BRdCHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAICHCAU UND BRUHRAIN ■ SODD. HEIMATZEITUNC i 45 •*£js Jahrgang 2 Dienstag, dm 9. Mai 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Die Sowjets sind einverstanden, wenn... Russische Kontrollkommission stimmt Wahlen in ganz Berlin zu — Bedingung: Abzug der Besatzungstruppen Berlin (UP). Die sowjetische Kontrollkommission abermittelte den Westalliierten in Berlin den Bescheid, daß sie bereit sei, Wahlen in allen vier Sektoren von Groß-Berlin anter der Bedingung zuzustimmen, daß die Besatzungstrappen zurückgezogen werden. Die folgenden sieben Punkte wurden in der Note der sowjetischen Kontrollkommission als Vorbedingung für eine Zustimmung zur Abhaltung von Wahlen angeführt: 1. Freie Wahlen unter Viermächtekontrolle auf Grund der Wahlordnungen der alliierten Kommandantura, die die Oktoberwahlen im Jahre 1946 bestimmte. 2. Bildung einer deutschen Kommission, um die Wahl-Maschinerie in Gang zu setzen. Die Kommission hat aus einer gleichen Anzahl von Vertretern aus West und Ost-Berlin zu bestehen. 3. Abänderung des Wahlgesetzes aus dem Jahre 1946 insoweit, als auch frühere Angehörige der NSDAP stimmen dürfen, sofern ihnen das nicht durch Gerichtsbeschluß untersagt wird. 4. Alle Parteien, die von der früheren Vier- mächtekommandantura als oberste Verwaltungsbehörde der Stadt anerkannt wurden, sollen das Recht haben, Kandidaten aufzustellen. 5. Dem gewählten Stadtparlament soll gestattet werden, seine Funktionen auf Grund der Berliner Verfassung von 1946 auszuüben.. 6. Außerkraftsetzung des „Kleinen Besatzungsstatute“, das von den westlichen Alliierten für die Verwaltung des amerikanischen, britischen und französischen Sektors als bindend erklärt Worden war. 7. Zurückziehung der Besatzungstruppen als Vorbedingung für die Vornahme freier Wahlen und die Beseitigung der Sektorengrenze. In der Note wird weiter erklärt, daß im Augenblick des Abzuges aller Besatzungstruppen aus Berlin auch die Sektorengrenzen in der Stadt verschwinden würden. * Die sowjetische Note an die Westberliner Stadtkommandanten, die von dem amtierenden Chef der sowjetischen Kontrollkommission, Oberst Jelisarow, unterschrieben ist, stellt die Antwort auf eine Note der drei westlichen Stadtkommandanten vom 21. April dar, in der diese die Sowjetbehörden aufgefordert hatten, ihrem Beispiel zu folgen und freie demokratische Wahlen in ganz Berlin zu gestatten. Aus Moskau zurück Grotewohl und Ulbricht, die ln der vergangenen Woche mit einem Sonderflugzeug nach Moskau geflogen waren, um dort an einer Kominform-Konferenz leilzunehmen, nahmen am Montag in Treptow an einer Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal teil. Zahlreiche Delegationen aus Ostberlin und der Sowjetzone, Vertretungen der Volkspolizei und mehrere tausend Mitglieder der FDJ in blauen Hemden waren bei der Feier zugegen. Den Höhepunkt der Staatsfeiern in der Deutschen Demokratischen Republik anläßlich des „Befreiungstages“ war die Feierstunde in der Staatsoper, wo Ministerpräsident Grotewohl der Sowjetunion für die Unterstützung bei der Gründung der D. D. R. den Dank aussprach. In seiner Rede beschäftigte sich Grotewohl auch mit dem jüngsten Vorschlag des amerikanischen Außenministers Acheson, die Besatzungstruppen innerhalb von achtzehn Monaten zurückzuziehen. „Wir wollen ihre Besatzungstruppen nicht. Laßt uns in Ruhe. Geht mit Gott, aber geht“, sagte er. Zur Frage der Kriegsgefangenen führte Grotewohl aus: „Diejenigen, die heute über die Mitteilung der Tass so aufheulen, mögen sich lieber einmal an jene Tage erinnern, an denen Hundertausende junger blühender Menschenleben sinnlos in den Tod getrieben wurden. Es ist die alte deutsche Überheblichkeit, wenn sie aus einer angeblichen Tassmeldung aus dem Jahre 1945 heute noch plötzlich 1 V» Millionen angeblich lebender Kriegsgefangener konstruieren, nur, um dadurch erneut Tausende und aber Tausende deutscher Familien unbegründete Hoffnung und neue Tränen zu bringen. Es ist ein schmutziges politisches Geschäft, das hier, nur weil es gegen die Sowjetunion geht, von jenen Leuten getrieben wird, die gleichzeitig ablehnen, mit uns gemeinsam die Herausgabe der in den Händen der Westalliierten befindlichen amtlichen deutschen Verlustlisten zu fordern“. Die westlichen Mächte seien „zwar als Sieger, aber nicht als Befreier“ nach Deutschland gekommen, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident N u s c h k e auf einem Empfang der sowjetischen Kontrollkommission anläßlich des „Befreiungstages“. Der stellvertretende Vorsitzende dieser Kommission, Semi- tschastnow, erklärte, daß die Hoffnungen, die die sowjetische Regierung gehegt habe, als sie die Verwaltungsfunktionen auf die ostdeutsche Regierung übertrug, sich voll erfüllt hätten. „Nicht mehr benötigt“ Die Sonderzüge, die bisher für Heimkehrer aus der Sowjetunion bereitgestellt waren, sind jetzt zur Beförderung der kommunistischen FDJ nach Berlin und für Reparationstransporte freigegeben worden. Von sowjetischer Seite wurde erklärt, Heimkehrerzüge würden nicht mehr benötigt. Vor einem amerikanischen Militärgericht in Berlin erklärte einer der angeklagten sechs Volkspolizisten, die militärische Ausbildung bei der Volkspolizei sei umfassender als bei der ehemaligen Deutschen Wehrmacht. Ein anderer sagte aus, daß er als Panzerfahrer auf dem sowjetischen Panzer T 34 ausgebildet worden sei. In den Westsektoren Berlins sind 40 Kommunisten festgenommen worden. Sie versuch- Bonn (UP). Bundeskanzler Adenauer forderte ln einer Sitzung des Zonenausschusses der CDU in der britischen Zone, die in Königswinter stattfand, den baldigen Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat. Der Kanzler erklärte, daß der Gang nach Straßburg jetzt notwendig sei, da der Beitritt der Bundesrepublik den einzigen Weg zur Bildung eines föderativen Europas und damit zur Sicherung des Friedens bilde. Dieser Schritt werde auch den Deutschen in der Ostzone von Nutzen sein. Im übrigen müsse die Londoner Außenministerkonferenz wissen, woran sie sei. Inzwischen wird im Bundeskanzleramt eine Denkschrift über den Beitritt Deutschlands zum Europarat ausgearbeitet, die den Abgeordneten de6 Bundestages nach ihrer Billigung durch das Kabinett zugeleitet werden soll. Die Beratungen des Bundeskabinetts über den Komplex Europarat werden vermutlich am Dienstag beginnen. In der Denkschrift, die vornehmlich in der Verbindungsstelle zur Hohen Kommission vorbereitet wird, sind die staats- und völkerrechtlichen Aspekte eines Beitritts zum Sraßburger Rat näher erörtert. Der Kanzler gab im weiteren Verlauf seiner Ausführungen seiner Genugtuung über die geschlossene Haltung des Bundestages in der Kriegsgefangenenfrage Ausdruck und zeigte sich befriedigt über die Einstellung der Mehrzahl der Abgeordneten gegenüber der KPD. Die Arbeitsgrundlagen hätten sich „fruchtbar“ entwicktelt, sagte Adenauer weiter. Innerpolitisch sei es bedauerlich, daß sowohl das Wohnbauprogramm als auch das Arbeitsbeschaffungsprogramm trotz der bereite seit längerer Zeit erfolgten Bereitstellung der Mittel durch Paris (UP). Der amerikanische Außenminister Acheson versprach Außenminister Schu- man die Gewährung wirtschaftlicher und militärischer Hilfe zur „Bekämpfung des Kommunismus“ in Indochina. In einer Erklärung, die Acheson im Anschluß an eine mehrstündige Besprechung mit dem französischen Außenminister abgab, heißt es: „Die Vereinigten Staaten erkennen an, daß die Lösung des indochinesischen Problems sowohl' von der Wiederherstellung der Sicherheit als auch von der Förderung eines echten Nationalismus abhängt. Die Hilfe der USA kann und soll dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen.“ Die Erklärung schließt mit der Feststellung, daß in jedem Gebiet, das von dem „sowjetischen Imperialismus beherrscht“* sei, nationale Unabhängigkeit und „demokratische Evolution“ nicht bestehen könnten. In dieser Erkenntnis hielten es die 'Vereinigten Staaten für notwendig, den drei Staaten von Indochina: Vietnam, Kambodscha und Laos, eine militärische und wirtschaftliche Hilfe zu gewähren, um sie in der „Wiederherstellung ihrer Stabilität“ zu unterstützen und eine „friedliche und demokratische Entwicklung" zu fördern. ten Unterschriften gegen die Herstellung dev Atombombe zu sammeln. Mit gezogener Pistole Der Berliner Dr. Skodzki, der sich mit seiner Schwester auf der Heimreise nach West- Berlin befand, wurde von einem sowjetischen Kontrollposten ln Marienbom gebeten, einen russischen Sergeanten in seinem Wagen mitzunehmen. Zwei Kilometer hinter Marienborn befahl der Sergeant plötzlich, den Wagen anzuhalten, stieg aus und sagte: „Frau, komm mit!“. Als Dr. Skodzki Gas gab, feuerte der Busse aus seiner Pistple einen Schuß ab und verletzte Skodzki am Oberschenkel. Diesem gelang es jedoch, bis nach West-Berlin zu fahren, wo er sich sofort zur Behandlung ins Krankenhaus begab und den Vorfall meldete. Fünfunddreißig deutsche Lastkraftwagen mit Möbeln wurden auf der Fahrt von Berlin 24 Stunden lang in Marienborn festgehalten, ohne daß für die Verzögerung ein Grund angegeben wurde. In allen Fällen waren die Reisedokumente in Ordnung. Im übrigen wickelt sich der Verkehr auf der Autobahn normal ab. den Bund noch immer nicht in zufriedenstellender Weise angelaufen sei. Was der Kanzler erhofft In einem Interview erklärte der Bundeskanzler: „Ich hoffe, daß. Westdeutschland als Ergebnis der Londoner Außenministerkonferenz größere politische und wirtschaftliche Freiheiten erhält.“ Er fügte hinzu, die Bundesrepublik erwarte außerdem eine Sicherheitsgarantie der Westmächte für ihre Grenzen. Die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik durch die Hohen Kommissare sei auf die Dauer unmöglich. Deutschland müsse im Interesse einer europäischen Zusammenarbeit die Möglichkeit haben, direkte diplomatische Beziehungen mit dem Ausland zu unterhalten. Der Bundeskanzler sprach die Hoffnung aus, daß die Besprechungen über eine Revision des Besatzungsstatuts bald beginnen. Schumacher kritisiert „Die außenpolitische Konzeption des Bundeskanzlers haben wir von Anfang an für grundfalsch gehalten und durch seine Behandlung der Europafrage ist diese Ansicht nur verstärkt worden“, erklärte Dr. Schumacher zu der von Dr. Adenauer ausgesprochenen Forderung, daß die Bundesrepublik bald dem Europarat beitreten solle. Adenauer bringe mit diesen Methoden Deutschland nicht nach Europa, sondern in ein „Ersatzgremium“, das seine Bedeutung nur noch ln der Öffentlichkeit habe, aber nicht mehr in den Tatsachen. Von größter Bedeutung sei die Feststelllung, daß die plötzliche Eile keine neuen sachlichen Argumente bringe. „Der Bundestag wird die Entscheidung zu fällen haben und die SPD ist gegen jede Verschleppung hinter die Pflngstfeiertage.“ Der Umfang der amerikanischen Unterstützung ging aus der Erklärung nicht hervor. Wie hierzu aus gut infomierter Quelle verlautet, dürfte die Summe unter den 75 Millionen Dollar liegen, die von der amerikanischen Regierung zur Bekämpfung des Kommunismus im chinesischen Raum während des laufenden Haushaltsjahres bereitgestellt wurden. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums erklärte, daß Frankreich mit den amerikanischen Zusicherungen „sehr zufrieden“ sei. Als Gegenleistung für diese Hilfe habe Schu- man versprochen, Vietnam und den anderen Indochinesischen Staaten allmählich eine größere Unabhängigkeit zu gewährleisten. * Eine zweite Sitzung am Nachmittag, an der die Hohen Kommissare McCloy und Fran- gois-Poncet teilnehmen, war Deutschland und atlantischen Verteidigungsfragen gewidmet. Von amerikanischer Seite wurde bemerkt, daß es nicht in der Absicht dieser Verhandlungen lag, hinsichtlich dieser beiden Fragen Entscheidungen herbeizuführen. Es habe sich lediglich darum gehandelt, diese Punkte, die auf der bevorstehenden Londoner Konferenz einen breiten Raum einnehmen: werden, allgemein zu erörtern. Adenauer für raschenBeitrittzumEuroparat „Die Londoner Anßenministerkonlerenz muß wissen, woran sie ist“ USA-Hille für Indochina Mehrstündige Unterredungen zwischen Acheson and Schuman — Auch Deutschlandfragen besprochen Die grafte Gefahr Bei der Betrachtung des entsetzlichen Elends und der Zerstörungen, die uns als Folge des nationalsozialistischen Regimes geblieben sind, übersieht man oft den fortwirkenden Schaden, den es dem Geist und der moralischen Haltung der Überlebenden dieser Katastrophe zugefügt hat. Wir stoßen täglich nicht nur auf die materiellen Schäden, die der Krieg hinterlassen hat, sondern noch schlimmer ist der geistige und moralische Schaden, unter dem Viele von uns noch leiden und der von den Mengen geistigen Giftes herrührt, die uns durch die Weltanschauungsapostel und Propagandisten des Dritten Reiches systematisch eingeflößt wurden. Daher kommt es auch, daß heute noch Viele von uns die Ursache für unsere gegenwärtigen Schwierigkeiten in den „Fehlern“ und dem „bösen Willen“ der anderen Völker suchen. Oder daß sie die von den Führern des Dritten Reiches begangenen Greuel zu entschuldigen suchen, indem sie auf das vermeintliche Unrecht hinweisen, das außerhalb unserer Grenzen von anderen begangen worden ist. Durch ein solches Verhalten setzen wir, bewußt oder unbewußt, nur die unehrliche Art und Weise von Goebbels fort, eine Art und Weise, die den deutschen Ruf der Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit Lügen straft, und die nur dazu dient, uns aus dem Zusammengehörigkeitsgefühl der christlichen Völker auszuschließen. Das heißt nicht, daß wir schweigen müssen, wenn deutschen Menschen oder deutschen Interessen gegenüber Unrecht begangen wird. Bhr ist vielmehr unsere Pflicht als Christen, Unrecht zu erkennen und ihm zu begegnen, w o immer es geschieht. Das ist jedoch um so mehr ein Grund, uns um' all das Unrecht zu bekümmern, das von unserem eigenen Volk begangen wurde, denn vieles, was sich seit 1945 entwickelt hat und was von unserer Seite als Ungerechtigkeit gegenüber dem deutschen Volk verurteilt wird, kann nur als die unvermeidliche Folge jenes hitlerischen Terrors gelten, der — um nur ein Beispiel zu nennen — mit dem Massenmord von Oradur-sur- Glane Schimpf und Schande auf den deutschen Namen häufte. Unsere Sorge um das Recht muß sich deshalb auf das Recht alssolches richten und nicht lediglich auf Unrecht, von dem wir glauben, es sei den Deutschen angetan worden. Wenn wir aber ein mangelndes Verständnis für die grundlegende Beziehung zwischen Ursache und Wirkung zeigen, wird man uns unweigerlich (und mit gutem Grund) der Scheinheiligkeit zeihen. Ob wir nun den Mut haben, den Tatsachen Ins Gesicht zu sehen oder nicht, in jedem Fall hat uns die hektische Barbarei des Dritten Reiches die Verpflichtung aufgebürdet, der Welt zu beweisen, daß wir christliche, kultivierte Menschen sind, daß wir uns für Freundschaft und Verständigung zwischen den Völkern einsetzen wollen und nicht für eine Verewigung nationaler Vorurteile und gegenseitigen Hasses. Wenn wir die Entwicklung, die Europa seit 1945 genommen hat, halbwegs objektiv betrachten, so müssen wir feststellen, daß Frankreich und Deutschland heute näher an einer vernünftigen Lösung ihrer alten Spannungen stehen als zu irgendeiner anderen Zeit seit den Tagen Karls des Großen. Die Ursache dieser Entwicklung liegt darin, daß das beiderseitige Verantwortungsbewußtsein für die Rettung der christlichen Welt vor der Ausbreitung des Kommunismus ungleich stärker ist als die kleinlichen nationalen Differenzen. In dieser ernsten Stunde dürfen wir niemals das Gemeinsame vergessen, das uns mit Frankreich verbindet — die gemeinsame Wurzel unserer Kultur und unserer Wertmaßstäbe und die große Verantwortung, die unsere beiden Völker jedes dem anderen und sich selbst schulden. —an. Als Beobachter in Genf. Eine westdeutsche Delegation wird voraussichtlich im Juni als Beobachter an der Konferenz des internationalen Arbeitsamts in Genf teilnehmen. Kanadischer Vertreter für Bonn. Zum’ kanadischen Vertreter bei der deutschen Bundesregierung ist Richter T. C. Davis ernannt worden, der früher kanadischer Botschafter in China war. - Lie fliegt Donnerstag nach Moskau Mit Sonderflugzeug der Sowjetregierung Genf (ZSH). Der Generalsekretär der UN, Trygve Lie, wird am Donnerstag von Prag nach Moskau fliegen. Die Sowjetregierung wird ihm ein Sonderflugzeug zur Verfügung steilen. Uber die Länge seines Aufenthaltes in Moskau wurde bisher nicht entschieden. Generalsekretär Trygve Lie bezeichnet« bei der Eröffnung der Weltgesundheitskonferenz in Genf das Jahr 1950 als ein Jahr der Entscheidung für die ganze Welt und betonte, die Völker müßten alle Anstrengungen machen, um den kalten Krieg zu beenden. Reissäcke fallen vom Himmel Tschiangs Transporter über Hungergebieten Formosa (UP). Zehn Transportmaschinen der nationalchinesischen Luftstreitkräfte warfen am Montag 310 000 Pfund Reis für die hungernde Bevölkerung in kommunistisch besetzten Gebieten des chinesischen Festlandes ab.. Der Reis war in Säcken zu je zwanzig Pfund abgefüllt, denen ein Aufruf von Generalissimus Tschiangkaischek an die Chinesen unter kommunistischer Herrschaft beilag. Tschiangkaischek forderte vor amerikanischen Pressevertretern Sanktionen gegen die Sowjetunion. Durch Unterstützung der chinesischen Nationairegierung, so erklärte er, sei für die Demokratien die beste Möglichkeit gegeben, den Ausbruch eines dritten Weltkrieges in Asien zu vermeiden. Ali Khan bezieht Stellung Pakistan im Kalten Krieg auf Seite der USA New York (UP). Mit einer Rede vor der Columbia-Universität stellte sich der pakistanische Ministerpräsident Ali Khan auf die Seite der Vereinigten Staaten im „Kalten Kriege“. Er erklärte, das pakistanische Volk werde gegen „die dunklen Kräfte, die die Flamme der Zivilisation auslöschen wollen“ bis zum Letzten Widerstand leisten. Vor der Gesellschaft für Außenpolitik ersuchte Ali Khan um sofortige Gewährung amerikanischer wirtschaftlicher Hilfe an Pakistan und andere Staaten Asiens. Eine baldige Durchführung von Trumans „Punkt vier.