BRÜCHSAIER POST SUDD. HEIMATZEITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 39 Dienstag, den (. Februar 19S1 Jahrgant; 3 Deutsche Einheiten doch in diesem Jahr? USA weiterhin für baldige Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Frankfurt (CT). Die amerikanische Einstellung zur Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages hat sich — wie ein Teilnehmer an der amerikanischen Diplomaienkonfercnz in Frankfurt versicherte — nicht geändert. Die USA betrachteten eine baldige Wiederbewaffnung Westdeutschlands nach wie vor als eines der „Hauptziele“ ihres Aufrttstungspro- gramms für Westeuropa. Die amerikanische Regierung beabsichtige eine „drastische Revision“ des Besatzungsstatutes, um mit deutscher Unterstützung innerhalb von „sechs bis acht Monaten“ die ersten deutschen Einheiten aufstellen zu können. Wie dazu verlautet, wurde diese Haltung der Vereinigten Staaten am 'Montag in der Frankfurter Konferenz der amerikanischen Diplomaten in Westeuropa herausgestellt. Es heißt, daß die USA ihre Verbündeten beeinflussen wollten, das Besatzungsstatut zu revidieren und den Kriegszustand mit Deutschland bald zu beenden. Damit soll der Bundesrepublik die gewünschte Gleichberechtigung gegeben werden. Westdeutschland soll seine außenpolitischen Angelegenheiten und seinen Außenhandel sowie andere staatspolitische Fragen selbst regeln können. Konferenzteilnehmer sprachen in diesem Zusammenhang von einem „Ersatzfriedensvertrag“. Die westdeutsche Industrie soll weitgehend in die Produktion für die Verteidigung Westeuropas eingespannt, werden. Bis Ende des Jahres soll die deutsche Stahlproduktion auf jährlich fünfzehn Millionen Tonnen erweitert werden. Die Grenze liegt jetzt bei 11,1 Millionen Tonnen. Ferner dürfte Westdeutschland — nach den Empfehlungen der amerikanischen Diplomaten — in dÄ*-voh den USA Und den Attentikpaktmöchten ausgearbeätete Zuteilungssystem für Rohstoffe eingeschlossen werden. Das Schwergewicht der amerikanischen Hilfe für Europa soll von dem Marshallplan weg auf die militärische Unterstützung verlagert werden. Da die Bundesrepublik als einziges wichtiges Mitglied der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) nicht der atlantischen Gemeinschaft angehört, sollen mit ihr besondere Abmachungen getroffen werden. „Mit einiger Besorgnis“ haben die amerikanischen Diplomaten festgestellt, daß ln Westdeutschland verschiedene Kreise der von den Sowjets inspirierten Kampagne des Ministerpräsidenten der Deutschen Demokratischen Republik zur angeblichen Wiedervereinigung Deutschlands gewisse Aufmerksamkeit widmen. Man hofft aber, daß neue Zugeständnisse der Westmächte die Regierung Adenauer in ihrer Abwehrstellung gegenüber den kommunistischen Manövern stärken würden. 'Paris denkt anders Im Gegensatz zu diesen Äußerungen aus dem Kreis der amerikanischen Westeuropa- Diplomaten, vertritt man, wie aus Paris verlautet, dort immer noch die Auffassung, daß Tokio. Die Streitkräfte der Vereinten Nationen haben am zwölften Tag ihrer „Offensive mit begrenzten Zielen“ ihre Angriffe längs einer über 120 km langen Front verstärkt. Mit größter Wucht hämmern alliierte Artillerie, Schiffsartillerie und Bomber die Verteidigungsstellungen der chinesischen und nord- koreanischen Kommunisten an der Westfront in Korea nieder. Eine von Panzern unterstützte amerikanische Infanterie-Einheit eroberte Anyang und näherte sich der sSd- koreanischen Hauptstadt Seoul erneut bis auf etwa 10 km. An mehreren Stälen gelang es alliierten Verbänden, die chinesischen Verteidigungslinien, die zwei Tage lang den Angriff dar Truppen der Vereinten Nationen aufgehalten hatten, zu durchstoßen, östlich von Seoul trat das 10. Korps in zwei Angriffskeilen von Hoengsong aus zu einer neuen Offensive an und näherte sich der alten südkoreanischen Grenze bis auf 45 km. Innerhalb von vier Stunden konnte das Korps über 6 km an Boden gewinnen, östlich, südlich und westlich von Seoul arbeiten sich gegenwärtig die stärksten alliierten Panzerverbände vor, die bisher im Koreakrieg zum Einsatz gelangten. Einer dieser Verbände meldete, daß im Laufe eines Tages mindestens 2000 Kommunisten von ihm getötet oder verwundet worden seien. Längs der nach Seoul führenden Haupt- st; rße versuchten chinesische Kommunisten, bis zur Verwirklichung einer deutschen Armee noch viele Monate, wenn nicht Jahre ins Land, gehen werden. Ihre Auffassung stützt sich bekanntlich auf die angebliche Versicherung Präsident Trumans bei dem kürzlichen Washington-Besuch Pievens, daß erst die anderen westeuropäischen Staaten mit amerikanischen Waffen aufgerüstet würden, ehe an eine Bewaffnung Westdeutschlands gedacht werden könne. Pievens ehrgeiziger Plan einer europäischen Armee scheint infolgedessen auch für die Franzosen nicht mehr den Dringlichkeitsgrad zu besitzen, wie in seinen ersten Phasen. Auch hat es den Anschein, als sei das französische Außenministerium über die kühle Aufnahme seiner Einladungen nicht weiter entmutigt oder gar enttäuscht. Washington (UP). Der Generalstabs- chef der amerikanischen Armee, General Col- lins, teilte mit, daß ln absehbarer Zeit Atomgranaten and gelenkte Atomraketen zur Verfügung stünden, die zur Verteidigung Europas verwandt werden könnten. Es sei natürlich nicht von der Hand zu weisen, daß „der Feind" sich möglicherweise derselben Waffen gegen amerikanische Truppen bedienen werde. Die neuen Waffen, so teilte Collins weiter mit, könnten eine beträchtliche Atomkraft auf einen beliebigen Punkt konzentrieren und daher mit Erfolg „als taktische Waffen“ gegen feindliche Truppeukonzentrationen verwandt werden. Bel Atombomben bestehe die Gefahr, daß sie im taktischen Einsatz nicht nur feindliche Truppen vernichten, sondern auch die eigenen Truppen gefährden könnten. Die Atomemergiekommission der Vereinigten Staaten gab bekannt, daß in Kürze eine weitere Prüfung von Atomwaffen stattfinden werde. In der Verlautbarung werden die Einwohner der um das Prüfungsgebiet liegenden Orte gewarnt, sich in der Nähe der Fenster aufzuhalten. Der amerikanische Senator Styles Bridges erklärte in einer Fernsehsendung, die „ungeheuren Atomexplosionen“, die in letzter Zeit in Nevada stattfanden, hätten eine „begrüßenswerte Wirkung auf die Sowjetunion“ aüs- geübt_ Er habe als Mitglied des Militärausschusses des Senats gewisse Informationen hierüber erhalten, auf die er aber nicht näher eingehen könne. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat, wie weiter aus Washington verlautet, die Absicht, in Kürze die amerikanische vierte Division nach Deutschland zu verlegen. Es wird erwartet, daß auch die Luftstreitkräfte zusätzliche Jäger und Bomber dorthin senden werden. Die Verlegung der vierten Division soll erfolgen, sobald der Kongreß die Resolution angenommen hat, in der die Eingliederung weiterer amerikanischer Truppen die amerikanischen Panzer mit Handgranaten außer Gefecht zu setzen. Sie mußten diese selbstmörderischen Aktionen in allen Fällen mit dem Leben bezahlen. Südlich von Anyang haben einige kommunistische Verbände, von starker Artilleriebeschießung zermürbt, die weiße Flagge gehißt. Andere Einheiten der Kommunisten zogen sich aus diesem Raum in größter Unordnung panikartig zurück. Generalleutnant Ridgway, der Kommandeur der 8. Armee, begab sich an die Front und besichtigte das von den Kämpfen völlig verwüstete Gebiet von Anyang. In der Stadt selbst steht kein Haus mehr. USA dementieren Ein amerikanischer Regierungssprecher gab, wie aus Washington verlautet, bekannt, daß beim Verteidigungsministerium keine Berichte vnrlägen, wonach Sowjetrußland die in Korea kämpfenden kommunistischen Verbände gewarnt haben soll, daß mit einem weiteren Nachschub sowjetischer Waffen nicht gerechnet werden könne, wenn der Krieg nicht bald zu einem siegreichen Ende gebracht werde. Der Sprecher bezog sich mit diesem Dementi auf eine Pressemeldung. Marokko - Flugplätze für US - Luftwaffe. Frankreich hat sich bereiterklärt, den Luftstreitkräften der Vereinigten Staaten die Erlaubnis zu erteilen, fünf Flugplätze in Fran- zösisch-Marokko au benützen „Ersatzfriedensvertrag“ in Sicht » Nur vier von den zehn eingeladenen Staaten haben sich nämlich bereit erklärt, an der für den 15. Februar 1951 vorgesehenen Konferenz mitzuwirken, und zwar Westdeutschland, Italien, Belgien und Luxemburg. Vier weitere Staaten — Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Portugal — gaben bekannt, daß sie nur Beobachter entsenden würden. Holland ließ wissen, daß es teilnehmen werde, sich jedoch nicht darüber klar sei, ob es lediglich einen Beobachter nach Paris delegieren oder aber sich voll beteiligen werde. Island, daß keine Armee besitzt, lehnte die Einladung von vornherein ab. Die Vereinigten Staaten und Kanada waren ohnehin nur aufgefordert worden, Beobachter zu schicken. in die vorgesehene atlantische Armee General Eisenfaowers befürwortet wird. Eisenhower wickelt gegenwärtig seine restliche Arbeit an der Columbia-Universität ab und wird wahrscheinlich in zwei bis drei Wochen nach Europa abreisen. Der republikanische Senator Taft forderte erneut, daß der Kongreß festlege, wie das Verhältnis der nach Europa gesandten amerikanischen Divisionen zu den von den westeuropäischen Staaten zur Verfügung gestellten sein soll. Dies werde aber gewisse Zeit in Anspruch nehmen. „Brüderschaft“ im Streik Die amerikanische Wirtschaft wird weiterhin durch den wilden Streik der Eisenbahner bedroht, der jetzt in seine zweite Woche eintrat. Zwar sind einige Anzeichen zu bemerken, die auf eine Wiederaufnahme der Arbeit im Osten der USA schließen lassen, doch in den westlichen Staaten und im Süden nehmen die Arbeitsniederlegungen bei deit Eisenbahnen immer noch weiter zu. Im Streik befinden sich 10 000 Angehörige der Gewerkschaft „Brüderschaft der Eisenbahner“. Die Bahnhöfe in 69 Städten der Staaten sind von dem Ausstand betroffen. Zusammen damit sind viele Industrien mit dem Ausbleiben der für sie notwendigen Rohstoffe bedroht. Moskau antwortet den Westmächten Kommt es zu einer Viererkonferenz? Moskau (UP). Der sowjetische Außenminister Wyschinski hat den diplomatischen Vertretern Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Frankreichs die Antwort seiner Regierung auf den letzten Vorschlag der Westmächte über die Abhaltung einer neuen Konferenz des Außenministerrates der vier Großmächte überreicht. Die sowjetische Note stellt die Antwort auf jene der Westmächte vom 23. Januar dar, in der vorgeschlagen wurde, daß Vertreter der vier Großmächte in Paris Zusammentreffen sollten, um eine Basis für eine Konferenz der Außenminister zu finden. Diese Konferenz soll sich — nach Ansicht der Westmächte — mit allen den Weltfrieden bedrohenden Problemen befassen. Die Botschafter der Westmächte haben es abgelehnt, irgend etwas über den Inhalt der sowjetischen Antwort bekanntzugeben. Die Note wurde an die Regierungen der drei Staaten weitergeleitet und es ist anzunehmen, daß sie am Dienstag oder am Mittwoch veröffentlicht wird. Irgendeine Stellungnahme wurde bisher von keiner Seite abgegeben. London billigt Aufrüstung Japans Labour-Regierung vor kritischen Tagen London (UP). In britischen Regierungskreisen verlautet, daß Großbritannien sich mit der Aufrüstung Japans einverstanden erklärt habe, sobald der Friedensvertrag abgeschlossen sei. Man weist in diesem Zusammenhang auf die Erklärung des amerikanischen Sonderbotschafters in Tokio, Foster Dulles, hin, daß die Aufrüstung Japans keine Forderung der USA darstelle, sondern von der freien Entscheidung des japanischen Volkes abhänge. Da die USA die Hauptverantwortung für Japan trügen, müßte, so meint man in London, auch die Frage der Verteidigung Japans in weitem Maß von den USA entschieden werden. Die britische Labour-Regierung steht vor kritischen Tagen. Am kommenden Mittwoch vormittag wird im Unterhaus wahrscheinlich die Entscheidung über die Verstaatlichung der britischen Eisen- und Stahlindustrie fallen. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen kann damit gerechnet werden, daß die Regäe- rungsfraktion aus der Abstimmung mit einer sehr knappen Mehrheit hervbrgehen wird. Süßwcren-Luxus? - SMs-luxus! Von Dr. Volkmar Muthesius Ob wir Kaviar und Hummern, Langusten und Schildkrötensuppe essen, ist verhältnismäßig gleichgültig. Wer sich solche Delikatessen leisten will, der soll ruhig ein gutes Stück Geld dafür aufwenden. Aber daß Gebäck, Zuckerwaren, Schokolade und überhaupt alle Kakaoerzeugnisse mit einer Luxussteuer belegt werden sollen — nichts anderes würde die fünfzigprozentige Sonderumsatzsteuer sein, die die Bundesregierung einführen will — das steht auf einem anderen Blatt. Um es gleich ganz deutlich zu sagen: Solange man nicht davon überzeugt sein darf, daß Staatsverwaltung und Gemeindeverwaltung so sparsam wie möglich wirtschaften, ist diese Besteuerung des Massenkonsums an Süßwaren eine wirtschaftliche und politische Unmöglichkeit und ein sozialer Unsinn. Süßwaren aller Art sind heute kein Luxus mehr, sondern sie sind auch die bescheidene Lebensfreude der kleinen Leute. Bonbons und Schokolade sind schon teuer genug, fast dreimal so teuer wie vor dem Krieg, und man darf sie nicht durch eine Sondersteuer im Preise auf das Fünf- oder Sachsfache der Vorkriegszeit hinaufschrauben. Die Angelegenheit hat aber zwei noch ernstere Seiten. Was wollen wir eigentlich gegenüber dem Osten verteidigen? Doch wohl nicht nur unsere Freiheit und Sicherheit, sondern auch unseren Lebensstandard. Wenn wir aber auf den Kartoffelstandard zurückgehen wollen, wenn wir alles, was das Kartoffelniveau überragt, als Luxus ansehen und steuerlich bestrafen wollen, dann geben wir sozusagen die Hälfte unserer Verteidigungsposition bereits auf. Ist das wirklich nötig? Wenn es sich nur darum handeln würde, daß erhöhte Staatseinnahmen aus einer solchen Luxussteuer auf Süßwaren herausgepreßt werden sollen, so wäre das an sich schon schlimm genug. Es ist ein trauriges Schauspiel, daß unsere Politiker, die Regierung, die Parlamentarier, den Ausgleich des Staatshaushalts immer und immer wieder nur durch neue Steuern herbeizuführen suchen, und daß man immer noch nicht an eine Herabsetzung der öffentlichen Ausgaben herangeht. Bezirke, die früher von einem Regierungspräsidenten und zwei Landräten regiert wurden, brauchen heute einen Staatspräsidenten und ein Ministerkabinett. Und dabei zahlt das entmilitarisierte Westdeutschland mehr als viermal so viel an Besatzungskosten, wie es vor vierzig Jahren für ein eigenes großes stehendes Heer ausgab! Die Süßwaren-Luxussteuer wird aber nicht nur mit dem unersättlichen Geldhunger des Staates begründet, sondern auch noch mit anderen Motiven: Man sagt uns, das Volk lebe zu gut, wir müßten zuviel importieren, v*r könnten uns zum Beispiel eine große Kakaoeinfuhr und auch einen so großen Zuckerimport nicht leisten. Solche Argumente sind immer sehr gefährlich. Wir wollen gar nicht davon sprechen, daß der Aufwand für die Einfuhr von Hummern und ähnlichen Dingen so minimal ist, daß er sich nicht einmal in Pro-Mille-Beträ- gen unserer Einfuhrwerte ausdrücken läßt. Aber auch für Kakaobohnen werden monatlich nur II—12 Mill. DM ausgegeben, das sind noch nicht einmal ein Prozent unserer Importwerte, und für Zucker kommen wir auch nur auf knapp drei Prozent. Ganz abgesehen davon wollen wir ja aber doch nie vergessen, daß viele Tausende deutscher Arbeiter indirekt von dieser Einfuhr leben, insofern nämlich, als wir damit irgend einen afrikanischen Negerhäuptling in die Lage versetzen, seiner Frau eine Kette aus Glasperlen zu kaufen, die in Deutschland fabriziert worden ist, oder es dem Besitzer einer Bananenplantage in Mittelamerika zu ermöglichen, daß er sich ein Radiogerät anschafft, das aus Deutschland importiert wird und das von deutschen Arbeitern in deutschen Fabriken hergestellt worden ist. Kehren wir zum Kartoffelstandard zurück, so wird dies nicht nur Armut, sondern auch Arbeitslosigkeit bedeuten, denn wir können nur existieren, wenn wir im Geben und Nehmen mit der ganzen Weltwirtschaft in Verbindung steben, und wir können desto besser leben, jö enger diese Verflechtung,“ je größer Alliierte Panzer im Angriff Erneut bis dicht vor Seoul vorgestoßen — Kommunistische Stellungen unter schwerem Trommelfeuer Von üP-Korrespondent Eamest Ho b e r e c b t Atomraketen sollen Europa schützen US-Generalstabschef über neue Waffen — Vierte amerikanische Division soll nach Deutschland kommen Dienstag, den 5. Fetouer 1051 unsere Außenhandelszahlen sind, im Nehmen wie im Geben. Wenn uns aber der zu teuer arbeitende Staat keinen angeblichen „Luxus“ mehr erlaubt, und wenn aus solchen Gründen unsere wirtschaftliche Chance in der westlichen Welt zerstört wird, so können wir nur fragen: Lohnt sich für uns ein solcher Staat? Luxus sind nicht die Süßwaren — Luxus ist unser zu teurer Staat! Freuen werden sich nur die Schmuggler. Sie werden mit einem Schlag an holländischer, schweizerischer und englischer Schokolade noch viel mehr verdienen können als bisher. Aber sie, die Schmuggler, werden auch die einzigen sein, die die Frage bejahen, ob sich ein solcher Staat lohnt. Krawall in Damaskus Studenten demonstrierten gegen Robertson Damaskus (UP). Ein« größere Zahl.von Studenten nahm an kommunistisch inspirierten Demonstrationen teil, in denen gefordert wurde, General Sir Brian Robertson, dem Oberkommandierenden der britischen Truppen im Mittleren Osten (und ehemaligen britischen Hohen Kommissar in Deutschland) die Einreise nach Syrien zu verweigern. Die Demonstranten behaupteten, Robertson komme nach Syrien, um seinen Streitkräften militärische Stützpunkte zu sichern. Dieses geschehe zu einer Zeit, zu der Syrien alles daran setzen müsse, um sich im Ost-West-Konflikt neutral zu halten. Die Demonstranten wurden von der Polizei auseinandergetrieben. „Ehrlicher Makler" gesucht Vereinte National finden keine Vermittler Lake Success (UP). Die Bemühungen der Vereinten Nationen um die Sdüichtäng des koreanischen Konflikts sind auf Schwierigkeiten gestoßen, da sich bisher kein Land bereit gefunden hat, dem vorgesehenen Vermittlungsausschuß beizutreten. Der Präsident der Vollversammlung, Nas- rollafa Entezam, bemüht sich gegenwärtig um Zusammenstellung eines neuen Ausschusses, da die Mitglieder der alten „Dreierkommission“, Indien und Kanada, eine Mitarbeit abgelehnt haben. Entezam trat inzwischen an Schweden heran, das sich bis jetzt jedoch weder 'für noch gegen dieser Vorschlag erklärt hat. Als weitere mögliche - Kandidaten werden Libanon, Pakistan und Ägypten genannt. Der Politische Hauptausschuß wird am Dienstag seine Debatte über die sowjetischen Beschwerden über die „amerikanische Aggression gegen Formosa und die Mandschurei“ fortsetzen. Der Außenminister der chinesischen Kommunisten Tschu En Lai gab bekannt, daß wegen der US-„Intrigen“ kein Delegierter der Peiping-Regierung an der UN-Debatte, die sich mit der sowjetischen Beschwerde beschäftigen wird, teilnehmen werde. In einer Antwort auf ein Telegramm des Vorsitzenden des Politischen Hauptausschusses der UN, Urdaneta Arbelaez, beschäftigt sich Tschu mit der Vorgeschichte der Einladung Peiping- Chinas, an den Debatten der ÜN über die Clementis in Österreich? Rätselraten um verschwundenen Minister a. D. München (UP). Aus tschechoslowakischen Emigrantenkreisen verlautet, daß der aus Prag verschwundene ehemalige Außenminister Clementis sich in Österreich aufhalte. Aus derselben Quelle verlautet, daß der ehemalige tschechoslowakische Industrieminister Lausmann zur Zeit als wirtschaftlicher Berater der jugoslawischen Regierung in Belgrad arbeite. Eine Bestätigung dieser Gerüchte war bisher weder von österreichischer noch von jugoslawischer Seite zu erreichen. Er verbrannte die Canaris-Tagebücher Überraschung Im Prozeß gegen Huppenkothen München (UP). Der Prozeß gegen den früheren SS-Standartenführer und Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt, Walter Huppenkothen, brachte schon am ersten Verhandlungstag einen überraschenden Höhepunkt. Der Angeklagte erklärte, er habe die Tagebücher des ehemaligen Chefs der deutschen Abwehr, Admiral Canaris, in Mittersill bei Salzburg verbrannt. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er diese Erklärung nicht schon bei seinen früheren Vernehmungen abgegeben habe, entgegnete Huppenkothen: „Es war mir peinlich, darüber zu sprechen.“ Der Angeklagte fügte dann hinzu, er hätte die mehrere tausend Seiten umfassenden Tagebücher des früheren deutschen Abwehrchefs als „geheime Reichssache“ behandeln müssen und sie deshalb vernichtet Huppenkothen steht unter Anklage, im Zusammenhang mit den Ereignissei am 20. Juli 1944 als Ankläger in einem Standgerichtsverfahren die im Konzentrationslager Flossen- bürg erfolgte Hinrichtung von Canaris veranlaßt zu haben. Außerdem soll er die Exekution General Osters und von Heereschefrichter Dr. Sack und anderen befohlen haben. Als Kriegsverbrecher hingerichtet Todesurteile gegen zwei Deutsche vollstreckt Metz (UP). Zwei Deutsche, Josef Weißensee und Anton Stollreiter, die wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden waren, wurden auf einem Exerzierplatz bei Metz durch Erschießen hingerichtet. Der französische Offizier, der das Exekutionskommando befehligte, erklärte, daß die Verurteilten es abgelehnt hätten, sich die Augen verbinden zu lassen. „Sie sind tapfer gestorben“, fügte er hinzu. Kanzler verabschiedet ,„Amerikafahrer“. Nach einer kurzen Aussprache verabschiedete Bundeskanzler Adenauer die sechs Abgeordneten der großen Fraktionen des Bundestags, die sich am Mittwoch zu einer zwölftägigen Studienreise nach den Vereinigten Staaten begeben. Gefängnispfsrrer Friedrich bei Heuss. Der pfälzische Pfarrer Friedrich, der voraussichtlich in dieser Woche nach Paris abredsen wird, um die Seelsorger liehe Betreuung der noch in Frankreich in Haft befindlichen Deutschen zu übernehmei, wurde von Bundespräsident Professor Heuss empfangen. Neuer US-Botsehafter für Spanien vereidigt. Stanton Griffig wurde als erster amerikanischer Botschafter in Spanien seit 1945 vereidigt. Er wird am 20. Februar in Gibraltar edntreffen und von dort aus nach Madrid Weiterreisen. Priester au neun Jahren Gefängnis verurteilt. Der katholische Dekan von Sedlcany bei Prag, Frantisek Bucil ist wegen Sabotage zu einer Gefängnishaft von neun Jahren verurteilt wenden. Woroschilow feiert 70. Geburtstag. Der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident und einstmalige Verteidigungskommissar Mar- schall Woroschilow feierte seinen 70. Geburtstag. Der Oberste Sowjet hat ihm den Lenin- , Orden verliehen. China-Frage teilzunehmen. Tschu betont, daß die chinesische Volksregierung diesen Vorschlag angenommen und einen Delegierten nach Lake Success entsandt habe und fährt dann fort: „Infolge der beherrschenden Rolle der Vereinigten Staaten hat der Politische Hauptausschuß jedoch die Diskussion über die Beschwerde des Angriffs auf China durch die USA verzögert, Unser Vertreter wartete eine lange Zeit ohne zu Wort zu kommen und reiste dann ab.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit wird, wie in Lake Success verlautet, die nächste Sitzungsperiode der UN-Vollversammlung in New York oder Lake Success abgehalten werden. Nachdem Frankreich alle Anfragen, die Vollversammlung für die nächste Sitzungsperiode aufzunehmen, abgelehnt hatte, ist nun auch aus Großbritannien ein abschlägiger Bescheid eingetroffen. London soll die Beherbergung mit dem Hinweis auf die durch die britischen Festspiele entstehenden Verpflichtungen abgelehnt haben. Das Waffenlager im Pfarrhaus Italiens Polizei findet immer neue Verstecke Reggio Emilia (UP). Gegen den Pfarrer Don Luca Pallai und seine Schwester Agata Pallai wurde Anklage wegen illegalen Waffenbesitzes erhoben, nachdem im Pfarr- hause Gewehre und Munition gefunden worden waren. Die Schwester des Geistlichen erklärte, sie allein habe von den verborgenen Waffen gewußt Gleichzeitig wird gemeldet, daß auch in einer Mailänder Fabrik ein Waffenlager entdeckt wurde, das unter anderem einen Stahlhelm mit aufgemaltem roten Stern enthielt, ferner sechs Maschinengewehre, eine Handgranate und Munition. Die italienische Polizei gab eine Liste heraus, in der die allein im Gebiet von Florenz im Monat Januar entdeckten Waffen aufgezählt werden. Unter ihnen befanden sich 29 Armeegewehre, neun Jagdgewehre, 10 Pistolen, 5 Revolver, 11 Bomben für Granatwerfer, 68 Handgranaten, 72 Artilleriegeschosse, 7676 Kugeln, 23 Kilogramm Dynamit, 5 Landminen und 5 Gewehrläufe. DM-Zahlnngen nach dem Sterling-Gebiet Im Warenverkehr zwischen der Bundesrepublik und dem Gebiet des Sterlingblockes können ab sofort Geschäfte in D-Mark abgewickelt werden. Wie die Bank deutscher Länder mitteilt, werden die westdeutschen Außenhandelsbanken ermächtigt, auf Antrag besonders berechtigter britischer Banken für diese D-Mark Konten zu eröffnen. Über diese Konten sollen die künftigen DM-Zahlungen abgewickelt werden. Bevin auf dem Weg der Besserung. Der an einer Lungenentzündung erkrankte britische Außenminister Bevin verließ das erste Mal seit seiner Erkrankung für eine Stunde das Bett Am Rande bemerkt „Hoch droben auf dem Berg.. Bonn, 1951. Zwei Spaziergänger aus Bonn ergehen sich vor der Stadt. An der Stelle, wo die Straße zum Petersberg abzweigt, bleibt der eine sinnend stehen und schüttelt den Kopf. Rasch ausschreitend holt er dann seinen Genossen wieder ein. „Du, sag’ mal, hast du auch das Schild gelesen?