BRUCHSALER POST Re&ktlon un3 Verlag: Bruchsal, Wörthstraße H, Telefon Nr. 2121 Bosngspreis: Monatlich DM 2.80 einschließlich Tragergebühr. PoBtmstellung DM 2.45 zuzüglich Zustellgebühr, — Erseheiut f an jedem Tag der Woche, außer sonn- und feiertags, • F .Süddeutsche ^zAütgemcine ^Leitung OR KRAICHGAI WND BRHHRAI M Anzeigenpreise laut Preisliste. — Bankkonten: Spar- und Kreditbank Bruchsal Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippsburg Nr. K)3?. Postscheckkonto: Amt Karlsruhe Ne. 36440. — Bei Storung dank höhere Gewalt besteht kein Ersagansptuch. Nummer 255 Freitag, 2. November 1951 Einzelpreis 20 Piennig Der amerikanische demokratische Kongreß-Abge „ ordnete, Peter F. Mack (links im Bild), der auf sei* nem „Freundschaftsflug um die Welt“ am 27. Oktober in Berlin eintraf, überreichte dem Berliner regierenden Bürgermeister, Professor Ernst Reuter, eine Freundschafts- und Friedensbotschaft. Eisenhower zu Truman gerufen WASHINGTON. Der atlantische oberkommamdie- rende General Eisenhower fliegt am Freitagabend von Paris nach den Vereinigten Staaten. Er wurde nach Mitteilung des Weißen Hauses zu dringenden Besprechungen mit Präsident Truman nach Washington gerufen. Die Besprechungen sollen am Montag und Dienstag stattfinden. Eisenhower soll dem Präsidenten und den führenden Persönlichkeiten des amerikanischen Verteidigungsrnlnisteriums eine Ueber- sicht über den Stand der Verteidigungsvorbereitungen* in Europa geben. Eisenhower, der seit Ueber- nahme des Oberbefehl» über die Atlantikstreitkräfte nicht mehr in den Vereinigten Staaten war, wird nach den Besprechungen sofort nach Paris zurückkehren. Acheson In Paris PARIS. USA-Außenminister Dean Acheson traf am Donnerstagmittag mit den übrigen Mitgliedern der amerikanischen UNO-Delegation in Paris ein. .Acheson teilte mit; daß er drei bis vier Wochen in Paris zu bleiben gedenke. Der ständige Hauptdelegierte der USA bei der UNO, Warren Austin, kündigte an, daß Acheson auf der Eröffnungssitzung der Vollversammlung eine wichtige Rede halten werde. Kurz vor seiner Weiterfahrt nach Paris äußerte Acheson in Le Havre, die kommende UNO-Vollversammlung sei von größter Wichtigkeit. Trotz der wachsenden Spannungen, die in der Welt herrschten, glaube er an den Frieden. Acheson kündigte ferner an, daß er mit Außenminister Schuman insbesondere die Marokko-Frage besprechen wolle. Ob es zu einem Vierergespräch kommen werde, könne er noch nicht sagen. Weiterhin hob Acheson hervor, es sei zu begrüßen, daß die UNO-Vollversammlung diesmal in Europa stattfindet. Die Fortschritte Europas auf dem Wege zu einer geistigen Gemeinschaft und Aktionseinheit seien von größter Bedeutung für die übrige Welt. Die konstruktiven und kühnen Pläne für eine europäische Montan-Union und eine europäische Armee seien Etappen auf dem Wege zu einem dauerhaften Frieden. Hohe Kommissare fahren nach Pafis BONN. Die drei alliierten Hohen Kommissare werden ,wie, am Donnerstag aus alliierter Quelle verlautete, in der nächsten Woche als Deutschland-Sachverständige an der Pariser Konferenz der Außenminister der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs teilnehmen. Besatzungskosten werden gemeinsam überprüft Bonn: Bereitwilligkeit der Besatzungsmächte Auftakt einer deutsch-alliierten Partnerschaft BONN. Die Alliierten haben einem Vorschlag der Bundesregierung zugestimmt, nach dem eine gemischte deutsch-alliierte Komission die Besatzung«kosten auf die Möglichkeit von Einsparungen fiberprüft. Diese Kommission soll in Kürze zusammentreten. Zuständige deutsche Beamte wiesen am Donnerstag darauf hin, daß damit der deutschen Seite zum erstenmal Gelegenheit gegeben wird, die Verwendung von Besatzungskostengeldem genau zu untersuchen. In der Bereitwilligkeit der Alliierten, gemeinsam mü; den Deutschen die wirtschaftliche Verwendung der Besatzungskösten zu kontrollieren und Einsparungsvorschläge der deutschen Vertreter zu berücksichtigen, spiegele sich nach Auffassung von Regierungskreisen der Auftakt einer deutsch-alliierten Partnerschaft -wider. Gerade auf dem materiellen Gebiet der Besatzungsaufwendungen hätten die Alliierten gelernt, daß eigenwillige Verfügungen unmöglich seien. So hätten die Alliierten die beschränkte deutsche finanzielle Leistungsfähigkeit ebenso wie die begrenzten wirtschaftlichen Hilfsquellen der Bundesrepublik anerkennen müssen. Die Ueberprüfung dürfte sich vor allem, wie von zuständiger Seite verlautet, auf die Ausgaben für Privatwohnungen, Truppenbetreuung usw. erstrek- ken. Das alliierte Bauprogramm werde schon seit längerem von deutschen Baufachleuten auf zweckmäßige Kalkulation überwacht. Einsparungen bei der alliierten Verwaltung dürften auch im alliierten Interesse liegen, da nach Ablösung des Besatzungsstatuts die Alliierten ihre Verwaltungsaufwendungen in Deutschland selber tragen sollen. Die Inanspruchnahme deutscher Mittel für diesen Zweck soll aufhören. Die britischen und amerikanischen Bemühungen um Sparsamkeit bei den persönlichen Aufwendungen der alliierten Familien werden trotzdem begrüßt. Die alliierte Verwaltung koste nach den Schätzungen Sachverständiger jährlich etwa eine Milliarde Mark, so daß eine Entlastung von diesen Ausgaben die ■ Finanzierung eines eigenen deutschen Verteidigungsbeitrages erheblich .erleichtern dürfte. Ägypten droht mit Austritt aus Araberliga .Sowjets berufen Konferenz der Orientdiploraaten ein - Verstärkte britische Sicherheitsmaßnahmen KAIRO. Aegypten wird «ich, wie ein Beamter des Kairoer Außenministeriums am Donnerstag erklärte, voraussichtlich aus der Araberliga zurückziehen, wenn die anderen arabischen Staaten dem von Großbritannien, den USA, Frankreich und der Türkei vorgeschlagenen Nahost-Verteidigrungspakt zustimmen. Die Kairoer . Wafd-Zeitung „Al Misri“ hatte bereits am Mittwoch angedeutet, daß es wegen der Paktpläne zu einer ernsten Krise in der Araberliga kommen könne. Die diplomatischen Vertreter der Sowjetunion im Naben Osten werden in Kürze eine Konferenz in einer der Hauptstädte der Araberstaaten abbalten, verlautete am Donnerstag aus diplomatischen Kreisen in Kairo. Der Politische Ausschuß der Arabischen Liga wird in Paris wahrscheinlich am 10. November zusammentreten, um die Vorschläge des Westens für die Schaffung eines Nahost-Kommandos zu prüfen. In Beirut wurde von zuständiger Steile erklärt, man wolle die Besprechungen in Paris führen, weil die Mehrzahl der arabischen Minister an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilnimmt. Außerdem bestehe in Paris die Möglichkeit, mit den Außenministern.'der Westmächte in direkten Kontakt zu treten. Der pakistanische Außenminister Sir Zafrullah Khan bot am Donnerstag der britischen Regierung die „guten Dienste“ Pakistans zur Vermittlung im britisch-ägyptischen Konflikt an. Die britischen Dienststellen in der Suezkanalzone haben am Donnerstag eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der britischen Soldaten und ihrer Familien in der Kanalzone angeordnet. Ein Drittel der Familienangehörigen soll nach Großbritannien zurückgeschickt werden. Die übrigen sollen in sieben „geschützten Gebieten“!' untergebracht werden, um ihnen vor ägyptischen „Kampfeinheiten“ Schutz zu bieten. Die ägyptische Regierung hätte kur? vorher „drastische Maßnahmen“ angekündigt, wenn die britischen Soldaten ihre „aggressive Haltung“ gegenüber der ägyptischen Polizei nicht einstellten. Der ägyptische Innenminister hat den britischen Militärbehörden bereits einen scharfen Protest gegen das Verhalten der britischen Einheiten zugeleitet. Von den britischen Militärdiensstellen sind verschiedene ägyptische Polizeibeamte wegen „antibritischer Betätigung“ aus der Kanalzone ausgewiesen worden. Bundesstaatlicher Charakter soll gewahrt bleiben Bundesregierung schlägt Länderausschufi für gesamtdeutsche Verfassung vor BONN. Die von der Bundesregierung verabschiedete Wahlordnung für eine gesamtdeutsche Nationalversammlung sieht vor, daß ein Länderausschufi eingeschaltet wird. Wie das Bundespresseamt am Donnerstag mitteilte, soll'die gesamtdeutsche Verfassung nur mit Zustimmung des Länderausschusses in Kraft treten können. In der im Bundesanzeiger veröffentlichten Mitteilung. wird darauf hiqgewiesen, daß der bundesstaatliche Charakter Deutschlands auch von der gesamtdeutschen Nationalversammlung beim Abfassen der Verfassung beachtet werden müsse. Näcb Auffassung Bonner politischer Beobachter will die Bundesregierung auf diese Weise die Bedenken der süddeutschen Länder gegen etwaige zentralistische Tendenzen der Nationalversammlung beseitigen. Wie aus der Mitteilung des Bundespresesamtes hervorgeht, soll die Nationalversammlung auch unmittelbar das Gesetzgebungsrecht besitzen. Sie habe damit alle Möglichkeiten zur Wahrung einer rechtsstaatlichen Ordnung in Gesamtdeutschland in der Hand. Von der Möglichkeit, selbst eine Regierung zu bilden, wird nichts erwähnt, obwohl nach einem Buodestagsbeschluß die Nationalversammlung auch dieses Recht haben soll. Der Länderausschuß soll aus gewällten Vertretern der Länder der Bundesrepublik und der Sowjetzone bestehen. Für seine Wahl gelten die gleichen Grundsätze demokratischer Freiheit wie für die Wahl der Nationalversammlung. 