BRÖCHSALER POST SÜDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 20 Donnerstag, den 25. Januar 1951 44. Jahrgang Dr. Reinhold Maiers Regierungserklärung Der Ministerpräsident kritisiert die Opposition — Forderung nach wirtschaftlicher Lenkung und Exportsteigerung — Amt für Verfassungsschutz Stuttgart (UP). In seiner Regierungserklärung vor dem Stuttgarter Landtag kritisierte Ministerpräsident Dr. Maier den Entschluß der CDU und der „Deutschen Gemeinschaft — BHE —in die Opposition zu gehen. Ohne den Versuch einer Einigung auf ein gemeinsames Programm, so erklärte Dr. Reinhold Maier, hätten sich diese Parteien der positiven Mitwirkung grundsätzlich verschlossen. Die Regierung werde aber den Beweis liefern, daß sie trotzdem aktionsfähig, entschlußkräftig und zu objektiver Arbeit fähig sei. Dr. Maier meinte zur wirtschaftlichen Lage des Landes, obwohl sich gerade Württemberg-Baden erfreulich erholt habe, drohe sich das Bild der wirtschaftlichen Situation- erheblich zu verschlechtern. Es sei jetzt von großer Wichtigkeit, die deutsche Zahlungsbilanz wieder in Ordnung zu bringen. Zu diesem Zweck seien die Förderung des Exports durch staatliche Maßnahmen, eine verschärfte Devisenüberwachung und Beseitigung der spekulativen Übersteigerung auf dem Gebiete der Einfuhr sowie Einstellung der deutschen Vorleistungen auf dem Gebiete der Liberalisierung unbedingt notwendig. Als in Frage kommende staatliche Maßnahmen nannte Dr. Maier eine gründliche und rasche Marktanalyse im Ausland, handelspolitische Zusammenarbeit mit dem Ausland, finanzielle und eventuelle steuerliche Exporthilfe, Sicherung der LabeSuccess (UP). Das kommunistische China soll sich, -wie unterrichtete kreise erklärten, in einer neuen, durch Indien vermittelten Botschaft bereit erklärt haben, sofort mit den Westmächten Verhandlungen über eine Liquidierung des Krieges in Korea und über andere fernöstliche Probleme aufzunehmen. Die Peipinger Regierung hatte bekanntlich bereits am Montag durch Vermittlung der indischen Delegation den Vereinten Nationen mitteilen lassen, daß sie bereit sei, in einen Waffenstillstand in Korea einzuwilligen, wenn dieser gleichzeitig mit dem Beginn einer Sie- benmächte-Konferenz über die Fernost-Probleme eintritt. Ein Sprecher der indischen Delegation sagte, die neue Mitteilung Peipings sei „sehr wichtig“. Er fügte hinzu: „Die Dinge entwickeln sich jetzt mit dramatischer Schnelligkeit.“ Diese neue Entwicklung trat zur selben Zeit ein, da die Vereinigten Staaten ihre feste Entschlossenheit bekundeten, im politischen Ausschuß trotz der zögernden Haltung Großbritanniens, die Abstimmung über ihre Entschließung durchzusetzen, das kommunistische China als Aggressor in Korea zu brandmarken. Außenminister Acheson hatte fast noch im gleichen Augenblick auf einer Pressekonferenz gesagt, er habe große Hoffnungen, daß die Vereinten Nationen Peiping noch in dieser Woche verurteilen würden. Die Amerikaner sind überzeugt, daß sie bei der Abstimmung die vierzig Stimmen für ihre Entschließung erhalten werden, die für eine Zweidrittelmehrheit in der Vollversammlung notwendig sind. Man rechnet in gut informierten Kreisen jedoch damit, daß die neue Botschaft Peipings dieses Bild unter Umständen ändern könnte, zumal, da es sich bereits herausgestellt hat, daß schon das Verhandlungsangebot Chinas vom Montag die Reihen der Staaten, die die Vereinigten Staaten unterstützen, etwas gelichtet hat. Es besteht daher die Möglichkeit,' daß die soeben eingegangene zweite Botschaft der chinesischen kommunistischen Regierung den Amerikanern weitere Stimmen kosten kann. Da der genaue Inhalt dieser letzten Botschaft noch nicht bekannt ist, können vorerst auch noch keine Vermutungen darüber angestellt werden, unter welchen Bedingungen China jetzt bereit ist, sofort über den Frieden zu verhandeln. Austin erklärt . . . Zu Beginn der Sitzung des Politischen Ausschusses erklärte der amerikanische Delegierte Austin, daß die Vereinigten Staaten die chinesischen Waffenstillstands-Vorschläge für Korea ablehnen. Mit diesen Vorschlägen wolle die kommunistische Regierung Chinas lediglich einen Bruch in den Vereinten Nationen herbeiführen und die politischen Meinungen über die Lage im Fernen Osten verwirren. Austin bezog sich mit dieser Erklärung auf Zuteilung von Energie und Rohstoffen an die Exportindustrie. Dr. Maier erklärte in diesem Zusammenhang, es sei in den letzten Monaten allgemeine Überzeugung geworden, daß die wichtigen Rohstoffe bei anhaltender Mangelsituation nicht einfach dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden könnten. In seinen weiteren Ausführungen bekannte sich Dr. Maier erneut zur Südweststaat-Poli- tik. Es scheine jedoch nicht erforderlich, daß Württemberg-Baden dem Bundestag einen eigenen Gesetzentwurf vorlege. Er bekannte sich ferner zur tatkräftigen Förderung des Wohnungsbaues und versprach alle Anstrengungen zur weiteren Assimilation der Heimatvertriebenen zu machen. Eine Neuorganisation der Landwirtschaftsverwaltung mit einer Verwaltungsmitteiinstanz nach dem Vorbild der früheren Zentralstelle für Landwirtschaft erscheine zweckmäßig. Sie habe sich vor allem der klein- und mittelbäuerlichen Betriebe anzunehmen. Im Haushaltsjahr 1950 sei mit einem Fehlbetrag von 125 Millionen DM, 1951 sogar von nahezu 250 Millionen DM zu rechnen. Das Innenministerium arbeite gegenwärtig eine neue Gemeinde- und Kreisordnung mit dem Ziele einer Verstärkung der kommunalen Selbstverwaltung aus. Neben dem Wohnungsbau gelte besonderes Augenmerk dem Ausbau von Fernverkehrsstraßen, Anlagen der zentralen Wasserver- die Botschaft Peipings, die der indische Delegierte Rau am Montag im Politischen Hauptausschuß vortrug. „Gesunder Menschenverstand und unsere Prinzipien sagen uns, daß keine Regierung sich den Zutritt zu den Vereinten Nationen mit Bajonetten oder Granaten erzwingen kann. Die Vereinigten Staaten werden sich aber an Friedensgesprächen beteiligen“, sagte Austin, „wenn die Weltorganisation derartige Besprechungen anordnet.“ Damit scheint von amerikanischer Seite der Weg zu einer Fernost-Konferenz geebnet, da nach letzten Berichten aus Lake Success anzunehmen ist, daß die Mehrheit der UN-Mit- glieder den Vorschlag des arabisch-asiatischen London (UP). Die drei Westmächte haben der sowjetischen Regierung wie erwartet mitgeteilt, daß sie zu einer vorbereitenden Konferenz der Außenminister-Stellvertreter der vier Großmächte bereit seien, falls die Sowjetregierung sich damit einverstanden erkläre, alle Probleme zu erörtern, die zu den gegenwärtigen Spannungen geführt hätten. Diese Erklärung ist in den' Antwortnoten der Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und der Vereinigten Staaten auf die sowjetische Note vom 30. Dezember enthalten, die dem sowjetischen Außenminister Wyschinski bekanntlich bereits überreicht wurden. Der sowjetische Vorschlag, die Verhandlungen auf Deutschland zu beschränken und die Prager Erklärung der osteuropäischen Außenminister zur Grundlage der Beratungen zu machen, wird in den Noten entschieden zurückgewiesen. Die Vertreter der Großmächte auf der vorbereitenden Konferenz der Außenminister- Stellvertreter sollen nach Ansicht der Westmächte bei der Ausarbeitung der Tagesordnung für die Zusammenkunft des Außenministerrats freie Hand erhalten. Damit soll erreicht werden, daß die Außenminister über „alle Probleme, die den Weltfrieden bedrohen könnten“, beraten. Die jetzt veröffentlichten Noten Großbritanniens,. Frankreichs und der Vereinigten Staaten sind gleichlautend. Es wird in ihnen ferner um nähere Erläuterung der Vorschläge gebeten, um jegliches Mißverständnis zu vermeiden und die Möglichkeit zu geben, daß die vorbereitende Konferenz zu brauchbaren Ergebnissen führe. Die Westmächte weisen weiter darauf hin, daß die heute in der Welt herrschende Spannung sich nicht aus dem deutschen Problem ergeben habe. Eine Beratung, die sich auf die von der sowjetischen Regierung vorgeschlagenen Fragen beschränke, wäre daher unzureichend und entspräche nicht den Erfordernissen der Wirklichkeit. sorgung und der Elektrifizierung der Bahnstrecke Stuttgart—Karlsruhe. Auf dem Gebiete des Unterrichts