“- Programm zur Erschließung wirtschaftlich unentwickelter Gebiete sei „die mutigste, klügste und ausgedehnteste“ Versicherung des amerikanischen guten Willens. Ausgewanderte DPs kehren zurück Legal und illegal wieder nach Westdeutschland Wit sbaden (UP). Aus einem offiziellen Bericht hessischer Regierungskreise geht hervor, daß seit Anfang 1950 laufend ehemalige DPs, die in den letzten Jahren nach Ländern in Westeuropa ausgewandert waren, nach Westdeutschland zurückkehren. Die deutschen Behörden sehen sich gezwungen, diese Ausländer, die einzeln und in Gruppen legen und illegal ankommen, wieder aufzunehmen. In den letzten Tagen traf aus Holland sogar ein planmäßig zusammengestellter Transport ein. Als Gründe für ihre Rückkehr geben sie an, bei der Auswanderung sei ihnen zugesichert worden, daß sie einen Beruf nach eigener Wahl ergreifen könnten, nachdem sie zuvor zwei Jahre im Bergbau gearbeitet hätten. Diese Zusicherung werde heute von den Aufnahmeländern nicht gehalten. Sobald sie als ehemalige DPs die Arbeit im Bergbau verließen, würden sie entweder von jeder Betreuung und Behördenhilfe ausgeschlossen oder ausgewiesen. Sie wollten nicht nach Warschau zurück Polnische Konsalatsbeamte baten um Asylrecht Frankfurt a(M. (UP). Sechs Beamte und Angestellte des hiesigen polnischen Konsulats erschienen bei der Polizei und baten um Asyl in der westdeutschen Bundesrepublik. Ferner wurde um Asyl für die Frau und den einjährigen Sohn eines der Angestellten nachgesucht. Wie verlautet, sind zumindest einige der geflüchteten Beamten kurz vor diesem Schritt aufgefordert worden, nach Warschau zurückzukehren. „Getfterhomööle" Spiel mit dem Jenseits im Schauspielhaus Das Stuttgarter Schauspielhaus brachte die „Geisterkomödie“ von Noel Coward in der Übertragung von Curt Goetz als Erstaufführung. Hier ist das Theater weder moralische Anstedt noch Forum politischer oder philosophischer Ideen. Aber warum muß es dies um jeden Preis sein? Shakespeare, Moliere und Iffland schrieben auch Theaterstücke um des Theaters willen. Die ersten beiden haben sich auf den Spielplänen gehalten, der letztere nicht Zu wem müssen wir Noel Coward zählen? Man neigt dazu, ihn zu denen zu zählen, denen ein Augenblickserfolg beschießen ist doch müssen wir das endgültige Urteil der Nachwelt überlassen, zumal der Nachruhm, wie Emst Jünger sagt heute eine zweifelhafte Sache ist Noel Coward hat in seinem Übersetzer Curt Goetz eine ausgezeichnete Ergänzung gefunden, denn beide sind Stückeschreiber. Sie sind Schauspieler-Dichter. Oder Dichter-Schauspieler? Sie schreiben sich und anderen Personen die Rollen zu, wie ein Schneider einen Anzug zumißt Die „Geisterkomödie“ ist ein geistvolles und witziges Spiel mit okkulten Erscheinungen. Wer nicht an spiritistische Geisterbeschwörungen glaubt wird sich prächtig amüsieren. Wer allerdings mit tierischem Ernst Erscheinungen aus der Geisterwelt als bare Münze nimmt wie es das Programmheft unbegreiflicherweise an regen will, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen. Der Bau des Stückes ist leicht zu übersehen. Denn wenn Personen, die im Programmheft Keine deutsche Wiederaufrüstung Endgültiges Gesetz zur Entmilitarisierung verkündet — Nur die notwendigsten Kontrollen aufrecht erhalten Bonn (UP). Am fünften Jahrestag der deut- Kapituiation, die das Ende des zweiten Weltkrieges herbeffübrte. verkündete die alliierte Hohe Kommission in Bonn ein endgültiges Gesetz zur Verhinderung der deutschen Wiederaufrüstung. Das neue Gesetz, sieht die Kontrolle bestimmter Gegenstände, Erzeugnisse, Anlagen und Geräte vor und faßt die frühere Gesetzgebung des alliierten Kontrollrates sowie der westlichen Militärregierungen, wie auch die zwischenstaatlichen Abkommen von Washington (April 1949) über verbotene und begrenzte Industrien zusammen. Seine Durchführungsverordnungen treten am 1. Juni in Kraft. Obwohl das Gesetz das Ziel verfolgt, die deutsche Wiederaufrüstung zu verhindern, werden nur die notwendigsten Kontrollen, die diesem Ziel dienen, aufrecht erhalten. Ein weites Feld industrieller Betätigung das eigentlich unter dieses Gesetz fällt, jedoch nicht als Bedrohung der militärischen Sicherheit angesehen wird, ist, wie es in einem Kommunique der Hohen Kommissare heißt, von der Kontrolle ausgenommen. Wenn auch das militärische Sicherheitsamt das Hauptorgan für die Durchführung des Gesetzes sein wird, sollen doch gewisse spezische Funktionen zur Zuständigkeit der deutschen Behörden gehören. InvierListen werden die Gegenstände aufgeführt, deren Erzeugung dem Verbot oder der Kontrolle unterliegen. Das gleiche gilt für Einfuhr Ausfuhr, Beförderung im Inland, Lagerung, Besitz,, Eigentum oder Gebrauch dieser Gegenstände. In den Listen sind ferner die Industrien enthalten, deren Werkanlägen und Geräte nicht ohne Genehmigung der alliierten Hohen Kommission erweitert werden dürfen. Es handelt sich hierbei um den Schiffbau, Erzeugung von Chlor, Kugel- und Rollenlagern, Stahl, synthetischem Ammoniak, Beryllium, Styrol und Hüttenaluminium sowie Tonerde und Bauxit (deren Lagerhaltung beschränkt ist). Die Herstellung und Erzeugung von Hüttenmagnesium, synthetischem Gummi, synthetischem Benzin und verwandter Produkte ist allgemein verboten. Schiffe, Wasserfahrzeuge und Tanker, deren Maße die im Washingtoner und Petersberg-Abkommen festgelegten Begrenzungen überschreiten, sowie bestimmte Sende- und Geheimschriftgeräte wie auch bestimmte Typen schwerer Werkzeugmaschinen unterliegen ebenfalls dem Produktionsverbot. In der Verbotsliste A sind sämtliche Waffen unter Einschluß atomischer Kriegsführungsmittel oder Vorrichtungen aller Art, die geeignet sind, tödliche oder vernichtende Geschosse, Flüssigkeiten, Gase oder Giftstoffe herzustellen, enthalten. Ferner führt diese Liste auf: Sämtliche Geschosse, sämtliche militärischen Vernichtungsmittel (Granaten, Bomben, Torpedos, Minen), sämtliche Hieb- und Stichwaffen (Seitengewehre, Säbel, Dolche und Lanzen). Panzerfahrzeuge, Panzerungen jeder Art für militärische Zwecke, Entfernungsmeß- geräte, Signal- und Nachrichtengeräte für militärische Zwecke, große Scheinwerfer, optische Geräte für militärische Zwecke, Pionierwerkzeuge, Kriegsschiffe aller Art, Tauchfahrzeuge, Landungsvorrichtungen für militärische Zwecke, Geräte zur Küstenverteidigung. Luftfahrzeuge jeder Art, Bodeneinrichtungen für den Betrieb der Luftfahrt, sämtliche Zeichnungen, Pläne, Modelle und Nachbildungen für die Entwicklung, Herstellung, Erprobung oder Prüfung von Kriegsmaterial. Werkzeugmaschinen und sonstige Herstellungsgeräte, die Kriegsmaterial produzieren könnten, fern«- Sprengstoffe aller Art und sämtliche Spezialmittel für Einzel- oder Gemeinschaftsverteidigung, die im Frieden ausschließlich von der bewaffneten Macht verwendet werden. Am Bande bemerkt: Baumeister ist dagegen Als es bekannt wurde, daß Dr. Wilhelm Hausenstein, der bekannte Münchener Kunsthistoriker, zum Generalkonsul in Paris ausersehen wurde, waren Politiker und Künstler geneigt, die Regierung zu dieser Wahl zu beglückwünschen. Denn man versprach sich viel davon. Mit dröhnenden Paukenschlägen erhob aber Stuttgarts kleinschreibender Professor Willi baumeister gegen die Ernennung Hausensteins Einspruch. Er erklärte in einem Schreiben an den Bundespräsidenten. Hausenstein sei „auf grund eines von ihm verfaßten buches als hauptgegner der modernen kunst anzusehen“. Seine Ernennung zurr Generalkonsul lasse eine „Schädigung der jetzi in fluß kommenden beziehungen zwischen deutschen und französischen modernen künst- lern befürchten“. In einer Unterredung erklärte Baumeister, durch seinen Kampf gegen die moderne Kunst stelle sich Hausenstein in Widerspruch zu der offiziellen französischen Auffassung. Damit hat er die Katze aus dem Sack gelassen. Gerade die Künstler sind es ja, die angeblich nichts hassenswerter finden, als eine Einmischung . des Staates in künstlerische Angelegenheiten. Allerdings vertritt Herr Baumeister diese Auffassung anscheinend nur, wenn sich der Staat gegen Abstrakte wie ihn stellt. „Offizielle Auffassungen“, die in seinem Sinne sind, läßt er aber gerne gelten. Gibt es denn eine „offizielle Auffassung" der deutschen Bundesrepublik über abstrakte Bilder? Es ist uns nichts bekannt, daß in Bonn über diesen Punkt schon debattiert worden wäre. Dort hat man nämlich andere Sorgen. _ Gross: Staatsanwalt bagatellisiert Interview zum Entnazifizierungsskandal Stuttgart (lwb). In einem Interview mit der „Neuen Zeitung“ erklärte Landeskommissar Gross, er sei erstaunt darüber, daß ein Staatsanwalt, statt allein die Anklage zu vertreten, eine politische Rede balte und die Vorfälle, die zu dem Entnaziflziemngs- und Korruptionsprozeß geführt hätten, „bagatellisiere". Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich dieser Staatsanwalt bei seiner Regierung liebkind machen wolle. General Gross gab diese Erklärung zum Plädoyer des Staatsanwalts Desczyk im Prozeß gegen May, Meyer und Keßler. Desczyk hatte im ersten Teil POLITIK IN KÜRZE Schumacher auf Parteitag der SPD Pfalz. Der erste Vorsitzende der SPD, Dr. Schumacher, wird am 14. Mai auf dem Bezirksparteitag der SPD Pfalz über das Thema „Deutschland und Europa“ sprechen. KZ-ProzeB In Nürnberg. 19 frühere SS-Of- fiziere und Wachen des ehemaligen Konzentrationslagers Hersbruck erschienen in Nürnberg vor einem deutschen Gericht. Den Angeklagten wird die Verantwortung für den Tod von etwa 5000 Häftlingen zur Last gelegt. US-Gewerkschaft über deutsche Wirtschaft. Der US-Gewerkschaftsbund AFL (American Federation of Labour) erklärte, daß die deutsche Wirtschaft wieder aufgebaut werden müsse. Deutschland müsse wirtschaftlich nach Westeuropa einbezogen werden. Rene Hardy freigesprochen. Der Oberst der französischen Widerstandsbewegung, Rene Hardy, wurde von der Anklage freigesprochen, Geheimnisse der Resistance an die deutschen Besatzungsbehörden verraten zu haben. Landbesetzungen in SSditalien. Dreihundert landlose Bauern und Landarbeiter besetzten mehrere hundert Morgen Ödland in der Nähe von Andria. Sie wurden ohne Zwischenfall von der Polizei vertrieben. Der sechsnndzwanrigste Boykott. Die Sowjetunion dehnte ihren Boykott auf die fünfundzwanzigste und sechsundzwanzigste UN- Organisation aus. Ihre Delegierten verließen aufgeführt sind, schon während der ersten Sätze des Stückes als tot bezeichnet werden, dann kann man sich an den fünf Fingern ab- zählen, was folgen wird. Allein, es ist wie ein Schnaps, der kredenzt wird. Man weiß, daß man Schnaps trinken wird, aber wie er schmeckt und was nach dem Genuß kommt, läßt sich noch nicht übersehen, wenn man das Glas an die Lippen hebt In der „Geisterkomödie“ ist es ein seliges Räuschlein aus Illusion, in das der Zuschauer versetzt wird. Es ist leicht serviert, und zwischendurch werden einem — wie im Stück — die Wahrheiten als Gurkensandwiches dargeredcht. Leicht wie Sahnebaiser brachte Erich Fritz Brücklmeier das Stück auf die Bretter. Das Ensemble war eine glückliche Zusammenstellung von überdurchschnittlichen Könnern. Man weiß nicht, wo man beginnen soll: Bei Max Mairichs zwischen der wirklichen und der geisterhaften Frau hin- und herpendelndem Schriftsteller Condömine, bei Elsbeth von Lüdinghausens durchaus realem und doch sehr erotischem Geist der ersten Frau, bei Karin Schlemmers zuerst charmanten, dann keifenden und nach ihrem Tod spukhaft erscheinenden zweiten Frau, bei dem ewig ironisch lächelnden Dr. Bradman Kurt Norgalls oder bei seiner hysterischen Frau, die Gabriele Reismü 11 er darstellte. Eines müssen wir jedoch besonders vermerken: Mila Kopp als die Geisterbeschwörerin Arcaü, die ob ihrer hervorragenden Leistung mit Szenenapplaus belohnt wurde. Als immer aufgeregtes Dienstmädchen, das zum Schluß eine überraschende Lösung bringt, wurde Lotte S t e c herzlich und aus gutem Grund belacht. Alles in allem: Eine erfreuliche Aufführung, der noch manche volle Häuser zu wünschen sind. G. Rdie statistische und die Kommission über den Status der Frauen aus Protest gegen die Anwesenheit des nationalchinesischen Vertreters. Neuer ungarischer Staatspräsident. Das ungarische Parlament hat Sändor Ronai zum neuen Staatspräsidenten der ungarischen Volksdemokratie gewählt. Ronai übernimmt die Nachfolge von Szakasits, der Im April zurücktrat. Neues Todesurteil in Prag. Im Prozeß gegen Angehörige der tschechoslowakischen Untergrundorganisation „Svetlana“ sind ein Angeklagter zum Tode und zwölf weitere zu hohen Freihetsstrafen verurteilt worden. Vermittlung in Palästina. Die israelische Regierung hat einen Vorschlag der UN-Ver- söhnungs-Kommission angenommen, nach dem zwischen Israel und den Arabern direkte Friedensverhandlungen aufgenommen werden sollen. Die „Grüne Internationale“ tagt. In Washington begann der Jahreskongreß der „Internationalen Bauemunion", die auch als die „Grüne Internationale“ bezeichnet wird und der Delegierte aus neun Staaten aus dem Gebiet „hinter dem Eisernen Vorhang“ angehören. Ölgewerkschaften aufgelöst. Die Regierung von Venezuela hat aus Anlaß des Streiks der Erdölarbeiter alle 45 Gewerkschaften dieses Wirtschaftszweiges aufgelöst Tibetanier in Kalkutta anfgehalten. Eine tibetanische Delegation, die zu Verhandlungen mit den chinesischen Kommunisten nach Hongkong reisen will, Ist in Kalkutta aufgehalten worden, da die britische Regierung ihr noch keine Einreiseerlaubnis erteilt hat. Gemeindewahlen in Niederösterreich. Bei den Geneindewahlen in Niederösterreich erhielt die österreichische Volkspartei 51,9 % aller Stimmen. Es folgen die Sozialisten mit 40, die Kommunisten mit 5, der Verband der Unabhängigen mit 0,84 und die restlichen Splitterparteien mit 2,26 Prozent. Finnische Eisenbahner beenden Streik. Alle 21 500 streikenden finnischen Eisenbahner haben ihren Ausstand am Montag abend beendet. seines Plädoyers erklärt, daß vom „sogenannten Entnazifizierungsskanda!" nur ein „minderbedeutender Korruptionsprozeß" übrig ge- blieben sei. Volksbefragung am 24. September? Stuttgart stimmt dem Gesetzentwurf zu Stuttgart (ZSH), Der Ministerrat Württemberg-Baden hat dem Gesetzentwurf zur Befragung über die Neugliederung in den südwestdeutschen Ländern zugestimmt. Den Landesregierungen von Südbaden und Württemberg - Hohenzollem wird vorgeschlagen werden, für die Volksbefragung in allen drei Ländern einen festen Abstimmungstermin vorzusehen und dafür den 24.9.1950 zu bestimmen. Ferner befaßte sich der Ministerrat mit dem Entwurf für ein Landtags-Wahlgesetz, der im Innenministerium ausgearbeitet Wurde. Der Ministerrat beschloß, diesen Gesetzentwurf dem Landtag vorzutragen. Der erste Vorsitzende der CDU von Südbaden, D i c h t e 1, erklärte zu dem würt- lembergischen Projekt, die Landtagspräsiden, ten und Fraktionsvorsitzenden der drei südwestdeutschen Landtage zu einer Besprechung des von der Sechserkommission ausgearbeiteten Gesetzentwurfes über die Volksbefragung einzuladen, daß nach Ansächt der südbadischen CDU kein Bedürfnis für eine derartige Zusammenkunft bestehe. Nachdem in Freudenstadt mit vieler Mühe und Not ein Kompromiß zwischen den beteiligten Landesregierungen zustandegekommen sei, liege kein Anlaß vor, über diesen Gesetzentwurf weitergehende Gespräche zu führen. Wenn es sich nur um technische Besprechungen handele, so stehe man hierfür zwar jederzeit zur Verfügung, aber er frage sich, welche technischen Fragen überhaupt noch unklar seien, da der Gesetzentwurf über di« Volksbefragung die technischen Einzelheiten bereits festlege. Volksbefragung und Schulgesetz Auf der Mittwoch-Sitzung des Landtags Stuttgart (ZSH). Der württemberg-badische Landtag tritt am Mittwoch zu seiner 167. Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. ein Bericht von Finanzminister Dr. Kaufmann über die Finanzlage, die erste Beratung des Gesetzentwurfs zur Volksbefragung über die Neugliederung in den drei Südweststaaten und des Gesetzentwurfs über den Schuljahranfang und den Beginn der Vollschulpflicht. Friedensgerichte bewährten sich Innenministerium für ihre Erhaltung Stuttgart (lwb). Das württemberg-badische Innenministerium hat sich kürzlich in einem Schreiben an das Bundesinnenministerium für die Erhaltung der Friedensgerichte in Württemberg ausgesprochen und dabei betont, daß es den allergrößten Wert darauf lege, daß diese Einrichtung der kommunalen Selbstverwaltung in Württemberg-Baden erhalt«! bleibe. NEUES AUS ALLER WELT 110 Tote bei mdisdiem Zugunglück Sabotageakt führte zur Entgleisung Neu Delhi (UP). Bei dem Eisenbahnunglück, das sich bei Kalkutta ereignete, sind nach den letzten Informationen 110 Fahrgäste ums Leben gekommen. Man vermutet, daß der Schnellzug infolge eines Sabotageaktes entgleist ist. Zahlreiche Todesopfer wurden ihrer Bekleidungsstücke und Wertgegenstände beraubt. Ein Beamter der Eisenbahn erklärte, daß es sich bei dem Zugunglück, das durch eine Entgleisung verursacht wurde, um einen einwandfreien Sabotageakt handle. Hausruine in Mainz eingestürzt Als ein schwerer Lastsag wbeifohr Mainz (UP). Unmittelbar nach dem Passieren eines schweren Lastzuges stürzte in einer ständig von schweren Überlandlastwagen befahrenen Straße die 20 Meter hohe Wand einer Hausruine ein. Die Oberleitungen der Straßenbahn wurden auf eine Länge von 100 Metern heruntergerissen. Die Straße selbst war mit Trümmerblocks und Steinen übersät. Trotz des starken Verkehrs kamen weder Personen noch Fahrzeuge zu Schaden. Einige Kinder, die am Unfallort spielten, konnten sich im letzten Augenblick vor den stürzenden Trümmermassen retten. 16 Tote bei einem Wolkenbrmh. In Rio de Janeiro sind infolge eines Wolkenbruchs 16 Personen ums Leben gekommen. 27 Häuser stürzten zusammen. „Heros“ hat sechzehn Pfund verloren. Der Hungerkünstler Willy Schmitz alias „Heros" hat nach den ersten 240 Stunden, die er in seinem Glaskasten zubrachte, sechazehn Pfund an Gewicht verloren. Gartensommer — wie noch nie Hochbetrieb aut dem Stuttgarter KiUesberg-Gelände—Deutsche Gartenachau 1950 rüstet zum Empfang In Kreisen der Garten- und Landschaftsgestalter war Hermann Mattem längst bekannt und als einer der vielseitigsten und schöpferischsten Mitglieder der Zunft geschätzt, als er im Jahre 1937 von der Stadt Stuttgart den Auftrag erhielt, die künstlerische Gestaltung der Reichsgartenschau 1939 zu übernehmen. Das war eine Großaufgabe, wie sie vordem einem Gartengestalter kaum je zuteil geworden war. Ein 52 ha großes Gelände, das zum größten Teil aus Schutthalden, Auffüllplätzen und längst stillgelegten Steinbrüchen bestand, sollte saniert und aus wüstem Ödland in ein blühendes Gartenland verwandelt werden. Die Aufgabe batte sich damit aus dem Gebiet der Gartengestaltung in das einer Landschaftsgestaltung geweitet und erforderte so nicht nur die Fähigkeit, ein natürlich gewachsenes Gelände gärtnerisch zu gestalten und den Zwecken einer Reichsgartenschau dienstbar zu machen, sondern darüberhinaus das Vermögen, eine durch willkürliche Eingriffe, von Menschenhand verunstaltete Landschaft in eine neue, sich harmonisch in die weitere Umgebung einfügende umzuwandeln, d. h. eine künstlerische Landschaft zu schaffen, die künstlerisch umso wertvoller und überzeugender sein mußte, je „natürlicher“ sie wirkte. Landschaft und Mensch Das war eine Aufgabe für Hermann Mattem, den Schüler des großen Blumen- und Gartenfreundes Karl Förster, wie geschaffen. Und als man dann in Stuttgart im Sommer des Jahres 1939 bis zum Ausbruch des unseligen Krieges diese Reichsgartenschau beging, war das wie ein einzigartiges buntes Gartenfest, das nicht nur Millionen von Menschen aus dem In- und Auslande anzog, sondern ihnen wahrlich zu einem fast revolutionierenden Erlebnis von Landschaft, Garten und Mensch wurde. Schon damals konnte man erfreut fest- steilen, daß dieser „Stuttgarter Gartensommer“, von dem der Altmeister des modernen Gartengedankens, Karl Förster, so beglückt schrieb, nichts mit der Uniformität der Aufmärsche und der Großveranstaltungen des damaligen Regimes gemein hatte, daß hier alles gleichsam spielerisch ungewollt und gelockert ausgestreut war und daß hier alles darauf abzielte, den einzelnen Menschen wieder zum Erlebnis von Garten und Landschaft hinzuführen, ungezwungene Ruhe und Beschaulichkeit in ihm auszulösen und ihn so zu einem echten, von allem Kampf der Zeit gelösten Menschsein zu erwecken. Die Stadt Stuttgart tat darum gut daran, sich wieder Hermann Matteras zu entsinnen, als sie daran ging, dieses ehemalige Reicha- gartenschaugelände für die Deutsche Gartenschau 1950 vorzubereiten. Keiner konnte berufener sein als er, der inzwischen eine Professur in Kassel übertragen «hielt, das von den Kriegs- und Nachkriegsfolgen stark ln Mitleidenschaft gezogene Gelände wieder in Ordnung zu bringen. Und Mattem wäre nicht Mattem, wenn er dabei nicht wieder hundertfältige neue Ideen hätte und realisieren würde. Wohl blieb das Gelände als solches im Wesentlichen unzerstört. Aber fast alle Bauten sind in Trümmer. Wenn sie jetzt zu einem guten Teil neu erstehen, so sind es gerade sie, die gegenüber früher einen völlig neuen Charakter tragen. Aus Glas und Eisen Es sind beileibe nicht nur wirtschaftliche und finanzielle, sondern vor allem künstlerische Überlegungen, die Hermann Mattem veranlassen, diese Bauten, wo irgend angängig, in neuen, zum Teil überraschend neuen Konstruktionen zu errichten, wobei Glas und Eisen vorherrschen und so den neuen Ausstellungshallen und sonstigen Ausstellungsgebäuden eine Durchsichtigkeit, eine Anmut und Leichtigkeit geben, wie sie in solche Gartenlandschaft nicht besser passen könnte. (Ob freilich die Stadt Stuttgart gut daran tat, die große Ausstellungshalle am Eingang einstöckig statt zweistöckig zu bauen, muß füglich bezweifelt werden. Sie wirkt nun von der großen Eingangsterrasse her offensichtlich zu niedrig, fast als ob sie in den Boden eingesunken wäre — vor allem aber ist ihre Wirtschaftlichkeit dadurch auf die Dauer wesentlich reduziert!) Wir hatten Gelegenheit, mit Hermann Mattem auf dem Gelände Wiedersehen zu feiern. Es war eine reizvolle Begegnung, die nicht nur in Erinnerungen an den Gartensommer des Jahres 1939 verlief, sondern mittenhinein ln das neuerstandene Gelände führte. Da sind eine Unzahl neuer Wege entstanden, die das eine Mal mitten in Pflanzungen und Blumenbeete hineinführen, um die Wunder der Flora aus nächster Nähe betrachten zu können, und das andere Mal einen ganzen Geländeabschnitt neu erschließen und damit neue Ausblicke und neue Landschaftszusammenhänge bewundern lassen. Da sind die Seenterrassen und Wasserspiele, teilweise in abgeänderter Form, die dieser Landschaft wieder ihren besonderen Reiz und ihre Brillanz geben. ImTal deiRosen Da ist das ehemalige Tal der Rosen, von einer neuen Wegführung entlang den roten Felswänden zu neuer Schönheit erschlossen. AUS DER CHRISTLICHEN WELT Frenleichnamsprozession um den Petersplatz . Wie in Kreisen des Vatikans bekannt gegeben wird, soll die diesjährige Fronleichnamsprozession am 8. Juni längs den Kolonnaden um den St. Petersplatz abgehalten werden. Papst Pius wird während der Feier zelebrieren. Die FrcHüeichnamsreUcpiien von Bolsena, die gewöhnlich in der Kathedrale von Orvieto auf bewahrt werden, sollen zum ersten Mal in der Prozession mitgeführt werden. Die Fronleichnamsfeier wird in der Rasllkn von St. Peter beginnen, um den Petersplatz herumführen und auf den Stufen vor der Kirche ihr Ende finden. Papst Pius XIL wird den Segen „urbi et orbi“ erteilen. Vorberatungen nr Heiligsprechung Die Vorbereitung für die zweite feierliche Heiligsprechung während des Heiligen Jahres sind in vollem Gang. Es handelt sich um den Gründer der MissionsgeSeilschaft der „Cflare- tiner“, des seligen Antonio Maria Claret, der im vorigen Jahrhundert in Sallent bei Barcelona geboren wurde und am nächsten Sonntag heiliggesprochen wird. Papst Pius wird das Pontifikalamt zelebrieren. Pater Rekhenberger kommt muh Deutschland Der als „Anwalt der Vertriebenen" bekannt gewordene amerikanische Pater E. J. Reichenberger, dessen neues Buch „Fahrt durch besiegtes Land" in diesen Tagen in Karlsruhe herausgekommen ist, wird im Mal Österreich und Deutschland besuchen. Auf einer Reihe von Veranstaltungen wird Rekhenberger am 4. Juni in Graz, am 7. Juni in Oberammergau, am 18. Juni im Kreis Siegen, am 8. Juli voraussichtlich in Passau und am 9. Juli in Alt- ötting sprechen. Pater Rekhenberger hatte Deutschland auch im vergangenen Jahr besucht. Bsndesthing der Kath. Fiadfindersefaaft Die christliche Jugend Westdeutschlands müsse ein Bollwerk gegen den Ungeist aus dem Osten werden, erklärte Generalpräses Wolker (Altenberg) auf dem zehnten Bundesthing der Katholischen Pfadfinderschaft St. Georg, das vom 29. April bis 3. Mai in Speyer stattfand. An dem Bundesthing nahmen etwa 50 katholische Pfadfinderführer aus allen deutschen Diözesen einschließlich Ostdeutschlands und Berlins sowie Vertreter der französischen, ■ englischen und amerikanischen Pfadfinder teil. Der Bischof von Speyer, Dk W endel, sprach über die besonderen Aufgaben, die der Papst im Heiligen Jahr der Jugend der Welt, insbesondere der deutschen Jugend, gestellt habe Die deutsche Jugend müsse in diesem Jahr einen dreifachen Sieg über die Gottlosigkeit, über die Materie und Aber die soziale Not erringen. KjUbeüzismus in der Ukraine unte r di bc k t Der Vatikansender gab bekannt, daß nahezu 3600 katholische Priester in der Ukraine von den sowjetischen Behörden verhaftet und in die Konzentrationslager verschleppt oder nach Sibirien verbannt wurden. Sämtliche ukrainischen Bischöfe seien ebenfalls verhaftet, in Kiew in einem Massenprozeß abgeur- teilt und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die katholische Kirche in der Ukraine habe mehr als fünf Millionen Gläubige gezählt. Sie sei aber total unterdrückt und ihr Besitz von der russisch-orthodoxen Kirche unter der Kontrolle der sowjetischen Geheimpolizei übernommen worden. Katholische Eltern seien nach Sibirien verbannt und ihre Kinder in sowjetischen Schulenkommunistisch erzogen worden. Durch diese Maßnahmen habe man erreicht, daß gegenwärtig in der Ukraine kein katholischer Gottesdienst mehr stattfinde. Oberammergau stellt richtig Trotz mehrfachen Widerrufs wird immer wieder behauptet, die Passionsspiele Oberammergau 1S5Q seien ausverkauft. Dies ist nicht der Fall und kann kaum je der Fall sein, weil über die 33 Hauptspiele hinaus Wiederholungsspiele vorgesehen sind. Es ist in Oberammergau entgegen einer hier und dort verbreiteten Meldung auch kein „Bettenkrieg“ ausgebrochen, noch entspricht es den Tatsachen, daß wegen Beschlagnahmungen von Hotels und Pensionen durch die US-Besat- zungsarmee zahlreiche Besucheranmeldungen hätten rückgängig gemacht werden müssen. Lediglich sind noch ein Hotel und eine Pension sowie 23 Privathäuser beschlagnahmt. Evangelischer Gottesdienst in kath Kirchen Durch die Aufnahme der Heimatvertriebe- nen in Rbeinland/Pfalz hat sich die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung in verschiedenen Gebieten des Landes geändert, wodurch eine Neuaufteilung alter Kir- chengemeinden erforderlich wird. In den Landkreisen Koblenz und Mayen sind in den letzten Wochen zwei neue evangelische Kir- chengemeinden entstanden. Da den beiden Gemeinden noch keine eigenen Kirchen zur Verfügung stehen, haben sich katholische Kirchengemeinden bereit erklärt, den evangelischen Gläubigen Gastrecht zu gewähren. über 56 OM Tonnen HBfswerk-Liebesgaben Das Hills werk der Evangelischen Kirchen in Deutschland hat seit 1945 insgesamt 56 275 491 kg Liebesgaben im Wert von rund 200 Millionen Mark aus dem Ausland erhalten und verteilt. Außerdem sind 80 Millionen kg Lebensmittel in Deutschland gesammelt und an Bedürftige, Heime und Anstalten verteilt worden. Das Evangelische Hilfswerk, dessen Arbeit sich nach wie vor auf alle vier Besatzungszonen in Deutschland e rstre c kt, hat für den kirchlichen Wiederaufbau ln Gesamtdeutschland 25 Millionen Mark Geldspenden aus dem Ausland verteilt. Das Hilfswerk beförderte ferner fast zwei Millio nen Liebesgabenpakete aus dem Ausland und beschaffte 9179 kg Medikamente, darunter Penicillin, Streptomycin und Insulin. Rund 2500 deutschen Gefangenen Im In- und Ausland wurde Rechtshilfe gewährt. Da blühen zur Zeit Hunderttausende von gelben und roten Tulpen aller Schattierungen in den weiten grünen Rasenflächen. Und da harren nicht zuletzt überraschend leicht konstruierte Pergolen, Markisenbänke und entzük- kende Gartenstühle sommerlich heiter gestimmter Besuch«. Vorne ab«, wo sich einst der handgeschmiedete „Hoheitsadler“ in der sogenannten Ehrenhalle erhob, hat sich inzwischen seine Metamorphose in die Friedenstaube vollzogen. Hoch oben auf einer d« noch vorhandenen Säulen ragt ein riesiger Taubenschlag und unter einem der mächtigen Steinbögen erstand ein geräumiges Vogelbauer, das ebenfalls Tauben aulhehmen und gegen das Blau des Himmels und das Grün eines frischen Rasens in ihrer ganzen Schönheit zeigen wird. Noch wird an allen Ecken und Enden des Geländes gearbeitet, gepflanzt und gebaut Noch stehen rund vier Wochen Arbeitszeit bis zu seiner Eröffnung zur Verfügung. Hermann Mattem ist jedoch guter Dinge. Alle, die dort droben auf der Höhe des Killesberges arbeiten, sind mit Lust und Liebe bei der Sache. Dieser Idealismus scheint sich dem Werk selbst mitzuteilen. Schon jetzt spürt man, daß Stuttgart wieder ein Sommerfest bevorsteht, das sich mit dem des Jahres 1939 vergleichen läßt, ja, es vielleicht sog« in manch« Hinsicht übertrifft. Kein Rummelplatz... Nur vor Einem scheint man sich in Stuttgart hüten zu müssen: Ein solches Gelände darf kein Rummelplatz und kein Messegelände im üblichen Sinne werden. Die Tatsache, daß sich die Stadtväter dazu entschlossen haben, neben d« Kleinbahn, die das Gelände erschließt, noch eine Seilbahn darüberführen zu lassen, läßt Befürchtungen in dieser Hinscht erscheinen. Vielleicht ist man sich in Stuttgart nicht ganz des Wertes bewußt, den die Stadt mit diesem Gelände erhält. Er ist vorzüglich auch ein ideeller Wert, der eine moralische Verpflichtung in sich birgt. Stuttgart «hält damit ein Gelände, das geradezu ein Musterbeispiel «nd ein Modell dafür ist, wie der Mensch unseres Jahrhunderts durch Landschaft und Garten zu sich selbst hingeführt w«den kann. Diese zentrale Bedeutung des Geländes, von der man hoffen möchte, daß sie auf andere Städte ausstrahlt, muß kl« erkannt werden — nur dann ist man gefeit davor, es im Le ife der Jahre zum Rummelplatz von „KdF- Massenbetrieben“ seligen Angedenkens zu entwürdig«!. Es ist ein D«ikmal, der in unserem Jahrhundert ohnedies gefährdeten Menschenwürde und dem Menschsein schlechthin gesetzt — und muß als solches erhalten bleiben E.S. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN 26 Millionen DM für Staatsbürgschaften Der Finanzausschuß des württemberg-badischen Landtags billigte die B«eitstellung von 20 Millionen DM für Staatsbürgechaf- ten im Haushaltsjahr 1950/51. Die Genehmigung erfolgte kn Vorgriff auf den noch nicht verabschiedeten Haushalt, um bei der Kredit- bewüligung keine Stockung eintreten zu lassen. Nach Äußerungen von Mitgliedern des Ausschusses ist es möglich, daß die Summe für Staatsbürgschaften im eigentlichen Haushalt auf 25 Millionen DM «höht wird. Der Ausschuß bewilligte einen Kredit von 4 Millionen DM für die Errichtung eine6 Betriebs von Siemens und Halske in Karlsruhe. Für weitere 2 Millionen DM soH eine Staatsbürgschaft übernommen werden. Produktionsstand von 1938 nicht erreicht Die Bundesrepublik war Ende des vergangenen Jahres unter den Marshallplan-Staaten das einzige Land, in dem die Industrie-Produktion den Stand von 1938 noch nicht erreicht hatte. Immerhin wurden beim wirtschaftlichen Wiederaufbau gute Fortschritte erzielt. Verkehrs tagung in Konstanz Am 10. Mai beginnt in Konstanz eine Verkehrskonferenz, an der neben Bundesverkehrs- minister Seebohm die Verkehrsminister der elf westdeutschen Länder als Hauptredner auftreten werden. Die Konferenz findet inner- baß» einer Tagung der westdeutschen Privatbahnen statt, zu der 300 Delegierte aus derr. In- und Ausland erwartet werden. Die Tagung, in deren Verlauf die Bodenseeschiffahrt und Schweizer Verkehrsekmchtungen besichtigt werden sollen, wird voraussichtlich bis zum 14. Mai dauern. Handelskammer warnt vor Verträgen Die Industrie- und Handelskammer Mannheim hat ihren Mitgliedern empfohlen, bei Vertragsabschlüssen mit osteuropäischen Ländern äußerst vorsichtig zu sein. In der letzten Zeit sei es wiederholt vorgekommen, daß die osteuropäischen Vertragspartner vom Vertrag zurückgetreten seien, sobald die Lieferfirma bereit gewesen sei, ihren Vertragsteil zu erfüllen. Die Industrie- und Handelskammer schlägt vor, Verträge mit osteuropäischen Staaten vor dem Abschluß mit einem Sachverständigen der Kamm« durchzusprechen. Belebung des Arbeitsmarktes Die Zahl der Arbeitslosen ging in Württemberg-Baden kn Monat April um 5463 zurück, so daß Ende April nur noch 74 291 Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gemeldet waren. Die Beschäftigtenzahlen in den wichtigsten Zweigen der gewerblichen Wirtschaft zeigen eine steigende Tendenz. Bezirksweise besteht infolge der Belebung d« Bautätigkeit bereits ein Mangel an gelernten Bauarbeitern. Fußball-Endspiel am 25. Juni Die Beiratssitzung des Deutschen Fußballbundes in Frankfurt am Main schaffte Klarheit darüb«, wie die Endspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft m diesem Jahre durchgeführt werden. Die Vertreter des Deutschen Sportausschusses d« Ostzone waren nicht vertreten. Nunmehr werden die 16 Plätze mit je vier Vertretern aus dem Süden und West«!, je drei Vereinen aus dem Norden und Südwesten und zwei Mannschaften aus Berlin eingenommen. Das Teilnehmerfeld hat folgendes Gesicht: Süden (4 Klubs) 1. SpVgg Fürth; 2. VfB Stuttgart; 3. Kickers Offenbach; 4. (SV Waldhof oder VfR Mannheim oder FSV Frankfurt). Westen (4 Klubs) 1. Borussia Dortmund; 2. Preußen Deläbrück; 3. Rot-Weiß Essen; 4. STV Horst-Emscher. Südwest (3 Klubs) 1. 1. FC Kaiserslautern; 2. (Wormatia Worms bzw. 3. SSV Reutlingen bzw. TuS Neuendorf bzw. Freiburger FC). Berlin (2 Klubs) 1. Tennis Borussia Berlin; 2. (Union Oberschöneweide oder Berliner SV 92). Norden (3 Klubs) 1. Hamburger SV; 2. FC St. Pauli; 3. VfL Osnabrück. Im Süden und Südwesten wird die genaue Placierung erst am kommenden Sonntag entschieden. Der Spielplan, nach dem die Vorrunde am 21. Mai, die Zwischenrunde am 4. Juni, die Vorschlußrunde am 1L Juni und das Endspiel am 25. Juni stattfinden, wurde erneut bestätigt In der Vorrunde begegnen sich: In Worms: SpVgg Fürth — STV Horst-Emscher In Gladbeck: Borussia Dortmund — Süd IV In Karlsruhe: 1. FC Kaiserslautern — Rot-Weiß Essen In München: Süd HI — Tennis Borussia Berlin In Koblenz: Südwest H — Preußen Dellbrück In Köln: VfB Stuttgart — VfL Osnabrück In Hanno v«: St Pauli — Südwest m In. Kiel (28.5.): Hamburg« SV — Berlin n Waleett-Training deck Im Mannheim? Der amerikanische Boxpromotor Friedmann erklärte, daß Waleott nun endgültig in Mannheim sein Trainingsquartier aufsehlagen werde. Waleott wird voraussichtlich ln Heidelberg oder Schwetzingen Quartier beziehen. Die endgültige Entscheidung darüber fällt jedoch erst nach d« Ankunft von Waleott Vor dem Abflug hatte der braune Boxer erklärt, daß er versuchen werde, Hein ten Hoff so bald als möglich auszählen zu lassen und es für ihn, Waleott, eine Überraschung sein würde, wenn der Kampf tatsächlich über die vorgesehenen 12 Runden gehen würde. „Ich bin davon überzeugt“, erklärte der in der Weltbesten-Liste den zweiten Platz belegende Fighter, „daß ich ten Hoff schlagen werde“. Die Mannheimer Kriminalpolizei warnt vor Personen, die für den am 28. Mal in Mannheim stattfindenden Boxkampf Waleott gegen ten Hoff falsche Eintrittskarten verkaufen. Die Verkäufer bieten die falschen Karten vor allem in Gasthäusern, an Wohnungstüren, auf Straßen und öffentlichen Plätzen an. Der Mitveranstalter König vom Mannheim« Boxring wird am Samstag, dem Vorabend des Hockenheimrennens, im Heidelberger Schloß einen großen „Romantischen Frühlingsball“ veranstalten. Bei dem Ball werden namhafte Fil mschauspieterinnen und Filmschauspieler sowie das Tanzorchester des Süddeutschen Rundfunks mitwirken. ten Hoff kämpfte im Sparring Hein ten Hoff, d« seit Samstag in Wein- heim sein neues Trainingslager aufgeschlagen hat, führte seine ersten Sparringskämpfe durch. Im ersten Zweirundenkampf stand ihm te Kupsch (Heidelberg) ein hart« Infightei gegenüber, der, um die geringere Reichweite auszugleichen, fortwährend auf Nahkampf abhob. ten Hoff nahm dem Angriff von Kupsch sich« die Spitze, ten Hoffs weiterer Sparringspartner Bobby Warmbrunn (Hamburg) gab in der ersten Runde zunächst das Tempo an. mußte ab« den Angriff bald an ten Hoff abgeben und kam praktisch in der zweiter Runde nicht mehr zum Schlag. Südwest-Vereine differieren Verschiedene Vereine, die der bisherigen Ob«liga Südwest angehörten, beabsichtigen, nicht mehr in d« Zonenliga zu spielen, sondern sich den württembergiadisdien Landesligen oder der zweiten Division anzuschließen. Beim Freiburger Fußballklub ist ein Antrag eingebracht worden, in dem di« Oberliga Südwest abgelehnt und die Beibehaltung d« bisherigen beiden Gruppen der Oberliga Südwest vorgeschlagen wurde. Dieser Antrag wurde von den Vereinen 1. SC Freiburg, Singen, Tübingen, Schwenningen, Trossingen und Phönix Ludwigshafen nicht gebilligt. Der Antrag wurde nicht anerkannt Wettervorhersage Am Dienstag wechselnd bewölkt, vereinzelt etwas Regen möglich. Mittagstemperaturen um 20 Grad. Mittwoch wolkig mit Aufheiterungen, im wesentlichen trocken. Temperaturen wenig verändert Schwache bis mäßige Winde aus Nord bis Ost AUS DER BUNTEN LT Der Toö raft öurch Oie Stadt Von E. Scritto Still liegt die kleine amerikanische Stadt Camden in der Mittagsruhe. Nichts stört die Atmosphäre kleinstädtischer Beschaulichkeit. Da wird plötzlich eine Tür aulgerissen, und ein Mann stürzt heraus. Seine Züge sind grauenerregend verzerrt, und in der verkrampften Hand hält er eine Pistole schußbereit, im Gürtel hat er ein Messer verborgen. Die Menschen weichen zurück, doch seine blutunterlaufenen Augen irren jedem lebenden Wesen nach, und er beginnt zu laufen. Er jagt und jagt, und die Menschen sind sein Wild. Die Straßenpassanten schreien, fliehen, aber es gibt keinen Ausweg, der rasende Tod verfolgt sie. Dort — schon ist das erste entsetzliche Unglück geschehen: Ein Kind liegt röchelnd am Boden, es hat einen Messerstich ln der kleinen Brust. Die Mutter, in stummem Entsetzen zu Hilfe geeilt, liegt daneben ausgestreckt mit einem Einschuß im Kopf — tot! Weiter geht die wilde Jagd, durch Straßen, Häuser und Geschäfte — alles Lebendige, das sich ii) den Weg stellt, ereilt das gleiche Geschick: tot, erschossen oder erstochen. Endlich ist der Rasende in einem Hause gefangen, und nun beginnt ein wilder Kampf mit der alarmierten Polizei. Mit Tränengasbomben und Maschinenpistolenfeuer wird er gezwungen, seine zähe Verteidigung äufzuge- ben, und zusammenbrechend kann ihn die Polizei verhaften. Zwölf Menschen sind seinem Blutrausch zum Opfer gefallen, Männer, Frauen und Kinder. Fünf Verwundete konnten vom nahen Tode errettet werden. Das ist die grausige Geschichte des Kriegsveteranen Howard Unf uh, der sich jetzt über seine eigene Bluttat entsetzt und dessen geistiges Fassungsvermögen nicht ausreicht, um seinen mörderischen Lauf zu begreifen. Es ist Amok, der wilde Blutrausch, der ihn erfaßt Hat, und „geistesgestört“ lautet die polizeiliche Diagnose. Ähnliche Fälle treten immer wieder auf. Im Jahre 1929, erinnert man sich, war es der biedere Stuttgarter Lehrer Müller, der vom Amok befallen wurde. Sieben Menschen waren seine Opfer, und noch heute sitzt er in einer Anstalt für Geistesgestörte. Auf dem Schiff „City of Batavia“ fand der auf den internationalen Seenotruf herbeigeholte Arzt vier schwerverletzte Menschen vor, von, denen zwei ihren Wunden erlagen. Zwei Matrosen hatten tiefe Schnitte, ein Schiffsjunge schwere Haiswunden und ein anderer Matrose ähnliche Verletzungen. Ein Mann der Besatzung war Amok gelaufen. Das geschah mitten im Indischen Ozean im Jahre 1935. * Die Ärzte können darüber keine genaue Erklärungen abgeben. Sie haben zu wenig Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen. Bisher hat man medizinisch keine Erklärung dafür gefunden. Man nimmt an, daß es sich um eine Art. epileptischer Anfälle handelt, wobei auch Malaria und Erkrankungen des Gehirns zum Amoklaufen führen können. Amokläufer; die gebändigt wurden, sagten aus, daß ihnen schwarz und rot vor Augen wurde und sie nicht mehr wußten, was sie taten; sie hätten Tiger, Hirsche und Schweine gesehen und seien von einer Mordlust befallen worden, gegen die sie sich in keiner Form wehren konnten. Ein Arzt, der an einem Amokläufer eine Autopsie vomahm, stellte fest, daß alle inneren Organe gesund waren mit Ausnahme einer Hirnhaut, die fester als hei normalen Menschen anhaftete. Das Wort „Amok" wird aus dem malai- schen „meng-amok“ abgeleitet, da diese Anfälle plötzlicher Mordlust am häufigsten auf den maiaischen Inseln anzutreffen sind. Jedoch haben die Beispiele der letzten Jahre gezeigt, daß Amoklaufen nicht nur ln den Tropen auftritt. In früheren Zeiten bezeich- nete man die Stammesfehden der Malaien auch als Amok, und bis heute hat sich diese Bezeichnung für die Eingeborenenkriege auf Borneo erhalten. Dadurch wird der Begriff „Amok“ oft mißverstanden. Er ist nie auf Totschlag, Mord und Rauferei anzuwenden. Ein Mörder, der wohlüberlegt seine Opfer tötet, kann nicht als Amokläufer bezeichnet werden. Denn charakteristisch ist der wilde Tobsuchtsanfall und die grausige Mordgier, die oft tmtadelige, manchmal sogar sanfte Menschen befällt. Der Amokläufer tötet alle Menschen, die sich ihm in den Weg stellen, und wenn es seine nächsten Verwandten, Frauen und Kinder sind. Er rast bis zur völligen Erschöpfung, dann erst ist eine Bändigung möglich. Auf der anderen Seite ist Amok auch keine Krankheit, die in Form einer Epidemie auftritt. Grauenvoll ist das Rätsel des Amoks, dem die Wissenschaft bis heute ratlos gegenübersteht. Machtlos wie bei einer Naturkatastrophe erleben die Menschen immer wieder den Kampf des mordenden Amoks. Spionage unter öiplomatifchem Deckmantel Was während des Krieges in der Schweiz geschah Die im Verlaufe zweier jüngst in der Schweiz durchgeführten Spionageprozesse — die mit der Verurteilung der Angeklagten zu hohen Zuchthausstrafen endeten — veranlassen die eidgenössische Öffentlichkeit, sich eingehend mit den Hintergründen und Hintermännern des Schweizer Spionagedienstes zu beschäftigen. Daß dabei auf Unteriuchungsergebnisse aus junger Vergangenheit zurüdcgegriffen wird, nimmt nicht wunder, denn die Erfahrungen, die man in der Schweiz während der beiden Weltkriege auf diesem Gebiet sammeln konnte, waren und sind durchaus geeignet, zu erhöhter Aufmerksamkeit denjenigen Faktoren gegenüber zu mahnen, die sich das neutrale Land zu m Sitz ihrer dunklen Wirksamkeit ausersehen haben. Besondere Bedeutung im Spionagedienst kam schon von jeher den diplomatischen Vertretungen zu. Noch vor Beginn des vergangenen Krieges waren es insbesondere die deutschen Konsulate und Gesandtschaften, die unter Mißbrauch diplomatischer Vorrechte in der Schweiz (und anderswo) feinmaschige Netze des Spionagedienstes auslegten und insbesondere die militärische Ausspähung nach einem sorgfältig ausgearbeiteten System organisierten. In der Schweiz waren der deutschen Gesandtschaft Vertrauensleute der Wehrmachtabwehrstelle und des Reichs- Sicherheits-Hauptamtes beigeordnet, die allerdings weit harmloser als Angehörige des diplomatischen und konsularischen Korps in Erscheinung traten und solcherart ihre Aufträge ohne besondere Schwierigkeiten aus- führeo konnten. Zuständig für den „Sektor Schweiz" war die Zentrale Stuttgart der Abwehrstelle: hier liefen alle Informationen aus der Schweiz ein, hier wurden aber auch die Agenten ausgewählt und eingesetzt. Eine wichtige Rolle spielte hierbei der als , Alemannisch er Arbeitskreis“ getarnte Stuttgarter Sicherheitsdienst. Beide Instanzen standen in engem Kontakt mit dem „Bureau F“ unter Leitung des Generalkonsuls Meissner in Bern. Ein Assistent des deutschen Militärattaches, Eberth, dem schon 1939 militärische Ausspähung nachgewiesen werden konnte, wurde im Mai 1940 aus der Schweiz ausgewiesen. Das gleiche Schicksal traf 1944 einen gleichfalls dem Militärattache zugeteilten Hauptmann Frank, der ebenfalls Spionage getrieben hatte. Im Auftrag der Stuttgarter Zentrale trat ein Schweizer namens Jakob Fürst in den Dienst des amerikanischen Militärattaches in der Schweiz; seine Berichte wurden gegen die Schweiz und das Ausland ausgewertet. Nach der Entdeckung seiner Spionagetätigkeit wurde er 1943 zu einer Zuchthausstrafe von 18 Jahren verurteilt. Nach einem Bericht des Berner Bundesrats wurden während des Krie-. ges die Vizekonsuln Dr. Ashton und Dr. Heberlein, beide vom Generalkonsulat in Zürich, wegen Spionagetätigkeit aus der Schweiz ausgewiesen. Weitere Ausspähungsfälle haben sich nach dem erwähnten Bericht unter diplomatischem D-'-’-mantel in Basel, St. Gallen, Davos, Lugan„ und Lausanne abgespielt, und es sei meist schwierig gewesen, an die Schuldigen heranzukommen und sie zu entlarven, da sich die Konsulate und Gesandtschaften schützend vor die Spione stellten und den Untersuchungsorganen die Erfüllung ihrer Pflichten unmöglich zu machen versuchten. Unter den Staaten, die in der Schweiz während der beiden Weltkriege Spionagezentralen unterhielten, stand Deutschland mit an vorderster Stelle. Waren es im ersten Weltkrieg die diplomatischen Vertretungen des Reiches, die für eine militärische Berichterstattung sorgten, so gesellten sieh ihnen vom Jahre 1939 an — neben den von der Stuttgarter Zentrale in der. Schweiz eingesetzten deutschen und ausländischen Agenten — auch noch Angestellte anderer