HEIMATBLATT FÜR KRAICHCAU UND BRUHRAIN - SÜDD. HEIMATZEITUNC Nummer 134 Dienstag, den 13. Juni 1950 Jahrgang 2 Neues Preisgesetz verschoben? Verlängerung des alten Gesetzes geplant Bonn (UP). Terminschwierigkeiten werden verhindern, daß das von der Bundesregierung vorgelegte neue Preisgesetz am 1. Juli 1930 (nach Ablauf des alten am Vortage) in Kraft treten kann, verlautet aus dem Bundestag. Der Ausschuß für Wirtschaftspolitik des Bundestages wird daher den Antrag stellen, das alte Gesetz um 3 Monate zu verlängern. Hinein in die Bundespolizei! „Führungsanwärter'* im Bundeshausrestaurant Bonn (UP). Noch bevor das erste offizielle Schriftstück zwischen der Bundesregierung und den Hohen Kommissaren zum Thema Bundespolizei gewechselt worden ist, haben sich bereits die ersten Führungsanwärter für die kommende „Fünf-Tausend-Mann- Gruppe“ gemeldet. Ehemalige Polizeioffiziere aller Grade, Verwaltungsbeamte a. D., in Gruppe fünf eingestufte frühere SA-Unter- führer, ehemalige Arbeitsdienstführer und ähnliche Persönlichkeiten, die sich zum Kom- . mandieren berufen fühlen, bevölkern seit Tagen das Bundeshausrestaurant. Andere versuchen sich über befreundete Abgeordnete vormerken zu lassen, da es bis zur Stunde noch keine Dienststelle und kein Ministerium gibt, bei denen Bewerbungen dieser Art anzubringen sind. Dennoch sollen auch schon mehrere hundert schriftliche Fühler ausge- «treckt worden sein. Vor der großen Europarat-Debatte Adenauer bringt Regierungsvorlage persönlich ein — Bonn wird Rechtsverwahrung gegen Warschauer Vertrag einlegen — Sonderstelle für Schumanplan Bonn (UP). Am Vorabend der großen Europarat-Debatte im Bundestag machte Bundeskanzler Adenauer die Fraktionsffihrer der Koalitionsparteien in seiner Rhöndorfer Privatwohnung mit dem Inhalt der Regierungsvorlage vertraut, die er — wie jetzt feststeht — trotz seiner noch immer angegriffenen Gesundheit persönlich in der Dienstagssitzung des Plenums einbringeu wird. Wie verlautet, sollen bei dieser Gelegenheit auch personelle Fragen der deutschen Schumanplan-Delega- tion zur Sprache gekommen sein. Die großen Fraktionen des Bundestages sind übereingekommen, vor Beginn der Bundestagsdebatte über den Beitritt zum Europarat einen gemeinsamen Protest gegen den Ulbricht-Vertrag über die Oder-Neiße-Grenze einzulegen. Die Bundesregierung wird in einer offiziellen Note feierliche Rechtsverwabrung gegen den Abschluß des sogenannten Warschauer Vertrages einlegen, der die Oder- Neiße-Linie als endgültige deutsche Ostgrenze anerkennt Diese Note wird augenblicklich vorbereitet und soll dann den alliierten Hohen Kommissaren zugeleitet werden. Eine Sonderabteilung für alle mit der geplanten westeuropäischen Montan-Union zusammenhängenden Fragen soll, wie hier weiter bekannt wird, im Bundeskanzleramt einge- // „Schumanplan undurchführbar.. / Außenpolitische Erklärung, der Labourpartei — Vor wichtigen Abstimmungen im Unterhaus London (UP). Die britische. Labonrparty veröffentlichte eine Erklärung, in der es heißt, daß eine vollständige wirtschaftliche und politische Einheit Europas erst dann möglich sein werde, wenn alle europäischen Regierungen unter sozialistischer Herrschaft stünden. Der Schumanplan über eine Zusammenlegung der europäischen Kohlen- und Stahlproduktion sei undurchführbar, solange die Eisen- und Stahlindustrie nicht in jedem Teilnehmerstaat verstaatlicht sei. Die Labourparty lehne alle Versuche ab, einer überstaatlichen Exekutivbehörde verfassungsmäßige Rechte zu übertragen, da diese von einer antisozialistischen Mehrheit beherrscht sein würde, wie die europäische Versammlung. Eine Zusammenarbeit müsse auf dem Weg gegenseitiger Verständigung zwischen den Regierungen erzielt werden. In der Erklärung wird weiter gefordert, daß die britischen Verpflichtungen in Europa nicht die Verpflichtungen in Asien in den Schatten stellen. Die Idee, daß Europa einen „neutralen Block“ oder eine „dritte Macht“ — als Brücke zwischen den USA und der Sowjetunion — bilden sollte, wird als „steriler und gefährlicher Gedanke“ bezeichnet. Europas wirtschaftliche Stabilität und Verteidigung hänge in nächster Zukunft von der engen Zusammenarbeit mit den USA ab. Neutralität sei unmöglich, da die Sowjetunion keine Alternative zwischen „Sklaverei und Feindschaft“ kenne. Der britische Staatsminister Y o u n g e r begab sich in das Krankenhaus, um dort,mit Außenminister Bevin über den Schumanplan zu beraten. Ministerpräsident Attlee wird am Mittwoch im Unterhaus über die britische Stellungnahme zu diesem Plan berichten. Für Dienstag erwartet man in London die Veröffentlichung eines Weißbuches über die anglo- französischen Verhandlungen. Frankreichs Standpunkt Der französische Außenminister Schuman gab nach einer Sondersitzung mit Ministerpräsident Bidault und sechs anderen Kabinettsministem bekannt, die französische Regierang habe sich über den Standpunkt geeinigt, den die französische Delegation auf der bevorstehenden Konferenz über den Zusammenschluß der europäischen Grundindustrien vertreten solle. Schuman und die anderen Minister, 'n deren Ressorts die Maßnahmen zur Verwirklichung des Schuman-Plans fallen, werden bis zum Beginn der Konferenz noch mehrmals zusammentreten, um Vorbereitungen zu treffen und Einzelheiten zu besprechen. An der Konferenz, die am 20. Juni anfängt, werden Beauftragte Frankreichs, der deutschen Bundesrepublik, Italiens, Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs teilnehmen. Am Mittwoch finden im Unterhaus eine Reihe für die Regierung kritischer Abstimmungen statt. Allein zum Finanzgesetz wurden 130 Zusatzanträge gestellt. Verschiedene Abstimmungen über das Finanzgesetz und zwei Abstimmungen über die Benzinsteuer und die Verkaufssteuer auf Lastkraftwagen dürften als Vertrauensabstimmungen betrachtet werden. Sollte die Regierung unterliegen, so würde das wahrscheinlich ihren Rücktritt und die Abhaltung von Wahlen im Sommer bedeuten. Beamte des britischen Außenministeriums wiesen darauf hin, daß deutsche Frauen — im Gegensatz zu einer kürzlichen Erklärung vor dem Parlament — nach wie vor keine Möglichkeit haben, auf Vaterschaft für ihre Kinder oder Zahlung von Alimenten zu klagen, soweit der Vater nachweislich ein britischer Soldat ist. Hoher Kommissar in Wien Der britische Gesandte in Wien, Sir Caccia, wurde zum zivilen Hohen Kommissar für Österreich ernannt. Sir Caccia wird seinen neuen Posten am 1. August antreten, daneben aber weiterhin seine Funktion als diplomatischer Vertreter Großbritanniens in Österreich beibehalten. richtet werden. Vermutlich wird diese Abteilung der neuen „Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten“ des Ministerialdirigenten Blankenhorn unterstellt. • Der Bundestag wird in dieser Woche entscheiden, ob die Bundesrepublik Mitglied des Europarats wird oder nicht. Die Debatte über den Gesetzentwurf der Regierung soll am Dienstagmorgen mit einer Erklärung des Bundeskanzlers beginnen, in der dieser erneut die Argumente für den Weg nach Straßburg aufzeigen wird. Die endgültige Entscheidung des Bundestags fällt aber erst am Donnerstag bei der dritten Lesung des Gesetzentwurfs. Die ablehnende Haltung der Sozialdemokraten läßt eine scharfe Auseinandersetzung zwischen Regierungsparteien und Opposition über außenpolitische Probleme im allgemeinen und den Weg nach Straßburg im besonderen erwarten. Dennoch glauben politische Kreise, daß die Bundesregierung eine große Mehrheit für ihren Wunsch, dem Europarat beizutreten, finden wird. Nachdem sich der Bundesrat schon am 20. Mai mit 27 gegen 16 Stimmen hei vier Enthaltungen für Beteiligung am Europarat ausgesprochen hatte, halten unterrichtete Kreise folgendes Abstimmungsergebnis im Bundestag für möglich: Für einen Beitritt Deutschlands zum Europarat: 141 Abgeordnete der CDU/CSU, 52 freie Demokraten, die Ißköpflge DP-Fraktion, 17 Mitglieder der Bayernpartei und der Vertreter der südschleswigschen Wfihlervereinigung. Dagegen werden sich mit Bestimmtheit die 130 Sozialdemokraten, die 14 Kommunisten und wahrscheinlich die 10 Abgeordneten des Zentrum» ausspreehen. Der Entscheid der 11 WAV-Abgeordneten, der 7 Mitglieder der Deutschen Reichspartei und der beiden Unabhängigen ist ebenso ungeklärt, wie es bis zur Abstimmung unbekannt bleiben dürfte, ob sich einzelne SPD- Abgeordnete dafür und einige Mitglieder der Regierungsfraktionen dagegen aussprecheri werden. Diese Berechnung würde Adenauer etwa 227 Stimmen dafür und rund 154 Stimmen dagegen einbringen, wobei 20 Stimmen ungezählt blieben, die sich auf die Splittergruppen verteilen. Es bleibt gleichfalls abzuwartenj ob alle 401 Abgeordnete anwesend sind. Die Argumente für und gegen den Europarat sind hinreichend bekannt. Sie dürften in der Debatte erneut vorgetragen werden. Die Leidenschaftlichkeit dieser Aussprache wird besonders durch die bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen verschärft. v. W. Außenminister treffen sich in New York Konferenz für August vorgesehen — Friedensregelung mit Japan im Januar 1951 ? Washington (UP). Die nächste Konferenz der Außenminister der drei Westmächte wird, wie das US-Außenministerium bekannt gab, voraussichtlich im August in . New York abgehalten werden. Die Tagesordnung steht noch nicht fest, doch dürfte sie auch die Frage Deutschland enthalten. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die Außenminister würden wahrscheinlich im Anschluß an ihre Konferenz an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, die im September Zusammentritt. Die USA hoffen, wie hier weiter verlautet, etwa zum Januar 1951 eine Konferenz zur Friedensregelung mit Japan einberufen zu können. Dabei wird jedoch betont, daß der Zeitpunkt für eine derartige Konferenz angesichts zahlreicher unwägbarer Faktoren nicht sicher vorausgesagt werden könne. Der Januar 1951 sei jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit der geeignetste Zeitpunkt für diese Konferenz. Senator Tydings, der Vorsitzende des Senatsausschusses für die amerikanischen Streitkräfte, forderte die Verstärkung der amerikanischen Luftstreitkräfte auf siebzig Geschwader. Er sprach sich außerdem für die unbeschränkte Beibehaltung der allgemeinen Waffendienstpflicht in den USA aus. Damit Amerika gegen jede Überraschung gewappnet sei. Die Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten werden in dieser Woche mit den eingehenden Erprobungen dreier neuer Düsenjäger-Modelle beginnen. Sämtliche neue Typen sind dazu vorgesehen, im Falle eines Krieges tief über Feindesland vorzustoßen und dort zu operieren. Alle drei Versuchstypen weisen Flügel von starker Pfeilform auf und erreichen Geschwindigkeiten, die dicht unter der Schallgrenze (1200 Std/kml liegen. Der demokratische Abgeordnete Sikes unterbreitete einen Gesetzentwurf, in der die Ernennung eines Beirates aus 100 namhaften Bürgern durch den Präsidenten vorgeschlagen wird, der das Außenministerium bei der Formulierung seiner Außenpolitik beraten und unterstützen soll. Krekeler bei Heuss Generalkonsul Dr. Krekeler wurde von Sundespräsident Professor Heuss auf Viktorshöhe empfangen. Wie das Bundespräsidialamt dazu mitteilt, handelt es sich um einen Abschiedsbesuch des Generalkonsuls vor seiner Abreise nach Amerika. Die Eröffnung des ersten Deutschen Nachkriegskonsulats in New York verzögert sich — wie der stellvertretende Generalkonsul Hans Rießer am Montag ausführte — durch das Fehlen geeigneter Räume. Dennoch hofft Rießer, spätestens bis zum 1. Juli passende Räume gefunden zu haben, damit Generalkonsul Dr. Heinrich Krekeler umgehend seinen neuen Posten übernehmen kann. Der stellvertretende Generalkonsul hält sich bereits seit zehn Tagen in den Vereinigten Staaten auf, von denen er vier in Washington verbrachte, um mit der Arbeit des Außenministeriums vertraut zu werden. Schlange tritt sein Amt an. Das britische Foreign Office gab bekannt, daß der erste westdeutsche Generalkonsul in Großbritannien, Dr. Schlange-Schöningen, am kommenden Freitag in London eintreffen werde. Stikker verhandelt über Zahlungsunion. Der Präsident der OEEC, Stikker, traf in Paris mit führenden Finanzfachleuten verschiedener Marshallplan-Staaten zusammen, um über Einzelheiten der geplanten europäischen Zahlungsunion zu verhandeln. Besorgnis in Madrid von unserem Korrespondenten A. B. Madrid 'Das spanische Problem isl in den vergangenen Monaten sehr häufig in der internationalen Presse abgehandelt worden, wobei jedoch lediglich die Stellung der Westmächte zu Spanien und dessen innerpolitische Verhältnisse im Mittelpunkt .des Interesses standen. Die Frage, wie Spanien sich heute zu Deutschland stellt, wurde jedoch kaum berührt. Dabei ist diese Frage für uns bedeutsam genug, ganz besonders im gegenwärtigen Zeitpunkt, der mit dem Schum^fn-Plan und der angekündigten neuen Deutschlandpolitik der westlichen Besatzungsmächte eine völlig veränderte europäische Konstellation erbringen kann. Auch in den Madrider Zeitungen wurde der Schuman-Plan in großer Aufmachung gebracht. Die Kommentare waren sehr freundlich und — nichtssagend. Nun gibt die spanische Presse kein zuverlässiges Bild der Volksmeinung. Sie ist zentral gesteuert und in den Apparat der totalen Diplomatie eingespannt. So waren die Kommentare lediglich Verlegenheitsfloskeln. Spanien wollte einen Plan nicht offen ablehnen, der von den USA gutgeheißen und gefördert wird. In Wirklichkeit aber hat der Schuman-Plan auch in Madrid eine gewisse Schockwirkung gehabt. Es ist bekanntlich noch gar nicht allzulange her, daß man dort auf eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich hoffte. Ganz Übereifrige diskutierten sogar bereits über eine Achse Madrid-Paris. Das war bei der feierlichen Öffnung der spanisch-französischen Grenze. Aber dem kleinen Sektschwips der Beteiligten sind keine politischen Gespräche gefolgt, das französisch-spanische Verhältnis wurde wieder so höflich-kühl, wie es eigentlich seit jeher war. Und nun hat Schuman seinen Plan einer Zusammenlegung der deutschen und französischen Eisen- und Stahlindustrie verkündet. Das bedeutet für Madrid einen schweren Schlag. Nicht daß das Franco-Regime an der Verewigung des alten deutsch-französischen Gegensatzes interessiert wäre. Die Befürchtungen, die es hegt, sind ganz anderer Art. Die spanische Industrie ist nicht leistungsfähig u d wurde während des Krieges und nach der „Blockade-Erklärung“ der UN auf eine enrraumige Autarkie umgestellt. Eine Modernisierung wäre nur durch gigantische Kredite seitens der USA möglich, auf die Franco im Zuge eines strategischen Tauschhandels hoffte. Sie sind bis jetzt ausgeblieben. Gelingt es nun Westdeutschland und Frankreich, ihren Industrie-Pool zustandezubringen, dann entsteht für Madrid eine prekäre Lage. Tritt es dem Pool bei — Franco ist der Auffassung, daß Spanien willkommen wäre — dann kann es wirtschaftlich daran zugrunde gehen, da es innerhalb dieser Union der Partner mit den schlechtesten Industrieerzeugnissen wäre. Hält es sich aber weiterhin in seiner Isolierung, dann stirbt es langsam an „autar- kischer Auszehrung“. Wie soll sich also Spanien zum Schuman-Plan verhalten? Die Antwort können eigentlich nur die Amerikaner geben - - und zwar in Form von Krediten astronomischen Ausmaßes. Was die politischen Befürchtungen anbetrifft, von denen Madrid ebenfalls nicht frei ist, so lassen sie sich wohl in den Satz zusammenfassen: Spanien befürchtet eine Störung des europäischen Gleichgewichtes. Es glaubt nur dann eine Rolle in Europa spielen zu können, wenn Deutschland und Frankreich nicht allzu eng Zusammenarbeiten und England das Zünglein an der europäischen Waage bleibt. Die spanische Haltung gegenüber Deutschland wird lediglich von Zweckmäßigkeitsgründen diktiert Madrid glaubt in der westlichen Haltung gegenüber Deutschland und gegenüber Spanien gewisse Paralellen feststellen zu können. Das heißt, man ist in offiziellen Kreisen dei Auffassung, daß die Übertragung weiterer Souvemänitätsrechte an die Deutschen gleichzeitig auch eine Annäherung der Westmächte an Spanien erbringen werde. Nun ist das spanische Problem bei den Westmächten längst kein .heißes Eisen“ mehr. Daß Madrid bei seinen Bemühungen um Wiederaufnahme in den Kreis der okzidentaien Mächte bisher nicht sehr weit kam, ist nicht zuletzt auf das ungeschickte Verhalten der Spanier zurückzuführen. Franco glaubte bisher, er könne noch Bedingungen stellen, die Interessanterweise schon bei seinem Gespräch Dienstag, den 13. Juni 1850 nit Hitler am 32. Oktober 1840 an der spanisch-französischen Grenze eine Rolle gespielt haben. Doch so wie die Lage sich heute darstellt, empfinden die Westmächte die Mitarbeit Spaniens an der westlichen Verteidigung nicht als so wertvoll, daß sie bereit wären, in einen „Kuhhandel“ um Gibraltar und Tanger einzutreten. FDJ sprengt Düsseldorfer Versammlung General v. Manteuffel benötigte Polizeischutz Düsseldorf (DP). Zweihundert Mitglieder der FDJ sprengten heute eine Versammlung der Freien Demokratischen Partei in Düsseldorf, auf welcher der frühere General Hasso von Mauteuffel sprechen sollte. Manteuffel mußte unter polizeilicher Bedeckung aus dem Saal geleitet werden. Gegen gleichen Lohn für Frauen Auch England nicht für Gleichheit Genf (UP). Die Vertretung der Arbeitgeber auf der 33. Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gab bekannt, daß sie ein internationales Abkommen ablehne, das gleichen Lohn für Männer und Frauen garantiere. Auch die britische Regierung teilte mit, daß sie diesen Gedanken nicht unterstützen könne. Ohne Teilnahme des Sowjetblocks. Vertreter aus 70 Kationen eröffneten in Lake Success eine Konferenz der UN, auf der ein erweitertes Programm für die technische Unterstützung unentwickelter Gebiete ausgearbeitet werden soll. Die Sowjetunion und ihre Satelliten bleiben der Konferenz fern. König*LeopoId vom Papst empfangen. Leopold II. von Belgien wurde von Papst Pius in Privataudienz empfangen. Er hatte mit dem Papst in dessen Privatbibliothek eine Unterredung unter vier Augen. \ Die Zukunft der Subventionen Entscheidende Sitzung in Bonn — Um den Brotpreis Bonn (UP). Am Mittwoch findet in Bonn eine entscheidende Sitzung über die Zukunft der Subventionen für einen Preisausgleich der Lebensmittel statt. Bandesfinanzminister Schaffer hat den interministeriellen Ausschuß der Bundesregierung, den Arbeitsstab für Subventionsfragen des Bundesrates und vier Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Bundesrates zu dieser Besprechung eingeladen. Auch der Kohlenbergbau verlangt neue Subventionen in Höhe von 60 Millionen DM. Subventionsforderungen sollen auch für den Brotpreis gestellt werden. Der Bundesfinanzminister erklärt jedoch, daß sich nach dem 1. Juli 1950 der Weizenpreis gegenüber 1939 um 23 Prozent erhöht haben wird, während zum Beispiel die Brötchen schon jetzt 60 Prozent teurer als damals seien. Der Brotpreis brauche nicht oder nur ganz geringfügig zu steigen. Die Schwierigkeit der Finanzlage gehe daraus hervor, daß die Regierung nach dem 1. Juli beginnen müsse, die Bundesgetreidereserve aufzulösen und zu bezahlen, die auf amerikanische Veranlassung in den letzten Jahren angelegt bzw. von den Amerikanern geliefert und kreditiert worden sei. Sie bestand am 1. Juni 1950 aus 858 000 Tonnen Weizen, 505 000 Tonnen Auslandsroggen und , 442 000 Tonnen Futtergetreide. Man sehäizt den Finanzbedarf hierfür auf etwa 450 Millionen DM. Aus alliierten Kreisen wird hierzu weiter bekannt, daß der Bundesfinanzminister mit Hilfe der Bank Deutscher Länder rund 600 Millionen DM rückständige Gegenwerte für Gario- und ERP-Lieferungen an die ECA- Britischer Journalist geht in die Ostzone Chef-Korrespondent des Berliner Reuterbüros will nicht länger „den westlichen Kriegstreibern“ dienen — Pressekonferenz bei Eisler Berlin (UP). Der Chefkorrespondent des Berliner Büros der britischen Nachrichtenagentur Reuter, John Peet, teilte mit, er habe um Asyl in der Sowjetzone ersucht. In einer ausdrücklich zu diesem Zweck ein- berufenen Pressekonferenz des Informationsministeriums der Deutschen Demokratischen Republik sagte Peet, er wolle nicht mehr länger den „westlichen Kriegstreibern dienen“. Den letzten Anstoß zu seinem Schritt habe die „verlogene Berichterstattung der Westpresse über den Berliner Pfingstaufmarsch der FDJ“ gegeben. Er habe den Eindruck gewonnen, daß die westlichen Journalisten zu „Werkzeugen“ der von den „Amerikanern gesteuerten Kriegsmaschine“ degradiert werden sollten. Alle publizistischen Mittel im Westen würden zur Vorbereitung eines neuen Krieges verwendet „Als englischer Patriot und Friedensfreund“, so rief Peet aus, „kann ich da nicht länger mitmachen“. Er versicherte, nicht Mitglied der kommunistischen Partei zu sein, wolle jedoch als Journalist im Informationsministerium der DDR arbeiten. Seine Ausführungen wurden von den Vertretern der Ostpresse mit Jubel aufgenommen. Der Informationsminister der DDR, Eisler, dankte Peet für seinen „mutigen Schritt“ und forderte besonders amerikanische Journalisten auf, dem Beispiel ihres englischen Kollegen zu folgen. „Noch ist es nicht zu spät“, meinte Eisler, „den Weg zum Frieden zu finden.“ Die Pressekonferenz wurde von Radio Berlin übertragen und von der DEFA-Wochen- schau gefilmt. Anschließend gab Peet einen Bericht an seine Agentur in London durchs Telefon. % NEUES AUS Hölzerne Rheinbrücke in Flammen Feuerwehr konnte nichts mehr ausrichtcn Basel (Ids). Eine hölzerne Rheinbrücke, die von dem schweizer Grenzort Monstein nach Lustenau in Vorarlberg führt, ist aus unbekannter Ursache medergebrannt. Die Feuerwehr konnte nichts ausrichten, da die gedeckte Brücke, die auf beiden Seiten mit Brettern verschalt war, sofort lichterloh brannte und die Pfeiler einstürzten. Die Brücke war während der Heuernte der letzten Tage sehr stark von landwirtschaftlichen Fuhrwerken befahren worden, und man vermutet, daß hängengebliebenes Heu durch Unvorsichtigkeit entzündet wurde. Gegen die Bahnschranke gerast Schwere Verkehrsunfälle nach Eifelrennen Ahrweiler (Id) Im Bereich des Kreises Ahrweiler kam es beim Abtransport der Zu- schauermassen, die das Eifelrennen besucht hatten, zu verschiedenen schweren Verkehrsunfällen. In Leimbach bei Adenau raste ein Motorradfahrer gegen eine geschlossene Bahnschranke. Er war sofort tot. Bei Dümpelfeld (Ahr) stießen zwei Motorradfahrer zusammen. Drei Schwerverletzte wurden ins Adenauer Krankenhaus eingeliefert. In Lohrsdorf bei Bad Neuenahr rammte ein Lieferwagen einen Radfahrer, der schwerverletzt - ins Krankenhaus nach Bad Neuenahr gebracht wurde. Unwetterkatastrophen in Japan Zahlreiche Opfer der Bergrutsche Tokio (UP). Durch Überschwemmungen und Bergrutsche- wurden in Japan mindestens sieben weitere Menschen getötet. Die Arbeiten zur Bergung der Leichen von 51 Eisenbahnarbeitern, die an der Bahnstrecke von Tokio nach Karuisawa durch einen Erdrutsch den Tod fanden, wurden am Montag (durch zwei neue Steinschläge unterbrochen. 17 Leichen sind noch nicht geborgen worden. Die Reuter-Agentur gab inzwischen bekannt, daß der Schritt Peets „völlig überraschend gekommen“ sei. Hinsichtlich der Nach- richtengebung ihres ehemaligen Korrespondenten weist di« Agentur darauf hin, daß sie stets „genau, unparteilich und unantastbar“ gewesen sei. Mit Wirkung vom Montag stehe Peet in keinen Beziehungen mehr zur Agentur. Araber gegen Dreimächte-Erklärung Liga-Konferenz in Alexandrien Kairo (ZSH). Der Rat der arabischen Liga kam zu einer Konferenz in Alexandrien zusammen. Die beiden wichtigsten Punkte der Tagesordnung sind die vor kurzem .von Großbritannien, den USA und Frankreich abgegebenen Erklärungen über Waffenlieferungen an die Staaten des Nahen Ostens und die Annexion Ostpalästinas durch Jordanien. Vor Beginn der Sitzung wandte sich der Vorsitzende der Konferenz, der Ministerpräsident des Irak, gegen die Drei-Westmächte-Erklä- rung, die zur Verewigung der gegenwärtigen Grenzen im Nahen Osten führen und somit nur Israel zugute kommen würde. In ihrer gemeinsamen Erklärung hatten die drei Westmächte betont, sie würden den Staaten des Nahen Ostens nur dann Waffen liefern, wenn Gewähr dafür geleistet werde, daß diese nicht zu Angriffszwecken verwendet würden. Mrs. Roosevelt kann nicht nach Kopenhagen. Mrs. Roosevelt wird nicht in der Lage sein, der Einladung König Frederiks von Dänemark Folge zu leisten. Als Grund wird starke Überlastung angesehen. ALLER WELT Heftige Regengüsse riefen in verschiedenen Gegenden Japans Überschwemmungen hervor. Heuschrecken halten Züge auf New Delhi (UP). In Zentralindien treten gegenwärtig Heuschreckenschwärme von solcher Größe auf, daß sie den Eisenbahnverkehr aufhalten. Leergefressene Felder kennzeichnen die Spur der nach Milliarden zählenden Schwärme. In der Gegend von Jubbulore wurden Züge durch die Schwärme aufgehalten, da die zerquetschten Tierleichen die Schienen schlüpfrig machen, so daß die Räder der Lokomotiven sich auf der Stelle drehten. Die indische Regierung hat Lastwagenkolonnen mit Bekämpfungsmitteln in die befallenen Gegenden geschickt, um die Vernichtung der Ernte zu verhüten. Tod durch zu viel Beruhigungsmittel Darmstadt (ZSH). Vor einigen Tagen entdeckten Straßenpassanten auf dem Grundstück der abgebrannten Synagoge in der Fuchsstraße ein bewußtloses Mädchen, neben dem eine Flasche lag. Es handelte sich, wie die ärztlichen Feststellungen ergaben, um eine Geisteskranke, die eine mehrfache Dosis des ihr verordneten Beruhigungsmittels aus der Flasche getrunken hatte. Alle Versuche, das 21jährige Mädchen wieder ins Leben zurückzurufen, waren ergebnislos. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, starb die Unglückliche. Suche nach Überlebenden eingestellt. Die amerikanischen Luftstreitkräfte gaben die Suche nach den vier vermißten Besatzungs- mitgliedem der abgestürzten Superfestung B-29 auf, die sich bekanntlich selbst abgeschossen hatte. Riesenschmuggelprozeß in Hamborg. Vor dem Hamburger Landgericht begann ein Prozeß gegen zwei Schmuggelbanden, die von Juni bis September 1949 rund 15 000 Kilo Kaffee und 17 Millionen Zigaretten aus dem Freihafen geschmuggelt hahen. Verwaltung für Deutschland bezahlt habe. Der Bank Deutscher Länder habe er dafür unter anderem für 360 Millionen DM Schatzanweisungen der Bundesbahn in Zahlung gegeben, für die vom 15. Juli 1950 an eine Rückkaufsverpflichtung bestehe, die in Raten erfüllt werden soll. Von deutscher Seite wird diese Transaktion mit dem Hinweis bestätigt, daß sie auf Verlangen der Marshallplan-Verwaltung vor sich gegangen sei. Die Bestrafung von Gerüchtemachern, die in der Presse Sensationsmeldungen über eine neue Währungsänderung verbreiten würden, forderte Bundesfinanzminister Dr. Schäffer auf einer -von 200 Personen besuchten Wahlkundgebung der CDU in Köln. Die Währung stehe unverändert. Den Wegfall der Subventionen für Getreide will Schäffer durch eine Erhöhung der Preise für Torten und Feingebäck ausgleichen, dadurch werde es möglich sein, eine fühlbare Erhöhung des Brotpreises zu vermeiden. Als einer der im Augenblick dringendsten Sorgen bezeichnete Bundesfinanzminister Schäffer erneut den Schmuggel. Zur Zeit verhandle er mit den- Alliierten über eine deutsche Mitkontrolle über Besatzungsangehörige, die ihre Waren unversteuert der deutschen Bevölkerung zuführten. Ferner verlangte er eine Sicherheit dafür, daß Libesgabenpakete kein Schmuggel- gut enthielten. Zum Lastenausgleich bemerkte Schäffer, daß das Schwergewicht nicht bei den Renten liege, sondern zuerst müsse den leistungsfähigen Kräften Gelegenheit geboten werden, sich wieder in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Der Bundesfinanzminister lehnte den sozialdemokratischen Antrag auf Zahlung von Kinderbeihilfen ab. Die Antragsteller schienen nicht zu bedenken, daß sie damit erneut den Steuerzahler belasten würden. „Preiswerte“ Eierbecher König Faruk von Ägypten hat eine besondere Vorliebe für weiche Eier. Als „königliches“ Vergnügen ist es von beinahe rührender Bescheidenheit... könnte man glauben. Wie jedermann weiß, ißt man weiche Eier aus Eierbechern. Auch König Faruk hält es so. Er hat daher in Paris bei einem der größten — und teuersten — Juweliere ein Eierbecherservice bestellt und dazu besondere Anweisungen gegeben. Der Auftrag wurde nun dieser Tage ausgeliefert. Sechs Eierbecher auf einem großen goldenen Tablett. Jeder Becher ist aus massivem Gold und mit wertvollen Steinen verziert. Die Arbeit ist — so heißt es — von besonderer Schönheit, ein wahres Eierbecherwunder in Gold und Edelsteinen. Ebenso überwältigend ist auch die Rechnung: je Eierbecher drei Millionen Franken .. Dem ägyptischen Steuerzahler aber dürfte künftig die Freude an weichen Eiern ein wenig verleidet sein. Es sei denn, er liest diese Zeilen nicht. . wb Das Unterhaus des Obersten Sowjets Moskau (UP). Der „Rat der Union“, das Unterhaus des Obersten Sowjets, ist im Moskauer Kreml zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Zum ständigen Präsidenten des Rates wurde in der Eröffnungssitzung der Präsident des Moskauer Sowjets, Michail Yasnow, gewählt. Außerdem wurden vier Stellvertreter gewählt. Der Oberste Sowjet ist wahrscheinlich eines der Parlamente, das in der Verschiedenartigkeit der bevölkerungsmäßigen und rassischen Zusammensetzung kaum von einem anderen Parlament der Welt übertroffen wird. In ihm sind allein 50 Nationalitäten und Vertreter verschiedener Rassen versammelt. Im Unionsrat entfällt ein Abgeordneter auf je 300 000 Einwohner. Insgesamt sind gegenwärtig in dem Rat 700 Abgeordnete vertreten, zu denen Feldmarschälle in vollem Oxdensschmuck, Kollektivbauern in Volkstracht, Zentralasiaten mit besetzten Kappen und Kaukasier gehören. Der Oberste Sowjet, das heißt Nationaiitä- tenrat und Unionrat zusammen, zählt gegenwärtig insgesamt 1316 Volksvertreter, unter ihnen 227 Frauen. Neben der Wahl des Ratspräsidenten stehen noch folgende Punkte auf der Tagesordnung: 1. Wahl eines Komitees zur Überprüfung der Beglaubigungsschreiben; 2. Wahl eines ständigen Komitees; 3. Ratifizierung der Verfügungen und Gesetze, die vom Präsidium des Obersten Sowjet verabschiedet wurden; 4. Wahl des Präsidiums des Obersten Sowjet; 5. Wahl des Ministerrates; 6. Vorlage des Jahresbudgets für 1950. „Des Geschwätzes müde ...“ Dublin (UP). Ein Parlamentsabgeordneter aus Eire, Captain Cowan, erklärte auf einer Versammlung in der Grafschaft Fermanagh (Nordirland), daß die Bevölkerung von Eire „des Geschwätzes müde“ und entschlossen sei, die Teilung Irlands zu beenden. „Eure Sklaverei ist bald zu Ende“ sagte Cowan seinen nordiranischen Zuhörern. In jeder Grafschaft Eires bereiteten sich junge Männer auf den „Tag der Befreiung“ vor, der nicht mehr in weiter Feme liege. Dann werde die nationale Flagge über allen Teilen Irlands gehißt werden. 24 Stunden nachdem die Freikorps in Eire losschlagen würden, werde die Fahne Irlands über dem Parlamentsgebäude in Ulster wehen. Das Ziel Eires sei ein ungeteiltes Irland mit einem Parlament. Ihm selbst unterstehe eine Freiwilligen-Armee, sagte Ca- tain Cowan. die rasch an Stärke zunehme. Antarktis Note überreicht Buenos Aires (UP). Der sowjetische Geschäftsträger in Buenos Aires überreichte dem argentinischen Außenministerium die Note über die sowjetischen Ansprüche im antarktischen Gebiet. Wie verlautet, wird Argentinien die Note in naher Zukunft nach Beratung mit Chile beantworten. Man nimmt an, daß Chile die sowjetische Note nicht erhalten wird, da Chile und die Sowjetunion keine diplomatischen Beziehungen miteinander unterhalten. Odd Nansen zum Flüchtlingsproblem Florenz (UP). „Das Flüchtlingsproblem und die hohe Zahl der Arbeitslosen in Deutschland' sind gefährlich für ganz Europa und die Welt“, heißt es in einem Bericht, der gegenwärtig dem Exekutivrat der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und kulturelle Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UNESCO) vorliegt. In dem Bericht, der von dem Norweger Odd Nansen (dem Sohn des Polarforschers Fritjof Nansen) ausgearbeitet ist, wird vom ernsten Notstand gesprochen. Das Ziel der ¥erwaltungsreform Dr. Maier: „Jetzt muß man handeln“ Endersbach (lwb). Auf einer Versammlung der Demokratischen Volkspartei behandelte Ministerpräsident Dr. Maier das Problem der Verwaltungsreform und erklärte, zwei Gesichtspunkte verlangten kategorisch eine Neubildung der Ministerien und der Verwaltung: der Übergang der wesentlichsten Aufgaben der Sozialversicherung, des Arbeitsrechtes und der Finanzen auf den Bund und der Wegfall der Aufgaben der Zwangsbewirtschaftung. Im Interesse des Berufsbeamtentums sei es nötig, jetzt zu handeln. „Der Beamte, der in den Mittelpunkt des Korruptionsskandals gezerrt wurde, Ministerialrat Ströle, war Träger des Gedankens der Verwaltungsreform. Das haben alle die ihm übel genommen, die um ihre Posten bangten.