kündigte Dr. Maier neue Bestimmungen über die Schulpflicht an. Den Volksschülem solle die Möglichkeit zum freiwilligen Besuch eines neunten, der Berufsvorbereitung dienenden Schuljahres gegeben werden. In der Rechtspflege solle vor allem die Friedensgerichtsbarkeit weiter gefördert werden. Einem Bundesgesetz entsprechend, werde auch in Württemberg-Badem ein Amt für Verfassungsschutz errichtet. Die Regier rung sei fest entschlossen, allen verfassungsfeindlichen, Ruhe, Ordnung und Sicherheit bedrohenden Elementen entgegenzutreten und den inneren Frieden zu sichern. Dr. Maier schloß die Regierungserklärung mit einem Hinweis auf die ernste Lage ab. Die Landesregierung könne nur hoffen, „daß nicht ein Fall höherer Gewalt das gesamte Programm über den Haufen wirft“. Die Debatte über die Regierungserklärung wird im Landtag am Donnerstag eröffnet. Zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses des württemberg-badischen Landtags wurde der DVP-Abgeordnete Dr Brandenburg, Pforzheim, zum Vorsitzenden des Rechtsausschusses der DGB-BHE Abgeordnete Heinzeimann, Stuttgart, und zum Vorsitzenden des Wohnungsbauausschusses der SPD-Abgeordnete Helmstädter gewählt. Blocks auf Abhaltung einer Siebenmächtekonferenz gutheißen wird. (Der Block der zwölf arabischen Staaten beschloß, sich bei der Abstimmung über die amerikanische Entschließung, China als Aggressor in Korea zu brandmarken, der Stimme zu enthalten. Diese Staaten werden im weiteren Verlauf der Sitzung eine eigene Entschließung einbringen, in der eine Sieben- mächte-Konferenz über die koreanische Frage gefordert wird. Außerdem sieht der Plan der arabischen Staaten eine weitere Fühlungnahme mit der Peipinger Regierung vor, um nähere Erläuterungen über die Peipinger chinesischen Vorschläge zu erlangen.) In britischen offiziellen Kreisen wird erklärt, daß die Chancen, ob die Sowjetunion die Vorschläge der Westmächte für. eine Außenministerkonferenz annehmen oder ablehnen werde, ungefähr gleich seien. „Vollkommen unwahr“ Ein Sprecher des französischen Außenministeriums dementierte, einer Pariser Meldung zufolge, verschiedene Presseberichte, wonach die französischen Botschafter in London und Washington, sowie der Hohe Kommissar Fran- Cois-Poncet und der Vertreter Frankreichs- bei den Vereinten Nationen übereingekommen seien, bei einer möglichen Viermächtekonferenz die Forderung nach einer deutschen Aufrüstung zugunsten sowjetischer-. Konzessionen zurückzustellen. „Diese Berichte“, sagte der Sprecher, „sind vollkommen unwahr“. Verlegung „weiter westlich“ ? Vor Hauptquartier-Wechsel-der US-Luftwaffe Wiesbaden (UP). Mit einer Bekanntgabe des Hauptquartiers der- amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, daß die nach dem Kriege aufgelöste 12. amerikanische Luftflotte wieder reaktiviert werden soll, ist die Möglichkeit einer Verlegung des Hauptquartiers der amerikanischen Luftstreitkräfte von Wiesbaden nach einem anderen Ort weiter westlich in ein akutes Studium getreten. Wie von gewöhnlich gut unterrichteter Seite hierzu verlautet, müssen wahrscheinlich auch einige in zu großer Nähe der Zonen- bzw. Landesgrenze liegende Flugplätze für amerikanischen Jägereinheiten geräumt werden, um den Erfordernissen der modernen Kriegführung gerecht zu werden. Diese verbietet nach Ansicht der gleichen Stelle die Belassung von Flugzeugen innerhalb des Grenzgebietes, wo sie im Ernstfälle ohne vorher mögliche Warnung einem möglichen Angreifer in die Hände fallen könnten. Aitlee springt in die Bresche Von unserem Korrespondenten J. v. F. London Der 69jährige britische Außenminister Einest Bevin, dessen Gesundheitszustand schon seit langem zu wünschen übrig läßt, ist an einer Lungenentzündung erkrankt. Obwohl bis jetzt nur ein Lungenflügel von der Entzündung befallen ist, wird sein Zustand im Hinblick auf seine allgemeine schlechte körperliche Verfassung als sehr ernst betrachtet. Premierminister A 111 e e hat sich daher entschlossen, die Leitung der außenpolitischen Angelegenheiten Großbritanniens während der entscheidenden Verhandlungen über das kommunistische China persönlich zu übernehmen. Die schwere Erkrankung des britischen Außenministers fällt zeitlich mit einer der größten Spannungen in der britisch-amerikanischen Außenpolitik zusammen und hat der Spekulation neuen Auftrieb gegeben, daß Ministerpräsident Attlee jetzt wahrscheinlich den geeigneten Augenblick gekommen sehe, um B e v i n in dieser kritischen Periode durch einen jüngeren Mann zu ersetzen. Wie dem auch sein mag — zunächst hat sich eine andere, ebenfalls sofort mit der Nachricht von Bevins Krankheit aufgetauchte Vermutung überraschend schnell bestätigt: Premier Attlee wird während der bevorstehenden entscheidenden Verhandlungen über das kommunistische China die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten fürs erste selbst übernehmen. Nichts könnte die überaus schwierige Lage, in der sich Großbritannien außenpolitisch gesehen im Augenblick befindet, besser kennzeichnen, als dieser rasche Entschluß des Ministerpräsidenten, selbst in die Bresche zu springen. Britische Regierungsvertreter geben in privaten Gesprächen zu, daß die gegenwärtige Meinungsverschiedenheit zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten in der Chinafrage „kritischer und ernsthafter Natur“ sei, ohne baldige Hoffnung auf eine Beilegung. Es ist nicht zu verkennen, daß die Vereinigten Staaten in dieser Frage — vermutlich auch nach der soeben bekanntgewordenen ‘ neuen Erklärung Peipings zu sofortiger Verhandlungsbereitschaft — kaum zu Kompromissen bereit sind und auf ihrer Forderung einer Ächtung des kommunistischen China als Aggressor bestehen werden. Großbritannien hingegen zeigt wenig Neigung, dieser Linie zu folgen, um einen etwaigen Bruch mit der Mehrzahl seiner Commonwealth-Partner zu vermeiden und hegt gleichzeitig die Hoffnung, mit China auf dem Verhandlungswege zu einer für beide Seiten annehmbaren Lösung des gegenwärtigen Konfliktes zu gelangen. „Die Vorschläge Chinas“, so schreiben die Londoner „Times“ in diesem Zusammenhang, „bieten zumindest eine Hoffnung auf wirkliche Verhandlungen. Man muß aber mehr über die Absichten und Motive der chinesischen Empfehlungen wissen. Die Chinesen zu verurteilen, ohne gleichzeitig andere Maßnahmen zu treffen, würde Worte ohne Taten bedeuten. Die Verurteilung durch Blockaden, Boykott oder sogar Bombardierung zu unterstützen, könnte mehr Nachteile als Vorteile bringen. Diese Maßnahmen aber zu treffen, solange eine Regelung vielleicht noch möglich ist, wäre Wahnsinn.“ Auch die anderen großen britischen Zeitungen setzen — in offensichtlichem Gegensatz zu der Haltung der Vereinigten Staaten — sich für eine sorgfältige Prüfung der chinesischen Vorschläge ein. Attlees persönlicher außenpolitischer Einsatz wird die bereits laut gewordenen Stimmen, daß Bevin in einer so heiklen Situation ersetzt werden müsse, zunächst sicher verstummen lassen. Sollte sich jedoch — wie leider zu erwarten — die Gesundung des Außenministers über einen längeren Zeitraum hinziehen, so dürfte die Forderung nach einer jüngeren Kraft für die Lenkung der britischen Außenpolitik früher oder später wieder erhoben werden. Aber durch wen ihn ersetzen, lautet die Frage. Das Dilemma scheint darin Zu liegen, daß kein geeigneter Kandidat vorhanden ist, die Nachfolge des Außenministers anzutreten. Generalstaatsanwalt Sir Hartley Shawcross und der Minister für Schottland, Hector M c - Neil, sind ln .diesem Zusammenhang zwar wiederholt genannt worden, scheinen aber doch nicht die erforderliche Resonanz zu finden. In seiner langjährigen Stellung als Gewerkschaftsführer genießt Bevin sowohl auf China zu sofortigem Verhandeln bereit Neue Botschaft Peipings in Lake Success eingetroffen — Nähere Einzelheiten noch nicht bekannt t Antwort an Moskau veröffentlicht Die Westmächte bestehen auf Erörterung aller Probleme — Nur dann mit Viererkonferenz einverstanden Donnerstag, den 25. Januar 1951 dem linken Flügel der Labour-Party wie auch in gemäßigten Kreisen großes Ansehen. Es ist zu befürchten, daß kein anderer Mann — außer vielleicht Attlee selbst — die Harmonie, in den Reihen der Partei wahren