BROCHSALER POST SÜDD. HBIMATZBITUNG FÜR KRAICHGAU UND BRUHRAIN Nummer 159 Donnerstag, den 12. Juli 1951 Einzelpreis 20 Pfennig Das Gesetz über die Rentenzulage verabschiedet Bück in die We,t Jugendschutzgesetz tritt in Kraft — Regelung der Getreidepreise Bonn (UP). Der Bundestag verabschiedete das Rentenzulagegesetz, wonach die gesetzlichen Renten mit Wirkung vom 1. Juni um durchschnittlich 25 Prozent erhöht werden sollen. Die Zulagen sollen gewährt werden für die Renten aus der Invalidenversicherung, der Angestelltenversicherung und der knapp- scbaftlichen Rentenversicherung. Zum Knappschaftssold wird keine Zulage- gewährt. Ausgeschlossen von der vollen Erhöhung sind die Empfänger der sogenannten Mindestrenten, die bekanntlich 50 DM betragen. Hier wird die Teuerungszulage nur auf die nach den Beitragsleistungen errechnete Rente gewährt, die bei den Mindestrentenempfängem In den meisten Fällen weit unter 50 DM liegt. Die SPD wandte sich gegen „diese Ungerechtigkeit gegenüber etwa zwei Millionen Mindestrentnern“ und lehnte das Gesetz im ganzen ab. Der Sprecher der Regierungsparteien und des Bundeskabirfetts hielten der Forderung der SPD entgegen, daß hierfür die Mittel nicht beschafft werden könnten. Das Zulagegesetz, dessen Einzelheiten sich gegenüber der letzten Lelüng nicht änderten, bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates und kann dann mit Wirkung vom 1. Juni in Kraft treten. Der Bundestag forderte ferner in einer Entschließung die Bundesregierung auf, die angekündigte Vorlage über eine Aufbesserung der Bezüge aus der Unfallrente beschleunigt zu unterbreiten. Dureji ein vom Bundestag in drei Lesungen gebilligtes Gesetz wird den Soforthilfeempfängern bei der Bemessung der Soforthilfezahlung die neue Rentenzahlung nicht angerech-- net. Ein entsprechendes Gesetz hinsichtlich der Empfänger von Kriegsopferrenten wurde in erster Lesung an des-zuständigen Ausschuß überwiesen. Ebenfalls dem zuständigen Ausschuß zugeleitet wurde das Gesetz über die Gewährung von Teuerungszulagen als Ausgleich für die Erhöhung der Preise der Grundnahrungsmittel. Das Gesetz über den Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit wurde ohne Aussprache verabschiedet. Nach fast zweijährigen Beratungen hat der Jugendfürsorgeausschuß des Bundestages ein Gesetz ausgearbeitet, das Jugendliche unter 18 Jahren vor sittlichen Gefahren und Verwahrlosung schützen soll. Wie der Berichterstatter ausführte, soll das Gesetz bisherige polizeiliche Strafmaßnahmen durch Erziehungsmaßnahmen ersetzen. Das Gesetz beschränkt im einzelnen den Besuch von Gaststätten, Film- und sonstigen Vorführungen durch Jugendliche und den Ausschank von alkoholischen Getränken an Jugendliche. Das Gesetz sieht bei Zuwiderhandlungen Strafen für Veranstalter und Gewerbetreibende vor. Der Bundestag verabschiedete ferner das, Getreidepreisgesetz für das Wirtschaftsjahr 1951/52. Danach ist die Bundesregierung ermächtigt, zur Sicherung der Versorgung im Bedarfsfälle die Anbietungspflicht einzuführen. Das Gesetz sieht ferner die Zahlung einer Frühdruschprämie vor. Damit soll eine frühzeitige Getreideablieferung durch die inländischen Erzeuger erreicht werden. Bundeshilfe für Berlin Anläßlich der Verabschiedung des Änderungsgesetzes zur Förderung der Berliner Wirtschaft erklärte der Vorsitzende des Berlin-Ausschusses, Gerd Bucerius, daß im Rechnungsjahr 1951/52 Berlin an unmittelbarer Bundeshilfe etwa eine Milliarde'DM zufließen werden. Bei der ersten Beratung hatte Bundesfinanzminister Schäffer erklärt, das von den Regierungsparteien vorgelegte Gesetz Würde eine Mehrbelastung des Bundes um rund 240 Millionen DM mit sich bringen. Nach langwierigen Geschäftsordnungsdebat- ten und Abstimmungen entschied sich die Mehrheit des Bundestages für Nürnberg als Sitz der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Koblenz unterlag in einer Stichwahl gegenüber Nürnberg. Kassel war schon in der Vorwahl ausgeschieden. Mit Mehrheit entschied sich der Bundestag für eine Verschiebung der zweiten und dritten Beratung des Investitionshilfegesetzes auf die Zeit nach den Parlamentsferien. Bei der Begründung einer FDP-Interpella- tion wandte sich deren Sprecher gegen dep von den Besatzungsmächten angeordneten Abtransport ausländischer Devisenwerte aus deutschem Besitz, den er als „schweren Eingriff in das deutsche Inlandsvermögen“ be- zeichnete. Es schädige die vertrauensvolle Zu- ’ sammenarbeit der Bundesrepublik mit den anderen Mächten. Der Vertreter der Bundesregierung wies darauf hin, daß die Bundesregierung gegen die alliierte Maßnahme bereits Einspruch erhoben, aber einen ablehnenden Bescheid bekommen habe. Die Allüerten stützten ihre Maßnahme teilweise auf das Potsdamer Abkommen. Die Bundesregierung werde sich um weitere Verhandlungen mit den Besatzungsmächten bemühen. Von der FDP wird in der Interpellation noch darauf hingewiesen, daß der Wert der durch diese Maßnahmen gefährdeten Wertpapiere auf 1,2 Milliarden DM geschätzt werde. Schumanplan vor der ersten Hürde Bundeskanzler Dr. Adenauer wird dem Bundestag am Donnerstag den Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Schumanplanes vorlegen und die Abgeordneten in einer längeren Erklärung zur Billigung des Vertragswerks auf- rufen. Der Schumanplan ist am Donnerstag einziger Punkt der Tagesordnung mit unbegrenzter Redezeit. Die Fronten scheinen klar zu sein: Regierungsparteien, Bayern-Partei und Zentrum für den Schumanplan; Sozialdemokraten, Kommunisten und einige Splittergruppen gegen die Montan-Union. Vermutlich wird sich das Plenum für die Bildung eines besonderen Ausschusses für den Schumanplan entscheiden, an den die Vorlage überwiesen und von dem sie während der Sommerferien beraten werden soll. Weitere Staaten beenden Kriegszustand Ein Kommentar der Tass — Gartenfest beim Bundeskanzler Bonn (ZSH). Wiederum haben einige Staaten in Bonn wissen lassen, daß sie den Kriegszustand mit Deutschland beendet haben oder ein diesbezüglicher Schritt sich in Vorbereitung befindet. Die Dominikanische Republik hat durch Dekret den Kriegszustand aufgehoben. Das Außenministerium von Montevideo stellte fest, daß sich Uruguay überhaupt nicht im Kriege mit Deutschland befand. Nationalchina und Venezuela haben die Beendigung des Kriegszustandes angekündigt, Panama und Kuba erwägen zur Zeit einen solchen Schritt. Die sowjetische Nachrichtenagentur Tass. nahm hierzu wie folgt Stellung: „Es ist ganz klar, daß die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland seitens der kapitalistischen Mächte ein bestimmtes Ziel verfolgt und zwar: die Teilung Deutschlands zu verlängern und einen neuen Vorwand zu schaffen, den Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland so lange wie möglich hinauszuzögern, obwohl die Sowjetunion vorgeschlagen hatte, sofort mit den Vorbereitungen eines Friedensvertrages mit Deutschland zu beginnen. Dieser Schritt stellt zweifellos eine neue offene Verletzung des Potsdamer Abkommens dar, das keine formelle Beendigung des Kriegszustandes durch einseitige Erklärungen vorsieht, sondern die Schaffung eines Friedensvertrages mit einer gesamtdeutschen Regierung.“ Bundeskanzler und Außenminister Dr. Adenauer empfing die Missionschefs der in Bonn akkreditierten diplomatischen Vertreter mit ihren Damen zu einer Gartengesellschaft. Eingangshalle und Terrassensäle waren mit exotischen Blumen und Pflanzen aus dem Bonner Botanischen Garten dekoriert. Der . von zahlreichen Scheinwerfern angestrahite Park bot auch den Zaungästen ein imposantes Bild. Anzeichen für Entspannung in der Ölkrise Harriman im Iran erwünscht — Mäßigung in Teheran Teheran (UP). In der Ölkrise scheint sich eine Entspannung anzubahnen. Anzeichen ergeben sich daraus, daß sich die Regierung in Teheran bereit erklärte, den US-Sonderbot- schafter Harriman zu Beratungen über den ölstreit zu empfangen, und daß gleichzeitig ein prominentes Mitglied der iranischen Ölkommission das Parlament aufforderte, Verhandlungen mit Großbritannien und anderen interessierten Ländern über den Verlauf des Erdöls zu billigen. Das Weiße Haus hat die „Abreise Harrimans innerhalb 48 Stunden“ bereits angekündigt. Abgeordnete und politische Kreise in Teheran ließen durchblicken, daß sie sowohl die Beratungen mit Harriman als auch die vorge- Schlagenen Öl-Verhandlungen gutheißen. Politische Beobachter vermerken, daß in der Hauptstadt des Iran eine Atmosphäre der Mäßigung Platz zu greifen beginnt. Ministerpräsident Mossadeg hatte eine lange Konferenz mit der Ölkommission und emp-, fing anschließend den US-Botschafter Grady, um ihm seine Antwort auf den Brief Präsident Trumans vom vergangenen Monat zu übergeben. Darin heißt es, der Brief sei zu spät gekommen, §ls daß Iran noch der Bitte entsprechen könne, die Empfehlung des Internationalen Gerichts zu befolgen; doch sei die iranische Regierung gern bereit, Botschafter Harriman zu Beratungen zu empfangen, der in Teheran wegen seiner großen Erfahrungen sehr geschätzt sei. Senator Daftari, ein prominentes Mitglied der Ölkommission, der noch am Vortage die Übernahme der Industrieanlagen fn die Regie der iranischen nationalen Ölgesellschaft abgeschlossen hatte, forderte nach einer Zusammenkunft mit Mossadeg das Parlament auf, Verhandlungen mit Großbritannien und anderen interessierten Ländern über den Verkauf des persischen Öls zu billigen. Sollte sich in diesem Punkt keine Übereinstimmung erzielen lassen, müsse der Betrieb auf den Ölfeldern eingestellt werden. Der Appell Daftaris wurde vom Parlament günstig aufgenommen. Daftari befürwortete ferner eine Auflösung der Militärregierung in Abadan und sagte, die meisten der britischen Fachkräfte wollten in ihren Stellungen bleiben und müßten auch nach Einstellung der Arbeiten ihre Gehälter weiter bekommen. Das Ölfeld von Gacksaram wurde, wie bereits angekündigt, von der Anglo-Iranian aufgegeben. England beendet den Kriegszustand mit Deutschland Der stellvertretende britische Hohe Kommissar J. B. Ward (links) überreicht die diesbezügliche Mitteilung seiner Regierung dem Staatssekretär im Bonner Außenamt, Prof. Hallstein Kommentare zum Tagesgeschehen Mit dem Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen in Korea tritt der West-Ost-Kon- flikt in eine neue Phase. Deutschland, dessen Schicksal unausweichlich vom Kräftespiel der Westmächte beeinflußt wird, sieht den bevorstehenden Entwicklungen naturgemäß mit besonderer Spannung entgegen, zumal man aus der Ostzone schon recht deutliche Hinweise zu hören bekam, daß sich das Schwergewicht der sowjetischen Politik nunmehr wieder auf uns verlagern werde. Wir haben etwas anderes kaum erwartet, denn Maliks „Friedensschritt 1 ,- der zu den Waffenstillstandsverhandlungen in Kaesong führte, war gewiß nur ein Teilstück jener vieldiskutierten Friedensoffensive des Kreml, die auf die Schwächung des westlichen Verteidigungswillens und die Verhinderung einer etwaigen Wiederaufrüstung der Bundesrepublik abzielt. Auch der Gedanke einer Fünf- mächte-Konferenz wurde in diesem Zusammenhang wieder in die Debatte geworfen. Jedenfalls werden die politischen Strategen Moskaus kein diplomatisches und propagandistisches Mittel unversucht lassen, um auf die Entwicklung im westdeutschen Lager Einfluß zu gewinnen, wenngleich es andererseits wohl feststehen dürfte, daß der Kreml nach seinen Erfahrungen > in Korea zur Zeit nicht auf ein neues militärisches Abenteuer ausgeht. Amtliche Sprecher des Westens haben inzwischen schon betont, daß sie in der Beendigung des Korea-Konflikts keinen Anlaß sehen würden, ihre Verteidigungsbemühungen zu vermindern. Eine Verringerung des Tempos wird- man aber trotzdem wohl in Rechnung stellen müssen, wenn der bisher offenkundige Zwang zur Eile — vielleicht irrtümlich — zu entfallen scheint, zumal sogar im englischen Regierungslager schon Stimmen laut wurden, die eine Bremsung des Rüstungswettlaufs befürworteten. Im übrigen dürfte man sich aber im Kreml kaum der Spekulation hingeben, die offiziellen Stellen des Westens beeinflussen zu können; vielmehr wird seine Taktik darauf abgestellt sein, die Bevölkerung des Westens und dej» Bundesrepublik schwankend zu machen. Gewisse psychologische Vorbedingungen hierfür sind zweifellos vorhanden, denn niemand trägt gerne die Last einer Rüstung, welche den sozialen Fortschritt hemmt. Andererseits aber könnte eine Beendigung der Feindseligkeiten in Ostasien doch zu einer wirtschaftlichen Entspannung, zu einer Erleichterung der Rohstoffschwierigkeiten, zu Preisrückgängen u. dgl. führen und auf diese Weise eine politische Konsolidierung nach sich ziehen.. • Nach der augenblicklich geltenden Regelung werden für nicht rechtzeitig entrichtete Steuerzahlungen Säumniszuschläge erhoben. Sie betragen zwei Prozent des rückständigen Steuerbetrages für den ersten angefangenen Monat, ein Prozent für jeden weiteren Monat. In der Praxis ist das diesbezügliche Gesetz vom 20. April 1949 nun vielfach so ausgelegt worden, daß die Finanzämter auch Steurpflichtige, die sonst ihre Steuern pünktlich bezahlen, aber einmal unverschuldet die Frist um weinige Tage überschritten haben, mit Säumniszuschlägen belasteten. Diese Zuschläge entsprechen in vielen Fällen einem Jahreszins von 20. 