BRÜCHSALER POST HEIMATBLATT FOR KRAICHGAU UND BRUHRAIN - SÜDD. HEIMATZEITUNG Jahrgang 2 Samstag, den 27. Mai 1950 Einzelpreis 15 Pfennig PFINGSTEN IM NEUEN GEIST Rucksäcke packen und dann am frühen Morgen hinausziehen, zu Fuß, auf Fahrrädern oder motorisiert, den ganzen Tag in der maifrischen Natur verbringen und am Abend mit frischem Sonnenbrand und mit vom Schauen müden Augen heimkehren — ein Fest nach unserem Geschmack ist Pfingsten. Aber das ist ja nur der Rahmen. Und was ist der Inhalt? Von allen Festen, die im christlichen Glauben wurzeln, ist das Pfingstfest dasjenige, das am meisten aus seiner Wurzel gelöst worden ist. „Irgendwie hat es mal mit dem Heiligfn Geist zu tun gehabt..dürfte in den meisten Fällen die Antwort sein. „Aber dafür fehlt uns das Verständnis, wir sind nicht religiös veranlagt. Geist, heiliger Geist womöglich noch? Religiöse Schwärmerei! Wir sind nüchtern, moderne Wirklichkeitsmenschen.“ Diese Antwort hat sich in 2000 Jahren nicht verändert. „Sie sind voll süßen Weines...!“ hieß es einst am ersten Pfingsttag. Man könnte es sich gefallen lassen, wenn der Mensch, der da in die prangende Natur hinaus wandert, radelt oder im Kabriolett kutschiert, ein glücklicher, wirklich nüchterner Mensch wäre, wenn er in einer Welt lebte, deren „Geist“ in Ordnung wäre. Aber dieser Mensch hat einen Weltkrieg erlebt oder gar zwei, dieser Mensch hat Angehörige in der Ostzone und erhält von ihnen aufschlußreiche Briefe, dieser Mensch ist sehr gespannt darauf,' wie die Pfingsttage in Berlin ablaufen. Deshalb glaubt er wahrscheinlich selber nicht, daß die Welt, in der er leben muß, in Ordnung ist, daß der „Geist“, der die Welt beherrscht, ein „guter Geist“ ist. Wer nicht träumt, der hört und sieht es: Diese unsere „gesunde und nüchterne“ Welt krümmt sich in tausend Schmerzen und schreit nach einem „neuen Geis t“. Was kann aber Pfingsten daran ändern? Wo bleibt die Kraft, der Geist, der Gott, der da eingreift und hilft? Wie ein trüber Strom wälzt sich die Weltgeschichte durch die Zeit, da sind alle „bösen Geister“ losgelassen, Machtgier und Lüge, Haß und Vergeltung. Da wird es deutlich, wozu Menschen fähig sind, wenn sie „unter sich“ sind. Auf den hochgehenden Wogen dieses Stromes treiben wir mit. Wer weiß, welche Strudel uns noch ergreifen, wer‘weiß, wozu Menschen noch fähig sein werden? „Laß mich nicht in die Hände der Menschen fallen“, betet ein Frommer der Bibel. Neben dieser Geschichte gibt es eine verborgene, heimliche Geschichte. Davon spricht die Pfingstbotschaft. Da wird von oben her eingegriffen, nach Menschen wird gegriffen und diese werden herausgerissen aus dem trüben Strom, in ein Fahrwasser gelenkt, das nicht durch menschliche Niedertracht und das Toben der Dämonen getrübt ist, in einen Strom, da Friede, Freiheit und Freude herrscht. Und das ist die Freude an dieser Botschaft: Dieser Strom ist da. Da braucht nichts „gelenkt“ und nichts „organisiert" zu werden. Unbeirrt von allen versuchten Machteingriffen geht dieser Strom seine Bahn, und wer sich von ihm ergreifen läßt, ist gerettet. Eines der grandiosen Gemälde Michelange- lo’s stellt die „Erschaffung des Menschen“ dar. Gott naht sich dem Menschen und streckt ihm ■einen Finger entgegen. Wenn dieser Finger Gottes den Menschen berührt, ist er „im Leben“. Auf diese Berührung hin ist der Mensch angelegt, er ist dazu geschaffen .geichsunmittelbar“ zu Gott zu sein. Wenn er diesen ausgestreckten Finger ausschlägt, bleibt er im Strom der Verzweiflung und des Todes, wo die Menschen so schrecklich „unter sich“ sind. Wenn die Christenheit von dem Wirken des Geistes Gottes spricht, ist sie sich bewußt, daß sie nicht wie der Blinde von der Farbe redet. Es ist erstaunlich, mit welcher Bestimmtheit die Verkündigung der christlichen Kirche von dem Wirken des göttlichen Geistes spricht, von jenem ersten Pfingsttage an. „Wir haben Komm zu uns nieder, Schöpfergeist Such deiner Gläubigen Seelen auf, Mit holder Gnade fülle nun Die Herzen, welche du erschufstl Du warst der Tröster zubenannt, Geschenk des allerhöchsten Herrn Lebendige Quelle, Liebe, Glut Und geistiger Salbung reines ÖL Du siebenfache Gabenfrucht, Der Rechten Gottes Finger du. Der du nach väterlichem Wort Den Zungen neue Rede lehrst. nicht empfangen den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Zucht.“ Wir „haben“ ihn. Seine Wirkungen und Kräfte sind spürbar. Freilich, die Kirche zögert, nun bestimmte Menschen zu nennen, die Gefäße des Geistes waren oder sind. Sie hält sich deswegen zurück, weil sie fürchtet, Menschen zu Entzünde den Gedanken Licht, Gieß Liebe in die Herzen ein, Die Schwächen unseres Leibes stütz* Durch Tugenden der Ewigkeit. Verjage weiter stets den Feind Und Frieden schenk uns immerdan Wenn du als Führer vor uns gehst. Vermeiden wir das Böse ganz. Laß uns durch dich den Vater seh’n Erkennen ihn und seinen Sohn Und dich, der beiden einigen Geist, Gläubig verehren allezeit. loben, wo allein die Kraft Gottes zu loben wäre. Unter der Voraussetzung, daß wir wirklich nicht Menschen einen guten Namen machen wollen, sondern dem göttlichen Geist ein Loblied singen, wollen wir es doch wagen, wahllos einige Namen aus der großen Zahl der Geistbegabten zu nennen: Eine Frau, die ihre Kraft, Gesundheit, Sicherheit aufs Spiel setzte, um nach dem ersten Weltkrieg das entsetzliche Los der deutschen Kriegsgefangenen zu lindem: Die Schwedin Elsa Brandström. Als „guter Geist“ ging sie durch die Todesbaracken, durch die sibirischen Gefangenenlager. „Engel der Gefangenen“ wurde sie von ihren Schützlingen genannt. Ein Mann, der eine glänzende akademische und künstlerische Laufbahn unterbrach, um als Urwaldarzt und Missionar menschlichem Elend helfend zu begegnen: Albert Schweitzer. Einer, der entgegen geiner Neigung, in unseren Tagen sich in das grelle Licht der politischen Öffentlichkeit wagt und nicht schweigt um der Wahrheit willen, wo andere, die berufen wären, laut zurufen, aus Furcht schweigen: Der sudetendeutsche Pfarrer Reichenberger. In diesen Tagen protestiert die europäische Welt über eine Ungeheuerlichkeit, die entsetzliches Elend, Not und Herzeleid über Menschen und ihre Familien gebracht hat: Die Sowjetunion verkündet, daß nun die Kriegsgefangenen zurückgeführt seien. 1 % Millionen fehlen noch, werden totgeschwiegen. Sind sie umgekommen, werden sie als Arbeitssklaven gehalten? Millionen dagegen, die von den westlichen Staaten gefangengenommen waren, sind heimgekehrt, immerhin Jahre vorher. Gewiß, sind auch da viele unnötige Härten, Vergeltungsdrang und Haß zu verzeichnen. Aber im großen und ganzen ist es ein Zeichen, daß neben dem trüben Strom von bösem Geist in den Völkern auch der gute Strom des Verstehens und der Zucht aus dem Geiste Gottes fließt. Es war zum Beispiel auch nicht selbstverständlich, daß sogleich nach der Einstellung der Feindseligkeiten ein Strom von Liebesgaben zur Linderung der Not von Ubersee einsetzte, während in den Regierungen der Völker die Wogen des Hasses gegen unser Volk noch hoch gingen. Das waren keine von Politikern gelenkten oder befohlenen Aktionen — meistenteils kam die Hilfe von Menschen aus bescheidenen Verhältnissen, die nicht aus dem Überfluß spenden konnten. Daß wir ja nicht falsch verstanden werden — nicht Menschen sei das Lob gegeben, sondern dem wirkenden Geist Gottes, der Menschenherzen erwärmt. Die Menschheit hat sich in einer Sackgasse verlaufen. An Besserungsvorschlägen, an wirtschaftlichen, sozialen und politischen Programmen fehlt es nicht Es ist wie wenn ein Lastwagen sich im Sumpf festgefahren hat und die Fahrer herumstehen und nun versuchen, jeder von einer anderen Seite her, zu heben und zu schieben. Eines ist aber doch schon allen ein klein wenig auf gegangen: Es liegt am Menschen, am Herzen des Menschen. Wir wollen es uns von der Pfingstbotschaft sagen lassen: Es gibt einen Kraftstrom, in den wir uns stellen können. Das ist Gottes guter Geist, den Sein Sohn Jesus Christus verheißen hat denen, die Ihn als ihren Herrn anerkennen. Was dann daraus wird, wenn wir es tun, wollen wir getrost Ihm anheimstellen. Ohne Zweckabsicht soll es uns um die einfältige Pfingstbitte gehen, um den neuen, gewissen, gottgesandten Geist. B. Steh uns, du gnädiger Vater, bei Dem Vater gleich du einziger Sohn, Der mit dem heiligen Tröstergeist Regiert in alle Ewigkeit. Ausgießung des Heiligen Geistes Bans Schäuffelin 1523 yjn • : t&sg? t,' Wc. ft!»,""** -v •• :: -SM ■N'ymnud 1 Sandstrahler, 1 Autolackierer, 1 Holzbildhauer nach Karlsruhe. Nach außerhalb des Bezirks unter anderem: 1 Holzkaufmann für Betriebsabrechnung und Büroleitung, überdurchschnittliche Kraft, Alter 40 bis 50 Jahre, nach Ulm. 2 Dipl.-Ingenieure für Anfangsstellungen, gute theoretische Kenntnisse im allgemeinen Maschinenbau und Praxis in Dampfkesselfabrik. 1 Statiker, erste Kraft für Stahlbau, mehrere tüchtige Bauzeichner bzw. Bautechniker und 2 bis 3 perfekte Radiomechaniker (Dezimeter-Spezialisten), nach Mannheim. 1 Konfepfetin, Alter bis 30 Jahre, mit guten Kenntnissen in Stenographie und Maschinenschreiben für Fabrikunternehmen nach Heilbronn. 1 Hotel-Sekretärin mit nachweisbarer Praxis oder Fachschule nach Calw. Mehrere erfahrene Köchinnen und Hausgehilfinnen nach Süd- und Mittelengland und Schottland. 1 Landarbeiterfamilie (Ehepaar mit 1 Kind) für 35 ha großen landwirtschaftlichen Betrieb, Alter 25 bis 35 Jahre, nach Gaildorf. 10 Schreiner und 3 Polierer für führende Möbelfabrik, nur 1. Fachkräfte, nach Kirch- heim/Teck. 1 Maurerpolier in Eisenbeton-, Hoch- und Tiefbau erfahren, Alter 35—50 Jahre, nach Böblingen. Interessenten wenden sich an die Arbeitsamtsnebenstelle Bruchsal, Telefon Nr. 187, oder an die Arbeitsamtsnebenstelle Philippsburg, Telefon Nr. 318. Sprechstunden täglich von 8—12 Uhr, außerdem mittwochs von 17 bis 19 Uhr. Besudt im Pfarrhaus Von Oscar Frey-Rheinsheim Na nu, — als ob das jemand interessieren würde . . . Man kann es nicht wissen!? — Unsere Zeit interessiert sich doch für alles. Ich glaube, jeder Kollege von mir könnte einmal so ein Lesepröbchen für abgespannte Nerven schreiben. Was liest man sonst nicht alles! — Eben schellt’s. — Heute mache ich die Türe auf. „Ist der Pfarrherr zu sprechen?