BR(ICHSALER POST SUDD. HSIMATZSITUNO FÜR KRAICHOAU UND BRUHRAIN Nummer 81 Dienstag, den 10. April 1951 Einzelpreis 15 Pfennig Paris beschwert sich über MacArthur Einigung zwischen London und Washington? — Truman schickte einen Staatssekretär Parts (CP). Die französische Regierung K U in Washington wegen der politischen ■Oeningen General MaeArthurs Vorstellungen erhoben, indem sie die amerikanische Re- E erang darauf aufmerksam machte, daß die ■ßernngen MaeArthurs „die Lage nicht vereinfachen“. Nach Ansicht der französischen Regierung stehe es einem General nicht an, politische Erklärungen abzugeben. Diese Demarche kommentiert die Zeitung „France-Soir“ mit dem Hinweis, die Erklärungen MaeArthurs hätten nicht nur eine politische Krise in den USA, sondern auch eine diplomatische Krise zwischen den Westmächten hervorgerufen. Die „Paris-Presse“ schreibt, der Brief MaeArthurs an den Kongreßabgeordneten Joseph Martin sei von größter Bedeutung. „Er verficht die Absicht, den offenen Krieg im Fernen Osten gegen Mao Tse Tung und seine 400 Millionen Chinesen auszuweiten. Die amerikanische Regierung hat schon zu lange gezögert, ihre Ziele bekanntzugeben und zu erklären, welche Mittel sie in ihrer Fernost-Politik anwenden will. In der gegenwärtigen Situation, die sich von einem Tag auf den anderen verschlechtern kann, muß Schweigen als Schwäche ausgelegt werden.“ Angebot an Peking? Aus offiziellen britischen Kreisen verlautete, daß die anglo-amerikanischen Differenzen über eine neue Korea-Erklärung beigelegt worden seien. Es sei jetzt nur noch zu klären, wer diese Erklärung abgeben und zu welchem Zeitpunkt die Veröffentlichung erfolgen soll. Großbritannien soll — wie es heißt — dafür eingetreten sein, diese Erklärung mit einem neuen formellen Angebot an das Peking- ttegime zwecks Aufnahme von Verhandlung gen über die Beilegung des Korea-Konflikts zu verbinden. Die für Montag erwartete Korea-Erklärung des britischen Außenministers wurde aus unbekannten Gründen verschoben. Der amerikanische Staatssekretär für die Armee, Frank Pace, traf überraschend in Tokio ein, wo er mehrfache Unterredungen mit General MacArthur in dessen Hauptquartier hatte. Wie man in dessen Umgebung vermutet, soll Präsident Truman die Absicht haben, „drastische Schritte“ zu unternehmen, um weitere politische Erklärungen des Oberbefehlshabers im Fernen Osten zu verhindern. Uber die Unterredungen zwischen Pace und MacArthur wurden keine Verlautbarungen nerausgegeben. Verwarnung des Generals In Washington gibt es allerdings keine Anhaltspunkte dafür, ob Disziplinarmaßnahmen gegen MacArthur zu erwarten sind, und Wenn ja, in welcher Form. Truman wird seinen engsten Anhängern im Kongreß wahrscheinlich zunächst mitteilen, daß die Zeit gekommen sei, MacArthur zu verwarnen, einmal wegen seiner spitzen Bemerkungen gegen die „Politiker“ und „Diplomaten“, zum ändern wegen der Äußerung außenpolitischer Ansichten, die zu denen der Regeirung im Gegensatz stehen. Während die Demokraten als Partei es unterließen, sich während des massiven Angriffs der Republikaner auf Außenminister Acheson sich schützend vor diesen zu stellen, sind sie mm bereit, sich um den Präsidenten zu scharen, wenn er gegen MacArthur vorgehen sollte. Der Grund dazu — der nur privat angegeben wird — ist, daß der General die demokratische Regierung in auffälliger Weise vor den Kopf gestoßen und damit „den Republikanern in die Hände gespielt“ hat. Einem derartigen Angriff, so wird dazu erklärt, könne nur offen begegnet werden. Viele Republikaner stellen sich indessen hinter MacArthur. Senator Homer Ferguson bereitet eine Resolution vor, in der Mac Arthurs Ansichten „über die Strategie im weltweiten Kapf gegen den Kommunismus“ unterstützt werden. Senator William F. Know- land beschuldigte die Regierungsanhänger, sie wollten MaeArthurs Skalp, und forderte Truman auf, Acheson und nicht MacArthur seines Postens zu entheben. Dienstpilichtgesetz in USA verschoben Marshall Ist pessimistisch — Der belgische Premierminister "bei TYuman Washington (UP). Der Militärausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses beschloß, dem Plenum den Gesetzentwurf über die Einführung der allgemeinen Militärdienstpflicht vorläufig nicht vorzulegen. Der Kongreß soll zunächst nur „legislative Empfehlungen“ erörtern, die von einem Sonderausschuß auszuarbeiten sind. Die beabsichtigte Einführung der allgemeinen Dienstpflicht ist in weiten Kreisen der USA auf heftigen Widerstand gestoßen. Der amerikanische Verteidigungsminister George Marshall sagte, das „Beste“, worauf die USA hoffen könnten, sei „eine ausgedehnte Periode der Spannungen, statt eines dritten Weltkrieges“. Die augenblickliche internationale Spannung, meinte Marshall, könne „möglicherweise“ weitere zehn Jahre dauern. Mar- shall warnte davor, in den Verteidigungsanstrengungen „nachzulassen“, bis die Sowjetunion Beweise dafür gegeben habe, daß sie bereit sei,—»gulen Willen zu zeigen“. „Wir sind in furchtbarer Gdfahr“, sagte Sam Ray- burn, der Vorsitzende des amerikanischen Repräsentantenhauses, nach einer Unterredung mit Präsident Truman. Die Sowjetunion ziehe „an vielen Stellen“ starke Truppenverbände zusammen. Diese Erklärung Raybums basiert anscheinend auf Informationen, die Generalstabschef Bradley, bei der genannten Unterredung Truman überstellte. Edgar Hoower, der Chef des Bundeskriminalamtes der USA, berichtete dem Bewilligungsausschuß des Senats, daß sich die Zahl der Mitglieder der kommunistischen Partei in den USA von 55 000 auf 43 000 verringert habe. Hoower betonte jedoch gleichzeitig, daß die Kommunisten gegenwärtig straffer organisiert seien als je zuvor. Der belgische Premierminister Joseph Pho- lien nahm am Montag mittag mit Präsident Truman in dessen Wohnsitz „Blair House“ den Lunch ein. Eisenhower in Westdeutschland Kein Zusammentreffen mit Politikern Frankfurt (UP). General Eisenhower traf zu einem mehrtägigen Besuch der alliierten Truppen in Deutschland auf dem Rhein- Main-Flughafen in Frankfurt ein. Er wurde von Hochkommissar McCIoy und dem Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Deutschland, General Handy, empfang«!. Eisenhower fuhr sofort in das VS-Haupt- quartier nach Heidelberg, wo er mit den Mit- güedern des Stabes von General Handy die militärische Lage in der Bundesrepublik erörterte. Beamte des Hauptquartiers General Eisen- howers teilten mit, äaß während der Inspektionsreise Eisenhowers durch Westdeutschland eine Zusammenkunft mit Bundeskanzler Adenauer oder anderen führenden deutschen Politikern nicht vorgesehen sei. Industrie bringt eine Milliarde auf Sicherstellung der Investitionsmittel — Schaffer hofft auf die Gewerkschaften Bonn (UP). Bundeswirtsctaaftsminister Erhard erklärte der United Press, er werde seinen Plan zur Einführung eines Rabattspar- Systems nunmehr endgültig aufgeben, da die Industrie sich bereitgefunden habe, die notwendigen Investitionsmittel selbst aufzubringen. In informierten Kreisen spricht man dar bei von einer Milliarde DM. Nach den Verhandlungen durch Erhard empfing der Bundeskanzler in Anwesenheit des Wirtschafts- und des Arbeitsministers führende Industrielle und Vertreter der Gewerkschaften, mit denen er Fragen des Investitionsbedarfs, der Exportsteigerung und der Lohn- und Preispolitik besprach. Der Mei- Gespräche um Saarproblem and Schnmanplan Bundeskanzler Dr. Adenauer und der französische Planungskommissar Jean Monnet klärten in persönlichen Verhandlungen Probleme der deutsch-französischen Beziehungen dpa-Aufnahme lm Palais Schaumburg nungsaustausch, der einen „befriedigenden Verlauf“ nahm, soll fortgesetzt werden. Der Bundesrat wird bei der Verabschiedung des Wirtschaftsprogrammes der Bundesregierung eine Entschließung zur Preispolitik fassen, in der ein klares preispolitisches Programm gefordert wird. Es wird davor gewarnt, bis auf weiteres neue Waren oder Warengruppen von den Preisvorschriften freizustellen. Es dürfte vielmehr notwendig sein, zusätzlich gewisse lebenswichtige Güter und Leistungen preislich zu bilden. Prqjsvor- schriften dürften weder mit rückwirkender Kraft noch mit befristeter Wirksamkeit erlassen werden. Doppelte Etikettierung Der Plan des Bundesfinanzministers, die Sonderumsatzsteuer vom Fabrikpreis der besteuerten Ware zu erheben und den Konsumenten durch gesonderte Berechnung die Kontrolle über die Handelsspannen zu ermöglichen, wird mit größter Wahrscheinlichkeit die Unterstützung der Gewerkschaften finden. Es liegt bereits ein Vorschlag der Gewerkschaften vor, den Kleinhandel zu zwingen, auf jeder verkauften Ware den Einkaufsund den Verkaufspreis zu vermerken. Eine solche doppelte Etikettierung wird z. B. in Frankreich angewendet. Die Einführung von Verbilligungsscheinen für Brot, Margarine und möglicherweise auch Zucker für minderbemittelte Verbraucher soll nach Informationen aus dem Finanzministerium erwogen werden, falls die Preise für diese Lebensmittel durch die Einsparung von Subventionen erhöht werden müssen. Es sei geplant, die Subventionslasten der Bundesregierung mit Brotgetreide und Margarine durch eine entsprechende Erhöhung der Preise um die Hälfte zu reduzieren. Durch die Ausgabe von Verbilligungsscheinen könnten etwa zehn Millionen Minderbemittelte von den Auswirkungen einer solchen Erhöhung der Preise wichtiger Lebensmittel verschont werden. Die Ausgabe der Verbilligungsscheine würde die Bundesregierung etwa 30 Millipnen DM monatlich kosten. Bundeswirtschaftsminister Erhard hat dem Frankfurter Oberbürgermeister Kolb in einem Telegramm zugesichert, daß die gegenwärtig in Frankfurt untergebrachten Fachgruppen der Bundesstelle für Warenverkehr dort verbleiben werden. Brücke oder Hindernis! Von Willi Schickiing Seit Tagen ist eine neue Auseinandersetzung um die Saarfrage im Gang, in der sich — abgesehen von den innenpolitischen Schattierungen in der Bundesrepublik selbst — ganz deutlich ein deutscher und ein amtlicher saarländischer Standpunkt abzeichnen: Nach der deutschen Auffassung, die auch mehr oder weniger von der Saar-Opposition vertreten wird, ist das Saarland ein Hindernis für die endgültige deutsch-französische Verständigung. Nach der amtlichen saarländischen Auffassung stellt das Saarland eine Brücke zwischen Deutschland und Frankreich auf dem Wege zur europäischen Einigung dar. Zwischen der Haltung der deutschen Sozialdemokraten und den Ansichten der Bonner Regierung in der Saarfrage bestehen allerdings gewisse Unterschiede, die jetzt in der Diskussion um den Schnmanplan erneut offenbar wurden: Der SPD-Vorsitzende Schumacher ist der Ansicht, daß sich die Bundesrepublik mit der Unterzeichnung dieses Planes ihrer Rechte an der Saar begeben würde. Adenauer glaubt, daß man das Saarhindemis zwar nicht so schnell aus dem Wege räumen, aber zunächst umgehen kann. Nach den bisher aus Bonn vorliegenden Meldungen ist wohl daran gedacht, für die Unterzeichnung des Schuman-Planes eine Form zu wählen, die nicht als deutsche Anerkennung der politischen Selbständigkeit des Saarlandes ausgelegt werden kann. (Als wirtschaftlicher Partner dürfte das kohlenreiche Saargebiet in der Montanunion so oder so eine bedeutsame Rolle spielen.) Die Taktik des Bundeskanzlers wird vermutlich auch von dem Gedanken mitbestimmt, daß die Saarfrage sich eines Tages von selbst erledigen würde, wenn die mit dem Schumanplan beginnende wirtschaftliche und politische Zusammenfassung Westeuropas gelingen sollte. Die vorsichtige Taktik der Bonner Regierung hat jedoch die CDU nicht daran gehindert, erneut zu betopen, daß auch sie das Saargebiet als deutsches Land betrachtet. So erklärte der CDU-Ministerpräsident des rheinland-pfälzischen Nachbarlandes der Saar, Peter Altmaier, mit Nachdruck, Deutschland könne und wolle das Saargebiet niemals preisgeben. Altmaier hält — ähnlich wie andere deutsche Politiker — eine Lösung für denkbar, bei der das Saarland politisch bei Deutschland verbleibt, aber wirtschaftlich eng mit Frankreich zusammenarbeitet. Die amtlichen saarländischen Sprecher, die gegenüber diesen deutschen Ansprüchen die besondere europäische Sendung ihres Landes betonen, kämpfen neuerdings an zwei Fronten: nicht nur gegen die Angriffe deutscher Politiker der Bundesrepublik, sondern auch gegen die Opposition in dem kleinen Lande selbst, die in letzter Zeit besonders rege geworden ist So sah sich Landtagspräsident Zimmer genötigt, gegen die von der demokratischen Oppositionspartei erhobene Forderung auf eine Volksabstimmung öffentlich Stellung zu nehmen. Zimmer gab zu verstehen, daß ein derartiges Plebiszit „im Zeitalter der europäischen Sammlungspolitik" in amtlichen Kreisen Saarbrückens als überholt betrachtet wird. Nach den Worten des Landtagspräsidenten rechnet Saarbrücken damit, daß die Sonderregelung an der Saar „als Wiedergutmachung und Sicherheitsleistung an Frankreich sowie als Vorbedingung einer Bereitschaft Frankreichs zur Versöhnung und europäischen Zusammenarbeit mit Deutschland ...