“ — „Welches Schild?“ — „Das, das schräg gegenüber der Auffahrt zum Petersberg steht." — „Was steht denn darauf?“ — „Nun. der Sitz der Hohen Kommissare." — „Nein, ich meine auf dem Schild.“ „Ach so. Ich hab’s auswendig gelernt: ,Privatweg. Für militärische Übungen verboten. Für Militärlastwagen und Kettenfahrzeuge gesperrt Standortältester Bonn. 1 Was sagst du dazu?“ „Das steht tatsächlich dort geschrieben?“ — „Ja. Zum Vorbeugen. Bis wir wieder sowas haben.“ Der andere hat die letzten Worte überhört. Sinnend bohrt er in der Nase: „Tja — ich meine nur — ob denn der Iwan so viel Deutsch kann?“ st. Von Volkspolizisten verhaftet Zwischenfall an Berliner Sektorengrenze Berlin (UP). Zwei Beamte der Westberliner Polizei wurden von Volkspolizisten bei dem Versuch festgenommen, an der Sektorengrenze Kreuzberg einen Mann zu befreien, der von der Volkspolizei vermutlich entführt werden sollte. Die Westberliner Polizeibeamten gerieten einige Meter in den Ostsektor. Sie wurden dort von fünfzehn Volkspolizisten verhaftet, die hinter einem Sandhaufen warteten. Der Ausfall zahlreicher S-Bahnzüge auf der Strecke Potsdam—Wannsee muß als ein weiterer Schritt zur verkehrsmäßigen Isolierung Westberlins betrachtet werden. Der Ausfall der Züge — es fahren jetzt nur noch vier täglich, statt wie bisher 48 — wird mit der Gefährdung der Sicherheitsanlagen durch Buntmetalldiebstähle begründet. Durch diese Maßnahme wird es in Zukunft Zehntausenden Bewohnern der Ostzone unmöglich gemacht, über die Strecke Potsdam—Wannsee—Charlottenburg nach Westberlin zu kommen. Seit der gewaltsamen Eingliederung des Westberliner Ortsteils West-Staaken durch den Ostberliner Magistrat ist ein lautloser und zäher Widerstand der Bevölkerung gegen alle Anordnungen des Ost-Magistrats festzustellen. An den Anschlagkästen wurden die Bekanntmachungen der Ostberliner Behörden von der Bevölkerung entfernt. In der jetzt unter kommunistischer Leitung stehenden Schule West-Staakens erschienen von 370 Schulkindern nur sechzehn. Von den 5600 Einwohnern haben noch nicht 300 ihre Lebensmittelkarten abgeholt oder sich registrieren lassen. Die Bevölkerung boykottiert den Konsum sowie den HO-Laden. Es ist ein zäher unterirdischer Kampf. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Stahlhelm am rosaroten Bändchen Verrücktes Köln am Bosenmontag Köln (UP). Eine Million Närrinnen und Narren, das gesamte bei der Bundesregierung akkreditierte diplomatische und konsularische Korps, der britische Hohe Kommissar, Sir Ivone Kirkpatrick, sowie närrisch gestimmte Teile der Bundes- und Landesregierungen erlebten am Rosenmontag den karnevalistischen Trubel des vor Frohsinn außer Rand und Band geratenen Kölns. Als närrischer Beobachter des französischen Hohen Kommissars wohnte der politische Berater Francois-Poncets, Monsieur Guiringaud, dem Fastnachtstreiben bei. Minister und andere im politischen Leben stehende Persönlichkeiten, wie Carlo Schmid, gaben in den Kölner Amtshäusem über den Rundfunk zeitgemäße Interviews, während auf die Menge in den Straßen ein ungeheurer Bombenregen niederprasselte. Tausende von Ausländem sahen im Rosenmontagszug den deutschen Michel in schlotternder Haltung von Uncle Sam am rosaroten Bändchen den Stahlhelm und einen 15-Divisionen-Koffer empfangen. An anderer Stelle des Zuges überreichte der martialisch als Weihnachtsmann verkleidete Militarismus Michel unter dem Motto „Fritzchen freu dich“ Kommißstiefel und Kriegsspielzeug. Iwan und ein Gl operierten mit Atom- und Wasserstoffbomben und Kohlenwagen verteilten echte Briketts an die Zuschauer. In Bonn zeichnete sich der diesjährige Rosenmontagszug durch Kürze und Eindeutigkeit aus. Die Kürze war das Ergebnis einer selbstauferlegten Sparsamkeit. Eindeutig: Eine im Zuge mitgeführte noch dampfende Fuhre Mist, die als Ergebnis der Arbeit des Bundestages ausgeschrieben war. Bonbonfabrikant Prinz Günther L streute noch unversteuerte Süßwaren auf die Wunden etwa anwesender Bundestagsabgeordneter. Steigende deutsche Viehbestände Nach den vorläufigen Ergebnissen der im Dezember vergangenen Jahres durchgeführten Viehzählung ist der Schweinebestand der Bundesrepublik 1950 um 2,2 Millionen auf 113 Millionen Stück angewachsen. Damit liegt der Schweinebestand nach dem jetzt vom Bundes!andwirtschaftsministerium veröffentlichten Januarbericht nur um 6,2 Prozent unter dem Durchschnitt von 1935/38. Der Rinderbestand nahm um rund 340 000 Stück zu und blieb damit noch um 8,2 Prozent unter dem Durchschnitt des Jahres 1935/38. Landwirtschaft fordert hohen Eier-Zoll Wie aus dem Bundeshaus verlautet, bemühen sich die landwirtschaftlichen Spitzenverbände gegenwärtig um die Durchsetzung eines hohen Einfuhrzolles für Eier. Die Erzeugerpreise für Eier lägen gegenwärtig bei 13 bis 14 Pfennig je Stück und hätten damit den Vorkriegsstand erreicht, der in der entsprechenden Jahreszeit bezahlt worden sei. Es sei mit einem weiteren Absinken der Erzeugerpreise zu rechnen, wenn die neuen Zollsätze nicht bald in Kraft träten. Mit besonderem Nachdruck weise man. auf landwirtschaftlicher Seite auf die Großhandelsspanne hin, durch die der Eierpreis auf dem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher um etwa 50 Prozent verteuert werde. „Leichte Hand“ nicht ausreichend Ein prominenter Sachverständiger der alliierten Hohen Kommission äußerte, er könne sich nicht vorstellen, wie man in der Bundesrepublik auf die Dauer ohne Preis- und Lohnkontrollen auskommen wolle. Seiner persönlichen Anricht nach seien die vom Bundeswirtschaftsminister vorgesehenen Rohstoffkontrollen und die „Politik der leichten Hand“ nicht ausreichend, Wirtschaft und Währung stabil zu halten. In diesem Zusammenhang wurde von amerikanischer Seite darauf verwiesen, daß sich die Bundesrepublik durch ihre Unterschrift unter das ECA-Abkommen verpflichtet habe, die Wirtschaft und Währung des Landes in Ordnung zu halten. Gleichzeitig sei damit den USA das Recht auf bestimmte Einwirkungsmöglichkeiten zugesprochen worden, falls irgendwelche Handlungen und Maßnahmen oder ihre Unterlassung zu einer stärkeren wirtschaftlichen Hilfe durch die USA führen müßten. Zwölf Tage In der Lawine begraben Das furchtbare Erlebnis eines Tiroler Bauern NEUES AUS ALLER WELT Auf dem elektrischen Stuhl Drei Neger wegen Vergewaltigung hingerkfetet Richmond, Virginia (UP). Drei Neger, die wegen Vergewaltigung einer weißen Frau zum Tode verurteilt waren, sind auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von sieben Negern, von denen vier wegen desselben Verbrechens bereits in der vergangenen Woche hingerichtet wurden. Die Behörden des Staates Virginia hatten es trotz zahlreicher Gesuche Und Proteste abgelehnt, diese sieben Neger zu begnadigen. Das Gefängnis, in dem die Hinrichtungen stattfanden, wurde von einer Polizeiabteilung bewacht. Demonstrationen fanden nicht statt. Lokomotive rammt Personenzug Drei Todesopfer eines Bsenbahnangifieks Prag (UP). Bei einen Eisenbahnunglück, das sich bei Veseli in Mähren ereignete, sollen — wie die Prager Presse berichtet—drei Per-? sonen getötet und etwa dreißig verletzt worden sein. Das Unglück ereignete sich, als ein Personenzug und eine einzelne Lokomotive zusammenstießen. Der Führer der Lokomotive und der Beamte im Weichenstellerkontroll- turm des Bahnhofs Veseli sind wegen angeblicher sträflicher Nachlässigkeit im Dienst verhaftet worden. Sieben Verletzte beim Fastnachtsumzug Lörrach (ld). Beim Fastnachtsumzug in der südbad is c he n Grenzstadt Lörrach, gab es sieben Verletzte. Eine maskierte jugendliche Reiterin verlor die Gewalt über ihr scheuendes Pferd. Zwei Kinder, vier Spielleute und der Tambourmajor einer Musikkapelle, die sich bei dem Gedränge nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, wurden verletzt. Wien (UP). Zwölf Tage war Gerhard Freisegger, ein 26 Jahre alter Tiroler Bauer, nur mit einem Schlafanzug bekleidet, in einer Lawine begraben. Heute liegt er im städtischen Kran k enhaus in Lienz in Osttirol, und die Ärzte glauben, daß er durchkommen wird. Seine Beine wird man aber vielleicht amputieren müssen. Freisegger schlief mit einem Kameraden in einer Hütte am Großglockner. In der Nacht zum 21. Januar wurde die Hütte von einer Lawine erfaßt. Der Luftdruck riß das Dach ab, dann wirbelte die Hütte den Abhang hinunter. Plötzlich war die Hütte voll Schnee. Freisegger lag noch auf seiner Pritsche und war die ganze Zeit bei Bewußtsein. Sein Kamerad, der unter ihm geschlafen hatte, rief laut um Hilfe. Kurze Zeit später wurde er still. Er war tot. Freisegger konnte sich nicht bewegen, um ihm zu helfen. Beide Arme wurden von zusammengepreßtem Schnee festgehalten. Über seinem Gesicht befand sich ein kleiner Hohlraum. Den ersten Tag verbrachte er damit, den Schnee mit seinen Beinen zu bearbeiten, um rieh eine Höhle zu schaffen. Schließlich konnte er auch seine Arme befreien. Durch die angestrengte Arbeit hatte er sich zahlreiche Wunden zugezogen, da der zusammengepreßte Schnee „hart wie Zement“ war und die Haut verletzte. Freisegger wußte nicht, ob es Tag oder Nacht war. Vielleicht drei Tage lang litt er unter dem Hunger, dann machte ihm sein Magen keine Schwierigkeiten mehr. Mehrere Male verlor er das Bewußtsein. Nach einiger Zeit — vielleicht am dritten Tage — hörte er Stimmen, aber er konnte sich nicht bemerkbar machen. Lange Zeit darauf hörte er wieder sprechen. Er fing an zu rufen und schließlich zu singen. Doch wieder wurde er nicht entdeckt Verzweifelt bearbeitete er den Schnee mit Zähnen und Fingernägeln. En d li ch war seine Höhle so groß, daß er darin sitzen konnte. Später riß rir von seiner Pritsche ein Stück Holz ab und fing an, damit zu graben. Als er endlich doch aufgeben wollte, stieß er zur Oberfläche durch: Er grub sich ein handgroßes Loch. Dann verließen ihn die Kräfte und er brach zusammen. Am nächst«! Morgen hörte er wieder Stimmen. Wieder schrie er so laut er konnte. Er wurde gehört und Minuten später gefunden. Es war Freitag, der 2. Februar. II Brusler Fasnacht ahoi! Siidweststaat... kein Problem mehr! Anderthalb Jahrhunderte alter Staatsvertrag zwischen Württemberg und Baden in der Bruchsaler Huttenstraße entdeckt An der Huttenstraße, Ecke des Kaffee- buckels, wurden im Sommer direi Wohnhäuser renoviert Bei dieser Arbeit wurden die Keller- mauern unterfangen, beschädigte Teile entfernt und wieder aufgemauert. Dabei fand man im mittleren Keller zur Gartenseite hin eine schöne Kasette, die mit den Staatsinitialen der beiden Länder Baden und Württemberg verziert war. Der Inhalt bestand aus einer Urkunde in Pergament, die über die vor etwa 146 Jahren stattgefundenen Verhandlungen wegen des Nachtoarverbältnisses beider Länder Aufschluß gab. Unterzeichnet war diese Urkunde mit einem Buchstaben „N“. Mit dem Buchstaben „N“ pflegte der Kaiser Napoleon I. Schriftstücke zu unterschreiben. In der Urkunde legte der Kaiser die Ausmaße der Ellenbogenfreiheit der Schwaben fest und umriß die -Ausdehnungsmöglichkeit badischer Schlafmützigkeit Er besagte des weiteren, die Schwaben sollen sich ruhig in Bruchsal und im Badnerland als Händler, Kaufleute und Handwerker niederlassen. Den Bruchsalern und den übrigen Badenern stellte er (der Kaiser) es frei und anheim, ihre Industrie ins Schwäbische zu verlegen. Irgendwelche Kompetenzstreitigkeiten sollen im Augenblick ihres Entstehens mit Hinweis auf vorgesagte Abmachungen aufgehoben werden. Aus der guten alten Zeit An das Kasementor der Bruchs. Dragonerkaserne kam Anfang des Krieges eine biedere Landfrau aus Ubstadt und fragte einige des des Wegs daherkommende Unteroffiziere: „Sage se, wo isch denn mei Kalle?“ Ja, was wollen Sie von Ihrem Karle, frugen die Unteroffiziere zurück. „Moi Kalle derf oifach nimme Soldat bleibe, er muß oifach mit mir heit wieder hoim!