“ — Auch das, gab ich zur Antwort. Ich stehe im„blauen Anton“ da. Jawohl, bin ich selbst. Ohne mich weiter zu legitimieren, werde ich um ein Frühstück angegangen. Es ist zwar schon vorbei. Ich gebe der Küche die nötige Anweisung, arbeite dann ruhig an meinem Motorrad weiter, das ich in Kur genommen hatte. Meinen Besuch nahm ich mit. Galt es doch herauszubringen, mit wem ich es eigentlich-zu tun hatte. Man wird erst mit der Zeit gescheit. Wer sind Sie eigentlich? Man zeigt mir Papiere vor, die in ihrer Beschaffenheit und in ihrem Zustand an Alter aus der Arche Noe stammen könnten. Mein lieber Herr, nun haben sie mich angeschwindelt. Entweder Sie sind ein ganz feiner Kerl oder ein ganz geriebener Gauner. Daß ich recht hatte, bewies sich sehr bald. Unglückseligerweise fiel dem Gast ein ganz sauberes Schriftstück auf den Boden. Natürlich war es nicht mehr zu verbergen. Ich bat um Einsicht in dasselbe. Ob er wollte oder nicht, mußte er es mir vorzeigen. Und siehe da, — dieser Besuch kam eben wegen eines ganz schwerwiegenden Falles aus dem Gefängnis. Aber vorher gab er mir an, wie in den meisten Fällen, er komme aus der Ostzone. Dann wird so ein polnischer Name genannt. Und Geographie war schon in der Volksschule meine schwache Seite gewesen. Und dieser Besuch aus der Ostzone kam aus dem Gefängnis. Wie viele Kollegen mögen wohl schon vorher dem Besucher aus der Ostzone geglaubt haben !!! — Wieder schellt’s an einem andern Tag. Man wünscht den Pfarrer zu sprechen. Ein feines junges Herrchen bittet um eine nur kurze Audienz. Ich muß sagen, der Kerl hatte Manieren zum Imponieren. Er komme aus der Dolmetscherschule Germersheim, stamme aus Dresden, wolle wieder heim, aber das Reisegeld. — Altes Lied. Soll man glauben oder soll man es nicht glauben. Er habe keine Eltern mehr. Die Papiere scheinen zu stimmen. Auch seine Angaben über seine Angehörigen scheinen glaubhaft. Er schreibt mir selbst seine Adresse in mein dazu bereitliegendes Buch. Er notiert auch meinen Namen und mein P.-Sch.-Konto.- Heiliger kann man nichts versichern. Der gute Pfarrer wird weich, hilft ihm. Es ist schon sehr viel Wasser seither den Rhein hinunter, aber „noch kein Geld ins Pfarrhaus hinein seit jenem Besuch im Pfarrhaus !!!- Ein anderes Mal stehen zwei Kumpane vor mir. Gelobt sei Jesus Christus. — H. H. Prälat Schofer hat uns als gesagt, wenn so Landstreicher zu einem kommen und „Gelobt sei Jesus Christus“ sägen, sollte man sofort das Kreuzzeichen machen;-nämlich durch das Kreuzzeichen soll der Teufel vertrieben werden. Und der alte Schofer hatte wirklich recht behalten. Auch diese Kumpane trugen mir ihr Anliegen vor, — was, wird wohl jedem klar sein. — Durch Schaden klug geworden, schicke ich jetzt diese Gesellschaften zuerst aufs Rathaus und lasse ihre Papiere prüfen. Ist alles in Ordnung, so bekommen sie eine Mark und dürfen mit mir die gerade fällige Mahlzeit einnehmen. Sonderbar hat dieses Rezept gut gewirkt. Es kam bis jetzt noch keiner mehr zurück. Nur die zwei haben es versucht. In zehn Minuten wird der Herr Bürgermeister anrufen, ich möge ihnen das Gewünschte geben. Die waren wirklich ganz raffiniert. Aber noch raffinierter war ich. — Ich ging zuerst in die Kirche, dienstlichen Obliegenheiten am Samstag nachzukommen-Es meinte einmal einer dazu fragend: Wollen Sie ihrem Wochenendhäuschen noch einen Besuch abstatten? — Der Herr Bürgermeister hätte in dieser Sache heute noch anzurufen.- Und wieder ein anderes Mal kam ein wirklich glaubwürdiger Herr an die Pfarrhaustüre pochend. Mah hätte meinen können, er hätte irgendwo auf einer Universität Vorlesungen über dieses Fach gehört. Es war ein alter Junggeselle, der in einem Altersheim bei katholischen Schwestern wohnte auf Grund seiner ihm zur Verfügung stehenden Rente. Zuerst kam ein Klagelied, wie schlecht es ihm ging, wie unaufmerksam die Schwestern, besonders die eine davon sei,-was da nicht alles zu beanstanden sei usw. — Mit dem besten Willen konnte er das nicht ertragen. Kurz und gut — Ein Klagelied mit mehreren interessanten und weniger interessanten Strophen. Darf ich einmal um ihre Papiere bitten? — Ich kann nämlich auch anständig und vornehm sein, wenn es sein muß, obwohl es mir nicht alle Behörden glauben. — Was stellt sich heraus? Ueber ein Jahr hat sich dieser Junggeselle von einem Pfarrhaus zum andern herumgebettelt. Alles hat ihm geglaubt, alles hat ihm geholfen. Doch unglückseligerweise legte er seine Brieftasche auf meinen Schreibtisch, nach andern Ausweisen suchend. Da stellte sich heraus, daß ef über eine Barsumme verfügte, daß jeder wahrscheinlich „Holzklötzle“ staunen würde, wollte ich die Zahl oder Summe nennen. Es wurde ihm dann das „Fechterhandwerk“ gelegt. Er wurde wieder in „sein Ausgangslager“ zurückgebracht. — O sankta simplicitas, o heilige Einfalt. Ich mußte so vor mich hinsagen, was sind wir Pfarrer oft doch so naive Leute in dieser Branche. — Man lernt nie aus.- . . . Mein Hauplmann im ersten Weltkrieg meinte einmal, wie er hörte, ich sei Theologiestudent: „Herr Frey, Sie müssen Kriminal werden!“ — Wer kanns wissen? — Vielleicht hätte ich dort mehr „Fische“ gefangen als ich schon Seelen „gefangen“ habe. — Gott sei Dank gibt es aber auch erfreulichen Besuch im Pfarrhaus. Abwechslung macht eben das Leben schön ! — als bei uns. Jeder Engländer kann sich jährlich 32 kg Fleisch leisten, während dem Deutschen, obwohl keine hemmende Rationierung mehr besteht, nur 24 kg im Jahr zur Verfügung stehen. Das bedeutet, daß der Deutsche in der Woche lediglich ein Pfund Fleisch zu kaufen vermag, weil er sich bei allen seinen Ausgaben nach der Decke strecken muß. Noch wesentlich günstiger liegen die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten, wo der Verbrauch Gütern von 1919 bis heute um 60 v. H. zugenommen hat. Zur Veranschaulichung sei erwähnt, daß ein Arbeiter 1938 einen vollen Stundenlohn ausgeben mußte, um 5 Dosen Konserven zu kaufen. Heute leistet er sich für das gleiche Geld 8 Dosen. Tatsache ist, daß der heutige deutsche Konsum kaum ein Drittel des Umfangs von 1938 erreicht. Die an sich völlig unzureichende Buttererzeugung z. B. kann nicht voll vom Markt aufgenommen werden, weil die Butter vielen Haushaltungen als zu teuer erscheint. Aehnlich liegen die Dinge bei der ernährungswichtigen Milch, auf den Kopf der Stadtbevölkerung werden nur noch 0,15 Liter täglich abgesetzt, was einem geradezu gesundheitsgefährdenden Tiefstand gleich kommt. Es wäre viel vernünftiger, Maßnahmen zur Erhöhung des Konsums zu treffen, durch Senkung der Preise z. B„ als über einen gewissen Luxus zu eifern, den sich doch nur ein begrenzter Teil leisten kann. Die große Masse der Bevölkerung wartet jedenfalls darauf, daß in dieser Beziehung in absehbarer Zeit von staatswe- gen einiges geschieht. H. SV tfrudisaler Allerlei Musikalisch-literarischer Abend. Am Donnerstag, dem 1. Juni, 19.30 Uhr, veranstaltet die Städtische Volksbücherei Karlsruhe im großen Saal des Badischen Kunstvereins, Waldstraße 3, einen musikalisch-literarischen Abend mit Dichtungen und Kompositionen des jungen Komponisten Hans Erich Keim. Es wirken mit: Else Stalinski (Rezitation), Aenne Pitsch (Sopran), Hertha Brecht-Fischer (Sopran), Marta Weymann (Alt), Heinz Rosenberger (Violine). Am Flügel der Dichter und Komponist. Die erlesene Vortragsfolge bringt einen treffenden Ausschnitt aus dem Schaffen des Künstlers. Der Eintritt ist frei. . Zeugen gesucht. Der ehemalige Hauptmann der Schutzpolizei, Friedrich Dietrich, wurde von einem französischen Militärgericht wegen Verbrechen gegen de Menschlichkeit zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung des Urteils soll in allernächster Zeit erfolgen. Dietrich wird zur Last gelegt, am 5. Juli 1944 einen Transport mit französischen Zivilgefangenen inNo- veant (Frankreich) übernommen und nach Dachau verbracht zu haben. Bei diesem Transport sollen 900 Gefangene umgekommen sein. Es wurde festgestellt, daß bei der Ueber- nahme des Transportes bereits 400 Tote mit übergeben wurden und Dietrich deshalb die Uebemahme abgelehnt hat. Auf höheren Befehl mußte er den Transport jedoch durchführen. Von Noveant bis Dachau ist tatsächlich nur noch ein Gefangener an Entkräftung gestorben, während ihm zur Last gelegt wird, es seien weitere 500 ums Leben gekommen. Die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände von» Roten Kreuz in der französischen Zone hat sich als Rechtsschutzstelle für Kriegsgefangene der Sache Dietrich angenommen, da die Auffassung besteht, daß Dietrich unschuldig zum Tode verurteilt worden ist. Zeugen, welche sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Anschrift der Landpolizei Oberbayern, Kriminalstelle, München, Winzerstraße 9, mitzuteilen. Father Reichenberger wieder in Deutschland. Father Emanuel Reichenberger, der „Anwalt der Heimatvertriebenen in den USA“, wie die Flüchtlinge den unerschrockenen Vorkämpfer für Recht und Gerechtigkeit nennen, ist zu einem neuen Besuch in Deutschland eingetroffen. Father Reichenberger war früher Präsident des Volksbundes deutscher Katholiken in der Tschechoslowakei und ist heute Präsident der Kolpingsfamilie in Chikago. Wie im letzten Jahr, wo Reichenberger auch in Bruchsal sprach, so unternimmt er auch jetzt wieder eine Vortragsreise durch Deutschland. Am 7. Juni z. B. spricht er im Zusammenhang mit einer Passionsaufführung in Oberammergau. Pfadfinder auf Fahrt. Die Bruchsaler Pfadfindergruppe beteiligt sich über die Pfingst- feiertage an einem großen Zeltlager der nordbadischen Pfadfinder in Neckarhausen bei Hirschhorn. Seit Tagen werden emsige Vorbereitungen getroffen, um das Lager so erlebnisreich wie nur möglich zu gestalten. Die besten Wünsche ihrer Eltern begleiten die Jungen, die es kaum erwarten können, bis die Pfingstsonne über den Fluren lacht. Flfichtlingstreffen