BRtKHSALER POST HEIMATBLATT FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN - SUDD. HEIMATZEITUNG Jahrgang 2 Freitag, den 26. Mai 1950 Einzelpreis 15 Pfennig Bundesrat entschied sich für Eintritt in Europarat 1)05 vf„ p !?ri en t!°", B „° 9UK> Mit 27 gegen 16 Stimmen — Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg dagegen Bonn (UP). Mit 27 gegen 16 Stimmen entschied sich der Bundesrat für den Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat. Gegen den Beitritt stimmten die Länder Hessen, Nie-, dersachsen und Sdüeswig-Holstein sowie die Hansestadt Hamburg. Berlin enthielt sich der Stimme. Als Sprecher- für das Land Bayern erklärte Ministerpräsident Ehard: „Wir haben die Möglichkeit, uns durch diesen Schritt von einem außenpolitischen Objekt in ein außenpolitisches Subjekt zu verwandeln.“ Nordrh'ein-Westfalen stellte durch Minister Spieker fest, daß Deutschland „ja in die ■ Beratende Versammlung als gleichberechtigtes Mitglied“ aufgenommen werde. Die ablehnende Haltung der Stadt Hamburg begründete Senator Nebermann damit, daß es nicht möglich sei, Europa auf der Ebene der Nicht-Gleichberechtigung zu schaffen. Er erklärte, daß eine Europa-Organisation und der Besiegtenstatus einander ausschlössen. Es sei auch unmöglich, die Behandlung der Saarfrage im französischen Sinr- anzuerkennen und damit den Kampfboden für die Wiedergewinnung des deut- scheen Ostens aufzugeben. Die hessische Regierung lehnte die Gesetzesvorlage aus den gleichen Gründen ab. Bundeskanzler Adenauer erklärte darauf: „Ich würde es sehr bedauern, wenn der Bundesrat sich selbst in entscheidenden politischen Fragen ausschaltet.“ Zu dem Wunsch der Westberliner als zwölftes LaiO in die Bundesrepublik Aufnahme zu finden, sagte der Kanzler, die Entscheidung hierüber liege bei den wesüichemAUiierten. Dem Vertreter TTam hnrgs^. dar Ricfflft fiir eine Vertagung der hatte, rief Adenauer __ ___ ■ Idar, daß eine Entscheidung PBn ~außerördentlich historischer Tragweite gefällt werden muß. Wir können uns nicht weiter im Zwielicht bewegen, entweder sind wir für Europa oder nicht.“ Der Kanzler kam dann auf den Schuman- plan zu sprechen. „Wenn wir die Einladung ablehnen, dem Europarat beizutreten“, betonte er, „wird der Schumanplan ebenfalls verschwinden, weil er das Ziel hat, endgültig die Uneinigkeit und den Streit zwischen Frankreich und Deutschland zu begraben, wird man auch die Entscheidung über den Schumanplan als ein historisches Ereignis von allergrößter Bedeutung bewerten müssen“. Nach den Ausführungen Adenauers folgte die Abstimmung. Ministerpräsident Arnold unterstrich in Schlußausführungen noch einmal die Wichtigkeit des soeben beschlossenen Schrittes. Adenauer erkrankt Wie in Bonn amtlich bekannt wird, ist der Bundeskanzler an einer leichten fieberhaften Bronchitis erkrankt. Der Kanzler, der an der Bundesratssitzung noch teilnahm, wird einige Tage das Bett hüten müssen und wird für einige Tage verhindert sein, an Regierungsgeschäften teilzunehmen. Adenauer hat, wie noch bekannt wurde, in einer Unterhaltung mit belgischen Journalisten auf die Frage, ob Deutschland dem Nordatlantikpakt beizutreten wünscht, mit einem klaren „Nein“ geantwortet. Als Begründung erklärt er, Deutschland habe in dem letzten Krieg zu viel Blut vergießen müssen. Für eine Milliarde Reparationen Darunter 680 deutsche Industriebetriebe Brüssel (UP). Die interalliierte Reparationsbehörde (IARA) in Brüssel hat in den letzten vier Jahren deutsche Reparationsgüter im Wert von über einer Milliarde Dollar, darunter 680 Industriebetriebe, an die 19 Mitgliedstaaten verteilt, wie es in einem in Brüssel veröffentlichten Bericht des Generalsekretärs der Organisation heißt. Ursprünglich seien 1800 Industrieanlagen als Reparationen vorgesehen gewesen. Der genaue Wert der verteilten deutschen Reparationsgüter beträgt eine Milliarde 34 Millionen Dollar. Hauptanteil an dieser Summe haben die deutschen Vermögenswerte im Ausland. Der Wert der demontierten Industrieanlagen wird auf annähernd 300 Millionen Dollar veranschlagt, der der beschlagnahmten deutschen Handelsschiffe auf 86 Millionen Dollar. Der Anschluß der Saar an die französische Wirtschaft wird mit 35 Millionen Dollar eingesetzt, die „Reziproken Lieferungen“ der Sowjetunion mit drei Millionen Dollar (die Sowjetunion verpflichtete sich unter dem Potsdamer Abkommen, für 60 Prozent der als deutsche Reparationen an sie gelieferten industriellen Ausrüstungsgüter Lebensmittel und Rohstoffe zur Verteilung an die Mitgliedstaaten der IARA zu liefern.) Auslandslinie endgültig angenommen Truman zur deutschen Flüchtlingsfrage Washington (UP.). Der amerikanische Senat stimmte dem Gesetzentwurf zu, der die Ausgabe von 3 248 450 000 Dollar für die Auslandshilfe vorsieht. Das Auslandshilfegesetz ist damit vom Kongreß endgültig verabschiedet worden. 47 Senatoren sprachen sich für und 27 gegen das Gesetz in seiner jetzigen Fassung aus, die durch Kompromißverhandlungen zwischen den beiden Häusern des Kongresses ausge- Jn Erfüllung ihrer Pflicht gestorben Feierliche Beisetzung der Gelsenkircher Opfer ' . isenkirchen (UP). In Anwesenheit , Bundespräsidenten, einiger Bundesmini- .er, der Vertreter von Bundestag und Bundesrat, der nordrhein-westfälischen Landesregierung, deutscher und ausländischer Gewerkschaften, den Abordnungen aller Zechengesellschaften des Ruhrgebietes und den Vertretern der Geistlichkeit beider Konfessionen, wurden die Verunglückten Bergleute der Schachtanlage Dahlbusch zu Grabe getragen. Auf dem Zechenplatz der Schachtanlage waren unter einem Meer von Blumen und Kränzen die 77 Särge auf gebahrt. Im Namen des ganzen deutschen Volkes nahm Bundespräsident Heuss Abschied von den toten Knappen, die, wie er sagte, in Erfüllung ihrer Pflicht gestorben seien. An der Spitze des kilometerlangen Leichenzuges, der sich unter dem Geläute aller Kirchenglocken der Stadt zum Gelsenkirchner Friedhof bewegte, trugen Knappen in ihren historischen Uniformen die vielen Kränze. In den Straßen stand die gesamte Belegschaft der Bergwerksgesellschaft Dahlbusch und eine nach Zehntausenden zählende Menge Spalier. Auf dem großen Gelsenkirchener Friedhof wurden die Särge unter den Klängen des Chorals „Näher mein Gott zu dir“ zu den zwei Massengräbern getragen. Dabei spielten sich herzerschütternde Szenen ab. Eine Anzahl Frauen mußten ohnmächtig vom Begräbnisplatz getragen werden. Zivile deutsche Luftfahrt in der Ostzone Aufsehen erregende Ankündigung Ulbrichts — Auseinandersetzung um die Autobahn Berlin-Helmstedt arbeitet wurde. Das Gesetz bedarf jetzt nur noch der Unterschrift des Präsidenten, um Rechtskraft zu erhalten. Ra einer Pressekonferenz erklärte Präsident Truman zur Frage eines Berichterstatters, ob sfeiner Ansicht nach die deutschen Stellen allein für die Lösung _des Flüchtlingsproblems zuständig seien,--das Problem der Flüchtlinge in Westdeutschland werde gegenwärtig von den Vereinten Nationen und vom Amt des amerikanischen Hohen Kommissars in Deutschland untersucht. Das Repräsentantenhaus billigte mit 216 gegen 11 Stimmen die Beibehaltung der allgemeinen Militärdienstpflicht für weitere zwei Jahre. Die Abstimmung des Senats steht noch aus. Die Vereinigten Staaten werden — wie amerikanische Regierungsbeamte betonten — die britische China-Politik nicht unterstützen. Die USA würden sich keinesfalls einem englischen Vorschlag anschließen, anstelle der nationalchinesischen Delegation eine kommunistische in die UN aufzunehmen. Während der ehemalige amerikanische Militärgouverneur General L. C1 a y in einer unter dem Motto „Haltet Berlin“ stehenden Kundgebung die Sowjetunion beschuldigte, in Berlin den Versuch zu unternehmen, Ostdeutsche gegen Westdeutsche aufzuhetzen, demonstrierten vor dem Versammlungssaai etwa 200 Mitglieder des jüdischen Gewerkschaftskongresses, diese Demonstranten blockierten 30 Minuten lang den Verkehr. Sie hatten Plakate bei sich, auf denen die Versammlung als „Nazi-Kundgebung“ bezeichnet wurde. Berittene Polizei benötigte längere Zeit, bis es ihr gelang, diese Demonstranten zu zerstreuen. Von Erwin Weghorn B a g u 1 o (UP). Die philippinische Stadt Baguio, der Tagungsort der am Freitag beginnenden Konferenz zur Prüfung der Möglichkeiten einer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Staaten des Paziflkraumes, hat sich ln ein Truppenlager verwandelt. Die Regierung der Philippinen hat angesichts der aufständischen Aktivität besondere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, um Baguio „zum sichersten Ort auf den Philippinen“ zu machen. Seit in den ersten Augusttagen des vergangenen Jahres der philippinische Staatspräsident Quirino gemeinsam mit dem südkoreanischen Staatspräsidenten Rhee und Generalissimus Tschlangkaischek zur Schaffung eines dem Atlantikpakt ähnlichen Pazifikpaktes aufrief, ist trotz der immer stärker werdenden kommunistischen Bedrohung des Fernen Ostens nicht viel geschehen, was geeignet gewesen wäre, diese Paktidee ihrer Verwirklichung näher zu bringen. Erst jetzt beginnt in B a g u i o auf den Philippinen eine Konferenz, die eigentlich „unverzüglich nach der Proklamierung der Paktidee“ einberufen werden sollte und bei der alle „interessierten Mächte“ Gelegenheit haben werden, dieser Idee Auftrieb zu verleihen oder ihr zum Grabe zu verhelfen. In den vergangenen zehn Monaten ist vieles und oft widerspruchsvolles über die Idee des Pazifikpaktes geschrieben und gesagt worden. Es entstand dadurch der Eindruck, daß es weit schwieriger sein wird, eine antikommunistische Allianz ira Pazifikraum zu verwirklichen, als dies im Gebiet des Atlantik der Fall war. Zwei Konferenzen jedoch — die Londoner Beratungen der Außenminister der zwölf Atlantikpaktstaaten und die Commonwealth-Besprechungen in Sydney — dürften die Tagung zu Baguio irgendwie beeinflussen. Die positiven Ergebnisse der Londoner Beratungen sind geeignet, anspornend zu wirken, während die Meinungsverschiedenheiten, die sich vor einer Einigung bei den Beratungen über die Fernostpolitik des Commonwealth in Sydney herausstellten, nicht unbe- dingt als ein ermutigendes Zeichen für Baguio gewertet werden können. Die beiden „Väter“ dieser Konferenz — der philippinische Staatspräsident Quirino und sein Außenminister, der gegenwärtige Präsident der Vollversammlung der Vereinten Nationen, Romulo — sind sich der Schwierigkeiten auch vollauf bewußt und sie haben offen zugegeben, daß die Baguio-Konferenz, die am Freitag beginnen soll, ein Experiment sei. Indien, Australien, Pakistan und die Vereinigten Staaten von Indonesien haben ihre Teilnahme zugesagt, die Beteiligung von Ceylon' und Thailand steht noch nicht endgültig fest. Obwohl Quirino erst vor kurzem das nationalchinesische Regime auf Formosa als „befreundete Macht“ bezeichnete und Tschiangkaischek zu den „Schöpfern“ der Paktidee gehört, ist es fraglich, ob Nationalchina vertreten sein wird. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus den verschiedenen Auffassungen über Zweck und Ziel der Konferenz. Sie lassen sich wie folgt darlegen: 1. Steht neben der Konzeption einer pazifischen Verteidigungsunion (gegen den Kommunismus) die einer wirtschaftlichen und kul- Berlin (UP). „Zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik and. der sowjetischen Kontrollkommission werden in Kürze Verhandlungen über die Bildung einer deutschen Transportluftflotte aufgenommen“, erklärte laut RIAS der stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Walter Ulbricht, während der Eröffnung einer FDJ- Segelflugsport- ansstellung. Ulbricht sagte, daß das Fliegen in der sowjetisch besetzten Zone nur den großen Zielen des Friedens diene, während in der Bundesrepublik keinesfalls Flugmodellbau oder Segelflugsport erlaubt werden dürften, da diese wie er sicher annehme, sofort zu einer Aufrüstung verwendet werden würden. Wie RIAS weiter berichtet, bezeishneten. Beamte der alliierten Hoben Kommission die Ankündigung Ulbrichts als einen Versuch, ähnlich vollendete Tatsachen zu schaffen, wie mit der Wiederaufrüstung der Volkspolizei. Die sowjetischen Behörden haben den Westalliierten zugesichert, die Autobahn Berlin— Helmstedt bis auf eine kleine Strecke, für die eine Umleitung erfolgen müsse, für den alliierten Verkehr freizuhalten. Die etwa 16 Kilometer lange Umleitung sei von der Volkspolizei angeordnet werden, um Verkehrsstok- kungenbei dem umfangreichen Pflngstverkehr nach Berlin zu vermeiden. Zu dem bisherigen ruhigen Verlauf des FDJ-Treffens sagte der Amerikanische Stadtkommandant Taylor: „Wir sind uns bewußt, daß diese Ruhe eine trügerische sein kann und daß die Indianer bereits hinter der Hecke bereit liegen. Es sieht jetzt so aus, als ob es sich nicht um eine sehr ernste Angelegenheit handele. Es ist aber nichts unterlassen worden, um auch gegenüber dem Schlimmsten gerüstet zu sein, falls das Schlimmste eintreten sollte“. Die amerikanischen Besatzungsbehörden gaben bekannt, daß sie die Autobahn Berlin— Helmstedt in der Zeit zwischen siebzehn Uhr und sieben Uhr für den amerikanischen Verkehr gesperrt haben. Diese Sperrstunden sollen so lange andauem, bis die Sowjetbehörden die Umleitung wieder aufgehoben haben. Die britischen und französischen Behörden sind dem amerikanischen Beispiel gefolgt. Iija Ehrenbnrg in Berlin. Der sowjetische Schriftsteller und Journalist üja Ehrenburg traf in Berlin ein, um als Ehrengast an dem FDJ-Treffen teilzunehmen. Britischer Botschaftsangestellter verhaftet. Der britische Staatsangehörige Dr. Ladislav Pinkas, Angestellter an der britischen Botschaft in Prag, wurde verhaftet und der „Betätigung gegen die Sicherheit des Staats“ beschuldigt London für direkte Verhandlungen Nimmt Großbritannien am Schumanplan teil? London (ZSH) Die britische Regierung hat der französischen Regierung mitgeteilt, daß zur Durchführung des Schumanpla- n e s sobald wie möglich direkte Verhandlungen eingeleitet werden sollten. Wie in hiesigen diplomatischen Kreisen dazu erklärt wird, bestünde, bei sofortiger Aufnahme der Besprechungen zwischen Frankreich und der deutschen Bundesrepublik, an denen sich auch Großbritannien beteiligen könnte, die Möglichkeit, über Einzelheiten des Planes größere Klarheit zu gewinnen. Nach einer solchen Klarstellung sei Großbritannien unter Umständen in der Lage, an der Durchführung des Planes teilzunehmen. Die allüerte Hohe Kommission habe Bundeskanzler A d e n a ue r jetzt ermächtigt, über den Schumanplan mit Frankreich direkt zu verhandeln.. Einer baldigen Aufnahme von Verhandlungen unter Teilnahme Großbritanniens scheine daher nichts mehr im Wege zu stehen. Tschechoslowakei und Ungarn drohen mit Austritt. Die Tschechoslowakei und Ungarn erklärten in einem gemeinsamen Ultimatum an die UNESCO-VollVersammlung in Florenz, sie würden die Organisation verlassen, wenn die Delegierten Nationalchinas nicht ausgeschlossen würden. turellen Union. 2. Lehnen einige asiatische Länder — vor allem Indien und Indonesien — jede Union ab, die „gegen“ irgendjemand gerichtet ist und plädieren für „Neutralität“. 3. Fordern Staaten wie Südkorea oder die nationallchinesische Regierung einen eindeutig amti-kommunistischen Pakt. 4. Wünschen einige südostaisiatische Mächte eine auf den westlichen Paizifikraum beschränkte Union, während andere Staaten wie Australien und Neuseeland erklären: „Entweder eine Union unter Beteiligung der USA oder überhaupt keine.“ Zweifellos ist die Pazifikpaktidee dadurch gehemmt worden, daß sich die USA und Großbritannien bisher nicht für eine aktive Mitarbeit entschieden haben. Es wird in diplomatischen Kreisen der Westmächte wahrscheinlich nicht zu Unrecht bezweifelt, daiß die sich im Aufbau befindlichen Pazifikmächte, die Vielfach von einem starken Natio- nalismus beherrscht werden, genügend Kompromißbereitschaft besitzen werden, um sich in eine wirkliche Allianz einzugliedem. Überdies ist es für die Westmächte nicht leicht, hier eine richtige Entscheidung zu treffen, denn es ist möglich, daß einige erst vor kurzem frei gewordene asiatische Staaten jede Mitarbeit Freitag, den 26. Mai 1950 etwa der USA als eine Einmischung von außen auffassen könnten, deren sie überdrüssig sind. Auch dieser Tatsache gilt es Rechnung zu tragen, wenn einerseits die Unabhängigkeit der asiatischen Länder gefördert und andererseits — im Interesse dieser Unabhängigkeit — dem Kommunismus Einhalt geboten werden soll. Es wird demnach nicht leicht sein, in Baguio zu einem Übereinkommen zu gelangen. Carlos Romulo, der in diplomatischen Kreisen des Westens als die „treibende Kraft“ der Pazifikpaktidee bezeichnet wird, äußerte jedoch wiederholt,. daß dieses Projekt wichtig genug sei, um das Experiment der Konferenz von Baguio zu wagen, auch auf die Gefahr hin, daß es scheitern sollte. „Wir haben“, so sagte er, „nichts zu verlieren als die Furcht, die auf uns lastet, aber wir können alles gewinnen: Fortbestand, Freiheit und Frieden.