BRUCHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN - SUDD. HEIMATZEITUNG Jahrgang 2 Donnerstag, den 13. April 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Begegnungen in Paris Außenministertreffen Mitte Mai in London Fünf Punkte auf der Tagesordnung, an erster Stelle die Deutschlandfrage — Acheeon vor der Presse Washington (DP). Oer amerikanische Außenminister Acheson gab auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz bekannt, dafi die Vereinigten Staaten die Zeit zwischen dem 15. und 17. Mai dieses Jahres als Datum für das Treffen der Außenminister der drei großen Westmächte und des Nordatlantikpaktes in London vorgeschlagen hätten. Wie Acheson ausführte, habe er die Außenminister der Mitgliedstaaten des Nordatlantikpaktes ersucht, dieses Datum zu bestätigen. Er selbst werde bereits vor diesem Datum nach Paris reisen, um am 8. Mal mit dem französischen Außenminister Robert Schuir, an Zusammentreffen. Von dort werde er zu einer Besprechung mit dem britischen Außenminister Bevln nach London Weiterreisen, an der sich später auch Schuman beteiligen werde. Als Begleiter und Berater bei dem bevorstehenden Treffen nannte Acheson folgende Persönlichkeiten: Sonderbotschafter Jessup, Senator Copper, und George Perkins. John Foster Dulles, werde den Besprechungen nicht beiwohnen. Der Außenminister wies darauf hin, daß er diese Angelegenheit mit seinem neuernannten Berater ausführlich besprochen habe. Der Außenminister teilte weiter mit, daß rund 2000 Amerikaner und andere Ausländer in Shanghai bleiben müßten. Es sei unmöglich, diese Menschen auf dem Seewege abzutransportieren. Acheson begrüßte den Vorschlag des italienischen Außenministers, daß Italien und Jugoslawien das Triester Problem durch direkte Verhandlungen lösen sollten. Er fügte hinzu, die amerikanische Regierung habe seit Jeher gehofft, daß #e beiden Staaten eine gemeinsame Lösung ausarbeiten. Das französische Außenministerium gab, wie aus Paris gemeldet wird, fünf Punkte bekannt, die im Mittelpunkt der Besprechungen ' der Außenminister stehen werden. Es handelt sich dabei um folgende Fragen: 1. Die alliierte Politik in Deutschland. 2. Den österreichischen Staatsvertrag. 3. Das Problem Indochina. 4. Errichtung einer Zahlungsunion. Stuttgart (UP). Der württemberg-badische Ministerrat beschloß ln seiner Mittwoch- zitzung, in der nächsten Ausgabe des württemberg-badischen Staatsanzeigers eine Bekanntmachung der Staatsregierung zu veröffentlichen, in der die Suspendierung der Bestimmungen des württemberg-badischen Betriebsrätegesetzes über die wirtschaftliche Mitbestimmung der Betriebsräte außer Kraft gesetzt wird. Mit dieser Veröffentlichung wird das württemberg-badische Betriebsrätegesetz voll ln Kraft gesetzt. Anlaß zu der Beratung des Kabinetts war das Schreiben des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy, in dem die bisher suspendierten Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes für anwendbar erklärt wurden. In diesem Schreiben hatte McCloy erklärt, er habe es bisher für notwendig gehalten, das Gesetz nicht vor Inkraftreten einer Regelung dieser Frage auf Bundesbasis wirksam werden zu lassen. „Nachdem nun seit Bildung der Bundesrepublik beträchtliche Zeit verstrichen ist, glaube ich es nicht länger rechtfertigen zu können, das Inkrafttreten der beschlossenen Landesgesetze aufzuhalten. Demgemäß dürfen Sie dieses Schreiben als Ermächtigung betrachten, die Gesetzgebung in Kraft treten zu lassen, ohne mich weiter darüber in Kenntnis setzen zu müssen." In einer Stellungnahme des Amtes für Arbeitsangelegenheiten beim amerikanischen Hohen Kommissar heißt es, daß die Suspendierung durch General Clay und deren jetzige Aufhebung durch McCloy weder eine Ablehnung noch eine Billigung des Zwecks dieser Gesetze bedeute, da das deutsche Volk über die Lösung der Arbeitnehmer-Arbeitgeber- Probleme selbst zu entscheiden habe. . Im Streit der Meinungen Die Aufhebung der Suspendierung derjenigen Paragraphen, die das Mitbestimmungsrecht gewährleisten, hat die latente Spannung innerhalb des sozialen Gefüges der deutschen Wirtschaft erneut offenkundig werden lassen. 5. Erweiterung des Atlantikpaktes mit dem Bestreben, neben der rein militärischen- Zusammenarbeit auch eine Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu fördern. Schuman werde in diesem Zusammenhang die beiden anderen Außenminister auffordem, die Frage zu erörtern, wie die Verteidigung der Freiheiten mit der Erhaltung des Wohlstandes in den Staaten des. Westens vereinbart werden könne. Zu dem ersten der oben genannten fünf Punkte wird aus Washington noch be- B o n a (UP). Das „Gesetz über die Notaufnahme von Deutschen in das Bundesgebiet" ist nach Auffassung des Bundesrates verfassungswidrig, weil es für die Ostionenbewoh- ner dletkriminierend sei. Da der Bundestag dieses Argument nicht anerkennt, muß erstmalig der im Artikel 77 des Grundgesetzes zur Beilegung von Differenzen zwischen beiden Häusern vorgesehene Vermittlungsausschuß in Tätigkeit treten. Diesen Beschluß faßte der Rechtsausschuß des Bundesrates in der vergangenen Woche. Die Ansicht des Flttchtlingsministeriums, das Gesetz sei weder diskriminierend für die Ostzonenbewohner noch lasse sich länger darauf verzichten, drang nicht durch. Auch der Hinweis, es sei sonst in der nächsten Zeit mit einem Zustrom von mehreren Hunderttausend Menschen zu rechnen, hatte keinen Erfolg. Der Bundesrat wird in seiner Sitzung am Freitag über einen Antrag des Lan des sachsen beraten, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, umgehend den Entwurf eines endgültigen Lastenausgleichsgesetzes vorzulegen. Adenauer bei McCloy Der amerikanische Hohe Kommissar M c Cloy hatte am Mittwoch abend eine Unterredung mit Bundeskanzler Dr. Adenauer. Ein Sprecher des US-Kommissariats erklärte Die Bemühungen um eine Einigung zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften sind vorläufig gescheitert. Zwar setzt man in Kreisen des Unternehmertums auf die Auswirkungen der sog. „Hat- tenheimer Gespräche“ gewisse Hoffnungen, denen gegenüber sich freilich die Gewerkschaften sehr zurückhaltend zeigen. In Hattenheim war zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer bereits eine weitgehende Einigung erzielt; die Geister schieden sich allerdings schließlich doch an der Frage, ob nur — wie von den Arbeitgebern gefordert — Betriebsangehörige das Mitbestimmungsrecht erhalten oder ob die Gewerkschaften das Recht zugebiiligt erhalten sollten, auch betriebsfremde Gewerkschaftsbeauftragte in die Aufsichtsräte zu entsenden. Auch die Parteien, vor allem die FDP-DVP auf der einen und die SPD auf der anderen Seite, sind bisher noch immer hart aneinander geraten, so oft die Frage des Mitbestimmungsrechts zur Debatte stand. Wenn auch Bundesarbeitsminister Storch einen neuen Gesetzentwurf angekündigt hat, so läßt sich dadurch doch die akute Verschärfung der Gegensätze nicht überbrücken, nachdem in Württemberg- Baden und in Hessen das Betriebsrätegesetz nunmehr mit sofortiger Wirkung voll in Kraft tritt. Die Stellungnahme der Parteien und Organisationen in Württemberg-Baden zeigt erneut die Verwirrung, die durch die Suspendierung vor Inkrafttreten einer bundesgesetzlichen Regelung entstanden ist. Sprecher der SPD erklärten, das Gesetz sei nunmehr ohne Einschränkungen in Kraft, Regierung und Landtag brauchten nicht mehr bemüht zu werden. Die CDU bedauerte, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht in freien Vereinbarungen den Weg zueinander gefunden hätten, die DVP mißt der Aufhebung der Suspendierung keine besondere Bedeutung bei, da die endgültige Regelung ja doch bundesgesetzlich erfolgen müsse. In Gewerkschaftskreisen vertritt man die Meinung, daß die Durchführung eines auf Landesbasis beschlossenen Gesetzes nunmehr auch unabhängig von dem Stand in anderen Ländern auf Landesbasis erfolgen müsse. Fortsetzung auf Seite t kannt, daß nach Ansicht dem Außenministerium nahestehender Kreise die Möglichkeit einer Eingliederung der westlichen Sektoren Berlins in das westdeutsche Bundesgebiet eines der Themen sein werde, über die Acheson mit Bevin bei den bevorstehenden Londoner Besprechungen verhandeln wird. Ein solcher Beschluß würde bedeuten, daß die Berliner Westsektoren in das Verteidigungsgebiet der Nordatlantikpaktstaaten eingereiht werden und infolgedessen ein Angriff auf die Sektoren einer Gefährdung der Nordatlantikpaktländer gleichkäme. hierzu, es habe sich um eine Sitzung gehandelt, wie sie ln regelmäßigen Abständen statt- flnden. Als Gesprächsthemen wurden von amerikanischer Seite der Beitritt der Bundesregierung zum Europarat, sowie Dr. Adenauers Vorschlag zur Bildung einer deutsch-französischen Union genannt Der Bundeskanzler wird am Sonntag zu seinem ersten offiziellen Besuch in Berlin erwartet. Voraussichtlich werden ihn die Bundesminister Kaiser. Schäffer und Erhard begleiten. Am Dienstag nachmittag spricht Dr. Adenauer auf einer Kundgebung zur Berliner Bevölkerung. Eine weitere Kundgebung vor etwa 7000 Arbeitern und Angestellten der AEG-Werke ist für den Abend vorgesehen. Der offizielle Besuch des Bundeskanzlers wird am Mittwoch mit einer Pressekonferenz beendet. Neue Vorschläge zur Einheit Die Bundesregierung will in Kürze neue praktische Vorschläge zur Wiederherstellung der deutschen Einheit machen, um damit den Bestrebungen der Sowjetzonenregierung entgegenzutreten, welche die Einberufung einer sogenannten Nationalversammlung ohne Wahlen angeordnet hat. Das Bundesflnanzministerium wird sich künftig monatlich einen genauen Überblick über den Westberliner Finanzhaushalt verschaffen. Es will dadurch eine bessere Übersicht über die finanzielle Lage der Stadt erhalten. Am kommenden Freitag werden die Länderinnenminister in Bonn zu einer Tagung zusammentreten, deren Hauptthema die Frage des Grenzschutzes und der Bekämpfung des Schmuggels ist. Punkt zwei behandelt Maßnahmen zum Schutz der Landesfarben. Am Spätnachmittag werden sich die Minister auf dem Bonner Hotelschiff „Knurrhahn“ treffen. Bishop zur Krupp-Demontage Umlaufende Gerüchte unrichtig Düsseldorf (UP). Der britische Landeskommissar für Nordrhein-Westfalen, Generalmajor Bishop, gab eine Erklärung heraus, in der er die im Ruhrgebiet umlaufenden Gerüchte als unrichtig bezeichnet, wonach Großbritannien angeblich die Demontage solcher Werke des Krupp-Komplexes veranlasse, die nicht für Reparationszwecke vorgesehen sind. Bishop bezeichnete die Behauptungen als irreführend, daß die britischen Stellen sich weigerten, die Demontage solcher Anlagen einstellen zu lassen, auf die die Empfängerländer keine Ansprüche mehr geltend machten. Ostministerium fordert Fraueneinsatz Mangel an Arbeitskräften verstärkt sich Berlin (ZSH). Der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialwesen der Sowjetzone, Peschke, wies auf einer Arbeitstagung darauf hin, daß sich der Mangel an Arbeitskräften in der Sowjetzone immer stärker bemerkbar mache. Er forderte, daß alles getan werde, um die große Reserve der nichtarbeitenden Frauen in den Wirtschaftsprozeß einzugliedem. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit „Jud Süß 1 “ wird nur vor Gericht gespielt Hamburg (UP). Der ehemalige Staatssekretär im Propagandaministerium Gutterer sagte am siebenten Verhandlungstage des Harlan-Prozesses, Harlan hätte bei einer ernsthaften Weigerung, den Film „Jud Süß“ zu drehen, mindestens seine Freiheit aufs Spiel gesetzt. Im übrigen würde der Film heute noch im Ausland gezeigt, so z. B. in Spanien und seiner Meinung nach auch in Amerika. Das Gericht widerrief kurz vor dem Ende der Verhandlung seinen Beschluß, den Film „Jud Süß“ öffentlich vorzuführen und entschloß sich zu nichtöffentlichen Aufführung. Toi unserem Korrespondenten Dr. R. H. Paris En Paris besteht eine Gesellschaft von Freunden für deutsche Kultur. Sie hat ihr Schwesterunternehmen in Deutschland und nimmt gegenseitige Beziehungen auf. Das Niveau, in dem sich die Diskussionen und Vorträge abspielen, liegt größtenteils über dem aktuellen Geschehen. Es handelt sich dabei meistens um wissenschaftliche, literarhistorische, geschichtliche, völkerpsychologische Probleme. Die Mitglieder rekrutieren sich aus Professoren der Sorbonne, aus Verlegerkreisen, aus Journalisten, aus Studenten. Die Vortragenden sind meistens Germanisten, die der Gesellschaft irgend ein Thema aus ihrer Forschertätigkeit zur Diskussion stellen. Die „Sitzungen" finden regelmäßig in vierzehntägigem Abstand statt und haben ganz akademisches Gepräge. An einem der letzten Samstage z. B. sprach der Rektor der Sorbonne über das Thema „Boerne und die Französische Revolution“. Ein französischer Gelehrter versenkte sich also in einen Stoff der deutschen Literaturgeschichte und erzielte dabei Ergebnisse, die vom wissenschaftlichen Standpunkt aus neu sind. Es mögen in diesem Vortrag wohl auch ein paar Deutsche gewesen sein — es hat sich keiner zu Wort gemeldet. Jeder fürchtete die sprachlichen Schwierigkeiten. Viel mehr als dieses Forum für deutsche und französische Fragen besteht nicht. Wo. so fragen wir, findet das Gespräch über die wesentlichen aktuellen Fragen, die die beiden Völker angeheh, statt? Es herrscht darüber kein Zweifel: ein solches Forum besteht noch nicht. Vielleicht, daß einzelne persönliche Berüh • rungspunkte vorhanden sind, im Großen aber fehlen sie. Es gibt ja — und das ist für ilen Deutschen eine der schmerzlichsten Erfahrungen, wenn er nach Frankreich oder überhaupt ins Ausland kommt keine offizielle Vertretung. Die deutsche T -chaft, ein stattliches Gebäude, steht leer. Alle Völker haben Staatsvertretungen in Paris, die Russen selbstverständlich, die Polen, die Tschechen, um nur einige zu nennen, Vertretungen, die nach außen hin nicht in Erscheinung treten, wie etwa die amerikanische Botschaft am Concorde oder die größte, die englische in der Rue St.