Stellen zu. KHngenfct0 Golö bringt Ruhm Der St. Georgspalast in Genua beherbergt seit dem 15. Jahrhundert eine seltsame „Ruhmeshalle“, die heute noch besichtigt werden kann. Die Gedenktafeln, Büsten Statuen, und lebensgroßen Figuren, die hier zu sehen sind, halten nicht die Erinnerung wach an Männer, die sich um die Stadt oder um den Staat verdient gemacht haben, die als kluge Politiker, als kühne Wissenschaftler oder als tapfere Soldaten in die Geschichte eingegangen sind... jene Stätte steinerner Verewigungen war einstens die Erfindung eines gerissenen Geschäftsmanns, der auf die Eitelkeit seiner reichen Mitbürger spekulierte. Man konnte sich in dieser Ruhmeshalle einkaufen, und jemehr einer bezahlte, um so größer wurde sein Standbild. Wer weniger als 25 000 Lire spendete, erhielt nur eine bescheidene Gedenktafel, wer eine Summe von 25 bis 50 000 Lire gab, bekam von sich eine Büste, mit einem Betrag von 50 000 bis 100 000 Lire schuf man sich eine ansehnliche Statue, und wer mehr als 100 000 Lire bezahlte, wurde in einer lebensgroßen Figur verewigt, die bequem auf einem Stuhl' saß Br. Die Teufelsfallen In gewissen ländlichen Gebieten der englischen Insel war es noch bis in die FOer Jahre des verfangenen Jahrhunderts Sitte, auf Tür- schwellen liüuse: Läden und Wirtschaften mit Kreide jeden, -Morgen eine Anzahl Schlingen zu zeichnen, in die sich — wie man glaubte — die Füße des Teufels verfingen, falls der böse Geselle die Absicht haben sollte* das Innere der Häuser zu betreten In früheren Jahrhunderten wurden diese Teufelsfallen sogar in den Stein der Stufen und Torwege gehauen. Ein solches Abbild mittelalterlichen Aberglaubens schmückt heute noch einen Eingang zu der großen Kathedrale in der englischen Stadt Ely. INTERESSANT UND NEU Neues Ehegesetz in China In China ist ein neues Ehegesetz eingeführt worden, das eine große Umwälzung der soziologischen Verhältnisse, zur Folge haben wird. Vor allem wird die Stellung der chinesischen Frau gehoben werden, indem man wilde Ehen verbietet. Ein Chinese darf in Zukunft keine Konkubine in sein Haus aufnehmen. Aus sozialen Gründen ist er aber verpflichtet, für den Unterhalt der unehelichen Frauen zu sor* gen, die er bis zum Inkrafttreten der neuen Gesetze gehabt hat. Neuerdings kann auch eine Chinesin von sich aus die Scheidung von einem Mann beantragen. Als Scheidungsgrund gilt unter anderem auch schon ein Verbot des Mannes, daß seine Frau europäische Kleidung trägt. In allen Fällen, in denen der Mann zum schuldigen Teil erklärt wird, hat er für den Unterhalt der geschiedenen Frau zu sorgen. Zu guter Letzt ,, Eins der kuriosesten Dokumente der Geschichte wird in einem englischen Archiv aufbewahrt. Es ist ein Brief einer italienischen Herzogin an Sir Anthony Panizzi. Dieser Edelmann hatte nämlich an einer Verschwörung teilgenommen und war zum Tod verurteilt worden. Kurz vor seiner Hinrichtung konnte er jedoch fliehen, worüber die Herzogin sehr erbost war und Panizzi einen Brief nach London schickte, in dem sie von ihm die Kosten für die Errichtung des Galgens, an dem er aufgeknüpft werden sollte, und einen Vorschuß, den man dem Henker gegeben hatte, fordert. Tote fischen Vor einigen Tagen sind die bretonischen Fischer zum ersten Fang in diesem Jahr ausgefahren. Auf fast sämtlichen Booten konnte man bei dieser Gelegenheit außer den Netzen der Besatzung noch ein besonderes Netz bemerken, dem spezielle Sorgfalt gewidmet wird. Es ist das „Netz der Toten“. Die Fischer der Bretagne haben nämlich seit einigen Jahren eine alte Gepflogenheit-wieder aufgenommen, die während langer Zeit in Vergessenheit geraten war: die Netze sind das Eigentum der Während des Krieges verstorbenen Kameraden, die vielfach ihre Familien in bitterer Not zurückgelassen haben. Von allen mit diesen Netzen gemachten Fängen gehört die Hälfte der Familie des Toten, die auf diese Weise so lange vor dem schlimmsten Mangel geschützt wird, bis die Söhne herangewachsen sind und selber zum Fang auszufahren vermögen. Samenkorn in der Düngerpille Die Aussaat von Gartenfrüchten wird durch die Kleinheit der Samenkörner mancher Arten erschwert. Durch zu dichtes und unregelmäßiges Säen und durch Windverwehungen geht zahlreiches Saatgut verloren. Nach einem neuen Verfahren wird jedes Korn der besonders kleinen und leichten Gemüse- und Blumensamen mit einer Masse überzogen, so daß etW£ erbsengroße Pillen entstehen, die für die Aussaat besonders handlich sind. Die Pillenmasse enthält künstliche Dünger, wie er der jeweiligen Pflanze besonders zusagt, und Insektenabwehrstoffe. Maffenbetrieb in Konnerereuth Zehntausende besuchen die Stigmatisierte — „Ich lebe seit 23 Jahren ohne Essen und Trinken“ — Keine Stellungnahme der Kirche L.W. Konnersreuth, im April (Eig. Bericht) Der kleine Dorfplatz ist schwarz von Menschen. Zu Fuß, mit der Bahn, mit Autos und Omnibussen sind sie wieder hier zusammen- geströmt, um' die Visionen der Therese Neumann, der Stigmatisierten von Konnersreuth, zu erleben. Was hunderttausende' Kinobesucher in Werfels Bernadette-Film bestaunten, als eine Botschaft aus jener Zeit, da es noch Wunder gab, ist hier im Jahre 1950 Wirklichkeit. Krüppel und Kranke schleppen sich zu Theresens Schlafzimmer hinan, in der Hoffnung, daß die Heilige“, wie sie genannt wird, stellvertretend ihre Leiden übernimmt. Festtäglich gekleidete Bauern, Frauen mit Säuglingen auf dem Arm und Kindern an der Hand bilden eine unabsehbare, nach vielen Tausenden zählende Prozession. Daneben in einer besonderen Schlange, achttausend schätzt die Landespolizei, die Gis, die aus allen bayrischen Gamisonsorten kamen, um die große Sehenswürdigkeit erlebt zu haben, bevor sie ibgelöst werden. Neben den zahlreichen Verkaufsständen und ndenkenbuden an der Dorfkirche wartet ge- ildig die unübersehbare Menge, von zahlreichen Polizisten hinter einer Absperrung beaufsichtigt, daß sie den Weg an das Lager nehmen darf. Mit Befriedigung betrachten die Einheimischen das Bild des wiederauf erstandenen Konnersreuth. Ihr Ort ist mit Fremden reich geworden. Kein anderes Dorf in der armen Oberpfalz hat so wohlhabende Höfe und so geputzte Fronten wie Konnersreuth. Dieses Frühjahr übertrifft die besten Zeiten der Dreißiger-Jahre, als bis zu 15 000 Fremde an einem Tag eintrafen und die Post die Autobusfahrten so einrichtete, daß die Besucher dte Vision der Kreuzigung um 1&S0 Uhr (gleich 15 Uhr der Ortszeit von Jerusalem) noch erleben konnten. Ist man mit der Menge die Treppe des Neumannschen Hauses hinaufgestiegen, so findet man die 54jährige wachsbleich und völlig geistesabwesend im Bett sitzend, das Gesicht einer Sterbenden gleich. Die blutigen Hände sind in der Geste der Kreuzigung weit geöffnet, aus den acht Kopfwunden der Dornenkrone und aus dem Lanzenstich der linken Seite sickert rot das Blut der unter den Schmerzen der Kreuzigung Stöhnenden. Mit Blumen geschmückte Altäre stehen neben dem Bett und unermüdlich regelt der Dorfpfarrer den Vorbeizug der Gläubigen und Neugierigen. Ohne Speise und Trank Das Einmalige der Therese Neumann ist jedoch nicht die Stigmatisation, sondern ihre und ihrer Umgebung Erklärung, sie lebe seit Weihnachten 1926 ohne jegliche Nahrung und habe, nachdem sie schon seit dem Dreikönigstag 1923 auf alle feste Speise verzichtete, bis zum heutigen Tag keinen Bissen mehr zu sich genommen, noch einen Schluck Wasser getrunken. Diese Behauptung hat verständlicherweise Immer wieder zum Zweifel herausgefordert. Dies um 90 mehr, als das Phänomen des Stigmas nichts Rätselhaftes mehr bedeutet. Man zählt in der Kirchengeschichte an die vierhundert solcher Fälle, dessen bekanntester in Jüngerer Zeit jener der berühmten Katharina Emmerich, der „Nonne von Dülmen“ sein dürfte. Schließlich wird seit einigen Monaten ein 47jähriger Hamburger Kaufmann, der im Gegensatz za allen anderen Fällen merkwürdigerweise Protestant ist, von der Erscheinung der Wundmale, heimgesucht. Konnte noch Virthov keine Erklärung dieser Vorgänge finden, so weiß man heute, in welchem Maße Leib und Seele eine Einheit bilden und wie sehr seelische Störungen sich körperlich aus- ' zudrücken vermögen. Umgekehrt beweisen die Gröningschen Heilungen, daß seelische Schockwirkungen körperlichen Leiden Einhalt gebieten können. Der regelmäßige Zustand ihrer Entrückung ist es also nicht, der dem Konnersreuther Bauernmädchen den Namen einer „Heiligen“ eintrug, sondern die behauptete, natürlich nicht zu erklärende Nahrungslosigkeit. Die Gegner der Konnersreuther Wallfahrt berufen sich darauf, daß Therese es immer wieder ablehnte, in ein staatliches Krankenhaus zu gehen und sich der Kontrolle beamteter Ärzte zu unterziehen. Thereses Verteidiger erwidern darauf, daß die Stigmatisierte 1927 während 14 Tagen von vier Klosterfrauen nach den Anweisungen des Hausarztes Dr. Seidl kontrolliert worden sei. Tag und Nacht hätten sie jeweils zwei Nonnen im Auge behalten. Das zum Reinigen ihrer Zähne benötigte Wasser sei vor und nach Gebrauch gemessen worden und zum Waschen hätte kein Schwamm, sondern nur ein feuchtes Tuch benutzt werden dürfen. Die ersten acht Tage der Kontrolle hätten zwar eine Gewichtsabnahme von acht Pfund erbracht, doch habe sie bemach wieder soviel aufgeholt, daß sich am Ende der Kontrollzeit das gleiche Gewicht ergab, wie zuvor. Die Wissenschaftler können dazu nur sagen, daß nach den Gesetzen der Natur Therese Neumann in 23 Jahren Getränkelosigkeit längst zur Mumie ausgetrocknet sein müßte. Die sonst so ungläubige Bürokratie ließ das Wunder gelten und verweigerte Therese während des ganzen Krieges die Lebensmittelkarten; lediglich doppelte Seifenkarten wurden ihr zugestanden. Wer ist Therese? Ohne Zweifel stehen die Konnersreuther Mysterien in engem Zusammenhang mit dem Lebensbild der Therese. Als sie im Jahre 1920 um eine Unfallrente einkam. begründete der behandelnde Arzt diesen Antrag mit der Diagnose „schwere Hysterie“ Es ist unbekannt, ob das neben neun Geschwistern aufwachsende arme Häuslerkind bereits bei der Geburt mit dieser Krankheit belastet war, oder ob diese die direkte Folge jenes Ereignisses ist,das am 10. März 1918 zum Wendepunkt seines Daseins wurde. Wahrscheinlich infolge Überanstrengung bei den Löscharbeiten eines großen Brandes, brach Therese plötzlich in Krämpfen zusammen und war fortan sieben Jahre lang mit schweren Lähmungen ans Bett gefesselt.. Als auch ihre Augennerven den Dienst versagten und nach einem Jahr völlige Erblindung eintrat, zerrann der Traum des seit frühester, Jugend überfrommen Kindes, als Missionsschwester in die Welt zu gehen. Eis tröstete sich mit der Verkündung der Therese von Lisieux, deren Seligsprechungsprozeß damals gerade berichtet wurde, daß durch Leiden mehr Seelen gerettet werden als durch die glänzendsten Predigten. Von da an datiert die Bereitschaft, möglichst viele Schmerzen anderer stellvertretend zu übernehmen. Die Beschäftigung mit der französischen Therese nahm das nervenkranke Mädchen so gefangen, daß es am Tage von deren Seligsprechung die Sehkraft und schließlich am Tage der Heiligsprechung im Jahre 1925 das Gehvermögen wiedereriangte. Wenige Monate danach stellten sich dann die immer stärker werdenden Ekstasen und Visionen ein, die schließlich am Karfreitag 1926 zur Stigmatisation führten. Seit dieser Zeit steht Therese unter der Obhut des Dorfpfarrers, der sich ihrer annahm und ihr eifriger Verkünder und Beschützer wurde. Er ist es auch, der unlängst dem Vorhaben des geschäftstüchtigen Holiywooder Filmproduzentea Preßburger entgegentrat, als Parallele zum Lourdesfiim nun einen Kon- nersreuthfllm zu drehen. Die Kirche selbst hat bis heute zu den merkwürdigen Vorgängen keinerlei Stellung bezogen. Eine große Reihe katholischer Geistlicher lehnt allerdings das Konnersreuther Geschehen ab Umgehungsstraßen fiir Heidelsheim und Gondelsheim Von Monat zu Monat sich steigernde Zunahme des Kraftwagenverkehrs auf der Bundes straBe 35 Die Führung der Autobahnstrecke von Bruchsal nach Stuttgart an Karlsruhe und Pforzheim vorbei erweist sich jeden Tag immer mehr als verfehlt. Schon bei der Anlage wurden Stimmen laut, die eine direkte Verbindung Bruchsal- Stuttgart forderten. Bedauerlicherweise hatte der aus Pforzheim stammende Leiter der Autobahnen, Ingenieur Todt, für dieses verkehrsgeographische richtige Verlangen kein Verständnis. Die Autobahn mußte aus Prestigegründen ah Pforzheim vorbei geführt werden, obwohl die Strecke Steigungen bis zu 10 Prozent aufweist. Die Folgen dieser „mißglückten Autobahnführung“ spüren wir heute in Bruchsal, in Heidelsheim, in Gondelsheim besonders stark. Ueber 90 Prozent aller Kraftfahrzeuge, vom Lastzug bis zum kleinsten Personenkraftwagen, verlassen die Autobahn bei Karlsdorf und benutzen für die Fahrt nach Stuttgart und sein Hinterland die wesentlich kürzere Bundes- „Maschine, Mensch, Gott” Bischof Lilje in Hannover Die in der Entwicklung der modernen Technik liegende Möglichkeit, daß jede Errungenschaft auch zu Vernichtungszwecken angewandt werden könne, hob Landesbischof D. Lilje in einem Vortrag „Maschine, Mensch, Gott“ auf der Technischen Messe Hannover hervor. Der moderne Mensch, so führte der Bischof aus, lebe zwar komfortabler als seine Vorfahren, aber ihm seien auch in einem nie gekannten Ausmaß Mittel der Zerstörung in die Hand gegeben. „Wird er der Versuchung widerstehen können, die Atomspaltung zu destruktiven Zwecken zu benutzen?“ fragte D. Lilje. Die Vollendung der Technik werde zu einer totalen Weltkatastrophe führen, wenn in der wie gelähmt dahintreibenden Menschheit nicht der Wille aufkomme, ihre Kräfte im Glauben an Gott für positive Zwecke einzusetzen. Es sei Aufgabe der Kirche, in der technisierten Welt dem Menschen zu diesem Glauben zu helfen. Straße 35. Für Heidelsheim und Gondelsheim mit ihren engen Ortsdurchfahrten und ziemlich gefährlichen Kurven ist dieser Zustand fast unerträglich geworden. Tag und Nacht rattern u. knattern die schweren Fahrzeuge durch die Straßen, — und wehe dem, der ihnen nicht rechtzeitig genu^nxuiszuweichen vermag: Er kömmt unter die Räctef und davf von Glück sagen, wenn er nfcfitremstlichen Schaden leidet. In Bruchsal sind die Verhältnisse zwar nicht ganz so schlimm, aber ähnlich. Am schwersten betroffen ist die Württembergerstraße, in der sich die Fahrzeuge nicht selten zu großen und langen Schlangen zusammenballen. Die Bauern der Württemberger Vorstadt fürchten sich geradezu, mit Pferde- oder Kuhfuhrwerken auf die Straße zu gehen. Der Bau der Umgehungsstraße von der Schwabenbrücke bis tum Holzmarkt auf dem rechten Saalbachufer wird von Tag zu Tag dringender und darf nicht mehr lange hinaus geschoben werden. Dem Vernehmen nach will der Deutsche Bund einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen. Das Bundesfinanzmmisterium aber, hat vorerst kein Geld. Vielleicht nimmt sich unser Bundestagsabgeordneter Neuburger einmal der Angelegenheit an. Die Bruchsaler Stadtpolizei führte kürzlich innerhalb des Stadtgebietes eine umfassende Verkehrszählung durch. Hierbei ergab sich wiederum eine erhebliche Zunahme des Kraftwagenverkehrs. In der Zeit vom 11. bis zum 14. Januar passierten 18 788 Fahrzeuge die Stadt. Vom 24. bis zum 27. April zählte die Stadtpolizei 19 837 Fahrzeuge. Dies bedeutet eine Zunahme von 5,58 Prozent Im einzelnen verteilen sich die Fahrzeuge auf die einzelnen Straßen in folgender Weise: Rheinstraße 6 007, Schönbornstraße 5 692, Württembergerstraße 5 690, Durlacherstraße 2 448. Sowohl für die Stadt Bruchsal als auch für die Landgemeinden an der Bundesstraße 35 bringt die Steigerung des Kraftwagenverkehrs eine Vermehrung ihrer jetzt schon großen Schwierigkeiten mit sich. Da aller Wahrscheinlichkeit nach der Verkehr sich von Monat zu Monat weiter erhöht, wird das Land, bzw. der Bund nicht darum herum kommen, auch für Heidelsheim und Gondelsheim Umgehungsstraßen zu schaffen, wie sie bereits *ür Bretten geplant sind. S. R. Rnßlaitfllheintlieltrer kfayen an! Unter der Überschrift „Heimkehrer aus Rußland klagen an“ veröffentlicht der „Staatsanzeiger für Württemberg-Baden“ eine ausführliche und authentische Zusammenstellung typischer Fälle von Kriegsgefangenen, die von der am 9. Dezember 1949 begonnenen zweiten großen Anklage- und Verhaftungswelle in der Sowjetunion von den sogenannten „freien Kriegsgefangenen“ ausgesondert wurden. Diesem kollektiven Anklagesystem seien viele Tausenden von Deutschen zum Opfer gefallen, die wegen ganz geringfügiger Vergehen zu 15 bis 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurden. So wurde die pflichtgemäße und korrekte Er-, füllung von Dienstobliegenheiten während des Krieges als „Spionage, Plünderung, Vernichtung sowjetischen Eigentums oder Mißbrauch sowjetischer Menschen zur Zwangsarbeit abgeurteilt. Unter die erste Anklagewelle im Oktober 1949 fielen z. B. in einem Lager mit 700 Mann allein 450 Mann, die teilweise aber wieder ins Lager entlassen wurden. Bei der zweiten Anklagewelle wurden 550 Mann verhaftet, und zwar alle SS-Offiziere, alle Io’s und Io- Schreiber, alle Dolmetscher, fast alle Juristen und höheren Verwaltungsbeamten, die ganze Gruppe der Polizisten (Landes-Schutz, Luftschutz-, Feuerlösch-, Verkehrs- und Gewerbepolizei), ferner alle Angehörige bestimmter Divisionen, wie z. B.: „Feldherrnhalle“, „Brandenburg“, „Großdeutschland“ usw., sodaß also schließlich nur noch 31 Mann als „freie Kriegsgefangene“ zurückblieben und zur-Entlassung nach Deutschland kamen. Aehnlich seien die Verhältnisse in den meisten übrigen Ende 1948 noch bestehenden Lagern gewesen. Aadtener Friedenskreuz in Bruchsal Wir weisen noch einmal darauf hin, daß heute, Dienstagabend, um 19.30 Uhr, das Aachener Friedenskreuz von Biebesheim hierher kommt, an der Stadtkirche in Empfang genommen und dann in Prozession nach. St. Peter getragen wird. Dort sind von 20—22 Uhr Betstunden, die erste für die Männer und Jungmänner, die zweite für alle. Insofern ist gegenüber dem ursprünglichen Programm eine Aenderung eingetreten, als das Kreuz nicht in St. Peter bleibt, sondern um 22 Uhr in Prozession in die Hofkirche geleitet wird. Der Morgengottesdienst zu Ehren des hl. Kreuzes findet also nicht in St. Peter, sondern um 6 Uhr in der Hofkirche statt. Die - gesamte katholische Bevölkerung der Stadt ist aufgerufen, an diesem Gottesdienste teilzunehmen, ebenso an der Prozession, die etwa um 6.45 Uhr von der Hofkirche zum Förster Bahnübergang sich bewegt. Dort übernimmt um 7.30 Uhr die Pfarrei Forst das Kreuz. Zigarrenkonsmn im Februar last verdoppelt Steueraufkommen höher als vor der Stundung Zuweilen wird' der Versuch gemacht, die Auswirkungen der Steuersenkung für Zigarren zu bagatellisieren und sie so därzustellen, als ob sie nicht den Erwartungen entsprochen habe. Es wäre natürlich ein schwerwiegender wirtschaftlicher Irrtum, anzunehmen, daß in der heutigen Zeit, in der jedermann seinen Konsum einschränken muß, ausgerechnet die Zigarrenindustrie eine Sonderkonjunktur erleben könnte. Der Gesamtumsatz aller Genußmittel wird, ohne Rücksicht auf die Verbrauchssteuern, immer niedriger bleiben als vor dem Kriege. Daß sich aber die Steuersenkung für Zigarren im ganzen Bundesgebiet doch erfolgreich ausgewirkt hat, ergab sich aus den Ausführungen des Bundes- finanzministers Dr. Schaffer, der im Bundestag das durch die Stundung bereits vorgenommene Gesetz über die Senkung der Tabaksteuer für Zigarren einbrachte. Er konnte dem Hause die bemerkenswerte Mitteilung machen, daß der Zigarrenverbrauch sich nach der Stundung von 98,2 Mill. Stück im Januar auf 176 Mill. Stück im Februar erhöht und die Zigarrensteuer infolgedessen ein höheres Aufkommen ais vor der Stundung erbracht habe. Diese Erhöhung des Ertrages einer V er brauchssteuer nach ihrer Senkung werde eine Rolle in kommenden Debatten über andere Steuersenkungen auf diesem Gebiete spielen. Der Finanzminister erklärte, die entsprechenden Wünsche der Zigarettenindustrie nicht erfüllen zu können, da bei der Zigarrensteuersenkung die besondere Notlage der Zigarrenarbeiter und Tabakpflanzer maßgebend gewesen sei. - Abgeordneter Neuburger (CDU) forderte auch eine Senkung der Zigarettensteuer, sowie eine weitere SenkungderSteuer von Zigarren, um die Zigarre wieder breiten Schichten zugänglich zu machen. Grundsätzlich dürften Verbrauchssteuern nicht konsumfeindlich sein, weil sie dann volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. * Das starke Ansteigen des Zigarrenkonsums im Monat Februar war selbstverständlich zunächst konjunkturbedingt Die Lager in den Geschäften waren vielfach leer, der Handel war im Hinblick auf die lange vorher diskutierte Steuersenkung zurückhaltend und dann aufnahmefähig. Diese Februarkonjunktur ist kein genauer Gradmesser für den zu erwartenden Jahresdurchschnitt. Aber wir sind überzeugt, daß auch im Jahresdurchschnitt das Steueraufkommen aus der Zigarrenindustrie höher sein wird als vor der Steuersenkung und daß — im ganzen gesehen — die Konsumsteigerung im Zigarrenverbrauch an- halten wird. Vorsicht - Eisheilige! Zu den Sorgen des Landwirtes und Kleingärtners im Frühling gehört der Wärmerückgang Mitte Mai. Er ist nicht nur an die Tage der Eisheiligen vom 12. bis 15. Mai gebunden, sondern kann im ganzen zweiten Drittel des Monats noch auftreten. Ebenso ist die Stärke des Wärmeabfalles in - jedem Jahre verschieden. Jedenfalls muß man alles unternehmen, den Eisheiligen ihr böses Handwerk zu legen, das sie mit den Nachtfrösten am Obst und dem bereits stark entwickelten Gemüse anrichten. Wie schützt man sich am besten vor den schädlichen Wirkungen der kalten Maitage? Man soll vor allem wärmebedürftige Gemüse wie Bohnen, Gurken und Tomaten nicht vor Ende der ersten Maiwoche in das freie Land säen, noch besser erst nach endgültiger Wetterberuhigung auspflanzen. Auf alle Fälle soll man sich, immer die Deckstoffe wie Reisig, Tücher- und Papierhauben bereitlegen, und besonders an windstillen Abenden verwenden und sie am nächsten Morgen wieder abnehmen. Die Beete wässere man am Abend kräftig, sofern sie stehende Pflanzen tragen. Eines der besten Schutzmittel für die Obstgehölze, bei denen Abdeckung nur wenig hilft, besteht darin, die trockenen Abfälle anzuzünden. Me Haufen sollte man immer so nahe legen, daß der Rauch über die Gartenfläche streicht. ^Bcuchsaiec AMedei Nachrichten des Standesamtes Geburten: Irmingard, V. Lehrer Wilhelm Fröhlich, Steinaekerweg 19. Heiraten: Kaufmann Heinrich Muschel, Bahnhofstr. 13 und Ursula Nejmaran, Amalienstraße 7; Schreiner Josef Hotz, Schafgarten 10 und Maria Kropp, städt. Angestellte, Obergrombacher Straße 36. Marktbericht. Die Obst- und Gemüseerzeuger- und Absatzgenossenschaft Bruchsal führt in der neuen Markthalle jeden Abend Versteigerungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch. Bis jetzt wurde lediglich Spargel angeliefert. Am Samstag wurde ein Preis von 90 bis 95, am Sonntag ein Preis von 87 bis 98 für erstklassige Ware erzielt. Me Spargel gingen zum größten Teil nach Norddeutschland, u. a. nach Hannover und Hamburg. Marshallplan-Zug. Die Württemberg-Badische Messegesellschaft veranstaltet in den Wagen der D-Zug-Messe eine ERP-Ausstel- lung. Die Schau gibt einen Querschnitt aus dem Wirtschaftsleben der Welt, Westeuropa und Deutschland im Hinblick auf den europäischen Wiederaufbau. Der Messezug wird Ende Mai von Stuttgart aus auf Fahrt geschickt. Er berührt alle wirtschaftlich bedeutsamen Städt in Nordwürttemberg und Nordbaden, u. a. Pforzheim, Karlsruhe, Bruchsal, Mannheim, Heidelberg, Mosbach usw. Bruchsaler Firmen auf der Technischen Messe in Hannover. Gegenwärtig findet in Hannover eine große Industriemesse statt. Fast 1800 Aussteller sind mit ihren Erzeugnissen anwesend. Am meisten fällt die starke Beteiligung aus Süddeutschland auf, u. a. aus München, Nürnberg und Stuttgart. Aus unserer Heimatstadt haben zwei Firmen ausgestellt: Das Standardwerk Eugen Reis, Büro- maschinenfabrik und die Süddeutschen Elektromotorenwerke, die beide heute wieder auch für den Export in Frage kommen. Friedenskundgebung am 14. Mai von allen Kanzeln. Am Sonntag Rogate, dem 14. Mai, wird, wie der Evangelische Pressedienst erfährt, auf Beschluß des Rates der Evange- l om „Reyssbudt” zum Reidiskursbmh 100 Jahre Amtliches Kursbuch — Ueber drei Millionen Zahlen Hundert Jahre sind verflossen, seitdem im fahre 1850 das Kursbuchbüro des Königlichen Generalpostamtes in Berlin das „Eisenbahn-, Post- und Dampfschiff-Coursbuch“ als erstes Reichskursbuch herausgab. Dieses „Coursbuch“ hatte einen Umfang von 128 Seiten. Das erste amtliche Reichskursbuch entstand aus einem Bedürfnis der Post. Sie betrieb nämlich die ersten öffentlichen und regelmäßigen Beförderungsmittel mit ihren Postkutschen. Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen bestand zunächst keine Zentralstelle, die ein Interesse oder die Möglichkeit gehabt hätte, sämtliche Eisenbahnlinien zusammenzustellen. Das erste amtliche Kursbuch enthielt bereits Fahrpläne mit allen Zeit- und Entfernungsangaben, mit Kreuzchen und Sternchen, mit „Personengeld“ und dem Tarif für „EquipagenV Nach den allgemeinen Fahrbestimmungen wurden mit Personenzügen, die den Vorzug einer schnellen und pünktlichen Abfertigung hatten, Personen, Passagiergepäck, Eilfracht, Equipagen, Pferde und Hunde befördert. Am Anfang war das „Itenerar“ Der Gedanke, Kursbücher zu schaffen, geht indessen viel weiter zurück. Bereits um das Jahr 1520 erschien in „Oberdeutschland“ ein Wegeverzeichnis mit Entfemungsangaben. — Dieses sogenannte „Itinerar“ (Angabe des Weges und der Haltepunkt) enthielt u. a. die Strek- ken Antwerpen — Frankfurt a. M.j Frankfurt a. M. — Nürnberg — Venedig — Rom — Genua, Ulm — Mailand, Augsburg — Venedig usw. mit Zwischenstationen und Entfernungen. Gegen 1548 brachte der aus der Literaturgeschichte bekannte straßburgische Universitätslehrer Sebastian Brant ein Buch heraus, das Aufzeichnungen über den Lauf — Kursus — der großen Reisestraßen und über die Entfern’mgen der bedeutensten Orte enthielt. Das in Augsburg etwa 1563 erschienene Reisehandbuch enthielt, von Augsburg ausgehend, die damaligen Handelsstraßen nach Antwerpen, Basel, Bologna, Budapest, Danzig. Hermannstadt, Kratcau, Lübeck, Lyon, Mailand, Messina, Paris, Rem und Venedig. Die einzelnen Städte waren übersichtlich mit den jeweiligen Entfernungen angegeben. „Ausbund und Krön aller Wegweiser“ Erwähnenswert aus der damaligen Zeit sind die mehr oder weniger zuverlässigen „Reyss- büchlein“, ferner das im Jahre 1597 in Köln erschienene Buch „Ausbind und Krön aller Wegweiser“ und das im Jahre 1651 von Martin Zeiler herausgegebene „Reyssbuch durch Hoch- und Niederdeutschland“. Das anno 1749 erschienene „Württembergische Bottenbuch“ vom „Hoch - Fürstlich - Württembergischen Rent- Cammer-Secretario und Bottenmeister Johann Ludwig Schweppe“ enthielt u. a. bereits Tarife für die Beförderung von Briefen. Ein Bote, der für eine Kanzlei Briefschaften zu tragen hatte, bekam für jede Meile 15 Kreuzer, während ein Privatmann hierfür 18 Kreuzer zahlen mußte. Einem Land-„Botten“ wurden die mitzunehmenden Briefe „je nach dem es nah öder weit war“ mit 2, 3 oder 4 Kreuzer bezahlt. Die Verbesserungen uncFErweiterungen der Postfahrten brachten in den folgenden Zeiten eine erhebliche Vermehrung der Reisehandbücher mit sich. Im Jahre 1844, also neun Jahre nach Inbetriebnahme der ersten deutschen Eisenbahn Nürnberg — Fürth (7. Dezember 1835), wurde von Freiherrn von Zeydlitz-Neukirchen ein Werk herausgegeben, das neben Eisenbahn- Ankunft- und Abfahrtszeiten auch Notizen über die Dampfschiffahrt aufwies. Als erstes deutsches Kursbuch kann das ein Jahr später, anno 1845, von dem -Fürstlichen Thum und Taxischen Oberpostamtssekretär U. Hendschel in Frankfurt a. M. herausgegebene Handbuch angesehen werden, das einen Umfang von 166 Seiten hatte und die Abfahrt- und Ankunftzeiten der Postkutschen und Eisenbahnzüge in mehr als 500 Orten sowie die Entfernung und die Fahrpreise enthielt. Dieses Buch erschien - von April 1847 an monatlich in großem Format als „Telegraph für Post-, Eisenbahn- und Dampfschiffverbindungen in Deutschland und den -angrenzenden ländern“. Aus diesem „Telegraph“ entwickelte sich mit den Jahren das weltbekannte und vielbenutzte Kursbuch „Hendsdiels Telegraph“. Wenn das Jahr 1850 als das Geburtsjahr des Reichskursbuches angesehen wird, so deshalb, weil das damals erschienene Kursbuch erstmalig einen amtl. Charakter hatte und durch seine vollständige Zusammenfassung der Verkehrsverbindungen als Reichskursbuch anzusehen war. Es verzeichnete die Fahrpläne von 200 Eisenbahnlinien in Deutschland, Oesterreich, Italien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden; ferner Postkurse, Dampfschiffpläne, auch solche nach Amerika und Indien, Tarife für Kuriere und Extraposten, eine Uebersicht der Reiserouten zwischen Berlin und zahlreichen Hauptstädten Europas mit Fahrpreisen und mehr. ■ Die Entwicklung in den letzten t Jahrzehnten Einen gründlichen Wandel Im Kursbuchwesen brachte das Jahr 1932. Bis dahin zeigte jedes Kursbuch eine andere Streckeneinteilung und Numerierung, auch wurde für jedes Buch eine andere Schriftart verwendet, wodurch die Unterrichtung der Reisenden sehr schwierig war. Die Reichsbahn ging damals dazu über, die Fahrplanstrecken nach Verkehrsgesichtspunkten zusammenzustellen und ein einhe't- liches Format zu wählen. Eine besonders deutlich lesbare Schrift wurde nach mehrjährigen experimentellen Untersuchungen hergestelit. Weiter wurden die Strecken nach Verkehrsgebieten numeriert, und zwar so, daß heute jede Strecke im Aushangfahrplan, Taschenfahrplan oder in den Kursbüchern stets unter der gleichen Nummer zu finden ist. Die amtlichen Fahrpläne haben dadurch ihre Uebersichtlich- keit und ihre Zuverlässigkeit erhöht und den Kreis ihrer Benutzer erweitert. Im Sommer 1933 erschien dann erstmalig das amtliche „Deutsche Kursbuch“. Es stellte eine Zusammenfassung der nach lokalen und regionalen Gesichtspunkten eingeteilten Taschenfahrplänen und Teilkursbücher dar. Zum Sommerfahrplan 1935 wurde „Das amtliche Deutsche Fernkursbuch“ von der Reichsbahn neu herausgegeben. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches erschienen Ende 1945 zunächst nur einige Taschenfahrpläne. Im Januar 1946 wurde das Kursbuch „Amerikanische Zone“, im Februar „Britische Zone“ und im März „Französische Zone“ herausgegeben. Auch für die sowjetische Zone erschien im gleichen Jahr ein Kursbuch. Zum Sommerfahrplan 1947 wurde für die westlichen Besatzunflsgebiete erstmalig wieder eine Gesamtausgabe herausflgbracht, die nunmehr zum Sommerfahrpiam HÄÖ von der Bundesbahn unter der Bezeiehnung-Amtr liebes Kursbuch — Westliehe« DewMHMtd“ als Jubiläumsausgabe herausgegeben wira. Dienstag, den 9. Mai I960 iischen Kirche in Deutschland die von der gesamtdeutschen evangelischen Synode in Berlin beschlossene Friedenskundgebung von den Kanzeln aller deutschen Landeskirchen verlesen werden. Der Gottesdienst erhält *da- durch den Charakter eines Fürbittegottesdienstes zur Erhaltung des Friedens. Angestellte und Arbeiter der ehemaligen Feichsbediensteter! Am Donnerstag, den 11. Mai, zwischen 18. und 19 Uhr, spricht der Leiter des Arbeitsausschusses Stuttgart, Herr Sonntag, im Badio Stuttgart über unsere Zwecke und Ziele, um allen bisher noch nicht erfaßten Personen vom Bestehen des Arbeitsausschusses Kenntnis zu geben und diese zum Beitritt zu veranlassen. Verkehrsunfall — Fahrerflucht. Vor einigen Tagen wurde ein Mann aus Heidelsheim auf der Bundesstraße 35 von einem PKW angefahren. Nach Aussagen des Verunglückten hatte der Fahrer des PKW wahrscheinlich geschlafen. Nur so ist es zu erklären, daß er plötzlich auf die linke Straßenseite fuhr und den äußerst rechts fahrenden Radfahrer streifte, welcher in den Straßengraben geschleudert wurde. Mit leichten Verletzungen wurde cMeser in das Krankenhaus eingeliefert. Der Fahrer des PKW fuhr davon, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Deutsches Mütter-Genesung»werk. Am Muttertag, Sonntag, dem 14. Mai, sammelt das Deutsche Mütter-Genesungswerk mit listen in Häusern und mit Büchsen auf der Straße für die Mütter-Genesungsheime der evangelischen und katholischen Frauenverbände sowie der Frauengruppen der Arbeiterwohlfahrt und des Deutschen Roten Kreuzes. Die kleinen Rosen, die zu Gunsten der Sammlung verkauft werden, stammen aus Flüchtlingsbetrie- ben. Das Mütter-Genesungswerk wurde von Frau EUy Heuß-Knapp ins Leben gerufen. "Süddeutsche Klassenlotterie. Die mit größter Spannung erwartete Ziehung der 1. Zwischen- klasse der 7. Süddeutschen Klassenlotterie erbrachte folgende höhere Gewinne: 1 Gewinn zu DM 100 000.