auch ihre Zahl f genüber früher zurückging, so ist der unsch doch allgemein, daß diese Nachkriegs- «rscheinung in absehbarer Zeit ganz verschwinden möge. Mm Familie and sich selbst erschossen St Schwenningen. Als Verwandte ein Ehepaar in Schwenningen besuchen wollten, fanden sie die 23jährige Tochter und deren Eltern in den Betten liegend tot auf. Der Mann hielt noch die Pistole fin der Hand, mit der er zuerst die beiden Frauen und dann sich selbst durch einen Schuß in die Stirn getötet hatte. Osnh das Abortfeaster eingestiegen Uberlingen (hpd). In den Nachtstunden drangen zwei Männer durch ein offenstehendes Abijrtfenster in eine Villa ein, statteten zunächst den Kellerräumen einen Besuch ab und tranken sich mit dem Vorgefundenen Wein Mut an. Dann betraten sie das Zimmer der Haushälterin. Als cHe erschreckte Frau um Hilfe rief, würgten und fesselten sie die 59 Jahre alte Frau und schlugen ihr mit einem Beil auf die Stirn. Auch in das Zimmer eines 26jährigen Mädchens wollten sie eindringen. Dieses hatte aber nach dem Lärm gleich die Tür abgeriegelt. In ihrer Angst versuchte sie ifber den Balkon zu fliehen, stürzte jedoch so unglücklich etwa fünf Meter in die Tiefe, daß sie mit gebrochener Wirbelsäule und gelähmten Beinen liegen blieb. Erst zwei Stunden später wurde sie von ihrer Schwester, die zu Besuch kam, entdeckt Im Schlafzimmer der 83jährigen Besitzerin des Hauses, die von dem Überfall noch nichts gemerkt hatte, stahlen die Täter inzwischen drei Armbanduhren. Die Haushälterin konnte sich von ihren Fesseln b et re te n. Von den Tätern fehlt jede Spur. Kraftrad prallt asf abgestrilten Laatxsg Karlsruhe (SWK). Ein Motorradfahrer mit Begleiter fuhr nach Eintritt der Dunkelheit an einer Straßratkreuzung auf »inen am Straßenrand abgestellten T-aatzng van hinten auf. Der Kraftradfahrer erlitt tödliche Verletzungen, sein Begleiter erlag wenig später den Folgen eines Schädel bruchs. Die Schuldfrage konnte nicht geklärt werden, denn der Lastzug selbst war ordnungsmäßig beleuchtet M8M Fifichtfinge für Sfidtedea Freiburg (UP). Wie das südbadische Innenministerium mitten t, wird Südbaden im Laufe dieses Jahres noch 50 000 Vertriebene innerhalb des westdeutschen Flüchtlingsausgleichs. sowie aus den Kontingenten der aus Ostdeutschland ausgewiesenen Deutschen aufnehmen Bis jetzt hat dieses Land 70 000 Flüchtlinge aufgenomsnen. Die Länder der französischen Zone stehen im Bundesgebiet in der Durchsetzung mit Flüchtlingen nr Zeit an letzter Stelle. SpOHHUHQMid le TiIßfaU-ßslciH Meisterschafte- und ausländische Gastspiele Dia Oste t te tertage bringen lmm4 eine besonders reichhaltige Karte für den Fußballer, Die knappen Termine zwingen dazu, daß in allen Oberligen die Feiertage za Meisterschaftsspielen herangezogen werden. Diesmal fallen an den Ostertagen sogar Entscheidungen, so im Norden und im Südwesten, anderwärts sind Vorentscheidungen za erwarten Dazu kommen exquisite ausländische Gastspiele. Freundschaftsspiele Karfreitag: Eintr. Frankfurt — Admira Wie» Horst/Emscher — FC Valladolid Hamburger SV — Belenenses Lissabon Tennis-Borussia Berlin — Casablanca Bremerhaven 93 — Vienna Wien Ostersamstag: Fort. Düsseldorf — Vienna Wien 1800 München — FC Zürich Ostersonntag: VfB Stuttgart — FC Valladolid Borussia Dortmund — Belenenses VfR Mannheim — Berliner SV 92 RW Essen — Casablanca Ostermontag: SV Waldhof — FC Valladolid Reydt/M. Gladbach — Belenenses FC Nürnberg — FC Zürich Schalke 04 — Vienna Wien Eintr. Braunschweig — Wacker Wien SSV Wuppertal — SpVgg. Fürth Vohwinkel 80 — BC Augsburg Berliner Turnier: Berliner SV 92 — VfR Mannheim Alemannia 90 — Dresden/Friedrichst. Berliner SV 92 -r- Dresden/Friedrichst. Alemannia 90 — VfR Mannheim Süd: über vier Tage verzettelt In Süddeutschland haben Bayern und Württemberg am Karfreitag absolute Spielruhe. So kann nur in Frankfurt ein Spiel zwischen FSV und BC Augsburg durchgeführt werden. Die wichtigsten Spiele sind für den Samstag angesetzt, wobei Spielvereinigung Fürth und VfB Stuttgart in Waldhof und Schweinfurt schwere Auswärtsspiele zu bestehen haben. Auch für Kickers Offenbach wird es nicht leicht sein, die guten Platzchancen bei Bayern München zu realisieren. Das für den Abstieg vorentscheidende Spiel Schwaben Augsburg — Stuttgarter Kickers bestreiten-die Augsburger mit dem Platzvorteil als Favorit Es spielen: 7.4. FSV Frankfurt —BC Augsburg (2:0) 8.4. SV Waldhof —Fürth (1:5) 8.4. Schweinfurt —VfB Stuttgart (0:3) 8.4. Nürnberg — Mühlburg (1:2) 9.4. Schwab. Augsb. — Stgt Kickers (4:4) 9. 4. Bayern München — Offenbach (2:4) 10.4. 1860 München — Eintracht (2:1) West: Knappen oder Kölner Prinzen? Für Schalke gilt es zunächst, mit dem 1. FC Köln einen Widersacher auszuschalten. In der Glückauf-Kampfbahn sollte dies schon glücken, auch wenn die Kölner ihr „Glücks- Böcklein“ meckern lassen. Weitere wichtige Spiele stehen auf dem Programm, das vorwiegend am Karfreitag abrollt. Auch die Dortmunder Borussen haben bei Preußen Münster noch nicht gewonnen. Es spielen: Karfreitag: Münster — Borussia Dortmund (1:1) Schalke 04 — 1. FC Köln (0 :1) Dellbrück — Obeihausen . (0:0) Duisburg 08 — Vohwinkel 80 (1:2) Hamborn 07 — Duisburger SV (2:2) RW Essen — Erkenschwick (1:1) Bielefeld — Alemannia Aachen (2:2) Ostermontag: Bielefeld — Münster (0:5) Würselen — STV Horst/Emscher (0:1) Nerd: Beinahe zwei komplette lutem Sehr strapaziert werden die Nordvereine, die in einer Gewaltkur nahezu zwei Runden über die Osterfeiertage erledigen, um fahrplanmäßig fertig zu werden. Es kann sein, daß der Hamburger SV am Ostermontag die Meisterschaft endgültig unter Dach und Fach bringt Dazu bedarf es aber eines Steges in Osnabrück. Es spielen: Karfreitag: Holstein Kiel — FC St PauU <1:2» VfB Oldenburg — Braunschweig «0:2) Lübeck — Eimsbütte’ (0:4) Osnabrück — Harburger TB (5:1) Werder Bremen — Arminia Hannov. (0:2) Ostersonntag: Conc, Hamburg — Bremer SV (Sa.) (3:2) Harburg — Bremerhaven 93 • (1:3) St Pauli — Göttingen ( 3 : 1 ) Lübeck — Holstein Kiel (0-1) Ostermontag: Osnabrück — Hamburger SV (1:5) Eimsbüttel — Werder Bremen (3:0) Bremer SV — Hannover 96 ((1:0) Arm. Hannover — Conc Hamburg (-:-) Süd west: Worms — Kaiserslautern Im Südwesten dreht sich in der Nordgruppe alles darum, ob der 1. FC Kaiserslautern am Ostermontag Wormatia Worms doch noch in die Knie zwingen kann. Vieles spricht dafür, denn den Wormsern wurde in letzter Zeit doch Wasser in den Wein gegossen. Es spielen: Nordgruppe: Karfreitag: Mainz 05 — 1. FC Kaiserslautern (0:7) Pirmasens — Weisenau (5:1) Ludwigshafen — Worms (1:6) VfR Kaiserslautern — Kirn (8:1 Neuendorf — Landau (3:2; Eintracht Trier — Neustadt (1:5) Andernach — Oppau (4:0) Ostermontag: Wormatia Worms — 1. FC Kaisers!. (2:1) Oppau — Engers (0:4) Andernach — Neustadt (0:2) Weisenau — Kirn (1:4) Landau — Kürenz (3:1) Neuendorf — Ludwigshafen (2:3) Pirmasens — Mainz (0:2) VfR Kaiserslautern — Eintr. Trier (0:1) Südgruppe: Ostersonntag: Singen — Freiburg (2:0) Lahr — Kuppenheim (1:1) Konstanz — Offenburg (2:1) Rastatt — Reutlingen (2:2) SC Freiburg — Villingen (1:4) Trossingen — Ebingen (0:1) Tübingen — Hechingen (4:1) Schw- --fingen — Friedrichshaleo (2:8) Es fehlt nur noch Badens Zweiter Süddeutsche Lsndesüga-Ubeitecht: Nachdem bereits vor vierzehn Tagen mit dem Ex-Oberligisten Ulm 46 der erste der- vier zu ermittelnden Süd-Landesligameister feststand, können jetzt auch Bayern, Baden und Hessen ihre Meister vorstellen. Der 1. FC Bamberg ist Bayern-Meister, während ln Baden der VfL Neckarau und in Hessen Darmstadt 98 den Titel errangen. Außer in Baden, wo der 1. FC Pforzheim und ASV Durlach sich um den zweiten Tabellenplatz streiten, stehen bereits auch die Vizemeister fest In Württemberg ist es Union Böchingen, ln Bayern Bayern Hof und in Hessen Viktoria Aschaffenburg, Pie Spiele am. Wochenende: Württemberg: Sportfreunde Stuttgart — FC El »1 ln gen Union Böchingen. — Ulm 46 SC Ulm — Zuffenhausen Baden: Karfreitag: Germania Brötzingen — ASV Dwttack Hessen: Hermannia Kassel — Kassel 0t Hessen Kassel — SV Wiesbaden Fulda — Niederrad RW Frankfurt — Arheilgen Darmstadt 98 — Aschaffenburg Eintracht Wetzlar — Bieber Frtedberg — SV Kassel Bayern: Ostersonntage Bayern Hof — Bamberg Cham — Wacker München Bayreuth — Hai dhof Lichtenfelj — Landshut Favoriten führen im Hudtwä hm Süden hat FA Göppingen nach einem 18:4 übe r de n Hessenmeister Dietzenbach 4:9 Punkte. TSV Rot und L FC Nürnberg trennten sich 2:2. Die ersten Spiele im Südwesten: Haßloch — Reutlingen. 15:5, Schutterwald — Obermending 4:8. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Stuttgarter Produktenbörse Roggen- und Weizenstroh, drabt- und bind- fadengepreßt, DM 6,00—5,40; Gersten- und Haferstroh, dreht- und bindfadengepreßt, DM 5,00—5,50; Wieeenheu, gut, trocken, lose, Md 10,80—11,20; Rotkleeheu, gut, trocken, low, DM 10,60—11,00; drahtgepreßte Ware entsprechend höher. , Die Preise sind Großhandelspreise je 100 kg und verstehen sich waggonfrei württembergi- scher Empfangsstation. Bei Rauhfutter ist die Tendenz lustlos. In Brotgetreide und auf dem Mehlmarkt ist die Lage unverändert Kleie ist gesucht, aber ohne Angebot Die Nachfrage nach Speisekartoffeln ist gering. Angebot bei leicht erhöhten Preisen ausreichend. Die Groß- , handeispreise bewegen sich franco Empfangsstation zwischen DM 5,80 und DM 6,— per 50 kg waggonweise, ja nach Herkunft, lose ver lad« . Stuttgarter Schlachtviehmarkt Auftrieb: 432 Stück Großvieh. 595 Kälber, 1257 Schweine, 131 Schafe Preise: Ochsen, junge: AA 84—90, A 70— 80, B bis 65; Bußen, junge: AA 84—87, A 77— 84, B 65—72; Färsen: AA 93—97, A 83—90, B bis 75. Kühe, junge: AA 80—88, A 78—78; ältere: A 62—70, B 50—56, C 40—50, D bis 38; Kälber: A 110—118, B 105—112, C 90—100 Schweine: a—c 110—112, d und e 105—110, g 1 und g 2 88—100. Marktverlauf: Großvieh und Kälber lebhaft geräumt; Schweine mäßig belebt geräumt Wettervorhersage Am Mittwoch und Donnerstag bei vieifnek starker Bewölkung einzelne, meist nur schauerartige Regenfälle. Höchsttemperaturen tau 18 Grad. Tteisttemperaturen über null Grad AUS DER BUNTEN WELT Der Kaifer üon Ameriha Paul Gurk hat für den Verlag Dr. Hans von C h a m i e r, Essen, die Geschichte des Joshua Norton in Form eines Romans aufgezeichnet. Uns geht es hier nicht um Wert und Bedeutung seines Buches, sondern um seinen Vorwurf, der zu den seltsamsten und bedeutendsten gehört, die man sich denken kann. Unter den schon fast legendär gewordenen drei „Potentaten“, die die Geschichte der Vereinigten Staaten aufweist, ist dieser Norton der wunderlichste. August Suter, der ungekrönte „Kaiser von Kalifornien“, der das Goldland erschloß, war im Grunde ein toller Bursche, der aber das Opfer einer fixen Idee wurde, der unglückliche Kaiser Maximilian von Mexiko von des dritten Napoleon Gnaden war ein bedauernswertes Opfer der hohen Politik, als Persönlichkeit ein blasser Schatten. Norton aber, der unwirklichste von den Dreien, stellt eines der ganz seltenen menschlichen Rätsel dar, die den Gelehrten die härtesten Nüsse zu knacken geben und nur von ganz einfachen Menschen als etwas Selbstverständliches hingenommen werden. Dieser Norton I. hat als Abenteurer begonnen. Zwanzigjährig hat er die Tätigkeit eines kleinen Bankbeamten, zu der ihn der väterliche Wille bestimmt hatte, nach dem frühen Tode seines Erzeugers' gegen ein Abenteurerleben vertauscht. Er schifft sich für sein letztes Geld nach Südafrika ein, erlebnishungrig und durchaus bereit, auf Glück, Zufriedenheit und Ruhe zu verzichten. Zunächst nimmt er eine kleine Stellung als Bankbeamter an, dann aber zieht es ihn in die Wüste, zu den Abenteurern, die nach Gold und Diamanten graben. Er findet c n noch unbesetztes Feld und verschafft sich das nötigste Handwerkszeug. Viel kommt bei der Sache nicht heraus, die besten und ergiebigsten Felder 1 sind längst schon besetzt, aber das ist ihm im Grunde auch gar nicht so wichtig, denn er will vor allem die Menschen kennen lernen, und das kann man am besten hier, wo die nackte Gier ungehemmt sich ausleben kann. Der Sheriff, der weit weg wohnt, drückt beide Augen zu, und die Goldsucher haben ihre eigene Justiz. „Strick und Revolverkugel arbeiten präzise.