könnte. Adenauer will Streik verhindern Sondersitzung des Kabinetts über Mitbestimmung — Bundestag ratifiziert Beitritt zur Europäischen Zahlungsunion Und dies war wohl einer der Hauptgründe, der den Ministerpräsidenten bisher davon abhielt, den entscheidenden Schritt zu tun und Bevin abzulösen. Reuter stößt auf Schwierigkeiten Berliner Regierungsbildung gefährdet? Berlin (UP). Unterrichtete politische Kreise zweifeln daran, daß es dem mit der Regierungsbildung beauftragten regierenden Bürgermeister Reuter (SPD) gelingen wird, den Senat auf der mit Dr. Schreiber (CDU) vereinbarten Grundlage ohne Verzögerung zu bilden. Die Schwierigkeiten sollen dadurch entstanden sein, daß der radikale Flügel der SPD, der lieber in die Opposition gehen möchte, neue Forderungen aufgestellt habe. Es heißt,'daß diese Gruppe einige Senatsposten. deren Besetzung zwischen Reuter und Schreiber vereinbart worden ist, austauschen möchte. Die FDP hat in einer Fraktionssitzung betont, daß außer den Konzessionen, die in dem gemeinsamen Brief Reuters und Schreibers an Präsident Suhr zum Ausdruck kamen, keine Zugeständnisse gemacht werden könnten. Die gleiche Haltung wird auch von der CDU eingenommen. Bürgermeister Reuter hat seine Regierungserklärung ausgearbeitet und wird sie den drei Fraktionen im Laufe dieser Woche zur Kenntnisnahme übermitteln. Gegen weitere Hinrichtungen. Die Bundesregierung unternehme alles, um eine Vollstreckung der Todesurteile an den Kriegsverbrechern in Landsberg zu verhindern, versicherte Bundesjustizminister Dehler bei einer Pressekonferenz ln Bremen. Eden wieder gesund. Anthony Eiden hat sich von seiner Grippeerkrankung soweit erholt, daß er seine Informationsreise durch Westdeutschland fortsetzen kann. Elly Heuss-Knapp 70 Jahre alt. Die Gattin des Bundespräsidenten, Frau Elly Heuss- Knapp, begeht am Donnerstag in Bonn ihren 70. Geburtstag. Bonn (UP). Das Bundeskabinett trat überraschend zu einer Sondersitzung zusammen, in der die Möglichkeiten einer Regelung des Mitbestimmungsrechts in der Grundstoffindustrie erörtert wurden. An der Sitzung nahm außer dem Bundeskanzler und den Bundesministern auch Sicherheitskommissar Blank teil. In Bonn hat sich der Eindruck verstärkt, daß Adenauer alles versuchen will, den angedrohten Streik der 800 000 Metall- und Bergarbeiter zu verhindern. Wie verlautet, hat der Kanzler das Kabinett über den bisherigen Verlauf der Beratungen mit den Sozialpartnern unterrichtet. Am Donnerstag werden beide Partner unter Vorsitz Adenauers einen neuen Enigungsversuch unternehmen. Der Bundestag nahm ein Gesetz über den Beitritt der .Bundesrepublik zur Europäischen Zahlungsunfon an und forderte die Bundesregierung gleichzeitig auf, bei der EZU eine Erhöhung der auf der Basis des Außenhandelsvolumens von 1949 mit 320 Millionen Dollar festgesetzten Kreditquote zu erwirken,. Zu einer eingehenden Aussprache kam es über die Frage der Verfügungsgewalt über das Vermögen des ehemaligen Reiches und des Landes Preußen. In einer Interpellation hatte die FDP die Länder ungerechtfertigter Verfügungen über das ehemalige Reichsvermögen beschuldigt, das nach dem Grundgesetz dem Bund gehöre. Die zuständigen Ausschüsse wurden beauftragt, die Frage zu untersuchen. Bundesfinanzminister Schäffer gab bekannt, daß entsprechende Gesetze in Vorbereitung seien. Der Bundestag verabschiedete weiter ein Gesetz über die Errichtung von Verwaltungsbehörden für die Kriegsopferversorgung, wonach vorläufig die Landesversicherungsanstalten zuständig sind. Über die Forderung der Kommunisten, die Bundesregierung solle die „militärischen Verhandlungen auf dem Petersberg“ abbrechen, und der Bundeskanzler solle über seine Einstellung zum Grotewohlbrief „wahrheitsgetreu Bericht erstatten“ ging das Plenum zur Tagesordnung über. Pariser Polizei blieb Sieger Massenverhaftungen statt Massendemonstrationen — Eisenhower fliegt nach Island und'Kanada Paris (UP). Der französischen Regierung gelang es, den Kommunisten eine ihrer größten Niederlagen beizubringen, indem sie die seit Tagen propagierte Massendemonstration gegen General Eisenhower vor dessen provisorischem Hauptquartier im „Astoria‘‘-Hotel, vollkommen vereitelte. Die geplante Massendemonstration verwandelte sich in eine Massenverhaftung, da die Polizei die Taktik verfolgte, alle Personen, auch wenn sie in noch so kleinen Gruppen auftraten, sofort festzunehmen und auf Lastwagen fortschaffen zu lassen. Wie verlautet, sind insgesamt 2500 Personen verhaftet worden. Beinahe 10000 Polizisten mit Stahlhelmen, Mobilgarden in voller Kriegsausrüstung mit Gewehren und Tränengasbomben und Kriminalbeamte hatten das Gebiet um das Hauptquartier Eisenhowers abgeriegelt Eisenhower selbst wurde von keinen Demonstranten in seiner Ruhe gestört Er führte planmäßig seine Besprechungen mit dem französischen General König und dem britischen Luftmarsehall Sir William Elliot. Nach Einnahme eines Mittagessens bei Verteidigungsminister Moch stattete er Ministerpräsident Pleven einen Besuch ab. Eisenhower wird am Donnerstagmorgen nach Island fliegen, und dann nach Kanada, ehe er nach den Vereinigten Staaten zurückkehrt Am kommenden Wochenende wird er in West Point seinen Bericht ausarbeiten, den er am kommenden Dienstag Truman übergeben will, um dann vor beiden Häusern des Kongresses über seine Eindrücke in Europa sprechen und am 2. Februar eine Rundfunkansprache an das amerikanische Volk zu halten. Nicht ohne Bonn Der französische Informationsminister Ga- zier teilte mit daß Frankreich die geplante internationale Konferenz zur Aufstellung einer europäischen Armee für Anfang Februar einberufen werde. Zu dieser Konferenz würden alle Staaten eingeladen werden, die entweder Mitglieder des Nordatlantikpaktes oder des Europarates seien. „Wenn Westdeutschland sich nicht beteiligt kann es keine europäische^ Armee geben“, sagte ein Sprecher des französischen Außenministeriums und deutete damit an, daß der französische Plan für eine europäische Streitmacht mit der Zustimmung Bonns stehe oder falle. „Westdeutschland“, so fuhr er fort, „wird eingeladen werden, sich an der europäischen Armee auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung zu beteiligen.“ Neue Lawinengefahr in den Alpen Gesamtzahl der Todesopfer auf 329 gestiegen — Vergebliche Hilfeversuche für Groß-Glockner-Arbeiter Zürich (UP). Frühlingswinde weben über die südlichen and östlichen Alpenhänge and drohen neue Lawinenkatastrophen hervorzurufen. Die Behörden weisen darauf hin, daß bei der neuerlichen Erwärmung der Temperatur weitere schwere »Lawinenschäden möglich seien, wodurch die jetzt bekannte Zahl von 329 Toten nnd Vermißten noch erhöht werden könne. Folgende Zahlen über die Opfer der Katastrophen sind bisher bekannt: Österreich 168 Tote oder seit länger als drei Tagen Vermißte. 44 innerhalb der beiden letzten Tage Vermißte. Schweiz: 82 Tote. 20 Schwerverletzte. Italien: 32 Tote, 35 Verletzte. Frankreich drei Tote. Bisher liegt noch keine Gesamtschätzung der Schäden vor, die durch die Lawinen in allen vier Alpenländem angerichtet wurden. Schweizer Behörden erklärten, daß eine früher angegebene Zahl von 4 Millionen Franken (etwa eine Million Dollar) allein für die Schweiz ein zu gering gegriffener Betrag sei. Bisher seien 40 Häuser und drei Hotels als zerstört gemeldet, dazu treten die vielen Alpenhütten und die Verluste, die in den Viehherden eingetreten sind. Einem Wiener Zeitungsreporter gelang es, sich bis zu der schwer heimgesuchten Stadt Heiligenblut durchzukämpfen. Von hier aus gab er einen erschütternden Bericht über die Zerstörungen, die in der Stadt durch niedergegangene Lawinen angerichtet wurden: „Die Wirkung einer Lawine, die 17 Personen tötete, kann nur mit einer Borabe verglichen werden. Die einzigen Überbleibsel von einem weggefegten Bauernhaus sind ein paar Holz- und Steinsplitter." Einer Rettungsmannschaft aus britischen Soldaten und österreichischen Gendarmen gelang es, einige der am Großglocknermassiv abgeschnittenen 100 Arbeiter zu erreichen. Die Rettungsmannschaften brachten genügend Lebensmittel mit, um das Lager für die nächsten Tage zu versorgen. Im Nebel Haltsignal übersehen Schweres Zugunglück bei Hamburg ' Ha m b u r g (UP). Bei einem Zugzusammenstoß auf der Strecke Hamburg-Büchen wurden vier Personen getötet, vier weitere schwer und 15 leicht verletzt Der Unfall ereignete sich als ein aus Büchen in Richtung Hamburg fahrender Personenzug mit einem Güterzug in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Müssen zusammenstieß. Die Ursache des Unglücks besteht vermutlich darin, daß infolge dichten Nebels der Lokführer des Personenzugs bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Müssen das auf „Halt“ stehende Signal übersehen hat. Liechtensteinprozeß am 8. Februar. Vor dem Schöffengericht Lörrach findet am 8. Februar die Hauptverhandlung gegen den Prinzen Hans von Liechtenstein statt. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Schmuggel von rund 20 000 Schweizer Uhren mit einem Wert von etwa 650 000 DM Otto von Habsburg heiratet. Der österreichische Thronanwärter Otto von Habsburg wird sich nach Mitteilung informierter Kreise in den nächsten Tagen in Nancy mit Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen trauen lassen. Wegen Spionage verurteilt. Das 10. amerikanische Distriktgericht in Bayreuth hat vier Deutsche wegen Spionage für die Tschechoslowakei verurteilt Ein Antrag des WAV-Abgeordneten Alfred Loritz, der Bundestag solle seine nächste Sitzung auf Helgoland abhalten,, wurde von Bundestagspräsident Ehlers als „propagandistisch und nicht ernst zu nehmen“ bezeichnet und abgelehnt. In rascher Folge erledigte der Bundestag die übrigen Punkte seiner Tagesordnung: Eine Ergänzungsvorlage zum Haushaltsplan 1950/51 zur Deckung der Ausgaben für die Kriegsopfer wurde an den Ausschuß überwiesen, ein Wahlprüfungsgesetz, das dem Bundestag bei Einsprüchen gegen Wahlen das Entscheidungsrecht gibt, angenommen. Schulden-Formel gesucht Der Außenpolitische Ausschuß des Bundestages hat beschlossen, der Bundesregierung die von den Alliierten geforderte Anerkennung der deutschen Auslandsschulden zu empfehlen. Der Beschluß erfolgte auf Grund des Berichts eines Unterausschusses über das ganze Schuldenprofolem. Der Auswärtige Ausschuß hat gleichzeitig ein besonderes Redaktionskomitee mit der Ausarbeitung des Entwurfs einer Erklärung der Bundesregierung zur Schuldenanerkennung beauftragt, die vom Parlament ratifiziert werden soll. Die Außenministerkonferenz der drei Westmächte in New York hat bekanntlich eine Revision des Besatzungsstatuts von einer Anerkennung der deutschen . Vor- und Nachkriegsschulden abhängig gemacht. Das Bonner Parlament wandte sich bisher gegen eine en bloc-Anerkennung dieser Schulden. Da eine solche nach Ansicht vieler Fraktionen einem Blankoscheck gleichkomme. Die von dem neuen Redaktionsausschuß vorzubereitende Erklärung soll diesen Bedenken Rechnung tragen. Die öffentliche Verschuldung des frühere.n Reiches wird auf etwa 3,5 Milliarden DM geschätzt. Die Nachkriegsverschuldung liegt nicht genau fest, soll sich aber in gleicher Höhe bewegen. Die Bundesregierung möchte die Haftbeschränkung bei einer Schuldenanerkennung auf den Teil des früheren Reiches beschränkt sehen, das dem heutigen Bundesgebiet entspricht. „Erst die Freiheit schaffen“ Der Präsident des Bundestages, Dr. E hl e r s, (CDU), hat den Präsidenten der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik, Johannes Dieckmann in einem Schreiben wissen lassen, daß die erste Voraussetzung für den Beginn von gesamtdeutschen Gesprächen über die Wiedervereinigung Deutschlands die „Wiederherstellung der persönlichen Freiheit in der Ostzone“ sei. Ehlers beantwortete damit eine schriftliche Aufforderung des Volkskammerpräsidenten, sieh um die von Ministerpräsident Grotewojü vorgeschlagenen Ost - West - Verhandlungen über eine Wiedervereinigung aller vier Besatzungszonen auch im Bundestag zu bemühen. Der Präsident des Bundestages verweist in seiner Antwort im übrigen auf die Erklärung der Bundesregierung zum Grotewohlbrief. durch die auch die Anregung hinreichend beantwortet sei. „Wesentlich flüssiger“ Die deutsch-alliierten Militärbesprechungen werden nach einer Verlautbarung aus der alliierten Hohen Kommission am Freitag zwischen den Beauftragten der Bundesrepublik und den alliierten Sachverständigen wieder aufgenommen werden In alliierten Kreisen Frankfurts rechnet man damit, daß die Besprechungen wesentlich flüssiger vorangehen werden, nachdem die deutschen Beauftragten Speidel und Heusinger Gelegenheit hatten, den Oberbefehlshaber der Nordatlantik-Streitkräfte, General Eisenhower, in Bad Homburg zu sprechen. Erneut verschoben Die geplante Rundfunkansprache des Bundeskanzlers zum Grotewohlbrief ist, laut Mitteilung des Bundespresseamtes erneut „auf unbestimmte Zeit“ verschoben worden. Ein Grund wurde nicht angegeben. Es wird allerdings vermutet, daß vor der Rede des Kanzlers noch weitere Unterlagen zusammengetragen werden sollen. Adenauer wollte in dieser Ansprache über alle westdeutschen Sender noch einmal auf den schon abgelehnten Vorschlag Grotewohls zurückkommen. Sieben Todesurteile verhängt Marseille (UP). Sieben deutsche Angehörige der ehemaligen Gestapodienststelle in Vichy wurden von einem hiesigen Militärgericht zum Tode und zwei zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Zum Tode verurteilt wurden Peter Dorsch, Helmut Kienast, Georg Wedemann, Wilhelm Ihring, Cyrüle Walter, Adam Essinger und Jakob Ottman. Lebenslängliches Zuchthaus erhielten Karl Nowack und Otto Bock. Der Prozeß gegen die neun ehemaligen Mitglieder der Vichy-Gestapo begann vor drei Wochen, nachdem das französische Obergericht das Urteil des Lyoner Müitärgerichts, durch das acht der Angeklagten zum Tode und einer zu Zwangsarbeit verurteilt worden waren, aufgehoben hatte. Im ersten Verfahren war Karl Nowack zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, während Otto Bock die Todesstrafe erhalten hatte. „Mit Rosenkranz und Revolver“ Warschau (UP). Der Bischof von Kielce, Czeslaw Kaczmarek, ist von dem Distrikts- etaatsanwalt unter strengste Überwachung gestellt worden. Diese Anordnung gründet sich auf Zeugenaussagen, die zwei Priester in einem vor kurzem verhandelten Prozeß in Krakau gemacht haben sollen. Beide Priester *■ Am Sande bemerkt Das Echo aus dem Osten Ein „Eigenbericht“ des Sowjetorgans „Tägliche Rundschau“ über die „Geheimkonferenz“ zwischen General Eisenhower und dem Bundeskanzler in Bad Homburg, spricht von einem „Befehl“ des Atlantik - Oberbefehlshabers an Adenauer: „Stellen Sie die Armee auf die Beine.“ Der Bericht erschien unter der Überschrift: „Das Verbrechen von Homburg — Bonner Quislinge zur Preisgabe der deutschen Jugend bereit.“ Die „Rundschau“ behauptet, daß Adenauer folgende Äußerung getan habe: „Solange ich Bundeskanzler bin, können Sie, Herr General, beruhigt sein. Was ich in den Konferenzen mit Mr. McCloy versichert habe, will ich hier unterstreichen: Wir werden unseren Beitrag leisten. Es wird aufgerüstet. Gegen jeden Versuch, diese Politik zu durchkreuzen, werde ich aufs schärfste Vorgehen lassen. Gegenwärtig finden bereits Beratungen über die Möglichkeit der Aufhebung des Paragraphen 4 des Grundgesetzes statt, der die Verweigerung des Militärdienstes erlaubt.“ Bedenken des Bundeskanzlers angesichts der amerikafeindlichen Haltung in Italien und Ijjjankreich, soll Eisenhower. wie das sowjetisch lizenzierte Blatt weiter behauptet, kurz und scharf mit den Worten abgetan haben: „Sorgen Sie für den psychologischen Durchbruch in Deutschland. Stellen Sie die Armee auf die Beine. Um die Franzosen und Italiener werden wir uns selbst kümmern.