-Honore. Denkt man an die beiden letzteren, die mit dem Palais Rothschild ein Straßendreieck bilden, so gehört als integrierender Bestandteil eben die deutsche Botschaft auf der Rue deLille dazu. Solangedie Fenster dieses Baues abends nicht erleuchtet sind, solange das Gebäude einsam und verlassen daliegt, solange ist das Völkerkonzert alten Stils gestört. Die deutsche Botschaft, als Mittelstück zwischen den westlichen und östlichen; das erscheint — symbolisch schon in der Lage der Gebäude — als eine Lösung, die nicht umgangen werden kann. Deutsche begegnen sich heute nicht allzu selten in der Welt, sie begegnen sich, und man könnte meinen, sie hätten eine Freude daran. Dem scheint aber nicht so zu sein. Laß einen Deutschen ein Jahr nach Paris kommen, als Studenten, als kleinen Profes- seur an einem Lyzeum, als Doktoranten, mit einer ansehnlichen Bourse ausgestattet Es dauert nur wenige Wochen, und sein Habitus verändert sich. Daß er sich ein kleines gallisches Bärtchen wachsen läßt, ist das geringste. Auch seine Gesichtszüge verändern sich. Ein Ausdruck der Entspannung, des Wohlseins und ein wenig des Air des Bonvivant liegt über ihm. Und laß ihn dann wieder einem Deutschen begegnen, zufällig, überrrasehend. Er ist weit davon entfernt, darüber eine Freude zu empfinden — im Gegenteil. Er spricht blasiert, abgehackt ein paar Sätze, und zieht sich in eine äußerrfte Reserve zurück. Man könnte diese Begegnungen keineswegs als Entente Cordiale bezeichnen. Im allgemeinen Ist der Deutsche draußen gegen die Gastgeber viel herzlicher; die eigenen Landsleute sind ihm lästige Erinnerungen an sein früheres Dasein, und. da er während des ausländischen Aufenthaltes danach strebt, immer mehr sich dem Idealbild des Gastlandes zu nähern, glaubt er sich, vom Eigenen, das er von draußen in einem umso schlechteren Lichte sieht, immer weiter distanzieren zu müssen. Daher die Kühle und die Distanz unter Landsleuten in der Fremde . Vielleicht ist das gut so. Lernt man doch und verwandelt man sich nur, wenn die alte Hülle für einige Zeit abgestreift wird. Aber immerhin; diese Begegnungen, die nicht nur Flüchtlings-Gesetz „verfassungswidrig" Differenzen zwischen Bandesrat und Bundestag Betriebsrätegesetz in Kraft Ein Beschluss des württemberg-badischen Ministerrats — Dr. Maier berichtet über Frankfurter Besprechungen Donnerstag, den 13. April 1950 Auf den Spuren des Luft-Dramas US-Senator fordert energische Maßnahmen über der Ostsee — Überreste des vermißten Flugzeuges gesichtet? unter Deutschen so verlaufen, geben zu denken. Wann wird, so fragen wir, endlich die Zeit kommen, wo der Mensch und insbesondere der Europäer so viel Vernunft angenommen hat» daß er das Eigene nicht unter-, das Fremde nicht überschätzt und die Mitte zwischen Nation und Weltbürgertum findet? Betriebsrätegesetz in Kraft Fortsetzung von Seite 1 Was das Gesetz vorsieht Das für Württemberg-Baden beschlossene Gesetz selbst sieht vor, daß der Arbeitgeber den Betriebsrat bei Änderung des Betriebszweckes oder der -anlagen zu hören hat, ebenso bei Aufstellung des Fabrikationsprogramms, bei Einführung neuer Arbeits- oder Fabrikationsmethoden, bei Betriebseinschränkung, bei Stillegungen, bei Vorlegung von Betriebsteilen, bei Fusion mit anderen Betrieben, bei der Kalkulations- und Preisgestaltung, sowie bei der Produktions- und Absatzregelung. Gegen Maßnahmen der Betriebsleitung kann der Betriebsrat — mit Zustimmung der Gewerkschaft — Einspruch erheben und den Spruch einer Schiedsstelle beantragen. Weiter siebt das Gesetz vor, daß dem Betriebsrat Einblick in alle Arbeitsverhältnisse gewährt wird, und daß er das Recht hat, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Unterausschuß beriet Ministergesetz Der Unterausschuß des ständigen Ausschusses des württembergischen Landtags beriet am Mittwoch den Entwurf des Ministergesetzes. Mit unwesentlichen Abänderungen wurde die Regierungsvorlage dem Ständigen Ausschuß überwiesen, der den Gesetzentwurf voraussichtlich in der nächsten Woche behandeln wird. Das Gesetz befaßt,sich mit den Amtsverhältnissen der Minister, der Vereidigung, der Bezüge usw. Politik in Kürie Zu Gast bei Francois-Poncet. Der französische Hohe Kommissar Francois-Poncet und seine Gattin hatten anläßlich der Eröffnung des „Club Redoute“ ln Bad Godesberg nahezu 200 Gäste aus Diplomatie, Parlament und Presse geladen. Unter den Gästen befanden sich auch Bundespräsident Heuss und dessen Kaisen will mit Acheson sprechen. Der Bremer Senatspräsident Kaisen, der zu einem sechswöchigen Besuch nach den USA reisen wird, hat vermutlich Gelegenheit, Besprechungen mit Acheson, John Foster Dulles sowie mit Paul Hoffman zu führen. Storch und Kübel nicht einig. Bpi der Unterredung, die Bundesminister Storch mit Minister Kübel in Hannover führte, um die Differenzen zwischen der Bundesregierung und Niedersachsen bezüglich des Arbeitsbeschaffungsprogrammes zu klären, wurde keine Einig un g erzielt. Das Gespräch soll am Dienstag in Bonn fortgesetzt werden. „Volkseeho“-Prozeß vertagt Der Prozeß gegen den Chefredakteur des „Volksechos“, Emst Nagel, wegen Mißachtung eines britischen Gerichts, wurde auf Dienstag vertagt, um dem Beschuldigten Gelegenheit zu geben, sich einen Verteidiger seines Vertrauens zu besorgen. Sowjets liefern zwei US-Soldaten aus. Zwei US-Soldaten, die unbeabsichtigt die Grenze in die Sowjetzone überschritten hatten, wurden nach zweitägiger Gefangenschaft von den Sowjetbehörden wieder freigelassen. Hanes: „Weg mit Handelsschranken!“ Der Leiter der ECA-Organisation in Deutschland, Robert Hanes, forderte erneut die Beseitigung aller Handelsschranken in Europa. Großbrand im Lübecker Hafen Lumpen, Papier und Putzwolle entzündeten sich Lübeck (UP). Im Lübecker Hafen kam es zu einem Großbrand, der das ganze Hafengebiet zu gefährden drohte. In einem Lagerschuppen entzündeten sich aus bisher ungeklärter Ursache große Ballen mit Lumpen, Papier und Putzwolle, die bald dm ganzen Schuppen in Flammen auf geben ließen. Es gelang der Feuerwehr, mit vier Löschzügen und einem Feuerlöschboot nach zwei Stunden den Brand auf seinen Herd zu beschränken. D-Zug sprang aus den Schienen Eisenbahnunglück fordert 33 Tote Neu Delhi (UP). Etwa 80 Kilometer östlich von Neu Delhi Ist ein Schnellzug entgleist Dabei sind nach ersten zuverlässigen Berichten 33 Personen ums Leben gekommen. Weitere 73 wurden zum Teil schwer verletzt Indischen Rundfunkberichten zufolge wird vermutet daß das Unglück auf Sabotage zurückzuführen ist da zwei Schienenteile auf einer Brücke abmontiert waren, so daß die Lokomotive und vier Wagen aus den Schienen sprangen und in das unterhalb der Brücke liegende trockene Bett eines Flusses stürzten. Der rettende Kinnhaken Balgerei in den Fluten der Kegnitz Bamberg (hpd). Am hellichten Tag versuchte ein 42 Jahre alter Mann ein 20jähriges Mädchen über das Geländer der Kettenbrücke in die Regnitz zu werfen. Das Mädchen rief um Hilfe und kl amme rte sich am Geländer fest. Darauf übersprang der Mann die Brüstung und bängte sich an das Mädchen, so daß beide in die Fluten stürzten. Ein lüjähriger Metzger sprang sofort nach, um dem Mädchen, das immer wieder unter das Wasser gedrückt wurde, zu helfen. Den Mann machte er schließlich kampfunfähig, indem er ihm einen Kinnhaken versetzte. So gelang es, das Mäd- Waskington (UP). Der republikanische Senator Styles Bridges forderte die amerikanisch« Regierung auf, „bis zu den Zähnen bewaffnete“ Flugneuge über der Ostsee patrouillieren zu lassen. Die sowjetische Darstellung des angeblichen Zwischenfalls über Lettland nannte der Senator „phantastisch“. In einer Rede, die Bridges vor dem Plenum des Senats hielt, sagte er unter anderem: „Viele derer, die den Frieden um jeden Preis wünschen, werden darauf dringen, daß derartige Patrouillenflüge in der Nähe der Front des Kalten Krieges eingestellt werden, wenn sie Stalin kränken. Ich aber sage: Setzt unsere Patrouillenflüge fort. Ich aber sage: Gebraucht dazu unsere allermodernsten Flugzeuge. Ich aber sage: Benutzt dazu unsere schnellsten Maschinen. Ich aber sage: Bemannt diese Flugzeuge mit unseren besten Besatzungen, und ich sage: Bewaffnet diese Flugzeuge bis zu den Zähnen." Die sowjetischen Luftstreitkräfte, so erklärte Bridges weiter, hätten einem amerikanischen Marineflugzeug einen „Hinterhalt“ gestellt und es „kalten Blutes“ abgeschossen. Washingtoner Regierungbeamte erklärten, daß alle nur möglichen Informationen über den Zwischenfall über der Ostsee zusammengetragen würden, ehe die Antwort der USA auf diese sowjetische Note fertiggestellt werde. In Regierungskreisen fürchtet man, daß die Sowjets das unbewaffnete vermißte Marineflugzeug abgeschossen haben. Sollte sich diese Annahme bestätigen, dann sei zu erwarten, daß die USA die Sowjetunion vor aller Welt als Mörder der zehnköpflgen Besatzung dieses Flugzeuges anklagen werden. Einer Erklärung zufolge, die Außenminister Acheson auf seiner Pressekonferenz — über die wir an anderer Stelle berichten — machte, können, solange die Untersuchung Über den angeblichen Zwischenfall andauert, noch keine Einzelheiten über den nächsten Schritt der USA in dieser Sache gemacht werden. Ein großer Ölfleck... In dm Vormittagsstunden des Mittwoch wurden, wie aus Kopenhagen verlautet, von einem amerikanischen Suchflugzeug in der Ostsee ein großer Ölfleck und vier gelbe Gegenstände gesichtet, die vielleicht von dem vermißten amerikanischen Flugzeug vom Typ „Privateer" stammen. Das Suchflugzeug kreiste bis vier Uhr nachmittags in der Nähe des Ölflecks und mußte dann wegen Brennstoff- mangels nach Kopenhagen zurückkehren. Captain Banta M. York, der Flugzeugführer, berichtete, er und seine Mannschaft hätten In der Umgebung des Ölflecks viele Rom (UP). Di« sowjetische Regierung hat dem italienischen Botschafter in Moskau eine Note überreichen lassen, in welcher dagegen protestiert wird, daß Italien seinen Reparationsverpflichtungen nicht nachkomme. In einer Antwort der italienischen Regierung wird die Sowjetunion des Versuches beschuldigt, Italien zu einer Erhöhung seiner industriellen Reparationsleistungen zwingen zu wollen. Der italienische Außenminister Graf Sforza sprach sich in einer Unterredung für die Aufnahme der Deutschen Bundesrepublik in die französisch-italienische Zollunion aus. Der aus Protest gegen die Ankunft der „imperialistischen Kriegswaffen“ in Neapel aus- cben zu retten. Auch der Täter wurde aus dem Wasser gezogen. Er gab an, aus Eifersucht gehandelt zu haben. Zehn Verletzte In Bordeaux Cherbourg erwartet erste Waffenlieferung Bordeaux (UP). Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und kommunistischen Demonstranten, die in Bordeaux gegen die Verschiffung von Waffen nach Indochina protestierten, wurden zehn Personen verletzt. Etwa 3000 Mann französische Truppen und republikanische Garde sind in Cherbourg in Alarmbereitschaft, um den ersten Transport amerikanischer Waffen zu empfangen. Friedrich Flick dementiert. Der als Kriegsverbrecher verurteilte Großindustrielle Friedrich Flick hat das Hohe amerikanische Kommissariat in Kenntnis gesetzt, daß er den Rechtsanwalt Davis aus San Francisco nicht ermächtigt habe, gegen die Enthüllung von Informationen über das sowjetische Kriegspotential in der Ostzone seine Freilassung zu beantragen. Sturz aus der SchiffschaukeL Ein Schüler, der sich in Aachen auf den Sitz einer Schiffschaukel gestellt hatte, stürzte ab und landete unverletzt am Boden. Durch Sie nachschwingende Schaukel wurde er am Gesäß schwer verletzt Vier StruckcBarheiter überfahren. 