24 Stunden au! brennendem Öltanker Bettungsboote und Funkstation zerstört - Besatzung war hilflos v SYDNEY (Neu-Schottland). 18 Seeleute berich- tetep am Donnerstag über die schrecklichsten 24 Stunden ihres Lebens. Sie hatten einen Tag und eine Nacht auf dem Deck des brennenden panamaischen Tankers „Transpet“ zugebracht, während sich die Flammen immer näher an die Tanks mit 32 000 Hektoliter Benzin, und 16 000 Hektoliter Dieselöl heranfraßen. Der Brand war nach einer Explosion ausgebrochen, als sich das Schiff am Montagabend in der Nähe der Magdaleneninsel im St.-Lorenz-Golf befand. Obwohl die „Transpet“ nur Awa 20 Kilometer vom Lande entfernt war, war die Besatzung hilflos. Durch die Explosion und das Feuer waren sämtliche Rnttungboote und die Funkstation zerstört worden. Lebensmittelvorräte und Unterkunftsräume waren ebenfalls vernichtet und ausgebrannt. Zwei Mann der Besatzung, die sich größtenteils aus Deutschen zusammensetzt, kamen ums Leben. Mehrere andere erlitten Brandverletzungen. Die Mannschaft wurde von dem britischen Frachter „Ottinge“ aufgenommen, der das brennende Schiff in der Nacht gesichtet hatte. Der Tanker sank kurz danach. Die v Ur- sacfae des Unglücks ist unbekannt. Eftie ägyptische „Wachmannschaft“ in der an die Suezkanalzone angrenzenden Provinz Shakaia gab am Donnerstag bekannt, daß Aegypter, die mit den britischen Soldaten Zusammenarbeiten, ausgepeitscht und mit heißem Eisen wegen Hochverrats auf der Stirn gebrandmarkt werden sollen. Klarheit über kommunistische Vorschläge TOKIO. In der Donners tagsitzung des Ausschusses für die Festlegung der Demarkationslinie in Kor ed wurde nach Mitteilung des UNO-Hauptquartiers kein definitives Ueberehikommea erzielt. Ein. Sprecher des UNO-Oberkommandos sagte, über einige Punkte sei man sich einig, aber viele seien noch strittig. Dafür hätten die Unterhändler der Vereinten Nationen völlige Klarheit über den kommunistischen Vorschlag gewonnen. Die von den Kommunisten für die Demarkationslinie zu Grunde gelegte Kampfzone liegt etwa 3 bis 5 km südlich der Linie, die von den Vereinten Nationen als Front angesehen wird. Im Kampfgebiet von Korea fiel am Donnerstag der erste Schnee. Die Kampfhandlungen ließen überall nach. Tumulte im persischen Parlament TEHERAN. Eine Sitzung der zweiten Kammer des persischen Parlaments, in der Außenminister Kazemi die Beendigung des Kriegszustandes zwischen Persien und Deutschland sowie Japan mitteilte, mußte am Donnerstagmorgen wegen stürmischer Tumultszenen abgebrochen werden. Die Opposition hatte der Regierung vorgeworfen, sie unternehme nichts gegen die kommunistische Bedrohung Persiens. Der „Oelmarsch“ Dar persische Ministerpräsident Mossadeq soll bei seiner Rückkehr aus Amerika in Teheran mit dem „Oelmarsch“, einem neu komponierten Musikstück, empfangen werden. Der Marsch soll von einer persischen Militärkapelle gespielt und auch über den Rundfunk verbreitet werden. Der Leiter der persischen Erdölbehörde Hussein Makki hat den „Oelmarsch“ für gut befunden. Truman unterzeichnet Äuslandshilfe-Gesetz WASHINGTON. Präsident Trumsin Unterzeichnete am Mittwochabend das Bewilligungsgesetz zur Ausgabe von 7 328 903 976 Dollar für militärische und wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten an die freie Welt. Neben der Summe für das kommende Geschäftsjahr bewilligt die vom Präsidenten Unterzeichnete Vorlage erneut die Ausgabe von 816 727 306 Dollar, die aus den Auslandshilfsgeldem des vergangenen Jahres übrig waren. Kurz nach der Unterzeichnung des Gesetzes wurde der bisherige politische Berater Präsident Trumans Averell Harriman auf sein neues Amt als „Direktor für gegenseitige Sicherheit“ vereidigt. Harriman, der in dieser Eigenschaft alle Auslandshilfsprogramme der USA leitet .erklärte nach der Vereidigung, das Hauptziel seiner neuen Dienststelle sei gegenseitige Sicherheit für die Vereinigten Staaten und die freie Welt auf dem Wege der Zusammenarbeit. Pleven auf schwankendem Grund Von Dr. Horst Ley Im gleichen Augenblick da man sich im Lager des Westens endgültig zu der Ansicht durchgerungen hat, die Europa-Armee stelle die beste und wirksamste Lösung in bezug auf den deutschen Beitrag dar, mehren sich in Frankreich die Kassandrarufe, die jedwede deutsche Wiederbewaffnüng überhaupt und ohne Einschränkung ablehnen. Wenn sich außerdem Anzeichen dafür bemerkbar machen, daß die parteipolitische Grundlage der Regierung Pleven bedenklich schwankt, so ist che Ursache hierfür zwar in den sich auftürmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten Frankreichs zu suchen, aber ein Auseinanderbrechen der gegenwärtigen Koalition würde aller Voraussicht nach auch auf den außenpolitischen Kurs bedeutsame Rückwirkungen haben. Der Ausgang der Oktoberwahlen in den Departements, bei denen ein Teil der Generalräte neü bestimmt wurde, hat entgegen vielfach geäußerten Erwartungen keine Beruhigung und Besserung der Atmosphäre in der Nationalversammlung gebracht. Die Regierung ist nach wie vor ohne eine zuverlässige Mehrheit, weil die Sozialisten sich gegen eine Beteiligung an einer großen Koalition sträuben, die nach rechts hin bis zu den Bauernparteilem und Unabhängigen reicht. Es ist deshalb selbst im Schoße der führenden bürgerlichen Mittelpartei der Radikalsozialisten der Gedanke ernsthaft erwogen worden, es doch einmal mit den Gaullisten zu versuchen. Aber weder möchte der- Staatspräsident zum „Hindenburg der Vierten Republik“ werden* noch ist General de Gaulle selbst bereit, den Abgeordneten seiner Sammlungsbewegung den Eintritt in eine Regierung zu gestatten, die nicht ausschließlich von ihm bestimmt wird. Immerhin wird aber gerade sein Standpunkt in der Rüstungsfrage von der gemäßigten Rechten und selbst in den Reihen der Radikalsozialisten geteilt, das heißt: Die Forderung nach einer starken französischen Armee, die nicht in einer Europa-Armee aufgehen dürfe, und Verhinderung einer deutschen Aufrüstung. Von links her reichen die Sozialisten den Vertretern dieser nationalistischen Auffassung die Hand. Bezeichnend hierfür ist ein neuer Artikel des bekannten sozialistischen Politikers Salomon Grumbach, der eine deutsche Wiederbewaffnung auch deshalb für „absolut unverzeihlich“ hält, weil man sich am Vorabend der UNO-Tagung in Paris und damit sehr wahrscheinlich auch vor Besprechungen der westlichen Außenminister mit Wyschin- ski befinde. . Darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die Franzosen die Chance eines neuen Vierergesprächs und einer Verständigung mit Moskau, die deutsche Divisionen überflüssig macht, am freudigsten aufgreifen würden. Aufschlußreich war in diesem Zusammenhang auch der Parteikongreß der Radikalsozialisten in Lyon. Dalädier, der sich scharf gegen jede deutsche Aufrüstung aussprach, hatte zwar nicht die Mehrheit der Partei hinter sich, aber immerhin eine beträchtliche Minderheit, die in dem Augenblick zu praktischer Geltung käme, wo der jetzt achtzigjährige Herriot die auseinanderstrebenden Kräfte nicht mehr mit seiner überragenden Persönlichkeit Zusammenhalten könnte. Der Kongreß schloß mit einem Bekenntnis zum Schuman- und zum Plevenplan, aber mit der bezeichnenden Begründung, das. wesentliche Ziel der beiden Pläne sei die Verhinderung des Wiederauflebens einer deutschen wirtschaftlichen und militärischen Vorherrschaft. Dies, nicht die Europa-Idee als solche ist den meisten Franzosen wichtig. In Lyon wurde weiter festgestellt, an die Errichtung einer brauchbaren französischen Armee für Europa sei gar nicht zu denken, so lange das Land sich militärisch und ^wirtschaftlich in Indochina verblute. Der Mangel an Sicherheit, der sich aus der finanziellen Schwäche und demzufolge aus dem schleppenden Gang der französischen Aufrüstung ergibt, ist begreiflicherweise ein zusätzlicher Grund für die Geneigtheit, mit Stalin zu einer Verständigung zu gelangen, wobei m$n bis jetzt freilich bestreitet, daß sie jemals auf Kosten Deutschlands Zustandekommen dürfe. Hier jedenfalls ergibt sich das deutsche Interesse an der innerpolitischen Entwicklung unseres westlichen Nachbarlandes, die im Augenblick in recht ungewissem Zwielicht liegt. Der offizielle Kurs drückt sich gewiß in den offenbar gut vorankommenden Pariser Verhandlungen über die Europa- Armee und neuerdings in dem Vorschlag Schumans aus, für diese Armee eine ' europäische politische Behörde zu bilden, die zusammen mit der Obersten Behörde für die Montanunion den Kern einer künftigen europäischen Regierung abgeben könnte. Es fragt sich doch, ob das auch noch der Kurs einer Regierung sein wird, die nach Pleven kommt. Diesmal keine „Baby-Atombombe" Zweite Phase der Atomwaffenmanöver mit iaianteristischem Einsatz angelaufen LAS VEGAS. Eine heftige Atombombenexplosion, I benversuch ein Kommunique, in dem die ExDlosion MWSn nwirt 1 4*» T nn T7nMn<* iTi w R/v O/ltn« _ 1 _ _A _ » V/Ü1W deren Druck in Las Vegas zahlreiche große Schaufensterscheiben zertrümmerte, leitete am Donnerstag die zweite Phase der taktischen Atatnwaffenmanö- ver in Nevada ein, in deren Verlauf Fallschirmjäger und Infanteristen eingesetzt werden. Während der Explosion, der von einer B 29 abgeworfenen Bombe, lagen etwa 1000 Fallschirmjäger 12 Kilometer von der Einschlagstelle entfernt in Grabenstellungen und