BROCHSALER PO rr SÜDD. HEIMATZEITUNO FÜR KRAICHOAU UND BRUHRAIN Nummer 165 Donnerstag, den 19. Juli 1951 Einzelpreis 20 Pfennig Ernste Lage der württ.-badischen Staatsiinanzen Die Po|ii ei hat sorgen Hrni Irlninn ohor Inhvvnioha ITanifol Haushaltplan 1951 weist 79,4 Millionen Defizit auf — Große Etatdebatte im Landtag Stuttgart (ZSH/Iwb). FinanzministerDr. Frank legte dem württemberg-badischen Landtag den Staatshaushaltplan für das Rechnungsjahr 1951 vor, der lAit 816,3 Millionen DM Einnahmen und 895,2 Millionen DM Ausgaben einen Fehlbetrag von 78,9 Millionen DM aufweist. Wie der Finanzminister mitteilte, erhöht sich nach den letzten Beschlüssen des Finanzausschusses das Defizit auf 79,4 Millionen. Für den Landesbezirk Württemberg weist der Ordentliche Haushalt mit 544,3 Millionen DM Einnahmen und 517,1 Millionen DM Ausgaben einen Überschuß von 27,2 Millionen DM auf. während für den Landesbezirk Baden bei 272 Millionen DM Einnahmen und' 378 Millionen DM Ausgaben ein Fehlbetrag von 106 Millionen DM errechnet ‘ wurde. Der außerordentliche Haushalt ist im Landesbezirk Württemberg mit 51,17 Millionen DM Einnahmen und Ausgaben, im Landesbezirk Baden mit 37,28 Millionen DM Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen. Finanzminister Dr. Frank konnte dem Plenum mitteilen, daß der ursprünglich errech- nete Fehlbetrag des Staatshaushaltsplans 1950 von 133,3 Millionen auf 91,6 Millionen gesenkt werden konnte. Von diesem Fehlbetrag seien 25 Millionen in den neuen Haus- baltpian übernommen worden. In den neuen Haushaltplan sei eine starke Unsicherheit durch das lange Hinauszögern wichtiger finanzpolitischer Entscheidungen durch den Bund hineingetragen worden. Vor allem sei die Frage der Einkommen- und Körperschaftssteuer noch nicht klar zu übersehen. Es sei noch völlig ungewiß, ob der Beschluß des Bundestages, daß das Land 3134- Prozent aufi. bringen müsse oder der . neueste Vorschlag des Bundesrats, nach dem dem Bund 25 Prozent zukommen, durchgeführt wird. In die beiden Haushaltpläne wurden 157 Millionen DM an Investitionsleistungen eingesetzt, von denen 104,75 Mülionen für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen sind. Trotz aller .Einsparungen auf der einen Seite habe sich eine Erhöhung des Personalstandes um 2505 Stellen nicht vermeiden lassen. Dies wurde'vor allem durch Einrichtung der Bereitschaftspolizei, Vermehrung der Lehrerstellen, Verstärkung des Steuerpersonals und Übernahme des Personals der Durchgangsund Wohnlager für Vertriebene und Kriegsgefangene notwendig. Ferner ist eine Vermehrung der Personalausgaben . infolge der Erhöhung der Beamtenbezüge um 22 Millionen in Nordwürttemberg und 16 Millionen in Nordbaden eingetreten. Dr. Frank wandte sich in seiner Etatrede erneut gegen die vom Bund auferlegten Zahlungen für den horizontalen Finanzausgleich und die Neuregelung der Interessenquote, die dem Lande einen Nachteil bringt. Er erhoffe durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht eine Korrektur der früheren Finanzausgleiche und eine Änderung der derzeitigen Regelung. Daneben werde die Regierung eine einstweilige Anordnung beantragen, wonach die Leistungen für 1950 und 1951 bis zur rechtskräftigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gestundet werden... Der innere Finanzausgleich zwischen Land und Gemeinden mußte (infolge der Neuregelung des Bundesanteils an Einkommen- und Körperschaftssteuer) im Landesbezirk Württemberg um 8,8 Millionen DM, kn Landesbezirk Baden um rund eine Million DM gesenkt werden. Zum Schluß seiner Rede betonte der Fi- nanzminster, daß es sich als besondere Erschwernis herausgestellt habe, daß für den Landesbezirk Württemberg und für den Landesbezirk Baden ein getrennter Etat geführt werde. Die schematische Anwendung des Schlüssels 60:40 sei imbefriedigend, führe immer wieder zu Zweifelsfragen und störe eine harmonische Zusammenarbeit. In einem zukünftigen Südweststaat könne es nur einen einheitlichen Staatshaushaltsplan geben. Möller (SPD) kritisiert Bonn Als erster Diskussionsredner übte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Alex Möller, scharfe Kritik an der Wirtschafts- und Finanzpolitik des Bundes. Diese Politik belaste die Länder derart, daß eine selbständige Haushaltführung nicht mehr möglich sei. Möller forderte eine radikale Änderung des gesamten Finanz- und Steuerwesens; damit die Bundesausgaben aus einem Topf finanziert und die Einnahmen der Länder sichergestellt werden können. Ferner forderte Möller eine Senkung der Besatzungskosten. Die CDU bezichtigte er einer destruktiven Opposition und ineinte, daß die Etatrede des Finanzministers £>r. Frank im Vergleich zu der Rede des Finanzministers von Nordrhein-Westfalen, Dr. Weitz (CDU), der das Bundesfinanzministerium als „Schäffersche Giftküche“ bezeichnet hatte, „fast wie eine Liebeserklärung“ wirke. Möller schloß seine Ausführungen mit einem Bekenntnis zum Südweststaat. Er betonte, daß sich Sozialdemokraten, die im kager der Südweststaatgegner stünden und eine „muffige Kleinstaaterei“ trieben, innerlich längst von den Grundsätzen der SPD gelöst hätten. CDU beanstandet Preiskontrolle Als Sprecher der CDU-Opposltion kritisierte der ehemalige Finanzminister Dr. Kaufmann die mangelnden Maßnahmen der Landesregierung auf dem Gebiet der Preisüberwachung. Dr. Kaufmann warf der DVP vor, daß sie im württemberg-badischen Landtag einem Bekenntnis zum Schumanplan aus Rücksicht auf ihren Koalitionspartner, die SPD, ausgewichen sei, obwohl die FDP dem Plan in Bonn zugestimmt habe. Das sei ein Zeichen dafür, daß in Württemberg-Baden nicht mehr die Demokratie, sondern eine Partei herrsche. DVP: Bundestreue führt zu weit Als Sprecher der DVP betonte der Frak- tionsvorsitzeride Dr. Häußmann, der Bund mute dem Land Württemberg-Baden zu viel zu. Die Bundestreue des Landes dürfe nicht dazu führen, daß man sich über seine eigenen Interessen hniwegsetze. Haußmann bemängelte vor allem auch die Bonner Finanzpolitik. Ihre Unsicherheit belaste die Arbeit der Länder und die gesamte Wirtschaft ebenso, wie die noch ungewisse Auswirkung der neuen Steuerpolitik des Bundes. DG: „Uber den Daumen gepeilt“ Als letzter Sprecher beanstandete der Vorsitzende der DG-BHE-Fraktion, Finanzminister a.D. Mattes, daß die voraussichtlichen Ausgaben von den Ministerien „über den Daumen gepeilt“ worden seien. Ferner wies Dr. Mattes darauf hin, daß das Mehraufkommen des Landes an Einkommen- und Körperschaftssteuer im Jahre 1951 nach der Schätzung des Bundesfinanzministeriums voraussichtlich 175 Millionen DM betragen werde. Finanzminister Dr. Frank habe jedoch nur 83 Millionen DM als voraussichtliche Mehreinnahme in den Etat eingestellt. Aus diesem Grunde werde nach der Auffassung der DG- BHE das im Haushaltsplan auf 79,4 Millionen DM errechnete Defizit nicht eintreten. Griechenland und Türkei im Ätlantikpakt? Ein überraschender Vorschlag Morrisons Londoo (UP). Der britische Außenminister Morrison teilte dem Unterhaus mit, daß die britische Regierung nach eingehender Prüfung jetzt eine Aufnahme Griechenlands und der Türkei in den Nordatlantikpakt befürworte. In Bezug auf die Türkei habe man sich vor der Schwierigkeit gesehen, die türkische Forderung auf Aufnahme in den Atlantikpakt mit ihrer Position £n der Verteidigung des Nahen Ostens zu koordinieren. Die britische Regierung sei jedoch bei diesen Erwägungen nunmehr zu der Auffassung gekommen, daß eine Einbeziehung der Türkei und Griechenlands in die westliche Verteidigung die beste Lösung sei. .Zugleich sei es der Wunsch der britischen Regierung, daß die Türkei in der nahöstlichen Verteidigung eine „angemessene“ Rolle spiele. Die türkische Regierung teile diesen Wunsch. Nachdem London zunächst die Bildung eines Verteidigungsrats für den Nahen und Mittleren Osten vorgeschlagen hat, wird sein abermaliger Stellungswechsel in hiesigen politischen Kreisen als direkte Reaktion auf den angeblich geplanten Abschluß ‘eines : Militärbündnisses zwischen den USA und Spanier! betrachtet. Ein Sprecher des Foreign Office hat inzwischen nochmals die Opposition Großbritanniens gegen ein Bündnis dieser Art offiziell zum Ausdruck gebracht. Ein zweiseitiger Pakt zwischen diesen beiden Ländern, so erklärte er, würde der kommunistischen Propaganda neuen Auftrieb geben und eine Schwächung der anti-kommunistischen Abwehrfront mit sich bringen. Spanien soll den Westen verstärken Nur „informatorische Besprechungen“? — Ein Kommentar Achesons Washington (UP). AußenministerAche- son erklärte in seiner allwöchentlichen Pressekonferenz, die „informatorischen Besprechungen“ mit Spanien dienten dem Ziel, Wege zur Stärkung der „gemeinsamen Verteidigung gegen die mögliche Aggression“ zu finden. Sie seien aufgenommen worden, obwohl es den USA in mehrmonatigen Verhandlungen nicht gelungen sei, mit Großbritannien und Frankreich einen gemeinsamen Standpunkt hinsichtlich der Rolle Spaniens im europäischen Verteidigungssystem zu finden. Zu den Verhandlungen Admiral Shermans in Spanien, äußerte der US-Außenminister im einzelnen: 1. Jede Verständigung, die mit Spanien erzielt werde, ergänzt „automatisch unserb grundlegende Politik zum Ausbau der Verteidigungsstärke des Westens.“ 2. Die Besprechungen sollen zeigen, inwieweit Spanien bereit und in der Lage ist, zur Stärkung der gemeinsamen Verteidigung des Westens gegen jede eventuelle Aggression beizutragen. 3. Die militärischen Steilen der USA sei5n übereinstimmend der Ansicht, daß Spanien für die allgemeine Verteidigung Westeuropas von strategischer Bedeutung ist. 4. Die USA verstünden die Bedenken, die Großbritannien und Frankreich gegen Franco- Spanien habe, sie würden es nicht zulassen, daß die Spanienfrage zu einer Störung der gegenseitigen Beziehungen der Atlantikpakt- Mächte führe. Die ablehnende Haltung Großbritanniens und Frankreichs gegenüber Spanien werde auch nicht die Unterstützung der Atlantikpakt-Organisation durch die USA beeinträchtigen. 5. Umfang und Prioritäten der militärischen und wirtschaftlichen Unterstützung der westlichen Alliierten durch die USA würden durch den Verlauf der Verhandlungen mit Spanien in keinem Falle irgendeine Änderung erfahren. Wörtlich fügte Acheson hinzu: „In anderen Worten: Der Nordatlantikpakt ist für unsere Europa-Politik von grundlegender Bedeutung. Die größtmögliche Zusammenarbeit mit unseren Paktpartnem wird einer der Eckpfeiler dieser Politik bleiben.“ In Beantwortung von Fragen sagte Acheson ferner, die USA würden die Aufnahme Spaniens in den Atlantikpakt gutheißen. Shermans Besprechungen erstreckten sich jedoch nicht auf diese Frage oder auf den Abschluß eines zweiseitigen spanisch-amerikani='hep Verteidigungsabkommens. (Politische Beobachter Washingtons erblicken darin einen Beweis für die Annahme, daß Sherman lediglich mit der Erörterung der eventuellen Überlassung von See- und Luftstützpunkten beauftragt wurde.) Franco zu Militärhilfe bereit Falls er Waffen und Wirtschaftshilfe bekommt Madrid (UP); Der spanische Staatschef Franco gab Admiral Sherman die Zusicherung, Spanien werde im Kriegsfall an der Seite des Westens kämpfen, falls es amerikanische militärische und wirtschaftliche Hilfe erhalte. Franco sei sogar bereit, wurde von unterrichteter Seite mitgeteilt, spanische Truppen . außerhalb des Landes zu senden, um einem kommunistischen Angriff entgegenzutreten. Voraussetzung dafür sei allerdings, daß Spanien mit modernen Waffen ausgerüstet werde, z. B. mit Flugzeugen und Panzern, und außerdem wirtschaftliche Unterstützung erhalte. Franco habe in seiner Unterredung mit Sherman nur von einem zweiseitigen Abkommen mit den USA gesprochen, wird in Madrid nachdrücklich versichert. Er habe kein Interesse an einer Teilnahme Spaniens am Atlantikpakt gezeigt. Sherman habe Franco davon in Kenntnis gesetzt, daß die USA Stützpunkte in Spanien und auf den Balea- ren-Inseln ausbauen möchten. Von den afrikanischen Besitzungen Spaniens oder den Kanarischen Inseln sei nicht gesprochen worden. Franco habe daraufhin noch keine bestimmte Zusicherung gegeben. Spanien feierte am Mittwoch den 15. Jahrestag des Beginns des Bürgerkrieges. Alle Geschäfte und Behörden hatten geschlossen. Am Vormittag gab General Franco im Garten seiner Residenz einen Empfang, an dem auch Sherman teilnahm. Der amerikanische Marinestabschef wird sich wahrscheinlich am Donnerstag nach Paris begeben, um General Eisenhower von seinen Gesprächen mit Franco zu unterrichten. Anschließend wird sich Sherman nach London begeben, wo er darauf drängen will, daß Großbritannien eine realistischere Haltung gegenüber Spanien einnimmt. General William Arnold, der Chef der militärischen Hilfsmission der USA in der Türkei, ist zu „dringenden Besprechungen“ nach Washington geflogen. Drei kleine, aber lehrreiche Kapitel Keineswegs sind es immer „Opfer der Zeit“, die sich vor den Schranken der Gerichte wegen schwerer und schwerster Verbrechen zu verantworten haben. In den meisteri Fällen handelt es sifch dabei um asoziale Elemente, die gerne die Zeitumstände zu ihrer Verteidigung ausnutzen, um sich als schuldlose Opfer des Wirrwarrs der vergangenen Jahre hinzustellen. Ihre Zahl hat in erschreckendem Maße zugenommen. Da die Verwaltungsbehörden heute keine Möglichkeit mehr haben, diese Elemente vor Begehung einer neuen Straftat den Arbeitshäusern zuzuführen, leben sie munter auf Kosten ihrer Mitmenschen und üben ihr verbrecherisches Tun so lange aus, bis der Arm der Polizei sie erneut erwischt, eine Zeitlang einsperrt, um sie dann wiederum auf die Allgemeinheit loszulassen. Von der Möglichkeit, Berufsverbrecher in Sicherungsverwahrung zu bringen, wird viel zu wenig Gebrauch gemacht. Auf Grund sich häufender Anträge aus einsichtigen Kreisen beschäftigen sich zur Zeit Mitglieder aller Fraktionen des Bundestages mit einem „Bewahrungsgesetz“, das den Strafrichtern die Möglichkeit geben soll, vor allem notorische Verbrecher, Arbeitsscheue und Dirnen 'von den Straßen zu entfernen. Die Aufgabe des Gesetzgebers kann nicht darin bestehen, unverbesserliche Elemente zu schützen und ihnen immer wieder die Tür zur Begehung neuer Straftaten zu öffnen. Er hat vielmehr die Pflicht, die Allgemeinheit zu schirmen und der zunehmenden Kriminalität mit allen Mitteln zu steuern. * Im vergangenen Jahr wurden von insgesamt 8 800 Angehörigen des Bahnschutzes •6 100 entlassen. Nur etwa 1000 Beamte wurden dafür im Laufe der Zeit wieder eingestellt. Der Abbau der Bahnpolizei erfolgte auf Empfehlung einer amerikanischen Kommission. Diese inspizierte *im Sommer 1950 im Auftrag der Marshallplan-Verwaltung die Einrichtungen der Bundesbahn, um festzustellen, ob weitere ERP-Unterstützungen angebracht erschienen. In ihrem Gutachten stellte die Kommission fest, die Bundesbahn sei personell völlig überbesetzt und arbeite unrationell. Unter anderem wurde in diesem Zusammenhang die Verminderung der Bahnpolizei um mehr als 50 Prozent des damaligen Standes „befürwortet“. Die Folgen dieser Intervention zeigt ein instruktiver Vergleich: im Mai 1950 wurden 3 360 Bahndiebstähle gemeldet, im Januar 1951 war die Zahl dieser Delikte auf 6100 gestiegen und ging bis zum Juni nur unwesentlich zurück. Die wenigen Bahnpolizisten — so wird hierdurch eklatant demonstriert — sind eben einfach nicht in der Lage, die weit ausgedehnten Anlagen der Bundesbahn zu schützen und den Reise- und Güterverkehr genügend zu überwachen. 