50 ja mitunter von mehr als 100 Prozent! Die Steuerpflichtigen müssen diese Zustand als um so größeres Unrecht empfinden. als sie selbst vom Staat für die monatelange, ja zuweilen sogar jahrelange Verschleppung von Erstattungen zuviel bezahlter Steuern keinerlei Zinsen erhalten. Der „Bund der Steuerzahler“ hat deshalb beim Bundesfinanzministerium beantragt, das bisherige System der Säumniszuschläge durch Verzugszinsen in angemessener Höhe zu ersetzen Außerdem sollen die Finanzämter er-* mächti/t werden, von der Erhebung von Verzugszinsen abzusehen, wenn es sich um sonst pünktliche Steuerzahler handelt, bzw in besonders begründeten Einzelfälleo die Verzugszinsen zu erlassen, wenn ein Steuerpflichtiger aus entschuldbaren Gründen verspätet gezahlt hat. Für diesen Antrag haben sich bereits verschiedene Oberfinanzpräsidenten ausgesprochen: sie wollen dieses Problem — hoffentlich mit Erfolg — auf der nächsten Steuertagung auf greifen. * In Bayern pflegt man mit dem Wort nicht wählerisch zu sein; die Originalität bajuwa- "acay.-vyar.s: Donnerstag, den 12. Juli 1951 £„£ UN-Oberkommando schweigt noch immer Der Gegner nennt Bedingungen — Waffenstillstand näher gerückt ' Zwischen einem schimpfenden Tegernseer and einem Parlamentarier sollten aber dennodj gewisse Nuancen des Sprachschatzes bemerkbar sein, auch wenn die räsonierenden Abgeordneten in München unter sich zu sein glauben. S o e a 1 (UP). Die WafftastillstaniBverbani- lungea ln TT ii iwir wurde« am MittwodimoT- gen fortgesetzt uod nach fünf Stande« beendet. Kn Mitglied der aüfierfen Abordanng äußerte bei der Rü ck k e h r, der Waffenstitl- Als Dr. Josef Baumgartner wiederum die stand sei seit den ersten Verhandlungen be- Leitung der Bayempartei übernahm, erschien deutend näher gerückt. er zwar im Münchner Brunnenhoftheater nkht Konteradmiral Burke deutete an, die ÜN- mit aufgekrempelten Ärmeln und in Krach- Delegation würde einen „Abzug sämtlicher ledernen; sein geistiger Habitus aber entsprach ausländischer Streitkräfte“ nicht diskutieren. trotzdem nicht dem feierlichen Sonntagsanzug. Wenn die CSU behaupte, eine christliche Partei zu sein, so rief er seinen Anhängern zu, dann sei dies „eine ganz üble Ausbeutung der Religion für ihre Geschäfte“. Die CSU arbeite überhaupt mit „ungeheuren Bügen und infamen Verleumdungen“ gegen die Bayempartei. Man möge ihm jeden nennen, der ihn verleumde^ damit er gegen die „Erzlumpen“ gerichtlich Vorgehen könne Die Verhandlungen seien zufriedenstellend verlaufen. Die Delegation wird am Donnerstag zu ihrer dritten Besprechung mit den Kommunisten zusammentreten. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben. Das Oberkommando der alliierten Streitkräfte veröffentlichte lediglich ein nichtssagendes Kommunique. Ein Teilnehmer an den Besprechungen, Oberst Rühles, äußerte, die Verhandlungen befänden sich nunmehr „auf dem richtigen Gleis“. Nach der Aussage Gegen diesen empörten Erguß einer edlen ‘ eines anderen hat sich die Konferenz auch am Bayernseele wandte sich vergeblich der Vor- zweiten Tage mit Fragen der Tagesordnung sitzende der Bundestagsfraktion der BP, Dr. Seelos, indem er von einem „verletzenden Kampf gegen die Bruderpartei“ abriet und sogar eine engere Zusammenarbeit vorschlug. Als Freiherr von Aretin, einer jener Bundestagsabgeordneten der BP, für die sich nach der Spiegel-Affäre die Staatsanwaltschaft interessiert, den Saal betrat, wurde er mit Pfui- Rufen begrüßt und etliche brüllten sogar: Aretin raus! Zum Glück gab es keine Bierkrüge im Saal und so endete der Kongreß doch noch einigermaßen friedlich mit dem Lied: „Gott mit Dir, Du Land der Bayern“, worauf alle 300 Delegierten unter den Klängen des bayerischen Defiliermarsches den Saal verließen. Womit die ganze Gaudi ihren zünftigen Abschluß fand... befaßt. Ruhlen gab weiter an, daß die am ersten Tage bemerkbar gewesene Spannung nachgelassen habe. Es seien auch keine langen, gewundenen Reden mehr gehalten worden. Alles sei besser organisiert gewesen. Allgemein habe jedoch eine Jealte, militärische" Atmosphäre geherrscht. Die Delegationen hätten keine Vorsitzenden. Das überragende Mitglied in der kommunistischen Delegation sei der nordkoreanische General Nam H. Während der Verhandlungen male er „Männchen“ auf semem Notizblock. Neun oder zehn Kommunisten schrieben dauernd mit. Während des zweiten Verhandlungstages waren fünf Bildreporter der Alliierten in Kaesong zugegen. Sie durften jedoch den Konferenzsaal nicht betreten. Wie vorn ÜN- Hauptquartier bekanntgegeben wurde, werden bei der heute staMündenden Zusammenkunft 20 Reporter zugegen sein. Plevenplan-Kompromiß binnen 2 Wochen? MeCloy soll drängen — London weicht aus — Pariser Optimismus Paris (UP). Beamte des französischen Außenministeriums sprachen die Hoffnung aus, es werde sich innerhalb von zwei Wochen ein Kompromiß zwischen den deutschen und französischen Ansichten zur Europa- Armee schaffen lassen. Ein Sprecher erklärte: „Ein Kompromiß ist jetzt möglich. Ein Zwischenbericht dürfte am 25. Juli fertiggestellt sein.“ Der Kompromiß liegt nach Angaben französischer Stellen „ungefähr in der Mitte“ zwischen dem ursprünglichen französischen Vorschlag von- Einheiten in Stärke von 5000 Mann und dem deutschen Vorschlag voller Divisionen in Stärke von 15 000 Mann. Auf amerikanischer Seite wird den in Paris aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten keine allzu große Bedeutung beigemessen. Bemerkenswerterwesse wird diese optimistische Auflassung zugleich mit der Ankündigung verbunden, im Falle eines Scheitems der Pievenplan-Besprechungen würden die USA wahrscheinlich die Aufstellung deutscher Truppeneinheiten für die Atlantikpakt-Streitkräfte vorschlagen. Es wurde weiter angedeutet, daß die amerikanischen Stellen nunmehr einen beschleunigten Abschluß der Pariser Konferenz airstreben und die geplante Reise McCJoys nach Paris auch damit Zusammenhänge. Staatsminister Younger teilte im Unterhaus mit, die britische Regierung prüfe die Frage eines deutschen Verteidigungsbeitrages. Der Lab«urabg (ordnete Pager glaubte zu wissen, daß die grundsätzliche Entscheidung schon gehll« sei. Er fragte, ob die Regierung alles tun werde, um einen deutschen Verteidigungsbeitrag so schnell wie möglich zu erreichen. Younger verwies jedoch ausweichend auf eine frühere Erklärung des Ministerpräsidenten Attlee, in der dieser die Ansicht vertreten hatte, die Wiederaufrütsung der Westmächte müsse vor der Aufrüstung Deutschlands erfolgen. Triest und Italien untrennbar Ziviles Verteidig uags-K«rps gesichert Rom (UP). Ministerpräsident de Gasperi sagte während einer Debatte im Senat: „Niemand kann bestreiten, daß Triest einen Teil Italiens darstellt“ Er betonte, daß Italien auch in Zukunft die alliierte Militärregierung in Triest anerkennen werde, solange dessen endgültiges Schicksal nicht in irgend einer Weise in Zweifel gezogen werde. Die Erklärung der Westmächte aus dem Jahre 1948 über die Rückgabe der Provinz an Italien sei „ein integrierender Bestandteil des Nordatlantikpakts“. Er richtete einen Appell an die Westmächte, die italienischen Ansprüche zu unterstützen. Der italienische Senator und frühere Ministerpräsident Orlando, verlangte darauf, daß sich Italien aus dem Atlantikpakt zurückziehe, falls die Alliierten Triest nicht an Italien zurückgeben sollten. Das Gesetz über die zivile Verteidigung, das die Bildung eines zivilen Verteidigungskorps in Stärke von 40 000 bis 50 000 Mann vorsieht, ist von der italienischen Abgeordnetenkammer mit der geringen Mehrheit von 18 Stimmen angenommen worden. Es geht jetzt an den Senat, wo die Annahme gesichert ist. In der sowjetischen Gesandtschaft in Havanna wurde eine Bombe gefunden. Sie konnte entschärft werden, ohne Schaden anzurichten. Kommunistische Forderungen Bevor die Verhandlung« am Mittwoch begannen, haben die Kommunisten über ihre Rundfunkstationen eine Anzahl von Forderungen bekannt gegeben, die ihre Delegierten auf der Sitzung am Dienstag in Kaesong gestellt hatten. Die erste lautete: sofortige Feuereinstellung als Vorbedingung für den ■Waffenstillstand. Sie steht in direktem Gegensatz zu der Erklärung des Delegationsführers der UN. Vizeadmiral Joy, der betonte. daß das Feuer fortgesetzt wird, bis über die Be din gu ng en des Waffenstillstandes Einigkeit erzielt werde. Weiter forderten die Kommunisten, daß eine 16 km breite entmilitarisierte Zone entlang des 38. Breitengrades geschaffen werden soll. Das UN-Oberkommando ist an sich mit der Festlegung einer solchen Zone einverstanden; sie soll aber seiner Ansicht nach zwischen den Stellungen errichtet werden, die die gegnerischen Armeen zur Zeit besetzt haben. Die kommunistischen Sender hatten ebenfalls die Forderungen nach Abzug aller ausländischen Truppen aus Korea gemeldet. Von seiten der UN verlautete dazu, es müsse zuerst die Frage geklärt werden, ob die sogenannten chinesischen „Freiwilligen" als ausländische Truppen gelten sollen. Auch die Bedingung der Kommunisten, daß die alte Demarkationslinie wiederhergestellt werden soll, ist auf Widerspruch gestoßen. Zu der Forderung nach Wiederherstellung der zivilen Verwaltung in der entmilitarisierten Zone, wie sie vor dem 25. Juni 1956, dem Tage des Beginnens -des Koreakrieges bestanden hat, wurde von seiten der UN noch keine Stellung genommen. Lediglich der Wunsch, alle Gefangenen auszutauschen, dürfte die wenigsten Schwierigkeiten machen. Wieder heftige Kämpfe An den Fronten in Korea waren wieder erbitterte Kämpfe im Gange, wenn es sich auch meist um Gefechte von nur örtlicher Bedeutung handelte. Oberall herrschte lebhafte Spähtrupp tätigkeit An vielen Abschnitten trat «ach die Artillerie der Alliierten und der Kommunisten in Tätigkeit. Über Nordwest-Korea entwickelte sich indessen eine der bisher heftigsten Luftschlachten des Krieges, als 34 US-Düsenjäger, die Begleitschutz für 21 Jagdbomber flogen, von etwa 30 Düsenjägern der Kommunisten an- Polizisten unterstützten Räuberbande Pistolen für Kaabüberfälle «fliehen Bielefeld (UP). Elf Mitglieder der „Haller Räuberbande“ and drei Polizeibeamte des Polizeibezirks Halle in Westfalen haben sich zur Zeit vor der Bielefelder Strafkammer wegen schwerer Raubüberfälle, Einbrüche, Diebstähle, Hehlerei und Begünstigung zu verantworten. Der 31 Jahre alte Polizeiwachtmeister E. Höfmann hat vor Gericht zugegeben, dem Anführer der Bande, dem Russen Drosdow, vor-Beginn der nächtlichen Raubzüge Pistolen geliehen zu haben. Die Banditen hätten die Waffen nach „Benutzung“ wieder abgeliefert. Höfmann und die beiden anderen ebenfalls geständigen Beamten erklärten, sie seien durch kleinere Verfehlungen in die Gewalt der Bande geraten. Es sei schon früher üblich gewesen, mit Spitzeln aus Verbrecherkreisen zu arbeiten. Man habe Drosdow als Vertrauensmann der Polizeibeamten gewonnen. Der spätere Bandenchef hätte dann erfahren, daß sie — die Polizeibeamten — kleinere Mengen Zigarren und Schnaps aus wiedergefundenem Diebesgut unterschlagen hatten. Von diesem Augenblick an wollen die Polizeibeamten von den Verbrechern unter Druck gesetzt worden sein. Wie die Beweisaufnahme des Prozesses, ■ der etwa vier Wochen dauern wird, bisher ergab, wurde sogar der Dienstwagen des Fo- lizeikommandos für die Straftaten verwandt und die Diebesbeute zum Teil in der Dienstwohnung der Polizeibeamten „sichergesteüt“. Die „Haller Räuberbande“ — in der Hauptsache Russen und Polen — wurde Anfang April vorigen Jahres in dem DP-Lager Künsebeck bei Halle i W. ausgehoben. Es wurden ihr mehrere hundert Raubüberfälle und Einbrüche nachgewiesen. Sie plünderte vor allem Textilgeschäfte in kleineren Städten Norddeutschlands aus. Kinder verschleppt Warnung an die Ellem.' Düsseldorf (UP). Auf einem Waldweg in der Nähe von Düsseldorf fand ein Arbeiter einen Koffer, in deal sich die Kleider eines 13 und eines 15 Jahre alten Mädchens befanden. Die Polizei stellte bei den Müttern fest, daß eine Frau angeblich im Aufträge der Volkshilfe erschienen war, die vorgeschlagen hatte, die Kinder für ein Entgelt von je 20 DM in den Teutoburger Wald zur Erholung zu bringen. Die Mütter hatten, so teilten sie der Polizei mit, die Kinder dann zu einem verabredeten Sammelpunkt ge- gegriffen wurden. Drei Flugzeuge der Roten bracht, wo bereits mehrere Mädchen und Jun- wmden abgeschossen, die anderen flogen in gens warteten. Von einer unbekannten Person die Mandschurei zurück. seien die Kinder dann weggebracht worden. Entweder Steuern oder Inflation ScRäffer über die Finaazen des Bundes und der Linder B«ib (IIP). Die Bundesrepublik habe kerne« Kapitalmarkt, M( dem sie öffentliche Anleihen wnteihringen könne, und stehe daher vor der Wahl, entweder die Währung zu gefährden oder Steuern zu erheben, erklärte n rade^fira. ii 7«iMiiiif. i»r Schäffer in einem Gespräch mit einem UP-Korrespondenten. Der Bundesfinanzminister erhalte zwar immer Beifall, wenn er die Währung sichern wolle, aber die Beifallspender überlegten sich selten, wie schwer eine solche Politik sei, bemerkte Schaffer. „KSne Inflation entsteht durch Mangel an moralischem Mut, die Ausgab« auf das Unvermeidbane und Notwendige zu beschränk« und hierfür die Einnahmen zu beschaffen. Inflation treibt jeder, der Ausgaben ahne Deckung beschließt.“ EHe Bundesrepublik habe diese Gefahren vermieden. Zwar sei die Bruttolohnsumme zwischen Januar 1950 und März 1951 von 885 auf 1179 Millionen DM gestiegen, doch stehe dieser Steigerung von 33 Prozent ein Anstieg der industriellen Produktion von 43,8 Prozent gegenüber, so daß Loün- und Produktionssteigerung einander entsprächen. Die Verschuldung des Bundes sei seit dem 1. 