“ Auf 2. Juni vertagt Die Mitbestimmnngsrechtsverhandlungen Bonn (UP). Die am Mittwoch fast bis Mitternacht andauernden Verhandlungen zwischen Mitgliedern der Spitzenorganisationen der Unternehmer und des Deutschen Gewerkschaftsbundes haben zu einer Annäherung der beiderseitigen Auffassungen geführt. Ein endgültiger Abschluß kam nicht zustande, sondern es wurde vereinbart, die Besprechungen am 2. Juni 1950 weiterzuführen. Beide Partner richteten an die gesetzgebenden Körperschaften die Bitte, von gesetzgeberischen Maßnahmen absehen zu wollen, bis die Verhandlungen zwischen den beiden Kontrahenten abgeschlossen sind. Bebenhausen vertagte Entscheidung Wildermuth legt Landtagsmandat nieder Bebenhausen (ld). Der Landtag von Württemberg-Hohenzollem verschob auf Antrag der FDP die dritte Lesung des Gesetzentwurfes über die Volksbefragung zur Neugliederung des südwestdeutschen Raumes, nachdem er in der ersten und in der zweiten Lesung gegen die Stimmen der KPD angenommen worden war. Bei der zweiten Beratung des Gesetzenwurfes wurde ein Antrag des Fraktionsführer der FDP. Dr. Leuze, die Volksbefragung in allen drei Ländern am 24. September 1950 stattfinden zu lassen gegen die Stimmen der FDP abgelehnt. Nach Abs. 2 des § 1 des Gesetzentwwurfes, der vdn der Sechser-Kommission der drei Länder ausgearbeitet worden ist, soll die Volksbefragung in allen drei Ländern am 6. Sonntag nach Inkrafttreten des Gesetzes abgehalten werden. Der Lauf dieser Frist beginnt mit dem Tag des Inkrafttretens des Gesetzes in demjenigen Land, das es als letztes verkündet hat. Fällt der sechste Sonntag in die Zeit zwischen den 31. Juli 1950 und dem 4. September 1950, so findet die Volksbefragung am 24. September 1950 statt. Bundesminister Wildermuth hat sein Mandat im südwürttembergischen Landtag niedergelegt. An seine Stelle ist.Frl. Dr. Margarete Bosch aus Haiterbach bei Waldsee getreten, die der FDP angehört und die Tochter des Stuttgarter Fabrikanten Robert Bosch ist- NEUES AUS Tödliches Gift im Rührei Sohn des Verstorbenen verhaftet Oldenburg. An Vergiftungserscheinungen starb der Eisenbahner Adalbert Helmke, der kurz zuvor in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.. Sein Tod wird auf den Genuß von Rührei zurückgeführt. Kurz darnach wurde der 20jährige Sohn des Verstorbenen, der von seinem Vater vor einiger Zeit aus dem Hause gewiesen worden war, festgenommen. Er gab zu, im Besitz von Gift gewesen zu sein, jedoch sei ihm unerklärlich, auf welche Weise das Gift in das Rührei gekommen sei. Der Mörder mit den Maiglöcfcdien Eifersuchtstragödie in einem Hotel München (SWK). Der 44jährige verheiratete Filmkaufmann Alfred von Diederichs, Vater von drei Kindern, erwürgte in einem hiesigen Hotel seine 23jährige Geliebte. Anschließend verließ der Täter das gemeinsame Zimmer, kaufte in einem Blumengeschäft Maiglöckchen und begab sich mit diesen an* den Tatort zurück. Dort bahrte er die Leiche regelrecht auf, schmückte sie mit den Blumen, gab ihr ein Madonnenmedaillon in die Hände und stellte sich dann der Polizei. Wie die Untersuchung ergab, handelt es sich um eine Eifersuchtstragödie. Rosellini mit Ingrid Bergman getraut Als Stellvertreter fungierten zwei Freunde Rom (UP). Der italienische Filmregisseur Roberto Rosselini teilte mit, daß er in Juarez (Mexiko) mit der Filmschauspielerin Ingrid Bergman durch Stellvertreter getraut worden sei. Die Trauung, fuhr Rosselini fort, werde sofort nach Erhalt der Trauungsurkunde von einem italienischen Gericht registriert werden. Als Stellvertreter hätten zwei seiner nächsten Freunde fungiert Die Ehegatten beabsichtigten, in absehbarer Zeit ihre Hochzeitsreise anzutreten. Durch diese Heirat wird Ingrid Bergman italienische Staatsbürgerin. Sie kann jedoch, falls sie es wünscht, ihre schwedische Staatsangehörigkeit beibehalten. Ihr Kind wurde zehn Tage nach der Geburt als der Sohn Rosselinis standesamtlich registriert. Der Name der Mutter wurde seinerzeit nicht angegeben.. Der Sohn ist drei Monate und 25 Tage alt Über dem Vulkan abgestürzt Flugzeugkatastrophe forderte 28 Opfer Cali (Kolumbien) (UP). Uber dem Galeras- Vulkan im Süden Kolumbiens stürzte ein Douglas-Transportflugzeug ab und brannte völlig aus. 28 Insassen der Maschine kamen Schumacher: Nur unter Bedingungen SPD wird Schuman-Plan ablehnen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden Parteitag in Hamburg beendet Hamburg (UP). „Die Sozialdemokratie wird den Schuman-Plan hur dann anerkennen, wenn die gestellten Vorbedingungen der SPD erfüllt werden“, erklärte Dr. Kurt Schumacher auf dem SPD-Parteitag in Hamburg. Sie werden den Plan ablehnen, wenn auch nur eine einzige dieser Bedingungen nicht erfüllt werde und nie ihre Zustimmung zu einer Stärkung des Kapitalismus geben. Die „Vorbedingungen“, von deren Erfüllung die SPD ihre Zustimmung abhängig macht, sind von Schumacher bereits am Montag genannt worden: 1. Sozialisierung der Grundstoffindustrie 2. Beseitigung der Ruhrkontrolle 3. Sicherheiten, daß die Verwirklichung des Planes nicht zur Bildung neuer Privatkartelle führt. Mit Nachdruck wies Schumacher darauf hin, daß die Londoner COMISCO-Konferenz einen Vorschlag für die wirtschaftliche Neuordnung Europas vorgelegt habe, der weit über den von Schuman vorgesehenen Komplex hinausgehe. Er regte erneut an, die OEEC zum Träger einer wirtschaftlichen Neugestaltung zu machen und bemerkte ironisch, daß er den Kapitalismus keineswegs so mißachte, als daß er ihm die Vertretung durch die Bonner Regierung gewünscht hätte. Mit dem Schlußwort Dr. Schumachers und einem kurzen Dankeswort des ehemaligen Reichstagspräsidenten Lobe fand der fünftägige Parteitag seinen Abschluß. SPD und Christentum Carlo Schmid hatte zuvor in langen Ausführungen die Beseitigung aller Klassenunterschiede und die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft gefordert. „Dies Ziel wird erreicht werden, wenn die Arbeiterschaft den Klassenkampf aufnimmt, den ihr die herrschende Klasse aufzwang“. Gleichzeitig wiederholte Schmid die Forderung des württemberg-badischen Wirtschaftsministers Veit nach Sozialisierung der Grundstoffindustrie und stellte fest,, daß nur die Sozialisierung die Klassenbildung aufheben könne, da dann erst die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen schwinden werde. Über die Haltung der SPD zum Christentum sagte Schmid: „Wir sagen als Partei nicht nein zur Religion, zum Christentum oder zur Kirche — aber wir sagen als Partei auch nicht ja, da es nicht Amt einer politischen Partei sein kann diese Frage zu entscheiden, sondern Sache des einzelnen bleiben muß.“ Mit scharfen Worten wandte sich der Redner gegen die Bindung zwischen Staat und Kirche und sagte: „Es gibt keinen christlichen Staat, sondern nur eine christliche Kirche“, die Vermengung. von „Staatsraison und Altar“ sei von Übel. „Totale Diplomatie" auch im Nahost Westalliierte veröffentlichen Dreimäcbte-Erklärung an arabische Länder und Israel Washington (UP). Die Vereinigten Staaten, Großbritannien and Frankreich haben ihre auf der Außenministerkonferenz in London getroffene Abmachung über die Belieferung der arabischen Länder und Israels mit Waffen and anderen militärischen Ausrüstungsgegenständen jetzt veröffentlicht. In dieser Abmachung wird folgendes festgestellt: 1. Die drei Regierungen erkennen an, daß die arabischen Staaten und der Staat Israel über eine gewisse Streitmacht verfügen müssen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, und gegebenenfalls auch in der Lage zu sein, das Gebiet des Nahen Osten in seiner Gesamtheit zu verteidigen. Daher sind die Regierungen bereit, jede Bitte um Waffenlieferungen im Lichte dieser Erfordernisse zu prüfen. Die drei Regierungen erinnern jedoch an den Inhalt ihrer vor dem UN-Sicherheitsrat abgegebenen Erklärung, daß sie ein Wettrüsten zwischen den arabischen Staaten und Israel in schärfster Weise mißbilligten. 2. Die drei Regierungen stellen fest, daß sie von allen Staaten die von ihnen Waffenlieferungen erhielten, die Versicherung ent- gegennahmen, daß die einkaufenden Staaten nicht die Absicht hätten gegen irgend einen ALLER WELT dabei ums Leben. Nur ein junges Mädchen hat den Absturz überlebt, jedoch schwere Brandwunden erlitten. Columbus’ Gruft entdeckt? Seltsamer Knochenfand bei Sevilla Sevilla. Nach mehrtägigen Vorarbeiten wurden in einer Gruft des alten Klosters Santa Maria De Cueva bei Sevilla Knochenreste entdeckt, von denen einige Wissenschaftler annehmen, daß sie von Christoph Columbus stammen. Zwei USA-Jagdflagzeuge zusammengestoßen. Etwa 20 Kilometer nordöstlich des Flughafens Fürstenfeldbruck stießen zwei amerikanische Jagdflugzeuge in der Luft zusammen. Eines der Flugzeuge stürzte ab, das ändert konnte mit geringen Beschädigungen landen. Beide Piloten sind unverletzt. 83 Tote in Cuzco. Die 6jährige Clara Au- relia Cano eingerechnet sind bisher 83 Personen bei dem Erdbeben in Cuzco (Peru) ums Leben gekommen. Darüber hinaus zählt man über 220 Verletzte. Die kleine Clara, die nicht mehr gerettet werden konnte, war 52 Stunden unter den Ruinen ihres Wohnhauses im Zentrum von Cuzco eingeschlossen gewesen. Ein Kulturfilm über Schlesien wird zur Zeit von einem Ostvertriebenen in Gohfeld i. W. zusammengestellt. Die Aufnahmen wurden unter Lebensgefahr auf der Flucht nach Westdeutschland gemacht. Der Film wird mit großem Interesse erwartet und auch eine Schweizer Filmgesellschaft hat bereits ihr Interesse an dem Filmstreifen bekundet. 20 Höfe für Heimatvertriebene. Durch zinslose Kredite aus Staatsmitteln wurde 20 heimatvertriebenen Bauern im Kreis Heidenheim die Möglichkeit gegeben, sich auf sogenannten auslaufenden Höfen, für die keine leiblichen Erben vorhanden sind, mit langjährigen Pachtverträgen seßhaft zu machen. Heimatvertriebene erben Villa. Ein in Mar- burg/Lahn verstorbener' Einheimischer hinterließ zur Überraschung aller bei der Testamentseröffnung Anwesenden seine dreistök- kige Villa und das dazugehörige Gartengrundstück dem heimatvertriebenen Bauernehepaar aus Ostpreußen, das bisher im Gartenhäuschen wohnte. Die Dreizimmerwohnung des Verstorbenen im dritten Stockwerk geht in den festen Besitz der Vertriebenen über, während das Haus und der Garten mit dem Gartenhaus ihrer Nutznießerschaft bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres oder bis zum Tode unterliegen. Erst dann wird es F-igentum der Verwarft!tschaft. anderen Staat einen Angriff durchzuführen. Ähnliche Versicherungen werden von jedem anderen Staat gefordert werden, die in Zukunft Waffenlieferungen erhalten sollen. 3.Wenn die drei Regierungen feststellen müßten, daß irgendeiner dieser Staaten Vorbereitungen zur Verletzung der Grenzen oder der Demarkationslinien trifft, so würden sie nicht versäumen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der UN zu handeln, um einer derartigen Verletzung entgegenzutreten. Der Gesandte des Irak in den USA, Abdullah Ibrahim Bakr, begrüßte die ange- kündigten Waffenlieferungen für den Mittleren Osten. Militärische Ausrüstungen seien notwendig. Die Araber erwarteten aber mit größerem Interesse und mit mehr Hoffnung eine „positive“ Hilfe in Form von technischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Die Regierung Israels soll „allgemein zufrieden“ mit der Feststellung der Westmächte sein, daß die gegenwärtigen einseitigen Waffenlieferungen nach den arabischen Ländern „unbefriedigend“ seien und eine neue Basis für die gleichmäßige Behandlung des militärischen Bedarfs aller Staaten des Mittleren Ostens gefunden werden müsse. * Mit ihrer Erklärung über die Waffenhilfe an die Staaten des Nahen Ostens haben Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Staaten ihre „totale Diplomatie“ im „Kalten Krieg“ nunmehr auch auf das strategisch bedeutsame Gebiet des östlichen Mittelmeeres ausgedehnt. Das Ziel dieses gemeinsamen Beschlusses, in dem Juden wie Arabern die Lieferung von Kriegsmaterial zugesichert wird, wenn sie dieses nicht für aggressive Zwecke verwenden, liegt auf der Hand: Es geht den Westmächten darum, ein allgemeines Wettrüsten im Nahen Osten zu verhindern, die zwischen Israel und der Arabischen Liga herrschenden Spannungen nach Möglichkeit zu vermeiden und einen Friedensschluß zwischen den beiden Gegnern herbeizuführen. Auf diese Weise will man erreichen, daß Mittel, die bisher für Rüstungszwecke vorgesehen waren, für die Durchführung von sozialen und wirtschaftlichen Projekten frei werden, die ihrerseits dazu beitragen sollen, die Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern. Politik in Kürze Erhard gegen SPD-Parteiprogramm. Bundeswirtschaftsminister Erhard wandte sich vor der Frankfurter Industrie- und Handelskammer gegen das auf dem Hamburger Parteitag aufgestellte SPD-Parteiprogramm, mit seiner Forderung auf Planung und Lenkung der deutschen Wirtschaft sowie Aufnahme einer „Vollbeschäftigungspolitik“. Anklageschrift gegen Ilse Koch. Nach der dem Augsburger Schwurgericht zugestellten Anklageschrift wird Ilse Koch des Mordversuchs in 45 Fällen und des versuchten Totschlags in 315 Fällen Im früheren Konzentrationslager Buchenwald beschuldigt. Albanien protestiert gegen Grenzverletzung. Die albanische Regierung protestierte in einer Note an die UN-Nationen gegen eine Verletzung der albanischen Grenze durch griechische Soldaten. Deutsche Varietekünstler wieder zagelassen. Die britische Genossenschaft der Varietö- künstler hat das seit Kriegsende bestehende Auftrittsverbot für deutsche Varietekünstler in Großbritannien aufgehoben. Nor noch zehn USA-Diplomaten in Bukarest Die Vereinigten Staaten haben einer Forderung der rumänischen Regierung entsprechend, sich bereit erklärt, in ihrer Gesandtschaft in Bukarest nur noch zehn amerikanische Staatsangehörige zu beschäftigen. „Deutschlands Zukunft ist mitentscheidend.“ Auf der fünften allgemeinen Konferenz der UNESCO in Florenz erklärte der amerikanische Chefdelegierte Howland Sargeant, Deutschlands Zukunft sei kein lokales oder regionales Problem, sie sei in-das große Weltproblem, der Erhaltung des Friedens, eingeschlossen. Am Rande bemerkt „Der kluge Mann baut vor“ Die Inselwelt der Südsee zählt heute noch mehrere hundert unbewohnter kleiner Eilande, die mit ihrer reichen Vegetation und Tierwelt ein kleines, von keines Menschen Fuß berührtes Paradies bilden. Das soll nun anders werden. Neuerdings werden die unbewohnten Südseeinseln in den Planungsbereich der Zivilisation einbezogen. Seit einem Jahr sind annähernd 50 reiche Amerikaner mit Jachten und Motorschiffen eingetroffen und haben einfach eine kleine Insel nach der anderen mit Beschlag belegt. Moderne Häuserteile wurden ausgeladen und Einrichtungsgegenstände aller Art. Die Schiffsbesatzungen brachten Benzinvorräte an Land, um damit später die Elektromotoren zu betreiben, die Licht und Kraft in die Zurückgezogenheit dieser „Robinsone“ bringen sollen. Vorerst sind die Südseeinseln gewissermaßen das Weekend-Ziel der Kreise, die sich ein Privatflugzeug leisten können. Es werden von den Interessenten aber auch Einrichtungen von Dauer getroffen. Nicht von ungefähr. Nach dem Grundsatz „Der kluge Mann baut vor“ betrachten sie diese einsamen Inseln als sichere „Ausweich- quartiere“, falls eines Tages der Atomkrieg doch aktuell werden sollte. Den Eingeborenen der größeren Nachbarinseln graust vor diesem Einbruch in ihr friedliches, durch keine Angst vor Wasserstoffbomben getrübtes Idyll. Mit Recht. Und wir können ihnen nachfühlen, wenn sie resigniert feststellen: „Wir Wilde sind doch bessere Menschen ...“ „Clementis intrigierte gegen Moskau Prager Außenminister belastet Vorgänge! Prag (ZSH). Ein heftiger Angriff geg«. den früheren tschechoslowakischen Außenminister Clementis wurde von seinem Nachfolger Syroki geführt. Dieser erklärte, Clementis sei nicht, wie seinerzeit bekanntgegeben wurde, zurückgetreten, sondern wegen bürgerlichnationalistischer Betätigung abgesetzt worden. Syroki beschuldigte Clementis, er habe im Jahre 1939 nach Abschluß des Freundschaftsvertrages zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion gegen Rußland intrigiert. Straßensperren und Minenfelder An der tschechisch-bayerischen Grenze Nürnberg (UP). Nach Berichten Ulegaler Grenzgänger aus der Tschechoslowakei sollen seit einigen Tagen in etwa zehn Kilometer Entfernung von der bayerisch-tschechischen Grenze bei Asch mehrere Einheiten tschechoslowakischer Infanterie sowie leichte und schwere Artillerieverbände stationiert sein. Die Ausrüstung der tschechoslowakischen Einheiten sei teüweise sowjetischen Ursprungs. Darüber hinaus sollen d<§n Verbänden, russi- ätsche Offiziere beigegeBKi seift- Arbeitskolonnen seien gegenwärtig mit der Anlegung von Straßensperren und Minenfeldern auf den zur Grenze führenden Straßen beschäftigt. Seegefecht vor Hongkong Zwischen Nationalen and Rotchinesen Hongkong (UP). Knapp außerhalb von Hongkong kam es zwischen Kriegsschiffen der chinesischen Kommunisten und solchen der nationalchinesischen Regierung zu einem Feuergefecht. Ein Kanonenboot der Nationalchinesen und ein weiteres vermutlich kommunistisches Kriegsschiff wurden in Brand P ( schossen. Nach einem längeren Gefecht zc sich die kommunistischen Schiffe zurück. Die chinesische Nationalregierung gab bt- kannt, daß kommunistische Landungsversuche auf den Wanschan-Inseln südwestlich Hongkong und den Lingting-Inseln vor Macao abgeschlagen worden seien. Im gleichen Kommunique wurde zugegeben, daß es den Kommunisten gelungen sei, auf den Tsching- tschau- und Saneitao-Inseln zu landen. Belagerungszustand in Bolivien Streikunrnhen fordern 38 Todesopfer La Paz (UP). Die Regierung von Bolivien hat den Belagerungszustand verhängt. Die bolivianischen Gewerkschaftsverbände, die unter kommunistischem und faschistischem Einfluß stehen, wurden verboten. Sie werden beschuldigt, den Generalstreik ausgerufen zu haben. Im Verlauf des Streiks kam es zu Unruhen, bei denen 38 Personen getötet und 141 verletzt wurden. Die letzten Streikenden sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt, nachdem die Regierung bekanntgegeben hatte, über die Forderungen der Arbeiter werde erst nach Beendigung des Streiks verhandelt. „Mit äußerster Sorge“ Papst Pius über Weltlage beunruhigt Vatikanstadt (ZSH). Papst Pius XII. erklärte, er sei über die gegenwärtige Weltlage beunruhigt. Die Politik der Verzögerung, der Blockierung und Bedrohung des Weltfriedens sei die Folge der internationalen Uneinigkeit auf materiellem und vor allem auf moralischem Gebiet. Diese Entwicklung verfolge er mit äußerster Sorge. •Qst und West wünschen Frieden Lie vor den Angestellten der UN Lake Succes (UP). ,.Sowohl die Ländet Osteuropas wie auch diejenigen Westeuropa» wünschen heute den Frieden“, sagte der Generalsekretär der UN, Trygve Lie in einer Ansprache vor dreitausend Angestellten de» UN-Sekretariats. „Frieden, das ist auch da» Ziel der Vereinten Nationen. Frieden, und nicht mehr Kalter Krieg. Ihr müßt Geduld haben, es braucht Zeit Doch die Zeit wird kommen, da niemand mehr von .Kaltem Krieg* und .Kaltem Frieden* reden wird, unqi alle Nationen werden dann nur noch von) Frieden und wieder vom Frieden .sprechen.