“ Man forscht den Tatbeständen nicht lange nach, vernimmt nicht tagelang Zeugen und stellt keine Kreuzverhöre an. Der Sand flimmert und glitzert, er „dörrt die Kehle aus, macht das Bhit wild, läßt das Herz toben, jagt den ätzenden Durst In die Kehle, daß man trinke^ möchte, immerzu trinken". Dennoch bezwingt die Goldgier den quälenden Durst. Diese Gier verlockt manchen, einen Pfahl mit der Nummer oder dem Namen eines Mannes zu versetzen, der das Feld rechtmäßig zum Goldgraben erworben hat. Das ist schlimmer als schwerer Raub und grenzt an Totschlag. Liegt der Fall nicht ganz so schwer, so brandmarkt man den Verbrecher nach dem Recht des Goldsandes und brennt ihm entweder die Nummer des geheimen Verbrechers ein oder die Pfahlnummer des Claims, den er bestohlen hat oder be- steh’en wollte. In dieser gefährlichen Umwelt gerät Norton an Jim Badway, den einzigen durchaus bösen Menschen, den er jemals gesehen hat. Dessen Hauptvergnügen war, Goldsucher betrunken zq machen und gegeneinander zu hetzen oder ein Greenhorn tüchtig hereinzulegen, wie Norton eines war. Er beschuldigte den Neuling, den Pfahl des Besitzes aus seinem Claim gezogen und seinen Namen dafür eingesetzt zu haben. Tatsächlich wird der Pfahl, mit Schutt und Asche bedeckt, in einem Erdloch gefunden, in seinem Claim aber Steckt Nortons Pfahl mit dessen Nummern. Weil Jim so geringes Ansehen genießt, wird Norton nur dazu verdammt, die Pfahlnummer auf dem Oberarm eingebrannt zu bekommen und für unbestimmte Zeit die schwerste Arbeit zu leisten: nämlich an einen Pflock gekettet, nur zu graben, zu graben, zu graben. Jim Badway quält ihn in jeder freien Minute. Während einer allgemeinen Trunkenheit nach einem größeren Goldfund befreit sich Norton und flieht in die Wüste. Halb verdurstet, völlig abgezehrt und zerlumpt erreicht er die Bahnlinie nach Kapstadt, ohne ein Körnchen Gold. Er macht sich erst bei der Bahn r.ützlch, dann tritt er wieder bei einer Bank ein. die Darlehen für Hausbauten gibt, und lernt dort den Grundstücksmarkt kennen. Eine Frau tritt in sein Leben, Paul Gurk nennt sie Helen Sie wird sein Schicksal. Sie heiraten, aber die geliebte Frau stirbt bald, sieben- ; unddreiCigjährig, bei der Geburt eines Kindes, mit dem Kinde. Norton steht .allein. Zwei Jahre lang ringt er mit dem Gedanken' des Selbstmords. Freimaurer weihen ihn in ihre Pläne des geheimen Wohltuns und der Menschlichkeit ein und er erfährt von der großen Not, unter der der größere Teil der Menschheit seufzt. Sie läßt den Entschluß in ihm reifen, sich selbst in einer Proklamation zum Kaiser von Amerika auszurufen und als wahrer Mitmensch vernunftgemäß zu leben und zu handeln und das zu verkünden und immer wieder seinen „Untertanen“ zur heiligen Pflicht zu machen, was ihr friedliches Zusammenleben, ihre Einsicht in die Gesetze der Natur und in den Willen Gottes fördert und den Einfluß des Bösen eindämmt. Er ist aber klug genug, zu wissen, daß man ihn mit Spott und Hohn verfolgen wird, wenn er sich nicht als Geisteskranker tarnt. So flicht er in seine Aufrufe und Edikte stets ein paar seltsam verschrobene Floskeln ein und — der Erfolg gibt ihm recht. Man zweifelt an seinem Verstände und gesteht sich doch insgeheim, daß eigentlich nichts, aber auch gar nichts dumm oder gar verrückt ist an seinen Verordnungen, bis auf die paar Verstiegenheiten im Ausdruck. Weshalb man sich langsam angewöhnt, die Erlasse Joshua Nortons des Ersten und Einzigen, Protektors des Landes Mexiko, allmählich doch ernst zu nehmen und sich bisweilen sogar insgeheim ein wenig danach zu richten. Die Druckerei druckt dem Kaiser kostenlos die Plakate, die Zeitung bringt seine Erlasse auf der ersten Seite, ohne jeden ironischen Kommentar, Appelle an die Bevölkerung, sein Staatsgewand zu erneuern, führen ohne Zeitverlust zum Ziel, sogar eine eigene „Währung“ wird dem „Irren“, in bescheidenster -Auflage zugebilligt und sein Norton-Geld wird als Zahlungsmittel stillschweigend anerkannt. Arzt, Jurist und Geistlicher kommen im Gespräch mit dem wunderlichen Manne in Verlegenheit: er fragt so verdammt gescheit und hat Dinge, die man selbst nur dunkel geahnt hat, zu Ende gedacht. „Als er“, schreibt Gurk in seinem Epilog, „am* 9. Januar 1880 seine kaiserliche Krone und sein Zepter niederlegte und sich aus dem Leben zurückzog, flaggten alle Fahnen der Stadt halbmast.“ Der Rat ordnet ein Staatsbegräbnis an, dreißigtausend Menschen aller Stände nehmen teil am Leichenbegängnis, und als im Jahre 1934 der Friedhof verlegt werden muß, geht das Wiederbegräbnis unter kaiserlichen Ehren vor sich. San Francisco Chronicle aber schreibt: „Die Stadt am Goldenen Tor unterbricht ihr Leben, um einen Kaiser, der außer in seiner Phantasie kein Kaiser war, einem Herrscher, der außer in seiner harmlosen Anmaßung kein Herrscher war, einem König, der nur für zwei Hunde, die ihm als einziger Hofstaat durch die Straßen folgten, ein König war, ihren Tribut zu entrichten“. Was ist Wahrheit in Gurks Charakterbild des Kaisers ohne Land, was ist Erfindung? Jedenfalls läßt er seinen Norton Dinge sagen und tun, die den Leser nachdenklich stimmen können. Und das ist viel. E.K.F. Die Frau auf Raten! Erworbenes Gut muß sich selbst bezahlen Bei dem in Mitteleuropa herrschenden Männermangel muß die in Indonesien noch geübte Sitte, Bräute nur gegen Bezahlung an ihre künftigen Gatten abzugeben, geradezu den Neid aller Eltern heiratsfähiger Töchter herausfordem. Tatsächlich herrschen auf den vielen Inseln Niederländisch-Indiens noch diese „paradiesischen Zustände“, die freilich auch nur des einen Freud’ sind, für den anderen aber Leid bedeuten. Das 'könnte der junge Herrscher des kleinen Eingeborenenstaates Alor bestätigen, der kürzlich erbittert mit ansehen mußte, daß die von ihm geliebte Prinzessin von einem viel älteren Nebenbuhler, dem Radschah von Pantar heimgeführt wurde, bloß, weil dieser — besser bei Kasse war! In Alor und Pantar müssen die Mädchen • nämlich gekauft und bezahlt werden. Um aber die Sache noch schwieriger zu machen, genügt für diesen Frauenkauf nicht gewöhnliches Geld, sondern dafür können nur die sogenannten „Mokos“ verwendet werden. Ein Moko ist eine bronzene Trommel in der Form des früher bei uns als Kinderspielzeug so beliebten „Diabolos“. Ihre Herkunft ist in mystisches Dunkel getaucht, ebenso ihr Alter. Heute werden sie nicht mehr hergestellt, nirgends kann man sie finden, ausgraben oder nachbestellen. Sie sind einfach da und ihre Gesamtzahl wird auf etwa 5000 Stück geschätzt. Ihr Wert schwankt zwischen 5 und 5000 holländischen Gulden je nach ihrem Alter, und sie werden nur für den Ankauf von Frauen verwendet, deren Kurswert freilich im umgekehrten Verhältnis zum Alter steht? Die erwähnte arme Prinzessin notierte 50 Mokos. Ob es nun viel oder wenig Frauen gibt, ob die Nachfrage nach ihnen steigt oder sinkt, die Anzahl der Mokos bleibt immer gleich. Der Volkswirtschaftler würde also sagen, dieses „Geld“ paßt sich nicht der „Gütermenge“ an. Nimmt die Nachfrage nach Frauen zu, so muß also naturgemäß der Preis der einzelnen Einheit steigen, das heißt, es wird immer schwieriger werden, Mokos im Tausch für andere Güter und Leistungen zu erwerben. Da junge Leute aber nicht gerne warten und nicht allzu alt werden wollen, ehe sie ihre Auserwählte heimführen dürfen, ist es langsam zur Gewohnheit geworden, daß die Frau bereits bei der Bezahlung des halben Preises als Anzahlung abgegeben und auf Raten vollends erworben wird. Ungalant, wie die Männer nun seit Adam einmal sind, lassen sie die erworbene Frau gleich selbst den Rest ihrer Kaufsumme verdienen, indem sie ihr besonders viel Arbeit aufbürden. Der verheiratete Mann überläßt die Landarbeit sogleich seiner Gattin und vergnügt sich nur noch mit Jagd und Fischerei! In jüngster Zeit aber ist in Alor ein Wohltäter auf den Plan getreten. Ein Eingeborener, der protestantischer Religonslehrer geworden ist, hat einen großen Schatz an Mokos geerbt, die er zugunsten heiratsfreudiger Leutchen abgibt. Wenn einer seiner braven Schüler ein tüchtiges Mädchen heiraten will, stellt er die nötigen Mokos unter der Be d i n gung ZU r Verfügung, daß sie später ihre eigenen Töchter ohne Mokos abgeben. Fast ist man versucht, diese Moko-Spende als eine Art „Hilfsplan“ für Verliebte aufzufassen. Jedenfalls aber zeigt die Geschichte von den Frauen und den Mokos, daß auch die so oft gepriesenen „unverdorbenen, unbekümmerten und glücklichen Naturvölker“ ihre Sorgen haben und das ist für uns immerhin ein kleiner Trost...! Wo ift Erna Sach? Von Hans Markgraf „Der brillanteste Sopran der Welt ist angekommen“ schrieb die brasilianische Presse, als die deutsche Nachtigall Erna Sack nach Kriegsende das Flugzeug verließ, das sie von Europa dorthin brachte. Zu ihrem Empfang hatten sich hohe Persönlichkeiten,. Journalisten und berühmte Künstler am Flugplatz . Rio de Janeiro eingefunden. “ Die Sängerin, die vor allen Höfen in Europa gesungen hatte, wollte sich nun in Brasilien niederlassen. Die Radiostationen von Sao Paulo hatten mit ihren neuesten Schallplatten eine recht gute Vorreklame dafür gemacht. Der Direktor der Sendestation lud sie für einen Monat nach Sao Paulo ein und bald stand Erna Sack vor dem begeisterten Publikum. Die Presse be- zeichnete sie als die größte Sängerin mit dem sogenannten Wiener Charm. Erhebliche politische Schwierigkeiten, Anfeindungen auf ihrer Südamerika-Tournee, Boykott ihrer Konzerte in Uruguay und nur mäßiger Besuch in Buenos Aires, das waren die Umstände, mit denen sie fertig werden mußte. Da meldete die Presse 1947, die „ deutsche Nachtigall“ wolle in ein Kloster gehen! Welche Perspektive: Ein wunderbarer, bezaubernder Koloratursopran, der Tausende begeistert hatte, nunmehr zurückgezogen in die asketisch düsteren Mauern der Weltabgeschiedenheit. Es ist gottlob nicht wahr. Als die amerikanischen Truppen Bayern besetzten, war Erna Sack die erste deutsche Sängerin, die eine Reihe Konzerte vor Besatzungstruppen in der Festhalle Garmisch-Partenkirchen gab. Sie sang auch im Hauptquartier Frankfurt am Main und vor General Tresquot in dessen Wohnung am Tegernsee. Wie Erna Sack ins Ausland kam? Im Mai 1947 fuhr sie mit ihrem Gatten zu ihrem ersten Engagement in die Schweiz. Decca- London nahm ihre Stimme phonographisch auf. Drei neue Schallplatten halten ihre Stimme für all et Zeiten fest. Heute lebt die Künstlerin in Montreal in Kanada, wo sie in keiner Weise an der Ausübung ihrer Konzerttätigkeit gehindert wird. Die Gunst des Publikums ist ihr treu geblieben. Ob in Chile oder Peru: überall spendet ihr ein begeistertes Publikum tosenden Beifall und feiert mit der Künstlerin immer wieder neue Triumphe. Wenn man bedenkt, daß man drüben davon überzeugt ist, Erna Sack befindet sich gesanglich, wie auch gesundheitlich in ausgezeichneter Verfassung, so fragt man sich, ob sie nicht wieder in Bälde vor dem deutschen Publikum singen möchte. Zur Zeit befindet sich Frau Sack in Südafrika, wo sie für 40 Konzerte verpflichtet worden ist. Ihr zu Ehren wurden Brönzetafela enthüllt. Wie die Künstlerin jedoch bekanntgab, will sie im nächsten Jahr nach Deutschland zurückkehren und auch hier eing Reihe von Konzerten geben. Nahrung aus Sonnmenergie Eine sensationelle Entdeckung des Nobelpreisträgers Warburg Wie der Nobelpreisträger Professor War- aurg jetzt bekanntgab, ist es ihm und einer Gruppe von Wissenschaftlern gelungen, durch