da* Niklasdorfer in Bruchsal. Beim Treffen der Heimatvertriebenen aus Niklasdorf, Kreis Freiwaldau, am Pfingst- dienstag, wird in St. Peter die heilige Messe (nicht vor 10 Uhr vormittags) von Herrn Heimatpfarrer Brauner gelesen werden. Nachmittags findet ein Lichtbildervortrag statt. Die Heimatvertriebenen und deren Freunde sind herzlich eingeladen. Katholische Arbeiterbewegung auch in Badend Des Erzbischöfliche Ordinariat hat die Diözesanleitung des Katholischen Männerwerks mit den Vorarbeiten für die eventuelle Wiederbelebung einer katholischen Arbeiterbewegung beauftragt, nachdem in den letzten Monaten in den Reihen der katholischen Arbeiterschaft Nord- und Südbadens wiederholt der Wunsch nach einem engeren Zusammenschluß laut geworden ist. Die Frage der or- Samstag, den 27. Mai 1950 ganisa torischen Form dieser Bewegung — möglicherweise Werkvolkgruppen innerhalb des Katholischen Männerwerks — soll bis zu der Mitte September in Karlsruhe stattfindenden Jahreskonferenz des Männerwerks geklärt werden. Versldienuigsbetrüger am Werk. Wie die Stadtpolizei mitteilt, bot dieser Tage ein angeblicher Versicherungsbeamter einem hiesigen Einwohner den Posten eines Kassiers derCen- tral-Krankenversicherung in Köln an. Voraussetzung sei allerdings der Abschluß eines Versicherungsvertrages, wobei der Betrüger gleich die Aufnahmegebühr und den ersten Monatsbeitrag kassierte. Der Geschäftsmann erkundigte sich daraufhin bei der Bezirksdirektion in Karlsruhe, wobei ihm erklärt wurde, daß kein Mensch beautragt war, sich in Bruchsal nach einem Kassierer umzusehen. Sollte der Betrüger anderswo mit ähnlichen Vorgaben auftreten, so wolle sofort die Polizei verständigt werden. Marktberichte. In der Bruchsaler Großmarkthalle wurden am Donnerstag, 25. Mai, folgende Preise erzielt: Für Spargel Sorte I 114—131; Sorte II 91—105; Sorte III 57—66; Sorte IV 29—33. Für Kirschen Sorte I 65 Pfg. Mene Kurse der Volkshochschule Bruchsal „Eßbare und giftige Pilze“, ein zwei Abende umfassender Kurs mit einer Pilzwanderung von Prof. Wiedemann, beginnt am Freitag, den 2. Juni, um 20 Uhr. Die Gebühr für diesen Kurs beträgt 2.40 DM. Prof. Dr. Beck-Karlsruhe, spricht an vier Abenden jeweils montags, beginnend am Montag, den 5. Juni um 19.30 Uhr, über „Okkultismus, Telepathie, Suggestion, Hypnose“. Gebühr für diese Vortragsreihe 3.20 DM. „Verantwortung und Liebe“ betitelt sich eine Erörterung der mitmenschlichen Beziehungen von Dr. Schulz-Heidelberg, wobei folgende bedeutsame Neuerscheinungen diesen Gesprächen zugrunde gelegt werden: 1. Martin Buber: „Das Problem des Menschen“; 2. Wilhelm Kamlah: „Der Mensch in der Pro- fanität“; 3. Ewald Wasmuth: Die „Philosophie Pascals“; 4. Martin Heidegger: „Brief über den Humanismus"; 5. Hans Blüher: „Die Achse der Natur“. Beginn am Mittwoch, den 7. Juni 1950 um 19.30 Uhr. Vorgesehen sind fünf Abende jeweils mittwochs. Die Hörergebühr für die fünf Abende beträgt zusammen 4 DM. Alle vorstehend genannten Kurse finden im neuen Vortragsraum der Volkshochschule auf dem Gymnasiumsplatz (frühere Kartenausgabestelle) statt. Das Sekretariat der Volkshochschule bittet zu allen Kursen um vorherige Anmeldung im Sekretariat, Zimmer 19 des Rathauses bzw. im Zigarrenhaus Kußmann (Auskunftsstelle des Verkehrsvereins) am Bahnhof. Weiterhin ist die Anmeldung möglich jeweils dienstags und freitags von 18—20 Uhr im Vortragsraum auf dem Gymnasiumsplatz» wo auch alle Auskünfte über Kurse und Vorträge der Volkshochschule gegeben bzw. irgendwelche Anfragen beantwortet werden. Wem aus bestimmten Gründen eine vorherige Anmeldung zu den Kursen der Volkshochschule nicht möglich ist, kann dies natürlich auch noch jeweils bei Beginn eines Kurses am ersten Kurs- abend nachholen. Vereinskalender MGV „Lyra“ Bruchsal. Am Pfingstsonntag, 28. Mai, beteiligt sich der Verein beim Sängerfest des MGV „Sängerlust“ in Karlsruhe. Treffpunkt am Bahnhof um 12.45 Uhr. Es wird erwartet, daß sämtliche Sänger pünktlich am Bahnhof sind. Montag, den 29. Mai, nimmt der Verein beim Sängerfest in Obergrombach teü. Abmarsch vom Vereinslokal Prinz Max um 13 Uhr. Es wird' nochmals auf die Dringlichkeit der Teilnahme an beiden Festen hingewiesen, wozu auch die Beteiligung der Passivität erwünscht ist. AUS KRAICHGAU UND «RUHKAIN Philippsburg Pfingstausflug des Turnverein. Der TV unternimmt am Pfingstsonntag seinen üblichen Ausflug. Dieses Mal geht es durch das schöne Albtal bis Herrenalb, über Gernsbach, der Murg entlang bis zur Schwarzenbachtalsperre. Rückfahrt über Lichtenthal, Baden-Baden, Schloß Favorit, Kuppenheim. Hier Handballspiel gegen die dortige Mannschaft, anschließend gemütliches Beisammensein mit den Kuppenheimer Sportkameraden. Kirrlacfa Bis einschließlich Samstag, 3. Juni, liegt im Dienstzimmer des Rathauses während den üblichen Dienststunden die Einzeichnungsliste zum Volksbegehren über die Auflösung des württemberg-badischen Landtages auf. Frau Magdalena Sutter, geb. Römer, St. Leonerstr. 50, wurde 83 Jahre alt. Am 29. 5. begeht Arbeiter Friedrich Haagl, Kronauer Straße 7, seinen 78. Geburtstag. Die herzlichsten Glückwünsche. Aufgeboten sind: Siedemeister Fridolin Freidel, Friedensstr. 8 und die Kontoristin Ernestine Anna Müller aus Reilingen. Die Lammfilmbühne bringt bis einschließlich Sonntag „Das Indische Grabmal.“ Montag und Dienstag läuft der Film „Singende Engel“. Der Musikverein Kirrlach lädt zu Pfingsten zu seinem traditionellen Waldfest ein, das in diesem Jahr in einem besonders feierlichen Rahmen veranstaltet wird. Verschiedene auswärtige Kapellen haben ihre Mitwirkung zugesagt. w. Hambrücken Am Pfingstmontag, mittags gegen 12 Uhr, wird das Friedenskreuz von Kirrlach kommend zwischen Hambrücken und Wiesental von hiesigen Männern und Jungmännern abgeholt und in feierlicher Prozession ins Dorf geleitet. Hier wird es voraussichtlich bis Dienstag morgen in der Pfarrkirche bleiben. Am Montag abend findet im Gotteshaus eine religiöse Feier statt, bei der Dekanatsmännerseelsorger, Pfarrer Oskar Frey-Rheinsheim, die Predigt hält. Das Friedenskreuz ist in Hambrücken in der Endstation des Dekanates Philippsburg angekommen. An dieser Prozession möge sich die gesamte Männerwelt recht zahlreich beteiligen! Am Samstag abend führt die freiwillige Feuerwehr unter Mitwirkung der aktiven Mitglieder vom Roten Kreuz, eine große Schauübung vor dem Rathaus durch. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am Pfingstmontag die Ehepaare Landwirt Franz Josef Moritz und Regina, geb. Beischier, Hauptstr. 61, sowie Landwirt Max Grub und Maria Josefa, geb. Böser, Hauptstr, 65. Den beiden Ehepaaren die herzlichsten Glückwünsche! k. Heidelsheim Die letzte nichtöffentliche Gemeinderatsitzung wurde von Bürgermeister Schwedes mit der Bekanntgabe der Richtlinien für die Durchführung der Viehzählung am 3. Juni eröffnet. Ebenso verlas er die Bestimmungen über die Bodenerhebung. Der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Baugenossenschaft „Neue Heimat“, Geiger-Bruchsal, erläuterte den Ge- meindevertretern das Bauvorhaben, wie es in den übrigen Kreisorten bereits zur Durchführung gelangte. Zur Lösung der Bauplatzfrage, die sich bisher als größtes Hemmnis beim sozialen Wohnungsbau in unserer Gemeinde erwiesen hat, wurde auf Vorschlag von Gemeinderat Bauer der Beschluß gefaßt, falls Pfarrer Schmid auf sein Interesse an dem noch imbenutzten Baugelände in der Talstraße verzichtet, dieses der „Neuen Heimat“ zum Bau von zwei Doppelhäusern mit acht Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Weitere Beschlüsse betrafen die Vergebung der Schreinerarbeiten für die neue Leichenhalle und die Instandsetzung der Friedhoftreppe mit Kunststeinen. Die frühere Ortsschulbehörde wurde durch Bildung einer „Schulpflegschaft“ ersetzt. Mitglieder des Ausschusses sind der Bürgermeister und der örtliche Schulleiter, die beiden Ortsgeistlichen und die Gemeinderäte August Härdle und Max Ammerbach. Im Adler fand eine Kreiskonferenz der SPD statt. Als Referent waren Oberbürgermeister Topper und Parteisekretär Busch-Karlsruhe, erschienen. Es wurden Fragen des Etats, der Lehrmittelfreiheit, Feuerschutzabgabe und vor allem der 70—80prozentigen Erhöhung der Beiträge für die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft lebhaft diskutiert. Die inter- -essante Versammlung stand unter dem Vorsitz von Fritz Schmidt-Bruchsal. Langenbrücken Der Männergesangverein „Eintracht“ errang bei dem Ehrenpokalringen in Hirschhorn einen glänzenden Erfolg. Unter schärfster Konkurrenz von über 25 Vereinen erzielte er unter der bewährten Stabführung von Studienrat Pracht mit dem Volkslied „Rosabella-Fidolin“ von Buck und dem Kunstchor „Im Abendrot“ von Franz Schubert den zweiten Preis. Der Verein berechtigt mit diesem Ergebnis zu den schönsten Hoffnungen im Hinblick auf die kommenden Wertungssingen. Gleichzeitig mit dem Pokalsingen ^rar ein Familienausflug verbunden. Viele schöne Stunden verbrachte die fröhliche Sängerschar einige Kilometer von Hirschhorn entfernt in dem reizend im Odenwald eingebetteten Langental. Wir gratulieren der „Eintracht“ zu ihrem schönen Erfolg und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute beim edlen Sängerwettstreit. He. Am Pfingstmontag, 12.30 Uhr, veranstaltet der Männergesangverein „Eintracht“ in den Badeanlagen ein Platzkonzert, zu dem die Bevölkerung herzlichst eingeladen wird. Zur neuen Badesaison hat sich das Kurhaus Sigel in rühriger Weise vorbereitet. Durch Renovation und Errichtung einer neuen Fassade wurde es wieder zu einem Kleinod umgestaltet, das seinesgleichen in der Umgebung sucht. An der Volks- und Berufsschule wird von früh bis spät mit großem Eifer gearbeitet. Schon wurde dieser Tage die erste Decke eingezogen, sodaß man sich schon ungefähr die zukünftige Gestalt dieses repräsentativen Baus vorstellen kann. Die letzten' Neubauten werden im Bruch dieser Tage von den fleißigen Erbauern bezogen. Wir wünschen ihnen vor allem Zufriedenheit und Gesundheit in ihren neuen Heimstätten. He. Obergrombach Am morgigen Pfingstfest feiert Frau Maria Anna Janzer, geb. Konrad, Ehefrau des pensionierten Bahnarbeiters Franz Josef Janzer, Bruchsaler Straße 19, in verhältnismäßig guter Gesundheit und geistiger Frische, ihren ‘69. Geburtstag. Der hochbetagten Jubilarin wünschen wir alles Gute. Vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Karlsruhe legte dieser Tage der Schreinerlehrling Gerhard Schott, Brunnenstraße, die Gesellenprüfung im Schreinerhandwerk mit der Note „gut“ ab. Der Prüfling erhielt seine Ausbildung im Betrieb des Schreinermeisters Leopold Schott-Karlsruhe. Den Reigen der diesjährigen Gartenfeste eröffnet am morgigen Pfingstsonntag der Gesangverein „Sängerbund“ mit einem Konzert- und Freundschaftssingen, Den musikalischen Teil bestreitet die Kapelle „Eintracht“ unter der Stabführung von Walter Eustachi. Neben Gesangs- und Musikvorträgen ist noch mit vielerlei sonstigen Ueberraschungen für Alt und Jung zu rechnen. Ins Gewerberegister eingetragen wurde: Kraftfahrzeugmechaniker Mart. Speck, Schloßstraße 3, Reparaturwerkstätte für Fahrräder und Kraftfahrzeuge sowie Verkauf von Ersatzteilen und kompletten Fahr- und Motorrädern. G. Unteröwisheimer Wodienend-llrief Der Vereinigte Männergesangverein, der sein 80jähriges Gründungsfest (24.