“ im zukünftigen Friedensvertrag „endgültig statuiert wird“. Auf der gleichen Landtagssitzung meinte Ministerpräsident Hoffmann, an der Saar dürfe nichts geschehen, „was einer dauerhaften Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich abträglich sein kann“. Der saarländische Regierungschef forderte den „Aufbau einer neuen europäischen Ordnung, in die wir als Saarland mit allen dazu bereiten Völkern Europas hineinwachsen wollen... In einer längeren Gegendarstellung zu diesen amtlichen Äußerungen meinte die Demokratische Partei des Saarlandes u. a., Hoff- snann und Zimmer hätten Bedingungen für eine Lösung der Saarfrage aufgezählt, die mit der Saarkonzeption Frankreichs identisch seien. Vor allem vertritt die Oppositionspartei die Ansicht, daß vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht für das Saarproblem eine andere Dienstag, den 10. April 1951 Lösung gefunden «erden müsse, als sie Holtmann nnd Zimmer varschwebt Die Furcht hiervor schwinge in ihren Worten mit so dal) sie sich mit Händen und Füßen gegen eine Volksbefragung wehrten und den Eindruck zu erwecken suchten, die Saalbevölkerung habe sich schon festgelegt Die Demokratische Partei, die sich seit Wochen über angebliche Unterdrückungsmethoden der Saar-Regierung beklagt, hat ihren Standpunkt zur Rechtslage Anfang April wie- folgt präzisiert: Die Entscheidung über die endgültige Lösung der Saarfrage ist dem Friedensvertrag und damit denjenigen überlassen, die ihn abschließen. Die Saarbevölkerung solle nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Atlantikcharta zur gegebenen Zeit befragt werden. Bis dahin müßte es jedem Bewohner des Saarlandes freistehen, eine Lösung anzustreben, die seiner Überzeugung entspreche. Hierzu gehöre auch der Wunsch, das Saargebiet wieder mit der Bundesrepublik vereinigt zu sehen. SPD bezweifelt Adenauers Legitimation Schumaa-Plan schafft eia „Kletosteiaropa“ — Saardebatte verschobea Zwei Saarminister traten zurück Opposition verlangt Neuwahlen Saarbrücken (UP). Die sozialdemokratischen Minister Richard Kirn und Dr. Heinz Bonn (ÜF). Mit der Verwirklichung des Sehumaa-Plaaes werde nun Suaden der europäisdien Idee und aa Laste« Deutschlands ein ,,Kleinsteuropa“ geschaffen, das rieht funktionsfähig Bein könne, da es ein einheitliches Westeuropa ohne England und die skandinavischen Länder nicht gäbe, sagte der SPD-Vorsitzende Dr. Schumacher auf einer Pressekonferenz in Bonn. Die SPD bestehe auf einer Saardebatte im Bundestag im Hinblick auf die bevorstehende Unterzeichnung- des Schuman-Planes durch die Bundesregierung. Ein Schweigen in dieser Frage werde von französischer Seite mit Sicherheit als Anerkennung einer französischen Unterzeichnungsberechtigung für das Saargebiet ausgelegt. Der Passivität der Bundesregierung in der Saarfrage stehe eine bemerkenswerte Aktivität auf französischer Seite gegenüber. . Nur bei Gleichberechtigung Schumacher behauptete, der Bundeskanzler sei weder moralisch noch politisch zur Unterzeichnung des Schuman-Planes legitimiert. Die Mehrheit der Bevölkerung lehne den Plan ab. „Wer den Schuman-Plan unterschreibt, unterschreibt auch den Plevenplan, sowie den Agrarplan und gibt der Bundesrepublik einen zweitklassigen Rang unter den europäischen Braun haben dem saarländischen Minister- _ _ _ ^ ^ . , v ___ präsidenten Hoffmann ihre Demissionsgesuche Mächten“ erklärte der Oppositionsführer. Alle überreicht. Hoffmann hat beide Minister ge- piäne müßten die ahcnlnte Oieiehhereeh- beten, bis zur Umbildung seines Kabinetts ihre Geschäfte im Arbeits- und Justizministerium weiterzuführen. Ihre Demission geht darauf zurück, daß einige Delegiertenkonferenzen der Partei sich gegen das Verbleiben ihrer Minister im Kabinett ausgesprochen haben, da von der Regierung dem sozialdemokratischen Mindestprogramm nicht Rechnung getragen worden sei. Hierzu verlautet ferner, daß auch einige höhere Beamte in den Ministerien, die der SPS angehören, ihre Demission eingereicht haben. Eine Regierungskrise wird nicht erwartet, da die Christliche .Volkspartei des Ministerpräsidenten allein über die einfache Mehrheit im Landtag verfügt. Auf einer Versammlung der Demokratischen Partei des Saarlandes in Homburg - Saar stimmten rund 800 Personen einer Resolution zu, in der es heißt, sofortige Neuwahlen seien erforderlich, damit das Saarland endlich einen Landtag und eine Regierung erhalte, die das vertrauen der Bevölkerung besitzt und dem Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung Rechnung, trägt. diese Pläne müßten die absolute Gleichberechtigung Deutschlands, die noch nicht bestehe, zur Voraussetzung haben. Dem Fehler der Unterzeichnung des Schuman-Plans werde die SPD mit verstärkter Agitation gegen die Montanunion, gegen die Herbeiführung der Verfügungsgewalt ausländischer Mächte über die deutsche Produktion, begegnen. „Krisenfeste Entscheidungen“ seien ohne Neuwahlen überhaupt nicht möglich, da sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesgebiet seit den fetzten Wahlen entscheidend geändert hätten. Der Ältestenrat des Bundestages hat die Entscheidung über den Termin der von der SPD für Dienstag gewünschten Saardebatte bis zur nächsten Ausschußsitzung am Dienstag verschoben. Gibt die CDU nach? Bundeskanzler Dr. Adenauer beriet am Vorabend der dritten Lesung des Gesetzes über das Mitbestimmungsrecht in Bonn diese Frage erneut mit dem Vorstand der CDU/ CSU-Fraktion. Damit die SPD dem Gesetzentwurf zustimmen kann, hat der Bundeskanzler die Abgeordneten sein« - Partei auf- Kredite für Jugoslawien? Britisch-amerikanische Verhandlungen in London London (UP). Britische und amerikanische Sachverständige traten in London zusammen, um einen jugoslawischen Antrag auf Einräumung eines Kredits von 11150 060 Pfund Sterling (dies entspricht 131 570 000 DM) zum Kauf von Rohstoffen zu erörtern. Berichte über einen jugoslawischen Antrag auf Lieferung von Kriegsmaterial konnten nicht bestätigt werden. Die Arbeit im Hafen von London ist erneut zum Erliegen gekommen, da nahezu 10000 Hafenarbeit« für 24 Stunden die Arbeit nie- dergetegt haben, um gegen die Durchführung des Prozesses gegen sieben Arbeitskam« aden zu protestieren. Die Führer des illegalen Streikes legten den Streikenden nahe, am Dienstagmorgen wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. USA fordern Feuereinstellung Iraks Gencraistabschef in Damaskus Kairo (UP). Die USA haben Syrien und Israel formell aufgefordert, ihre Greizstreitigkeiten und alle militärischen Handlangen sofort zurückzusteUen. Die Regierung Israels hat den amtierenden Stabschef d« UN, Oberst Bennet de Ridder, aufgefordert, eine Sitzung der gemeinsamen syrisch-israelischen Waffen- stillstandskommission einzuberufen. Der Generalstabs chef des Irak, General Nour El-Denn Mahmoud, ist in Damaskus eingetroffen, um mit den syrischen Militärbehörden die israelisch-syrischen Grenzzwi- schenfälle zsa besprechen. Seine Ankunft fiel mit Demonstrationen in syrischen Städten zusammen, in denen gegen die „Zionistische Aggression“ protestiert wurde. Der syrische Ministerpräsident Khailed El Azem empfing zum drittenmal innerhalb der letzten sieben Tage die ausländischen Diplomaten, um den syrischen Standpunkt zu den Zwischenfällen darzulegen und die Bereitschaft Syriens zu betonen, seine Grenzen zu verteidigen. Der syrische Gesandte in Karatschi erklärte, Syrien sei bereit, „gegen Israel zum Kampf amzutreten, wenn es die Situation erfordern sollte.“ Die ganze arabische und mohammedanische Welt werde auf der Seite Syriens sein, um einen eventuellen Angriff abzuwehren. Chinesen räumten Hwachon Nach Öffnung des Staudamms — Japanische Fischerboote versenkt Tokio (UP). Die chinesischen Truppen räumten die strategisch wichtige Stadt Hwä- chon atn gleichnamigen Staubecken. Um das Vordringen der UN-Truppen aufzuhalten, öffneten die Kommunisten am Montag die Schleusentore des Hwachon-Stau- damms, so daß der Wasserspiegel des Pukhan- Flusses fast drei Meter über seinen Normalstand stieg. Die amerikanischen Einheiten setzten aber trotzdem ihren Vormarsch fort. Die südkoreanische Marineleitung teilte mit, daß zwei japanische Fischerboote torpediert nnd versenkt, sowie 30 japanische Fischerboote von der Marine gekapert worden seien, da sie in koreanischen Gewässern gefischt hätte}. Paul Rügg«, d« Präsident des Internationalen Rot«i Kreuzes, teilte mit, « habe die Peking-Regierung ersucht, die Interessen des Roten Kreuzes in Nordkorea wahrzunehmen. Seine Bitte, ein« Rot-Kreuz-Mission den Zutritt in nordkoreanisches Gebiet zu gestatten, ist von d« nordkoreanisefaßn Regierung abgelehnt worden. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Steigende Steuereinnahmen Die Vorplanungen des Bundesflnanzministe- riums üb« die Einnahmen von Bund und Länd«n im Hauhaltsjahr 1951/52 «gaben auf Grund der gegenwärtigen Steuergesetze Voraussichtliche Mehreinnahmen ge genüb er dem Vorjahre in Höhe von 2015 Millionen DM. Außerdem sollen infolge neuer Steuergesetze weitere zusätzliche Einnahmen im Betrage von 2290 Millionen DM bei Bund und Ländern entstehen, so daß im Haushaltsjahr 1951/52 bereits ebne die für das Wirtschaftsprogramm der Bundesregierung in Vorbereitung befindlichen weiteren Steuergesetze rund 4245 Millionen DM für Bund und Länder mehr verfügbar sein -w e r den , als 1950/51. Wie die Bundesregierung dem Bundesrat mitteilte, ist sie gezwungen, den auf die Länderkassen entfallenden Anteil im Betrage von 2110 Millionen DM für sich zu beanspruchen. Vorschläge des Bund«! der Steuerzahler Gegen die Erhebung einer Sonderumsatz- steuer auf bestimmte Güter des gehobenen Bedarfs sprachen sich Vertreter des Bundes 4« Steuerzahler auf ein« Pressekonferenz in Bonn aus. Jede zusätzliche Besteuerung des Umsatzes müsse schon wegen der bestehenden hohen Umsatzsteuer-Sätze ohne Erfolg bleiben. Das Parlament dürfe auf keinen Fall ausgeschaltet werden. Durch Ermächtigungen der Exekutive würden die Fundamente des Rechtsstaates erschüttert Die Steuerreform müsse vor allen Dingen die Steuergesetzgebung vereinfachen, wobei die Zahl der Steuerarten, die sich gegenwärtig auf etwa vierzig beläuft, vermindert werden sollte. Ein Bundessparkommissar soll die Möglichkeiten ein« Vereinfachung des Verwaltungsapparates in Bund, Ländern und Gemeinden zur Reduzierung d« Verwaltungsausgaben untersuchen. Die Haushalte des Bundes, d« Länder und Gemeinden sollen der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt werden und jeder Bürger soll das Recht haben, üb« Einzelheiten der Gemeindehaushalte Auskünfte einzuholen. Neu« Weg zur Exportförderung Die Steuer für Transportversicherungen im Außenhandelsgeschäft soll ein« Empfehlung des Bundesratsausschusses für Wirtschaft zufolge künftig wegfallen. Das Bundesfinanzministerium hat bereits eine Prüfung des Vor-, Schlages zugesagt. Man verspricht sich hiervon beträchtliche Deviseneinsparungen und eite Erleichterung des Exportes. gefordert, in dem noch strittigen Punkt (Wahl des elften Mannes) die Bestimmungen der Regierungsvorlage au befürworten. Die CDU/CSU-Fraktion wird am Dienstag morgen zur Beratung dies« Frage zusammentreten und von ihr« Entscheidung wird es abhängen, ob das Gesetz am Dienstag nachmittag im Plenum verabschiedet werden kann, da die übrigen Fraktionen der Regierungskoalition auch der Fassung der zweiten Lesung voraussichtlich ihre Zustimmung versagen werden. Die Zahl der deutschen Konsularvertretun- gen soll von 43 auf 95 erhöht werden, teilte die Bundesregierung dem Bundesrat mit. Hierdurch entstehen dem Bund gegenüber dem 'Vorjahr Mehrausgaben in Höhe von 20 Millionen DM. SPD ist bereit, die Regierung zu übernehmen Stuttgart (lwb). Der stellv«tretende Vorsitzende der SPD - Bundestagsfraktion, Schöttle, erklärte in Stuttgart, seine Partei sei bereit, die Regierungsverantwortüng zu übernehmen, wenn