4 Strek- kenarbeiter wurden in der Nähe von Turin von einem Schnellzug überfahren und getötet. Gurry Davis heiratet. Der Weltbürger Nr. 1, Garry Davis, wird mit der 21jährigen Audrey Peters in Ellsworth (USA) getraut werden. Sc h w e i z er Uhren via Belgien nach Frankreich. Französische Zollbeamte beschlagnahmten über 4000 goldene Uhren Schweizer Herkunft, die ein Italiener mit einem Kraftwagen über die belgisch-französische Grenze schmuggeln wollte. schwimmende Gegenstände gesehen, ohne einen einzigen davon genau identifizieren zu können. Er habe auch nicht feststellen können, ob es sich um Wrackteile eines Flugzeuges handelte. York erinnerte daran, daß die Schlauchboote aller US-Marineflugzeuge gelb gefärbt seien, damit man sie auf See leicht entdecken könne. Unter den Gegenständen hätten sich mehrere Stücke befunden, die wie Sperrholz aussahen. Einer hätte auch eine Schwimmweste sein können. Eine Schwimmweste könne aber auch von einem Schiff stammen. Bevor York mit seiner Maschine nach Kopenhagen zurückkehrte, warf er alle Raiich- feuer und alles, was als Boje dienen könnte, bei den schwimmenden Gegenständen ab, um ihre Position zu markieren. Andere Suchflugzeuge berichteten, sie hätten in einiger Entfernung von diesem Ölfleck, jedoch im gleichen Gebiet vor der Küste von Bomholm einen Gegenstand gesehen, der ein Schlauchboot zu sein schien. Das betreffende Seegebiet vor Bornholm liegt etwa eine Flugstunde von Libau entfernt, wo es am Sonnabend zu einem Feuergefecht zwischen einem amerikanischen Bomber und sowjetischen Jägern gekommen sein solL Am Nachmittag teilte ein dänisches Schiff mit, daß es beim Ölfleck angekommen sei und mehrere Gegenstände aufgefangen habe, darunter eine gelbe Boje, wie sie von Fischern zur Markierung der Netze benutzt werde. Der Ölfleck befinde sich ungefähr dort, wo ein Fischer am Samstag abend Explosionen gehört und Lichter gesehen haben will. Suche über Nacht unterbrochen Die Suche nach dem vermißten Flugzeug wird über Nacht unterbrochen werden, gab die Leitung der Suchaktion am Mittwoch abend in Kopenhagen bekannt. Sie wird am Donnerstag bei Sonnenaufgang fortgesetzt. • Ursprünglich war bekanntgegeben worden, daß mit Radar ausgerüstete Flugzeuge vom Typ B-54 die ganze Nacht hindurch die Suche fortsetzen würden. Stockholm teilt mit In einer in vorsichtigen Worten abgefaßten Note teilte die schwedische Regierung der Stockholmer amerikanischen Botschaft mit, daß amerikanische Flugzeuge in „verschiedenen Fällen“ den schwedischen Kriegshafen von Karlskrona überflogen hätten, Ein Sprecher der Botschaft wies darauf hin, daß man zu Beginn der Suchaktionen die schwedische Luftflotte aufmerksam gemacht habe, daß unter Umständen die Überfliegung schwedischen Gebietes nicht zu vermeiden sei. f erufene Generalstreik wurde ein Fehlschlag. )ie öffentlichen Verkehrsmitte verkehrten normal und nur wenige Arbeiter leisteten dem Streikaufruf Folge. Neuer „Verrats“-Prozeß in Prag USIS-Angestellte vor Gericht Prag (ZSH). ln der Tschechoslowakei beginnt am Donnerstag ein Prozeß gegen Angestellte des amerikanischen Informationsbüros (USIS). Drei tschechoslowakische Angestellte dieser US-Dienststelle sind etwa vor einer Woche verhaftet worden. Ruzenka Soumarova, eine dieser Angestellten, beschuldigte den US-Informationsdienst, eine „feindselige Haltung“ gegenüber der Tschechoslowakei einzunehmen. Schon vorher hatte der USIS-Angestellte Ivan Eibl schwere Beschuldigungen gegen den amerikanischen Presseattache Kolarek erhoben. Bei dem dritten Verhafteten handelt es sich um einen gewissen Ljubomir Elsaer. Eine vierte Angestellte, Dagmar Kacerovska, verschwand vor einigen Woeben. Man nimmt an, daß auch sie sich in Arrest befindet Die amerikanische Botschaft in Prag forderte die tschechoslowakische Regierung in einer Note auf, die Versicherung abzugeben, daß die von der Botschaft beschäftigten Angestellten tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit nicht als „Verräter“ betrachtet werden. Wo ist Kardinal Mindszenty? Angeblich udi der Sow j c tuni ou gebracht Rom (UP). Kardinal Mindszenty, der von den ungarischen Behörden zu lebenslänglicher Haft verurteilte Primas der katholischen Kirche Ungarns, soll sich nicht mehr in Ungarn befinden. Wie die italienische Agentur ARI berichtet, habe sie .von einem verläßlichen, dem Vatikan nahestehenden Gewährsmann erfahren, daß der Kardinal nach der Sowjetunion gebracht worden sei. In der vergangenen Woche befanden sich hier Gerüchte im Umlauf, der Kardinal sei im Gefängnis gestorben. Eine Kommentierung dieser Gerüchte wende damals vom Vatikan abgeleimt, weil dieser aeit längerer Zeit keine Informationen mehr aus Ungarn erhalten habe/ Doch Neuwahlen ln Belgien? Neue Sch w ie rig keiten in Brüssel Brüssel (UP). Der vorgesehen« Empfang des mit der Neubildung der Regierung beauftragten amtierenden belgischen Außenministers van Zeeland bei Prinzregent Charles ist augenscheinlich verschoben worden. Der Prinzregent scheint mehr einer Parlamentsauflösung unter Ausschreibung von Neuwahlen zuzuneigen, als der Bildung einer Regierung, die nur zum Zwecke der Wiedereinsetzung des Königs Leopold geschaffen würde. Moskau protestiert in Rom Italien zahle keine Reparationen mehr AUS ALLER WELT Am Rande bemerkt .. wer hat soviel Geld ?“ Die Pariser Wochenzeitung „Carrefour“ behauptet allen Ernstes, das plötzliche und unerwartete Steigen des französischen Fresken sei getarnten Goldverkäufen durch das Ko- minform zuzuschreiben. Der Titel des Aufsatzes „Kominform verkauft Gold in Frankreich“ klingt wie ein« bewiesene Tatsache. Im Text freilich stößt man nur auf Fragezeichen. Andererseits ist die Kurssteigerung bei der augenblicklichen wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Lage Frankreichs tatsächlich eine mysteriöse Angelegenheit. Als Erklärung wird angegeben, daß seit mehreren Wochen die Kommunistische Partei beträchtliche Summen für Veröffentlichungen, Plakate, Kongresse und Hilfsgelder für die zahlreichen Streiks ausgeben mußte. Auf diesem Gebiet kommt man mit 100 Millionen, selbst mit einer Milliarde nicht mehr weit. Und wenn es stimmt, daß die Streikwelle nur ein Vorspiel zu einer ausgedehnten und großzügigen Aktion gegen die Ausschiffung amerikanischen Kriegsmaterials in Europa sein soll dann gehört dazu schon eine bedeutende Kriegskasse. „Wer gibt dieses Geld“, fragt „Carrefour' 1 , „wenn nicht Rußland? Und in welchen Devisen? Wahrscheinlich nicht in Rubel. In französischen Franken oder in Dollars? Moskau hat davon nicht genügend. Ist es daher nicht einfacher, Gold zü schicken, dessen Handel in Frankreich frei und anonym ist?“ So würde sich die paradoxe Erscheinung einer Währung erklären, die sich im selben Maße festigt, in dem Streiks und Unruhen die wirtschaftliche und soziale Struktur des Landes zerrütten. Falls „Carrefour“ Recht haben sollte... w.b. „Gemeinsame Kasse“ der Westunion? Differenzen am Verteidigungskosten London (UP). Die Außen-, Verteidigungsund Finanzminister der Westunion werden Sonntag und Montag in Brüssel über die Aufteilung der durch das Verteidigungsprogramm der Westunion entstehenden Kosten verhandeln. Von seiten der kleineren Länder wurde bekanntlich gegen die hohe Budgetbelastung durch militärische Ausgaben Einspruch erhoben. Bisher sind diese Kosten von den fünf Teilnehmerstaaten der Westunion, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Holland, Luxemburg Jeweils insoweit getragen worden,als sie auf die Durchführung von Verteidigungsmaßnahmen in ihren Territorien entfielen. Frankreich hat nunmehr angeregt, daß die Verteidigungskosten auf die fünf Länder gemäß deren wirtschaftlicher und finanzieller Stärke aufgeteilt werden. Von britischer Seit« Schlägt man dagegen vor, ein Übereinkommen über die Kostenverteilung für jeden größeren Ausgäbenposten getrennt zu erreichen. Die britische Admiralität gab bekannt, daß die Seestreitkräfte der Westunion-Staaten Ende Mai unter dem Oberkommando des holländischen Flottenchefs gemeinsame Manöver abhalten werden. Fanatiker stürmten Gerichtshof Krawalle in Ankara and Istanbul .Ankara (UP). Etwa 1000 einer fanatischen religiösen Sekte angehörende Türken stürmten einen Gerichtshof in Ankara, in dem ein Strafverfahren gegen ihren Chef Kemal Pilav Oglu durchgeführt wurde. Starke Verbände berittener Polizei gingen in Istanbul gegen eine große Demonstration von Studenten und Arbeitern vor, die für den verstorbenen Mitbegründer der neuen Türkei, Marschall Tschakmak, ein Staatsbegräbnis forderten, während die Regierung nur ein« militärische Beisetzung anordnete. Da die Demonstranten den Aufforderungen, nach Hause zu gehen, nicht Folge leisteten, machten die Polizisten von ihren Schußwaffen Gebrauch. Augenzeugen berichten zufolge »ollen 190 Personen verhaftet worden sein. Rebellen-Chef kapitulierte nicht Maeuasar nach wie vor in Abdul Azi«’ Hand Djakarta (ZSH). Nach Meldungen aus der Hauptstadt von Ostindonesien üben die aufständischen Truppen Abdul Azis’ nach wie vor die Kontrolle über Macassar aus. Die Regierung der Vereinigtet Staaten von Indonesien hatte dem Chef der R ebellen ein Ultimatum gestellt und kurz darauf erklärt, et habe bereits kapituliert. Am Mittwochvormittag mußte ein amtlicher Sprecher aber zugeben, daß man „getäuscht“ worden sei. Auf Grund des Durcheinander», das mit dies« Falschmeldung entstand, hat (ich die indonesische Regierung veranlaßt gesehen, das Azi# gestellte Ultimatum, das eigentlich bereit« am Dienstag um 14 jOO Uhr Ortszeit ablief, bk Donnerstag 14.00 Uhr zu verlän ger n. Hottend anerkennt Vietnam. Im Haag wurde bekanctgegeben, daß die Niederlande Vietnam, Laos und Kambodscha als „Assoziierte Staatei innerhalb der französischen Union* anerkannt haben. Lind e r t ar nter der Turner Nachdem Württemberg in Idar-Oberstein den «raten Kampf gegen Rheinland mit 349j mit elf Punkten Vorsprung gewonnen hat, folgen die übrigen Vorrundenkämpfe im Mannschaftsturnier der Turner am kommenden Wochenende: in Berlin: Badin—Westfalen, in Karlsruhe: Baden—Nordrhein, in Hannover: Njeder Sachsen —Bayern und in Hamburg: Schleswig-Holstein—Hamburg-Hessen. Die Gäste starten jeweils als Favoriten. Der deutsche Meister Theo Wied, durch beruflich? Inanspruchnahme zur Zeit nicht in Höchstform, wurde von Adolf Kiefer (Bad Hnus- nach) mit 93,8:88,8 knapp beetegt. AUS DER HEIMAT Der baölfche Globus kn „Röflle", hinten in der schummerigen, heimeligen Ecke kam es am ovalen Tisch in der Dimmerschoppen-Stammtischrunde zu einer lebhaften Unterhaltung über die Frage, ob man von einem badischen Lebensstil sprechen könne. So gut wie alle im pokulierfreudigen Kreis hatten schon das dritte, einige sogar das vierte Viertele vor sich, da erzählte der helläugige, .gemüterfüllte Apotheker Wallreiser, diese Fran- zele-Anekdote, wie er sagte, um zum „Problem" auch einen Beitrag beizusteuern: „Der Franzele — die Herren wissen ja, der Franzele gehört zu Freiburg, wie die Weinstuben in der geliebten Stadt, und bekanntlich ist über badische Art nur ungenügend unterrichtet, wer mit deD Franzele-Geschichten nicht bekannt wird: mögen sie, die Franzeles-Geschich- ten, die an jene so sympathische Figur des gottseligen Grundherren von Biengen im oberen Breisgau erinnern, nie in Vergessenheit geraten! — also der Franzele kam einmal von seinem Schlößlein im Oberland, wie übrigens tagtäglich, nach Freiburg, um vor dem Frühschoppen einen Globus zu kaufen. Einen solchen hatte sich vom Onkel Franz ein zur Kommunion gehender, kleiner Neffe gewünscht In der Buchhandlung beim Siegesdenkmal war der Herr Baron kein Fremdling. Der diensteifrige Gehilfe, der ihm aufwartete, dachte sich, wenn ein leibhaftiger Freiherr einen Globus zu kaufen wünsche, so könne deT nicht stattlich enug sein. So brachte er denn das größte xemplar, das sich auf Lager befand. Der Fran- zele betrachtete den Globus und drehte ihn um und um. Er gefalle ihm gut, erklärte der Herr Baron, doch sei er ihm zu groß. Der Neffe sei noch nicht einmal zwölf Jahre alt, für den tue es auch eine kleinere Erdkugel. Schon trug der junge Buchhändler eine maßvollere Ausgabe herbei. Auch sie beschaute der Herr Baron gründlich, um schließlich seine Wünsche noch eindeutiger zusammen zu fassen: „Ha, wisse Se, der da lsch ja auch schön, aber er isch mir noch z’ groß. Habe se nlt ea Globus, auf dem nur Baden isch?..." Die Runde hörte diese schöne Globusanekdote zwar nicht zum erstenmal, aber sie freute sich an ihr, als hätte sie die Geschichte noch nie vernommen. Auch war sie sich uneingeschränkt darüber einig und bekräftigte solche Meinung mit einem herzhaften Prosit und nicht minder herzhaftem Schluck, daß es schon etwas Herrliches und Beglückendes wäre, wenn es eine ausgesprochenermaßen badische .Erdkugel gäbe. Dem Apotheker aber bestätigte man gerne, daß er einen höchst beziehungsvollen Beitrag zum Thema „badischer Lebensstil" beige- steuert habe. O. E. & Hoooer unö Eifenhoroer Der in unseren Tagen wieder oft genannte frühere amerikanische Präsident Herbert H o o • ver zählt seiner Abstammung nach zu jenen nicht' allzu seltenen Schweizer Familien, die - vielfach aus religiösen Gründen vor Jahrhunderten ihre Schweizer Heimat verließen, in unserer rheinisch-pfälzischen Gegend einige Zeit weilten und dann mit Pfälzern und vielfach selber Pfälzer genannt weiter wunderten. Das war meist in der Zeit gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Fall. So kam etwa um 1700 der Ahnherr Herbert Hoovers, Jonas Huber, aus Oberkulm in der Schweiz in die linksrheinische Pfalz und wurde mit seiner Familie in dem Weinort Ellerstadt bei Bad Dürkheim ansässigi 1738 wänderte dessen jüngster Sohn Andreas Huber, noch nicht 16 Jahre alt, nach Amerika aus und wurde auf dem Boden der Neuen Welt, den er in Philadelphia betrat, zum Ahnherrn Herbert Hoovers; andere Glieder der Familie blieben in Ellerstadt zurück. Während so die Familiengeschichte der Hoo- ver durch Oberrechnungsrat Otto Candidus in Kaiserslautern auch durch den früheren Heidelberger Professor Dr. Daniel Häberle — geklärt ist, sind im Bezug auf die Herkunft des Generale Eisenhower noch nicht die letzten Rätsel gelöst; insbesondere steht die schweizerische Mennoni tenherkunft des Generals noch nicht fest Gegen die Einwanderung der Vorfahren des Generals aus der Schweiz am Ende des 17. Jahrhunderts spricht vielleicht die Tatsache, daß jene Täufermennoniten erst gegen das Jahr 1700 hin an unseren Oberrhein zu fluten begannen, die Zeit, von der Friedrich Ratzels Wort gilt, Baden oder besser der ganze Oberrhein sei ein Acker, auf dem vielerlei Samen gelegt wurde Schon im Jahre 1549, also lange vorher, war ein Hans Eisenhauer Bürgermeister von Handschuhsheim, der dann 1577 als „alter Schultheiß" noch erwähnt wird. Der uns auch heute noch von Handschuhsheim her gewonnte Name Eisenhauer waj demnach schon zu einer Zeit hierzulande vertreten, als die Mennonitenauswanderung aus der Schweiz noch nicht in Betracht gekommen wäre; eine Der Freiburger Musikdirektor Anton Föppl, der 1848 gegen die Reaktion kämpfte und ihr dann weichen mußte, wänderte kurz zuvor mit zwei Freunden zur Weinlese am Kaiserstuhl; Wilhelm Waldbröl war aus dem Rheinland gekommen, der originelle alte Ludwig Bohner aus Erfurt. Alle drei sammelten mit viel Liebe Volkslieder und versprachen sich auf dem Kaiserstuhl eine besonders reiche Ausbeute. Gei- ? en und Flöte im Rucksack, wurden sie auch in edem Dorf gastfroh aufgenommen, halfen Reben lesen, wo es ihnen behagte, und frohe Lieder erklangen. So füllten sich ihre Notenbüchleln. Eines Abends kamen sie ln ein Dorf, in dem zwei Hochzeiten gleichzeitig gefedert wurden. Die eine beim Großbauern, der alle Musikanten an sich gelockt hatte, so daß für das andere Brautpaar keiner übrigblieb. Davon sprachen einige im Dorf mit Schadenfreude, andere mit Bedauern und Mißmut. Als die drei Wanderer auf den reichen Hof kamen, begrüßte sie der Großkopfete mit schallendem Anruf: „Ei, da sind ja noch drei Musikante, durstige! Jetzt hab i ihrer mehr als Vieh im Stall! 