—26. Juni) mit einem großen Wertungssingen verbindet, hat nunmehr die umfangreichen Vorbereitungen abgeschlossen. Bis jetzt haben 22 Vereine zugesagt. Sämtliche, dem Kraichgauer Sängerbund angehörigen Gesangvereine, nehmen an dem Wertungssingen teil. Der Fußball-Club empfängt am Pfingstsonntag schwäbische Gäste. Der FC Illingen tritt hier zum Rückspiel an, das wohl der Platzverein für sich entscheiden wird, zumal er das Vorspiel in Illingen 3:1 gewann. Am Pfingstmontag gibt der Handharmonika-Club Untergrombach im Gasthaus zum Lastenansgleidi: 50 v.H. Vermögensbelastuitg Der von der Bundesregierung geplante Lastenausgleich sieht eine Vermögensbelastung von 50 Prozent vor, die mit zwei Prozent jährlich aus dem Vermögensertrag getilgt werden soll. Das Bundeskabinett, das sich am Dienstag mit dem Lastenausgleich beschäftigte, hat Bundesfinanzminister Fritz Schäffer beauftragt, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzubereiten. Die Bundesregierung, hat grundsätzlich entschieden, daß der Lastenausgleich aus dem Vermögensertrag und nicht aus der Vermögenssubstanz erfolgen soll. Die Wirtschaftskraft dürfe dabei nicht eingeschränkt werden. Die Frage, ob die Mittel nach dem Grundsatz „Schaden“ ohne „sozial gesteuert“ verteilt werden sollen, wurde vom Bundeskabinett noch nicht entschieden. Als Stichtag gilt der Tag des Währungsschnittes. Die Möglichkeit, Naturalabgaben zu erstatten, soll erhalten bleiben, jedoch nur auf freiwilliger Basis. Ueber die Freigrenze ist noch nicht entschieden. Die Bundesregierung rechnet mit einem jährlichen Lastenausgleichsaufkommen von 1,5 bis 1,7 Milliarden Deutsche Mark. Bahnhof ein Konzert. Ein auserlesenes Programm bietet die Gewähr für gute Unterhaltung. Diese musikalische Werbeveranstaltung soll bahnbrechend und richtunggebend sein für die Akkordeon- und Handharmonika- Spielgruppe Unteröwisheim, die zum erstenmal vor der Oeffentlichkeit auftritt. Alle Eltern und Musikfreunde sind herzlich zu diesem Konzert eingeladen, das im 1. Teil klassische und im 2. Teil moderne Stücke bringt. Aus Buffalo kam die Nachricht, daß der aus Unteröwisheim stammende Gustav Müller einem Herzschlag erlegen ist. Müller war führendes Mitglied von deutschen Gesangvereinen, Vize-Präsident des Sängerbundes von Zentral-Newyork, Finanzsekretär des deutsch-amerikan.-republikanischen Clubs. Der Verstorbene wurde am 4. Juli 1890 hier geboren und wanderte 1912 nach Buffalo aus, wo er viele Jahre eine Metzgerei hatte. In den letzten Jahren versah er in gehobener Stellung das Verpflegungsamt in einem großen Altersheim. Im Laufe des Sommers wollte er seiner alten, geliebten Heimat den ersten Besuch abstatten. b. Rheinwasserstände Konstanz 380 (+), Rheinfelden 287 (+5), Breisach 244 (+6), Straßburg 302 (+4), Karlsruhe 460 (+13), Mannheim 317 (+7). Mm Weuf& y Von MAX NEAL (Copyri^t ms Ir Fmitliii-fii!i|, MhmtMIbM 43] grau Snfelin har auffaHenb rafd) mit i^tet ättnoort jut $anb. „3$ habe mtd) nie Datum gefümmert, moijtn $ett SSBtjIet fuhr, roenn ft auf Steifen ging. @t (ft oft unerhörte! gefd)äftlitlj bet- reift' Set Hntetfud}ungSri(f)tet Draufte auf. „grau gnfeltn, idj muff feftfteDen, baff ©ie fdjon hiebet Die Unhahrheit faßen! ©ie Ija« Den genau gemufft, mofjtn §ett SBhlet gereift Ift. Sie fjaoen DaS in Demfelben äugenblid gemußt, als ©ie erfüllten. Daß Stöbert SBem- 6utg ermorbet morben ift ©ie maren oon Den tiefgefjenben unb unfiberbrüdbaren Sif- ferenjen jmifdjen §errn SBtjler unb Stöbert SEBernbutg genau unterrichtet unb Daher Da- oon überzeugt. Daß 3ht £>ert Der Sätet mar.* „3lid)t8 ßabe id) gemußt ... nichts', ftiejf fie fjetbot, unb ihre §5nbe behegten fid) auf* geregt. ..^tau 3nfelin. geben Sie ftd) feine -Blühe. Die einfacgfte Sogif führt ju Dem Schluß: meü Sie #enn 2Bt)ler für Den Blörbet gehalten haben, hatten ©ie Slngft, ©ie mürben 3hren $etrn betraten, roenn ©ie jugegeben hätten. Daß er Stöbert Söetnbutg gefannt hat. Sa beißt ’S BtäuSti feinen gaben ab.' grau 3nfeltn rüflete ft cf) ju einem neuen änlauf. bie Äuffaffung Des Sr. ©ämi in ein anDereS Sidjjt ju rüden, aber Diefet ließ ihr feine Seit mehr, neue äuSflüdjte borm bringen. „®8 ift gut, grau gnfeltn', htnfte er ab. „gür heute Dante id) 3h n en. ©ie herben hei- tereS bon unS hören.' grau fjnfelin ging ju fßaul, füßte bem tteberrafmten Die §anb, bann entfernte fie Pdh fdjlu4enb. 6ine furje Seit fdjroebte übet Den 3 u tüd* gebliebenen eine eigenartige Stimmung, Die allen unbemußt ans §erj griff, ©itta berührte Diefet ©organg befonberS fchmerjlid). Stefe grau hielt ihm Sreue bis jum leßten unb fie ... fie mußte ... 3ütn erftenmal, feit fie biefeS 3i m aier betrat, rid)tete fie jeßt ihten Slid auf ffSaul, Der jufammengefunfen auf feinem ©laß faß. „§ert SDhler', hüb feßt bet Unterfu* djungiridjter mieber an, ,,©ie herben ftd) faum munbern, baß mir ©ie für ben Btör* ber halten, menn fogar eine Sötten U nb Sffjter gamtlie io getreu ergebene ©etfon baran glaubt.' ©aul riß eS aus feinet 9tad|benflicbfeit auf. „SaS fmb bod) leere §irngefpenfte meiner #au§bame. bie nichts gegen mich bemeifen.' „Vielleicht Doch', begarrte Sr. ©ämi auf feiner Bteinung, „Denn biefe grau 3nfetin hat natürlich ettten Diel meitgehenberen ©in- bltdf in bie Btotibe 3h re t Sat als mir. Sie heiß genau, heSöalb fie gerabe ©ie für ben Blötber hält. 3<Ö habe fie aber Dorläufig abfid)tlid) nicht nach ben Btotiben gefragt, heil ©ie unS bie SBemeggrünbe, bie ©ie ju ber tat beranlaßt haben, felbet erzählen füllen.' Sr. ©ämi machte hiebet feine treuherjt* gen äugen, aber ohne ©rfolg bei ©aul. „Sa ich Öen Blorb nicht begangen habe, fann audb Don Btotiben nicht bie Siebe fein', bäumte ftd) biefer auf. Ser Unterfud)ungSrid)ter überlegte ein Daar ©efunben lang, häfirenb er einen für* jen SStid mit Sr. Slömer taufdjte. Sann begann er hiebet: „(Strählen ©ie unS henigftenS, hatum ©ie mit Stöbert Sßernburg abrechnen hüllten? Senn DaS mar Dod), hie ©ie felber faßten. Der 3®ed 3hte8 nächtlichen Vefu» d)eS bei ihm. äu§ Den ©riefen SBernburgS an ©ie geht Doch mit aller Seutlidifeit her- bor. Daß ©ie bon ihm geforbert haben, haS er mit großer Sntfqiiebenheit abgelebnt hatte. 2BaS mar DaS? SBarunt haben ©ie ben Btann berfolgt mit einem fdjeittbat um berföl)nlid)en §aß?' 2Bt)Ier fdjlang frambfhafi bie ginger in* einanber. „Slehmen ©ie Doch irgenbeinen beliebigen ©runb an, ber mich ähartg, biefen 3Äenfd)en ;u fjafien; ßerfflnliche ©eletbigung, ober ben gall, er habe mich mit einer grau betrogen, bie ich liebte . . . meinethegen, haS ©ie hollen. Ser ©runb tut Doch ntd)t8 jut Sache unb fann 3hnen gleichgültig fein/ <£r fßrubelte biefe »Borte mit nerböfer §aft herbot. ,,©ie irren, §err 2Bt)ler, gerabe für unS ift eS bon großer Sebeuhing, biefen ©runb ju lennen', meinte St. ©ämi gelaffen, „gür bie ^Beurteilung eines Verbrechens ift eS Durchaus nicht gleichgültig, auS held)en Slottben heraus es begangen morben ift.' ©itta ftanb jeßt neben ihm unb legte ihre §anb faft ftreidjelnb auf feinen ärm. ,,*Paul', fagte fie fang unb mit großer SBärme, auS bet ihre Siebe Hang. „SRebe bir alles, haS bich bebrüdt, bon ber ©eele. ©8 hirb Dich erleichtern unb alles hirb auS bem Sunfel in ein fteunDiidjereS Sicht ge- rüdt. SBaS auch gefchehen fein mag, bielleicht hirb eS menfchlid) begreiflicher unb Damit berjeihlid&er, henn erft aOeS gefaßt ift unb bte ©chhere bon bir ahfäHt 3 Tnnit mim ait4am aIa J — * —«nt*f.