die Bevölkerung es wünsche. „Was wir gegenwärtig an Preis- und Lohnmaßnähmen «leben müssen; ist die nicht eingestandene aber offensichtliche Bankrottpolitik der gesamten Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen der Bundesregierung“, sagte Schöttle wörtlich. Die Bundesregierung habe ihre Tätigkeit als Kampfregierung gegen die SPD begonnen und das Gegenteil dessen erreicht, was sie ihren Wählern versprochen habe. Schöttle sprach als Vorsitzend« der SPD-Landesorganisation Württemberg - Badens auf der SPD-Generalversamrriking des Kreises Stuttgart. Bundestagsabgeordneter Lausen wurde von der Gen«alv«sammlung zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Stuttgart wiedergewählt. Am Rande bemerkt Das gestohlene Luftschiff Das Organ der sowjetischen Seestreitkräfte, die „Rote Flotte“, behauptet in einem sen-' satiooeUen Artikel, die großen Starr-Luft- schiffe trügöi die Bezeichnung Zeppelin“ zu Unrecht, denn sie seien eigentlich eine Erfindung des russischen Kapitäns zur See Ignatji Kostowitseh. Graf Zeppelin habe das nach ihm benannte Luftschiff nicht selbst entworfen, sondern die Pläne Kostowitschs aus dem Jahre 1820 kopiert, nachdem ein deutsch« Spion namens Schmidt die Konstruktionszeichnungen gestohlen hatte. Diese Entlarvung des Grafen Zeppelin als - simpter Plagiator hat für uns — trotz der schmerzlichen Enttäuschung, die sie uns bereitet — auch eine tröstliche Seite. Herr Koetowitseh ist nämlich ebenfalls nicht der Erfinder des Luftschiffs, sondern Leonardo da Vinci, dessen Konstruktionspläne ein russischer Spion namens Iwan klaute. Und selbst Leonardo durfte sich auf seine fliegerischen Ideen nichts einbilden, denn er hat sie bekanntlich vom alten Dädalos gestohlen, dessen vom sizilianischen König Kokalos ausgestelltes Reichspatent Nr. 7621 da Vinci durch einen -kretischen Sklaven entwenden ließ. Dädalos hat aber desgleichen seine Flügel, mit denen er dem bösen Minos entfloh, nicht aus eigenem Genie entwickelt, sondern er kopierte die Schwingen eines Seeadlers. Der wirkliche Erfinder des Luftschiffs ist also jener Seeadler, der über dem kretischen Labyrinth kreiste, in das Minos den Dädalos und seinen Sohn Ikaros gesperrt hatte _ - Fk. Angetrunken« Blinder fuhr Motorrad. Ein zwanzigjähriger Blinder fuhr in angetrunkenem Zustand auf einem Motorrad durch Darmstadt wobei ihn ein ebenfalls angetrunken« 17jährig« auf dem Soziussitz an den Armen lenkte, bis beide gegen einen Personenwagen prallten, wobei sie leicht verletzt wurden. Gromyko bleibt stur Laufende Attacken gegen die USA Paris (UP). Zu Beginn der Montagskonferenz der Außenminister-Stellvertreter in Paris wies der französische Delegierte Paroctt auf die schon erzielten Vereinbarungen hin und forderte Gromyko auf, sich auch in den noch offenstehenden Fragen nicht 'einem Übereinkommen zu widersetzen. In sein« Antwort ging Gromyko auf das noch ungelöste Problem der Abrüstungsfragen ein und beschuldigte die USA, ein Wettrüsten heraufbeschworen zu haben. Dieses Wettrüsten sei im Sinn der „amerikanischen Kriegsgewinnler“, die auch hinter „den Mac- Arthurs und Genossen“ steckten. Sowohl der US-Delegterte Jessup als auch der britische Vertreter Davies lehnten die Ausführungen Gromykos als Propaganda ab. Der französische Staatspräsident Aurio) ist am Montagnachmittag nach zwölftägigem Staatsbesuch in Kanada und den USA nach Paris zurückgeflogen. Angesichte der Unstimmigkeiten im Kabinett und des großen Defizits im Haushalt beabsichtigt d« französische Ministerpräsident im Laufe dieser Woche in der Nationalversammlung die Vertrauensfrage zu stellen. Angebliche Friedenswnnsche Moskaus Lake Success (UP). Ein Sprecher des arabisch-asiatischen Blockes gab bekannt, daß d« ägyptische Botschafter Mahmoud Fawzi Bey den sowjetischen Delegi«ten Jakob Malik aufgesucht habe, um dessen Ansichten über die Wiederaufnahme direkt« Verhandlungen mit* dem kommunistischöl China in Erfahrung zu bringen. Bei dieser Unterredung soll Malik erklärt haben, die Sowjetunion wäre glücklich, falls es zu einer Beendigung des Krieges in Korea käme. Doch gab Malik keinerlei weitere Anregungen, auf weichem Wege d« arabisch-asiatische Block fortschreiten solle, um dieses Ziel zu erreichen. Obwohl in UN-Kreisen die ErMärung Maliks mit Skepsis aufgenommen wird, weisen doch verschiedene Delegierte darauf hin, daß dieser Vorgang ein weiteres Anzeichen für „den psychologischen Moment“ sei, zu dem erneut der Versuch ein« politischen Regelung des Korea- QueuiUe nach Mittelung zuverlässig« Kreise Konflikte gemacht werden sollte. / NEUES AUS ALLER WELT „Henker von Barditschew“ vor Gericht Teilgeständnisse eines Kameradenschinders Aachen (UP). Vor dem Aachen« Schwurgericht begann der Prozeß gegen den 43 Jahre alten Kraftfahrer Felix Braun aus Dreibom, d« angeklagt ist, als stellvertretend« Lagerführer im sogenannten „Erholungslag« Ber- ditschew (Rußland) mindestens 5 Kameraden getötet und zahlreiche Kriegsgefangene mißhandelt zu haben. Braun, der die Beinamen „Henker“ oder „Totschläger von Bercjitschew“ erhielt, gab zu, daß « viele Leute mit seinem Knüppel geschlagen habe. „Ich hatte ab« nicht die Absicht, jemand totzuschlagen“, so verteidigte er sich. Das Lager, das als sogenanntes Erholungslager diente, beherbergte im Januar 1945 rund 1800 Insassen, von denen heute nur noch rund 200 leben sollen. Braun hatte es bei der früheren deutschen Wehrmacht bis zum Feldwebel gebracht. Er gab weiter zu, daß « „zur Erfüllung der Norm“ manche Gefangene viermal hintereinander bei 30 bis 40 Grad Kälte zu ein« 1,5 km entfernten Sauna getrieben habe. Ein Zeuge schätzte die Zahl der täglichen Todesopfer auf wenigstens 28. 10 Jahre Gefängnis für Schwede Wegen Körperverletzung und Nötignng Nürnberg (UP). Vom Landgericht Coburg wurde der ehemalige Coburger Ob«- bürgermedster und spätere Gauleiter von Pommern Franz Schwede zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, wobei die von einem Spruchgericht verhängte Strafe von 9 Jahren Gefängnis angerechnet wurde. Schwede wurden 52 Vergehöi der Körperverletzung sowie ein Vergehen der versuchten Nötigung bei Gegnern des nationalsozialistischen Regimes zur Last gelegt Zusammen mit Schwede wurde der ehemalige SS-Standartenführ« Emil Mazuw für 62 Vergehen der Körperverletzung zu 8 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei weitere Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von 10 bzw. 8 Monaten Gefängnis. Riesiges Sprengstofflager entdeckt Munition und Geschütze in Mailänder Fabrik Mailand (UP). Die italiensche Bundespolizei hat das bish« größte Sprengstofflag« seit Kriegsende gefunden. Beamte entdeckten in der Reifenfabrik Pirelli in Mailand 5 Tonnen hochexplosiven Materials. Sie waren unter dem Fußboden eines Arbeitssaales der Fabrik verborgen worden, in dem 100 Mädchen und Frauen beschäftigt waren. In einem anderen .Teil der Fabrik fand die Polizei ein riesiges Waffen- und Munitionslager, u. a. 3 Flak-Geschütze, 7 deutsche Anti-Tank-Minen und 15 Gasmasken. Es handelt sich bei dem Fund in den Pirelli-Werken um das sechste geheime Waffen- und Sprengstofflager, das die Polizei im April aufgespürt hat Großschmuggel wurde verhindert Kunstgegenstände sollten nach Israel Bremen (UP). Die Aufdeckung eines Riesenschmuggels mit Kunstgegenständen wurde von der Bremer Zollfahndung bekanntgegeben. Insgesamt wurden 39 Kisten im Werte von zusammen etwa 80 000 DM beschlagnahmt, die von Berlin üb« Bremen nach Israel geschmuggelt werden sollten. Die Kisten sollen im vergangenen Jahr für DPs versandt worden sein, die sich bereite in Israel befinden. Da für den Transport durch die russische Zone ausländische Züge benutzt wurden, gelang die Beförderung über die Zonengrenze ohne Kontrolle. Erst bei einer von der Bremer Zollfahndung durchgeführten Untersuchung des letzten Transportes seien sechs als „Auswan- d««-Haushaltegut“ bezeichnete Kisten entdeckt worden, die mehrere Klaviere, einen Musikschrank und Porzellan enthielten. Selbst in den Klavieren seien Kunstgegenstände, eine Luhterbibel aus dem 18. Jahrhundert und Porzellan versteckt gewesen. Haben Sie za viele Nieren? Der Mensch kann nicht schlafen, wenn er zu viele Nieren hat Diese Erkenntnis ist das Ergebnis d« Untersuchung des 49jährigen Franzosen Henri Debril, der sich sieben Jahre lang wegen Schlaflosigkeit behandeln lassen mußte. Jetzt stellten die Ärzte fest, daß Debril vter Nieren hat welche die Ursache seiner Schlaflosigkeit seien. Bb starkes Erdbeben erschütterte che indische Stadt Bombay und ihre Umgebung. Di« erschreckten Einwohner strömten halb angekleidet auf die Straße. Üb« die Schäden liegen noch keine Beri chte vor. _ Wettervorhersage Am Dienstag bei wechselnder meist starker Bewölkung mehrfach Regen oder Graupelschauer. Zeitweise stark auffrischende böige Winde aus West Auch am Mittwoch noch einzelne Schalter. Höchsttemperaturen acht bis 12 Grad, Tiefsttemperaturen nahe null Grad t_.\0\ 5£ ***cC ü.io'tji; Bruchsaler Stadtratssitzung: Gegen die Benadileilignng beim Bahnhoisnenban Aufschließungsdarlehen von 75 000 DM für Boppeläcker und Büchenauer Siedlung — Bru cbsal Ende des Jahres völlig von Trümmern befreit. — Zn entfernen sind noch 40 000 Kn bikmeter Schutt. — Anlage eines Spielplatzes bei der Justus-Knecfat-Schule Der Bruchsaler Stadtrat hielt am gestrigen Montag im Stadt. Altersheim wieder eine öffentliche Sitzung ab. Auf der Tagesordnung Standen 23 Punkte, von denen jedoch nur ßung ein, die sich mit der Benachteiligung der Stadt Bruchsal beim Neubau des Bahnhofes befaßt. Darin heißt es u. a.: Der Stadtrat nimmt mit Befremden davon Kenntnis, daß der einzelne allgemeines Interesse beanspruchen Neubau des Bahnhofes erheblich verkleinert dürften. wird. Die Stadt Bruchsal dürfe mit Fug und Gleich der erste Punkt, die Wahl von Ver- Recht verlangen, daß sie einen Bahnhof erhält, tretenvin den. Steuerausschluß der StadiBruch- der ihrer Bedeutung als wichtigster Verfcehrs- sal wurde vertagt, da die vom Vorstand des knotenpunkt in Nordbaden entspricht. Finanzamtes präsentierte Vorschlagsliste noch Stadtrat Duttentoofer warf die Frage nach . zu überprüfen ist. Einstimmig genehmigte der Stadtrat die Aufnahme eines sogenannten Auf schließ ungsdar- lehesos in Höhe von 75 000 DM von der Lan- dieskneditanstalt in Karlsruhe. Das Darlehen ist mit 1,5 Prozent zu verzinsen und in 30 Halb j ahr esraten - zurückzuzahlen. Verwendet . wird der Betrag für die Anlage von Straßen, die Schaffung von Kanalisationen, die Einrichtung von Versorgungsleitungen (Wasser und Elektrizität), für die Neubauten in dien Boppeläckem und in der Büchenauer Waldsiedlung. Die von der Stadt zu tragenden Gesamtkosten belaufen sich auf annähernd dem Schicksal der Pavillons auf. Bürgermeister Bläsi erklärte hierzu, es würden noch Jahre vergehen, sechs, geht oder gar zehn, bis sie von ihren heutigen Standorten weg müßten. Zu irgendeiner Besorgnis hätten die Inhaber durchaus keinen Grund. Enttrümmerung wird fortgeführt Am 30.. April geht die vierte Eirttrümme- rungsaktion der Stadtverwaltung zu Ende. Das Löhne. Beschäftigt würden 20 Notstandsarbeiter und zwei Stammarbeiter. Die Ausschreibung solle schon in nächster-Zeit erfolgen. • Da die Stadt Bruchsal in absehbarer Zeit kein Gas mehr erhält, ist der Gaskessel im alten städtischen Gaswerk überflüssig. Er wird für etwa 25"000 bis 27 000 DM an eine auswärtige Firma verkauft. ^ Aus Sport-Toto-Mitteln erhielt die Stadt 8000 DM. Sie werden für die Anlage eines Spielplatzes bei der Justus-Knecht-Schule verwendet. Obergrombach Wir gratulieren Herrn K. Schwager, Hausmeister i. R., Schloßweg 5, zu seinem 73. Geburtstag, den der Jubilar am Mittwoch in bester Gesundheit begehen konnte. _ . . , . . . .r« «nn w um Aufgeboten sind: Der Neubürger Otto Gütz- Erfreuhchste daran ist, daß mcht 55 000 Kubik- k Hauptstr. 39, und die Hausgehilfin Eli- meter. wie vorgesehen, sondern 70 000 Kubik- sabelftl Wolter> Mannheim; Gipser Paul Gold- fBmchsalec Miet lei Haus der Jugend. Im Programm der Woche stehen folgende Veranstaltungen: Dienstag, 15.30 Uhr, Fußballspiel; Mittwoch, 15.30 Uhr Stricken; 15—17 Ühr Spielen für Mädchen, 16 Uhr Basteln; Donnerstag, 16 Uhr Weben, 16 Uhr Formen in Ton; Freitag 16 Uhr Schneidern und Nähen, 16 Uhr Basteln, 18.30 Uhr Lesen; Samstag 14—16 Uhr Spielen. Erheblicher Umsatzrückgang im März. Die Lagerb e stände des Einzelhandels in der Bundesrepublik sind infolge eines starken und anhaltenden Umsatzrückgangs im März erheblich gestiegen. Sie liegen im Durchschnitt um 20—25% über denen des Vorjahres. Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels ist der Rückgang auf die Kaufkrafterschöpfung der Bevölkerung zurückzuführen. Mengenmäßig lagen die Umsätze sogar unter denen des gleichen' Monats im Vorjahr. Die Lagervorräte haben zu weitgehender iiKquddität geführt. Trotz der gestiegenen Erzeugerpreise hat sich im Einzelhandel auf einigen Gebieten sogar» sinkende Preisteedenz durchgesetzt. 200 000.— DM;, die teils vom Stadtbauamt, teils meter. meter, wie vorgesehen, sondern 70 000 Kubik. meter abgefahren wurden. Damit sei die Stadt Bruchsal zum größten Teil enttrümmert. Zu beseitigen blieben lediglich noch 40 000 Kubik- von den Stadtwerkem zu bestreiten sind. Lebhafte Debatten gab es über die eventuelle Miete des der Ortsknankenkasse gehörenden Holzhauses in der Bahmhofstraße. Die Stadt könnte das Haus für die Unterbringung des Wohnungsamtes, des Verkehrsamtes usw. gut gebrauchen, andererseits aber sind erhebliche Umbauten erforderlich, der Einzug von. Trennwänden, die Anlage von Toiletten, der Bau von Kaminen usw. Als Miete habe die Ortskrankenkasse monatlich 125.— DM gefordert. Die Kosten eines Ausbaues würden sich nach grober Schätzung auf mindestens 1 500 bis 1 800 DM belaufen. Der Stadtrat vertrat die Auffassung, daß man endlich Schluß machen solle mit Provisorien. An Baracken habe Bruchsal weiß Gott schon genug Man solle vielmehr die Planung eines Rathausneubaues vorwärts treiben, zumal die jetzige Unterkunft bereits gekündigt sei. Neugestaltung des Bahnhofsplatzes Stadtbaurat Kloß machte hierau aurfschtoß-- reiche Darlegungen. Die Bundesbahndirektion Stuttgart habe den für Bruchsal vorgesehenen Bahnhofsneufoau wesentlich zusammenge- strichen. Er war mit 1,8 Millionen veranschlagt, solle jetzt aber nur noch 800 000 DM kosten. Gymnasium und Realgymnasium. Am Mrtt- ade, Hauptstr. 33, und die Hausgehilfin Anna woch, 11. April findet kein Gottesdienst im Lorbl, Karlsruhe. g. Chor der Stadtkdrche statt. Filmschau Philippsburg Schwerer Autobahn - VerkefarsunfaU. Vor Die GJoria-Iichtspiele machen darauf auf- einigen Tagen ereignte »ich auf der Autobahn merksam, daß der spannende und erfolgreiche ein schwerer Verkeftrsunfall. Ein 49jähriger arbeiten umfaßt, wiederum als Notstands arbeit Kriminalfilm ^Konflikt“ heute und morgen Mann überquerte in betrunkenem Zustand die durchzuführen. Erforderlich wären 2 750 Tage- Mittwoch abend um 20.30 Uhr zur Vorführung Autobahn. Der Verkehrssünder Mei in einen werke, die einen Aufwand von 90 000 DM ver- kommt. Es ist ein außergewöhnlicher Film- in voller Fahrt befindlichen PKW hinein, ursachten. 34 Prozent dieser Summe entfielen streifen voll atemberaubender Spannung und wurde erfaßt, zu Boden geschleudert und mit Der Bürgermeister schlug vor, diese Rest- Enttrümmerung, die im wesentlichen Abbruch- auf Geräte- und Fuhrkosten, 66 Prozent auf dramatischer Höhepunkte. Klassische und romantische Musik Sonntägliches Konzert der Klavier klassen des Kapellmeisters Fritz Barth Vor einem dankbaren und aufgeschlossenen Vortrag, wie ihn der 2. Satz der C-dur-Sonate Publikum spielten am vergangenen Sonntag von Mozart an den Ausführenden stellt, war im „Friedrichshof“ die Klavierklassen des Ka- Emma Lmmebach durchaus gewachsen. In peUimeisters Fritz Barth beliebte Klaviermu- Ansgar Rübenacker stellte sich eine Begabung sik und Kompositionen der klassischen und ro- vor, die au schönen Hoffnungen berechtigt. Er maurischen Epoche. Als Fazit der Veranstal- spielte die Mozart-Sonate in G sowie eine Ba- tung kann mit gutem Gewissen festgestellt gatefle trotz Hemmungen mit sicherer Technik werden, daß die Studierenden seit ihrem letz- und starker Ausdruckskraft. Klanglich und ten Auftreten im Spätjahr erfreuliche Fort- dynamisch fein differenziert, spielte Hans- schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Mahnung für viele! Fußgänger haben auf der Autobahn nichts verloren. Die Autobahnen sind ausschließlich für den motorisierten Fern- und Schnellverkehr bestimmt! Wer unbefugt die Fahrbahn der Autobahn betritt, spielt nicht nur mit seinem eigenen, sondern auch mit dem Leben seiner Mitmenschen. Noch ein Verkehrsunfall. An der Ecke Molt- ke- und Bismarckstraße bei dar Metzgerei Zehner stießen am Montag gegen 14 Uhr ein Personenkraftwagen und ein Lastkraftwagen zusammen. Anscheinend Meß der aus der Bis- schritite gemacht und auffallende Sicherheit im Dieter Brüdy zusammen mit seinem Lehrer marfestraße kämmende Fahrer des Personen- Auftreten erreicht haben. ziwei Sätze aus der Paukenschliag-Symphonie 1 ’'~ i —°— Im ersten Teil der Vortragsfolge kamen von Haydn. Besonders starken Beifall erhielt Opern- und Operettenmelodien und andere, t ^ er zuletzt auftretende Schüler Clemens moKr der Unterhaltung dienende Stücke, za Schührer, der mit virtuosem Können und tie- Gehör. Die Anfängergruppe (Jürg. Heilmann, fern Einfühlungsvermögen den ,Trauermarsch‘ Peter Dreher, Edeltraud Vogt, Hans Seyband) Das Vwmai faingfrgipiHäiidtp solle von vier auf zeichmefe sich durch exaktes Spiel und eine _ _ _ _ _ _ « Waw, rchuf a tToÄ/lL«vlkirrvT Qitw> Tim drei Stockwerke reduziert, das Empfangsgebäude wesentlich verkürzt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach seien nicht einmal ausreichende Warteräume vorgesehen. Um dem Stadtrat mit der städtebaulichen Planung des Bahnhofsgebietes vertraut zu machen, legte ihm Kloß eine vorläufige Studie vor, die u. a. vorsieht: Den Wiederaufbau des Hotel Keller am alten Platz, allerdings zur bemerkenswert gute Handhaltung aus. Die Mittelstufe (Elbarg Barth, Brigitte Moser, Helmut Krieger, Elenore Clor) bot Phantasiestücke von Guriött und Streabogg und Melodien von Zeller und Lortzing, deren Wiedergabe keinen Wunsch offen und manch schöne musikalische Begabung ahnen Meß. und das „Finale“ aus der Sonate, op. 26, von Beethoven spielte und wohl die reifste Leistung der sonntäglichen Musizierstunde bot. autos die nötige Aufmerksamkeit außer Acht. Sein Wagen wurde so schwer beschädigt, daß er abgeschleppt weiden mußte. Versammlung des Einzelhandels. Heute Dienstag, 20 Uhr, findet im Gasthaus „zum Wolf“ eine Verrammlung des Einzelhandels statt. Außer der Besprechung einiger sehr wichtiger Tagesfragen wird Herr Ueberle- Das Thema Nr. 1: Der Lastenansgleidi Protestversammlung der Vertriebenen — Ihre Forderung: Quotaler Lastenausgleich Der SteDenmarkt des Arbeitsamts In Baden und Württemberg werden z. Zt. u. a. gesucht: Angestelltenberufe: 1 FaehschuMngenieur, mehrere Bauingenieure (Dipl.-Ing.) für Hoch- Im klassich-romantischen Teil erfreute B. möglichst gelernter Feinmechaniker, Alter bis und Tiefbau,’ Planung, Bauleitung und Beu- ______ j __ Kahl mit der vorzüglichen Wiedergabe von 28 Jahre, durch Arbeitsamt Aalen; 1 Dipl.-In-_ kosteoberechnnng durch Arbeitsamt Mann- Straße *qüerges teilt, die Schaffung~von großen Schumanns „Schndtterliedchen“ und „Wilder gendeur als Assistenten, Alter 30—35 Jahre, heim; 1 Architekt oder Bautechiriker, Alter Parkplätzen für die Bedürfnisse der Eisenbahn Reiter“. Auch das bekannte „Scherzo“, in B’ mindestens einjährige Koostruktionspraxis im bis 35 Jahre, gute zeichnerische Begabung für und für den privaten Kraftwagen verkehr. v. Schubert, von Helga Kaeser gespielt, kong- Maschinenbau für Technische Hochschule in Architekturbüro im Kreis Calw; 1 Entwurfs- Stadtrat Wiedemann brachte ein#Entschlie- te gut gefallen. Die Anforderungen an den Süddeutschland (Lehrst. Maschinenelemente); arehitekt (DipL-Ing.) für ein Architekturbüro in Dauerstellung durch Arbeitsamt Mannheim; 1 Werkmeister, Alter nicht unter 35 Jahren, der Redner mit dem Vorschlag, die Lands- vertraut mit Kalkulation und Ablauf der Se- mannschaften einzuschalten, diie ziemlich ge- rienfabrikation für Möbelfabrik im Landkreis nau darüber im Bilde seien, was der einzelne Heidelberg; 1 Säsenkaufmana, Kenntnisse in einst besessen habe. Werkzeugen und Rohmaterialien, Alter bis 30 In zahlreichem Städten und Dörfern, allein der Redoer den Begriff „Quotaler Lastenasus- Auch der quotale Lastenaiusgleich müsse Jahre, für erstes Werk durch Arbeitsamt im Kreis Bruchsal in 18 Ortschaften, fanden gleich“. Bundesfinanzminister Dr. Schaffer ■ nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelt sein. Aalen; 1 Kaufmann für Innen- und Außen- am Sonntag Protestversammhingen der Hei- halte die Aufbringung von etwa 30 Milliardefi Der kleine Vertustträger solle quotal höher, dienst, Kenntnisse in Bagger-Straßenbaugerä- matvertriebenen gegen die Verschleppung des aus dem deutschen Volksvermögen im Laufe der große Verlustträger quotal niederer ent- ten u. Straßenwalzen, von süddeutscher Bau- Lastenausgledchs statt In Bruchsal sprach ein der Zeit für möglich. Die Forderungen der schädigt werden. Mit dem Vorschlag der SPD, firma durch Arbeitsamt Stuttgart; 2 Betriebs- VorstandsmdtgMed des Landesverbands der Geschädigten beliefen sich grob geschätzt auf den Lastenausgleich zu einer Fürsorgeange- buchteiter, Alter bis 30 Jahre, für Großuntervertriebenen Deutschen (EDAD), DipL-Ing. etwa 100 Milliarden DM.. Die Gegenüber siel- legeenheit zu machen, gingen die Vertriebenen nehmen der chemischen Industrie durch Ar- Hertel-Karlsruhe in der ehemaligen Göpf- lucg dieser beiden Zahlen lasse einen quota- niemals einig. Die deutsche Wirtschaft, so be- beitsamt Mannheim; 1 Diplomhandelslehrer len Ausgleich von etwa 30 Prozent als möglich endete Hertel seine Darlegungen, breche un- mit Unterrichtsbefäbigung in kaufmännischen erscheinen. Erste Voraussetzung des quotalen ter den Forderungen des Lastenausglekhs Fächern, Atter bis 45 Jahre, für die Stadt Lastenausglekhs aber sei, daß ein Feststei- nicht zusammen. Seit der Währungsreform lungsgesetz über die Höhe der Kriegs- gäbe es in Deutechliamd mindestens wieder 100 , - , . T Schäden geschaffen wende. An dieser For- DM-Millionäre, und das Verlangen: „Vater Schratten werden, um ihre schwere Lage zu halte der Zemtaalverband der vertrie- Staat, gehe mal da hin und nehme dir diese meistern. Das Problem einer Rückkehr in me he nen Deutschen unbedingt fest Dem Ein- Herren besonders unter die Lupe“, sei be- alte Heimat sei zwar eme außenpolitische An- ^ 3 ^ ^aß bei der Schadensfeststelhxng dem stimmt nicht unsozial getegenheit, die Flüchtlinge würden aber lue- absichtlichen oder unabsichtlichen Betrug Tür Der Vorsitzende der Bruchsal»' IDAD- mals auf Are Rechte nach der angestammten UM( j ^ or geöffnet sei, weil kein Mensch die Gruppe, Kaufmann Jantzon dankte dem Hefe- ^ ^ _ Angaben zu überprüfen vermöge, begegnete reuten für seine auschtuß reichen Darlegungen. Krankenhäuser Heilstätten "und Fachärzte” dn * Württemberg-Baden; mehrere Hausgehilfinnen Feierliche Inveslilnr in Forst , Gewerbliche Berufe: 1 Motorradreparaturschlosser (audi Master) in Dauerstellung für , . . . . War die Glockenweäie am Montag, den Dekan Beil, dem die Einsetzung übertragen ^r&stelkf'ii^Heiib’rom 13 ! 