“ Liebe Frau, sagte der nächststehende der Herren, weshalb soll er mit Ihnen wieder nach Hause gehen? Es geht doch Ihrem Manne bei uns gut und letzten Endes sind wir doch alle Soldaten, müssen alle einem Befehl gehorchen und uns gefällt es sehr gut bei der Wehrmacht! „Jaa“, sprach die Frau, „Ihr Herre hent jo nix gelernt, do kennt Ihr alle jo gut Soldat spiele, awer mei Kalle, der hat ebbes g‘lemt,. der isch — Politiker und Schuhmacher! Prähistorische Skelette Dem Vorgeschichtsforscher Rebau gelang es bei Ausgrabungen auf dem Auberg, auf welchem man seit langer Zeit eine Siedlung neo- lithischer Menschen vermutete, Skelette und Schädel freizulegen, die der Brusler Dickkopf- Rasse angehörten. Wie Rebau mitteilte, konnte er an sämtlichen guterhaltenen Skelettdickschädeln eine Verkümmerung des Hinterhauptbeines feststellen. Es liegt sehr nahe, anzunehmen, daß bereits vor 375 000 Jahren diese Brusler Steinzeitmenschen durch den Mißbrauch von alkoholischen Getränken, verursacht durch den Brusler Dorscht, einen Teil ihres Gehirns eingebüßt haben. Durch diese Entdeckung erklärt man sich, die Unmöglichkeit der heutigen Nachfahren jener Altbrusler, eine florierende Industrie in Brusel aufzubauen. Meldung des Staatlichen Gesundheitsamtes Dem überaus eifrigen Nachforschen mit Hilfe anerkannter und zeitgemäßer Apparate und Instrumente ist es der ehern.-techn. Abteilung des Forschungsinstitutes des Gesundheitsamtes Bruchsal nach langjähriger unermüdlicher Kleinarbeit gelungen, den Erreger der „Platzangst und des Kniezitterns“ zu entdecken. Als hauptsächliches Vorkommen dieses so ungemein die Gesundheit des Brusler Bürgers schädigenden Keimes, wurde ein graugelbes, einstöckiges Haus hinter einer hohen grauen Mauer in der Seilersbahn stehend, genannt. Die stickige, durch den intensivierenden Arbeitseifer stark verbrauchte Atmosphäre hat sich als äußerst bakterienbegünstigend erwiesen. Als wirkungsvolles Antiseptikum kann nur eine Radikalkur in Form von einer Radikalauskehr in Frage kommen. YVirtschaftsmeldungen — kurz notiert Wie wir erfahren, wird das Callup-Instiut Bruchsal auf dem Bergfrid eine Beobachtungsstelle einrichten, um von hoher Warte das Ueberkochen der Brusler Volksseele (vor Freude) über die in Bälde in Aussicht gestellte Senkung der Tabak- und Getränkesteuer registrieren zu können. Mit besonderer Genugtuung verzeichnet das Gallp-Institut das Ansteigen des Wirtschaftsaufsehwunges und Belebung der Wirtschaft, vor allem durch die nicht zu beschreibende Aktivität der Matrosen (Seh-Leute) hervorgerufen. Nicht wenig hat ebenfalls das Ansteigen der ländlichen Kaufkraft beigetragen. Die Zuckerund Oelvorräte reichten im vergangenen Sommer bei weitem nicht aus, der pfeilartig emporschnellenden Finanzkraft der Landbevölkerung gerecht zu werden. — Um dine gelegentliche Wiederholung solcher Mißstände zu vermeiden, hat der „Gasthaus“ausschuß („Wirtschaft“ kling zu vulgär) des Gemeinderats beschlossen, ein Zucker- und Oelsdlo auf dem Viehmarkt zu errichten. Für die restlichen Bruchsaler Holzbestände kann für zeitweise auftretende Brennstoffknappheit ein kleiner Schuppen angebaut werden. Entgegen der üblichen Gepflogenheiten benötigte der Unterausschuß der Einzelhändler nur 5 Sitzungen, um den Geschäftsschluß am Fastnachtdienstag schon auf 12 Uhr festzulegen. Stilblüten frisdi gepflückt • . • Ungewollte Scherze, die nie veröffentlicht wurden! Stöße von Manuskripten flattern den geplagten Redakteuren jeden Tag auf den Tisch. Er würde in dem Wust von Papier ersticken, wenn es... keinen Papierkorb gäbe. Einige ungewollte Scherze, che den Verfassern von Artikeln passierten, hat die Redaktion gesammelt und serviert sie ihren Lesern als fast- nachtliche Leckerbissen: * .... am Donnerstag der vorigen. Woche wurde der Rindviehbestand unserer Bevölkerung gegen Tuberkulose geimpft“. — * ... in anerkennenswerter Weise hatten sich für das Schauspiel zahlreiche Männer zur Verfügung gestellt. Diese Tatsache verlieh dem Stück den äußeren Glanz, den es verdient!“. * ... ein köstliches Mittagsmahl mit allem Komfort wurde den Ausflüglem aufgetischt, jeder aß und trank, bis er war“. ausgemästet .... die' Taubenausstellung in X bildete das Ereignis des Sonntags. Als bestes Männchen wurde der Züchter A und als bestes Weibchen der Züchter B. prämiiert“. * ... am Samstag veranstaltete der ... zuchtverein unter dem Motto „Alles paart sich!“ in der Gaststätte zum .... einen großen Maskenball — Aber, aberf * ... infolge der großen Wohnungsnot wurde in der Gemeinde Y das Verlangen nach einem Leichenhaus immer dringlicher“. * .... das Spiegelbild einer Gemeinde Ist neben dem Friedhof immer das Vereinsleben“. Aus den Akten der Sladlpolizei Zwei Fahrraddietetähle — Eine Handtasche geraubt Dummheiten? — Freilich haben die Brusler welche im Kopf. Zur Zeit aber äußern sie sich anders als in Form von Kleptomanie und ähnlichen Dingen, die in den Polizeiakten peinlich verewigt werden. Die karnevalistischen Dummheiten mögen zwar nicht immer ganz harmlos sein, doch darüber zu wachen, gehört noch nicht zu de» Befugnissen der unfehlbar nach Fehlem suchenden Polizei. Für die Männer mit den Notizblocks kn Amtsrock gabs in der letzten Woche nur wenig zu notieren. 50 DM Verlust bedeutet der Diebstahl eines Fahrrades Marke „Viktoria“, das unverschlossen in der Württembergerstr. abgestellt worden war. Auch aus der Heidelbergerstr. wird ein Herrenfahrrad-Diebstahl gemeldet. Der Dieb traute sich diesmal sogar bis in den Kellerraum. Daß eine Koblensendung auch in der Faschingswoche nicht unwillkommen ist, läßt sich bei der jetzigen Notlage leicht verstehen. Der angebliche Kohlenlieferant, dem schon mehrere Wärmebedürftige auf den Leim gingen, fand erneut wieder einen Dummen. 11,20 DM ist der Betrag, den der gutgläubige Kunde ihm voraus bezahlte. Auf die versprochenen Kohlen aber wartet dieser heute noch. Ganz genau 14 Rebstöcke benötigte ein „Weinverständiger“, die er sich von einem fremden Grundstück im Gewann „Heubühl“ beschaffte. Nächtlicher Raubfiberfall In diese Rubrik gehört eine nächtliche Begegnung, die sich am 3. Febr. gegen I Uhr morgens in der Seilersbahn ereignete und bei der einer Bruchsalerin von einem plötzlich auftauchenden Mann che Handtasche entrissen wurde. Circa 70 DM war der legale Kaufwert eines 7 m langen Abflußrohres, das in der Nacht vom 2. auf 3. Febr. in der Wiesenstr. verschwand. Der Erlös vom Altmaterialhändler dürfte wesentlich mehr betragen. Philippsburger Rosenmontagszug Elferrat Bruchsal und Speyer als Gäste Glanzvoller Verlauf der Wiederholung der Elferratsitzung Der Rosenmontag hatte von nah und fern eine Menge Schaulustiger angezogen, die dicht gedrängt in den Straßen die imposante Schau von über 30 Wagen und Gruppen an sich vorbeiziehen ließen. Alte und neue Motive in bunter Folge wechselten in der Wagenschlange ab. Finanzamt, Südweststaat, Bonner Minister, Wiederaufrüstung u. a. m. waren die Hauptzielscheiben der humorvollen Kritiker! Die Zeichen der Remilitarisierung machten sich ln Panzerwagen, einer Kanone und einem Stuka bemerkbar. Ein strammer Verkehrspolizist in Sommeruniform führte den Umzug an, gefolgt von Reitern und Umsiedlern für Helgoland. Der Bruchsaler Prinz mit Gemahlin hatte sich auf seinem Prunkwagen das Bruchsaler Schloß mitgebracht. Unter den Klängen von drei Kapellen zog der Festzug durch die Straßen der Stadt. Wiesental bot drei Bürgermeister wegen Geldmangel öffentlich zur Versteigerung an. Auf den prächtigen Wagen der Löwenbrauerei hatte sich zusätzlich ein Negerstamm niedergelassen, Die Jugend war im Turnverein, einer Schlumpelgruppe und selbstgebastelten Fahrzeugen recht zahlreich beteiligt. Der Wettergott machte einsichtsvoll seine Schleusen zu, so daß man diesmal trocken über die Strecke kam. Vor einem vollen Haus fand anschließend in der Festhalle eine prunkvolle Wiederholung der Narrensitzung des Elferrates statt, in Anwesenheit von Gästen aus Bruchsal u. Speyer. Unter großem Jubel zogen die Elferräte, Bruchsal mit Prinz, Prinzessin und Graf Kuno, in die Festhalle ein. Nach begrüßenden Worten de* Präsidenten, verlaß Prinz Philipp III. seine beifällig aufgenommene Proklamation, die mit der närrischen Bundeshymne „Wer kann das bezahlen“ abgeschlossen wurde. Nach dem Feuergrabenwalzer brachte Till Eulenspiegel seine närrisch-satyrische Weltproklamation — die großen Beifall erntete — zum Vortrag. Der Reingeschlupfte gab wieder in der Bütte seine Erlebnisse zum Besten und die drei Matrosen eroberten sich im Nu mit ihrer „Reise um die Welt in Liedern“ die Herzen der Menge. Die Moritatensänger und die Stimmungskanone Karl Reiß brachten den letzten Zuhörer zu herzerquickendem Lachen. Natürlich wurden eine Reihe von Orden verliehen! Mit dem Ende dieser unterhaltenden und narrisch-frohen Veranstaltung war die Hauptschlacht an Fastnacht recht erfolgräch geschlagen. Heute abend noch kurze Rückzugsgefechte und aus ist der närrische Traum für ein ganzes Jahr! Hinein in die Mottenkiste mit Orden und Uniformen und all dem bunten Plunder, vielleicht gfets im nächsten Jahr wieder eine Auferstehung! Industrie im Bruhrain Albert Gerweck, Kugellager-Rcparaturw er k Dieses Unternehmen/Wurde vor 30 Jahren von dem Vater des jetzigen Inhabers in Pbiüppsburg gegründet. Vornehmlich wurde die Reparatur von Spezial-Kugellagern betrieben. Nach dem ersten Weltkrieg erschöpften sich diese Möglichkeiten etwas, zumal die Schlossereien usw. dazu wenig Gelegenheit gaben. Der Seniorchef der Firma entschloß sich daher, nach einigen Jahren in Schweinfurt eine neue Existenz aufzubauen. Die langjährigen Erfahrungen im Ausland, nicht zuletzt Fleiß und Tatkraft brachten dem Betrieb recht bald einen beachtlichen Erfolg. Es gelang, mit der Neuanfertigung von Spezial-Kugel- und Rollenlagern den Vereinigten Kugellagerfabriken in Schweinfurt angeschloesen zu werden. Infolge des 1944 erfolgten totalen Fliegerschadens sah sich das Unternehmen gezwungen, zunächst in Gambach bei Würzburg eine vorübergehende Ausweichstelle zu errichten. Nach dem Zusammenbruch kehrte die Firma nach ihrem ursprünglich«! Sitz in Philippsburg zurück und hat dort ihre alte Tätijkeit wieder aufgenommen. Der Maschinenpark wurde nach dem Kriege erneuert und die Einrichtungen verbessert. Die Firma ist ihrer speziellen Fertigung wegen weithin bekannt und nahezu alle Verkehrsbetriebe in Deutschland lassen dort defekte Rollenlager aufarbeiten oder Speziallager von 50 mm an aufwärts anfertigen. Auch das Interesse des Auslandes ist groß. Hergestellt werden u. a. Spezial-Zyl-RoUenlager und Spezial-Längslager für Stahl- und Walzwerke, Spezial-Pendelrollenlager mit 800 mm Außen- durchmesser und 240 men Brate, Spezial-Zylinder-Rollenlager mit 540 mm Außendurchmesser. 11 nähhtdeke gjphäcke Narr zu rechter Zeit sein, ist auch eine Kunst * Ein Narr kann oft auch einen Weisen lehren. » Der Narrenorden ist der stärkste. * Jedem Narren gefällt seine Kappe. * Narrenspiel will Raum haben. Narrenlob halt nkht die Prob 1 . * Große Narren — große Schellen. * Wenn ein Narr lacht, lachen alle mit. Narren wachsen unbegossen, * Die Narren sterben nicht aus. * Nicht alle Narren habep Kappen. !Bcuchsalec AUetlei Sterbetafel: Gestorben ist Frau Apollonia Frey, geh. Stein, Ehefrau des Christian Frey, Arbeiter, 72 Jahre alt, Pappelweg 4. Deutscher Katholischer Frauenbund Bruchsal (Arbeitskreis). Am Mittwoch, den 7. Febr., 20 Uhr, Flicken im Caritasheim der Rheinstr. Liedertafel Bruchsal. Heute Dienstag, Treffpunkt 20 Uhr im Denner. Frauen sind mitzubringen! Odenwaldklub. Abmarsch zum „grünen Holz“ heute 18.61 Uhr. Treffpunkt: Württemberger Straße 15. Dienstzeiten der Bruchsaler Apotheken. Ab sofort sind die vier hiesigen Apotheken täglich (auch am Mittwoch- und Samstagnachmittag) wie folgt geöffnet: von 8—12.30 und von 14.30—18.30 Uhr. Zu den übrigen Zeiten (zwischen 12.30—14.30 und nach 18.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen) ist nur die diensttuende Nachtdienstapotheke geöffnet. Diese ist durch Anschlag an jeder Apotheke ersichtlich. Jeder Paßinhaber kann ab 1. Februar für 3 Tage in die Schweiz reisen. Mit dem Uebergang der, Paßhoheit auf die Bundesrepublik am 1. Februar kann jeder Inhaber eines gültigen Reisepasses sofort für 3 Tage in die Schweiz reisen. Der hierfür erforderliche „Spezialtagesschein“ wird jetzt jederzeit auch solchen Paßinhabem ausgestellt, die ihren Wohnsitz nicht innerhalb der Zone des kleinen Grenzverkehrs haben. Staatliche Majolika-Manufaktur feiert 50- jähriges Bestehen. Die im Jahre 1901 von Großherzog Friedrich I. gegründete Staatliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe kann dieses Jahr auf ihr fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Erzeugnisse mit dem von Hans Thoma geschaffenen Signum sind in aller Welt bekannt und vielfach international ausgezeichnet worden. Notdach ffir den Turm der Stadtkirche. Um den Turm des ältesten Bruchsaler Gotteshauses, der Liebfrauenkirche, vor der weiteren Verwitterung zu bewahren, errichtet das Bezirksbauamt gegenwärtig über dem noch einigermaßen erhaltenen Glockenetuhl ein Notdach. Nach Fertigstellung des Daches wird darüber ein Kreuz aufgestellt, tun auch nach außenhin zu dokumentieren, daß es sich tun kein x-beMebiges Bauwerk, sondern um eine Kirche handelt. Kolpingsfamilie. Alle Mitglieder treffen sich heute Dienstag, 6. Febr., um 20 Uhr, im Gasthaus „Am letzten Brunnen“. Die Versammlung steht unter dem Motto „Am Stammtisch im Lokal“. Einzelhandeisgeschäfte heute mittag geschlossen. Die Bruchsaler Einzelhändler sind überein gekommen, am Nachmittag des Fastnachtdienstages ihre Geschäfte zu schließen, um dem Personal die Möglichkeit zu geben, sich am allgemeinen Faechingstreiben zu beteilig«!. Die Kundschaft wird deshalb gebeten, die notwendigen Einkäufe schon in den Vormittagsstunden zu tätigen. Bruchsaler Schwimmverein. Die für Mittwoch, 7. Febr., vorgesehene Monatsversamm- iung des Bruchsal«* Schwimmvereins muß ausfalten. Die nächste Versammlung findet erst am 7. März statt. ialftonaltfceater Mannheim Spielplan bis 12. Februar 1951 Montag, 5. 