's langt. Aber kommt nur her. All »oll’n se bei mir bleib'n. Habt ihr verstanden? All bei mir. Bei den drüben müßtet ihr ja hungern und verdursten!" Die Drei schauten sich unter den Musikanten um, die dem Wein schon eifrig zugesprochen hatten und nicht einig .werden. konnten, was sie spielen sollten, denn wenn schon alle zugleich spielen sollten, mußte es doch das gleiche (ein. Ihren Zank überbrüllte nun der Großbauer; „Wollet« Jetzt spleFn, ihr Hallodri, wenn ich euch sehen alle kauft habt" Da legten sie dam alle los, aber jeder sein Stückle, daß eine Höllenmusik anhub, in der jeder nur noch lauter strich und blies, um sein Stückle durchzusetzen. Ganz entsetzt flüchteten die Drei zum Hoftor naus, noch lange von dem Lärm verfolgt, bis sie zum Dorf draußen waren und in die Nacht hineintappten. Dann aber kehrten sie doch wieder zurück, um Herberge zu suchen. Nur ein Häusle hatte Licht, die andern Dörfler waren wohl alle beim Großbauern. Durch die Scheiben sahen sie das andere Brautpaar drinnen sitzen mit wenigen Verwandten, still und traurig. Schön war die Braut, aber auch bleich neben dem Bräutigam, der sich mühte, durch Geschichtenerzählen die Stimmung anzuregen. Da wollten die Drei nicht stören und schon wieder gehen. Aber wohin in der Dunkelheit? So klopften sie denn an, um den Weg zu erfragen. Sie wurden aber so freundlich begrüßt, daß sie sich mit an den Tisch setzten und erzählten, wo sie herkämen und daß sie Lieder sammeln wollten. etwaige Einwanderung in dieser Zeit and ein Weiterwandern nach Amerika hält auch die Eisenhauersche Familiengeschichte für bisher nicht erwiesen; hier müßten amerikanische Quellen dazu sprechen. Der Name Eisenhauer — Zusammensetzungen mit Eisen sind in Familiennamen ohnehin nicht selten — weist demnach wohl auf alte rheinisch-pfälzische Herkunft hin und ist rechts wie link« vom Rhein verbreitet. So war ln dem gleichen Ellerstadt, wo die Huber saßen und sitzen, in unsern Tagen noch ein »evangelischer Pfarrer Philipp Eisenhauer tätig, dessen Vatfer als Landwirt zu Neuhofen bei Ludwigshafen ansässig war: dieser Pfarrer Eisenhauer starb übrigens 1943 erst in Heidelberg, wo er seinen Lebensabend verbracht hatte. Es scheint, als ob die einst nach Amerika ausgewanderten Vorfahren des Generals hier zwischen Neckar, Rhein und Main zu Hause gewesen seien und von dieser ihrer Stammesheimat den Weg über das Große Wasser angetreten hätten. Dr. A. B. Da sprang die Braut erfreut auf, eilte an den Schrank und brachte ihr Liederbüchlein, in dem die Drei vieles fanden, was sie bisher meist nur halb und zersungen zusammenbekommen hatten. Die drei Köpfe kamen gar nicht mehr aus den vergilbten Blättern heraus, in denen schon ihr« Großmutter ihr Liebstes sorgfältig niedergeschrieben hatte. Jeder um die Reih stieß überraschte Freudenrufe aus, je weiter sie blätterten, und im Handumdrehen sangen sie allesamt, als wären sie alte Bekannte Die Brautmutter wurde nicht müde, zusammenzuholen, was sie Gutes nur auftreiben konnte; die Drei waren sich einig, noch nie so gemütlich beisammengesessen zu haben und nirgends so viele schöne Liedlein mühelos beisammen gefunden zu haben. Die Braut schenkte ihnen ihr Büchlein, und die Freunde knobelten, bis der Anton es sein nennen durfte, freilich gegen das Versprechen, ihnen zwei Abschriften zu machen. Als der Brautvater sich entschuldigte, daß sie keinen einzigen Musikanten hätten herbekommen können, versicherten die Drei, das mache gar nichts, packten ihre Geigen und Flöte aus und begannen zu musizieren, so voller Gemüt und Behagen, daß alle vor Ergriffenheit ganz still dasaßen. Nur in den Pausen dröhnte wüster Tanzlärm herein, und Wilhelm meinte spöttischf „Die Musikanten werden sich nit mehr einig, was sie denn spielen sollen, und mit jeder Wein- runde wird's noch ärger!" Alle mußten lachen, und die Braut sagte mit gefalteten Händen» „Solch eine Brautmusik hab ich mir im Traum gewünscht!" und schaute die Drei so lieb und freundlich an, daß der Bräutigam fast eifersüchtig werden konnte. Nur der Alte, der Ludwig, machte ihr Sorge, denn der hatte keinen schlechten Schluck, aber einen unheimlichen Durst, und alle wunderten sich, daß er noch so gut beisammen war. Anton und Wilhelm versuchten, ihm die Flaschen nicht zu nah zu rük- ken, aber Ludwig war ein großzügiger Selbstversorger. Dabei erzählte er, daß der Weber ihm im „Freischütz" eine Melodie, seine liebste eigene Melodie, gestohlen habe, nämlich den Mädchengesang „Wir winden dir den Jungfernkranz". Wilhelm wollte seinen geliebten Carl Maria von Weber verteidigen; er habe gemeint, das sei ein herrenloses Volkslied, sonst hätte er es ihm gewiß nicht wegnehmen wollen. Aber der originelle Alte war in dieser Sache schlecht zu sprechen und blieb dabei, jedes Thüringer Mädel hätte sein Liedlein gekannt und gesungen! Der Weber hätte sich nur herausreden wollen, als er zugab, es auf seinen Reisen durch Thüringen gehört zu haben. In Wahrheit hätte er es aus dem Klavierkonzert gestohlen, das er in die Finger bekommen haben müsse. Und schon eilte der Alte an das kleine Tafelklavier, das er an der Wand entdeckt hatte, spielte die Stellen aus seinem Klavierkonzert und verglich mit ihnen den Mädchenchor aus dem „Freischütz“. In der Tat war die Ähnlichkeit verblüffend, wie alle zugeben mußten. Das machte den Alten glücklich, er begann zu improvisieren, daß selbst Wilhelm, der Om schon wiederholt gehört hatte, staunen mußte und tief ergriffen, fast scheu den Bohner betrachtete, in dem wahrlich ein göttlicher Funke glühte Nur schade, daß er so viel trank und sich nie recht in die Gesellschaft zu schicken verstanden hat. Im Grunde war er doch ein guter Kerl, nur durch allerlei schlimme Erfahrungen mit Spießern, Geldknauserem und Angebern rebellisch geworden und in angezähmter Opposition gegen jederlei Bedrückung, Anmaßung und Protzerei. Auch Anton war zutiefst erschüttert von diesem geradezu an Beethoven gemahnenden Phantasieren und fand, daß Bohner nicht zu Unrecht den Vornamen mit jenem Titanen gemeinsam habe. Auch erinnerte er sich, gehört zu haben, daß der Lleblingsdichter seiner Jugend, E. T. A. Hoffmann, diesen Ludwig Bohner vor Augen gehabt haben soll, als er seinen. Kapellmeister Kreisler entwarf. Als Bohner mit rauschenden Passagen und einem gewaltigen Höhepunkt geendet hatte, beugte sich Wilhelm zu Anton und flüsterte ihm zu: „Robert Schumann hat recht: in diesem Ludwig Bohner ist ein großer Komponist zugrundegegangen. Wenn er nur nicht so sprunghaft und unberechenbar wäre," Ohne ein Wort zu sagen, sprang Bohner vom Klavier auf und rannte in die Nacht hinaus Betroffen entschuldigten ihn die Freunde und eilten ihm nach, konnten ihn aber erst einholen, als er sich unter die Musikanten des Großbauern mischte. Am Klavier ließ er sich nieder und begann eine Phantasie, die alle verwundert aufhorchen ließ. Die Musiker fühlten, daß ihr König unter sie getreten sei. Der Hochzeitstrube] verstummte mit einem Mal und nach all dem lauten Durcheinander von Oboen und Geigen versank »dies in verwundertem Lauschen Als Bohner geendet hatte, stand er mit m, statischer Gebärde auf: „Hört mal her, ihr M sikanten! Da hinten in dem kleinen Haus feiern andere auch Hochzeit, zu der ihr auch bestellt worden wart. Aber ihr seid nicht hingegangen, weil der hier euch mehr angeboten hat. Und doch hätte jenes Brautpaar es viel eher verdient, von allen eine Hochzeitsmusik gemacht zu bekommen, als das hier. Kommt mit, wir wollen das wieder gut machen!" Wie ein Heerführer schritt er vor, ihm folgten die einen betroffen, die anderen begeistert denen der Großbauer denn doch zu grob und hoffärtig gekommen war, und es tat ihnen wohl, ihn mit offenem Maule, ganz fassungslos dieser plötzlichen Abwanderung zuschauen zu sehen, bis er in sinnloses Wutgestammei ausbrach. Auch viele seine? Gäste, die seine Großspurigkeit gewurmt hatte, schlossen sich dem Zuge an. Diesmal aber ordnete Bohner die Musikanten im anderen Hanse um sich und verabredete mit ihnen alles, bis er mit den Annen das Zeichen gab. Das klang schon anders, als ihr früheres Gedudel! Sie taten auch Ihr Bestes, um wieder Ehre einzulegen und spielten sichtlich lieber diesem Brautpaar, als jenem feisten Geldsack mit seiner hochnäsigen Braut. Der tobte zwar draußen wie ein Berserker, aber das ganze Dorf war sich im stillen doch einig, daß es ihm recht geschah. Das von den Drei so sinnig begonnene Konzert nahm nuS seinen Fortgang unter regster Beteiligung dieses Massenaufgebotes der Kaiserstühler Musikanten. Von diesem Abend wußten sie noch lange zu erzählen, ihren Entrein und Enkelkindern! Edeltraud Schneider Die Hochzeit auf hem Kaiferftuhl Wie öle Herre'l Eine Gafthaue-Gefchldite Längst hatten die Glocken das sonntägliche Hochamt ausgeläutet. Im Herrenstüble des „Goldenen Löwen“ saßen die Gäste beim Frühschoppen. Der Förster und der Lehrer ruckten schon die Stühle und riefen zum Zahlen, um rechtzeitig zum Mittagsschmaus heimzukommen, dieweil sich der Apotheker in ein neues Viertele Weißherbst vertiefte, und sein Provisor, der ewig hungrige Junggeselle, .nach den erfreulichen Düften schnupperte, die von der Küche hereindrangen. Der dicke Löwenwirt lehnte am mächtigen Kachelofen und warf hin und wieder eine vorsichtige Bemerkung ins Gespräch, das wenig sonntäglich die große and die kleine Politik betraf. Da öffnete sich knarrend die schwere Türe, und ein Mann trat herein, bei dessen Anblick die Herren verwundert aufsahen. Der Wirt, »ein rotes Gesicht färbte sich noch dunkler, schuckte sich heftig von dem wannen Kachelofen ab. „Domini", rief er unwillig, „du hast die verkehrte Tür erwischt Kannst deinen Schnaps drüben trinken!" Und wies mit dem fleischigen Daumen in Richtung der Gaststube, von wo der rauhe Gesang einiger Knechte erklang, die den Sonntag feucht und geräuschvoll zu begehen gedachten. Der Angeredete, ein Holzmacher, der droben im Tal hauste, scherte sich aber nicht Vn die Weisung; er schob vielmehr mit der (Inen Hand — welches schwache Wort für diese Pratze — den dicken Bauch des Löwenwirts zur Seite und tappte auf den kleinen runden Tisch H, der im Erker stand. Er warf seinen schwar- sen Filzhut ohne Umstände auf die Tischplatte und verlangte mit dröhnender Stimme einen Wate — „einen Wein wie ehe Herre*". — Der Wirt warf einen hilflosen Bück auf die verstummten Gäste und kratzte sich den kahlen Schädel enter seinem Troddelkäppchen. Noch dtasnal versuchte er, den Eindringling ans dem Raum der Herren zu entfernen und griff entschlossen nach dem speckigen Filz. Er ließ ihn aber sofort wieder fidlen, als der Domini eine seiner klotzigen Pfoten über den Usch schob. „Ko mm * — ich geh’ dir ein Viertele aus", lochte er nun den Besucher. Indes, auch die List wollte nicht verfangen. „Ein en Wein will Ich", rumpelte es nochmals in bösem Baß. „Willst vielleicht lieber einen Kirsch, ich hab* drüben eine neue Gutter", probierte es der Wirt abermals. „Einen Wein will ich, einen Wein — wie die Herre’", war die Antwort Die Herren lachten vergnügt Der Lehrer schob die Börse wieder in die Tasche seines Schwalbenschwanzes, and der Förster stopfte die Pfeife von neuem. „Bringt ihm doch einen Schoppen Waldulmer, Löwenwirt", rief der Apotheker, „ich zahl’s"! „Mir braucht kein» was zu zahlen", knurrte es aus dem Erker, .ich heb auch Geld — wie die Herre’!" Da erschien die Kellnerin, ein stämmiges, sommersprossiges Weibsbild. „He, einen Wein will ich“, rief ihr der Domini zu, „einen Wein — wie die Harre’!" Während sie ihre Schürzenbändel wieder zur band, die ein» der Knechte aufgezogen hatte, blickte sie fragend auf den Wirt. „Bring* ihm einen Waldulmer“, bestimmte d» Apotheker, wozu der Löwenwirt bedauernd die Schultern zuckte. Der Wein kam. Domini nahm einen kräftigen Schluck, schlürfte und rollte Ihn auf der Zunge und drückte ihn, die Augen genießerisch schließend, hinunter. „Hm. hm. — gut gut", murmelte er. „So, und jetzt will ich was zu essen”, verlangt* » sodann. „Was soll’» sein?" fragte die Kellnerin, che kichernd steh engeblieben war, „ein Preßkopf, eine Lyoner.. .?" „Nix, ein Essen will ich, ein richtiges Essen — wie die Herre’!" Und da das Mädchen zu zögern schien, schrie er: „Ich hab’ Geld, Ich zahl’» — wie die Herre’!" Dabei warf » einen zusammengeschnürten Geldbeutel klirrend auf den Tisch. „Also, da hätten wir," begann die Kellnerin an den Fingern aufzählend, „eingemachtes Kalbfleisch. Nierle, Ochsenfleisch .." „Ach