“ Der Ministerpräsident erklärte in diesem Zusammenhang, die Kündigung von 103 Angehörigen des Befreiungsministeriums zum 1. April habe die „Rebellion“ ausgelöst, deren Ziel es gewesen sei, Ministerialrat Ströle und ihn wegzubringen und die Kündigungen zurücknehmen zu lassen. Wie das Befreiungsministerium, so müsse auch das Verkehrsministerium fallen, trotz seines tüchtigen Verkehrsministers Steinmayer. Das Ministerium sei überflüssig geworden, da seine Aufgaben auf den Bund übergegangen seien. Nach dem Verkehrsmini- sterium sei das Arbeitsministerium aufzulösen, das mit seinen noch verbleibenden Aufgaben u. a. auf dem Gebiet der Sozialversicherung, einem anderen Ministerium unterstellt werden könne. Diese Frage sei unschwer zu lösen. Es hätte genügt, wenn ihm der Landtag bei dem Plan der Auflösung dieser drei Ministerien Gefolgschaft geleistet hätte. Der Gedanke der Verwaltungsreform berühre auch den Plan der Bildung des Südweststaates. Die Südweststaatgegner seien Anhänger der Beamtenhierarchie. Wenn aber der Südweststaatgedanke siege, dann habe auch der Gedanke der Verwaltungsreform gesiegt Als eine „gemeine Unterstellung“ bezeichnete der Ministerpräsident gewisse Auslassungen der südbadischen Presse, wonach er mit seiner Südweststaatpropaganda die Deutschen gegen die Franzosen aufhetzten wolle Der Kreisvorsitzende der DVP, Hopf, Schorndorf, erklärte unter dem Beifall der Anwesenden, Dr. Maier sei aus den Korruptionsskan- dalen der Entnazifizierung rein hervorgegangen. treu* Sein Heimatkreis zu ihm. halte „furchtlos und Regierung geht „ins Volk“ Volksbefragung nicht vor 24. September Stuttgart (lwb). Das vom Württemberg badischen Landtag kürzlich verabschiedet« Gesetz zur Volksbefragung über die Neugliederung in den drei südwestdeutschen Ländern geht im Laufe dieser Woche den Hohen Kommissaren zu. Es kann dann im Regierungsblatt verkündet werden, wenn die übliche Frist von 21 Tagen ohne Einspruch der Hohen Kommissare verstrichen ist Falls kein Einspruch erfolgt, wird das Gesetz in Württemberg-Baden an dem Tage in Kraft treten, an dem das nächste Regierungsblatt nach Ablauf der Frist mit dem Wortlaut des Gesetzes erscheint. Damit kann die Volksabstimmung praktisch nicht vor dem 24. Sept^ber 1P50 stattfinden. Die Regierung hat ihren Entschluß, mit der Südweststaatfrage „ins Volk zu gehen“ verwirklicht. In einer ersten größeren Aufklärungsaktion läßt sie in diesen Tagen eine Postwurfsendung mit einem Sonderdruck aus dem württemberg-badischen Staatsanzeiger an die 960 000 Haushaltungen des Landes verteilen, der die Südweststaatdebatte in der 169. und 170. Sitzung des Landtages enthält. Im Verlauf dieser beiden Sitzungen hatten Ministerpräsident Dr. Maier und der Landesbezirkspräsident von Nordbaden, Finanzminister Dr. Kaufmann, eingehende Erklärungen zur Südweststaatfrage abgegeben. Das Bundesgericht soll nach Karlsruhe Einmütiger Wunsch der Regierung Stuttgart (lwb). Die württemberg-badische Landesregierung wird ihre Bemühungen um Berücksichtigung der Stadt Karlsruhe bei der Verlegung einer obersten Bundesbehörde weiterhin fortsetzen. Das Kaoi- nett, das sich erneut mit dieser Frage beschäftigte, vertrat einmütig die Auffassung, daß die Stadt Karlsruhe zum Sitz des obersten Bundesgerichtshofes bestimmt werden müßte. Wie man hört ist die Stadtverwaltung von Karlsruhe „erbittert“ über die Absicht der Bundesregierung, weder den Bundesgerichtshof noch die Bundesmonopolverwaltung in der ehemaligen badischen Landeshauptstadt zu errichten. Besuch bei „Königin Ruth" ifmi-Hmdsthm Sir Baring wurde boykottiert Sir Evelyn Baring, der Hohe Kommissar und Vertreter des englischen Königs für das Betschuana-, Basuto- und Suasiland. verzog das Gesicht. Nach einer Reise von 200 Kilometern, die er mit Flugzeug, Eisenbahn, Auto und vielen Unterbrechungen hinter sich gebracht hatte, stand er nun auf einem Hügel im südafrikanischen Buschland und sah das Ziel seiner Anstrengungen: Serowe, die Hauptstadt der Bamangwatos. Sie besteht aus einer ansehnlichen Menge von bienenkorbähnlichen Eingeborenenhütten, über deren Gewimmel sich die beiden „königlichen“ Hügel erheben Auf dem einen steht die bescheidene Residenz des Stammeshäuptlings, auf dem anderen erhebt sich ein Grabdenkmal für . ..Khama den Großen“, den die Bamangwatos ' als großen Staatsmann verehren. Der Platz war leer Sir Evelyn Baring hatte die 35 000 Mitglieder des Bamangwatostammes zu einer Volksversammlung eingeladen, auf der die Heirat ihres Häuptlings Seretse Khama mit der englischen Stenotypistin Ruth Williams, die daraus entstandenen Zwistigkeiten mit seinem Onkel Tshekedy und die aus Gründen der „Staatsräson“ ergangene Verbannung Seretse Khamas durch die Londoner Regierung besprochen werden sollten. Als Sir Evelyn und seine Begleitung, die aus einigen Beamten der englischen Kolonialverwaltung und in der Mehrzahl aus neugierigen Journalisten aus Johannesburg bestand, zur festgesetzten Stunde auf dem Versammlungsplatz ankamen, erwartete sie eine unangenehme Überraschung: der Platz war leer. Die Bewohner von Serowe und die Häuptlinge der benachbarten c '*'nen hatten es vorgezogen, im weiten Busch zu verschwinden. Dieser Akt der Solidarität für den offiziell verfemten Seretse Khama verfehlte nicht seine Wirkung auf die englische Gesellschaft, denn er bewies, daß alle Spekulationen, die Bamangwatos mit Hilfe des Prinzregenten Tshekedi für die Forderungen der englischen Regierung zu gewinnen, ein Irrtum waren. Seit dem Mißerfolg der Mission Sir Barings hat die englische Regierung kein besondere» Interesse daran, in der Öffentlichkeit von den Die meisten Bahnreisenden fahren „ermäßigt" Nach einer Statistik über den Personenver- } kehr der Bundesbahn im Jahre 1949 fahren zum vollen Fahrpreis 28,4 Prozent aller Rei- . senden, mit sozialen Ermäßigungen 51,4 und , mit sonstigen Ermäßigungen (Urlaubs- I und Sonntagskarten, Bezirks- und Netzkar- • ten) 20,2 Prozent In gleicher Reihenfolge dar- ' gestellt, beträgt der Anteil an den Personen- verkehrseinnahmen: zu vollem Fahrpreis 64,2 Prozent, zu sozialen Ermäßigungen 11,0 Prozent und zu sonstigen Ermäßigungen 24,8 Prozent. • Fleisch und Getreide gegen Fertigwaren In Frankfurt wurde der Wortlaut des Handelsabkommens zwischen der Bundesrepublik und Argentinien bekanntgegeben. Das Abkommen liegt nunmehr den alliierten Hohen Kommissaren zur Prüfung und Genehmigung vor. Es hat eine Laufzeit von zwölf Monaten und sieht einen Warenaustausch im Gesamtwert von 88 Millionen Pfund Sterling vor. Argentinien soll u. a. Fleisch, Brotgetreide, Futtermittel und Wolle an die Bundesrepublik liefern und dafür Industrieprodukte und Fertigwaren verschiedenster Art erhalten. — Seretse Khama blieb Sieger Ereignissen in Serowe zu sprechen. Dort aber bleibt die Ehe des eigenwilligen Seretse mit Ruth Williams Mittelpunkt des Gesprächs. „Königin Ruth“ hat nach der erfolgreichen Überwindung gestrenger Kommissionen der rassestolzen Regierung von Südafrika ein schlichtes und komfortabel eingerichtetes Landhaus am Rande von Serowe bezogen und in def Zwischenzeit mit der Geburt eines runden braunen Babys weitere vollendete Tatsachen geschaffen. Sie bemüht sich mit großem Erfolg um die Sympathien ihrer schwarzen Untertanen, indem sie auch an ihrem kleinen Hofe mit souveräner Gleichgültigkeit über die in Südafrika gültigen Rassengesetze hinweggeht. Ein „Hofskandal“ Die wenigen Europäer, die in Serowe ansäßig sind, brachten ihr schon aus reiner Neugier großes Interesse entgegen und schickten ihr Einladungen. Dieser gesellschaftliche Verkehr nahm jedoch ein jähes Ende, als sich ein Teil der Europäer .weigerte, die Empfänge der Häuptlingsfrau zusammen mit eingeborenen Gästen zu besuchen. Ruth ließ sie sofort fallen und beschränkte sich auf jene Kreise, die ihre Politik der Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß bejahen. Als einige europäische Besucher vergaßen, die schwarzen Hofdamen zu begrüßen, überraschte Frau Khama sie damit, daß sie ihre Begleiterinnen mit besonderer Betonung als ihre „Verwandtschaft“ vorstellte. Die Haltung der weißen Häuptlingsfrau hat darauf die kleine Kolonie der Europäer in Serowe in zwei politische Lager geteilt, deren Streit um das Für und Wider des Falles erheblich lebhafter ist als bei der schwarzen Bevölkerung selbst. Die Bamangwatos machen kein Hehl aus ihrer Freude darüber, daß ihre Königin mit Eifer und Erfolg gegen den sprichwörtlichen Hochmut der Europäer angeht Die große Mehrheit hat sich auch in dem Thronstreit zwischen dem bisherigen Regenten Thekedi und Seretse Khama für den Letzteren erklärt Sie sehen in ihm einen fähigen Vorkämpfer für ihre politischen Rechte, die sie durch die rücksichtslose Rassenpolitik der benachbarten Südafrikanischen Union gefährdet sehen. B.G. 53000 Autos mehr als in der Vorwoche Der wirtschaftliche Aufschwung in den Vereinigten Staaten hält nach soeben veröffentlichten amtlichen Ziffern weiter an. In der vergangenen Woche stellten die amerikanischen Automobilfabriken fast 53 000 Wagen mehr her als in der Vorwoche. Im Mai waren über eine Million Menschen mehr beschäftigt als im April. Die Zahl der Beschäftigten beträgt fast 60 Millionen. Letzte Warnung an Steuersünder Im gesamten Bundesgebiet werden in den nächsten Tagen Plakate ausgehängt, auf denen die Steuerbehörden vor dem An- und Verkauf unverzollter Waren warnen. Die Steuerbehörden wollen künftig energisch gegen den „Schwarzhandel“ Vorgehen. Wer unverzollte und nicht versteuerte Waren wie Zigaretten, Kaffee oder Tee kauft wird als „Steuerhehler“ streng bestraft Auf den Anschlägen wird genannt: „Kauft keine Schwarzhandelswaren, kauft beim redlichen Händler. Achtet beim Zigarettenkauf auf die deutsche Steuerbanderole. Weist verdächtige Angebote von Unbekannten zurück. Achtet beim Großeinkauf auf ordnungsgemäße Rechnung und Quittung.“ Spannende Regatta in Eßlingen Der Verlauf der Rennen am Sonntag, deren Ergebnisse wir nachstehend veröffentlichen, nahmen einen ebenso spannenden Verlauf wie bei den Samstag-Rennen. Es war eirffc Freude zu sehen, mit welcher Eleganz und Kraft die Ruderer die Riemen durchs Wasser zogen. Die „alten Herren“ zeigten, daß sie noch lange nicht mürbe waren, und die Jungen, daß sie wohl würdig sind, die Tradition der alten Rudervereine, seien es die aus Marbach, Tübingen, Ulm, Heilbronn, Waiblingen, Konstanz, Heidelberg oder Ko- lenz, zu wahren und weiterzuführen. Die Ergebnisse (in der Reihenfolge, wie die Rennen gestartet wurden): Rennen 39: Jungmann-Lelchtgewichts-Vierer mit Stm. 1. Ruderverein Eßlingen 3.33,2; 2. Stuttg.-Cann- statter RC 3.36,0. Rennen 24: Senior-Einer. 1. Ruder-Gem. Flörsheim-Rüsselsheim Gg. v. Opel 1.22,4; 2. Ruderverein Kitzingen 1.24 Waldemar Beck. Rennen 25: Jungmann-Gig-Vierer m. Stm. 4. Abt. 1. Ruderclub Rhenania Koblenz 1.30; 2. Heilbronner Ruder-Ges. „Schwaben“ 1.32,6. Rennen 25: Jungmann-Gig-Vierer m. Stm. 1. Abt. 1. Ruderverein „Neptun“ Konstanz 1.27,6; 2. Ruder- geselischatt Stuttgart 1.29,2; 3. Ruderverein Eßlingen 1.29,9. Rennen 25: Jungmann-Gig-Vierer m. Stm., 2. Abt. 1. Ruderverein Tübingen 1.24: 2. Ruderverein Waldsee 1.24,1; 3. Rudergeselischaft Heidelberg 1.25,3. Rennen 25: Jungmann-Gig-Vierer m. Stm., 3. Abt. 1. Rudergeselischaft „Ghibellinia“ Waiblingen 1.30,0; 2. Stuttgart-Cannstatter Ruderelub 1.31. Rennen 23: Altherren-Gig-Vierer m. Stm., Alterskl. 32—38 J. 1. Ruderclub Rhenania Koblenz 3.38,5; 2. Stuttgarter Rudergeselischaft 3.41,6. Rennen 26; 2. Senior-Vierer m. Stm. l. Rudergeselischaft Heidelberg 4.49; 2. Ulmer Ruderelub „Donau" 4.53,1. Rennen 28: Frauen-Senior-Gig-Doppelvierer mit Stm. 1. Ruderverein Eßlingen 3.13,5; 2. Ruderelub Rhenania Koblenz 3 21,3 Rennen 29: Senior-Vierer m. Stm. 1. Rudergemeinschaft Flörsheim 4.22; 2: Heilbronner Rudergesellschaft „Schwaben“ 4.25,3. v Rennen 31: Jungmann-Achter. 1. Mannheimer Ruder-Ges. „Baden“ 4.14,2; 2. Würzburger Ruderverein 4.21,2. Rennen 20: Altherren-Gig-Vierer m. Stm. 1. Ruderverein „Neptun" Konstanz 1.25,9; 2. Ruderclub ,.Rhenania" Koblenz 1.26,8 Rennen 32: Junior-Vierer m. Stm. 1. Ruder-Ges. Heidelberg 4.43; 2. Ruderverein Kitzingen 4.43,8. Rennen 34; Jungmann-Einer. 1. Ruderclub Heidelberg 5.14; 2. Ruderverein „Neptun" Konstanz 5.30,4. Rennen 36: Senior-Gig-Vierer m. Stm. 1. Ruderverein Waldsee 3.32,8. 2. Stgt.-Cannst. Ruderelub 3.40,4; 3. Ruderverein Eßlingen 4.31,4. Rennen 11: Jugend-Gig-Vierer m. Stm. Herausforderungs-Rennen. 1. Ruder-Ges. Ghibellinia Waiblingen I 3.34,41; 2. Ruder-Ges. Ghibellinia Waiblingen H 3.39,6; 3. Kitzinger Ruderverein 3.42,8. Rennen 37: Senior-Vierer so. Stm offen für Ruderer, die in einem Rennbootrennen dieser Regatta gestartet aber nicht gesiegt haben. 1. Stuttg.-Cannst. Ruderclub 4.48; 2. Ruderverein Eßlingen 4.53,1. Rennen 38: Senior-Achter. 1. Ruder-Gemeinschaft Flörsheim-Rüsselsheim 4.19; 2. Ruderverein „Neptun“ Konstanz 4.21 Bundesoffenes Reit-, Spring- und Fahrturnier Mit 150 Pferden aus allen Gebieten der Bundesrepublik, bekannten Reitern der deutschen Spitzenkla; _sowie Amerikanern und Franzosen, unter ihnen der Sohn des französischen Hohen Kommissars, wies das zweite badische Landes-Reit-, Spring- und Fahrtur- nier ausgezeichnete Besetzung auf. Die verschiedenen Prüfungen, deren Höhepunkt die Jagdspringen waren, konnten reibungslos abgewickelt werden. Überraschend war bei den Jagdspringen das sehr gute Abschneiden der französischen Gäste, deren Pferdemate.-ial dem deutschen Niveau überlegen war Audi die Eleganz der französischen Reiter gegenüber den deutschen war augenfällig. 20er-Oberliga im Süden? Der allgemein schwache Besuch der Freundschaftsspiele hat in Kreisen der Süddeutschen Oberliga teilweise die Stimmung für eine neue 20er-Liga aufkommen lassen. In einer solchen Runde würden wahrscheinlich auch die dem Abstieg verfallenen Stuttgarter Kik- kers und Jahn Regensburg neben den aus der französischen Südzone dazukommenden Vereinen wieder mitmachen können. Da eine Änderung der Oberliga-Zusammensetzung (beispielsweise eine Erhöhung auf 18 oder 20 Vereine) nur von einem Verbandstag der gesamten Oberliga beschlossen werden kann, ist mii einer Einberufung zu einer Tagung, bei der man sich mit dem Spielplan für 1950/51 beschäftigt, zu rechnen. Die Sieger des internationalen Jagendrennens Bei dem internationalen Solitude-Rennen der Jugend in Leonberg wurden folgende Sieger ermittelt: Klasse 1 (6—10jährige, fonnelfrei): 1. Rolf Sauerwein, Leonberg-Elfingen, 2. Bruno Jennert, Stuttgart-Vaihingen, 3. Horst Gewig, Stuttgart. Klasse 2 (Kreis-Ausscheidungsrennen): 1. Edwin Hartmann, Flaaeh, 2. Walter Wolfram, Heimheim. 