4. 1950 um 589,5 Millionen DM gestiegen, wobei gleichzeitig .eine Vermögensvermehnmg um 667,4 Million« DM eingetreten sei. Bei den Ländern stehe einem Schuldenanstieg um 1050 Million« eine Vermögensvermeh- rung von 1750 Million« DM gegenüber. Der Bundesfinanzminister betonte, er wolle bei seiner seitherigen Praxis bleiben, die durch die bisherig« Erfolge im Kampf ge- gen die Inflation gerechtfertigt würde. Die Abwehr dei Inflation sei ihm durch das Schicksal und das Grundgesetz gestellt worden Zwei weitere KP-Zeitungen, nämlich der .Deutsche Wähler“ in Düsseldorf und „Die Wahrheit“ in Hannover, sind für 90 Tage von der alliierten Hohen Kommission verboten worden. Wettervorhersage Am Donnerstag und Freitag veränderliche Bewölkung. Noch vereinzeltes Auftreten teils gewittriger Schauer, kühler. Höchsttemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Schwache bis mäßige südwestliche Winde. AUS DEM SÜDWESTEN Schwerer Hagel entblätterte die Bäume Stellenweise Totehuisfall der Ernte Lörrach (lds). Ein schweres Unwetter richtete in den Mittagsstunden des Mittwoch im Hochrheingebiet erhebliche Schäden an. In der Umgebung von Lörrach sowie in Lörrach selbst entblätterte starker Hagelschlag mit taubenei-großen Körnern die Bäume. Früchte und Gemüse wurden abgeschlagen oder zerfetzt. Da die mit großer Wucht niederprasselnd« Hagelkörner auch Ziegeldächer, Fenster und leichtgebaute Verkleidungen durchschlug«, entstanden an verschiedenen Stell« auch Getoäudeschäden. In Industriebetrieb« und Gärtnerei« der Stadt Lörrach und Umgebung sowie im Kan- dertal, in Haag« und in Brombach wurden durch das Unwetter 2000 bis 3000 Fensterscheiben zerstört. In d« am meist« betroffenen Gebieten einschließlich des ober« Teiles des Markgräflerlandes (Dreiländerecke) ist mit einem'zwei Drittel- bis Totalausfall der Ernte zu rechnen. Vor allem litt der ohnehin schwache Obstbestand. Auch in den Weinberg« ist der Schaden sehr groß, Während des Unwetters wurden mit Hagels chutzraketen, deren Donner sich mit dem Gewitter und dem Geprassel des "Hagels auf der badischen Seite vermischte, gute Erfolge erzielt Baden zahlt zweimal Hausratshilfe aus Frei bürg. Als einziges Land im Bundesgebiet zahlte Baden aus Soforthilfemit- teln zweimal Hausratshilfe aus. Insgesamt wurden 14,5 Million« DM für Unterhaltshilfe, 14 Million« DM für Hausratshilfe, 19,1 Million« DM für die Förderung des Wohnungsbaues für Flüchtlinge, 6,4 Millionen DM als Aufbauhilfe, 9,5 Million« DM als Darieh« zur Beschaffung von Arbeitsplätzen und 2,87 Million« DM für. die Errichtung von Heimen und Arbeitsstätten für Flüchtlinge sowie für die Erstellung von Altersheimen ausbezahlt. Der Hausratsbeschaffung in diesen Heimen, dem Landessied- lungswes« und den Ausbildungsbeihilf« wurden ebenfalls insgesamt rund 8,5 Millionen DM lugeWiesen. 92 Ehescheidungen auf 100 000 Einwohner Freiburg (lds). In Südbad« wund« im vergangen« Jahr 1228 B仫 geschieden, 12 für nichtig erklärt und 15 aufgelöst Damit entfalten auf 100 000 Einwohner 92 Ehescheidungen, gegenüber 106 im Vorjahr und 52 im Jahre 1938. Die häufigsten Scheidungsgründe waren Ehebruch. Ehepaare, die 6 bis 8 und 15 bis 20 Jahre verheiratet war«, wurden am häufigsten geschieden Bei großer Kinderzahl blieb« die Ehescheidungen verhältnismäßig gering. UKW-Probesendungen mit Hubschrauber Freiburg (lid). Ein einziger großer UKW- Sender auf dem Feldberg kann die gleichen günstig« Empfangsverhätniss« schaffen wie drei kleinere Sender auf dem Blau«, dem Langeck und dem Seebuck. Dies wurde bei Versuch« des Südwestfunks, bessere Empfangsverhältnisse für das Wiesental und das Gebiet am Hochrhein zu schaff«, festgestellt Ein solcher Sender auf dem Feldberg könnte, wie der Südwestfunk weiter mitteilt später auch als Fernsehsender verwendet werden. Bei weiter« Versuchen, die demnächst durchgeführt werden sollen, soll ein Hubschrauber mit den notwendig« Sendegeräten auf 150 Meter über den Feldberggipfel steig« und dort Probesendung« ausstrah,«, die von Funkwagen geprüft werden sollen. Kugelblitz äscherte Anwesen ein Säckingen (swk). Bei einem heftig« Gewitter schlug ein Kugelblitz in Binzgen über Lauf «bürg in ein landwirtschaftliches Anwesen. Das Gebäude brannte im Nu lichterloh. Mobiliar und Vieh konnten gerettet werden. Das Anwes« sebst wurde völlig eän- geäschert. Der «tstand«e Scbad« wird nach oberflächlichen Schätzung« auf nahezu 50 000 DM beziffert. Trotz Einsatzes mehrerer Feuerwehren der Umgebung konnte das Ausbrenn« des Gebäudes nicht verhindert werd«. Die Witwe des Ermordeten sagt aus Pforzheim (lds). Im Prozeß gegen den 24 Jahre alt« Kraftfahrer Raisch aus Pforzheim, der beschuldigt wird, den Pforzheimer Kohlenhändler Bertsch ermordet zu haben, erklärte die Witwe des Ermordeten als Zeugin, daß ihr Mann kurz vor seinem Tode ihr gegenüber zwei Bursch« im Alter von 20 bis 25 Jahren als Täter bezeichnet habe. Diese Aussage wurde auch von einem Arzt des Krankenhauses Siloah bestätigt Ihr Mann, teilte Frau Bertsch ferner mit habe bereits am Vortage zwei junge Leute beobachtet, die sich in der Nähe des Anwesens herumtrieben und erklärt: „Ich möchte nur wissen, was die hier wolten“. Das Gericht besichtigte den Tatort und verglich die in Raischs Geständnis enthaltenen Angaben, die der Angeklagte später allerdings widerrufen hatte, mit den örtlichen Verhältnissen. Nach diesem Geständnis Raischs hat ein noch flüchtiger Mann Namens Lzsewsky den Kohlenhändler erschlag«, während Raisch das im Kassenschrank vorhandene Geld raubte und seinem Komplicen aushändigte. Dabei sei er um seinen Anteil betrogen worden. 5M0 Schmuggelzigaretten sichergestellt Heidelberg (Id). 50 Beamte der Zoll- fahndungsstelten Karlsruhe und Frankfurt führten die bisher größte Zollfahndungsaktion nach dem Kriege in Heidelberg durch. In rund 150 Geschäften und Geschäftshaushalten wur- d« etwa 5000 amerikanische Zigaretten, 40 Pfund Kaffee (größtenteils amerikanischen Ursprungs), ein amerikanischer Radiokofferapparat sowie größere Mengen an unverzolltem Tabak, Zigarren, Tee, Spirituos« und Kakao sichergestellt. Die beschlagnahmten Waren soll« nach Auskunft der Zollfahndungsstelle .zu Großhandelspreisen an Krankenhäuser und karitative Organisationen ver äußert werden. Meister Adebar im Schornstein Heidelberg (swk). Ein jünger Storch stürzte bei Flugversuchen in d«. Schornstein eines Fabrikgebäudes. Reichlich rußbedeckt, wurde er wieder herausgeholt und zunächst einer gründlichen Reinigung unterzogen. Leider hatte der Vogel bei dem Sturz eine erhebliche Beinverletzung davongetragen. Er wurde daher zunächst im Heidelberger Tiergarten untergebracht. Landsiuhl feiert sein Heimatfest Landstuhl (Mn). Die Kur- und Industriestadt Landstuhl feiert vom 14. bis 22. Juli ihr Heimatfest, das mit einem dreifach« Jubiläum verbünd« ist: 1200 Jahre Siedlung, 80C Jahre Burg und 600 Jahre Stadt Im Mittelpunkt der kulturellen Veranstaltungen stehen ein historisch« Festzug und die Aufführung des Festspiels „Franz von Sicking«“. Im Rah- m« der wirtschaftlichen Veranstaltungen wird eine südwestdeutsche Grenzlandausstellung „Das Schaufenster zum Westen“ gezeigt Der Ministerpräsident von Rheinland- Pfalz, Atlmeier, hat die Schirmherrschaft für das Heimatfest übernommen. Heidelberg. Der amerikanische Landeskommissar für Württemberg-Bad«, Gross, überreichte der juristisch« Fakultät der Universität Heidelberg nahezu 1300 amerikanische rechtswissenschaftliche Bücher als Geschenk des amerikanischen Volkes. (lwb) Bühl. Am kommenden Sonntagnachmittag um 14 Uhr wird in Bühl die einzige in Baden befindliche Tabakbeschattungs- und -beriese- lungsanlage versuchsweise in Betrieb genommen. (lds) Die Erneuerung des Straßennetzes: Kreis Brndisal brändite 3 bis 4 Millionen DM Der Deutsche Landkreistag fordert eine stärkere Verlagerung des Güter fernverkehrs auf die Schiene Bei der Kreistagssitzung in Untergrombach führten eine Reihe von Abgeordneten, u. a, Zahnarzt Dr. Fleck-Bruchsal, Kremer - Kirrlach, Scherer-Wiesental, Karch-Odenheim, beredte Klage über den Verfall des Straßennetzes. Dr. Fleck schlug z. B. die Aufstellung eines festen Planes für den Aus- und den Umbau der Straßen vor. Unbedingt erforderlich sei die Anlage von Radfahrwegen, u. a. zwischen Bruchsal und Karlsdorf, zwischen Kirrlach und Waghäusel usw. Das Straßennetz gliedert sich im wesentlichen in Bundesstraßen, in Landstraßen I. Ordnung und in Landstraßen II. Ordnung. Für den Unterhalt der Bundesstraßem und der Landstraßen I. Ordnung hat der Staat aufzukommen. Die Radfahrwege Bruchsal - Karlsdorf und Kirrlach-Waghäusel fallen somit in die Zuständigkeit der Straßenbauverwaltung in Karlsruhe. Der Sprecher dieses Amtes, Regierungsrat Breuer, versprach in Untergrombach, „nach Maßgabe der vorhandenen Mittel alles zu tun, um wenigstens die schümmsten Uebel- etände zu beseitigen“. Die Landstraßen II. Ordnung dagegen, von denen es im Kreis Bruchsal 124 Kilometer gibt, müssen van der Landkredsselbstverwaltung unterhalten werden. Was ^bedeuten schon 124 Kilometer, mag der eine oder andere denken! 124 Kilometer aber sind 124 000 Meter, und der laufende Meter einer ganz gewöhnlichen Oberflächenteerung kommt auf 5 bis 6 DM zu stehen, d. h. für die Oberflächenteerung allein wären schon 600 000 bis 700 000 DM erforderlich. Rechnen wir weiter: Die vollständige Reparatur eines 2 Kilometer langen Stückes der Straße Gondelsheim—Nefbsheim kostete dem Kreis 45 000 DM. Wenn 2 Kilometer 45 000 DM kosten, was kosten dann 124 Kilometer? Jedes Schulkind kann sich das ausrechnen: 2 800 000 DM. In dieser Summe sind die Kosten für die Pflasterung der Ortsdurchfahrten, für Brük- ken, Dohlen und Durchlässe, für Fußgängerund Radfahrwege, für Kurvemverbesserungen, für Verbreiterungen nicht enthalten. Aufgewandt aber weiden müßte für diese Zwecke mindestens eine weitere Mülilion, so daß der Kreis für die Erneuerung des ganzen Landstraßennetzes H. Ordnung an die vier Millionen benötigte. Dieser Betrag ist tan. einiges höher als die Bilanzsumme der Landkreissel>stverwaltung. Ihr eigentlicher Etat erreicht nur 3 175 000 DiM, d. h. die gesamten Einnahmen des Landkreises in einem Jahr würden nicht ausreichen, um die Landstraßen IL Ordnung zu erneuern. Der Hauptausschuß und das Präsidium des Deutschen Landkreistages haben kürzlich in einer Entschließung auf die unheimliche Belastung der Landkreise durch die Straßenuntexhaltung aufmerksam gemacht und gefordert, daß der Güterfernverkehr wieder mehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird. Dazu seien nötig: 1. Günstige Tarife im Eisenbahnverkehr, 2. Ausbau des Transportsystems durch Beförderungsbehälter bei der Bahn, 3. Bemessung der Kraftfahrzeug- steuer für schwere Lastkraftwagen derart, daß der gerade durch diese Fahrzeuge verursachte Straßenverschleiß voll entschädigt werde, 4. Eine verkehrsregelnde Wirtschaftslenkung. Grundforderung für eine ausreichende Straßenunterhaltung sei es, daß die Kraftfahrzeugsteuer wieder wie nach ihrer ursprüng- Kehen Zweckbestimmung ausschließlich für die Landstraßen I. u. IL Ordnung verwendet wir. Für die Bundesstraßen und Autobahnen sei ebenso die Treibstoffsteuer als zweckgebunden zu erklären. Für die Verteilung der Kraftfahrzeugsteuer müsse im Gesetz ein gerechter Schlüssel festgelegt werden. Hierdurch sei sicherzustellen, daß der Steuerertrag den Trägem der Straßenunterftaltung nach objektiven Merkmalen ohne Unterscheidung zwischen Landstraßen I. und II. Ordnung • zugeleitet wird; hierbei seien auch die Ortsdurchfahrten zu berücksichtigen. Vor der, Erhebung besonderer Gebühren für das Befahren der Autobahnen sei dringend zu warnen; sie hätte Umgehungsversuche größten Umfangs zur. Folge und würde den Verkehr wieder verstärkt auf die Landstraßen abdrängen, dort also das Uebel nur vermehren. Auch die Zulassung der Reklame durch Schilder, Licht oder Lautsprecher an Autobahnen und Landstraßen, um auf diese Weise eine Einnahmequelle zu erschließen, sei aus Gründen der Verkehrssicherheit und zur Erhaltung des Landschaftsbildes afazulehnen. Als Mindestvorschläge zur Verminderung der Verkehrsunfälle wunden von den kommunalen Spitzenverbänden das Verbot des zweiten Anhängers, die Beschränkung der Geschwindigkeiten, die Begrenzung des Umfangs der Fahrzeuge, scharfe Ueberwachung der Ver- kriirsvorschriften usw. der Bundesregierung unterbreitet. -s- Ein Werk der frohen Liebe zum Modisten Jahresversammlung des Bad. Landesvereins für innere Mission Der badische Landesverein für innere Mission hatte seine Mitglieder kürzlich zur Jahres-Mitglfedierversammlung in die „Falkenburg“ nach Herrenalb emgeladlen. Der 1. Vorsitzende, Kirchemrat Kuß-Karlsruhe, erstattete in seinem Bericht ein aufschlußreiches Bild des Jahresablaufs 1950 in den verschiedenen Heimen, die sich alle eines guten Besuchies erfreuen u. wertvolle Dienste für jung und alt leisten durften. Es sind dies u. a. in Herranalb die „Falkehburg“ (bestehend aus der staatlich anerkannten Haushal- tunigS9ch>ule „Käthe Luther-Schule“ und dem Kinder-Erholungsheim „Falkenburg“ und dem Christlichen Hospiz „CharJottenruhe“, in welchem auch zur Zeit die Evamg. Akademie Badens untergebracht ist), weiter das Mädehen- heim Breiten mit Zweigstellen in Berghausen und dem „Störhof“ bei KndittJingen, das Erholungsheim „Sonmenhaus“ in Königsfeld .