was" — eine kurze Bewegung der ungefügen Hand schnitt ihren Redefluß ab — „ich will was zu essen, ein richtiges Essen halt — wie die Herre’!" Weibsleute werden mit ungewöhnlichen Vorkommnissen meist schnell» fertig als die schwerfälligen Männer. Nach wenigen Augenblicken standen Teil» und Besteck auf dem runden Tisch, und d» Domini begleitete alle Z» richtungen der flinken Kellnerin mit seinem zufriedenen: .Jim, hm, — gut, gut!" Nach der Suppe sah » sich um. und als er die Blicke der Herren so freundlich auf sich und seinem wohlgedeckten Usch ruhen sah, wurde » gesprächig — soweit eben ein vierschrötig» Holzmacher gesprächig werden kann. „Hm, hm — gut, gut", meinte », ihnen freundlich zunkkend, „kann auch einmal in der Her- renstnb* essen." Der Lehrer lächelte freundlich zurück. —- „Einen Guten“, rief der Apotheker, wozu sein Provisor vergnügt meckerte, und d» Forst» lachte, daß ihm der Bart hüpfte. Nor der Löwen» wirt blickte säuerlich. ..Der Domini kann auch eir*— 1 esse", wiederholte der Domini, — „wie die Herre’!" Darauf wandte » sich dem Schweinebraten mit Nudeln und Kartoffelsalat zu, griff sodann — („Ich heb’ noch Hunger — wie die Herre 1 * hatte er der Kellnerin zugerufen.) — nach ein» Portion NierW mit Knödeln, und auch die Preiselbeeren des Nachtisches verschlang er ■H einem zufriedenen: „Hm, hm — gut, gut!" Es fiel aber den Herren auf, daß er keine Schüssel völlig leerte und von jedem Gericht ein bissei aufsparte — einen Zipfel vom Schweinebraten, ein Häuflein Nudeln, einen Schöpf» Herdäpfelsalat, ein paar Schnipfei Nierle, drei Knödel und auch zwei drei Löffel Soße und Preiselbeeren. Er gab der Kellnerin einen Tal», verschnürte das Rausgeld gewissenhaft im Beutel und brummte zufrieden: „Ja, der Domini kann auch einmal essen — wie die Herrel" Dann zog er ein riesiges rotkarierte« Sacktuch ans d» Hosentasche und breitete es bedächtig auf de» Usch ans. In die Mitte kam d» Rest vom Schweinebraten, die Nierle und di* Knödel, daneben der Salat und drüber die Soßf — „für d*Frau", sagte er dazu — und schließlich strich » mit dem Fing» die Preiselbeeren aus dem Glasteil» — „für cTKinder", sagte er dazü — knüpfte das Sacktuch mit den Zipfeln zusammen. trank seinen Wein aus und setzte den Hut auf. „Grüß Gott, ihr Herre*”, nickte er selbstbewußt in die Runde und verließ mH knarrenden Stiefeln das Herrenstüble. Es dauert lange. Ms rieh die Herren vom Lachen erholt hätten. Jedermann fragte sich, wo d» Do mini wohl das Geld hergehabt habe. Denn man wußte: er war ein armes Luder — aber grundehrlich.-Wie die Herre’! Hane Leopold Zollne» * ^ruhliitq lall Schneeglöckchen Wirten, Krokus blüht, Die Lerche ringt ihr Frühlingslied i Natur jauchzt froh dem Schöpfer sul Mensch! wann jubelst du? Roiamd Rhenius BLICK IN & DIE WELT Schauspieieän oecscfuviudet mähcend dec 'ÜocstelCuttg) Ganz moderner Rekiame-Trick in Paris — Enttührungsszene ■wie im Kriminali oman Einer der sensationellsten Reklametricks, der tagelang die Pariser Öffentlichkeit in Atem hielt und ein Heer von Journalisten und einige Dutzend Polizisten nickt schlafen ließ, klärte sich am ersten April als gelungener April-Scherz auf. Die Hauptdarstellerin des Schauerstückes „Keine Orchideen für Miss Blandith“, Nicole Riehe, war drei Tage zuvor während der Pause zwischen dem zweiten und dritten Akt von einem angeblich unbekannten jungen blonden Mann aus ihrer Garderobe in dem Pariser Theater Grand Guignol gerufen worden, und seitdem verschwunden. Die Vorstellung mußte unterbrochen werden. Gleichzeitig wurde bekannt, daß Nicole Riehe in den letzten Tagen eine Reihe von Drohbriefen erhalten hat, in denen sie aufgefordert wurde, ihre anstößige Rolle aufzugeben. Nicole Riehe verschwand, und alle Polizisten und Journalisten, die auf ihre Spur gehetzt wurden, konnten sie nicht finden. Um die schaurige Atmosphäre noch echter zu machen, suchte sich der Partner der „Entführten“, der Schauspieler Tenberg, durch massive Einnahme eines Schlafpulvers zu vergiften. Er mußte iq ein Krankenhaus gebracht werden. Immerhin ist er außer Lebensgefahr. Der dritte Akt Nach diesem zweiten Akt folgte am Samstag (1. April) in den frühen Morgenstunden prompt der dritte Akt mit dem unausbleiblichen Happy End. Nicole Riehe wurde auf dem Bahndamm in einem Pariser Vorort irrend durch „Zufall“ von einem Pariser Journalisten entdeckt. Einem Polizeikommissar erklärte sie. sie sei „gegen ihren Willen, aber ohne Gewalt“ in einem Auto entführt worden. Dann erzählte sie, ihre Entführung. Diese Schilderung könnte Dutzenden von Kriminalromanen entnommen sein. Nichts fehlte: die Entführung durch zwei unbekannte Männer in einem schwarzen Automobil, die Einschließung während rund 48 Stun- Engländer entführten deutschen General Unbekanntes Kriegsabenteuer auf Kreta — Neue Jagd nach Skoreeny Zwei Engländer sind in London mit dem Fluzeug gestartet, um auf dem Kontinent einen Mann einzufangen: Otto Skorzeny, den „Mussolinibefreier und gefährlichsten Mann Europas“ Von einem Geheimagenten wollen sie Informationen über den gegenwärtigen Aufenthalt Skorzenys erfahren haben. Die beiden, Major „Paddy“ Leigh- Fermor und Hauptmann Stanley Moss, haben in Unternehmen wie dem geplanten bereits einige Erfahrung Im letzten Krieg gelang es ihnen, den deutschen General Kreipe von Kreta zu entführen, ein Paradestück, das damals die Öffentlichkeit verblüffte. Ob sich Skorzeny genau so leicht überrumpeln läßt, wie damals der General? Warten wir ab und berichten zunächstrüber die Gefangennahme General Kreipes im April 1944, der sich sicher nie hätte träumen lassen, gewissermaßen vor den Augen seiner eigenen Leute entführt zu werden. Die Gefangennahme des Generals war von englischer Seite damals schon lange geplant. Was machen Sie überhaupt...“ Der General kann den Satz nicht vollenden. Ungläubig starren er und sein Fahrer in zwei Pistolenmündungen und sehen noch drei weitere Männer auftauchen. Als der Fahrer seine Pistole ziehen will und der General um sich zu schlagen beginnt, ist es bereits zu spät. Im Nu sind beide von den fünf Männern überwältigt und werden auf dem Hintersitz in Schach gehalten. Voller Zorn muß General Kreipe Zusehen, wie seine goldbetreßte Generalsmütze auf den Kopf Major Leigh- Fermors wandert, der auf dem Vordersitz neben Hauptmann Moss einsteigt Die Generalsmütze genügt In höchster Geschwindigkeit braust der Wagen in Richtung Küste ab An nicht weniger als 22 Straßenkontrollposten kommt man unbehelligt vorbei. Meist genügt schon der Generalsstander, daß die Wache stramm steht, grüßt und passieren läßt. In wenigen Fällen, wo der Wagen trotzdem halten muß, beugt sich der „falsche General“ aus dem _ „ ; Fenster hinaus und ruft unwillig über die An die Ausführung konnte man jedoch erst Verzögerung: „Generalswagen!“ Die Generals- dann gehen, als man mit der Widerstands- mütze tut ein Übriges. den in einem unbekannten Hause, eine neue geheimnisvolle Automobilfahrt durch einen großen, dunklen Wald, das Aussetzen in einer einsamen Waldlichtung in finsterer Nacht und das zufällige Zusammentreffen mit einem befreundeten Journalisten. Haarsträubende Geschichte „Stimmt, es, daß die Polizei mich sucht?“ Mit diesen Worten erschien die Schauspielerin Nicole Riehe am Samstag auf einer Polizeistation in Paris. Als die Beamten sich ein wenig fassungslos danach erkundigten, woher sie komme, erzählte sie eine haarsträubende Geschichte: Ein Unbekannter habe sie am Mittwoch abend aus der Garderobe im Grand Guignol gerufen, sie in einen Wagen gezerrt und sei mit ihr davon gerast. Nach einer Stunde Fahrt habe das Auto gehalten, der Unbekannte habe sie in ein Haus geführt und sie dort zwei Tage gefangengehalten, ohne ihr einen Bissen zu Essen zu geben. Am Freitag habe man sie wieder in einen Wagen gesetzt und in einen Wald gefahren, wo man sie sich selbst überließ. Nach mehreren Stunden sei sie im Wald auf Zigeuner gestoßen,- die ihr den Weg zum nächsten Bahnhof beschrieben. Sie habe den Weg jedoch verfehlt und auf ihren Irrwegen die Zigeuner wieder getroffen. Diese hätten sie dann zu einem Gasthaus geführt, von wo sie endlich wieder nach Paris gelangen konnte. Sie sei zuerst zu ihrer Mutter gegangen, dann in einen Nachtklub, und schließlich zur Polizei. Wieder in der Hauptrolle Der Polizeikommissar, der die Riehe befragte, nahm ihre Erzählung mit Skepsis auf. Es sei sehr seltsam, meinte er, daß sie und der Portier des Grand Guignol den unbekannten Entführer völlig verschieden beschrieben und meinte: „Ich habe aber einen Faible für Schauspielerinnen.“ Inzwischen spielt Nicole Riehe wieder die Hauptrolle in den Schauerstück „Keine Orchideen für Miss Blandith“ und zwar, das ist sehr wichtig, vor vollbesetztem Hause. Denn die Pariser wollen sie jetzt alle sehen, die leichtbekleidete Nicole. Ob die ganze Geschichte noch ein gerichtliches Nachspiel hat, bleibt abzuwarten. Teuiel uud Beelzebub Obwohl der amerikanische Geschäftsmann Lewis Wolfe w ederholt darauf hingewiesen hatte, daß er ein neuer „Messias“ sei, ging ein New Yorker Gericht auf seine Argumente nicht ein und verurteilte ihn wegen Mordes an seiner Frau zum Tode durch n Elektrischen Stuhl. Wolfe war. bereits im Jahre 1944 überführt worden, seine Frau mit einem Schuh erschlagen zu haben. Der Angeklagte wurde jedoch als nicht voll zurechnungsfähig befunden und in eine Heilanstalt überwiesen, aus der er vor wenigen Wochen wieder entlassen wurde, da sein Geisteszustand nach Aussagen von Psychiatern wieder als normal zu bezeichnen sei. Als Zeuge in eigener Sache berichtete Wolfe vor dem Gericht über seine Tagträume, die „Stimmen in seinem Ohr“ und versuchte den Ankläger zu überzeugen, daß er ein neuer „Messias“ sei. „Es gibt kein Gesetz“, führte der Angeklagte aus. „auf Grund dessen S'e mich verurteilen können. Sie selbst, Herr Vorsitzender, geben zu, daß Sie Zweifel an der Gerechtigkeit der Welt haben. Ich hingegen glaube an diese Gerechtigkeit.“ Über das Motiv seiner Tat befragt, erklärte Wolfe’ Sie wollte Geld haben und außerdem Ruhm und Macht — drei Übel, die die Welt zu zerstoßen drohen. Und da wurde ich mir darüber klar, daß die Frau, die ich liebte, vom Teufel besessen war Plötzlich flüsterte mir eine Stimme ins Ohr: „Zerstöre den Teufel in ihr, bevor sie das Gute, was in dir ist, zerstört.“ Da griff ich in meiner Not zur B ; bel und las im 23. Psalm, wo es da heißt. .Obwohl ich im Tale des Todes wandle . ‘ Da wurde die Stimme in mir immer stärker und verkündete mit Donnern .Nimm diesen schwarzen Schuh.*“ „Dann war es Nacht um mich“, fuhr der Angeklagte fort, „Einige Stunden später wurde es mir klar, daß fch nicht sie getötet hatte, sondern nur den Teufel in ihr.“ An den Vorsitzenden des Gerichts gewandt, verkündete Wolfe dann mit erhobener Stimme: „Du, Pontius Pilatus, hier ist deine Gelegenheit, um dich zu rechtfertigen. Mir kann nichts passieren. Entweder bin ich ein Messias oder aber ein Lügner Ich verlange Gerechtigkeit. Sollte ich schuldig sein, so fordere ich den Elektrischen Stuhl. Bin ich aber unschuldig, so laßt mich frei, doch verurteilt mich nicht zu einem neuen Aufenthalt im Narrenhaus.“ Verordnung Das Landratsamt Eggenfelden (Bayern) ließ dieser Tage ein Schreiben an die Gemeinden h'oausgehen, in dem es heißt: „Es ergeht die Anweisung, sämtliche Bienenvölker in ihrer Gemeinde unterschriftlich zu verständigen, daß in den Tagen des April der Sachverständige für die Entseuchung der Bienenvölker erscheinen wird.“ INeuartiges OberHächensch utz-Verfahren bewegung auf Kreta enge Verbindung hergestellt hatte. Während Major Leigh-Fermor nachts mit dem Fallschirm nahe der Küste absprang, wurde Hauptmann Moss von einem Schnellboot zur gleichen Stunde an Land gesetzt. Beide trugen Zivilkleidung. Keine deutsche Wache bemerkte die Landung der Ohne irgendwelche Hindernisse gelingt es, an die Küste zu kommen, wo die beiden englischen Agenten mit ihren Gefangenen — wie verabredet — an Bord des Schnellbootes aufgenommen werden, das den General und seinen Fahrer nach Kairo in die Gefangenschaft bringt. Erst der Adjutant General Der Ing. Norbert Hagen, ein Mitarbeiter des Kautex-Werkes Reinold Hagen, Hangelar (über Siegburg), hat ein Verfahren entwickelt, nach dem es möglich ist, fest anliegende Überzüge oder Ummantelungen aus Kunststoff auf Profilen beliebigen Querschnitts oder Hohlkörpern und Röhren anzubringen. Das sogen. „Kautex-Vietum“-Ver-: elektrische und andere Oberflächen - Beanspruchungen herangezogen werden Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten sich im Baugewerbe, aber auch im Schiffs- und Bootsbau, in der Fahrzeug- und Elektrotechnik, im Stahlmöbelbau usw Das „Kautex-Vietum“ wird zum Ummanteln in Schlauchform und zum Ausmanteln beiden Agenten, die noch in der gleichen Nacht Kreipes, entdeckte am nächsten Morgen, daß fahren kann als Korrosionsschutz, für deko- von Rohren und dgl. in Rohrform geliefert. __ _*_Jam Tl?MAH>4iiH/IaUantA_ .... . „ -_ „ .... . . ■ „ _ „. u ... __ . _ _ _ _ von einem Fahrzeug der Widerstandsbewegung in ein Dorf gebracht wurden, das in der Nähe der Dienststelle des Generals lag. Die Zeit drängt Es vergingen einige Tage, bis man ausspioniert hatte, daß General Kreipe einigermaßen regelmäßig gegen Mitternacht vom Kasino in seine Privätunterkunft zurück- iufahren pflegte. Da er meist nur in Begleitung seines Fahrers war, schien dem Vorhaben ein günstiger Stern zu leuchten. Doch die Zeit drängt auch, denn nach genau sechs Tagen würde das Schnellboot zu einer bestimmten Stunde wieder vor der Küste kreuzen, um die beiden Agenten mit dem General aufzunehmen. In dunkler Nacht Endlich glaubt man, daß alles gut vorbereitet ist. Der General sitzt 4m Kasino und spielt Karten. Wenn er also nicht allzu spät aufbricht, kann man — falls alles geklappt hat — die Küste in etwa drei Stunden erreichen und trifft dann zur verabredeten Zeit ein. In einem abgelegenen Gehöft ziehen sich Major Leigh-Fermor, Hauptmann Moss und drei Widerstandskämpfer deutsche Uniformen an und setzten Stahlhelme auf. Jeder "hat zwei Pistolen bei sich Es ist dunkle Nacht. Auf Umwegen geht es zu der Landstraße,' auf der der General angefahren kommen muß. Die Straße verläuft, kurz nachdem sie in einen Wald eingemündet ist, in einem scharfen Bogen nach rechts An dieser Stelle legt sich der Trupp in einen Hinterhalt und wartet. . Generalmajor Karl Kreipe, Kommandeur der 22. Panzerdivision und Befehlshaber aller deutschen Truppen auf Kreta kann zu dieser Stunde noch nicht ahnen, was ihm bevorsteht Obwohl er beim Kartenspielen gewinnt, was ihm sichtlich Snaß macht, beschließt er, nicht länger als gewöhnlich zu bleiben. Wohlwollend verabschiedet, er sich und läßt seinen Wagen Vorfahren. Der Fahrer drückt ein wenig mehr auf den Gashebel, denn auch er möchte in seine Unterkunft zurück. Es ist soweit Als vor der Kurve in dem großen Waldstück plötzlich eine rote Lampe geschwenkt wird und kurz darauf zwei Männer in deutschen Uniformen im Scheinwerferkegel auftauchen, wundert sich der Fahrer zwar ein wenig, wieso auf einmal an dieser Stelle ein Streifenposten steht, hält aber trotzdem den Wagen an. Schon sind auch die beiden Uniformierten von links und rechts an den Wagen herangetreten und einer fragt in gutem Deutsch: „Ist das der Wagen des Generals?