3 . Werner Keck, Malmsheim. Klasse 3 (international); 1. Manfred Deutel, Stuttgart-Untertürkheim, 2. fiel nach Heidenheim, 3. Manfred Geissele, Stuttgart. Schnellste Bunde in Klasse 3:Irmtraut Kappler, Winterbach, in l:OT/9-l» gleich 52,02 km. Hooseman an Stelle Waleotts? Nachdem das Walcott-Projekt gegen Conny Rux in Köln endgültig aufgegeben worden ist, weil Walcott von Rux nicht akzeptiert wurde, bemüht sich der Kölner Veranstalter Louis Goldschmidt um eine Ersatzpaarung. Voraussichtlich wird am 8. Juli in Köln der Amerikaner Al Hooseman den Hauptkampf gegen Grupe, Seelisch oder Kleinholdermann bestreiten. Hooseman wird in Begleitung des Mittelgewichtlers Burl Charity von New York nach Frankfurt fliegen. Charity wurde für' einen Kampf gegen den früheren deutschen Meister im Mittelgewicht, Peter Müller, verpflichtet. Im Mittelgewicht ist ein internationaler Kampf vorgesehen. Hier soll Ex-Europa- meister Jupp Besselmann auf den in Berlin lebenden Italiener Marini treffen. Gutes Meldeergebnis für Aalen Zu dem vom 7. bis 9. Juli in Aalen stattfin- denden Landestumfest des Württembergi- schen Turnerbundes sind über 5000 Wettkampfmeldungen abgegeben worden. Unter anderem haben sich 132 Vereinsriegen, 85 Staffeln und 13 Vereine in der LTVM-Lan- desturnvereinsmeisterschaft gemeldet Totoquoten in Württemberg-Baden Nach der vorläufigen Gewinnermittlung betrug der Umsatz beim 43. württemberg-badischen Totowettbewerb 566 000 DM. Gewinnquoten: Hauptwette: 1. Rang: 13 Gewinner mit je 6425 DM; 2. Rang: 1160 Gewinner mit je 72 DM; 3. Rang: 12 997 Gewinner mit je 8,40 DM. Kurz wette: 59 Gewinner mit je 549 DM. Sonderzug zum Endspiel nach Berlin Der VfB Stuttgart will zum Fußballendspiel in Berlin einen Sanderzug durchführen. Interessenten sollen sich bei der Geschäftsstelle des VfB Stuttgart (Telefon Stgt 52569) melden. Die Interzonenpässe müssen sich die Schlachtenbummler selbst besorgen. Auskünfte darüber erteilt der VfB Stuttgart Wettervorhersage Übersicht: Das mitteleuropäische Hochdruckgebiet wird allmählich abgebaut und es nähern sich unserem Gebiet schwache Gewitterstörungen von Südfrankreich her. Vorhersage: Am Dienstag und Mittwoch sehr warm und zeitweise schwül; sonnig. Von Südwesten her aufkommende Gewitterneigung. ALS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN „Don Juan und Faust“ Uraufführung in der Staatsoper Die vom Süddeutschen Rundfunk durchgeführte Woche Zeitgenössischer Musik (vom 11. bis 17. Juni) fing vielversprechend mit der Uraufführung der neuen Oper eines schwäbischen Zeitgenossen an. Hermann Reut- t e r hat zwei Grundeigenschaften des Schwaben, das Volkstümliche und das Sinnierlich- Grüblerische in seiner großen Erfolgscper „Dr. Johannes Faust“ (uraufgeführt 1936) gezeigt Sie waren so sehr Grundkomponenten dieser Oper, daß man beim Anhören seiner neuesten Opemschöpfung „Don Juan und Faust“ sich erst in diese völlig neue Welt gewaltsam versetzten muß. Ist das noch der alte Hermann Reutter, und ist das überhaupt noch Oper? Hermann Reutter hat sich, wie er in einer im Kammertheater durchgeführten Morgenfeier des, Süddeutschen Rundfunks ausführte, über 20 Jahre mit der Dichtung Christian Tietrich Grabbes beschäftigt In dieser Zeit reiften und entstanden seine Konzert- und Opernschöpfungen, aber für diesen seinen höchsten Plan. „Don Juan und Faust“ fühlte sich der Komponist innerlich noch nicht stark genug Vielleicht waren es doch die formale Seite und die Art der Umsetzung der eigenartigen Welt Grabbes, dieser wie Reutter sagte, „Mischung von Feuer und Kälte“, die ihm die größten Schwierigkeiten bereitet hat Jedenfalls haben Hermann Reutter und Ludwig Andersen keines der üblichen Textbücher fabriziert, sondern sie haben pietätvoll Grabbes Text belassen und nur alles Überflüssige und für die Oper S chädlich e weggestrichen und so sieben, sehr wirkungsvolle, dramaturgisch äußerst geschickt angelegte Bilder geschaffen. Hermann Reutter igt sich in dieser Oper von einer neuen Seite; seine Tonsprache ist zusamme ngefaßter, dramatischer und zugleich vielseitiger geworden. Alle Mittel moderner Komposiüonstedmik, Quer- ständigkeit, Polytonalität und Atonalitat finden sich in seiner Musik, die nur dem einzigen Zweck dient, dramatisch ausdrucksvoll und schlagkräftig zu sein. Also ein Fortschritt gegenüber dem „Doktor Johannes Faust“. Aber was uns in der älteren Oper so sehr gefiel, die breite Kantilene einer voll strömenden Erfindungskraft, ist hier absichtlich abgestoppt Reutter, der allen schönen S Thein der Oper meiden will, gibt dem Rezitativ den Vorzug und nur schüchtern wagt sich da und dort ein Arioso hervor. Das gesprochene Wort und die dramatische Wahrheit stehen für Reutter im Vordergrund. Aber die Oper lebt von der Musik und vom schönen Schein. Mozart, Gluck und Verdi wußten damit auch die drastische Wahrheit zu verbinden. Reutter nennt sein Werk ein Schauspiel für Musik und nähert sich damit den Absichten Orffs, nur daß seine musikalische Potenz bedeutend stärker ist als die Orffs. Auch die offensichtliche Bevorzugung des starken Schlagzeugs gehört zu diesem neuen Qpemstil. Gefährlich für das Werk werden die beiden letzten Bilder, die stofflich in bedenklicher Nähe des Mozartschen „Don Giovanni“ geraten. Hier zeigt sich nicht nur der ganze Unterschied zwischen wahrer Musikoper und zwischen Schauspiel mit Musik, sondern auch zwischen Mpzart-Da Ponte und Reutter- Grabbe. Auf der einen Seite die letztgültige Formung eines Themas der Weltliteratur, auf der andern Seite nur der Untergang zweier Bösewichter. Die ausgezeichnete Aufführung unter Ferdinand Leitner und in der Inszenierung von Max Fritzsehe fand den freundlichen Beifall des gut besetzten Hauses. In den Hauptrollen Maria Kinasiewicz, Alexander Welitsch, Engelbert Czu tfiok. Alfred Pfeifle und Max Roth. ch. Kostbare deutsche Sprachdenkmäler Tagung der Gesellschaft für deutsche Sprache Kassel (Id). Eine Schau kostbarer Sprachdenkmäler von der Karolingerzeit bis zum 19. Jahrhundert wurde aus Anlaß der in Kassel tagenden Hauptversammlung der Gesellschaft für deutsche Sprache in der hessischen Landesbibliothek Kassel eröffnet. Die Ausstellung, die bis zum 67. Juni geöffnet ist, zeigt u. a. die berühmten altdeutschen Kasseler Glossen aus dem neunten Jahrhundert, das Gebetbuch der Kaiserin Kunigunde aus dem elften Jahrhundert, das Tierepos von Reinecke Fuchs aus dem 12. Jahrhundert, die Weltchronik des Rudolf von Ems aus dem 14. Jahrhundert, Handexemplare der „Deutschen Grammatik“ und die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm mit eigenhändigen Nachträgen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache beendete ihre zweite Hauptversammlung in Kassel mit einer Morgenfreier im Gesellschaftssaal der Stadthalle, auf der der Siebenbürger Dichter Zillich die Festansprache hielt. Zillicb rief die deutsche Öffentlichkeit und besonders die deutschen Lehrer auf, ihre Muttersprache zu pflegen und warnte die Jugend vor schlechten Romanen, die immer wieder dazu beitrügen, das Sprachgefühl zu verderben. Der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache, Landgerichtsdirektor Wachler, betonte, daß die Gesellschaft bei der Bundesregierung großes Verständnis finde und daß sich die Regierung bereiterklärt habe, ihre Gesetzentwürfe sprachlich von der Gesell schaff überprüfen zu lassen. Damit solle bei Behörde und Verwaltung das Amtsdeutsch verschwinden und durch eine klare verständliche Sprache ersetzt werden. Werner Finde za den Frankfurter Vorwürfen Frankfurt 0h). „In unserem feierlichen Lande“, erklärte Werner Finde in Fr ankf urt in seinem Vortrag .Heiterkeit mit Tiefenwirkung — Diskussion über Würde und Humor“, „teilen die Humoristen und Kabarettisten das Schicksal der Freudenmädchen — man gibt sich ihren Reizen bin, aber entrüstet sich über ihr Dasein.* Finde setzte sich in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion mit den gegen ihn vom Frankfurter Magistrat erhobenen Vorwürfen auseinander, denen zufolge sein Vortrag zur Woche des Buches in der Frankfurter Paulskirche die Würde des Hauses verletzt haben soll. Der Humor habe ln Deutschland schon immer eine gefährdete Stellung gehabt, fuhr der Redner fort Mit Lessing müsse er fragen, ob man denn nicht auch lächend sehr ernsthaft sein könne Mainzer Theaterfrage erneut akut Mainz 0d). Mainz wird nicht in der Lage sein, ein Volltheater zu führen, da der notwendige Zuschuß von 1,5 Millionen DM nicht aus eigener Kraft aufgebracht werden kann, erklärte dqr Mainzer Oberbürgermeister Stein in einer Pressekonferenz und bedauerte, daß die geplante Zusammenlegung des Schauspiels von Wiesbaden und Mainz, den beiden Städten ein gutes Theater gesichert hätte, durch den Widerstand der Wiesbadener Stadtverordneten gescheitert sei. Stein kündigte an, daß der Wiederaufbau des Mainzer Theaters, der durch die Spende des französischen Hohen Kommissars Francois-Poncet In Höhe von einer Million DM ermöglicht worden sei, trotz aller Schwierigkeiten begonnen werde. Sofern die mit dem Land Rheinland-Pfalz aufgenommenen Verhandlungen über ein Landestheater in Mainz zu keinem für die Stadt tragbaren Ergebnis führen sollten, werde das wieder aufgebaute Theater als Kino verwendet werden. Mainz könne im günstigsten Falle einen Betrag von 400 000 DM jährlich für sein Theater aufwenden. Diese Summe reiche bei weitem nicht aus, um ein Opern- und Schauspiel- Ensemble zu finanzieren. Er würde schließlich ein „Rhei n- Ma inz-Thea ter“ als die beste Lösung betrachten, da durch ein großes Opern-, Operetten- und Schauspiel-Ensemble, das wechselweise die Bühnen in Koblenz, Mainz, Worms, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden zu bespielen habe, nicht nur ein hohes künstlerisches Niveau gesichert, sondern auch die finanziellen Voraussetzungen für ein solches Theater gegeben wären. Schweizer Dirigententeg in Konstanz Konstanz 0ds). Um die deutsch-schweizerischen Beziehungen auf musikalischem Gebiet wieder anzuknüpfen und bestehende Freundschaften zu erneuern, bat die Stadt Konstanz für den 6. August einen Tag schweizerischer Dirigenten vorgesehen. Musikdirektor Dr. Walter Bibzr (Bern), Rolf Zaugg (St. Gallen), Karl Wüst (Aarau) und Hans Füllermann (Ermatingen) werden schweizerische Orchester dirigieren. DIE FRAU Junge oöer Mäöe(? Die Augendiagnsse des Wiesbadener Arztes Dr. Witzei Aushitfs-Heuet In einer städtischen Anlage Daß ich als Städterin einmal bei der Heusrote helfen würde, und das, ohne aufs Land hinauszugehen, in einer Grünanlage auf einer der Höhen unserer Stadt, hätte ich mir bis vor ein paar Tagen nicht träumen lassen. Sitze ich da eines frühen Sommermorgens auf meinem Balkon und freue mich über das prächtige Gedeihen des Rasens in einer noch jungen Anlage vor unserem Haus. Hier rük- ken keine städtischen Gärtner jedem unvor- ■fhriftsmäßigen Millimeter Graseslänge mit der Rasenmähmaschine zu Leibe, hier oben, am Rande der Stadt, darf das Gras wachsen, solange es mag. Auf einmal verwandelt sich das Bild: Drei Mäher, eine Frau ist darunter, tauchen auf und legen mit weitausgreifendem Sensenschwung Hand an das saftige Grün. Ich habe noch den sirrenden Ton der Sensen im Ohr. der die Stille der frühen Morgenstunde unterbricht. Glutheiß brennt die Sonne über Mittag und verwandelt das Gras in duftiges Heu. Am Spätnachmittag, als ich wieder auf den Balkon trete, ist die Sommerluft erfüllt vom würzigen Duft des Heus, und leise knistert es unter dem wendenden Rethen. Das ländliche Idyll steigert sich: Mit Hüh und Hott biegt ein Kuhgespann in langsamem Trott um die Ecke und fährt vor der Anlage vor, um das köstliche Futter heimzuholen. Auch in Skandinavien wächst die Zahl der jungen, berufstätigen Frauen, die sich verheiraten und Kinder bekommen, ohne ihren Beruf aufzugeben, und hier wie überall ist es sehr schwer, Hausgehilfinnen zu finden. Dieses Problem hat schon lange vor dem Kriege dänische und norwegische Architekten auf die Idee gebracht, Kollektivhäuser zu entwerfen. d. h. Häuser mit zentralen, gemeinsamen (kollektiven) Einrichtungen zur Erleichterung des Lebens der berufstätigen Hausfrau und Mutter. Es war jedoch Schweden, wo diese Pläne zuerst verwirklicht wurden, und man hat dort seit Jahren gute Erfahrungen mit solchen Kollektivhäusern gemacht. Sie hatten nur einen großen Fehler — die Mieten waren für Familien mit durchschnittlichem Einkommen zu hoch! Diesen Fehler wird das erste dänische Kollektivhaus in Kopenhagen mit sechs Etagen, das in einigen Monaten bezugsfertig sein soll, nicht haben. Dank der billigen öffentlichen Kredite, die der Bauherr dieses Kollektivhauses, die Dänische Gemeinnützige Baugesellschaft, erhält, werden die Mieten auf einem erschwinglichen Niveau liegen. Solche billigen Baukredite stehen übrigens auch privaten Bauherren zur Verfügung, wenn sie bereit sind, gewisse Bauvorschriften zu erfüllen. Welche Vorteile wird dieses Kollektivhaus seinen Mietern bieten? Das Haus erhält ein eigenes Restaurant, wo die Mieter, wenn sie wollen, ihre Mahlzeiten einnehmen können. Da aber die Mehrzahl wahrscheinlich ihr eigenes Essen vorzieht, hat jede Wohnung eine kleine Küche, und hier wird es der berufstätigen Hausfrau sehr bequem gemacht werden. Die Leiterin des Restaurants nimmt der Hausfrau nämlich sozusagen derr zeitraubenden Einkauf der Lebensmittel ab, indem sie Standardlebensmittel zu Ladenpreisen vorrätig hält. Außerdem sorgt sie für „Halbfertigfabrikate“, wie z. B. geschälte Kar+''“"’*v geputztes Suppengrün, Da steigen dunkle Wolken am Himmel auf und ballen sich drohend. Die Arme greifen schneller zu und häufen mit ihren Rechen die gebreiteten Lagen zu Bergen. „Wird es noch reichen?“ fragen sich die rastlos Arbeitenden. Mit Macht lodet es mich, mitzuwerkea und mich stillschweigend einzureiheh. Mein Blick geht über den Rasen, da entdecke ich einen freien Rechen. Wenn ich den nehmen würde... Wenige Sekunden später stehe ich, ohne lange zu fragen, unter den Arbeitenden. Eines Augenblicks Länge sehen sie mich überrascht an, dann bin ich mit kurzem, zustimmendem Kopfnicken in ihre Arbeitsgemeinschaft aufgenommen. Die Freude beschwingt meine Arme und unterstützt den guten Willen zum Helfen. Schon fallen die ersten Regentropfen Ich achte nicht darauf, sehe auch nicht die staunenden Gesichter der Nachbarn an den Fenstern; die drängende Arbeit nimmt mich ganz in Anspruch. Daß ich meine Sache recht machte, das sagte mir, als das Heu glücklich auf dem Wagen geborgen war, der Druck einer schwieligen Männerhand und bewies mir zum Schluß die Frage der Bäuerin: „Gelt, Frau, Sie sind vom Land?“ — „Nein!“ kam es etwas zögernd von meinen Lippen. Fast schämte ich mich, die Frage nicht bejahen zu können. Durch dieses kleine Erlebnis aber hatte ich gewissermaßen Besitz ergriffen von diesem Stück Boden, das mir bisher nur eine angenehme Augenweide gewesen war. F. Ho. kochfertiges Geflügel, gesäuberte Fische usw. usw. * Das Reinemachen wird von sechs „Elite- Hausgehilfinnen“ gegen Stundenbezahlung übernommen. Beinahe gratis werden Einrichtungen wie Kinderkrippe, Kindergarten und Freizeitheim für schulpflichtige Kinder den Bewohnern zur Verfügung stehen, sodaß Eltern, die beide ihre Arbeit in der Stadt haben, ihre Kinder in bester Obhut wissen. Vollständig gratis wird die Benutzung von Gesellschaftsräumen, hobby-Werkstätten und Ateliers in der obersten Etage sein. Eine ganz besondere Hilfeleistung werden die Mieter dieses Kollektivhauses durch einen Portier erhalten, der im Gegensatz zu dem altbekannten Typ des Hausdrachens nicht nur an der Tür steht und kontrolliert, wer kommt und geht, sondern der Rechnungen für Mieter bezahlt, wenn sie gerade nicht zuhause sind, Rezepte auf die Apotheke bringt und die Medizin abholt, Wäsche abliefert und entgegennimmt, usw. Kein Wunder, daß die Nachfrage nach diesen Wohnungen schon sehr groß ist. Zur gleichen Zeit, wenn dieses erste Kollektivhaus fertig sein wird, beginnt eine andere große Gesellschaft, die Soziale Baugesellschaft, den Bau eines zweiten, bedeutend größeren Kollektivhauses mit zehn Etagen. Die Attraktion dieses Hauses wird ein Festsaal sein, der 300 Personen Raum bietet, und eine Dachetage im 10. Stock, wo ein Gymnastiksaal und eine Sonnenterrasse mit Aussicht auf die schwedische Küste eingerichtet werden wird. Das größte Projekt wird jedoch noch von einer dritten Gesellschaft „Arbeiterheim“, vorbereitet. Diese Gesellschaft will eine ganze kooperative Stadt mit 8—900 Wohnungen bauen, und hier sind außer Restaurants und den anderen Gemeinschafts - Einrichtungen Stopf- und Nähzentralen vorgesehen. Vor einigen Monaten hat sich fast die gesamte deutsche Presse mit einer Entdeckung des Wiesbadener Arztes Dr Wilhelm Witzei beschäftigt, die einen wesentlichen Fortschritt auf dem Wege zur Lösung des Problems der Geschlechtsbestimmung bedeuten sollte. Danach sollte es für den Arzt, der sich mit Augendiagnose beschäftigt, nicht mehr schwierig sein, das Geschlecht des Embrios schon einige Wochen nach der Befruchtung festzustellen. Unter Berücksichtigung gewisser Umstände gibt es — nach Dr. Witzei — außerdem eine Methode, das Geschlecht des Kindes nach Wunsch herbeizuführen, wobei bei der Entscheidung für einen Jungen oder ein Mädchen bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen sind, die, wie der Wiesbadener Arzt behauptet, keinen Schwierigkeiten mehr begegnen würden. Auf Vorschlag eines zweifelnden amerikanischen Kollegen hatte sich Dr Witzei vor mehreren Monaten einem amerikanischen Hospital in Frankfurt am Main zur Verfügung gestellt, wo er die Augen von hundert schwangeren Amerikanerinnen untersuchte und das Geschlecht der zu erwartenden Babies voraussagte. Der Versuch ist nunmehr abgeschlossen worden. Das Ergebnis: Dr. Witzei hatte 54 männliche und 46 weibliche Geburten vorausgesagt; in der Tat wurden 49 Kinder männlichen und 51 weiblichen Geschlechts geboren. Der amerikanische Kollege des Wiesbadener Arztes zeigte sich zwar erstaunt über die Zahl der richtigen Voraussagen, erklärte sie aber dennoch als „enttäuschend“ und gab seiner Meinung Ausdruck, daß weitere Versuche auf diesem Gebiete erforderlich 9eien, ehe man sich entschließen könnte, die Witzel- sche Theorie hundertprozentig anzuerkennen. Dagegen erklärte Dr. Witzei. daß er mit dem Ergebnis des Frankfurter Experiments durchaus zufrieden sei. Denn es habe sich bei den von ihm augendiastognisch untersuchten Frauen um Schwangere im fortgeschrittenen Stadium — bis zu acht und neun Monaten — -gehandelt. In den ersten fünf Monaten sei die Diagnose leichter und sicherer zu stellen. Er habe in Frankfurt keine der ihm vorgestell- In der japanischen Schule für Diplomaten in Tokio, die seit 1946 besteht, nehmen an den Lehrgängen auch Frauen teil. Sie erhalten neben dem allgemeinen Unterricht eine besondere Ausbildung in Fragen des gesellschaftlichen Benehmens, des Tanzes und der Etikette. Man beabsichtigt, sie vor allem in den angelsächsischen Ländern zu beschäftigen. Die in England als tatkräftige Organisatorin bekannte Frau Chesterton plant, ein Haus zu schaffen, in dem 72 Großmütter sich wohlfühlen sollen. Alte heimatlose Damen, die während zweier Kriege bei Luftangriffen für Kinder und Enkel sorgten, sollen hier ein Heim erhalten. Im jungen Staate Israel untersteht das Arbeitsministerium einem weiblichen Minister; im Parlament werden die Interessen der Frauen von 12 Abgeordneten vertreten. Fra nkreich verliert durch Modespionage jährlich Millionenwerte. Neben der eigenen Polizei der großen Modehäuser sind laufend Beamte der Staatspolizei sowie Detektive ten Frauen zurückgewiesen, um sich nicht sagen zu lassen, daß er sich seine Patienten aussuche. Es sei auch zu berücksichtigen.