(Baden) Schwarzwald und schließlich das Kinder-Erholungsheim „Hefoelhaus“ in Badenweiler. Der von Geschäftsführer Werner-Karlsruhe verlesene Kassenbericht ergab im Hinblick auf die gegenwärtigen Zeitumstände eine erfreuliche Bilanz. Die einwandfreie Kassenführung wurde auch von Reg.-Amtmann i. R. Odenwald - Dur lach bestätigt. Dem Kassier Werner wurde die satzungsgemäße Entlastung seitens der Versammlung erteilt. Da keine weiteren Anträge Vorlagen und Wahlhandlungen nicht erforderlich waren, konnte diese Jahresversammlung in kurzer Zeit durchge- führt werden. Vor Eintritt in die Tagesordnung war den Mitgliedern in einem ausgedehnten .Rundgang Gelegenheit geboten, die Haushialtomgsschule, die zur Zeit 65 Schülerinnen zählt, und das Kinderheim, welches augenblicklich von 145 Kindern aus dem Ruhrgebiet belegt ist, zu besichtigen. Auf der Heimfahrt wurde noch der „C’har- lotteniruhe“ ein kurzer Besuch abgestattet, womit die Versammlung ihren frohen Ausklang fand. -ch. Erfolgreiche Brndtsaler $if»nimmer Zweiter Platz beim Vier-S tädtekampf in Gaggenau Die Schwimmer des BSV weilten am vergangenen Sonntag bei der Schwimmabteilung des Tumerbundes Gaggenau, um dort zusammen rmt den Gastgebern und Mannschaften aus Rastatt und Ettlingen einen Vier-Städte- Kampf zu bestreiten. Dabei kam es trotz schwerer Bahn zu spannenden Kämpfen, die beachtliche Zeiten erbrachten. — Bruchsals Schwimmer schnitten dabei bei ihrem ersten größeren Start in diesem Jahr recht gut ab, so daß man im Verlauf der Saison noch mit wesentlichen Leistungssteigerungen rechnen darf. Im Gesamtergebnis siegte die Mannschaft aus Rastatt knapp vor dem BSV, der auf die weiteren 2 . Vom Einmann zum 40-Mann-Befrieb Die Firma Franz Barth, Zentralhei zungs- und Apparatebau, Bruchsal Im Jahre 1922 gründete der jetzige Inhaber, Franz Barth, Kupferschmiedemeister, in* seinem elterlichen Hause, Klosterstraße -6, ein Kupferschmiede-, Blechner- und Installationsgeschäft. Als Einmann-Betrieb wurden zunächst kupferne Behälter und Destillationsapparate hergestellt, neue Badeeinrichtungen, Klosettanlagen und Reparaturen ausgeführt- Durch fachmännisches Können, Umsicht und Fleiß wuchs die Zahl der Beschäftigten laufend, so daß nach und nach auch die Werkstatträume nicht mehr ausreichten und erweitert werden mußten. Durch Aufnahme weiteret Abteilungen für den Heizungs- und Apparatebau ergab sich zwangsläufig auch die Vergrößerung des Maschinenparks, in dem Blech'bearfoeitungs- maschinen eine besondere Rolle spielen. Einrichtungen wurden ausgebaut, erweitert und auf den jeweils notwendigen modernsten Stand gebracht. Dadurch hat sich im Laufe der Jahre von der Grundlage eines rein handwerklichen Betriebes ein Unternehmen mit industriellem Einschlag entwickelt. Die Firma beschäftigt heute einen Stamm von 40 Mitarbeitern; besondere Aufmerksamkeit wird seitens des Inhabers auf den fachmännischen Nachwuchs gelegt. Dadurch erfährt das Lehrlingswesen eine tatkräftige Förderung und Pflege. Die durch' Kriegseinwirkungen und Besatzungstruppen entstandenen nicht imwesentlichen Schäden konnten in der Zwischenzeit wieder beseitigt werden. Im Januar 1947 konnte der Inhaber der Firma mit seiner Belegschaft in würdiger Weise das 25jährige Bestehen seines Unternehmens feiern. Das erweiterte Arbeits- und Fabrikations- Programm umfaßt die Herstellung und Reparatur von Heizungsanlagen aller Art einschließlich Fertigung von Heizkesseln und Heizapparaten, Boilerkesseln bis 2500 Liter, Bailem bis 5000 Liter, Reservoirs und offenen Behältern bis 10 000 Liter nach Muster, Maß und Zeichnung, Badeöfen in kupferner und verzinkter Ausführung, aller sanitären Anlagen und Einrichtungen, ferner betriebliche und häusliche, elektrische Wassenversotgungsanlagen, Abdampfungsverwertungsanlagen zur Brennstoff- Einsparung, Destillationsapparaten, Branntweinkesseln (wie auf der letzten Ausstellung gezeigt), Turmkuppeln nach Zeichnung, sowie alle sonstigen, einschlägigen Apparate in Eisen und Kupfer, sowohl maschinell als auch handwerksmäßig hergestelüt für alle Verbraucher von Industrie, Handwerk und Handel sowie für öffentliche und private Anstalten, Schulen, Krankenhäuser. Dem Unternehmen stehen die in 28 Jahren seines Bestehens gesammelten, vielseitigen Erfahrungen, verbunden mit erprobten und erfahrenen Fachkräften sowie gute Betriebseinrichtungen zur Verfügung, die den heutigen Ruf der Firma begründen. (Aus „Amtsblatt“). Ettlingen und Gaggenau Plätze verweisen konnte. Ergebnisse: 4X 100 m Bruststaffel Männer: 1. Rastatt, Gaggenau, 3. Bruchsal, 4. Ettlingen. 4X100 m Kraul Männer: 1. Rastatt, 2. Ettlingen, 3. Bruchsal. 4X100 m Bruststaffel männl. Jgd.: 1. Rastatt, 2. Ettlingen, 3. Bruchsal, 4. Gaggenau 3X100 m Lagestaffel Männer: 1. Bruchsal, 2. Rastatt, 3. Ettlingen. 4X100 m Brust Damen: 1. Bruchsal, 2. Rastatt, 3. Gaggenau, 4. Bruchsal IL 10X50 m Städtestaffel Herren: 1. BSV Bruchsal, 2. Rastatt, 3. Gaggenau. 50 m Rücken — Damen: 1. Lore Sanktjohann- ser, Bruchsal 0.50,8,1 5. Renate Greiner Bruchsal 0.59,9. 50 m Brust — Knaben: 5. W. Spengler, BSV. Gesamtergebnis: 1. SV Rastatt 150 Pkt, 2. BSV Bruchsal 144 Pkt., 3. SV Ettlingen, 4. Tb. Gaggenau. In der Städtestaffel gab es einen harten Kampf, den die Bruchsaler nut mit Handschlag für sich entscheiden konnten. In der 3X100 m Lagenstaffel war für den Bruchsaler Sieg die ausgezeichnete Leistung des Schwimmers Bul- ling entscheidend. Am kommenden Sonntag treffen die Aktiven des BSV in Bruchsal auf Ettlingen und Leimen. Kheinwasserstände Konstanz 468 (—1), Rheinfekien 328 (—2), Breisach 308 (uiw.), StrafRjurg 357 (unv.), Karlsruhe 537 (+10), Mannheim 403 (+1), Mainz 350 (—4), Bingen 247 (—4), Caub 275 (—5). Ohne Deutschland ist Europa verloren: Sven Hedin: „Wäre fdi ein Deutscher” Unter dieser Überschrift bringt die parteifreie Essener Woebenzeitung „Der Fortschritt“ einen Artikel des Asien-Forschers Sven Hedin, in dem dieser erklärt, daß man das Todesurteil des Abendlandes werde schreiben müssen, wenn man es versäume, das deutsche Volk in die gemeinsame Verteidigung einzureihen. Es heißt dann weiter: „Wäre ich ein Deutscher, so würde ich mit äußerster Bestimmtheit verlangen, den mir zustefaenden Platz bei der Verteidigung Europas rimzunehmen. Als man Deutschland zerschlug, wurde das Gleichgewicht zwischen dien Mächten der Erde erschüttert. Das Ergebnis sehen wir täglich, da sogar rin früher so friedEches und geruhsames Land wie Tibet zum Kriegsschauplatz wurde. Für die führenden Staatsmänner unserer Zeit güt es nun, das Gleichgewicht der Welt wieder herzustellen. Halbe Maßnahmen sind nur Schritte aiuf dem Weve zum Untergang. Wäre ich ein Deutscher, würde ich mich auch nicht ohne weiteres zu einem mtemationalen Heer unter fremden Führern ziehen lassen, die noch vor wenigen Jahren meine Todfeinde waren. Ich würde zunächst einen anständigen und würdigen Frieden verlangen, der meinem Lande volle Selbständigkeit und Gleichberechtigung mit anderen Großmächten sichert Weiter würde ich verlangen, daß die deutschen Kontingente der neuen Europa-Armee unter deutschen Befehl gestellt, alle deutschen Kriegsgefangenen aus fremden Ländern zurückgeschickt und alle Deutschen in den alliierten Gefängnissen nach deutschem Recht zur Verantwortung gezogen oder freigelassen würden. Ohne Deutschland ist Buropa verloren. Wieder an seinen alten Platz gestellt, Wird Deutschland Europa retten. Es erfordert Selbstbeherrschung und Edelmut bei den Siegern, diese elementaren Wahrheiten einzusehen und zu erkennen.“ CIck hatte kein ßtück Wie oft hört man von Menschen, die im Leben nicht weiter kommen und immer wieder Schiffbruch erleiden: ,Jch habe eben kein Glück, da ist nichts zu machen!“ Stimmt das? Nein. Es gibt überhaupt kein Glück, das uns für längere Zeit treu bleibt, ohne daß der Glückliche das seinige dazu tut. Glück, wenn man damit Erfolg meint, ist immer selbstverdient, Die meisten Menschen erwarten, daß man ihnen das Glück ins Haus bringt. Sie sind persönlich beleidigt, daß der andere es weiter bringt, und sie verstehen nicht warum. Sie machen ihre Arbeit, erfüllen ihre Pflicht, und damit lassen sie es bewenden. Sie wissen nicht, daß das erste und wichtigste Gesetz für jeden Erfolg heißt: „Besser machen als die -andern.“ Es spielt keine Rolle, was sie machen, ob sie ein Handwerk ausüben, ob sie Künstler sind, ob sie Hausarbeit verrichten, ob sie Stiefel putzen. Das Durchschnittliche und Normale ist in überreichlichem Maße vorhanden und versinkt. „Besser machen“ kostet Arbeit, Selbsterziehung, Aufopferung und ist bestimmt nicht leie ht, aber der Erfolg ist ihm sicher. Darum laßt das törichte Gerede, ich habe kein Glück, und versucht es einmal nach diesem Rezept. Sladtumschau Donnerstag, den 12. Juli 1951 Anmut und Leistung Unter diesem Motto hat Frau Häringer eine Reihe von gymnastischen Vorführungen zu- sammengestelät, die dem Beschauer einen Überblick über- das Wollen und das Bestreben des Frauenturnens geben, nämlich durch geschickte Körperbeherrschung, durch spielerische, tänerische Bewegungs- und Ausdruck- gymnastik zu einer guten Haltung und zu fraulicher Schönheit zu gelangen. Frau Hä- ringers Ideen werden schon dem Kleinkind nahegiebracht, das aus unbewußtem Spiel am Boden Schritt für Schritt hineiniwächist in die tänzerischen Reigenspiele des Mädchenalters, dann in die elegant-anmutigen Tanzspiele der EntwickluingSEeit und schließlich in die bewußte Körperschulung der Reifezeit. So zeigt das Schauprogramm am Samstagabend auf dem Kastanienplatz den Ablauf eines Scharl- programms von hohem Wert für frauliche Haltung, Gesundheit und Schönheit. Nicht nur das Kleinkind, Schulpflichtige und Schulentlassene steifen ihr erarbeitetes Pensum vor, auch die Frauen sind mit Lust und Liebe bei der Sache, um darzutun, daß sie die Notwendigkeit dieser Bemühungen um Körperbeherrschung erkannt haben. — Zur Freude in dieser Arbeit gehört auch das Singen und die Musik. Deshalb steht das Lied und die Orchesterharmonie als wesentlicher Bestandteil im Programm. Ein Ensemble des Musdkver- eiris 1837 Bruchsal wird einen gediegenen Rahmen schaffen, der das Biozelgeschehen zum gerundeten Programm zusammenfaßt. — Der Kartenvorverkauf ist dem Sportbaus Silberer am Bahnhof, dem Sportbaus Bohleber, Hoheneggerstraße und Musikhaus Müller, Kaaserstraße, übergeben. Promenadenkonzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Zum Zeichen der Verbundenheit. mit den Heimatvertriebenen, veranstaltet der Verkehrsverein, anläßlich des Surietendeutschen Heianattages am Sonntag, 15. Juli, rin Promenadenkonzert der Stadt- und Feuerwebrka- pelfe. Das Konzert wird auf der Gartenseite des Schlosses von 11 bis 12 Uhr stattfinden Die Bevölkerung ist hierzu herzlich eimgeiadem Musikverein 1837 Bruchsal. Heute, Donnerstag, 12. Juli, Probe in der Scheffelböbe. Streicher pünktlich 20.15 Uhr, Bläser 21 Uhr. Verhinderungen bitte mitteifen. Tarif- und Arbeitsrechtsauskiinfte. Für kaufmännische Angestellte, Techniker und Werkmeister werden von der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft jeden Donnerstag von 14 bis 21 Uhr in der DAG-GesehäftssteEe Bruchsal, Württembergerstr. 16, von hauptamtlichen Kollegen Sprechstunden abgehalten. In diesen werden u. a. Auskünfte über das Tarif- laid Arbritsrecht erteilt. Weitere kostenlose Auskunft und Beratung in allen Fragen aus dem Arbritsrecht werden auch an nachstehenden Tagen erteilt: jeden Dienstag von 19—21 Uhr; jeden Mittwoch von 19—21 Uhr; jeden Donnerstag von 14—19 Uhr; jeden Donnerstag von 19—21 Uhr und jeden Freitag von 19 bis 21 Uhr. Caritasverband Bruchsal „ Der Caritasverband schickt laufend an die Gefangenen in Rußland — selbstverständlich ohne Ansehen der Konfession — Liebesgaben- pakete im Einzelwert von rund 20 DM. Alle Angehörigen, die von einem Kriegsgefangenen in Rußland seit November 1950 Post erhallen haben, mögen sich an den Caritasverband Bruchsal, Rheinstraße 3, Telefon 80 (Sprechstunden nur montags und donnerstags) oder nnmittelbar an die Caritas-Kriegsgefangenen- hilfe in Freiburg, Werthmannshaus, wenden, damit der Gefangene in diese Betreuung einbezogen werden kann. Kath. Junge Mannschaft Bruchsal. Heute, Donnerstag, treffen wir uns pünktlich um 20.15 Uhr, in der Aula des St Paulushrimes zu einem Lichtbildervortrag von H. H. Pater Schrammel über Schönstadt. Interessenten sind herzlich eingeladen. Donnerstag, den 12. Juli 1951 Es geht um’s liebe Geld Haben Sie schon einmal eine Münzensammlung gesehen? Solch ein Konsortium von Geldstücken ist interessanter und aufschlußreicher als eine Briefmarkensammlung, denn die Geschichte der kleinen Pafäerstücke ist erst rund 100 Jahre alt; die Louisdors, Dukaten und Taler dagegen erzählen jahrhundertealte Geschichten. Die ausgefallensten Stücke sind darunter, eckige, durchlöcherte und bunte Münzen. Je mehr es der Gegenwart zugeht, desto eintöniger wird das Bild der Münzen; wohl bringen die ersten Geldscheine etwas Leben in die Reihen der Goldstücke und Silberlinge, die einst durch Tausende von Händen gingen, doch sind es immer wieder dieselben Symbole auf den Münzen und ähnliche Reihen von Unterschriften auf den Banknoten. Häufig gleichen sich Geldstücke in Größe und Aussehen; sie waren jedoch nie zur selben Zeit gültig. Jeder erinnert sich noch der verschiedenen 50-Pfennig-Stücke, die den jetzigen sehr gleichsahen; daß jedoch zwei Geldstücke verschiedenen Wertes aber von fast gleicher Größe und Zeichnung im Umlauf sind — das ist ein Novum. Gemeint sind unsere jetzt gültigen Ein- und Zweimarkstücke. die sich so verteufelt ähneln, daß schon manche Verwechslung — im wahrsten Sinne des Wortes! — entstand. Wer ein paar Mark zu bezahlen hat, muß scharf aufpassen, daß er nicht mit den Ein- - markstücken einen Silberling zu zwei Mark erwischt, und die Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft schaut jedes Geldstück einzeln an, um nicht zu viel herauszugeben. Wir sind ja gewiß froh, daß an die Stelle der schmierigen, oft zerfetzten blauen und roten Scheine blanke, saubere Münzen traten — aber warum müssen die Markstücke fast dasselbe Aussehen haben? Es ist anzunehmen, daß der viele Ärger und die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen, leicht aufgewogen werden könnten durch eine Änderung der Prägeform. Die Anregung sä hiermit gegeben, im Namen all derer, die glückliche und doch verärgerte Besitzer von Markstücken sind. st. Philippsburg Filmschau Die Gloria-Lichtspiele bringen von Freitag Dis etaschl. Montag den Wessely-Film: „Das Herz muß schweigen.