*11« —t ZV — t— aw J am- das erhöht den Reiz der Pfingstspiele un gemein. Zunächst tritt Racing Straßburg am Samstag nachmittag gegen den VfB Mühlburg an. Die Elf steht zwar in der zweiten Hälfte der Tabelle der ersten Profidivision. Für ihre Stärke aber sprechen die gegen die Vereine der Spitzengruppe erzielten Ergebnisse. Selbst Meister Bordeaux und Pokalsieger Reims kamen in Straßburg nicht zum Sieg. Und auch andere bekannte Vereine wie Toulouse und Racing Paris mußten die Ueberlegenheit der Straßburger auf deren Platz anerkennen. Ob allerdings das Können für einen Erfolg gegen Mühlburg ausreicht, wollen wir immerhin bezweifeln, denn auf eigenem Platz ist der VfB, der aller Voraussicht nach wieder ohne Gärtner und Scheib antreten muß, nur sehr schwer tu besiegen. Das Treffen des ersten Pfingsfeiertages, das im Durlacher Turmbergstadion den ASV Durlach mit dem diesjährigen Pokalgewinner Stade de Reims zusammenführt, dürfte lei- Ktungsmäßig das vom Vortag möglicherweise noch übertreffen, denn Reims rangiert unter den ersten Drei und gilt als einer der stärkst«! Clubs der französischen Liga. Den guten Auf der Mannschaft begründeten nicht zuletzt die bekannten Internationalen Sinibaldi, Marche, Bini, Flamion und Appel. Ob alle fünf allerdings in Durlach mit dabei sind, steht im Augenblick nicht fest, denn zur gleichen Zeit tritt die französische Nationalmannschaft im Stadion von Paris gegen Schottland an. Immerhin dürfte die Elf stark genug sein, Jahr zum elften Male durchführt. Neben den deutschen Mannschaften SV Waldhof, VfR Mannheim, Germania Brötzingen, FSV Frankfurt, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, Hamborn 07, Werder Bremen, Arminia Hannover und Tennis/Borussia Berlin, nehmen Austria Graz-Oesterreich und AC Bellinzona (Schweiz) an diesem Turnier teil. Erfolgen und frohen Stunden sportlicher Kameradschaft führen kann. Ein sehr reges Spielprogramm melden die Fußballer. Bereits am Pfingstsonntag weilt der VfB Bruchsal beim VfR Baden-Ocs und verbindet damit gleichzeitig einen Pfingstausflug nach der immer wieder anziehenden Bäderstadt. Das Freundschaftstreffen sieht drei Begegnungen, nämlich 1., 2. und A-Jugendmannschaft vor. Die Gastgeber selbst verfügen über eine beachtliche Stärke, so daß es bei der derzeitig ausgezeichneten Form des VfB zu sehr interessanten Spielen kommen wird, über deren Ausgang allerdings eine Vorhersage schwerfällt. Wir wissen, daß die Mannschaften des VfB die Kreisstadt würdig vertreten werden. Einen neuen Zuschauerrekord dürfte es ebenfalls am Sonntag in Oestringen geben, wo sich die ungeschlagenen B-Klassengruppen- sieger Oestringen und Mingolsheim um die Meisterschaft des Kreises gegenüberstehen. Wenngleich auch feststeht, daß beide Mannschaften zur A-Klasse aufsteigen, so geht es hier doch um ein Prestige, um den offiziellen Kreismeistertitel. Im übrigen ist dieses Treffen gleichzeitig für die Pokalmeisterschaft entscheidend. Der „Papierform“ nach, und im Hinblick auf den eigenen Platz könnte man den Oestringem die größere Chance einräumen. Wir wollen jedoch lieber den Spielverlauf abwarten, dem wir einen sportlichen einwandfreien Verlauf wünschen. Weiter gibt es am Pfingstmontag in Langenbrücken ein Fußballturnier, das der rührige TSV veranstaltet. Die Beteiligung der umliegenden Vereine ist sehr zahlreich, es haben die Mannschaften Kronau, Mängolsheim* Wiesental, Stettfeld, Zeutern, Ubstadt, Unteröwisheim, Weiher und Men- zingen zugesagt, so daß man insbesondere zwischen den A- und B-Klassenmannschaften recht spannende Kämpfe erwarten kann. Für vorbildliche Organisation ist bestens gesorgt,_ eine Lautsprecheranlage vorhanden, und nicht zuletzt werden auch die Hungrigen und Durstigen auf ihre Rechnung kommen. Der Beginn des Turniers, das hinsichtlich der Preisverteilung Ueberraschungen bringen wird, ist auf 13 Uhr festgesetzt. Bereits am Sonntagabend gibt es ein geselliges Beisammensein auf dem Sportplatz, dem dann am Montag ein Sommernachtsfest mit Tanz folgt. Selbstverständlich ist die Bevölkerung herzlichst eingeladen. Auch die Fußballer des FV 1912 Wiesental haben sich für Pfingsten zu zwei Spielen verpflichtet. Bereits am Pfingstsonntag beim Pokalturnier in Huttenheim tritt die Elf zu einem Propagandaspiel gegen den FC Huttenheim an, das seine Anziehungskraft nicht verfehlen dürfte, während am Montag sich in Wiesental der FV 1912 Wiesental und SV „Olympia“ Rheinzabern gegenüberstehen. Die Gäste aus der pfälzischen Bezirksklasse sind für einen gepflegt spielenden Fußball bekannt, so daß es in diesem Freundschaftstreffen zu einer sehr interessanten Auseinandersetzung kommen wird. Spielbeginn ist auf 15 Uhr festgesetzt. „Frankonia“ Bruchsal in Weingarten und Knittlingen Die Bruchsaler Frankonen weilen über die Feiertage in Weingarten beim TSV Weingarten und bestreiten innerhalb des Vereinsjubiläums des dortigen Vereins das Propagandaspiel gegen den TSV Weingarten. — Am zweiten Feiertag gastieren die Frankonen in Knittlingen Heidelsheim — Lörrach Das Freundschaftsspiel der Heidelsheimer Elf mit dem Vertreter der Landesliga von Südbaden, Rot-Weiß Lörrach, findet am Pfingstmontag, 15 Uhr, statt. 13.30 Uhr treten die AH-Mannschaften einander gegenüber. 30jähriges Jubiläum des FC Huttenheim Am Pfingstsonntag und -Montag begeht dei FC sein 30jähriges Bestehen. Zu dem an den beiden Festtagen stattfindenden Turnier haben bereits über 10 Vereine der nahen und weiteren Umgebung ihre Teilnahme zugesagt Auf dem herrlichen Waldsportplatz dürfte es zwischen den Vereinen Philippsburg, Neudorf, Spöck, Rußheim, TSV Wiesental, Rheinsheim Liedolsheim, Neuthard und Hambrücken zu spannenden Kämpfen kommen. Der einheimische FC trägt das Jubiläumsspiel gegen den Bezirksklassenvertreter 1912 Wiesental aus. Die Vorstandschaft hat alles getan, um auch tatsächlich jedem Zuschauer eine Freude zu bereiten. Sportler anderer Sportarten werden auch an den beiden Jubiläumstagen auf ihre Rechnung kommen. Die neue Vereinsfahne wird unter Beteiligung sämtlicher Ortsvereine auf dem Festplatz erstmalig gehißt. Unsere Pfingsfreude: Auf zum 30jährigen Jubiläum dds FC Huttenheim. \v. HaniXbüit TSG Bruchsal in Bammental Zur Erfüllung der eingegangenen Rückspielverpflichtung weilen die Handballer der TSG am Pfingstmontag in Bammental. Nachdem bereits das Vorspiel in Bruchsal, das die Gäste mit einem knappen Sieg abschließen konnten, zu einem sehr spannenden Treffen' wurde, wird es im Retourkampf nicht anders werden. Mit vier Mannschaften — 1., 2., Jugend und AH — kommt es dabei zu einem ausgesprochenen Clubkampf. Man kann den Spielern der TSG-Reserve-Mannschaf- ten eher einen Erfolg Zutrauen, als der 1. Elf, die es bestimmt sehr schwer haben wird. Tv Philippsburg — TuS Wuppertal-Vohwinkel . Am Pfingstmontag werden alle Handballfreunde wieder auf ihre Rechnung kommen, ist es doch die bekannte Elf der TuS Wuppertal-Vohwinkel, die wieder ihr Kommen, sogar mit einer Frauenhandballmannschaft angesagt hat. Diese Spiele sind noch in sehr guter Erinnerung von ihrem ersten Hiersein, wo sie sowohl in sportlicher als auch kameradschaftlicher Hinsicht, die besten Eindrücke hinterlassen haben. Man darf auf dieses Treffen am Pfingstmontag um 15 Uhr auf dem Sportplatz am Altrhein sehr gespannt sein Tisditeiuiis Am Sonntag, den 4. Juni 1950, werden in Bruchsal die Bad. Jugend-Mannschaftsmeisterschaften und Kreisvergleichskäropfe durchgeführt. Der Turnverein Karlsdorf führt am 11. Juni sein diesjähriges Tischtennis-Einzelturnier durch. Da auch einige Karlsruher und Heidelberger Vereine teilnehmen, sind spannende Kämpfe zu erwarten. Schneewittchen und die sieben Zwerge Wg.lt Disney’s bezauberndes Farbfilm-Wunder in den Europa-Liehtspielen „Es war einmal eine Königin, die saß eines Wintertags am Fenster über eine Stickerei gebeugt Und wie sie so dem Tanz der Schneeflocken zusah, stach sie sich in den Finger, daß ein Tropfen Blutes heraussprang und in den Schnee fiel. Da dachte sie bei sich, daß sie ein Töchterchen haben würde, so weiß wie Schnee und so rot wie Blut und Schneewittchen sollte sein Name sein.“ — Nicht wahr, Sie erinnern sich dieses zauberhaften Märchens aus Ihrer Kinderzeit? Walt Disney, der Schöpfer des Farbfilms „Schneewittchen“, hatte es auch als erwachsener Mann nicht vergessen können. „Ich sah es zum ersten Male im Theater, als ich noch ein kleiner Junge war, und habe mir dafür ein paar Groschen absparen müssen, die ich mit dem Austragen von Zeitungen verdiente. Es machte einen solchen Eindruck auf mich, daß ich es gern zweimal gesehen hätte.“ Als Walt Disneys Micky Mouse den Siegeszug durch die Welt angetreten hatte, als Donald Duck, das häßliche junge Entlein, Ferdinand der Stier, und die drei kleinen Schweinchen sich die Herzen der großen und der kleinen Kinder erobert hatten, entstand in den großen Zeichentrick-Ateliers der Plan zu einem abendfüllenden Film. Es waren die verschiedensten Gründe, die mich immer wieder auf den Schneewittchenstoff wiesen. Zunächst war dieses deutsche Märchen längst Allgemeingut fast aller Völker der Erde geworden. In Europa so gut wie drüben in Amerika, in Australien und in Afrika wußte man von dem „Spieglein an der Wand“ und zitierte lächelnd die entrüsteten Fragen der sieben Zwerglein: „Wer hat von meinem Tellerlein gegessen?“ und „Wer hat in meinem Bettchen geschlafen?“ Dann aber hatte ich die Möglichkeit, dieses Zwergenvölklein zu vermenschlichen, jedem einzelnen von ihnen ein ausgeprägtes Gesicht zu geben, sie unterschiedlich handeln und auch sprechen zu lassen. Nicht zuletzt gab der Schauplatz der Handlung eine herrliche Gelegenheit, das vielerlei Getier, das in so bunten Abwandlungen schon in meinem früheren Film „aufgetreten“ war, lebendig an dem Spiel um das von der bösen Stiefmutter verfolgte Königstöchterlein teilnehmen zu lassen. Für lange Jahre waren nur die besten und bekanntesten Künstler aus Walt Disneys Mitarbeiterstab mit diesem Film beschäftigt, der nach ihrem Wunsch und nach ihrem Willen den ganzen Zauber und die Zartheit des schönen Märchens wiedergeben sollte. Eine Unzahl von Skizzen wurde entworfen und wieder verworfen. Und als Schneewittchen endlich an die Brust ihres Retters sank, da hatten die Künstler den Pinsel an die zweimillionste Zeichnung gelegt. 250 000 aber hatten nur Gnade vor ihren Augen gefunden, und aus ihnen besteht nun dieser Film der in einer guten Stunde in a T l seiner Farbenpracht, in seinem Uebermut und in seinen wirklich märchenhaften Szenen er. unserem Auge vorüberrollt. Ein Orchester vor 80 Musikern begleitete Schneewittchens Lieder und das Treiben ihrer sieben Zwerge. E ; r Stab von 750 Zeichnern neben einer Unzahl von anderen Männern und Frauen, die Ideen und Einfälle zum Gelingen des Ganzen beisteuerten, kann sich nun für den Beifall bedanken, den die Zuschauer in aller Welt diesem wur-' dersamen Spiel spenden. F.. \ \ Besucht Weltereignis im Boxsport Walcott-ten Hoff Mannheim Stadion Pfingstsonntag 15 Uhr Karten ab DM 3.— in allen Piatzgattungen an der Tageskasse noch erhältlich. Fahrrad-Wache • Parkplatz EUROPA-LICHTSPIELE zeigen als Sondervorstellungen am Samstag, den 27. S. um 14.30 Uhr, sowie am Pfingstsonntag und Pfingstmontag jeweils um 10.30 Uhr W KARL MAY Durch die Wüste w Ein ungeheuer spannender Film mH Humor und ohne KHsdi! ö» j^Fnedensqualitdt ^ a-grössa S 29 Ar gutes WIESENHEU im Gewann „Schanzenäcker“, Philippsburg, abzugeben. Näheres zu erfahren: Kronenwerkstraße 5 2U* Vx>£k4ku&£jc&>La*ik ixt Ein wunderschön« Kühlschrank, ganz in weiß und von enormer Leistung! 