- daß die Amerikanerinnen mit ihren meist dunklen Augen eine unsicherere Diagnose zulassen als die Europäerinnen mit ihren helleren Augen. Bei den Patientinnen, die er bisher in seinen Sprechstunden untersucht habe, sei seine Augendiagnose immer positiv gewesen. Von amerikanischer Seite verlautet hierzu, daß ein Hospital in Chicago die Witzelsche Theorie anwenden und 9000 schwangere Frauen nach ihr untersuchen wird Dazu erklärt der Wiesbadener Arzt, daß die Augendiagnose spezielle Kenntnisse voraussetze und daß ein solcher Massenversuch nur wenig Erfolg haben würde, wenn man ihn ohne Heranziehung eines Fachmanns unternehmen sollte. Wenn das Frankfurter Experiment auch nicht hundertprozentig, gelungen sei, sc bedeute sein Ausgang doch daß die ärztliche Wissenschaft nunmehr so weit sei, um mit neunzigprozentiger Gewißheit das Geschlecht eines kommenden Kindes bestimmen zu können. Das sei im Vergleich zur früheren Unsicherheit ein bedeutender Fortschritt B.-B. Schmerzlose Entbindung durch Lachgas Aus einem Bericht des Bundes der Ärzte Deutschlands erfährt die Öffentlichkeit erstmals von dem großen Erfolg der seit etwa einem Jahre in einer Hamburger Klinik angewendeten Lachgas-Narkose bei Entbindungen. Mehr als 700 Mütter konnten während dieser Zeitspanne in der Klinik* durch Lachgas-Narkose schmerzlos entbunden werden, ohne daß irgendwelche Schäden fiir Mutter und Kind entstanden wären. Als- besonders bemerkenswert verweist der Bericht darauf, daß die Mütter trotz der Narkose-Maske den ersten Schrei des Kindes vernehmen können. Zwillingsforschung. In Deutschland kommt auf 85 Geburten eine Zwillingsgeburt. Das Anthropologisch« Institut der Universität Tübingen und das Stadt. Gesundheitsamt Stuttgart fassen jetzt alle Zwillinge, die die Schule besuchen, zu Forschungszwecken zusammen. tätig. Die erfolgreichsten Modespione sind die Gedächtniszeichner, die in der Modeschau nachzeichnen können. In den USA werden an 800 Colleges und Universitäten regelmäßige Vorlesungen über Ehe und Familie gehalten. Die Kirchen führen Kurzkurse durch für junge Eheleute, die heiraten wollen. Heute kommen in den USA auf je neun Eheschließungen zwei Scheidungen, während es 1945 noch drei waren. In Stockholm trat kürzlich eine Sachverständigenkonferenz zusammen, die über die Zulassung weiblicher Theologen zum Gottesdienst abstimmen sollte. Sieben von elf Mitgliedern der Kommission traten für die Zulassung ein. * Die isländische Abgeordnete und Juristin Thorsteindottir erregte mit ihren Anträgen im isländischen Allthing großes Aufsehen, als sie im Kampf gegen die Wohnungsnot eine Luxussteuer für überzähligen, unge- nutzen Wohnraum forderte. Sie trat auch für getre-nnteSteuerveranlagung der Ehegatten ein. Dänemark forgt für Oie berufstätige Hausfrau Von Hilmar Graa ilüi&ndduHfyeH füt die Tiad -Mtnöfchönchen Von Fried! Hohenstatt Tausendschönchen das erstemal in die w'elt schaute, da war der Himmel wunderschön blau und die Sonne sah mit lachendem Gesicht auf die Wiese. Tausendschönchen machte die Augen weit auf, legte sich die weißen Blütenblättchen sorgfältig um den Hals, daß sie wie ein Krägelchen aussahen, und trug das Köpfchen keck auf dem schlanken grünen Stengel. „So ist es recht“, lobte die Mutter, und auch der Vater sab wohlgefällig auf sein Kind. Tausendschönchen aber blühte und wuchs mit tausend Gespielen auf der saftigen Wiese und freute sich seines Lebens von ganzem Herzen. Tag für Tag, Woche um Woche ging es so, and Tausendschönchen hätte nicht gedacht, daß es auch einmal anders kommen könnte. Es strahlte und blühte zwischen Vergißmeinnicht und Dotterblumen und prangte in leuchtendem Gelb und Weiß auf der duftenden Wiese. Immer war es guter Laune, wünschte den vorbeieilenden Spinnlein und Käfern guten Tag, öffnete bereitwilligst seinen Kelch, wenn ein Honigbiendien zu ihm geflogen kam. Plötzlich aber sollte dies alles ein Ende haben. Es war an einem wundervollen Sonntagmorgen. Auf den Blütenkrönlein glitzerten da und dort noch Tauperlen, und hoch oben in der Luft trillerte eine Lerche. Auf einmal horchte Tausendschönchen erschrocken auf. Ein bitteres Weinen von tausend kleinen Blumen klang durch die Luft, kam näher und immer näher, und Tausendschönchen konnte ganz deutlich das Flehen der Brüder und Schwestern hören. „Laßt uns stehen, laßt uns stehen!“ baten sie, und dazwischen hindurch ging ein schmerzhaftes Ächzen und Stöhnen, wie dies geschieht, wenn eine Blume gebrochen wird. Tausendschönchen hörte es mit angstvollem Herzen und blickte wehmütig den aufgescheuchten Käfern nach, die auf der Flucht aa Ihm vorbeikamen. „Was ist denn geschehen?“ fragte es eine Ameise, die ihr Kind bei sich trug und ebenfalls flüchtete. „Menschen sind auf der Wiese und holen sich alle Blumen, die ihnen gefallen“, jammerte die Ameise und lief eilig weiter. „Oh“, stöhnte Tausendschönchen, wenn ich mich bloß auch in Sicherheit bringen könnte!“ Sein Blumenherzchen klopfte und seine Blätt- lein zitterten. Das Köpflein aber ruhte schwer auf dem zarten Stengel. Immer lauter weinten die Blumen, näher und näher kamen die Menschen, und dann geschah das Furchtbare: Tausendschönchen fühlte den unbarmherzigen Griff einer Mädchenhand, und gleich darauf war es zu vielen anderen in einen Strauß gesteckt. Traurig blickten die Schicksalsgenossen und ein paar ließen die Köpfe hängen, daß man nicht wußte ob sie noch lebten. „Warum tun uns die Menschen denn so weh?“ fragte Tausendschönchen einen Sonnenstrahl, der gerade auf die gepflückten Blumen fiel. „Wir haben doch keinem etwas zuleid getan!“ „Mußt nicht traurig sein, Tausendschönchen“, tröstete der Sonnenstrahl, „vielleicht wird doch noch alles gut. Wenn du erst in einer schönen Blumenvase stehst und frisches Wasser zu trinken bekommst, dann wird es dir bald wieder besser gehen.“ „Meinst du?“ fragte Tausendschönchen etwas ungläubig. Sein Durst wurde trotz den Verheißungen des Sonnenstrahls immer größer und die Müdigkeit wuchs, je länger der Weg wurde. Ein Blümlein nach dem anderen senkte müde den Kopf. Auch Tausendschönchen fiel matt in sich zusammen. Ungefähr eine Stunde trug das Mädchen Tausendschönchen und die andern in der heißen Hand. Als es aber sah, wie die Blüten die Köpfchen hängen ließen und nichts mehr von der frischen Farbe hatten, die ihm beim Pflücken so gefallen, da hatte es keine Lust mehr, den Strauß länger zu behalten. Achtlos warf es ihn auf die staubige Landstraße und versuchte einen vorüberfliegenden Schmetterling zu fangen. Keinen einzigen Blick batte das Mädchen mehr für die armen Blüten. Vergessen war die große Freude, die es noch vor wenigen Stunden an Tausendschönchen und seinen Gespielen gehabt hatte. Da lagen sie nun, die Tausendschönchen, Vergißmeinnichtchen und Dotterblumen im trockenen Staub auf der heißen Straße. Kein Mensch kümmerte sich um die durstigen Blümlein, nur dann und wann kam ein großer Käfer vorübergelaufen. Aber auch er konnte den welken Blüten nicht helfen und ging betrübt weiter. Der Tag verging und die Sonne verschwand. Erfrischend stellte der kühle Abendwind sich ein. Mit sanftem Säuseln strich er über Feld und Wald und Wiese. Als er aber zu Tausendschönchen und seiner Gespielen altem Standplatz kam, waren alle fort. Suchend machte er sich auf den Weg, und es dauerte lange, bis er die Vermißten gefunden hatte. Ganz mit Staub bedeckt lagen sie auf der Straße. Vergebens versuchte der Abendwind, mit kühlem Hauche die Blumengesichtlein froh und frisch zu machen. Kein einziges vermochte mehr das Köpflein zu heben. In dem Staub und der Hitze des Tages waren alle verwelkt und verdurstet. „Arme kleine Blumen! Wann endlich werden die Menschen vernünftiger und lassen euch auf den Wiesen stehen, wenn sie doch nicht fähig sind, euch bis nach Hause zu tragen!“ klagte der Abendwind und strich noch einmal liebkosend über die toten Blumen. „Mise Peöalett" Die vor kurzem verstorbene Madame Martha Lemarie war die erste Französin, die ein Fahrrad bestieg. Als sie 20 Jahre alt war, galt d^s Fahrrad als eine gefährliche Maschine, und um es benützen zu dürfen, mußte sich Martha einen Erlaubnisschein ausstellen lassen. Sie bekam ihren persönlichen Ausweis für den „Verkehr auf Velocipede“, ausgestellt im Jahre 1892, und erregte in Royan — ihrem Heimatort — ebenso viel Aufsehen, Skandal und Ärger wie in Paris. Fuhr sie — bekleidet mit einer weiten Pluderhose — mit ihrer Maschine in das Bois de Boulogne, mußte sie von den Fußgängern die unfreundlichsten Aussprüche hinnnehmen. In der Provinz war sie der Schrecken der Bauern, die sie die Tochter des Teufels nannten und ihr ein Glas Wasser verweigerten, aus Angst, daß sonst ihr Brunnen versiegen würde. Trotz dieser übelwollenden öffentlichen Meinung vollbrachte sie beachtliche Leistungen. Auf ihrem Fahrrad, das 24 Kilo wog und Vollreifen hatte, fuhr sie von Royan nach Paris, bereiste Spanien, Italien und Belgien. Ihre Reiseeindrücke veröffentlichte sie in der Zeitschrift „Le Velo“ (Das Fahrrad) und wurde von einem der Redakteure „Miß Pedalett“ getauft Diesen Spitznamen griff sie auf und zeichnete von nun an alle Ihre Artikel damit. Ihre Verteidigung des weiblichen Radfahrens brachte ihr ständige Angriffe in der Presse ein. Martha Lemarie bewies jedenfalls, daß das Radfahren ein gesunder Sport ist, denn noch mit 72 Jahren legte sie ihre 70 km am Tag zurück. Seit 1945 besaß sie kein Fahrrad mehr, denn das Haus mit dem Porzellanladen der mutigen Sportlerin wurde völlig zerstört. Nach der Bombardierung von Royan — es blieb ihr gerade noch das Leben — war Martha keineswegs niedergeschlagen, sondern baute — mit 75 Jahren! — ihr Geschäft voll Mut und Zuversicht wieder auf... Äphor einen über Eoa Ibsen: „Ein Weib ist das Mächtigste auf Erden und in ihrer Hand liegt es, den Mann dahin zu leiten, wo Gott ihn haben will.“ Casano na: „Das ist und bleibt wahr: Eine Frau, so schwach sie ist, ist durch das Gefühl, das sie einflößt, stärker als der stärkste Mann.“ Fr. Schlegel: „Mysterien sind weiblich. Sie verhüllen sich gern, aber sie wollen doch gesehen und erraten sein.“ Voltaire: „Alle Gründe der Männer wiegen ein richtiges Gefühl der Frauen anWert nicht auf.“ Kierkegaad: „Ohne das Weib ist der Mann ein unsteter Geist, der keine Ruhe findet, weil er nirgends zu Hause ist.“. Ein Kapitel über die Feiiersdratzabgabe Ihr Zweck: Beschaffung von Feuerlöschgeräten und Ausrüstungsstücken der Wehren Keine andere Gemeindeabgabe hat in der letzten Zeit den Unwillen der Bevölkerung t. ihr erregt als die Feuerschutzabgabe! Manche Leute bezeichnen sie sogar als eine Art Bürgersteuer oder als eines der unseligen Vermächtnisse der Nazi-Zeit. Es mag sein, daß die allgemeine Abneigung gegen die Feuerschutzabgabe teilweise hiermit begründet werden kann. Jedoch ist die Annahme, die Feuerschutzabgabe sei eine ausgesprochene Erfindung des „Dritten Reiches“, nicht richtig. Es gibt Gemeinden, die die Feuersehutzab- fall jedem Gemeindeeinwohner gegenüber ge- gabe schon erhoben haben, als man an ein treu ihre Pflicht erfüllen, wird bestimmt von „Drittes Reich“ überhaupt noch nicht gedacht allen rückhaltlos anerkannt werden müssen, hat. In diesen Gemeinden ist die Feuerschutzabgabe im Laufe der Zeit zu einer „stehenden Einrichtung“ geworden, die sich bis jetzt erhalten hat und deren Erhebung heute auf keinerlei Schwierigkeiten mehr stößt. Allerdings waren es nur verhältnismäßig wenige Gemeinden, die schon vor 1933 von dem Recht, eine Feuerschutzabgabe zu erheben, Gebrauch* gemacht haben. Der Zweck der Feuerschutzabgabe — nämlich: die Mittel zur Deckung der Kosten für Beschaffung von Feuerlöschgeräten und zur Ausrüstung der Feuerwehren aufzubringen — ist in den Jahren nach 1933, insbesondere während des Krieges, erheblich verwischt worden. Hinzu kommt noch, daß die Gemeindekassen in der Reichsmarkzeit (nach 1945) immer wohlgefüllt waren, daß es aber den Gemeinden in jenen Jahren praktisch unmöglich war. Feuerlöschgeräte und dergl. zu kaufen. So kam es, daß man damals in verschiedenen Gemeinden auf die Erhebung der Feuerschutzabgabe stillschweigend verzichtete, und daß diese Abgabe in Vergessenheit geraten und „eingeschlafen“ ist. — Nachdem aber die Gemeinden durch die Auswirkungen und Folgen der Währungsreform mit einem Schlag ihr ganzes Geld und alle Rücklagen restlos verloren hatten und so plötzlich gezwungen wurden, ihre sämtlichen Einnahmequellen restlos auszuschöpfen, sowie alle Einnahmemöglichkeiten voll auszunutzen, um ihre vermindert gebliebenen oder ständig ansteigenden Ausgaben decken zu können, — in diesem Augenblick mußte man wohl oder übel auch wieder auf die Feuerschutzabgabe zurückgreifen, wenn man die Mittel für die Instandsetzung und Erneuerung der in der Kriegsund Nachkriegszeit zwangsläufig vernachlässigten Ausrüstung der Feuerwehr aufbringen wollte. Jetzt aber zeigt sich plötzlich, daß viele Gemeinden, denen die Feuerschutzabgabe bisher fremd war, ebenfalls auf diese Art die Ausgaben für ihre Feuerwehren finanzieren, d. h. die Feuerschutzabgabe neu einführen mußten, zumal der Staat'nur dann eine finanzielle Hilfe den Gemeinden in Aussicht stellen konnte, wenn diese ihre eigenen Einnahmemöglichkeiten völlig ausgenutzt hatten. Ueber den Zweck der Feuerschutzabgabe und die Verwendung der daraus erzielten Einnahmen dürften hiernach wohl keine Zweifel mehr bestehen. Jeder verständige und einsichtsvolle Bürger wird sich deshalb den Gründen, die seine Gemeinde zur Einführung und Erhebung der Feuerschutzabgabe gezwungen haben, nicht verschließen können. Denn es ist ja auch sein Eigentum und sein Besitz, die nur von einer gut ausgerüsteten Feuerwehr wirksam vor Feuersgefahr beschützt werden können. Es ist Aufgabe der Gemeinschaft, die Mittel für eine einsatz- und leistungsfähige Feuerwehr aufzubringen, und es liegt im Interesse eines jeden Einzelnen, wenn er auf dem Umwege über die Feuerschutzabgabe auch sein Teil hierzu beiträgt. Die uneigennützige Arbeit und Opferbereitschaft der freiwilligen Feuerwehrmänner, die im EmstZum Lobe des größten Teils der Abgabepflichtigen sei es gesagt, daß sich ihre Abneigung weniger gegen die Feuerschutzabgabe als solche, als vielmehr gegen die Höhe der Abgabe oder gegen ihre Eingruppierung in eine der verschiedenen Abgabestufen richtet. Die für die Gemeinden maßgebende Mustersteuerordnung für die Erhebung der Feuerschutzabgabe läßt zwischen dem Mindestsatz der Abgabe von DM 3.— und einem Höchstbetrag von DM 30.—, der in besonderen Ausnahmefällen auch auf DM. 50.