30 Prozent der Vergehen und Verbrechen betrafen übrigens den Raub von Eil- und Frachtgut, 25 Prozent den Raub von Kohle, teilweise unter Anwendung von offener Gewalt. Etwa seit einem Jahr kommen laufend größere Diebstähle von Kabeln und Freileitungen'auf Bahngelände hinzu. Allein im Bereich der Bundesbahndirektion Frankfurt wurden im Juni .dieses Jahres 20 800 Meter Leitungen gestohlen. Von allen Delikten, durch die Millionenwerte eingebüßt wurden, konnten bisher kaum 25 Prozent aufgeklärt werden. Es liegt also im Interesse der Bundesbahn wie ihrer Benutzer, daß hier — trotz gegenteiliger „Empfehlungen“ — Wandel geschaffen wird, und zwar nicht zuletzt im Hinblick auf die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch das unverantwortliche Treiben der Altmetalldiebe. * Die Schwierigkeiten bei der Aufstellung der Bereitschaftspolizei sind ein interessantes Symptom dafür, wie wenig es unsere Jugend gelüstet, Uniformen anzuziehen und einen Karabiner in die Hand zu nehmen, obgleich von allen möglichen, offenbar wenig kundigen Seiten uns bereits wieder ein vehementer „Militarismus“ angediehtet wird. Aus dem bayerischen Innenministerium hörte man dieser Tage, daß von den 3000 „Rekruten“, die sich nach dem ersten Aufruf .gemeldet batten, 40 Prozent als gesundheitlich mnbrauchbar befunden worden sind, was übrigens auch ein erschreckender Beweis für den körperlichen Donnerstag, dn 19. JuB 1991 Zustand unserer langen Generation ist. 32900 Bewerbungen lagen Er Dienstgrade ran Gruppenführer an- aufwärts vor, wovon höefi- stens 600 las 800 berücksichtigt werden, weil die übrigen nach Angaben des Ministeriums wegm ihres Alters und „anderer Mängel“ Er den höheren Dienst nicht in Frage kommen. In Hessen kann' man unter den rund 5000 Bewerbungen die am dringendsten benötigten jungen Leute zwischen 19 und 22 Jahren, fast än den Fingern ahzählen. In Württemberg-Baden fiel von 700 Bewerbern ein Drittel zunächst wegen gesundheitlicher Untauglichkeit durch. Im Stuttgarter Innenministerium vermerkte man viele junge Männer, die unter Kreislaufstörungen, Senkoder .Spre izfüße n leiden. Ein weiteres Drittel mußte abgewiesen werden, weil die Bewerber zum Teil entweder zu alt oder vorbestraft waren. In die engere Wahl kamen schließlich nur 230 Mann. Die erstaunliche Folge ist also, daß man in den meisten Ländern der Bundesrepublik neue Werbeaktionen gestartet hat. Uber diese Tatsache kann man sich mancherlei Gedanken machen . . - (ZSH) Erst Waffenruhe oder Friedensgarantie? Teilweise Einigung in Kaesong — Umstrittene „neutrale Zone“ S e • * I (HF). Die Tagesordnung Sr (He formelle» Wafrastillstanüsverhancllngen, worüber die Parlamentäre der UN uad der Kom- mtonsfen gegenwärtig ia Kaeaaag verhandeln, scheint altnüfcfhü Fant awnmehmen. Aus einem Kommunique geht hervor, daß die Verhandlungspartner sich jetzt über zwei der drei wichtigsten Punkte geeinigt haben. Der Inhalt dieser beiden Punkte und des noch oifenstehenden dritten Themas der Verhandlungen wird jedoch vorläufig geheim gehalten. Dennoch war aus dem Hauptquartier der UN in Tokio zu erfahren, daß die Delegierten der Westmächte einem Ersuchen der Kommunisten, sofort eine Feuereinstellung zu vereinbaren, nicht nachge komm en sind. Die UN hätten sich seit Beginn der Verhandlungen auf den Standpunkt gestellt, daß zuerst Garantien für einen dauernden Frieden geschaffen werden müßten. Die Kommunisten dagegen hätten gefordert, daß die Verhandlungen über die Feuereinstellung an erster Stelle stehen sollten. Keine Senkung der Besatzungskosten Schaffer verhandelte mit den Alliierten — Bonn plant ein Gesundheitsamt Bonn (UP). Bundesfinanzminister Schaffer erörterte mit alliiertem Sachverständigen eine Reihe von „tedmischen Finanzfragen“, wobei auch die Besatzungskosten diskutiert wurden. In unterrichteten Kreisen glaubt man Grund zu der Annahme zu haben, daß Schäffer und die alliierten Finanzberater nicht über die Höhe der Besatzungskosten für das laufende Haushaltsjahr, sondern lediglich über den Umfang der Posten verhandelt haben, die in den außerordentlichen Haushalt übernommen werden sollen. Die Bemühungen der Bundesregierung, die voraussichtliche Gesamtlast von rund sieben Milliarden DM Besatzungskosten im Rechnungsjahr 1951/52 zu senken, scheinen nach Angaben zuständiger Kreise gescheitert Eine entsprechende deutsche Note soll nur unbefriedigend durch die Alliierten beantwortet worden w em. Offenbar seien die Alliierten aber bereit mit deutschen Sachverständigen über jene Lasten in Besprechungen einzutreten, die über den eigentlichen Besatzungskostenaufwand hinausgehen. Das Bundesinnenministerktm hat alle erforderlichen Vorbereitungen für die schnelle Bildung eines Bundesgesundheitsamtes getroffen, obwohl der Bundestag das entsprechende Gesetz noch gar nicht verabschiedet bat. Dieses Bundesgesundheitsamt wird sich aus einer Verwaltungsstelle in Borccm, einer Opiumstelle und den in Berlin verbleibenden Resten des früheren Reichsgesundheitsamtes, des ehemaligen Sobert-Koch-Insti- tutes und der Reichsanstalt für Boden-, Wasser- und Luft-Hygenie zusammensetzen. Als beratendes Gremium ist ein Bundesgesund- heitsrat von 80 Mitgliedern (medizinische Sa ch vers tä ndige und Vertrete" interessierter Wirtschaftszwei ge) vorgesehen. Faser haben die Kommunisten den Abzug aller ausländischen Truppei aus Korea verlangt. Da dieses Ansinnen jedoch als politisches Problem angesehen wird, haben die UW-Parlamentäre seine Erörterung abgelehnt. Eine weitere Forderung der Roten ist offenbar die Schaffung einer entmilitarisierten Zone in einer Breite von ungefähr 20 Kilometern, deren Mitte die Demarkationslinie des 38. Breitengrades bilden soll. Außerdem sollen sie die Wiederherstellung des Status quo vom 25. Juni 1950, dem Tag des Beginns des Koreakrieges, verlangt haben. Die Delegierten der UN sollen aber erklärt haben, daß sie nicht beabsichtigen, Gebiete aufzugeben, die sie in blutigen Kämpfen eroberten. An der Front kam es nur zu beiderseitigen Erkundungsunternehmen. Die Kampftätigkeit war wieder etwas lebhafter. Verschiedentlich wurde über neue kommunistische Truppenkonaentrationen im Mittelabschnitt berichtet. Südkoreanische Forderungen wegen Japan Der Washingtoner Korrespondent der „New York Times“, berichtet von einem dem amerikanischen Außenministerium von Südkorea übermittelten Memorandum, in dem verlangt wird, die Republik beim Abschluß eines japanischen Friedensvertrages als Alliierten zu behandeln. Gleichzeitig loderte die südkoreamsche Regierung die Abtretung der Insel Tsuschima an Korea. Südkorea will schließlich zusammen mit Japan an allen Abkommen beteiligt sein, die zur Verteidigung des pazifischen Raumes abgeschlossen werden. Nach Mitteilung des genannten Blattes sind die USA aber nicht geneigt, den meisten der südkoreanischen Forderungen stattzugeben. Washington werde sich aber vielleicht dazu verstehen, eine Einladung an Südkorea zu unterstützen, „Beobachter“ nach San Francisco zu entsenden, um der Unterzeichnung des japanischen Friedensvertrage» beizuwohnen. Ein König kommt, der andere geht König Leopold von Belgien (links) verzichtete durch die Unterzeichnung der Abdankungsurkunde zugunsten seines Sohnes Baudouin (rechts) aut den Thron. Wenig Aussichten für Harri man Teheran (UP). Die Aussichten auf eine Beilegung der iranischen Ölkrise durch die Bemühungen des amerikanischen Sonderbotschafters Harriman schwinden mehr und mehr, da man auf beiden Seiten bisher zu keinen nennenswerten Konzessionen bereit war. Harriman führte am Mittwoch mit mehreren Politikern und ausländischen Diplomaten Besprechungen, darunter den Vorsitzenden beider Häuser des Teheraner Parlaments. 170000 aus der SED ausgeschlossen Generalsäuberung in der Ostzone — Audi die Satelliten wurden „gereinigt“ Ollenhauer sieht Gefahren Schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung München (UP). Der 2. Vorsitzende der sozialdemokratischen Opposition, Erich Ollenhauer, appellierte in qiner Rede über den bayerischen Rundfunk an die Bundesregierung, entweder für die Lösung der entscheidenden und lebenswichtigen nationalen Probleme eine breite Mehrheit im Bundestag zu finden oder die Bahn frei zu machen für Neuwahlen. Er übte scharfe Kritik an der „mangelnden Bereitschaft und der offensichtlichen Unwüligkeit der heutigen Regierung, das Recht des Parlaments zu respektieren“. Die SPD sehe darin eine ernste Gefahr für die demokratische Konstitution der Bundesrepublik. Bezüglich eines deutschen Verteidigungsbeitrags, den die Sozialdemokraten unter den heute gegebenen Bedingungen ablehnten, warf Ollenhauer dem Bundeskanzler vor, sein im Frühjahr gegebenes Versprechen gebrochen zu haben, in dieser Frage nichts ohne vorherige Absprache mit dem Führer der Opposition, Br. Schumacher, zu unternehmen. Kommt de Gasperi wieder? Neimi disUniie r t M m Tagiiatü Rom (UP). Der Präsident der italienischen Republik Einaudi hat jetzt zwei Tage lang mit den italienischen Politikern aller Schattierungen verhandelt, um den geeigneten Mann für die Bildung einer neuen Regierung zu finden. Unter ihnen befand sich auch Pietro Nenni, der Vorsitzende der linkssozialistischen Partei. Diese Partei unterstützt zwar In der Regel die Kommunisten, doch hat Nenni diesmal der kommunistischöl Forderung nach Neuwahlen keine Sekundantendienste gelastet, sondern vielmehr dem Presidenten mitgeteilt, daß seine Partei am liebsten einen Vertreter des linken Flügels der Christlichen Demokraten als Ministerpräsidenten sehen würde; Vielteicht hofft Nenni, daß ein Regierungschef aus diesem Lager ihn mit ins Kabinett aufnehmen würde. Am Donnerstag wird Einaudi seine Besprechungen fortsetzen und dabei auch Außenminister Graf Sforza aufsuchen, der krank im Bett liegt. In politischen Kreisen erwartet man immer noch, daß Einaudi den bisherigen Ministerpräsidenten de Gasperi bitten wird, wieder die Bildung einer Regierung (seiner siebenten) zu übernehmen. Luftmarschall Hugh Saunders, der Chef der britischen Luftstreitkräfte, traf in Wiesbaden ein, um mit amerikanischen Offizieren die europäische Luftverteidigung zu erörtern. Dänemark wird den UN wahrscheinlich 1400 „gut ausgerüstete und ausgezeichnet ausgebildete“ Soldaten zur Verfügung stellen, berichtete die Kopenhagens Zeitung „Politiken“. Der australische Ministerpräsident gab bekannt, daß Australien, sowohl Indien als auch Pakistan zur Vermittlung im Kaschmirstreit seine guten Dienste angeboten hat. Berlin (UP). 170 000 SED-Mitglieder sind der neuesten Säuberungswelle innerhalb der „Sozialistischen Einheitspartei“ zum Opfer gefallen, die am 31. Juli ausläuft. Wie der United Press aus dem SED-Zentralsekretariat bekannt wurde, sind damit insgesamt zehn Prozent der Gesamtmitgliederzahl ausgeschieden worden. Die neueste Säuberung erstrechte sich auf zwei Kategorien: „Parteifremde, feindliche, moralisch unsaubere und karrieristische Elemente“ wurden ausgeschlossen, während die Namen der Genossen, die „sich als nicht imstande erwiesen, die Politik der Partei zu verstehen und durchzuführen", lediglich aus der' Mitgliederliste gestrichen wurden. Mangelhaft geschulte Mitglieder wurden in den „Kandidatenstand“ zurückversetzt Dies ist eine zweijährige Anwärterzeit, die jeder angehende Kommunist durchlaufen muß, bevor er SED-Mitglied werden kann. Sämtliche SED-Mitglieder hatten bei der Überprüfung einen Fragebogen mit sechzig, zum Teil intimsten Fragen, auszufüllen. Genossen, deren Frauen nicht der Partei oder einer Massenorganisation angehören, wurden gestrichen. Gleichzeitig mußte jedes Parteimitglied Auskunft über außereheliche Beziehungen und über die politische Einstellung der Freundinnen oder Freunde geben. Auch in den osteuropäischen Ländern ging die „Säuberung“ weiter. In Bulgarien soll nach zuverlässigen Informationen Ministerpräsident Vulko Tscherwenkoff beim Kreml in Ungnade gefallen sein. Ihm wird vorgeworfen, bei der Kollektivierung der Landwirtschaft und bei der Behandlung der Opposition der Bauern gegen die Kollektivierung versagt zu haben. Mit seinem Rücktritt se? zu rechnen. In Ungarn wurden der ehemalige Außenminister Kallai sowie der ehemalige Innenminister Kadar und sein Nachfolger Sandal Sold Opfer einer Säuberungsaktion. Aus Budapest wurden Tausende von „unerwünschten Elementen“ zwangsevakuiert. In Rumänien wurden mehrere Mitglieder des Kabinetts Petru Groza ihrer Ämter enthoben, darunter die Minister für Bergbau und für Wiederaufbau, der Vizepräsident der staatlichen Landwirtschaftskommission und der stellvertretende Minister für die Lebensmittelindustrie In Polen wurden mehrere leitende Beamte der staatlichen Landwirtschaftsorganisation vor Gericht gestellt und wegen angeblicher Sabotage und Spionage abgeurteilt Diesem in Warschau durchgeführten Prozeß ging die Entlassung von mehreren hundert Beamten der Staatsgüter voraus. Von ihnen wurden ebenfalls zahlreiche wegen angeblicher Sabotage bestraft Wetter Vorhersage Am Donnerstag zeitweise etwas stärke: bewölkt aber nur vereinzelt etwas Niederschlag. Temperaturei noch über 20 Grad ansteigend. Schwache bis mäßige Winde, meist aus nördlichen Richtungen. Am Freitag wieder meist so nnig , im allgemeinöl trocken und wieder w ä rmer. AUS DEM SÜDWESTEN Badische Wünsche an die Bundesbahn Freiburg (Ids). Südbaden wünscht die Ausweitung und Verbesserung des bestehenden Eilzugnetzes am Oberrhem. Dies wurde m einer kürzlich stattgefundenen Besprechung über den Jahresfahrplan 1952/53 von der Abteilung Verkehr im badischen F i na n zministerium der Deutschen Bundesbahn vorgetragen. Auf der Rheintalstrecke besteht der Wunsch nach einem neuen Eilzugpaar Mannte eim- Heidelberg-Bas eL Weiter wird die Verlängerung des Eilzuges 401/402, der in Offenburg endet bis Freiburg angestrebt Für den Eilzug 6587 Freiburg-Ulm wird eine um etwa 40 Minuten vorverlegte Abfahrtszeit erwartet, um in Donaueschmgen einen besseren Anschluß nach Lindau und Konstanz zu bekommen. Außerdem wurde die Wiederaufnahme des direkten Personenzug- verkehrs Basel-Singen durch den Kanton Schafihausen angeregt Aufbesserung für Rahestandsbeamte Freiburg (Ids). Im Haushaltsausschuß des badischen Landtages, der sich mit der Vorbereitung des Haushaltsentwurfes befaßt, teilte Finanzminister Dr. Eckert mit, daß die von der Landesregierung bereits im Februar vorgesehene Zulage zu den Versor- gungrtiezügen der Ruhestandsbeamten nunmehr ausbezahlt und mit Wirkung vom 1. 4. 1951 nachbezahlt' werde. Im Interesse der beschleunigten Nachzahlung werden zunächst 12 .Prozent auf die Brutto-Versorgungsbezüge als V oraus zahlung geleistet. Die endgültige Verrechnung der Zulage von 15 Prozent aus den Grundgehältern — wie bei den aktiven Beamte n — verlangt eine völlige Neufest- aetaung klier Versorgungsbezüge und kann ß rahalb erat im Laufe der nädastm Wochen Aurchgeführt werden. Witwe mit einer Flasche totgeschlagen Neuenbarg am Oberrhein (UP). Wegen „akuter Geldverlegenheit“ ermordete der 32 Jahre alte Metzger Franz Elsäßer die 52- jährige Witwe Maria Zitier, Inhaberin eines Kolonialwarenladens in Neuenbürg. Elsäßer, der wenige Stunden nach der Tat dank der Mitarbeit der Bevölkerung verhaftet wurde, ist geständig. Er hatte die Fraa nach einem Sehe ineiaksu f gewürgt, mit einer Weinflasche niedergeschlagen und ihr mit dem abgeschlagenen Flaschenhals die Halsschlagader aufgeschnitten. Seine Beate waren ganze 69 DM, die er der Ladenkasse entnahm. Elsäßer zeigte bei der Gegenüberstel- iang mit der Leiche keinerlei Gemütsbewegung. Wie die Freiburger Polizei bekanntgibt, ist dies der 3L Mord, der seit 1945 in Südbaden verübt wurde. Schüler entdeckte Bronzezeit-Siedlung Lörrach (swk). Bei Baggerarbeiten in Müncbwyhten bei Stein wurde ein kleiner Hügel freigelegt, der das besondere Interesse eines Steiner Schülers erregte. Der junge Mann untersuchte die Stelle genauer und entdeckte eine Siedlung aus der Urn-en- felder-Periode der jüngeren Bronzezeit. Überreste von Urnen und Gebraucbsgegen- etände aller Art wurden gefunden. Schalklasse kämpft mit einem Reh bock Gundelfin gen (swk). Als eine Kin- derschar während eines Schulausfluges einen Wald in der Nähe von Gimdelflngen passierte, stürzte sich aus einem Gebüsch plötzlich ein Rehbock auf einen der Jungen und verletzte ihn so erheblich, daß das Kind aus mehreren Wunden, blutete. Bevor das Tier wieder im Unterholz verschwand, brachte es noch einem anderen Knaben Verletzungen bei und stieß dem am Boden Liegenden einige Zähne aus. Durch das Hinmiminiwii des Lehre» war der angrifäslustige Rehbocfe wohl vertrieben worden. Rhemsrhiffahrt wieder freigegeben Basel (Ids). Nach 36 Stunden Sperre wegen Hochwasser, ist die Schiffahrt auf dem Schweizer Teil des Rheins wieder freigegeben worden. Nachdem die Regenfälle ganz aufgehört hatten, ging das Hochwasser allmählich zurück. Der für die Rheinschiffahrt maßgebliche Pegel von Rheinfeld en sank von 4,42 Meter am Dienstag abend auf 4,10 Meter am Mittwoch. Er hatte damit die Sperrgrenze von 4,30 Meter erheblich unterschritten. Die Abnahme des Hochwassers ist bis Breisach festzustellen; erst von Straßburg an abwärts ist kein Rückgang zu verzeichnen. Ostdeutsche Kulturtagung in Landau Landau (ld). ln Verbindung mit der Ausstellung „Deutsche Heimat im Osten“ fand in Landau eine ostdeutsche Kulturtagung statt Zahlreiche, früher in den deutschen Ostgebietöl tätige Wissenschaftler und Universitätsprofessoren schilderten in Vorträgen, die meist mit Filmvorführungen verbunden waren, die Entwicklung des Deutschtums im Ostöl. Unter den Referenten befanden sich Prot Dr. Wolfgang La Baume, Königsberg- Marburg; Prof. Dr. Erich Keyser, Danzig- Marburg und Bibliotheksdirektor Dr. Clemens Köttelwech, Berlin-Marburg. Als Vertreter der Universität Heidelberg nahm Pro- Rektor Freudöiberg au der Tagung teil Die Ausstellung „Deutsche Haimat im Osten“, die von den Teilnehmern im Anschluß an die Vorträge besucht wurde, wird noch bis zum 22. Juli in Landau gezeigt Sittlieh k ci t sv e r bc ecber brach zusammen FrankenthaL (ld). „Kein Sitzungstag vergeht, ohne daß nicht mindestens ein Sittlichkeitsverbrechen zur Verhandlung steht. Sittliehkeitsprazesse machen zwei Drittel unserer gesamten Strafprozesse ans“, erklärte der Staatsanwalt vor der Großen Strafkammer Frankenthal in seinem Plädoyer gegen einen 44 Jahre alten Chemie- iae b w e r k er au« Ludwigsbafen. Der Angeklagte hatte sich, wie in den meisten Fällen der zur Verhandlung kommöiden Sittlichkeitsverbrechen. der Unzucht mit Kindern unter 14 Jahren schuldig gemacht. Er hatte sich von März 1950 bis März 1951 an fünf Ludwigshafener Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren fortgesetzt vergangen. Dabei ist er nach seinen eigenen Worten glücklich verheiratet. In seinem letzten Wort bereute der Angeklagte, der schwerkriegsver- letzt und ohne Vorstrafe ist, unter Tränen seine Verfehlungen. Dann brach er infolge eines Herzanfalles zusammen. Trierer Qmnibusunglüek vor Gericht Trier (ldn). Unter der Anklage der fahrlässigen Tötung begann vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Trier der Prozeß gegen den Fahrer des am 