2 Jahre Garantie - Preis ab DM 330.- * Heinverkaui: i |mcuin j Karlsruhe Kaiser-Passag« * Ruf 3594, Verlangen Sie ausführlichen Prospekt Wir zeigen demnächst diesen Schrank hier am Platze ACHTUNG! Wir holen wieder Wäsdie ab und stellen sie dem Kunden schrankfertig oder als Pfundwäsche zu. 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Bald verübten sie sich und schrieben viele, viele Briefe, um alle Freunde, Bekannten und Verwandten von diesem Ereignis zu verständigen. Heute geht es einfacher! Eine Verlobungsanzeige in der Bruchsaler Post unterrichtet alle Freunde und Verwandten der Familie schnell und zuverlässig. — • Ob Verlobung oder Heirat, ob Geburt eines Stammhalters oder Todesfall, alle Familienerefgnisse werden schnell bekannt durch eine Anzeige. tarnen Fachgeschäft Gustav Haubeusak Sohn das führende Fachgeschäft in sämtlichen Elite-Hochzucht-Sämereien aus Ernte 1949 Düngemittel Schädlingsbekämpfungsmittel BRUCHSAL, Stadtgrabenstraße 16 , beim Postamt 1SS« "halten Sie in bester Qualität sowie Herrenhemden, Krawatten, Damenwäsche und Strümpfe bei Adam Scholl Speyer, Hauptstr. 76 Gottesdienste an Pfingsten KRANKEN-F AHRSTUHL zu verkaufen. Ubstadt, Bruchsaler Straße 5 Z'A Viertel BERGWIESE 1. Schnitt sow. 1 Rebschwefler zu verkaufen. Bruchsal, Obergrombacherstr. 9 Guter Koch- und Heizofen m. Rohr, 1 hochpol. 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Pfingstmontag: 6 Uhr Frühmesse; 8.15 Uhr Hauptgottesdienst; 11 Uhr Singmesse; 20 Uhr feierliche Schluß-Maiandacht mit Predigt, Te Deum und Segen. Notkirche: Pfingstsonntag: 7 Uhr Frühmesse; 9.15 Uhr Hauptgottesdienst mit Predigt 14 Uhr lev. Pfingstvesper mit Segen. Pfingstmontag: 7 Uhr Frühmesse; 9.15 Uhr Hauptgottesdienst; 14 Uhr Pfingstvesper. Hofkirche: Pfingstsonntag: 7 Uhr Frühmesse mit Kommunion der Frauen; 8 Uhr Jugendgottesdienst mit Frühpredigt; 9 Uhr Hochamt mit Predigt; 20 Uhr feierl. Pfingstvesper mit Maiandacht. Pfingstmontag: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Jugendgottesdienst; 9 Uhr Hauptgottesdienst; 10.30 Uhr Singmesse; 20 Uhr Maiandacht mit Segen. St. Peter: Pfingstsonntag: Opfertag der Kranken für die Mission. 6.45 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaftskommunion der Frauen; 8.15 Uhr feierl. Hochamt mit Predigt und Segen, Familienkommunion; 10.15 Uhr Singmesse; 20 Uhr feierl. Pfingstvesper. Pfingstmontag: 7 Uhr Frühmesse; 8.15 Uhr Jugendgottesdienst; 9.45 Uhr Hauptgottesdienst; 20 Uhr Pfingstandaeht mit Maiandacht. St. Paul: Pfingstsonntag: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Schülergottesdienst; 9.30 Uhr Hochamt mit Predigt und Segen; 14 Uhr Andacht zum hL Geist; 20 Uhr Maiandacht mit Predigt und Segen. Pfingstmontag: 7 Uhr Frühmesse; 8 Uhr Schülergottesdienst; 9.30 Uhr Amt; 14 Uhr Pfingstvesper. St. Maria: Pfingstsonntag und -montag jeweils 7.30 Uhr hl. Messe. St. Paulusheim: Pfingstsonntag: 6 und 7 Uhr hl. Messen; 9 Uhr Hochamt; 20 Uhr Maiandacht. Pfingstmontag: 6 und 7 Uhr hL Messen; 9 Uhr Amt; 14.30 Uhr Aufführung des Oratoriums „Vinzenz Pallotti“ für die Auswärtigen, anschließend Maiandacht; 20 Uhr Wiederholung des Oratoriums für die Bruchsaler. Kath. Pfarrkirche Philippsburg: Pfingstsonntag: 7.30 Uhr Frühmesse mit Gemeinschaftskommunion. der schulpflichtigen Mädchen; 9:30 Uhr feierl. Hochamt mit Sakrament. Segen; abends 7.30 Uhr feierliche Vesper mit Sakrament. Segen. Pfingstmontag: 7.30 Uhr Frühmesse; 9.30 Uhr Hauptgottesdienst; abds. 8 Uhr Andacht zum Hl. Geist. Evangelische Gottesdienste Evang. Stadtpfarramt Bruchsal: Pfingstsonntag: 8.15 und 9.30 Uhr Festgottesdienst mit hl. Abendmahl (Kirchenchor). Pfr. Dr. Scheuerpflug; abends 6 Uhr Liturg, Pfingst- feier. Vik. Emlein. Pfingstmontag: 8.30 und 9.30 Uhr Gottesdienst. Vik. Emlein; 10.45 Uhr Kindergottesdienst. Mittwoch, 31. Mai: vorm. 7.15 Uhr Morgenwache in der Lutherkirche. Samstag, 3. Juni: abends 8 Uhr Christenlehre in der Lutherkirche. Evang. Gemeinschaft, Moltkestr. 3: Pfingstsonntag und Pfingstmontag jeweils 9.30 Uhr Predigt; 10.45 Uhr Sonntagsschule. Untergrombach: Pfingstmontag: 9 Uhr Gottesdienst. Pfr. Dr. Scheüerpflug. Ubstadt Pfingstsonntag: 9 Uhr Gottesdienst. Vik. Emlein. Evang. Pfarramt Philippsburg. Pfingstsonntag: 8 Uhr Gottesdienst in Wiesental mit Feier des hl. Abendmahls; 10 Uhr Gottesdienst in Philippsburg mit Feier des hl. Abendmahls. Pfingstmontag: 8.30 Uhr Gottesdienst in Waghäusel mit Feier des hl. Abendmahls; 10 Uhr Gottesdienst in Philippsburg; 11 Uhr Kindergottesdienst. bald bei uns zeigen lassen / - Möbelfabrik + Einrichtungshaus KARLSRUHE Kaiserstr. 97 Bienenzüchter Mittelwände, Bad. Maß, wieder vorhanden. Batsching, Bruchsal, Obergrombacherstr. 23 D»* 9 l ERNEUERER ALLEN LEBENS Pfingftm im Cieiligen Jahr Von Prälat Sedlmeier, Rottenburg Es ist unglaublich. Aber es ist Tatsache. Erfüllt ist die Bitte der Kirche in der Pfingstliturgie: Sende aus Deinen Geist und alles wird neu geschaffen, und das Gesicht der ganzen Welt wirst Du erneuern. Es ist unglaublich. Aber es ist Tatsache: Das Gesicht der Welt ist neu geworden. Seit jenem ersten christlichen Pfingsttag vor 1900 Jahren. Petrus, der zagende, schwankende, sanguinische Mensch wird wirklich ein Fels. An ihm prallt der jüdische Fanatismus ohnmächtig ab. An ihm zerschellt das übermächtige Rom. An ihm zerbricht das feingebildete Griechenland. Aus Fischerknechten werden Eroberer. Die Hände, die nie einen Griffel geführt, ergreifen die Zügel der Welt. Es ist unglaublich. Aber es ist Tatsache: „Das Alte ist vergangen. Siehe, Neues ist geworden“ (II Kor. 5,17) — im Geist. Die ersten Christen erlebten diese Tatsache ganz stark. Als „Geistesmenschen“ fühlen sie sich. Unter dem „Gesetz des Geistes“ stehen sie (Röm. 8,2). Mit dem Geist sind sie besiegelt (Eph. 1,14). Enthusiastische Geistesfreude erfüllt die Urzeit des Christentums. Und alle Jahre wieder kommt Pfingsten. Das liebliche Fest. Das Fest der Lebensfülle. Wie feurige Zungen glühen- im dunklen Grün die Pfingstrosen. Alles ist trunken vom Überfluß des Lebens. In diesen Tagen der schwellenden Kraft und in diesen wundersamen blauen Nächten, die heimlichen Wachstums voll sind. Wohin wir schauen im prangenden Lenz. Überall spüren wir einen Hauch des Geistes. Aus den Blumen am Weg, aus dem Vogelruf im Busch und Hag und aus leuchtenden Kinderaugen. Pfingsten, das liebliche . Fest der Natur. Aber im Reich der Übernatur ist Pfingsten mehr als ein liebliches Fest. Es ist ein Fest des Feuers, aus dessen Asche neues Leben steigt, Es ist ein Fest der Bereitschaft zum großen Stirb und Werde. Es ist ein Fest voll Glanz und Kraft und Majestät. Denn jedes Jahr um Pfingsten fährt der Sturm des Geistes durch die Welt. Nicht bloß als fernes Erinnern an Einst. Nein. Geladen mit Kraft. Mit der gleichen Urkraft wie damals. Mit der Kraft Seiner Gnade. Der Mensch von heute horcht auf, wenn er das Wort von der Kraft hört. Das ist ja seine Sehnsucht, seine Frohbot- • schaft, sein Evangelium. Freilich, nur der Naive, Unerfahrene, glaubt noch an das Ungebrochene, Titanische, Gigantische menschlicher Kraft. Nur der gottverlassene Bolschewismus baut an einem neuen Turm von Babel. Nur der Gottesfeind steht da, mit der Prometheusgeste, die Faust gen Himmel gereckt, trotzend: „Hat mich nicht zum Manne geschmiedet die allmächtige Zeit und das -eherne Schicksal?“ Der reif gewordene Mensch weiß um menschliche Schwachheit, um menschliches Unvermögen, um menschliches Verzagen und Versagen. Er weiß um die Erbsünde und ihre bösen Folgen. Er weiß, wie alle Menschen landflüchtige Kinder Evas sind,, alle schon empfangen und-geboren mit der Ansteckung aus ihrem Schoß. Er weiß, wie die Geister ■ seiner Ahnen ihren Spuk in seinem Blute treiben. Er weiß um des Apostels Wort und glaubt es: „Nicht am Wollen und nicht am Laufen liegt es, sondern an Gottes Erbarmen“ (Röm. 9,16), afi Gottes Gnade. Merkwürdig, wieviele Menschen unserer Zeit werden für das Wort von der Gnade des heiligen Geistes wieder hellhörig. Nur schade, daß man sich bei dem Wort „Gnade“ nicht mehr viel denkt Das Klischee ist zu verbraucht, ist zu abgenützt ist zu farblos geworden. Und doch ist Gnade das Kostbarste, das Wertvollste, das Beste, was wir Christen haben. Gnade ist das Berührtwerden von Gott selber. Gnade ist der intimste Lebensaustausch zwischen Gott und mir. Gnade ist ein Aufquellen und Überquellen der Liebe Gottes in der Seele. Gnade ist das Erfahren Gottes im heimlichsten Seelengrund. Gnade ist die Lebensluft, in der wir atmen. Gnade ist das Strahlen und Funkeln des Gotteslichtes aus unserem Innersten heraus. Gnade ist... doch wer will darüber etwas Rechtes sagen? Ich will lieber versuchen zu zeigen, wie die Gnade in uns wirkt, als was die Gnade ist. Aber da muß ich zuerst ein Mißverständnis ausräumen. Einen Irrtum, der oft schlimme Folgen hat Viele Christen meinen, die meiste Zeit ihres Lebens laufen sie ja doch in der Todsünde herum. Im Stand der Gnade sei man eben nach der Beichte und Kommunion, und dann vielleicht noch ein paar Tage, wenn’s hoch kommt, ein paar Wochen. Kein Wunder, wenn sie dann so dahinleben, ohne besonderen Aufschwung und Auftrieb ihrer Seele. Ein verhängnisvoller Irrtum. Der Stand der Gnade ist und bleibt doch der Normalzustand des Christen. Und selbst, wenn einer das Unglück hat zu fallen, tief zu fallen, immer wieder zu fallen, er braucht doch nicht liegen zu bleiben. Ein einziger Aufblick zum Herrn in Reue und Liebe macht doch alles, alles wieder gut. Christ sein heißt in der Gnade des Geistes stehen. Christ sein heißt den Geist Christi in sich tragen Wie wirkt der Geist in uns? Er stellt alle Werte des Lebens an den rechten Platz. Er macht tüchtig in Arbeit und Beruf. Er feuert an zu heiliger Lust am guten Werk. Er schenkt den sieghaften Glauben: „Alles bringe