11 SAlSermeiste? Eingehend be^tesah Hertel mat dem ge- 2 April, für unsere Gemeinde schon ein fest- war, verlas in seiner Festpredigt zunächst die bis 40 Jahre mit Meisternrüfims? dct- genwarrigen Stetus der Vertriebenen.Was sie liebes Ereignis, so brachte der Sonntag, an dem Bestätigungsurkunde des Erzbischöfe. Wohl {ekt in ’ von WebstühLn uew ^für bas jetzt erhalten hatten, säum tedighA Al- b-ie Glocken zum ersten Male ertönten und kaum ein Tag, so fuhr er fort, sei für dieses Weber« hei ReutHrceen' t Huf- mosen gewesen, auch wenn die Dankbarkeit ihren machtvölllien ehernen Stimmen die Fest an aut eHnseridhitefc wie der Gutehirten- . ... , ..... „ . richechen Rahnhofrestaurarion. Einleitend stellte der Referent die Frage: Wie ist die Lage der Heimatvertriebenen in den „Exriländem“, welche Wege kämen be. Heimat verzichten. Die Siegermächte hätten die unabdingbare Pflicht, das den Vertriebenen durch Jalta und Potsdam augefügte Unrecht wiedergiutzumacben. Zudem stünden ihnen viel reichere Mittel als dem armen und darniederliegenden deutschen Volk zur Verfügung. Opladen. Weibliche Angestellte: 1 Telefonistin mit Kenntnissen in Maschinenschrift für Industriebetrieb bei Ravensburg; jüngere Röntgenassistentinnen mit mehrjähriger Berufeerfahrung, ferner med. techn. Assistentinnen im Alter bis 35 Jahren mit guten Kenntnissen im Röntgen und Labor für verschiedene Kreis- Di« Einsetzung des neuen Pfarrherrn durch Dekan Beil • ^ mit ihren machtvollem ehernen Stämmen die Fest so gut eingerichtet wie der Gutehirten- 1ITw1 für im coei« mcht außer Acht gelassen würde. Affe hatten Gemeinde zum Gottesdienst luden, ein noch sormrtag. Er möge dem neuen Pfarrherrn Mah- Aalen, freie Kost und Wohnung' 1 Hausmei gröÖer ^!S t Zur * yer T * r , Investitur des mmg ^Symbol*i£ auf daß er **££^> 3 « von einem Jugendrazialwerk für den Krieg verloren, gleichgültig, ob ihnen der Besitz erhalten büeb oder nicht, deshalb seien auch alle zium Ausgleich verpflichtet. Nur auf diese Weise werde es gelängen, die soziale Befriedigung herzusteMen, die Deutschland so notwendig brauche. Wenn kein echter Lastenausgleich zustande komme, bestehe die Gefahr einer scharfen Radikalisierung. Die Vertrieben«! wollten nicht dauernd die „Parias“ bleibeu, sie hätten minderte!» efte gleichen Lebensrechte wie . die einheimische Bevölkerung. Vor allem seien erhebliche Mittel für die Gründung neuer Existenzen erforderlich, mit Unterhaltshilfe, Hausratshilfe und dergL sei es nacht getan. In seinen weiteren Darlegungen -erläuterte neuen Pfarrherrn, Pfarrer Lohte, wärenKirche semerHerde stets emg uter artesa. Mit dem neuedi^erichtetes Wohnheim in Reutlingen, ^ «ft Girlanden und frischem f^MÄenSegen «öd dem Te Detail wurde Hemdwerker, Ehefrau soll als Kö- Grurr festlich geschmückt und gaben derselben to- Gott^dienet b^et Nacterattags um sein. Heimatvertriebene werden be- 5 Uhr fand eine Priesterfeäereäunde statt, wobei ein auswärtiger Geistlicher über Priesterleben als Opferleben sprach. Ein Ständchen des Mueikvereins und des MGV „Frohsinn“ bildeten den Abschluß des hohen Tages, wobei Bürgermeister Weindel Zum Hauptgottesdienst, einem levotierten die Glück- und Segenswünsche der Gemeinde von 8—12 Uhr, außerdem mittwochs .von 17 Hochamte, wurde der neue Pfarrer vomPfarr- Verbrachte. Pfarrer Löble dankte mit herz- bis 19 Uhr. haus abgeholt und durch das Spalier der Frei- liehen Worten für die ihm dargebrachten den gebührenden Rahmen. Wie bei der Glßk keneweihe, so war auch an diesem Tage die ganze Pfangememde auf den Beinen, um an dem Ehrentage ihres neuen Pfa rr h er rn innigen Anten zu nehmen. vorzugt. 1 Interessenten wenden sich an die Arbeits- amtsnebensteüe Bruchsal, Telefon Nr. 187, oder an die Arbestsamtsnebenstelle PhiMpps- burg, Telefon Nr. 318. Sprechstunden täglich wüHgen Feuerwehr, der Sa n itä tsk olonne, des Ehrengen und eitat sich für die Zukunft da« H^awseb« C. * H. Kra», •raehMi, warttetr. 11 ; ReäterverVis und vorbe t aneiner tausend- Vertrauen und die Mitarbeit der ganwn Be- Ä*S‘ I bu 3'r koptögen Menge zum Gct%esh»us geleitet. v6)kenmg, WB. Krau, Karlsruhe. — Zur Zeit Ui Preisliste Nr 1 gültig. iSWtaKEil Dienstag, den 10. April 1951 Karlsruhe, über das aktuelle Thema „Preisgestaltung“ referieren. Alle EinzeUiandelskauf- leuite, auch diejenigen, welche keinem Verband angehören, sind 2 x 1 dieser Versammlung treumdäichst eingeladen. Kreisverband für das deutsche Hundewesen. Die Kreisverbandssitzung am 15. April findet nicht kn Rheinischen Hof, sondern um 15 Uhr in der Brauerei Denoer statt. FOU ÜSCHMALZ-BRUCHS/U Mitgliederversammlung der CDU Bruchsal. Die gutbesuchte Versammlung der CDU befaßte sich, nachdem Bürgermeister Prof. Bläsi verhindert war, hauptsächlich mit Baufragen. Stadtbaurat Kloss hatte sich wieder in freundlicher Weise als Referent zur Verfügung gestellt. Die Hauptaussprache drehte sich um die Gestaltung des Bahnhofsplatzes. Die neuen Pläne des Bahnhofes bringen eine Verkleinerung des EmpfangsgefoäiUdes. Dadurch wird auch der Bahnhofsplatz neu aufgeteilt. Das Hotel Keller wird wieder am alten Platz erstehen, jedoch in Ost-West-Richtung. Für den Fußgängerverkehr ist ein Durchgang vorgesehen. Der so von Gebäuden flankierte Platz wird ein geschlossenes Bild geben. Für die Nebenbahn sind eigene Schalter mit Warteräumen vorgesehen. Für den Autoverkehr werden ausreichende Parkgelegenheiten geschaffen. Der Wiederaufbau des Rathauses am alten Platz soll in Bälde etappenweise durch- geführt werden. Im neuen Rathaus sollen dann alle städtischen Behörden. Unterkunft finden. Die Pläne zur neuen Weststadtschule, mit deren Bau bereits begonnen wurde, fanden anschließend eine eingehende Besprechung. Die neue Schule wird ein Mittelding sein zwischen dem in den letzten Jahren bevorzugten Pavillion-Systam und dem alten Schultyp, der mehr einer Kaserne glich. Verschiedene Fragen, u. a. auch warum die vorgesehenen Beträge für die Justus-Knechtschule überschritten werden mußten, fanden sachliche Klärung. Bei diesen Beträgen handelt es sich um Arbeiten, die nichj ausgeschrieben waren, die sich erst nach der Wegräumung des letzten Schuttes ergaben. Der Vorsitzende des Abends, Prof. Wiedemann, schloß mit Warten des Dankes an den Referenten wie an die Erschienen die Versammlung. Zwei hoffnungsvolle Früchtchen Der Einbruch im Bahnhofskiosk vor dem Richter. Zwei „hoffnungsvolle“ Jugendliche, S. und P. aus L, hatten sich vor dem Jugendrichter wegen Einbruchdiebstahls zu verantworten. Ziel- urad planlos hatten sich die beiden schon seit einiger Zeit in Süddeutschland herumgetrieben. Von der Arbeit hielten sie sich in respektvoller Entfernung. Hatten sie „zufälig“ doch einmal Arbeit angenommen, so bereiteten sie dem Arbeitgeber wenig Freude. Nach einem kurzen „Gastspiel“ machten sie sich wieder aus dem Staube. Warum denn arbeiten, dachten sich P. und S., als sie an 16. 2. 51 gegen 1 Uhr den Bahnhofskiosk des F. in B. „mit ihrem Besuch beehrten“. Mit einer Brechstange wurde das Sbhalterfenster des Kios aufgebrochen. P. stieg ein und reichte dem außenstehenden S. die „russdch gekaufte“ Ware aus dem Fenster. S. hatte von P. bereits 18 Tafeln Schokolade 110 Rollen Drops, 4 Pakete Tabak und 6 Stumpen in Empfang genommen, als ein Wachmann des Wach- und Schließdienstes vor dem Kiosk auftauchte. P. kam aus dem Kiosk nicht mehr heraus und konnte sofort dingfest gemacht werden. S. ergriff unter Zurücklassung der Beute die Flucht und wurde kurze Zeit später von einer herbeigerufenen Polizeistreife festgenommen. Die beiden Jugendlichen machten vor dem Jugendrichter nicht gerade den besten Eindruck. Gegen S. war schon einmal auf eine Verwarnung und eine Woche Jugendarrest, gegen P. auf 2 Verwarnungen wegen begangener Eigentumsdelikte erkannt worden. Um den beiden verbrecherisch veranlagten Jugendlichen eindringlich vor Augen zu halten, wohin ihr ungesetzliches Treiben führen wird, verhängte der Jugendrichter unter Anrechnung der Untersuchungshaft gegen S. eine Jugend- gefänendsstrafe von 6, gegen P. eine Jugendgefängnisstrafe von 5 Monaten. c DER DER HEIMAT J Ein Kantersieg von Gölshausen B-Klasse. Gruppe Bergstraße In Obergromibach waren die Platzbesitzer den Gästen aus Bretten während des ganzen Spieles stark überlegen. Gleich nach Beginn erzielten die Einheimischen das Führungstor, welches Breiten sofort ausgieichen konnte. Weitere Erfolge blieben jedoch den Gästen trotz aller Anstrengungen versagt. Obergrombach dagegen erhöhte das Resultat bis zum Schluß des Spieles auf 6:1, und kam zu einem klaren Erfolg. Gölshausen zeigte sich im ganzen Spiel den Gochsheimer Gästen überlegen, die kaum etwas zu bestellen hatten. Bereits nach fünf Minuten brachte Haftmann Gölshausen in Führung, und bis zur Pause folgten vier weitere Treffer, so daß die Gäste hoffnungslos im Rückstand lagen. Nach Wiederanspiel waren die Platztoesitzer mit dem Wind im Rücken noch überlegener. König II, Niedermann, Dreßner und Hartmann sorgten für den Endstand, während Gochsheim nur zweimal erfolgreich war. Rinklingen verstand den Platzvorteil gegen den TabeMenzweiten nicht zu nützen. -Das Spiel wurde in der Hauptsache von der Gästemann- schaft diktiert, so daß ihr Sieg vollauf gerechtfertigt ist. ‘ In Bauerbach gab es ein flottes und faires Spiel, bei dem sich die Platzbesitzer bis zur Halbzeit mit 2 Toren behaupten kannten. Nach dem Wechsel brachten die zahlreichen Angriffe des Münzesheimer Sturmes der Gästemannschaft den verdienten Gegentreffer ein. Bauerbach sicherte sich damit den dritten Tabellenplatz. Ringen KSV Kirrlach gegen Germania Karlsruhe 6:2 Die Mannschaft des KSV Kirrlach errang am Sonntag gegen die kampfstarke Staffel der Germania Karlsruhe einen vielumjubelten Sieg. Fliegengewicht fiel kampflos an Kirrlach. — Bantamgewicht: Der Jugendringer Haag (Ki) bildete die große Überraschung. Er zwang den erfahrenen, routinierten und technisch versierten Klink (Ka) zur Hergabe seines ganzen Könnens. An dem Punktsieg konnte er allerdings nichts ändern, obwohl er Klink einige Male in gefährliche Situationen brachte. — Federgewicht: Seiler (Ki) gewann nach überlegenem Kampf nach 5,45 Min. durch Überstürzter gegen Schenk (Ka) Leichtgewicht: Hock (Ki) setzte zu Beginn alle seine Grifte, seine Schnelligkeit und Kraft ein. Er würde sicherer Punktsieger über Suchanek (Ka). — Weltergewicht: Der Punkt fiel kampflos an Kirrlach. — Mittelgewicht: Lothar Martus (Ki) war seinem Gegner Wildemann (Ka) technisch und taktisch überlegen und gewann nach 3,55 Min. entscheidend. — Halbschwergewicht: Sauer (Ka) übertrumpfte den Kirrlacher Schrmalzibaf, der zum ersten Male in dieser Gewichtsklasse an trat. — Schwergewicht: Heger (Ki) stellte durch einen anfänglich überlegenen, später zurückhaltend geführten Kampf den klaren Sieg sicher. Ein Freundschaftskampf zwischen Schwei- kert (Ki) und Sauer (Ka) brachte von Beginn an eine große Überlegenheit des Kirrlachers der kurz vor Ende der ersten Bunde entscheidend siegte. Scfaweikert zeigte wie man nicht allein durch Kraft und Technik, sondern auch mit. Überlegung überraschend Wirkungen erzielen kann.. S«hadt Forst wurde Sduuhkreismeister Am Sonntag trafen sich die Schachmann- s chatten von Philippsburg und Forst zum Endkampf um den Schach-Manmschaftskreissioger des Kreises Bruchsal Wie erwartet, ging er bis zum letzten Zug äußerst spannend zu und erst die letzte Partie entschied über Sieg und Niederlage. Bald nach Beginn konnte Philippsburg die 1. Partie für sich buchen, der ein Remis folgte. Schlag auf Schlag vergrößerte sich der Vorsprung, bis Philippsburg 3yi : Yi im Vorteil stand. Forst, nahe daran, den Kampf als verloren anzusehen, riß sich an dien letzten Brettern zur letzten Kraftleistung zusammen und holte plötzlich unwiderstehlich auf. Am Schluß stand es 3% : 3% und die Partie Abaffy (Ph) — Kühler (F) mußte entscheiden. Abaffy mußte sich dem besseren Endspiel beugen und somit gewann Forst den Titel des Schachkreismeisters 1951 NACHRUF Unerwartet verschied nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren unser allseits verehrter, unvergeßlicher Obermeister des Kraftfahrzeughandwerks Herr Philipp Mayer Meister des Kraftfahrzeughandwerks. Wir verlieren in dem Dafaingegamgienen einen aufrichtigen, erfolgreichen Förderer unseres Berufszweiges, der jederzeit aufgrund langjähriger Erfahrungen die Interesssen unseres Handwerks wahrgenommen hat. Wir bewahren ihm ein ehrendes Andenken. Innung des Kraftfahrzeughandwerks Bruchsal Feuerbestattung: Mittwoch, den 11. April 1951, 14 Uhr in Heidelberg, Bergfriedhof. Mein Büro befindet sich jetzt Huttenstrafje 31 HUBERT HOLUB EX - Rechtsanwalt Bruchsal - Huttenstr. 31 - Telefon 445 BIHLODON ? GIBT IHREN 1AHNEN GLAN1 • Lieh t s p i e I e zeigen vom 10. bis 12. April: w mit Hans Söhnker, Fita Benk-j hoff, Joe Stöckel, Joseph Eich-; heim u. a. 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Fortsetzung (Nachdruck verboten) Er brückte sich zu Boden, breitete diese Zeichnung aus, setzte einen, der Stiefel darauf und brach in ein zwischen Ärger und Freude liegendes lautes Gelächter aus. «O ich Narr, ich erzgescheiter, blöder, unheimlich hlödei Narr!