“ Anfangszeiten: werktags 20.45, sonntags 19 und 21 Uhr. Ein unvergeßlicher Film mit den ergreifendsten und schönsten Rollen für Paula Wessely, der das Schicksal zweier Menschen im Dienste der Wissenschaft schildert. Heidelsheim Marie Trautwein, geh. Eberhard, Judengasse, konnte am 11. Juli ihren 75. Geburtstag feiern. Sofie Hiiller, geb. Goll, Gerbergasse, wird am 13. Juli 72 Jahre alt. Unsere herzlichen Glückwünsche. Als Vertreterin Frau von Fölkersams sprach Frau Baetz, Stuttgart, über das begonnene Thema „Fragen und Probleme der Ktader- erziehung.“ Sie fand bei den anwesenden Frauen und Müttern so regen Beifall, daß eine Wiederholung gewünscht wurde. In Zukunft werden Frau von Fölkersam und Frau Baetz abwechselnd zu diesem Thema Stellung nehmen. Münzesheim Am Sonntag, 15. Juli, veranstaltet die Musikabteitang der FZG. ihr diesjähriges Gartenfest. 5 Kapellen der Nachbarorte haben ihr Erscheinen zugesagt. Schon am Samstagabend wird die einheimische Kapelle das Fest eröffnen und zum Tanz aufspdelen. Am Freitag hält die Fu ßballabteitang des Vereins eine außerordentliche Hauptversamm- * lung ab, um Rückschau über ein erfolgreiches Fußballjahr zu halten und für die kommende Spielzeit wichtige Entscheidungen zu treffen. Die 1. Mannschaft konnte in der vergangenen Saison die Meisterschaft der Gruppe Bergstraße erringen. Seinen 72. Geburtstag feierte Landwirt Wilhelm Nacher. 80 Jahre alt wurde Frau Christiane Kalteisen Ww. . und Frau Elisabeth Thomas Ww. wird am 13. 7. 87 Jahre alt. 25 jähriges Stiftungsfest des Fisdiervereins Huttenheim Fahnenweihe durch Dekan G otije — Ehrung der Gründungsmitglieder — E rhebender Verlauf der Festtage Am vergangenen Samstag. Sonntag und Montag feierte der Fisdierverein Huttenheim sein 25jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Die Festtage wurden am Samstag nach dem Festzug mit dem Festbankett eröffnet. Nach dem flotten Eröffnungsmarsch der Feuerwehrkapelle sprach die Schülerin Hedwig Gänßiroantel einen Prolog, und huldigte dem Fischerverein bis zurück ins alte Knaudenheim. Die Begrüßungsansprache hielt Vorstand Stefan Gämßmantel. Dabei verlas er ein Glückwunschtelegramm des Matrosen Alb. Weber aus Afrika. Präsident Rößler vom Lan- desfisdierverband Baden beglückwünschte den Verein im Namen des Verbandes. Auf den gemischten Chor, vorgetragen vom MGV „Eintracht“ unter Leitung des Vizeddrigenten Edm. Gerweck, folgte die Festansprache des Festpräsidenten, Hauptlehrer Weßlein. Nach einer stillen Gedenkminute zeigte er mit anschaulichen Worten die vielen Mühen und Kämpfe auf, die die Sportfischer einst zu überwinden hatten, und die nur durch Einigkeit gemeistert werden konnten. Ging es doch damals um das Fischerrecht im nahen Altrhein, das teils von den Berufsfischern, teils aber auch von den Behörden streitig gemacht wurde. Einen ehrenden Nachruf widmete er dem verstorbenen Mitbegründer des Vereins, Anton Heil, der 13 Jahre die Geschicke des Vereins leitete. Nicht zuletzt aber dankte er dem Gründer Rudolf Dietrich für seine Tätigkeit als Schriftführer sät 25 Jahren. Der Fischerverein zählt heute über 100 Mitglieder, was vor allem dem rührigen Vorstand Stefan Gänßmantel zu verdanken ist. Der Geschäftsführer des Landesfischerverbandes, Dr. Telehiwiez, versicherte dem Verein vollste Unterstützung von Seiten des Verbandes. Darauf nahm Landesvorsitzender Rößler die Ehrungen vor. Mitbegründer Heinrich Haffner, der von 1939—1945 Vorstand des Vereins war,- wurde aum Ehrenvorstand ernannt. Schriftführer Rudolf Dietrich erhielt für 25jährige Unteröwistieinier Chronik der Wodie Nachruf für Hauptlehrer Stutz — G. Härdle 47 Jahre in Java Unerwartet rasch verstarb am 10. Juli Schulleiter Karl Stutz. Der Verstorbene, im 51. Lebensjahr stehend, litt seit seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft an schwerem Asthma. Aber trotzdem versah er mit seltener Energie bis vor wenigen Taigen mustergültig seinen Dienst. Sät 1924 an der hiesigen Volksschule tätig, erfreute sich Karl Stutz ob seiner Bescheidenheit, der Lauterkeit seines Charakters und der Tüchtigkeit als Lehrer eines großen Ansehens. Die ganze Einwohnerschaft, die den leidgeprüften Angehörigen herzliche Anteilnahme entgagembringt, wird dem pflichttreuen Lehrer ein ehrendes Gedanken bewahren. In seiner Heimatstadt Bruchsal wird der Verstorbene die letzte Ruhestätte finden. Das Fest der silbernen Hochzeit feierten am 10. Juli die Eheleute Friedrich Ernst Bischof! und Marie, geb. Schlechtweg, Bruchsalerstr, Nachträglich herzlichen Glückwunsch. Seit einiger Zeit weilt der von Unteröwis- heim stammende Gustav Härdle auf Besuch. Härdle, 73 Jahre alt, kann auf ein Leben voller Spannung, Dynamik und Dramatik zurückblicken. 47 Jahre war er ununterbrochen auf Java in holländischen Diensten tätig, zuerst als Soldat, dann als Verwaltungsbeamter. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher körperlichen und geistigen Frische heute Härdle noch ausgestafböt ist. Hochinteressant stad seine Berichte aus dem Tropenileben, das ihn gesundheitlich überhaupt nicht beeinträchtigte. Seinen Lebensabend verbringt er bei seiner Tochter in Holland, nachdem er mit dieser aus Indonesien ausgewiesen wurde. b. Tätigkeit ein Präsent und eine Ehrenurkunde. Ferner erhielten für 25jährige Vereinszugehörigkeit die Gründer Martin Baader, Joseph Stickel, Wemdaita Weick, Eduard Brecht, Aug. Weick, Paulus Weick, Emil Götz III und Stefan Rockers Ehrenurkunden. Herr Rößler überreichte im Namen des Landesfischerverbandes eine Fahnenschleife für die neue Fahne. Nach Übermittlung der Glückwünsche der Gemeinde durch Ehrenpräsident, Bürgermeister Weser, herrchte noch reges Treiben unter den Klängen der Feuerwehrkapelle und den Chören dem MGV. Ein Brillantfeuerwerk beschloß den ersten Festtag. Mit dem allgemeinen Wecken am Sonntagmorgen wurde der zweite Festtag etageleitet. Um 9.30 Uhr war der Gedächtnisgottesdienst des Vereins zu Ehren der Toten. Im Laufe des Gottesdienstes wurde die neue Fahne von H. H. Dekan Gothe geweiht! In seiner Festpre- diigt sprach er über die Bedeutung der Fahne, die än Ausdruck der Treue zum Verein darstelle. Gegen 1.30 Uhr zog ein großer Festzug durch die reich geschmückten Straßen. Ihm schlossen eich alle Ortsveretae und die Bru- derveretae ‘aus Bruchsal, Philippsburg, Rheinsheim, Leopoldshafen, Eggensteta, Oberhausen und Linkenheim an. Eine kleine Autokolonne aus Mannheim, Karlsruhe und Heidelberg bildete den Schluß das Festzuges. Vorstand Stefan Gänßmantel begrüßte in der 'Festhalle nach dem Eröffnungsmarsch alle Anwesenden. Im Namen der Gemeinde beglückwünschte Bürgermeister Weser den Verein zur Fahnenweihe. Daß der Flseherverein Huttenheim nicht nur der älteste, sondern auch der stärkste in ganz Baden ist, hob Festpräsident Hauptlehrer Weßlein besonders hervor. An Hand der neuen Fahne, die u a. das Gemändewappen und den Schutzpatron der Fischer, den hl. "Petrus trägt, sagte er, daß diese ein Ausdruck zur Veredns- und Heimattreue sei. Nach Enthüllung durch die Ehrendlame Ingrid Dantes, wurde die Fahne an den ersten Fahnenträger Willy - Stickel überreicht. Im Namen aller Gründer heftete Fri. Irene Wittemann eine Schleife an Zm SxfudeHttassiwy ! Bursdien -Sportanzüge um um 61.80 Bursdien-Il-Reiher 95.40 83.50 72 — floiie Machart, schöne Muster, strapazierfähige Qualitäten. Sie kaufen guf und preiswert im Fachgeschäft KRUSE & KURZENBERGER BRUCHSAL - WÖRTHSTRASSE 11 Kinderwagen aus Peddigrundrohr, herrliche Modelle . . ab DM 89.— Sportwagen aus Peddigrundrohr u. Leder, schönste Modelle ab DM 63.— an Formschönheit, Qualität und Billigkeit unübertroffen direkt ab Fabrik an Privat. 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Vereinsmitglied erhielt Luidwig Wittemanm eine Flasche Wein, dieser schenkte sie aber ta kameradschaftlicher Weise unter, dem Beifall aller dem Jubilar. MGV „Eintracht“ und die Musikkapelle verschönten das Fest. Mit frohem Tanz klang der zweite Festtag aus. Der Montag stand im Zächen der Volksbelustigung. Am Nachmittag zogen etwa 80 Fischer, Schüler der Volksschule, an den nahen Kanal, um den alten Sportfisebern nachzueifern. Unter Leitung von Hauptlehrer Weß- lein fand dort ein großes Preisangeln der jüngsten „Jünger Petri's“ statt. Den 1. Preis erhielt der 13jährige Hugo Bachert, Rheinstr., den 2. Preis Heinrich Bierlein, 13 Jahre und den 3. Preis der 7jährige Theobald Weick, Neue Heimat. Nach der Siegerehrung wurde der älteste Sportfischer Rudolf Heitmann, der am Tage vorher seinen 78. Geburtstag feierte, und der jüngste Sportfischer, der erst 7 Jahre alt ist, geehrt. Beiden wurde von der Möbelfabrik Lampert-Bruchsal än Stuhl als Geschenk versprochen. Mit allerlei Unterhaltungsstücken, bä Humor und guter Laune fand das Fest seinen würdigen Abschluß. Jung und alt konnte unter den Klängen der Feuer- wehrkapelfe das Tanzbein schwingen. Alles in allem war das 25. Stiftungsfest än großer Erfolg, und wir wünchen dem Verein bei seinem weiteren Wirken viä Glück und „Petri Heil.“ Herausgeber C. & H. Kruse, Bruchsal, Wörthstr. 11; Philippsburg, Salmstr. 10. Redaktion: Hans Stauder, Bruchsal. Für auswärtige Anzeigen: Annoncen-Exped. Krals, Karlsruhe. — Zur Zeit Ist Preisliste Nr. 1 gültig. FERN DER HEIMAT Roman roa FRITZ! ERTLER Cop. b. Prometheus-V erlag Dr.Eidiadter, Grobenzell b. Mündien 7. Fortsetzung Da mir aber kein Geld geblieben war und ich mich scheute, im Geschäft um Vorschuß zu fragen, befand ich mich nur zu oft ta peinlichster Verlegenheit. So hatte ich nach änem arbeitsschweren und glühendheißen Tage nicht die paar Pfennige, um mit der Straßenbahn zu fahren. Mit gesenktem Kopf trabte ich . an den Häusern entlang, immer ängstlich bemüht, wenigstens etwas Schatten zu erwischen, wußte ich doch, daß ich sehr auf der Hut sein mußte, sollte mich die Malaria nicht noch än- mal erwischen. Ein leises Bremsenknirschen ließ mich plötzlich aufschauen. Signor Francesco hielt neben mir. Er saß in einem der neuen, sehr eleganten Wagen, die Hand lässig am Steuer, und sah nachdenklich in mein wahrscheinlich völlig erschöpftes und schweißbedecktes Gesicht. „Wollen Sie nicht einsteigen?“ fragte er in seiner herrischen Art. „Ich bringe Sie zu Ihrer Wohnung. Die Hitze ist ja teuflisch heute...“ Ich zögerte einen Augenblick. Ich dachte daran, daß Santina meiner harrte, ich konnte die treue Seele nicht warten lassen. Rasch klärte ich ihn darüber auf. Das immer noch verschattete Gesicht meines Chefs wurde nicht heller. Er sah mich durchdringend an und nickte abschiednehmend. Dann glitt der Wagen davon. Am nächsten Tag sah ich Signor Francesco den ganzen Tag nicht. Er war im Freihafen. Es dämmerte schon leicht, als ich mit leisem Herzklopfen seinen wohlbekannten Schritt in der Diele, die zu den Büroräumen führte, hören konnte. Dann stand Francesco neben mir. Eine Weile sprachen wir nach kurzem Gruß nichts. Ich arbeitete stumm und gequält. Langsam machte sich infolge unerträglicher Spannung ein heftiger Kopfschmerz, ein Andenken an die Malaria, bei mir bemerkbar. Immer noch fühlte ich den forschenden Blick des Mannes neben mir. Er saß am Schreibtisch und spielte mit einem kostbaren bronzenen Brieföffner. Dann fragte er schroff und ohne jede Einleitung: „Welches Gehalt beziehen Sie be.i uns!“ „Fünfzig —erwiderte ich leise. „Das ist ja nicht möglich —stieß er erregt hervor. „Das ist ja ein Hungeriohn! Mein Bruder sagte mir, Sie bekämen das Doppelte.“ „Es ist nicht wahr. Fräulein Eugenie führt doch die Angestelltenkasse. Fragen Sie sie.“ Es klang etwas Bitteres in mänen Worten mit, ohne daß ich es wollte. Francesco war nahe zu mir getreten. „Um Gottes Willen, Kind... wovon haben Sie denn gelebt?“ Ich hielt den Blick, den er mir zusandte, ruhig aus. „Ist doch nicht so schlimm“, sagte ich und versuchte zu lächeln. „Es gibt Muscheln und Polenta, die fast nichts kosten. Meine Freundin teilte mittags mit mir die Mahlzäten. Und bei einer Dame, die ich von meiner früheren Tätigkeit her kenne, bin ich zweimal in der Woche zu Tisch geladen .. „Von allen haben Sie Hilfe angenommen“, entgegnete Francesco finster. „Nur von mir nicht. Zu mir hatten Sie kein Vertrauen.