ein neues Verfahren den Ertrag landwirt- «chaftlicher Nutzpflanzen hundertfach zu steigern. Durch eine bessere Ausnutzung der Sonnen-Energie soll es möglich sein, 20 000 mal mehr Energie herzustellen, als wir Menschen heute verbrauchen. Die Entdeckung Professor Warburgs, die von größter Bedeutung zu sein scheint, geht auf folgende Beobachtungen zurück. Bekanntlich vermag die einfachste Pflanze einen Prozeß durchzuführen, den bisher kein Chemiker nachmachen konnte: sie ist imstande, das Kohlendioxyd der Luft (Kohlensäure genannt) zusammen mit dem Wasser des Bodens in Kohlehydrate umzuwandeln. Da dies nur mit Hilfe des Sonnenlichtes möglich ist, sprechen wir von einer Photosynthese. Bs zum Jahr 1949 hat kein Chemiker je beobachten können, wie die Pflanze komplizierte Nährstoffe — Fett, Zucker, Eiweiß — aus der Kohlensäure der Luft, dem Wasser des Bodens und einigen Spuren von Mineralien herstellt. Denn vor einem Jahr begannen kalifor- * nische Gelehrte, die Erfahrungen der Atomzertrümmerung zu benutzen, um der Natur dieses Geheimnis zu entreißen. Sie verwendeten radioaktive Kohlensäure, die eine Pflanze ebenso aufnimmt wie die normale Luftkohlensäure; dann verfolgten sie mit Hilfe des empfindlichen Geigergeräts, was mit der Kohlensäure in der Pflanze geschieht Sie stellten fest, daß das Blattgrün (Chlorophyll), das die Assimilation der Kohlensäure bewirkt, in zwei Schichten arbeitet, nämlich Tag und Nacht Die Pflanze Ist nämlich imstande, Sonnenenergie zu speichern. Die Forscher konnten die Photosynthese auch in eine bestimmte Richtung lenken und so zum Beispiel den Ölgehalt gewisser Pflanzen steigern. Professor Warburgs Arbeiten liegen in anderer Richtung. Nach einem Bericht der „New York Times“ studierte er die Sonnen-Energie, die zu einer Umwandlung von Kohlensäure und Wasser in Nahrungsstoffe notwendig ist. Die Pflanze bildet mit der Energie des Lichts .aus sechs Molekülen Kohlendioxyd und Wasser ein Molekül Zucker. Der Sauerstoff wird dabei an die Umgebung abgegeben. Professor Warburg stellte ferner fest, daß nicht zwölf Lichtquanten nötig sind, um ein Atom Sauerstoff frei au machen (wie man bisher glaubte), sondern nur drei. Das heißt, die Pflanze kann die Sonnen-Energie mit dem hohen Wirkungsgrad von 65—87 Prozent ausnutzen. Unsere Nutzpflanzen haben bisher höchstenfalls drei Zehntel eines Prozents des auf sie einwirkenden Sonnenlichts in Nährstoff-Energie umgesetzt. Dem entspricht der bisherige geringe Ertrag von durchschnittlich 5 Tonnen pro Hektar. Den amerikanischen Forschem gelang es jetzt, (bei Algen) einen Ertrag Von 120 Tonnen pro Hektar zu bekommen, und sie glauben, einen noch viermal höheren Ertrag erzielen zu können. Da Algen 60 Prozent verwertbares Eiweiß enthalten und da man schon Aigen mit 85 Prozent Fett züchten kann, läßt sich errechnen, daß bei vollkommener Ausnutzung der Sonnen-Energie die Menschheit 20 000 mal so viel Energie erhält wie bisher. Wenn man noch erforscht hat, wie die Pflanzen Kohlensäure in Zucker um wandeln, dann ist man auch in der Lage, Sonnen-Energie direkt in chemische Energie umzusetzen. Dann erst beginnt ein neues Zeitalter für die Menschheit. Hoffentlich ein glückliches! In der wissenschaftlichen Welt wird den neuen Forschungen Professor Warburgs große Bedeutung für die Zukunft der Menschheit zugemessen. Han« Hass dreht Unterwasser-Tonfilm Der 34 Jahre alte Meeresforscher Hans Hass, der durch sein Buch „Menschen unter Haien“ und durch seine Unterwasserfllme weltberühmt wurde, wird in diesem Frühjahr im Roten Meer den ersten Unterwasser-Tonfilm hersteilen. Das Unterwasser-Tonaufnahmegerät ist von Physikern der Wiener Universität entwickelt und in zahlreichen Versuchen als brauchbar befunden worden. Die Konstruktion dieses Geräts ist streng gehütetes Geheimnis. Es wurde lediglich bekanntgegeben, daß man damit unter Wasser Geräusche auffangen könne, die für das menschliche Ohr unhörbar seien. Hass will mit am Roten Meer ansässigen Laien einen Spielfilm in der Art der Produktionen des italienischen Regisseurs Roberto Rosselini hersteilen. Er will zunächst bei seinen „Unterwasserausflügen“ Aufnahmen mit seiner neuentwickelten Unterwasser-Tonfllm- kamera machen und diese Streifen dann in einem Spielfilm verwenden. „Im Spiegel der Fabel“ Der Verlag Paul Selbach in Ludwigshafen am Rhein gibt mit dem von Otto Dill illustrierten und von W. Löckel geordneten Büchlein „Im Spiegel der Fabel“, ein kleines Kunstwerk heraus, das ein Spiegelbild unseres Lebens und Wesens sein will. Die Auswahl der schönsten und sinnreichsten. Fabeln ist geglückt. Unser eigenes Erleben ist in der Fabel verknüpft mit dem Dasein, mit unserer Sehnsucht und Erwartung. Das ist der Sinn und Geist, von dem das kleine Büchlein ausgeht. Es wird nicht nur den Erwachsenen erfreuen, sondern auch die Jugend. Sie wird damit zurückfinden zu den Quellen wirklichen Volkstums. Sehr frisch sind die Illustrationen von Professor Dill, Seine Tierzeichnungen sind vom Leben selbst erfüllt und von seiner wundervollen Vielfältigkeit. Ein seltsamer Maler Der italienische Maler Aspertini, gestorben im Jahre 1552, war ein äußerst wunderlicher Mensch. Man nannte ihn den „Maler mit zwei Pinseln“, weil er, ausnahmsweise, mit beiden Händen zugleich malte. Die eine schuf das Licht, die andere das DunkeL O. Ho. Spebtralanalyfe oon Der heiteren Seite Kirchhof! entdeckte in gemeinsamer Arbeit mit seinem Freunde Bunsen die Spektralanalyse. Eines Abends untersuchte Bunsen die Flammenfärbungen verschiedener Elemente durch Betrachtung mit farbigen Gläsern. Kircfahoff sah ihm zu und schmunzelte. „Wirf die bunten Gläser fort!“ sagte er schließlich. „Ich weiß etwas Besseres. Ein Prisma und ein Fernrohr sind bedeutend geeigneter für die Beobachtung der Spektren!“ — „Ei was, junger Dachs!“ brummte Bunsen.-Aber er beschloß dennoch, Kirchhoffs Vorschlag zu folgen. Da die anderen Laboratorien und Instru- mentenräume schon geschlossen waren, stellten die beiden aus den verfügbaren Hilfsmitteln einen Apparat her. Eine Zigarrenkiste, ein Prisma, Teile eines alten Fernrohrs, das in einer Schrankecke lag, und schwarzes Papier wurden zusammengefügt. — Das war das erste Spektroskop. Kurze Zeit nach der Entdeckung der spektralanalytischen Methode sollte Kirchhoff in Karlsruhe einen Vortrag über die bisher gewonnenen Erfahrungen halten. Als er den Vor- tragssaal betreten wollte, hielt ein Türhüter ihn an: „Ihre Eintrittskarte bitte!“ — „Ich habe keine!“ sagte Kirchhoff. — „Dann dürfen Sie nicht herein!“ — „So verkaufen Sie mir eine!“ — „Tut mir leid, der Saal ist überfüllt, es gibt* keine Karten mehr.“ — „Nun, dann nicht!“ sagte Kirchhoff und wandte sich zum Gehen. Glücklicherweise holte das Ehrenkomitee ihn ein, sonst hätte man von der Spektralanalyse nichts zu hören bekommen, Auf einer Hofgesellschaft sprach Kirchhoff über optische Erscheinungen. Nach dem Vortrag fragte ihn eine Prinzessin, welches der Unterschied zwischen konvex und konkret sei. Kirchhoff war verzweifelt über eine so unsinnige Frage. Dann erwiderte er ruhig: „Konvex unterscheidet sich von konkret ungefähr wie Gustav von Gasthof, wie Braustübl von Brustübel oder wie Pettenkofer von Paten c- koffer.“ Die Gesellschaft verbiß mühsam da» Lachen, die Hoheit schien befri e d ig t. -S&i _ it öe Im Zoichon dM Wiederaoibatu i Das Brudisaler Wohnungsbauprogramm 19S0 Ftir die zerstörte Kreisstadt Bruchsal mit ihren heute wieder über 16 000 Einwohnern bleibt der Wohnungsbau nach wie vor das dringlichste Problem. Der Grad der Zerstörung ist in Bruchsal mit über 80 Prozent besonders hoch, keine andere badische oder württem- bergische Stadt kommt ihbezug auf die Konzentriertheit des Vemichtungswerkes an Bruchsal heran. In seiner letzten Sitzung behandelte der Stadtrat das Wohnungsbauprogramm des Jahrees 1950, das uns wieder ein großes Stück vorwärts bringt. Vorgesehen ist der Bau von nicht weniger als über 284 Wohnungen, die sich auf das ganze Stadtgebiet verteilen. plant den Bau von 2 Wohnungen an der Heidelberger Straße in mehreren Blocks, um eine möglichst rationelle Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel zu erreichen. Die Fa. Siemens & Halske das größte Industrieunternehmen der Stadt, das über 1500 Personen beschäftigt, baut in den Boppeläckem. Geplant sind insgesamt 30 Wohnungen, die dem Speyerer Weg ein neues Gesicht geben. Ganz erheblich vergrößert wird außerdem die Siedlung im Bficbenauerwald, die das Landessiedlungsamt im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums errichtet. Zu den bereits im Bau befindlichen Häusern kommen weitere 50 mit 100 Wohnungen hinzu, die von der Oberrheinischen Heimstätten-AG, erstellt werden. Einen neuartigen Weg geht da* Noch immer verzeichnet das Städtische Wohnungsamt an die 1056 Wohnungssuchende Familien. Welches persönliche Leid, welcher beständige Kummer sich hinter diesen nüchternen 2’.ahlen verbürgt, ermißt nur der, der das Elend der Wohnungslosigkeit, des Zusammengepferchtseins am eigenen Leib Jahre lang verspürte. Wir alle wissen, daß es nicht möglich ist, von heute auf morgen allen Wohnungssuchenden eine neue Heimstätte zu geben, denn dazu fehlen einem verarmten Volk die Milliardenbeträge, die für einen Wiederaufbau in wenigen Jahren erforderlich wären. Mit Rücksicht auf den Kapitalmangel, der uns überall zu Einschränkungen zwingt, der das Tempo des Aufbaues verlangsamt, stellt das Bruchsaler Wohnungsbauprogramm für das Jahr 1950 eine soziale Tat dar, die allgemeine Anerkennung verdient. In der Zahl von 284 Wohnungen ist der *.ri- Bürgermeisleriagung in Bruchsal: vate Wohnungsbau nicht berücksichtigt. Die Bruchsaler Bevölkerung hat mehr als einmal bewiesen, daß sie eigene Initiative zu entwik- keln vermag. Auch in diesem Jahr wird es nicht anders sein, d. h. dem Bauprogramm der öffentlichen Hand gesellt sich das private Bauprogramm bei, so daß wir am Jahresende mit erheblich mehr als nur 284 Wohnungen rechnen dürfen. Im einzelnen ergibt sich für das Jahr 1950 das folgende Bild: Für die Gemeinnützige Bruchsaler Wohnungsbaugesellschaft ist der Bau von 40 Wohnungen bereits genehmigt und die Finanzierung gesichert. Zunächst handelt es sich um den Wiederaufbau der ehemals Fischelschen Häuser an der Moltkestraße. Die Pläne liegen fix und fertig vor und die Bauplätze sind an die Wohnungsbaugesellschaft veräußert. Mit dem Bau von 14 Wohnungen Wird in Kürze begonnen werden. Das zweite große Bauprojekt der Wohnungsbaugenossenschaft bezieht sich auf die Ecke Bahnhof- und Zollhallenstraße beim früheren Gasthaus zur Rose und den sich anschließenden ehemals Oppenheimersehen Rosengarten. Im Zuge der übersichtlichen Gestaltung der Zufahrten zur Unterführung erfährt dieses Gelände eine besondere Planung. Moderne Wohnhausbauten erstehen, hier, die diesem Gebiet gegenüber der Eisenbahnlinie ein repräsentatives Gesicht geben, mehrstöckige Bauwerke mit zusammen 26 Wohnungen. Allerdings werden gegenwärtig noch Verhandlungen über die Platzerwerbung geführt; ihr Abschluß ist in Bälde zu erwarten. Bereits genehmigt ist ferner das Bauvorhaben der Sozialwerk für Wiederaufbau und Hausrat, das in Freudenstadt, Darmstadt und Stuttgart sich tatkräftig in den Wiederaufbau einschaltete und erhebliche Erfolge erzielte. Das Sozialwerk geht von der durchaus berechtigten Auffassung aus, daß ganze Straßenzüge auf einmal aufgebaut werden müssen, um keine zu große Zersplitterung zu erreichen. Die Stadtverwaltung steht dem Sozialwerk durchaus bejahend gegenüber und begrüßt seine Initiative. Die Verhandlungen verliefen durchaus positiv und dem Sozialwerk werde die rechte Seite der Moltkestraße vom Autohaus Rübenacker an für den Wiederaufbau übertragen. Das Sozialwerk beschafft u. a. die ersten Hypotheken, hoffentlich gelingt es ihm, die