2., 20.00 Uhr: „Die beiden Nachtwandler“. Dienstag, 6. 2„ 19.30 Uhr: „Maske in Blau“. Mittwoch, 7. 2., 19.30 Uhr: „La Traviata“, Oper von Giuseppe Verdi. Donnerstag, 8. 2„ vormitt.. 10.00 Uhr: Für die Schüler höherer Lehranstalten „Der fliegende Holländer“, Romantische Oper von R. Wagner. Donnerstag, 8. 2., WAO Uhr: „Die heilige Johanna“, Schauspiel von Bemard Shaw. Freitag, 9. 2., 19.00 Uhr: „Der Rosenkavalier“, Komödie für Musik von Hugo von Hofmannsthal, Musik von Richard Strauß. Samstag, 10. 2., 19A0 Uhr: Zum ersten Mal«: „Sechster Stock“, Komödie von A. Gefall Sonntag, 11. 2., Nachmjttagsvorst. zu erm. Preisen: ..Hänael und Grete! -.' ’ ' -opeT Dienstag, den 6. Februar 1951 von E, Humperdinck — 14.00 Uhr — hierauf: „Die Puppenfee“, Ballett v. J. Bayer. Sonntag, 11. 2., 20.00 Uhr: „Die Boheme“, Oper von G. Puccini. Montag, 12. 2., zum letzten Male um 19.30 Uhr: „Der Tod des Handlungsreisenden“, Schauspiel von Arthur Miller. Sonntag, 11. 2., 20.00 Uhr: Gastspiel in Seckenheim „Vereinshaus“: „Sturm im Wasserglas“, Lustspiel von Bruno Frank. * Odenheim Die einzelnen Klassenlehrer hatten in der vergangenen Woche die Eltern ihrer Schulkinder zu einem Elternabend eingeladen. Zwischen den zahlreich erschienenen Eltern und den Erziehern entwickelte sich eine längere, herzliche Aussprache, die dazu beigetragen hat, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus weiter zu vertiefen. Die Elternschaft sprach sich dafür aus, größere Schulausflüge auch weiterhin beizubehalten. Die Versammlung beschloß, die Gemeindeverwaltung darum zu bitten, den einzelnen Klassenzimmern durch Wiederbeschaffung von Vorhängen ein freundlicheres Gesicht zu geben. Steuerinspektor Poser sprach am Donnerstag im Bürgersaal des Rathauses im Rahmen des Volksbildur.gsWerkes über „Steuern, die den Landwirt und den Gewerbetreibenden interessieren“. Die zahlreich Versammelten spendeten dem Referenten für seine interessanten und aufschlußreichen Ausführungen lebhaften Beifall. Heiraten: Maurer Sigmund Becker und Zigarrenarbeiterin Ida Försehing; Blechner Herbert Kornelius und Zigarrenmacherin Maria Henrich; Gleisbauarbeiter Oskar Czada und Weberin Klara Röderer; kaufmännischer Angestellter Werner Weiß und Friseuse Hedwig Kunzmann; Mechaniker Herbert Eichler und Ilsa Berta Vetter. Sterbefälle : Maria Stricker, geb. Meister, 78 Jahre alt; Landwirt Ernst Baumann, 56 Jahre alt, Maurer Jakob Gerhardt, 68 Jahre alt. w. Untergrombach Der Bahnhofskiosk, Inh. Ingenieur Franz Schmitt, ist heute bis 24-Uhr geöffnet. Die Genehmigung der Behörde ist erteilt. Aus diesem Anlaß hat sich der Besitzer bereit erklärt, für alle kleinen und großen Kinder einen „Schlot- zer“ gratis zu spenden. Die letzten zwei Sonntage brachten auf dem Kappelberg drei Kirschbäume zur Blüte. Das neue Leichienhaus wird voraussichtlich an Pfingsten — oder etwas später — eingeweiht. Abschied von Recj.- Am 31. Januar trat Reg.-Vermessungsrat Zwilling in den wohlverdienten Ruhestand. In einer schlichten Feierstunde nahm das Bad. Vermessungsamt Bruchsal von seinem" langjährigen Dienstvorstand Abschied. Im Namen der Mlnisteriaiabteilung für Straßen-, Wasser- und Vermessungswese n Karlsruhe sprach Oberregierungs- und Vermessungsrat Brünner ehrende Worte und drückte den Dank aus für die dem badischen Staat in über 40 Jahren treu geleisteten Dienste. Er führte u. a. aus: „Abschiednehmen ist schwer, besonders wenn man mit seiner Wirkungsstätte so verwachsen ist, wie Reg.-Vermessungsrat Zwilling, leitet er doch seit 1928 das Bäd. Vermessungsamt Bruchsal. Dieser Bezirk war ihm nicht fremd, da er ja seine engere Heimat ist. Reg.-Verm.-Rat Zwilling ist 1883 in Forst geboren, studierte an der Technischen Hochschule Karlsruhe Geodäsie, legte 1906 die erste und 1908 die zweite Staatsprüfung ab. Seine praktische Tätigkeit erstreckte sich zunächst auf die Vermessungsämter Villingen und Durlach. Die. Teilnahme am ersten Weltkrieg unterbrach sein Wirken als Dienstvorstand beim Vermessungsamt Eppingen. Nach Auflösung dieses Vermessungsamtsbezirks Der neue deutsche Reisepaß ist da Eine Woche Wartezeit — Was Jeder Antragsteller wissen muß Der neue deutsche Reisepaß, der, wie bereits gemeldet, mit dem Uebergang der Paßhoheit an die Bundesrepublik heute am 1. Februar, an die Stelle der bisher vom „Com- bined Travel Board“ ausgegebenen „vorläufigen Reiseausweise“ tritt, wird in-den Landkreisen von den Paßstellen der Landratsämter und in den „kreisunmittelbaren“ Städten von den Paßämtern der Oberbürgermeister ausgegeben. Die Antragsformulare, die man auf den Paßämtern erhält, erstrecken sich mir auf Personenangaben und Fragen ijber Ziel und Zweck der geplanten Auslandsreise. Der Antragsteller muß, wie wir erfahren, dem Paßamt folgende Papiere ein-. reichen: 1. Das ausgefüllte Antragsformular; 2. Eine Erklärung der Wohnsitzgemeinde, daß keine Bedenken gegen die Ausreise des Antragstellers vorliegen. Diese Erklärung, die auf der Rückseite des Antragsformulars aus- . zufertigen ist, soll zum Beispiel verhindern, daß sich jemand durch eine Auslandsreise . einer etwa bestehenden Unterhaltspflicht ent- . zieht; 3. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes; 4. Zwei Lichtbilder im Halbprofil ohne Kopfbedeckung, auf denen das linke Ohr sichtbar ist, im Format 3X4,5 cm. Wenn der Antrag von dem zuständigen Paßamt bewilligt ist, muß der Antragsteller persönlich bei der Behörde erscheinen, um durch Vorlage seiner Kennkarte seine Identität nachzuweisen sowie dem Beamten einen augenscheinlichen Vergleich der Paßbilder mit der Person des Antragstellers und die Üeber- prüfung seiner auf dem Paßamt zu vollziehenden Unterschrift zu ermöglichen. Der Nachweis der deutschen Staatsangehörigkeit, die Voraussetzung für die Ausstellung des deutschen Reisepasses ist, wird für alle Personen, die schon vor dem zweiten Weltkrieg ihren Wohnsitz in dem Gebiet der jetzigen Bundesrepublik hatten, von den Paßämtem selbst durch eine Rückfrage beim Einwohnermeldeamt beigebracht. Wer vor dem Kriege nicht im Gebiet der jetzigen Bundesrepublik wohnte, muß jedoch seine deutsche Staatsangehörigkeit durch Vorlegung eines alten deutschen Wählen ~ l>Iiuj oder nicht hing? Ein Wort nach den Gemeinderats wählen — Von Pfarrer Osear Frey Es werden zur Zeit wieder viel Witze gemacht, man sagt, in jedem Witz steckt ein Körnchen Wahrheit. Es gibt ein altes Buch. Da hat ein gescheiter Kopf in den 70er Jahren alle Witze zusammengestellt, die damals über den Staat und führende Männer in Staat und Kirche gemacht wurden. Schade, daß es vergriffen ist und nicht mehr verlegt wird. Da und dort kann man es noch in einer alten Bibliothek finden. Sie waren wirklich geistreich und enthielten viel' Wahrheit. Neulich wurde mir einer serviert, der fängt an: Wählst du CDU, wirst Soldat im Nu, wählst du Demokrat, wirst du auch Soldat und dann geht‘s weiter ... .Auch der neueste Gruß mit „Korea“ wurde mir entziffert. Man staunt nur, in was für Köpfe solche Kost gebraut wird. Man braucht sie nicht drucken lassen, wie ein Lauffeuer gehen sie durch unser Volk. Sogar die Jugend merkt sie sich gut und rasch. Was sie sonst auswendig lernen soll und muß, das will nicht in den Kopf hinein. Nun zurück zu einem Wort nach der Wahl. Einsichtige Männer, glaube ich, sind in einem Punkt alle eins. Staat, und Kirche müssen eigentlich dafür Sorge 'tragen, alle Inaktiven zu Aktiven in und an der Volksgemeinschaft zu erziehen. Damit ist ohne weiteres das The- Werm.-Rat Zwilling kam Reg.-Verm.-Rat Zwilling als zweiter Beamter nach Bruchsal und seit 1928 liegt die Führung dieses Vermessungsamts in seiner erfahrenen Hand. Hier hat er unermüdlich gearbeitet und Freud und Leid erfahren. Das Letztere besonders durch den Fliegerangriff am 1. März 1945, bei dem nicht nur sein Hab und Gut, sondern fast das ganze Vermessungsamt ein Raub der Flammen wurde. Doch mit Energie begann er bereits im September 1945 in mühevoller Kleinarbeit mit dem Wiederaufbau des Vermessungsamts. So darf er sich heute an seinem Dienstaustritt sagen, daß f er als treuer Beamter seine Pflicht ganz erfüllt hat und darum wird er bei der Landesvermessung nicht vergessen sein. Reg.-Verm.-Rat Zwilling dankte in bewegten Worten für die treue Mitarbeit und versprach, mit dem Amt auch weiterhin verbunden zu bleiben. Anschließend überbrachte ein Sprecher des Bad. Verm.-Amts Bruchsal und der städtischen Vermessungsabteilung, die RVR.. Zwilling in vermessomgstechnischer Hinsicht ebenfalls unterstand, den Dank und die Abschiedswünsche der ganzen Gefolgschaft. Mögen sie in Erfüllung gehen! ):( ma gegeben, daß auch einmal einige Zeilen angebracht sein dürften, ob wählen klug oder nicht klug ist. Wenn der Bauer nicht sät, kann er nicht ernten. Arbeitet der Handwerker nichts, wird keine Fertigware auf den Markt kommen. Geht der Arbeiter nicht zur Arbeit, der Beamte nicht auf sein Büro, wird kaum ein Zahltag fällig werden. So könnte man wieder weiter machen. Rast ich, so rost ich. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen —. Wer nicht wählt, der kann auch nicht mitreden oder durch seine Vertreter mitbestimmen. Es ist doch jedem ohne jede Diskussion klar, daß das Wählen doch letztlich eine Bedeutung, einen Zweck hat. Oder sollen sich der Chef einer Gemeinde und nur ein paar Männer heute mit den schweren Tagesfragen und Tagesaufgaben allein herumischlagen und so und so viel Prozent in unserrn Volk sich um absolut gar nichts kümmern? Nur Zusehen, wie es andere machen, ist nicht klug. In Notzeiten nur andere schaffen lassen, die Vorteile für sich in Anspruch nehmen und, wenn Lasten zu tragen sind, sich davon drük- ken, ist nicht klug. Nur andere angeben lassen, nur tanzen, wie andere pfeifen, auch wenn man eine Faust in der Tasche macht, ist nicht klug. ; Wo es sich um das Schicksal der Gemeinde, des Kreises, oder des ganzen Landes handelt, sollte im Grunde jeder und jede interessiert sein, je nach seiner Weltanschauung und Partei, falls überhaupt jemand eine Weltanschauung hat öder einer Partei angehört. Das Zeitalter des Maulaffenfeilhaltens sollte doch endlich vorbei sein. So gesehen, würde das Bild der letzten Gemeindewahlen da und dort ein anderes Gesicht bekommen. Nicht nur auf dem Weg der Diktatur, sondern auch über den Weg der Vernunft und Klugheit müßte man zu 99 Prozent, ich will nicht sagen 100 prozentigen Wahlergebnissen kommen. Die glaubt einem doch niemand im In-, noch weniger im Ausland. Aber es wird immer so bleiben. Es wird immer eine Gruppe geben, die nicht aus ihrer Ruh zu bringen ist, denen alles, aber auch wirklich alles egal ist. Nur noch die Esel im Tiereich machen dieser Sorte von Menschen Konkurrenz. Wenn nämlich ein Esel nicht will, will er nicht, und wenn man ihn totschlägt. Vielleicht läßt sich doch der eine oder die ander geneigte Leser oder Leserin zu dieser vernünftigen Klugheit verstehen. — Sie kennen alle ein altes Sprichwort: Viele Hände machen ein baldig Ende. Das gilt auch in Punkto wählen, nach der guten und leider auch nach der schlechten Seite, Reisepasses, eines Flüchtlingspasses, oder eines sogenannten „Staatsangehörigkeits- Nachweises“ oder durch eine Erklärung des Einwohnermeldeamtes seines früheren Wohnortes selber erbringen. Höhere Gebühren zu erwarten Die Ausstellung des Passes, die in dringenden Fällen in zwei Tagen erfolgen kann, wird im allgemeinen etwa 5 bis 10 Tage in Anspruch nehmen. Nach der Paßgebührenord- mmg von früher, die wieder in Kraft gesetzt