“ Woher diese mehr als genauen „Kenntnisse* stammen, verschweigt das Blatt allerdings - . Weit nach Norden vorgestoßen t)berraschungserfolg einer alliierten Aufklärungsabteilung — Feindliche Verteidigungsstellung überwältigt Tokio. Das wichtigste Ereignis in Korea war der Vorstoß einer alliierten Panzer- und Infanterie-Aufklärungsabteilung bis nach Hoengsong. das nur 53 Kilometer südlich des 38. Breitengrades liegt. Die Abteilung überwältigte eine starke Verteidigungsstellung der Kommunisten südiich von Hoengsong, ehe sie die Stadt erreichte. Die alliierte Kolonne bestand aus vier Tanks und 100 Infanteristen die von zwei Flak- wagen begleitet waren. Diese wurden bei zwei Gefechten mit Kommunisten etwas beschädigt. Die Abteilung kehrte aber sonst ohne Verluste zu der Hauptverteidigungsstellung zurück. Südöstlich von Wondschu. begannen Truppen der Alliierten erneut den Vormarsch gegen das heftig umkämpfte Yongwol. Sie wurden von Flugzeugen gedeckt, die einen Vorhang von Raketen und Bomben vor die Angriffsabteilungen legten, hinter dem sie vorrücken konnten. Über Anj u kam es zu einem 15 Minuten währenden Luftkampf zwischen amerikanischen und von den Sowjets hergestellten Düsenjägern, wobei wahrscheinlich eine sowjetische Maschine abgeschossen und zwei weitere beschädigt wurden. Ein alliierter Hubschrauer rettete die Mannschaft eines Mosquitoflugzeuges. das von den Kommunisten durch ein in den Schnee geschriebenes Notsignal heruntergelockt und dann abgeschossen worden war Holländisches Kabinett zurückgetreten Königin Juliane verhandelt über Neubildung Den Haag (UP). Das holländische Kabinett des Premierministers W'Uem Drees überreichte Königin Juliane der Niederlande sein Rücktrittsangebot, nachdem Außenminister Stikker sein Vorhaben, zurückzutreten, schon vorher persönlich bekanntgegeben hatte. In gut unterrichteten Kreisen Den Haags wird angenommen daß die Debatten in der Zweiten Kammer über die Neu-Guinea-Frage, die in den letzten Tagen stattfanden, bei den Mitgliedern des Kabinetts den Eindruck hervorgerufen haben, daß die Regierung nicht mehr länge- über ein „ausreichendes Vertrauen“ verfüge. Königin Juliane begann, nachdem sie das Kabinett Drees aufgefordert hatte, die laufenden Geschäfte fortzuführen, sofort mit Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung.. In Den Haag verlautet weiter, daß Stikker automatisch auch seine Funktionen als politischer Direktor der Europäischen Wirtschaftskommission (OEEC) aufgeben werde. sind wegen staatsfeindlicher Tätigkeit zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden. Im Verlaufe dieses Verfahrens, auf dessen Material die Anklage gegen Kaczmarek offenbar aufgebaut weiden soll, hatte der Staatsanwalt gegen die zehn Angeklagten, die sich „der Ermordung von Militärpersonen schuldig bekannten“, ausgeführt, der Prozeß zeige eine lang? Reihe von Verbrechen auf, „die von Männern begangen wurden, welche in der einen Hand den Rosenkranz und in der anderen einen Revolver oder eine Granate halten“. General Ramcke „entführt“? Frankfurt a. M. (UP). In Kreisen, die dem ehemaligen General Ramcke nahestehen, jedoch keinesfalls namentlich genannt sein wollen, wird behauptet, Ramcke sei nicht geflüchtet, sondern „entführt“ worden. Nach dieser Darstellung soll ein Handstreich einer Gruppe junger Deutscher vorliegen, die dem früheren General angeblich die Schmach einer Verurteilung vor einem französischen Gericht ersparen wollten. Die jungen Leute seien illegal nach Frankreich gekommen und hätten Hermann Ramcke mehr oder weniger gezwungen, mit ihnen nach Deutschland zurückzukehren. Der ehemalige General habe also — wie die erwähnten Kreise betonen — „sein Ehrenwort nicht gebrochen“. Donnerstag, den 25. Januar 1991 VON DEN GERICHTEN Gefängnis für fahrlässige Tötung Heilbronn (Iwb). Die Große Strafkammer in Heilbronn verurteilte, einen Heil- bronner-Kraftfahrer wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, Gefährdung des Telefonbetriebes und Fahrerflucht zu einem Jahr Gefängnis. Die Strafe fällt unter das Amnestiegesetz. Der Angeklagte hatte im März 1949 zwischen Neuenstadt und Neckarsulm mit seinem Fahrzeug einen- LKW angefahren, auf dem vier soeben aus Rußland heimgekehrte ehemalige Kriegsgefangene saßen. Zwei der Heimkehrer wurden getötet. Außerdem hatte der Kraftfahrer einen Telefonmast umgefahren. Mordgeständnis widerrufen Sigmaringen (Iwb). Der 47 Jahre alte verheiratete Melker Sauer, der am 4. Oktober 1950 am Amalienfelsen bei Inzigkofen die 31 Jahre alte Dolmetscherin Else Schloßhardt überfallen und auf brutale Weise ermordet und ausgeraubt hatte, hat sein Mordgeständnis widerrufen. Die Verhandlung wird demnächst vor dem Schwurgericht Hechingen stattfinden. Sauer steht außerdem unter dem Verdacht, während des Krieges einen Mord an einem militärischen Vorgesetzten begangen zu haben. Die Ermittlungen über diesen Fall sind noch im Gange. Zuchtbaus für gewerbsmäßige Abtreibung Kaiserslautern (ldn). Die Große Strafkammer des Landgerichts Kaiserslautern verurteilte die 42 Jahre alte Maria List aus Kirchheimboianden wegen elf Verbrechender vollendeten und 29 Verbrechen der versuchten gewerbsmäßigen Abtreibung zu zwei Jahren, zehn Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Ihre Tochter und eine Mitangeklagte erhielten fünf bzw, sieben Monate Gefängnis. Die Taten wurden in den Jahren 1945 bis 1950 begangen. Fristlose Entlassung unrechtmäßig Freiburg (lds). Das Land Baden hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen Prozeß verloren, der von einem Angestellten des Finanzministeriums vor dem Arbeitsgericht angestrengt worden war. Das Arbeitsgericht erklärte in dem Urteil, die fristlose Entlassung des früheren Abteilungsleiters im Amt hör Vermögenskontrolle Harri Dobberkau, der Vorsitzender der WN Südbaden und Mitglied der KP ist, für unwirksam AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN In ganz Europa teurer Die Lebenshaltungskosten in ganz Europa sind seit Ausbruch des Korea-Konfliktes ständig im Steigen begriffen. Eine Untersuchung über die Preisentwicklung bei sechs Grundnahrungsmitteln in 12 Ländern zeigt, daß die Hausfrauen in der Bundesrepublik und Frankreich hiervon am stärksten betroffen wurden. In diesen beiden Ländern lagen die Preise von vier der insgesamt sechs berücksichtigten Lebensmittel im Januar höher als im Juni 1950. Der Preisstand konnte am besten in Holland und der Schweiz gehalten werden, wo nur geringfügige Preiserhöhungen zu verzeichnen waren Bei der Untersuchung wurden die Preise für Brot, Butter. Fleisch. Kartoffeln. Zucker und Eier berücksichtigt. Am augenfälligsten ist das Ansteigen der Eierpreise in Irland, die sieh während der letzten sechs Monate um 120 Prozent erhöht haben. Weiter^ wesentliche Preissteigerungen waren bei Brot in Italien um 10 Prozent und in Österreich um 25 Prozent, bei Butter in Frankreich um 33 Prozent, bei Fleisch in Deutschland um 16 Prozent und bei Kartoffeln in Irland um 28 Prozent zu verzeichnen. Im einzelnen traten folgende Preissteigerungen während des letzten halben Jahres ein: Bundesrepublik: Brot um 13 Prozent, Fleisch und deutsche Eier um 16 Prozent, Kohle um 7 Prozent. Großbritannien: Butter um 9 Prozent, Eier um 50 Prozent. Frankreich.: Brot um 3 Prozent, Butter 33 Prozent, Fleisch um 5 Prozent, Eier um 42 Prozent, Zucker minus 1,5 Prozent. Belgien: Butter um 10 Prozent, Fleisch um 10 Prozent, Kartoffeln um 10 Prozent, Eier um 15 Prozent. Schweiz: Eier um 20 Prozent, Zucker um 2 Prozent, Speiseöl um 2 Prozent. Holland: Brot um 5 Prozent, Fleisch um 10 Prozent, Zucker um 2 Prozent, Margarine um 2 Prozent. Österreich: Brot um 25 Prozent Irland: Kartoffeln um 28 Prozent Eier um 120 Prozent Margarine um 9 Prozent. Italien: Brot um 10 Prozent, Fleisch um 8 Prozent, Olivenöl um 30 Prozent Schweden: Brot um 15 Prozent, Butter um 12 Prozent Kartoffeln um 12 Prozent, Margarine um 14 Prozent. Finnland: Brot um 11 Prozent. Kartoffeln um 22 Prozent Eier um 15 Prozent. Dänemark: Fleisch um 10 Prozent, Zuk- ker um 2 Prozent Eier um 12,5 Prozent und Margarine um 2 Prozent Hat die Pferdezucht noch Sinn? Die kritische Absatzlage erschwert es den württembergischen Züchtern, dafür zu sorgen, daß der Abgang an Pferden aus eigener Erzeugung gedeckt werden kann. Es wird vergessen, daß auch eine fortschreitende Motorisierung das Pferd in der Landwirtschaft niemals überflüssig machen wird, ganz abgesehen davon, daß die Pferdezucht und der Pferdeexport für die heimische Wirtschaft stets einen hohen Gewinn bedeuten. Fachleute der landwirtschaftlichen Technisierung haben errechnet, daß selbst nach Abschluß der für unser Land möglichen landwirtschaftlichen Motorisierung Württemberg noch einen Pferdebestand von rund 52 000 Tieren haben würde, was etwa 66 Prozent des heutigen Pferdebestandes ausmachen würde. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß etwa 85 Prozent der dreijährigen und älteren Pferde in Ein- und Zweispännerbetrieben stehen, so müßte — wollte man die oben genannte Zahl halten — sogar ein Teil der Betriebe zur Motorisierung übergehen die man als .„pferdetypisch“ bezeichnet. Der künftige" Bestand an Pferden wird in Württemberg also wahrscheinlich über 52 000 Stück liegen. Diesen Bedarf aus der heimischen Zucht zu decken, dürfte Schwierigkeiten begegnen, wenn sich die wirtschaftliche Lage der Züchter nicht in absehbarer Zeit ändert Ärzte klagen gegen Zwangsversicherung Dr. Breidenbach, Besitzer der Münchener Privatklinik „Carolinum“ hat zusammen mit .28 anderen Ärzten Verfassungsklage gegen das bayerische Versicherungsgesetz von 1933 erhoben. Breidenbach war im April 1950 zu einer Geldstrafe von 100 DM verurteilt worden, weil er einen im Auftrag der ärztlichen Pflichtversicherung „Bayerische Ärzteversör- gung“ bei ihm erschienenen Gerichtsvollzieher hinausgeworfen hatte. Die Klage der Ärzte will erreichen, daß niemand gezwungen werden kann, bei einer bestimmten Versorgungsgesellschaft versichert zu sein. Sie wendet sich auch dagegen, daß die ..Ärzteversorgung“ als wirtschaftliches Unternehmen staatliche Machtbefugnisse ausübt, indem sie Vollstrek- kungstitel ausstelit und vollziehen läßt Die Kläger bezeichnen unter anderem die Grundrechte der Gleichheit und der Koalitionsfreiheit als verletzt. Bomben auf den Ätna Mit Hubschraubern, Nitroglyzerin und Sprengkanälen gegen den Vulkan Von unserem Korrespondenten F. L Rom Mit der zur Zeit eingetretenen Beruhigung des größten tätigen Vulkans in Europa, des Ätna, geben sich die Sizilianer nicht zufrieden. Sie wissen genau, daß es im Erdin- nem weiter rumort und brodelt, daß eines Tages eine neue Feuersäule gen Himmel schießen wird mit Puffen, Zischen, Knallen und einem riesigen Staubregen neues Unglück für die Bewohner der naheliegenden Ortschaften ankündend. Deshalb haben jetzt Versuche begonnen, die gefährlichsten Krater des Ätna zu verschließen oder wenigstens ihre Ausflußrichtung zu ändern. Noch steht über den sieben großen Kratern eine gewaltige Hitzewelle. Die ersten Er- kundungs- und Beobachtungsflugzeuge konnten den Ätna nicht im Tiefflug überfliegen. Allmählich jedoch erkalten Lava und Luftschichten und der 3279 Meter hohe Vulkan erweckt wieder den Anschein gewohnter Bergfriedlichkeit. Die dünne, nur bei guter Sicht wahrnehmbare Rauchfahne sieht äußerst harmlos aus. Mit modernsten Mitteln wird in den nächsten Monaten der Kampf gegen die Ausbrüche des Ätna einsetzen. Hubschrauber verladen bereits auf den Flugplätzen von Messina und Neapel Nitroglyzerin-Bomben von ungeheuerer Sprengkraft. Die Sprengeinsätze stehen unter Leitung des deutschen Bergbauspezia- Usten Dipl.-Ing. Holder mann. Er will nach in Rom gegebenen Erklärungen das Hubschraubergeschwader tief schwebend über den gefährlichsten Kratermäulem ansetzen und die Bomben auf den die Dörfer nicht bedrohenden Lavakanal fallen lassen. Durch seine Verbreiterung soll seine Gefahr für die andere Seite beseitigt werden. Dem Einsatz der Hubschrauber liegen genaue Pläne der einzelnen Krater zu Grunde. Schon vor einigen Jahren flogen Hubschrauber den Ätna an. Damals dachte niemand an einen Ausbruch. Mit dem Fernglas kannten über 1000 Meter tiefe Kanäle, weiche senkrecht ins Erdinnere führten, festgestellt werden. Geologen und Gesteinskundige ließen sich an Flugfahrstühlen von schwebenden Hubschraubern in das Innere des Feuerschlundes und prüften die Gesteinsarten. „De? Ätna ist im Absterben In hundert Jahren wird er keinen Ausbruch mehr aufweisen“, sagten sie damals. Hundert Jahne wollen die Italiener jedoch nicht warten: denn nach den tückischen Erfahrungen mit dem Ätna können es leicht 200 und mehr werden. Der Ätna hat Italien schon viel Geld gekostet. Der letzte Schaden beträgt an die 250 Millionen Lire. Grund genug, keine Ausgaben zu scheuen, des Vulkans aus der Luft und von innen her Herr zu werden. Die Aktion der Hubschrauber findet Unterstützung durch die Projekte des italienischen Bergingenieurs Kurolini. Unter seiner Leitung treiben 1000 Arbeiter die vor der Zeit des letzten Ausbruches in Angriff genommenen Sprengkanäle gegen die Mitte des Berges weiter. Im nächsten Sommer soll Dynamit hineintransportiert werden. Danach ist eine elektrischer Zündung Tausender Tonnen Sprengladung vorgesehen. So hofft man wenigstens die Hauptkrater für einige Zeit verschließen zu können, — wenn nicht die inneren Gewalten ausreichen, die enormen eingebrochenen Gesteinsmassen wie einen Kork emporzu- schleudem und das Ätna über Menschen werk triumphieren zu lassen. out dßu Siid-lJiet Die 1. Liga Süd am Wochenende Es war etwas voreilig, den Mühlburgern Vorschußlorbeeren auf den Meistertitel zu erteilen. Was seit längerer Zeit sich andeutete, zeigte sich ln Reutlingen: Die Tauchertelf gefüllt sich in engmaschigem Kreiselspiel und läßt es an Wucht und Draufgängertum fehlen; so erklärt sich die Niederlage ln Reutlingen. Wenn die Karlsruher Vorstädter nicht einen anderen „Gang einschalten", dürften weitere Pannen nicht erspart bleiben. Gegen den alten Widersacher Fürth muß Mühlburg beweisen, was es zu leisten vermag. In dieser Saison wurde zu Hause noch kein Punkt abgegeben. Aber im Vorjahr nahm Fürth im l:l-Spiel einen Funkt mit. Mühlburg kann sich indessen damit trösten, daß die Mitbewerber auf den Südtitel auch nichts geschenkt bekommen. Das neuerliche Zusammentreffen der Berliner Meisterschaftsfinalisten Kickers Offenbach gegen VfB Stuttgart am Bleberer Berg bedeutet für den VfB keinen Spaziergang. So blendend die Angriffsreihe des Meisters auch spielt — zwei zur Zeit schwache Stellen im Mannschaftsgefüge (Otterbach und Torwart Schmid) lassen doch nicht allzu viel Zuversicht auf einen VfB-Sieg zu. In den meisten Spielen dürften die Gäste die Zeche bezahlen. Die Spiele VfB Mühlburg — SpVgg. Fürth Kickers Offenbach — VfB Stuttgart 1. FC Nürnberg — SSV Reutlingen FSV Frankfurt — FC Singen VfR Mannheim — BC Augsburg FC Schweinfurt — VfL Neckarau Darmstadt 98 — 1860 München Schwaben Augsburg — Waldhof Mannheim Bayern München — Eintracht Frankfurt Tag der interessanten Spiele Die 2. Liga Süd am Wochenende Nach den Schlägen, die der Spitzenreiter Stuttgarter Kickers und der Tabellendritte ASV fcham am vergangenen Wochenende vom 1. FC Pforzheim bZw. SV Wiesbaden versetzt bekamen, werden beide Mannschaften am kommenden Sonntag wieder vieles gut machen wollen. Die Stuttgarter müssen dazu noch ihre l:3-VorspieIniederlage gegen Aschaffenburg ausbügeln. Vor heimischem Publikum werden sie sich besonders anstrengen, durch einen Sieg die Tabellenspitze belzubehalten. Cham ist zu Hause Favorit und wird am SV Tübingen sicher keinen „guten Faden“ lassen. Einen schwereren Stand hat vom Spitzentrio Jahn Regensburg, das schon am Samstag bei Wacker München spielt. Die Münchener wollen für ihre 2:3-Niederlage der Vorrunde Revanche nehmen. Für Jahn wäre ein Unentschieden schon viel wert. Durch einen Sieg über Straubing wird Bayern Hof — das nach Minuspunkten mit Cham zusammen auf dem dritten Platz steht — weiterhin den Anschluß halten wollen, wie auch der 1. FC Bamberg noch ein ernstes Wörtchen mitzureden hätte, wenn er die beiden Punkte gegen Bückingen gewinnt. Dem 1. FC Pforzheim trauen wir einen Sieg in Freiburg zu. Eine schwere „Schlacht" werden sich in Kassel die „Hessen" und der SV Wiesbaden liefern. So ohne weiteres gibt sich der Cham-Bezwinger Wiesbaden nicht geschlagen. Die Ulmer „Spatzen", die gegen Arheilgen einen 0:3-Rückstand aufholten, empfangen den ASV Durlach, der die Freiburger mit 7:1 schlug. Bel etwas Glück dürften die Ulmer beide Punkte behalten. Offen ist die Partie zwischen VfL Konstanz und SG Arheilgen, obwohl die Konstanzer ln Arheilgen gewinnen konnten. Die Spiele Stuttgarter Kickers — Aschaffenburg Wacker München — Jahn Regensburg ASV Cham — SV Tübingen Bayern Hof — TSV Straubing 1. FC Bamberg — Union Böckingen Hessen Kassel — SV Wiesbaden Konstanz — Arheilgen Ulm — ASV Durlach 1. FC Freiburg — 1. FC Pforzheim ScUloyaspide Die Begegnungen