Schützenlöchern. Heeresminister Frank Pace und General Mark Clark beobachteten die Explosion Von einem Bunker aus, der gleichfalls in der Nähe der Explosionsstelle liegt. Aus der Heftigkeit der Explosion, nach der wie bei allen früheren Versuchen eine pilzförmige in allen Farben leuchtende Rauchfahne hochschoß, schließen Sachverständige Beobachter, daß es sich diesesmal nicht um eine „Baby-Atombombe“ handelte. Die 6. Armee veröffentlichte nach dem Atombom- als ein großer Erfolg auf dem Wege zur taktischen Anwendung von Atomwaffen bezeichnet wird. Die Ergebnisse des Versuches würden nach der Auswertung wahrscheinlich beträchtliche Auswirkungen auf die militärische Ausbildung und die taktischen Lehren der Armee haben. Die von der Explosion der Atombombe hervorgerufene Erschütterung erreichte das 120 km vom Manövergelände entfernt liegende Las Vegas _ ein mondäner Kurort mit Spielkasino — innerhalb von sechs Minuten. Gleichzeitig wurde ein rollendes Donnern, vergleichbar mit dem Geräusch eines mit hoher Geschwindigkeit fahrenden Schnellzuges gehört. Die Erschütterung war so stark, daß Kurgäste, Einwohner und Journalisten, die auf den Dächern der Stadt standen, um Zeügen des Ereignisses zu sein fast umgestoßen wurden. \ Seite 2 / Nummer 255 Freitag, 2. November 1951 Keine Gnade für politische Häftlinge Aber eine Grotewohl-Erklärung zur deutschen Frage angekündigt Bart Kanada seine Brigade selbst bezahlen? BONN. Eide Entsendung einer kanadischen Brigade nach Deutschland hat zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Besatzungsbehörden und Kanada geführt. Die kanadische Regierung hatte die Bundesregierung vor einiger Zeit davon in Kenntnis gesetzt, daß sie eine Brigade in die Bundesrepublik verlegen wollte. Gleichzeitig ist mitgeteilt worden, Kanada betrachte diese Einheit nicht als Besatzungstruppe, sondern entsende sie zur Verstärkung der Atlantikpakt-Streitkräfte General Eisenhowers und werde sie selber unterhalten. Kanada, habe nach Ansicht alliierter Kreise dadurch bereits einer späteren deutschen Souveränität Rechnung getragen. Wie am Donnerstag in Bonn zuverlässig verlautete, herrschen zwischen den Besatzungsmächten und Kanada über den Status der Brigade verschiedene Auffassungen. Offiziell wurde nicht bestätigt, daß das britische Hohe Kommissariat der Bundesregierung bedeutet haben soll, es wäre unzweckmäßig, wenn die Bundesregierung ihrer Genugtuung über die kanadische Haltung Ausdruck verleihen würde. Britische und kanadische Stellen in Bonn gaben bisher keiflen Kommentar zu diesen Vorgängen. Vor Verstärkung der USA-Streitkräfte? WASHINGTON. Die r Stärke der amerikanischen Streitkräfte soll auf annähernd 3 900 000 Mann gebracht werden, was die bisherigen Pläne um 300 000 ‘ übersteigen würde. Präsident Trurnan habe, so wurde am Donnerstag in Washington erklärt, einem entsprechenden Voranschlag bereits zugestimmt. Nach diesem Plan sei im nächsten Jahr die Ausbildung von 1200 000 Mann vorgesehen. Das Verteidi- gungsmtnisterium sei der Ansicht, daß diese Zahlen ohne die Einziehung von Familienvätern oder von Kriegsteilnehmern erreicht werden können. Die Durchführung des Planes würde jedoch für fast alle Jungen Amerikaner eine volle zweijährige Dienstzeit notwendig machen. LONDON. Einige der höchstbezahlten Posten der Regierung Churchill sind noch nicht besetzt: Das Amt' des Generalstaatsanwalts, der bisher 10 000 Pfuncf im Jahr erhielt, und ‘das des Kronanwalts, der 7000 Pfund bezog. Ein weiterer noch offener Posten ist der des' Erziehunggmmisters. Abgeordnete,' die am Mittwoch erstmalig wieder im Parlament 'versammelt waren, erörterten die bange Frage, ob Churchill von ihnen eine Herabsetzung ihrer Diäten von 1000 auf 900 Pfund im Jahr verlangen werde. Am Donnerstag ernannte Churchill den konservativen Abgeordneten Eccles zum Minister für öffentliche Arbeiten. Ecoles ist als konservativer Wirtschaftpolitiker in der Beratenden Versammlung des Europarats hervorgetreten. Er wurde gleichzeitig zum Mitglied des geheimen Staatsrats (Privy Council) ernannt Das Kabinett befaßte sich in einer Sitzung am Donnerstag mit Plänen zur Behebung der Wirtschaftskrise. Schatzkanzler Butler gab einen Ueber- blick über die britische Finanzlage. Der „Sparkommissar“ im 'Churchill-Kabinett, Schatzkanzler Butler, hofft, durch den Abbau entbehrlicher Aemter mehrere Millionen Pfund jährlich einsparen zu können. Wie am Mittwoch in unterrichteten Kreisen verlautet, will er vor allem die Informationsdienste beschneiden, die in allen Ministerien während der letzten Jahre stark ausgebaut wurden. BERLIN. Der Präsident der Sowjetzonen-Volks- kammer, Dieckmann, hat in der Volkskammersitzung am Donnerstagnachmittag eine neue Erklärung des Sowjetzonen-Ministerpräsidenten Grotewohl zur Frage der deutschen Einheit für heute angekündigt. Der Sowjetzonen-Justizminister Fechner (SED) hat in einer Richtlinie zum „Gnadenerweis“ des Präsidenten Pieck für 20 000 Häftlinge ausdrücklich festgestellt, daß politische Vergehen „im allgemeinen“ von der Gnadenäktion nicht betroffen sind. Fechner kündigte sogar noch schärfere Strafen für „Feinde der Republik“, für Wirtschaftsvergehen Und Verstöße gegen entscheidende Sowjetzonengesetze an. Auf einer Arbeitstagung leitender Justizorgane der Sowjetzone in Ostberlin forderte er, daß an Stelle der bisherigen Zuchthausstrafen von ein bis zehn Jahren Höchststrafen bis zu 25 Jahren Zuchthaus für Wirtschaftsvergehen und lebenslängliche Zuchthausstrafen oder Zwangsarbeit für politische Vergehen treten soll. Auf das Ersuchen des Westberliner Abgeordnetenhauses, einer Delegation zu gestatten, den im Sowjet- zonen-Zuchthaus Waldheim inhaftierten sozialdemokratischen Abgeordneten Rüdiger zu besuchen, ist 14 Tage nach dem telegrafischen Appell noch immer keine Antwort eingegangen. Der Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Suhr bezeichnete in der Plenarsitzung am Donnerstag diese Haltung als Beweis dafür, daß die Sowjetzonen-Machthaber derartige Besuche nicht gestatten möchten. Auch dies sei ein praktisches Beispiel für die tatsächliche Bedeutung der Angebote Grotewohls zur Wiederherstellung der deutschen Einheit. Nuschke tarnt sich Der stellvertretende Sowjetzonenministerpräsident Otto Nuschke hat sich bei dem Besuch eines Häft-’ ling in einer Westberliner Strafanstalt am 15. Ok- Mittwochabend ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums. Es sind Mexiko, Brasilien, Südafrika, Kanada, Belgien Nationalchina und Griechenland. Die Sowjetunion Polen, die Tschechoslowakei Und neun weitere Länder, die zum westlichen Machtbereich gehören, haben bisher noch nicht geantwortet. Plastüas für Pakt mit Belgrad ATHEN. Der neue griechische Ministerpräsident General Plastiras erklärte am Mittwoch im griechi- * sehen Parlament, die Frage der Wiedervereinigung der (gegenwärtig britischen) Insel Zypern mit Griechenland sei zur Zeit nicht aktuell. Plastiras unterstrich den Wunsch auf weitere Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei und gab der Erwartung Ausdruck, daß sich das griechisch-jugoslawische Verhältnis verbessern werde. Plastiras sagte am Donnerstag in einem INS-Inter- view, ein kollektiver Sicherheitspakt mit Jugoslawien sei „höchst wünschenswert“. Plastiras stimmte der Erklärung Marschall Titos vom Mittwoch zu, daß die Armeen des Sowjetblocks nicht nur Jugoslawien sondern auch den Weltfrieden bedrohten. Plastiras sagte: „Jede Bedrohung Jugoslawiens wäre gleichzeitig eine Bedrohung Griechenlands und umgekehrt. Ich stelle mich nicht nur hinter die Erklärungen Marschall Titos, sondern ich möchte noch weitergehen und feststellen, daß es von Vorteil wäre, eine kollektive Sicherheitsregelung für beide Länder zu organisieren.“ tob er als „Kaufmann“ ausgewiesen. Dies teilte Justizminister Dr. Kielinfeer am Donnerstag vor dem Berliner Abgeordnetenhaus in einem Untersuchungsbericht über diesen Vorgang mit. Auf Grund dieser falschen Angaben sei Nuschke die Sprecherlaubnis erteilt'worden. FDJ stört Beformationsgottesdienste BERLIN. In verschiedenen Städten der Sowjetzone sollen nach Augenzeugenberichten die Reformationsgottesdienste am Mittwochvormittag von FDJ-Fanfa- rengruppen und Laienspielgruppen gestört worden sein. Dies sei besonders in Dresden, Eisenach und Leipzig der Fall gewesen, wo die vor den Kirchen aufmarschierte FDJ für eine „öffentliche Aufklärung der Nationalen Front für deutsch-sowjetische Freundschaft“ geworben haben soll. In Ludwigslust (Mecklenburg) sei unmittelbar vor dem Haupteingang des Domes ein Rednerpodium der Nationalen Front auf- gestellt worden. Dadurch waren die Besucher der Reformationsgottesdienste gezwungen, die Nebeneingänge des Domes zu benutzen. 