— auf die Nr. 13 962; 1 Gewinn zu DM 30 000.— auf die Nr. 76 820; 2 Gewinne zu je DM 10 000.— auf die Nr. 12 638 und 168 802; 4 Gewinne zu je 5000.— auf die Nr. 63 339, 115 082, 115 500 und 165 884. Merken Sie sich vor, Ihr Los zur 2. Klasse muß bis spätestens 18. Mai eingelöst sein. Die „Badische Heimat“ ruft ihre Mitglieder, Der Landesverein „Badische Heimat“, der vor kurzem seine Tätigkeit wieder aufgenommen hat, richtete an alle bisherigen Mitglieder die Bitte, die Mitgliedschaft zu erneuern. Das Schrifttum soll wie früher in der Zeitschrift „Mein Heimatland“, in den Jahresbänden „Badische Heimat“ und im „Ekkhartjahrbuch“ fortgeführt werden. Auch die Hefte „Vom Bodensee bis zum Main“ sollen wieder erscheinen. Die Meldung alter und neuer Mitglieder wird an die Ortsvereine «beten. Wo noch kein Ortsverein besteht, kann die Meldung unmittelbar an den Landesverein „Badische Heimat“ In Freiburg, Hans-Jakoh-Straße 12 gelichtet werden. Der Jahresbeitrag für Einzelmitglieder beträgt DM 4.—, für Körperschaftsmitglieder DM 8.—. Die Ortsvereine werden durch Vorträge, Führung und Fahrten lm Sinne des Landesvereins wirken. Auch die Vertriebenen will die „Badische Heimat* zu den ihren zählen, um sie mit dem Geist unserer Heimat vertraut zu machen. Vereinskalender VfB Bruchsal. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß der Verein seine diesjährige Hauptversammlung am Freitag, den 12. Mai, 20 Uhr, im Saal der Europa- Lichtspiele abhält. AUS KRAICH 6 AU UND BR UH RAIN Philippsburger Maimarkt. Der Wettergott meinte es dieses Jahr mit dem Wetter zu dem Philippsburger Maimarkt am 7. und 8. Mal bedeutend besser als im vergangenen Jahr. Entsprechend den Verhältnissen war diesmal auch wieder Hochbetrieb und Alt und Jung frön/te auf dem Marktplatz dem Vergnügen, soweit die finanzielle Lage es erlaubte. Natürlich fehlten auch die Besucher von auswärts nicht und jedermann versuchte, sein Geld so gut als möglich loszubringen, was bei der Fülle und Vielfalt des Gebotenen mit keinen all zu großen. Schwierigkeiten ver- knüpft war. Es wäre müßig, all die Schaustände aufzuzählen, die mit ihren verführerisch lockenden Waren dem Besucher hinsichtlich seiner pekkiären Lage gewiß manche Gewissenskonflikte nicht ersparten. Von den Süßigkeiten zu den Karussells, von hier zu den Schießbuden, Textil- und Geschirrständen, Drehorgelmusik mit Zuckerhutarie, dazu dann der wahre Jakob und vieles mehr, also ein Maimarkt, wie ihn das Herz wünscht. Auch die Philippstourger Geschäftswelt beteiligte sich diesmal in stärkerem Maße an dem Ereignis. Die Firma Ellermann veranstaltete gleichzeitig in ihren Räumen eine Kinderwagenausstellung, die bei vielen Besuchern großes Interesse fand. Die Gaststätten hatten sich für die Tage bestens gerüstet, sodaß dem Gast in punkto Bewirtung nach den „Anstrengungen“ des Vergnügens alle Wünsche erfüllt werden konnten. Die Tanzlustigen schwangen dann abend« im Einhorn zu den Klängen der Kapelle Lindemann das Tanzbein. Rheinhausen Am Sonntag fand im „Anker“ ein gut besuchter Elternabend statt. Schulleiter Hammer wies auf die. harmonische Zusammenarbeit zwischen Lehrerschaft und Eltern hin. Hierauf wurde das Jugendschutzgesetz erläutert und über die Schund- und Schmutzliteratur gesprochen. Vier Dinge seien besonders erforderlich: Klare Herausstellung der christlichen Moral-Grundsätze im öffentlichen Leben; Beseitigung der Wohnungsnot; Gestaltung eines ordentlichen Familienlebens und eine vernünftige Freizeitgestaltung für die Jugend.. Darnach fand die Wahl eines Eltern- befrates statt. Zum Schluß wurden aktuelle Tagesfragen besprochen, wobei Pfarrer Ma- rusfca über Jugenderziehung und Schmutzliteratur Grundsätzliches zu sagen hatte und der Bürgermeister über die weitere Gestaltung der Schülerspeisung Ausführungen machte. Die Versammlung trug sehr zum gegenseitigen Verständnis von Schule und Elternhaus bei. Es wäre zu wünschen, daß derartige Veranstaltungen regelmäßig stattfinden. b. Kronau Am Sonntag fand in der Krone die Generalversammlung des Tabakbauvereins statt. Nach Begrüßung durch den Vorstand Karl Fuchs referierte als Vertreter des Bad. Bauernverbandes Scheuring-Odenheim über den Zusammenschluß der Organisation. Da die Bewirtschaftung gefallen sei, und die Einfuhr immer größer wird, hat besonders der kleinbäuerliche Betrieb mit schweren Existenzsorgen zu kämpfen, die nur durch Zusammenschluß behoben werden können. Auch die Frage der steuerlichen Belastung, Soforthilfe, Landwirtschaftsabgabe wurde eingehend besprochen. — Nach Verlesung des Kassenberichtes durch Friedr. Knaus wurden auf drei Jahre in den Vorstand gewählt: 1. Vorstand: Karl Fuchs, 2. Verstand: Pius Rösch, 1. Beisitzer: Thomas Mächte!, 2. Beisitzer: Wendelin Hillenbrand, Rechner: Friedr Knaus. In der folgenden, regen Aussprache konnte man verspüren, daß der kleinbäuerliche Betrieb einen schweren Lebenskampf zu führen hat gegen die steuerlichen Ueberbe- lastungen und Ueberhöhung der Markt- und Düngemittelpreise. —t.— Steitfeld Tabakpflanzerversammlung. Am Samstag fand im unteren Schulsaal eine Versammlung der Tabakpflanzer statt. Vorstand Anton Wolf gab Richtlinien über die zu erzielende Qualitätsware bekannt, wobei der richtigen Düngung besonderes Augenmerk gewidmet wurde. Zui Erzeugung eines guten Sandblattes ist schwefelsaures Kali zu verwenden, wodurch das Sandblatt „blätterig“ wird. Die Setzzeit darf nicht verzögert werden; sie soll in etwa 8-14 Tagen erfolgen. Einheitliches Aussetzen (Frühsatz) für gleichmäßige Farbe und gleichmäßige Ernte. Der Tabakbauverein beabsichtigt am Sonntag, den 14. Mai, einen Ausflug nach Speyer zu machen, um sich bei dieser Gelegenheit bei der dortigen Firma Brinekmann über die Vorgänge der Tabakverarbeitung im allgemeinen, und über den Fermentationsprozeß der im Januar abgelieferten Ware im Besonderen zu überzeugen. Sämtliche Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen. D. Friilijahrskoitzert des IKendorfer Liederkranz Am Sonntag, den 7. Mai, gab der Gesangverein „Liederkranz“ im Saale der Brauerei Peter ein großes Frühjahrskonzert. Chorleiter Fr. Groß, der die Gesamleitung inne hatte, hatte das Konzert in zwei Teile auf gegliedert. An die Spitze des Konzertes stellte Vorstand' Alois Prestel die Dichterworte: „Dem Wahren, Edlen und Schönen, soll unser Lied ertönen.“ Er begrüßte alle gesang- und musikliebenden Besucher aufs herzlichste und wünschte ihnen genußreiche Stunden. Ein Festtag in Hambrtidien Feierliche Investitur des neuen Seelsorgers, Pfarrer Gindele Der Nachfolger des im vergangenen Jahres verstorbenen Ortegeistlichen Thoma; Pfarrer Emil Gindele, zuletzt in Grötzingen, wurde am Sonntag feierlich in sein hohes Amt eingeführt. Schon am Abend zuvor hatte sich fast die gesamte Einwohnerschaft, unter ihnen Bürgermeister Debatin, Stiftungsräte, Gemein- deräte und die Ortsvereine, zu einer Feierstunde vor dem Pfarrhaus eingefunden. Eingangs erklang das Lied des Kirchenchors „Tag des Herrn, ich grüße dich.“ Nach einer Darbietung der Musikkapelle übermittelte Bürgermeister Debatin dem heuen Seesorger die herzlichsten Glück- und Segenswünsche der Gemeinde zur Uebernahme seines neuen Amtes. Darauf folgte der stimmungsvolle Chor des Gesangvereins „Eintracht“ „Herr, unser Gott, Herr der Welt.“ Pfarrer Gindele dankte allen für die so freundliche Begrüßung bei seiner Ankunft vor zwei Wochen und für das große Vertrauen das die Einwohnerschaft ihm bisher entgegengebracht habe. Als Diener Gottes wolle er die ihm anvertraute Herde zum höchsten Ziele, zu Gott, hinführen und werde stets ihr Bestes im Auge haben. Den Abschluß der Feier bildete ein Vortrag der Musikkapelle. Am Sonntag morgen beim Hauptgottesdienst Kolpingsfamille Rheinshetm auf Fahrt Die Rheinsheimer Kolpingsjugend unternahm kürzlich eine Fahrt in den hessischen Odenwald, mit anschließendem dreitägigem Lager in der Nähe von Waldrmchelbach. Es war das erste Mal, daß in Rheineheim eine Jugendgruppe nach Kriegsende wieder auf Fahrt ging, um der Jugend einmal Erlebnisse anderer Art als sie heute üblich sind, zu bieten. Erlebnisse, die getragen sind von dem Geist Adolf Kolpings, der ehe wandernden Gesellen einst durch die ganze Welt ziehen ließ, um eie zu brauchbaren Männern mit ebenso brauchbaren Idealen zu form«). Die Fahrt selbst, durch das ln herrlicher Blütenpracht prangende Neckartal, lies die Herzen aller teilnehmenden Kolpdngssöhne Immer wieder aufs neue höher schlagen. Wunderbar die alten, zerfallenen Burgruinen, die auf dem Wege von den Bergen heruntergrüßten. Das Schönste aber an der ganzen Fahrt war wohl doch, als die Jungens zum ersten Male den Pott zum Kochen vom Tornister holten, als das Schifferklavier erklang und aus frischen Bubenkehlen die alten Fahrtenmelodien ertönten. Nur zu schnell waren die Tage am Zielort Unterschönmattenweg bei Waldmichelbach zu Ende. Die Zeit war fast zu ausgefüllt mit all den Kletterpartien in die umliegenden Berge, dem Sport und Spiel, aber auch den Stunden der Besinnung, in denen che Kolping&söhne über den Sinn der Freundschaft und höhere Ideale sprachen. Mit braungebrannten Gesichtern und reich an schönen Erlebnissen kamen sie in Rheinshäm an, wo sie ihr Präses Oskar Frey auf das herzlichste begrüßte und seiner Freude über das gute Gelingen der Fahrt Ausdruck gab. K. W. fand die kirchliche Feier statt. In Begleitung von Dekan Englert-Hoekenheim wurde Pfarrer Gindele unter den herrlichen Klängen der Kirchenglocken in das überaus reich geschmückte Gotteshaus geleitet. Geistlicher Rat Englert, der Dekan des Dekanates Philippsburg, verlas die Investitur-Urkunde des Herrn Erzbischofs und hielt anschließend die Festpredigt. Danach wurde der neue Seelsorger feierlich in sein Amt eingeführt und bekam die Schlüssel des Gotteshauses überreicht. Beim Festgottesdienst brachte der Kirchenchor unter der Leitung von Dirigent Pfen- ninger die „Missa brevis“ von Josef Haydn und das Halleluja von G. Fr. Händel mit Orchesterbegleitung zum Vortrag. In einer Feierstunde am Nachmittag im Saal der Kinderschule entbot auch die Jugend ihrem neuen Seelenhirten einen herzlichen Willkommgruß. In aufopfernder Arbeit hatte Religionsschwester Deocara die nötigen Vorbereitungen getroffen. Nach dem Kanon der Jungfrauen „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“ sowie einem Gedichtvortrag, begrüßte Bürgermeister Debatin die Anwesenden, besonders den H. H. Pfarrer Gindele und Schulleiter Marbach, recht herzlich. In seinen Ausführungen gab er seiner Freude Ausdruck, daß auch die Jugend durch diese Feier dem neuen Pfarrer eine würdige Begrüßung bereite. Nach weiteren gesanglichen Vorträgen der Jungmänner und Jungfrauen, sicherte Schulleiter Marbach in seinen Ausführungen die volle Unterstützung durch die Schule zu. und wies vor allem auch auf die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen Kirche, Elternhaus und Schule hin. Den Abschluß bildete ein kleines Theaterstück mit einem Reigen. Am Abend bei der feierlichen Maiandacht hielt ein Kapuzinerpater aus Waghäusel eine Predigt über das Priestertum. Heute, wo so viele Menschen von Gott nichts mehr wissen wollten und wo in vielen Ländern die Christen verfolgt würden, wo man vielfach versuche, das Priestertum zu vernichten, da müßten die gläubigen Christen mehr denn je die Priester ehren, ihnen danken und sie in allem unterstützen. Weiter rief der Prediger zum Laienapostolat auf. Wir wünschen unserem neuen Seelsorger eine recht lange und segensreiche Arbeit in unserer Gemeinde! k. Im ersten Teil erklangen Männerchöre, die in Dynamik, Rhytmik und Tonreinheit sehr schön wiedergegeben wurden. „Weihe des Gesanges“ von W. A. Mozart bildete die Einleitung. Es folgten „Heimatglocken“ von Bil- letes und „0 selige Kindheit“ von Jakobs. Mit letzterem Chor eroberte sich der Verein die Herzen der Zuhörer. Zart und innig erklangen die Pianos, erhärtend' die Mezzofortes, um wieder in decrescendo zum Piano überzugehen. Die beiden folgenden Lieder „Die gebundene Nachtigall“ und „Liebesklage“ von Neumann, die ebenfalls zartes Piano verlangen, gelangten schön zum Vortrag. Für Männerehor- freunde war«» sie ein Genuß. Mit zwei heiteren Liedern von Jüngst und Baumann und dem wuchtigen Chor „In den Alpen“ von He- gar, das im Tempo, in den Steigerungen und in den retardierenden Momenten gut gelang, klang der erste Teil aus. Den Höhepunkt des zweiten Teiles bildeten die beiden gemischten Chöre „Wiener Blut“ und „Rosen aus dem Süden“ von J. Strauß mit Orchester. Chorleiter Fr. Groß riß die Sängerschar rhythmisch und gesanglich in die Höhe, so daß Strauß“sehe Musik richtig zur Geltung kam. Zwischen den einzelnen Chören sang kon- zertsängerin, Frau Hilde Preller, begleitet von G. Eberhard. „Ave Maria“ und „Leise flehen meine Lieder“ von Fr. Schubert. Im zweiten Teil „Die Christel von der j’ost“ aus dem Vogelhändler und „Mein Herr Marquis“ aus der Fledermaus. Die Sängerin, meisterte mit ihrem temperierten Sopran die Koloraturen sehr schön. Ruhige Darbietung bei Schubert und aufgelockerte Vortragsweise bei Zeller und Strauß zeugten von ihrem großen Können. Ein schönes Blumengebinde war das Zeichen für ihre gute Leistung. Die musikalische Umrahmung hatte das Orchester des Musikvereins „Concordia“ unter Leitung des Dirigenten Josef Brecht. Dem jungen Orchester ist sein erstes Debüt vorzüglich gelungen und bei weiteren Proben wird es bald ein einheitlicher Klangkörper sein. Der Gesangverein Liederkranz darf mit Genugtuung auf das Konzert zurückblicken, und Chormeister Groß, der mit einem reichhaltigen Blumenkorb bedacht wurde, hat einen weiter«» schönen Erfolg errungen. Für fleißigen Singstundenbesuch wurden 18 Sänger durch Ueberrekhung eines Sängerglases geehrt. Mit einem Marsch des Orchesters war das Konzert beendet. h. * Odenheim August Jäger, Hauptlehrer, feiert heute sein 40jähriges Dienstjubiläum. Wir entbieten ihm hierzu unsere herzlichsten Glückwünsche. Rheinwasserstände Konstanz 322 (+1); Rheinfelden 257 (+27); Breisach 197 (+14); Straßburg 252 (—6); Karlsruhe 419 (—11); Mannheim 298 (—10). Krank sein bl lener! Wir hellen! • Behandlung als Privatpatient, o. Krankenschein • Krankenhauspflege 3.,2. o. L Klasse nach Wahl • Erschwinglicher Beitrag und viele sonst. Vorteile Genaue Unterlagen kostenlos! Schreib. Sie noch heute an die Deutsche Kranken - Versicherung« A.-G. 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Beismano, Rheinstr. 11 Kundgebung der Deutschen Gemeinschaft Die ,.Deutsche Gemeinschaft“ (Notgemeinschaft) veranstaltet am Samstag, den 13. Mai 195«, im Europa-Cafe in Brudtsai, abends 8 Uhr eine Großkundgebung. Es spricht: Herr Finanzminister ik D. IR 1 . Wilh. Mattes, 1. Vorsitzender der „Deutschen Gemeinschaft“ zum Thema: „Volksbegehren*, „Die Opposition ruft’.“, „Kampf gegen Korruption and Verschwendung!