* ..so oder ähnlich rief er aus, gab dem Buben ein fürstliches Trinkgeld, sagte ihm daß diese Stiefel beschlagnahmt seien und verschwand mit seiner Beute. * Fast um die gleiche Zeit saß der bekannte Journalist Justus in der Bar des neuen Ozeandampfers .Orleans* — zu dessen Jungfernfahrt man ihn eingeladen hatte —und trank seinen Whisky. Durch den Funk hatte er gehört, was sich in Burghausen, das er von gelegentlichen Besuchen her kannte, in der Prager Straße 11 zugetragen hatte, und er war außer sich, daß er noch volle acht Tage auf diesem Schiffe zu- bringen mußte, ohne in diesen Prozeß eingreifen bzw. der jungen Schauspielerin zu Hilfe eilen zu können. Justus hatte bereits zweimal Gelegenheit gehabt, auf Grund haarscharf getroffener Spekulationen und Schlüsse in bedeutsame Prozesse einzugreifen, ohne daß er dabei besonders im Erscheinung getreten wäre — er hatte einfach in seinem Blatte mit dem Blicke des Aus- senstehenden gewisse logische Schlüsse gezogen. Und es schien ihm auch jetzt nötig, solch ° : ie Überlegung herbeizuführen. Denn irgendwo mußt« hier in dem bereits begonnenen und, wie er instinktiv fühlte, unter, dem Druck der öffentlichen Meinung übereilt angesetzten Prozesse eine Lücke, ein Denktrugsdüuß, sein. Von der Unschuld der Sabine Junghans war Justus vollkommen überzeugt, er erinnerte sich vor allem einer recht belustigenden Episode, die er einmal mit ihr — die ihn nicht kannte — erlebt hatte — und es wurde ihm dabei wann ums Herz . . . Diesmal sollte Justus aber die Arbeit am mühsam erarbeiteten logisflien Gebäude erspart bleiben, da ihm der Zufall zu Hilfe kam: durch den Kurierflieger nämlich waren die neuesten großen europäischen Blätter an Bord gebracht worden und ein englisches Photo, auf dem die „berühmten Wanner-Juwelen" abge- bitdet waren (vornehmlich eine sehr wertvolle Halskette), die „vor etwa vier Jahren in den Besitz des deutschen Großindustriellen Micenius übergegangen waren*. Bei diesem Bild nun hob sich in Justus ein Erinnerungsvorgang: er sah sich selbst im Ausstellungsraum des Juweliers in London, und neben ihm stand e r, der Mann, den er in Burghausen wiedeigesehen hatte und der allein (als Dieb und Mörder?) in Frage kam. Die Spuren dieses Mannes, eines bekannten internationalen Juwelendiebes, wiesen zumeist nach Marseille, und Marseille war auch das Ziel seiner Reise, als Justus in Le Havre wieder an Land gegangen war und, er seinen Bericht über djp „Orleans* und dd« Seereise für das Berliner Blatt auf den Weg gebracht hatte. Dr. Neugebauer hatte sich im Hotel „Monopole* in Marseille einquartiert und war gerade dabei, sich mit der dortigen Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen. Er ging die breite Treppe zur Halle hinab, als er durch die Drehtür einen Mann hereinkommen sah, bei dessen Anblick er stutzte, um sich sogleich ein wenig zurückzuziehen und den Neuangekommenen zu mustern. Kein Zweifel, es war der öberspiel- leiter Roth aus Burghausen, der dabei war, mit der angeborenen Lässigkeit eines Vielgereisten an die Office zu treten und nach einem Zimmer zu fragen? Nanu? Roth war hier, während noch der Prozeß lief, und war hieT gut bekannt? Man sah es daran, wie er begrüßt wurde und mit dem Chef einen Händedruck tauschte. Eine dunkle Ahnung stieg in Neugebauer auf: Sollte Roth, der gute, kluge, vielseitige und der Kunst so ganz und gar ergebene Roth eine Doppelrolle im Leben spielen? Neugebauer kam aus dem Saunen nicht heraus.' Jetzt hatte der Mann am Schalter seine Anmeldung vollzogen, Schlüssel und Hotelausweis In Empfang genommen, und nun schritt er zum Lift, um sich emporfahren zu lassen. Neugebauer beschloß, diesen seltsame^» Freund und Bekannten nicht aus den Augen du lassen. Sonderbar, der Mann vor ihm ging jjiit der Sicherheit eines Mannes, der in dem verkehrdurchfluteten Marseille genau Bescheid wußte: nicht einmal fragte er nach dem Wege, er schien es auch nicht weit zu haben, da er kein Taxi anhielt. Mit zunehmend« Verwunderung bemerkte Neugebauer, daß Roth den gleichen Weg zu haben schien, wie er selbst ihn einschlagen wollte. Roth ging jetzt quer über die Fahrstraße und ungeachtet des Verkehrs auf das ■Gebäude der Polizei-Direktion zu und verschwand gleich darauf hinter der Tür, nachdem ex kurz seine Frage an den vor dem Tore haltenden Posten gerichtet hatte. Neugebauer war dem Voraneilenden gefolgt Aber er konnte ihn in dem Gewirr der Gänge nicht mehr einholen. Nach mancherlei Fragen stand er endlich vor' dem Büro des Inspekteurs Marcel! Clement, und bat das Fräulein im Vorzimmer, ihn dem französischen Kollegen zu melden. Er müsse sich einen Augenblick gedulden. Neugebauer begann ungeduldig zu werden — aber bereits nach etwa zehn Minuten öffnete sich die Tür, und Roth kam heraus. Jetzt hielt Neugebauer den Augenblick für gekommen. „Nanu, Herr Roth, was machen Sie denn hier?" — Der andere stutzte, neigte den Kopf wie einer, der sich nicht erinnern kann, sein Gegenüber zu kennen und fragte: „Ja, bitte?* — „Aber Roth, Sie kennen mich doch! Ich habe doch erst kürzlich mit Ihnen allerhand zu besprechen gehabt . . .* — Der Mann vor ihm lächelte — so mußte sich Neugebauer gestehen — er lächelte entwaffnend liebenswürdig. „Mit wem habe ich das Vergnügen . . .* — „Aber Herr Roth, erinnern Sie sich doch , . . denken Sie doch an Burghausen. ... an die Sache Micenius . . . Wie kommen Sie übrigens nach Marseille? Sie dürfen als Zeuge doch überhaupt nicht auf Reisen gehen! Ich bin recht verwundert, Sie hier zu &ehen!" Bei dem Wort Micenius schien der andere zusammeazuzucken, Neugebauer bemerkte es wohl; und ließ so etwas wie ein geheimes Triumphgefühl in ihm wach werden; sollte er hier durch einen Zufall den Faden in die Hand bekommen haben, der ihn wie einst Ariadne aus dem Labyrinth aus dem Ohaos der Vermutungen herausführte? Aber der andere sagte ernst: „Was hab&n Sie mit dem Fall Micenius zu tun? - „Das dürfte Ihnen wohl sehr angenehm sein, zu erfahren, mein Herr!* „Allerdings! Ich glaube aber, es ist richtig, Sie stellen sich mir erst einmal vor, sonst würde ich Sie zwingen, es zu tun!* „Mein Name ist Neugebauer, Kriminalrat Neugebauer aus Burghausen, ich habe allen Grund,. Herr OberspieHeiter, Ihnen gründlkhst zu mißtrauen . . .* (Fortsetzung folgt) BLICK IN ©DIE WELT m v * "♦ + .kftWWIn f i ; P : W? 15 Männer im „Eisschrank der Welt II Expedition in der Antarktis — Seit 14 Monaten von der Welt abgeschnitten Ein Münchner Erlinder hat einen Gas-Sicher- heitshahn konstruiert, der sich beim Nicht- anzünden des Gases nach 30 Sekunden automatisch schließt. Jegliche Gefahren, wie sie z. B. durch Spielen der Kinder oder Überkochen von Flüssigkeiten hervorgerufen werden, sind beseitigt. Die neue Schutzeinrichtung ist eine einfache Konstruktion, die ohne wesentliche Mehrkosten an Jedem Gashahn angebracht werden kann. (Alle Bilder AP-Fotos) Vor mehr als einem Jahr, im Februar 1950, dampfte das Expeditionsschiff „Norsel“ nach schwieriger, gefahrvoller Reise durch den Packeisgürtel in eine stille, weltvergessene Bucht der Antarktis; eine Handvoll wagemutiger Männer begab sich freiwillig, im Dienste der Wissenschaft, für zwei Jahre ins „Exil“. Letzte Briefe wurden geschrieben, ein letzter Händedruck mit der Schiffsbesatzung getauscht und das letzte Material an Land ge- . bracht. Dann legte die „Norsel“ ab und ließ die Männer in der weiten Eiswüste allein. — In diesen Tagen nun wird die'„Norsel“ versuchen, wieder Verbindung mit den Forschem aüfzunehmen, deren Proviant- und Gerätevorräte zu ergänzen und vor allem die geheimnisvolle „Schirmacher-Oase“ zu erreichen, deren Eigentümlichkeiten man unbedingt ergründen will. Die Robinsonade der Männer im „Eisschrank der Welt“ dient der Erforschung der geologischen und meteorologischen Verhältnisse der Antarktis. Es sind fünf Schweden," vier Norweger und sechs . Engländer, deren Ziel es ursprünglich war, bis zur „Schirmacher-Oase“ vorzudringen. Diese von der Schwabenland-Expedition vor dem Kriege entdeckte „Oase“ ist ein kleines eisfreies Gebiet mit mehreren Süßwasserseen, deren Vorhandensein bewies, daß die Antarktis ein Kontinent ist und nicht etwa ein riesiger schwimmender Eisberg, wie immer angenommen wurde. Doch die „Nor- Bettler mit Auto und Bankkonto Mit den Geldspenden der wirklich Armen auf „großem Fuß gelebt“ Eine vierköpfige Familie, die sich vor drei Jahren in Braunschweig niederließ, verstand es, das Betteln zu einem so einträglichen Geschäft zu machen, daß sie sich schon nach zwei Jahren für den Preis von 2500 Mark ein Auto anschaffen konnte, um den „Betrieb“ noch großzügiger und einträglicher zu gestalten. Man muß es dem Familienoberhaupt lassen, daß er sich aufs „Handwerk“ verstand und es mit einer Intelligenz betrieb, die einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Als wichtigste Requisiten beschaffte~er sich einen Kinderwagen und einen Handwagen. Paris zweitausend Jahre alt Der 2000. Jahrestag der Gründung von Paris wird in diesem Sommer gefeiert (das Datum ist willkürlich festgesetzt worden, historisch ist es ungenau). Historische Gewissenhaftigkeit wird die Pariser aber nicht davon abhalten, die Geburtstagsfeiern zu den froh-"' liebsten und glanzvollsten zu machen, die jemals in den Mauern der Stadt abgehalten wurden. Theater, Museen, staatliche und städtische Behörden, Vereinigungen und Berufsverbände haben dazu beigetragen, ein umfangreiches und vielseitiges Programm zu gestalten. Als eigentlicher „Geburtstag“ ist der 8. Juli festgesetzt worden, doch die Feiern beginnen schon am 11. April mit einem „Gala-Abend“, an dem Maurice Chevalier zum ersten Mal sein neues Lied über Paris vortragen wird. Nächstes Ereignis ist am 22. April eine Fuchsjagd kreuz und quer durch" die ganze Stadt Halali ist am Eiffelturm. Am 30. April wird im „Louvre“ die „Seidennacht* veranstaltet Für den 14. Juni ist ein Konzert bei Fackellicht vorgesehen. Am 16. und 17. Juni sind die Tuillerien-Gärten der Schauplatz eines Wöhltätigkeitsbazars und eines Balls, denen sich am 23. Juni ein Gala-Abend im Garten des Palais Chaillot anschließt. Und dann kommt der Geburtstag von Paris, der 8. Juli, ein Fest an dem die ganze Stadt teilnimmt, mit Feuerwerk, Tanz auf der Straße und fröhlichen Umzügen. In den Kinderwagen wurde- das zweijährige Kind der Familie gesetzt, den die Frau schob. Den Handwagen, den er selber zog, das ältere Kind an der Hand; versah er mit einem Schild, das die Aufschrift trug, „von Haus und Hof vertrieben“. Abgerissene Kleidung, Ziehharmonikaspiel, mit rauhem sentimentalen Ton gesungene Heimatlieder, wehmutsvolle Mienen und Redegewandtheit taten ein übriges. In diesem Aufzug tippelte man von Ort zu Ort, quer durch halb Deutschland, vom Frühjahr bis zum Herbst, und führte ein Leben herrlich und in Freuden. Man wohnte ja in Braunschweig nicht gerade glänzend, hatte aber doch ein Unterkommen — für die, auf deren Gaben man spekulierte, aber war man „obdachlos“. Während des Winters suchte man in Braunßchweig Unterschlupf und lebte auch, von d m „Ersparten“ , nicht gerade schlecht. Wurde es wieder wärmer, ging es von neuem auf die Walze. , Schon die erste Reise brachte so viel ein, daß man 700 D-Mark Baukostenzuschuß ein- zahlen konnte. Im zweiten Jahre wurde ein Motorrad angeschafft, und als man schließlich das Auto hatte und dementsprechend das „Geschäft“ von Ort zu Ort schneller abwik- keln konnte, erreichte das Bankkonto in kurzer Zeit 8000 D-Mark. Das Auto blieb außerhalb der Ortschaften stehen, Handwagen und Kinderwagen, die in einem Anhänger Platz fanden, Wurden ausgeladen und schon ging es in „voller Kriegsbemalung“ in die Stadt. — Bis eines Tages in Flensburg der Spuk ein Ende fand, und der Staatsanwalt Anklage erhob. Als das Ehepaar jetzt in Braunschweig vor dem Richter stand, suchte es sich mit Schmucksachen im Wert von 5000 D-Mark, die die Ehefrau aus der Ostzone mitgebracht haben wollte und mit deren Hilfe man die Anschaffungen gemacht habe, herauszureden. Das Urteil lautete für den Ehemann wegen fortgesetzten Betruges auf acht Monate Gefängnis, für die Ehefrau auf eine Geldstrafe. Dr. G. W. sel“-Expedition hatte nicht soviel Glück, wie seinerzeit die Deutschen. Ein Packeisgürtel, von vier bis sechs Metern Mächtigkeit ließ alle Versuche, mit dem Schiff durchzubrechen fehlschlagen. Man erreichte erst 500 km weiter die Eiskante. Dort wurde dann vor einem Jahr das Expeditionsgut ausgeladen. Nach Überprüfung der weiteren Umgebung durch zwei mitgeführte Kleinflugzeuge entschloß man sich, in 5 km Entfernung von der 30 Meter hohen Eiskante das Lager zu errichten. Es.war die erste menschliche Siedlung auf dem Südkontingent, ein kleines Dorf für 15, Männer und eine Meute Schlittenhunde. In einer Woche harter Arbeit wurden die mitgebrachten Holzhäuser aufgestellt: . zwei Wohnhäuser, ein Flugzeugschuppen, der auch die Werkstatt beherbergte, und außer einem Geräteschuppen noch eine Hütte für das kleine Elektrizitätswerk. Die drei mitgeführten Raupenschlepper halfen kräftig, das umfangreiche Material und die Vorräte zum Lager zu schaffen, das den Namen „Maud- heim“ erhielt. Allein für die Hunde nahm man 18 Tonnen Walfleisch an Land, ein Vorrat, der fast zwei Eisenbahnwagen füllt. Jede .Einzelheit mußte bei dieser Expedition genau bedacht sein — das Fehlen wichtige!