Die drei Erstplacierten der Südwest-Oberliga stehen am kommenden Sonntag vor mehr oder weniger leichten Aufgaben, während die ebenfalls zur Spitzengruppe zählenden TuS Neuendorf und Phönix Ludwigshafen in Koblenz die Klingen kreuzen. Die Gauchel-Elf (TuS) ist auf Grund des Platzvorteils ganz knapper Favorit. Der Verlierer scheidet vorerst aus dem oberen Drittel der Tabelle aus. Meister FC Kaiserslautern mißt seine Kräfte in einem Lokalderby mit dem VfR Kaiserslautern und sollte klar die Oberhand behalten. Auch der hartnäckige Verfolger der „Lauterer", Wormatla, müßte von seinem Ausflug nach Ludwigshafen vom Schlußlicht Tura beide Punkte mit nach Hause bringen. Den Plrmasensern kann zu Hause vom ASV Landau wenig Gefahr drohen. Im Kampf um den Anschluß ans Mittelfeld hat die SpVgg Andernach eine gute Chance gegen den FV Engers. Eine erneute Niederlage bringt die Gastgeber unabwendbar noch weiter ln den' gefährlichen Abstiegsstrudel. Mainz 05 und Eintracht Kreuznach' sind diesmal spielfrei. Die Spiele TuS Neuendorf — Phönix Ludwigshafen 1. FC Kaiserslautern — VfR Kaiserslautern FK Pirmasens — ASV Landau Eintracht Trier — VfL Neustadt SpVgg. Andernach — FV Engers Tura Ludwigshafen — Wormatla Worms Die Spiele in West und Nord Schalke muß auf passen Gerade rechtzeitig erhielten Im Westen die hoffnungsvollen Schalker einen Dämpfer. Wenn aus dem 0:4 gegen Hamborn 07 die er sehenden Lehren gezogen werden, dann Ist i Schalke diese Niederlage zu verschmerzen. Aber gegen die Preußen aus Münster muß Fritz Szepan seine Mannschaft wieder „auf Vordermann“ bringen. Ein neuerlicher Punktverlust der Schalker käme den Dortmunder Borussen sehr zugute.- Dortmund, Köln und Fortuna Düsseldorf dürften auf eigenen Plätzen ihre Position behaupten. Schalke 04 — Preußen Münster Borussia Dortmund — Hamborn 07 1. FC Köln — STV Horst Emseher Fortuna Düsseldorf — München-Gladbach Rotweiß Oberhausen — Rotweiß Essen SF Katemberg — Alemannia Aachen Duisburger SV — Erkenschwick Bheydter SV — Preußen Dellbrüek Die SfUde da Spitzenmannschaften vor neuen Siegen Mit Ausnahme der spielfreien Vereine Feudenheim und Rohrbach stehen in Nordbadens 1. Amateurliga am letzten Januarsonntag alle Mannschaften im Kampf um die Punkte. Nach den Paarungen zu schließen, dürften allerdings keine weiteren Entscheidungen fallen, da die Mannschaften der vorderen Tabellenhälfte durchweg vor leichten Aufgaben stehen. Lediglich für den KFV ist ln Leimen Vorsicht geboten. Phönix Karlsruhe sollte aus Walldürn, wo das Spiel gegen den Tabellenletzten Adelshelm stattflndet, mit einem Sieg nach Hause zurückkehren. Mit einiger Spannung ist der Ausgang des Brötzinger Spieles zu erwarten, da dem Gegner der Germanen, SV Schwetzingen, im Vorspiel ein überraschender 5:0-Sieg gelang.- Die Pforzhei- mer Rasenspieler müßten im Heimspiel gegen den FV Hockenheim Ihre Unentschiedenserie unterbrechen und wieder einmal zu einem vollen Erfolg kommen können. Amicitia Viernheim gilt auch Im Rückspiel gegen Daxlanden als Favorit Die Friedrichsfelder Germanen sind in ihrer derzeit guten Form von Birkenfeld kaum gefährdet. Auch Mosbach sollte auf eigenem Platz die Umkehrung des 3:l-Vorspielergebnisses gegen Eutingen möglich sein. Die Spiele: Germania Adelsheim — Phönix Karlsruhe Germania Brötzingen — SV Schwetzingen VfR Pforzheim — FV Hockenhelm KSG Leimen — Karlsruher FV Germania Friedrichsfeld — FC Birkenfeld Amicitia Viernheim — FV Daxlanden FV Mosbach — FC Eutingen Spitzenduell Kot — Rintheim im Handball Das Spiel der beiden führenden Mannschaften, TSV Rot und TSV Rintheim, am kommenden Sonntag übertrtm alle anderen Paarungen an Bedeutung. Gewinnen die Roter, dürfte Urnen die Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein. In den Spie- Uft Südwestm am Wochenende Geht HSV auf große Fahrt? Nach den Ergebnissen des letzten Spieltages ist lm Norden mit einem Wiederkommen des Hamburger Sportvereins zu rechnen. Der HSV wird sich lm Ortskampf gegen Concordla nicht um die Chance bringen lassen, die um zwei Minuspunkte besser stehende Werder-Elf einzuholen. Bel Werder Bremen bedarf zwar der Spielmacher Pöschl der Schonung, aber gegen Itzehoe reicht es auch ohne den Ex-Nümbe?ger. Wenn die Göttinger Studenten sich für das 1:4 des Vorspiels gegen VfL Osnabrück revanchieren können, dann haben sie eine Chance auf den zweiten Platz. Württembergs Amateurboxer nun gegen Südwest In Fellbach und Göppingen Nach ihren beiden 14:6-Erfolgen gegen den Länderpokalsieger Mittelrhein klettern Württembergs Amateurboxer am kommenden Samstag und Sonntag in Stuttgart-Fellbach und Göppingen abermals ln den Ring. Diesmal Ist Südwest der Gegner, der im deutschen Amateurboxspört zur Zeit eine Art „Geheimtip" darstellt und besonders durch zwei knappe Siege über eine württembergische Auswahl ln jüngster Zelt aufhorchen ließ Württemberg brennt auf Revanche, muß aber ohne seine beiden Nationalboxer Ihlein und Rlenhardt antreten, (He Startverbot haben, well sie an dem Länderkampf gegen Österreich teilnehmen. Württemberg stellt am Samstagabend in Stuttgart-Fellbach folgende Staffel ln den Ring: Warme, Metzger (beide Prag), Müller (SpVgg. Neckarsulm), Bachöfer, Höhmann (beide Prag), Armleder (Kottweil), Böhm (Rotweiß Stuttgart), Nusser, Gruber (beide Prag) und Pfeiffer (SpVgg. Neckarsulm). Der Südwesten stützt sich auf folgende Mannschaft: Buchmann (ASV Landau), Bamberger, Kreß, Stark (alle Tura Ludwigshafen), Knieriemen (SG Kaiserslautern), Vierling (VfL Neustadt), Hauptmann, Amann (beide Tura Ludwigshafen), Walker (ASV Speyer) und Trunk (TG Frankenthal). In Göppingen wird gegen dieselbe Südwestvertretung folgende württembergische B-Mannschaft ln den Ring steigen: Korschewsky (SpVgg. Neckarsulm), Metzger (SV Prag), Gilg (SSV Ulm), Grabarz (SV Prag), Dessecker (Eislingen), Höhmann (SV Prag), Bidoll (TSB Heidenheim), Gutekunst (Göppingen), Gruber, Eder (beide SV Prag). 1. Atncdeu*Ug& len Waldhof gegen Leutershausen und Oftersheim gegen Ketsch fallen die ersten Entscheidungen über ' die vorläufige Reihenfolge der genannten Mannschaften hinter dem führenden TSV Rot. In beiden Begegnungen liegen Platzsiege näher als Erfolge der gastierenden Vereine. Birkenau müßte sein Heimspiel gegen Neckarau ohne größere Schwierigkeiten gewinnen. Die Spiele: TSV Rot — TSV Rintheim SV Waldhof — SG Leutershausen TSV Oftersheim — SpVgg. Ketsch TSV Birkenau — VfL Neckarau. Skimeisterschaft im Schwarzwald Als erster Meisterschaftswettbewerb im Schwarzwälder Wintersport werden am kommenden Sonntag auf dem Sc h a ui ns 1 and bei Freiburg die Schwarzwaldmeisterschaften im 35-km-Dauerlauf ausgetragen. Neben bekannten Langläufern aus ejem Schwarzwald haben auch der vorjährige Deutsche Dauerlaufmeister, der Exflnne Juko Pent, sowie die Bayern Toni Rupp und Hermann Locbbiehler ihre Meldungen abgegeben. In Bernau findet die Schwarzwald-Jugendskimelsterschaft statt, an der die Besten der 5 Bezirke des Skiverbandes Schwarzwald teilnehmen werden. Weitere Skiveranstaltungen am kommenden Wochenende sind: Ein Abfahrtslauf auf dem Möhrenturm bei Zell i. W. sowie (bei günstigen Schneeverhältnissen) ein Torlauf auf dem Kandel und ein Langlauf bei Herren w 1 e s. Wettervorhersage Am Donnerstag und Freitag wolkig mit zeitweiligem Bewölkungsrückgang, ohne wesentliche Niederschläge. Temperaturen am Tag um oder nur wenig über Null. Nachts leichter bis mäßiger Frost Schwache bis mäßige Winde aus östlichen Richtungen. UNSER RUNDFUNK Süddeutscher Rundfunk Radio Stuttgart 523 m = 575 kHz Gleichbleibende Sendungen 5.00 Musik, Nadir. (W) 6.30 Morgengymnastik (W) 6.40 Südwestd. Heimatpost (W) 6.55 Cboral Tageswort (8) 7.15 Morgenmusik > man im kommend«) Kohlenwirtschaftsjahr nicht bereits im Sommer Reserven für die Hausbrandversorgung anlegen könne. Wirtschaftsminister Dr. Veit bemerkte in diesem Zusammenhang, daß die Landeswirtschaftsverwaltung keinerlei gesetzlich fundierte Möglichkeiten zur Lenkung der Kohlenversorgung habe. Sie könne lediglich durch Verhandlungen mit dem Kohlenhandel versuchen, auf die Verteilung Einfluß zu nehmen. Da der größte Teil des in Württemberg- Baden benötigten Stroms in einheimisch«! mit Steinkohlen betriebenen Dampfk ftwer- ken erzeugt wird, wirkt sich der Kohlenmangel empfindlich auf die Stromerzeugung aus. Nur dem Glücksfall, daß die Wasserkräfte so reichlich gewesen seien wie seit Jahrzehnten nicht, sei es zu verdanken, daß die Elektrizitätsversorgung in den letzten Monaten uneingeschränkt habe aufrechterhalten wefden können. Besondere Beachtung fand auch die Verknappung bei Stahl und Eisen, sowie bei NE-Metallen, bei denen in naher Zukunft eher mit einer Verschlechterung als einer Verbesserung der Situation zu rechnen ist Zunächst müsse abgewartet werden, welche Möglichkeiten die^ in Vorbereitung befindlichen Bundesgesetze über Sicherungsmaßnahmen auf dem Gebiete der gewerblichen Wirtschaft sowie über die Errichtung einer Bun* dessteile für den Warenverkehr böten. 