Grundstücksbesitzer in der Moltkestraße alle unter einen Hut zu bringen, um einen baldigen Baubeginn zu erreichen. Von wesentlicher Bedeutung für die Stadt Bruchsal ist schließlich noch der Bau der Umgehungsstraße von der Schwabenbrücke bis zum Holzmarkt. Das Programm wurde jetzt in das Notstandsprogramm des Bundes aufgenommen und dürfte damit seiner Verwirklichung einen bedeutsamen Schritt näher gekommen sein. H. St Gründonnerstag Mit dem Gründonnerstag nehmen die geweihten Tage der Ostern ihren Beginn. Er ist der Tag der Demut, die sich selbst verleugnet, er birgt die Stunden in sich, da der Heiland mit seinen Jüngern zum letzten Male das Abendmahl nahm und ihnen die Füße wusch. Dieses wunderbare Gleichnis der 'Tat veranschaulicht seine ganze Liebe zu den Menschen und seine ganze große Demut. Und das Bild dieser Handlung soll vor uns Stehen, wenn wir diesen Tag begehen. Wir wollen ge’oben, in gleicher Liebe und Demut zu bleiben, wie der Herr, der Gottes eingeborener Sohn war. Die katholische Kirche hat die Handlung der Fußwaschung als Sakramentale beibehalten. Bis auf den heutigen Tage nehmen der Papst, die Bischöfe und die Aebte am Gründonnerstag feierliche Fußwaschungen an zwölf armen Pilgern vor, denen später eine Abendmahlzeit vorgesetzt wird. Dadurch wird das Symbol der heute lebenden Menschheit immer erneut verkündet. In der Kirche verstummen mit dem Gründonnerstag die Orgel- und Glockehklänge. Wir wissen nicht, woher der Name „Gründonnerstag“ kommt. Vor Zeiten nahm man an diesem Tage die Büßer wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen auf. Man nannte sie im Gleichnis mit dem Reis, das Christus oft gebrauchte, die „Grünenden“. Tief wurzelt der Gründonnerstag auch im bäuerlichen Brauchtum. Fragen und Probleme der Gemeindeverwaltung Ein umfangreiches Arbeitsprogramm war für die Bürgermeisterversammlung, die gestern im PrinzMax tagte, vorgesehen. Nach Begrüßungsworten durch Herrn Landrat Weiß kam die Frage der Forumgestaltung zur Sprache. Die bisherige Form sei überlebt, es müsse eine fruchtbarere Gestaltung gefunden werden. Bisher seien allgemeine Fragen zugunsten meist persönlicher Dinge zurückgetreten. Es soll nunmehr in jeder Gemeinde ein kleiner Ausschuß gebildet werden, der vor einem Forum allgemeine Fragen festlegt Diese Fragen sollen dem Landrat übermittelt werden, damit die entsprechenden Spezialisten von den verschiedenen Aemtern bei den Foren Rede und Antwort stünden. Mr. Feick, der US Resident Ofßcer. äußerte sich eingehend zu dieser Frage und machte spezifizierte Vorschläge, wie das Komitee und seine Arbeit gestaltet werden könnte Mr. Feick widmete dem verstorbenen Regie- rungslandwirtschaftrat Dr. Dahm einen herzlichen Nachruf. Dr. Dahm habe für den Kreis Bruchsal viel getan und er habe stets gut mit ihm zusammengearbeitet. Landrat Weiß wies darauf hin, daß er bereits im Kreistag der Verdienste Dr. Dahms gedacht habe; Dr. Dahm sei ein Mann der Praxis gewesen, der es verstanden habe, die Theorie einträchtig nebenher gehen zu lassen. Anschließend beschäftigte die Versammlung das Problem der Soforthilfe. Eisenbahn-SiedlangsgeseUschaft ln der Benzengasse bei der Wartstation 2 der Bahnlinie Bruchsal-Bretten. In diesem Gebiet entsteht ein Wohnblock mit 18 Wohnungen, dessen Baubeginn in nächste Nähe gerückt ist. Die Beamten-Wohnbaugesellschaft hat sich für ihre Tätigkeit das Gewann „Artäcker“ am Ende der Zollhallenstraße erkoren. Vorgesehen ist hier der Bau von 24 Wohnungen in mehreren Gebäuden, die sich inbezug auf Stil und dergl. den bereits vorhandenen Bauten anpassen müßten, ohne jedoch in eine Öde Gleichmacherei zu verfallen. Einen beachtlichen Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot leistet die „Neue Heimat" die ihre Befähigung durch zahlreiche Wohnbauten in einer ganzen Reihe von Kreisorten unter Beweis gestellt hat. Die „Neue Heimat* Oberinspektor Klopfer über dieses Thema. Vorab gingen die Mittel an die Unterhaltshilfe, erst dann kämen Hausrats-, Ausbildungsund Aufbauhilfe. Die Hausratshilfe müsse weiterhin nach einer Gruppeneinteilung vergeben werden, da die Mittel beschränkt seien. Die Norm liege deswegen auch sehr tief. Die Schadenshöhe könne nicht maßgebend sein, sondern die soziale Stellung des Antragstellers. Für die nächste Ausschüttung seien für den ganzen Kreis nur 29 000 DM vorgesehen, eine Summe, die für die einzelnen Orte ganz geringfügige Ausschüttungen erbringe. Es sei zweckmäßig, zu der Ueberprüfung der Anträge Vertreter der Geschädigten und der Heimatvertriebenen hinzuzuziehen, da vorerst nur die Härtefälle Berücksichtigung finden könnten. Landfat Weiß gab seiner Meinung Ausdruck, daß die Soforthilfe große Unzufriedenheit aus- lösen müsse, wenn nicht gleich ganze Gruppen berücksichtigt würden. In der Diskussion wies Bürgermeister Kuhn- Langenbrücken auf die Schwierigkeiten hin, die die Soforthilfe besonders für die Landwirtschaft mit sich bringe. Sie sei dazu angetan, den Gegensatz, zwischen Alt- und Neubür' am nicht unerheblich zu vertiefen, da die Soforthilfe die eine Seite sehr stark belaste, während die andere Seite mit den ausgezahlten Beträgen nicht immer sorgsam umgehe. Das deutsche Volk könne die Flüchtlinge auf die Dauer we- efer ansiedeln, noch durchhalten, deswegen sei Von der Landkreisselbstverwaltung referierte eine internationale Lösung absolut erforderlich. Vor dem Brudisaler Strafriditer Ein hartgesottener Sünder sitzt in der Anklagebank. Der Aufenthalt in den Gerichtssälen scheint ihm nichts mehr Nc f s. Diebstahl im Rückfall wird ihm diesmal zur Last gelegt. Seine Strafakten leuchten in eine ziemlich bewegte Vergangenheit: Bis ins Jahr 1930 gehen seine 24 (!) Vorstrafen wegen Diebstahls, Bettel, Sittlichkeitsvergehen, schweren Diebstahls und zweimal sogar Diebstahls im Rückfall, was ihm schließlich sogar mehrere Jahre Zuchthaus. Sicherheitsverwahrung und Ehrenverlust einbrachte. Vom Wehrdienst war er seiner Vergangenheit wegen „befreit“. Man fragt sich mit einigem Recht, wie ein durchaus nicht unbegabter Mensch wie er, der sich früher in seinem Beruf als tüchtige Kraft gezeigt hatte, auf solche Geleise kommen konnte. Heute dürfte ihm jedenfalls der Weg zu geregelten Verhältnissen ziemlich schwer fallen. Seine letzte Gefängnisstrafe (wegen Landstreicherei) hatte er Mitte Februar ds. Js. in Stuttgart verbüßt. Nach seiner Entlassung hatte er sich teils zu Fuß, teils durch Autos, die er anhielt, bis Bruchsal durchgeschlagen, im Bahnhofwartesaal übernachtet und dann Untergrombach mit seinem Besuch beglückt, erhebliche Mittel, um seinen umfangreichen Für viele Gemeinden, die Waldbesitzer sind, ist die Holzmarktlage und die Frage der Holzverwertung von eminenter Bedeutung, da die Holzgeider einen wesentlichen TeU der Gemeindeeinnahmen ausmachen. Dr. Laibling vom Verband der Waldbesitzer sprach hierüber eingehend zu der Versammlung. Es sei kein Grund vorhanden, die Preise des Holzes ab Wald zu ermäßigen, wenn auch die Preise für Schnittholz zur Zeit fielen. Die Handelsspannen seien zu hoch gewesen, sie könnten und müßten abgebaut werden. Der Referent behandelte anschließend Fragen der Holzversteigerungen, der Preise und das Problem der Waldkultur. Er legte den Gemeinden nahe, eigene Saat- und Baumschulen anzulegen, weil auf diese Weise große Unkosten und Risiken, die sich beim Bezug von Jungpflanzen von fremden Lieferanten ergeben, ausgeschaltet werden könnten. Spezialfragen der Gemeindehaushaltpläne griff anschließend Reg.-Insp. Römpert auf. Dia Gemeindehaushaltspläne seien aufzustellen, dem Gemeinderat vorzulegen, und bis zum 1. Mai zur Genehmigung einzureichen. Seine weiteren Ausführungen galten der Frage der Ausführung von Notstandsarbeiten, der Personalfrage, die info’ge Aufhebung der Bewirtschaftungsstellen eine Verringerung des Personals zur Folge haben müsse. Die Getränkesteuerpauschalisierung sei unzweckmäßig. Die Getränkesteuer müsse nach dem tatsächlichen Verbrauch erhoben werden. Die Beihilfen aus dem Gemeindeausgleichsstock würden um I Million gekürzt, und für jede Zuweisung aus diesem Ausgleichsstock sei es erste Bedingung, daß alle steuerlichen Möglichkeiten, Hundesteuer usw., restlos ausgeschöpft seien. Der Lehrstellenbeitrag, den die Gemeinden aufzubringen hätten, richte sich nach der Zahl der tatsächlichen Lehrstellen. Die Höhe der Landkreisumlage liege noch nicht endgültig fest. Der Landkreis benötige aber dringend D 373 Jagt in die liadit Mit Lokführer Eggers und Heizer Blaske auf der Lokomotive Im abendlichen Dunkel liegt der Bahnhof Bruchsal vor uns. Es ist 20.42 Uhr, der Alpen- Nordseeexpreß, D 375, fährt in einer Minute ab. Das grüne Signallieht: Die Ausfahrt ist frei. Da hebt der Fahrdienstleiter den Signalstab und bald braust der Zug durch das nächtliche Land. Man lehnt sich bequem in die Sitze der Abteile, in denen wieder Mitropa-Kellner bedienen. Beim gleichmäßigen Rhythmus der Schie- nenmusik eilen die Gedanken der Reise voraus. Vom auf der Lokomotive steuert heute Lokführer Eggers. Vor dem Ausguck ballt sich undurchdringliche Dunkelheit. Knapp vor ihm steht die große Zahl der Signale und Leuchtzeichen wie ein bunter Tannenbaum, ein Wegweiser durch die Nacht. Lokführer Eggers und Heizer Blaske wissen um ihre Verantwortung für die ihnen anvertrauten Fahrgäste. Nur jahrelange Fahrpraxis bringt den Lokführer, manchmal erst nach fünfzehnjähriger Tätigkeit als Heizer, auf die Lokomotive eines D- Zuges. Trotz finsterer Nacht finden die „schwarzen Männer“ der Eisenbahn ihren Weg. Am Schienenstoß erkennen sie' die Brücke und wissen genau, in welchen Zeitabständen die Signale zu erwarten sind. Dabei kontrollieren sie lau- f“ n d die Meßinstrumente, und ihre Ohren überwachen alle Geräusche. Jedes falsche Tak- ken, Schlagen oder Klingeln ist für sie ein Signal zur Vorsicht. Sie reagieren auf das geringste Zeichen einer Unregelmäßigkeit. Deshalb klappt auch alles. Eggers* Blick wandert in regelmäßigen Abständen votn Ausguck über die Reihe der Instrumente und über den Fahrplan. Knappe Worte wechselt er mit dem Heizer. Die Signale folgen bei der hohen Geschwindigkeit rasch aufeinander. Das erfordert Nerven und eine schnelle Reaktionsgabe. Hinter dem Lokführer stehen immer dieselben wichtigen Forderungen: Sicherheit und Einhaltung des Fahrplans! Der vom Kohlenstaub geschwärzte Heizer Blaske hat schwerste körperliche Arbeit zu leisten. Auf dem kleinen Raum des Lokomo- tivstandes schaufelt er unermüdlich Kohle in die Weißglut der „Feuerkiste“. Alle paar Minuten muß er nachwerfen und zwischendurch die Kohle vom Tender raufen. Blaske versteht sein Handwerk. Von seinem sachgemäßen Heizen hängt die Leistung der Lokomotive ab. Kunstgerecht wirft er die Kohle in den Feuerschlund: links, rechts, vorn und dann weiter hinten. Das kostet Schweiß und Mühe. Fahrt in die Nacht! Eine schwere, verantwortungsvolle Aufgabe, die starke Nerven erfordert! H. Sch. Er trat in einen Hausflur. Das Haus war leer, und ah der einen Türklinke hing ein Damenmantel. Ob er überhaupt noch so etwas wie Versuchung kannte, oder ob er schon instinktmäßig handelte jedenfalls untersuchte er den Mantel eingehend und entdeckte ein«» Geldbeutel. Den Inhalt von DM 14.