“ „Sie hatten doch so viel für mich getan, als ich krank war“, war mäne gedrückte Antwort. „Sie bekommen hundert Kronen von jetzt an“, erklärte er knapp und schnitt jeden Widerstand ab. „Essen werden Sie mit mir.“ Ohne meinen Dank abzuwarten, ging er hinaus. Ich aber flog zu Santina, um ihr von der Wendung zu erzählen. Müde, den Kopf in die Hand gestützt, saß ich Signor Francesco eines Nachmittags gegenüber. Schien es mir nur so oder hatte wirklich eine fahle Blässe das schmale Gesicht überschattet? Bange Unruhe ergriff midi; sollte er krank sein? Ich wußte aus seinen Erzählungen, daß auch er seit Jahren“ unter Fieberanfällen zu leiden hatte. Er erhob sich plötzlich und kam den Nachmittag nicht mehr ins Kontor. Ich war schon zum Weggehen gerüstet, da rief mich die Haushälterin von Signor Francesco, eine große, robuste Slowenerin, und bat mich dann, das Kontor abzusperren. „Signor Francesco“, meinte sie gleichgültig, „sein krank, haben Fiebersnfall. Ich gehen zu meinem Schatz, der arbeitet in Hochöfen von Servola. Werfen Sie die Schlüssel in Briefkasten von Wohnung!“ Sprachlos starrte ich Sie einen Moment an „Ja, und der Kranke?* fragte ich dann. „Geht doch mir nix an“, war die kalte Antwort. „Soll er rufen seine Mutter, wenn er braucht Hilfe; ich habe heute meinen Ausgang.“ Ich suchte diese kalte, unzugängliche Frau, der ich keine Sympathie entgegenbrachte, in der Villa. Elegant, eben zum Weggehen gerüstet, stand die hohe, imponierende Gestalt unter der Tür. Auf meine dringende Bitte, doch nach ihrem Sohn, der krank geworden sei, zu sehen, erklärte sie spöttisch: „Mein liebes Kind, mein Sohn ist, ob er krank oder gesund, am liebsten allein. Ich gehe heute ins Theater, und helfen kann ich ihm ja doch nicht“ Da stand ich nun. Ich wußte, daß ein lieber Mensch, dem ich so viel Dank schuldig war, in den Klauen des wilden Tieres hing, aus denen er mich befreit hatte. Einen Moment noch kämpfte ich mit der Angst vor dem Geschwätz der Leute. Dann aber schämte ich mich vor dieser Feigheit und stand ein paar Minuten später vor dem kranken Mann, der noch halb angekleidet auf dem Bett lag. Die Schlüssel zu seiner Wohnung hatte ich mir in der Villa geholt „Ist etwas los?“ fragte er mich. „Nein“, sagte ich ruhig, „aber Ghita sagte mir, daß Sie krank sind, und nachdem alle fortgingen, wollte ich Sie nicht allein lassen.“ Ich bekam keine Antwort, fragte auch nicht lange, sondern ging in die Küche und holte' mir eine Schüssel. In einer Gellateria, die nicht weit entfernt von unserem Betrieb lag, bat ich um Eis, das mir nur ungern und ausnahmsweise gegeben wurde. Dann eüte ich, so rasch ich konnte, zu dem Kranken zurück. Als ich das Schlafzimmer betrat blieb ich betroffen unter der Tür stehen. Signorina Erica stand vor dem Bett in elegantester Abendtoilette; sie war bildschön, aber ihre Augen glühten in schlecht unterdrücktem Zorn. „Ich gehe nicht allein", stieß sie hervor. „Wenn du di«h ein wenig beherrschst, wird es dir schon möglich sein, mitzukommen.“ Sich umwendend, gewahrte sie mich mit dem Eis unter der Tür, und hohnlachend entriß sie mir die Schüssel. (Fortsetzung folgt) 4,8 Millionen für Mannheimer Halen Finanzausschuß verabschiedet außerordentlichen Haushalt Stuttgart (lwb). Der Finanzausschuß des württemberg-badischen Landtags hat den Etat der Finanzverwaltung und den außerordentlichen Haushaltplan verabschiedet Der Etat der Finanzverwaltung schließt bei Roheinnahmen über 15 148 500 DM mit einem fcuschußbedarf von 37 623 500 DM ab. Das sind 588 000 DM weniger als im Vorjahr. Der Ausschuß erörterte bei seinen Beratungen besonders die Frage der Stellenvermehrung bei der Steuerverwaltung. Die Zahl der Angestellten bei den Finanzämtern wurde in Nordwürttemberg um 140 und in Nordbaden um 95 auf 1066 erhöht. Für Straßen- und Wasserbauten in Nordbaden sind in den Etat insgesamt 2 602000 DM eingesetzt worden. Diese Beträge waren vom Plenum schon im Vorgriff auf den Staatshaushaltsplan bewilligt worden. Für den Ausbau und die Wiederinstandsetzung des Mannheimer Hafens sind 4,8 Millionen DM eingesetzt worden. Die Beträge für den Straßen- und Wasserbau im nordwürttembergischen Landesteil sind im Etat der Innenverwaltung enthalten. Aus dem Vermögen ehemaliger NS- Örganisationen erhält die Finanzverwaltung im Etatjahr 1951/52 einen Zuschuß von 621 000 DM. Der Entwurf des außerordentlichen Haushaltplans weist einen Betrag von insgesamt 88 450 000 DM in Einnahmen und Ausgaben aus. Außerdem wurden weitere Mittel für die Arbeitsbeschaffung in den Förderbezirken des Landes genehmigt. D*as Württemberg - badische Finanzministerium hat die Klageschrift des Landes an das Bundesverfassungsgericht, die sich gegen das Finanzausgleichsgesetz des Bundes richtet, fertiggestellt. Die Klage wird dem Gericht voraussichtlich Ende Juli vorgelegt werden, wenn es seine Tätigkeit aufgenommen hat. ZinszuscfaSsse an karitative Krankenhäuser Stuttgart (lwb). Der sozialpolitische Ausschuß des württemberg-badischen Landtags hat beantragt, daß die Regierung durch Gewährung von Zinszuschüssen an die karitativen und privaten Krankenhäuser deren gegenwärtige Notlage lindern solle. Der Ausschuß forderte ferner, daß die Landesregierung in Bonn für eine rasche Neuregelung der Bezüge bedürftiger Zivilblinder eintritt. Wie im Ausschuß mitgeteilt wurde, finden zur Zeit in Bonn Verhandlungen statt, ob bedürftigen Zivilblinden künftig feste Mindestbeträge durch die Wohlfahrt ausgezahlt werden sollen. Falls eine schnelle Regelung in Bonn nicht getroffen werden kann, soll für Württemberg- Baden eine Ubergansregelung getroffen werden, die den Bonner Bestrebungen entspricht. Pie Jugend leitet den Kirchentag ein Grußbotschaften von Heuss und Adenauer Berlin (UP). Der Deutsche Evangelische Kirchentag 1951 in Berlin wurde mit der Eröffnung des Jugendtages im Sowjetsektor und der kirchlichen Ausstellung in den Messehallen der Westsektoren eingeleitet. Offiziell beginnt der Kirchentag heute nachmittag mit einem Gottesdienst in der Marienkirche in Ostberlin. Die Ausstellung in den Messehallen am Funkturm zeigt „das Kirchenjahr in Familie und Heimat“, eine Bücherschau „Das Wort läuft durch die Lande“ mit allen evangelischen Publikationen aus West- und Ostdeutschland (md Darstellungen von Kirchenbauten der letzten Jahrzehnte. An der Eröffnung des Jugendtages imSowjet- sektor nahmen jrund 10 000 Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands teil. Vor der Halle waren die Fahnen von mehr als 30 Nationen aufgestellt. Jeder dritte Fahnenmast trug die kommunistische „Weltfriedensfahne“ mit der „Friedenstaube“. Bundespräsident und Bundesregierung haben in telegraphischen Adressen an den Kirchentag ihre Verbundenheit und rege Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. In dem Telegramm von Heuss heißt es u. a.: „Der Ort der diesjährigen Begegnung gibt der Tagung ein besonderes Gewicht. Er ist ein Symbol der geistig-religiösen Einheit, der inneren Bindung der tiefsten Kräfte, die jede von außen erzwungene zeitliche Scheidung seelisch überwindet.“ Adenauer schrieb in seiner Grußbotschaft: Die christlichen Kirchen haben sich als eine der widerstandsfähigsten Kräfte gegen den Nationalsozialismus, alle ihm verwandten totalitären Weltanschauungen und als Kämpfer und Verteidiger der Freiheit gegen jede östliche Unterdrückung erwiesen. Wir wissen, daß das Christentum als die Grundlage unserer Kultur ■ und unserer Lebensauffassung unlösbar mit dem Begriff des Abendlandes verbunden ist und daß sein Bestand oder Untergang auch das Schicksal Europas bedeutet.“ AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN FDJ-Parolen am Eßlinger Rathaus Eßlingen (lwb). Zwei junge FDJ-Anhänger beschmierten nachts das neue Rathaus und die Polizeidirektion in Eßlingen mit großen roten Buchstaben. Bei dem Versuch, auch ein drittes Gebäude mit ihren Parolen zu bemalen, wurden sie von der Polizei festgenommen. Die Stuttgarter Polizei hat ihren nächtlichen Streifendienst wesentlich verstärkt. Da seit dem Verbot der FDJ zahlreiche Hauswände in der Stadt mit FDJ-Schlagworten beschmiert worden sind. Das Polizeipräsidium verspricht sich jedoch von dieser Maßnahme keinen durchschlagenden Erfolg gegen die Umtriebe der verbotenen Jugendorganisation. Nach Ansicht des Präsidiums müßten vor allem die Gerichte bei den FDJ- Anhängern, die auf frischer Tat ertappt werden, ein „Exempel statuieren“. Audi in Eßlingen fristlose Entlassungen Eßlingen (lwb). Von der Stadtverwaltung Eßlingen wurden vier Bedienstete der städtischen Verkehrsbetriebe fristlos entlassen. Oie Betroffenen hatten eine Abstimmung gegen die Remilitarisierung innerhalb des Betriebes inszeniert. Außerdem waren sie als Hauptbeteiligte an dem wilden Streik der Belegschaft, der am 6. Juli dieses Jahres in Eßlingen stattfand, festgestellt worden. Austausch beschlagnahmter Häuser verlangt Eßlingen (lwb). Der Interessenverband der Besatzungsgeschädigten in Eßlingen verlangt in einer Erklärung den Austausch der bisher beschlagnahmten Wohnhäuser mit anderen Wohnhäusern. Die Last der Unterbringung der Besatzungsmacht könne auf die Dauer nicht auf einzelne Bürger abgewälzt werden, heißt es in der Erklärung. Ferner forderte der Interessenverbänd, daß sofort Neubauten für Besatzungsangehörige erstellt werden. Die Mittel hierfür müsse der Bund bÄreitstellen. Tailfingen. Die Landesausstellung „Schaffendes Schwaben“, die vom 30. Juni bis 8. Juli in Tailfingen gezeigt wurde, ist von 65 000 Personen besucht worden. (Ids). Baden-Baden. Das belgische Konsulat in Baden-Baden wird mit Wirkung vom 1. 8. 1951 aufgelöst. Das ihm unterstellte Gebiet wird vorläufig dem Bereich des belgischen Generalkonsulats in Frankfurt, Siesmayerstr. 62 angegliedert. (Id) Mannheim. Angehörige der Fachgruppe Banken der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft forderten eine Urabstimmung über die Arbeitsniederlegung in allen Banken des Bundesgebiets, um bessere Gehaltstarife zu erzwingen. (lwb) Landjugend in unserer Zeit Eindrücke vom Württ.-Badischen Landjugendtag Wer sich am vergangenen Wochenende, vom ernteschweren Neckartal heraufkommend, den jäh aus dem Kirchheimer Tal auf steigenden Albvorbergen um die Teck näherte, konnte bei herrlichem Sonnenschein schon von weit her Zeltlager und Fahnen auf dem „Hömle“ erkennen. Hier oben hatten früher die kühnen Gesellen der Luft, unsere Segeflieger, gehorstet, und.bald, so hoffen wir, werden sie von dieser Kuppe aus wieder ins Land hinaus schweben. Diesen traditionsreichen Platz hatte die württ.-badische Landjugend als Standort für ihr erstes Landjugendtreffen nach 1945 auserkoren. Ein Vorkommando, vorwiegend von den Schülern der Höheren Landbauschule Nürtingen gestellt, hatte in mühevoller Arbeit den Festplatz mit Fahnen abgesteckt sowie das Zeltlager für Ausstellung und Unterkünfte aufgebaut. Die liebe, in diesem Jahr bislang gerade von der Bauernschaft schmerzlich vermißte Sonne machte ihr schönstes Gesicht, als der Bund der Landjugend am Samstag seine überraschend zahlreich erschienenen Ehrengäste u. Abordnungen begrüßen konnte. Neben Landwirtschaftsminister Herrmann und Kultminister Dr. Schenkel, dem Landtagsabgeordneten Hermann Schneider, dem Präsidenten Dr. Ströbele und Hauptgeschäftsführer Streicher des Bauernverbandes, Vertretern des US- Landeskommissariats, des Landwirtschaftsministeriums, der Kirchen und anderer Verbände waren Landjugend-Abordnungen aus der Steiermark, der Schweiz, Dänemark sowie aus den meisten westdeutschen Bundesländern erschienen. Sie alle wurden von den vollzählig teilnehmenden Kreisgruppen der Landjugend freudigst begrüßt und mit Gastgeschenken vom Acker, Garten, Weinberg und Stall bedacht. Die in alten und erneuerten Trachten und Festkleidern erschienene Landjugend selbst gab den farbenfrohen, unvergleichlich schönen Rahmen für ein Festprogramm ab, das — über den 7. und 8. Juli sich erstreckend — Kunde von der überaus vielseitigen Tätigkeit der, Landjugendorganisation gab und mit bemerkenswertem organisatorischem Können zu einem vollen Erfolg gestaltet wurde. Das bäuerliche Jahr wird, nach Arbeit und Fest, nach Brauch und Sitte; vom Ablauf des Naturgeschehens selbst bestimmt. Gleich einer Perlenkette reihten sich in der im Mittelpunkt des Festes stehenden Ausstellung „Die Landjugend und ihre Arbeit“ eine Darstellung der Feste und Bräuche des Jahres, der Feier von Geburt und Tod, aneinander. Taufe, Hochzeit, Muttertag, Totengedenken einerseits sowie Fasnet, Maifest, Sommer- und Wintersonnen- wend, Emtedank, Niklastag, Spinnstube und Weihnacht andererseits, fanden ihre Darstellung. Sie alle sind für die bäuerliche Familie Anlaß und Besinnung und Einkehr, zu Frohsinn und Fest, zu Sang und Tanz im Jahreslauf des Hofes und der Dorfgemeinschaft. Schwere Arbeit ist für die Bauernfamilie, für Knecht und Magd, selbstverständlich; von dieser Arbeit wird nicht groß geredet, sie wird getan, wie in Jahrtausenden, so heute auch. Die Arbeitsmethoden wechseln, die Landtechnik schreitet fort, die Maschine wird heute als Helfer aufgenommen, der die Mühen erleichtert. Ernte und Ertrag aber bleiben ungewiß, Seuchen und Wetterschlag sowie Preisgestaltung machen manchen Strich durch die Rechnung; die Ernte steht in Gottes Hand. — Eine kartographische Darstellung der Arbeit in den einzelnen Kreisgruppen