9. Rheydter SV — Preußen Dellbrück (2:1) Für Rheydt müßte der Platzvorteil ausschlaggebend sein, um den wenn auch nur knappen Vorspielerfolg wiederholen zu können. Tip: 1 ( 0 ) 10. SV Darmstadt — 1860 München: (1:3) Als stärkster der Neulinge wird Darmstadt seine Chancen gegen die „Löwen“ zu wahren wissen, womit eine Umkehrung des Vorspiel- ergefon’sses zu erwarten wäre. 11. Schwaben Augsburg — SV Waldhof: (1:3) Zwei keinesfalls krisenfeste Mannschaften, so daß praktisch alle Möglichkeiten offen sind, Platzvorteil kann ausschlaggebend sein. Tip 1 (0) 12. FC Köln — Horst Einscher: (1:0) Nach dem Köln bereits das Vorspiel knapp für sich entschieden hat, darf es auch diesmal mit beiden Punkten rechnen. Tip: 1 (0) 13. Altona 93 — Bremerhaven 93: (1:2) Altona müßte seinen bisherigen vier Heimspielsiegen einen weiteren hinzufügen können, zumal die Gäste auswärts sich nicht be sonders stark zeigten. Tips 1 (0) 14. Fortuna Düsseldor' - Borussia M-Gla< bach: (2:0) Für die Fortunen sollte der Tabellen-Zweit- letzte kein Problem sein und ein sicherer Sieg herauskommen. Tip: 1 (1) Der Fall Coraimy Roman von Maria Oberlin Oopyrigfet 1936 by Prometheus- Verlag Dr. Eichacker 12. Ro. »tzin eigenartiger vocfcgiag. »tnoeit Du Das nid)t felbft?* »Sein. ©u panöep botfj unferer ffifje foroiefo mit jtemlidjer SfepPs gegenüber. SRur Me Sat* fabe, bog $annes damals fo energifbauf unferer ©ertobung bejtanb, unb Mt bein ganzes Beben darauf oermambt gattep, Cannes jur ©erantroort* Jidjfeit ltntf ßelbftänbigfett ju ergeben, hinderte .Md) bod) barem, nein *u fagen, nicht roagr?' ©ie großen, braunen ^ug»n rußen pjingenb auf bem ©epbt bet Serztin. 3 um erjten Kaie befindet Pb SRargarete Quinnbt in ©ertegengeit. SKc Steine bat reibt Sber auf einmal empfinbet { « es dob als gebier, baß jte Pb fo »enig um ie jungen Beute gefümmert bat . . . »Sb märe bir fegt danfbat, menn bu mit da* bei b^fett roürbep,' fagt Angela tubig. „©u mufft oerftegen, icb brauche ade meine Sraft jeßt. 3d) möchte nicht, baff Cannes fommt unb mir ©jenen macht, baff er mir bie Sache «lieber aus» redet." »Cs febeint bir febr leibt ju roerben, meinen Sungen aufzugeben.' fagt SRargarete mit leid)‘er ©itterfeit. Cs ip fegt doch tiefe, mütterlich« 35er* fcßtgeit in ihrer Stimme. Angela bört bas unb pegt bie Seltete bitten* an. »Seiftet) mich dob webt! 3b mujj fo banbeln! $aitnes mirb mich [ebnen vergeben, menn er eine anbere findet, bie luftig mit tbm ift, bie locht unb ibn fo aanj oerftefit, mie icb bas früher getan habe. Senn bu igm noch fagft, daß ich bod) leine grau für ihn gemefen märe, baß icb immer bas ©randmal biefes fbeußlicgen ©ro» jeffes mit mir gerumfbteppe, bafj bet Sogn ber Ggemifben Kerle Quinnbt unb Co., bet nach Onfel ffiiUis Sbtreten einmal ein großer Kann in b«c Snbuftrie fein mhb, geroiffe gefeOfbaft* IM* ©erpflibhtnaen hat. mirb er oieBetcM bie ganze isccge gar nicht mehr febtret nehmen'. . ,©as ift gefchmadflos, Sngela." „Sein, nidji hoch. 9Bo§u denn? Cs ift fo.' „fwnnes hat feine gefeüfbaftliben ©erpflib* tungen. So roie ich aus Steigung noch bem Sobe meines Kamtes roieber meinen ©eruf oufge» nommen habe, fo fonn aub Cannes ganz frei entfeheiden." Cinen Sugenblid ift es ganz jttü im 3immer. SBtit einer geroiffen fdjmetjluben Stützung empfinbet Sngela, baß ftd) bas Siefen ber grau plöglib geroanbelt hat. Sag jie ihr plögfiber herzlicher, mariner entgegenfommt. Sie pegt Samtes Süd auf bem Scbreibtifcb unb fpürt einen nbmerjbafien leiten Stich- Sut fte recht daran? Soll jte nicht alles oergeffen? Sber dann fommt bie Ctinnerung miedet an bie fd>rectliroörend an. 3n ben falten 3«gen ber Serbin judt und ar» beitet es. ®ann reicht fie ihr mit feftem ©rud bie §and. »3ch fehe, ich fann dich n> bir benn alles ©ute, menn du mirflicb fort ron uns roittft.' ©er ©aug gum ftedjtsanmalt Sngekt fteigen Sränen in dt« Sugen. Sie hüll E t mit ©emalt »urüd. Sie jtrelft noer Schritt für Schritt, ©er Sbfdjied ip doch fbmer gefallen. Cr märe teidgte.r gemefen, menn grau Margarete falt, unnahbar unb leibt itonifb gemefen märe, mie pe bas immer ift. Sber ihre rerroandeite Srt hat alles Sbmerzlibe nob oerfbörft. Kie froh man bob immer gemefen ip, mit Cannes! Sües mar fo forglos, fo hell, fo flar. ©as ip nun für immer oorbei. Kas fegt fommt, ip non neuem Sampf unb ©unfel. Sm Sabmittag des gleichen Soges pgt Sn* gela nor ihrem Sebtsanroalt. ©as große ©üto liegt fbon im abendliben ©ämmerfbatten. ©r. SßüQex — fbmales, neroöfes ©epbt, Sränenfäde unter ben Sugen, fegt fluger, etmas zoinfenber 95Iid, eng beieinanberpehenbe, gelbe gähne — hat zügegärt, mie p« ißm ge* fbüdert hat, daß pe Pb oeränbern mußte, ©ann trägt Pe ißr Snliegen nor. „©as ip ganz unmöglib, gräutein Surg,' fbnauft er ärgerlib- „©en Prozeß miedet auf* nehmen! Kie benfen Sie pb bas benn? Cin gormfeljter liegt nibt oor und überhaupt . . .' Sngela läßt eine lange jutipifbe Plauderei übet Pb ergehen, in ber pe erfährt, mas alles not* roendig ip, um die Kieberaufnahme bes ®ro* Zeffes mögüb zu machen. „Kenn ib Sie rebt nerfteb®, rnoüen Sie nibt ege) meine Sterteibigung übernehmen, ege Mg nibt eine neue Situation hi den 3on dem, das ich re. schrieb, doch immer bleibt bestehen das Wort: „Ich hob Dreh lieb/" KARL BRODHACKER. kreislauf — eine wahre Erholung ist das also auch nicht Wie oft muß man irgendwo stehen und warten, beim Kaufmann, auf dem Bahnsteig. Verteilt man sein Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße und hält sich dabei so aufrecht wie möglich, wird es kaum ermüden- Wenn man allein ist; sollte man ruhig auch ein paarmal auf den Fußspitzen auf und ab wippen. Beim Stehen kommt es vor allem darauf an, die Schultern nicht hängen zu lassen und den Leib einzuziehen. Einmal Man begegnet ihm auf der ganzen Welt Zu den Gerichten, die wir immer wieder gern essen, gehört der Pfannkuchen, von denen man zwei Arten unterscheidet: aus Mehl und aus geriebenen Kartoffeln. Zu den letzteren sagt der Berliner Kartoffelpuffer, während man im Westen die feinere Bezeichnung „Reibekuchen“ hat Unter Pfannkuchen versteht Berlin und die Mark Brandenburg jene runden, mit Pflaumenmus gefüllten, appetitlichen Krapfen, die man in der Schweiz wie auch in Frankreicb „Boules de Berlin“ nennt, was gleichbedeutend mit „Berliner Kugeln" ist. Die Urform des Pfannkuchens ist aus Wasser und Mehl bereitet, den unsere Ahnen auf heißen Steinen rösteten. So war es damals, da es noch keine Nationen, sondern nur Menschen gab. denen Kochgeschirre aus Eisen oder Blech etwas Unbekanntes waren. Der Pfannkuchen hat jedes Zeitalter über- stahden und ist, als sich die Menschen in Deutsche, Franzosen, Engländer, Russen, in Germanen, Romanen und Slaven schieden, überall mit untergeschlupft und hat unter verschiedenen Namen sogar Weltberühmtheit erlangt Als französischer „Cröpe Suzette“ prangt er auf internationalen Speisekarten. „Suzette“ braucht sehr viel Eier, Zucker, etwas Mehl und eine genaue Kenntnis des Zubereitens Da er hauchdünn und an den Rändern leicht knusprig sein muß, wird er zierlich eingerollt als Nachspeise serviert. Der deutsche Pfannkuchen ist biederer. Aus Mehl, Wasser und Eiern wird er mit Zucker oder mit Speckstücken zubereitet, und dient als Hauptmahlzeit. Man kann durch die ganze Welt wandern, überall Ist seiner habhaft zu werden! An der Waterkant heißf er „Pannekoeken“, in Holland „Flensjes“. in Rußland „Blini“. in Mexicb „Tortilla“ Tn Ara’ 5