Ist, kostet der Reisepaß eine Gebühr von 3,80 DM. Man erwartet jedoch, daß diese Gebühr durch ein neueä deutsches Paßgesetz, das von der Bundesregierung vorbereitet wird, erhöht werden wird. Wer früher bereits einen deutschen Reisepaß besaß, muß diesen abgehen, ehe er den neuen Paß erhält. Die vom „Com- bined Travel Board“ ausgestellten „vorläufigen Reiseausweise“ für Deutsche können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeitsdauer weiter benutzt oder vom 1. Februar ab gegen deutsche Pässe umgetauscht werden. Neben dem Einzel- und dem Familienpaß kann auch die Ausstellung eines „Kinderausweises“ beantragt werden. Auf Grund der neuen Paßbestimmungen werden jedoch keine „Sammelpässe“ mehr ausgestellt, wie sie bisher von Reisegesellschaften beim „Cormbined Traval Board“ beantragt werden konnten. Staatenlose Personen und Ausländer, die von ihren Heimatländern keine Pässe erhalten können, müssen unter den neuen Paßbestimmungen bei den deutschen Paßbehörden einen „Fremdenpaß“ beantragen, den sie auch bei sich führen müssen, wenn sie nicht die Absicht haben, ins Ausland zu reisen. Diese Bestimmungen gelten nicht für die von der IRO versorgten Displaced Persons. Wiesental In der Eltembeiratssitzung von der Volksschule Wiesental gab Rektor Kerner die Versetzung von Lehrer Pfeiffer, der seit 14 Jahren in Wiesental unterrichtete, nach Karlsruhe bekannt. Dafür erhielt die Volksschule mit Frl. Gaberdin aus Mannheim eine neue Lehrkraft. — Für die Volksschule steht ein neuer Lehrplan in Aussicht, der eine wesentlich höhere Stundenzahl, besonders für die Oberklassen, vorsieht. Als neues Lehrfach wird die Gemeinschaftkunde eingeführt. Diese soll jedem Kinde das Verhältnis des einzelnen Menschen zu seinen Mitmenschen und zur Gemeinschaft näherbringen. Weiterhin gab Rektor Kerner einen zusammenfassenden Ueberblick über die von der Gemeindeverwaltung im letzten Haushalts- Etat bewilligten Neuanschaffungen. — Neben Schulbänken, neuen Lehrmitteln, wurde vor allem eine den hygienischen Anforderungen entsprechende Toilettenanlage eingerichtet. Die Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes für Film-Vorführungen, Schüler-Veranstaltungen und für das Schulturnen bleibt dem laufenden Jahr Vorbehalten. Ueber einige Mißstände entwickelte sich eine lebhate Diskussion. So müsse es z. B. im Interesse eines geregelten SchuLbetriebes liegen, die einstigen Lehrerhäuser wieder den auswärts wohnenden Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. Ferner sollte in Zukunft bei Erkrankung von Lehrkräften schneller für Aushilfe gesorgt werden. Rheinwasserstände Konstanz 300 (—2), Rheinfelden 217 (—6), Breisach 156 (—10), Straßburg 232 (—10), Karlsruhe 412 (—4), Mannheim 295 (—7), Mainz 309 (—6), Bingen 218 (—6), Caub 239 (—10). EUROPA - LICHTSP)CLg zeigen vom 6.—8. Februar HANS ALBERS Eine „filmischeKostbarkeit“ Ein Zirkusfllm wie er bisher noch nicht wieder gedreht wurde! Täglich 17, 19 und 21 Uhr. Reformhaus Töpfer, Viktoriastr. 4 Der wirkungsvolle Verkaufshelfer ist die Anzeige in der Heimatzeitung Jetzt kaufen Sie billig Baby-Wäsche bei Winterhalfer Schönbornstr. 35 Engelsgasse 1 Inserieren bring! Gewinn' Wer sucht Geld? Hypoth., Dari., Aufbau- und ERP-Kredite? Unverbindl. Auskunft in Bruchsal, Gaststätte „Prinz Max“ tgl. von 9—12 Uhr, außer montags Unsere Geldgeber zahlten nachweisbar K Mill. DM aus. Unterlagen liegen dafür vor. Baumsfück 18 Ar in der „Schweinsgrube“ Baumstück 15 Ar in der „Silberhölle“ zu verpachten. Angeb. unter Nr„ 571 an die Gesch.-St. der B. P. Lagerraum od. Garage zu vermieten. Bruchsal, Schönbornstr. 39. Original HOHNER Mundharmonikas ab DM —.50 in gröfjfer Auwahl Musik-Müller Bruchsal Kaiserstr. 21 ...schwerhörig? Sie hören wieder wie früher durch dar Philips-Hörgerät. 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Den verfolgt aber das Pech!“ Ist nun eine Serie von Unfällen, denen ein Mensch ausgesetzt ist, wirklich nur Pech? Nur Zufall? Statistiker und Wissenschaftler sagen „Nein“. Haben doch ihre Erhebungen und Untersuchungen in langen Jahren einwandfrei ergeben, daß es tatsächlich bestimmte Menschen gibt, die unter vollkommen gleichen Bedingungen wie andere eine ungleich größere Zahl von Unfällen erleiden. So haben z. B. die Untersuchungen in einem großen Industrieunternehmen ergeben, daß etwa 80 Prozent aller Unfälle innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren auf das Konto einer Gruppe von etwa 30 Prozent der verunglückten Arbeiter zu schreiben war. In diesem Zeitraum hatten also verschiedene Arbeiter eine ganze Reihe von Unfällen zu verzeichnen. Das ist zweifellos beachtlich. Und diese statistische Erhebung wird durch die Erhebungen der amerikanischen Polizei bestätigt, die ebenfalls feststellen mußte, daß von je 5000 Autofahrern etwa sechs Prozent nicht weniger als 72 Prozent aller Autounfälle auf sich vereinigten. Ihren Kopf woanders Wären an den Menschen, die ständig von Unfällen verfolgt werden, zumeist nicht auch die Versicherungsgesellschaften interessiert, würde man sich ihrer bisher wohl kaum besonders angenommen haben. So aber vermuteten verschiedene Versicherungsgesellschaften, daß hinter der Unfallserie ihrer Versicherungsnehmer vielleicht eine gewisse Absicht stecken könnte, also eine Art Selbstverstümmelung, um in den Genuß der Versicherungssumme zu kommen. Ganz wenige Fälle ausgenommen, mußte diese Vermutung bei der Mehrzahl der übrigen schon nach kurzer Zeit fallen gelassen werden. Die von den Versicherungsgesellschaften alarmierten Wissenschaftler bekamen aber bereits nach kurzer Zeit heraus, daß sie es hier mit einem ganz besonderen Menschen- Typ zu tun hatten. Fast in allen Fällen stellte sich nämlich heraus, daß die von einer solchen Unfallserie Betroffenen seelischen Kummer, Ehezerwürfnisse, drückende Sorgen hatten. Andererseits wieder waren viele darunter, die in ihrem Beruf keine' Befriedigung fanden 5 kg Höchstgewicht für Rußlandpakete Das Bnndespostnnnisterium teilt mit, daß Pakete an deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetzone künftig nicht mehr unter der Anschrift oder durch Vermittlung des Roten Kreuzes verschickt werden können, sondern nur noch zur direkten Beförderung über die Sowjetzone und Polen zugelassen werden. Monatlich darf an einen Kriegsgefangenen ein Paket versendet werden. Als Höchstgewicht für die Pakete sind fünf Kilogramm zulässig. Es dürfen Lebensmittel, Kleidungsstücke und andere lebensnotwendige Gegenstände geschickt werden. Nicht zugelassen dagegen sind Briefe, Zeitungen oder sonstige Drucksachen.' Die Pakete, die gebührenfrei sind, müssen als „Kriegsgefangenenpaket“ gekennzeichnet sein. Notwendig ist eine Auslandspaketkarte und eine Zollinhaltserklärung, die dreifach — in deutscher, französischer, englischer oder russischer Sprache — deutlich auszufüllen ist. und ihre Arbeit deshalb mit innerem Wider- willen taten. Allen gemeinsam war, daß sie der Arbeit, oder den äußeren Umständen, die die Ursache ihrer Unfälle bildeten, nicht die notwendige Aufmerksamkeit schenkten. Sie hatten zur Zeit des Unfalls, wie ein volkstümlicher Ausdruck lautet, „ihren Kopf woanders“. Wie ist Hilfe möglich? Ausgehend von dieser Erkenntnis haben große Industriebetriebe in westlichen Ländern schon seit einiger Zeit sogenannte „psychologische Beratungsstellen“ eingerichtet, die besonders von Frauen viel besucht werden. Mit ihrer Hilfe aber kann nur ein Teil der solchermaßen durch seelische Zerüttungen von Unfällen bedrohten Menschen erfaßt werden, vollkommen außer jeder Kontrolle liegen alle Unfälle, die sich auf der Straße ereignen. Die mit dieser Frage beschäftigten Wissenschaftler haben es als beste Abhilfe bezeichnet, wenn durch geeignete Aufklärung über den Unfallschutz in der Öffentlichkeit immer wieder auf dieses Faktum hingewiesen wird. Da ein Unfall den Betroffenen meist in noch größere persönliche Not führt, als sie zur Zeit des Unfalls bestand, liegt es in seinem eigensten Interesse, mehr auf sich selbst zu achten. Die ersten originellen Warnungstafeln tauchten vor kurzem in den USA auf. Statt der üblichen Unfallwarnungen stand darauf: „Du hast Dich über Deine Frau geärgert? Denk nicht so viel daran. Deine Maschine kennt keine Rücksicht auf Deinen Kummer!“ Da sich seit 1945 in fast allen Ländern die Zahl der'Unfälle verdoppelt, ja verdreifacht hat und noch weiter ansteigt, wird auch dieses Gebiet der Unfallverhütung zweifellos und hoffentlich schon in naher Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit bei den verantwortlichen Stellen finden. -ker Die riesigen Lawinenstürze, die in diesen Tagen aus dem gesamten Alpengebiet gemeldet wurden, erwecken die Erinnerung an die furchtbarste Schneekatastrophe der Geschichte, die sich während des 1. .Weltkrieges im Winter 1916/17. vornehmlich an der Dolo- mitenfront ereignete. Freund und Feind waren die Opfer dieses entsetzlichen Unglücks und -man schätzt, daß es über 10 000 Soldaten der deutschen, österreichischen und italienischen Alpenkorps waren, welche der weiße Tod in verhältnismäßig kurzer Zeit in die Tiefe riß. Infolge des Krieges wurde das Geschehen damals nur wenig bekannt, auf beiden Seiten verschwiegen und in den Heeresberichten nicht genannt. In die Tiefe gerissen Es hatte wochenlang stark geschneit und der Schnee lag imverhältnismäßig hoch. Ein plötzliches Föhnwetter trieb das Thermometer über Nacht auf über null Grad und schon donnerten ungeheure Schneemassen in die Täler. Der Krieg stand still. Auf beiden Seiten dachte man nicht mehr an den Gegner, sondern vereinigte sich zur Rettung der unter den Lawinen befindlichen Kameraden. Zwei Wochen vor Weihnachten 1916 setzte auf der Marmolata, der höchsten Erhebung der Dolomiten, der Wettersturz ein. Während am Morgen noch 40 Grad Kälte registriert wurden, herrschte am Abend bereits Tauwetter, ln das Eis des Marmolataglet- schers hatten die Österreicher in etwa 3000 m Höhe eine „Eisstadt“ gesprengt, in welcher Kaum daß sich die Welt von den Schrecken des letzten Krieges erholt hat, sind auch die Wissenschaftler aus der Stille Ihrer Laboratorien und Studierzimmer aufgebrochen, um den ewigen Kampf um die Geheimnisse dieser Erde wieder aufzunehmen. Da sind zunächst die „Wetterfrösche“, die sich die meteorologischen „Hexenküchen“, das sind die beiden Polargebiete, vorgenommen haben. Auf dem 2000 Meter hohen Eisgebirge der Insel Grönland arbeiten zwei französische Expeditionen, die die klimatischen Bedingungen untersuchen und gleichzeitig die geologischen Verhältnisse erforschen wollen. Mysteriöse Seen Ähnliche Aufgaben haben die Geologen und Meteorologen, die schon seit Jahresfrist im Aufträge der amerikanischen und kanadischen Wehrmacht Abschied von der Zivilisation genommen haben und sich um eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme und vor allem eine kartographische Vermessung der nördlichen Spitze Amerikas, der Halbinsel Alaska und des Yukongebietes, bemühen. Es ist kein Geheimnis, daß dabei auch die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die militärische Verteidigung dieser Gegenden gelegt werden. Auf der anderen Seite der Erde, am Südpol, herrscht ein noch größeres „Gedränge“ neugieriger Wissenschaftler. Im letzten Sommer ist eine große internationale Expedition, bestehend aus Norwegern, Schweden und Engländern, an der Küste des Queen-Maud- Landes eingetroffen und hat sich auf den Weg zu den mysteriösen eisfreien Seen inmitten des Polarkreises gemacht. Diese eisfreien Seen wurden bereits 1938 von einem deutschen Flugboot gesichtet und ihre Existenz später auch von der Expedition des bekannten amerikanischen Südpolforschers Admiral Byrd bestätigt. Der Südpol wird gleichzeitig von französischen, chilenischen, argentinischen und australischen Gruppen bestürmt — im ganzen sind es sechs Expeditionen. mehrere hundert berggewohnte Tiroler senut- zen untergebracht waren. Am Morgen gegen 6 Uhr brach die Gipfeleishaube und beinahe eine Million Kubikmeter Schnee fegte über das Lager in die Tiefe. Eine Hütte, die mit 40 Soldaten belegt w?r, schleuderte die Gewalt des Luftdrucks 500 m in die Höhe. Von ihr war nachher nichts mehr zu finden. Die ganze „Eisstadt“ kam ins Rutschen und über 300 Soldaten holte hier der weiße Tod auf einen Schlag. Ein Wundergesehah Freund und Feind beteiligten eich an der Suche. Die Gegnerschaft war vergessen. Aber alle Bemühungen waren vergeblich. Kein Leben war mehr zu finden. Man wollte die Arbeiten nach vier Tagen aufgeben, als — ein Wunder geschah. Aus dem grauweißen Schmutz streckte sich plötzlich