— festgesetzt werden kann, beliebig viele Abgabestufen zu. Die einzelnen Abgabesätze müssen den wirtschaftlichen Verhältnissen der Abgabepflichtigen und deren sozialer Schichtung entsprechen. Die Zuteilung in die verschiedenen Abgabestufen hat der Gemeinderat vorzunehmen und dabei „auf die gesamten in Betracht kommenden Verhältnisse Rücksicht zu nehmen“, d. h. jeder Abgabepflichtige ist im Rahmen der für seine Gemeinde gültigen Steuerordnung einer Abgabestufe zuzuteilen, die seiner wirtschaftlichen, finanziellen, sozialen und familiären Lage entspricht. Außerdem ist für die Veranlagung ganz besonders auch noch folgendes ausschlaggebend, nämlich: 1. der Wert des Nutzens, den der Abgabepflichtige aus der Nichtleistung des Feuerwehrdienstes hat, sowie 2. der Wert des Nutzens, den der von der Feuerwehr gestellte Feuerschutz für den Abgabepflichtigen bedeutet. Das heißt: mancher kann schon allein einen Vorteil davon haben, daß er bei der Feuerwehr keinen Dienst zu machen braucht und für jeden, der sein Eigentum vor Feuer geschützt wissen will, bedeutet . der von der Feuerwehr gestellte Feuerschutz bestimmt viel mehr als für denjenigen, der nichts oder nur wenig sein Eigentum nennen kann. Der Wert dieses Feuerschutzes wird demnach um so höher sein, je höher der Wert des zu schützenden Eigentums ist. Mit anderen Worten: wer etwas besitzt, soll eigentlich mehr Feuerschutzabgabe bezahlen, als der Arme und Besitzlose! Bei der Einstufung der Abgabepflichtigen liegt die Hauptaufgabe beim Gemeinderat, wenn der Einzelne die von ihm verlangte Feuerschutzabgabe mit anderen Abgaben als gerecht anerkennen soll. (Fortsetzung folgt) f Kreuz und quer durchs Stadtgeschehen »»—«—■<"—«w im * 1 ■ ■——— a— Schwerer Verkehrsunfall. Auf der Auto- Realgymnasium, Gymnasium, Handelsschubahn Bruchsal—Karlsruhe ereignete sich am len. Von morgen an ist jeden Mittwoch um Sonntag gegen 19.30 Uhr ein schwerer Ver- 7 Uhr, für die katholischen Schüler (von kehrsunfall. Ein 70 Jahre alter Mann wollte die Autobahn überqueren, obwohl dies verboten ist. Ein in Richtung Bruchsal fahrender Personenkraftwagen, der dem alten Mann ausweichen wollte, geriet dabei ins Schleudern und überschlug sich. Der Fußgänger wurde auf der Stelle getötet. Seine Identität konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Die drei Insassen des Personenkraftwagens erlitten schwere Verletzungen und wurden ins Krankenhaus verbracht. Die Polizei weist erneut darauf hin, daß das Betreten der Autobahn Fußgängern und Radfahrern nicht gestattet ist. Im Interesse der Sicherheit des Verkehrs wird in Zukunft mit aller Strenge des Gesetzes gegen Uebertretungen dieses Verbots vor gegangen. Bruchsal und Umgebung) der obigen Schulen ein Gottesdienst im Chor der Stadtkirche. Turn- und Sportverein 08. Am Freitag, 16. Juni 20 Uhr, findet im Gasthaus zum Ochsen eine wichtige Monatsversammlung statt. Da wir mit allen Sportarten ab sofort wieder beginnen wollen, ist es äußerst wichtig, daß alle Mitglieder, Gönner und Freunde erscheinen. Anschließend gemütliches Beisammensein. Süddeutsche Klassenlotterie. Die Ziehung der dritten Klasse der Süddeutschen Klassenlotterie findet am 22. und 23. Juni statt. Die Stammlösespieler müssen ihre Lose bis 15. Juni erneuern. Kauflose sind jederzeit erhält- Erdbeeren.. • Noch sind die Erdbeeren nur in kleii Schälchen, appetitlich anzusehen, in den Geschäften und auf .'dem Markt ausgestellt. In den Kaffeehäusern und Konditoreien läßt man sich eine Portion mit Schlagsahne kommen und bezahlt dafür gerne den nicht zu niedrigen Preis. — Doch, nur noch wenige Tage, wenn die „Hundstagehitze“ so anhält und die köstliche Frucht des Vorsommers hat sich den Markt erobert. Dann kann man ein ganzes Pfund für ein paar Groschen kaufen, dann ist sie wohltuend billiger geworden. Sie zwingt den langsam an den Ständen Vorübergehenden gar lieblich dazu, denn wer wollte ihrem Duft und ihrem saftigen Anblick widerstehen? In den Erdbeerfeldern arbeiten jetzt viele fleißige Menschen, um den Segen der herrlichen Frucht zu ernten. Außer dem Grün der Blätter leuchten sie in endlosen schmalen Reihen, in sattem Rot, vollgesogen von strahlender Sommersonne. Sorgsam werden sie in den zierlichen Körbchen verpackt. Bald häufen sie sich auf den Märkten und in den Straßen — Berge von Früchten in verlockender Fülle. Sie leuchten um die Wette im hellen Sonnenschein mit den bunten Kopftüchern behäbiger Marktfrauen unter den großen Schirmen über den Ständen. Dann wandern sie in die Küchen der Hausfrauen. Sie schwimmen mit Milch und Zucker übergossen in flachen Schalen, Labsal des Sommers. Sie drehen sich leise im Weinglas als wichtigster Bestand der fröhlich-geselligen Erdbeerbowle, die — auf schattiger Veranda genossen — mit zu den lukullischen Freuden des Juni gehört. Manche weisen Gespräche erfüllen den warmen Abend und manche unvermeidliche Verlobung wurde schon bei der Erdbeerbowle geschlossen. Erdbeeren — lieblichste Früchte eines schönen Sommers. lieh bei den Staatlichen Lotterieeinnahmen und den amtlichen Verkaufsstellen: In Bruchsal bei Zigarren-Zawazal, Holzmarkt. Frauenring Bruchsal. Die Leitung des Frauenrings bittet die Mitglieder, recht zahlreich an der am Freitag, 16. Juni, 17 Uhr, im städtischen Versorgungsheim stattfindenden öffentl. Gemeinderatssitzung teilzunehmen. Vereinskalender Die Bruehsaler DBS-Bausparer treffen sich heute Dienstag um 8 Uhr im Gasthaus zum Wolf zur Monatsversammlung. Marktberichte. In der Bruehsaler Großmarkthalle wurden am Sonntag, 11. Juni, folgende Preise erzielt: Kirschen 20—51 Pfg.; Spargel Sorte I 83—98, Sorte II 44—52, Sorte III 30—38, Sorte IV 10—18 Pfg. Heimatbund Kraichgau und Bruhrain. Die nächste Versammlung des Heimatbundes Kraichgau und Bruhrain findet am Samstag, 17. Juni, 20.30 Uhr, im Jägerstüble statt. Dr. Ludwig Hirsch, der Leiter der Landessammlung für Naturkunde in Karlsruhe, hält hierbei einen Vortrag über das Klima der Zukunft. Aller Voraussicht nach behandelt der Redner auch die Möglichkeiten einer Versteppung der Oberrheinischen Tiefebene, wie sie vor allem in Südbaden durch den Bau des „Grand Canal d'Aläce“ durch Frankreich erörtert werden. Der Heimatbund bittet seine Mitglieder und Freunde um recht zahlreiche Beteiligung. Die Preise des Sommertagsziiges 1950 Ein halbes Hundert Gruppen und Wagen besonders ausgezeichnet Der Bruehsaler Sommertagszug steht noch in bester Erinnerung. Er übertraf die Erwartungen selbst der besten Optimisten. Nunmehr hat das Preiskomitee die schönsten Gruppen ermittelt. Preise erhielten: Klasse 4b der Stirumschule (Der Frühlingswald kommt in die Stadt); Fräulein A. Hetterich (Unter dem Maibaum); Klasse Vd des Realgymnasiums (Frühlingswiese); Gärtnermeister Willy Fink (Blumenwagen); Stadtgärtner Karl Heim (Meine Bäumlein haben Durst); Kindergarten St. Peter (Osterhasenschule); Klasse 5 der Stirumschule (Schneeglöckchen läuten den Frühling ein); Alfred Knoch und Tanzgruppe M. Krätzel (Frühlingserwachen); i»0 Jahre Musikirerein Forst Festkonzert von 13 Vereinen — Erstaunliche Leistungen der Kapellen Nach monatelangen Vorbereitungen und wo- Ton erschaffen hat, im Preise des Schöpfers, ellenlanger Ofä&nisationsarbeit was es endlich Abschließend dankte der Festredner dem Mu- so weit: Lfet -Juni und somit das 60jährige sikverein für seine stete Bereitschaft im Dien- Jubiläum -ttes' isiusikvereins Forst stand vor ste der Gemeinschaft, der Tür. Das-*Festbankett am Samstagabend leitete die Juoiläumstage ein. Als Vorstand A. Etzkonr im Namen des Jubelvereines den Ehrenvorstand Jakob Pfahler nahm die Willkommgruß entbot, war das große Festzelt Ehrung verdienter Musiker vor. Hierbei wur- teiligten: Landshausen, Obergrombach, Malsch, Schwetzingen, Neuthard, Oestringen, Kirrlach, Hambrücken und Brühl. Allgemein kann zu den Vorträgen gesagt werden, daß Erstaunliches geleistet wurde. Die Preisrichter hatten Klasse IVc des Realgymnasiums (Die Sonnen- Klasse Vc des Realgymnasiums (Bruchsalias Frühlingsfahrt); Klasse 8 r der Stirumschule (Mutter Sonne); Klasse IVb d. Realgymnasiums (Margueriten); I. Hilfsklasse der Stirumschule (Glockenblümchen läuten den Sommer ein); Klasse Ic des Realgymnasiums (Zwergenwerk- statt im Walde); Klasse 7a der Stirumschule (Vierjahreszeiten); Familien Korff-Bechtler (Dornröschen); Gruppe der Heimatvertriebenen (Reitergruppe und Rübezahl); Klasse UHIb des Realgymnasiums (Elfenkönigin und Elfen im Frühlingswalde); Klasse 6 der Stirumschule (Laubfrösche); Klasse 4* der Stirumschule (Margueriten- königin mit Gefolge); Radfahrerverein „Wanderlust“. (Fahrt in die Feme); Holzindustrie Bruchsal G.m.b.G. (Kraichgau- Expreß, Entenköpfer); Klasse VId des Realgymnasiums (Dornröschen mit Hofdamen und Gefolge); Ehrung verdienter Musiker es nicht leicht, die besten von all den guten Kapellen herauszufinden.'Bei der Preisverteilung gab es folgende Bewertung: Klasse A: MV Obergrombach, Dirigent: Eustachi, Fantasie aus der Oper „Der Freischütz“ von C. M. v. Weber, 45 Pkt.; MV btumen); Klasse 8a der Stirumschule (Schneewittchen und die Zwerge und Schneewittchens Hochzeit); Klasse O Ilb des Realgymnasiums (Schildbürger fangen das Frühlingslicht ein); Platz besetzt. Der Redner dankte allen Ver- als einzige noch lebende Gründungsmitglieder, einen, den vielen stillen Helfern, die dazu Die goldene Ehrennadel des Vereins für 60- beigetragen haben, das Fest zu ermöglichen und zu verschönern. Den Höhepunkt des Abends bildete zweifellos die Festrede des Ortsgeistlichen H. H. Pfarrer Loele. In schlichten Worten zeiqhnete er den Anwesenden ein klares Bild von der 60jährigen Geschichte des Vereins. Der Verein selbst sei mit einem gereiften Manne zu verjährte Mitgliedschaft erhielten: Josef Firn- kes, Heinrich Hoffmann, Karl Laub, Leonhard Leibold und Cornelius Lutz. Wilhelm Böser, Johann Brunner, Alois Etz- kom, Bernhard Hoffmann, Ernst Hoffmann, Oskar Hoffmann, Wilhelm Hoffmann, Werner Laub, Jakob Leibold, Josef Leibold, Josef gleichen in dessen Gesicht das Auf und Ab Lieb 2 ott > Johann Lutz - Paul Weindel, Rupert gleichen, in dessen Gesicnt das Auf und Ab wiedemann und Heinrich Wiedemann wurden an der Hambrücker Straße bis auf den letzten den geehrt: Josef Weindel und Christian Mohr vertimento von W. A. Mozart, 44 Pkt; MV Malsch, Dir.: Spieler, Priestermarsch aus der Oper „die Zauberflöte“ von W. A. Mozart, 41 Pkt. Klasse B: MV Oestringen, Dir.: Burkard, Ouvertüre zur Oper „Regina“ von G. Rossini, 53 Pkt.; MV Schwetzingen, Dir.: Meisenholder, Ouvertüre „Der Dorfkönig“ von Steinbeck, 52 Pkt.; MV Kirrlach, Dir.: Wittmer, Finale des KKK-Aktes aus „Rienzi“ von R. Wagner, 51 Pkt.; MV Neuthard, Dir.: Krieger, Priesterchor und Arie aus „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart, 50 Pkt. Klasse C: MV Brühl, Dir.: Kriegshom, Slavisehe Rapsodie Nr. 2 von Carl Friedemann, 70 Pkt.; MV Hambrücken. Dir.: Rudolf, Fantasie aus der Oper „Der Freischütz“ von C. M. v. Weber, 49 Pkt. Um 13 Uhr zogen die Musiker und Festteilnehmer im Festzug nach dem Festplatz, wo sie von Bürgermeister Weindel auch im Namen der Gemeinde auf das herzlichste begrüßt wurden. In bunter Reihenfolge wechselten nun Vorträge der einzelnen anwesenden Kapellen -wofür ihnen vom Publikum reicher Beifall gezollt wurde. Landshausen, Dir.: Steiger, KK. Satz aus Di- Stammtisch „Zum letzten Braunen“ (Fahrt in des Lebens seine Furchen gezeichnet habe. Ergreifend und eindrucksvoll waren auch die Worte, die Pfarrer Loele den Toten des Vereins widmete. 19 Menschenleben forderte der erste Weltkrieg. 13 Gefallene und 3 Vermißte waren die Opfer des zweiten Weltkrieges. mit der silbernen Ehrennadel als 25jährige aktive Musiker geehrt. Eine besondere Ehrung wurde dem Dirigenten des Musikvereins, Herrn Wilhelm Hoffmann für seine 22jährige ehrenamtliche Tä- Wenn auch ihr Heldentod umsonst war, so tigkeit als Leiter der Musikkapelle zuteil, inhaben sie doch das Höchste, nämlich ihr jun- dem ihm eine silberne Plakette und ein Di- ges Leben dahingegeben. Für uns Deutsche P lom überreicht wurden. Ausgefeilte Vorträge sei es heilige Pflicht, das Andenken der Toten und Darbietungen des MGV „Frohsinn“, des in Ehren zu halten. In seinen weiteren Aus- Mozartchors, des Cäcilienvereins und Tum- führungen sprach Loele über das Wesen der Vereins verschönerten den festlichen Abend. Musik. Wirklich musizieren könne nur der Dem Festbankett ging auf dem Friedhof eine Mensch, der Ideale besitze, denn echte Mu- Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal vor- sik sei der Ausdruck des Lebens, Quell der aU8 - Liebe und wahrer Freude. Durch die Musik Der Sonntag wurde mit einem Festgottes- bringt der ewigkeitsgebundene Mensch seine dienst unter Mitwirkung der Musikkapelle Seele zum Ausdruck. Höchsten Adel aber finde eingeleitet. Um neun Uhr begann das Preis- die Musik nur im Preise desjenigen, der jeden spielen, wobei sich folgende Musikvereine be- den Frühling); Ludwig Reinöl (Frühling im Süden); Klasse Via des Realgymnasiums (Klatschmohn); Klasse VIc des Realgymnasiums (Schneewittchen); Klasse Vb des Realgymnasiums (Klatschmohn); Klasse Vc des Realgymnasiums (Erntewagen); Klasse U lila des Realgymnasiums (Rast im Walde); Friedrich Moos (Rotkäppchen); Kolpingsfamilie (Rast der Wanderburschen); Klasse 5* der Stirumschule (Laubengruppe); Friedrich Karolus (Hans im Glück); Klasse 6ji der Freiherr-vom-Stein-Schule (Radmhrergrappe); Klassen 5 1 u. 3 2 der Stirumschule (12 Monate); Klasse 3c der Stirumschule (Sommertagsbogen); Klasse Va des Realgymnasiums (Klatschmohn); Klasse III des Gymnasiums (Rast im schönen grünen Wald); Klasse 5a des Realgymnasiums (Frühling zieht ein); Nach der Preisverteilung um 18 Uhr,.dankte Klasse 8 1 der Stirumschule (Maibaum und Vorstand Etzkom nochmals allen mitwirkenden Vereinen und versicherte, daß auch der Musikyerein Forst zur Verfügung stehe, wenn es gelte,- an einem Feste mitzuwirken. Wa. Fahrradgrappe); Kindergarten St. Elisabeth (Frühlingsanfang); Klasse 5a der Freiherr-vom-Stein-Schule (Frühlingswagen): Dienstag, den 13. Juni 1950 Sttüimerlage im Kraidtgaii Ueberall reger Badebetrieb Klasse 4 1 der Stirumschule (Fahrt in den Frühling); Klasse S1 der Freiherr-vom-Stein-Schule (Radfahrergruppe); Kindergarten der Hofpfarrei (Schneewittchens Hochzeitszug); Kindergarten St. Peter (Wäscherinnen;) Obst- und Gartenbauverein Bruchsal (Frühlingswagen); Verein der Naturfreunde Bruchsal (Wanderwagen); Klasse Vlb des Realgymnasiums (Hinaus in die Feme); Odenwaldklub Bruchsal (Wandergruppe); Klasse 8a der Stirumschule (Schneewittchen im Zwergenhaus); Frankonia Bruchsal (Fröhlicher Sport); II. Hilfsklasse der Stirumschule (Sonne, Mond und Sterne); Ski-Club Bruchsal (Winter ade); Klasse U IIIc des Realgymnasiums (Bruchsaler Herbst); Kleintierzuchtverein Bruchsal (Jugendgruppe). Die Ehrendiplome können am Mittwoch und Donnerstag, den 14. und 15. Juni in der Zeit von 14 bis 17 Uhr beim Schriftführer des Komitees im Rathaus Bruchsal, Kaiserstr. 