1,4 Milliarden Dollar für Sowjetpropaganda PARIS. Die UdSSR und ihre Satellitenstaaten geben alljährlich für Propagandazwecke in Frankreich 150 Millionen Dollar aus. Die gesamten Ausgaben der UdSSR für ihre Auslandspropaganda werden auf 1,4 Milliarden Dollar jährlich beziffert. Polnische Neusiedler werden Grundeigentümer WARSCHAU. Die polnischen Neusiedler in den unter polnischer Verwaltung stehenden deutschen Ostprovinzen sind durch ein vom polnischen Parlament am Mittwoch gebilligtes Regierungsdekret zu Eigentümern der von ihnen übernommenen ehemals deutschen Bauernhöfe gemacht worden. In der Debatte über dieses Dekret im Parlament wurde die Bedeutung dieser Maßnahme wegen der verschärften „Angriffe der Imperialisten und Faschisten gegen die polnischen Westgebiete“ hervorgehoben. „Grenzstationen der Freiheit" NEW YORK. „Grenzstationen der Freiheit" entlang dem Eisernen Vorhang will das Internationale Hilfskomitee, eine private amerikanische Organisation, .für Flüchtlinge aus dem Osten errichten. Das Komitee hat bereits eine Aktion eingeteitet, um zwei Millionen Dollar für diese Zwecke aufzubringen. Die Flüchtlinge sollen in diesen Grenzstationen ärztliche Hilfe, Verpflegung und Bekleidung erhalten und beraten werden, wie und wo sie eine neue Heimat finden können. Weniger als ein Prozent Wohnungen FRANKFURT. Ein maßgebender Beamter des amerikanischen Hohen Kommissariats in Frankfurt wies am Mittwoch darauf hin, daß am 31. August dieses Jahres weniger als ein Prozent sämtlicher Wohnungen im amerikanischen Besatzungsgebiet von Amerikanern und ihren Familien bewohnt wurde. Von den 3,5 Millionen Wohneinheiten seien an diesem Stichtag nur 22 842 beschlagnahmt gewesen. Das im Januar vorigen Jahres begonnene Bauprogramm der amerikanischen Armee wurde von dem Sprecher als ein neuer Schritt auf dem Wege zu einer völligen Freigabe deutscher Liegenschaften bezeichnet. Die inzwischen neu gebauten Häuser würden jetzt zusätzlich als Unterkunft benutzt, so daß die deutsche Bevölkerung trotz des mit den verstärkten Verteidigungskräften erheblich gestiegenen. Bedarfs an Unterkunftsraum keine Wohnungen mehr zur Verfügung stellen müsse. Regierungsantritt im Zeichen der Sparsamkeit ^ Britisches Kabinett nicht vollständig - Generalzahlmeister für Atomfragen zuständig Hinter der am Dienstag mitgeiteiiten Ernennung eines britischen „ Generalzahlmeisters“ im Kabinettsrang verbirgt sich die Schaffung eines besonderen Ministeramtes für die Atomforschung. Premierminister W inston Churchill gab am Mittwochabend bekannt, daß Lord Cherweil, der ehemalige Professor Lindemann, mit der Ueberwachung der Atomforschung und Atomproduktion beauftragt sei. Gewerkschaften danken Attlee LONDON. Der Generalsekretär des britischen Gewerkschaftsbundes (TUC), Sir Vincent Tewson, dankte dem bisherigen Premierminister Attlee und der Labourparty in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben für die geleistete Arbeit. Attlee und seine Minster hätten in sechs Jahren ein Ges etzes- Programm entwickelt, wie Großbritannien es zuvor noch nicht erlebt habe. Attlee habe in einer relativ kurzen Zeit umwälzende Arbeit geleistet. Sieben Staaten für Italien-Bevision WASHINGTON. Sieben Staaten haben bisher den USA ihre Unterstützung für eine Revision des italienischen Friedensvertrages zugesagt, erklärte am Spanien wünscht militärische Partnerschaft Madrid bereit, Luft- und Seestützpunkte zur Verfügung zu stellen MADRID. Die amerikanische Militärmission, die in den vergangenen zwei Monaten die Möglichkeiten eines spanischen Beitrages zur Verteidigung der westlichen Welt untersuchte, hat ihren Bericht abgeschlossen und wird Spanien in den nächsten Tagen verlassen. Der Bericht wird, wie von der US-Botschaft in Madrid mitgeteilt wurde, dem amerikanischen Generalstab unterbreitet. In Madrid ist man der Auffassung, daß die Entwicklung zu einem zweiseitigen Abkommen führen wird, das den amerikanischen See- und Luftstreitkräften die Möglichkeit gibt, auf den iberischen Halbinseln Stützpunkte zu unterhalten. Die dreißig hohen amerikanischen Offiziere hätten außerdem den Eindruck erhalten,, daß die spanischen Streitkräfte bei genügender materieller Unterstützung die Pyrenäen zu einer wirkungsvollen Verteidigungsstellung machen können. Von spanischer Seite wird betont, daß Spanien bereit sei, amerikanischen Luft- und Seestreitkräften Stützpunkte zur Verfügung zu stellen, doch müsse dies im Rahmen einer allgemeinen militärischen Partnerschaft geschehen, nicht aber gegen eine Anleihe. Der spanische Nationalstolz lasse eine Regelung dieses Problems durch eine Handelstransaktion nicht zu. Obwohl keine Einzelheiten aus .dem Bericht bekannt geworden sind, hält man es für wahrscheinlich, daß die Errichtung von drei größeren Luftstützpunkten und die Schaffung eines Heimathafens für die seit Jahren im Mittelmeer stationierten US-Seestreitkräf- te empfohlen werden wird. Der Leiter der amerikanischen Militärdelegation, General Spry, ist am Donnerstag von Madrid nach Paris geflogen. Es wird erwartet, daß er mit dem Hauptquartier General Eisenhowers konferiert, bevor er nach Washington weiterfliegt, um über die Verhandlungen seiner Delegation mit der. spanischen Regierung zu berichten. Washington feiert Prinzessin Elisabeth WASHINGTON. Prinzessin Elisabeth und ihr Gatte, der Herzog von Edinburgh, die Mittwochabend in Washington eintrafen, haben das Interesse der amerikanischen Hauptstadt am Donnerstag völlig auf sich konzentriert. Noch am Mittwochabend mußte sich das königliche Paar 900 Journalisten stellen, denen die britische Thronfolgerin sagte, wie sehr ihre Familie und ganz England von den freundlichen Gefühlen beeindruckt gewesen sei, die von den Vereinigten Staaten König Georg während seiner Krankheit entgegengebracht wurden. Am Donnerstagmorgen unternahmen Prinzessin Elisabeth und ihr Gatte eine Besichtigungsfahrt durch Washington. Das Hauptereignis des Tages war efc Empfang in der britischen Botschaft, zu dem 4 000 Gäste geladen wurden. Im Garten der Botschaft war eine ganze Zeltstadt für die geladenen Diplomaten, Politiker, Presseleute und alles, was Rang und Namen in Washington hat, aufgebaut worden. Kommunistische Umsturzpläne in Japan? TOKIO. Der japanische Generalstaatsanwalt teilte am Donnerstag einem Parlamentsausschuß mit, er untersuche gegenwärtig eine angebliche kommunistische Verschwörung, die das Ziel verfolgt haben soll, das kaiserliche Regime durch einen bewaffneten Aufstand zu beseitigen und in Japan eine Volksrepublik zu errichten. Er habe Nachrichten erhalten, daß die japanischen Kommunisten und ihre Mitläufer aktive Vorbereitungen für gewaltsame Aktionen treffen. Die Mehrzahl der kommunistischen Führer, die nach den antikommunistischen Maßnahmen der Alliierten verschwanden, hielten sich noch immer in Japan verstecht. Alarmbereitschaft in Thailand BANGKOK. Die thailändische Polizei wurde am Donnerstag nach der Aufdeckung eines kommunistischen Komplotts in Alarmbereitschaft versetzt. Ministerpräsident Pibul Songgram gab vor dem Parlament bekdhnt, daß ein kommunistisches Komplott zu einer „verstärkten Tätigkeit“ im ganzen Lande aufgedeckt worden sei. Die Kommunisten hätten sofort mit ihrer Aktion beginnen wollen. Arabisch oder Deutsch KAIRO. Zuständige Kreise in Kairo halten es für ratsam, daß deutsche Exportfirmen, die mit ägyptischen Unternehmen in Geschäftsverbindung stehen, ihren Schriftwechsel in absehbarer Zeit auf arabisch umstellen. Falls dies nicht möglich sein sollte, sei die Benutzung der deutschen Sprache Jm Geschäftsverkehr anzuraten, die im Nahen Osten der englischen Sprache vielfach vorgezogen wird. Es mehren sich Berichte aus Aegypten, nach denen ägyptische Behörden Zuschriften in englischer. Sprache mit dem Hinweis abgewiesen haben, die Korrespondenz künftig in arabischer Sprache zu führen. Alle ausländischen Banken m Aegypten sind ebenfalls ersucht worden, ihren Schriftwechsel aufs Arabische umzustellen. Britischer Botschafter von ägyptischem Arbeiter zum Duell gefordert KAIRO. Großbritanniens Botschafter in Kairo staunte nicht wenig, als ihm dieser Tage eine Forderung zum Duell auf den Schreibtisch flatterte. Der ägyptische Arbeiter Hassan Ahmed, von dem die Herausforderung stammte, überließ es dem Vertreter Großbritanniens in Aegypten, Zeit und Ort des Zweikampfes und die Waffen — Degen oder Pistole — zu bestimmen. Die Kairoer Zeitung „Le Messager“ schreibt, Sir Ralph Stevenson knobele jetzt, ob er Degen oder Pistole; Kairo oder Ismailia, Tages- oder Kerzenlicht wählen-und ob er die Presse zum Duell raden solle., ßie'Angelegenheit verspreche jedenfalls „ein Ereignis ersten Ranges zu werden“. Kleine RunduUau BERLIN. Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende und Chefredakteur des „Kurier“, Ernst Lemmer, hat am Donnerstag das Bundeskanzleramt in Bonn telefonisch gebeten, von seiner in Aussicht genommenen Berufung als Bundespressechef Abstand zu nehmen. BONN. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung von Indien sind grundsätzlich übereingekommen, ihre gegenseitigen diplomatischen Vertretungen in den Rang von Botschaften zu erheben. BONN. Bundespräsident Professor Heuß nahm am Mittwochabend an der Reformationsfeier der Bonner evangelischen Kirchengemeinde teil. LONDON. Die britische Admiralität gab am Donnerstag bekannt, daß sie ihre Mittelmeerflotte durch vier Zerstörer verstärkt. BOSTON. Der Staatssekretär im französischen Außenministerium Maurice Schumann sagte am Mittwoch in Boston, eine Verteidigung Europas sei strategisch nur möglich, wenn die nordaftikanische Küste in das gemeinsame Verteidigungssystem einbezogen werde BOLOGNA. Das Militärgericht ln Bologna veruteilte am Mittwoch den wegen Kriegsverbrechen angeklagten ehemaligen SS-Sturmbannführer Reeder zu lebenslänglichem Zuchthaus. DJAKARTA. Das indonesische Außenministerium hat, wie der indonesische Rundfunk am Donnerstag meldet, die Absicht, offizielle Vertretungen in der Bundesrepublik einzurichten. -p« T>< «" JW< "" ROMAN VON RUDOLF ANBERL Copyright by Münchner Roman-Verlag, München-Pasing 32 (Nachdruck verboten) „Ein wundervoller Menschen!