eine Hand, dann ein Arm. Gebannt starrten die Retter darauf und wagten kaum zuzugreifen. Dann zerschlugen sie die Eiskruste und zerrten nach über 100 Stunden einen jungen Kaiserjäger lebend ans Tageslicht. Mit den Händen hatte dieser sich durch den über sechs Meter hohen eisverhärteten Schnee gegraben und meldete, daß da unten — vielleicht — noch Leben wäre. Von neuem begannen die Arbeiten, aber nur noch acht Soldaten konnten lebend geborgen werden. Noch Jahrzehnte später gab der Marmolata- gletscher in den Sommermonaten immer wieder Reste von Toten frei, die von den Lawinen das Winters 1916/17 verschlungen worden waren. Die „Wüste des Todes“ Interessanter und angenehmer mag es bqi den vielen Expeditionen zugehen, die den Spuren vergangener Reiche und Zeiten mit dem Spaten der modernen Wissenschaft folgen. Ihr bevorzugter Tummelplatz ist der Nahe Osten und die angrenzenden Länder. In Indien geht es dabei um das „Troja Asiens“, die sieben Mal übereinander gebauten Siedlungen von Hohen!o Daro im Indns- tal, wo man reiche Beute an Zeugnissen versunkener Kulturen macht. In Afghanistan ist es die „Wüste des Todes“, wo eine Expedition des New Yorker Museums für Naturgeschichte große Teile der alten Stadt Pescha- warum ans Tageslicht befördert Von besonderer Bedeutung für die Geschichtsforscher in Kleinasien ist die Entdeckung des Grabes von König Midas, dem sagenhaften Manne, dem auf Geheiß des Gottes Dionysos alle Dinge zu Gold wurden. Das Grab des Königs Midas ist ein Teil eines großen Ruinenfeldes, ln dem die amerikanischen Gelehrten, die im Aufträge der Universität von Pennsylvanien arbeiten, die 3000 Jahre alte Hauptstadt Phrygiens vermuten. Mit Geigergerät Die Entdeckung dieser Gräberfelder geht auf die zufällige Beobachtung eines amerikanischen Luftreisenden zurück, dem die Regelmäßigkeit einer Anzahl von Hügel auf gef allen war. Was hier Zufall war, wird aber von den Forschem schon lange im System gemacht: Gebiete, in deren Boden man versunkene Städte und Gräber vermutet, werden aus der Luft fotografiert und vermessen. Die Luftbild-Kamera macht ihre Spuren wieder deutlich. Was der Luftbild-Kamera entgeht, wird unweigerlich von einem „Geigergerät“ festgehalten. Geigergeräte dienen bekanntlich zur Feststellung der Radioaktivität eines Stoffes und spielen bei den Schutzmaßnahmen gegen die Folgen eines Atombombenangriffs eine große Rolle. Das Geigergerät der wissenschaftlichen Schatzgräber hat die Fähigkeit, das Vorhandensein und das Alter bestimmter radioaktiver Stoffe anzuzeigen, die im menschlichen und tierischen Körper ebenso wie in den Pflanzen enthalten sind. Mit diesem Gerät haben amerikanische Wissenschaftler das Alter prähistorischer Pflanzen und Tiere festgestellt und anhand von Funden, deren Alter mit Sicherheit festliegt.die absolute Genauigkeit des Geigergerätes nachweisen können. Todesopfer bei Fasnachtschlägerei Oberkirch (lds). Im Verlauf einer Schlägerei zwischen sieben bis acht Besuchern einer Faschingsveranstaltung und zwei Gendarmeriebeamten wurde in Oberkirch ein 30 Jahre alter Eisenbahnbeamter aus Appenweier durch einen Bauchschuß tödlich verletzt. Nach dem Bericht der Gendarmerie waren die beiden Gendarmeriebeamten als Streife zur Überwachung der Gastwirtschaften eingesetzt und haben in Notwehr von ihrer Schußwaffe Gebrauch gemacht. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind noch im Gange. Auskünfte über Fremdenlegionäre in Indochina Baden-Baden (ldf.' Das französische Rote Kreuz kann jetzt Auskünfte über das Schicksal deutscher Fremdenlegionäre in Indochina erteilen. Anfragen sind an das französische Rote Kreuz in Baden-Baden, Bismarcks traße 8, zu richten. Die in französischer Sprache einzureichenden Anfragen müssen enthalten: Name und Vorname des Legionärs, Geburtsdatum und -ort, Nummer, Dienstgrad, Einheit, Postleitzahl (Secteur Posta!) und das Datum, an dem der Gesuchte das letzte Mal Nachricht gegeben hat. Der Untergang der Marmolata - „Eisstadt" Erinnerung an die schwerste Lawinenkatastrophe der Geschichte Über zehntausend Soldaten wurden ihr ODfer Der Fall Coranny Roman von Maria Oberlin Copyright 13% bj Prometheus- Verlag Dr. Eichacker 22 . gortfegung »Slun gut, i® ging na® heftiger 9lusefttan* deriegung mit roanfenben Stnien, bas oofl ©itterfeif, {»maus. 9luf bet Steppe bis pm erften Stod — Sonio rooijnte im groeiten — be* gegnete mir niemand, bas mar einer jener un= glüdli®en 8 ufäüe, bie mir beinahe den $als ge* toftet gatten. 9113 i® auf bem breiten ©ieknflur bes erften Siodes anfam, oermigte i® plögli® mein S(otigbud). 3® gatte es während bes "ie* fprä®s gebanlenlos hetausgegogen unb auf ben $if® gelegt. Cs enthielt meinen ©reffeausroeis unb roi®tige ©öligen. 3$ blieb roie erftarrs Regen, aber id) taugte gleich, bag t® es gokn mugte. Seufgend ging t® die Steppe ptüd, f®roeren £etgens öffnete id) bk Sitte, nachdem mein 9Jntlopfen ntdjt beantwortet roorben war. S®on Borger batte ich ein f®ugägnli®es Ge* räuf® gegärt, fpäter erinnerte id) mi® baran 3® gatte aber — gang in meine eigenen 6 c bauten nerfponnen — nid>t batauf geartet. 9lls td) eintrat, fiel bas Sicht febr heb auf bett Sifd), mein Slotigbu® lag ba. 3® griff bana®, bas 3 tmmer f®ien leer p fein. 6 tft na® turgem Umgerf®auen merfte id), bag ©orannt) im Stffel am genfter fag. 3® erf®raf. 6 tutas in feiner Haltung machte mi® Rugig. 3® trat näher. 6 t lag fterbenb not mir. 6 r war burdjs §er$ ge* troffen roorben. ©lut Rderte noch ht langfamen, furchtbar Rrömenden Stopfen aus bet 2 Bunbe über feinen heben 9typg„ ©kfe tinnenben, jldetnben Stopfen, bie fein Seben ausftrömtenl hundertmal hübe ich ft« nachher im 9Ba®en unb im Sraum not mit gefegeni* 9tngcla Rögnt auf. »Sie traten bas 5ur®tbarReI* 6 :e roegtk feine f®roetgengebktende $and ruhig, mübe ab. „Soffen fte nur! 3® roib weiter erzählen. Sie tönnen Reh benfen, was fltfdwh: 3®. frte auf, etfeprat furchtbar, taumelte ptüd unb fdjebte na® bem ©crfonal. 9 lm ©oben lag ein Sfeooloer, gang me®anif®, roie unter einem 8 mang, griff i® Sana®. 9luf einmal ftanb bas §otelperfonal im gimmer. 3Han oergaftete mi® na® einigen fragen, bie f® nerrotrrt ni®t gu beantworten rougte. 9 tie« rnanb glaubte mir, oag i® auf ein paar ©linuten bas 8 immer nertaffen hotte. 9lbes fpra® gegen mi®. ©er Staatsanwalt hielt mir fpäter rot, bag i® den grogen Sänger „umgarnt" hotte. 9lber meinem fegt roanfenöen ©gcratter hätte roaJjrf®emli® ber eine ©lann ni®t genügt. 3® hätte au® ein ©ergältnis mit bem- jungen 6 rben bet Quinnbt-ffierle unterhalten unb mi® roatjrenb meinet „©ergnügungsreife*, roie et bie arbeitsreiche Sournee nannte, bo® für biefen entf®ieben. Sreulos lieg i® ben Sänger abein uiüt fuhr p einem anberen Geliebten. 916er Soranng tarn unb forberte fein 9 k®t. ©a f®og ® ihn, mit Ueberlegung ober in ©rregung, bas mürbe no® p flöten fein, ehtfa® nieber. ©as Urnern ©ilb, roie es ber Staatsanroalt ent* •oatfl* . Sie atmet f®roet. „ 6 s ging um abes. ©lau mnb mt® ja, ben Steooroer in ber hanb. ©leine Jtngerabbrude barauf. ©lan hatte meine heftige Unterhaltung «hört. Seibe waten roir roirfli® in fehreentdjet (Erregung geroefen. ©leine unbe* ba®ien Sorte, ©leine ©riefe, in benen i® So* rannt) oon 9lmerifa aus f®on gebeten hatte, mt® nun m Sluge p laffen. 6 s fag böfe aus." .^..Mte tief ben ftopf. „Ser hat ©orannn «!®offen? Sltemonb roeig es. ©oftot Stüber forf®te fieberhaft, »ergebens. ©labbalena So- rannt) war es nt®t. Sie fag pt Seit bes Slot- bes in ber Seebar bes $otels. 3h« 9llibi war jroetfelsfrei. Sie wartete auf ©orannn, hatte ihn *u einer 9lusfpra®e befteüt, unb Re e leinen ©rund, ®m etwas anptun. ©ie Gatten lebten f®on jahrelang getrennt, nerlehtten freunöii® k* miteinander, Snuner miedet ©ar bet ©lan aufgetau®t, R® »cneinanber f®eiben Werbern*' ^ ^ ** ausgeleert gutüd. Jtttirb ictiatfcBt C'6>XQ6>x<')^vfl^>va^>x*u^vo/yNvc>Ovj v v‘'>fiXVc>(=rxVOfTS.VC)P?>vV^t96^9650t9: Bunte Farben auch im Winter Großkarierte Bluse und Anorak Mn den Schneeflocken kommen auch allerlei Wünsche auf uns zugewirbelt. — Skilaufen — Rodeln — und was man alles dazu haben möchte. Aber so viele Wünsche auf einmal gehen ia doch nur im Märchen in Erfüllung, und deshalb ist es schon besser, sich im Rahmen des Möglichen zu halten, auch wenn dieser nicht sehr weit ist. Eine großkarierte Skibluse aus Flanell oder handgewebter Wolle ist vielleicht noch zu erschwingen. Sie ist praktisch und warm, und die bunten Karos sind frisch und kleidsam. Der modische Schnitt ist denkbar einfach. Die Bluse muß weit und reichlich sein. Die Aemiel sind tief eingesetzt, damit die Trägerin die nötige Bewegungsfreiheit behält. Der gerade Umlegekragen mit spitzem Ausschnitt und die breiten Manschetten wirken flott und jugendlich. Im Ausschnitt kann man ein farbiges Halstuch tragen. An sehr kalten Tagen wird der glatte Pullover einfach noch darunter angezogen, und das ist dann doppelt warm und sieht doch gut aus. Eigentlich ist es überflüssig noch zu sagen, daß die Bluse im Büro, zu Haus und überall zusammen mit dem Sportrock ein passender Anzug ist Und daß man auch ohne Schnee genügend Verwendung dafür findet. Jede Frau, die einmal eine solche warme buntkarierte Bluse besitzt, wüßte garnicht mehr ohne sie auszukommen. Außerdem finden sie alle Kollegen darin immer so frisch und hübsch — das ist natürlich auch ein Grund, gerade diese Bluse besonders gern anzuziehen. Wer wirklich Skitouren machen will, dem sei gesagt, daß ein moderner Anorak' mit angearbeitelet Kapuze jedem Wind und Wettet gewachsen ist. Selbst einem unfreiwilligen Purzelbaum im Schnee kann man darin ohne Bangen um die Frisur entgegen-, sehen, denn die knappe Kapuze läßt nur das Gesicht frei. Die anliegenden geknöpften Aermelbündchen und der Gummidurchzug in der Taille lassen nirgends Schnee eindtingen. Neben den traditionellen Farben für Anoraks, grau und beige, kommen immer mehr IncL * 00 itt iSincL. funget* gewaecLam Aber die Wendepunkte im Leben sind geblieben leuchtende Töne auf, wie z. B. tomatenrot — helles Pariser Blau — zitronengelb — russ. grün — usw. Und zum Schluß noch ein kleiner Tip, der ganz kostenlos ausgehen kann. Wir brauchen dazu nur einen kleinen, schmalen Wollschal. Diesen binden wir straff um den Kopf und knoten ihn hinten so fest zusammen, daß beide Enden‘lustig abstehen. Auf diese einfache Weise haben wir eine hübsche modische Kopfbedeckung für Schnee und Wind. Die Ohren stecken dabei warm und die Haare sind alle aus dem Gesicht. Wenn wir die Farbe des Schals richtig zum Haar und zur übrigen Kleidung wählen, werden wie an dieser neuen Lösung viel Freude haben, denn das Kopftuch sind wir nach all den Jahren nun doch allmählich leid. Es kommt nämlich meist nur auf uns selbst an, ob wir es verstehen mit ein bißchen Gefühl für Farben und Mode uns richtig und passend anzuziehen. Wer darin eine glückliche Hand hat, wird mit den einfachsten Mitteln verstehen, sich adrett zu kleiden, während andere mit dicken Geldbeuteln das doch nicht zu Um eines der seltensten Werke zu nennen, das zugleich auch das älteste ist: Das Kochbuch des Coelius Apicius, der ein Zeitgenosse des Tiberius war und seinen Namen sprichwörtlich gemacht hat durch seinen erfinderischen Geist in allem, was auf die Kunst, gut zu essen und zu trinken, Bezug hat. Als der Schlemmer sein ungeheures Vermögen auf die Kleinigkeit von etwa einer halben Million Taler herabgesunken sah, nahm er Sich aus Verzweiflung das Leben. Das seinen Namen tragende Kochbuch ist Jedoch zu späterer Zeit abgefaßt worden. Immerhin sind die dort aufgeführten Rezepte so ungewöhnlich, daß die Lösung dieser Kochaufgaben schier unmöglich ist Als ein gelehrter Freund der schwedischen Königin Christine den „Blaustrumpf auf dem Thron“ durch ein Diner nach dem Apicius beglücken wollte, erreichte er nur, daß sie Tränen lachte; denn was er auf den Tisch brachte, war ungenießbar. Q6>C^(3>XD6>xyCTX>Jt) ft >X9<5><>yJ6WC)Q TROST Wenn das Leben Dir nichts mehr An Erfüllung hat gegeben: Seele! — Gräm' Dich nicht zu sehr. Halte fest am guten StrebenI Auch was Du gewollt auf Erden, Wird einmal vollendet werden! GOTTFRIED BÜCHMANN Brauchbarer ist hingegen schon das in der New Yorker Sammlung in mehreren Exemplaren vertretene Buch „Die Küche in Musik“, das der Franzose Le Bas verfaßt und im J ahre 1738 in Paris herausgebracht hat Auf dem Titelblatt wird angekündigt, daß es den Damen das Kochen zu einem wahren Vergnügen machen wolle, indem es Anleitungen gebe, „singend Ragouts und Soßen zu bereiten“. Jedes der vielen Gerichte, die das Buch enthält, ist gereimt und nach volkstümlichen