11. Juni an einem unbewachten Bahnübergang der Moseltalbahn bei Kenn verunglückten Autobusses. Bei dem Unglück wurde ein Omnibus der Bundesbahn von der Lokomotive erfaßt und der Anhänger vollständig zertrümmert Dem Unglück fielen 15 Menschenleben zum Opfer. Der gut beleumundete 42 Jahre alte «»geklagte Fahrer Matthias Lam- brich, der schon mehr als 25 Jahre als Kraftfahrer tätig ist, und bisher noch nie einen Unfall verschuldet hat, gab bei der Schilderung -des Herganges an, er habe im Laufe des Tages einige Glas Bier und zwei Glas Wein getrunken, habe jedoch dabei jedesmal Brot und Wurst gegessen. Vor der letzten Warmmgsbake, 89 Meter vor dem Bahnübergang, habe er die Geschwindigkeit auf 30 bis 40 km/std, herabgesetzt. Den Moseltalbahnzug habe er erst gesehen, als sich der Autobus schon auf dem Bahnkörper befand. Ministerpräsident Peter Altmeter ließ den Hinterbliebenen der 15 Opfern des Omnibus- unglücfces eine Spende der Landesregierung von Rheinland-Pfalz von insgesamt 4 500 Mark überweisen! Finanzverwaltung mit 80 Millionen Defizit Etatberatungen abgesehlosssen — Heute große Haushaitsdebatte im Landtag Stuttgart (Iwb). Der Finanzausschuß des. württemberg-badischen Landtags hat den Haushaltplan der allgemeinen Finanzverwaltung' gebilligt Nach dem Plan wird für das Rechnungsjahr 1950/51 ein Gesamtsteuer- aufkomroen von 720 MHUonen DM erwartet. Das sind rund 83 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Der Mehreingang ergibt sich u. a daraus, daß infolge der Lohn- und Gehaltserhöhungen größere Steuerbe* träge bezahlt werden. Dennoch schließt der Plan der allgemeinen Finanzverwaltung mit einem Fehlbetrag von 79,4 Millionen DM ab. Diese Summe ist die Differenz zwischen dem Fehlbetrag von 106,3 Millionen DM im Landesbezirk Nordbaden und dem Überschuß von 26,9 Millionen DM im Landesbezirk Nordwürttemberg Da dem Bund nach vorläufigen Schätzungen 140 Millionen DM aus der Einkommens- und Körperschaftssteuer zugeführt werden müssen, sind die tatsächlichen Steuereinnahmen des Landes in diesem Jahr um 57 Millionen DM geringer als im Vorjahr Im Verlauf der Beratungen hat der Finanzausschuß einige Posten des Etats der allgemeinen Finanzverwaltung gestrichen. Die dadurch freigewordene Summe von 1,1 Millionen wird dem sozialen Wohnungsbau zugeführt, der nun zusammen mit den Zuschüssen des Bundes 105 Millionen erhalten wird Finanzminister Dr. Frank wird heute vor dem Landtag ehe Etatrede halten, an die rieh die Generaldebatte anschließen wird. 1674 neue Schulräume erbaut Stuttgart (Iwb). Die Gemeinden Württemberg-Badens haben im Rechnungsjahr 1950 für den Schulhausbau insgesamt 42,6 Millionen DM aufgebracht. Mit dieser Summe wurde der Bau von 1674 Schulräumen finanziert. Die nordwürttembergischen Gemeinden brachten für die Finanzierung des Baues von 1255 Schulräumen 29,8 Millionen DM auf, die Gemeinden Nordbadens finanzierten mit einem Aufwand von 12,8 'Millionen den Bau von 419 Schulräumen. Im Rechnungsjahr 1949 waren im ganzen Lande Württemberg- Baden mit einem Aufwand von 29,1 Millionen DM nur 899 Schulräume geschaffen worden Der Leiter der Bereitschaftspolizei Stuttgart (Iwb). Ministerpräsident Maier hat dar ehemaligen Hauptmann der früheren Württemberg! sehen Schutzpolizei, Kmil Deffner, zum Polizeirat ernannt und mit der Tzötimg der Beratschaftspolizei in Württemberg-Baden betraut Deffner, der aus Weinsberg stammt, steht im 52 Lebensjahr. Br war vom Jahre 1921 bis 1935 bei der Württemberg!sehen Schutzpolizei vor allem im Fhigüber wa ch ang sdienst tätig. Gerstenmaier appelliert an die SPD Stuttgart (UP). Der CDU-Bundestags- abgeordnete, Dr. Gerstenmaier, appellierte auf einer Kundgebung seiner Partei in Stuttgart an die SPD, ohne Rücksicht auf parteipolitische Ziele an dar Sicherung von Freiheit und Leben Deutschlands mitzuarbeiten. Weder im Inland noch im Ausland dürfe ein Zweifel darüber aufkommen, daß die Mehrheit der Deutschs! gewillt sei, „unter gleichen und gerechten Bedingungen“ ihren Beitrag zur Sicherung von Freiheit und Frieden zu leisten Deutschland müsse in zwei Fragen eine klare Haltung beziehen: 1. Entweder müsse die Bundesrepublik auf die Sicherheitsgarantie der Westmächte verzichten, oder an ihrer Verwirklichung aktiv mitarbeiten. 2. Entweder wolle das deutsche Volk eine „Politik der Verewigung des Besatzungsstatuts“ treiben, oder es müsse sich bereit erklären, im Zusammenspiel der freien Welt die ihm zukommende Mitverantwortung zu übernehmen. Neuer Direktor des Laadesversorgungsamtes Stuttgart (Iwb). Im Einverständnis mit der Tübinger Regierung hat das württembergbadische Kabinett das Oberregiertmgsrat Karl Lang, Stuttgart, zum Leiter des geneinsamen Landesversorgungsamtes für Württemberg- Baden und Württemberg-Hohenzollem ernannt. Dem Landesversorgungsamt unterstehen in den beiden Ländern insgesamt 21 Ver- sorgungsdies (stellen. Der Bundeskanzler in Sindelfingen Sindelfingen (Iwb). Bundeskanzler Dr. Adenauer weilte bei der Daimler-B enz-AG. in Sindelfingen. Er besichtigte dort seinen neuen Dienstwagen vom Typ 300. Nach halbstündigem Aufenthalt setzte Dr. Adenauer seine Fahrt nach Tübingen fort, um in der Universität seinen Schwiegervater zu besuchen. Der Bundeskanzler, der von seiner Tochter begleitet wird, reiste von Tübingen aus in die Schweiz, wo er seinen Erholungsurlaub verbring«! wird. Bundestagsaussehnß in Mannheim Mannheim (iwb). Der Wohnungsausschuß des Bundestages, der zur Zeit mit dem Bundesminister für Wiederaufbau, Dr. Wildermuth, eine Informationsreise durch Süddeutschland unternimmt, hat in Mannheim verschiedene Bauten besichtigt. Der Oberbürgermeister van Mannheim, Dr. Heimerkh, wies darauf hin, daß es unter den 145 000 Berufstätigen in Mannheim 40 000 Pendler gebe.- Von dies«! Pendlern müßten 20000 in Mannheim angesiedelt werden. Von den 86 700 Wohnungen Mannheims seien 49 Prozent zerstört- In den Jahren 1945 bis 1950 habe man in Mannheim 12 400 Wohnungen mit insgesamt 31000 Räumen wieder aufgebaut. Wie von der Stadtverwaltung Mannheim ferner bekanntgegeben wurde, suchen in Mannheim bet einer Ge- samtbevölkerung von 253 000 insgesamt 44 000 Personen Wohnmoglichkeiten. Laletiapus des ökumenischen Rates Bad BoII (ZSH). In Bad BoH beginnt jetzt die europäische Laientagung des ökumenischen Rates der Kirche, zu der über 200 Delegierte aus europäischen Ländern diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs erwartet werden. Das Thema der Tagung lautet: „Gefährdung und Wiedererweckung des Menschen“. Leiter der Konferenz ist der Direktor des Ökumenischen Instituts in Bossey am Genfer See, Prof. Dr. Krämer. Unter den. zahlreichen Teilnehmern befindet sich die Koreanerin Miss Kim, die direkt aus ihrer Heimat kommt und Europa zum ersten Mal besucht Ein Freund von Sport und Wissenschaft Baudotiin I. von Belgien, der jüngste König Europas Tausend Würdenträger, Parlamentarier, ausländische Diplomaten und eine unübersehbare Menge Volkes riefen in Sprechchör-en: „Vive Je roi“. Ein ganzes Land war beflaggt und eine große Stadt festlich geschmückt alles zu Ehren eines Zwanzigjährigen. „Es lebe der König!“ können die Belgier nun wieder rufen, dain mit dem jungen Mann in der Uniform eines Generals der belgischen Armee, der in einen großen amerikanisch«! Wagen unter dem Salut von 101 Kanonenschüssen durch eine Ehrengarde von 10000 Mann fuhr, hat Belgien wieder einen anerkannten Herrscher. Prinz Balduin Albert Charles Leopold Axel Marie Gustaf ist ein schlanker junger Mann mit dunkler Hornbrille und dunklen Haaren und heißt jetzt Baudouin 1., König der Belgier. Der Schn des abgedankten König Leopold genießt große Sympathien in Belgien. Vielleicht gerade deshalb, weil er dieselben Interessen hat wie andere junge Leute und genau so bescheiden auftritt, wie es skh für einen jungen Mensch«! — vor allem wenn er nicht König ist — ziemt Es wird ihm prophezeit, daß er ein gutes Regime führen werde, da er als leidenschaftlicher Mathematiker einen kühlen, nüchternen Verstand besitzt. Das Interesse für Astronomie und andere „trockene“ Wissenschaften hat er übrigens von seinem Vater geerbt, der in der Zeit seiner Verbannung tagelang über wissenschaftlichen Werken brütete. Verbannung — in jung«! Jahren schon mußte Kernig Baudouin die Schattenseiten eines königlichen Lebens kennenlernen, denn ngch der amerikanischen Invasion in Frankreich erhielt König Leopold von der deutschen Regierung den Befehl, sich mit sein« Familie in Deutschland in Sicherheit zu bringen. Er sollte lange nicht zu rückkehren, denn seit Kriegsende lebte die königliche Familie — König Leopold, seine Frau Liliane Baels, Prinzessin Rethy, Kronprinz Balduin und die Geschwister Prinz Albert, das 16jährige en- fant terrible der Kdnigsfamilie, die 22jährige überall beliebte Josephine Charlotte und der kleine Alexander, der nur ein Schwesterchen hat (die beiden Kinder Leopolds aus zweiter Ehe) — im Exil in der Schweiz. Der Kronprinz besuchte eine Internatsschule, wurde von Hauslehrern ausgebildet, lernte die englische, französische and flämische Sprache und hat skh in den letzt«! Jahren besonders mit der belgisch«! Verfassungsgeschichte, wirtschaftspolitischen und sozialen Fragen beschäftigt. Der junge König hat schon allerhand von der Welt gesehen; als Belgien in den Strudel des zweiten Weltkrieges geriet, wurde der neunjährige Balduin nach Frankräch und später nach Portugal gebracht. Vorher machte er mit seinem Vater eine Reise zum Pazifik und nach den USA. Seine eigentliche Jugendzeit jedoch verbrachte er von Herbst 1940 an auf Schloß Ladcea im damals besetzten Belgien. Neben dem umfangreichen Schulunterricht trieb Balduin auch Sport gehörte auf d«n T ennis platz zu den ersten Spielern und erhielt im Fechten die beste Note; auch den Golfschläger schwingt er sehr gerne. Seine Mutter kannte der neue König nicht Bei einem Autoanfall in der Schweiz kam die hübsche und sehr beliebte schwedische Prinzessin Astrid, Leopolds Gattin, auf tragische Weise ums Leben. Mit seiner Stiefmutter versteht er sich jedoch ausgezeichnet, noch besser aber mit seiner Schwester Josephine- Charlotte, die, wie ihr Bruder, gerne Wintersport treibt und von ihm den inoffiziellen Auftrag hat, eine passende Frau für Ihn zu finden. Seine Zukünftige muß übrigens dunkelhaarig sein, gut kochen können und seiner Schwester ähnlich sehen. Wenn der Jubel in Brüssel verebbt ist die Flaggen wieder eingezogen sind und der ganze Trubel um die Thronbesteigung skh gelegt hat werden schwierige Aufgaben und Probleme vor Kernig Baudouin stehen. Seine Natürlichkeit; die Fähigkeit, sich anpassen zu können und vor allem das ernsthafte Bemühei, nach seinem Eid „mit gewissenhafter Treue um das Glück des Landes besorgt zu sein“; werden ihm helfen, die Hindernisse zu nehmen. Viele Millionen Menschen — auch die Deutschen, die ihre Wünsche' durch ein Glückwunschtelegramm des Bundespräsidenten zum Ausdrude brachten — wünschen, daß es ihm gelingen möge. st. Kansas sinkt, Mississippi steigt Zwei neue Todesopfer Kansas City (UP). Während die Bevölkerung von Kansas City aufzuatmen beginnt, da das Wasser sinkt, kommt aus St. Louis die Nachricht, daß d« Wasserstand des Mississippi ständig steigt und bereits mehr als zwei Met« üb« dem Normalpegel steht Ee sind Truppen Verstärkungen ange- fordert Word«, um im Gebiet von St Louis auf ein« Länge von mehr als 100 km die Deiche vor den Wassermassen schützen zu können. Der Fluß forderte zwei neue Todesopfer. 400 Einwohn« West-Alterns weigerten sich, ihre Häuser zu verlassen. Den Booten der Küstenwache, die zu ihr« Rettung geschickt wurden, vertrauten eie lediglich da>s Vieh an. Sie selbst wollen das Feld nicht räumen, ehe „das Wasser nicht im zweitel Stock steht“. Der Wasserspiegel des Kansas ist um dreieinhalb Meter gesunken. In Kansas City wurden umfassende Aufräumungsaktionen eingelötet um Hunderte von Tonnen Trümmer zu beseitigöi. Daneben müssen große Mengen zerstörter Kraftwagen und Taus«de von Tierkadavern förtgeschafft werden. Die Brände, die durch die Z«störung von großen Öltanks verursacht wurden, sind gelöscht Millionen Liter Treibstoff vernichtet. Wenigstens 24 große Wohnblocks wurden Opfer d« Flammen. in IgUü In den Straßen von St. Wendel demonstrierten Studenten von sieben Nationen für das Selbstbestimmungsrecht des Saarlandes. Ihr Führ«, Prinz Hubertus zu Löwenstein, der nach der Kundgebung verhaftet wurde, wurde inzwischen gegen Kaution wieder entlassen. NEUES AUS ALLER WELT Vermißte Kinder wieder zurück Düsseldorf (UP). Die vier im Düsseldorf« Polizeibericht als verschwunden gemeldeten Jungen und Mädchen haben sich wieder bei ihren Eltern eingefunden. Nach Angab«! der Polizei sollten sie von ein« angeblichen „Volkshilfe-Organisation“ unter dem Vorwand, daß sie an ein« Ferienfahrt teilnäh- öte, in die Ostzone gebracht werden. Da die Straßen ab« scharf überwacht wurden, sei es, wie verlautet, den Veranstaltern der Fahrt nicht möglich gewesen, ihr Vorhaben auszuführen. Die Kinder kamen mit dem Zug zurück. Der Vater eines d« beteiligten Jungen soll von dem Zweck und Ziel cter „Ferienfahrt“ unterrichtet gewesen sein, der PoKzei aber nichts darüber mitgeteilt haben. Kroupa soll vor deutsches Gericht Bonn (UP). Einige Abgeordnete der Deutschen Reichspartei und der WAV haben dem Bundestag einen Antrag zugeleitet, in dem die Bundesregierung ersucht wird, bei der Hochkommission Schritte zu unternehmen, um den Tschechen Frantisek Kroupa der deutschen Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Ferner wird die Bundesregierung aufgefordert, Kroupa wegen seiner an zahlreichen Sudetendeutschen begangenen Grausamkeiten und Mordtaten als Verbrecher gegen die Menschlichkeit unter Anklage zu stellen. lier Explosion einer Menge „Panzerschreck“- Munition fiel ein 12jähriger Junge zum Opf«, d« in einem Wald bei Nürnberg Beeren suchte. AUS DEM WIRTSCHAFTSLEBEN Wichtiges Rückerstattungsurteil Für Kriegsscbäden nicht haftbar Das oberste amerikanische Berufungsgericht für Rückerstattangsfälle in Frankfurt hat' entschieden, daß die rückerstattungspflichtigen Personen nicht für Schäden verantwortlich gemacht werden können, die während des Krieges durch Bomben oder militärische Operaticmen an dem rückzuerstattenden ehemaligen jüdischen Eigentum entstanden sind. Das Präsidium des Gerichtes hat einmütig die Ansicht vertreten, daß das Besitztum in jedem Falle Schaden genommen hätte, gleich ob die ursprünglichen jüdischen Eigentümer oder andere Personen es zu diesem Zeitpunkt in Besitz gehabt hätten. Derartige Kriegsschäden könnten dem Rudierstattungspflichtig«! nicht zur Last gelegt w«den, „da der Schaden durch keinerlei Sorgfalt abzuwenden gewesen wäre* Diese Entscheidung wurde in einem Rechtsstreit einer früh« in Kassel ansässig« jüdischen Familie gefällt, die 1938 ihr Haus veräußern mußte, das im Laufe des Krieges bei Luftangriffen völlig zerstört wurde. Schuldenkonferenz beendet Vorschläge für cHe Hauptkonferenz im Herbst Vertreter der drei westlichen Großmächte und der Bundesrepublik beendeten am Dienstag eine zehntägige Konferenz zur Regelung der Auslandsschulden Deutschlands. Sie kamen überein, eine Konferenz all« interessierten Mächte ein- zuberufen, die im Herbst in London stattfinden soff. Auf der Konferenz wurden mehrere Berichte üb« den Umfang der deutschen Schulden und üb« verschiedene Vorschläge zur Regelung des Schuldenproblems im Interesse der zahlreich«! europäischen und amerikanischen Gläubiger ausgearbeitet. Die Regelung cter deutschen Schulden soll auf der Grundlage cter folgend«! Prinzipien erfolgen: 1. Sie soll zur Normalisierung der wirtschaftlichen und , klL V ■! * In Ochsenhausen blieb, von Rom abgesehen, doch nur Zutat, Bereicherung. In diesen beiden deutschen Barockalleen jedoch scheint alles, was vordem geschaffen wurde, nur auf das Kirschblütenwunder des 18. Jahrhunderts gewartet zu haben, um sich ihm zuzuordnen, so sehr überstrahlt seih Leuchten Vergangenheit und Gegenwart. Gewiß, auch hier recken sich, gewaltigen Zypressen gleich, die gotischen Türme von Wien und Ulm, Freiburg und Straßburg herrscherlich über die Lande. Aber sie gehören den Städten. Die Lande geformt hat erst der Barock» Mit seinem heiteren Glanz durchtränkte er sie zwischen 1660 Und 1790 so tief und sättigend, wie es zuvor nur noch den spätgotischen Bildschnitzern vergönnt gewesen war, die das süddeutsche Herz zwischen 1440 und 1520 mit dem bürgerlichen Ernst ihrer Marien und Heiligen erfüllt hatten. Schwaben, das alte Oberschwaben in seiner Gänze, ist das heimatliche Schulbeispiel dafür. Was wäre Schwaben ohne seine Baröck- bauten! Ohne das Ludwigsburger Schloß, die Solitüde, die Klöster, Kirchen und Bibliotheksäle! Und doch ist es noch kein Jahrhundert her, da wollte man die Abteikirchen von Neresheim und Zwiefalten abbrechen. Da übertünchte man die Farbenpracht der Fresken von Ochsenhausen, die Säulen der Altäre von Buxheim bei Memmingen, und die Ellwanger Neuerer wollten den Stuck ihrer barockisierten Stiftskirche kurzerhand herunterhauen. Denn barock — das hieß damals noch: regelwidrig, dem guten Geschmack entgegen. So war es einst auch der „barbarischen“ Gotik ergangen. Aber beide Male verwandelte sich der Schmähname schließlich in einen Ehrentitel, und was sich aus der