vermittelt ein ausgezeichnetes Bild des gegenwärtigen Standes. Dies alles erlebt und weiß auch schon die Landjugend. Aber sie ist trotz allem zunächst einmal jung und froh, gegenwartsnah und ihrer Kraft wohl bewußt. Sie pflegt Tradition und ist beharrend, konservativ im echten Sinne, aber nicht rückschrittlich. Seht diese Bauemjungs nur auf ihren Schleppern sitzen, die sie mit derselben Sicherheit meistern wie der Städter seine Maschinen und Geräte, seine Schiffe und Fernlaster. Diese Landjugend pflegt ihr fachliches Können im Berufswettkampf, ob Bursche, ob Mädel, sie treibt Sport mit denjenigen Mitteln, die eben im Dorf zur Verfügung stehen. So fand- auf dem „Hömle“ das Tauziehen der Burschen wie das Wassertragen der Mädchen ein ebenso begeistertes Mitgehen aller Teilnehmer wie etwa ein Fußballkampf mit 100 000 Zuschauern in der Stadt, gebändigt bei der Landjugend allerdings durch ihr etwas besinnlicheres Temperament. Und erst die farbenfrohen Gemeinschaftstänze auf dem grünen Rasen: der festliche Auf tanz, der Webertanz und wie sie alle heißen, sie waren ein unvergeßliches Erlebnis für Teilnehmer wie Zuschaüer. Gemeinschaftssingen, Laienspiele, Feier am brennenden Holzstoß, Festgottesdienste und gemeinsamer Schlußchor als Ausklang umrahmten ein Fest, von dem man gewünscht hätte, daß auch die Stadtjugend h großer Zahl gastweise teilgenommen hätte, um Verständnis zwischen beiden Gruppen unseres Volkes zu schaffen. Es bleibt noch übrig eine kurze Wertung der Festreden, welche der Jugendobmann von Württemberg-Baden, Heinz Riedel, und der von Südbaden, Hans Grieser, an ihre junge Gefolgschaft hielten, mit denen sie den Sinn ihrer Jugendarbeit ausdeuteten, Kritik übten, Ziele aufzeigten, die Lauen zur Mitarbeit aufriefen und die Städter mahnten, die Arbeit des Landvolks zu werten und Verständnis für seine Existenznotwendigkeiten zu zeigen. Ruhig, verhalten abwägend der eine, ein mitreißender Feuerkopf der andere: so gaben sie einen guten Zusammenklang. Der Chronist vermag, ihre Reden wertend, nur zu sagen: gut, macht so weiter! Der Erfolg wird — wie alles auf dem Lande langsam wachsend — bei Euch sein, wenn Ihr Euch selbst treu bleibt. Dr. H. Reischle 14,4 Zentner Kohle je Haushalt Das Kohlenkontingent in Württemberg-Baden Das Land Württemberg-Baden wird auf Grund der Zuteilung durch das Bundeswirtschaftsmini-- sterium bei der ersten Ausschüttung 911 000 Tonnen Hausbrandkohle erhalten. Im Wirtschaftsjahr 1951/52 entfallen auf jeden Haushalt in Württemberg-Baden 14,4 Zentner Hausbrandkohle. Der Bundesdurchschnitt, der vom Bundeswirtschaftsministerium auf rund 16 Zentner Hausbrandkohle je Haushalt errechnet worden ist, wird, wie amtliche Stellen erklären, in Württemberg-Baden deshalb nicht erreicht, weil in der von Bonn bekanntgegebenen Zahl das Holzünd Gasaufkommen mit eingerechnet wurde. Für Reisen in die Schweiz Neue Bestimmungen in Kraft — Teilweise Parität der Währung Für den deutschen Reiseverkehr nach der Schweiz sind neue Bestimmungen in Kraft getreten. Reisen aus gesundheitlichen Gründen sind voll liberalisiert. Ebenfalls liberalisiert sind Reisen aus kulturellen Gründen. Für den sonstigen nichtgeschäftlichen Reiseverkehr (Tourismus) nach den OEEC-Ländern im Zeitraum vom 1. April bis 30. September 1951 ist ein Betrag in Höhe von 7 Millionen Dollar (ca. 30,1 Millionen Schweizer Franken) zur Verfügung gestellt worden, wovon Mitte Juni der Restbetrag von 4 Millionen Dollar freigegeben wurde. Hiervon werden mindestens 2 Millionen Dollar für Gesellschaftsreisen, Erholungs- und Urlaubsreisen ohne Prüfung des Reisegrundes zugeteilt werden. Für die restlichen 2 Millionen Dollar bleibt eine Prüfung der Dringlichkeit der Reise Vorbehalten. Im Kleinen Grenzverkehr ist entsprechend dem schweizerischen Wunsche durch autonome deutsche Anordnung der Höchstbetrag, den Grenzbewohner mit Grenzausweis oder andere Personen mit Tagesschein je Tag ein- und ausführen dürfen, mit Wirkung vom 30. Juni 1951 von 5 DM auf 10 DM erhöht worden. Nach dem Anstieg der DM-Notierung, die im Schweizer Devisen-Freiverkehr praktisch die amtliche Parität erreicht hat, nahmen verschiedene Geschäfte und Gaststätten in Basel erstmals deutsche Zahlungsmittel auf der Wechselbasis 1:1 entgegen. Falls der DM-Freikurs auf seinem augenblicklichen Stand verharrt, wird diese Verrechnungspraxis voraussichtlich weiter um sich greifen. Man sieht zahlreiche Schilder mit der Aufschrift: „DM werden angenommen“. Den Hauptvorteil aus der neuen Entwicklung dürfte das grenznahe Schweizer Gastwirtsgewerbe ziehen. Auch der Einzelhandel hofft auf zusätzliche deutsche Kundschaft, die sich vor allem für die in der Schweiz billigeren Kleintextilien, Strümpfe und ähnliche Bedarfsgüter interessiert. Koordinierung europäischer Verkehrsnetze Delegierte der Mehrzahl der europäischen Regierungen sind übereingekommen, die einzelnen europäischen Eisenbahn-, Land- und Wasser- straßen-Systeme unter dem Gesichtspunkt eines einheitlichen europäischen Verkehrsnetzes zu koordinieren. Im Anschluß an eine Sitzung des Inland - Transport - Komitees des europäischen Wirtschaftsausschusses der UN (ECE) in Genf wurde bekanntgegebfen, daß Delegierte von 14 europäischen Staaten als ersten Schritt, in dieser Angelegenheit beschlossen haben, künftige Investitionen in den einzelnen Verkehrszweigen aufeinander abzustimmen. Die Delegierten ver- .einbarten ferner, ein einheitliches internationales Tarifsystem für die Eisenbahnen zu verwirklichen. Die Mitglieder des Transport-Komitees kamen auch überein, ihre Arbeiten an der Normung der europäischen EisenbahnMsrüstungen, der Vereinfachung der Zollformalitäten für den Reiseverkehr und andere Maßnahmen fortzusetzen, die geeignet sind, das europäische Transportsystem zu vereinheitlichen. Folgende Staaten gehören dem Komitee an: Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Holland, Italien, Jugoslawien, Norwegen, Polen, Schweden, die Schweiz und die Türkei sowie die USA Fünf neue Stahlwerke in Bildung Die Neuordnung der deutschen Montanindustrie auf Grund alliierter Gesetze hat mit der Bildung von fünf neuen deutschen Stahlgesellschaften begonnen. Die Hochkommission bezeich- nete diesen Schritt als die „wichtigste Phase“ in der Neuordnung der Ruhr. Von den neuen „dekartellisierten“ Stahlgesellschaften werden auf Anordnung der Alliierten vier aus den Vereinigten Stahlwerken gebildet und zwar: die Rheinischen Röhrenwerke AG., das Hüttenwerk Ruhr- ort-Meiderich, das Gußstahlwerk Witten und das Gußstahlwerk Oberkassel. Als fünftes neues W T erk wurde das Stahlwerk Bochum aus dem Vermögen der Kölner Firma .Otto Wolff gebildet. Insgesamt sollen 13 neue Stahlgesellschaften aus dem Vermögen der Vereinigten Stahlwerke geschaffen werden. Neufassung des Aufwandsteuer-Gesetzes Das Gesetz über die Aufwandsteuer werde gegenwärtig im Bundesfinanzministerium neu gefaßt, verlautet von zuständiger Seite in Bonn. Auch der für die Aufwandsteuer vorgesehene Waren-Katalog werde völlig neu zusammengestellt. Hierdurch soll ein übermäßiger Kaufandrang nach bekanntgewordenen Warengruppen verhindert werden, durch den das künftige Aufkommen aus einer Aufwandsteuer verringert oder die Preisentwicklung »günstig beeinflußt werden könnte. Rekord-Obsternte und kein Absatz Notruf aus dem mittelbadischen Gebiet Im mittelbadischen Frühöbstgebiet wird in diesem Jahr mit einer Rekordernte an Pflaumen, Pfirsichen und besonders Bühler Frühzwetschgen gerechnet. Es wird erwartet, daß während der drei Wochen dauernden Haupternte täglich 20 000 bis 30 000 Zentner Zwetschgen abgeliefert werden. Auf Grund dieser günstigen Ernteaussichten hat Landrat Grüninger-Bühl Bundesernährungsminister Niklas in einem „Notruf“ gebeten, während der Haupterntezeit im mittelbadischen Frühobstgebiet Maßnahmen gegen die Auslandseinfuhren zu ergreifen und sich dafür einzusetzen, daß die Brennsteuer für die Kleinbrenner gesenkt wird. Bühler Obstmarktpreise Auf dem Bühler Erzeuger-Obstmarkt wurden folgende Pfund-Preise notiert: Kirschen 25 bis 32; Heidelbeeren 32 bis 34; Johannisbeeren 12 1 /* bis 14; Himbeeren Marktware 70 bis 73; Himbeeren Industrieware 68; Pfirsiche 40 bis 65; Blau Pflaumen 42 bis 54; Stachelbeeren 20 bis 25. Erdbeeren wurden dem Markt nicht mehr zugeführt. Anfuhren reichlich, Absatz flott. Wirtschaft in Kürze Für die Einführung eines Leistungslohns im Kohlenbergbau setzten sich wirtschaftspolitische Kreise der Bundesregierung ein; sie verwiesen hierbei auf das Nachlassen der Förderungsleistung seit der Bewilligung der Lohnzuschläge im Bergbau. Die Zahl der in Westberlin beschäftigten Personen hat mit 889 703 im Juni 1951 den .Höchststand seit 1949 erreicht. Gleichzeitig ging die Zahl der Arbeitslosen um 583 auf 286 161 zurück. Zwei Bremer Zuckergroßhändler wurden durch den Bremer Wirtschaftssenator Wolters mit je 5000 DM bestraft, weil sie laufend Zucker zu Überpreisen verkauften. Spanien hat nach einer Mitteilung der Exportimport-Bank zwei neue Kredite über insgesamt 5,75 Millionen Dollar erhalten. Hiervon sind 3,5 Millionen für Kohle und 2,25 Millionen Dollar für den Kauf von Weizen in den USA bestimmt. Neuer Weltmeister im Mittelgewicht Randolph Turpin, Europa- und Empiremeister in der Mittelgewichtsklasse, holte sich in London die Weltmeisterschaft durch einen Punktsieg über den Titelverteidiger „Sugar“ Ray Robinson (USA). Beim Einwiegen stellte Robinson 69,5 kg auf die Waage, Turpin 71,2 kg. Der Kampf ging über 15 Runden. Schon in ,der ersten Runde mußte Turpin wegen Nierenschlags verwarnt werden; es gab von Anfang an einen farbigen Kampf. Die erste Runde endete ausgeglichen, die zweite ebenfalls. In der dritten und vierten Runde gab es harten Schlagaustausch; beide Boxer gingen häufig in den Clinch. In der 5. Runde gab es ein Pfeifkonzert der Zuschauer, weil dauernd geklammert wurde. Daraufhin griff Turpin mehrmals an. Die Runde endete mit einem Punktvorsprung des Titelbewerbers. In der 7. Runde hatte Robinson eine stark blutende Verletzung über dem linken Auge. Turpin wollte seine Chance in der berühmten „7. Runde“ nützen und setzte dem Meister mit kraftvollen Schlägen nach. In der 8. und 9. Runde kam Turpin immer mehr auf, parierte alle Angriffe Robinsons und trieb seinen Gegner vor sich her. Die 10. und 11 . Runde sah den Amerikaner überlegen, der auf einen k.o.-Sieg hinarbeitete. 12 Runde an Robinson. Die 13. und 14. Runde sah den Mittelgewichtsmeister sehr unsicher; er machte einen angeschlagenen Eindruck. In der 15. Runde setzte starker Beifall für den Titelbewerber Turpin ein. Robinson wollte zum entscheidenden Schlag ansetzen, kam aber nicht recht zum Zug. Beide Boxer gingen bei Angriffsversuchen in den Clinch. Das Urteil der Punktrichter ergab einen klaren Punktsieg für Turpin, der damit Weltmeister im Mittelgewicht wurde. Koblet Sieger der 7. Etappe Der Schweizer Koblet wurde Sieger der 7. Etappe der „Tour de France“, die als „Zeitfahren“ ausgfetragen wurde. Zuvor war dem Franzosen Bobet der Sieg zugesprochen worden. Die Rennleitung erklärte hierzu, daß ihr ein Fehler bei der Zeitnahme unterlaufen sei und nunmehr Koblet Sieger dieser Etappe sei. Neuer europäischer Schwimmrekord Jean Boiteux (Frankreich) stellte in Marseille mit 4:33,3 Min. einen neuen Europa-Schwimmrekord über 400 m Freistil auf. Die bisherige Rekordzeit betrug 4:35,2 Min. und wurde seit 1947 von Jany (Frankreich) gehalten. BLICK INÖ ME WELT EIN Pariser Taxifahrer hielt seit Jahren den Rekord unter seinen Berufekameraden: m dreißig Jahren, die er am Steuer seines Wagens gesessen hatte, hatte er keine einzige Polizeistrafe bekommen. Und dann, innerhalb von 48 Stunden, bekam er drei Strafmandate hintereinander, wegen unbefugten Parkens. Als er die dritte bekommen hatte, sah er rot. Er sprang aus dem Wagen, packte einen Reservekanister mit Benzin, goß den Inhalt über den Streifenwagen der Polizei und versuchte mit zitternden Händen sein Feuerzeug in Gang zu setzen. Er saß acht Tage im Untersuchungsgefängnis, dann ließ ihn ein verständnisvoller Richter frei Wahrscheinlich war' der Richter selbst Autofahrer. Wahrscheinlich kannte er seinen Kollegen, einen Gerichtspräsidenten, der in einer Woche neun Strafmandate bezahlt und beim Empfang des zehnten so in Wut geraten war, daß er den Polizisten beleidigt und — höchste Schande für einen hohen Justizbeamten — eine Stunde auf der nächsten Polizeiwache verbracht hatte. Die Pariser Polizei, , die den ungeheuer angewachsenen Wagenverkehr in den engen Straßen der Stadtmitte nicht mehr zu meistern weiß, hat einen überaus blödsinnigen Ausweg entdeckt und das Prinzip aufgestellt, daß man den Verkehr reibungslos abwickeln müsse, indem man das Halten der Wagen unmöglich mache. Ein Wagen darf nur dann an- halten, wenn er Personen oder Waren ein- oder ausladen wiü. Jedes andere Anhalten ist nach den Buchstaben der Polizeiverord- nun „unbefugte Ablage eines Gegenstandes auf dem Fahrweg“. Außer auf den Par kpl ät- PARKEN i* JtacU VERBOTEN So ein Kerl! zen. Aber Parkplätze gibt es in sehr geringer Zahl und sie bieten nur für wenig Wagen Platz, Immer häufiger kann man beobachten, daß Leute, die einen Fahrer beschäftigen, ihren Wagen in den Straßen kreuzen oder um einen Häuserblock 'herumfahren lassen, während sie einen Geschäftsbesuch machen oder einen Schnaps trinken gehen. Weder ein Arzt noch ein