*' Ersatzteile oder wissenschaftlichen Geräts konnte- unabsehbare Folgen zeitigen und den Erfolg des Unternehmens in Frage stellen. Ein Jahr mit viel Arbeit liegt jetzt hinter den Männern. Mit weitreichenden Skiunternehmen erforschten sie die Umgebung des Lagers. Spalten in der Eisdecke sind sorgfältig vermessen und auf genauen Karten festgehalten worden. Nach den inzwischen erhaltenen Nachrichten hat man 200 km südlich des Lagers einen Gebirgszug entdeckt, der ein weiteres Vordringen ins Innere erschwert. Der Winter, der hinter den Forschern liegt, brachte 60 Grad Kälte mit sich, eine Temperatur, die dort nicht ungewöhnlich ist. . Wenn es gelingt, die „Schirmacher-Oase“ zu erreichen, wird das zweite Jahr, für die For- Ellen Knauff, die 36jährige deutsche Kriegsbraut eines ehemaligen amerikanischen Soldaten, kehrte wieder in das- amerikanische Einwänderungslager auf Ellis Island zurück, wo sie bereits fast zwei Jahre auf ihre Einreisegenehmigung nach den USA gewartet hatte. Die ihr vor kurzem gestattete Einreise wurde jetzt wieder rückgängig gemacht, nachdem drei Zeugen ausgesagt hatten, daß Ellen früher als tschechoslowakische Agentin gegen die USA tätig gewesen sei." Frau Knauff will erneut versuchen, die Einreise nach den USA zu erhalten. scher etwas angenehmer verlaufen, ganz abgesehen davon, daß es zu hochinteressanten Ergebnissen führen dürfte. Einiges wird die Öffentlichkeit schon erfahren, wenn das Expeditionsschiff „Norsel“ wieder in Kapstadt eingetroffen ist, dem Ausgangsort dieser kühnen Unternehmung. Autofahren ohne zu schalten Hydraulische Kupplung — das Geheimnis der „dicken Amerikaner“-Wagen Kreuzung, rotes Licht. Neben uns ein „dicker Amerikaner“. Jetzt gelb, dann grün. Wir denken: Was der unter der Haube hat, ersetzen wir durch besseres Anfahren. Ah mit dem ersten Gang, Gas weg, zweiter rein, ausgekuppelt, dritter Gang, nochmal kuppeln, vierter Gang. Die Meute liegt hinter uns, aber — der Amerikaner vorn! Wie zum Schabernack zerflattert seine Auspuffahne vor der Scheibe. Man sieht es: ohne Schaltpausen zieht er ab. Hexerei? Keineswegs. Er fährt mit hydraulischem Getriebe. Diese Art Getriebe hat in den letzten Jahren in USA Verbreitung gefunden — bedingt durch den dickeren Geldbeutel „Uncle Sams“ und durch die amerikanische Mentalität, das Autofahren als notwendiges Übel st> bequem wie möglich zu gestalten. Bei uns Mitteleuropäern wird in den überwiegenden Fällen das Fahren als halber Sport betrachtet. Je besser einer fährt oder zu fahren glaubt, desto mehr rührt er im Getriebe. Jeder Anfänger empfindet die meiste Furcht vor dem Schalten. Im Hochgebirge bei kurvenreichen Steigungen, die sich mit plötzlichem Gefälle ablösen, wird dieser Vorgang auch für alte Füchse zur hohen Schule. Seien wir ehrlich -t wer hat nicht schon, beim Zurückschalten auf einer steiler werdenden Strecke mit den „Zähnen geknirscht“ (im Getriebe nämlich)? Nichts von alledem bei automatischen Getrieben. Sie setzen sich in den Wagen, schieben mit leichtem Fingerdruck einen kleinen Hebel unter dem "Lenkrad auf „Leerlauf“ und betätigen den Starter. Jetzt den Hebel auf „Normal“ und den Gashebel leicht niederge- treten — das ist alles, denn Sie fahren bereits. Wollen Sie schneller fahren, geben Sie getrost mehr Gas, denn dies ist der einzige' Hebel, den Sie zur Beschleunigung benötigen. Wollen Sie anhalten: Gas weg und Bremse treten. Der Wagen hält, und die Maschine geht im Leerlauf. Fahren Sie im Morast, Sand oder Schnee an, haben Sie steile Steigungen oder Gefälle zu überwinden: wählen Sie „niedrig“ und der Motor zieht ihr Fahrzeug sicher und elegant durch alle Hemm- nisse. In Deutschland hatte schon 1905 Prot Föt- tinger auf eine hydraulische Kupplung, mit dem Ziel, einen Antrieb mit gleichbleibender Drehzahl stufenlos auf wechselnde Geschwindigkeiten zu übertragen. Doch ernsthaft wurden erst um 1930 brauchbare halbautomatische Getriebe entwickelt, bei denen die Gänge „vorgewählt“ wurden und sich beim Kuppeln und Gasgeben magnetisch schalteten. Die Kosten des Einbaus dieser Maschinen vertrugen allerdings nur Käufer von Luxuswagen. 1939 allerdings wurde durch Ing. Kreis ein mechanisches Getriebe entwickelt, das jetzt — nach zehnjähriger Pause, die nicht ungenutzt verstrich — einen guten Start verspricht Stürmischer verlief die Entwicklung in den USA. Hier entstand bei den General-Motors ein Hydromatic-Getriebe, das bis heute schon die Millionenstückzahl überschritten hat ein Zeichen seiner ungeheuren Verbreitung und Beliebtheit Wenn man die vielen Baumuster anderer Werke dazunimmt kann man ermessen, was dem Amerikaner der Fahrkomfort bedeutet. A I WM : - ÄÜS:A :; *\ . ", ."VC" •••• — Eine gelungene Aufnahme von der koreanisdien Front Zwei Napalm-Bomben haben nahezu gleichzeitig auf eine rotcbinesische NadMhubUnie aufgeschlagen. — 1943 versprach ein US- Soldat einem ltjährigen italienischen Mädchen in Salerno die Hochzeit. Jetat kam der „treue Husar“ wieder, um sein Wort au halten. Das ganze Dorf feierte mit. — Um den „Goldenen Handschuh“ ging es bei dem Kampf zwischen dem Schweden 8Jolin und dem Amerikaner Guerrero. Der Amerikaner gewann nach Punkten. Stellenweise ging es recht hart zu POLITISCHE UMSCHAU Die Verietdigungskraii der USA Von Ch. E. Wilson, Direktor des US-Amtes für Verteidigungsmobilisierung Der Verfasser des Artikels hat auf seinen derzeitigen Posten eine 41jährige Erfahrung in der amerikanischen Industrie milgebracht und ist mit allen Aspekten des Wirtschaftslebens der USA und der übrigen Welt hervorragend vertraut. Die Vereinigten Staaten sind ein Land, das mit großen materiellen Hilfsquellen, mit einer tatkräftigen und fleißigen Bevölkerung, einer starken Wirtschaft und einem hervorragenden Produktionsapparat gesegnet ist. Untersuchen wir einmal die Lage der amerikanischen Wirtschaft. Wir haben 60 Millionen berufstätige Menschen — eine Zahl, die bis 1954 hoch auf 65 Millionen anwachsen dürfte. Ihr Durchschnittseinkommen ist heute höher als je zuvor. Die Produktionskapazität der Vereinigten Staaten hat sich seit 1949 verdoppelt, während die Bevölkerungsziffer in der gleichen Zeit um 15 Prozent stieg. Diese Zahlen sprechen für. die Dynamik unserer Wirtschaft und zeigen, welche Möglichkeiten unserer Nation für die Zukunft noch offenstehen. Das amerikanische Volk ist nicht der Ansicht, daß seine Wirtschaft schoq alle Kräfte und Möglichkeiten voll ausschöpft, also bereits statisch geworden ist. Auch heute noch sind die Vereinigten Staaten ein Pionierland. Wir können auf die Fortschritte der Wissenschaft, ihre Auswirkungen auf die technische Entwicklung und die wachsende Produktivität des einzelnen Arbeiters bauen und sind deshalb eine Nation, die noch immer „unbegrenzte Möglichkeiten“ vor sich hat. Das sind gewichtige Aktivposten. Noch bedeutsamer aber sind die geistigen Werte. Das amerikanische Volk hat eine Welt des Friedens vor Augen. Es glaubt an Frieden durch Stärke und ist bereit, an der weiteren Stärkung der Nation mitzuarbeiten, um den Weltfrieden zu sichern. Was sehen wir Amerikaner nun eigentlich als unsere Aufgabe an? Erstens: Den Frieden zu erhalten, indem wir unsere eigene-Verteidigungskraft und die anderer freier Nationen mit größter Beschleunigung auf einen solchen Stand bringen, daß sich Rußland vor jeden Angriff hüten wird. Zweitens: Unsere Kapazität für die Produktion militärischer Versorgungsgüter so zu erweitern, daß wir unsere Industrie, falls uns trotz unserer Friedensbemühungen ein Krieg aufgezwungen "Werden sollte, unverzüglich in vollem-Umfang auf Kriegsproduktion umstellen können. Drittens: Unsere, wirtschaftliche Stärke so zu erhalten, und auszubauen, daß wir, wenn es nötig sein sollte, eine solche Verteidigungsanstrengung eine Reihe von Jahren aushal- ten, ja sogar die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft zu Gunsten der Allgemeinheit dabei noch steigern. Ich vertraue, darauf, daß wir im ersten Stadium der Mobilisierung so viel Kriegsmaterial zur Ausrüstung uncj Ausbildung unserer Streitkräfte hersteilen können, daß sie für den Fall einer "Auseinandersetzung jederzeit verteidigungsbereit sind. Wir sind dabei, die Produktionskapazität für Panzer auf '35 000 im Jahr zu erhöhen und hoffen, in der Flugzeugindustrie eine Monatsproduktion von 18 000 Düsenflugzeugen zu erreichen. Das sind Beispiele für eine Produktionskapazität, die als die beste Garantie für einen andauernden Frieden gelten kanp. Auf Grund des gleichen Programms wird der leistungsfähigsten Industrie der Welt nahegelegt werden, innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre zusätzliches Rüstungsmaterial im Wert von 150 Milliarden Dollar herzustellen. Es wird aus den besten Waffen, Ausrüstungsgegenständen und anderem Material bestehen, das das amerikanische Volk herzustellen in der Lage ist. Dieselben Einrichtungen und Werkzeuge können im Laufe der Zeit darauf umgestellt werden, zum Aufbau einer besseren Welt beizutragen. Unsere Ausgaben für Verteidigungszwecke belaufen sich auf etwa 7 Prozent unseres Sozialprodukts. Bis Ende dieses Jahres werden sie voraussichtlich auf annähernd 15 Prozent steigen. Auf manchen Gebieten z. B. bei Metallen, wird der prozentuale Anteil noch höher sein. Unsere Pläne sind auf eine graduelle Steigerung unserer ganzen Produktionskapazität zugeschnitten. Wir brauchen 50% mehr Aluminium als bisher. Vor Korea haben wir 910 000 Tonnen pro Jahr für zivile Zwecke verbraucht. 1953 werden wir, vorausgesetzt, daß kein Krieg kommt, nicht nur die auch weiterhin bestehenden militärischen Bedürfnisse voll decken können, sondern auch für den 'Zivilbedarf ebenso viel zur Verfügung haben wie 1950. Bis zum Jahr 1953 werden wir eine jährliche Stahlproduktion von 106 470 000 Tonnen erreichen. 81 900 000 Tonnen davon werden für nichtmilitärische Zwecke verfügbar sein — wiederum natürlich vorausgesetzt, daß wir von einem Krieg verschont bleiben. Wir werden versuchen, diese Ziele zu erreichen, ohne die gegenwärtige Verteidigungsproduktion zu beeinträchtigen oder die Pro- , duktion von Verbrauchsgütern allzu drastisch zu kürzen. Als unvermeidliche Folge des gesteigerten Metallbedarfs für die Rüstungsindustrie werden wir natürlich die Zuteilungen von wichtigen Rohstoffen für die Herstellung dauerhafter Verbrauchsgüter wie Autos, Eisschränke, Waschmaschinen, Rundfunk- und Fernsehgeräte kürzen müssen. Die Amerikaner betrachten diese vorübergehenden Einschränkungen aber nicht als Kalamität. Der amerikanische Arbeiter wie auch der amerikanische Farmer hat zu dem großartigen Produktionssystem, das einen Teil der Stärke unserer Nation ausmacht, einen großen Beitrag geleistet und wird ihn auch weiterhin leisten. Die US-Regierung wird Maßnahmen einleiten, um die Steigerung der Lebensmittel- und Fasererzeugung anzuregen. Die Industrie wird neue Arbeiter ausbilden, die die Lücken füllen sollen, die durch die Kapazitätserweiterung und teilweise Einberufungen in die Streitkräfte entstehen. Für einige Materialien, bei denen sich besonders kritische Engpässe ergeben können, werden wir Ersatzstoffe hersteilen. Wir werden auch den Import aus anderen Ländern fördern und neue inländische Hilfsquellen erschließen. Wir werden nichts, was dazu beitragen kann, die Vereinigten Staaten stärker oder seine Wirtschaft gesünder machen kann, vernachlässigen. Um Afrikas Luftstützpunkte Washington (UP). Die strategische Bedeutung Nordafrikas für die Luftkriegsführung in einem zukünftigen Krieg überschattet heute fast schon die Projekte, die sich mit der Über- fUegung der arktischen Regionen im Kriegsfälle befassen. Ohne die Wichtigkeit der arktischen Anflugwege zu übersehen, beschäftigen sich die amerikanischen Strategen jedoch heute mehr und mehr mit einer noch wirkungsvolleren Angriffsmöglichkeit auf sowjetisches Gebiet für den Fall eines Krieges, Eine der letzten Vereinbarungen wurde mit Frankreich über die Benutzung von fünf Flugstützpunkten in Marokko getroffen. Dieses Übereinkommen wird Marokko zu einem „Gibraltar der Luftstreitkräfte“ machen. Ingenieure der US Air Force sind schon jetzt damit beschäftigt, die Flughäfen von Casablanca, Marrakesch, Rabat, Port Lyautey und Mekes auszubauen. Weiter im Osten haben die Vereinigten Staaten Vereinbarungen mit Großbritannien zur Benutzung der Flugplätze von Benghasi, Castel Benito und von Plätzen in der Suezkanalzone, auf Cypem und auf. Malta getroffen, auch mit dem Irak, Jordanien und der Türkei sind ähnliche Abmachungen getroffen worden. Alcide de Gasperi 70 Jahre alt Kaiser Franz Joseph wollte dem Abgeordneten Trients in der Wiener Kammer beim ersten Zusammentreffen nur ein paar höfliche Worte sagen, wie er dies stets den Vertretern der Minderheiten Österreich-Ungarn# gegenüber tat. Aber Alcide de Gasperi erfaßte die Situation blitzschnell, beugte sich vor, um in Italienisch dem etwas schwerhörigen alten Herrscher zu sagen: „Majestät, wir erwarten einen Akt der Gerechtigkeit für die italienische Universität!