Gefährdung rettete, ist heute das bewunderte Sommerziel nicht nur der Kunstfreunde, sondern des Volkes. • Der schwäbische Barock hat, von Kempten abgesehen, nicht die schwere gravitätische Feierlichkeit des sich der Renaissance entwindenden römischen Barock, wie sie noch dem Dom von Salzburg eignet. Auch die mystische, dunkle Farbenglut der bayrischen Asam- Kirchen von München und Weltenburg, in denen sich der Gefühlsräusch einer kaum aus dreißigjähriger Kriegs- und Kultumot gerettetes Generation ohne Hemmungen entlud, ist ihm fremd. Etwas später geboren, kann er schon erben, kann aus dem Erbe Auszüge machen, oder es mit fortschrittlichen Anschauungen kombinieren. Seine wegweisenden Baumeisterfamilien aus dem Bregenzer Wald, die Vorarlberger Thumb und Beer, wußten daher bei ihren Musterbauten auf dem Schönenberg bei Eliwangen und in Obermarchtal an der Donau schon sehr genau, worauf es bei einem Barockbau ankam: nämlich einen lichten Einheitsraum zu schaffen, in dem „eins aus dem anderen lebt“. Einen Festraum, in dem alle Bauteile wie in elastischem Spiel sich miteinander verklammern, einen musi- kantischen Raum, in dem die Farben und Stukkaturen den Lobpreis Gottes in so sinnenfroher Lust singen, daß die Illusion, als beträte maV den auf die Erde herabgeholten befreienden Audienzsaal des göttlichen Souveräns selbst, den Besucher geradezu mit betörender Gewalt überfällt und .ihm eine heilig-heitere Leichtigkeit in alle Gliedmaßen gießt. Die Muster von Schönenberg und Ober- marchtal sind denn auch in Schwaben verbindlich geblieben, bis zu den Schlußgliedem des schwäbischen Barock, den Übergangsbauten von Ulm-Wiblingen und Rot a. d. Rot, deren Stil zum klassizistischen Buchau hinüberleitet Doch in dem Jahrhundert, das ( zwischen der Abteikirche von Obermarchtal um 1690), der SchloßkiFGhe von Friedrichs- nafen (um 1700) und den Klosterkirchen von Weißenau (um 1720) und Wiblingen (1780) liegt, in diesem Jahrhundert durfte auf diesem Grundriß des „Vorarlberger Schemas“ in Schwaben alles aufblühen, was die Barockbaumeister jenseits der engeren Heimat an kühnen Räumen, Fassaden und Idealprospekten ersannen. Konvexer wölbten sich bald die Fassaden der anfänglich so herben Fronten vor, reicher gliederte sich der Außenbau. Die Grundrisse begannen zu schwingen, als wären sie mit dem Zeichenstift des Künstlers, nicht auf dem Reißbrett entstanden. Sie modulierten die harten Geraden der traditionellen ’Querschiffe, sie formten Kuppeln aus und fügten sie organisch als zentrierende Sammelpunkte in den ursprünglichen Längsrhythmus des Raums, alles mit dem Ziel, die Einheit des Raums immer reiner auszuprägen und ihm dennoch immer mehr Formenreichtum einzugießen. Weingarten, Zwiefalten, Ottobeuren sind glanzvolle Beispiele dafür. So ist in Dominikus Zimmermanns Kleinodien Steinhausen und Wies der Grundriß zum Oval geworden, und Balthasar Neumann, „der kongeniale Enkel Miphelangelos“, dirigiert in Neresheim gar ein siebenfaches Kuppelorchester so meisterlich, im rhythmischen Takt, der Strebepfeiler, Freipfeiler und Gewölbebogen, daß dort der Sinn aller barok- ken Grundrisse und Raumkünste gleichsam in Vollendung bloßliegt: die im Schoß der zeitlichen Kirche einheitlich gesammelte Unruhe des Menschen, die sich erlösungsgewiß und froh dem Unendlichkeitsrhythmus der Gotteswelt hingibt, ohne die Lust der gottgeschaffenen Erde verleugnen zu ' müssen. Meister des Pinsels wie Knoller und Januarius Zick, Meister des ‘Stucks wie die Wessobrun- ner, Meister des Meißels wie die Chorgestühlschnitzer von Wiblingen, Schussenried, Rot und Ochsenhausen, Meister der schmiedeisernen Gitter und Meister der Orgelbaukunst wie Riepp in Ottobeuren und Gabler in Weingarten und Schussenried fügten sich in diesen singenden Raumrhythmus ein als bereichernde Diener des Ganzen. Dienend, wohlgemerkt, denn das erstrebte Ideal dieser Bauten heißt: Gesamtkunstwerk. Niemals zuvor fand in Schwaben der erfinderische Geist auch des kleinsten Handwerkers ein willigere Zeit. Niemals zuvor verströmte sich die Kunst in entlegenere Dorfwinkel. Und niemals seitdem hat die Begabung auch des unbekannten Mannes aus dem Volk wieder eine solche li! In Ottobeuren Fülle von Möglichkeiten gefunden, durch Aufträge zur Genialität zu reifen. Freilich — wenn man in der schäumenden Pracht Zwiefaltens steht, wenn dis Mittagssonne die Stukkaturen von Ottobeuren zu einem silbern rollenden Gewoge zusammenfaßt und das Orgelbauen die tanzenden Putten aufzuscheuchen scheint, dann fühlt man auch, wie todgeweiht diese üppige Kunst des späten Barock und des Rokoko war, kaum daß Johann Michael Fischer, der Vollender Ottobeurens und Zwiefaltens, die Augen geschlossen hatte. Denn das 19. Jahrhundert begann, das Jahrhundert der Maschinen, des Kapitalismus, der Zweckmäßigkeit, das Jahrhundert des vierten Standes. In diesem Jahrhundert mußten beruhigtere, sachlichere Formideale Geltung beanspruchen. Sie taten es — klassizistisch — in Wiblingen und Rot und noch entschiedener in Buchau. Aber sie verneinten nur die naive Titanenkraft des Barock, sie rissen nicht voll neuen Elans neue Tore auf. Die Gründe liegen im Seelischen. Und darum steht man heute in Wiblingen und Rot auch mit einer gewissen Wehmut, und in der Erinnerung des Kunstfreundes Der prachtvolle Bau von Ottobeuren verklammert sich das barocke Kartäuserkloster von Buxheim bei Memmingen wie ein symbolischer Schlußstein, der seiner Funktion nicht mehr dienen kann, weil der geistige Mörtel verfiel. Denn die Räume von Buxheim sind längst verwaist, der Stuck zerbrök- kelt, und eines Tages wird vielleicht eine Notiz vermelden, daß ein Kuriosum der Kunstgeschichte, der als Lettner durch den Kirchenraum gezogene Kreuzgang, eingestürzt sei. Doch wäre viel gewonnen, wenn man, was als lebendiger Besitz erstarb, als Museum erhielte? Die Tage des Kirschblüten Wunders sind dahin. Schauen wir zu, daß der deutsche Boden, der die alten Bäume trug, nicht von innen her austrockne! Ein Dichter mit Brotberuf Josef Windeier wurde siebzigjährig Josef Winckler, Sohn eines westfälischen Salinedirektors, studierte Zahnheilkunde und ließ sich nach mancherlei Umwegen in dem stillen Landstädtchen Mörs unter den Bergmannsknappen nieder. Doch er verlor sich nicht in den kleinen und großen Schmerzen seines Berufes,.sondern verstand es, überden Alltag im weißen Kittel hinaus dem ungebärdigen Geist der Zeit auf den Zahn zu fühlen. Die dunkelglänzenden Leiber der Kumpel in den Schächten des Kohlenreviers, die schweißbedeckten Männer vor der Weißglut der Hochöfen: sie zwangen ihm die dichterische Aussage der „Eisernen Sonette“ ab, ein nie gehörtes Hohelied der Arbeit, wenige Monate vor den Stahlgewittem des ersten Weltkrieges angestimmt. Es ging Josef Winckler dabei nicht um das Lob der Maschine, sondern um den Ruhm des dienenden, und damit herrschenden, Werkvolkes. Der Dichter fand sich 1921 im „Irrgarten Gottes“ wieder. Er erkannte die Leibeigenschaft der Modernen in der Zivilisation und den fürchterlichen Dämon, der lachend das Leben zertanzte und zertrat. Er begriff den Urgrund des unendlichen Tanzes, Triumph und Unterwerfung der Welt gegenüber ihrer Staubgebörenheit. Und vor dieser gewaltigen Nichtigkeit blieb ihm keine Hoffnung, daß Böses am Ende der Dinge besser wird. Da man nach all der Zerstörung nun den späten Versuch der Ernte unternimmt, um die Nachlese der Liebe auf Stoppelfeldern der Unduldsamkeit zu halten, fühlt sich der in Bensberg bei Köln lebende Siebzigjährige „aufgespart von der Vorsehung, jetzt erst sein wahres Amt zu beginnen“. Als Kämpfer im Geiste der „Werkleute auf Haus Ny land“ hat Josef Winckler schon früh für diese Stunde die Saat ausgeworfen. Aber daneben blieb er auch der humorige Dichter des „Tollen Bömberg“. Des Volksdichters schnurrpfeifiger „Oller Fritz“, sein närrischer Baron der roten Erde, sein verwegener „Doktor Eisenbarth“ — sie tanzen fibelbunt in abgründiger Weltfröhlichkeit den Tanz der Erdgeborenen. Im Hintergrund aber reckt sich wortlos die Gewißheit der Erlösung von dem Übel. Begegnung mit Günter Neumann Den von David O. Selznick gestifteten „Silbernen Lorbeer“ für den besten deutschen Film im Dienste der internationalen Völkerverständigung erhielt auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin Günter Neumann für seinen Querschnittfilm „Herrliche Zeiten“. . Ganz deutlich sehe ich ihn vor mir: den zierlichen, schlanken Burschen mit dem hellen Kopfe und dem goldrichtigen Herzen — den fröhlichen Optimisten, dessen echter, niemals seichter Witzauch dem Trübseligsten unters Kinn griff und den Zeiger seines Lebens — wenigstens einen Abend lang — wieder auf „Hoffnung“ stellte. Vor nahezu sechs Jahren war es: im Kriegsgefangenenlager Chartres in Frankreich. Man hatte uns Kriegsgefangene, die ausgehungert nicht • nur nach einer sättigenden Mahlzeit, sondern auch nach einem guten -Worte, einer hilfreichen Hand und einer kleinen Freude waren, unter der üblichen Bewachung zu einem Theaterabend in eine alles andere als behagliche Halle gebracht. Unsere anfängliche Enttäuschung aber legte sich bald, als wir etwas zu sehen bekamen, womit wir in dieser trostlosen Umgebung niemals gerechnet hatten. „Es war einmal“ hieß das funkelnde Spiel, das da vor erstaunlich gelungenen Dekorationen und mit ebenso effektvollen, gleichsam aus dem Nichts geschaffenen Kostümen an uns vorüberzog. Eine Märchenrevue, wie ith sie mit dem gleichen Die Skizzen dieser Seit' Wiblingen stammen von E. Wanner. Es sind Stenogramme, die, schnell notiert, das Wesentliche erfassen: den bnrghaften Eindruck der unvollendeten Fassade von Wiblingen, die kokette Zwiesprache zwischen Säule und Turm In Ochsenhansen, die schäumende Pracht von Ottobeuren- 4 „Schmiß“ noch auf keiher großen Bühne erlebt habe. Der Vater der tausend Einfälle, die wie ein Feuerwerk auf uns herunterprasselten, zugleich Conferencier und Komponist, war — Günter N e u m a n n. Das alles fiel mir ein, als ich seine Filme „Berliner Ballade“ und „Herrliche Zeiten“ sah. In beiden Werken geht es um den „kleinen Mann“, der bei allem, was in der Welt an Törichtem und Schlechtem geschieht, der Dunjme ist, weil er im unvermeidlichen Kampfe mit den „Großen“ und Skrupellosen dieser Welt stets den kürzeren zieht. Diese beiden Filme konnte nur einer schreiben, der selbst bis über die Ohren im Dreck gesteckt hat und der nun mit dem Zelluloidband mehr über das Deutschland vor* heute und seine Menschen aussagt als viele „tiefgründige“ Wälzer, Aufsätze und Vorträge zusammengenommen. Nach dem Kriege hat Günter Neumann sich vor allem dem Brettl, dem von jeher seine besondere Liebe galt, gewidmet Er hat durch seine Zeitsatiren im Berliner „Ulenspiegel“ und im Rias Berlin von sich reden gemacht, und namentlich seine Zeitschau „Schwarzer Jahrmarkt“ (die dqr „Berliner Ballade“) ihr geistiges Gerüst gab), bleibt unvergessen. Als seine Lehrer bezeichnete Neumann die Textautoren Tucholsky, Hollaender und Schiffer sowie die Komponisten Hollaender, Spoliansky und Nelson. „Sie wissen“, so sagte er, „nichts davon; sie kannten und kennen mich nicht. Aber die Schallplatten und Manuskripte dieser Kabarett-Olympier haben mir viele von den 'Geheimrezepten verraten, die ein Kleinkunstautor und -komponist beherrschen muß. R B KLEINE KULTURNACHRICHTEN Die Pfälzer Kinos planen, die Wochenschau zu kündigen. Sie begründen diese „Kampfmaßnahme“ mit Verdienstausfällen, die durch verschiedene tandesverordnungen wie 50prozentige Ermäßigung für Kriegsbeschädigte und Opferndes Faschismus und Aufhebung der steuerlichen Vergünstigung für Wochenschauvorführungen verursacht würden. — Da ein Münchner Kino auf einem Werbeplakat für den Film „Eva und der Frauenarzt“ die Hauptdarstellerin Edith Prager als Halbakt dargestellt hatte, hat die Schauspielerin gegen Kinobesitzer und Plakatmaler Klage erhoben. — Im Württ. Kunstverein wurde eine Kollektivausstellung des Malers Otto D i x eröffnet. — Das L an desgewerbeamt Stuttgart zeigt vom 7.—29. Juli sechs Ausstellungen über Fotokunst, Werbegraphik, Buchumschläge, handgearbeitetes Silber und Verpackung in den USA. «Mzh ü hm» » ? f"'W!C Milcherzeuger-Genossenschaftstagung in Bruchsal Gegen den wilden Mildiverkauf ab Stall Nach § de« am 1. März in Kraft getretenen Milch- und Fettgesetzes ist alle Milch an die Molkereien abzuliefern Sladtumschau Die Milcherzeuger-Genossenschaft Karlsruhe veranstaltete gestern im Einvernehmen mit dem Landratsamt, dem Bauernverband und den Vorstandsmitgliedern der örtlichen Genossenschaften im „Prinz Max“ eine Arbeitstagung. Der § 1 des Milch- und Fettgesetzes, wonach alle Milch vom Erzeuger an die Molkereien abzuliefern ist, bildete den' Inhalt der gepflogenen Besprechungen. Bürgermeister Süß-Graben begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die Gäste: Landrat Weiß, Regierungsrat Gärtner, Landwirtschaftsrat Seßler, den Geschäftsführer des Bauernverbandes, A. Schönfeld, den Geschäftsführer der Milchzentrale Karlsruhe, Dr. Sätzler, usw. Für den Kreis Bruchsal, so fuhr er fort, sei die Erzeugung und die Verwertung der Milch von entscheidender Bedeutung, und von den Landwirten müsse verlangt werden, daß sie allen Egoismus ablegten und stets das Wohl des ganzen Berufsstandes im Auge behielten. Verbandsoberrevisor Schaber ging auf die gegenwärtige „Unordnung auf dem Milchmarkt“ ein, Der Kreis Bruchsal bereite der Genossenschaft die größten Sorgen. Viele Bauern kümmerten sich nicht um das Verbot des Milchchverkaufs ab Stall und schädigten auf diese Weise den ganzen Berufsstand. Noch im Jahre 1949 habe der Milchverkauf ab örtlicher Sammelstelle 4 026 000 Liter erreicht, um im Jahre 1950 auf beinahe die Hälfte, 2 100 000 Liter, abzusinken, obwohl der Milchverbrauch erheblich angestiegen sei. Lediglich die unverkäufliche Werkmilch überlasse man noch der Genossenschaft, ohne daran zu deniken, daß der Preis auf diese Weise nicht gehalten werden könne. So wie bisher, fuhr Schaber fort, könnten die Zustände. nieht weitergehen. Die Landwirte müßten Disziplin wahren, damit die in ihrem Interesse geschaffene Marktordnung nicht untergraben werde. Ein Ausgleich zwischen Trink- und Werkmilch sei nun einmal erforderlich, damit nicht zwei Klassen von Milcherzeugern entstünden, solche, die einen hohen, und andere, die einen- weit niederen Milchpreis erhielten. Hier gelte es, echten Korpsgeist zu zeigen, um für alle Milcherzuger einen vernünftigen Preis zu erzielen. An einigen »Beispielen machte der Redner das Mißverhältnis zwischen erzeugter und abgelieferter Milch klar. Von 173 Kuhhaltern in Im Schaisleiisler - ^ der Mohren-4|«olheke Eine Bienenkönigin mit weißem Punkt Im Schaufenster der Bruchsaler Mohren- apothel^nst z. Zt. ein Bienenkorb mit einem Bienenvolk ausgestellt, unter dem sich - als große Seltenheit eine mit einem deutlich sichtbaren Punkt gekennzeichnete Königin befindet. Bienenvolk und Königin waren auf der großen deutschen Apothekertagung, die kürzlich .in -Stuttgart stattfand, zur Schau gestellt und stammen aus der größten deutschen Bie- neneucbtanstalt Mack in lllertissen bei Ulm, die durch ihre Bienengiftpräparate in der ganzen Welt bekannt ist. In einem Röhrchen kann man getrocknetes Bienengift aus den Stichen von 10 000 Bienen sehen, desgleichen sind die bekannten Bienengiftpräparate „Forapin“, das bei rheumatischen Schmerzen Linderung, bringt, ferner „Melsa- nin“, das bei Erkältung und Husten gute Dienste tut und schließlich „Metonikum“, das ein Stärkungs- und Kräftigungsmittel ist, ausgestellt. Wer sich für diese Dinge interessiert, werfe ruhig einmal einen Blick in das Schaufenster der Mohrenapotiheke. Forst z. B. lieferten nur noch 54 Kuhhalter pro Tag und pro Kuh 0,6 Liter ab. In Karlsdorf betrage die Ablieferungsmenge 0,7 Liter pro Kuh und pro Tag und in Kirrlach 1 Liter, usw. Mehr als die Hälfte der erzeugten Milch würde entgegen dem Verbot ab Stall verkauft. Zum Schluß appellierte Schaber an die Landwirte, doch Vernunft anzunehmen und den persönlichen Egoismus hintanzustellen. Wenn 'r Verkauf ab Stall nicht aufhöre, sei ein Zusammenbruch des Milchpreises unvermeidlich. Landrat Weiß bezeichnete die genossenDas Kernproblem liege hauptsächlich darin, daß der berufsständische Gedanke sich durchsetze. Der Geschäftsführer der Milchzentrale Karlsruhe, Dr. Sätzler, stellte fest, daß der Milchverkauf ab Stall auch gegen den Pasteurisierungszwang verstoße. Bei der Vielzahl der immer noch tbc-verseuchten Ställe sei große Vorsicht am Platze. Mancher Verbraucher gefährde sich und seine Familie. An die Landwirte appellierte Sätzler, endlich zu erkennen, daß der ganze Berufsstand auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sei. Wer aus der Reihe tanze, schädige den anderen! An die drei Referate schloß sich eine lebhafte, oft sehr temperamentvoll geführte Aussprache an. U. a. wurde über das Mißverhält- schaftliche Erfassung der Milch als „sehr ernstes. zwisdim den Preisen für landwirtschaft- Problem“, das aller Wahrscheinlichkeit nach nur schwer wieder in Ordnung zu bringen sei. Es sei verfehlt, immer nur nach der Behörde, nach der Polizei zu rufen, damit Abhilfe geschaffen werde, der bäuerliche Berufsstand selbst sollte soviel Kraft und soviel Mut aufbringen, die Probleme von sich aus