“ Soviel Dummheit ist General Kreipe, der.sich vorgebeugt hat, zuviel: „Sie Trottel! Haben Sie noch nicht die Generalsstandarte erkannt? man plötzlich keinen General mehr hatte. rative Gestaltung und als Isolierstoff für - In der Baden-Badener Spielbank rollt wieder die Kogel and schon versnoben die Ersten ihr Glück. — Die FDJ propagiert in Berlin immer wieder für ihren Pfingstmarsch. Hier sperren Polizisten die Sektoren grenze gegen eine Demonstration ab. Lediglich die Flugblätter fallen ins „Niemandsland“. — Anf der Borg Veldenstein haben amerikanische „Schatzgräber“ tagelang nach den „Millionensshäizen“ GSrlngs gesucht. Die Beute war jedoch aur lt 0*0 DM wert. — Jugendliche Künstler malen in den Straßen Roms mit farbigen Paatellkreiden bunte Bilder. Voa den Vorübergehenden kassieren sie dann dafür „ihr“ Honorar. Im ersten Fall ist das Material so dimensioniert, daß es leicht über den zu ummantelnden Gegenstand gezogen werden kann, während der Rohling zum Ausmanteln von Rohren einen kleineren Durchmesser im Äußeren als das auszukleidende Rohr besitzt. Um eine festanhaftende Auskleidung des Rohres im letzteren Falle zu erreichen, wird Wärme, möglichst von innen, zugeführt, und zwar solange, bis nach Erreichung einer bestimmten Temperatur das Ausmantelungsmaterial erweitert wird und sich fest gegen die Innenwand der auszukleidenden Rohre legt. Sollen die Rohlinge in Schlauchform über Gegenstände gezogen werden, dann wird der Kunststoffmantel durch Anblasen mit Heißluft, Dampf u. ä. auf Temperatur gebracht. Sobald eine bestimmte Wärmestufe erreicht ist, schrumpft der Schlauch innerhalb weniger Sekunden zusammen und umschließt die zu umkleidenden Gegenstände unlösbar fest. Eine Lockerung Ist nach Abkühlung nicht möglich. Man kann nach diesem Verfahren Gegenstände der verschiedensten Art und beliebigen Materials, die z. B. viele Biegungen. Einschnürungen und Verstärkungen aufweisen, ohne Schwierigkeiten überziehen. Plan für Gezeitenkraftwerk E : -> ~ des Cuxhivener Mühlenbauers Carl Becker, r ’ - der .Nordseeküste von Cuxhaven nach Bremerhaven, ein gigantisches Gezeitenkraftwerk mit eine- Jahresleistung von 50 Milliarden Kilowattstunden zu errichten, wird in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werden können, da es von Fachleuten als Utopie angesehen wird und einen zu hohen Kapitalaufwand erfordert. Beckers Plan sieht die Anlage eines 90 Kilometer langen beweglichen Seedeiches vo“, der 750 Turbinen aufnehmen kann. Jede Turbine soll je nach dem Gezeitengefälle vorwärts oder rückwärts arbeiten und auch den sogenannten „toten Punkt“ beim Gleichstand von Ebbe und Flut überwinden. Das Projekt würde vier Milliarden Mark kosten, die Bauzeit zehn Jahre dauern und Zehntausenden von Arbeitslosen Beschäftigung geben Überschallpropeller für US-Großbomber Der amerikanische Großbomber vom Typ B-30, der einen Aktionsradius von 7500 Kilometer aufweist, soll jetzt modernisiert und mit pfeilförmigen Flügeln ausgerüstet, mit „Über- schallpropellem“ versehen und so eingerichtet werden, daß seine Geschwindigkeit ohne Einbuße des Aktionsradius* auf 775 Std.km erhöht und die maximale Flugnöhe auf 13 500 Meter gesteigert werden kann. Die Überschällpropeller — die sich mit einer Geschwindigkeit drehen, die an den Propellerspitzen größer ist als diejenige des Schalls — soll die Lösung des Problems bringen, wie bei schweren Bombern die Geschwindigkeit erhöht und zugleich auch der Aktionsradius erweitert werden kann. Dieser neue „Überschällpropeller“ besteht aus dünnem Stahl. Die Erhebung der AufrUumungsabgabe Eine Bekanntmachung des Landrats sur Finansierung der Trümmerbeseitigung Das Landratsamt Bruchsal schreibt uns zur Aulräumungsabgabe: Mit dem Gesetz Nr. 332 vom 25. 11. 1948 und der hierzu erlassenen Durchführungsverordnung Nr. 337 vom 22. 9. 1949 wurde im Lande Württemberg-Baden die Erhebung einer Aufräumungsabgabe zur Finanzierung der Trümmerbeseitigung eingeführt. Die Aufräumungsabgabe trifft die Eigentümer aller im Lande Württemberg-Baden vorhandenen, bis 8. 5. 1945 erstellten Gebäude, soweit diese nicht durch Kriegsschäden eine Einbuße von mindestens 30 v. H. ihres Wertes erlitten haben. Erhoben wird 10 Dpf. je 100 DM der Versicherungssumme des Gebäudebrandversicherungsanschlages vom 1; 1. 1945. Die Wertembußen sind für jedes selbständige Gebäude besonders zu berechnen. Beispiel: Auf einem Grundstück stehen drei getrennte Gebäude eines Eigentümers, und zwar' a) ein Wohnhaus mit einer Veisicherungs- lumme von 6 500 DM; b) ein Stallgebäude mit einer Versicherungssumme von 2 000 DM und c) eine Scheune mit einer Versicherungssumme von 3 000 DM. Die gesamte Versicherungssumme beträgt somit 11500 DM. Durch Kriegseinwirkung wurde das Wohnhaus völlig zerstört. An der Gesamtversicherungssumme der drei Gebäude gesehen, bedeutet dies eine Werteinbuße von mehr als 30 v. H. Von der Abgabe freigestellt ist aber nur das Wohnhaus, für das Stallge- bäude und die Scheune sind die Aufräumungsabgaben zu entrichten. wird anheungestellt, tatsächlich unbegründete Beschwerden bei den Gemeindeverwaltungen zurückzuziehen, da sie kostenpflichtig abgewiesen werden müßten. Die Mindestgebühr ist 3 . — DM und staffelt sich mit dem Versicherungswert. Von der Aufräumungsabgabe sind lediglich freigestellt: a) die Gebäude, die am 1. Januar des Erhebungsjahres nicht mehr vorhanden sind, die also in der Zwischenzeit abgebrochen wurden oder sonstwie untergegangen sind. Die nur zum Teil abgebrochenen Gebäude sind weiterhin voll abgabepflichtig ohne Rücksicht auf die eingebüßte Nutzbarkeit. b) Die Gebäude, die durch Kriegsschäden an ihrem baulichen Wert mindestens 30 v. H. eingebüßt haben. Als Kriegsschaden gilt jede Beeinträchtigung durch kriegsbedingte Ereig- jidsse, die das Gebäude an seinem baulichen Zustande erlitten hat und die durch die Kriegsschädenverordnung zu entschädigen gewesen wäre. Dem stehen gleich die Besatzungsschäden, für die nach den maßgebenden Vorschriften ein Ersatzanspruch nicht geltend gemacht werden kann. Weitere Befreiungen von der Abgabepflicht sind im Gesetz nicht enthalten. Auch die offen tlichrechtlichen Religionsgesellschaften, gemeinnützigen Verbände und Organisationen unterliegen mit den ihnen gehörenden Gebäuden ohne Ausnahme der Abgabepflicht. Die Grundsteuerfreiheit (etwa wegen Benützung des Gebäudes zu gemeinnützigen Zwecken) ist auf die Erhebung der Aufräumungsabgabe ohne Einfluß. Abgabepflichtig sind auch die Grundstückseigentümer nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. Stundung und Erlaß der Aufräumungsabgabe kann nur bei wirtschaftlicher Notlage in Betracht kommen, und zwar nur insoweit, als aus gleichen Gründen auch die Grundsteuer gestundet oder erlassen wird. In der Regel kann die Aufräumungsabgabe nur gestundet werden, und zwar längstens a) für die Abgabeschuld 1949 bis 31. 3. 1950; b) für die künftigen Jahresschuldigkeiten jeweils bis zum 31. Oktober des Erhebungsjahres. Ein Erlfß der Aufräumungsabgabe ist vorläufig nur alten und arbeitsunfähigen Abgabepflichtigen zu gewähren, die kein sonstiges Einkommen haben, (wenn also die Rente aus dem Gebäudebesitz für den Lebensunterhalt nicht ausreicht) und auch von Angehörigen keine Unterstützung erhalten können, wenn sie Fürsorgeunterstützung empfangen oder Anspruch auf Unterhaltshilfe nach § 35 des Soforthilfegesetzes haben. Es kann höchstens jeweils nur ein Jahresbetrag erlassen werden. Die von den Grundstückseigentümern für die Räumung aufgewendeten Kosten gehören wie der Gebäudeverlust selbst, in den Bereich des allgemeinen Ausgleiches der Kriegs- und Kriegsfoi gelasten. Die Selbsträumer wegen ihrer Aufwendungen etwa bei der für ihren übrigen Gebäudebesitz geschuldeten Abgabe zu berücksichtigen, war im Rahmen des Gesetzes nicht möglich. Auch für den Gebäudebesitz der öffentlichen Hand, die in der Regel die Trümmer selbst wegräumen ließ, ist im Gesetz keine Ausnahme zugelassen. Brudtsaler Allerlei Rätselhafter Vorfall. Der Schnellzug Bruchsal—Dortmund wurde zwischen Bruchsal und Ubstadt durch Ziehen der Notbremse zum Halten gebracht. Daraufhin sprang eine Person aus den Zug und lief querfeldein. Kurz danach erblickte ein Bahnwärter einen barfußlaufenden Mann, der sich jedoch rasch in Richtung Bruchsal entfernte. Ohne Zweifel handelt es eich hier um dieselbe Person. Die sofort aufgenommene Fahndung verlief ergebnislos. Lehrstellen beim Arbeitsamt melden. Wie die Handwerkskammer mitteilt, ist es in erster Linie Aufgabe der Berufsberatung, nicht nur die verschiedenen Berufe gleichmäßig mit Nachwuchs zu versorgen, sondern auch die Schulentlassenen durch sorgfältige Beratung und Vermittlung an den richtigen Platz zu bringen. Der Berufsberatung liegen wertvolle Unterlagen über die familiären Verhältnisse der Jugendlichen, das Gesamturteil des Lehrers, ärztliche Zeugnisse usw. vor. Sie ist bestrebt, einen Ausgleich zu schaffen zwischen den Bedürfnissen des Handwerks bzw. der Wirtschaft und den berechtigten Wünschen der Jugendlichen oder deren Eltern. Wir empfehlen daher dringend, bei der Besetzung einer offenen Lehrstelle den Rat der Berufsberatung des zuständigen Arbeitsamtes einzuholen, wodurch dem Lehrherrn manche Enttäuschung erspart wird. Die Jugendlichen werden in diesem Jahr voraussichtlich im Juli aus der Schule entlassen. Es liegt im Interesse jedes einzelnen Handwerksmeisters, wie auch des Gesamthanöwerks. aus den Schulentlassenen, die ja heute in genügender Anzahl zur Verfügung stehen, einen guten Nachwuchs zu sichern. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die offenen Lehrstellen bei der Berufsbera- tungsstelle des zuständigen Arbeitsamtes alsbald angemeldet werden. Die Aufräumungsabgabe wird jährlich (ab Rechnungsjahr 1949), und zwar auf die Dauer von 6 Jahren, erhoben. Sie wird am 1. Januär des Jahres fällig, für das sie geschuldet wird. Die Aufräumungsabgabe ruht als öffentliche Last auf dem Grundstück. Schuldner ist, wer am 1. Januar des Erhebungs jahres Eigentümer des Gebäudes war. Ist ein Gebäude nach dem 8. 5. 1945 abgebrochen worden oder sonst un- tergegangen, so ist der Abgabeschuldner von dem auf den Abgang des Gebäudes folgenden' 1. Januar an zu der Abgabe nicht mehr heran-' zuziehen, es sei denn, daß für den Verlust volle Entschädigung geleistet worden ist. , Rechtsmittel: Den Abgabepflichtigen steht gegen die Heranziehung und die Höhe der Abgabe das Recht der Anfechtungsklage zu. Die Anfechtungsklage kann jedoch erst erhoben werden, nachdem der Klageberechtigte erfolglos Beschwerde zur nächsthöheren Behörde (Landrat) eingelegt hat. Die Beschwerde ist binnen 2 Wochen nach Kenntnisnahme des Forderungszettels bei der Gemeindeverwaltung einzulegen, die den Bescheid erlassen hat. Die Frist ist auch durch rechtzeitige Elinlegung der Beschwerde bei der Beschwerdebehörde (Landrat) gewahrt. Die Beschwerde muß einen bestimmten Antrag enthalten. Die Beschwerdepunkte und die zur Begründung dienenden Tatsachen und die Beweismittel sollen angegeben werden. Für unbegründete Beschwerden, d. h. Beschwerden, die vom Landrat abschlägig be- schieden werden, sind nach den geltenden Bestimmungen dem Beschwerdeführer Kosten in Anrechnung zu bringen. Es wird daher nahegelegt, nur in solchen Fällen gegen die Heranziehung zur Aufräumungsabgabe Beschwerde einzulegen, wo diese auch tatsächlich begründet ist. Die beim Landrat in Bruchsal eingegangenen Beschwerden werden den Gemeindeverwaltungen zur Ueberprüfung der Werteinbuße zurückgesandt. Den Abgabepflichtigen Wochenbericht der Landespolizei Fahrlässige Brandstiftung — Verkehrsunfälle in Langenbrücken Durch unsachgemäße Aufbewahrung glühender Asche entstand in einem Anwesen in Helmsheim ein Brand, wodurch insbesondere Fahrnisse vernichtet wurden, während der Gebäudeschaden gering ist. Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung wurde erstattet. Ohne Fahrkenntnisse und ohne im Besitz des Führerscheins zu sein, führte ein Einwohner. von Langenbrücken mit einem Motorrad auf der Hauptstraße eine Fahrt aus. Nach kurzer Zeit gelangte er von der rechten auf die linke Fahrbahn und fuhr eine ihm entgegenkommende Einwohnerin von Langenbrücken so heftig an, so daß diese mehrere Verletzungen erlitt, welche ihre Aufnahme in das Städtische Krankenhaus Bruchsal erforderlich machten. Der Fahrer gelangte zur Anzeige. Ein weiterer Verkehrsunfall entstand in Langenbrücken, weil zwei entgegenkommende Kraftfahrzeuge nach eingetretener Dunkelheit ihr Scheinwerferlicht lilcht abblendete». Durch diese Sichtbehinderung streiften sich die Fahrzeuge, so daß an beiden erheblicher Sachschaden entstanden ist. Beide Fahrer gelangten zur Anzeige. Auch an anderen Orten ereigneten sich weitere Verkehreunfälle mit leichteren Person eirund Sachschäden, welche bei mehr Verkehrsdisziplin hätten verhindert werden können. Es ist daher unbedingte Pflicht aller Verkehrsteilnehmer, einschließlich der Fußgänger, sich mehr wie bisher an die gegebenen Verkehrsvorschriften zu halten. Ein im hohen Alter stehender Maurer aus Langenbrücken stürzte von einer an einem Wohnhausneubeu stehenden Leiter herunter und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er bald darauf im Krankenhaus Bruchsal gestorben ist. Wegen Betrugs in mehreren Fällen gelangte ein Einwohner aus langenbrücken zur Anzeige, weil dieser mehrere Personen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Herausgabe von größeren Geldbeträgen veranlaßte. 1 In Mingolsheim und Kronau wurden mehrere Geschäftsleute und Privatpersonen durch ein betrügerisches Ehepaar von auswärts zur Herausgabe von allerlei Bedarfsgegenständen überredet, worauf das Ehepaar ohne Bezahlung der erworbenen Sachen verschwand. Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen führten zur Festnahme des Betrügerpaares, welches auch an anderen Orten ähnliche strafbare Handlungen begangen hatte. Volkshochschule Bruchsal. Erfreulicherweise führt die Volkshochschule auch in diesem Sommer ihre Kurse weiter. Sie beginnen am 17. April und dauern bis 28. Juni. Vorgesehen sind über 35 abendliche Vorlesungen u. a. über Psychologie, Geschichte, Naturwissenschaft, Literatur usw. Der Lehrplan enthält auch eine Reihe Vorträge über kaufmännisches Berufswissen, über technische Probleme, außerdem sind wieder die beliebten Kurse für Fremdsprachen vorgesehen. Geplant sind dazu eine Reihe von Studienfahrten unter Leitung von Prof. Wiedemann zu den schönsten Punkten unserer näheren Heimat. Die erste Fahrt findet am Sonntag, den 14., oder am Sonntag, den 21. Mai in den nördlichen Teil des Kraich- gaues statt. Das Vorlesungsverzeichnis mit allen näheren Einzelheiten ist dieser Tage erschienen. Die Buchhandlungen Greulich-Waas, Ott & Braunbarth, sowie Baier, die Zigarrenhäuser Kußmann, Zawazal, Hoffmeister und Graf, ferner Stempel-Klein, die Drogerie Herb Gegen polnische Brunnenvergiftung Verleumderische Angriffe gegen B undestagsabgeordneten Neuburger Die „IDAD-Nachrichten“, das Mitteilungsblatt des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen, veröffentlichen in ihrer März-Ausgabe einen Bericht aus Bretten unter d*r Ueberschrift „Soll das so weitergehen“, in dem in unverantwortlicher und gehässiger Weise gegen den Bundestagsabgeordneten Neuburger gehetzt wird. Der Bericht geht von einer in Bretten abgehaltenen- Versammlung der CDU aus und schreibt: Nach einem Referat des Bundestagsabgeordneten Neuburger führte der Bürgermeister eines Landortes aus: Vor lauter Hilfe kenne man sich nicht mehr aus, die Winterhilfe z. B. brauchten die Leute nicht, man sehe ja, was sie damit machten. Das Tollste aber in dieser Versammlung, so fährt der Bericht fort, leistetete sich der Abgeordnete Neuburger, als er am Schluß der Debatte feststellte: -Meine Damen und Herren, Sie müssen das richtig verstehen, die Leute — nämlich die Flüchtlinge — kommen aus einem Land, wo man das Sparen nicht kennt und nicht weiß, was Sparen heißt, denn sie lebten ja unter anderen Völkern, die das Sparen nicht kennen, was sie verdienten, wurde verlebt. Der Berichterstatter der „IDAD-Nachrichten“, He., gab dann folgenden Kommentar: Diese Feststellungen müssen die Heimatvertriebenen von der Ostzone bis zur Donau als infame Provokation und Beleidigung empfinden. Bewerbungen - richtig und ialsdi Die eigene Leistungsgrenze erkennen, Zeugnisse beilegen, Mancher wundert sich, warum er bei einer Bewerbung um eine in der Zeitung ausgeschriebenen Stelle keinen Erfolg hatte. Eine der ersten Ursachen ist, sich „auf gut Glück“ zu bewerben, obwohl man den Anforderungen nicht gewachsen ist. Sucht jemand z. B. einen Ausländskorrespondenten mit langjährigen Erfahrungen, sollte sich kein Anfänger melden. Wird ein etwa 30 Jahre alter Lagerhalter im Lebensmittelfach gewünscht, wäre es falsch, sich als Mann mit 45 Jahren aus dem Eisenwarenhandel anzubieten. Bereits bei der großen Auslese wird also ein Teil der Bewerber ausgemerzt Wer auf gut Glück hofft, kann einer Bewerbung auf Deckzahlanzeige (Ciffre-Inserat) gleich Rückporto beilegen! Erstes Gebot ist also: Die Anzeige richtig lesen und verstehen. Bei der großen Zahl von Angeboten werden die unordentlichen, nachlässig geschriebenen Bewerbungen mit Schreibfehlern und Streichungen sowie die unvollständigen ausgeschieden. Der bequeme Satz: „Zeugnisabschriften stehen auf Wunsch gerne zur Verfügung“, zeitigt leider keine Anforderung. Alle Angaben des Bewerbers sollen durch Zeugnisse belegt sein. Ein sachgemäß ausgestelltes Zeugnis führt genau alle verrichteten Arten von Arbeiten unter Herausstellung der besonderen auf. Zeugnisse mit einer Maschine abzuschreiben, deren Typen verschmutzt sind, läßt gerne auf unsaubere Veranlagung des Schreibers schließen. Niemand wird schließlich glauben, der Bewerber könne, wie angegeben, maschinenschreiben, wenn Anschlagfehler vorhanden sind oder der Schriftblock unschön im ehrliche Angaben machen! Raum, d. h. auf dem Blatt (Din A 4 : 210X297 mm) steht Durchschläge von Zeugnisabschriften müssen gut lesbar sein und wie die Urab- schrift wirken. Im „Lebenslauf“, der zweckmäßig in die Gruppen der Personalangaben, Schulen, Lehrzeit Stellungen mit Beschäftigungsart Wehrmacht und Kriegsdienst eingeteilt wird, in einer Aufzählung mit genauen Zeitangaben besteht und maschinengeschrieben sein kann darf kein Zeitraum übergangen werden! Meide auch den bösen Schein! Wegen der Ungunst der Zeit als Bauhilfsarbeiter geschafft zu haben, ist ehrenwert und ein Beweis für Arbeitsamkeit und Gesundheit Daß jedes Blatt (210 : 297 mm) der Bewerbungsunterlagen ln der linken oberen Ecke mit Namen und Anschrift versehen wird, ist selbstverständlich. Wer das Lichtbild auf der Rückseite,nicht mit seiner Anschrift versieht, soll sich über eine Einbuße nicht ärgern. Ein Bild privater Art, etwa eine Aufnahme im Badeanzug am Rheinstrand mag sogar reizend sein, ist aber für Bewerbungen nicht schicklich. Ein gutes Paßbild erfüllt seinen Zweck, vor allem bei Deckzahlanzeigen. Wenn der Unternehmer Wert auf eine schöne Handschrift seines zukünftigen Buchalters legt — wer schätzt sie nicht! — wäre es ungeschickt, die eigentliche Bewerbung mit einem „Kugelschreiber“ und gar noch auf dünnes Papier zu schreiben. Das Bewerbungsschreiben gibt zuerst den Namen und das Erscheinungsdatum der Zeitung, in der die Anzeige erschienen ist, sowie die Chiffre an. wiederholt die Bedingungen, sagt welche geforderten Kenntnisse augenblicklich vorhanden sind -nnd führt den Beweis durch Nennung des betreffenden Zeugnisses und je nachdem von Auskunftsquellen (Referenzen). Auf namentliche Anzeigen kann z. B. ein Dekorateur Schriftproben, Plakatentwürfe oder Lichtbilder von selbst ausgeführten Dekorationen einreichen. Wahr sein gegen sich selbst und andere schafft Zutrauen! Das Schreiben sei möglichst kurz und sachlich. Der suchende Unternehmer hat auch seine Sorgen und will die Nöte des Bewerbers nicht wissen. Nicht an sich, sondern an den Unternehmer denken, der sein Geld in einem Mitarbeiter gut anlegen will. Auf irgendeinem Gebiet Ueberdurchschnitt- liches zu leisten, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Wer im Haufen der Durchschnittlichen bleibt und Weiterbildungs- möglichkeiten nicht nützt, hat kein „Glück“! Andererseits bestehen unsinnige Vorurteile gegen den älteren qualifizierten Angestellten. Gerade der Aeltere mit seiner größeren Berufs- und Lebenserfahrung muß durch die Art des Bewerbungsschreibens seine Wendigkeit beweisen und sein Alter als Vorzug heraussteilen. Nur sich nicht bequem in sein „Schicksal“ ergeben! Auch an einem guten Bewerbungsbrief hat gerade der Aeltere zu arbeiten. Entscheidend ist der Gesamteindruck der Bewerbung. Die Art wie der Bewerber alles sagt und darbietet, ist für die Charakterbeurteilung sehr wichtig. Neben dem beruflichen Wissen und Können ist ein aufrichtiger ehrlicher Charakter und hochanständige Gesinnung immer noch sehr geschätzt — Und nun mit frischem Mut an die nächste Bewerbung. D.T. Dieser Bericht der „IDAD-Nachrichten“ trägt von der ersten bis zur letzten Zeile den Stempel der Unwahrheit und der Lügenhaftigkeit an der Stirn. Hier wird nach der gleichen Methode gearbeitet wie sie die Totengräber der Weimarer Republik geübt haben: Lügt nur fest drauf, irgend etwas bleibt immer hängen. — Wir wurden von Flüchtlingen, weiche die gegen Neuburger erhobenen Vorwürfe nicht glauben konnten, auf die Ausführungen in den IDAD-Nachrichten aufmerksam gemacht mit der Bitte, Bundestagsabgeordneten Neuburger um eine Stellungnahme anzugehen. Nunmehr liegt die Erklärung Neuburgers zu dem gehässigen Angriff vor: Er schreibt uns: Es ist leider so, daß man gegen böswillige Verleumdungen nicht geschützt ist, meistens bekommt man solche Schreibereien noch nicht mal zu Gesicht. — Ich brauche Ihnen wohl nicht besonders zu sagen, daß ich einen solchen Unsinn niemals gesagt habe. Gerade das Gegenteil war der Fall. Ich habe die Flüchtlinge und die Heimatvertriebenen gegen die aus der Versammlung kommenden Angriffe und Vorwürfe in Schutz genommen und die Einheimischen um Verständnis für das schwere Schicksal dieser Menschengruppe gebeten.“ So weit die Stellungnahme Neuburgers: Sie besagt in aller Eindeutigkeit, daß der Brettener Berichterstatter der „IDAD-Nachrichten“ - , — Herr He., die Wahrheit bewußt auf den Kopf stellte, um unter den Heimatvertriebenen Unruhe und Unfrieden zu stiften. An derartigen infamen Methoden der Verleumdung, der Verdrehung ist schon einmal eine deutsche Demokratie zugrundegegangen. Sorgen wir also alle dafür, daß dies nicht ein zweites Mal geschieht, weil die letzten Dinge ärger sein könnten als die ersten, denn im Osten droht das Totengerippe des Bolschewismus. Donr*r*tag, den 13. April 1888 und di« Firma Müller in der Durlacher Str. geben diese Verzeichnisse kostenlos an die Interessenten ab. AUS KRAICHGAU UND BRÜH RAIN B-Klassenpokalrunde, Staffel 1 Oestringen führt weiterhin ungeschlagen die Tabelle an. In Menzingen konnten eie klar gewinnen. — Ubstadt übernimmt nun durch den Sieg über Gochsheim den zweiten Tabellenplatz, während Stettfeld durch die Niederlage in Weiher auf den zweitletzten Platz verwiesen wurde. Oestringen 6 33:2 12 Ubstadt 4 14:9 6 TSV Wiesental 4 8:10 5 Menzingen 5 8:6 5 Neuthard 4 15:9 4 Weiher 4 2:6 4 VfB Bruchsal lb 5 13:17 4 Stettfeld 5 11:15 8 Gocbsheim 6 8:38 0 In der Staffel 2 behielt Mingolsheim mit dem knappsten aller Ergebnisse über Hambrücken die Oberhand. Oberöwisheim konnte knapp mit 2 : 1 die spielstarke Mannschaft aus Zeufem schlagen, während Münzesheim auf Grund schlechter Torwartleistungen auf eigenem Platz beide Punkte den Gästen aus Rheinsheim überlassen mußte. Mingolsheim 6 23:9 12 Rheinsheim 4 12:7 6 Oberöwisheim 5 17:11 6 Hambrücken 5 9:6 6 Münzesheim 5 9:8 6 Obergromtoach 4 4:10 3 Zeutern 6 ’ 9:18 3 Karlsdorf lb 5 12:17 2 Frank. Bruchsal 4 3:12 0 Die beiden ungeschlagenen Tabellenführer Oestringen und Mingolsheim dürften, wie die Tabellen auch zeigen, nicht mehr einzuholen sein und werden voraussichtlich auch um den B-Klassenpokal im Endspiel stehen. „Wir Bauern“. Der Liederkranz verfügt über einen ausgeglichenen Klangkörper mit gutem Stdmmaterial, und da die Sänger bei der Sache sind, werden ausgezeichnete Leistungen erreicht. Einen verbindenden Text zwischen den einzelnen Nummern des Programms sprach Walter Herrmann mit bekannter Sachlichkeit. Den Dank der Zuhörer brachte Pfarrer Bär, auch namens der Kirchengemeinde, zum Ausdruck. Er erwähnte, daß wohl noch im Laufe dieses Jahres die Beschaffung der fehlenden Kirchenglocken möglich sein wird'. Auch der Vorstand der „Harmonie“, Jakob Wagner, zollte den Anwesenden und den Mitwirkenden Anerkennung. r. Sowohl Staatsschauspieler Prüter als auch die Sänger ernteten lebhaften Applaus. Im Schwanen fand eine Neubürgerversamm- lung statt, wobei Obmann Hanikel Uber die Hausrats-, die Winter- und die Unterhaltshilfe sprach. Ueber den endgültigen Lastenausgleich beginne am 20. April die Debatte im Bundestag. Die Spätheimkehrer sollten nicht versäumen, die ihnen gesetzlich zustehende Bekleidungsbeihilfe zu beantragen. Bürgermeister Oechsler behandelte das Wohnungsbauprogramm 1950. Unbedingt erforderlich sei ein gewisses Eigenkapital, ohne das es nun einmal nicht gehe. Gebildet wurde ein Ausschuß, der den Bau der Neubürgersiedlung weiterführen soll. Architekt Hauck erläuterte an Hand von Skizzen die Gestaltung des neuen” Siedlungshauses. Ihren 81. Geburtstag feierte Frau Barbara Haag geb. Schmitteckert, Waghäuseler Str. 65. 