— steckte er zu sich. Den Geldbeutel warf er in einen in der Nähe säehenden Abfalleimer. Da ließ sich endlich die Hausfrau blicken. Was er jetzt machte, war noch schändlicher und gemeiner. Mit der leidendsten Miene bat er für sich und seine Familie (er war in Wirklichkeit geschieden und hatte keine Kinder!) um eine Unterstützung, um Weiterreisen zu können, reizte, wie das nur ein Bettelexperte seiner Art fertig bringt, die Tränendrüsen und erreichte das Mitleid der Frau die schon zum Geldbeutel greifen wollte, ihn aber nicht mehr fand. Die Frau sucht, wird mißtrauisch und läßt deutlich durcbblicken, daß sie in ihm den Uebeltäter vermutet. Das streitet er natürlich entrüstet ab. Als die Frau schließlich den Jungen wegschickte, um die Polizei zu holen, rückte er das Geld mehr oder weniger reuevoll einem Mann vor der Türe heraus, von dem er annahm, daß er der Gatte der Frau sei, und wollte verschwinden. Gleich darauf wurde er verhaftet. Grundsätzlich wird Diebstahl im Rückfall mit Zuchthaus bestraft, doch das Gericht räumte dem Angeklagten mildernde Umstände ein, weil es sich hier nur um einen kleineren Betrag handelte, der dazu dem Eigentümer wieder zurückgegeben wurde und weil der Angeklagte selbst in einer gewissen Notlage gehandelt hatte und voll geständig war. Er wurde wegen Diebstahl-Rückfalls zu 3 Monaten, 2 Wochen Gefängnis und wegen Bettelei zu zwei Tagen Haft verurteilt H. Aufgabenkreis im Interesse der Gemeinden erfüllen zu können. Insp. Römpert ermahnte Bürgermeister und Gemeinderechner, den alten Grundsatz Keine Ausgabe ohne Deckung mehr denn je gelten zu lassen und jede Ausgabe sorgfältig zu prüfen. Die Aussprache brachte eine Kritik über die Höhe der Lehrstellenbeiträge durch Bürgermeister Kuhn. Das Land müsse den größten Teil dieser Beiträge übernehmen, da sie für die Gemeinden zu hoch seien. Die Feuerschutzabgabe wurde ebenfalls einer kritischen Betrachtung unterzogen und verschiedene Zweifelsfragen über den Kreis der Befreiungsberechtigten geklärt. Um die Engerlingsplage, wie sie in den letzten Jahren auftrat, zu beseitigen, sei die Maikäferbekämpfung in diesem Jahre eine besondere Notwendigkeit Ueber dieses Thema sprach Dr. Wettinger vom Pflanzenschutzamt Augustenberg in sachverständiger Weise. Die Maikäfer müßten in den ersten 10 Tagen nach ihrem Erscheinen vernichtet werden, weil sie erst nach dieser Zeit ihre Eier in den Boden legten, die dann die Engerlingsplage zur Folge hätten. In diesem Jahre müßten im Kreis Bruchsal etwa zwei Drittel der Gemeinden mit einem großen Anflug von Maikäfern rechnen. Das Land werde in der Bekämpfung den Gemeinden helfen durch Hergabe von chemischen Mitteln und den entsprechenden Spritzgeräten. Es sei ein sparsamer Einsatz der Mittel notwendig, der dadurch erreicht werden, daß ein Beobachtungsdienst eingerichtet wird. Dieser Dienst stellt abends an den Haupteinfallgebieten, das jind Waldränder, Hecken und einzelnen Hochbäumen, fest, ob sich ein starker Maikäferanflug zeigt- Die Bekämpfung müsse dann in Mittwoch, den 5. April 1950 den trüben Morgenstunden zwischen 5 und 9 Uhr erfolgen. Finanzamtmann Saur äußerte sich zu verschiedenen Fragen und Vorwürfen gegen das Finanzamt. Er konnte auch einige Zweifelsfragen, die aus dem Kreise der Versammlung auftauchten, klären. In der Nachmittagssitzung wurden das Wohnungsbauprogramm 1950, die Baulandumlegung, die Wirtschaftsförderung, die Schülerspeisung behandelt. Wir berichten darüber in unserer Donnerstag-Ausgabe. Sängerlagiiiig der Gruppe Uesl in kirrlatit V&qelpiewuU( Als Osiergeschenk empfehle ich preisgekrönte Wellensittiche u. Kanarien-Vögel sowie Käfige Dazu alle Utensilien Gustav Haubensak Sohn Stadtgrabens». 16 - Bruchsal - b. Postamt Am Sonntag fand in Kirrlach eine Tagung der Sängergruppe West statt. Der Gruppen- Vorsitzende Arthur Kremer-Kirrlach eröffnet« die Sitzung und begrüßte die Erschienenen. Besonders herzlich hieß er den Gruppendirigenten Heilig aus Philippsburg willkommen. Kremer dankte für das Vertrauen, das man ihm anläßlich seiner Wahl zum Gruppenvorsitzenden entgegen gebracht hat. Auf der letzten Sitzung wurde Kremer beauftragt, beim Kreisvorsitzenden dahingehend zu wirken, daß die Vereine der Sängergruppe West beim Bundeiliederfest in Karlsruhe am Sonntag morgens singen können. Kremer berichtete, daß das Programm bereits vor sechs Wochen festgelegt worden sei und die Vereine am Samstag singen müßten. Um den arbeitslosen Sängern eine Teilnahme zu ermöglichen, wurde angeregt, diese von den Beitragsleistungen zu befreien. Das Ansehen der Vereine der Sängergruppe West verpflichte zu einer möglichst großen Teilnahme. Empfohlen wurde die Bildung einer Reisekasse bei den einzelnen Vereinen. Die Pflichtchöre der Sängergruppe beim Bundesliederfest sind: ,Jn der Marienkirche“ und „Maitrank“. Beide von Löwe. Kremer schlug vor, an einem Sonntagvormittag ein Probesingen zu veranstalten. Man beschloß für die Vereine von Neudorf, Wiesental, Kirrlach und Hambrücken, das Probesingen in der Rosenhalle in Wiesental und für die Vereine von Oberhausen, Rheinhausen, f Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen Nachrichten des Standesamtes Geburten: Renate, V. Eisendreher Ludwig Hammäcker, Kasernenstr. 23; Bernhard, V. Regierungsinspektor Kurt Heinzmann, Moltke- etraße 23; Rainer, V. Stadtinspektor Robert Ecfeerie, Württemberger Straße 123; Claudia, V. Kraftfahrer Eugen Schilling, Durlacher Straße 37; Ludger, V. Kaufmann Eduard Kirch- geßner, Friedenstr. 9; Günter, V. Arbeiter Josef Kropp, Obergronibacher Straße 36. Heiraten; Techniker Bertold Greunig, Huttens», 48 und Verwaltungsangestellte Gertrud Oehm, Huttens». 48; Postfacharbeiter Kurt Schnatterbeck, Unteröwisheimer Straße 18 und Irmgard Köhler, mittlerer Schloßgarten, Baracke 2. Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfungen. Zur Vorbereitung auf den allgemein-theoretischen und betriebswirtschaftlichen Teil der Meisterprüfungen (Rechtskunde, Zahlungsverkehr, Buchführung usw.) veranstaltet die Handwerkskammer Stuttgart von Anfang Mai ds. Js. ab dreimonatige Abendkurse in Stutt- Untragbare Belastung der Landwirtsdiatt Bundestagsabgeordneter Rechtsan walt Neuburger in Heidelsheim Zur Klärung brennender Tagesfragen dar Landwirtschaft, war Bundestagsabgeordneter Neuburger nach Heidelsheim gekommen. Zu dem Ausspracheabend waren Landwirte aus Heidelsheim und Helmsheim erschienen, die u. a. an Hand selbstausgearbeiteten Beweismaterials, die unfragbaren wirtschaftlichen Belastungen der kleinbäuerlichen Betriebe dokumentierten und den Abgeordneten baten, sich mit diesen für die Landwirtschaft lebenswichtigen Problemen eingehend zu beschäftigen. Während die steuerliche Belastung 1938 für einen 7 ha großen Betrieb je ha 17,14 RM betrug, hat sie 1949 die Höhe von 88,45 DM erreicht. Auf diesem Vergleich fußend gab einer der anwesenden Landwirte einen detaillierten Bericht von den gegenwärtigen Verhältnissen eines 6,5 ha-Betriebes. Die Ausstellung veranschaulichte die Gefahr, in der die Kleinlandwirtschaft durch die steuerliche Ueberlastung schwebt. MdB. Neuburger gab durch seine sachlichen Erläuterungen zu erkennen, daß er mit sämtlichen Punkten bestens vertraut sei und seine Bestrebungen einer gerechten Besteuerung auch der nichtbuchführenden Landwirte gelten. Es wurde angeführt, daß die buchführenden Landwirte 4,3 Prozent Einkommensteuer zahlen, während die Steuer der nichtbuchführenden nach Richtsätzen veranschlagt wird und bis 11,5 Prozent beträgt. Zwei der anwesenden Landwirte gaben dazu Beispiele über die Praktiken bei der Erhebung der Richtsätze. Bei dem einen Betrieb wurde der Meßbetrag auf 430.— DM, bei dem andern auf 475.— DM kalkuliert. Trotzdem setzte das Finanzamt den Steuersatz auf 630.— DM und bis 1949 sogar auf 720.— DM fest. Bedingt sei dieser Steuersatz durch den hohen Einheitswert des Landes Baden (6000.— DM je ha), der im Vergleich mit Württemberg (4500.— DM je ha) und Bayern (2500.— DM je ha) unbedingt einen Ausgleich erfahren müsse. Weitere Fragen betrafen die Handelsverträge, die auf dem Rücken der Landwirtschaft abgeschlossen seien und sowohl Absatz- wie Preisschwierigkeiten hervorgerufen hätten. Dr. Neuburger versicherte die Revision einiger dieser Abkommen und wies u .a. darauf hin, daß die deutsche Landwirtschaft nur für sechs Monate die Ernährung sichern könne, drei Monate müßten mit Hilfe von ERP-Mitteln und drei Monate aus Exportwaren gedeckt werden. Mit dem Ende der Marshal-Plan- Hilfe 1952 sei eine Produktionssteigerung in der Landwirtschaft unerläßlich. Bei der Preisdiskussion wenden besonders die Weizenpreise beanstandet. Die Landwirte vertraten allgemein die Ansicht, daß die freie Marktwirtschaft für die Landwirtschaft nicht tragbar sei. gart. Die Kursgebühr beträgt 30.— DM. Anmeldungen mit Adressen- und Berufsangaben an die Handwerkskammer Stuttgart in Stutt- gart-O, Urbanstraße 49, Fernruf 910 55. Forderungen ehemaliger Reichsbediensteter. Seit Januar 1950 haben sich in den verschiedenen Städten des Bundesgebietes Arbeitsausschüsse gebildet, um die berechtigten ausstehenden Lohn- und Gehaltsforderungen bei der Bundesregierung geltend zu machen. Die bereits eingesetzten Fühlungnahmen mit Bundestagsabgeordneten ergaben ein gutes Bild. Die dem Bundestag zugeleitete Petition, ging in Zweitschrift dem Bundeshausfaaltsetat zu. Die Weiterleitung an den Bundesfinanzminister wurde zugesagt und die Anhörung der Abordnung beim zuständigen Referenten in Bonn in Aussicht gestellt. Die bislang zu bewältigenden Vorarbeiten, haben trotz ehrenamtlicher Tätigkeit ziemlich Unkosten verursacht. Die Verhandlungen in Bonn bedingen einen mehrtägigen Aufenthalt, da mit allen in Frage kommenden Stellen verhandelt werden muß, die naturgemäß große Anforderungen stellen. Die Arbeitsausschüsse nahmen Abstand davon, einen Monatsbeitrag zu erheben, aber der einmalige Unkostenbeitrag von 2.— DM pro Kopf, muß erhoben werden, da nur diejenigen erfaßt werden können, die diese Mindestleistung erfüllt haben. Sämtliche Kameradinen und Kameraden sollen die Möglichkeit einer letzten Aussprache erhalten und ist aus diesem Grunde für Ostermontag, 14 Uhr, in der Brauerei Denner (Restaurant) eine Zusammenkunft angesetzt. Der Wichtigkeit wegen ist vollzähliges Erscheinen erforderlich. Betreut werden: Ehemalige Angehörige der Organisation Todt, Reichsarbeitsdienst, alle Arbeiter und Angestellte der ehemaligen Wehrmachtsteile Huttenheim und Philippsburg in der Festhail* in Philippsburg zu veranstalten. Dirigent Heilig bat die Vereine, die nötigen Vorarbeiten zur Einstudierung der Lieder zu leisten. Zur Unterstützung des Gruppen Vorsitzenden wurden zwei Beiräte: Dickgießer-Wiesental und Oechsler-Kirrlach gewählt. Zum Schluß bat Kremer, daß sich die Gruppenvereine bei ihren Sängerfesten gegenseitig unterstützen mögen. Die nächste Sitzung findet in Philippsburg statt. * Am Sonntag fand im Schulhause nach 10- jähriger Panse, eine Ausstellung von Mädchenhandarbeiten der Volksschule in Kirrlach statt. Sie hatte den Zweck, der Bevölkerung zu zeigen, was : im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten im Unterricht geleistet wurde, daß man bemüht war, in erster Linie Dinge des täglichen Gebrauchs herzustellen. Das bewiesen vor allem die zahlreichen Wollsachen. w. Am Donnerstag, 6. 4., werden auf dem Rathaus in Kirrlach in der Zeit von 8 bis 11.30 Uhr und von 14—16 Uhr die Treibstoffmarken für die Gemeinden Kirrlach, Wiesental und Waghäusel .ausgegeben. Alle Obstbaumbesitzer, die ihre zur Entfernung gekennzeichneten Obstbäume noch nicht beseitigt haben, werden an die in der Verordnung zur Schädlingsbekämpfung festgelegten Maßnahmen erinnert. Die Säumigen müssen damit rechnen, daß ihre Baumruinen von der Gemeindeverwaltung auf Kosten dee jeweiligen Besitzers entfernt werden. Die Verwaltung des 1. FC Olympia hatte am Samstag die Handwerker zu einer Besprechung über den weiteren Ausbau de« Sporthauses in die „Drei Könige“ eingeladen. Am Freitag fand unter Vorsite des Bürgermeisters eine Gemeinderatssitzung statt. Der Gemeinderat genehmigte die Gewährung von Baudarlehen an 22 Antragsteller und beschloß die Uebemahme der Ausfallhaftung in Höhe von % der beantragten Darlehenssumme. Der Antrag des Vorsitzenden über die Entlassung eines Angestellten der früheren Kartenstelle wurde abgelehnt. Es wurde eine weitere Beschäftigung vom Gemeinderat befürwortet. Am 10. 