zu meistern. liehe und für industrielle Produkte und dgl. Klage geführt. Was die Milchablieferung betrifft, so herrschte im wesentlichen Einigkeit darüber, daß die genossenschaftliche Erfassung der Milch für die Landwirtschaft in ihrer Gesamtheit eine Existenzfrage ersten Ranges dar- steilit. Zwei neue (vesdtäfte am Hohenegger Im Neubau des Elektro fachgeschäftes Fritz Frey Unser alter Brusler Hoheneggerplatz, der einmal ein Denkmal des 1870/71er-Krieges trug, hat sein Gesicht völlig gewandelt. Die Heimatfreunde • bedauern zwar den Abbruch des alten Hoheneggergebäudes und die Verbauung des Platzes in der Stadtmitte. Andererseits aber mußte die Stadtverwaltung den Geschäftsleuten, die ihre alten Standorte in der Kaiserstraße nicht mehr beziehen können, gleichwertigen Grund und Boden zur Verfügung stellen. Der Hoheneggerplatz eignete sich dazu in besonderem Maß. Nachdem vor 14 Tagen die Firmen Hoff- miann, Haus- und : Küchengeräte- Und Ge- sehenkartikel, sowie A. Zeiler, Textilien, ihren Neubau bezogen, übersiedelte' dieser Tage mm auch das bekannte Elektro-Fachgeschäft Fritz Frey in das neue Haus am Hohenegger. Die Pläne des dreistöckigen Neubaus, der im Erdgeschoß* die-Ladenlokale und in den Obergeschossen einige Wohnungen enthält, fertigte Architekt Holoch. Er loste seine Aufgabe vorzüglich und schuf ein repräsentatives Haus. Ingenieur Fritz Frey gründete sein Geschäft im Jahr 1929, zunächst im Hause des Drehermeisters Fink am Holzmarkt, ab 1932 im Gebäude des Gasthofes zum „Wolf“ an der Oberen Kaiserstraße. Noch vor dem Krieg kaufte Frey das Grundstück Ecke Kaiser- und Alter Straße, in der Absicht, darauf einen Neubau zu erstellen. Der Krieg verhinderte dieses Vorhaben und' 1945 kam die Zerstörung, die alles weitere Planen, völlig über den Haufen warf. In einem Gebäudeteil des Schlachthofes, weilt draußen in der Württembergerstraße, an dem einen Ende der Stadt, begann Ingenieur Frey wieder von vom Die Kunden verfluchten zwar den weiten Weg, aber zu ändern war nichts. Nach der Währungsreform, die endlich die Befreiung von den Fesseln der Zwangswirtschaft brachte, mußte Frey unter allen Umständen wieder in die Stadt hinein. Er baute sich auf dem Platz, am Eingang der Alten Straße ein Behelfehaus. Das Grundstück aber wurde von der Stadtplanung zur Erweiterung der Alten Straße benötigt und Frey erhielt im Tausch einen Platz am Hohenegg«-. Der Neubau bietet Ingenieur Frey die willkommene Möglichkeit, sein bisheriges Geschäft erheblich auszubauen, um alle Kunden, selbst die anspruchsvollsten, zufrieden zu stellen. Auch das Reformhaus Töpfer findet im Neubau Frey ein geeignetes Unterkommen* Das Reformhaus besteht seit dem Jahre 1927, zuerst Marktplatz 3, ab 1936 Friedrichstraße 33 neben der Fa. Schiwaderlapp. Nach 1945 eröff- nete Alexander Töpfer sein Geschäft wieder Schubertweg 1, um später in die Viktoriastraße 4 überzusiedeln. Im April dieses Jahres ging das Unternehmen an ■ Herrn Schenkel über, der aus Cammin im heute sowjetisch besetzten Pommern kommt. Donnerstag, den 19. Juli 1951 Der Film heute. Zu diesem Thema spricht heute Abend Religionslehrer Lor. Wolf im Jugendheim St. Peter um 20 Uhr. Anschließend freie Aussprache. Männer, Frauen und Jugend sind dazu herzlich eingeladen. DHV-Vermögen ohne Nachfolger. Der DHV B erufeverband der Kaufmamnsgehilfen Ortsgruppe Bruchsal schreibt uns: In einem vor wenigen Tagen ergangenen Beschluß der Wde- dergutmachumgskammer Breunschweig über die Vermögensauseinandersetzung um das DHV-Haus in Braunschweig wird festgestellt, daß DGB und DÄG als Nachfolgeorganisationen des alten DHV nicht anerkannt werden können. Damit ist der Weg für den alten DHV frei, die ihm zustehenden Rückerstattungsansprüche geltend zu machen. TSG-Handballabteilung. Es wird nochmals auf die Untersuchung heute abend aufmerksam gemacht.''Sämtliche Spielerinnen finden sich um 18 Uhr beim Gesundheitsamt ein, die Spieler der 1., 2. und Jugendmannschaft sind ebenfalls punkt 20 Uhr beim Gesundheitsamt. Die Paddler aus Bruchsal und Umgebung werden nochmals darauf hingewiesen, heute, Donnerstag, 20 Uhr, in die „Wiruzerstufae Göpf- rich“ zu kommen. Es soll eine Ausspreche über wichtige aktuelle Fragen, die den Paddelsport betreffen, stattfinden. Auch für Paddler, die vorläufig kein Boot besitzen, dürfte die Zusammenkunft von Interesse sein. Liederkranz Bruchsal. Heute abend, 19.45 Uhr, Justus-Knecht-Schule. Vollzähliges Erscheinen dringend erbeten, . Kath. Junge Mannschaft. Wir treffen uns heute um 20.15 Uhr im Jugendheim St. Peter zur Teilnahme an dem aktuellen Vortrag „Der Film von heute“ von Religionsprofessor Wolf. Nach dem Vortrag kurze Orientierung über das Deutschlandtreffen, der KJM. Dann Ferien bis zur nächsten Einladung. Vorfahrtsrecht für Polizei und Feuerwehr. In letzter Zeit wurden vielfach em besonderen Vorrechte der Polizei- und der Feuerwehrfahrzeuge im Straßenverkehr nicht genügend beachtet. Den Fahrzeugen der Polizei und der Feuerwehr, die sich durch besondere (s) Zeichen bemerkbar machen, z. B. bei Nacht Mein Herz ist im lloifilanii Szenischer Vortragsabend in der deutsch-amerikanischen Bibliothek Die szenischen Vortragsabende des „Jungen Theaters“ Stuttgart mit Werken der modernen Theaterliteratur in der deutsch-amerikanischen Bibliothek besitzen in Bruchsal bereits ein festes Stammpublikum. So war auch am Wo- 'dhenanfang der Vortraglsraum der Bibliothek mit einer aufmerksamen Hörerschaft ang:- füllt Ein Werk des amerikanischen Schriftstellers William Staroyan „Mein Herz ist im Hochland“ stand diesmal auf dem Programm. Saroyan zählt zu der jungen Dichtergeneration, er ist wie der Deutsche Eberhard Meckäl 1908 geboren und zeichnet sich wie dieser in seinen Kurzgeschichten und in seinen Bühnenstücken durch einen schlichten und deshalb umso ansprechenderen Stil aus. Saroyan ist jeder Dekadenz abgewandt, er bejaht das Leben im Guten wie im Bösen, er ist ein ausgesprochener Realist, cer allen Ersch i- msmgsformen des! menschlichen Daseins nachgeht, dahinter aber stets das Wirken eines höheren Geistes findet. . Mein Hg-z ist im. Hochland." wird . i angelsächsischen Ländern immer wieder rrit. Erfolg angeführt. Die Handlung spielt im August und im November 1914, als in Europa gerade 4er erste Weltkrieg begonnen hatte und man im fernen Kalifornien niur seinen „kleinen Tagessorgen“ lebte. Es sind keine welterschüt- temden Probleme, die der Dichter vor uns hinstpllt, aber er führt uns in seinem Spiel das amerikanische Wesen in seiner vollen Realität vor Augen. Nicht alles geht drüben, wie so viele meinen, nur ums Geschäft, genau wie bei uns wird jenseits des Ozeans um seelische Werte gerungen. Die Mitglieder des Jungen Theaters, von denen sich Hildegard Geihri und Karl Eberhardt erstmals dem Bruchsaler Publikum vorstellten, brachten durch die überzeugende Kraft des Wortes das Spiel den Hörern außerordentlich nahe. Eine rezitatorische urtd schauspielerische Leistung, die alder Anerkennung wert ist. Die verbindenden Texte sprach der Dramaturg Gerhard Klocke in der ihm eigenen feinsinnigen Manier. Ein wertvoller Abend, für den .wir der deutsch-amerikanischen Bibliothek zu Dank verpflichtet sind. AR. Welche Schule hat die besten Leichtathleten? Sdiülerwetlkämpie der Bruchsaler Schulen Seit dem Schuljahr 1950/51 werden an allen Schulen Württemberg-Badens in verschiedenen Sportarten Schülerwettkämpfe durchgeführt. In Fußball- und Handballrunden und auch in Leichtathletik sollen die Kräfte gemessen werden. Im Rahmen dieser Schulwettkämpfe traten am 17. Juli einige Schulen Bruchsals (Volksschule, St. Paulusheim, Gymnasium und Realgymnasium) und das Realgymnasium Bretten auf dem TSG-Sportplatz an, um die besten Leichtathleten innerhalb der einzelnen Schulen zu ermitteln. Darüber hinaus sollte die Schule festgestellt werden, die die beste Mahnschaftsleistung aufzuweisen vermag. Die Wettkämpfe wurden in zwei Stufen für Schülerinnen (Unter- und Mittelstufe) und in drei Stufen für Schüler (Unter-, Mittel- und Oberstufe) durchgeführt. Zu einer Mannschaft gehörten 10 Schüler, von denen jeweils die acht besten gewertet wurden. Die Mädchen des Realgymnasiums Bruchsal mußten ihren Kampf ohne Konkurrenten austragen. Um so höher sind die gezeigten Leistungen zu werten, die zum Teil in sehr guten Ergebnissen ihren Niederschlag fanden. Die zielstrebige und aufopferungsvolle Arbeit von Frl. Stud.-Ass. Voth muß hier besonders erwähnt und anerkannt werden. Hoffen wir, daß im kommenden Jahr auch die Volksschule und das Gymnasium in der Lage sind, wenigstens in der Unterstufe eine Mannschaft für diese Wettkämpfe zu stellen. Die Ergebnisse: Dreikampf - Unterstufe - Schülerinnen: 1372 Punkte. Von den acht besten Schülerinnen wurden durchschnittlich 171 Punkte erreicht. Die höchsten Punktzahlen erreichten: 1. Gisela Weiß 224 Punkte; 2. Renate Kalöusek 198 Pkt.; 3. Ruth Franke 171 Punkte. Folgende Zeiten und Weiten wurden von den besten Einzelkämpferinnen erzielt: 75 m-Lauf: Renate Kalöusek 10,6 Sek.; Weitsprung: Gisela Weiß 4,36 m; Schlagballweitwurf: Gisela Weiß 40,50 m. Dreikampf - Mittelstufe - Schülerinnen: 1316 Punkte. Von den acht besten Schülerinnen wurden durchschnittlich 164 Punkte erreicht. Die höchsten Punktzahlen erreichten: 1. Ruth Metzger 214 Punkte; 2. Klara Bräutigam 184 Punkte; 3. Ruth Stecher 168 Punkte. Zeiten und Weiten der besten Einzelkämpferinnen: 75 m- Lauf: Klara Bräutigam 11,1 Sek.; Weitsprung: Ruth Metzger 4,36 m; Schlagballweitwurf: Ruth Metzger 40,50 m. Die Wettkämpfe der Schüler wurden unter der umsichtigen Leitung von Studienrat Loewe reibungslos abgewdckelt und führten zu folgenden Ergebnissen: Dreikampf . Unterstufe - Schüler: 1. St Paulusheim 1851 Punkte (Durchschnitt 231,3 Punkte); 2. Gymnasium 1770 Punkte (Durchschnitt 221,2 Punkte); 3. Realgymnasium 1759 Punkte (Durchschnitt 219,8 Punkte); 4. Volksschule 1492 Punkte (Durchschnitt 186,5 Punkte). Die höchsten Punktzahlen erreichten; 1. Koglin Gymnasium 257 Punkte; 2. Eisele St. Paulusheim 252 Punkte, 3. Müller St. Paulusheim 24ö Punkte. Zeiten and Weiten der besten Einzelkämpfer: St. Paulusheim 75 m-Lauf: 1. Eisele 10,4 Sekunden; 2. Renz 10,5 Sek.; Müller 10,5 Sek. und Iffiand 10,5 Sek.; 3. Bender 10,6 Sek..Weitsprung; 1. Renz 4,22 m; 2. Eisele 4,21 m; 3. Iffiand 4,15 m. Schlagballweitwurf: 1. Gottselig 62,50 m; 2. Eisele und Müller 56 m; 3. Stier 53m Gymnasium 75 m-Läuf: 1. Lupp 10,3 Sek; 2. Dieckgießer 10;5 Sek.; 3. H. Weiß 10,6 Sek, Weitsprung: 1. Koglin 4,47 m; 2. Dieckgießer 4,46 m; 3. H. Weiß 4,35 m. Schlagballweitwurf: 1. Koglin 59 m; 2. Kretzler 54,50 m; 3. Woll- und Oßfeld 54 m. Realgymnasium 75 m-Lauf: 1. Quitt 10,2 Sek.; 2. Jäger 10,6 Sek. 3. Hoffmann W. 10,7 Sek. Weitsprung: 1. Quitt 4,46 m; 2. Gärtner 4,32m; 3. Jäger 4,25 m. Schlagballweitwurf: 1. Walch 61m; 2. Hanser 55 m; 3. Oehm 53 m. Volksschule 75 m-Lauf: 1. Löchner 10,4 Sek.; 2. Bischoff 11 Sek.; 3. Wilhelm 11,3 Sek. Weitsprung: 1. Löchner 4,53 m; 2. Wilhelm 4,14 m; 3. Bischoff und Mössinger 3,89 m. Schlagbaliweitsprung: 1. Bischoff 52,50 m; 2. Wilhelm 49 m; 3. Pallmer und Greulich 47 m. Dreikampf - Mittelschule . Schüler: 1. Realgymnasium 1981 Punkte (Durchschnitt 247.6 Punkte). 2. St. Paulusheim 1659 Punkte (Durchschnitt 207,3 Punkte). 3. Gymnasium 1521 Punkte (Durchschnitt 190,1 Punkte). Die höchsten Punktzahlen erreichten: 1. Raab Realgymnasium 283 Punkte; 2. Zimmermann Realgymnasium 278 Punkte; 3. Bürstner Realgymnasium 264 Punkte. Zeiten und Weiten der besten Einzelkämpfer: Realgymnasium 100 m-Lauf: 1. Zimmermann 12 Sek.; 2. Raab und Bürstner 12,1 Sek.; 3. Weigl 12.6 Sek.; Weitsprung: 1. Jäger 5,25 m; 2. Zimmermann 5,16 m; 3. Barth 4,94 m. Kugelstoßen: 1. Koser 10,81m; 2. Raab 10,72 m; 3. Neu- dascher 10,07 m. St. Paulusheim 100 m-Lauf: I. Schmeiser 13 Sek.; 2. Müller und Welte 13,1 Sek.; 3. Bren- zinger 13,2 Sek. Weitsprung: 1. Zieger 4,94 m; 2. Welte 4,88 m; 3. Müller 4,80 m. Kugelstoßen; .1. Schmeiser 9,29 m; 2. Welte 8,80 m; 3. Zieger 8,64 m. Gymnasium 100 m-Lauf: 1 Bader 13,2 Sek.; 2. Lupp 13,3 Sek.; 3. Zipf und Klumpp 13,5 Sek. Weitsprung: 1. Lupp 4,96 m: 2. Scheuerpflug 4,90 m; 3. Lampert 4,85 m. Kugelstoßen: 1. Lupp 8,91m; 2. Sumpp 8,44 m; 3. Zipf 7,78 m Vierkampf - Oberstufe - Schüler: 1. Realgymnasium Bretten 2684 Pkt. (Durchschnitt 335,5 Punkte); 2. Gymnasium Bruchsal 2482 Punkte (Durchschnitt 310,2 Punkte); 3. Realgymnasium Bruchsal 2456 Punkte (Durchschnitt 307 Punkte. Die höchste Punktzahl erreichten: 1. Klein Realgymnasium Bretten 375 Punkte; 2. Beiz Gymnasium Bruchsal 367 Punke; 3. Landmesser Realgymnasium Bretten 366 Punkte; 4. Tisken Realgymnasium Bruchsal 347 Pkt. Zeiten und Weiten der besten Einzelkämpfer: 100 m-Lauf: 1. Beiz Gymnasium Bruchsal 11,5 Sek.; 2. Klein Realgymnasium Bretten 11.8 Sek.; 3. Schweitzer Gymnasium Bruchsal 11.9 Sek. 1000 m-Lauf: 1. Vogel Realgymnasium Bretten 2,45 Min.; 2. Burkard Realgymnasium Bruchsal 2,47 Min.; 3. Tisken Realgymnasium Bruchsal 2,48 Min. Veitsprung: 1. Belle Gymnasium Bruchsal 5,57 m; 2. Klein Realgymnasium Bretten 5,51 m; 3. Beiz Gymnasium Bruchsal 5,50 m. Kugelstoßen; 1. Landmesser Realgymnasium Bretten 12,55 m;-2. Klein Realgymnasium Bretten 11,45 m; 3. Eisele Gymnasium Bruchsal 11,42 m. Di# Wettkämpfe wurden abgeschlossen mit einem Handballspiel zwischen Realgymnasium Bretten und einer Auswahl des St. Paulusheims Gymnasiums und Realgymnasiums Bruchsal. Hatten die „Brettenheimer“ im leichtathletischen Mannschaftskampf eine hervor* ragende Leistung vollbracht, so mußten sie im Handballspiel eine vernichtende Niederlage einstecken. Das Spiel endete 14:1 für Bruchsal. Allen freiwilligen Helfern, vor allem Herrn Häringer, sowie der TSG Bruchsal sei an dieser Stelle für ihren selbstlosen Einsatz herzlichst gedankt. Donmerstaig, den 18. Juli 1951 AUS KRAICHGAV UND BRUHRAIN Philippsburg Fußballverein 09. Heute 18.30 Uhr Betedliguna an der Beerdigung des Ehrenmitglieds Kari Wihter. Treffpunkt,, Schwanen“. 19.30 Uhr auf dem Sportplatz Training für affle Spieler. Sonntag, 22. JuH, Übungsspiel vormittags 10 Uhr. Kirrlach Das Aufgebot haben bestellt: Der Bäcker Franz Guth, Unterdorfstraße, und die Fabrikarbeiterin Veronika Post aus Rot; der kaufmännische Angestellte Heinrich- Christian Krauß aus Mannheim und die Kontoristin Lina, Paula Gode; der Betriebselektriker Helmut Stednle, Friedrichstraße 7, und die Hilfsnäherin Irene Theresia BrüihnuiMer, Kronauer Straße 57; der Maschinenschlosser Hubert Joachim Friedrich Gehrke, Goethestraße 47, und die Zigarrenarbeiterin Maria Riegel, Goeühestnaße 47. Schulentlasspngsfeier: Am Freitag, den 20. Juü« findet im Saal des Gasthauses zur „Lände“ die Schufenfclassungs- ieier statt. Beginn 20 Uhr. Die Eltern, und Freunde der zur Entlassung kommenden Schüler sind hierzu herzlich eingeladen. Gesellinnenprüfung Vor der Putzmacherinniung der Handwerkskammer Mannheim hat Fräulein Friedhilde Fenrich, Mannheimer Straße 5, die Geselin- nenprüfung als Modistin mit gutem Erfolg bestanden. Wir gratalleren! Huttenheim Am Sonntag gastierte in Huttenheim die Laienspielschar des Jungmännervereins Rheins- beim. Nach humorvollen Ansprachen des Dekans Gothe und des Pfarrers Frey wurde das Theaterstück „Loni, das Grafenkind“ mit bestem Erfolg gespielt. Jedem einzelnen Spieler gebührt für seine Leistung besonderer Dank. Der Abend wurde von Gesangsvorträgen der „Eintracht“ umrahmt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht; Der Reinerlös ist für die während des Krieges zerstörte, und jetzt im Aufbau befindliche Kinderschule in Rheinsheim bestimmt Am 14. Juli feierte Maria Gänßmantel, Phdlippsburger Str. 85, ihr 76. Wiegenfest. Der Jubilarin wünschen wir einen gesunden. Lebensabend. Geheiratet haben: Maurer Johann Dom aus .Graben und Haustochter Anna Scheurer aus Huttenheim. Der vom Roten Kreuz angesagte Ausflug findet nicht am 12. 