“ Freitag, den 26. Mai 1050 AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Das Geheimnis der Tobermory-Bucht Marquis will versunkene Schätze heben — Die seltsame Geschichte der „Duque de Florentia“ Als kürzlich der englische Marquis A r g y 11 mit Unterstützung der britischen Marine die Suche nach einem spanischen Goldschiff begann, das vor 362 Jahren in einer Bucht der schottischen Insel Mull versunken ist, tauchte aus der Vergessenheit ein Ereignis auf, das einmal in der englischen Geschichte viel besprochen wurde und heute fast zu einer Sage geworden ist. Es war im Jahre 1588, als die Armada König Philipps von Spaniens gegen England gelte. Sie wurde bekanntlich geschlagen, und die übrig gebliebenen Schiffe suchten ihr Heil in der Flucht. Eins davon, die „Duque de Flo- rencia“ geriet bei Nacht und Nebel in die Nähe der Insel Mull und ging in der Tobermory-Bucht vor Anker. Der Kapitän verlangte unter Drohungen von den Inselbewohnern Unterstützung und Verpflegung. Zunächst lehnte der Gebieter von Mull, ein schottischer Adliger namens Lachlan McLean, diese Forderung höhnend ab. Dann kam es jedoch zu Verhandlungen. Der spanischeKapitän willigte ein, für ausreichende Verpflegung McLean hundert seiner Leute zu einem Kriegszug gegen das Adelshaus der McDonalds zu leihen und außerdem noch jedes Pfund Mehl und jedes Stück Fleisch mit schwerem Gold aufzuwiegen. Explosion an Bord Als McLean nach der Besiegung der McDonalds zurückkehrte, behielt er drei spanische Offiziere als Geiseln, um dem Kapitän die Möglichkeit zu nehmen, sich seiner Verpflichtung, der Auslieferung des versprochenen Goldes, zu entziehen. Diese Vorsichtsmaßnahme war nur zu sehr begründet, aber nicht ausreichend. Der spanische Segler lichtete nach Rückkehr der übrigen die Anker und nahm Kurs aufs offene Meer. Da geschah etwas Unerwartetes; Es gab eine große Explosion und in kurzer Zeit war das Schiff, das große Mengen Gold und Silber an Bord hatte, gesunken. Die Kunde davon hatte sich schnell verbreitet. So war es nicht verwunderlich, daß sich einige Abenteurer daran wagten, den Schatz zu heben. Die McLeans aber wußten alle Versuche zu verhindern, bis im Jahre 1641 der Marquis von Argyll vom englischen König Karl die Bergungserlaubnis erhielt. Sein groß angelegtes Unternehmen scheiterte aber an der Unzulänglichkeit der Tauchvorrichtungen. Die Argylls waren es immer wieder, die im Laufe der Jahrhunderte weitere Versuche unternahmen, an das in etwa 40 Meter Tiefe liegende Schiff heranzukommen. Es ist auch in einigen Fällen gelungen, aber was man dabei herausfischte, entsprach nicht den Erwartungen der Schatzsucher. Ob die Schatzsuche mit modernen Mitteln von Erfolg sein wird, bleibt abzuwarten. Die englische Marine ist jedenfalls eifrig dabei. Von offizieller Seite wurde betont, das Interesse des Marineamtes werde nicht von der Aussicht bestimmt, einen mysteriösen Schatz zu heben, sondern bei dieser Gelegenheit neue Tauchapparate ausprobieren zu können. Die McLeans schweigen Es wird heute in England sehr viel über das spanische Goldschiff gesprochen und geschrieben. Nur die McLeans schweigen sich aus. Gerüchte besagen, sie hätten guten Grund dafür, weil Angehörige ihres Geschlechts schon vor Jahrhunderten den Gold- und Silberschatz geborgen hätten. Die Explosion des Schiffes sei auch kein Zufall gewesen, sondern sei von Donald McLean angelegt worden, um so der Reichtümer, von denen er wußte, habhaft zu werden- „Ich möchte zur Grotte gehen“ UP-Korrespondent erlebt Lourdes-Wunder Oberhausen (UP). Die jetzt als Gemeindeseelsorge-Helferin in der Diaspora Fulda tätige 26jährige Lehrerin Ruth Heißler wurde, wie ein aus Lourdes nach Oberhausen zurückgekehrter UP-Vertreter mitteilte, am Himmelsfahrtstag während der Sakramentsprozession in Lourdes überraschend von einer progressiven Rückenmarksverkalkung geheilt. Die Geheilte war als Teilnehmerin einer Wallfahrt in völlig gelähmtem Zustand in den Pilgerort gekommen. Sie war von einer internationalen Ärztekommission als „unheilbar“ bezeichnet worden und hatte sich seit zwei Jahren nicht mehr selbständig bewegen können. unmittelbar nach der Segenserteilung richtete sich die Gelähmte in ihrer Bahre auf und sagte: „Ich möchte zur Grotte, gehen!“ — Noch am gleichen Tage verließ die Geheilte das Krankenhaus und bezog ein Hotelzimmer in der Stadt. Sie ist jetzt wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Die Lage der westdeutschen Wirtschaft Die UN-Wirtschaftskommission für Europa in Genf stellte in einem Bericht über die gegenwärtige wirtschaftliche Situation Westdeutschlands fest, daß ein Aufleben der deutschen Produktionskapazität und des Handels auch den anderen europäischen Ländern zum Nutzen gereichen müsse. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß die gegenwärtige Tendenz der europäischen Hersteller, die Produktion auf einen niedrigeren Stand als vor dem Kriege zu halten, deutlich zeige, daß Europa nicht imstande ist, deutsche Exporte in Vorkriegshöhe zu absorbieren, ohne andere europäische Produzenten in Schwierigkeiten zu bringen. Der Bericht weist ferner darauf hin, daß trotz des Ansteigens der westdeutschen Exporte im Jahre 1949 ihr Gesamtumfang noch um ungefähr eine Milliarde Dollar unter dem Stand von 1938 liege. Hinsichtlich der innerdeutschen Wirtschaft stellt der Bericht fest, daß es sich möglicherweise als notwendig erweisen werde, von den bisher verfolgten liberalen Prinzipien der Wirtschaftspolitik abzugehen, es sei denn, daß bessere Möglichkeiten zur Senkung der Arbeitslosenziffer gefunden würden. Es werde möglicherweise auch nicht zu umgehen sein, das Rationierungssystem von den Nahrungsmitteln wieder einzuführen, um die Wünsche der Verbraucher auf Gebiete zu lenken, in denen die Produktion leichter gesteigert werden könne. Gleichzeitig kann die wirtschaftliche Ausdehnung eine derartige Belastung auf die Importkapazität des Landes ausüben, daß die neue Politik der Liberalisierung des westdeutschen Importhandels geändert werden muß. Deutsche Matrosen können überall anheuern Die alliierte Hohe Kommission gab eine neue Durchführungsbestimmung bekannt, nach der deutsche Seeleute auf ausländischen Schiffen in Zukunft Dienst tun können. Nunmehr kann ein deutscher Seemann als Besatzungsmitglied eines nichtdeutschen Schiffes in Häfen der Bundesrepublik angeheuert werden, vorausgesetzt, daß er die nötigen Papiere besitzt. Deutsche Seeleute können auch nach dem Ausland reisen, um in fremden Häfen auf nichtdeutschen Schiffen Dienst zu tim. Milliarden-Defizit beim Marshallplan Es besteht wenig Hoffnung, daß die erwarteten zwei Milliarden Dollar Defizit der europäischen Länder bei der Beendigung des Marshallplans im Jahre 1952 auch nur teilweise durch verstärkte Exporte gedeckt werden können. Wenn Europa keine anderen Absatzmärkte findet, mit deren HUfe es seine Dollar- Defizite ausgleichen kann, werden die Importe aus den Vereinigten Staaten im- Jahre 1952 auf die Hälfte der gegenwärtigen Einfuhren herabgesetzt werden müssen. Auslandsreisen erleichtert Die alliierten Behörden in Bonn gaben eine Erleichterung der Bestimmungen für Reisen von Deutschen ins Ausland bekannt. Ausreisegenehmigungen sind jetzt allgemein gültig, nicht nur für ein bestimmtes Land. Ihre Geltungsdauer wird von drei auf sechs Monate erweitert. Vergnügungsreisen ins Ausland in Gruppen werden für einen Zeitraum von 10 Tagen zugelassen. Jede Reisegesellschaft muß aus mindestens 10 Personen bestehen, für die gemeinsame Reisepapiere ausgesteltl werden. Das Bier wird billiger Eine 29proz.. Preissenkung wird das vom Bundesrat gebilligte Gesetz zur Senkung der Biersteuer zur Folge haben. Der Bundesrat gab einigen weiteren Gesetzen seine Zustimmung. Unter den angenommenen Vorlagen sind u. a. das Gesetz über die vorläufige Haushaltführung und ein Gesetz über Darlehen zum Bau und Erwerb von Handelsschiffen. Gesamtbadischer Fremdenverkehrsverband In Bad Rappenau fand die Jahresversammlung des badischen Fremdenverkehrsverbandes statt. Die Versammelten billigten einstimmig einen Antrag des Fremdenverkehrsvereins Karlsruhe auf Zusammenlegung des nord- und südbadischen Verkehrsverbandes zu einem Gesamtverband. Der erste Vorsitzende des badischen Verkehrsverbandes, Oberbürgermeister Dr. Swart, Heidelberg, wurde wiedergewählt. Arbeitslosenzahl sinkt langsamer Die Arbeitslosigkeit in Württemberg-Baden sank im April um 5 463 auf 74291 Personen, während im März die Arbeitslosenziffer noch um 10 000 Personen abgenommen hatte. Dieser Rückgang ist auf eine Belebung in den Außenberufen — Stein-Arbeiter, Verkehrs-, Bau- und landwirtschaftliche Berufe — zurückzuführen. AUS DER CHRISTLICHEN WELT iiuui-lbiudsiLau Bauernwallfahrt nach Oberelchingen Zu Pfingsten werden sich wiederum viele Bauern aus Württemberg und Baden im Wallfahrtsort Oberelchingen bei Ulm treffen. Aus diesem Anlaß wird Abt Vitalis Maier aus Otto- beuren arfi Pfingstmontag in der Obelchinger Wallfahrtskirche den Festgottesdienst abhalten. Am Nachmittag sprechen auf einer Kundgebung Bundesemährungsminister Professor Dr. Wilhelm Niklas sowie der bayerische und der württemberg-badische Landwirtschaftsminister Dr. Alois Schlögl und Heinrich Stooß. Firmungsreise des Bischofs von Rottenbnrg Auf seiner diesjährigen Firmungsreise spendete der Bischof der Diözese Rpttenburg, Dr. Carl Josef Leiprecht, kürzlich in Gmünd in beiden Stadtpfarrkirchen das Sakrament der Firmung. Im dicht gefüllten Heiligkreuzmünster sprach aus diesem Anlaß der Bischof zu den Firmlingen und Gläubigen eindringlich von der christlichen Liebe und überbrachte Gruß und Segen des Heiligen Vaters. Weitere Firmungstage im Kreis Gmünd schlossen sich an. An Pfingsten wird Bischof Dr. Carl Josef Leiprecht im Gmünder Münster ein feierliches Pontifikalamt zelebrieren. Fortschritte der St. Stefanus-Gemeinschaft Die St. Stefanus-Gemeinschaft in der Diözese Rottenburg macht unter Leitung von Zentralsekretär Alfred Lange in den einzelnen Dekanaten schnelle Fortschritte. Zur Zeit ist die Zahl von 10 Arbeitskreisen bereits erreicht. In der St. Stefanus-Gemeinschaft werden Jugendführer des Bundes der kathoL Jugend, Männerwerksleiter, Schönstätter und Kolpingssöhne für ihren Einsatz in den kirchlichen Organisationen und im öffentlichen Leben rednerisch und bildungsmäßig geschult. Wert wird darauf gelegt, daß sich bei der gesamten Bildungsarbeit Religion und praktisches Leben eng verbinden. P. Hariolf EUensperger OBS t Der in ganz Württemberg und Südbaden wohlbekannte und hochgeschätzte Benediktinerpater Hariolf Ettensperger von der Erzabtei Beuron ist im Marienhospital Stuttgart kürzlich gestorben. P. Hariolf wirkte seit Kriegsende als Aushilfsgeistlicher in Laupheim und Göppingen und die letzten drei Jahre als beliebter Jugendpater der gurg Wildenstein. Sem Tod trifft die Jugendarbeit vor allem des Bistums Rottenburg besonders schwer. Diözese Mainz verlor 14 Priester Die Diözese Mainz verlor im letzten Weltkrieg 14 Priester, von denen 12 gefallen und zwei durch Bombenangriffe ums Leben gekommen sind. Von drei weiteren Kaplanen liegen noch keine Nachrichten vor. Für christlich-jüdische Zusammenarbeit Der Präsident und Begründer des Nationalkongresses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Dr. Everett Clinchy, sowie Charles' Hendry, Mitglied des Erziehungsausschusses im Nationalkongreß und Professor für Sozialwissenschaft an der Universität Toronto, treffen in diesen Tagen in Westdeutschland ein, lim mit führenden Sachverständigen der US- fcone die Möglichkeiten eines erweiterten Tä- Igkeitsbereiches de« Nationalkongresses zu besprechen. Dr. Clinchy wird sich nach Freibürg, Karlsruhe und Nürnberg begeben, um in diesen Städten die Errichtung von Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu erörtern, während Mr. Hendry in Frankfurt, Offenbach und München mit den dort bereits bestehenden Gesellschaften Fühlung nehmen und in Nürnberg mit Kreisen sprechen wird, die eine solche Gesellschaft gründen wollen. Gewerkschaftsbund in Schulfragen neutral Der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes teilt mit, daß er entgegen anderslautenden Pressemeldungen nicht Stellung zu der Frage genommen habe, ob die Bekenntnisoder Gemeinschaftsschule wünschenswert sei. Er werde in Schulangelegenheiten unter allen Umständen an seiner weltanschaulichen Neutralität festhalten. Mobilisierung der evangel. Laienchristenheit Das alljährliche Joumalistentreffen der evangelischen Akademie Hermannsburg ging soeben zu Ende. Die auf dieser Tagung geführten Gespräche bestätigten u. a. die Auffassung. daß Europa ohne Mobilisierung seiner christlichen Kräfte nicht wieder die Stellung einzunehmen vermag, aus die es auf Grund seiner geschichtlichen Leistung Anspruch erheben darf. Infolgedessen hängt die Entscheidung auch davon ab, ob die evangelische Laienchristenheit Deutschlands dafür einen ausschlaggebenden Beitrag leisten kann. Herrenalber Tagung der evangel. Akademie Unter dem Thema „Was setzen wir dem Ma- terialimus positiv entgegen?“ veranstaltet die Evangelische Akademie Baden vom 8. bis 11. Juni 1950 ein Wochenende in Herrenalb. Im Rahmen dieser Veranstaltung sprechen unter anderem Professor Dr. Hellpach-Heidelberg und Bundestagsabgeordneter Dr. Gerstenmaier, Stuttgart. Gustav-Adolf-Fest in Crailsheim Vom 3. bis 5. Juni findet in Crailsheim die 107. Jahresversammlung des „Gustav-Adolf- Werkes in Württemberg“ statt. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof D. Dr. Dibelius, wird beim Hauptgottesdienst in der Crailsheimer Johanneskirche am 4. Juni die Festpredigt halten. Neues evangelisches Religionsbuch Badens Die von der Landessynode der Evangelischen Landeskirche Badens unter dem Titel „Schild des Glaubens“ herausgegebene neue biblische Geschichte ist soeben erschienen, begleitet von einem Geleitwort des Landesbischofs D. Bender an die Eltern. Das neue Religionsbuch soll den Kindern die Waffe bieten, die sie für den Kampf ums ewige und zeitliche Leben ertüchtige. Danzig er Kirchenbücher wurden gerettet Nicht nur die ostpreußischen, sondern auch die Danziger Kirchenbücher sind, wie berichtet wird, nahezu vollständig erhallten und befinden sich in den Westzonen. Lediglich die ältesten Danziger Kirchenbücher, die im Danziger Staatsarchiv lagerten, sind dort verblieben und sicheren Berichten zufolge wohl erhalten. Jugend Besteuermittlung im Rudern Die Bestenermittlung für Jugendruderer und -ruderinnen findet am 30. Juli 1950 statt. Für Jugendruderer werden nur Rennbootrennen ausgeschrieben, ein Einer-Rennen fi"^et nicht statt; dagegen sind neu hinzugekommen: Leichtgewichtsdoppelvierer m. Stm. Leichtgewichtsvierer m. Stm. Leichtgewichtsachter. Für die Bestenermittlung der Jugendru- derinnen wird der Gig-Doppelvierer mit Stm. — Stilrudem — ausgeschrieben. Die Jugendrennen werden künftig in zwei Altersklassen (14 bis 15 und 16 bis 17) ausgeschrieben, deren jede wieder zwei Leistungsgruppen enthält. Für die Leistungsgruppe I der beiden älteren Jahrgänge können Rennen im Rennboot ausgeschrieben werden. Das lebhafte Treiben in den Trainingslagern Schwetzingen (Walcott) und Weinheim (ten Hoff) nähert sich seinem Ende. Beide Boxer befinden sich in ausgezeichneter Verfassung. Die beiden Gegner werden sich am Samstag auf der Waage im Mannheimer Rosengarten zum Einwiegen treffen. Hein ten Hoff hat bereits Trainingsschluß. Vor Boxfachleuten ließ er “die „Katze aus dem Sack“ und zeigte dabei, daß er bedeutend schneller upd mit seiner blitzschnellen Linken gefährlicher geworden* ist. „Wir kennen den Hein noch aus der Zeit, als er beim HSV Fußball spielte“, meinte Helmut Schneider, der Trainer der SpVgg. Fürth, als er mit seiner Mannschaft in Weinheim aus dem Omnibus stieg. Auf der Reise nach Worms statteten die „Kleeblättler“ dem deutschen Schwergewichtsmeister einen Besuch ab und wünschten ihm Hals- und Beinbruch für seinen Kampf am 28. Mai gegen Walcott. Die Leute um den Ring Wenn der Ringarzt sein letztes o. k. geben wird, dann dürften für die beiden Kämpfer etwa folgende Merkmale notiert werden: Hein ten Hoff: 31 Jahre, 1,94 m groß, 195 Pfund schwer; Joe Walcott: 35 Jahre. 1,81 m groß, 190 Pfund schwer. Walcott setzte sein Training einen Tag aus, um dann noch einmal zu trainieren. Inzwischen wurde „Jersey“ mit den europäischen Boxkampf-Bestimmungen vertraut gemacht. Auslegen wird die Regeln der Schwede Arthur Koch, der zuletzt die Europameisterschaft im Bantamgewicht leitete. Der amerikanische Major Wilbur K. Anderson, protestantischer Armeegeistlicher in Heidelberg, und Gerd Seewald (Berlin) werden bei dem Boxkampf ten Hoff gegen Walcott als Punktrichter fungieren. Major Anderson wurde im vergangenen Jahre die Ringrichterlizenz für Amateurkämpfe vom württ.- badisehen Boxverband überreicht. Als Sonderdelegierte des BDB werden Marcus und Kölblin in Mannheim fungieren. Abe Greene, Reit- and Fahrturnier in Heidelberg Am 3. und 4. Juni findet in Heidelberg ein internationales Reit- und Fahrtumier statt. Bis jetzt wurden 180 Pferde zur Teilnahme gemeldet. Die 50 weiteren Pferde kommen von ländlichen Reitervereinen aus Nordbaden und der Pfalz. Das Programm sieht zwei Jagdspringen, Materialprüfungen, Dressur- und Eignungsprüfungen, einen Viererzug u. ein Wirtschaftsgespann vor. Motorroller bei Deutschland-Fahrt An der diesjährigen vom ADAC vom 30. Mai bis 4. Juni zur Austragung gelangenden Deutschland-Fahrt werden sich erstmals die Motorroller beteiligen. Die Fahrt der in der Klasse IV startenden 125 ccm Motorroller führt über insgesamt 1800 km von Hannover über Köln (eine Runde auf dem Nürburgring bei Nacht), Frankfurt, Stuttgart und endet nach vier Tagen in München. der Präsident der amerikanischen NBA, hat sich ebenfalls angekündigt. Wenn er tatsächlich kommen sollte, dann ist es bei einer guten Leistung des Siegers vom 28. Mai nicht ausgeschlossen, daß dieser in den Kreis der engeren Weltmeisterschaftsanwärter einbezogen wird und einen Kampfvertrag für den Madison Square Garden erhält. Platz für 76 000 Der Kartenverkauf zum Kampf ist auf volle Touren gekommen. Platzanweisung und Einlaß wird von der Studentenhilfe Mannheim übernommen, denen außer Kriminalbeamten auch Finanzbeamte zur Seite stehen, die die ordnungsgemäße „Einweisung der Steuern“ überprüfen. Die Erweiterungsarbeiten in der Arena sollen bis Freitag abgeschlossen sein, so daß das Stadion 76 000 Personen fassen kann, davon 30 000 Sitzplätze in vier großen Innenblocks. Über den Ring wurde in sechs Meter Höhe ein Laufsteg zur Aufnahme der Filmgeräte errichtet. Das Stadion wird zurzeit von Reklameleuten „ausgeschmückt“. Eine Würstchenfirma wird mit Loskapseln aus Metall, in denen Würstchen verborgen sind, sechs Motorroller „verwur- steln“. Beim Ausschank von Getränken dürfen im Stadion lediglich Papierbecher ausgegeben werden, um die „Sicherheit der Boxer“ nicht zu gefährden. Wetten zum Boxkampf wurden durch das württ.-badische Finanzministerium nicht zugelassen. Für Nachrichtenagenturen und Zeitungen wurden außer 30 Fernsprechzellen 30 Femsprechanschlüsse in das Stadion gelegt. So sind nun alle Vorbereitungen für da? große Sportereignis getroffen; der Kampf ten Hoff gegen Jersey Joe Walcott am kommenden Sonntag kann steigen! Wettervorhersage Am Freitag und Samstag warm. Temperaturen tags über um 25 Grad, nachts um 15 Grad, schwache Winde. TAjdttuifys&cUluß bei Uoff- und ItiaUoii Wetten zum Boxkampf nieht zugefassen POLITISCHE UMSCHAU Der Kontinent von morgen Afrika im Blickpunkt — Auswirkungen des Schuman-Planes hängenden Block vom Mittelmeer bis zum Kongo, mit etwa 10 Mill. qkm und einer Bevölkerung von rund 40 Millionen. Etwa die Hälfte des Territoriums wird allerdings von der Saihara-Wüste eingenommen, die wie eine Barriere den Norden des französischen Afrikareiches vom Süden absperrt. Das Schwergewicht der französischen Kolonialpolitik lag bisher in Nordafrika. Dieses Gebiet gehört zu den bedeutendsten Welt- erzeugem an Phosphaten, die angesichts der Verarmung des landwirtschaftlichen Bodens für die Sicherung einer ausreichenden Ernährung der europäischen Bevölkerung von lebenswichtiger Bedeutung sind. Die reichsten Phosphate werden in Marokko gewonnen. Auch der afrikanische Kontinent soll nach dem Vorschlag Schumans in das gemeinsame deutsch - französische Wirtschaftsgebiet einbezogen werden. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, daß auch deutschen Energien wieder der Weg nach Afrika geöffnet wird. Afrika ist das letzte halbwegs sichere Kolonialland Europas. Die europäischen Stellungen in Asien sind verloren. Afrika bleibt übrig, das nach seiner Lage von vornherein dazu bestimmt erscheint, den tropischen Ergänzungsraum Europas zu bilden. Europa braucht den afrikanischen Markt für seinen Warenüberschuß, es braucht die afrikanischen Rohstoffe. Die Möglichkeiten, die Afrika in dieser Hinsicht bietet, sind noch längst nicht ausgeschöpft. Die afrikanische Erde ist erst angekratzt. Aber schon steht der Kontinent in der Erzeugung vieler Produkte an erster Stelle in der Weltwirtschaft. Zu diesen Produkten gehören ölpalmerzeug- nisse, Kakao, Gold, Uran, Diamanten, Vanadium,Chrom u. a. Wenn auch angesichts der raschen Vermehrung der schwarzen Rasse die Aufnahmemöglichkeiten Afrikas für die überschüssige Bevölkerung der europäischen Nationen nicht überschätzt werden dürfen, so bleibt doch noch ausreichend Platz für hunderttausende von europäischen Siedlern. Dank der großen Fortschritte der Tropenmedizin werden auch solche Gebiete, die bisher als unbewohnbar galten, für den Daueraufenthalt von Europäern zugänglich. Aber auch in Afrika könnte das ganze Gebäude der europäischen Kolonialmacht ins Die Erzeugung, die im letzten Jahr etwa Wanken geraten — auch hier sind die Agen- 4 Mill. Tonnen betrug, soll bis 1952 auf 8 Mill. ten Moskaus eifrig an der Arbeit —, wenn Tonnen gesteigert werden, sich die europäischen Mächte nicht über ein einheitliches Vorgehen bei der Erschließung des Kontinents verständigen können. Afrika Madura, ^— rS fGasaJbUuua, Q Marokko Tuggurt, CoLontb- Bechar Jiananscht AdLrar FRANKREICH DEUTSCHUND i riß Ldchttn Mafrstat frz. S Westafrika i \ * * < * e* ♦R* ••••••••••••« TimbukUt-J ' " 18-0 Oao Dakar o* jithcuL- fu nacrv Khartum KuUkora « Kano mceiuA SieK&A l eoNe U&eRiA Abidjan, dann ui. i »• < - SAHEl-Gebiet *■=«*= Eisenbahn im Bau bzw. pro- ===== Auto weae jektierr ® Eisenerz Phosphate ® Gold © Mangan Duala-ts; r© BrazzavUle 'Pe.Nofre^ v^T^/ w . BEUG. Konco muß eine europäische Gemeinschaftsaufgabe werden. Auf dieser Erkenntnis beruht offenbar der französische Vorschlag, die deutsche Wirtschaftskraft für die großen Aufgaben in Afrika einzusetzen. Vom Mittelmeer bis zum Kongo 35 Prozent des afrikanischen Territoriums und 27 Prozent der afrikanischen Bevölke- Der Motor erobert den Sandozean Außerordentliche Anstrengungen hat Frankreich unternommen, um die Sahara verkehrsmäßig zu erschließen. Wenn auch die seit Jahrzehnten projektierte Transsaharabahn immer noch nicht verwirklicht ist, so ist doch inzwischen der fahrplanmäßige Auto- und Flugverkehr über die Sahara zu einer Tatsache geworden. In wenigen Tagen durchqueren Autobusse die Wüste vom Mittelmeer bis zum Niger, in wenigen Stunden schaffen rung entfallen auf das französische Afrika- es die Flugzeuge, reich. Es erstreckt sich, von Madagaskar und Indessen haben sich die Franzosen mit der Somaliland abgesehen, in einem zusammen- verkehrsmäßigen Durchdringung der Sahara Wie Rußland fast den Krieg verlor Von unserem ständigen USA-Korrespondenten Heinrich Walter (Washington) Im kommenden Herbst ist es bereits 10 Jahre, her, daß hier in USA wohl zum ersten Male, in dem Buche „The Dream We Lost“, von Freda Utley darauf hingewiesen wurde, daß sich Stalin trotz des deutsch-sowjetrussischen Nichtangriffs - Paktes auf den Angriff auf Deutschland vorbereite, und im vorigen Jahre hat Professor Deutscher in seiner umfangreichen Stalin - Biographie diese Hinweise datenmäßig bekräftigt. Aber noch fehlte eine Bestätigung aus dem Osten, aus Sowjetrußland selbst. Diese wird nunmehr durch einen Aufsatz des Sowjetgenerals Alexej Markoff in der Ausgabe der „Saturday Evening Post“ vom 13. Mai geliefert. General Markoff enthüllt General Markoff war zu Beginn des sowjetrussisch-deutsch«! Krieges Kommandeur in der sowjetischen Luftflotte, wurde später abgeschossen, geriet dadurch in deutsche Kriegsgefangenschaft und zog es vor, nach dem Kriege nicht wieder nach Sowjetrußland zurückzukehren. Seine Schilderung, die unter der Überschrift „Wie Rußland fast den Krieg verlor“ erscheint, gibt zwar in erster Lime eine Darstellung der heillosen Zustände, in die die Rote Armee binnen weniger Kriegstage geriet, und der brutalen Maßnahmen, die schließlich doch wieder Wandel schufen, bedeutungsvoller für das Verständnis der Entwicklung im Kriege und für die Möglichkeiten, die sich auch jetzt wieder aus der Politik Stalins ergeben können, sind aber diejenigen Mitteilungen Markoffs. cüe sich auf den Ursprung des Ostkrieges und auf gewisse Befehle Stalins an die eigene Armee beziehen, an die sich zu erinnern von größter Wichtigkeit bei der Regelung bestimmter Nachkriegs Verhältnisse ist. Gegen Deutschland Wie General Markoff schreibt trafen Stalin und seine Mitarbeiter im Politbüro ihre Entscheidung dahin, daß sich die Rote Armee die ihr genehme Zeit im Jahre 1941 auswählen und sich in aller Ruhe vorbereiten konnte, und zwar, wie Markoff ausdrücklich sagt „nicht auf die Verteidigung Rußlands, sondern auf den Überfall auf Deutschland“. Im Frühsommer 1941 stand auch Markoff mit seiner Truppe an der sowjetrussischen Westgrenze, und in dieser Zeit erhielt er von einem hohen Offizier des Roten Generalstabes auf die Frage, wieviel Zeit zur Ausbildung der Truppe noch zur Verfügung stehe, die Antwort: „Bis zum Herbst. Jetzt sind wir noch nicht fertig. Wir schlagen los, wann es uns paßt.“ Zunächst hatte der Rote Generalstab nach der Unterzeichnung des deutsch-sowjetnussischen Nichtangriffs-Paktes Kriegspläne zum Kampfe sowohl gegen die Alliierten als auch gegen die Achsenmächte bearbeitet, da Sowjetrußland bis zur Erschöpfung der kämpfenden Mächte dem Kriege fembleiben und dann erst durch sein Eingreifen auf der einen oder anderen Seite den Ausschlag geben wollte. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs im Sommer 1940 aber, so berichtet heute der damalige aktive Sowjetgeneral Markoff, ordnete Stalin sin, daß nur noch Kriegsvorbereitungen gegen Deutschland zu treffen seien, das nicht zu schnell und zu leicht gegen den Westen gewinnen sollte. Somit hatte Stalin schon ein volles Jahr vor dem Ausbruch des Ostfeldzuges beschlossen, den mit Deutschland geschlossenen Vertrag zu brechen, sobald es ihm genehm und er zum Kriege fertig war. Die gleiche Erkenntnis von Stalins Vertragsuntreue geht bei seinen Verbündeten im zweiten Weltkrieg mindestens bis auf Jalta zurück, und die aus ihr erwachsende Warnung für die Zukunft erhält durch die jetzigen Enthüllungen Markoffs eine beträchtliche Verstärkung. Verbrannte Erde Noch eine andere, gerade jetzt und in der Zukunft wieder bedeutungsvolle Bemerkung enthalten aber die Aufzeichnungen des Generals Markoff, wenn er schreibt: „Dann kam der finstere Befehl für cflle zurückgehenden Truppen, Fabriken und Eisenbahnen zu zerstören, Brücken zu sprengen, Öltanks und Getreidesilos zu verbreimen und alles, was wirtschaftlichen Wert hatte, zu vernichten.“ Damit geht nicht nur die Idee der „verbrannten Erde“ auf Sowjetrußland zurück, sondern es wurde selbst zum Zerstörer vieles dessen, wofür es nun von Deutschland Entschädigung fordert und sich bereits über aüe Maßen genommen hat. nicht begnügt, sondern darüber hinaus ein Projekt von epochaler Bedeutung in Angriff genommen: die Bewässerung der Wüste! Die zunächst von Prof. Savornin aufgestellte und mit größter Skepsis aufgenommene Theorie hat sich bestätigt: in 20 bis 1000 m Tiefe sind in der Wüste riesige unerschöpfliche Wasserreservoirs festgestellt worden. Der unterirdische Saharasee wird jetzt planmäßig „angebohrt“, um im Laufe von 10 Jahren zunächst 1500 Oasen zu schaffen. Die ersten Oasen sind bereits besiedelt. Sahel — Land der Zukunft Ein Zukunftsland im Herzen Afrikas bildet das sogenannte Sahel-Gebiet zwischen dem 12. und 18. Grad nördlicher Breite. Es ist der einzige afrikanische Gürtel nördlich des Äquators, „wo sich Wasserreichtum und Bodengüte in einzig dastehender Weise zu einem ungeheuren Produktionspotential vereinigen“ (Prof. Dr. P. Vageier). Dieser Gürtel birgt zwei der für eine planmäßige Röhstofferzeugung bedeutendsten Zonen der Erde, nämlich das innere Nigerdelta unterhalb Timbuktu und das Gebiet des Tschadsees. Etwa 10 Millionen ha Kulturland können, hier erschlossen werden, wenn man die Wasserreserven der Flüsse und Seen für die Bewässerungsanlagen mobilisiert. Unabsehbare Möglichkeiten! Es kommt nur darauf an, daß Europa seine wirtschaftlichen Energien geschlossen einsetzt — nicht im Sinne einer imperialen Kolonialpolitik, sondern mit dem Ziel, einen euro-afrikanischen Großwirtschaftsraum zu schaffen, in dem die Europäer mit den Afrikanern auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung Zusammenarbeiten. Dr. Walter Pahl. PP§§ Das ist Jean M o n n e t, der französische Plan- nungsminister, der in diesen Tagen in Bjnn die ersten Verhandlungen über den sogenannten Schuman-Plan für eine deutsch-französische Kohle- und Stahlunion führt. Monnet ist dazu berufen, denn er ist der Haupturheber des Projektes. Vom Ausgang der Verhandlungen, die Monnet in der Bundeshauptstadt führt, wird es weitgehend abhängen, in weichem Maß und in welcher Zeit sich die Pläne für eine europäische Montan - Union verwirklichen lassen werden. König Faruk verstößt seine Schwester Schwerwiegende Folgen der Liebesheirat Prinzessin Fathias Es war das Unglück Prinzessin Fathias von Ägypten, sich in einen koptischen Christen zu verlieben und ihn zu heiraten. Deshalb hat König Faruk sie jetzt ihres Titels als Prinzessin und edler damit verbundenen Vorrechte verlustig erklärt. Wäre Riad Ghali ein Anhänger des Propheten gewesen, hätte Ägyptens Kronrat sicher über seine altbürgerliche Herkunft hinweggesehen. Aber die alte Erbfehde zwischen muselmanischen und koptischchristlichen Ägyptern erlaubt eine solche Heirat nicht. Noch im Mittelalter waren die Kopten heftigen Verfolgungen ausgesetzt. Heute beträgt ihre Zahl nur noch 300 000. Auch die Erklärung der Prinzessin, daß sie ihre Trauung nach mohammedanischem Ritus wiederholen wolle, wurde in Kairo als unmöglich empfunden und die Ehe vom Kronrat annulliert. Die 19jährige Prinzessin erwiderte daraufhin nur: „Mögen sie am NU beschließen, was sie wollen, wen ich heirate, bestimme ganz allein ich!“ Und ihre Mutter, Königinmutter Nazli, stimmte ihr bei. Doch sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. König Faruk versuchte zunächst über seinen Botschafter in den Staaten seinen 31jährigen Beamten zum Verzicht auf seine Schwester zu bewegen, bot ihm große Summen und hohe Posten, aber Riad schlug aus, er wollte seine junge Frau nicht verlassen. Jetzt wurde ein Verwalter für das Vermögen der Königinmutter und der Prinzessin eingesetzt und beide aufgefördert, nach Ägypten zurückzukehren. Auch Riad GhaU erhielt von den amerikanischen Einwanderungsbehörden den Bescheid, daß er die Vereinigten Staaten bis zum 25. Mai verlassen müsse. Eine Liebesheirat mit unangnehmen Folgen, denn letzten Endes sind doch beide von König Faruk abhängig. Königinmutter Nazli meint, ihr königlicher Sohn habe seine jüngste Schwester nur auf das Drängen der maßgeblichen Stellen in Ägypten hin, nämlich der Professoren der mohammedanischen Al Azhar- Universität, der Regierungsmitglieder und der führenden Persönlichkeiten des Islam im Lande, verstoßen. Er selbst habe ein gutes Herz, aber ihm wird nichts anderes übrig geblieben sein. Nachdem seine eigene Liebesaffäre mit der 16jährigen Narriman Sadek viel Staub auf- wirbelte, und die vor kurzem auch in San Franzisko erfof -;te Heirat von Prinzessin Fai- kah mit Fouad Sadek, dem Bruder Narrimans, gleichfalls nicht dazu angetan war, die Stimmen im Lande, die dem Königshaus nicht wohlwollend gegenüberstehen, zum Schweigen zu bringen, traf ihn diese Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Bisher hat er nur entferntere Angehörige des Königshauses, Vettern und Basen aus Nebenlinien, verstoßen müssen. Nun zwang ihn das Schicksal, seine eigene Schwester aus dem Familienverband auszuschließen. Wie wird sich das junge Paar verhalten? Wird man Ghali aus seiner konsularischen Laufbahn herausreißen und ihm so die Existenzgrundlage entziehen oder wird er seinen Übertritt zum Islam erklären? ARBEITSZEIT in MINUTEN CD5319J3131950) z. KAUF von l5ooqSCHWEINE FLEISCH] iylR 11 STOCK BUTTE butter! iscogM argarine! \[1] Soog ZUCKER I llLTR.VOLLMILCH) f 5oOq BROT Butter wurde 12 Minuten „teurer“ Westdeutsche Lebensmittelpreise in Lohnminuten Rund die Hälfte der Ausgaben einer Arbeiterfamilie entfällt auf die Ernährung. Es ist daher verständlich, wenn bei den Lohn- Preis-Auseinandersetzungen, die sich immer deutlicher für die kommenden Monate ankündigen, auch wiederum die Lebensmittelpreise in die Kritik einbezogen werden — obgleich sie sich jetzt unter allen Preisen am wenigsten über das ebenfalls gestiegene Lohnniveau erheben. Die Preise für Hausrat, Bekleidung und Genußmittel stoßen weit höher darüber hinaus. Aber die Emährungsausgaben stellen im Haushalt der Arbeiterfamilie den großen Posten der „fixgn Kosten“ dar; jeder Pfennig, der dabei täglich mehr oder weniger ausgegeben werden muß, schlägt am Monatsende bei einer drei oder vielköpfigen Familie als Mark zu Buch. Um ein zutreffendes und allen Veränderungen angepaßtes Bild von dem Verhältnis zwischen Löhnen und Lebensmittelpreisen heute und früher zu erhalten, kann man diese statt in Mark und Pfennigen, deren Wert sich änderte, in der gleichbleibenden Valuta der Arbeitszeit messen. Wenn z. B. ein Industriearbeiter 1938 im Durchschnitt einen Stundenlohn von 89 Pfennigen hatte, und damals ein Pfund Rindfleisch 85 Pfennige kostete, so hatte er einen Arbeitslohn für das Pfund Fleisch aufzuwenden, für den er 57 Minuten tätig sein mußte. Das Pfund Rindfleisch „kostete“ also 57 Lohnminuten. Heute liegt im Bundesdurchschriitt der Stundenlohn für alle Industriearbeiter bei 131 Pfennig, der Preis für Rindfleisch bei 153 Pfennig; das Pfund kostet demnach den Arbeitslohn von 70 Minuten und ist damit 13 Minuten „teurer“ geworden als 1938. Nach diesem Prinzip veranschaulicht unsere Zeichnung die Minuten- . preise 1938 und 1950 für die Gmndnahrungs- mittel. Es ergibt sich, daß für Brot, Zucker und Milch fast die gleichen Preisverhältnisse zum Lohn bestehen wie 1938; das Pfund Margarine ist um 11 Lohnminuten billiger geworden, wogegen Schweinefleisch und Butter erheblich angestiegen sind, diese für das halbe Pfund um 12 Lohnminuten. Diese Rechnung nach Stundenlöhnen sieht freilich weniger günstig aus für Löhne und Einkomn. , die nicht wie der Industriearbeiterlohn gegenüber 1938 um durchschnittlich 40 Prozent gestiegen sind oder die unter dem Durchschnitt, der sich statistisch ergibt, liegen. Auf einen großen Teil von Arbeitern, Renten- und Unterstützungs - Empfängern trifft dies zu und sie trifft der höhe Preisstand auch für Lebensmittel mit der ganzen Wucht. Globus. : H i. —■; p-M . w*- Xߣisk Badischer Lelirerverband fordert 9. Sdinljahr Das 14. Lebensjahr ist das denkbar ungünstigste für die Schulentlassung Die folgende Abhandlung bringt die Auf. fassung des Verbandes badischer Lehrer und Lehrerinnen e. V. zum Ausdruck. Als im Jahre 1929 infolge der beginnenden Arbeitslosigkeit eine Massenverwahrlosung der Jugendlichen zu befürchten war, haben sich alle Pädagogen die Köpfe darüber zerbrochen, wie der Jugend zu helfen wäre. Es stellten sich Ker- schensteiner und Spranger an die Spitze und forderten aus der Not der Zeit heraus als einzigen Ausweg aus der schwierigen Situation das 9. Schuljahr. Man erwartete damals durch die Herausnahme eines Jahrganges eine Entspannung des Arbeitsmarktes. Heute stehen wir vor denselben Problemen. Darum haben wir erst kürzlich die Verlängerung der Schulzeit mit den Kriegs- und Nachkriegsnöten begründet und gefordert. Die „Kann-Vorsehrift“ im Schulgesetzentwurf des Württ.-Bad. Kultusministeriums, wonach beim Vorliegen gewisser Voraussetzungen das 9. Schuljahr eingeführt werden könne, muß zum Gesetz erhoben werden. Das Beispiel der Welt Wie aus Eltemkundgebungen und Elternabenden hervorgeht, ist es gerade die arbeitende Bevölkerung, die aus Sorge um das Schicksal ihrer Kinder ihre Stimme für eine- Verlängerung der Schulzeit erhebt, und zwar nicht zuletzt aus der Einsicht, daß in Zukunft nur derjenige einen guten Platz im Wirtschaftsleben finden wird, der die beste Ausrüstung mitbringt. Damit wird die Forderung nach Verlängerung der Schulzeit zu einer Forderung des Volkes schlechthin. Dieser Forderung wird sich keine Volksvertretung verschließen können. — Nach Westermanns Pädagogischen Beiträgen, Heft 4/1949, haben das 9. Schuljahr bereits eingeführt: Amerika, England, Frankreich, Dänemark und einige Kantone der Schweiz; Schweden hat es im neuen Entwurf verankert. In der Bundesrepublik haben folgende Länder das 9. Schuljahr eingeführt: Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen und Nordr-hein-Westfalen. — Württemberg-Baden plant ein „stufenweises Vorgehen“. Dieses stufenweise Vorgehen scheint darin zu bestehen, daß man 1. die gesetzliche achtjährige Schulpflicht Übergangs weise um ein halbes Jahr kürzen will und 2., daß man im Schulgesetzentwurf das 9. Schuljahr als „Kann-Vorschrift“ verankert hat. Aus der Tatsache, daß zahlreiche westeuropäische und deutsche Länder das 9. Schuljahr bereits eingeführt haben, kann man den Schluß ziehen, daß selbst, wenn Württemberg-Baden sich zum 9. Schuljahr bekennen würde, es doch am Schwänze der Schulreform marschieren würde und etwas einholen müßte, was sich bei anderen schon bestens bewährt hat. — Dabei ist festzustellen, daß in Nordwürttemberg-Nordbaden im Jahre 1948 das 9. Schuljahr für Freiwillige, die sich nicht an Ostern 1948 entlassen wollten lassen, bereits bestanden hatte, wenigstens auf ein halbes Jahr, und sich ganz hervorragend bewährte. Leider wurde daraus nicht der einzig mögliche Schluß gezogen; den man aus einem restlos geglückten Versuch ziehen sollte, das 9. Schuljahr bindend und verpflichtend einzuführen. Die Erfahrungen zum 9. Schuljahr sind nach dem Abschluß der Versuche überall gleich günstig und vielversprechend. Müssen wir angesichts dieser Tatsachen noch zu weiteren Begründungen schreiten? Werfen wir deshalb noch einen Blick auf die psychologischen Grundlagen zu diesem Problem. Wir wissen, daß, erzieherisch gesehen, das 14. Lebensjahr das denkbar ungünstigste .Jahr zur Schulentlassung bedeutet. Hier beginnt die Charakterentwicklung unserer Volksschulkinder, hier erst werden sie frei und reif zu einem vertieften Unterricht. Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren sind oft leistungs- und teilnahmslos, weil die eigene physische Entwicklung sie voll und ganz beherrscht. Das 9. Schuljahr hat gerade aus diesem Grund so günstige Ergebnisse zu erzielen vermocht, weil die psychologischen Voraussetzungen bessere waren. — Man kann an diesen Binsenwahrheiten einfach nicht mehr Vorbeigehen. In der schwierigsten Periode der Entwicklung und der Spannung übergeben wir bis heute die Kinder unreif und auch unsicher dem Leben, der Lehre, die kein Ersatz für eine planmäßige pädagogische Betreuung sein kann. Eduard Spranger schreibt hierzu, daß der Jugendliche gerade am Beginn des erziehungsbedürftigen Alters allein und hilfslos gelassen werde. Entwicklungspsychologisch liege die Entlassung aus der Schule zu früh. — Die Erkenntnisse der psychologischen Forschung untermauern also die Forderung nach Einführung des 9. Schuljahres. Wiederum zwei Fälle von Fahrerflucht Aus dem Wochenbericht des Landespolizeikommissariats Bruchsal In Untergrombach rief ein auswärtiger Kraftfahrer einen Unfall hervor, weil er mit erhöhter Geschwindigkeit fuhr und die Bremsen an seinem Fahrzeug nicht in Ordnung waren. Dies hatte zur Folge, daß der Kraftfahrer den Lenker eines Kuhfuhrwerkes anfuhr, wobei dieser erhebliche Verletzungen erlitt. Auf der Fahrt von Oberhausen nach Philippsburg entstand zwischen einem Motorradfahrer und einem Personenkraftwagen, welcher auf der linken Straßenseite fuhr, ein Unfall. Der Motoradfahrer und der Beifahrer zogen sich durch den erfolgten Sturz Verletzungen zu, während der Fahrer des PKW sich der Verantwortung durch die Flucht entzog, ohne erkannt zu werden. Ein weiterer Unfall ereignete sich auf der Landstraße bei Oestringen zwischen einem Motorradfahrer und einem Beiwagenkrad. Die Benützer des Krades erlitten durch das verkehrswidrige Verhalten des Fahrers des Bei- wagerikrades Verletzungen, wobei auch an dem Krad selbst erheblicher Sachschäden entstand. Der Fahrer des Beiwagenkrades flüchtete mit seinen drei Begleiterinnen. Die sofort auf genommenen Nachforschungen führten zur Namensfeststellung des Fahrers. Es handelt sich Der Marshall-Plan-'Zuci in Brndisal Der der Württembergischen Messegesellschaft gehörende Marshall-Plan-Zug wurde von dieser im Einvernehmen mit der ECA-Son- dermission in Deutschland zusammengestellt. Die Messegesellschaft hat in enger Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium, dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft und den Württemberg-Badischen Handelskammern die erforderlichen Maßnahmen für die Ausstellung getroffen. Die Ausstellung wird am Freitag, den 26. Mai, in Stuttgart eröffnet und nach vier Tagen dort für die Dauer von 56 Tagen in 25 anderen Städten Württemberg-Badens zu sehen *sein. Der Marshall-Plan-Zug wird am Donnerstag, dem 8. Juni, in Bruchsal sein, und zwar für einen Tag. Die Aufteilung, die den Fortschritt Württemberg-Badens seit 1945 ^uf allen Gebieten der Wirtschaft dartun soll, besteht aus 15 Wagen. Die Ausstellung ist der Bevölkerung von Württemberg-Baden gewidmet und soll zeigen, wie ihre harte Arbeit, die Unterstützung der Behörden und das Europäische Wiederaufbau- Programm diesen Fortschritt ermöglicht haben. Die Ausstellung in Bruchsal wird um 12 Uhr vo, • itags mit einer kurzen Feier eröffnet werden. Für den Rest des Tages wird der Zug dann für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Es wird kein Eintrittsgeld erhoben, da ja sämtliche Kosten für diese Ausstellung von der ECA-Sondermission getragen werden. hierbei um einen jungen Mann aus einer benachbarten Ortschaft. Ein Einwohner aüs Karlsruhe gelangte zur Anzeige, weil er in mehreren Fällen Zechbe- trügereien, Unterschlagungen und Heiratsschwindel beging. Dem Betrüger gelang es, größere Geldbeträge und sonstige Wertgegenstände zu ergaunern. Durch den LP-Posten Neudorf wurde ein Mann von auswärts aufgegriffen und in das Gefängnis in Bruchsal eingeliefert. Dieser hatte an einigen Orten Betrügereien und Unterschlagungen begangen. Anläßlich einer Personenüberwachung durch die Kriminalabteilung auf der Autobahn wurde eine weibliche Person aufgegriffen. Bei der Ueberprüfung ergab sich, daß sie von auswärtigen Behörden wegen Diebstahls, Betrugs — und anderen Delikten gesucht war. Sie wurde in das Gefängnis in Karlsruhe eingeliefert. Desgleichen wurde durch den Landespolizeiposten BruchsaLfcei der Autobahn eine männliche Person festgenommen, welche mit falschen Papieren umherzog und ihren Unterhalt seit längerer Zeit durch Bettel bestritt. In Gochsheim entstand durch unvorschriftsmäßige Aufstellung eines Räucherapparates in Verbindung mit Ueberhitzung ein Brand, welcher auf anderes Mobilar Übergriff. Durch hinzukommende Personen konnte das Feuer wieder gelöscht wenden, ohne daß es größere Ausmaße angenommen hatte. In Kirrlach entstand auf einem Heuschuppen ein Brand. Durch die-vorhandenen Futtervorräte verbreitete sich das Feuer rasch. Das Dachgeschoß des an das Wohnhaus angebauten landwirtschaftlichen Anwesens wurde zerstört und dasjenige des Wohnhauses selbst gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Entstehungsursache bedarf hier noch der genauen Aufklärung. Im Schloßwald bei Gondelsheim wurde ein 75 Jahre alter Neubürger erhängt auf gefunden. Kummer um den Verlust seiner Heimat und seine Krankheit dürften den Greis in den Tod geführt haben. „Pfingstochse” und „Pfingstkiih Pfingstbräuche im badischen Land Von jeher ist Pfingsten ein echtes Maienfest gewesen, wenn es auch in manchem Jahr kalendermäßig in den Juni fällt. Die an diesem Feste in verschiedenen Färbungen auftretenden Bräuche deuten auf eine alte, urtümliche- Verwurzelung mit dem Geschehen in der Natur hin. Der Pfingstmaiensteht da und dort im Vordergrund; er wird an vielen Orten schon am Abend vorher unter besonderen Feierlichkeiten eingeholt. Oft taucht dabei ein in grüne Zweige oder in Schilf gekleideter Bursche auf, dem man je nach der Gegend einen bestimmten Namen zulegt: Pfingstel, Pfingsfbär, Pfingstputz und andere Bezeichnungen. Die Leute pflegen Häuser, Stuben, Ställe, Vieh und Wagen zu bekränzen; auch schmückt man gerne Brunnen und Quellen. Bei diesen Bräuchen begegnen wir manchen Bildern, wie sie bei uns in den Sommertagszügen auftreten. Umzüge und Pfingstritte sind mit allerlei bodenstän- digen Sitten und Vergnügungen verbunden; Volksspiele in den eigenartigsten Abwandlungen bilden oft den Mittelpunkt. Ringstechen, Tonnenschlägen, Topf- und Hohnen- schlagen u. a. m. Im Schwarzwald und Alpenland herrscht zuweilen noch die Sitte, am Samstag vor Pfingsten das Vieh zum ersten Male auf die Weide zu treiben. Unter Peitschenknallen künden dies die Hütejungen im Dorfe an. Für die Knechte und Mägde gelte es, ihr Vieh möglichst frühzeitig herauszubringen. Die Kuh, die zuerst auf der Weide eintrifft, erhält einen Kranz um den Hals. Der Knecht, der die Zeit verschlafen hat oder zuletzt auf der Weide erscheint, wird als „Pfingstlümmel“ oder „Pfingstochse“ bezeichnet; vor allem ist der Name „Pfingstochse“ ein recht bekannter Ausdruck und rührt von dem eben geschilderten, weit in die altgermanische Zeit reichenden Brauch her. Doch kann auch die Magd mit, Pfingstbraut“ oder weniger schmeichelhaft mit „Pfingstkuh“ bezeichnet werden, wenn sie sich am Pfingstsonntag zu spät beim Melken im Stalle einfindet. Meist bleibt es nicht nur bei diesen spöttischen Bezeichnungen, sondern der Betroffene muß sich noch zudem allerlei Schabernack gefallen lassen. Wo bei Homberg im Schwarzwald eine Straße seitwärts in steilen Windungen nach Schramberg zieht, liegt ^or Lauterbach der hochgelegene Fohrenbühl, auf dem an Pfingsten der weit bekannt gewordene Schellenmarkt abgehalten wird. Fröhliches Volk strömt dabei aus nah und fern herbei, um dem bewegten Treiben zuzuschauen; vor allem sind es die Hüte- oder Hirtenjungen, die an diesem Tage ihren Handel um wohlklingende Schellen und Glocken betreiben. Es ist ja bekannt, daß man dem Vieh eine Glocke anhängt, um es — sollte es sich einmal verirren — leicht wieder aufzufinden. Eine weidende Herde mit harmonisch abgestimmten Glocken gehört zum Schwarzwald, wie sein Schindelhaus, seine Matten und Wälder. Manche Bräuche, auch diese am Pfingstfest, rftögen in den vergangenen harten Jahren eingeschlafen sein; sie wachzurufen, zu hegen und zu pflegen und sie der nachfolgenden Generation als altes Volksgut zu überliefern, darf gewiß als eine dankbare Aufgabe bezeichnet werden. Daß manches möglich ist und getan werden kann, zeigte der kürzlich bei uns abgehaltene Sommertagszug, bei dem jeder fühlte, daß friedlicher Frohsinn, Sang und Klang besser sind als Zank und Händel in der Welt. — mel. Guter Kaufmanns- und Fadtarbeiter-ladiwudis Nach Abschluß der Facharbeiter- und kaufmännischen Gehilfen-Prüfungen veranstalteten die badischen Industrie- und Handelskammern auch in diesem Frühjahr Lehrabschlußfeiem. Bei der Lehrabschlußfeier für den Kammerbezirk Karlsruhe sprach am Mittwoch Oberregierungsrat Dr. Werber im Namen der nordbadischen Unterrichtsverwaltung. Die jetzt ins Leben tretende Generation habe schon in frühester Jugend stärkste Belastungen ertragen, deshalb sei die Förderung der Gesundheit für sie besonders wichtig. In der Sorge um den Arbeitsplatz und den Anteil an Sozialprodukten müsse die Jugend an ihrer Bildung Weiterarbeiten. Für die Auseinandersetzung mit der Welt der Erwachsenen gebe das Leistungsprinzip ein gesundes Selbstvertrauen. Auch im öffentlichen Leben soll die Jugend mitarbeiten, um dadurch ihren Beitrag für die Erhaltung von Frieden und Freiheit zu leisten. Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer. Direktor Bauch, und der Referent für Berufsausbildung Saß teilten mit, daß die guten Ergebnisse der Frühjahrsprüfungen an der Spitze aller Prüfungen nach dem Krieg stehen und die Kriegslücken bei richtiger Weiterbildung bald geschlossen werden könnten. Bei manchen kaufmännischen Prüflingen wurden noch verschiedentlich mangelhafte deutsche Sprachkenntnisse festgestellt. Bei den Facharbeitern habe das Skizzieren und die Darstellungskunst nicht immer den Erwartungen entsprochen. Ein Sprecher der Prüflinge dankte den Berufsschulen, den Lehrherren und den Kammern; er appellierte an die Wirtschaft und Behörden, nach der Lehrzeit keine Entlassungen vorzunehmen. Die Jugend sei sich bewußt, daß sie an sich selbst arbeiten muß, um in demokratischer und christlicher Haltung zur Gemeinschaft beizutragen. Die 435 Lehrlinge aus Industrie und Handel konnten zu freien deutschen Facharbeitern und kaufmännischen Gehilfen erklärt werden. Die Besten erhielten anläßlich dieser Freisprechung Buchpreise. Jücuchsalet AMedei Banken am Pfingstsamstag geschlossen. Sämtliche Kreditinstitute (Banken, Spai kassen usw.) bleiben am Pfingstsamstag geschlossen. Polizei-Chef Bissinger in Bundesschiedsgericht berufen. Vor einigen Tagen werde der allseits bekannte Chef der Stadtpolizei, Bissinger, in das Schiedsgericht der obersten Mo- torradsportkommissiön im Bundesgebiet mit dem Sitz in Offenbach am Main berufen. Bekanntlich hat seit jeher gerade der Chef der Stadtpolizei sich die Förderung des Aato- und Motorradsports besonders angelegen sein lassen und hat sich auf Grund seiner langjährigen Erfahrung einen guten Ruf als erfahrener und berufener Vertreter in diesen Fragen weit über die Grenzen Badens hinaus geschaffen. Auch heute noch zieht man ihn als Fachmann bei motorsportlichen Veranstaltungen gern zu Rate. In Zukunft wird er nun mit zwei weiteren Herren Einsprüche und Beschwerden von Teilnehmern an derartigen Veranstaltungen mit zu entscheiden haben. Wir freuen uns, daß ein Bruchsaler in diese Kommission berufen wurde und - gratulieren zu dieser ehrenvollen Ernennung herzlich! . Promenadenkonzert im Schloßgarten am Pfingstmontag. Die Stadt- und Feuerwehrkapelle Bruchsal entspricht einem Wunsche des Verkehrsvereins und veranstaltet am Pfingstmontag von 11—12 Uhr im Schloßgarten beim großen Bassin wieder ein Promenadenkonzert, zu dem jedermann freien Eintritt hat. Das Programm lautet: 1. „Frisch in die Welt“, Marsch von H. Franke; 2. Fantasie aus der Oper „Der Freischütz“ von C. M. v. Weber; 3. „Verschmähte Liebe“, Walzer von P. Linke; 4. „Rheinischer Sang“, Rheinlieder-Potpourri v. F. Hannemann; 5. „Mit fliegenden Fahnen“, Marsch von A. Niehoff. VfB 1899 e. V. Bruchsal. Wir möchten unsere Mitglieder und Freunde des Vereins nochmals auf unseren Pfingstausflug am Pfingstsonntag aufmerksam machen. Er führt die Teilnehmer nach Baden-Oos und in das benachbarte Baden-Baden. Nachmittags tragen unsere Mannschaften Freundschaftsspiele gegen die Mannschaften des VfR Baden-Oos aus. Fahrpreis 3.20 DM für Hin- und Rüdefahrt. Abfahrt 7.28 Uhr mit dem Eilzug. Ankunft 8.58 Uhr in Baden-Oos. Interessenten wollen sich in eine bei Sportkamerad Zawazal offenliegende Liste eintragen unter gleichzeitiger Entrichtung des Fahrpreises. Silberne Hochzeit. Gastwirt Willi Schneider, Bahnhofsplatz 5 und Frau Else, geb. Bauer, feiern am Wochenende das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Gleichzeitig blickt der Jubilar auf eine 30jährige Tätigkeit als Gastwirt zurück. Viele Jahre führte er zur~besten Zufriedenheit seiner zahlreichen Kunden die Bahnhofswirtschaft in Bretten. 1937 kam Schneider nach Bruchsal und übernahm hier die früher von Frau Isak innegehabte Bahnhofswirtschaft. Auch in Bruchsal erwarb er sich bald durch sein leutseliges und zuvorkommendes Wesen große Wertschätzung. Wir gratulieren dem Jubelpaar recht herzlich und wünschen Herrn und Frau Schneider alles Gute für ihre weitere Zukunft. Ernennung. Prof. Alfred Wiedemann wurde vom Kultusministerium zum Oberstudienrat und zum stellvertretenden Direktor des Realgymnasiums ernannt. Wir gratulieren dem bewährten Schulmann, der als Freund der Jugend besonders geachtet ist und sich im öffentlichen Leben allseitige Anerkennung erwarb, recht herzlich. Pater Lombardi im Rundfunk. Am Pfingstsonntag, 28. Mai, spricht P. Lombardi, der gefeierte italienische Kanzelredner, von 11 bis 11.30 Uhr, im Süddeutschen Rundfunk im Rahmen einer katholischen Morgenfeier über den Kreuzweg der Liebe und des Verstehens unter den Menschen. Naturfreunde. Die Bruchsaler Naturfreunde beteiligen sich an Pfingsten an der Hauseinweihung der Ortsgruppe Enzberg. Die Abfahrt in Bruchsal erfolgt am Pfingstsonntag mit dem Fahrrad pünktlich 6.00 Uhr, Ecke Augarten- und Württemberger Straße, mit der Eisenbahn dagegen schon um 5.28 Uhr. Bund der Fliegergeschädigten. Der Bund der Fliegergeschädigten, Flüchtlinge und Sparer hält heute Freitag, 20.30 Uhr, im Prinz Max, eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen das Volksbegehren und der Lastenausgleich. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erforderlich. Bis zum 3. Juni gutes Wetter. Abgesehen von Gewitterstörungen kann bis etwa zum 3. Juni mit sommerlichem und überwiegend trockenem Wetter gerechnet werden. Der Landeswetterdienst in Freiburg, der diese langfristige Wettervorhersage herausgegeben hat, weist darauf hin, daß die Heuernte nach Möglichkeit bis zu diesem Zeitpunkt vorgenommen werden soll. Nach dem 3. Juni wird voraussichtlich eine kühle und regnerische Witterungsperiode von unbekannter Dauer ein- setzen. DAG fordert Gehaltsregelung. Der Tarifausschuß des Hauptvorstandes der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) stellte in seiner letzten Sitzung erneut fest, daß die bisher erfolgten Preissenkungen für lebenswichtige Waren unzureichend gewesen sind. Demgegenüber sind die Gehälter, wenn überhaupt nur im geringem Maße erhöht worden. Es besteht daher noch immer eine Spanne zwischen Preisen und Gehälter, die für die Angestellten auf die Dauer nicht tragbar ist. Die DAG hält deshalb eine Erhöhung der Gehälter für erforderlich und überprüft die Einleitung von Tarifbewegungen. Der GJüchwiiiisdi des MGV Armin Zum 99. Geburtstag von Thomas Hillenbrand in Kronau Torf statt Laubstreu Ein Weg cur Beseitigung der schädlichen Waldstreunutzung Am vergangenen Dienstag fanden sich zum 99. Wiegenfest unseres Mitbürgers Thomas Hillenbrand eine große Anzahl von Menschen aller Stände ein, um dem Altersjubilar alles Gute zu wünschen. Die geistliche und die weltliche Behörde hatte im Laufe des Tages ihre Grüße übermittelt, wozu sich ein Schreiben des H. H. Erzbischofs mit einer kleine«" Spende gesellte. Doch die größte Freude durfte der Jubilar erfahren, als abends sein Verein, der Mannergesangverein Armin, erschien, um seinem Gründer ein Ständchen darzubringen. Zwei gutgelungene Chöre ließen bei Hillenbrand wieder alte Erinnerungen wach werden, und' an dem freudigen Lächeln erkannte man die tiefe Verbundenheit mit dem Verein, die ihn heute noch beseelt. Vorstand Leonhard Hillenbrand übeibrachte die Wünsche des Vereins. Wohl wenige wird es in der näheren Umgebung geben, die in einem so hohen Alter innigen Anteil an dem Geschehen eines Vereins nehmen. Deshalb müsse die junge Generation staunend und voll Ehrfurcht vor dem Alter stehen. Jeder Sänger müsse sich an dem Jubilar ein Beispiel nehmen und treu zur Fahne des Gesangvereins Armin stehen. Ergreifend war es, als der Jubilar sich vom Sessel erhob und zu seinen Sangesbrüd^rn herzliche Worte des Dankes sprach und, vor Freude fast Tränen in den Augen, versicherte, daß er nicht ahnte, daß ihn der Verein in so hohem Maße ehre. In den kommenden Tagen werde er noch viel von seinem Verein erzählen, den er am 2. Februar 1872 mit einigen Arbeitskameraden von der Korsettfabrik Kislau gründete. Als erster weltlicher Gesangverein erlebte er die Fahnenweihe 1873, um dann mit dem Verein viele Jahrzehnte Freud und Leid zu teilen. Als am 12. Juni 1949 der Verein zum zweiten Male aus der Taufe gehoben wurde, sah man den 98jährigen, als einziger Ueberleben- der der Gründer, inmitten seiner Sangesbrüder. Inzwischen ist der Verein auf 120 Mann gewachsen und wir wünschen mit dem Jubilar dem Gesangverein Armin in den kommenden Jahren viel Erfolg, -t- Wiesental Im „Palast-Theater“ kommt vom 26. bis 28. Mai der schöne und handlungsreiche Ge- birgsfilm „Der Wildschütz von Tirol“, nach der bekannten Novelle „Bergkristall“ von Adalbert Stifter, zur Aufführung. — Am Pfingstmontag und am 30. Mai wird' als Sonderprogramm der sensationelle Harry-Piel- Film „Der Dschungel ruft“ gezeigt. Am Pfingstsonntag, um 20.30 Uhr, tritt der Fußballverein 1912 in der Rosenhalle mit einer großartigen Operettenaufführung an die Oeffentlichkeit. Die Laienspielgruppe des FV 1912 Wiesental, das verstärkte Orchester des Musikvereins e. V. unter der Leitung von Hauptlehrer Schaum und eine Ballettgruppe bringen die melodienreiche und humorvolle Operette „Das Lied der Heimat“ zur Aufführung. ap. Auf Grund einer Verfügung des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden Erhebungen über die Wald 1 - streunutzung in den einzelnen Ländern und Bezirken durchgeführt. Der Bund überlegt, ob durch verbüligte Torfstreuabgaben den Schädigungen der Forsten durch Streunutzung entgegengewirkt werden