“ seufzt die Tante hinterher. „Ein Mann von Welt. Dem Mann, Claudia —!“ „Tja“, antwortete Fräulein Schoppenstein. Sonst nichts. Pünktlich um halb acht ist Tommy da. Er trägt einen Frack, der über jeden Tadel erhaben ist. Seine Krawatte ist groß wie die Flügel eines tropischen Schmetterlings. Seine Lackschuhe könnten als Spiegel benützt werden. Kritisch mustert er Claudias Toilette: man müsse da hierzulande außerordentlich wählerisch sein, nicht zu kostbar, aber auch um Gotteswillen nicht zu konventionell oder gar auf die Provinz zugeschnitten, noch dazu in seiner Stellung, man beobachte namentlich die Herren aus den Botschaften so aufmerksam... Claudia hat Glück, er ist zufrieden. Er ist es noch mehr, als man seiner Begleiterin bewundernde Blicke schenkt, wie er rföt ihr in der Pause im Foyer plaudert. Und da «ind auch ein paar Bekannte Tommys der junge Graf de Court, Monsieur Levalle, Rennstallbesitzer und -Eisenaktionär, Baron Couveier, Monsieur Cupont und so weiter. Sie sehen alle gut aus und sind nach der letzten Mode gekleidet- sie unterhalten sich über Pferde und Autos und das letzte Jeu im Club. — Ob Mademoiselle Schoppenstein morgen abend mit zu Latour kommen würde? Natürlich käme sie, antwortet Tommy rasch im Namen seiner Verlobten. Dieses gastfreie Haus der entzückenden Eugenie Latour müsse Claudia einfach kennenlernen. — Er ist dabei etwas verlegen geworden, aber auch nur für die Dauer einer halben Minute. Schließlich ist er ja Diplomat. Und da ist Gott sei Dank das Klingelzeichen zum letzten Akt... Anschließend nehmen sie das Souper bei Philippe in der Rue Daunon. Man scheint Tommy dort zu kennen. Ein Tisch ist bereits serviert. Er geht sehr stilvoll und sehr gemessen. Die Preise sind phantastisch. Tommy nimmt großartig einen Schein aus der Brieftasche und wirft ihn dem Kellner zu, der sich mit der Grandezza eines spanischen Großgrundbesitzers verbeugt. Die Tante ist sprachlos; so also benehmen sich wirkliche Leute der großen Welt. Was der Junge wohl Trinkgeld gegeben hat? — Sicherlich mehr als zehn Prozent. Aber danach frägt man wohl nicht. Ueberhaupt, wenn man aus Valley kommt oder auch aus Luzern, dann kann man hier nichts Besseres tun, als die Augen aufmachen und den Mund halten! Tommy bringt die Damen heim. Er verabschiedet sich am Hotelportal; Morgen, schlägt er vor, morgen möchte er den Damen Paris 1 zeigen. Die Tirilierten und den Louvre, möchte im Eiffelturm essen und vielleicht noch Schloß Fontaineblau besichtigen. Nachmittags gegen fünf Uhr dann kleiner Sprung in ein Tanzrestaurant; er wisse da eines am Montpamasse, exzellent, etwas teuer, aber hervorragende Musik und höchst intime Bedienung. Man müsse auch diese Seite der Stadt kennenlernen, natürlich. Ob die Damen damit einverstanden sind? Aber natürlich! Die Tante plaudert noch eine volle Stunde im Bett. Claudia hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und gibt höchst einsilbige Antworten. Endlich wird es ruhig; die Witwe des Bierbrauers ist eingeschlafen. Nur Claudia schläft noch lange nicht. Am nächsten Vormittag gegen zehn Uhr ist Tommy da. Er hat einen Bekannten mitgebracht, den jungen Baron Couvier, denn er selbst habe leider keine Zeit . . . Geschäfte, leider, leider . . . aber zu einem Besuch des Louvre sei sein Freund Couvier an sich besse? als er. Couvier nämlich gelte als anerkannter Kunstexperte; er, habe sogar schon einmal einen Aufsatz über Watteau- im „Journal“ geschrieben. Die Damen möchten entschuldigen. Am Nachmittag habe er wieder Zeit, so gegen drei Uhr. Fontaineblaü wäre in einer Stunde erledigt, und dann nichts anderes als zum Tanz! — Damit geht er. „Schade“, sagte die Tante. „Macht nichts“, sagt Claudia. „Von Kunst versteht er nämlich wirklich nichts. Er erklärte einmal allen Ernstes, der gute Tommy, daß eine Sonate von Tizian nicht nach seinem Geschmack sei und Bilder von d‘Albert mit Schinken bezeichnet werden müßten. Wir sind Ihnen, Baron, um so dankbarer, wenn Sie sich unser annehmen. Mein Französisch ist freilich ein wenig holprig; was man in sechs Jahren in Lausanne lernt, vergißt man später nur zu rasch. — Aber es wird schon gehen. — Wollen wir abfahren?“ „Verfügen Sie ganz über mich“, antwortet der junge Mann galant. „Ich bin glücklich, Ihnen meine Dienste leihen zu können . . . außerdem hatte ich für heute morgen so nichts vor, bitte . . .“ '■ Es zeigt sich, daß der Baron wirklich halbwegs ein kundiger Cicerone ist. Er versteht sich allerdings auf Hotels noch besser als auf Rembrandt, Michelangelo oder Leonardo, und schon während des Rundgangs durch die berühmten Sammlungen schwärmt er in höchsten Tönen von den Leckereien die man bei Tortoni in der Avenue des Champs- Elysöes bekommt. Also geht man dorthin. Das Essen ist Wirklich vortrefflich. Am Nachmittag erscheint Tommy im Hotel. — Zu seinem Erstaunen ist Claudia allein. Die Tante sei weggegangen, spazieren auf eigene Faust, da ihr Claudia sagte, er Tommy, habe abtelephoniert. — Abtelephoniert? — Aber er ist doch da> —! „Setz dich einmal“, lächelte sie ihn an und dabei drückt sie ihn sanft auf einen Stuhl. „Das Ganze ist natürlich ein kleiner Schwindel. Ich habe ihn inszeniert, um dich einmal allein sprechen zu können. Schließlich bin ich nicht nach Paris gekommen, um von einem Museum an das andere geschleppt zu werden, sondern in erster Linie deinetwegen. Jetzt habe ich dich. — Wie geht es dir eigentlich?“ „Ach so!“ sagt er ein wenig unsicher. Auch eine weniger scharfe Beobachterin als- Claudia mußte merken, daß ihm dabei nicht völlig wohl ist. „Danke, es geht mir gut, natürlich. Wie kommst du auf diese Frage?“ „Weil ich es tatsächlich nicht wußte. — Weißt du, wann ich den letzten Brief von dir bekam? — Vor sieben Wochen. In der Zwischenzeit erhielt ich ab und zu eine Karte, das war aber schon alles —“ „Die Arbeit —“ „Weiß ich. Immerhin, um der eigenen Braut zu schreiben, wäre doch manchmal noch eine Stunde Zeit gewesen. Schließlich wollen wir doch auch einmal heiraten.“ „Selbstverständlich —“ „Deinem langen Schweigen nach scheint das gar nicht so selbstverständlich zu sein“, meint sie ruhig. Sie schiebt sich einen Stuhl zu seinem heran und beobachtet ihn aufmerksam. „Jetzt sei einmal fünf Minuten ernst und nur für mich da, Tommy. Wir sind jetzt fast zwei Jahre lang verlobt. Ewig ist dieser Zustand nicht gerade schön. — Was für einen Vorschlag hast du mir zu machen?“ „Aber du studierst doch!“ „Gewiß, mit deinem Einverständnis. Du wußtest aber auch, daß ich sofort in München aufhören würde, wenn du es, wünschen solltest.“ Der junge Mann im tadellosen Straßenanzug macht ein höchst hilfloses Gesicht. „Das kommt ein wenig plötzlich“, versucht er zu scherzen. „Zuerst schon deine unerwartete Anmeldung zu einem Besuch —“ „Ach. Kam ich so unerwünscht?“ „E>as habe ich nicht gesagt!“ „Aber es klang fast so“. „Ich wußte wirklich nicht; daß du so feine Ohren hast“, entgegnete er gereizt. „Also schön, wir heiraten. Das ist doch klar. Wenn man sich schon einmal verlobt. Aber Ich mödjte noch warten -“ „Wie du es wünscht. — Wie lange noch?“ „Muß ich mich auf den Tag festlegen —?“ „Ach, keineswegs. Aber auf das Jahr wenigstens, dazu habe ich wohl das Recht. — Heuer also nicht mehr“ „Meine liebe Claudia —“ „Also im nächsten möglicherweise“, fährt sie fort. Sie steht auf und tritt an das Fenster. Das Weinen sitzt ihr in der Kehle. Er geht auf sie zu und will nach ihrer Hand fassen. „Claudia“ — „Bitte, laß das“, wehrt sie ihnj. Am Abend fuhren sie zu Latour. Die Tante ist selbstverständlich mit dabei. Claudia ist etwas einsilbig, aber Tommy spricht dafür um so mehr. Seine Unruhe ist nicht gespielt. Sie ist ausnahmsweise echt. * (Fortsetzung folgt) Mt. Heaest sammelte Klöstet .Er wohnte in einem Märchenschloß — Ein Schlafzimmer für 600 000 Dollar Beverly Hills. Im Alter von 88 Jab ren starb William Randolph Hearst, Amerikas Zeitungskönig. Hearst war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Zeitungswelt. Sammeln der verschiedensten Gegenstände kann zur Leidenschaft werden. Unwahrscheinlich mutet es an, daß W. R, Hearst, der amerikanische Zeitungskönig, alte Gebäude und insbesondere alte Klöster gesammelt hat. Auf seinen unzähligen Weltreisen, die ihn mehrfach nach Spanien und Italien geführt haben, besichtigte er die alten Gebäude. Diejenigen die ihm gefielen, kaufte er einfach. Ließ sie abbauen, die Steine und sonstigen Einzelteile numerieren, in Kisten verpacken und nach Amerika schicken. Dort wurden die Gebäude in ihrer ursprünglichen Form auf der „Hearst Ranch“, die zwischen San Franzisko und Los Angeles liegt, i Fachleuten wiedererrichtet. Klöster schlummern noch in Kisten Über 22 000 Kisten mit „Klöstern und alten Bauwerken“ wurden über den Ozean transportiert und feierten im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten ihre Wiederauferstehung. Das 1141 erbaute