Journalist, noch sonst jemand, der seinen Wagen ständig vor der Haustür haben muß, hat das Recht zum Parken und setzt sich einen Hagel von kostspieligen Polizeistrafen aus. Wer ein Auto hat, muß damit fahren, sagt die Polizei, und wenn er nicht fährt, macht er sich strafbar. Wer ins Theater fährt oder in einem Restaurant der Innenstadt essen will, fnuß zuerst eine halbe Stunde lang einen Parkplatz suchen und dann ein Taxi rufen, um an seinen Bestimmungsort zu kommen. - Bei der Anlage neuer Parkplätze entstehe* die unvermutetsten Schwierigkeiten. Pari! ist auf einem Labyrinth aller möglichen Kanalisationen erbaut, deren Überdachung keinen allzu großen Druck ausgesetzt werden soll. Wenn die Verkehrspolizei einen Ort für einen Parkplatz bestimmt, erhebt die Baupolizei sofort Einspruch wegen Einsturzgefahr. So wurde die Anlage eines Parkplatzes auf der riesenhaften Esplanade des Invalidendomes verhindert, weil man befürchtete, daß das'Gewicht der Wagen die Decke des unterirdischen Autobusparks der Luftverkehrsgesellschaft eindrücken könne. Auf der Reichen Esplanade ließ man aber seelenruhig einen Landeplatz für Hubschrauber einrichten, die zwischen dem Luftbahnhof und den Flugplätzen verkehren und mindestens fünf Tonnen wiegen. Weder Bauplätze noch Höfe in der Innenstadt werden freigegeben und die Juristen, die im Justizpalast arbeiten, sammeln am Abend auf ihren Windschutzscheiben die Strafmandate ein, die ihnen von vorsorglichen Polizisten hinter den Scheibenwischer geklemmt wurden, denn die Wagen stehen vor 4em Justizpalast. In den weiträumigen Ehrenhof dürfen sie sie nicht stellen — das ist kein Parkplatz. Die erste Kategorie der Pariser Parias- die Wohnungssuchenden, ist auf den zweiten Platz zurückgedrängt worden: Paria Nummer is ist der Autofahrer, von uniformierten rien verfolgt, von der Polizeikasse geplün- lert und von den Fußgängern beschimpft. Und jetzt will man ihm eine Luxussteuer auf- brummen. Kein Wunder, daß er die Taxis dem eigenen Wagen vorzieht, die sind billiger und die Polizeistrafen zahlt der Chauffeur.'Bis er zum Kanister greift, siehe oben. Während Jones auf den Omnibus wartet, wird er von einem Fremden gefragt, wie spät es sei. Jones tut, als habe er nichts gehört. Der Fremde fragt noch einmal. Jonek gibt keine Antwort. Als der Fremde schließlich fortgeht, fragt einer der Wartenden: „Das war doch keine ungewöhnliche Frage. Warum haben Sie ihm denn nicht gesagt, wie spät es ist?“ „Warum!“ erwiderte Jones. „Das wül ich Ihnen sagen! Ich stehe hier und denke an nichts Böses; da kommt dieser Kerl und will wissen, wie spät es ist. Angenommen, ich sage ihm, wie spät es ist Was geschieht? Wir kommen ins Gespräch, und schließlich sagt der Kerl: Wollen wir nicht einen heben? Also: wir heben einen. Wir heben noch ein paar. Endlich sage ich dann: Wollen doch raufgehen zu tair und einen Happen essen. Wir gehen also rauf zu mir und essen in der Küche Schinken- und Käsebrote, und da kommt meine Tochter in die Küche; und meine Tochter ist sehr hübsch. Und dann verliebt sie sich in den Kerl, und der Kerl verliebt sich in sie. Und dann heiraten .sie. — Und einen Kerl, der sich nicht einmal eine Uhr leisten kann, den will ich in meiner Familie nicht haben.“ Aus „Das Beste aus Readers Digest“ (JulP Stuttgart zerrupft Atlas Von einem Deutschen, der in Mexiko-City lebt, haben war nachstehenden Brief über •die Mexikpreise des VfB Stuttgart erhalten. Obwohl der VfB seine Tournee bereits beendet hat, ist- es für unsere Leser sicherlich von Interesse, zu erfahren, welchen Eindruck di? Stuttgarter nach ihrem ersten Spiel hinterlassen haben. Übrigens, wenn der Verfasser von „unserer“ Mannschaft schreibt, dann meint er damit den VfB. Mexibo-City, im Juli. „Ich will Euch nun von unserm deutschen Fußballverein erzählen. Am 12. Juni kamen sie hier per Flugzeug an. Es war abends um einhalb acht Uhr und ein großer Teil der deutschen Kolonie war auf dem Flugplatz. Wir natürlich auch. Aber auch eine Menge Mexikaner waran da. Als unsere Jungens aus der Maschine stiegen, gab es die erste Überraschung: Alle in hellem Windmantel und Panamahut. Das machte schon Eindruck. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, wurden sie stürmisch begrüßt. Die Stuttgarter waren über den Empfang „erschlagen" und einer der Spieler meinte: „Wo sind wir eigentlich, in Deutschland oder in Mexiko? Hier spricht ja alles deutsch!“ Als dann Herr Metzger aus Cannstatt (ein deutscher Juwelier in Mexiko) einen VfBler mit seinem heimatlichen Dialekt ansprach, wäre er vor Überraschung fest umgefallen. So etwas hatten sich die Stuttgarter nicht träumen lassen. Schon am nächsten Tage begann das Training. Das Stadion war fast voll, denn jeder wollte die Deutschen sehen. Auf dem Sportplatz erschienen sie alle in braunen Trainingsanzügen, was wiederum überraschte. Und dann erst die deutsche Disziplin: Wie Trainer Wurzer seine Leute an der Hand hatte, ' war für Mexiko sensationell. Nun die verschiedenen Übungen. Man meinte, es wäre ein Ballett, das übte, denn die Mexikaner kennen solche Trainingsmethoden nicht (Unsere Jungens mußten sich so schnell wie möglich an die Höhe und die dünne Luft gewöhnen.) Zum Leidwesen der Hiesigen zeigten unsere Leute aber kein Spiel, sondern übten immer nur Torschüsse. Am Sonntag war nun das erste SpieL Das große Stadion war mit 60 000 Menschen überfüllt Als ersten Gegner bekam Stuttgart den Verein „Atlas“, welcher der weitaus beste Verein von Mexiko ist und sogar um die Weltmeisterschaft gespielt hat. Um es gleich zu sagen, 5:1 haben unsere gewöhnen. Das war überhaupt völlig unbegreiflich für Mexiko. Leider kann ich es nicht so bunt und blumenreich schildern, wie die hiesigen Zeitungen. Es war ein Triumph, eine Sensation, wie es Mexiko noch nie erlebt hat. Schon über den Empfang auf dem Flugplatz schrieben die Zeitungen, daß noch nie eine ausländische Mannschaft so von seinen Landsleuten hier empfangen wurde, wie Stuttgart. Als das Spiel begann, hatten wir alle ziemlich Herzklopfen, denn wir wußten, daß zwei unserer besten Männer nicht mitmachen konnten, denn sie waren krank. Ich weiß die Namen nicht. Es war der kleine Einarmige als Mittelstürmer (Schlienz), der sich beim Training eine Sehnenzerrung holte, und ein Stürmer (Blessing), der nach einem Insektenstich 40 Grad Fieber bekam. Unsere Mannschaft war nicht in. bester Stimmung, aber fest entschlossen. Dazu lag eine tropische Hitze über dem Stadion und wir hatten alle Befürchtungen, daß unsere Leute nicht aus- halten. Dann kam der Anstoß. Gleich war der Ball im Feld von Atlas, aber in den ersten zwei Minuten schon schossen unsere Leute den Ball dreimal seitlich ins Aus. Wir waren ganz entsetzt. Doch plötzlich hatte sich unser Sturm gefunden und schon in der dritten Minute saß das erste Tor. Das Stadion drohte vor Jubel zu bersten. „Atlas“ war völlig durcheinander. Wieder hielt sich der Ball im Feld von „Atlas“ und langsam kamen unsere Jungen in Form. O welch ein Unterschied zwischen den Mannschaften. Die Technik war ganz verschieden. Schon nach 15 Minuten stand es 2:0 und nach weiteren sechs Minuten setzte Barufka, der für den Fieberkranken von der Als ein schweres Unwetter über Paris gemacht. Ein tobte, wnrde diese Aufnahme am Are de Triomphe eindrucksvolles Bild. Läufereihe in den Sturm kam, einen Schuß aus weiter Entfernung zielsicher hinein. So etwas war seit Jahren in Mexiko nicht mehr vorgekommen und die Zeitungen vergleichen es mit einem ähnlichen Torschuß eines Argentiniers im Jahre 1938. Auf solche Schüsse waren die Mexikaner nicht gefaßt Hier spielt jpan mit sehr kurzen Entfernungen und ist bemüht, immer bis ans feindliche Tor heran- Wasserbomben senden SOS-Signale Seit Jahrzehnten ist das Funkgerät das einzige Mittel, mit dem ein. auf dem Ozean in Seenot geratenes Schiff seine Hilferufe aussenden kann. Aber oft hat es auch schon versagt: entweder feilt gerade in den entscheidenden Minuten das Funkgerät aus, oder die SOS-Rufe erreichen wegen heftiger atmosphärischer Störungen keinen Empfänger. Nun wurde in den USA nach mehreren Jahren mühsamer und kostspieliger Versuche ein neuer Seenot-Meldedienst erprobt und eingeführt: die sogenannten Sofar-Bomben. Bereits im Jahre 1943 ließ man versuchsweise bei den Bahama-Inseln in einer Wassertiefe von 500 Meter einige Bomben explo- {He zweite amerikanische Puzefünsica iie uter dem Namei „Hölle saf BUen* bekannt ist, wird xar Zeit aaxh Enropn verlegt. Der erste Wl der Division kst des Hafen van New , Orleans bereite Verlasses dieren. Noch in einer Entfernung von 5000 Kilometer konnte der Schall der Explosionen von ins Meer gesenkten Horchgeräten aufgenommen werden. Als man jedoch die Bomben 'in einer Tiefe von 1500 Meter zur Explosion brachte, wurden diese Schallwellen sogar in Dakar an der afrikanischen Küste aufgefangen! Die weiteren Experimente zeigten, daß Meerestiefen zwischen 1000 und 2000 Meter für die Schallübertragung am günstigsten sind.' Die Schallgeschwindigkeit beträgt etwa 1600 Meter in der Sekunde. Auf Grund dieser Erkenntnisse und mit Hilfe genauer akustischer Tiefseekarten wurden an der amerikanischen Küste und auf der Insel Hawaii jetzt die ersten Sofar-Melde- stationen auf gebaut Die 1200 Meter tief im Wasser hängenden Horchgeräte übertragen jedes akustische Hilferufeignal auf elektrischem Wege in einen Meßraum an der Oberfläche. Zahlreiche amerikanische Kriegs- und Handelsschiffe sowie Flugzeuge sind bereits mit Sofar-Bomben ausgerüstet die im Gefahrfall in die See versenkt werden und dort automatisch in einer bestimmten Tiefe explodieren. Die Abhörstationen, deren Zahl laufend erhöht wird, stehen untereinander in dauernder Verbindung und können so mit Hilfe akustischer Karten die Unglücksstelle bis auf den Quadratkilometer genau bestimmen. Ein „falscher Alarm“, der durch die besonders im Atlantik häufigen Seebeben hervorgerufen werden könnte, wird mit Hilfe genau festgelegter Ton Skalen unmöglich gemacht. Die Schallwelle einer Sofar-Bombe macht sich nämlich bei nur kurzer Entfernung im Horchgerät als dumpfer Knall bemerkbar. Je größer der Abstand wird, desto langgestreckter wird der Ton, der bei einer Explosionsentfernung von etwa 4000 Kilometern bis zu 25 Sekunden andauert und dann in einem hohen Pfeifton abbricht Schallwellen, die einen anderen Ursprung als die Explosionen von Sofar-Bomben haben, werden von den Horchgeräten nicht registriert Das Sofar-Rettungssystem steht zwar noch am Anfang seiner technischen Entwicklung, aber trotzdem sind sich die Fachleute darüber einig, daß der seither übliche SOS-Ruf der hochempfindlichen Funkgeräte sehr bald von den detonierenden Sofar-Bomben abgelöst wird. zukommeu, um aus kurzer Entfernung zu schießen. Unsere Leute spielten nun auf große Entfernungen und das Zuspiel im Feld war einzig. Im Zick-Zack über die ganze Feldbreite wurde zugegeben, was die Mexikaner nicht kennen und unsere Jungens liefen auch nicht einen Schritt zuvieL Unsere Verteidigung stand wie ein Baum und mit einer Ruhe, die „Atlas“ restlos nervös machte. Dadurch sparten die Stuttgarter viel Luft und die Atlasleute rannten sich die Hacken ab. Es gab herrliche Szenen, wenn unsere Leute mit ihrer wunderbaren Technik die anderen umspielten, täuschten. Wir sahen richtige Akrobatenstücke. Unser Tormann Schmidt hatte zunächst wenig Sympathien beim Publikum, denn er wirkte ziemlich plump und dick und stand mit einer stoischen Ruhe in seinem Tor. Aber, was machten die Mexikaner für Augen, als plötzlich Leben in ihn kam und er die gefährlichsten Bälle mit einer Sicherheit aus jeder Ecke holte, daß alle platt waren. Man nennt ihn deswegen jetzt „hombre de hule“, das heißt „der Gummimann“, denn er federte wie Gummi durch sein Tor. Unsere Mannschaft spielte dermaßen fair und sauber, daß „Atlas“ mit seinen Rüpeleien einfach entwaffnet wurde und der Schiedsrichter, der an sich in Mexiko die Hauptperson beim Spiel ist, hatte hur wenig Arbeit. In der zweiten Halbzeit drängten die Atlasleute und kamen öfters vor das deutsche Tor. Ein Schuß von „Atlas“ wurde von einem deutschen Verteidiger abgelenkt, kam aus der Bahn, der Tormann bekam ihn nicht mehr und so wurde es das einzige Tor für „Atlas“, ein deutsches Eigentor. Das vierte Tor für Stuttgart kam aus einer Ecke und trotz fünf Atlasmännern wurde der Ball von einem deutschen Stürmer wie eine Nippelkugel ins Tor gerollt. Wir haben alle getobt vor Freude. Schließlich fiel dann noch das fünfte Tor. Ein sechstes wurde dann auch noch geschossen, aber als abseits erklärt. Neben mir sagte ein Mexikaner? Man hätte Stuttgart gar nicht erst kommen lassen sollen, wenn man nur beweisen will, daß man in Mexiko überhaupt keine Ahnung vom Fußballspiel hat. Eine Zeitungsüberschrift lautete „Stuttgart zerrupft Atlas“. Andere meinen: „Das größte Ereignis des Jahres.“ Ein Mexikaner sagte: „Wie können wir es nur machen, daß wir ein oder zwei von den Fußballern hier behalten, damit die uns mal bei- bringen, wie man eigentlich Fußball spielt“ Der VfB konnte allerdings nach diesem glänzenden Sieg gegen „Atlas“ die Erwartungen der Mexiko-Deutschen nicht mehr ganz erfüllen — was aber nicht verwunderlich war, wenn man bedenkt, daß er in einer Höbe, die der des Zugspitzplatts entspricht, jedesmal in der Mittagshitze kurz hintereinander lauter schwere Spiele gegen frische Mannschaften auszutraeen hatte i