kann. Dabei wäre eine wertvolle Gelegenheit gegeben, aus den Marshallplan-Gegenwerten durch Torfstreuverbilligung sowohl der Landwirtschaft wie der Forstwirtschaft zu helfen. Um das Ausmaß der derzeitigen Schäden der Waldstreunutzung festzustellen, soll darüber Bericht erstattet werden, welche Waldstreu- 60 Jahre Musikkapelle Nendorf Festliches Jubiläum über die Pfingsttage Vor 60 Jahren gründeten eine Anzahl Musikfreunde die Neudorfer Musikkapelle. Ueber die beiden Pfingstfeiertage findet in der für diesen Zweck hergerichteten Dreschhalle und' Umgebung das Jubiläum statt. Am Pfingstsonntag ftm 18 Uhr setzt sich der Festzug der auswärtigen Musikkapellen und der Ortsvereine zum Festplatz in Bewegung. In einem feierlichen Akt wird der verstorbenen, gefallenen und vermißten Mitglieder gedacht. Hauptlehrer Eberhard hält als Festpräsident die Festrede. Im Verlaufe des Abends werden die Gründer und verdienten Mitglieder geehrt und ausgezeichnet. Außer der hiesigen Kapelle werden die benachbarten Vereine Karlsdorf, Neuthard und Graben und die Gesangvereine Frohsinn und Liederkranz mitwirken. Alle Freunde der Musik sind willkommen. Durch ein Platzkonzert der Musikkapelle Neudorf vor dem Rathaus wird am Pfingstl montag um 13 Uhr der zweite Tag des Jubiläums eröffnet. Anschließend bewegt sich der Festzug durch das ganze Dort Es beteiligen sich die Kapellen Graben, Neuthard, Karlsdorf, Hambrücken, Rußheim, Linkenheim und' Blankenloch. Auf dem Festplatz wird sich unter den Klängen der Musikkapellen, die alle ihr Bestes bieten, ein lebhaftes Treiben entwickeln, Vorstand Ludwig Dörfler organisiert das Drum und Dran, Dirigent Josef Brecht das musikalische Programm. Weil die Musikkapelle im Leben einer Gemeinde eine wichtige Rolle spielt und weil sie bei freudigen und traurigen Anlässen ihre Töne erschallen läßt, wird das Jubiläum auch von der ganzen Gemeinde unterstützt. Allen Freunden der Musik ist über die Pfingsttage gute Unterhaltung und Zerstreuung geboten. H. nutzungen z. Zt. noch im Gange sind. In vielen Teilen der Bundesrepublik ist noch immer die Nutzung von Waldstreu für landwirtschaftliche Zwecke sehr verbreitet. Große Mengen Laub-, Nadel- und Plaggenstreu werden aus den Bauernwäldern sowie auf Grund von Berechtigungen oder Vergünstigungen auch aus Staats- und Gemeinde- wäldem in die Viehställe gefahren. Die Entfernung der Streu ist unter den meisten Verhältnissen für den Wald sehr schädlich, da sie den Nährstoffhaushalt und die Struktur sowie den Wasserhaushalt der Böden beeinträchtigt. Bei häufiger Wiederholung führt die Streunutzung zu so schwerer Devastie- rung der Böden, daß darauf nur noch Krüppelwälder wachsen. Aber auch für die Landwirtschaft ist die Streudüngung von sehr zweifelhaftem Wert; die Waldstreu ist ein minderwertiger Ersatz für Stroh und andere Streumittel; sie macht den Boden „taub“ und schadet oft mehr, als sie nützt. Die Landwirtschaft ist jedoch in manchen armen Gegenden, wo die Stroherträge mangelhaft sind, auf Waldstreu angewiesen, sofern kein anderer Ersatz geschaffen wird. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß das Bundesministerium erwägt, zur Beseitigung der Waldstreunutzung verbilligte Torfstreu abzugeben. Aus Kraiilifjau und Briihrain Obergrombach Den Bund fürs Leben schlossen der Landwirt Johannes Werner Wolf, Hauptstraße 19, und die ledige Landwirtstochter Julia Wolf, Bruchsalerstr. 10. Aus diesem Anlaß brachte der Turnverein mit seinen Abteilungen seinem eifrigen Vereinsmitglied und aktiven Turner eine wirklich schöne Ehrung dar. Besonders eindrucksvoll waren die unter bengalischer Beleuchtung gezeigten Pyramiden. Die Glückwünsche des Vereins überbrachte der erste Vorstand Schreinermeister Leopold Schott. Anschließend traf sich die Turnerfamilie im Vereinslokal zur Krone, wo der von dem jungen Paar gestiftete Trunk vortrefflich mundete. Nach längerem Leiden verschied' am Mittwoch dieser Woche Frau Maria Klinger geb. Paul, Gondelsheimerstr. 31. Die Verstorbene ist Flüchtling aus Mariahalom in Ungarn. hen Alters wegen fast völlig taub geworden war. Gott gebe ihr die selige Ruhe. Am letzten Sonntag besuchte uns der Kirchenchor von St. Peter, Bruchsal, der über den Eisenhut eine Morgenwanderung nach Ubstadt machte. Er sang unter der Leitung, seines in Ubstadt wohnenden Dirigenten, Hptl. Schulz, im Hauptgottesdienst die Choralmesse a capella von Anton Bruckner, sowie ein siebenstimmiges Veni Creator und einen Chor zu Ehren der Gottesmutter Maria. Anschließend verbrachte der Kirchenchor im Gasthaus zum Engel ein frohes Stündchen bei Gesang Und Frohsinn. H. H. Pfarrer Eisele und der Dirigent des Ubstadter Kirchenchores, Hptl. Stöhr. erschienen zur Freude der Bruchsaler, wobei Pfarrer Eisele in herzlichen Worten für die Darbietungen im Gottesdienst dankte. Beim Abschied' rief man sich ein gegenseitiges frohes Wiedersehen zu. — z— Schwerer Verliehrsiiniall bei St. Leon Personenkraftwagen überschlug sich mehrmals — Fünf Schwerverletzte Am Montag früh gegen %2 Uhr geriet ein PKW von Sandhausen auf der Landstraße zwischen Rot und Walldorf bei einer Kurve- infolge hoher Geschwindigkeit in® Schleudern. Der Fahrer, der etwas unter Alkoholeinfluß stand, verlor die Herrschaft über das Fahrzeug, in dem sich noch vier weitere Personen befanden, darunter auch ein Mädchen von St. Leon (18 Jahre alt). Das Fahrzeug überschlug sich einige Male und blieb kopfüber im Ackerfeld liegen. Sämtliche Insassen mußten mit teils sehr schweren Verletzungen in die chirurgische Klinik in Heidelberg eingeliefert werden. Der Fahrer sowie ein weiterer Insasse hatten Wirbelsäulenbrüche, der andere innere Verletzungen. Das Mädchen aus St.' Leon trug einen Schädelbruch, Gehirnerschütterung sowie einen Armbruch davon. Arzt und Polizei waren gleich zur Stelle, so daß eine sofortige Ueberführung möglich war. Zur Zeit ist der hiesige Spargelmarkt in vollem Gange. Es werden täglich zwischen 35 und 50 Ztr. Spargel von den Landwirten abgeliefert. Durch Witterungseinflüsse und durch den Spargelkäfer ist die Ernte in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Früher wurden ungefähr an die 110 Ztr. Spargel täglich abgeliefert. Im Alter von 83 % Jahren starb am Mittwoch der Landwirt und Zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde Jakob Heger IV, Lie- gelstraße. Bei der Gesellenprüfung der Handwerkskammer Heidelberg haben die beiden Prüflinge Heinrich Becker, Hauptstr., und Friedr. Weis, Häuserlochstr., die beide bei Schneidermeister Wilhelm Klevenz lernten, unter 27 Teilnehmern als einzige die Note - „sehr gut“ erhalten. Am Sonntag führte das Kath. Männerwerk im Saal zum Löwen das Theaterstück „Der Freischütz“ mit gutem Erfolg auf. Die Spieler vom Kirchenchor, Männerwerk, Gesangverein und Sportverein gaben ihr Bestes. Der Erlös wird zur Anschaffung neuer Kirchenglocken verwendet. Das Theaterstück stand unter der Leitung von Rektor Kohl sowie von Lehrer Karl ein. h. ■ * Odenhelm Am Sonntag sprach Rechtsanwalt a. D. Dr. Duttenhofer im Blumensaal zur Notgemeinschaft. Er forderte die Versammelten auf, sich für das Volksbegehren auf Auflösung des Landtages zu entscheiden. Eine lebhafte Diskussion schloß sich den Ausführungen des Redners an. Am Dienstag wurde die vor einem Jahr in Genf verstorbene Sophie Fersching auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. Am Mittwoch sprach im Rahmen der Verkehrsunfallverhütungswoche Meister der Polizei Orians zur Schuljugend. Durch anschauliche Beispiele wies er die Kinder auf die Verkehrsregeln und ein richtiges Verhalten auf der Straße hin. Der Verkehrsverein Odenheim lädt für den Pfingstsonntag um 20.30 Uhr zu einem bunten Abend im Stemensaal ein. Eine große Revue unter dem Motto „Reise um die Welt“ mit dem neuesten Schlagern, anmutigen Ballettszenen und vielen tollen Einfällen, wird unter der Leitung von Herrn Erich Beil den Besuchern einige Stunden der Kurzweil und der Entspannung bieten. Kabarettistische Einlagen von Sängern, Zauberkünstlern und Fakiren bereichern das bunte Programm. Auch der Rätselfreund wird während eines kleinen Preisratens auf seine Rechnung kommen. Da Musik das A und O der Veranstaltung ist, fehlt natürlich nicht die bekannte Tanzkapelle Richard Eisenschmid mit ihren Solisten. Nur einheimische Kräfte werden das reichhaltige Programm bestreiten und einem jeden Besucher frohe Laune mit nach Hause geben. Die Stemlichtspiele zeigen am Pfingstmontag den Farbfilm: „Die schwarze Narzisse“. w. Das Volksbegehren auf Auflösung des Württ.-Badischen Landtags hat bis jetzt noch keinen Widerhall gefunden. Obwohl die Einzeichnungslisten seit dem Sonntag täglich während der üblichen Dienststunden und am Sonntag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr auf dem Rathaus aufliegen, ist bis jetzt noch keine einzige Eintragung erfolgt. Die Frist der Einzeichnung endet am 3. Juni 1950 mittags 12 Uhr. g. Ubstadt In dieser Woche starb nach einem arbeitsreichen Leben unsere älteste Mitbürgerin, Witwe Angeline Jänner, geb. Keller, Pfarr- straße, im beinahe vollendeten 96. Lebensjahr. Die Greisin war bis in ihre letzten Tage geistig äußerst regsam, obwohl sie ihres ho- EUROPA-LICHTSPIELE zeigen vom 26. bis 29. Mai ieAtdtb hs(ftfHrTffk4id0L ‘nmoitf(wn unMie sieben ( SHOW WHITE «MDTHESntNDWMFs) IN DEUTSCHER SPRACHE n ko MPIB v Der erste aoendfüllende Zeicnentrickfilm — gestaltet von dem Schöpfer der unvergeßlichen Micky-Maus. Ein filmisches Erlebnis von wahrhaft einmaliger Bedeutung. Anfangszeiten: Täglich um 17, 19 und 21 Uhr; an den beiden Pfingstfeiertagen außerdem noch um 14.15 Uhr. Sie könnten sich noch besser klei den und trotzdem weniger ausgeben Sie müssen jedoch zum Kleider Fachmann gehen.. auf ihn können Sie sich verlassen. ....auf Kruse & Kurzenberger Brudual - Wörthsfrafje 4 ►xfmmer- atvssen ward«! «chnell und sidter über Noch! durdi ^ii^ beseitigt DM3,—extra VbtsNSrkt DM 3,5Q Oberraschend«» Ergebnir— Er hilft wirklichl — Jahrzehntelang bewahrt. Gegen Pick«!, 'Mitesser DM 2,75 erhältlich hl all«ir Fachgeschafter Drogerie F. Well, Bahnbofsplatz 1 Drogerie O. Decher, Zollhallenstr. 2 8 Ar WIESENGRAS u. STROH zu verkaufen. Württembercer Straße 12 Ober hausen Die Kapelle des Musikvereins hält am Pfingstsonntag von 12—1 Uhr auf der Kreuzstraße ein Standkonzert ab. Da ein auserlesenes Programm zum Vortrag kommt, wird die Einwohnerschaft gebeten sich zahlreich an dem Konzert zu beteiligen um so die Verbundenheit zur örtlichen Musikkapelle unter Beweis zu stellen. Hambrücken Am Freitag, 26. Mai, vollendet Frau Johanna Köhler geb. Soder, Hauptstr. 32, ihr 78. Lebensjahr. Wir wünschen der Jubilarin einen recht langen und sorgenlosen Lebensabend. k. * Deutsche Soldatenfriedhöfe in Afrika. Wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mitteilt, sind die drei deutschen Friedhöfe El Kantara, Ismaila und Suez in der Kanalzone in Aegypten aufgelöst und die Toten auf die Friedhöfe in El Tahag und Fayed (Geneifa) übergeführ.t worden. Außer diesen beiden Grabstätten, die seinerzeit neben den Gefangenenlagern angelegt worden sind, besteht noch ein größerer Friedhof in Moascar, dessen deutsche und italienische Gräber in gutem Zustand sind. Im Kampfgebiet Sollum—El Ala- mrtin gibt es folgende deutsche Soldatenfriedhöfe: Tell-El Eysa, 19,5 km westlich Alexandrien, Dihdi Abd-el-Rahman, 132 km westlich Alexandrien, Ghazala, 141,5 km westlich Alexandrien, ferner im Bereich der Stadt Marsah Matroukh und im Gebiet von Sollum. Geliebter der Giftmischerin verhaftet Pforzheim (lwb). Der frühere Geliebte der Enzberger Giftmischerin Hüde Heller ist in Pforzheim verhaftet worden. Die des Giftmordes an ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft zurüdegekehrten Gatten angeklagte Hilde Heller soll nach einer Mitteilung der Polizei ihren ehemaligen Geliebten beschuldigt haben, er habe sie zu dem Verbrechen angestiftet. Der Prozeß gegen die Angeklagte soll demnächst vor dem Schwurgericht in Heil- itronn eröffnet werden. Kirchliche Illachrichten Wallfahrtskirche Waghäusel. Pfingstmontag; Fest des hl. Bruder Konrad. Gottesdienste mit Predigt: 7, % 9 , 10, %3 und 4 Uhr. Alle Kon- radsverehrer sind herzlich eingeladen. * Nattonaltheater Mannheim Spielplan vom 28. Mai bis 3. Juni 1950 Pfingstsonntag, 19.30 Uhr: „Der fliegende Holländer“. Oper von Rieh. Wagner. Pfingsmontag, 19.30 Uhr: „Die ungarische Hochzeit.“ Operette von Nico Dostal. Dienstag, 19.30 Uhr: „Das Wintermärchen“, von W. Shakespeare. Mittwoch, 19.30 Uhr: „Außerordentliches Akademie-Konzert“ unter Leitung von Generalmusikdirektor Prof. Eugen Szenkar, Rio de Janeiro. Donnerstag, 19.30 Uhr: „Die Ratten.“ Berliner Tragikomödie von Gerh. Hauptmann. Freitag, 19 Uhr: „Die Räuber“, von Fr. v. Schiller. Samstag, 18 Uhr: „Die Walküre“, von Rieh. Wagner. Rhein wasserstände Konstanz 375 (+7), Rheinfelden 282 (+14), Breisach 238 (+14), Straßburg 298 (+14), Karlsruhe 447 (+7), Mannheim 310 (+12). Freitag, 26. Mai I960 Aus dem badischen Sagenschalz: Aus dem Badnerland Der Poppele von Hohenkrähen und seine Strehhe Fast in der Mitte des Hegaus, wo mehrere Bergkegel emporragen, die in der Urzeit wohl durch eine vulkanische Evolution aus dem Erdinnern erhoben und als Erdblase gebildet wurden, steht ein Fels mit fast senkrecht abschließenden Wänden und auf ihm die Ruine einer Burg, reich an Geschichte und Sage. Es ist der Hohenkrähen, vom Volk auch Zuk- kerhut und Kobel genannt. Wie soviele Burgen, so hat auch der Hohenkrähen seinen Burggeist: Poppele geheißen. Sein Name war eigentlich Johann Christof Poppolius Meier, weiland Schirmvogt einer verwitweten Freifrau von Krähen, dessen irdischer Leib in der Pfarrkirche des nahen Ortes Mühlhausen vor dem Hochaltar liegt. Hier findet sich noch sein Grabmal mit sehr abgetretener Umschrift, aus der man aber die noch lesbaren Worte herausbringen kann: Hie jacet Poppolius.- Die Sage erzählt, daß er um das Erbe seines Bruders zu erlangen, ihn mit einem Pfeil getötet habe. Als er daraufhin vor Gericht kam, leugnete er alles und schwur, er wolle als Geist umgehen, wenn er nicht die Wahrheit sage. Sein Schwur ging in Erfüllung, bald nach seinem Tod fing es an zu gespenstern. Doch waren Poppolius’ Streiche mehr neckischer, als eigentlich bösartiger Natur, und er zeigte sich in allerlei Gestalten, bald als Fußgänger, bald als bleicher dürrer Reiter auf weißem magerem Rosse. Zu einem Müller aus Radolfzell, welcher abends spät vom Möhringer Markt heimfuhr, und eine schwere Gurte um den Leib trug, denn er hatte seine Früchte gut verkauft, kam unter der Burg Krähen ein schlecht gekleideter Mann und bat ihn, er möge ihn mitnehmen bis Singen, da es schon spät sei, und- er nach Hause eile. Der Müller ließ den Wanderer aufsitzen. Kurz vor Singen mußte der Müller absteigen und ein Geschäft tun, dem kein Kaiser und König sich entziehen kann. Als er aber den Hosenträger aufknöpfte, ward er auf einmal inne, daß die Geldgurte, die er um den Leib trug, ganz leicht und leer geworden „Au weh,“ schrie der Müller, „wo ist mein Geld hingekommen,“ und blickte voll Verdacht auf den Wanderer, der neben ihm gesessen, als wollte er sagen: Du, und kein anderer, hast mir das Geld aus meiner Gurte gestohlen. Der Wanderer aber sagte ganz gleichgültig, indem er eine grundehrliche Miene zeigte: Meister Müller, ich habe das Geld nicht, aber geht einmal zurück, vielleicht findet ihr das Geld wieder. Da schaute der Müller vor sich hin und sah, denn eben blickte der Mond aus den Wolken, auf dem Weg einen Taler liegen, akkurat einen, wie die sei- nigen waren, und als er weiter vorwärts ging, sah er eine zweiten, und einige Schritte weiter einen dritten. Da lachte der Wanderer laut auf, stieg vom Wagen, rief denj Müller höhnisch zu: Gute Geschäfte, Meister Müller! Der hörte noch einmal ein lautes Lachen, aber der schlimme Gast war verschwunden. Jetzt erst merkte er, daß er es mit dem verwünschten Poppele zu tun gehabt. Schnell stellte er sein Fuhrwerk in der Krone in Singen ein und ging suchend zurück, eine Stunde weit auf der Landstraße, und las alle zwanzig! Schritte einen Taler auf. Nach und nach fand er alle seine Taler, die ihm Poppele aus der Gurt gespielt hatte, den letzten erst morgens 5 Uhr an der Stelle, wo er den Poppele zu seinem Unheil auf den Wagen genommen hatte. Eines Tages, da Markt in Engen war, kam eine Frau von Rielasingen daher und trug einen schweren Korb mit Eiern auf dem Rücken. Schon hatte sie aufs Haar hinaus ausgerechnet, wie viele Batzen sie von ihren Eiern lösen und was für einen Profit sie heimbringen könnte, da setzte sie sich unter dem Krähen müde auf einen Baumstamm. Kaum saß sie mit ihrer Last auf dem bequemen -Ruhesitz, da verschwand dieser unter ihrem Hinterteil, und es war ihr, wie einem, dem man den Stuhl von hinten wegzieht. Die arme Frau lag den gestreckten Weg auf dem Boden und jammerte einmal, weil sie keinen sanften Fall getan, noch mehr aber, weil die Eier umherlagen, wie ausgesät. Aber ihr Jammer wandelte sich wieder in Freude, denn-kein einziges Ei hatte nur ein Sprüngli gekriegt. Denn schaden will der Poppele nicht, nur necken. Wenn der Burggeist guter Dinge war, und das war er immer in guten Weinjahren, da machte er sich den Spaß, die Räder der vorbeifahrenden Kutschen und Wagen so lange zu sperren, bis er durch Fluchen verjagt wurde. Besonders hatte er es auf Geistliche und Klosterfrauen mit seinen Neckereien abgesehen. Einmal im Herbst, fuhr die Äbtissin von Amtenhausen unter dem Krähenberg vorüber, denn sie wollte das ihrem Kloster gehörige Rebgut in Oehningen besuchen. Aul üditnngserfolg der Die junge Boxstaffel des „TSV 1898“ Wiesental hat sich bei einem Vergleichskampf gegen die kampferfahrene Boxstaffel des „ASV“ Landau in Landau (Pfalz) vor einem tausendköpfigen Publikum hervorragend geschlagen und wurde knapp mit 7 : 9 Punkten besiegt. — Im ersten Kampf, im Jugend- Fliegengewicht, bei dem sichMachauer II (W) gegen Wann (L) ausgezeichnet schlug und den Gegner durch pausenlose Zermür- bungsarbeit an den Rand der Niederlage brachte, kam Wiesental durch eine Fehlentscheidung .der Punktrichter um den verdienten Sieg. Im Jugend-Weltergewicht teilten sich Stegmüller (W) und Pantzeter (L) nach ausgeglichenem Kampfverlauf die Hinkte. Im Senioren-Federgewicht mußte Heiler (W) bereits in der 1. Runde auf geben, S 9 daß Schenkenberger (L) zu einem Erfolg kam. Beim zweiten Federgewichts-Treffen wurde Schuhmacher (W) in der 1. Runde ko.- Sieger gegen Stuck (L). Im Senioren-Leichtgewicht wurde der schlagkräftige Leber (W) in der 2. Runde ebenfalls ko.