Cister- ciensterkloster aus Spanien wurde in jüngster Zeit an Mr. Hearst „geliefert“. Einige alte Gebäude und zwei „komplette“ Klöster wurden nicht mehr errichtet, sie schlummern noch in Kisten und wahrscheinlich wird sich niemand mehr die Mühe machen, die Gebäude äufzubauen. Zeitungen brachten Millionen Hearst gehörte zu dem Kreis der Multimillionäre. Sein Vermögen machte er mit Zeitungen und Zeitschriften. Der 1863 in San Fanzisko geborene William hatte einen reichen Vater, der ihm nach Abschluß seines Studiums einen Scheck mit. einer fünfstelligen Zahl in die Hand drückte. Als erstes kaufte sich der junge William ein vor der Pleite stehendes Provinzblättchen, das er mit den bekannten „Hearst- Farolen“ in kurzer Zeit zu einer großen Tageszeitung machte. Es dauerte nicht lange und Hearst kontrollierte 28 Tageszeitungen und 13 Zeitschriften. Seine Stärke lag darin, daß seine Blätter anti- kommunistisch eingestellt waren. Hearst war einer der geschicktesten Journalisten und dazu ein versierter Kaufmann, der neben dem Zeitungsgeschäft noch viele Möglichkeiten fand, sein Geld zu vermehren. Sein Wunsch war es, mit diesen einflußreichen Propagandainstrumenten die Wahl zum Präsidenten der USA zu erreichen. Seine Politik und seine Reden fänden aber bei den Wählern nicht das gewünschte Echo. Er war lediglich für zwei Perioden Abgeordneter des Reprä sentantenhauses. Privatflugplatz für Gäste Die unbeschränkten Geldmittel ermöglichten Hearst jeden Luxus und setzten seinen Sammelleidenschaften keine Grenzen. Er selbst wohnte in einem Märchenschloß. „La Casa Grande“, wie er sein Wohngebäude nannte, das im spanischen Kirchenstil erbaut ist, liegt auf einem erhöhten Plateau und ist weithin sichtbar. Die einzigen Verbindungen mit der Außenwelt wurden durch Funkverbindungen, Telefofle und einem Privatflugplatz, den er eigentlich für seine Gäste hatte bauen lassen, aufrechterhalten. Der Park, der durch riesige' Eisentüren von der Außenwelt abgeschlossen ist, versetzt den Besucher in den Hof eines indischen Märchenpginzen. Zebras, Giraffen, Lamas, seltene Vögel und sogar Löwen und Tiger- schleichen durch den Jahrhunderte alten Waldbestand . Das Schloß selbst mutet wie ein Museum an. Chinesische Vasen, Ölgemälde, uralte Kirchenstühle ^nd Gobelins von unschätzbarem Wert sind überall zu finden. Der riesige Speisesaal bietet allein über 200 Gästen Platz. Der alte Herr liebte die Geselligkeit und oft waren weltbekannte Schauspieler von Film und Bühne bei ihm zu Gast, die in seinem Privattheater auftraten. Jedem Besucher ließ Hearst eine gahze Zimmerflucht zum Wohnen anweisen. Sein eigenes Schlafzimmer zeigte er aber nur selten. In diesem Raum befinden sich Möbel und Gobelins, die mit einem Gesamtwert von 600 000 Dollar versichert sind. Die Fremdenzimmer sind fast alle mit Betten ehemaliger europäischer Könige und Fürsten eingerichtet und selbst in diesen Zimmern hängen nur Gemälde alter Meister wie Rembrandt, Rubens und Goya. Fünf Erben Mit Willihm Randolph Hearst verlor die amerikanische Zeitungswelt ihren bekanntesten Herausgeber, der einen kometartigen Aufstieg genommen hatte und die Massen jahrelang im Banne hielt. Doch seit 1935 ließ sein Einfluß merklich nach und Hearst war klug genug, das seihst zu erkenn.en. Hearst hinterließ nun seinen fünf Söhnen das riesige Vermögen und 41 Zeitungen. Ob der Konzern so wie bisher geschlossen bleibt, ist noch nicht entschieden, es besteht die Möglichkeit, daß die Söhne die »Erbmasse aufteilen. Englands KdF-König setzt Millionen um Billy Butlin, der Manager der Urlaubsfreuden William Randolph Hearst, der amerikanische ZeitungskÖnig. der am 14.. August nach längerer Krankheit in Beverly Hills (Kalifornien) gestorben ist. (dpa-Bild) William Butlin ist ein kleiner schnurrbär tiger Mann mit großen Ideen, der wie ein Durchschnittsengländer aussieht und genau weiß, was seine Mitmenschen sich wün sehen und brauchen. Der heute 50jährige wurde in Kanada erzogen, nahm am ersten Weltkrieg teil und trat dann in die Dienste eines Geschäftes in Toronto. Auf einem winzigen Frachter arbeitete er sich, als ihn die Abenteuerlust packte, als junger Matrose nach London hinüber. Mit einer Heuer von fünf Pfund ging ef in der Themsestadt an Land. Nach dem Ratschlag eines Onkels legte er sein „Kapital“ als Geschäftsmann des Jahrmarktes an. Sein Prinzip „leben und leben lassen“ bewährte sich glänzend. „Man muß den Leuten für ihr Geld etwas bieten!“ Butlin betrieb auf Rummelplätzen Glücksspiel-Rennen, die sogenannten „hoopla Stalls“. Er verteilte mehr Gewinne als seine Konkurrenten und fuhr gut dabei. Im Trubel des Vergnügungsparks erwarb er sich den Grundstock seines Vermögens. Dann, warf er sich mit 50 000 Pfund auf das „Ferien-Gesehäft“ und borgte sich noch einmal die gleiche Summe hinzu. Sechzig Meilen vor London erstand 1936 an der Nordseeküste das erste Volksbad der „organisierten Erholung“. In der Filey- Bucht Yorkshires, in einem romantischen Kurort des Berglandes Wales, in Clacton on Sea und Shegneß stehen den Bürgern Englands heute sechs „Ferien-Camps“ zur Verfügung. Rund 500 000 „Insulaner“ nehmen an jeder Feriensaison teil und bringen Butlin Millionen ein. Dafür besucht er sie dann und wann mit seinem Privatflugzeug, macht strahlend mit und läßt sich „Billy“ nennen. Opemgastspiele, Konzerte, klassisches Ballett, Tingel-Tangel und Ringel- 80000 Haare und eine Glatze Wie oft essen Sie in Ihrem Leben? / Statistik des Lebens Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie oft Ihr Herz im Laufe- Ihres Lebens schlägt oder wieviel Mahlzeiten Sie von der Wiege bis zur Bahre einnehmen? Nein, sicher noch nicht! Und deshalb hat ein schwedisches wissenschaftliches Institut eine Statistik aufgestellt, die das menschliche Leben ganz genau in Zahlen auszudrücken versucht. Hören wir also einmal, welche beträchtlichen Leistungen wir, ohne es zu wissen, vollbringen! Die medizinische Wissenschaft hat fest- gestellt, daß unser Herz, vorausgesetzt, daß wir nicht gerade verliebt sind, ungefähr-5000 Mal in der Stunde schlägt. Das bedeutet, daß wir es während des ganzen Lebens auf rund zwei Milliarden Herzschläge bringen. Wie oft atmen wir ein und aus? Normalerweise versorgen wir unsere Lungen in der Minute durch 27 Furcht vor der Furie Mister Henkey zog es vor, aus den Fenster des zweiten Stocks seiner Wohnung zu springen, bevor ihn seine Frau Minny mit dem Ausklopfer erreichte. Nachbarn sorgten für seine Einlieferung in ein Krankenhaus, da er sich ein Bein gebrochen hatte. „Das ging noch gut ab. Wenigstens hat mich die Furie nicht erwischt, die mich immer schlägt, wenn ich mehr als drei Zigarren a» einem Tag rauche“, sagte er zum Chefarzt. Eine hervorragende Rolle Unter dem tosenden Beifall der Zuschauer verließ der Häftling Saywell Gordon die kleine improvisierte Bühne, auf der er im Gefängnis von Carrera auf der Insel Trinidad vor seinen „Kollegen“ und Wächtern die Rolle eines wichtigtuerischen Polizisten gespielt hatte. Bei Beginn des zweiten Aktes aber suchte man ihn vergebens. Die Alarmsirenen heulten, das Lustspiel wurde sofort abgebrochen, doch Gordon blieb unauffindbar. Er hatte sich samt seiner Uniform aus dem Staube gemacht. Atemzüge mit Luft. Das ergibt an unserem 60. Geburtstag die stattliche Zahl von 851 472 Atemzügen. Dieser 60. Geburtstag ist überhaupt ein geeigneter Zeitpunkt zum Nachdenken, finden die schwedischen Statistiker. An diesem Tage kann der Mensch nämlich auf 720 Monate oder 3120 Wochen seines Daseins zurückblicken, und in dieser langen Zeit kann schon einiges geschehen. Nehmen wir an, daß wir durchschnittlich 9 Stunden täglich geschlafen haben,, so brachten wir es auf die hübsche Summe von 197100 Stunden süßen Schlummers. Wahrscheinlich haben wir auch dreimal täglich gegessen, mal schlechter und mal besser, wodurch wir die Erinnerung an 65 700 Mahlzeiten in-unser 61. Lebensjahr hinüberretten können, wenn nicht Küchenmeister Schmalhans uns öfters um das Mittags- und Abendbrot geprellt hat. Auch gewisse mechanische Vorgänge unseres Ichs lassen die Statistiker nicht ruhen. Da sind beispielsweise die Fingernägel, die innerhalb von sieben Tagen ungefähr - einen Millimeter wachsen. Würde man seine Nägel niemals schneiden und sie auch nicht täglich durch Handgriffe abnützen, so käme man im Alter zu 30 Meter langen Fingernägeln, ein groteskes Bild der Phantasie. Unser Haar dagegen wird innerhalb von* 24 Stunden ungefähr 0,25 Millimeter länger. Man sollte daher annehmen, daß man es im Verlauf des Lebens, ließ man sich die Haare niemals schneiden, zu einem 5 Jus 6 Meter langen Zopf bringen könnte. Doch hier macht die Natur einen Strich durch die statistische Rechnung, denn das menschliche Haar beginnt bei einer gewissen Länge mit dem Wachstum zu streiken. Die Mediziner behaupten, daß der Mensch im Durchschnitt 80 000 Haare auf dem Kopf trägt. Nehmen wir nun an, daß man den Höhepunkt des Daseins überschritten hat und von seinen 80 000 Haaren täglich etwa 20 verliert, so dauert es nur ein Jahr bis sich die männliche Lockenpracht um ein Zehntel verringert und nur drei Jahre, bis sie sich in schütteren Haarwuchs und eine „besonders hohe Stirn“ verwandelt hat. reihen arrangiert der „Butler-Service“ für jeden Geschmack und