“ Franz Joseph sah den ungestümen Italiener an und sagte: „Ich bin dafür, nur die Kammer erfüllt ihre Pflicht nicht.“ In Wiener Hof- und Parlamentskreisen schrie man Zeter und Mordio über die Art des Trientiners, der durch sein Vorgehen seinen Zweck erreicht hafte. Dieser Vorfall beweist deutlich, daß der „nationale Alcide“, wie ihn heute viele Italiener nennen, nicht immer dem Kampf ausweicht. Er wurde schon 1904 in Innsbruck eingesperrt, als er mit anderen italienischen Studenten für die Italianitaet seiner Heimat eintrat, er sagte nach dem ersten Weltkrieg dem Faschismus den Kampf an, nachdem 1923 die katholische Partito Popolare, deren Leiter er nach dem Abtreten Don Sturzos geworden war, Mussolini den Rücken kehrte. Alcide de Gasperi wurde vor nunmehr siebzig Jahren — am 3. April des Jahres 1881 — in Castel Ticino nicht weit von Trient als Sohn eines österreichischen Gendarmen geboren, der aber italienisch fühlte wie seine Ehefrau. Als ältestes von vier Kindern studierte Alcide zu Trient und Wien, wo er bereits mit 30 Jahren Deputierter der Kammer wurde. Sein Kampf gegen Österreich- Ungarn verlief stets gradlinig. Als man ihn 1918 für eine von Wien genehmigte Autonomie Trients gewinnen wollte, lehnte er sie überzeugt ab, da er in dieser Lockerung einen 'Stärkungsversuch für die Wiener Zentralgewalt sah. In seiner Heimatprovinz stand de Gasperi (oder Degasperi, wie ihn die seiner Heimat nennen und schreiben) des öfteren einem heftigen Sozialisten im Rededuell gegenüber, der ihn noch einmal in den Kerker werfen sollte: Mussolini. Der Mord an dem Sozialisten Matteotti bedeutet für den Trientiner Beginn des unerbittlichen Kampfes gegen den Faschismus, der ihn 1927 wegen „Versuches der unbefugten Auswanderung“ für drei Jahre hinter Gitter setzte, de Gasperi war der letzte Führer der Opposition auf dem Aventin. 1926 wurde wieder einmal gegen den „Duce“ in Bologna ein Attentat verübt, die Faschisten nahmen sich sofort der Gebrüder Alcide und Augusto de Gasperi an, ließen sie aber später frei. de Gasperi heiratete im Jahre 1921 Fran- cesca Romani, eine sanfte Frau, die in London und Paris studiert hatte und auch Deutschland kennt. Aber der heutige italienische Premier war stets mit zweien verehelicht: mit der Signora Francesca und der Demokratie. In den dreißiger Jahren trat er als Sprachenkundiger in die Vatikanische Bibliothek ein. Wem gehört das Nahost-Oel? Noch ist nicht erwiesen, ob der Teheraner Erdstoß das Ölimperium der Anglo-Iranian (Persian) Oil Company zum Einsturz bringen wird. Die Größe des Objektes, um das 1 es zwischen London und Teheran geht, bestimmt den Einsatz: es handelt sich um die bis heute größten Ölfelder im Nahen Osten mit einer Förderung von 32 Mill. t. im vergangenen Jahr — ferner um ein Konzessionsgebiet von der Ausdehnung der ganzen Bundesrepublik — außerdem um technische und Gebäudeanlagen, deren Wert auf 3,5 bis 5,5 Milliarden DM beziffert wird — und schließlich um die gebremst werden, wenn Verstaatlichung oder verlustreiche Veräußerung droht. Die Länder des Nahen Ostens selbst sind ebensowenig wie Persien in der Lage, ohne ausländische Beteiligung ihren Ölschatz zu heben, auf den Markt zu transportieren und zu verkaufen. Dies ist die wirtschaftliche Seite der Nationalisierung. Die britische Regierung, die 52 Prozent der persischen Ölaktien besitzt, hatte bereits Ende vergangenen Jahres Mehrleistungen an Persien aus dem Ölgeschäft angeboten, die einer 50prozentigen Erhöhung der Abgaben Die außerordentliche Kenntnis der germanischen Welt weist auf die starke innerliche Bindung de Gasperis zum Norden und seine Kenntnisse um die Verhältnisse in Deutschland und Österreich hin. Der Aufstieg de Gasperis nach diesem letzten Krieg ist kometenhaft und sein Stern glänzt heute noch am politischen Firmament Europas wie im Dezember 1945, als er sein erstes Kabinett bildete. Alcide de Gasperi ist der große Politiker der Möglichkeiten, sein ausgleichendes Temperament hat es bisher stets verstanden die Wasser zu beruhigen, die nicht zuletzt in der eigenen Partei aufgewirbelt wurden. Wenn er einen Gegner nicht schachmatt setzen konnte und er seiner eigenen Partei angehörte, „jubilierte“ er ihn in eine Stellung hinein, die ihn verpflichtete, Verteidiger seiner Politik zu werden. Falls jemand auf die Idee kommen sollte auch nur ein Mitglied seines Kabinetts in Frage zu stellen, kann er gefaßt sein, sich einem de Gasperi gegenüberzusehen, der erklärt: Vertrauensvotum für die gesamte Regierung! Und alles bleibt beim alten. Denn es gibt heute keinen italienischen Politiker vom Format dieses Berglers, der mit seinem eigenartig wiegenden Gang, der Hornbrille, der betonten Nase und dem Schwung eines Fünfzigers sich so in die allgemeine innere und äußere Politik als festes Element eingegliedert "fiat. Wenn infolge der Angriffe aus den Reihen der eigenen Partei auch die öffentliche Meinung etwas verwirrt erscheint, für viele Millionen Italiener ist Alcide de Gasperi, der — wenn auch in den letzten Jahren etwas eleganter geworden — das Abbild des italienischen aufrechten, nicht begüterten und grundehrlichen Staatsbeamten ist, die einzige Lösung für heute und morgen, wie es gestern war. Immerhin sitzt er dem sechsten „Kabinett de Gasperi“ vor und er ist seit über fünf Jahren am Staatsruder. Da er ein überzeugter Demokrat ist, scheint uns diese Tatsache allein Beweis seiner Fähigkeiten. „Rein materiell- mathematisch gesehen ist die Lage Italiens heute verzweifelt, aber ich bin nicht verzweifelt“, sagte er einmal in schwerer Stunde zu einem Kollegen. Sein Optimismus ist vor allem darauf basiert, daß das italienische Volk hinter ihm steht, mehr als hinter seiner Partei. Er hat das Volk zusammengehalten und sich gegen die starke Linksopposition durchgesetzt. In seine Amtszeit fallen der Friedensvertrag, der Marshallplan, der Beitritt zum Atlantikpakt. Aber de Gasperi gilt auch als der Mann, der den Mut hatte, mit dem österreichischen Außenminister Gruber jenes Abkommen über Südtirol zu unterzeichnen, das ihn in nationalistischen Kreisen nicht gerade beliebt gemacht hat. Für Deutschlands Eingliederung in eii# demokratisches Europa ist er bei jeder Gelegenheit eingetreten. Er weiß, daß er in Adenauer einen Gegenspieler hat, mit dem er sich verstehen kann. Und er wird Wert darauf legen, ihn nach langen Jahrzehnten wiederzusehen. Ul!!: VXLIBAN !»MITT«Mjisa .:lT IRAK PALAST •AGvpr UWE IT, ...Afr/ORDA GO \S_ KONZESSIONEN BAHREI SAUDI ARA Sicherung der Ölversorgung Englands, ja ganz Westeuropas. Der; Besitzwechsel eines cjerartigen Komplexes würde eine weittragende Gewichtsverlagerung im Nahen Osten bedeuten, die auf alle ölgebiete ausstrahlen müßte. Der Nationalismus. aller mohammedanischen Ölländer würde sich ad einem gelungenen persischen Coup gegen die Anglo-Iranian entzünden und alle gegenwärtigen Besitzverhältnisse (siehe Karte) in Frage stellen. Unmittelbar betroffen würde die Ölförderung selbst; sie ist von 16 Mill t 1938 auf 42 Mill. t 1947, 71 Mill. t 1949 und 87 Mill. t 1950 gestiegen und soll nach den Plänen der Ölgesellschaften in den nächsten fünf Jahren auf 150 Mill. t steigen. Die hierfür erforderlichen immensen Kapitalanlagen werden in dem Augenblick gleichkamen. Persien lehnte dies ab, offenbar mit dem Seitenblick auf das amerikanische Beispiel in Saudiarabien; cjort führt die ARAMCO 50 Prozent des Reingewinns an Ibn Saud ab und beide Teile scheinen damit recht gut zu fahren. Aus wirtschaftlichen Gründen besteht kein Anlaß zur Dramatisierung der Lage im Nahen Osten. Hierzu berechtigt eher der 'starke Sog, den die Nachbarschaft der ölhungrigen Sowjetunion auf alle labilen Faktoren im Nahen Osten ausübt. Bekanntlich hat sich 1946/47 ein perfekter Vertrag über sowjetische Ölförderung in Persien an der Ablehnung des Teheraner Parlaments zerschlagen. Damals hatte der Westen Persien den Rücken gestärkt. Heute besteht unleugbar die Gefahr, daß der Osten diese Rolle als neue Variation des Kalten Krieges übernimmt. Ein Gentleman wurde beleidigt Der „Speaker“ des Unterhauses, Oberst Clifton Brown, will in den nächsten Wahlen nicht mehr für das Amt des Parlamentsvorsitzenden kandidieren. Was der Bundestagspräsident in Bonn, das ist in den ehrwürdigen Hallen Westminsters der „Speaker“. Aber wie die Mauern des englischen Unterhauses bereits standen, als Amerika noch nicht entdeckt war, so trennt jahrhundertealte Tradition auch die Würde seines Vorsitzenden von allen Amtskollegen anderer Staaten. Den Kopf bedeckt mit einer über die Schultern herabfallenden grauen Perücke, angetan mit schwarzer wallender Robe, verkörpert er das, was man unter dem Muster eines Parlaments versteht. Der „Speaker“, so heißt es, soll ein vollkommener Gentleman sein. Seinen Namen trägt er, weil er in alten Zeiten für das Parlament ziun König sprach. Damals kam es vor, daß der Herrscher den Wortführer des Volkes in den düsteren Tower werfen oder sogar enthaupten - ließ. An jene Unsitte erinnert noch heute der komisch anmutende Brauch, daß sich ein neugewählter „Speaker“ nur mit „Gewalt“ von seinem Abgeordnetensitz zu dem schwarzgefärbten, unter einem Baldachin stehenden Präsidentensessel zerren läßt. Diesen Amtssitz, der mit einem Ministergehalt und kaum zu übertreffend#r Autorität verbunden ist, kann er in der Regel nur durch seinen Rücktritt verlieren. Es gab „Speaker“, die ihn dreißig Jahre lang ununterbrochen innehatten. Solch ungewöhnliche Ehre wird dem 71 jährigen Oberst Clifton Brown, der seit 1943 zu Häupten des englischen Parlaments sitzt, nicht zuteil. Denn einmal steht er bereits heute im biblischen Alter, vor allem jedoch ergab sich in diesen Tagen für ihn einer jener ungewöhnlichen Fälle, in denen einem „Speaker“ die Rückgabe seines Amtes nahegelegt wurde. Oberst Brown widerfuhr nämlich die größte Beleidigung, die ihn in seiner Würde überhaupt treffen kann: man zog seine Unparteilichkeit in Zweifel. Und das Bemerkenswerteste an diesem folgenschweren Angriff ist vielleicht, daß er durch einen der konservativen Fraktionsköpfe erfolgte — einen Mann der Partei also, aus deren Reihen Oberst Brown selber stammt. Der Zwischenfall ereignete sich während einer der letzten Nachtsitzungen der Abgeordneten, deren Nerven durch den von der Opposition geführten „Ermattungskrieg“ einer selten dagewesenen Anspannung ausgesetzt sind. Die Gefahr, daß ein Überraschungscoup der Tories die Regierung stürzen kann, erlaubt es den Unterhausmitgliedem nämlich nur in dringendsten persönlichen Fällen, einer Sitzung femzubleiben. Nicht umsonst aber nennt man den „Speaker“ den „Gefangenen von Westminster“. Er verfügt zwar über eine Staatskutsche, die noch älter als die des Königs ist, und über prunkvolle Gemächer — das Unterhaus darf er förmlich jedoch nur mit Einwilligung der Abgeordneten verlassen. Und auf seinem Präsidentensessel ist er schon gänzlich unentbehrlich. Denn er leitet, als Hüter der Würde des Hauses, alle Sitzungen, prüft die Anfragen und weist, wo es nottut, auch die Abgeordneten zurecht. (Er kennt jeden von ihnen — mehr als 600 — mit Namen.) Die Hauptlast des gegenwärtigen parlamentarischen Parteienkrieges ruht also auf seinen Schultern. Die Folge dieser ermüdenden Funktion war für den 71jährigen Husarenoberst, der selbstverständlich aus Eton und Cambridge, diesep Erziehungsstätten des perfekten Gentleman hervorgegangen ist, daß er sich in der Wahl seiner rügenden Worte gegenüber Abgeord-. neten zuletzt wiederholt nicht der gebührenden Sorgfalt bediente. (I. P.)