79 Jahre alt wurde Frau Katharina Kremer geb. Haag, Oberdorf str. 1. Den 73. Geburtstag beging Julius Hoffner, St. Leonerstr. 11, und den 72. Frau Anna Haag geb. Oechsler, Wag- häuslerstr. 63. Allen Jubilaren gratulieren wir herzlich und wünschen einen gesegneten Lebensabend. w. Rheinsbeim Nachdem hier bereits ein öffentliches Forum und ein Schulforum abgehalten wurde, findet auf Anregung einiger Jungmänner der SPD, am Samstag, den 15. April um 20.30 Uhr im Saale des Gasthauses zum Weinberg ein Jugendforum statt, zu dem vor allem alle Jungmänner und Jungmädchen herzlich eingeladen sind. Aufgeboten sind: Gottfried, Emil Wittmann, Maschinenschlosser, Kronenstraße und Herberger, Aloisia, Maria, Baumgasse sowie Hch. Wittmann, Autoschlosser, Schleichgasse und Dierks, Margarete, Kleinförste. Am Ostermontag feierte Frau Ama^e .. n geb. Hormuth, ihren 75. Geburtstag. Am Sonntag, 15. April vollendet Richard Brecht, Jagdaufseher der Fa. Vetter, das 72. Lebensjahr. Herzliche Glückwünsche. Diebstahl. Vor einiger Zeit sprach ein 17 Jahre altes Mädchen in einem Schuhgeschäft vor, um ein Paar Sommerschuhe zu kaufen. Die momentane Abwesenheit der Ladeninha- berin benutzte es, ein Paar Schuhe an sich zu nehmen. Anscheinend paßten sie nicht und so gab das Mädchen die gestohlenen Schuhe dem gleichen Geschäft wieder zurück, um dafür einen Geldbetrag einzuheimsen. Erst später wurde die Inhaberin auf diesen raffinierten Betrug aufmerksam und erstattete Anzeige bei der Polizei Das Mädchen gab gleich bei dem ersten Verhör den Diebstahl zu. Deutsche Friedensgesellschaft. Wir machen nochmals auf den heute abend, 20 Uhr, im Gasthaus zur Blume stattfindenden Vortrag der Deutschen Friedensgesellschaft aufmerksam. Der Landesvorsitzende, Ludwig Wolf- Ettlingen, spricht über die Idee des ewigen Friedens. Oeffentlicher Sprechtag fes Bundestagsabgeordneten Neuburger. Am Montag, den 17. April hält Bundestagsabgeordneter Rechtsanwalt Neuburger dm Sekretariat Bruchsal, Schloßbaracke, in den Nachmittagsstunden einen öffentlichen Sprechtag ab. Voranmeldung schriftlich oder mündlich während der üblichen Dienststunden an das Sekretariat des Wahlkreisabgeordneten, Bruchsal, Schloöhof, Telefon 39. Sonntagsrückfahrkarten zur Festwoche „Frühling in Schwetzingen.“ In Schwetzingen findet vom 15. bis 33. April eine Festwoche „Frühling in Schwetzingen“ verbunden mit einer Leistungsschau der Industrie, des Handels, des Handwerks und des Gewerbes statt. Die Bundesbahn gibt zu dieser Veranstaltung von allen Bahnhöfen im Umkreis von 50 km um Schwetzingen Sonntagsrückfahrkarten mit folgender Geltungsdauer aus: 1. am 15., 16., 22. und 23. April 1950 tarifmäßig; 2. am Mittwoch, den 19. April 1950 von 0.00—24.00 Wir. Eine traurige Bilanz. Wie der VdK vom Bundesarbeitsministerium erfährt, beträgt die Zahl der augenblicklichen Rentenbezieher aus der Kriegsopferversorgung im Bundesgebiet 3 407 323. Davon sind ca. 1400 000 Kriegsbeschädigte, 626 000 Witwen u. Witwer, 1 200 000 Halbwaisen und 60 000 Vollwaisen und 119 000 Kriegereltern. Vereinskalender VfB Bruchsal. Fußballtrairiäng am Donnerstag, 13. April, für sämltiche Mannschaften auf dem Sportplatz bei der Holzindustrie um 18 Uhr. Die Spielerversammlung findet nach dem Training im Goldenen Lamm satt. Sämtliche Spieler wallen erscheinen. TSG - Handballabteilung Bruchsal. Heute, 20.30 Uhr, Spielerversammlung im Wolf. Obergrombach Am kommenden „Weißen Sonntag“ gehen hier 46 Kinder, darunter 28 Knaben und 18 Mädchen, zur ersten hl. Kommunion. Die Musikkapelle „Eintracht“ wird wie in früheren Jahren die Kinder am Pfarrhaus abholen und durch einige in der Kirche gespielten Lieder zur Verschönerung des Gottesdienstes beitragen, g. Noch gut abgelaufen ist am Dienstag abend dieser Woche ein Motorradunfall, der sich in der Hirschstraße vor dem Anwesen des Franz Lechner zugetragen hat. Der Techniker Franz Hartlieb aus Untergrombach wollte mit seinem noch neuen Motorrad die Hirschstraße durchfahren, als im gleichen Augenblick der Sohn des Landwirtes Franz Lechner mit dem Fuhrwerk aus dem Hof herauskam. Obwohl der Motorradfahrer sofort abstoppte, konnte er infolge der schlüpfrigen Straßenfläche einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, sodaß das Krad beträchtliche Schäden und der Fahrer einige Hautabschürfungen erlitt Die Hirschstraße ist sehr eng und für den Durchgangsverkehr äußerst ungeeignet. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb schon lange den Antrag auf Sperrung dieser Straße gestellt. Solange aber die Sperrung dieser Dorfstraße nicht genehmigt und durchgeführt ist ist es eine selbstverständliche Pflicht für alle Anwohner und Benutzer dieser Straße, größte Vorsicht walten zu lassen, damit Unfälle und größere Schäden unbedingt vermieden werden. g. Philippsburg Monatlicher Amtstag. Der nächste Amtstag in der Gemeinde Philippsburg findet am Donnerstag, den 13. April 1950, vormittags 9 Uhr, im Rathaus statt. Ktrrlach Der Liederkranz veranstaltete am Ostermontag ein Frühjahrskonzert, das sich eines lebhaften Besuches erfreute. Durch die Mitwirkung von Staatsschauspieler Prüter-Karlsruhe erhielt das Konzert eine besondere Note. Prüter rezierte ausgewählte Gedichte, u. a. Goethes Osterspaziergang aus dem „Faust“. Die vom Liederkranz vorgetragenen Chöre paßten sich recht schön der rezierten Dichtung an, sodaß ein ausgezeichneter Zusammenklang entstand. Osterkonzert in (vondelsheim Gemeinsames Auftreten der Harmonie und des Liederkranzes Um einen beachtlichen Beitrag zum Glockenfond zu lasten, hatten eich der Musdkverein „Harmonie“ und der MGV „Liederkranz“ zu einem gemeinschaftlichen Osterkonzert entschlossen. Der Liederkranzvorstand Max Walz begrüßte die Erschienenen herzlich und gab seiner Hoffnung auf einen guten Erfolg Ausdruck. Das volle zwei Stunden dauernde Konzert wurde unter gespannter Aufmerksamkeit der Zuhörer abgewickelt und erzielte einen nachhaltigen Eindruck. Musik und Gesang ließen die schweren Alltagssorgen vergessen und schufen eine gehobene Stimmung für Herz und Gemüt. Die Musikkapelle, von Fritz Brunner sicher und verständnisvoll geleitet, zeigte ein hohes Können und sehr exakt ausgearbeitete Werke von Pelastrina, Rossini, Steinbach, Linke u. a. Meistern. Durchweg war eine sorgfältige, klangvolle und reine Wiedergabe festzustellen, sodaß das Publikum mit Beifall nicht sparte. Unteröwisheinier Wodiendironik Aufführung der Lukaspas sion von Riethmüller Auf gewohnter Höhe waren die Vorträge des „Liederkranz“, der in Robert Ganter einen routinierten und anfeuernden Dirigenten besitzt. Die beiden Kreutzerchöre „Tag des Herrn“ und „Ich suche dich“, wie das alte, innige „Minnelied“ von de la Haie, erfuhren eine sympatische, werkgerechte Interpretation. Recht ansprechend erklangen die Naturlieder „An einem Bächlein“, „Waldesrauschen“, „Am Waldessaum“. Besonderen Beifall ernteten cjjje Chöre „Wenn die Kirchenglocken läuten“ und ttstringen und Mingolsheim kaum einzuholen Am Karfreitag kam in der evangelischen Kirche die Lukaspassion für Sing- und Sprechchor von Otto Riethmüller zur Aufführung. In die Aufgabe teilten sich der Kirchenchor, der Mädchenkreis und der Jugendbund. Mit viel Liebe und Sorgfalt hatte Frau Pfarrer Jäger in vieler Kleinarbeit gründliche Vorarbeit geleistet, so daß die Darbietung bei den zahlreichen Zuhörern einen tiefen, religiösen Eindruck hinterließ. Die Schlichtheit des Vortrags in Wort und Lied, war ganz auf Karfreitag abgestimmt. Die Chöre waren von Traugott Jäger sorgfältig ednstudiert, während der Orgelpart von Thea Flendrich einfühlend und gekonnt gemeistert wurde. * Am 14. April sind es 30 Jahre, seitdem Dr. Georg Meier in hiesiger Gemeinde seine Praxis eröffnet hat. In diesen drei Jahrzehnten hat er als tüchtiger, gewissenhafter Arzt, sowohl in Unteröwisheim als auch in Ubstadt, Weiher, Oberöwisheim, Neuenbürg und Münzesheim vielen Kranken Heilung bzw. Linderung gebracht. Am Ortsgeschehen hat Dr. Meier jederzeit lebhaften Anteil genommen und insbesondere den Vereinen durch Rat und Tat wertvolle Aufbauarbeit geleistet. Die Freiwillige Sanitätskolonne, die in selbstloser Arbeit den .Jfitmenschen schon so viel Segen brachte, ist sein Werk. Die Gemeinde muß infolge Deckinfektion, ihre vier Farren abschaffen. Diese werden am 17. April versteigert. In den nächsten zehn Monaten wird durch den Tierarzt Dr. Krumes künstliche Befruchtung der Rinder und Kühe durchgeführt. Am Ostersonntag weilte der Fußballverein in Illingen bei Mühlacker, und errang nach überlegenem Spiel einen 3:1-Sieg. Wenngleich das Wetter manche Wünsche offen ließ, so war die Gastfreundschaft der Schwaben besonders bemerkenswert. b. Hambrücken Das Amerika-Haus lädt für Freitag, 14. April d. J. die Einwohnerschaft in den Grünen Baum eia Nachmitags um 15 Uhr ist eine geschlossene Veranstaltung für die Volksschüler der 6., 7 und 8. Eilasse und für die Berufsschüler. Abends um 19.00 Uhr wird eine Ausstellung eröffnet und um 20.00 Uhr ist ein Lichtbildervortrag, wobei auch Tonfilme gezeigt werden, daran schließt sich eine Diskussion. Der Deutsch- Amerikaner Walter Dressei berichtet über seine ersten Eindrücke als Einwanderer in den Vereinigten Staaten. Der Eintritt ist jeweils frei. Der Kirchenchor unter Leitung von Dirigent Pferniinger-Kärrlach, brachte am Ostersonntag während des Gottesdienstes die Filke-Messe in G-Dur mit Orchesterbegleitung und abschließend das Halleluja von G. Fr. Händel zum Vortrag. Herausgeber: C. und H. Kruse, Bruchsal, Wörthstr. 4 , Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Btauder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped. Kreis, Karlsruhe, WaldstraBe 30. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1 gültig. Von MAX-NEAL (CsnrifM 1934 3) FrsBlUttl-Ttrlst, Mkstssll M Hfsdus) &? ©itta «agierte nicht weiter auf Dieje ma* tertaltflifdje Euffajfung beS ©heproblemS. ftgnellet, lebhafte* Seift wanbeite bereits auf anbeten Saßnen. Der ©tnroeil itjter Rutter auf Meinßarbt fjatte in itjr einen bunten SBirbel Don Srinnerungen erwecft, sie jeßt in biefer Stunbe. wo ihre tSergan* genbeit abgefdjloflen werben foule, auf fi* etnftflrmten. 3« intern ©ebädjtniS fptang Xt Dag anf, an bem fte oot einem falben Jahr ißre Stellung als ©tioatfefretärtn beS 9 erm SBetnburg angetreten hatte. SBie ttäu* menb war fte bamals burd) baS Sieben ge* langen. Sie ^atte juerft nicht gemerft, bah Jet ftafRer Meinßarbt, fo oft et mit ißr gefdjäftlich gu tun hotte, ih« ©liefe gefudjt, warum er fie mit fo grober, auffaüenbet 3uöorfommenheit behanbelt hotte. Unb wenn et fie nach ©anffdjluß öfter bis gut ©alte* üelle bet Straßenbahn begleitet hotte, fo batte fie bag in jener Seit für eine 3ufäQig> feit gehalten, ©lefleicht hotte ihn fein 3Beg in ber gleichen Sichtung geführt unb feine 'Begleitung mar nur eine foflegiale Sieben?* roürbigfeit gemefen. Dann aber mar ißt halb bie SrfenntniS gefommen, baß ba§ ©enehmen MeinljarbtS feinen ©runb in einer rafch aufgeflammten Siebe ju ihr hotte, Unb baS hotte fie be* unruhig!. Sineg EbenDS, als et fie wieber gur Stra* ßenbahn gebracht hotte,' hotte er fie gebeten, «hi Stfidcben weiter mit ihm ju gehen, weil er mit ihr etwa! ju fptedjen höbe. Sie hotte fofort begriffen, wag bag war, wag et ihr ju fagen hotte, aber fte hotte eingemilligt. ba ihr felbft baran gelegen war, Jttarheil ju fdjaffen jroifdjen rtdj unb bem Mann, ber im ©egtiff ftanb. tn ihr Seben ju treten. Sie erinnerte fleh noch Genau, als ob el geftern gemefen wüte, an feine SBorte, an ben bunflen ftlang feiner Stimme, bie Rcf) fo TchmeidEjelnd ing Ohr legte, alg et tagte: „ffrüulein Sinbt... vielleicht haben Sie felbit fdjon empfunben, wag in mir oorgeht, wag mein ganges Dafein beherrfdjt, wag meine Möchte fdjlaflog macht... meine heiß« Siebe gu 3hnen.” Dabet hotte er mit gittern* ber ©aR ih« ©anb ergriffen. Sie hotte fl* ihm fofort wieber entliehen wollen, aber Meinharbt hatte fie gewaftfam feftgehalten, mührenb in feinen Äugen eine berrüterifch« ©lut aufgelobert roat. Sie mar etwas erfcljroden geroefen über bag ungeRüme Demperament beg Man* neg, ber biiher feinen ©efühlen nur garte Enbeuhmaen öerliehfn hotte. UnwitlfürlidEi unb ein bißchen Oerärgert hotte fte einen ©lief auf fein leicht gebräuntes, nicht tut* fdjöneS ©efttht geworfen, in bem bie MuS* lein nerböS gudten unb Rd| gwei fdjatfc Striche oon ben Sßinfeln ietneS futnltdjen Munbeg herabfalteten. Unb in feinen Mie* nen mar etwas oon jenem Mitleib erregen* ben, ben SBiberftanb läßmenben ©efchmerjt* fein, baS grauen bei Männern fo gefährlich werben lann. „SBelfen Sie mich nicht jurüd”, hatte et weiter in fie gebrängt, roäßrenb feine Mafen* flügel gebebt hotten. „Seit Sie in meinen ©eRdjtSfreiS getreten ftnb, habe ich wirtlich ben ©erftanb oerloren.” „Unfinn”, hotte fie ihn unterbrochen, unb et hotte ben leifen Spott gefpürt, ber mit* geflungen hafte. Tir Männer fagen immer. um eine 5 rfl u ju gemtnnen, fie hätten ihret* wegen ben ©erftanb oerloren.” „Mein, fträulein Sinbt, mit ift eS bittet ernft*. hatte et geantwortet. „Mit ift ein Seben ohne Sie unbenfbar. SBetben Sie meine fjrau, ©itta. Elle 3hre SBünfdje füllen erfüllt werben, alles. maS tdj 3h*