8., sondern am 26.8. statt. — Der Fischerverein Huttenheim nahm am Preisangeln des Brudervereins Bruchsal am Fischwasser in Neudorf teil. Der 3., 4. und 5. Preis konnte von Huttenheimer Fischern errungen werden. Rettigheim Franz Reiß bestand im Paulusheim in Bruchsal das Abitur mit gutem Erfolg. Wir wünschen ihm gute Fortschritte in seinem weiteren Stadium. Die feuchtschwüie Witterung in den Weinbergen hat starken Peronosporabefaii hervor- gerufien. Es wird daher dringend empfohlen, die Spritzung mit Kupferkalk vitriolbrühe sorgfältig dunchzuiführeri. gerbund“ mit 190 Punkten den 3. Platz in seiner Klasse belegen. Rot Am Sonntag bekamen die Roter Mütter in der Monatsversammlung des Frauenvereins einen Aufklärungsfilm zu sehen. Als Gäste waren wieder Frau Bätz aus Bammental und Frau Fritze aus Heidelberg anwesend. Frau Bätz erläuterte in ihrem Referat das Problem der Aufklärung. Auf keinen Fall dürfe man sie der Straße, dem Zufall oder gar schmutziger Literatur überlassen. Die volle Verantwortung hierin könne den Eltern niemand abnehmen. Frau Fritze meinte zum Schluß der recht lebhaften Diskussion, das ganze sei keine Auf- klärungs-, sondern eine VeTtrauensangelegen- heit zwischen Mutter und Kind. Wie sehr diese Ausspracheabende hier Fuß gefaßt haben, zeigt die Tatsache, daß am letzten Male bald 100 Frauen anwesend waren. Hanibrücken Die Mannschaft des FußbaUvereins Hambrücken errang dieses Jahr in der B-Klasse, Gruppe Hardt, die Meisterschaft. Aus diesem Anlaß fand in der „Krone“ eine Meister- schaftsfeier statt. Vorstand A. Spinner konnte dabei Kreisfachwart Baumann, Schiedsrichter- obrnann Reefo und Bürgermeister Debatte, begrüßen. Kreisfachwart Baumann sprach der erfolgreichen Mannschaft seine Anerkennung für die guten Leistungen aus. Auch Sehieds- richterobmann Reeb und Bürgermeister Debatte beglückwünschten den Verein. Veretes- trainer Brecht richtete an die aktiven Spieler die Bitte, noch eifriger als bisher zu trainieren. Eine Gruppe des Jungmännervereins trug kürzlich gegen zwei Mannschaften der kath. Jugend Karlsdorf ein Hand- und ein Fußballspiel aus. Im Fußball waren die Karlsdorfer mit 3:0 Toren siegreich, während die Hambrück ener das Handballspiel mit 3:2 Toren für sich entschieden. Forst Bei dem Punktsdngen zum 25. Jubiläum des Sängerbundes Mühlhausen konnte der „Sän- Lasset den Lobgesang hören! Zur kirchenmusikalischen Morgenfeier in der Lutherkirche durch Scheinwerfer mit blauem Lkht, muß gleich bei ihrer Annäherung freie Bahn geschaffen wenden, d. h. die anderen Fahrzeuge bab*o rechts herawaufahren und vorübergehend zu halten. Kolpingsfamilie Bruchsal. Heute Donnerstag, 16 JuM, 20 Uhr, hält Religionslehrer Prof. Wolf im Jugendheim von St. Peter im Auftrag des Stadtausschusses der katholischen Aktion einen Vortrag über das Thema „Der Film — heute“. Auch die Mitglieder der Kolpings- famdMe sind hierzu herzlich eingeladen. Der Präses und der Senior erwarten ein zahlreiches Erscheinen. Haus der Jugend. Der Leitende Ausschuß des Hauses der Jugend hielt kürzlich eine Zusammenkunft ab. Einleitend erstattete Jugendleiter WEM Mack den üblichen Monatsbericht. Darauf wurden allgemeine Themen besprochen. Das Sommerlager in Oberstdorf ist finanziell gesichert. Die bisher noch ungeklärte Heliferfrage fand ebenfalls ihre Erledigung. Es wurden sowohl für das Mädchen- wie für das Jungenlager vier geeignete Kräfte bestimmt. Als Nachfolger für den zurückgetretenen Schriftführer Wurde Lehrer Leopold Volmer gewählt. Beim Thema Jugendfilme kam es zu einer lebhaften Aussprache, die eine Einigung dahingehend zum Resultat hatte, daß an Mr. Sacksiteder der Antrag eingereicht werde, die amerikanischen Jugendfilme vor ihrer Aufführung einem Gremium verantwortlicher Erzieher zur Orientierung und Auswahl vorzutführen. Abschließend brachte Prof. Wiedemann den Vorschlag ein, an das Bad. Staatstheater mit der Bitte um Aufnahme einiger netter Jugendstil cke in den Spielplan heranzutreten. Wenn sich 400 Kinder zum Besuch einer Vorstellung meiden, kann ein Sonderzug eingerichtet werden, so daß sich die Kosten für Fahrt und Vorstellung auf ein Minimum beschränken lassen und den Kindern und Jugendlichen bestes Theater dafür geboten wird. TSG Bruchsal. Zur einheitlichfen Ausrichtung aller Offenbungflahrer in der Festgymnastdk, die von jedem Wettkämpfer, ob Geräte- oder Volfcstumer, durchgeführt werden muß, haben alle Teilnehmer am Freitag, 20. Juli 1951, 20.30 ''"Uhr in der Turnhalle der Freiherr-vom-Stein- Schule zu erscheinen. Stadtpfarrer R. Stöckle im Ruhestand. Der Pfarnherr von St Peter, Geistl. Rat und Stadtpfarrer Robert Stöckle, tritt auf 1. August in den verdienten Ruhestände Aus diesem Anlaß findet am Sonntag, 22. Juli, 20 Uhr, in der Aula des St. Paulusheimes eine Abschiedsfeier der Ffiarrgemeinde statt, wobei das vielfältige und segensreiche Wirken Stöddes von berufener Seite gewürdigt wird. Ate Pfarr- verweser kommt der bisher in Lahr tätige Geistliche Josef Müßte nach St. Peter. Gleichzeitig wurde «her Kaplan Bauer nach Lahr versetzt. Vor wendigen Wochen,' am Trinitatisfest, trafen sich 58 evangelische Kirchenchöre des badischen Unterlandes mit 2800 Sängern in der Christuskirche in Mannheim zum 27. Evangelischen Landieskirchengesangstag. Groß und schön war die Aufgabe gewählt: 4- bis 8stim- miige (doppelchörig) Meisterwerke der Musica sacra, alter und’ neuzeitlicher Komponisten, galt es zu studieren. Groß und erhaben waren auch die Eindrücke der Gesänge bei den Mit- wirkenrien wie bei den Hörem. Universitäts- Professor Dr. Poppen hatte die Gesaratteitung; er ließ die Werke monumenta erstehen. Imposant war das sich anschließende öffentliche Choralstagen vor dem Wasserturm. Eine „singende“ Gemeinde von 3000 bis 4000 Menschen jubilierte in Chören und Chorälen. Erfüllt von dem hohen und schönen Auftrag fuhren alle Teilnehmer aus Mannheim weg, gestärkt zu neuem Wirken in ihrer heimatlichen Gemeinde! — Die nachbarlichen Kirchenchöre von Brettern Medelsheim, wollen "gemeinsam mit diem Lutherkirchenchior Bruchsal am • kommenden Sonntag, den 29. Juli, vormittags 9.30 Uhr, in einem musikalischen Festgottesdienst unserer hiesigen Gemeinde der Lutherkirehe herrliche Gesänge aus dem Mannheimer Programm darbieten. Die Wirkung der gesungenen Choräle wird noch vertieft durch kurze Lesungen aus der Bibel; Stelen, die vorbereiten, oder solche, aus denen die Liedtexte unmittelbar hervor- gingen. Es seien einige der Gesänge hervorgehoben: 8st. Doppetehor „zwei der Seraphim, die riefen“ van Jokafo Hand! (Gallus); 8st. Docppelchor „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“ von Michael Praetorius, beide aus dem 16 '17. Jahrhundert, der wundervolle 5st. Satz von Gesius „Wenn wir in höchsten Nöten sein“, der markante Cantas-firmus-Choral: „Es ist das HeE uns kommen her“, oder der ergreifende Satz von Eryträus: „Matten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“, dazu verschiedene Sätze von J. S. Bach. Uniwersörtätsprocfessor Dr. Poppen, Heidelberg, kommt hierher, spielt uns die Orgel und übernimmt die Gesamtteitung der Chöre. Er ist der inspirierende Genius des ev. Kirchengesangs in ganz Baden, bekannt im Sch.wa.rz- wald, wie im Unter- und Hinterland. Plötz- Mch taucht er auf, hier wie dort, zu hören und zu sehen, helfend!, beratend, belehrend, übend, dirigierend und spielend. Gerne kommt er trotz Amtspflichten und reichlicher Arbeit. Er wird uns eine Feierstunde der Musica sacra bereiten. Die beiden befreundeten Posaunen- chöre von Unferöwishedm und Weingarten stellen sich bereitwillig in den Dienst der Sache. 9 bis 9.30 Uhr Turmblasen von der Lutherkirche; im Festgottesdienst begleiten sie im Wechselspiel mit der Orgel Gemeinde oder Chöre. Im Anschluß an die kirchenmusikalische Morgenstunde versammelt sich die evangelische Jugend mit der Gemeinde vor der Lutherkirche zu einem öffentlichen Choral- sdngem, unterstützt von 3 Kirchenchören und Posaunen. Kommet zu häuf, Psalter und Haarfe wacht auf; Lasset den Lobgesang hören! M. Die Spar- und Darlehenskasse, die bisher mit ihrer Geschäftsstelle im Erdgeschoß des Rathauses untergebracht war und als Lagerhalle die Scheune des Lagerverwalters Wilhelm Huber in der Ubstadter Straße 22, benützte, bezog dieser Tage ihre neuen Räume in der Langen Straßen 2. Die seitherige räumliche Trennung der Geschäftsräume brachte im Geschäftsverkehr erhebliche Nachteile. Der immer größer werdende Umsatz machte die Erstellung einer größeren Lagerhalle erforderlich. Hierzu war zunächst ein geeigneter Bauplatz in der Ortsmitte erforderlich, der nach längerem Verhandeln von der Genossenschaft in der Langen Straße erworben wurde. Die neue Lagerhalle hat eine Größe von 200 qm und ist allen örtlichen Anforderungen gewachsen. Die Kasse selbst ist in einem Vorbau der Lagerhalle untergebracht. Kassenstanden finden täglich wie bisher in der Zeit von 8—12 und von 14 bis 17 Uhr statt. Die Lagerhalle ist täglich von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, ausgenommen am Samstagnachmittag. Die im Vorjahr kurz vor der Ernte niedergebrannte DreschhaEe an der Hambrücker Str. wurde in diesen Tagen wieder neu erstellt. Auch eine neue Dreschmaschine ist inzwischen eingetroffen, so daß, wie in vergangenen Jahren, mit zwei Maschinen gedroschen werden kann. Rheinwasserstände Konstanz 452 (+5), Reinfelden 410 (—29), Breisach 424 (+40), Straßburg 476 (+45), Karlsruhe 620 (+56), Mannheim 462 (+37), Mainz 373 (+15), Bingen 264 (+11), Caüb 296 (+14). Bruchsaler Kreisrat Am Montag fand unter Vorsitz von Landrat Leo Weiß eine Kreisratssitzung statt. Zuerst wurden eirüge Straßenbauarbeiten vergeben: Kreisstraße 88, Heidelsheim-Gochsheim am die Fa. Göll in Büchenau, Kreisstraße 60, im Ort Oberkrombach, am die Fa. Grundel, Bruchsal. Für die Ausgrabungen aus römischer Zeit in Stettfeld stellte der Kreisrat wieder einen namhaften Betrag zur Verfügung. Für die Berufsschulen kn Kreis Bruchsal wurde die Anschaffung von Kartenmaterial der engeren Heimat genehmigt. Herausgeber C. & H Kruse. Bruchsal Wörthstr 11; Philippsburg, Salmstr 10 Redaktion Hans Stauoer, Bruchsal Für auswärtige Anzeigen Annoncen-Exped. Krais, Karlsruhe — 7ur Zeit ist Preisliste Nr i gültig. Besdiliisse des Gemeinderats Langenbrödien Der Gemetaiderat hatte sich in seiner Sitzung vom 16. Juli mit einer umfangreichen Tagesordnung zu befassen. Punkt 1 betraf che Neufherrichitang und Instandsetzung desKelter- hauses und der früheren Gemetedebäckerei. Es wurde beschlossen, das Gebäude zu verpachten. — Die Hundesteuer wurde wieder wie im vergangenen Jahr auf 18.— DM pro Hund festgesetzt. — Auch die Gebührenordnung für das Fahren des Leicheinwagens wurde einer Überprüfung unterzogen und ab sofort auf 12.— DM pro Fahrt festgesetzt. Die Musiker der Feuerwehrkapeffle werden sich über den Beschluß des Gemeinderats freuen, jedem von ihnen eine einheitliche Muisdkermütze zur Verfügung zu steifen. Zur Einreihung der FeuerschutzabgaibepflichjtSigen in die einzelnen Abgabestisfen wurde eine Kommisdon gebildet, die sich bemühen wird, unter Berücksichtigung der Interessen der Gemeinde und der Leistungsfähigkeit der Abgabepflichtigen eine möglichst gerechte Einstufung vorzumehmen. Es geht hier hauptsächlich um den Nutzen, den der Einzelne durch die Feuerwehr und die Befreiung vom aktiven Feuerwehrddenst genießt. Das neuerbaute Schuähaus soff durch Anbringung eines Gemeindewappens verschönert werden. Die Ausführung wurde der Firma Mayerhufoer in Karlsruhe übertragen. — Das Bauvorhaben des Willi Leipert, Lammstraße, wurde durch den örtlichen Bauausschuß genehmigt. Infolge andauernder Krankheit mußte der 1. Vorstand des. Männergesangvereins „Eintracht“ mitten im schönsten und ersprießlichen Arbeiten sein Amt niederfegen. Die Neuwahl eines 1. Vorstandes findet bei der außerordentlichen Generalversammlung des Vereins, heute, Donnerstagabend, uin. 20.30 Uhr, im Saal des’ Gasthauses „Zum Engel“ statt. Aktive und passive Mitglieder stad freundlichst efage- laden. he • 60 Jugendliche aius ländlichen Orten in Württemberg-Baden sind am letzten Wochenende nach den Vereinigten Staaten aibgereist, um dort ein Jahr bei amerikanischen Farmer- famüien zu wohnen und zeitweilig die Oberschule zu besuchen. Unter den ausgewählten jungen Menschen, die das Glück haben, in den USA Land und'Leute, die modernen Wirtschafts- und Arbeitsmethoden kennenzulernen, befindet sich auch einer aus Langenbrücken, Rudolf Janältz. Die Teilnehmer trafen sich in Frankfurt. Von dort aus ging die Reise gemeinsam nach Rotterdam. Am Montag wurde das Schiff nach den USA bestiegen. Zeutern Geboren wurde Willfried, Franz, Vater: Franz Leiser, Zimmermeister. Familie Rudolf Staudt, Waldhüter a. D., erhielt die traurige Nachricht, daß ihr Sohn Walter schon im Jahre 1944 in Rußland gestorben ist Der Familie wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Unsere gute, bis zuletzt freu besorgte Mutter und Großmutter trau Katharina Denner geb. Spitz ist heute für immer von uns gegangen. Bruchsal, den 17. Juli 1951 In tiefer Tra uer: Friedei Keller, ge b. Denner Ernst Denner und Frau Brigitte, geb. Egiotf Marianne Keiler, Dr. med. Karlheinz Keller Aul Wunsch der lieben Verstorbenen findet die Beerdigung im .engsten ' Familienkreise statt. | Warum schwerhörig?! 10000 Leidensgefährten prüft, u .tragen ein SEN6EWHZ-H0BGERXT. sie Horen wieder wie einst. Machen auch Sie einen Versuch, werden Sie wieder ein glücklicher Mensch. Kostenlose Ausprobe: Sonnabend, 21. Juli, 10-13 Uhr, Bruchsal, Bahnhofs- hotel Friedridishof Gunst. Ratenzahlung. Neue herabges. Preise. Prospekte auf Wunsch. Sengewitz - Hörgeräte, Kiel, Stadtrade 8*10 Haben Sie Möbelwünsche? Katalog folgt, schreiben Sie an: MÖBEL-SCHWEINHARDT, Schwetzingen Grofje Schwarzwaldfahrt Am Sonntag, den 22. Juli, von Bruchsal nach Marxzell—Neuenbürg—Wildbad—En-zklösterte —Besenfeld—Kloster Reichenbach--Mitteltal— Obertal—Ruhstein—Hundseck—Baden - Baden- Bruchsal. Fahrpreis 7.50 DM. Abfahrt um 7 Uhr vom Bahnhof Bruchsal. Anmeldungen bei Reisebüro Herberger, Bruchsal i Rheki gtraße 53b, Telefon 376. Möbliertes Zimmer oder Schlafstelle mit oder ohne Verpflegung; von aöetest. jung, berufet. Herrn in Bruchsal oder nächste Umgebung sofort gesucht Angeb. u. Nr. 628 a. d. Geschäftsstelle. Im Auftrag Damenrad neuwertig, billig zu verkaufen. R. Baumamn, Bruchsal, Unterer Schloßgart, Karlsdorfer Str. B. 3 Schon unedel Preisabschläge! Unbarger Ilse . 70 20“ , Fett i T. 500g «*U •eräudKri. fetter SpedJ'£Q Ür. DM *** 2.95 Donnerstag, den 19. Juli 1951 1 Jahr Gefängnis für jugendlichen Dieb Den Onkel für 9 Wochen unschul dig in Untersuchungshaft gebracht Jeder Verein seinen Sport ausüben kann. Bel der Abstammung wunde der Gemetoderat ermächtigt, nach bestmöglichem Können die für den Jugendsport so wichtige Arbeit zu finan- Es ist erschreckend zu sehen, wie häufig gerade junge Menschen vor den Schranken des Gerichts stehen. Die Ursachen hierfür sind oft im Elternhaus zu suchen. Entweder sind keine Eltern mehr da, oder diie Eltern leben in Unfrieden miteinander, oder es fehlt die starke Hand des Vaters. Letzteres war bei dem Angeklagten K. A. aus O. der Fall. Im Dezember 1950 wurde er dazu noch arbeitslos. Doch geriet er hierdurch nicht in Not Er hatte immer noch eine Mutter, die für ihn sorgte. Es ist jedoch eine alte Erfahrungstatsache, daß Müßiggänger leicht auf dumme Gedanken koi i So war es auch bei Konrad. Mit einem Komplizen verabredete er für die Nacht vom 10. auf 11. April 1951 einen Diebeszug. Von 23.30* bis 01.30 Uhr gingen die beiden auf „Spähtrupp“, um günstige Eimbruchsgßlegenheiten ausaukundschiaften. Zuerst überstiegen sie eine Gartenmauer und statteten einer Waschküche einen Besuch ab. Schnell waren 5 Hosen, 1 Anzug, eine Jacke und ein Pullover eingepackt Konrad stand hierbei mit einem Holzknüppel bewaffnet Schmiere. Aber mit solchen Kleinigkeiten gaben sich die beiden noch nicht zufrieden. Kon- rads Komplize kletterte anschließend über einen Gartenzaun und öffnete eine verschlossene Scheunentür. Durch die Scheune gelangten beide in das Wohnhaus. Aus dem Bad stahlen sie 24 Stück Seife, 4 Waschlappen, 4 Flaschen Haarwasser und Badesalz. In der Küche fanden sie 2 Taschen, in die sie das Diebesgut verpackten. Nebenbei ließen sie noch einen Kuchen mihgebem Geld fand sich zwar keines, scheinbar hatte der Eigentümer des Hauses gerade kurz zuvor seine Steuern bezahlt, dafür aber entwendete Konrad eine Luftpumpe und montierte sie später an sein Rennrad. Dümmer hätte er es nicht a.nifemgem können, denn durch diese Luftpumpe wurde er der die Jugend und die Tatsache; daß 9er Angeklagte noch nicht vorbestraft war, strafmildernd berücksichtigt. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzten gemeinsamen und schweren Diebstahls unter Einreehnung einer früheren Diebstahlsstrafe von 2 Monaten zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis. Der Komplize des Angeklagten hat sich einer Bestrafung durch die Flucht zur Fremdenlegion entzogen. Vielleicht würde er heute bereits ein paar Monate Gefängnis der Fremdenlegion vorziehen. w. Dorfgescbehen ln Kronau Lebhafte Bürgerversammlung — Am letzten Wochenende fand im Badischen Hof eine gut besuchte Bürgerversammlung statt Als erster Punkt wurde die Tbc-Impfung des Rindviehs behandelt In Zukunft darf nur noch Tbc-freies Vieh nachgezogen werden. Bei Ausmerzung verseuchter Bestände zahlt die Viehseuchenkasse bis 150 DM pro Stück. Als Milchprämie erhalten die Viebbesitzer freier Bestände ab 1. Juli 2 Pfennig pro Liter. Nach Erledigung einiger kleiner Punkte wirbelte die Instandsetzung des Sportplatzes viel Staub auf. Während der Gemeinderat einen Erbpachtvertrag mit den beiden Sportvereinen ablehnte, verlangten die Vereine, daß die Gemeinde für die Gesunderhaltung der Jugend keine Opfer scheuen darf. Infolge der geringen Größe des Platzes wurde der Wunsch ausgesprochen, ein neues Sportgelände zu erschließen, auf dem Der Fußball Jahresversammlung des Faß zieren. — Am Sonntag fand während des Hauptgottesdienstes die Schulentlassung statt Nach Abholung vom Rathaus ermahnte der Seelsorger, Pfarrer Bächle, in seiner Predigt und während der Jugendweihe die jungen Menschen, stets den rechten Weg zu gehen, bei dem die zehn Gebote Gottes . Richtschnur sein sollen. Mit der Aufnahme dieser 72 jungen Leute — 39 Knaben und 33 Mädchen — in die große Pfarrfamilie treten sie hinaus ins Leben. Möge der Segen Gottes sie stete begleiten! Oberhausen Der Verein der Vogelfreunde hielt in seinem vorbildlich angelegten Vogelschutzpark eine Mitgliederversammlung ab, in der festgelegt wurde, daß an einem der nächsten Sonntage ein Sommerfest veranstaltet werden soll. Die Ungunst der Witterung machte die Abhaltung der Mitgliederversammlung im Park, wie dies geplant war, leider unmöglich, aber auch in der Unterkunftshütte entwickelte sich eine frohe, kameradschaftliche Stimmung. Es sei schon heute darauf hingewiesen, daß am kommenden Sonntag auf den Sportplätzen das traditionelle Turnfest der Volksschule stattfindet Abends wird die Entlassungsfeier durchgeführt Es kommen aus der 8. Klasse 103 Schüler und Schülerinnen zur Entlassung, zur 1. Klasse wurden nur 43 Neuzugänge — 24 Knaben und 19 Mädchen — angemeldet, die Geburtsausfälle durch den Krieg machen sich deutlich bemerkbar. In den kommenden Jahren ist wieder mit stärkeren Jahrgängen zu rechnen. in Wiesenlal x ballvereins im „Schwanen“ Diebstähle überführt. Beim Fortgehen sahen die beiden im Garten des Nachbarhauses Wäsche hangen. Auch dies© konnten sie gebrauchen. Schnell waren 1 Unterhemd, 6'Hemden, 3 Handtücher und einige Taschentücher eingepackt. Anschließend bängten sie in einem anderen Garten noch 2 Paar Socken ab. Zcan Schluß ließen sie noch eine Leiter mitgehen. Bei der Teilung des Diebesgutes, die im Anwesen eines Onkels von K. A. vorgenommen wurde; erhielt Konrad eine Aktentasche, einen Regenmantel, einen Rock, eine Hose, ein Hemd und den Kuchen. Seinen Beuteteil versteckte er später, als ihm die Sache etwas unsicher wurde, in einer Grube im Wald. Dort wurde das Diebesgut auch gefunden. Wegen eines früheren Diebstahls kam Konrad in Untersuchungshaft. Hierbei machte er wider besseres Wissen Angaben, die seinen, Onkel für 9 Wochen unschuldig in Untersuchungshaft brachten. Dieses schändliche Verhalten fiel natürlich bei der Strafzumessung erschwerend ins Gewicht. Andererseits wurden Vorstand Alhrecht Metzger begrüßte die aktiven Mitglieder und gab einen ausführlichen Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Jahr. Für den erkrankten Kassierer Alois Klee erstattete Schriftführer Linus Heißler den Kassenbericht. Wenn der Verein in diesem Jahr mit einem finanzielen Ueberschuß abschließen konnte, so ist dies ein Beweis der guten und verantwortungsbewußten Arbeit der gesamten Verwaltung. Ehrenmitglied Albert Ritter sprach der Verwaltung im Namen der Mitglieder Dank und Anerkennung aus. Den Spielberichten über den Einsatz der aktiven Mitglieder entnehmen wir, daß während der Verbandsrunde im Spieljahr 1950/51, in der n. Amateurliga, mit wechselndem Erfolg, gekämpft wurde. Die 1. Mannschaft konnte von den 26 Spielen 10 gewinnen, 6 unentschieden erzielen, während 10 Spiele verloren gingen. Bedingt durch zahlreiche Ausfälle wurden insgesamt 24 Spieler in der 1. Mannschaft eingesetzt. — In den Spielen der 1., lib und 2. Mannschaft wurden 60 Spieler eingesetzt — Die lfo- Warnm Fliegenbekämpliing? Dr. med, J. Lessding, Stade; Stadt Krankenhaus Die Fliegen bevorzugen als Brutstätten Abfallhaufen und Dunggruben, siedeln dann ins Haus über, wo sie durch ihre Ausscheidungen Lebensmittel verderben und Gardinen, Beleuchtungskörper, Spiegel usw. beschmutzen. Die Fleisch- und Schmeißfliegen machen durch Eiablage Fleisch und Käse ungenießbar und richten dadurch einen Schaden an, der in ehe Millionen geht. Bemerkenswert ist außerdem, daß Fliegen und' Stechmücken unserem Nutzvieh so stark ausetzen. daß dadurch eine spürbare Leistungsminderung verursacht wird. So ist z. B. bei Versuchen festgesteUt worden, daß Kühe in einem fliegenfreien Stall bis zu 35% mehr Mälch geben. Da die Fliegen ständig umherschwirren, können sie beispielsweise innerhalb kurzer Zeit im Krankenhaus, in der Küche, auf dem Abort, im Stall und im Kinderzimmer Station machen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß Fliegen viele Infeldiniiskranikiieiten übertragen. So konnte in den letzten Jahren durch einen Hamburger Forscher bewiesen weiden, daß nicht nur Typhus, Ruin:, Cholera, Tuberkulose und Müzfonand durch diese Insekten verbreitet werden können, sondern auch die gefürchtete Kinderlähmung. Zum Glück ist es der deutschen chemischen Industrie in den letzten Jahren gelungen, wirkungsvolle Bekämpfumgsmittel zu entwik- keln. So hat sich z. B. Jacutin in der Praxis bereits hervorragend bewährt. Eine neue Gebrauchsform des Jacutin, die Jacutin-Räucher- Stäibchen. gestallten seine Verwendung besonders einfach und billig. Die Raucher-Stäbchen zündet man an und läßt sie abgUmmen. Der entstehende leichte Jacutin-Dampf schlägt sich in mikroskopisch fein«: Verteilung überall im Raum nieder. Dort wirkt er als Berührungsgift zuverlässig auf alle Insekten (Fliegen, Stechmücken, Motten). Gleichzeitig entstehen jedoch auch durch die Verdunstung der unsichtbar kleinen Kristalle für Insekten tödlich wirkende Dämpfe, die die Komüaktwirkumg noch erhöhen. Die Räume bleiben nach einmaliger Behandlung mehrere Tage ungezieferfrei. Für Mensch und laustier ist Jacutin völlig unschädlich. Mannschaft spielte im letzten Jahr außer Konkurrenz in der B-Klasse, Gruppe „Hardt“, und konnte, dort beachtliche Erfolge erzielen. — Bei den Jugendmannschaften, A-, B- und zwei Schülermannschaften wurden ebenfalls 60 Spieler eingesetzt. Mit den Leistungen der jungen Aktiven darf man besonders zufrieden sein. Die A-Jugend und die 1. Schülermannschaft wurde jeweils in ihrer Klasse Staffelmeister und zugleich 2. Kreismeister. Im Kampf um die Kreismeisterschaft unterlagen sie jedoch beide nach einem schönen Spiel mit einem äußerst knappen Ergebnis. Die B-Jugend konnte in der Pokalrunde der Jugendmannschaften den 2. Platz erkämpfen. Neben dem sportlichen Eifer der Jugendlichen sind die Erfolge vor allem dem Jugendleiter Anton Herberger zu verdanken, der in unermüdlicher Kleinarbeit ständig um seine jugendlichen Sportskameraden bemüht ist und dafür große Verdienste um den Vereirisnacbwuchs erworben hat.’ Unter allgemeinem Beifall .wurde zur Kenntnis genommen, daß der Verein den Spieler- Trainer Schaudt für ein weiteres Jahr verpflichtet hat. Damit bleibt dem Verein, allen Unkenrufen zum Trotz, diese wertvolle Kraft erhalten. — Eines gab jedoch zu einer ernsthaften Kritik Anlaß: „der äußerst mangelhafte Besuch der Trainingsstunden“. Im Interesse der fußballsportlichen Aufwärtsentwicklung des Vereins darf es keinem aktiven Mitglied zuviel sein, Wenigstens zu den angesetzten Trainingsstunden zu erscheinen. Die Verwaltung richtet an alle aktiven Mitglieder den dringenden Appell, in Zukunft die Trainingsstunden regelmäßig zu besuchen. — Lobende Erwähnung fand der Spieler Reinhold Herberger, der an allen 45 Trainingsabenden teilnahm und somit als Beispiel für alle gilt. Der Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Umzäunung der Sportanlage an der Kirrlacher Straße in Ordnung gebracht wird. Es wird eine massive Wand erstellt. Das Material ist bereits bestellt, auch die dafür notwendigen Mittel stehen zur Verfügung. Mit der Planung und Durchführung dieser Arbeit wurde der Schriftführer, Architekt Linus Heißler, beauftragt. Die Arbeiten wurden am Montag in Angriff genommen. Alle aktiven und passiven Mitglieder werden aufgefordert, in freiwilliger Arbeitsleistung an der Errichtung dieser Umzäunung mitzuarbeiten. FERN DER HEIMAT Roman von FRITZ1 ER TI. FS Cop. b. Prometbeoa-Verlag Dz. Eitiiaticr, Gröbenzeil b. Mtinchea 13. Fortsetzung Ich mochte eine halbe Stunde geschlafen haben, als mich ein heißer Atem weckte. Schlaftrunken setzte ich mich auf und sah Deme- trio vor m ir stehen. Ein matter Schern von Kerzenlicht fiel aus seinem Zimmer. Aufb Santina war erwacht und erhob sich lang- „Was ist?“ fragte ich erstaunt Er faßte mit hartem Griff meine Hand. „Wer sein gewesen der feine Kavalier, mit dem Sie sein gegangen heute abend Arm in Arm kleine Weg durch Anlagen? Ich habe Sie gesehen nur flüchtig von hinten, konnte Ihnen nicht folgen, weil ich war in Gesellschaft.“ Ich schüttelte seine Hände von mir ab. „Das geht Sie nichts an“, entgegnete ich kalt. „Wie kommen Sie überhaupt zu der Unverschämtheit, von mir mitten in der Nacht Rechenschaft zu fordern?“ Dieser Mann, der mir gleichgültig gewesen war, wurde mir durch sein ewiges Anhimmeln geradezu lästig. ,Jch dulde nicht“, fuhr er in rasender Eiferfocht in die Höhe, „daß Sie sich so schmie- #Sn an andere Mann!“ In wilder Wut, mit geballten Fäusten stand ar vor mir. Santina taumelte in die Höhe. Salvator« fluchte im Zimmer über die Ruhestörung. Ich war mit einem Satz von meinem Bett geschnellt. Zerbrechen und beherrschen konnte mich nur ein Francesco, vor einem Demetrio hatte ich keine Furcht. Wild packte ich ihn an den Schultern, zwang sein Gesicht, in das langsam glühende Röte stieg zu mir, dann kam nur ein Wort über meine Lippen: „Pfui!“ Er riß sich los und eilte fort Aufweinend umschlang mich Santina. „Er wird dir sicher noch ein Leid an tun“, schluchzte sie »Laß sein, Santina“, bat ich. „Morgen sprechen wir darüb«'.“ An Schlaf war nicht mehr zu d enken Eis mochte eine Stunde vergangen sein, als die Tür neuerdings ins Schloß schnappte Ich merkte, daß sich Demetrio in der Dunkelheit meinem Bett näherte-und hielt den Atem an. Darm kniete er plötzlich vor meinem Lager und weinte wie ein Kind. „Verzeihen Sie mir, ich war schlecht!“ bat er immer wieder. »Aber ich habe Sie so lieb, so sehr lieb!“ Ich verstaßd dieses Empfinden nicht doch es mußte etwas Gewaltiges sein, dag den robusten Seemann, der beim Lloyd eine sehr schöne Lebensstellung hatte und fast immer im Triestef Innendienst beschäftigt war, die Tränen in die Augen trieb. „Gehen Sie zu Bett!“ bat ich. Was sollte ich ihn noch mehr erregen. Fk erhob sich sofort und ging in sein Zimmer. Mit heißen, brennenden Augen starrte ich ins Dunkel Wenn es nur endlich Tag wäre Langsam graute der Morgen. Santina schlief fest Ich weckte sie nicht stahl mich ins Freie und ging müde und zerschlagen dem Meere zu. Menschenleer und still war die breite Straße, die nach Barcola führte. Meine Füße versagten ihren Dienst Ich setzte mich auf fine Bank und starrte hilflos über das Wasser. 'Öde und grau lag die See: noch fehlte die Sonne, die mit ihren Strahlen Leben und Farben über die weiten Wasser warf. Öde und grau war auch meine Stimmung. Was nun? Nach den beiden Szenen heute nacht wurde mir jedes Zusammensein mit Demetrio zur Qual, und doch konnte ich meine Verbindungen mit der Familie, die in bitterster Not war, nicht sofort lösen. Jedenfalls würden die Leute entsprechende Abfindung verlangen, die ich nicht bezahlen konnte, da ich jeden Saldo meines mm erhöhten Gehalts zur Anschaffung dringend nötiger Wäsche, Kleider und Schuhe verwendet hatte. Auch einige für unser Zimmer benötigte Sachen hatten wir schon gekauft; immerhin konnte es noch zwei bis drei Monate dauern, bis wir so viel zusammen hatten, daß wir daran denken konnten, ein leeres Zimmer zu mieten. - „Du mußt deinen Chef um Hilfe bitten!“ hörte ich Santina sagen. Das war unmöglich nach gestern abend. Trotz seiner nachfolgenden warmen Herzlichkeit hatte er mich weit von sich gescheucht Sollte ich jetzt die Flinte ins Korn werfen, jetzt, da ich endlich Aussicht hatte, die schwere Krankheit zu überwinden, die mir die Jugend verbitterte? Pferdegetrappel riß mich aus meinen Grübeleien. Die weiße staubige Straße sprengte ein Reiter daher. Ich preßte plötzlich beide Hände aufs Herz und suchte hinter einer niedrigen Palme Schutz. Aber die scharfen Augen hatten mich schon entdeckt, noch ehe ich ihn erkannte. Er sprang aus dem Sattel, band das Pferd an einen Baum und setzte sich zu. mir „Wo kommst du her?“ fragte er dumpf. „Von zu Hause!“ war meine Antwort; „ich wollte schwimmen gehen!“ „Und jetzt, um einhalbfünf Uhr,* bist du mutterseelenallein auf dem menschenleeren Wege nach Barcola? Tolles Mädchen!“ Er hob mein Gesicht zu sich auf. Untere wisheim Demnächst soll mit der Instandsetzung der Landstraße nach Ubstadt begonnen werden. Die Straße ist in einem dermaßen schlechten Zustand, daß sowohl Fahrer wie Kraftfahrzeuge höchster Belastung ausgesetzt sind. Es ist aus wirtschaftlichen wie auch aus verkehrssicheren Belangen sehr zu begrüßen, wenn dieser Ubel- stand baldigst behoben wird. Für die dringende Notwendigkeit der Instandsetzung hat sich die Gemeindeverwaltung schon mehrmals nachdrücklich eingesetzt. Gegenwärtig laufen die Hausschlachtungen wieder an, hervorgerufen durch den niederen Preis, der dem Bauer für die Schweine bezahlt wird. Nach der amtlichen Vorschrift ist vor der Schlachtung die Landespölizei in Bruchsal, Telefon Nr. 195, in Kenntnis zu setzen, die dann durch einen Beamten eine Kontrolle vomimmt, ob der Ort der Auspfundung den hygienischen Vorschriften entspricht Ohne die vorherige Genehmigung der Polizei darf keine Hausschlachtung vorgenommen werden. Ebenso hat der Fleischbeschauer vor der Schlachtung das Schwein zu besichtigen. Geburtstag. Ludwig Feil, Luisenstr., und Gustav Müller, Burgstraße, wurden am 17. Juli 81 bzw. 76 Jahre alt. Nachträglich herzlicher Glückwunsch. Bei den leichtathletischen Wettkämpfen in Langenbrücken siegte Fkiedbert Baier vom TV im lOOm-Lauf in der guten Zeit von 11,7 Sekunden. Gertrud Baier wurde im 100 m-Lauf 2. Siegerin. Den gleichen Rangplatz belegte im Weitsprung Kurt Lautenschläger vom TV. 50 Jahre Karlsruher Rheinhafen Frank sagt weitere Unterstützung der Landesregierung zu • Karlsruhe (Iwb/UP). In Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Maier, Finanzmini- ster Dr. Frank, Innenminister Ulrich, dem südbadisefaen Finanzminister Dr. Eckert sowie Gästen aus den Niederlanden und den anderen deutschen Rheinhäfen beging die Stadt Karlsruhe das 50jährige Jubiläum ihres Rheinhafens. Finanzminister "Frank, der die Glückwünsche der Landesregierung überbrachte, würdigte die Bedeutung des Karlsruher Hafens. Wie auch immer die staatsrechtliche Entwicklung im süddeutschen Raum entschieden werden möge, die Landesregierung werde es nie an einem positiv-fördem- den Interesse an der Karlsruher Hafenwirtschaft fehlen lassen. Er glaube, daß dem Karlsruher Rheinhafen im Zeichen der europäischen Wirtschaftsverständigung neue Ent- wicklungsmöglichkeiten geboten werden. Finanzminister Dr. Eckert gratulierte im Namen der südbadischen Regierung. Er betonte, daß zum Karlsruher Rheinhafen da« badische Hinterland gehöre, das infolge unglücklicher Umstände nach 1945 abgetrennt worden sei. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß sich dieser Raum bald zusammenfinde und damit die Grundlage für eine glückhafte Zukunft der Stadt Karlsruhe bilde. Der Direktor des Hafens, Dr. Jakob Langfritz, bezeichnet« den Karlsruher Hafen als den bedeutendsten Kohlen-Umschlagplatz Südwestdeutschlands vor dem Kriege. Wenn der Hafen heute den Gesamtumschlag von 1938 in Höhe von 2,9 Millionen Tonnen noch nicht wieder erreicht habe, so sei dies in erster L in ie auf den Rückgang des Kohlenumschlages zurückzuführen. Der Karlsruher Oberbürgermeister Topper hat am Grabe des früheren Oberbürgermeisters von Karlsruhe, Karl Schnetzler, einen Kranz niederlegen lassen. Die Schleife an dem Kranz trägt die Inschrift: „Dem Erbauer des Karlsruher Rheinhafens, der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe“ „Gestern sagtest du mir, Freundschaft bedingt Gegenseitigkeit und rückhaltloses Vertrauen. Willst du mir nicht erzählen, was heute nacht vorgefallen ist?“ Ich hätte in diese Augen blickend nicht um alles eine Löge über die Lippen gebracht Langsam und stockend begann ich zu erzählen. Er unterbrach mich mit keinem Wort, sprang aber unbeherrscht in die Höhe, als ich meine Beichte beendet hatte. „Das ist ja gar nicht auszudenken!“ rief er, „Da hattest du ja einen Kampf zu führen, der manchem Mann zu schwer wäre!" Dann erhellte ein warmes Lächeln sein Gesicht „Nun, vielleicht kann ich dir helfen. Gehe jetzt gleich in meine Wohnung. Ghita soll dir ein Frühstück geben, und dann lege dich ins Bett und schlafe dich richtig aus. Ghita soll das Speisezimmer absperren und den Schlüssel zu sich stecken, damit du nicht unerwünscht Besuch bekommst. Bis gegen ein Uhr komme ich zurück. Lasse dich um zwölf wek- ken, ich möchte bei Tisch nicht allein sein!“ * Als ich in Francescos Haus kam, lief mir Ghita- entgegen. Sie hatte Anweisung von ihrem Herrn bekommen, mich zu betreuen. Müde sank ich in das weiche Bett des hübschen Fremdenzimmers und ruhte gründlich aus. Als ich später in Francescos Arbeitszimmer trat, prallte ich erstaunt zurück Verweint und mit vergrämtem Gesicht stand da meine treue Santina,. die jetzt freudestrahlend auf mich zustürzte, den Arm um meine Schulter legend. „Was ist?“ fragte, ich unruhig. „Nichts!