2. und 25. 3. wurden zwei unvermutete Gemeindekassenprüfungen vor- ~ genommen. Beide gaben zu keinerlei Beanstandungen Anlaß. Josefa Maria Heiler geb. Schuhmacher, Kromauerstr. 65, beging ihren 75. Geburtstag. Am 6. 4. feiert Gottlieb Würges, St. Leoner- straße 14, seinen 75. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Im Gasthaus zum Schwanen fand für Hausfrauen eine praktische Vorführung der Sie- mens-Schuckert-Werke AG Mannheim über elektrisches Kochen, Backen und Braten statt. Die Besucher hatten Gelegenheit, sich von dem hohen Leistungsgrad der modernsten elektrischen Haushaltsgeräte zu überzeugen. Ostermontag - Glodsenbazar in Kronau Wie in vielen anderen Gemeinden, wünscht und anschließend werden die Jugend und die Odenheim Am Dienstag wurden die Schüler des achten Schuljahres von Dr. Hepp auf ihre Berufseignung untersucht. Am Donnerstag fand hier ein Lokaltermin zwecks Festlegung der Bauplätze für die gemeinnützige Baugenossenschaft „Neue Heimat“ statt. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen, jedoch ist, nach den Worten Bürgermeister Buttingers, damit zu rechnen, daß die Bauplätze in kürzester Zeit festgelegt werden. die Bevölkerung wieder ein schönes Geläut zu erhalten. Während des Krieges mußten zwei Glocken ihren Plate im hohen Kirchturm verlassen und der Rüstung dienen, sodaß nur noch ein Glöcklein seinen Klang erschallen ließ. Wohl kam 1948, die aus dem Jahre 1720 stammende Glocke, wieder unbeschädigt in das Dorf, doch mußte man die alten, vertrauten Klänge von früher weiterhin vermissen. Die Katholische Kirchengemeinde versucht nun in Zusammenarbeit mit sämtlichen Vereinen durch einen Glockenbazar am Ostermontag die Mittel für neue Glocken zu erhalten. Mit der Anschaffung der Glocken soll gleichzeitig der Kirchturm restauriert werden. Mehrere hundert, zum Teil sehr wertvolle Preise, kommen zur Verlosung. Am vergangenen Sonntag wurde bereits mit dem Verkauf der Lose begonnen, und schon mancher darf sich auf einen Gewinn freuen. Mit einem Standkonzert vor dem Rathaus eröffnet die Musikkapelle den Bazar einzelnen Vereine am Schulhaus bei bester Verpflegung für das Wohl und die Unterhaltung der Besuch«- sorgen. Zu diesem Glockenbazar ist die gesamte Bevölkerung von Kronau sowie der Nachbargemeinden recht herzlich eingeladen. —t— Oberacker Um die seit Jahren herrschende Schulraumnot zu beseitigen, beschloß der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung die Aufstockung des Schulhauses, um im ersten' Stock desselben einen weiteren Schulsaal zu erhalten. Des weiteren wurde eine Friedhofordnung erlassen, deren Wortlaut durch Anschlag am Rathaus bekannt gemacht wurde. Am letzten Sonntag erfolgte eine Geldsammlung zugunsten des Glockenfonds, die den Betrag von 730.— DM ergab. Die von den oberen Klassen der Volksschule durchgeführte Sammlung für die Taubstummenanstalten erbrachte 38.70 DM. et iß imftanbe nnb oerfdjläft feine eigene (jodjjett. Da miB ich boch gleich einmal...* fit wollte bas 3 immer »erlaßen. Bber grau Suife hielt ihn gurüd. „34 habe ben ©ärtner febon beauftragt, ißn gu weden. @8 ift eben geffetn am polier* abenb ein bißchen fpdt geworben*, entfdhul- bigte ße. SBernburg machte eint Ärgerliche Verne* gung mit bet $anb. „®u baß immer eine fintfdjulbtgung für ihn bereit. Bber bu weißt fo gut wie ich, baß n bisher baS Beben immer mehr Oon bet leichten ©eite nahm... man fönnte faft fagen: oon ber leidjtfinnigen ©eite.* „$u lieber fcimmel... bie 3ugenb. SBir waren boch alle einmal iung*. enfgegjtete fie ein bißchen fchalfhaft unb blingelte mit ben Bugen. „Mit biefem billigen fiinwanb foüteft bu mit nicht fommen', fagte SBernburg bmm. mig. „Mir will fcheinen, als ob bie heutige 3ugenb Weit oberflächlicher tft, als mit eS waren.' grau SBernburg fcfjüttelte faft Httmeifltdj ben Aopf. „DaS liegt nicht an ben Menfchen, baS liegt an bet 3 eit-' 3n biefem Moment würbe an bie Ifit ge. Hopft Buf bas herein SBetnburgS fam bei ©ärtner in baS 3immer, ein Heiner, älterer Mann, bet Oerlegen bie Müße in ben ^än* ben Drehte. „SBaS ift loS, SBillem!' fragte ber Vanfier. „$m SBernburg ... ich habe Oerfudjt, beit jungen gnäbigen £etrn gu weden, aber troß aßen Älopfens unb RufenS habe kß leine Bntwort befommen.* „Sßarum finb ©it benn nicht kt fet« gitn mer gegangen?* „SBoflte ich. aber eS war a 6 gefperrt. Unt burch bie Riße unten an ber 2ür fteht man, baß btinnen noch baS Sicht bon geftern abenb brennt*, antwortete ber ©ärtner etwas gögernb unb ein bißchen ratlos. „fit wirb wohl geftern abenb »in* gefdjlafen fein, ohne baS Sicht abgebreht gu haben*, fagte SBernburg fo obenhin, obwohl er fith etneS gewiffen RnbehagenS ntd)t erwehren fönnte. SBarum, baS Oermochte et fleh felbft »«hl I« tvHärtn. gortfeßung folgt. Mittwoch, den » April UM AUS KRAICHGAU UND BRUHRAIN Kot Am Samstag u. Sonntag zeigte die Theatergruppe des Tumverelne ein gut in die heutige Zeit passendes Heimatstück „Heimatlos“. Obwohl die eigentliche Theaterspielzeit schon längst vorüber ist, bewies die Bevölkerung doch reges Interesse. Das Stück selbst schilderte, das von uns allen selbst erlebte Schicksal, eine vertriebene Familie aus dem Osten. Mutter und Tochter, jahrelang getrennt, finden sich endlich wieder zusammen. Die Mutter von Elfriede Heinzmann und Tochter von Anni Platzek, zeigten eine hervorragende Leistung. Nicht weniger aber der stattliche Herr Amtmann (Anton Thome) und dessen Sohn Konrad (Heinanann Ewald), die beide die schweren Bollen glänzend meisterten. Für di« heitere Seite dieses Stückchens waren Franz und Elh (Wein Erwin und Emma Linder) die gegebenen Darsteller. Aber auch die übrigen Spieler zeigten sich ihren Aufgaben vollauf gewachsen. Die Regie und der Bühnenbau lag fai den Händen des Herrn Lehrer Schiller,' der sich in den vergangenen Monaten mit diesen Aufgaben vortrefflich zu respektieren wußte. Zeutem Die Osterferien der Volksschule begannen wie alljährlich, am Schmerzens-Freitag. Dieser Tag wird seit alter Zeit als örtlicher Festtag gefeiert Er zeigt wie kein anderer, die Verbundenheit zwischen Volk und Kirche. Aus Nah und Fern kommen die Verwandten und Bekannten, um gemeinsam mit den Einheimischen den Festtag zu begehen. Zu beiden Seiten der Kirchstraße hatten die Händler ihre" Stände aufgeschlagen. Alles war zu haben, Zuckerwaren, Geschirr, Stoffe, Rosenkränze, Wachsstöcke, Bilder und anderes mehr. Wie dieser Feiertag entstanden ist, läßt sich nicht mehr genau feststellen. Die einen neigen zu der Auffassung, mit der Verleihung der Stadt- und Marktrechte an die Gemeinde Zeutem durch Kaiser Rudolf von Habsburg habe die Kirche zum Marktrecht, den Schmerzensfreitag zu einem örtlichen Feiertag erhoben. Eine andere Lesart besagt: Als im Mittelalter die Fest unser Dorf heimsuchte, und nur noch wenige Einwohner lebten, gelobten sie, den Schmerzensfreitag als Feiertag in Zukunft zu begehen. Die Pest erlosch und seither wird dieser Tag nun von der ganzen Gemeinde gefeiert. h, Obergrembach Das Kaufhaus Müller begeht am Gründonnerstag sein 25jähriges Geschäftsbestehen. Der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus •bekannte Inhaber, Albert Müller, machte sich nach erfolgreicher Beendigung einer ordentlich«! kaufmännischen Lehrzeit bei der Firma Moritz Marx Söhne AG. in Bruchsal erst dann in seiner Heimat selbständig, nachdem er sein kaufmännisches Wissen und Erfahrung bei verschiedenen Großfirmen in Franken thal, Mainz, Stuttgart und Landau bereichert hatte. Bald nach der Gründung erwies sich ein Umbau der Geschäftsräume als notwendig. Es entstanden große und moderne Verkaufsräume, die eine Ausdehnung auf mehrere Abteilungen gestatteten. Schloßdiener a.D. Karl August Schwager, Schloßweg 5, feierte gestern in bewundernswerter geistiger Frische und körperlicher Gesundheit seinen 72. Geburtstag. Dem allseits beliebten Jubilar alles Gute und einen noch recht langen und sonnigen Lebensabend. Unter überaus großer Teilnahme der Einwohnerschaft, insbesondere der Flüchtlinge, wurde am Sonntag die im 81. Lebensjahre verschiedene Neubürg in Frau Anna Wurscher, geb. Stangl, zu Grabe getragen. Frau Maria Adam, geb. Schönherr, Witwe des Landwirts und Milchsammlers Wilhelm Adam, ließ am vergangenen Freitag ihr Hausanwesen in der Hauptstraße 29 öffentlich versteigern. Für die 2,39 Ar Hofreite mit Gebäulichkeiten wurde nur ein Gebot von 4500 DM abgegeben, obwohl zahlreiche Interessenten erschienen waren. Da dieser Preis dem Steuerwert von 1909 gleichkommt und als zu nieder erachtet wurde, hat sich die Eigentümerin noch einige Tage Bedenkzeit Vorbehalten. Helmsheim Am Montag konnte Gustav Senger in geistiger und körperlicher Frische seinen 68. Geburtstag begehen. Am 4. April feierte Frau Luise Lamprecht, geb. Feldmann, ihr 74. und am 5. April Wilhelm Braun sein 73. Wiegenfest. Wir entbieten den Geburtstagskindern unsere herzlichsten Glückwünschet Am Sonntag wurde durch die Schüler der oberen Klassen eine Haussammlung zugunsten des Vereins für badische Taubstumme durchgeführt. Die Sammlung hatte ein Ergebnis von 46 DM. aufzuweisen. Die erst vor kurzen zugunsten der badischen Jugenndherbergen durchgeführte Sammlung erbrachte 37.30 DM. Den edlen Spendern beider Sammlungen sei ein herzliches Wort des Dankes gesagt. -u- Unteröwisheim Bei der letzten Gesangsprobe des Vereinigten Männergesangvereins konnte Vorstand Wilhelm Deuchler den Deutschamerikaner Arnold als Gast herzlich begrüßen. Dieser überbrachte in bewegten Worten die Grüße des Gesangvereins Bavaria in Buffalo und überreichte dem Verein ein Geschenk. Bei der letzten Fahnenweihe 1928 hatte dieser amerikanische Gesangverein den Unteröwisheimer Sängern eine Fahnenschleife gestiftet. Nach dem Kriege nahmen die Messen Sänger die Beziehungen zu den Sangesbrüdem in Buffalo wieder auf und widmeten ihnen einen deutschen Chor. Herr Arnold, der gegenwärtig ln Deutschland zu Besuch weilt, nahm die Gelegenheit gerne wahr, den sangesfreudigen Unteröwisheimem überraschend einen Besuch abzustatten, wobei er vom Können des Vereins tief beeindruckt war. In geselligen, lieddurchwobenen Stunden blieben die Sänger nach der Probe mit dem lieben Gast noch lange beisammen. Am 31. März wurde Elisabeth Bindschädel, Gartenstraße 71, und am 2. April Friedrich Schnitzer 75 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Cved&ditnisgottesdienst in Rheinsheim 14 Tote forderten die Schreckenstage von 1945 In diesen Tagen gedachte die ganze Gemeinde der Schreckenstage im März 1945. Am 24.3. überschritten die letzten deutschen Soldaten den Rhein. Damit begann die Beschießung des Dorfes, die sich bis zum 31.3. zu einem wahren Granatenhagel steigerte. Am 1. April besetzten französische Truppen das Dorf. Ueber- all trafen sie zerschossene Häuser und verschüttete Straßen. 45 Häuser waren vollständig zerstört, 34 schwer, 55 halbschwer und 174 leicht beschädigt. So schwer die Verluste waren, Lebenswille, Fleiß und Tatkraft der Bevölkerung ließen Neues aus den Trümmern erstehen, und nur wenige Ruinen sind noch Zeugen der furchtbaren Stunden und Tage vor 5 Jahren. Die schwersten Verluste aber sind unersetzlich geblieben bis auf den heutigen Tag und werden es immer bleiben. 