-Sieger über Hahn (L). Doch im Senioren-Weltergewicht ging Gänsmantel (W) gegen den routinierten Metz (L) bereits in der 1. Runde k. o. Auch im zweiten Weltergewichts- kampf mußte sich Heinz (W), der seinen ersten Ringkampf bestritt, nach tapferer Gegenwehr, nach einem Leberhaken von Zeitz (L) auszählen lassen. Im Senioren-Mittelgewicht kam es zum Hauptkampf des Tages, zwischen Pitz (W) und Weltz (L). Der Kampf sollte über sechs Runden gehen, doch schon in der ersten Runde wußte man, daß einer der beiden Boxer nicht über die Zeit kommen würde. Die beiden hartnäckigen Gegner verlangten sich im lebhaften Schlagwechsel alles ab. Die erste Runde endete unentschieden, doch in der zweiten Runde brach das Unheil über den Landauer ein; Serie um Serie schwerster Schläge prasselten auf ihn nieder, denen er zunächst mit einigem Erfolg ausweichen konnte. Doch einen kleinen Deckungsfehler nützte Pitz (W) zu einem meisterhaft angesetzten Leberhaken aus und schickte Weltz (L) weit über die Zeit zu Boden. Begeisterter Beifall der Zuschauer belohnte die Wiesentaler Boxstaffel, die sich gegen einen so schweren Gegner wie ASV Landau so tapfer geschlagen hat. * Bei den mittelbadischen Jugendmeisterschaften in den schwerathletischen Disziplinen in einmal kam sie nicht mehr weiter, denn der [Poppele hielt von hinten das zweirädrige Fuhrwerk mit seiner Geisterkraft fest, so daß idie Rosse keinen Schritt vorwärts kamen. An fein Fortkommen war nicht zu denken, da rief die fromme Frau Abtissin, die beim Efn- steifeen dem Fuhrmann verboten hatte, ja nicht zu fluchen, voll Angst und Verzweiflung: Nun Seppele, so fluch’ in Gottes Namen. Und siehe da, kaum waren hintereinander ein halbes Dutzend Flüche von schwerem Kaliber, die längst dem Seppele auf der Zunge saßen, losgelassen, so ging es augenblicklich vom Fleck, die Pferde flogen, wie mit Windesflügeln, daß die fromme Frau Cordula einmal über das andere rufen mußte: Ums Himmelswillen, Seppele, Seppele a bizzele langsam, und im Nu waren sie zu Oehningen angekommen, denn der Poppele trieb jetzt selbst die Pferde an, um sein Unrecht gegen die Äbtissin wieder gut zu machen. Epy. Wiesentaler Boxer Durlach, kamen die Wiesentaler Vertreter zu sehr guten Erfolgen. Im Weltergewicht wurde Ehmann (KSV Wiesental), 1. mittelbadischer Meister und im Federgewicht wurde Zimmermann (KSV Wiesental), 2. mittelbadischer Meister. Wir gratulieren. Fußball FV 1912 Wiesental — Germania Forst 3 :5 Beim Kreis-Endspiel um den Verbandspokal wurde der Fußballverein 1912 Wiesental von Germania Forst mit 3:5 Toren besiegt. Wiesental mußte ohne Schaudt (Mittelläufer) und Müller (Torwart) antreten. Die Förster Stürmerreihe zeigte eine bessere Zusammenarbeit und wurde in ihren Aktionen von der Wiesentaler Hintermannschaft noch unterstützt. Der durchaus möglich gewesene Sieg der Wiesentaler Elf, wurde von der Förster Hintermannschaft, die ein konsequentes Dek- kungsspiel zeigte und von dem ausgezeichneten Torwart zunichte gemacht. Durch eine mangelhafte Schiedsrichterleistung, der durch viele Fehlentscheidungen beide Mannschaften benachteiligte, kamen unschöne Momente ins Spielgeschehen, sodaß das sportliche Niveau des Spieles als ziemlich niedrig zu bezeichnen ist und keineswegs die Erwartungen der Zuschauer zufrieden stellte. ap. * Wiedereinführung der Sportabzeichen! Die von vielen Sportlern schon lange erwartete Wiedereinführung der Sportabzeichen ist jetzt Tatsache geworden. Demnächst werden durch die Kreisfachwarte die- genauen Ausschreibungen und Abnahmebedingungen bekannt gegeben. Die verlangten Leistungen sind die gleichen- geblieben, wie es früher war. Einen kleinen Schönheitsfehler hat das neue Sportabzeichen allerdings: Es wird nicht als „Deutsches Sportabzeichen“ sondern — vorläufig wenigstens — nur auf Länderbäsis verliehen. Diese aus politischen Gründen verfügte Einschränkung wird jedoch kaum das Interesse der Sportler beeinträchtigen. Im Gegenteil, wir könnten uns vorstellen, daß „unser Badisches Sportabzeichen“ später einmal nicht nur Anerkennung sportlicher Leistungen, sondern auch — Sammelwert — haben kann ! Herausgeber: C. und H. KrUse, Bruchsal, Wörthstr. 4, Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Stauder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped. Krais. Karlsruhe. Waldstraße 50. — Zur Zeit ist Preis iste Nr. 1 gültig. , M 1 m - Die PoUzei nahm einen Mann aus Heidelberg fest, als er in einer hiesigen Druckerei Ausweiskarten für ein soziales Hilfswerk in Auftrag gab. Er war im Besitz von Sammellisten, mit denen er in Mannheimer und Heidelberger Geschäften Gegenstände eingesammelt hatte. Beim Verhör berief er sich auf den „Leiter" des fiaglichen HilfsWerkes, der jedoch keine Sammelerlaubnis besitzt, geschweige denn Unterlagen über Höhe und Verwendung der inzwischen eingegangenen Geldspenden vor- iegen konnte. Offenbar handelt es sich um eine geschickt aufgezogene Betrügerei. Pech muß man haben Mannheim. Im Stadtteil Neckarau fuhr ein Kraftfahrer gegen einen Steinpfosten. Beim Sturz zogen er und seine Soziusfahrerin sich erhebliche Verletzungen zu. Als Überraschung ergab sich, daß das Kennzeichen des Motorrades von einem gestohlenen Kraftrad stammt Arheitsvermlttiung wurde mißbraucht Mannheim. Allen Eltern wird empfohlen, ihre minderjährigen Kinder zu begleiten, wenn diese sich für ein neues Arbeitsverhältnis vorstellen wollen. Das Arbeitsamt kann nicht bei jeder Anforderung nachprüfen, ob Persönlichkeit und Vorleben des anfordernden Arbeitge- bers alle wünschenswerten Voraussetzungen er* füllen. Diese Empfehlung ergab sich aus einer Verhandlung, die unter Ausschluß der öffent- tichkeit vor der Großen Strafkammer Mannheim stattgefunden hat. Ein Mechanikermeister und ein Kraftfahrer batten Bewerberinnen fcn Alter von 16 bis 17 Jahren angefordert und dann mit Wein gefügig gemacht. Der mehrfach vorbestrafte Kraftfahrer hat schon 1936 im Luftschutzbund ähnliche Verfehlungen begangen. Nordbadens Polizeistatistik für April Die Landespoiizei Nordbaden meldete für April die Gesamtzahl von 2380 Verbrechen und Vergehen, bei denen ein Schaden von 359970 DM entstand. In der Mehrzahl handelt es sich wieder um Eigentumsdelikte (1507) während die Zahl der anderen Delikte dem gegenüber zurückblieb. Vergehn gegen das Leben erfolgte in 112 Fällen Von den 6277 Übertretungen entfallen auf verkehrspolizeiliche Feststellungen 3856, aui Landstreicherei 53. Auf Grund von Ausschreibungen wurden 60 Festnahmen und 68 Aufenthaltsermittlungen getätigt Bei insgesamt 1862 durchgeführten Verkehrskontrollen wurden 11690 Kraftfahrzeuge und 4920 sonstige Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden 3437 Personen angezeigt und 3020 verwarnt. Bei 1002 Jugendkontrollen wurden 595 Jvgendliche angezeigt und 1167 verwarnt. Besondere Vorkommnisse: 8 Verkehrsunfälle mit Todesfolge, 120 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, 130 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, 9 sonsüge Unfälle mit Todesfolge, 9 Selbstmorde, 5 Selbstmordversuche. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle hat gegenüber dem Vormonat um 74 zuaenommen. Gas-Hüttenwerk geplant Karlsruhe. Nach einem Gutaclften der Professoren Dr. Jungbluth und Dr. Terres von der Technischen Hochschule haben die Prüiun- gen des Verfahrens für das geplante Gas-Hüttenwerk ein günstiges Ergebnis gehabt Wenn die Finanzierung zustandekommt kann im Karlsruher Hafengelände ein Werk entstehen, das 3000 Arbeiter beschäftioen würde. Pater Lombard! Helferdienst Bühl/Baden (CND). Unter dem Namen „Pater Lombardi Helferdienst" wurde in Bühl ein Sekretariat eingerichtet, das sich zur Aufgabe macht, die jetzt im Druck erschienenen Predigten des italienischen Kanzelredners bis ins letzte Dorf zu verbreiten. Die Karlsruher Predigt Lombardis ist unter dem Titel „Die Versöhnung der Herzen" erschienen und kann beim „Pater Lombardi Helferdienst", Bühl/Baden, Rheinstraße 24, zum Preis von 20 Pfennig bezogen werden Von MAX NEAL (totrrfgkl 1934 H Fr»(tk*il-f>rU|, SfäWnll toi Mxabn) • 421 ©aul fdjaute ihn h»4müttg an. „34 fja&e nichts weitet gu fagen.' Sr. ©ämt tonnte einen fleinen ©eufget über Die Starrföpfigfeit nitijt unietbtücfen. Ruch öer Snminalinfpeftor rnadjte eine un« gebutbige Bewegung. Set UnterfudjungStiiÄtet fcfjlug jefct einige Glättet bet Sitten tun, laS mit ijodjgejogenen Stauen unb meinte: „Sie batten feinergeit, als bie 3eitungen doII con biefem Btorb waren, unb Re babon fd)rieben, Da! bie ©pur be§ SäterS nadj 3ürid> {übten würbe, bei bem ©olijeitat St Sleuie telephonif4 anaefragt, ob biefe Rach« riebt ftimme. SBarum gaben Sie R4 fo auf« füllig ba für intereffiert, ob bie ©pur tatfädj* (Mb nadj hieT führe?' SDgiet fani ntcfjt gleidj eine Antwort. St erinnerte fid): Damals batte ibn eine unbe« greiflidje g?urdjt überfallen, Da! bet Setbadjt auf ibn fallen tonnte, falls bet ©olijei feine früheren ©egiehungen gu {Robert SBernburg oetannt geworben feien. Siefe fturebt batte ibn bamalS p bem unfinnigen Selephonge« fbtäd) PeramaRt. „SJIei# Sntereffe wat bodj gang begteiflidj, ba idb Doch ben jungen SBetnburg bon feinem biefigen Aufenthalt gefannt habe/ „SaS haben Sie bem ©olijeirat aud) fäjon etflürt. fett aber glauben, DaR biefeS Sele« pljongefprädj ein RuftRuR $ht«8 fdjledjteii ©"muHiä. war.* „Run ja . . . alles, was idb in jener Seit getan unb nid)t getan habe, wirb gu meinen Dngunften aufgelegt', gab ©aul gurfid „SaS ift nun einmal nidjt anberS.' St. ©ämi tat, als habe er biefe ©enter« fung übetb&rt. Sr legte ben {finget auf ben Studfnopf bet ßltngel unb rief bem ein* tretenben Sürobiener gu: „Sie 3eugin Margarete 3nfelin.' Frau 3nfeUn betreff gögetnb baS 3immet. „©itte, näher p treten', fagte Sr. ©ümi. feäfjtenb Re R4 gaghaft p bem ©djreib« tifdj begab, jtreifte Re tafd) mit einem web* mütigen ©lid ©aul. „RIfo, {frau 3nfeltn mte lange ftnb ®ie im Stenft ber {famtlte SBhler?' begann ber Unferfud)ung§rid)ter. „Debet breijjig 3ah*e. 34 tom mit gwei« unbgmangig Sagren als ©füpe gu §errn SBplerS SRutter' erwiderte {frau Snfejin leife. „Ra4 bem Sob ber Sltern führte ich bann i&errn SBtjler ben £»aulhalt.' „§m ... ba Rnb Sie ia wobt in alle Familienangelegenheiten eingemeifjt. Sor einet fo treu ergebenen 'Perfon hat man feine ©ehetmniffe. unb Sie haben geroifj {freut» unb Ceib teblid) mit 3h*er $!§nRhetrf4aft B ’ilt', meinte Der DnterfudpngSrichter mit tltd}em ÜBohlwoCen. Sa Stau 3«feliu aber nicht wußte, was et mit btefer 0rage begweefte, fdjwieg Re. ßieber ju roenig teben als gu oiel, bad)te Re. „©ie wujjten baijer felbRoerftänbtidj, baR SBhler Stöbert SEßernburg gefannt unb mit ihm. man fann nach ber ©Hbmung auf bem fj3h°to fogar tagen, freunbfdjaftlid) oet« fehrt h«i* ©timmt baS?' Frau 3nfelin befann ftd) einen Rügen« Widf. ©ie witterte iofort hinter biefet F e fi* Reüung eine ©efahr für ©auL Sie blidtte öetiwetfeli gu ihm hinüber. Siefet aber mahnte Re: „Frau 3n1eün, wir hüben nid)t§ gu öerheiml i)en . . . halten ©ie Rd) an bie SBahvfjeit." Sa fam eg langfam oon ihren Ptppen: „3a, idb rou&te e§.* „SÖBarum buben Sie bann, all Sie ffräu« fein ßinbt ober bielmeht, wie fif bei 3b n eu hie!. Faulem Stiebet banad) gefragt hatte, oJ&geleugnet, ba! €>ett SBhler {Robert SBern« butg überhaupt fenne?' Frau 3nfelin gab ihre Rbmehtfteflung niajt auf. „SBaS, ich foll eS abgeleugnet haben? $R mir gar nicht eingefallen, ©ieüeicbt fjutte idb mtdj etwa! unbeftimmt auSgebrficft, unb Fräulein Stiebet hatte mich mi!Perftanben*, fudjte Re auSguwet^en. „3db ertappte Sie ba auf einer Unwahr« h?it, Ftau 3nfelin* bemerfte Sr. Sämi fäjarf. „34 ma4e ©ie barauf aufmetffam, ba! ©ie 3W RuSfageJpäfer beeibigen müf. fen.* „So wahr mir ©ott helfe* oerfidberte Re, „e§ ift fo.' Ruf ein 3ei4en bei UnterfudjungsudbterS rief Sr. {Römer jejlt ©itta ßinbt herein. „Fräulein Sinbt', wanbte R4 £r. Säjni an ©itta, bie ängftli4 oermieb, ©aui angu« fehen. „F*au 3nfelin meint. Sie müftten Re miftPerftanben hüben. Re hätte nie bireft in Äbrebe gefteRt, ba! SBhler Stöbert SBerubutg gefannt habe, ©eben ©ie biefe SRöoüdbfeit P?* Ohne R4 P beRnnen, erwiberte @ma: „SS hat feinen ©inn. hier mit ber SBahr« heit gu jonglieren. 34 glaube. eS liegt au4 im 3nterefie bes ©cfdfjulbigten. wenn alles reftloS aufgeflätt wirb, benn nur baöurd) f4eint es mir möglich, herauSptinöen. ob $ert SBhler ni4t bodb unf4ulöig ift.' ©aul, bet feit bem Ericfteineu ©ittaS frampfhaft oor Rdb auf brn '.Pn'rn gefehen hatte, ri4tete R4 auf. 3utn erftenmal feit feinen Perf4iebenen ©erhören Rel heute in biefem [Raum baS SBort „unfdbulbig". Sa! e§ gerabe au t bem SJtunb« ©ittag fam, er* füllte ihn in biefem RügenblidE mit einer etwas bitteren F«u&e. „Sehr ri4tig*. fagte Sr, ©ämi. „S&ie wat baS alfo mit F,tau 3nfeftn?* „Sie. hat meine F tfl ie mü einem glatten Stein beantwortet', «märte ©itta feft unb unbeirrt. „Run, Ftau 3nfelin, was haben ®ie barauf gu fagen?' Frau 3nf ? fiti warf ©itta einen wütenben ©lief gu. „SBenn ich witfli4, Pifflei4t unbewu!L Stein geantwortet haben foöte, fo habe i4 e* »ohl nur getan, weil i4 mt4 nW)t für oer« Pfli4tet hielt bie Steugierbe einer tinS immerhin fr an Den Iperfon gu beliebigen, bie. wie ich Damals glaubte, nur ihre Stafe in unfere Familienangelegenheiten Reden wollte', trumpfte Re auf. „§eute freilich wei! i4- ba! Re ftdh bei uns nur eingefdjli4* n hatte, um uns als ©eauftjagte ber ©oligei auSpfpionieren. 34 hatte if)r pon Pornher« ein nidftt getraut, unb eS geigt R4 ja jefjt, wie berechtigt mein BtiRifeauen war.' Sr. ©ämi hatte Re auflteben lafien. „Sie mö4ten bie gange ©a4e auf ein an'ereS ©leis ftffteben. ©leiben Wfc bei 3htem 5! ein. SBenn ©ie nidj!S gu berbwaen hatten, war 3hr SRiRtrauen fehl am Ort. SBaS hätte Fräulein Sinbt auSfpionfertn fönnen, wenn eS nt4i§ gum Rugfpioniej»n gegeben hätte? 34 irre mi4 Daher wohl laum, wenn ich an« nehme, ba! 3hr lategorifcheg Rein einen anberen ©runb hatte, als Fräulein ©ittat ReugietDe abguweifen. ßatten ©ie baöoij Kenntnis, wohin §err fehler an bem frag« li4en Racftmittag fo plöMtdj gefahren ift?^ ffbrtfepung fol-’t. m$m n ji ns d if m a VON SONNTAG, 28. MAI 1950 BIS SAMSTAG, 3. JUNI 1950 Südwestfunk Baden-Baden, Freibg.: 363 m - Koblenz: 205 m - Reutlg.: 105 m Tägliche Sendungen (W " werktags, S " sonntags) 6.00 Nachrichten und Wetter (W) 6.10 Morgenkonzert (W) 7.00 Nachrichten, Wetter (W) 7.20 Presseschau (W, S) 7.30 Morgenmusik (W) 8.00 Nachrichten (W, S) 8.30 Pressestimmen (Vf) 8.40 Musikalisches Intermezzo (Vf) 9.00 Für die Schuljugend 11.00 Frohe Klänge (W) 12.20 Mittagskonzert (W) 12.45 Nachrichten (W, S) 13.00 Kultur-Tribüne (W, S) 13.15 Musik nach Tisch (W) 14.00 Wir jungen Menschen (W) 17.45 Franz. Sprachunterricht (W) 18.30 Musik am Abend (W) 19.60 Zeitfunk (W) 19.40 Tribüne der Zeit (W, S) 22.00 Nachrichten. Wetter (Vf, S) Pfingstsonntag, 28. Mai 9.15 Der Bodensee in d. Dichtung 11.00 J.S Bach: Präludium u. Fuge für Orgel in c-moll. Kantate Nr. 68: „Also hat Gott die Welt geliebt“. Das Kammer- Orchester des Symphonie-Orchesters, Hamburg 11.30 Musik zum Feiertag-Vormittag: Die Streiehergruppe Frz. Deuber 14.00 Meister der kleinen Form: Peter scher 15.30 „Stimme der Heimat" 16.00 Jedem das Seine! Viel Musik und wenig Worte 17.00 Reportage Walcott-ten Hoff. 20.00 Symphonie-Konzert des Südwestfunk-Orchesters. Leitung: Hans Rosbaud. Mozart: Symphonie in C-dur KV 551. Bruckner: 4 Symphonie 'n “s-dur 22.15 Sport und Musik- am Sonntagabend 23.00 SWF bittet zum Tanzt Pfingstmontag, 29. Mai 10.30 Die Stunde der Universitäten 11.00 Musik zum Feiertag Das Frankfurter Unterhaltg.- Orchester, Ltg.: Erich Börschel 14.00 „Die Jagd nach dem Glücäc“, Peter Bamm 14.10 Frohe Melodien mit Maria Mucke und Peter Igelhoff (Gesang), Rolf Hans Müller Klavier) un<} dem SWF-Tanz- Orchester, Leltg.: Carl-Friedrich Homann 19.00 Kinderfunk 1M0 Zwei Stunden gute Laune mit drei SWF-Orchestern unter Leitung von Otto Gerdes, Emmerich Smola und Carl-Friedrich Homann tt.18 Ein Frühlingsspaziergang durch den Schloßpark von Schwetzingen 20.00 Friedrich v. Flotow: „Martha od. Der Markt zu Richmond". ’S.30 Fraglicher Ausklang . .eiistag, 30. Mai MJ0 Symphonie-Konzert. Purcell: Musik zu „Das tugendhafte Weib“ von Urfey. Mozart: Arie der Konstanze „Martern aller Arten" aus „Die Entführung aus dem Serail“. Saint-Saens: Symphonie Nr. 2 in a-moll op. 55 18.16 Rud. Schmitt-Sulzthal: „Einer klüger als der andere ...“ 16.30 Sang und Klang im Volkston 17.00 Lebenstempo u Lebensinhalt 20.00 Operettenkonzert mit Margot Guilleaume, Elisabeth Rel- chelt (Sopran), Rupert Gla- wltsch, Jean Loehe (Tenor) *0.30 „Das Totenschiff“, v. B. Trä- ven. Funkbearbeitung: Ernst Schnabel 22.30 Musik der Welt: Mihalovici: Sonate für Bratsche u. Klavier op. 47. Martinu: Drittes Streichquartett 22.20 Probleme der Zeit 23.15 Unsere kurlturpolit. Glosse 130 Jazz 1950! Die Klarinette von Sidney Bechet bis Buddy de j Franco Mittwoch, 31. Mal 15.30 Musikalische Teestunde fl) 16.00 Stimme der Heimat 16.30 Musikalische Teestunde (II) 17.00 Bücherschau 17.15 Solisten-Konzert. Prokofleff: Sonate für Flöte und Klavier. Ausführ.: Jean-Pierre Rampal (Flöte), Rob. Veyron-Lacroix (Klavier) 20.00 Scheinwerfer auf! Die bunte klingende Filmschau des SWF 20.45 Um Ehe und Familie: Ge- schlechtl. Erziehung als Vorbereitung zur Ehe 21.00 J. S. Bach: Dokumente seines Lebens (IV) 22.20 Auf Tierfang ln Afrika 22.30 Klaviermusik. Schubert: Vier Moments muslcaux op. 94. Es spielt Carl Seemann 22.45 Oswald Spengler — dreißig Jahre später 23.15 Die Schlager der Woche 0.10 Swing-Serenade: 1. Kommentare zur Jazzmusik“. 2. „Auf schwarz und weiß“ Donnerstag, 1. Juni 15.30 Nachwuchs stellt sich vor 16.00 Dichtung der Zelt: Der Dichter Hans Leifhelm 16.15 Nachmittagskonzert des Südwestfunk - Orchesters. 