Melodien singbar. Einige Rezepte sind sogar eigens für diese Veröffentlichung von Le Bas vertont, der ebenso gern die Laute schlug, wie er den Kochlöffel schwang Nach den Notenbeigaben können wir also heute noch singend kochen, was den Feinschmeckern vor zweihundert Jahren mundete. Die auf Schallplatten gesprochenen Kochanweisungen, die vor geraumer Zeit aus Paris ihren Weg in alle Kulturländer angetreten hab n sind eine direkte Fortführung dieser Methode, auch durch Klänge auf die Köche einzuwirken. Sie müssen beim Kochen nicht mehr ins Buch sehen, was zuweilen zu Kata- Die Frauen sind in den letzten 50 Jahren jünger geworden, das läßt sich nicht bestreiten! Von Generation zu Generation hat sich das Alter um ein Stückchen hinausgeschoben, und fast scheint es, als wäre dem Menschen mit der ständig ansteigenden durchschnittlichen Lebensdauer unbewußt auch die Gabe zugewachsen, seine Kräfte über eine längere Daseinsspanne zu verteilen und auszudehnen. Noch zur Zeit unserer Großmütter glaubte die Frau von Dreißig, körperlich wie geistig den Höhepunkt des Lebens bereits überschritten zu haben. Sie heiratete in der Regel schon vor Vollendung der körperlichen Entwicklung, viel zu früh, um die Periode des Heranreifens bis zur Neige ausschöpfen zu können. Sie verblühte erstaunlich schnell und wurde nach Ablauf des dritten Jahrzehnts nicht nur von ihrer Umwelt als angehende Matrone betrachtet, sondern sie gab sich auch selbst in Haltung und Auftreten bewußt den Anstrich einer Frau in gesetzteren Jahren. Sie trug ein Häubchen, hielt sich in ihrer Kleidung betont dezent und begann auf Bällen und öffentlichen Festlichkeiten bereits die berüchtigte Lästerecke zu zieren. Erst um die Jahrhundertwende ging man ' daran, solcher betonten Verkürzung der ersten - Lebenshälfte energisch den Kampf anzusagen. Im Zeitalter des Sports, der Kosmetik und Körperhygiene ist der Ruf nach langer Jugend und Schönheit inzwischen beinahe zum Schlagwort geworden. „Jeder ist so jung wie er sich fühlt!“ — „Nur gesundes Leben ist wahrhaftes Leben!“ — „Schönheit bedeu-, tet Leistungssteigerung!“ — „Atme dich schön!“ — „Bleibe elastisch!“ — so oder ähnlich lautet heute die Losung. Es ist kein Zufall, daß gerade dieses Jahrhundert zum Zeitalter der Lebensreformer wurde. Diätküche und Rohkost, Hormonkuren und Vitamine, Ernährungslehre, Atemtechnik, Freiluftbewegung und Sonnenbad — das alles sind Errungenschaften der neuzeitlichen Verjüngungstheorie. Besteht nicht aber hier vielleicht auch eine ernsthafte Gefahr, nun wiederum in ein anderes, ebenso gewaltsames Extrem zu verfallen? Liegt das allzu leidenschaftliche Bemühen, eine immerhin nur begrenzte Daseinsspanne über das ganze Leben auszudehnen, tatsächlich in den Absichten der Natur? Wenn die moderne Kosmetik mit dem glänzenden Aufgebot ihrer Schönheitswässer, Pasten, Packungen und Hautemulsionen der Vergänglichkeit Jahrzehnt um Jahrzehnt abzuringen verstand, so wird auch sie den natürlichen Lebenslauf immer nur hinauszögern, niemals jedoch ganz aufhalten können. Selbst die erfolgreichsten Verjüngungskuren täuschen nicht darüber hinweg, daß jedes abgeschlossene Jahrzehnt einen gewissen Einschnitt und Wendepunkt im Dasein bedeutet, mit dem man sich auseinandersetzen muß. Mögen sich auch die Altersgrenzen ein wenig verwischt, manche Schwierigkeiten sich an der gesteigerten Elastizität und Widerstandsfähigkeit des modernen Menschen gemildert haben, so behält doch jede Lebenswende trotz allem ihre ganz bestimmten und grundsätzlichen Probleme. Nur wer ihre Bedeutung erkennt und weiß, daß nun viele Dinge in einem anderen Licht gesehen werden müssen, nur wer den letzten Hintergründen dieser Probleme nachspürt und mit ihnen so tapfer wie möglich fertig zu werden versteht, wird den Freuden und Forderungen auch des nächsten Lebensabschnittes gerecht werden. Erst dann wird er das gesamte Dasein in allen Reichtümern ausschöpfen können. Stets ist das Vollenden einer Lebensstufe und das Ueberwechseln in die nächste mit geistigen und seelischen Geburtswehen verbunden. Immer verursacht es Schmerzen, von einer Phase des Daseins endgültig Abschied nehmen zu müssen, während man in die andere noch nicht hineingewachsen ist. Ich werde zwanzig, dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre, das heißt: ich beginne einen neuen Abschnitt in meinem Dasein, eine höhere Zehnerreihe nimmt ihren Anfang. Ganz plötzlich wird es mir bewußt, daß ich um ein großes Stück älter geworden bin, und ich muß mich wieder einmal fragen: Was habe ich erreicht? Was bleibt mir noch zu tun? E. v. S. Wege bringen. Gerade die sportliche Mode gibt jedem Gelegenheit mitzumachen, denn sie verlangt weder teuren Schmuck noch Federn noch andere kostspielige Voraussetzungen. Leo nie. Ragouts und Soßen „nach Noten“ New Yorker Akademie sammelt Kochbücher Eine der eigenartigsten Bibliotheken unserer Zeit befindet sich in der New Yorker Medizinischen Akademie, ln jahrelanger Arbeit sind dort die interessantesten „Bücher des guten Geschmacks“ zusammengetragen worden, um als Studienmaterial für die Ernährungsforscher zu dienen. Wie ein Tisch sich verwandeln kann Die Anrichte wird mit dem Schreibtisch kombiniert Strophen geführt hat, sondern sie brauchen nur die Schallplatte mit dem gewünschten Rezept aufzulegen und nach den Anweisungen zu verfahren, um eine Original Pariser Küche zu bieten. Die Platten sollen übrigens nicht nur von Köchen und Köchinnen gekauft werden, sondern auch von Schlemmern, die sich vom Vortrag solcher Spezialitäten den Gaumen reizen lassen. Unter den Neuerscheinungen findet sich in der Bibliothek auch das Kochbuch des Andrea Caltagironi aus Livorno, der bis vor wenigen Jahren sein Leben als Hungerkünstler fristete. Er lernte gerade durch die Entsagung den hohen Genuß erlesener Speisen so sehr schätzen, daß er sich der Kochkunst widmete und ein bemerkenswertes Buch mit selbsterfundenen Rezepten verfaßte. Auch das Aufsehen erregende Werk „Was jedes junge Mädchen vor der Ehe wissen muß“, das in einem Pariser Verlag erschienen ist, darf zur Vervollständigung der Sammlung nicht fehlen. Die ganze Auflage war in Wenigen Tagen vergriffen, wobei viele Käufer sich durch den Titel irreführen ließen. Es wurde sogar eine Betrugsanzeige gegen den Verleger erhoben, doch wurde sie vom Gericht abgewiesen, das der Meinung wab, daß jedes junge Mädchen vor der Ehe auch in die Geheimnisse der Kochkunst eingeweiht sein sollte. P. S. Der Tisch, die Tafel, an der wir eben speisten, kanii heute nicht mehr „aufgehoben“ und hinausgetragen werden, wie es vor Jahrhunderten einmal war, als eine große Platte auf Schrägen ruhte. Der Tisch, der in unserm Zimmer steht, wird dauernd gebraucht, sei es nun der niedrige Couchtisch, der Küchentisch oder der runde Eßtisch. Et hat mehr als nur einen Zweck zu erfüllen. Die Möbelindustrie hat sich diese Forderung zu eigen gemacht und manche originelle Tischlösungen äui den Markt gebracht. Aus einem niedrigen Couchtisch mit Kacheln kann man z. B. einen Eßtisch machen. Die Platte wird bis zu normaler Tischhöhe hoch- und auseinandergezogen. Unter ihr sind einige zusätzliche Kacheln verborgen, die herausgenommen und in die Mitte eingelegt werden können, so daß der Tisch we- sesntlich verbreitert wird. Vier bis sechs Personen können nun bequem an diesem Tisch essen. Oder: eine große Tischplrtte wird auf ein Bücherregal aufgelegt. Dieses Regal ist auch ohne Platte ein Schmuckstück für die Wohnung. Die Platte selbst kann über dem Regal mit einem Handgriff schräggestellt werden, sodaß die Kinder zum Schularbeitenmachen oder der zeichnende Vater eine gute Arbeits- unterlage haben. Eine andere hübsche Kombination ist die zwischen Bettkasten und Tisch. Die Tischplatte hat einen einzigen, großen Fuß, nämlich den Bettkasten. In einem ähnlichen Fall hat man eine Anrichte mit dem Schreibtisch kombiniert. Die Anrichte hat eine doppelte Platte, die in Scharnieren zurückgeklappt werden kann und auf den geöffneten Türen ruht. Der Innenraum der Anrichte ist geteilt, die eine Hälfte hat Schreibtisch-Schubfächer zum Herausziehen. Wenn es schon eine Anrichte sein soll, dann würde ich allerdings die fahrbare wählen. Im Grunde ist es ein ausgebauter Teewagen mit Rädern und Griff zum Schieben. Unter der oberen Kachelplatte sind zwei Schubfächer für Bestecke und Tischzeug angebracht. Der sonst freie Raum über dem unteren Brett ist hier von einem Schrank mit zw;i Türen ausgefüllt, in dem man alles unterbringen kann, Was zur Mahlzeit gehört. Besonders gut durchdacht erscheint mir das kleine Hausbüro. Geschlossen wirkt es wie ein niedriger Schrank. Geöffnet zeigt es in den Türen und an der Rückwand eine Fülle von Fächern, Regalen, Schüben, Karteikästen, eine auseinanderklappbare Schreibplatte, die über die ganze Breite reicht und noch Raum für die Schreibmaschine bietet, die mit eingeschlossen werden mag. Süße Nachspeisen sind stets willkommen Das richtige Gegengewicht zu Fleisch- und Mehlspeisen Süße Nachspeisen geben auch einem einfachen Mahl noch einen sättigenden Höhepunkt. Sie sollen erfrischen, im Magen den nötigen Säureausgleich schaffen und daher nicht so eiweiß- und fettreich sein wie Großmüttern sonst so bewährtes Rezeptbuch es meistens vorsah. Fruchtsalate, Obst- oder Quarkspeisen und gelegentlich eine Fruchtcreme bilden zu Fleisch und Mehlspeisen das richtige Gegengewicht. Gespickte ÄPfeL (4—8 mittelgroße Äpfel, s ' 8 l Wasser, 2—3 Eßlöffel Zucker, 1 kL Stück Stangenzimt, 2 Eßl. rote Marmelade, 25 g Mandeln, l !t 1 Vanilletunke.) — Aus den Äpfeln entfernt man vorsichtig mit dem Apfelbohrer das Kernhaus, schält und dünstet sie in Zuckerwasser eben gar. Sie werden auf Glasteller gestellt. Nach dem Abkühlen füllt man die Öffnung mit Marmelade, bespickt die Außenseite der Äpfel mit geschnittenen Mandelstiften und richtet sie mit Vanilletunke an. Quarkspeise. (Vä 1 Milch, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver, 3 Eßl. Zucker, 500 g gezuckerte rohe oder eingemachte Früchte, Vs abgeriebene Zitronenschale oder ein Paket Vanillin, 250 g Quark, Vs Liter Milch, I Eßlöffel Zucker). — Aus Milch, Puddingpulver und Zucker kocht man einen Flammeri, schmeckt ihn mit Gewürz ab und rührt ihn kalt, damit er keine Haut zieht. Der Quark wird durch ein Sieb gestrichen, nach Bedarf mit etwas Milch und Zucker verrührt und kräftig geschlagen. Man rührt den Flammerie löffelweise darunter, gibt die Speise über die in einer Glasschüssel angerichteten Früchte und verziert mit zurückgelassenen Früchten. Gefüllte Apfelsinen. (4 Apfelsinen, Saft von 1—lVs Zitronen, 100 g Zucker, 5—6 Blatt rote Gelatine, Vs Liter Schlagsahne). — Von den Apfelsinen schneidet man einen Deckel ab, nimmt das Fruchtfleisch mit dem Kaffeelöffel heraus und drückt es durch ein •Haarsieb. Man gibt Zitronensaft, Zucker, eine halbe Zitronenschale dünn abgerieben hinzu und zuletzt die eingeweichte, aufgelöste Gelatine. Das Gelee wird in die Apfelsinen eingefüllt und zum Erstarren hingestellt. Man verziert mit Apfelsinenspalten und Sahnetupfen. Zitromenspeise. (3 Eier, 125 g Zucker, Schale einer halben Zitrone, 6 Eßlöffel Zitronensaft, 3 Eßlöffel Wasser, 6 Blatt weiße Gelatine). — Eigelb, Zucker, Zitronenschale werden recht schaumig geschlagen. Man fügt den Zitronensaft, die in dem warmen Wasser aufgelöste Gelatine hinzu und rührt solange, bis die Speise - anfängt, dicklich zu werden. Dann unterzieht man den steifgeschlagenen Eischnee und läßt die Masse erstarren. Sie wird in Gläsern oder Glasschälchen angerichtet. Cornelia «I* msm : :>*ray«K¥ää DAS SCHMECKT NACH MEHR! Schlecken, das ist ihr Vergnügen; Ha, dann lacht der kleine Mund. „Kann ich noch ein Täßchen kriegen?“ Und sie trinkt sich kugelrund, (Aufnahme: E. Hase) (Renket » be* .. • . . . einen Sprühverschluß für das Fleckenentfernungsmittel. Dadurch soll die Reinigungsflüssigkeit gleichmäßig auf das Gewebe verteilt und die häßliche Randbildung an der behandelten Stelle vermieden werden. . . . einen heizbaren Spiegel, der auch im Badezimmer nicht anläuft. Die Rückseite dieses Spiegels ist mit leitfähigem Hartgummi überzogen. An das Lichtnetz angeschlossen, kann man die Spiegelhe^ung an- und abschalten. Die Spiegelscheibe wird dadurch so warm, daß sich der Wasserdampf der Luft nicht darauf niederschlägt. . . . ein Tischlein-deck-dich für den Hund. Wenn die Familie ausgeht und Foxl allein in der Wohnung bleiben muß, wird das Futter vorher in diesem Apparat bereitgestellt, der sich zu einer bestimmten Zeit, die man wie bei einer Weckuhr einstellen kann, von selbst öffnet.