8 n. Stock in Empfang genommen werden. Die Preisträger wollen für die rechtzeitige Abholung der Diplome besorgt sein. In einer im Gasthaus zum Kopf abgehaltenen Versammlung der CDU sprach Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Prof. Bläsi über eine Reihe allgemein interessierender Themen. Zunächst behandelte er die Frage der Denazifizierung im Zusammenhang mit dem Denazifizierungsfall May-Maier. Der Untersuchungsausschuß des württemberg-badischen Landtags habe Sich eingehend mit der Angelegenheit befaßt. Eindeutig stehe fest, daß der Denazifizierungsskandal in der Presse aufgebauscht worden sei. Die Persönlichkeit des Ju- stizministers Beierle bürge dafür, daß die Schuldigen ihre gerechte Strafe erhielten. Im allgemein könne zur Denazifizierung gesagt werden, daß sie die gehegten Hoffnungen auf eine zufriedenstellende Bereinigung des öffentlichen Lebens nicht erfüllt habe. Landtagsabgeordneter Bläsi befaßte sich hierauf mit der vorgeschlagenen Verkürzung der Schulzeit. Der kulturpolitische Ausschuß des Landtages habe diese Sache auf ein Jahr zurückgestellt in der Erwartung, daß eine Regelung. auf breiter Basis, auf Südweststaat- oder Bundesebene, erreicht werde. Zur Frage der Schulreform erklärte Bläsi: Hierfür müßten erst die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Im gegenwärtigen Augenblick sei die Beschaffung von Schulraum und die Ausbildung des Lehrerstandes dringlicher. Aus der Versammlung heraus wurde auf die Notwendigkeit einer Autobahn-Ein- und Ausfahrt für Kirrlach hingewiesen. An der Autobahnbrücke Kirrlach-Kronau ließe sich eine derartige Ein -und Ausfahrt ohne große Kosten errichten. Erörtert wurde die Ansiedlung von krisenfesten Industrieen. — Leider liege Kirrlach ziemlich verkehrsungünstig, sodaß nur wenig Anreiz vorhanden wäre. Um zum Güterbahnhof nach Waghäusel zu kommen, müsse man einen großen Umweg um die Zuckerfabrik herum in Kauf nehmen. Abschließend nahm Landtagsabgeordneter Bläsi zur Frage Südweststaat oder Altbaden Stellung. Aus Gründen der Vernunft trete er für den Südweststaat ein, trotzdem liebe er seine badische Heimat -W- * Am Sonnabend fand im Schwanen die Monatsversammlung der ID AD statt Obmann Hanikel forderte die Heimatvertriebehen im Hinblick auf den Lastenausgleich zu einem Gibt es in den heißen, schwülen Tagen, wie sie fast übergangslos von einem auf den andern Tag in unserer Gegend eintreten, etwas Schöneres, als sich in den erfrischenden Gewässern zu tummeln und sich zu erholen? Wohl kaum, und das wissen auch viele tausende von Menschen, die eines der auch im Kraichgau zahlreich vorhandenen Schwimmbäder aufsuchen, um sich nach der täglichen Werktagsarbeit wieder neue Kraft und Entspannung zu holen oder in längeren Stunden eines fröhlichen Wochenendes den Alltag versinken lassen. Es ist auch tatsächlich für Körper und Geist ein gesundes, zugleich billiges Vergnügen, sich im Sonnenbad oder im Reiche des köstlichen Naß zu ergötzen. In Bruchsal selbst weist das sich in sehr gutem Zustand befindliche und verbesserte Städtische Schimmbad in den letzten Tagen eine fast noch nie erlebte Besucherfrequenz auf! Für das kleinste Baby bis hinauf zum ausgewachsenen Schwimmer sind sauber gepflegte Becken vorhanden. Erfrischende Tuschen, Sprungbretter, Liegewiesen zum Sonnen, Spielen und Ausruhen sorgen für reichliche Abwechslung. Mag auch zuweilen für engeren Zusammenschluß auf. Im Hinblick auf die Zahlung der Unterhalts- und Hausratshilfe habe Bürgermeister Oechsler vom Amt für Soforthilfe eine baldige und zufriedenstellende Regelung zugesagt erhalten. Hanikel kam darauf auf das Wohnungsbauproblem zu sprechen. Nur der Initiative des Bürgermeisters sei es zu verdanken, daß das Bauprogramm 1950 für Kirrlach finanziell gesichert sei. Die Gemeinde selbst habe großes Entgegenkommen gezeigt. Die zum Bau bisher erforderlichen Gelder seien von ihr vorgestreckt worden. Bürgermeister Oechsler machte dann die Anwesenden mit der Pachtung des Geländes am früheren Kirrlacher Flugplatz für die Flüchtlinge bekannt. Die Wiederverpachtung durch die Gemeinde sehe Losstücke von 10 Ar vor .Die Pacht für ein Ar betrage 50 Pfennig. Interessenten wollen sich beim IDAD-Obmann melden. Die Badische Landwirtschaftsbank (Bauernbank) eGmbH., Karlsruhe, die auch in Bruchsal eine Niederlassung besitzt, konnte in diesen Tagen auf eine 50jährige Tätigkeit im Dienste des ländlichen Genossenschaftswesens in Baden zurückblicken. Aus diesem Anlaß gab das Institut eine Festschrift heraus, in der nicht nur die erfolgreiche Arbeit in den verflossenen fünf Jahrzehnten, sondern auch die Entwicklung seit der Währungsreform auf- gezeichnet wird. Die Rentabilität seit der Währungsreform sei zufriedenstellend; der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrage etwa 2116 Mill. DM. Die seit Beginn des Jahres 1949 zu verzeichnende, wenn auch langsame Aufwärtsentwicklung der Einlagen hat in zunehmendem Maße angehalten. Die Spareinlagen stiegen von 0,11 Mül. DM Ende 1948 auf 0,68 Mill. DM Ende März 1950, die pinlagen der Warengenossenschaften und sonstigen Gläubiger von 5,84 auf 7,17 Mill. DM, die Einlagen von Kreditgenossenschaften betrugen 6,48 (6,67) Mill., davon entfielen auf die zu unterhaltende Mindestreserve 2,31 (1,90) Mill. DM. Im Kreditgeschäft konnte die Februar 1949 neu konstituierte Deutsche Genossenschaftskasse in Frankfurt bisher nur in begrenztem Umfange für mittelgroßzügiges 'Freischwimmen die Bewegungsfreiheit etwas eingeengt sein, so sind wir gewiß, daß auch dieses Problem eines Tages durch entsprechende Erweiterung gelöst wird. In der letzten Zeit herrschte beim sogenannten Baggersee oder Baggerloch zwischen Weiher und Ubstadt Hochbetrieb. Im nahezu schattenlosen Rund des Sees lagerten oft, vor allem des Sonntags, tausende von Menschen, die zu Fuß, per Rad oder Kraftfahrzeug kamen. Manchmal durchkreuzen Pappelboote die weite Wasserfläche. -Es haben sich auch zum erstenmal Geschäftsleute eingefunden, die Eis, Zigaretten und ähnliche Dinge feilbieten. Da im Wasser höhere Sandbänke mit nicht mehr zu begehenden Tiefen rasch und nicht erkennbar abwechseln, ist das Baden für Unkundige nicht ungefährlich. In Oestringen ist in den letzten Wochen eifrig am neuen Schwimmbad gearbeitet worden, sodaß die Zeit nicht mehr so fern ist, daß auch dieses Bad eine stattliche Besucherzahl aufnehmen wird. Wer vom Bruturain aus nord- oder südwärts einen etwas weiteren Weg wählt, findet auch in den gut ausgestatteten, geschlossenen Bädern von Wiesloch und Weingarten einen regen Badebetrieb. Manche lassen sich auch gerne von den wandernden Fluten des nahen Rheins und Neckars treiben, wo die belebten Ufer mehr wie genug Unterhaltung und Zerstreuung bieten. Die bescheideneren und weniger ungestümen Bächlein unserer nahen Heimat, z. B. der Kraich- und Saalbach, bergen schattige und idyillische Plätzchen, wo vor allem die Jüngsten der Dorf jugend ihre erste Wasserscheu überhinden. Wir brauchen also nicht unbedingt in ein teueres Seebad zu fahren, um Sommerfreuden zu genießen — der schöne Kraichgau ladet uns mit seinen zahlreichen, in anmutiger Landschaft gelegenen Badeplätzen zu erholender Rast ein. -mel. Badisdies Staatstheater Spielplan vom 14. bis 18. Juni 1950 Mittwoch. Im Schauspielhaus: „Der Richter von Zalamea“ Schauspiel von Calderon. Donnerstag, 19.30 Uhr im Schauspielhaus: ..Don Pasquale“. Oper von Donizetti. Freitag, 19.30 Uhr: „Las Land des Lächelns.“ Operette von Franz Lehar. Im Schauspielhaus 19.30 Uhr: „Till Eulenspiegel“, von Karl Elmar Feeht. und langfristige Kredite in Erscheinung treten. Die Ausleihungen an Kreditgenossenschaften stellten sich am 31. 5. 50 auf 9,56 (31.12. 48 : 4,07) Mill. DM an Warengenossenschaften und sonstige Schuldner 7,12 (1,38) Mill. DM. Ende März d. J. befanden sich 4,50 Mill. DM an eigenen Akzepten im Umlauf. Von sämtlichen ländlichen Kreditgenossenschaften in Baden wurden-zu diesem Zeitpunkt insgesamt 63 Mill. DM Einlagen verwaltet, während ihre Ausleihungen zusammen 24,8 MilL DM betrugen. Die unverzinsliche Festlegung erheblicher Beträge auf Grund des Mindestreservensystems sei nicht ohne Einfluß auf die Rentabilität und werde besonders von den angeschlossenen Kreditgenossenschaften hart empfunden. Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich ist das Institut mit der Verwaltung der Lastenausgleichsgrundschulden sowohl für Nordbaden als auch durch die Geschäftsstelle Freiburg für Südbaden beauftragt worden. Bisher waren 1585 Anmeldungen im Gesamtbetrag von 3,03 Mill. DM von der damit betrauten Abteilung zu bearbeiten und zu verwalten. Rhein hausen Am Anfang des Monats wurde der Müsik- verein „Einigkeit“ im Gasthaus zum Engel wieder gegründet Nach einer einleitenden musikalischen Darbietung und nach einführenden Worten des ersten Dirigenten Theodor Brand wurde die Vorstandschaft neugewählt. Als 1. Vorstand des Vereins fungiert Schmiedemeister Sudkfill, 2. Vorstand wurde Anton Brand, Kassier Josef Ehringer, 1. Dirigent Theodor Brand, 2. Dirigent Heinrich Baumann. Die Gemeinde, die von jeher schon für ihren Musikverein größtes Interesse gezeigt hat, wünscht ihm viel Erfolg zu seiner neuen Betätigung. Am Samstag fand auf dem Sportplatz am Rhein ein Fußballturnier des Sportvereins statt, an dem außer dem Platzverein auch Altlußheim, Neulußheim, Reilingen und die Pfälzer Vereine Berghausen, Mechtersheim und Dudenhofen teilnahmen. Nach sehr schönen Kämpfen wurde die Mannschaft von Berghausen 1. und die Mannschaft von Mechtersheim 2. Sieger. Die Spiele wurden in fairer Sportskameradschaft durchgeführt, b. Rheinsheim Fronleichnam- and St, Vitus-Fest Die Kirche, äußerlich wieder dastehend in majestätischer Schönheit wie einstmals, trug ihren Flaggenschmuck wie in Friedenszeiten. Das Dorfbild selbst hat in den letzten Jahren eine wesentliche Aenderung erfahren und sich vielseitig von den schweren Kriegsschäden erholt. Kirche und Straßen waren an beiden Tagen sinnvoll und mit viel Liebe und Geschmack geziert, wie es früher immer war. Auch die Beteiligung war entsprechend den Zeitumständen eine sehr große. Der Kirchenchor unter Stabführung von Chorleiter Brand- Rheinhausen stand auf beachtlicher Höhe in seinen Leistungen. Am- St. Vitusfest verherrlichte Pater Gregor vom Kloster Waghäusel den Kirchenpatron, den hl. Vitus. Das levi- tierte Hochamt wurde von Pfarrer Frey gehalten unter Assistenz des H. H. Festpredigers und des H.-H. Pfarrers Ganner-Oberhausen. Auch die Behörden nahmen wieder offiziell teil, was allgemein außerordentlich begrüßt wurde und worüber die Freude der ganzen Gemeinde ungemein groß war, wie man allseits hören konnte. Erstmals nahm der Gesellenverein mit seinem Banner an der Prozession teil. Einer meinte: „Herr Pferrer, jetzt ist es bald wieder so weit, wie es in Friedenszeiten einst war“. Bravo! Fr. Rot Am vergangenen Wochenende wurde in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung der Haushaltplan 1950/51 genehmigt Für die Instandsetzung des Rathauses sind 10 000 DM vorgesehen, für die Ausbesserung der Anlagen und der Umfassungsmauer des Friedhofes 2000 DM und für die Renovierung des Schulhauses 3000 DM. Die Hundesteuer wurde bei 12 DM belassen. Für jeden weiteren Hund sind 24 DM zu entrichten. In diesem Zusammenhang wurde weiterhin festgelegt, daß bei versäumter Nichtanmeldung eines Hundes ebenfalls der doppelte Jahresbetrag, also 24 DM erhoben werden. Rheinwasserstände Konstanz 403 (—), Rheinfelden 284 (+ 2), Breisach 234 (—4), Straßburg 301 (4- 1),Karlsruhe 458 (—4), Mannheim 320 (—), Bingen 320 (—7), Mainz 285 (—5), Caub 209 (—8). Landlagsabgeordneter Bläsi in Kirrladi Autobahn-Ein- und Ausfahrt bei Kronau — Südweststaat oder Altbaden? SO Jahre BadMe Landwirtsdiaftsbank Anstieg der Spareinlagen um % Million -—Umsatz über zwei Milliarden ®as Giesebethli Roman aus den Schweizer Bergen von Doris Eicke Copyright by Verlagshaus Reutlingen Ocrtet St Später B. Fortsetzung. Die Simmishöferin hatte inzwischen in der Küche Feuer gemacht und stellte die beiden Kessel mit Erbsensuppe, die am Abend zuvor gekocht worden war, sorgsam auf die heißeste Stelle; dann ging sie hin und her, tat Brotlaibe in einen Korb, füllte ein paar Deckelkrüge mit würzigem Most und richtete in einem Korb Löffel und das nötige Geschirr. Dazwischen spähte sie auf den Hof hinaus, ob Gottlieb auch nicht versäume, eine Strohschütte auf die beiden Wagen zu legen, die schon bereitstanden. In dieses Stroh setzte sie später die dampfenden Kessel mit Suppe tief hinein, band die Deckel fest und legte noch einen Bund darüber. Gottlieb fuhr mit dem Einspänner zum „Grand Veau“ zu dem Bauern, und sie selbst zu ihren Leuten zurück. Von weither roch sie schon das Feuer, an dem das Trineli Kartoffeln briet Mit muskelstarken Armen hob sie den schweren Kessel vom Wagen und prüfte zufrieden den * Dampf Sie war scharf gefahren, die Suppe war noch gut heiß. Da legte sie beide Hände an den Mund und schickte ihre schöne, tiefe Stimme mahnend über die Aecker hin. „Kommt essen, Ihr Leut!“ Gemächlich ließen die Leser die Gelten fahren und kamen bedächtig heran. Es war nicht schicklich, daß man sich zum Essen drängte. Sie setzten sich alle in einen Kreit, die Sim- "'“'•in teilte mit großer Kelle die Suppe aus und fischte für Jeden ein Stück Speck aus dem fast unergründlichen Kessel. Das Liesebethli verteilte das Brot und drückte einem Jeden ein ordentliches Trumm in die Hand, Kröpfli (Anschnitte) etwas verlegen dem Jungbauem, weü er sie so gerne aß. Das Trineli hatte die knusperigen Kartoffeln aus der Asche gefischt, die stellte es in einer irdenen Schüssel in die Mitte, Salz daneben, sodaß Jeder zulangen konnte. Wen der Durst plagte, der griff einmal hinter sich, wo im kühlen Schatten der Mauer die Mostkrüge standen. Nach Bauernart floß die Unterhaltung nur spärlich, alles war vollauf mit Essen beschäftigt Der Jungbauer allein hatte seine Augen mehr beim Liesebethli als auf seinem Teller, das aber gönnte ihm keinen Blick, denn es wußte zu gut, wie scharf die Augen der Bäuerin auf ihm ruhten. Das Mieder hob und senkte sich über der unruhig atmenden Brust und die drallen Backen tauchten unter Hanstönis werbenden Blicken, die es bis in die Seele hinein zu spüren schien, langsam in dunkle Glut Die langen Bürst eben der Wimpern lagen zierlich auf seinen Wangen, das helle Haar lockte sich ein wenig über der Stirn, und der Hals stieg anmutig in sanftem Schwung aus dem Ausschnitt des Kleides zu dem runden Kinn empor. „Es ist, helf mir Gott, das schönste Meitli im ganzen Rhönetal!“ dachte der Hanstöni hingerissen, und ihm wurde ganz heiß vor so viel blühenden Leben. Das Liesebethli aber stand, kaum, daß es den letzten Löffel Suppe geschluckt, von seinem Grasp’.ätzleiD auf, um sich vor Hanstönis Blicken zu bergen. „Hat noch jemand Hunger?“ fragte die Bäuerin gelassen ujjd kratzte im Kessel das Letzte zusammen. Ihr prüfender Blick wan- derte in die Runde und blieb am Jungknecht hängen. „Du, Luggi? In Deinem Alter gspürt man nie Grund im Magen “ Und sie tat ihm noch einen mächtigen Schöpfer voll auf den Teller, den er ihr mit roten Ohren hinreichte. Er schämte sich, daß sie alle nach ihm hin- sahen und auf ihn warten mußten. Hanstöni sah seine Verlegenheit und kam ihm gutmütig zuhilfe. „Auf eine Pfeifenlänge noch, Ihr Leut 1 !“ sagte er freundlich und fischte sein Rauchzeug aus dem Hosen sack. Da griffen auch die Knechte zu ihren Pfeifen und taten, als sähen sie es nicht, daß die Bäuerin tadelnd nach dem Stand der Sonne schaute. Das Liesebethli ging hin und her und wusch das Geschirr notdürftig an einer nahen Quelle. Die Simmishöferin sah es hantieren, flink und gewissenhaft, in der ganzen Pracht seiner Jugend, und unversehens entwich ihr ein Seufzer. „Schön ist das Meitli und schaffrig für zwei,“ dachte sie in widerwilliger Anerkennung. „Aber eine Magd mit ein paar hundert Sparfränkli als Bäuerin auf dem Simmishof? Nie und nimmer!“ Fest preßte sie die Lippen aufeinander. Nicht lange nach dem Mittagessen wußte es der Hanstöni einzurichten, daß er dem Liesebethli in die Nähe kam. „Gäll Schatzmeiteli, läßt auch mal ein Träublein hängen?“ bettelte er treuherzig Es war unter den Winzern uralt«: Brauch, daß nachlässiges Absuchen der Weinstöcke geahndet wurde. Ein Bursch, der ein vergessene? Träublein fand, dürfte die Schuldige in Buße nehmen, sie halsen und küssen nach Herzenslust, und niemand konnte dawider sein Das Liesebethli lachte ein wenig und schickte ihm einen langen, himmelblauen Liebesblick, der ihm gehörig einheizte. „Gäll, läßt mich nit verdursten!“ mahnte er noch einmal, bevor er mit seiner Hucke abzog Aber das Liesebethli tat ihm den Gefallen nicht, mit flinken, geübten Händen las es die Rebstöcke ab, und die Simmishof «in sorgte schon dafür, daß ihr Bub nicht überflüssige Weile fand, nach seiner Arbeit zu schauen Gegen Abend rief sie das Meitli zu sich und schickte es mit einem Auftrag zum Pfarrhof hinunter. Arglos wusch sich das Liesebethli an der Quelle und drehte nach kurzem Besinnen das Fürtuch auf die saubere Seite Leise vor sich hinsummend ging es den entgegengesetzten Weg ins Dorf hinab Drei Augenpaare verfolgt«) seinen Weg „Pfaffenlist und Weiberschläue, da kann einen der Jungbauer wohl derbarmen“ muT- melte der Jakob in sich hinein und schickte einen grimmigen Blick in die Richtung, wo auch die Bäuerin, beklommenen Herzens, dem Mädchen nachschaute »Mein Liesebethli, ich kann und kann Dich nit lassen,“ dachte der Jungbauer auf der anderen Seite des Ackers. „Hof hin und her. mit Dir kann man überall leben.