17.15 Musik zur Unterhaltung. Das Südwestfunk - Unterhaltungsorchester, Ltg.: Otto Gerdes, Sollst: Willy Schneider (Baß- Bariton) 20.00 Ein Tanzabend im Südwestfunk mit Ursula Köster, Horst Uhse, Drei Nickels, SWF-Tanz- Orchester (Leltg.: Carl-Friedrich Homann) 21.00 Die Stimme der Gewerkschaften 21.10 Moderne Unterhaltungsmusik mit Cedric Dumont und dem Freiburger Studio-Orchester 22.30 Die großen Meister. Mozart: Konzert für Klavier und Orchester in A-dur, KV 468. — Haydn: Symphonie Nr. 9 in c-moll 23.30 Für Kenner und Liebhaber. Freitag, 2. Juni 15.30 Musik zur Teestunde 16.15 Rom im Heiligen Jahr 16.30 Klaviermusik. Tschaikowsky: Sonate in G-dur op. 37. Es spielt Karl Ludwig Welshoff 17.00 Vom Glück, Arbeiter zu sein 17.15 Das Schlager-Intermezzo der SWF-Tanz-Orches,ters 20.00 Kammermusik: Vier altitalienische Arien. Cherubini: Drittes Streichquartett in d-moll. Ausführende: Marcello Cortis (Bariton), Maria Bergmann (Klavier), das Bastiaan-Quar- tett *0.45 Europa voller Glanz u. Sehnsucht — Heinrich Heines ironische Reisebilder — eine Hörfolge 21.30 Volksmusik und Chorgesang 22.20 Probleme der Zeit ■ 22.30 „Du und Ich“, dreißig Minuten Zärtlichkeit mit Gedichten von Paul Gdraldy und Musik von Karl Sczuka 23.00 „Traumgespenster“, nächtliche Gäste, die wir alle kennen; eine Funk-Fantasie Samstag, 3. Juni 14.30 Frohes Wochenend mit dem SWF-Tanz-Orcbester und dem Streichensemble Homann 15.15 Opernmelodien. Solisten: Walther Ludwig und Horst Taubmann (Tenor), Hans Hotter (Bariton), Georg Hann (Baß) 15.45 Briefmarkenedce „Zacken und Zonen“ 16.00 Unser Samstagnachmittag 17.00 Bücherschau 17.15 Sang und Klang lm Volkston 20.00 „Alles Reklame", eine Revue des 20. Jahrhunderts von Hans i Hellhoff : 22.15 Sport-Rundschau und Musik 22.30 Der SWF bittet zum Tanz! i Ein beschwingtes Schlager- Potpourri für alt und Jung Süddeutscher Bundfunk Hessischer Rundfunk Radio Stuttgart 282,7 m « 1081 kHz Tägliche Sendungen (W - werktags, S - sonntags) 6.40 Südwestd. Heimatpost (W) 6.55 Morgenandacht (W) 7.00 Morgenandacht (W) 7.10 Programmvorschau (W) 7.15 Werbefunk mit Musik (W) 7.55 Nachrichten, Wetter (W) 8.00 Wir wollen helfen (W) 8.15 Morgenmusik (W) 9.00 Nachrichten, Musik (W) 9.15 Suchdienste (Vf) 10.15 Schulfunk (W) 11.00 Katholische Morgenfeier (S) 11.45 Landfunk (W) 12.00 Musik am Mittag (W, S) 12.45 Nachr., Wetter, Presse (W, S) 13.00 Werbefunk mit Musik (W) 13.55 Programmvorschau (W) 14.00 Schulfunk (W) 14.30 Kinderfunk (S) 15.45 Aus der Wirtschaft (W) 17.40 Südwestd. Heimatpost (W> 17.55 Kurznachrichten, Vorschau (Vf) 18.55 Toto-Ergebnisse ($) 19.00 Die Stimme Amerikas (W, S) 19.30 Sport am Sonntag (S) 19.45 Nachr., Wetter, Komm. (W, 3> 31.45 Nachr., Wetter, (S: Sport) 22.45 Letzte Nachrichten (W, S) Pfingstsonntag, 28. Mai 0.15 Reineke Fuchs v. Goethe, gesprochen v. Erich Ponto. I.Tefl 11.30 J. S. Bach: Kantate „Erschallet ihr Lieder“ 13.30 Aus unserer Heimat: „’s pflng- stelet in Wort und Weise“ 14.00 Stunde des Chorgesangs 15.15 Walter Ludwig singt, Lieder von Franz Schubert und Anton Dvorak 15.45 Ein heimatvertriebener Dichter erlebt Württemberg, Gedichte von Josef Mühlberger 16.00 Nachmittagskonz.: Das Große Orchester. Leitung: Fritz Ma- reczek 17.00 „Die weiße Dame“, Lustspiel von Friedrich Schreyvogl nach einem Entwurf von Hermann Bahr 30.05 „Die Neugierigen Frauen" Eine musikalische Komödie in drei Aufzügen nach Carlo Goldonl von Ermanno Wolf- Ferrari 22.15 Die Rundfunktanzkapelle 23.00 Tanzmelodien aus aller Welt 24.00 Nächtkonzert. Pfingstmontag, 29. Mai 9.15 „Reineke Fuchs" von Goethe. Gesprochen von Erich Ponto. H. Teil 10.00 Zauber der Melodie 11.30 J. S. Bach: Kantate Nr. 175 „Er rufet seinen Schafen mit Namen“ 13.30 Aus unserer Heimat: „Die vertauschte Geiß“ — Ein lustiges Spiel in Pfälzer Mundart von J. Heck (Sendestelle Heidelberg-Mannheim) 15.15 Unser Nachmittagskonzert 17.00 Junggesellen-Brevier Eine Hörfolge um und für alleinstehende Herren 18.00 Die schöne Stimme: Erna Sack, Peter Anders, Erna Berger, Gottlob FriCk, Gertrud Künger, Margarete Klose, Marcel Wittrisch, Willi Dom- graf-Faßbender 20.06 „Pflngstgrüße", ein Melodienstrauß 22.00 Zwei Meister ihres Fachs: Rosl Schmid, Klavier, und Jascha Heifetz, Violine 22.20 Im Rhythmus der Freude 24.00 Mod. Tanzmusik aus Schweden. ■ Dienstag, 30. Mai 16.00 Nachmittagskonzert 17.00 Frauenfunk 20.00 Aus Konzert und Oper 21.50 „Die Mitwirkung der Eltern bei der Erziehung“ 22.05 Die Rundfunktanzkapelle Leitung: Paul Wehrmann 22.45 Besuch bei lieben Freunden, Feullletonistisches von Thaddäus Troll 23.15 Das Streich-Orchester Heinz Hoffmann-Glewe Mittwoch, 31. Mal 16.00 von Dichtern und Dichtung. Ulrich Seelmann Eggebert: „Der Geist der Verständigung in der französisch. Literatur“ 16.15 Konzertstunde 17.00 Für Eltern und Erzieher 20.00 „Die Nacht, die dem Siege voranging“, eine Funkdichtung von Walter Bauer 20.40 Orchesterkonz. Gabriel Faurö: Ballade für Klavier und Orchester (Solist: Hans Prieg- nitz). Hector Berlioz: „Harold in Italien“, Symphonie (Solobratsche: Hermann Hirschfelder). (Das Symphonieorchester unter Hans Müller-Kray und Alfons Rischner a. G.) 22.00 Das George-Melachrlno-Orehe- ster 22.30 Georges Bizet: Carmen-Suite 22.40 „Carmen — Begegnungen der europäisch. Nationen ln Dichtung und Musik“ 23.05 „Muslca viva“, junge Heidelberger Komponisten 0.05 „Jazz im Funk“ mit Dieter Zimmerte Donnerstag, 1. Juni 16.00 Nachmittagskonzert 16.50 „Der arme Mann im Toggen- burg“, eine Hörfolge v. Kurt Scheid 17.10 Junge Solisten stellen sich vor: Erwin Kemmler (Klav.) und Friedhelm Hessenburch (Baß-Bariton) 20.00 Frohes Raten — gute Taten 20.45 Das Unterhaltungsorchester. Leitung: Heinz Schröder. 21.50 Blick auf Europa— eine gemeinsame Sendereihe aller Rundfunksender der Bundesrepublik und West-Berlins 22.00 „Paris — Erinnerungen an eine Stadt“ 22.45 Claude Debussy: Sonate für Violoncello u. Klavier (Henri Honegger u. Heinz Schröter). Trois Ballades de Villon (Heinz Behfuß, Baß-Bariton; Heinrich Baumgartner, Klavier) 23.15 Das Stuttgarter Kammer-Orchester. Leitung: Karl Mün- chinger. Anton Dvorak: Serenade Freitag, 2. Juni 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Wir sprechen üb. neue Bücher 17.00 Froh und heiter. Das Orchester Mario Traversa-Sehöner 20.00 „Carmen“, Oper von Georges Bizet. Zum 75. Todestag des Komponisten am 3. Juni 22.35 Die Woche in Bonn 22.45 „Ohne Gewehr“, ein Programm d. Studentenkabaretts „Die Amnestierten:“ 23.15 Die Rundfunktanzkapelle. Leitung: Paul Wehrmann Samstag, 3. Juni 14.00 Was die Woche brachte 15.00 Unsere Volksmusik 15.40 Jugendfunk 16.00 Nachmittagskonzert. Das Unterhaltungsorchester. Leitung; Heinz Schröder.. Solisten: Joszy Trojan-Regar und Rudi Scholz. August Löhr: Fest ln Schönbrunn. Ludwig Kletsch: Musik, du und Ich. Georges Bizet: Fantasie aus „Die Perlenfischer“. Friedrich Wilhelm Rust: Heimlichkeiten. Hans Conzelmann: Mein Glaserl Wein. Franz Lehär: Potpourri aus „Der Graf von Luxemburg" 16.45 Filmprisma 17.00 Frohes Raten — gute Taten 20.00 Die stillvergnügte Haus-Postille, Kurzweiliges in Wort und Ton 21.00 Sous les toits de Paris — Melodien aus Frankreichs Metropole 22.00 Herrmann Mostar: Worte zum Sonntag 22.15 Tanzmusik zum Wochenende mit beliebten Solisten u. bekannten Kapellen Radio Frankfurt *08,47 m =. 1439 kHz Tägliche Sendungen (W - werktags, S - sonntags) 6.30 Wetter, Nachrichten (W) 6.40 Morgenständchen (W) 7.00 Rundschau aus Hessen (W) 7.15 Frühkonzert (W) 8.00 Nachrichten, Wetter (W) 8.15 Morgenmusik (W) 9.00 Nachrichten, Wetter (W) 11.15 Schulfunk (Vf) 11.45 Hessischer Landbote (W) 12.00 Musik am Mittag (W) 12.30 Rundschau aus Hessen (W, S) 12.45 Nachrichten, Wetter (W, S) 13.00 Musikalisches Allerlei (Vf, S) 13.50 Pressestimmen 14.00 Anzeigen aus Hessen (W) 14.15 Schulfunk (W) 15.15 Börsenberichte (Vf) 19.00 Stimme Amerikas (Vf, S) 19.30 Rundschau aus Hessen (Vf, S) 22.00 Nachrichten, Wetter (W, S) Pfingstsonntag, 28. Mai 9.30 „Zwischen Gras u. Blumen", Gedichte und Prosa aus der pflngstliehen Natur 10.00 Festliche Kammermusik zum Bach-Jahr 1950: „Das musikalische Opfer“ 11.15 Vormittagskonzert des Symphonie-Orchesters von Radio Frankfurt. 15.00 Kriegsgefangenen- und Heimkehrerprogramm 15.30 Die Stunde des Chorgesangs 16.00 Tanztee mit Willy Berking 17.00 Gute Unterhaltung, liebe Hörer! Musikalischer - Zeitvertreib, dazwischen: Sportreportagen 18.00 Aus deutschen Spielopern 20.00 Aus unserem Gästebuch, ein fröhliches Pfingsttreffen 21.30 Hibbderbach — Dribbderbaeh, eine fröhliche halbe Stunde aus dem alten Frankfurt 22.20 Frühlingsfest am Rhein. Eine feucht-fröhliche Fahrt von Mainz zum Koblenzer Eck mit Tanz und Gesang 0.05 1000 Takte Tanzmusik — Alte und neue Weisen Pfingstmontag, 29. Mal 9.15 Kammermusik und Lieder 10.00 „Tiere, menschlich und heiter gesehen“. Verse, Prosa u. Lied 10.30 Frankfurter Gespräch 11.15 Unterhaltungsmatlnäe mit d. Hessischen Philharmonischen Orchester 15.00 Vom Erzgebirge zum Böhmer- Wald 16.00 Zur Kaffeestunde. Es spielt d. Unterhaltungs - Orchester von Radio Frankfurt unter Leitung von Erich Börschel. Solisten: Sari Barabas (Sopran), Hannes Raul (Tenor), Wolfram Zimmermann (Bariton), Franz Simonyi (Violine) 17.00 Volkstüml. Sympbonie-Konz. 20.00 Ein Abend mit Franz Lehar — Ein Interview, das nie stattgefunden hat. Ausführende: Betina Brücker, Maria Madien Madsen, Franz Fehringer, Willy Hofmann, das Symphonie-Orchester v. Radio Frankfurt und Just Scheu 22.30 Köln bittet zum Tanz. Ein öffentlicher Tanzabend aus den Satory-Sälen in Köln Dienstag, 30. Mai 16.00 Musik zur Unterhaltung, dazwischen Berichte vom Wäld- chestag 20.00 Gut aufgelegt — Neues und Bewährtes aus dem Plattenalbum 21.06 Volkstümlicher Abend mit den Solisten: Maria Madien Madsen und Gabriele Possinke (Sopran), Willy Hofmann (Tenor), Georg Hann (Baß) u. a. 22.15 Erich Börschel spielt z. Tanz. Solisten: Ingrid Erlenwein (Sopran), Friedei Hardt (Soubrette), Otto Hofner (Tenorbuffo), Peter Recht (Refraingesang) 23.00 Zivilisationskrankheiten — Krankheiten der Zivilisation Mittwoch, 31. Mai 15.20 Ein Ständchen für die Hausfrau — Unterhaltende Musik 16.00 Der Dichter und sein Werk: Albert H. Rausch: Romane der Kaiserinnen 16.15 Unterhaltungskonzert mit dem Orchester der Stadt Bad Homburg 17.15 Volkstänze 20.00 „Der Troubadour", Oper ln 4 Akten von Giuseppe Verdi. Der Chor von Radio Frankfurt und das Symphonie-Orchester von Radio Frankfurt, Leitung: Winfried Zillig 22.15 Was gibt es Neues? Aktuelles von Bühne, Film und Kleinkunst 23.00 Willy Berking spielt zum Tanz Donnerstag, 1. Juni 13.30 Freistehende Künstler Hessens vor dem Mikrophon 16.00 Hausfrauenkonzert zur Unterhaltung. — Es confäriert Charly Wimmer 16.50 Was kostet die Ehekrise? Die finanzielle Seite der Scheidungswelle 17.00 Im Volkston, Lieder u. Tänze 20.00 Der Wunschzettel: Wir spielen Ihre Lieblingsmelodien 21.00 Blick auf Europa 21.10 Unterhaltungsmusik v. heute, Kompositionen v. Karl Pau»- pertl 21.45 Passiert — Glossiert 22.15 Musik alter Meister, Kompositionen von Telemahn, Pa- puseh, Joh. Christoph Bach tt. Adam Krieger. Ausführende: Barbara Preisker (Sopran). Walter Pützstück (Bariton), Collegium musicum Ulrich Gebel, Mitglieder unseres Symphonie-Orchesters 23.00 „Buenos Aires heute" 23.15 Melodien zur Nacht; intime Tanzmusik Freitag, 2. Juni 16.00 Junge Solisten musizieren. Werke V. Bach, Mozart, Beethoven u. Schubert. Es wirken mit: Gerda Reerink (Sopran), Doris Konrad (Klavier), Werner Ball (Violoncello) 18.45 Für unsere Jugend 17.00 Froh und heiter 17.40 „Man spricht von .. 20.00 So ein Zufall — Der kleinen Melodiebereien 10. Folge 20.40 „Der Patriot“, Hörspiel von Alfred Neumann 22.15 Frankfurter Komponisten. 23.00 Briefmarkenplauderei 23.15 Der Jazzclub: Jazz aus DtschL Samstag, 3. Juni 14.15 Eins für dich und eins für mich. 12 Musikstücke. Es con- ferieren Heinz Erle und Peter Frankenfeld. 15.00 „Das aktuelle Interview" 15.10 Musik an zwei Klavieren. Es spielen Fritz Kulimann und Hans Schepior. 15.30 Volkstümliches Wissen 16.00 Charivari. Eine bunte Stunde! a) Schlager der Woche b) Rätselecke c) Sensationellen der Woche d) Wochenhoroskop e) Funke und Flax (Ulk am laufenden Band) 17.00 Fröhliches, Band der Klänge Potpourri heiterer Melodien. 20.00 Funk-Karussell. Von Melodie zu Melodie 21.00 1000 Worte Hessisch mit Familie Hesselbach 21.30 Musik der Heimat. Deutsche Volkslieder und Tänze. 22.20 Liebe und Liebelei. Sentimentales und Parodistisches im Chanson. 23.00 Tanz auf Welle Frankfurt. Es spielen das Tanzorchester Werner Müller und das Tango-Orchester Alfred Hause: Hans Rehmstedt mit seinem Tanz-Streichorchester sowie Hans Köpke und Eugen Henkel mit ihrJn Solisten. IHR LEBEN WAR MUSIK Oer Teufelsgeiger Zum 110. Todestag Nicolo Paganinis „Das war Paganini in seiner schwarzen Gala, der schwarze Frack und die schwarze Weste von einem entsetzlichen Zuschnitt. Die schwarzen Hosen ängstlich schlotternd um die dünnen Beine. Die langen Arme schienen noch verlängert, indem er in der einen Hand die Violine und in der anderen den Bogen gesenkt hielt und damit fast die Erde berührte, als er vor dem Publikum seine unerhörten Verbeugungen auskramte. Hat er diese Komplimente einem Automaten abgelernt oder einem Hund?“ Kaum ein Dichter oder Schriftsteller, deren Phantasie die Gestalt Paganinis immer wieder anregte, hat den Geigenvirtuosen in so lebhaften und krassen Farben geschildert, wie Heinrich Heine. Paganini — 1782 in Genua geboren — versetzte ganz Europa in einen Taumel der Begeisterung. Von seiner hageren, eckigen Gestalt ging ein Fluidum des Gespenstischen und Grauenhaften aus das mit Ursache war, daß ein ganzer Kranz von Legenden um den Hexenmeister der Geige gewebt wurde. Doch war es das nicht allein. Man fühlte schon beim Anblick Paganinis, vor allem aber beim Hören seines einzigartigen Spiels, daß hier ein großer Virtuose den Bogen führte. Ein Virtuose, der nebenher noch die unglaublichsten Kunststücke auf der Geige ausführte, auf einer Saite spielte und zum Piccicato nur die linke Hand gebrauchte. Der Beweise von Paganinis Künstlertum »ind nicht wenige. Liszt, Berlioz, Chopin und Schumann bezeugten die Einmaligkeit dieses jnheimliche» Genies; Franz Lehar schrieb eine Operette um die Gestalt des italienischen Seigers. In den Kompositionen Paganinis deckt eine Fülle genialer Ideen und raffinier- ier technischer Feinheiten. Das bedeutendste Werk sind die „24 Capricen“, deren Thematik einen Schumann, Liszt und Brahms zu Kompositionen angeregt hat. Unter den Violin- Vc.nzerten sind die meistgespielten die in „es“ und ,h“, von den Variationöl werden die über den „Karneval von Venedig“ bevorzugt. Zugegeben, Nicolo Paganini war als Mensch minderwertig, er war ein verlottertes Genie. Daran ändert auch die Verherrlichung seiner Gestalt in dem englischen Film „Paganini“ nichts. Über dem Menschen Paganini ab«“ steht der Künstler, der Teufelsgeiger. Am 25. Mai 1840 starb der Meister der Violine. Ohne der Bedeutung lebender Violinvirtuosen Abbruch zu tun, muß man sagen, daß sich bis heute kein Nachfolger Paganinis gefunden hat. Wir bedauern nur, daß es uns versagt ist, den Meister selbst zu hören, den Teufel, der die Saiten strich, und von dem — wieder — Heinrich Heine sagte: „Ist das ein Lebender, der im Verscheiden begriffen ist und der das Publikum in der Kunstarena wie ein sterbender Fechter mit seinen Zuckungen ergötzen will? Oder ist es ein Toter, der aus dem Grab gestiegen, ein Vampir mit der Violine?“ P. St. „Meine angebetete Carmen“ Vor 75 Jahren starb Georges Bizet „Ja! Ich habe sie getötet — ich — meine angebetete Carmen!“ Mehrere Male schon hörte ich den letzten Schrei Don Josds in „Carmen“, in dem Werk, dem Georges Bizet seinen Weltruhm verdankt. Und stets von Neuem nimmt mich seine Musik in ihren Bann, sei es durch dramatische Akzente, lyrisches Ausschwingen, rassige Eleganz, oder durch die einprägsame Melodik und das spanische Kolorit in der Rhythmik, wie Habanera und Seguedilla. Diese teils zarten, teils erregenden Momente bestimmen das Meisterwerk Bizets, das — unbegreiflicherweise — anfangs ein Mißerfolg war, der mit d5n frühen Tod des Komponisten verursachte. Vor 75 Jahren, am 3. Juni 1875, starb der Schöpfer der „Carmen“ in Bougival bei Paris im Alter von 37 Jahren. ln seiner kritischen Abhandlung „Der Fall Wagner“ sagte Nietzsche über Bizet: „Diese Musik scheint mir vollkommen. Sie kommt leicht, biegsam, mit Höflichkeit daher. Diese Musik ist böse, raffiniert, fatalistisch: sie bleibt dabei populär — sie hat das Raffinement einer Rasse, nicht eines einzelnen. Sie ist reich. Sie ist präzis. Hat man je schmerzhaftere tragische Akzente auf der Bühne gehört? Und wie werden dieselben erreicht! Ohne Grimasse! Ohne Falschmünzerei! Ohne die Lüge des großen Stils! Endlich: Diese Musik nimmt den, Zuhörer als intelligent, selbst als Musiker.“ ~ Bizets andere Werke stehen hinter „Carmen“ zurück. Doch werden die exotisch anmutenden „Djamüeh“ und „Die Perlenfischer" stets freundliche Aufnahme finden. Vor einigen Jahren wurde eine nachgelassene Oper Bizets entdeckt, „Iwan der Schreckliche“. Aus den anderen Schöpfungen Bizets ragt vor allem die Musik zu Daudets Schauspiel „L’Arlesienne“ hervor, aus der viel gespielte Orchestersuiten zusammegestellt wurden. Georges Bizet stand auf der Höhe seines Schaffens, als der Tod ihn ereilte. Sicherlich hätte der Komponist uns noch weitere Werke geschenkt, sich noch mehr vom Einfluß Rossinis und Verdis gelöst. Doch genügt die Oper „Carmen“, das Gedenken an Bizet wachzuhalten. Ursprünglich als Nummemoper mit gesprochenen Zwischentexten angelegt, wurden erst nach dem Tode Bizets die verbindenden Rezitetive von Guiraud hinzukomponiert Nicht nur in Deutschland erreicht „Carmen“ seit vielen Jahren die höchste Aufführungsziffer aller Opern der Welt. Ein Zeichen nicht nur ihrer Anerkennung durch Kritiker und Musikkenner, sondern auch der Beliebtheit beim großen Publikum. Lange Abhandlungen wurden über Bizet und seine Musik geschrieben, Deutungen und Erläuterungen der verschiedensten Art gegeben. Wiederum war es Nietzsche, der alle Gefühle und Regungen, die Bizets Klänge in den Menschen erwecken, in wenigen Worten wiedergab: „Bizet macht mich fruchtbar. Alles Gute macht mich fruchtbar. Ich habe keine andere Dankbarkeit, ich habe auch keinen anderen Beweis dafür, was gut ist.“ S. Boogte*Woogit oon Eöoarö Grieg „Bester Jazz der Saison“ in Europa verboten Welcher Liebhaber klassischer Musik kennt nicht Griegs Peer Gynt-Suite? Dieses schöne und gemgehörte Musikstück, das „Anitras Tanz“ enthält, wurde von dem bekannten schwedischen Jazz-Kapellmeister und Komponisten Charles Norman zu einem flotten Boogie-Woogie verarbeitet, der den Titel „Arritras Tanz-Boogie“ trägt. Es ist gleichgültig, ob man sich entrüstet zeigen soll oder nur nachsichtig lächeln; was für Chopin, Mozart und Beethoven recht war, ist für Grieg nur billig. Außerdem läßt Norman dem eigentlichen Schöpfer volles Recht geschehen. Auf den Schallplatten heißt es: „Anitras Tanz- Boogie“, Komponist Edvard Grieg, arrangiert von Charles Norman. Jazz-Liebhaber gerieten in Ekstase, als sie die Probeaufnahmen hörten: Eine Sensation war zu erwarten wie „St. Louis Blues“, „In the mood“ und „Harry Lime-Thema“. Man spitzte die Ohren, als vor kurzem die Kapelle Norman in Schweden^iie Instrumente stimmte, um den Boogie zu kreieren. Leider blieb es beim Ohrenspitzen. Etwas hatte Norman nämlich vergessen: Die formelle Erlaubnis der norwegischen Tantiemen-Erben Griegs. Da Edvard Grieg 1907 starb, stehen seine Werke noch unter dem 50 Jahre währenden Schutzrecht. Eine norwegische Komponistengesellschaft hatte von dem Grieg-Arrangement gehört, verhinderte im letzten Moment eine Aufführung und belegte die Boogie-Woogie-Version mit Beschlag. Doch ist für die enttäuschten Jazz-Fans Europas nicht alles verloren. In den USA wurde die. Copyright-Periode von 28 Jahren nicht erneuert. Griegs Erben hatten vergessen, „Anitras Tanz“ anzumelden, so daß einer Verbreitung des Norman’schen Stückes in Amerika nichts im Wege steht. Wem also sieben Jahre Wartezeit zu lang sind, der stelle einen amerikanischen Sender ein und er wird den Jazz der Saison hören: „Anitras Tanz-Boogie“. st.