“ entgegnete sie. Hättest du mich doch geweckt heute morgen, ich habe Todesqualen ausgestanden. Auch Demetrio ist außer sich, hat mir gegeben Ehrenwort, daß du nun immer wirst haben Rühe. Holen dich beide heute abend ab." (Fortsetzung folgt) BLICK IN0 DIE WELT Rätselvogel gibt neue Rätsel aut Das Rätsel der vor einem Jahr im Federsee- Moor bei Buchau aufgetauchten neuen Vogel- ärt ist, wie die Vogelwarte Radolfzell mitteilt, um ein neues Rätsel vermehr worden. Anstelle des von den Wissenschaftlern ersehnten Wiedererscheinens des geheimnisvollen Neulings wurde jetzt aus Tharandt bei Dresden ein Vogel mit ähnlichem Gesang gemeldet, jedoch einwandfrei als Gartengrasmücke bestimmt. Bekannte Ornithologen aus ganz Europa, darunter der dänische Sibirien-Spezialist Prof. Johansen, der Leiter der niedersächsischen Vogelwarte Dr. Berndt, und die beiden Betreuer der Vogelwarte Radolfzell, Dr. Ernst Sehuez und Dr. Rudolf Kuhk, hatten sich nach Beobachtungen an Ort und Stelle an Hand von Fotos und Tonaufnahmen außerstande erklärt, das Phänomen zoologisch zu bestimmen, auch im Gebiet von Braunschweig war im vorigen Jahr erstmalig eine ähnliche, bisher unbekannte Vogelstimme registriert worden. Jetzt taucht die Frage auf, ob es sich bei dem Dresdner Vogel vielleicht um einen geschickten „Tierstimmen - Imitator“ handelt, was bei Grasmücken, die als „Spötter“ bekannt sind, denkbar wäre, oder ob hier eine echte Mutation vorliegt. Mutationen sind nach der modernen Evolutionslehre plötzlich auftauchende neue Entwicklungsstufen einer Art. Im ersten Falle müßte der Imitator irgendwo in der Welt den bisher unbekannten Gesang einmal gehört und dann nach Mitteleuropa „importiert“ haben. Im zweiten Fall würde sozusagen der „Ahnherr“ einer ganz neuen Art hier zum erstenmal seine Stimme erhoben haben. Eine dritte Theorie läßt die Möglichkeit offen, daß eine in Europa unbekannte Vogelart aus Vorderasien oder Afrika, die den alten Kontingent „erobern“ will, in diesen Exemplaren ihre ersten „Spähtrupps“ vorausge- schickf“hat. Ähnliche Erfahrungen wurden zur Zeit mit der Türkentaube und gewissen Gimpelarten gemacht. Wenn Zoowärter streiken Löwen brüllten, Tiger fauchten, und Hyänen heulten, als im zoologischen Garten „Highland park“ in New York die Fütterung kürzlich ausfiel, weil die Wärter in den Streik getreten waren. Die Tierpfleger protestieren durch ’ ihren Streik gegen eine Verfügung der Stadtverwaltung, wonach sie ihren Urlaub teilen sollen — eine Woche im Sommer und eine Woche im Winter. Die Wärter weisen darauf hin, daß die sechstausend anderen städtischen Angestellten einen „ungeteilten“ Urlaub haben — „außerdem nehmen sich die Stadtverordneten einen ganzen Monat frei, und der Bürgermeister fährt sogar nach Europa.“ Die ff von Namsos" kehrten vom Kommiß heim Noch über 100 ehemalige deutsche Gebirgsjäger halten sich in den norwegischen Bergen Verborgen In der Einsamkeit der norwegischen Berge hausen nach einer Mitteilung der Regierung in Oslo mindestens noch hundert Deutsche. Es handelt sich um versprengte Soldaten der ehemaligen Armee unter General Jodl, die nach der Kapitulation beschlossen, in Norwegen zu bleiben. Da ihnen der Staat jedoch das Asylrecht verweigerte, übrigens heute auch noch alles tut, die zurückgebliebenen Deutschen in ihrer Illegalität aufzuspüren, zu bestrafen und auszuweisen, sahen sich die Zurückgebliebenen gezwungen, in den Höhlen der zerklüfteten und weitläufigen Berge ihre Lager aufzuschlagen. * 10 00 Kronen Kopf preis vom Trubel der Welt und vernahmen jeweils nur aus dem Munde der Mädchen, einer Sekretärin, einer Verkäuferin und einer Hausangestellten, Kunde von der neuen Lage. Vom Rindik aus — so hieß „ihr“ Berg — ließ sich das Land weit im Rund überblicken und ein echt bayrischer Jodler des aus Vorsichtsgründen gerade Wache habenden „Bergmenschen“ kündete das Nahen der Bräute an. Die drei Deutschen fanden es praktisch, sich im Laufe der Zeit einen Riesenvollbart wach-, sen zu lassen, woran nach ihrer Versicherung die Norwegerinnen keinen Anstoß nahmen. Vor etlichen Wochen trieb sie jedoch die Sehnsucht nach Zivilisation und bewohnten Gegenden bis in das Tal von Namsos. Zwei Die norwegischen Behörden verdanken harmlose Spaziergänger bogen plötzlich um durchweg aufmerksamen Dorfbewohnern d e • ine Eckp „JLJt a1s Angaben über die etwa 100 „Wilden“, wie sie zuweilen genannt werden. Jeder von ihnen besitzt in der Regel ein norwegisches Mädchen. Sie versorgt ihn mit den notwendigsten Gebrauchsgegenständen, Lebensmitteln und der erforderlichen Kleidung. Die : Gänge der Mädchen in die nächtlichen Berge bleiben nicht immer unbemerkt. Neugierige Verfolger fanden sich, spürten ihren Landsmänninnen nach und konnten schließlich wieder einen „Bergmenschen“ an die Registraturstelle für illegale Deutsche nach Oslo melden, wo für jede dieser Nachrichten nach Prüfung 1000 norwegische Kronen gezahlt werden. So lebten auch die drei Münchner, Hubert Bernhard, Hermann Opal und Armin Steiger, sechs Jahre lang heimlich in der norwegischen Bergwelt. Als nach der Kapitulation die Reste der deutschen Gebirgsjägertruppen in Gefangenenlager eingewiesen wurden, versteckten sie sich — wie sie jetzt in Deutschland selber erzählen konnten — zunächst im Getreidespeicher von Namsos, wo sie von drei Norwegerinnen Tag für Tag versorgt wurden. Als dann nach einiger Zeit die Fahndungen nach versprengten Soldaten einsetzten, mußten die drei das Silo verlassen. Sie flohen in eine abgelegene Tropfsteingrotte. Nun machten die drei Freundinnen von Zeit zü Zeit einen Ausflug, um den Deutschen zu helfen. Anfangs besaßen die drei „Bergmenschen“ noch ihre Waffen und Munition, so daß sie sich die Zeit mit der Jagd vertreiben konnten. In der Nähe gelegene Bergseen boten außerdem gute Gelegenheit zum Fischen. Nach und nach bekamen sie auch aus Namsos genügend Handwerkszeug, um sich im Laufe , der Jahre in der Höhle eine regelrechte Wohnung mit Möbeln einzurichten. Hoch droben ■in den Felsen hörten und sahen sie nichts eine Ecke und nahmen, als sie die struppigen Gestalten sahen, Hals über Kopf Reißaus. Sie erzählten in Namsos von drei „Wilden“, denen sie begegnet seien, und die Anstalten gemacht hätten, sie zu töten. Als gleich darauf die drei Mädchen von der Arbeit fern blieben, um ihre deutschen Freunde zu warnen, schöpften zwei eifersüchtige Männer Ver- ' dacht und folgten ihnen. Dabei gelang es den Verfolgern tatsächlich, die Grotte auszukundschaften und die Anwartschaft auf 3000 Kronen zu erwerben. Obwohl die Norwegerinnen ihr Geheimnis sechs Jahre lang zu hüten vermochten, geschah es somit eines Morgens, daß die norwegische Berggendarmerie ziemlich unsanfl in die Grotte eindrang und die so gar nicht mehr zivilisiert aussehenden Herren Bernhard, Opal und Steiger aufforderten, zu folgen. Eine wegen des illegalen Aufenthaltes, verbotenen Waffentragens und Wilderns verwirkte Freiheitsstrafe fiel unter die Amnestie und die drei „Wilden“ aus Namsos wur- : den letztmalig in ihrer „Kommißzeit“ nach Hause „in Marsch gesetzt“, wo sie eine gepflegte Wohnung und einen ordentlichen Beruf vorfanden. Happyend in München Die drei Mädchen in Norwegen sind von den ehemaligen Landsern nicht vergessen worden. Die Männer haben einen regen Briefwechsel mit Konsulaten und Behörden eröffnet, um die Getreuen möglichst bald nach Deutschland zu holen, wo sie gemeinsam an einem Tage eine Dreier-Hochzeit feiern wollen. Elke, Christina und Frederiken haben bereits telegrafisch ihr „Ja“ übermittelt, während es die amtlichen Stellen nicht so eilig haben. Wie Armin Steiger sagt, hofft er aber, daß bis zum „sauer verdienten Eheglück“ nicht noch einmal sechs Jahre vergehen. Konserven eroberten die Speisekammer Menschenschmuggel auf dem Roten Meer Die Söhne Allahs huldigen seit urdenk- lichen Zeiten dem Nomadentum. So sind sie, auch wenn sie sich in 'igendeiner Stadt oder in einem Wüstendorf Nordafrikas niedergelassen haben, weit davon entfernt, die Notwendigkeit einer Grenze einzusehen, die man mit der Kamel-Karawane oder mit den warenbeladenen Eseln nicht überschreiten darf, wenn man nicht im Besitze eines entsprechenden Dokumentes ist. Wie soll auch ein Beduine der Sahara mit solchen bürobaren Aufgabe gegenüber. Jeder kleine Küstenschlupfwinkel, jede Strandoase und jedes arabische Schiff kann den Piraten als Versteck dienen. Obwohl die Küstenwache bereits seit mehreren Monaten arbeitet, konnte noch keine der skrupellosen Seeräuberbanden gefaßt werden. Die Einschiffungen der Pilger geschehen meist an irgendeinem geheimen Ort im schützenden Dunkel der Nacht. Wenn sich ein Wachschnellboot einem verdächtigen Fahrzeug nähert, zögern die In einem einzigen Jahr erzeugen die Vereinigten Staaten zehn Milliarden Konservendosen, und die Liste der Lebensmittel, die in diese Dosen eingefüllt werden, ist unendlich lang. Hauptsächlich sind es Früchte, Fleisch, Gemüse und Milch, aber es gibt fast kein Nahrungsmittel, das nicht zumindest in geringen Mengen auch konserviert geliefert wird. Selbst auf der vielbesungenen Insel Hawaii im Stillen Ozean erheben sich große Fabriken, in denen vor allem Ananas eingedost und zu süßem Fruchtsaft verarbeitet wird. Heute gelangen jährlich rund fünf Millionen Tonnen Lebensmittel in die Konservenfabriken. Die Dosen selbst werden natürlich am laufenden Band hergestellt, und die Produktion beträgt derzeit durchschnittlich dreihundert Dosen in der Minute. Auch das Einfüllen geschieht mechanisch weit rascher, als es der geschickteste Arbeiter durchführen könnte: weit mehr als zweihundert Dosen werden' in der Minute abgefüllt, etwa vier Dosen in der Sekunde —: von einer einzig«! Maschine. Vor knapp hundert Jahren war die Konservendosenerzeugung noch eine Beschäftigung für einige wenige Handwerker, wobei selbst ein geübter Fachmann am Tag nur 60 Dosen erzeugen konnte. Auch das Verlöten dey Dosen brachte immer wieder Schwierigkeiten mit sich, da dabei leicht der Inhalt anbrannte oder von dem Lötmetall verdörbeh wurde. Die ersten Anfänge der Konservierung gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Als Frankreich im-Jahre 1795 in Kämpfe und Schwierigkeiten verwickelt war, schrieb die Regierung einen Preis für denjenigen aus, längere Zeit genießbar zu erhalten, ohne ihnen den eigentlichen Nährgehalt zu entziehen, 3 »rie das etwa beim Trocknen mancher Früchte geschah. - Nach jahrelangen Versuchen gelang es dem Brauer Nicolas Appert im Jahre 180§ ein derartiges Verfahren ausfindig zu machen, und er erhielt den ausgeschriebenen Preis von zwölftausend Francs. Sein Verfahren wird im Prinzip noch heute angewandt: Behandlung mit Hitze und anschließend luftdichter Verschluß, Die von ihm verwendeten Gefäße waren allerdings Glasflaschen, aber schon 1810 erzeugte der Engländer Peter Durand zum erstenmal Konservendosen aus verzinktem Eisenbleph. Erst dreißig Jahre später aber wurde seine Methode in größerem Umfang angewandt, als die Vereinigten Staaten durch Geldschwierigkeiten daran gehindert waren, die teuren Glaswaren aus England zu beziehen. Ein weiterer Schritt erfolgte 1874: Andrew Kaiser erzielte durch Anwendung hohen Drucks . Temperaturen, die beträchtlich über dem Siedepunkt des Wassers lagen. Dadurch wurde das zeitraubende Kochen auf einen Bruchteil der. ursprünglich benötigten Zeit verkürzt und die Massenproduktion konnte allmählich beginnen. Weitere Hilfe leisteten die Ärzte, die sich, im Anschluß an Pasteurs Forschungen, immer mehr mit dem Problem der Bakterien beschäftigten und allmählich die Ursachen erkannten, die früher häufig zum Verderben der konservierten' Lebensmittel geführt hatten. Heute ist die Konservenindustrie nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ auf einem Höhepunkt angelangt. In einem hohen Grade werden alle Nährstoffe der Lebensmittel bewahrt und durch Tierversuche wurde festgestellt, daß Konserven den Naturlebensaaaxb awiuuvu uauci t, vxxv- o o . > f UOU JCVUUdtM. Veil Qeil iVaiUiK kratischen Papieren ausgestattet werden, da Piraten nicht, sich ihrer menschlichen Fracht ae m es gelingen wurde, Nahrungsmittel auf mittein mitunter sogar überlegen sind. er irgendwo geboren wird und irgendwo stirbt, ohne in der Zwischenzeit auch hur ein einziges Mal den Beamten einer staatlichen Einwohnermeldestelle oder eines Standesamtes gestört zu haben? So ziehen sie seit Jahrhunderten ohne Reisepaß über die Grenzen, und die Behörden drückten bis vor kurzem bei diesen illegalen Wanderungen auch beide Augen zu, besonders wenn es sich, wie in den meisten Fällen, um Mekka-Pilger handelte. Der Prophet hatte ja befohlen, daß jeder seiner Getreuen sich wenigstens einmal im Leben zu dem heiligen Tempel begebe. Man konnte doch nicht wegen irgendeines Stückes Papier und eines Stempels die Gebote des heiligen Koran verletzen! Dieser für formulargeplagte Mitteleuropäer paradiesische Zustand fand jedoch für die Jünger Mohammeds ein jähes Ende, als der Krieg in Palästina ausbrach. Der damals in den Staaten des Nahen Ostens proklamierte Ausnahmezustand, der natürlich eine verschärfte Grenzkontrolle mit sich brachte, dauert auch heute noch an. Aber die Beduinen der Sahara und die Araber Libyens haben nach wie vor keine Dokumente, und der Koran erlaubt andererseits keine Befreiung von der Pilgerfahrt nach dem heiligen Ort Mekka. Aus diesem Zwiespalt entstand während des letzten Jahres ein neues blühendes Geschäft: der Pilgerschmuggel! Auch das hätte die Behörden noch nicht beunruhigt, wenn es nicht jetzt bekannt geworden, wäre, daß sich mit diesem Menschenschmuggel eine Seeräuberei echtesten Stiles entwickelte. Zahlreiche Schiffsbesitzer an, den Küsten des Roten Meeres kamen offenbar zu der Erkenntnis, daß es ein einträglicheres Geschäft sei, die Pilger trotz der enormen Reisegebühren nicht an ihren Bestimmungsort zu bringen, sondern sich ihrer schon vorher zu entledigen, indem man sie bis zum letzten Knopf ausraubte und auf einer verlassenen Insel oder — mit einem Stein beschwert — auf offener See „ausschiffte“. Nachdem jetzt an den Küsten mehrere Leichen von Mekka- Pilgern angespült wurden und man durch Zufall auf einer einsamen Insel noch einige Überlebende, von den Piraten ausgesetzte Araber bergen konnte, hat die ägyptische Polizei, durch militärische Einheiten verstärkt, einen strengen Küstenwachdienst eingerichtet, um diesem grausamen Piratentum ein Ende zu bereiten. Die Chorden stehen aber einer fast nniös- auf schnelle und sichere Weise ins Meer zu entledigen, ehe die Polizei an Bord gestiegen ist. Aus diesem Grunde hat der verantwortliche Minister in Kairo soeben erklärt, das einzige Mittel, um diesen Piraten das Handwerk zu legen, bestehe darin, wieder wie vorher „beide Augen zu schließen“ und die Mekka-Pilger genau wie früher auch ohne amtlichen Stempel über die Landgrenze am Sinai ziehen zu lassen. Es sei sicher leichter, so fügte er hinzu, die Beduinen noch einmal Pyramiden bauen zu lassen, als sie von der Notwendigkeit einer Pass- oder Zollkontrolle zu überzeugen. Steinreiche Amerikaner auf Europareise Sieben steinreiche Amerikaner, die gemeinsam eine Europareise mit allem nur erdenklichen Luxus unternehmen, sind inzwischen in Kopenhagen eingetroffen. Jeder von ihnen will auf der 37 Tage dauernden Reise mindestens 14 500 Dollar (69 600 DM) ausgeben. Die „Verschwender* 1 benutzen nur Sonderflugzeuge, Sonderzüge und speziell bestellte haltsort ganze Zimmerfluchten in den besten Hotels. Die Reisegruppe besteht aus fünf Damen und zwei Herren. Die gemeinsame Tour hat den Scherznamen „Fielding’s . Caravan“, nach ihrem Veranstalter Temple Fielding, einem amerikanischen „Reisefachmann“, der die meisten Länder der Erde und ihre Hotels, Re- Luxuswagen, haben ein Gefolge von Dienern stauränts, Bars, Theater und Seheriswürdig- und Fahrern und belegen an jedem Aufent- 1 — m —’ ’’ ■ - - - Der britische Europameister im Mittelgewicht, Bandolph Turpin, errang durch einen sensationellen Punktsieg über den für unbesiegbar gehaltenen Robinson (USA) in London den Weltmeister-Titel. Auf unserem Bild bohrt Turpin (rechts) seine gefährliche Linke durch die f>ek- kung auf Robinsons Kürperpartie und Unterläßt hier eine nachhaltige Wirkung, wie auch unstreitig f 3 -"*'h‘ r ausdruck des entthronten Weltmeisters (links) zu sehen ist. fAP-Foto) keiten . wie seine Tasche kennt und viele Reisebücher und Reiseführer geschrieben hat. Das Programm in Dänemark schließt ein Fest in einer alten Burg ein, die Reise durch Norwegen führt bis zur nördlichsten Stadt der Welt, Hammerfest, in Paris feiert die Reisegesellschaft bei Maxim. In Ägypten wird jetzt schon für die Verschwender ein arabisches Festmahl in der Wüste vorbereitet. In Abessinien werden sie von Kaiser Haile Selassie empfangen werden. Auch Kenja werden die Verschwender nicht verschonen. Der außenpolitische Ausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses beschäftigte sich kürzlich mit der Europäreise der sieben steinreichen Amerikaner. Während der Ausschuß über das neue Auslandshilfegesetz beriet, bemerkte der republikanische Abge- osünete Fulton, diese Verschwender müßten auf die europäischen Länder einen sehr schlechten Eindruck machen, da die Vereinigten Staaten die Europäer stets ermahnten, Sparsamkeit und Enthaltsamkeit zu üben. Seiner Ansicht nach hätte das amerikanische Außenministerium ihnen die Reise verbieten sollen. Der Leiter der Marshallplanverwaltung, William C. Foster, erwiderte, die europäischen Länder würden sich über diese zusätzliche Dollareinnahme nur freuen. Die amerikanische Regierung habe außerdem keine Möglichkeit, freie Staatsbürger daran zü hin- dern, „ihr Geld auf diese Weise auszugeben.“ Kind mit Kreuzotterbiß gerettet Ein I4jähriges Mädchen in Bad Schandau bei Dresden, das von einer Kreuzotter gebissen wurde, ist durch die schnelle Hilfe mit Kreuzotterserum gerettet worden. Das Serum konnte durch einen Aufruf des RIAS beschafft und mit einem Wagen des Kirchentages noch in der Nacht nach Bad Schandau gebracht werden.