“ Sein Blut aber wußte nichts von dieser Sicherheit denn er war ein Bauer bis ins tiefste Wesen hinan und hing auf Leben und Tod an dem Boden, der ihn nährte und trug Auf dem Heimweg trafen die Simmishöfer- leute den anderen Teil der Hofbelegschaft die unter dem Bauern vom Grand Veau herunterkam. Die Frau ließ halten und stieg zu ihrem Mann auf den Bock. „Habt Ihr‘s gepackt?“ fragte sie laut und setzte leise, nur für ihn hörbar, hinzu: „Jetzt grad ist es beim Pfarrer.“ Der Bauer stieß ein«) Laut aus, der wie Zustimmung klang und sog gewaltig an seiner Pfeife. „Wenn‘s gut ausgeht soll‘s mir recht sein, sagte er bedächtig. Und mit einem Seitenblick, der schwer zu deuten war: „Du hast einen Kopf aus Eisen.“ Fortsetzung folgt DER DER HEIMAT Glanzvolles Jubiläum sturmer Begünstigt durch herrliches Wetter, wurde diese Veranstaltung vom 10. bis 12. Juni sowohl turnerisch als auch gesellschaftlich ein voller Erfolg. Man muß dem festgebenden Verein bescheinigen, daß alles bis ins kleinste gut vorbereitet war. Der einleitende Staffellanf quer durch Unteröwisheim (2X400 m, 2X200 und 3X100 m) lodete viele Zuschauer an. Nach spannendem Kampf siegte die erste Mannschaft des TVU, die bekannte Leichtathletikabteilung, in 3 Min. 19.8 Sek. überlegen vor der überraschend gut laufenden Mannschaft des Fußballklubs, die 3 Min. 22.2 Sek. benötigte An 3. Stelle lief die 2. Mannschaft des TVU in 3 Min. 26 Sek. ein und an 4. Stelle folgte mit 3 Min. 32 Sek. die Staffel vom Männergesangverein. Die Siegermannschaft bekam von der Gemeinde eine wertvolle Plakette überreicht. Beim Festbankett war die geräumige, festlich geschmückte Dreschhalle überfüllt. Der Musikverein Ober- öwisheim erfreute durch flotte, saubere Musik. Mit einigen prächtig gesungenen Liedern bekundete der MGV seine Verbundenheit mit dem TVU. Ueberhaupt war das herzliche Verhältnis der Ortsvereine mit dem Jubelverein ein besonderes Merkmal. Vorstand Hermann Müller begrüßte die vielen Gäste. Der Festredner Konrad Engelhard wies in seinen Ausführungen besonders auf die Heranbildung einer turnfreudigen Jugend hin. Im Namen der Gemeinde überbrachte Bürgermeister Steinbach die Glückwünsche, dem sich die Vereinsvorstände der Ortsvereine anschlossen und Geschenke überreichten. Kreisfachwart für Leichtathletik Hamminger sprach die Glückwünsche des TUmkreises Bruchsal aus, dem sich Kreissportvorsitzender Kauffmann anschloß Auch der Landesvorsitzende für Leichtathletik, Dörnig-Karlsruhe, hatte gerne der Einladung Folge geleistet und gedachte ganz besonders der Leistungen der Leichtathleten des Vereins, dem er für die Zukunft weiteren Aufstieg wünschte. Der Redner führte aus, daß Unteröwisheim bei der deutschen Leichtathletik einen guten Namen hat. Kam doch 1948 die Vorstandschaft des deutschen Leichtathletischen Verbandes hier zu einer mehrtägigen wichtigen Besprechung zusammen. So wurde Unteröwisheim die Geburtsstätte des deutschen Leichtathletischen Verbandes. Allen damaligen Teilnehmern werden die Tage im gastfreundlichen Unteröwisheim unvergessen bleiben. Durch Herrn Döring ließ der Vor- 50 Jahre Turnverein Unteröwisheim sitzende des deutschen Leichtathl. Verbandes herzlich gratulieren. Daß auch der Präsident des Bad. Sportbundes, Müller-Karlsruhe, als Gratulant zugegen war, war für den TVU eine besondere Freude und Anerkennung. In sinnigen, humorgewürzten Worten hob er noch die Feststimmung. Die Bruchsaler Tumerkolonie, die stark vertreten war, ließ durch den Vorstand der TSG, Herrn Ohler, zwei prächtige Photos übetreichen. Den Höhepunkt des Abends bildeten die Ehrungen der langjährigen treuen Vereinsmitglieder. Besonders gefeiert wurden die noch lebenden fünf Vereinsgründer. Vorstand Müller ließ durch eine Ehrendame 45 Mitglieder für 20—56jährige Mitgliedschaft die Ehrennadel anheften. Festpräsident Engelhard Oberst dankte im Namen aller Geehrten. Das Geräteturnen der Kreisriege — Machauer, Hambsch und Rothardt Oberhausen, Heger Wiesental, Ritter und Spedc Obergrombach, Greunig und Kistenberger Bruchsal, Dopf, Kögel und Schüler Gochsheim, Schadt und Ruppert Unteröwisheim y brachte turnerische Spitzenleistungen, die mit lebhaftem Beifall bedankt wurden. Auch der Reigen der Turnerinnen fand viel Anklang. Elektrische Keulenübungen bildeten den Abschluß des Erste Internationale Begegnung in Bruchsal Schweizer Tischtennis-Sportler heute Abend 20 Uhr, im Fest saal der Europa-Lichtspiele In den letzten Tagen liefen die Bruchsaler Tischtennis-Spieler mit gemischten Gefühlen umher für das Freundschaftsspiel mit dem ITC Blau-Weiß Zürich waren alle Vorbeitungen getroffen. Aber würden die Gäste auch wirklich kommen? So fiel den Bruchsalern ein Stein vom Herzen, als sie die Schweizer Mannschaft am Sonntag nach ihrem Spiel gegen eine Badische Auswahlmannschaft in Königsbach bei Pforzheim begrüßen konnten. Die sympathischen Eidgenossen waren nach einer langen Anreise und kurzer Nachtruhe etwas erschöpft und hatten gegen Badens Spitzenspieler eindeutig verloren. Heute in Bruchsal wird die Mannschaft aber wieder voll auf dem Posten sein und bei der ausgeglichenen Spielstärke ist mit spannenden und interessanten Kämpfen zu rechnen. Aus früheren Begegnungen in Schwenningen, Rottweil Neckarsulm und Stuttgart geht dem ITC Blau-Weiß Zürich ein guter Ruf voraus. Die Schweizer erzählen gerne von ihren bisherigen Spielen in Süddeutschland und wir hoffen, daß die Bruchsaler Sportanhänger nach dem heutigen Kampf als erste internationale Begegnung nach dem Kriege innerhalb des Kreises durch zahlreiches Erscheinen würdigen und damit zu einem angemessenen Rahmen der Veranstaltung beitragen werden. Also auf zum Festsaal der Europa-Lichtspiele. Heute Abend 20 Uhr. Bot behält den BandbaBpolial Schützenfest in St. Leon — Rot gewann 18:2 Wie erwartet hatten sich für das Endspiel die obigen Partner qualifiziert. Während sonst die Treffen der beiden Lokalrivalen meistens mit geringen Tordifferenzen endeten, war Rot diesmal eine ganze Klasse besser. Zur Entschuldigung muß aber gesagt werden, daß sich St. Leon am Vormittag an einem Turnier beteiligt hatte. Das äußere Kennzeichen dieses Treffens war auf der einen Seite eine Mannschaft, die klar und deutlich nach den besten taktischen Regeln spielte, während St. Leon durch planloses und zielloses Hin- und Herrennen mit und ohne Ball, von allen guten Geistern verlassen schien. Rote großer Auftakt sicherte nach wenigen Erfolgreiches Fußballlurnier in Neuthard Silberpokalturnier in Oberhausen • Der Fußballverein veranstaltete am Samstag und Sonntag ein großes Fußballturnier. Ueber 600 Zuschauer sahen spannende Kämpfe. Am Samstagabend standen sich die Mannschaften Neuthard 1 und und Karlsdorf lb gegenüber. Nach einem flotten Spiel gewann Karlsdorf mit 0 :2 Toren. Auch Spöck konnte Graben glatt mit 4 :0 aus dem Rennen werfen. Am Sonntag begann das Turnier schon um 12 Uhr. Forst und Liedolsheim trennten sich 0 :1. Die zweite Begegnung Hambrücken — Untergrombach endete 1:1. Sieger durch Los wurde Hambrücken. Im letzten Ausscheidungsspiel standen sich Huttenheim und Wiesental gegenüber. Huttenheim gewann mit 3 :2. Den Mittelpunkt des Turniers bildete das Werbespiel Neuthard 1 — TSV Weingarten 1. Die Neutharder erwiesen sich als die Besseren und siegten verdient mit 0 :3. Auch in der Zwischenrunde sah man spannende Kämpfe. Karlsdorf lb vermochte gegen Neudorf nichts auszurichten und unterlag mit 2 :5. Im Spiel Hambrücken — Liedolsheim behielt Hambrücken mit 1:0 die Oberhand. Den schönsten und härtesten Kampf lieferten sich die beiden A-Klassen-Vertreter Spöck und Huttenheim, den nach einem wechselvollen Spiel Spöck mit 2 :1 gewann. In der Endrunde zum Tumiersieger standen sich Neudorf und Spöck gegenüber, wobei Spöck wiederum mit 1:2 die Oberhand behielt. Hambrücken hatte Freilos und trat somit zum Endspiel gegen Spöck an. Das Spiel war schnell, denn beide Mannschaften wollten erste Tumiersieger werden. Doch Spöck siegte wiederum knapp aber verdient mit 1 :0 Toren. Als Tumiersieger gingen hervor: l r Spöck, 2. Hambrücken, 3. Neudorf, 4. Karlsdorf lb. Silberpokalturnier in Oberhausen Bei der SpVgg Oberhausen waren zur Austragung der zweiten Runde des Blitz-Pokal- tumiers der Hardtvereine die Mannschaften von 1912 Wiesental, Philippsburg und Rheinhausen zu Gast, von denen letztere nun für Kirrlach an der Veranstaltung teilnehmen. Wie zu erwarten war, hatte die für das Sportleben bedeutsame Veranstaltung eine große Besuchermenge aus allen Orten der näheren und weiteren Umgebung angelockt. Da man in weiser Voraussicht für eine ausreichende Bewirtschaftung gesorgt hatte, entwickelte sich nicht nur ein spannender sportlicher Wettkampf zwischen den verschiedenen Mannschaften, sondern auch ein schönes Volksfesttreiben. Die Besucher kamen restlos auf ihre Kosten. Die Mannschaften bemühten sich, in ausgeglichenem Spiel ihr Bestes zu geben. Gespielt wurde in Kurzspielen von 2 mal 20 Minuten und gewertet wurde nach dem Punktsystem. Die einzelnen Mannschaften trennten sich mit folgenden Ergebnissen: Wiesental — Oberhausen 1:1, Philippsburg — Rheinhausen 0:1, Wiesental — Philippsburg 4:2, Oberhausen gegen Rheinhausen 0:1, Wiesental gegen Rheinhausen 1:1, Oberhausen gegen Philippsburg 1:3. Minuten eine“ beruhigende 5 : O-Führung. Nach diesem Stand kamen die St. Leoner etwas besser auf und erzielten nun ihrerseits zwei Tore, .die aber die einzigen bleiben sollten. Dagegen mußte St. Leons Hüter Freiseis noch dreimal vor dem Pausenpfiff das Leder zur Mitte geben. Nach Wiederanpfiff begann Rot gleich • mit einem wahren „Bombenhagel“ auf das gegnerische Tor. Je mehr der Zeiger der Uhr vorwärts schritt, umso meh steigerte Rot das Tempo und würzte das Geschehen mit technischen Feinheiten und gekonnten Tricks. Vetter, .Thome, Gelder und die beiden Weis trugen sich als Torschützen ein und spielten den Gegner diesmal buchstäblich an die Wand. Durch diesen Sieg hat der TSV Rot dreimal hintereinander den Pokal des Kreises Heidelberg erobert und damit endgültig in seinen Besitz gebracht. Gleichzeitig vertreten die Männer um Thome den Kreis in den weiteren Spielen als Verteidiger des vorjährigen Ver- bandspokalmeisters. sch. Leichtathletik Am kommenden Sonntag, 18. Juni 1950, werden die diesjährigen Kreismeisterschaften in der Leichtathletik auf dem Sportplatz der TSG Bruchsal Im Unteren Schloßgarten ausgetragen. Die Vereine werden auf den Meldeschluß (Mittwoch, 14. Juni) nochmals aufmerksam gemacht und gebeten, diesen Termin unbedingt einzuhalten. Es muß Ehrensache jeden Vereins sein, an den Meisterschaften teilzunehmen. Abends. Bei diesen Uebungen wirkte der Bürgermeister mit älteren Turnkameraden mit und bekundete damit, daß er ein eifriger Förderer des Sports ist. So muß es sein! Am Sonntag bewegte sich ein großer Festzug zum Festgottesdienst in die Kirche, woselbst Vorstand Müller nach der Festpredigt die Weihe der neuen Ehrentafel für die 20 gefallenen und vermißten Vereinsmitglieder des letzten Krieges vornahm. Bei den anschließenden Wettkämpfen im Einzeltumen — 7-Kampf Oberstufe, 7-Kampf Unterstufe, 6-Kampf Jugend A und B — wurden teilweise feine Leistungen gezeigt. Was besonders erfreulich war—die überaus starke Beteiligung der Jugend — der sichere Garant, daß sich die Turnerei in Zukunft wieder aufwärts und in die Breite bewegt. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug, der von Festreitern angeführt wurde, durch die geschmückten Straßen. Ein großes Schauturnen! das einen interessanten Einblick in das turnerische Schaffen von den kleinsten bis zu den erfahrenen Wettkämpfern gab, fand ungeteilten Beifall. Bei der Siegerehrung, die der Vertreter des Turnkreises Bruchsal, Hamminger-Bruchsal, vornahm, gab es viele freudige strahlende Gesichter bei der Ueberreichung des Siegerkranzes. Der Abend war ausgefüllt mit Musik, Gesang und Reigen — und ganz besonders mit Tanz der Jugend. Der Montag klang aus mit einem nochmals geselligen Beisammensein der Turner. So wurde das 50jährige Jubiläum ein Markstein in der Aufwärtsentwicklung des TVU. Glückauf TVU in den nächsten 50 Jahren! Die Siegerliste: 7-Kampf Oberstufe: 1. Machauer Konrad, TV Oberhausen 125,5, 2. Ritter Fritz, TV Obergrombach 123,9; 3. Retz Fritz, TV Gondelsheim 123,3; 4. Dopf Egon, TV Gochsheim 123,2; 5. Schabinger Erich, TV Gondelsheim 122,4; Hambsch Paul, TV Oberhausen 122,4, 6. Schabinger Albert TV Gondelsheim 119,5; Speck Lother, TV Obergrombach 119,5; 7. Kögel Fritz, TV Gochsheim 112,5 Punkte. 7-Kampf Unterstufe: 1. Kemmet Karl, TV Gochsheim 125; 2. Schüler Hugo, TV Gochsheim 123;3. Riffel Herrn., TV Karlsdorf 122; 4. Schadt Erich, TV Unteröwisheim 118; 5. Schwedes Gerhard, TV Hei- -delsheim 116,5; 6. Zentner Heinz, TV Gondelsheim 115,5;7. Oberst Erich, TV Unteröwisheim 114; 8. Ruppert Erwin, TV Unteröwisheim 113,5; 9. Huber Emil, TV Karlsdorf 111,5; 10. Ratzel Rudolf, TV Gondelsheim 107;11. Hei- mertsheimer, TV Ubstadt 106; 12. Harlacher Herbert, TV Ubstadt 101,5; 6-Kampf Jugend A: 1. Richter Helmut, TV Gochsheim 108 5; Schäfer Günter, TV Gondelsheim 108,5; 2. Wilhelm Hans, TV Gochsheim 106,5; 3. Janser Herbert, TV Obergrombach 103; 4. Dubronner Wilhelm, TV Gochsheim 102,5; 5. Mannherz Alfred, TV Gochsheim 97,5; 6. Gern Karl- Heinz, TV Karlsdorf 96,5; Glaser Adalbert, TV Obergrombach 96,5; 7. Jenner Gerhard, TV Gochsheim 95,5; 8. Dopf Volkmar, TV Gochsheim 95; 9. Lotsch Helmut, TV Gondelsheim 94; 10. Goldade Alois. TV Obergrombach 92,5; 6-Kampf Jugend B: 1. Hermann Hans, TV Gondelsheim 112; 2. Metzger Heinz. TV Gondelsheim 111; 3. Hermann Klaus, TV Gondelsheim 106; 4. Stelz Johann, TV Ubstadt 105; 5. Ziegler Werner, TV Heidelsheim 104,5: 6. Knebel Günter, TSG Kronau 103; 7. Hees Walter, TSG Kronau 102,5; 8. Gaßner Franz, TSG Kronau 102; 9. Müller Günter, TV Gochsheim 101,5; KSV Kirrladi - Friesenheim Am Samstag kam es zu einem ausgezeichneten Freundschaftskampf zwischen dem KSV Kirrlach und dem 2. Tabellenplatzinhaber der pfälzischen Oberliga, dem KSV Friesenheim. Beide Vereine waren in stärkster Besetzung angetreten. Nach einem sehr spannenden Kampfverlauf unterlag die Kirrlacher Mannschaft mit 3 : 5 Punkten. Die einzelnen Kämpfe nahmen folgenden Verlauf: Fliegengewicht: Martus (K) — Gerst (F). Martus hielt sich gegen den ihm an Körperkräften weit überlegenen Gegner sehr gut. Durch einen Führungsstrich wurde der pfälzische Vertreter Punktsieger. Bantamgewicht: Bodenmüller (K) — Gehring. Gehring wurde Punktsieger. Federgewicht: Hock — Hassöscher (F). Es war ein sehr flotter Kampf. Hock siegte durch verschwenkten Rückfaller in 4.85 Minuten. Leichtgewicht: Stassen — Ludwig (F). Ludwig wurde Sieger, da Stassen Uebergewicht hatte. In dem durchgeführten Kampf außer Konkurrenz siegte St. durch Hüftschwung. Weltergewicht: Schweikert — Geiß (F). Sch. siegte durch Eindrücken der Brücke in 4.34 Minuten. Mittelgewicht: Martus — Schröder. Martus siegte in 4.2 Minuten durch Untergriff. Halbschwergewicht: Heger — Kärcher (F). In 1 3 Minuten hatte K. seiden Gegner durch Eindrücken der Brücke bezwungen. Schwergewicht: Groß—Ehret. Ehret konnte den Kampf durch Hüftschwung für sich siegreich beenden. DANKSAGUNG Nur aut diesem Wege ist e#mir möglich, für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme und die reichen Kranzspenden, die unserer lieben, unvergeßlichen Mutter Josepha Thome geb. Baierschmiit zuteil wurden, von ganzem Herzen zu danken. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Schmidt, den Schwestern und all denen, die der Verstorbenen das letzte Geleit gaben. IM NAMEN ALLER ANGEHÖRIGEN: HELENE KLING« Heidelsheim, Kirchgasse 6 Volkshochschule Bruchsal Donnerstag, Juni 195«, im Vortragsraum Baracke Gymnasiumsplatz (ehern. Kartenausgabestelle) Bartels Heidelberg: AFRIKA wie es wirklich ist. Farbfilmvortrag über eine Reise Hamburg—Südafrika. Eintritt 50 PL Schüler, Erwerbslose, Versehrte 25 Pf. Grundstück ca. 17 ar Bienenzüchter am Ortsausgang Bruchsal, Rheinstraße, zu verkaufen. Zu erfr. in der Geschäftsstelle Zwangsversteigerung Mittelwände, Bad. Maß, wieder vorhanden. Batsching, Bruchsal, Obergrombacherstr. 23 Man schläft von Schnaken ungestört, wec» man auf den Ratsddog hört: Nejca Wiegen-SPAN veze Sie eor em Stnkttnh brawhea! Glimmt - tötet - verschwindet ( 10 Späne . 40 Hb. ) MSBmmgMEm Ihre Anzeige in die B. P. Zwangsversteigerung Mittwoch, den 14. 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