“. Die Bevölkerung aus Stadt und Land wird herzlich da 2 u eingeladen. HI^IV DIR DIR MfMAT Erfolgreiches Radrennen ln Riesental Fufiballtnrnfer des TS1/ Riesental 35jähriges Stiftungsfest des Rad fahrervereine „Wanderlust“ AnJäßlidi des 35jährigen Stiftungsfestes des Wiesentaler Radfahrervereins „Wanderlust“ wurde unter starker Beteiligung ein bundesoffenes Radrennen durchgeführt. — Als sich um 10 Uhr die Startfahne zum erstenmal senkte, umsäumten bereits Tausende von Zuschauern die Rennstrecke, die damit zugleich geweiht wurde. Alle Zuschauer kamen bei diesen Rennen voll auf ihre Kosten, hatten sie doch die Möglichkeit, auf Grund der günstigen Lage der Rennstrecke, all die spannenden Momente des gesamten Rennverlaufs mitzuerleben. Bei der B-Jugend (14—16 Jahre) starteten 19 Fahrer. Diese Gruppe mußte 2 Runden (4,4 km) zurücklegen, dabei wurde die Bestzeit von 7 Minuten erzielt. Die jungen Rennfahrer lieferten sich packende Kämpfe. Die Endplacierung war wie folgt: 1. Otto Funk, Schifferstadt; 2. Hermann Roth, Ldn- kenheim; 3. Siegfried Dietze, Schifferstadt; 4. Wolfgang Schmitt, Blankenloch; 5. David Pisterer, Kronau; 6. Günther Schlenker, Mühlburg; 7. Dieter Kiefer, Karlsruhe; 8. Hans Seemann, Wiesental. mußten mit Schlüsselbeinbrüchen die Heimreise antreten. Die Endplarierungen bei der A-Klasse waren wie folgt: 1. Berkner, Karlsruhe-Drais; 2. Volz, Waldhof-Mannheämj 8. Waibel, Reilingen; 4. Mächte!, Kronau) 5. Helmut Holz, Haßloch; 6. Reinhold Fuchs, Kronau; 7. Rupp, Kirrlach. Die Rennleitung lag in den bewährten Händen von Bernhard Zimmermann, „Wanderlust“ WiesentaL Eis wäre zu begrüßen, wenn die Zuschauer bei solchen Rennveranstaltungen etwas mehr Disziplin zeigen würden und während des Rennens auf ihren Plätzen blieben, denn die Fahrer wurden in ihren Aktionen teilweise stark behindert; auch am großen Massensturz am Ziel waren die Zuschauer nicht ganz unbeteiligt. — Am Nachmittag beteiligten sich noch etwa 450 Radfahrer am Korso-Fahren. — Bei der Siegerehrung gelangten wertvolle Preise zur Verteilung. ap Bei herrlichem Wetter führte der „Tum- und Sportverein 1898“ sein erstes Fußballturnier seit Vereinsbestehen durch. Zahlreiche Zuschauer aus nah und fern umsäumten den Sportplatz und verfolgten den Ablauf der Turnierspiele, die in sportlicher, fairer Manier durchgeführt wurden. Um 12 Uhr erfolgte die Auslosung der Tumienspiel-Part- ner, dabei kamen sehr gute Paarungen zustande. Sämtliche Spiele wurden im ko-Sy- stem 2 mal 20 Minuten durchgeführt. Die Vorrundenspiele erbrachten folgende Ergebnisse: FV Neudorf — FV 1912 Wiesental 2 0:2 FC_ Neuthard — FV 1912 Wiesental 1 1:4 FV Zeutem — FC Hambrücken 0 :4 FC Langenbrücken — Germania Forst lb 0 :0 (Durch Losentschdg. wurde Forst Spielsieger) FC Huttenheim — FV 1912 Wiesental lb 0 :1 Die Ergebnisse der Zwischenrunde waren wie folgt: Etndrud&§toller Saisonahsihliiß in Mühlburg Die A-Jgend (16—18 Jahre) ging mit einem Feld von 32 Fahrern ins Rennen, dabei mußten 3 Runden (6,6 km) zurückgelegt werden. 12 Minuten war die Bestzeit dieser Gruppe. Hier gab es folgende Endplacierun- gen: 1. Hans Gutermann, Schifferstadt; 2. Kurt Maier, Hülzheim; 3. Albert Essig, Forchheim; 4. Arnold Bauer, Eggenstein; 5. Reinhardt Schuhkraft, Karlsruhe-Rüppurr; 6. Rudi Weisenegger, Karlsruhe-Rüppurr; 7. Werner Un- ger, Reilingen; 8. Pius Koch, Schifferstadt. Bei der B-Klasse waren 29 Fahrer am Start Die 8 Runden (17,6 km) wurden in der Bestzeit mit 29 Minuten bewältigt. Die End- Placierungen: 1. Alwin Jäger, Eggenstein; 2. Egon Lochner, Schifferstadt; 8. Fritz Wer- ling, Hatzenbühl; 4. Dieter Werling, Hatzenbühl; 3. Heinz Vogel, Mühlburg; 6. Heinrich Mayer, Wiesental (Veloziped); 7. Rudolf Zimmermann, Wiesental (Veloziped); 8. Adolf Kretzler, Hambrücken. Die A-Klasse war mit 24 Fahrern besetzt und mußte 12 Runden (26,4 km) zurücklegen, dabei wurde die Bestzeit mit 50 Min. erzielt In diesem Durchgang gab es spannende Momente am laufenden Band, der ständige Kampf um die Spitze wirkte äußerst mitreißend. Eine ausgezeichnete Leistung hat in dieser Gruppe der Fahrer Waibel-Reilingen vollbracht. Gleich nach der ersten Runde bekam er Reifenschaden und wurde dadurch über eine halbe Runde zurückgeworfen. Er Heß sich aber nicht entmutigen, im Alleingang gelang es ihm, in der 7. Runde, wieder das Hauptfeld zu erreichen und konnte noch als Dritter durchs Ziel gehen. Rn Endspurt gab es am Ziel noch einen schweren Massensturz, so daß die Freiwillige Sanitätskolonne Wiesental alle Hände voll zu tun hatte. 3 Fahrer Hauptversammlung Die Schiedsrichter im Handball des Kreises Bruchsal trafen sich am gestrigen Sonntag zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung. Der Schiedsrichterobmarm Oechsler-Kirrlach gab in seinem Jahresbericht einen umfassenden Ueberblick über die Tätigkeit des Schiedsrichters, aus dem doch die reichhaltige Arbeit, die von den Pfeifenmännem durchgeführt wurde, bervorging. Insgesamt wurden 251 Spiele von Kreisschiedsrichtem geleitet, wobei hervorgehoben zu werden verdient, daß man über eine erfreulich große Anzahl Männer verfügt, die sich selbstlos in den Dienst des Handballsportes stellen und dafür leider allzu oft noch den Undank von Fanatikern einstecken müssen. — Obmann Oechsler fand Worte der Anerkennung für seine Mitarbeiter, deren Arbeit insVfB Mühlburg — VfB Stuttgart 3 : 1 Während für die Mühlburger nichts mehr auf dem Spiel stand, mußten die Stuttgarter gewinnen, wenn sie nicht „vorzeitig“ ihre Meisterschaftsaussichten begraben wollten. Entsprechend war auch ihre Bereitschaft. Sie hatten jedoch das Pech, auf einen noch stärkeren und gegenüber dem Fürfcher Spiel wesentlich verbesserten VfB Mühlburg zu stoßen. In den Reihen der Königsblauen gab es eigentlich keinen schwachen Punkt, wenn auch Kunkel in seiner Wirkung hinter der seiner Kameraden etwas zurückblieb und Darmenmeier eine verhältnismäßig lange Zeit benötigte, bis er sich auf das Spiel und den Gegner eingestellt hatte. Erfreulich verbessert zeigten sich aber Rastetter und der Halblinke Lehmann. Die Gastgeber kämpften buchstäblich bis zum Umfallen, so daß der klare Sieg als durchaus verdient anzusprechen ist. Indessen gaben sich die wackeren Stuttgarter erst mit dem Schlußpfiff geschlagen und gerade ln den letzten 5 Minuten versuchten sie es noch einmal, dem Spiel eine Wendung zu geben, aber einmal besaß der eigene Angriff, der in Schlienz und dem Torschützen Baitin- ger seine besten Leute hatte, nicht die erforderliche Durchschlagskraft, zum anderen erwies sich die Mühlburger Hintermannschaft Jeder Situation gewachsen. Die beste Note verdiente sich erneut Stopper Gärtner, der jedoch von seinen Neben- und Hinterleuten gut unterstützt wurde. Zeichnete sich die einheimische Hintermannschaft in erster Linie durch großen Eifer aus, so paarte die Stuttgarter Abwehr Können mit teilweise unerlaubter Härte. Hiergegen hätte Schiedsrichter Alt-Frankfurt unbedingt energischer eingrei- fen müssen, es wäre ihm manches — aller- der Handball -Sdiiri besondere auch aus anderen Kreisen lobende Anerkennung gefunden hat. Die Neuwahl ergab die einstimmige Wiederberufung von Kamerad Oechsler, der die Einstimmigkeit seiner Wahl als Beweis der Anerkennung und Würdigung seiner Arbeit hinnehmen durfte. Stellvertreter wurde Baumgärtner-Neuthard. Die Besprechung von Regelfragen, insbesondere der neuen Regel, erfreute sich lebhafter Beteiligung von Seiten der zahlreich anwesenden Schiedsrichter. Mit der Nachwuchsfrage — wobei an alle handballspielenden Vereine die Bitte ergeht, sich mit diesem Problem ernsthaft zu befassen — nahm die in allen Teilen bestens verlaufene Versammlung ihr Ende. — dings nicht immer berechtigte — Pfeifkonzert der rund 23 000 Zuschauer erspart geblieben. Das Spiel begann mit beiderseits recht schwungvollen Angriffen und wiederholt sind die Schlußleute Scheib und Schtnid die letzten Retter. Als aber in der 20. Minute Roth eine Vorlage aus der Läuferreihe geschickt an Rastetter weiterleitete, schoß dieser überlegt an dem herauslaufenden Schmid 1 vorbei zum 1 : 0 ein. Kurz darauf hatte der Stuttgarter Hüter bei einem unverhofften Schuß Rastetters, der knapp am Gehäuse vorbeistrich, Glück. Völlig unerwartet glich Stuttgart aus. In der 25. Minute verwirkte ein Mühlburger Abwehrspieler 20 m außerhalb des Strafraumes ein Foul. Steimle lief an, paßte indessen das Leder zu dem vorlaufenden Barufka (Mühlburgs Abwehr hatte sich im eigenen Strafraum postiert). Barufka preschte ungehindert die Linie entlang, flankte präzis zur Mitte und Baitinger drückte unhaltbar ein. Aber noch vor dem Wechsel führte nach einem Durchbruch von Bechtel dessen Abgabe an Kunkel durch den Rechtsaußen zum 2 : 1. 13 Minuten nach dem Wechsel war das Treffen endgültig entschieden. Eine weite Vorlage des nun groß aufkommenden Dannenmeier schloß Kunkel mit einem Schuß ab. Schmid lenkte das Leder an den Pfosten und der hinzueilende Lehmann schob den Ball schließlich zum dritten Treffer ein. 2 Minuten später bot sich dem durchgelaufenen Lehmann noch einmal eine günstige Einschlußmöglichkeit, doch er vergaß im Strafraum buchstäblich den Schuß. In der Folge arbeiteten die Gäste einige güte Chancen heraus und kurz hintereinander landeten Schüsse von Schlienz neben dem Tor bzw. wurden eine Beute des aufmerksamen Scheib. Roth, Bechtel und Ledl (letztere nach Zusammenprall) müssen vorübergehend aus- scheiden. In den letzten Minuten warfen die Stuttgarter noch einmal edles nach vorn und selbst der lange Steimle stürmte nun mit. Vergebens. Es blieb beim 3:1, Handball Philippsburg — Oberhausen 11:8 Das erneute Zusammentreffen der alten Kontrahenten endete auch diesmal wieder mit einem überzeugenden Sieg der Philippeburger. Vom Anspiel weg entwickelte sich ein flottes Spiel, das Phiüppsburg zunächst leicht im Vorteil sah. Bei Halbzeit stand die Partie 5:4 für die Einheimischen. Erst in der zweiten Hälfte gelang es Philippsburg, seine Feldüberlegenheit auszunützen und sich einen Vorsprung zu erspielen. Der Schiedsrichter aus Oberhausen leitete sicher und korrekt. FV 1912 Wiesental lb — Germ. Forst lb 0 :2 FC Hambrücken — FV 1912 Wiesental 2 0:1 (Hier mußten die tapferen Hambrücker, nach überlegen geführtem Spiel, noch 30 Sekunden vor Abpfiff bei einem plötzlichen Vorstoß der Wiesentaler den Treffer hinnehmen.) FV 1912 Wiesental 1 hatte das Freilos gezogen und pausierte in der Zwischenrunde. Die Endrunde brachte folgende Ergebnisse: FV 1912 Wiesental 1 — Germ. Forst lb 2:0 FV 1912 Wiesental 1 — FV 1912 W‘tal 2 3:0 FV 1912 Wiesental lb — FC Hambrücken 3 :0 Die 4 besten Turniermannschaften waren: 1. FV 1912 Wiesental 1, 2. FV 1912 Wiesental 2, 3. Germania Forst lb, 4. FV 1912 Wiesental lb. Den insgesamt 4 eingesetzten Schiedsrich- ' tern, die bei der fairen Spielweise der Mannschaften einen leichten Stand hatten, gebührt für ihre Leistungen ein besonderes Lob, aber auch der Vereinsleitung des TSV 1898 Wiesental, die für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Turniere verantwortlich war. Als Preise kamen 1 Fußball, 1 Satz Trikots, 1 Satz Hosen und 1 Sab: Stutzen zur Verteilung. -ap- HaiiptverSammlung des Fd Olympia Klrrlath Der FC Olympia hielt am Samstag im Schwanen seine diesjährige Generalversammlung ab. Der .erste Vorstand Konrad Schuhmacher begrüßte die aktiven und passiven Mitglieder, besonders den Ehrenvorsitzenden A. Senger und Bürgermeister Oechsler. Anschließend gab er einen umfassenden Tätigkeitsbericht. Der Verein errang zum ersten Mal die Meisterschaft ln der A-Klasse des Kreises Bruchsal. Daneben wurde das Turnier in Neulußheim, der Wanderpokal in Wiesental und die 10X100 m-Staffel gewonnen. Den Höhepunkt der Sommersaison bildeten die Festlichkeiten, anläßlich des 30jährigen Bestehen des Vereins und das Sportfest. Auch in der Bezirksklasse setzte der FC seine Erfolgsserie fort. Die heute nun entschie- schiedene Meisterschaft zwischen dem FV Daxlanden und dem FC Olympia sind ein beredter Beweis für die Spielstarke des Vereins. Daß man ob dieser Erfolge auch auf den Nachwuchs bedacht ist, zeigt der Umstand, daß zu Beginn der neuen Punktspiele fünf Jügemdmannschaften gemeldet wurden. Jugendleiter Arns beantragte eine Teilung in Jugend- und Schülerabteilung. Diesem An trag wurde stattgegeben. Dem Trainer Daniel Schmitteckert, dem Jugendleiter und damit der Jugendarbeit stellten sich fei uneigennütziger Weise zur Verfügung Schell, Haag Ewald und Lüders. Ueber die Sportplatzneugestaltung und der Sporthausneubau wurden ab die Hauptprojekte der Zukunft lange debattiert. Das durch Gemeinschaftsarbeit erstellte Sporthaus konnte dank der selbstlosen Unterstützung durch die Kirrlacher Handwerk«* im Rohbau fertiggestellt werden. Dank der unermüdlichen Kleinarbeit der Verwaltung und der tatkräftigen Unterstützung durch den Bürgermeister, bekam der Verein einen Zuschuß aus Totogeldern für den Monat Mai zugesichert, sodaß der Bau weitergeführt werden kann. Dem aus der Bevölkerung eingegangenen Antrag, innerhalb des Vereins eine Tennisabteilung zu gründen, wurde zugestimmt. Die hierfür erforderlichen Gelder werden von den Antragstellern selbst beigebracht. Dem Verein erwachsen hierdurch keine finanziellen Belastungen. — Die alte Vorstandschaft wurde wiedergewählt. Herausgeber: C und H. Kruse, Bruchsal, Wörthstr. 4, Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Steuder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped Krais. Karlsruhe, WaldstraBe 30. — Zur Zeit ist Preir liste Nr. 1 gültig. mm T fihuM tmi g, Von MAX NEAl ftmipl 19t* kJ FriiiHni-kihs MMI lat Necke«) 2 ?» ©ttta empjanD Dag, wag n tagte, faß wie eine Störung, öenn fein Schweige« hatte für Re Retg mehr ©ewtfßt als feine SSorte. Sit nkfte trat guftimmenb. oßne etwas }u et« roibern. „Ser ©enuß hiefeS aitblideS ift inaner wie* bet fo fiberwättigenb, wett er außerhalb bei Sphäre unteres täglichen Safeiitl Hegt*, fuh» er fort, um bie Untergattung nicht ins Stör* len geraten gu laffen. ©itta bewegte laugfcu* ihren gut hin tuiD bet- unb bas SBaffet gog große fettige betten fle »etfonnen nadjfaf). „3ä) glaube überhaupt, bat . wahrt ©lüd ift wuHfdjtoS gu fein*, meinte fle mit einem leichten Seufget. „So fung unb fehon fo pefjbniRifdj?* aut* wartete et ungläubtg. JfcaS paßt ia gar ni# tu 3h«en, ffräulein SÄartlja/ Sie breljte rafdj ben ftopf gu ihm hin. „Steinen Sie? SS hot nicht hielt fteubeu reiche Stunben in meinem Seben gegeben.* Sfoler fdjaute nadjbeitflid) bot fleh hin. „3a, baS Seben ift ein ©robian. Ss fthlägt gehörig ja, aber man fehlägt einfach «riebet, ®ann wttb Rdj ja geigen. Wer ben leßten Schlag tut: wtt ober baS Seben. ©arauf tommt es an: man muß baS Seben knock oat fdjlageH.* St lachte, ba| bie beiten SReißen feinet weiften 3äßne RdfjtbaT mürben. „Sie haben leicht teben fcett äBßlet*. gab ©itta gurüd. „2öet baS fönnie. Äber nicht febet hat bie Jtraft baju.* fßaul legte faft unbetouftt feine $anb auf bie ©iitaS, unb Re fefiten bie $anb 2B»lerS auf bet ihren nicht gu fpfiren. meniaftenS machte Re lebte Stiem Re ihm gu entgteljen. JJBenn man bem Seben gegenüber gu M ifl*. ergänzte er mit großer Verglich* ne pftiloiopfttfdben Semerfungen, „bann muft man Reh eben einen SmtbeSgenoffen fuchen, Reh mit einem, bet ftärlet tft, »et* binben. 3 U jweit ift bann bet ftarnpf fdjon bebeutenb leichter unb auSRdjtSooller.* Sr beobachtete ©itta oerftohlen, welchen Sinbtudf feine SBorte bei ibt fjerborriefen. St fah, baß Reh plöftlicf) ihre Stienen »erfteinten unb bi ihren ©upiflen ein fonbetbareS Sicht aufglomm. Sie haue mich ihre fjanb unter ber SößlfrS heroorgetogen. Saul bemühte Reh triefe unbeabfidjtigt» unb unerwartete tUhrfung gu »erroifdjen. gaben Sit eigentlich nie batan gebacht, 8-räuletn SRartha. einen Scann glücflich gu machen?' Jteuerte er auf eine anbere Steife feinem 3iel gu, um eine SntfdEjetbung gu er- groingen. ©ttta war biefer biS feßi immer auSgeroichen. Sr »ennodjte Reh bestall manchmal nicht be§ ScOodjteg gu erwehren, baß Re nithi gang aufrichtig fei. „SBer fo fdEjßn ift unb ein fo gutes §etg hat, iR bodf) »on ©ott unb ber Statur bagu berufen, einen Dtann gu lieben*, unb er wollte ihre ganb ergreifen, bocfj er hatte bieStnal fein ©lüd. Sie war erregt, baS ®e» • fpräd) war auf einem gefährlichen fßunlt an- gelangt. SBaß foKte Re ihm entgegnen, ihm bieOetät geßehen, baß biefeg ©lüd »ot nicht allgu Tanger Seit fdjon einmal »or ihret Xüt gejtaben hatte, unb baß er ber HJiörbet biefeS ©lüdes fei? SBielleicht wäre jeßt bet richtige Sugenblid gewefejt, ihm ohne aüe Umfdjmeife gu fagen: JBaS wittft bu eigentlich öon mir? 3*trif