ich fertig in dem, der mich stark macht“ (Phil. 4,13). Er benützt jede Gelegenheit, um uns zu rufen, zu winken, zu locken auf die Wege Gottes. Und plötzlich, unvermutet kommt er oftmals. „Wie in den Lüften der Sturmwind saust, man weiß nicht, von wannen er kommt und braust, wie der Quell aus verborgenen Tiefen ..." So schafft und wirkt der Geist auch heute. Gerade heute wachsen wieder Heilige, wahre Geistesmenschen. Kinder und Männer und Frauen aus allen Ständen und aus allen Nationen. O sie wachsen auch unter unserem deutschen Himmel, sie wachsen mitten unter uns. Und wo eine stille Seele, verkannt und vergessen, treu und stark ihre Pflicht tut, mit Sonnenaugen für die Menschen um sie und mit einem Herzen, ganz hingegeben an Gott, da wohnt der Heilige Geist. Da wirkt Seine Gnade. Und wo wir einem Menschen begegnen, der in der Kraft des Geistes sein Kreuz trägt, und immer wieder aufsteht, wenn er niedergesunken, da wohnt der Heilige Geist. Da wirkt seine Gnade. Und wo wir einen Kranken treffen, der still geworden ist im Leid wie die tiefe See: da ziehen wir die Schuhe von den Füßen, denn hier ist heiliger Boden, Land des Heiligen Geistes. Und wo ein Mensch in heißem Kampf mit seinem Blut zum Sieger geworden, da ist der Schöpfergeist am Werk. Da braust der Sturm des Geistes. Im Hl. Jahr, dem Jahr der großen Rückkehr und des großen Verzeihens wirkt der Geist in Millionen Menschen spürbarer als sonst El Greco: Das Pfingstwunder Es sage kein Christ: Ich bin kein Mystiker. Ith spüre von all dem nichts. Es ist mit dem Gnadenwirken des Heiligen Geistes bisweilen wie mit dem Funktionieren unserer inneren Organe. Sie arbeiten dann am besten, wenn wir sie gar nicht spüren. Und doch erhebt die Gnade des Geistes die Menschenseele in eine höhere Seinesordnung hinein. Es ist keine Übertreibung, wenn St. Petrus in seinem Brief geradezu von einer „Teilnahme an der göttlichen Natur“ redet (II Pt. 1,4). Oder wenn der franziskanische Lehrer Bonaventura diesen Tatbestand so ausdrückt: Durch die Gnade wird die Seele eine Tochter des ewigen Vaters, eine Braut des Sohnes und ein Tempel des Hl. Geistes. Man möchte in unserer heutigen Sprache die Gnadenausstattung der Menschenseele vergleichen mit Antennen, welche die Wellen der göttlichen Einsprechungen gut und rasch empfangen. Daher auch das feine Gespür des echten Christen für Gottes Anrufe, wie für das Gottwidrige in der Welt. An Pfingsten will der Geist auch in uns brausen. Auch an Pfingsten 1950. Wir müssen ihm nur die Fenster unserer Seelen weit, weit auftun. Drum hat es mich tief ergriffen, als ich kürzlich in einem Buch, von der ungefügen Hand eines Arbeiters geschrieben, vome auf dem ersten Blatt die Widmung las: Es lebe die Revolution in Gott! Diese Revolution muß kommen in jedem von uns. Es wird keine Revolution sein mit Blut und Tränen. Es wird eine Revolution sein in Geist und Kraft, in der Kraft des Heiligen Geistes. Jubel göttlichen Cebens Ferne, anmerklich schon, schmiegen die Berge bebend ins zärtliche Licht sich empor, hell in des Himmels wachsende Wölbung drängt sich der Tage trunkener Chor. Höher stets steigt in den leuchtenden Morgen strahlend der Sonne verheißendes Glühn, wieder erweckt and beschwingt schwankt die Erde, schwebend im schwellend unwirklichen Grün. Trächtig schäumt Junges berauschendes Leben, blühend ln schamvolle Schönheit enthüllt, ungestüm knospendes, rankendes Reifeni warm sind die Winde, duftvoll erfüllt. Selig im Überschwang schwirrenden Lichtes, schwingt sich beflügelt aus Jubelndem Sein trillerndes, werbendes, Jauchzendes Singen hoch ln die wandernden Wolken hinein, Sehnend, betroffen, schwiegest du lange, plötzlich dann aber brichst du verzückt aus ln den Jubel göttlichen Lebens, unbändig jung noch, berauscht und beglückt. Habetin. ÜBeröet ooll i&eiftes Von Prälat i. R. D. Dr. K. Hoffmans (Ulm) Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, — das bedeutet der Name — ist die Krone und Vollendung der Feste der Christenheit. Es ist das Fest des Geistes. Aber nicht des erschaffenen Menschengeistes, selbst in seinen höchsten Blüten, sondern des schaffenden und schenkenden Gottesgeistes. Davon ist die ganze Bibel erfüllt vom ersten bis zum letzten Blatt. Bei der Schöpfung der Welt aus dem Chaos „schwebte der Geist Gottes über dem Wasser“ und bei der Vollendung in letzten Worten der Offenbarung Johannis ruft der Geist aus der Christus Gemeinde heraus den Dürstenden zum „Wasser des Lebens“. Das Leben Jesu in den Evangelisten ist ganz umgriffen von Gottes Geist: Bei der Geburt, bei der Taufe, beim Kampf mit den Gegen-Geistern, beim Abschied im Johannes-Evangelium, beim letzten Psalmgebet am Kreuz andeutend: „Vater ich befehle meinen Geist in deine Hände“ — das ist Gemeinschaft im Gottes-Geist. So ist der Geist die Bindekraft für die Christusgemeinde. Jesus hinterläßt ihn den Seinen als den „Tröster“ in Luthers Sprache, als ihren Anwalt und Vertreter vor Gott und Menschen. Wenn sie vor Terror-Richtern keine Worte finden, wird es ihnen gegeben werden. „Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet“ (Matth. 10, 20). Das haben wir vor „Volksgerichten“ und in KZ’s erlebt. Pfingsten ist nun das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Geist Gottes wird der ganzen Christusgemeinde, nicht nur den Zwölfen, oder damals Elfen, mitgeteilt. Dies zeit- und raumlose Geschehen kann menschlich nur därgestellt werden in greifbar-sichtbaren Ereignissen. So geschieht es in der Apostelgeschichte mit dramatisch schöpferischer Kraft: Ein gewaltiger Sturm, Feuerflammen, wie Zungen, auf den Häuptern, das „Sprachenwunder“, das weniger ein Wunder des Redens als des Verstehens ist, das staunenswerte Wachsen der Gemeinde — wer das zum erstenmal hört, nicht wie wir von Kind auf kennen, und wer noch über alle Gelehrsamkeit hinweg, sich ein ursprüngliches und unmittelbares Empfinden bewahrt hat, der muß von dem Pfingstereignis erschüttert werden, wie es dort heißt: „Sie entsetzten sich alle und wurden irre — was will das werden?“ Eine neue Lebenskraft ist in die Welt gekommen. Immer wieder vergessen, war sie freilich schon längst da. Die Gemeinde wird sich dessen bewußt im ^Rückgriff des Petrus auf das Wort des alttestamentlichen Propheten Joel. In einer Welt der sozialen Gegensätze jeder Art bricht der Geist durch, der für alle da ist: Männer und Frauen, , Eltern und Kinder, überhaupt alt und jung, Herren und Sklaven, wir würden sagen: Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese wunderbare Gabe kommt zum Ausdruck im bekannten Nachtgespräch Jesu mit dem jüdischen Ratsherrn Nikodemus. Es gibt ein Neugeborenwerden aus deni Geist. Diese neues Leben ausatmeade Kraft wird mit dem Winde verglichen, der „bläst wo er will“. Hier gibt es keine Schranken der Nationen, Konfessionen, Stände, Bildungskreise, Geschlechter, Altersstufen. Es gibt ein Gott Anbeten „im Geist und in der Wahrheit“. Rom und Wittenberg, Moskau und Washington atmen dieselbe Erdatmosphäre. Viel mehr könnten sie denselben Gottesgeist empfangen. Daher Weltmission als Angebot, nicht als Propaganda, Oekumene als Glaubensgemeinschaft, nicht als theologischer Ausgleich, una sancta als Geistgemeinschaft nicht als Organisation. Die Apostel des Neuen Testaments, die durch Jesus neu berufenen Propheten, wie sie das Alte kannte, zunächst für sein Volk mit seinen zwölf Stämmen, sind in aller menschlichen Schwachheit Träger des Gottesgeistes. Wir Evangelische beachten immer noch zu wenig, daß der Apostel Paulus, namentlich in der Mitte des Römerbriefes, fast ebenso viel vom Geist redet, wie von der Glaubensgerechtigkeit. Und dieser selbe Apostel, der 1. Kor. 13 das Hohe Lied der Christenliebe singt, schreibt dem Geist die tiefste und letzte Erkenntnis des Gottesgeheimnisses, die eigentliche aufrichtende Kraft, das In-uns-Beten zu. Derselbe Evangelist Johannes, der Jesus sagen läßt: „Gott ist Geist“, sagt seiner Briefgemeinde: „Gott ist Liebe“. So werden göttlicher Geist und göttliche Liebe Wechselbezeichnungen. Was ist also, so fragt der besinnliche Mensch, auch der Christ, der Geist Gottes, Heiliger Geist? Im strengen Sinne kann man aber so nicht fragen, der Geist kann nicht erkannt werden, wie wir Dinge zu erkennen meinen. Er kann nur erfahren werden wie wir das Geheimnis des Lebens erfahren. Das heißt aber als die letzte erreichbare Wirklichkeit. Geht uns diese Wirklichkeit ab, so versinken wir im Nichts. Wird sie uns zuteil, so leben wir im Ewigen. Was im Grunde von aller Erkenntnis gilt, das sagt Jesus von der wichtigsten, der Menschenerkenntnis: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Und solche Früchte des Geistes zählt Paulus einmal auf: Liebe, Freude, Friede, Ge- * duld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Keuschheit. Wir brauchen das nur zu hören, um zu wissen: das brauchen wir heute Stüde für Stück und finden es manchmal mit staunender Beschämung bei Ausgebombten, späten Heimkehrern, Heimatvertriebenen, rechtswidrig Gefangenen. Bei solcher Begegnung und in solchem Kreise weht der Geist Gottes ins besorgte Angesicht und hellt es auf. Ach, daß wir ihn alle hätten, diesen Geist! Das Neue Testament kennt die merkwürdige Gestalt einer Forderung in Leidensform. Nach Abweisung des einzigen damaligen Betäubungs- und Reizmittels, des Weines, sagt der Epheserbrief: „W erdet voll Geistes“ — ein „Werden“ nicht ein Tun wird gefordert. Ihr könnt ja doch nichts machen. Aber ihr könnt Ihn machen lassen. „Er wird’s tun“, wie M. Luther so gern sagt. Wie Er jetzt blühen und sprießen, strahlen und jubeln, blitzen, donnern und Fruchtregen rausdien läßt, so wird er in eine angstvolle Welt seinen Geist ausgießen „über alles Fleisch“. Veni ereator Spiritus. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein’ Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Martin Luther BLICK IN© DIE WELT Wo der AMANASSAFT aus Brunnen fließt ... Die Ananashauptstadt der Welt liegt auf einer der Hawaiisdien Inseln und trägt den wohlklingenden Namen Wahiawa. Trotz ihres schönen Namens und ungeachtet des wahrhaft paradiesischen Duftes, der diese Stadt beständig umgibt, haben allerdings bis vor kurzem nur wenige Menschen auf der Erde jemals von ihr gehör! Die Einwohner Wa- hiawas beschlossen daher, in diesem Jahr ein Festspiel zu arrangieren und dazu Journalisten aus aller Welt einzuladen, um .uch einmal im Mittelpunkt des allgemeinen ? - m> JSlumenketten werden auf der Pier von Honolulu zum Verkauf angeboten. Interesses zu stehen. Der Erfolg des Festes überstieg alle Erwartungen. Heute ist der Name Wahiawa von der pazifischen bis zur atlantischen Küste bereits ein Begriff geworden und wird voraussichtlich seinen Weg nunmehr auch in die europäische Presse finden AN STEHLE EINES WASSERSTRAHLS Wahiawa liegt unweit der bekannten hawaiianischen Hafenstadt Honolulu und unterscheidet sich in der Anlage kaum von einer mittleren Stadt des amerikanischen Kontinents. Es hat die gleiche Hauptstraße, die gleichen Lichtreklamen, Kinos, Kinderspielplätze und Parkanlagen. Betrachtet man allerdings einen der vielen in den Parkanlagen verstreut liegenden Trinkbrunnen etwas näher, merkt man den Unterschied bald. An Stelle eines Wasserstrahls kommt eisgekühlter Ananassaft aus dem Leitungsrohr. Er ist dort so billig, daß die Einwohner diese Einrichtung schon als eine Selbstverständlichkeit hinn ehmen und die kleinen Ananasbrunnen nur noch eine Sensation für Fremde darstellen. Während jedoch diese Trinkbrunnen das ganze Jahr hindurch in Betrieb sind, waren die für das Festspiel angebrachten Dekorationen neue. Die Ananas beherrschte hier das Feld. Alle Laternen in der Stadt w ren mit goldgelben Frühten geschmückt. Die zu Girlanden gedrehten, palmartigen Blätter der Früchte überspannten die Straßen, die alle hinaus in die Ananasfelder führen, von denen die Stadt, soweit das Auge reicht, umgeben ist. VON KEINER HAND BERÜHRT Das Festprogramm selbst bildete eine interessante Mischung von Volksfest und landwirtschaftlicher Messe. Die Menschenmenge, die sich am Abend des ersten Festtages im Fred Wright-Park versammelt hatte, war im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Die Frauen von Hawaii tragen so grelle Farben, daß es selbst den farbenfreudigen Amerikanern auffiel, und die' Männer gehen dort in roten, grünen und gelben Hemden, den Alohas, einher, als gehörten diese mit zu den selbstverständlichen Dingen auf der Welt Die Zuschauer und Besucher waren ebenso wie die Bewohner der Insel selbst, von denen ein Drittel Weiße sind, ein buntes Rassengemisch. — Die Szenen des Festspiels, an dem etwa 2000 Personen teilnahmen, stellten Ereignisse aus der Geschichte Hawaiis dari Die Entdeckung durch den englischen Forscher Kapitän Cook im Jahre 1778; die Vereinigung aller Inseln unter dem König Kamehameha und die Zeremonie im Jahre 1898, in der sich die Inselgruppe freiwillig unter der Oberhoheit der Vereinigten Staaten stellte. Nach der Version der Wahiawa-Festspiele war es die Ananas, die Kolumbus davor rettete, nach seiner Landung von den Eingeborenen umgebracht zu werden; es war eine Ananas, die das Herz einer schönen Prinzessin für den Kaiser von Indien, Akbar den Großen, eroberte; und eine Ananas war es auch, welche Maria Antoinette die Zuneigung des amerikanischen Gesandten Benjamin Franklin gewann. Eine landwirtschaftliche und industrielle Ausstellung veranschaulichte deutlich die Frauen sind bessere Detektive Der Peruaner Edoardo Balareao, e iner der ganz großen amerikanischen Rauschgift- ‘ Schmuggler, hat die bekanntesten Detektive der Neuen Welt jahrelang an der Nase herumgeführt Glaubte man, ihm in New Yen* auf der Spur zu sein, inszenierte er gerade irgendwo in Südamerika wieder eine kleine Revolution; war seine Anwesenheit in Peru signalisiert, verhandelte er in Italien mit dem Drogenschieber Lucky Luciano üb» die Ausfuhr von Rauschgiften türkischer Herkunft nach den Vereinigten Staaten. Es blieb Wini- fred Hayes, einer Agentin des New Yorker weiblichen Detektivkorps, Vorbehalten, Bala- :ezo in einer Chikagoer Bar zur Strecke zu Dringen. Sie bediente sich dazu der ihr von der Natur verliehenen Waffen des Charmes: Winifred kt platinblond und hat die Augen eines Engels, und kein noch so gewiegter Gangster würde hinter dieser anmutigen Stirn die Kombinationsgabe eines Conan Doyle, gepaart mit dem Mut Mn» Panthers, wittern. „Sechs Monate lang“, so rapportierte Winifred Hayes, „war ich Edoardo Balarezo auf den Fersen. Ich mußte tausend Geeichter aufsetzen. Dreimal am Tage wechselte ich meine Kostüme. Trat ich vormittags noch als die harmlose Hausfrau mit dem Korb am Arm auf, auf dessen Grund unter dem Obst und Gemüse der Colt schlummerte, so tanzte ich beim Five-o’docfe tea mit den Gehilfen Bala- rezos, um am Abend als Vamp in großer Kriegsbemalung in den gleichen Bars, m denen der Schmuggler-Gang seine Einnahmen verpraßte, den imaginären Inhalt eines imaginären Tresors zu verschwenden. In Chikago war ich endlich meiner Sache sicher und ließ die Falle zuschnappen.“ „Winifred“, so sagte Irene Peters, die Leiterin der New Yorker weiblichen Polizei, „mußte te Chikago ihre Pistole wie einen Akzent auf die Attribute ihrer natürlichen Waffen der Anmut setzen; doch seien Sie überzeug! daß die Pistole erst dann spricht, wenn alle anderen Waffen versagten. Dieser Standpunkt ist das A und O unserer Instruktionen, und es liegt in der Qualität unserer Beamtinnen, daß er streng gewahrt wird. Nur die allerersten Referenzen befähigen unsere Kandidatinnen. Sie sollen Ausnahmewesen sein von geschmeidiger Intelligenz, fehlerloser Intuition und von ausgeprägter Kultur des Körpers und des Geistes. New York hat heute 190 Detektivinnen, davon sind 30 schon Großmutter. Zum letzten Kurs batten sich 300 Kandidatinnen für 37 offene Stellen gemeldet.“ Manhattans berühmteste Detektivin lat Kathryn Barry, ein zierliches Geschöpf, das sich auf Absätzen von ausgefallener Höhe bewegt und extravagante Ohrringe trägt, die sie täglich verliert und wiederfinde! Sie betrachtet es als ein anmutiges Spie! mit der Pistole in der Hand auf den Kotflügel schnell fahrender Kraftwagen zu springen, wenn sie Verdacht hat, den Wagen anzuhalten und die Insassen zu visitieren. Auch sie weiß sich ihrer natürlichen Waffen geschickt zu bedienen. Als sie kürzlich ein verdächtiges Individuum zu identifizier»! batte, sank sie mit einem Aufschrei zu Boden und verzag ihr hübsches Gesicht, als falle es ihr sehr schwer, sich wied» zu erheben. Der Fremde bückte sich, um ihr zu helfen. Da hatte Kathryn ihn schon erkannt. Gewohnheitsmäßig hob er die Hände; denn die Detektivin, die blitzschnell aufgesprungen war, hatte ihm bereits den Lauf ihrer Pistole mit sanftem Nachdruck in die Magengegend gedrückt. Der Chef der New Yorker Polizei, Mr. Henry Deolin, ist voll des Lobes über seine weiblichen Gehilfen. „Sie sind geschickter als wir Männer“, behauptet er, „sie wissen sich besser zu verteidigen. Sie vereinigen den Charme Greta Garfoos mit der Kühnheit des Filmstars Pearl White und sind zum Schreckgespenst der Gangster geworden.“ H. v. H. Hawaii—paradiesisches Eiland im Pazifik. Die gehtrt zu den malerischsten Plätzen der Ha Bedeutung der Ananas für die Wirtschaft Hawaiis, das achtzig Prozent des Weltkonsums dieser Früchte liefert. Ferner wurden moderne Erntemaschinen gezeigt, die etwa 22 Tonnen Früchte pro Stunde bearbeiten. Die Früchte kommen direkt aus diesen Maschinen in die Konservenfabriken. Von der Ernte bis zur Konservierung wird die Frucht von keiner menschlichen Hand berührt. Bereits vier Stunden nach dem Abernten des Kalihiwai - Bucht der M Garteninsel“ Kanai waii-lnseln. (Bild: Amerika-Dienst) Feldes sind die Früchte in der Dose konserviert. Angeschlossen an die landwirtschaftliche Ausstellung war eine Versuchsküche, die die vielseitige Verwendbarkeit der Frucht demonstrierte. Die anwesenden Journalisten waren begeistert von diesen Tagen auf Oghu, der Ananasinsel im Pazifik. Es war für sie ein einmaliges Erlebnis 10000 Dollar für Emmys Tagebuch Das kleine Südtiroler Skidorf San Martino, unweit Gries gelegen, ist in Aufregung. Seit einer Stunde hat eine Abteilung Carabinieri das Gelände rund um den alten Friedhof umstellt. Doppelposten gehen von Grabstein zu Grabstein und biegen die Büsche auseinander. Baronin Giovanelli, eine italienisch verheiratete Deutsche gibt Aufklärung: die Polizisten sind alarmiert, um Martin Bormann zu fangen! Heute morgen, als die grauhaarige Baronin ihr Haus verließ, stieß sie zwischen den Gräberreihen auf einen Mann, in dem sie den einstigen „Chef der Parteikanzlei“ erkannt zu haben glaubte. Hat Frau von Giovanelli recht gesehen? Es wäre nicht verwunderlich, daß Martin Bormann, weilt er noch unter den Lebenden, ausgerechnet nach San Martino käme, denn hier lebt heute sein 15jähriger Sohn Rudolf und eine seiner Töchter, die heute elf Jahre alte Eva. Die alte Baronin nahm die beiden auf, als sie 1945 mit ihren fünf Geschwistern eitern- und obdachlos bei den Bauern um Brot bettelten. Im Gegensatz zu Goebbels hatte Bormann in den letzten Tagen der Diktatur beschlossen, seine kinderreiche Familie zu retten. Wenige Stunden bevor sich der Ring um Berlin endgültig schloß, beauftragte er einige Vertraute, seine Frau und die sieben Kinder nach Tirol in Sicherheit zu bringen. Der Gauleiter Hofer mußte eine Unterkunft in Selva im Gardatal besorgen, wo Frau Bormann ihrer Niederkunft entgegensah. Frau Bormann starb in ein» Meraner Klinik. Durch Vermittlung eines dort amtierenden deutschen Feldkaplans kamen die Kinder später zu einheimischen Familien in verschiedenen Orten Südtirols. Zunächst wurden die rein heidnisch Erzogenen katholisch getauft. Frau von Giovanelli fand außerdem heraus, daß der Sohn Rudolf nach seinem Paten Rudolf Hess benannt ist, während die kleine Eva ihren Namen nach Eva-Braun- Hitler trägt. Um jegliche Erinnerung an die Vergangenheit auszulöschen, veranlaßte sie eine neue Namensgebung. Aus Rudolf wurde r » . *?■ mm. y-iy/. ir