14 Personen im Alter von 9 bis 60 Jahren, haben ihr Leben lassen müssen. Ihrer gedachte Pfarrer Oskar Ubstadler Rodieiadtronik 40jährige« Stiftungsfest der „Freundschaft“ im Juli Am Wochenende tagte im Vereinslokal „zum Ritter“ die erweiterte Vorstandschaft des Männergesangvereins „Freundschaft“ um die Feier des 40jährigen Stiftungsfestes, das am 16. Juli begangen wird, zu organisieren. Schon liegen die Anmeldungen der Brudervereine aus Unter- und Oberöwisheim, Weiher, Stettfeld und Zeutem vor. Den Auftakt des Festes bildet ein Festbankett am Samstag, 15. Juli. Am darauffolgenden Sonntagmorgen ist feierlicher Kirchgesang mit Gedächtnisfeier für die Gefallenen und Verstorbenen des Vereins. Am Nachmittag findet ein Volksfest auf der Hummelwiese statt, wobei die Gastvereine sowie eine Blaskapelle und der festgebende Verein durch Lied-und Musik für Unterhaltung sorgen werden. Die Organisation des Festes erfordert einen Kreis Männer, die sich an diesem Abend zur Verfügung stellen, so daß ein reibungsloser Ablauf des Festes gewährleistet ist. Am Samstag fand im Rittersaal die Kreistagung des Fachverbandes Tischtennis statt, die von allen Tischtennisvereinen und Abteilungen des Kreises gut beschickt war. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des gesamten Vorstandes, sowie die Festlegung der Kreismeisterschaften des Jahres 1950. Seit einigen Tagen ist die Kegelbahn des Gasthauses zum Ritter renoviert und erfreut sich einer regen Benützung. Am Sonntag fand sich im Schulhaus unter Vorsitz von Bürgermeister Knebel ein Gremium zusammen, um wegen Errichtung eines dringend notwendig gewordenen neuen Schulabortes zu beraten. Am Montag wurde von den beiden Maurermeistern Schmitt und Roth der in Aussicht genommene Platz für den neuen Schulabort in Augenschein genommen und man einigte sich, alsbald mit den Vorarbeiten, Bodenaushub, zu beginnen. Unseren zur Soforthilfe herangezogenen Bürgern macht die Bezahlung der fällig gewordenen Abgaben große Sorge. Viele Abgabepflichtigen haben deswegen um Stundung nachgesucht Bei manchen gab es in diesen Tagen lange Gesichter als ein Beamter des Finanzamtes erschien, um die fälligen Geldbeträge zu kassieren. Manches böse Wort fiel dabei, weil der Stundungsantrag nicht auf dem vorgeschriebenen Formblatt erfolgt war und somit die Abgabe geleistet werden mußte. Den Beamten, der diesen unangenehmen Dienst draußen auszuüben hat, trifft hier keine' Schuld, was doch zu beachten wäre. sch. Frey in seiner Ansprache während des Gedächtnisgottesdienstes, der Jedes Jahr am Sonntag nach dem 31. März gehalten wird. Der fünfte Jahrestag wurde besonders feierlich gestaltet. Pfarrer Oskar Frey schilderte in ergreifenden Worten Szenen jener grauenhaften Tage. Er betonte, wenn nicht die große Geschichte, so müßte doch das Weitergeben von Mund zu Mund all diese Ereignisse festhalten, das seien wir diesen,14 Toten schuldig. Er freue sich, daß über Parteien und Konfessionen hinweg alle seiner Einladung gefolgt sind und so ihre Teilnahme an dem schweren Schicksal, das das Dorf getroffen habe, als geschlossene Dorfgemeinschaft bekundet hätten. Der Chor des Cäcilienvereins umrahmte diesen feierlichen Gedächtnisgottesdienst in würdiger Weise. Mannergesangverein „Konkordia“ Am Samstag hielt der MGV. Konkordia in der Krone eine Festausschußsitzung für die Feier des 75. Jubiläums mit Fahnenweihe im Juni ab. Vorstand Brecht begrüßte alle Anwesenden und dankte ihnen für ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit. Sodann wurden die Fragen des Festplatzes, des Festzuges, des Festbuches, der Quartiere und der Verpflegung und nicht zuletzt die der Finanzen besprochen. 14 Vereine haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Der Vorstand dankte zum Schluß nochmals allen Mitarbeitern, besonders den Nichtmitgliedern und betonte, daß das Fest im Juni nicht nur ein Fest des Vereins und der Sänger, sondern ein Fest der ganzen Einwohnerschaft werden müsse, das dem kulturellen Wollen aller besonderen Ausdruck verleihe. «t Geboren: Gernot, V. Andre de Wulf, Händler, Hauptstr. 66; Marianne* V. Wittmann Erich, Arbeiter, Baumgasse 27; Willi, V. Reiß Otto, Schmied, KL Rheinstr.4. — Sterbefall: Herberger Rosa geb. Baumann, Kronenstraße 37. — Aufgeboten sind: RoDert Rau, Elektroschweißer und Anna Merbach geb. Seiler, Philippsburg; Bruno Eugen Jodhem, Schreiner, Lingenfeld, Landkreis Germersheim, und Elisabeth Brecht; Bruno Horwedel, Landwirt, und Agnes Berta Hormuth geb. Brecht; Max Obier, Heizer und Maria Theresia Gottschall, geb. Graf. s. Landwirt Julius Hormuth feierte gestern seinen 75., Frau Frieda Rothenberger, geb. Weiland, ihren 70. Geburtstag. Wir gratulieren. Ober hausen Am Sonntag, den 2. April, hielt der Musikverein seine diesjährige Generalversammlung im Grünen Baum ab. Nach dem Rechenschaftsbericht und der Kassenprüfung wurde der Vorstandschaft Entlastung «teilt. Vorstand Friedrich Unser gab hierauf einen umfassenden Rückblick über das verflossene Jahr, das mit allen Anstrengungen und dem Beitrag jedes einzelnen aktiven Mitgliedes um die Erhaltung, Pflege und Förderung der Volksund Kiassikermusik diente. Bei der Neuwahl Adolf Wolf Messerschmied emeister Spezialschleiferei für Friseure, Metzgereien, Blechnereien und Haushalt. Bruchsal ehern. Finanzamt (Hinterhaus) wurde die seitherige Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt: 1 Vorstand: Friedrich Unser; 2. Vorstand: Karl Weser; Schriftführer: Hubert Herberger; Kassier Karl Kram; Beisitzer: Gustav Zieger, Rufin Baumann, Emil Zieger, Josef Hamfosch, Musikbeisitzer: Emst Baumann (Dirigent), Jos. Mehner, Stef. Fuchs. Der Verein gibt am Ostersonntag, mittags von 12—1 Uhr, ein Standkonzert auf der Kreuzstraße und wird auch wie früher am Fronleichnamstag ein Konzert veranstalten. Ferner plant der Verein für den Monat Mai (21.) einen Ausflug, um unseren beliebten Bürgersohn, Pfarrer Oechsler, in seinem Wirkungsorl im Odenwald, zu besuchen. Wiesental Eheschließungen: Lokomotivführer Karl Kögel, Ludwigshafen und Kontoristin Emilie Maria Gentner, Bolandenstr. 17. — Sterbefälle: Werkmeister Josef Metzger H, Lußhardtstraße 51, am 17. 3., 78 Jahre; am 18. 3. Franz Maruszky, Triebstr. 3, 9 Tage alt; am 21. 3. Elisabeths Heckert geb. Oßwald, Karlsruherstr., 46 Jahre; am 23. 3. Berta Sälz- ler geb. Ritter, Bahnhofstr. 8, 73 Jahre; Angela Maruszky, Triebstr. 3, 14 Tage alt — Geburten: Brigitte, V. Wilhelm Franz Schuhmacher, Schlosser, Lagerstr. 20; Egon- Josef, V. Karl Zimmerer, Landwirt, Lußhardtstraße 21; Brigitte-Magdalena, V. Karl-Josef Hallmeier, Fabrikarbeiter, Oberdorfstr. 52; Hildegard, V. Karl Machauer, Weichenwärter, Stefanstraße 5; Manfred-Josef, V. Stefan Maier, Lußhardtstr. 6; Angela, V. Josef Eisenbahner, Triebstraße 3; Erwin, Käppiein, Schlosser, Lagerstr. 2; Rudolf: V. Richard Heger, Metzgermeister, Mannheimerstr. 46; Gisela-Maria, V. Franz Daniel Schmittek- kert, Dreher, Bahnhofstr. 38; Werner-Josef, V. Bernhard-Andreas Herzog, Bahnarbeiter, Unterdorfstr. 72. — Vereinskalender Skiklub Bruchsal. Am Donnerstag, den 6. 4 findet, wie immer am ersten Donnerstag des Monats, unsere regelmäßige Mitgliederversammlung, abends 20 Uhr, im Klublokal „Jä- gerstüble“, statt. Die wichtigsten Programm- punkte sind: 1. Das Sommersportprogramm; 2. die Karfreitagswanderung; 3. die Radtour über die Ostertage in den nördlichen Schwarzwald; 4. die Frühlingsfahrt ins Neckartal am Sonntag, 23. April; 5. das Frühlingsfest air Sonntag, 29. April; 6. die Beteiligung am Snm- mertagszug. VfB Bruchsal. Fußballtraining am Donnerstag, 6. April für sämtliche Mannschaften in der Turnhalle der Stirumschule zu den bekannten Zeiten. — Spielerversammlung nach dem Training im Gasthaus zum Goldenen Lamm. — Am Ostermontag hält der Verein im Saal der Europalichtspiele eine große Tanzveranstaltung ab, zu der sämtliche Mitglieder und Freunde des Vereins herzlich eingeladen sind. Herausgeber: C. und H. Kruse, Bruchsal, Wfirthstr. 4, Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Stauder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped. Krals, Kartsruhe, WaldstraBe 30. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 gültig. Maruszky. . V. Josef LederHose t #1*1 mim LederBose »drgijsrsnrotamzumuiis Denken Sie rechtzeitig an den Einkauf dieses praktischen und unverwüstlichen Kleidungsstücks. c DleAe4 QalnX viel iilliqell KnabengröBen .von DM 19.60 an Herrengrfißen .von dm 39. - Ihr Lieferant für gute Herren- und Knabenkleidung Kruse & Kurzenberger Bruchsal • Wörthstr. 4 Europa-Lidifspiele zeigen vom 4. bis 6. April Ein neuer deutscher Hochgebirgs- film nach der Novelle „Bergkristall“ von Adalbert Stifter 3 Büörrfiutj ■Serakristall wwf-jmTif Frohes Fest mit Bopp’s Wein, Likör, Sekt BRUCHSAL Huffenstrafje 13 | T-Träger, N P 16—18, 20—22 cm i gebraucht, je 3 m lang, billig abzugeben. Ubstadt, Stettfelder Straße7 J&eis.e Die Wasser echte! naß wischbar! □URO DORT stoppt Zahnzerfalll Lebensmittel - Einrichtung gut erhalten, bestehend aus: 2 Regalen mit Schubladen und Fächer, einem Waren schrank mit eingebaut. Kaffeebehälter, Theke mit Glasauifeatz zu verkaufen. 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ALTE UND NEUE HEIMAT Tausend Jahre Deutschtum im Sudosten Als die landnehmenden Ungarn im Jahre $96 das Karpathenbecken besetzten, waren waren Die Bezeichnung wies lediglich darauf hin, daß sie auf der Donau, und zwar von bereits Deutsche im westlichen Teil Ungarns Ulm und Regensburg aus befördert worden vorzufinden Sie waren nach dem Siege Karls des Großen über die Avaren zum Schutze der Ostgrenzen des Reiches dort angesiedelt worden Um das Jahr 1000 setzte etn weiterer Zuzug deutscher Kolonisten ein. der mit größeren und kleineren Unterbrechungen bis zum Ende des 18 Jahrhunderts andauerte Stefan der Heilige, dei erste König Ungarns, welcher die bayrische Prinzessin Gisela zur Gattin hatte, entschloß sich, das nomadisierende Volk in diesem Raume seßhaft zu machen und es dem westlichen, christlichen waren. Es war zugleich auch ein Spottname der Ungarn für die deutschen Kolonisten. Von den Slawen wurden sie als „nemci“, d. h. die Stummen apostrophiert Inmitten der fremden Völker hatten insbesondere die Insel-Kolonisten immer einen sehr schweren Stand Ihr Existenz- und Kulturkampf war ungemein hart. Aber trotz aller Schikanen seitens der fremden Behörden ließen sie den Mut nicht sinken und blieben immer loyale Bürger. Ihre Dörfer wuchsen und entwickelten sich beständig zu Sinnbildern deutschen Fleißes und deutschen den, dafr die deutschen Bauern selten einen deutschen Knecht auf dem Hofe hatten. Hunderte Kilometer weit her kamen Rumänen, Kroaten. Slowenen, Russen, nicht weniger auch Ungarn und Slowaken, um für gutes Kulturkreis zuzuführen Mit Hilfe deutscher 5 chaf ^ en „ s Werhci verdient erwähnt zu wer- Priester begann er um das Jahr 1000 das große Werk der Bekehrung der Heiden zum Christentum Zur Ansiedlung herbeigerufene deutsche Handwerker und Landwirte bauten Städte und Dörfer und unterwiesen die unkundigen Nomaden in Gewerbe und Landanbau Priester und Ritter Handwerker und Bauern deutscher Abkunft schufen die Voraussetzungen einer westeuropäischen Kultur. Zur Zeit der Tatarenstürme im 12 Jahrhundert. als das Werk Stefans des Heiligen arg bedroht war, rief der Ungarnkönig Geysa II weitere deutsche Kolonisten in diesen Raum, die entlang der Nord- und Ostgrenze des Landes angesiedelt wurden und die Aufgabe hatten, die Anstürme aus dem Osten abzuwehren Diese Kolonisten rind unter dem Namen Siebenbürger- und Zipser- Sachsen bekannt und sie waren es. die den Bergbau in diesem Lande heimisch machten und die durch ihren berühmten Städtebau die bedeutendsten Kulturzentren des . Süd- ostens geschaffen haben Städtenamen wie Hermannstadt Kronstadt Leutschau und Kremnitz haben ihren guten Klang bis in unsere Tage bewahrt Mit den Türkenkriegen des 14.. bis 17. Jahrhunderts beginnt das traurige Kapitel der südostdeutschen Geschichte Nach der Vertreibung der Türken aus Ungarn im Jahre 1717 durch Prinz Eugen glich das Land als Folge der dreihundertiährigen Herrschaft des Halbmonds einer Wüste Geld beim schwäbischen oder sächsischen Bauern eine vernünftige Bodenbebauung zu erlernen Inmitten der seit 1848 immer schärfer sich entwickelnden Nationalstaaten behaupteten sich die deutschen Kolonisten trotz mannigfacher