verschiedene Gehaltsstufen. Verkaufsläden florieren, Verkehrstafeln weisen zu Sportplätzen, auf denen Fachkräfte Tennis, Korbball, Kricket, Rollschuh, Rudern und so fort überwachen. Tief bronziert kehren Butlins Freunde jährlich heim. Schon 1947 fuhr „Billy“ mit der „Queen Elizabeth“ nach New York, um neue Geschäftsverhandlungen zu führen. Sie sicherten ihm gegen Preisgabe seiner Erfahrungen und Mitarbeiter seines Stabes von „Ferien-Spezialisten“ eine Beteiligung von 20 bis 25 Prozent bei einer Gründung amerikanischer „KdF-Kolonien“. Er selbst brauchte kein Kapital zuzuschießen. Dollar konnten verdient werden, ohne daß Devisen VENEDIG DOGENPALAST UND MARKUSPLATZ ausgegeben wurden. In Kanada versuchte sich Butlin dagegen in eigener Regie. Psychologie studierte dieser Manager des Vergnügens nicht. Ihjn genügt die Menschenkenntnis, die er einst auf den Rummelplätzen erwarb. Er weiß eben, daß es köstliche Freud^ bereitet, unentgeltlich auf eine Palme zu klettern, selbst wenn man im Schatten der Wolkenkratzer über ein Bankkonto verfügt. Teufelsfarn schießt auf Insekten Im Wald der fleischfressenden Pflanzen und der „schreienden“ Kürbisse Der brasilianische Forscher Maxwell Clark ist dieser Tage aus dem Wald der fleischfressenden Pflanzen „wohlbehalten“, wie er sagte, nach Brasilien zurückge- kehrt. Als exponierter Botaniker bereiste er mit seinen drei Assistenten dieses nicht gerade sumpfige, so doch mit einem schlierigen Untergrund ausgestattete, ungastliche Urwaldgebiet drei Monate lang. „Nirgendwo in der Welt ist mir eine solche Konzentration von fleischfressenden Pflanzen bekannt, die jede andere Vegetation verdrängen und deren Wuchergebiet selbst die tropische Tierwelt meidet, außer den Insekten“, sagte Clark, während er seine mitgebrachte Kiste mit Teufelsfarri öffnete. Der Teufelsfarn, ein armstarkes, menschengroßes, dem Blatt einer Schwerlilie ähnliches Gewächs, hatte sich auf dem glitschigen Nährboden der Kiste in der Dunkelheit noch mehr zusammengerollt, als ihn die behandschuhten Botaniker im Vegetationsgebiet hineingetan hatten. In dem Augenblick aber, wo ihn die Strahlen der Tropensonne trafen, schnellte er augenblicklich sein langes Blatt in die Höhe, an deren oberem Ende sich ein tiefes Loch befindet. Mister Clark griff zu einer Dose, in der sich einige Hundert gefangener Moskitos befanden, ließ' einige frei, nachdem er ein Netz halbrund über den Farn hielt, so daß sie nicht entweichen konnten, und zeigte den erstaunten Betrachtern, wie die fleischfressende Pflanze ob der Insekten in Erregung geriet. Von einem Dornen- kranz im Innern des Blattloches lösten sich mehrere an langen Fäden befestigte klebrige Dornen, die katapultartig mit unglaublicher Treffsicherheit von der blinden Pflanze nach den vor dem gefährlichen Loch kreisenden Insekten bis zu 30 Zentimeter Entfernung abgeschossen wurden. Der Teufelsfarn, der im Wald der fleisch, fressenden Pflanzen in Massen vorkommt, zieht jede abgeschossene Mücke zu sich heran und läßt sie blitzschnell in dem nimmersatten Lochmund verschwinden. Der „schreiende“ Kürbis Im Wald der fleischfressenden Pflanzen am Rio Mortes gibt es außer dem Teufels- farn auch zahlreiche „räuberische“ Pflan- zenarten, die sich regelrecht bekriegen. Ein bis zu fünf Meter hohes schachtelhalmartiges Gewächs mit einem baumstarken Stamm und ähnlichen Ästen ernährt sich durch einen Luftfächer, der ganze Insektenschwärme, welche das Klima dieser Gegend bevorzugen, durch einen starken Sog in den bis zu zwei Meter Durchmesser aufweisenden ausgefranzten Trichtermund hineinstrudelt. Seinen Früchten und seiner Vermehrungsart entsprechend nennen die Brasilianer diese Pflanze den „schreienden Kürbis“. Jährlich zweimal wirft er orangefarbene bis zu fünf Pfund schwere Kürbisse ab, aus denen neue Schachtelhalme' sprießen, wenn sie nicht aufgefressen werden. Von Polypranken erwürgt Polypranken, die eine Länge bis zu zehn Meter erreichen, liegen in einem wirren Gestrüpp im Gebiet dieses Waldes. Fällt ein Kürbis auf sie herunter, schließen sich die grünlich-gelben und lila-roten Pflanzenarme ufn ihn und quetschen ihn zusammen. Dabei läuft der zähflüssige Inhalt der Frucht des fleischfressenden Schachtelhalms aus, wobei ein kreischendes oder schreiendes Geräusch entsteht, das dem Babyschrei nicht unähnlich ist. Sollte jedoch eine Polypranke sich'’ unterstehen, an einem Schachtelhalmstamm emporzuklettern, bleibt sie fest kleben, — bis sie restlos verdaut ist. Der „fleischfressende Wald“ wird von Eingeborenen und den Bewohnern dieses Urwalddistrikts gemieden, da sein Betreten selbst für Menschen mit. recht unangenehmen Erscheinungen verbunden ist. Zackige Greifarme, die nur darauf warten, leicht berührt zu werden, schnellen plötzlich einem Expeditionsmitglied ins Gesicht oder legen sich um den Hals. Kommt jemand dem Teufelsarm zu nahe,’muß er gewärtig sein, daß er mit einem ganzen Schwarm ekliger. Domen beschossen wird. „Der Wald der fleischfressenden Pflanzen, die selbst für kleine bis mittlere Wirbeltiere verhängnisvoll werden können, ist ein unerschöpfliches Forschungsgebiet. Ich werde nächstes Jahr noch eine umfangreichere Expedition unternehmen, da ich Anforderungen Botanischer Gärten aus aller Welt vorliegen habe“, sagte Mister Clark. Zum 30. Indianertreffen in Gallup (New Mexico) Ritual änze der Jemez-Puebios (Bild: Amerikadienst) Im September sind die Frauen am schönsten Die Inhaberin eines der bekanntesten Schönheitssalons der Weit, Helena Rubinstein, steht auf dem Standpunkt, daß der September der Monat sei, in dem die Frauen am schönsten sind, wenigstens in den gemäßigten Breiten der nördlichen Hemisphäre. In den Wintermor ten, also vom Dezember bis zum Februar, würden die Züge infolge der Kälte hart, in den Frühlingsmonaten, von März bis Mai, weise die Haut allerhand Ünreinigkeiten auf, in den Sommermonaten werde sie fett und die Augen würden matt und glanzlos. Im Herbst aber lebe der Körner auf, die vitaminreiche Nahrung des Sommers mache sich geltend, ebenso wie der Einfluß der sonnenreichen Sommermonate, und die neuen Kleider täten ein übüges zu einer „Beschwingtheit“ der Frauen, die ihnen im September das schönste Aussehen verleihe. Seite 4 / Nummer 255 Freitag, 2. November 1951' lf,„ Ji. . r . oom 3. Noocmbcr 0p(f lf bis 9. Noocmbcr Voüftlnöige Senöefolge öee Suööeutfchen Runöfunhs Stuttgart and Aasgewähltes aas dem Programm anderer deutscher Sende» Ständige des Süddeutscher' Rundfunks Täglich: 7.00 Andacht 7.55 Nachrichten " ' 13.00 bzw 12.05 Musi» am Mittag 12.45 Nachrichten Wetterbericht 19.50 Nachrichten Wetterbericht 2200 Nachrichten Wetterbericht 24 00 Nachrichten. Wetterbericht AnBerdem Jeden Werktag: 4.55 Choral. Morgenspruch 5 00 Frühmustk 5.20 Pressestimmen 000 Frilhmuslk «40 Südwestd Helmatpost 7.10 Programmvorschau 7.15 Werhefunk mit Musik 8.10 Wasserstandsmeldungen 8.15 Morgenmusik 900 Nachrichten 9.05 Marktrundsdiau für die Land- wirtsdiaft (täql. außer Sonntaql 9.45 Suchmeldungen 10 00 Suchdienst für Heimkehrer und Kriegsgefangene bzw Kind er such dienst 10.15 Schulfunk 12 00 Echo aus Baden 18.10 Werbefunk 12 45 nie stimme Amerikas Samstag, 3. November Sonntag, 4. November | Montag, 5. November | Dienstag, 6. November | Mittwoch, 7. November Donnerstag, 8. November Freitag, 9. November | Stuttgart 6.30 Morgengymnastik 8.00 Die Frau im öffentlichen Leben 9.05 Unterhaltungsmusik 10.15 Schulfunk 11.15 Badische Komponisten 11.45 Landfunk: Herbstarbeiten auf dem Grünland 14.00 Quer durch den Sport 14.15 Der Zeitfunk 15.00 Unsere Volksmusik 15.40 Jugendfunk 16.00 Samstag um vier. Eine bunte Sendung 17.15 Das Rias-Unterhaltungs- Orchester 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Bekannte Solisten 19.05 Die Stuttgarter Volksmusik spielt 19.30 Zur Politik der Woche 20.05 .Madrid“ Hörbüd einer Weltstadt 21.00 Operettenmelodien 21.45 Sportrundschau 22.10 Amerikanische Schlagerparade 22.40 Erwin Lehn und sein Südfunk* Tanzorchester 23.00 Melodie zur Mitternacht 0.05 Das Nachtkonzert. Johannes Brahms: 4. Symphonie e-moll Stuttgart 6.00 Das Wort zum Tag, Choral, anscfal. froher Klang zum frühen Morgen 8.00 Landfunk mit Volksmusik 8.30 Aus der Welt des Glaubens 8.45 Evangelische Morgenfeier 9.15 Geistliche Musik 9.45 Der Kunstkalender im Monat November 10.25 Volksliedersingen 11:20 Robert Schumann — ein Liederzyklus nach Texten von Camisso 12.00 Kulturelle Vorschau 13.00 Das Orchester Kurt Rehfeld 13.30 Aus unserer Heimat N 14.00 Stunde des Chorgesangs 14.30 Kinderfunk 15.00 Ein vergnügter Nachmittag 17.00 Hörspiel: .Die fünf Sekunden des Mahatma Gandhi“ 17.50 Kammernfusik 18.30 .Gar lustig ist die Jägerei 19.00 Der Sport am Sonntag 19.30 Die Woche in Bonn 20.05 Abendkonzert 21.15 Vom Herbst des Lebens ' 21.45 Sport aus nah und fern 22.10 Tanzmusik aus Stuttgart 23.00 Georg Gershwin 0.05 Tanzmusik von neuen Schallplatten Stuttgart 8.00 Frauenfunk: Wie verhalten Sie sich, falls Ihr Mann noch in Ge fangenschaft ist? 9.15 Klaviermusik 10.15 Schulfunk: Johann Sebastian Bach 10.45 Die Krankenvisite 11.40 Kulturumschau 15.00 Schulfunk: Heimische Industrie 15.30 Kinderfunk: Spiele für die Kleinen 15.45 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Wir sprechen über neue Bücher 