schwerster Drangsalierungen Erst im Jahre 1945 ging der Traum der Ostvölker, die „Stummen“ endlich stumm zu machen), in Erfüllung. Solange der deutsche Bauer auf seinem Hofe frei wirtschaften konnte, gab es allerwegen Wohlstand. Und wie ist es heute? Ist etwa die Sendung des deutschen Menschen im Südosten erfüllt? Hat uns das Schicksal wirklich nur die Aufgabe gestellt, Kultur und Zivilisation unter die dortigen Völker zu bringen und glaubt man, uns nun nicht mehr brauchen zu können? Die Tatsache jedenfalls läßt sich nicht wegschweigen, daß die Deutschen im Südosten Träger und Vorposten des Christentums und der abendländischen Kultur waren und diese Mission stets getreulich erfüllt haben. M. Die deutschen Ostvrovinzetv Amerikanischer Plan für Auswanderung tmr. polh.vzrmli mtttMfl ml 9,5 MILL BEVÖLKERUNG 5,o MILL. 7,0 MILL. ha lanowirtsch: 4,2 M/t L ho. NUTZFLÄCHE 18 dz mtt HEKTAR ERTRAG BtTheioe TI dz ERHAHRUNOS ÜBERSCHUSS L KEIN r Überschuss FÜR +.SMIU. MENSCHEN 9,5 Millionen Deutsche bewohnten vor dem Kriege die deutschen Gebiete östlich der Oder und der Neiße. Die letzten von ihnen, nach Im Sommer vorigen Jahres weilte eine des vom Wirtschaftsrat im Vorjahre be- polnischen Angaben 100 000 bis 200 000, die bis- Gruppe von US-Abgeordneten in Mittel- schlossenen Flüchtlingssiedlungsgesetzes an her noch dort leben, will Polen nun in das Viereuropa, um das Flüchtlingsproblem an Ort Energie viel zu wünschen übrig läßt. Es ist zonengebiet ausweisen. Dieser neue Willkür- und Stelle zu studieren. Nunmehr hat der dabei besonders bedenklich, daß zu den Trä- mit dem Warschau die Polonisierung des Leiter dieser Delegation, Abg Walter, über gern eines gewissen Widerstandes immer Yen'“vollzogenen Tatsahe" das US-Innenministerium einen Plan ver- wieder leider auch die öffentliche Hand ge— abr u nden, er wird aber nicht bewirken, daß man öffentlicht. der eine Ansiedlung von einer hört, die kraft ihrer Funktion in erster Reihe u» Westdeutschland diese Gebiete aus den Au- Million deutscher Flüchtlingsbauem in Über- berufen wäre, die erwähnten Maßnahmen gen verliert oder die hier lebenden vertriebe- see vorsieht zu fördern. nen Ostdeutschen ihre Heimat vergessen. Das ist ein erfreuliches Ergebnis der Stu- Der Plan des amerikanischen Abgeordne- deutlich betont die Ausweisung der letzten dienreise der amerikanischen Parlamentarier ten kann nur den Sinn haben, daß die Ver- he^te“ zwischen 6 Oder^und Wekhs^f 'einerseits und kommt einem ernsten deutschen Anlie- einigten Staaten die geographischen Voraus- und Zwischen Oder und Rhein andererseits herr- Setzungen Sowie die technische und nnan- sehen Denn die 100 bis 200 000 Menschen, die zielle Seite der Auswanderung sicherstellen. -Polen ausweisen will, kommen aus einem Ge- Auf dieser Linie liegt auch die Forderung des biet, das im Ganzen gesehen, wohl das am _ _ _ _ _ _. _ _ „ _ . Leiters der Marshallplan-Mission für West- dünnsten besiedelte Kulturland Europas überund Heimatvertriebenen, die nach Gesamt- deutschland, Mr. Hanes, vor dem außenpoli- haupt ist — und sie werden in ein Gebiet ge- Restdeutschland eingeströmt sind, etwa vier tischen Ausschuß des US-Senats, die Ver- «hohen, das eines der dichtestbevölkerten des Millionen Berufszugehörige der Land- und einigten Staaten müßten durch Erweiterung Forstwirtschaft befinden. Es wurde weiter der Auswanderungsbestimmungen die Lösung Ostprovinzen (ohne den sowjetisch besegln des deutschen Fluchtlingsproblems beschleu- Teil Ostpreußens) leben heute, nach polnischen nigen Von deutscher Seite aber muß in erster gen entgegen. — Im Februar 1947 hat das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel in einer Denkschrift festgestellt, daß sich unter den rd. 11 Millionen Flüchtlingen Nun setzte der sogenannte „Schwabenzug“ ein. Zur Wiederbevölkerung, des verwüsteten und menschenleer gewordenen Landes, des- . sen Retter Prinz Eugen war. riefen die österreichisch-ungarischen Herrscher Karl VI., Maria Theresia und Josef II in ihrer Eigenschaft als ungarische Könige deutsche Kolonisten aus allen Teilen West- und Mitteleuropas, vornehmlich aus Elsaß-Lothringen, Luxemburg, der Rheinnfalz. Hessen. Schwaben, Baden, der Schweiz und aus Österreich ln das damalige Ungarn Den Kolonisten, die auf diesen Ruf ins Land strömten ward kein anderes Privileg zuteil, als das von den Türken und Tataren verwüstete Gebiet durch harte Arbeit dem Sumpf und Urwald abzuringen Wie überall ln der weiten Welt wurden errechnet, daß von ihnen in Deutschland höchstens eine Million auf eigenem Grund und Boden wieder seßhaft gemacht werden kann Eine spätere Publikation des genannten Instituts vom Februar 1949 bezifferte den Anstieg der Berufszugehörigen der Land- und Forstwirtschaft von 1939 bis 1946 auf das Angaben, nur 5 Millionen Menschen, also etwa 50 auf den Quadratkilometer, während es im Vierzonengebiet 186 sind. Parallel zu diesem Mißverhältnis geben wirtschaftliche Rückständigkeiten, von denen unsere Zeichnung die grundlegenden veranschaulicht. Diese Umstände Gebiet der heutigen Bundesrepublik auf ca. schaff sich in Übersee eine neue Heimat zu |te b Oder”Neiße-L"nie d sind e e 3 tS die dfeAufmerk- 2.3 Millionen. Diese Zunahme ist auf das schaffen Dies gilt vor allem für die Reste sam keit der Welt auf die tatsächlichen Zustände der Rußlanddeutschen wie für verschiedene i m Gebiet östlich der Oder—Neiße lenken südostdeutsche Gruppen. DUD. sollten. Globus. Reihe die Auswanderung jener Volksgruppen gefördert werden, die den Gedanken an die Möglichkeit einer Rüdekehr bereits selbst aüfgegeben haben und den Willen hegen, unter Aufrechterhaltung der alten Gemein- Einströmen der Vertriebenen zurückzuführen. Fast zu dem gleichen Ergebnis (2,1 Millionen) kam eine Studie des Bundesflüchtlingsministers Dr Lukasehek vom Sommer vorigen Jahres Hier wurde weiter .festgestellt, daß sich unter diesen heimatvertriebenen landwirtschaftlichen Berufszugehörigen etwa 250 000 einst selbständige Bauern befinden, die eine Gruppe von rund 750 000 Personen repräsentieren Von ihnen könnten unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten im Bundesgebiet höchstens 100 000 Familien oder 300 000 Personen auf eigener Scholle ansässig Altersversorgung für Angestellte Die sorgenvollen. Probleme der Beschäftigung der Altersversorgung der heimatvertriebenen älteren Angestellten in einem einzigen Artikel zu behandeln, ist unmöglich; denn zu berücksichtigen ist nicht nur die Zahl der Berufszugehörigen, sondern auch die starke Differenzierung nach kaufmännischen, auch hier die deutschen Kolonisten zu Kul- gemacht werden, was einen Kapitalbedarf technischen, Büro- Bank-, Verwaltungsange- , , f « •• . . ■ „„ • . »»AM G I? t J T \ X g .5 ...J1M J A ? I * turbringern und Vorbildern für die sie umgebenden anderen Völker Nach und nach verwandelte sich das Sumpf- und Urwaldgebiet in ein gesegnetes Land und es entstanden blühende Dörfer und reiche Städte. Wer jemals z B Temeszvar. die Banater Hauptstadt kennen gelernt hat. mußte sich unwillkürlich die Frage stellen ob er sich nicht irgendwo in Wien befinde Nicht anders war es auch in den älteren Snrachinseln, z. B in der Zips in Leutschau. das slowakische Nürnberg genannt Im allgemeinen wurden all diese Kolonisten „Schwaben“ genannt, was sie aber nach ihrer Stammeszugehörigkeit nicht durchweg denreformgesetze einzelner Länder wie auch KunkcrtJilc aus nult unJ fern von 2 7 Mrd DM erfordern würde. Diese Zahlen zeigen, daß der Plan des amerikanischen Abgeordneten — wenn gleich der zu seiner Verwirklichung führende Weg noch weit ist — von deutscher Seite mit ernster Aufmerksamkeit verfolgt werden muß, zumal er den Gedanken der sogenannten Gruopenansiedlung bis zur Aufnahme ganzer Dorfgemeinschaften berücksichtigt. Selbstverständlich muß auch in Deutschland alles nur Mögliche getan werden, .um die Wie- deransiedlung der entwurzelten deutschen Bauern zur Tat werden zu lassen. Leider ist festzustellen, daß die Durchführung der Bosteilten usw. und über diese Einteilung hinaus nach Alter, Arbeitsfähigkeit und nach den in den verschiedensten Branchen und Wirtschaftszweigen im Inland und Ausland erden ehemaligen gesetzlichen tschechoslowakischen Versicherungsträger Sudetendeutsche und Protektoratsangehörige gleich behandelt werden, d. h. daß eine entsprechende Aufstockung des Grundbetrags und der Steigerungsbeträge sowie der nach dem niedrigeren Umrechnungskurs bemessenen Renten erfolgt. Die an die sogenannten Ersatzinstitute entrichteten höheren Beiträge müßten durch die Anerkennung des vollen Rentenanspruchs ihre Berücksichtigung finden, auch wenn dieser die Leistungen nach der deut- worfoenen Kenntnissen Wir wollen uns aber sehen Sozialversicherung übersteigt. Die im Heimatvertriebene Reicbsbeamte, die bei .einer Behörde des Bundes eebietes wieder ange- itellt wurden, gelten als Beamte auf Lebenszeit. falts nicht mit ihrem Einverständnis die E’nstetiune nur auf Widerruf erfolgte So enV- tchied kürzlich die höchste r’chterlifhe Instanz ln Dienststrafsachen, der Frankfurter Dienst- «trafsenat. Die Erinnern!»* an Danzig an«gemerzt hat der Berliner Ostmagistrat. In einer Feierstunde nannte er die Danziger Straße ln Dimitroff- Straße um. Reichselgentom anr Htlfe für B-t’n»*v*rtr1e- bene zu verwenden schlägt der Ausschuß für Heimafvertriebene vor und hat einen entsprechenden Antrag dem Bundestag zugeleitet Potni’di» Siedler !■» rt-n Otif»W». ten sollen letzt wieder in größerer Zähl sngesiedelt werden Bauern aus dem Gehiet von Warschau. Lodzsch. Lublin und Krakau sollen in die polnisch besetzten Ostgebiete gebracht werden. Eigen» Warenbesdiaffungsstelten richten Heimatvertriebene in Fta-dheim (Odenwald) ein. Diese E’etlen sollen Textilien Hsushs'*tinvs- gegenstände und ähnliches führen und umgehend mit vier Heimatvertriebenen besetzt • Her - -n soll der Allgemeinheit zu- gljho IrrtmvnPJ"} Bundcsflüchtllngsminieter Dr. Lukasehek wird Fn-te März m Kaufbeuren zu Helm»*verriebenen und Einheimischen sprechen Kaufbeuren ist der erste bayrische Landkreis, den Minister T ’ - *T7 ; r?f 49 Prozent **t*ich*ttee-'-hrpr sind nach einer Statistik in Schleswig-Holstein angestellt. Der Durchschnitt im Bundesgebiet beträgt 20 Prozent Der Anteil der Flüchtlinge an der Ge- »amtoevölkerung Schleswig -Uristeins beträgt 42 Prozent. dieser Fragen wegen ihrer Bedeutung und der unbestreitbar großen Not unter den Angestellten besonders gründlich annehmen and die Teilprobleme Zug um Zug entweder nach einem bestimmten Personenkreis oder unter den wesentlichen Gesichtspunkten erörtern. Dabei soll es jedoch nicht sein Bewenden haben, denn mit der Feststellung eines Zustandes oder der Mißstände allein ist nicht gedient. Notwendig ist die Ergänzung durch praktische Vorschläge. Wir wollen uns auch einer positiven Kritik nicht enthalten. Heute nun ein kurzes Wort zur Sicherung der Versorgungsansprüche bestimmter Angestelltengruppen des Sudetenlandes und anderer Ostgebiete. Die Geldanstalten in den Aussiedlungsländern waren z. T private, freie Unter- Ov Kolcho^en-iystem in ter Sowjetzone soll in diesem .fahr <•-v-bürh gefördert werden, berichtete kürzlidi die Deutsche Bauemzeitung. nehrnungell; einem anderen solche von Neue gesetzliche Verordnungen una Steuern ,, werden dafür sorgen daß alle Höfe in Volks- C^bietskorpersdtaften oder juristische Per- e!»»ntum übergehen werden sonen öffentlich - rechtlichen Charakters, für Ein Weißbuch übe- die Vertreibung der Deut- .7 " ~ ä, »■ ü~ Vv, sehen aus der Tschechoslowakei soll in Kürze Daraus resultierten herausgegeben werden Bis jetzt sind schon fast auch die Rechtsverhältnisse der Bediensteten. 1000 und übf*r in freien Unt 6 ro€nmung 6 n B€scn pe-Grenze für Polen Beden- läßt jedoch eine Reihe von Fragen unberück- k“o daß die Verr>ft