17.00 Altitalienische Kammermusik 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Unterhaltungsmusik 18.35 Gartenfunk 19.00 Arturo Toscanini dirigiert Mozart 19.30 Von Tag zu Tag 20.05 «Ein Land entsteigt der Dämmerung“ — ein Hörbild 21.00 Melodien von Eduard Künnecke 21.45 Dr. Robert Knauß: Zur Lage in Asien 22.10 Das Portrait des zeitgenössischen Komponisten 23.30 Kleines Konzert — Brahms — »Die schöne Magelone“ Stuttgart 1 8.00 Frauenfunk: Herbst und Adven 9.15 Unterhaltungsmusik 10.15 Schulfunk: Heimische Industrie 11.15 Kleines Konzert 11.45 Landfunk: Richtige Kartoffel- Lagerung in diesem Jahr besonders wichtig 15.00 Schulfunk: .Zar und Zimmermann" von Albert Lor^ing 15.30 Das Heinz-Lucas-Quintett 15.45 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachraittagskonzert 16.50 Frauenfunk: echte und fälsche Kinderlieder 17.05 Zum Fünf-Uhr-Tee 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 19.00 Die Streichergruppe Franz Deuber 19.30 Von Tag zu Tag 20.05 Das Film-Magazin 21.00 Was ieder kennt 22.10 Konzertstunde 23.15 Das ist Rhythmus 1 Stuttgart 6.30 Morgengymnastik 8.00 Der Frauenfunk gibt Rat 9.15 Kleines Konzert 10.15 Schulfunk „Zar und Zimmermann“ 10.45 Die Krankenvisite 11.45 Landfunk: Sorgen um das tägliche Brot 14.15 Unterhaltungsmusik 14.30 Kinderfunk 15.00 Schulfunk: Die Grundrechte 15.30 Heinz Munsonius, Akkordeon 15.45 Aus der Wirtschaft 16.00 Begegnungen — Otto Flake erzählt 16.15 Nachmittagskonzert 17.15 Junge Künstler stellen sich vor 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Zur Unterhaltung W. F. Ruff mit seinem Orchester 19.00 Erwin Lehn und rein Südfunk- Tanzorchester 19.30 Von Tag zu Tag 20.05 „Der Apoll von Bellac“ Ein*. akter von Jean Giraudoux 20.45 Jean Francaix — Symphonie für Streicher ,£1.00 „O komm im Traum . Eine musikalische Fantasie 22.10 Hans Arno Simon und seine Solisten 23.00 Tanzmusik aus Amerika Stuttgart 8.00 Frauenfunk: Was hier und dort geschieht 9.15 Unterhaltungsmusik 10.15 Schulfunk: Die Grundrechte 11.10 Peter Tsdiaikowsky 11.45 Landfunk: Die Winterfütterung beginnt 12.00 Kulturelle Vorschau 14.00 Frauenfunk: Erziehung mit Ihrem RatI 15.00 Schulfunk: I. Englisch II. Französisch 15.30 Zwischenmusik 15.45 Aus der Wirtschaft » 16.00 Konzertstunde 16.45 Europäisches Forum 17.10 Unterhaltungsmusik 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Klänge aus dem Londoner Senderaum 18.30 Sport gestern und heute 19.00 Schöne Opernmelodien 19.30 . Von Tag zu Tag 20.05 Wir senden — Sie spenden 20.45 Das Unterhaltungskonzert 22. IQ „Kalendarium der Liebe" 22.30 Leben in der Tiefe 23.15 Orchsterkonzert 0.05 Jazz im Funk I ■ Stuttgart 8.00 Frauenfunk: Bist Du bei Dir Hause? 9.15 Klaviermusik 10.15 Schulfunk: 1. Englisch 2. Französisch 10.45 Die Krankenvisite 11.40 Kulturumschau 15.00 Schulfunk: Bismarcks Berufung 15.30 Kinderfunk: Musik für “Kinder 15.45 Aus der Wirtschaft 16.00 Nachmittagskonzert 16.45 Wir sprechen über neue Bücher 17.00 Erwin Lehn und sein Südfunktanzorchester 17.45 Südwestdeutsche Heimatpost 18.00 Operettenmelodien 18.35 Für die berufstätige Frau 19.00 Fritz Schulz-Reichel am Flügel 19.15 Hermann Mostar: Im Namen des Gesetzes 19.30 Von Tag zu Tag 20 05 Symphoniekonzert 22.10 Tanzmusik 23.15 Unterhaltung und Tanz SOdwestfunk 20.00 .Mit Hörnerklang und Büchsenknall“ 22.15 Sportrundschau 22.30 Der SWF bittet zum Tanz (I) 0.10 Der SWF bittet zum Tanz (II) Frankfurt 20.05 Konzertante Tanzmusik 21.00 Funkkarussell 22.30 Mitternachts-Cocktail München 20.15 Bayrisches Raritätenkästl 21.00 Tanzabend mit Herbert Beckh 22.40 Intime Musffc 23.00 .Besuch aus der S&wejg* 0.05 Wir schallplattln NWDR 20.00 Treffpunkt Hamburg. Die große Musikschau zum Wochenende 22.10 Robert Schumann, Konzert ln a-moll, op. 129 23.15 Tanzmusik 0.10 Tanz nach Mitternacht 1.00 Rhythmus der Welt Südwestfnnk 20.00 Konzert des SWF-Ordiesters. Leitung Ernest Bour 22.20 Sport und Musik 23.10 Fröhlicher Ausklang 0.10 Tanz- und Unterhaltungsmusik Frankfurt 20.05 Die Musiktruhe 21.15 Früchtchen und Pflänz&en 22.30 Fünf Sender spielen zum Tanz München 20.05 Bunter Abend aus dem Stadttheater Asdiaffenburg 22.45 Amerikanische Schlagerparade 23.25 Max Reger: Sonate in a-moll 0.05 Wie gefiel Ihnen das! NWDR 20.00 Die\chlagerparade 21.00 Orchesterkonzert 22.15 Tanzmusik 23.25 Melodie zur Mittemacht 0.10 Gustav Mahler: 1. Sinfonie in d-dur SOdwestfunk 20.00 »Attila“ Oper von Giuseppe Verdi 22.20 Klaviermusik 23.00 „Der Herr von nebenan" Eine heitere Sendung Frankfurt 20.05 Soeben erschienen! Neue Schallplatten 20.40 Hörspiel-. Dumala 22.20 Lieder und Kammermusik von Hugo Wolf 23.15 Swingtreffer München 20.00 Abendkonzert 21.20 Das Rundfunk-Tanzorchester 22.30 Die tönende Leinwand 23.00 Kammermusik 1.15 Filmmusik im Zerrspiegel NWDR 19.30 Sinfoniekonzert unter Leitung von Hans Schmidt-Isserstedt 23.45 Gerhard Gregor an der Funkorgel 0.30 Georg Haentzschel und sein kleines Tanzstreiehorchester Südwestfunk 20.30 Hörspiel: „Der Gang durch das Fegefeuer“ 22.30 „Ulysses“ Kantate für Tenorsolo. Helmut Krebs und das SWF-Orchester 23.30 Jazz 1951 Frankfurt 20.05 Stejngefunkel — eine Solistenrevue 21.15 Grüße aus der alten Heimat — Ostpreussischer Bilderbogen 22.20 Das Abendstudio München 20.15 Das Drischelleg-Spiel. Volkstümliches Hörspiel: 20.55 Von Melodie zu Melodie „22.30 Intime Musik 23.00 Naehtkonzert 0.05 Musik zur Unterhaltung NWDR 19.30 Saison 1851/52 — vor 100 Jahren! 20.35 Das Streichquartett II. Joseph Haydn 20.55 Das große Hamburger Rundfunkorchester 23.30 Tanzmusik 0.30 Tanzmusik Sfidwestfuok 20.00 Melodienreigen 21.40 Sang und Klang im Weinland 22.20 Klaviermusik 23.00 Tanzmusik zum Tagesausklang 0.10 Wir tanzen weiter Frankfurt 20.05 „Margarethe* Oper von Charles Gounod 22.20 Fortsetzung der Oper 23.25 „Zur guten Nacht“ Canzonetta für Streichorchester und Harfe München 20.15 Das Orchester Kurt Graunke 21.00 „In die Nacht hinein" Hörspiel von Oda Schäfer 22.30 Das Streichorchester Franz Deuber 23.20 Chansons aus aller Welt 0.05 Jazz um Mitternacht NWDR 19.30 „Die Landstreicher“ Operette von Carl Ziehrer 22.35 Die sinfonische Dichtung II 23.25 Tanzmusik 0.30 Französische Kammermusix Südwestfunk 21.00 Der schlecht gefesselte* Prometheus von Ändrä Gide 22.30 Thema und Variationen Walter Gieseking und das SWF-Orchester 23.30 „Flimmereiea“ Frankfurt 20.05 Operette! Operette 1 21.15 Die Kurbel 22.50 Anna del Rio singt 23.05 Tanzmusik München 20.00 Sie wünschen? Wir spielen Ihre Lieblingsmelodien 22.30 Französische Klaviermusik 0.15 Rhythmus für Dich NWDR 19.30 Berliner Philharmoniker, Leitung S. Celibidadie 20.05 „Stimmen über dem Fluß“ Eine Legende vom Leben 21.00 Musik am Abend 22.45 Orebesterkonzert 0.30 Tanzmusik Südwestfunk 20.00 Film-Musik 20.45 Die ältere Frau Im Beruf 21.00 Die großen Meister: Johann Strauß ^ 22.30 Zärtlidie Weisen 23.20 Na&tstudio für Kenner und Liebhaber Frankfurt 20.05 „Ja, wenn die Musik nicht wär* 21.15 Konzert mit Werken von Max Reger 22.20 An den Ufern der Seine 23.30 Kammermusikabend München 20.00 Uebertragung des 3. öffentlichen Symphoniekonzertes 23.00 Voiksliederspiele 0.05 Unvergessene Künstler «r- NWDR 20.00 Aus deutschen Opern 2U00 X-Strahlen (N. Röntgens) 22,35 Unter dem Himmel von Paris 23.00 Maurische Suite 23.20 Johannes Brahms 0.30 Tanzmusik Elektro-Radio-Bölts Marktplatz 10 / Tel. 2100 Rundfunkgeräte, Beleuchtungskörper, elektrische Haushaltgeräte Waldbesitzer für Freigabe des Holzpreises Angleichung an die WeHmarktpreise - Bürgermeister in der Klemme Die im Waldbesitzerverband von Nordwürttemberg und Nordbaden zusammengeschlossenen kommunalen und privaten Waldbesitzer vertraten am Montag auf ihrer Mitgliederversammlung in Stuttgart die Ansicht daß nur durch die völlige Freigabe des Holzpreises die gegenwärtigen Schwierigkeiten auf dem Holzmarkt überwunden werden können. Oer Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Rolf Laiblin, forderte eine Preisgestaltung, welche der Verschleuderung des Holzes- Einhalt gebiete. Die Angleichung der Inlandspreise an die Weltmarktpreise sei im Interesse einer Steigerung der Holzeinfuhr notwendig. Die Waldbesitzer äußerten ihren Unwillen darüber, daß sie ihr Holz zu den freiwillig vereinbarten Preisen verkaufen müßten, während die Sägewerksbesitzer beim Weiterverkauf des geschnittenen Holzes ungerechtfertigt hohe Gewinnspannen berechneten. Der Vorsitzende des Württembergischen Gemeiridetages, Bruno Oechsle, schilderte die Zwangslage der Bürgermeister, die einerseits beim Holzverkauf an die Richtpreise gebunden seien, sich andererseits aber dem- Vorwurf aussetzen müßten, daß sie das Holz der Gemeinde verschleuderten. Oechsle ermahnte die Preisüberwachungsbehörden, sich bei ihrer Tätigkeit von marktpolitischen Gesichtspunkten leiten zu lassen und nicht schematisch nach dem Richtpreissystem zu verfahren. entstehenden Verluste betrageA alljährlich viele DM 100 000.—. Es ist durchaus begreiflich, daß die Ladenbesitzer Interesse daran haben, einen klaren Durchblick auf die {Schaufensterauslagen zu ermöglichen. Im Interesse der Schadensverhütung darf man indessen elektrische Heizapparate in unmittelbarer Nähe der Scheiben nicht aufstellen oder sie mit warmem Wasser abwischen lassen. Von derartigen Manipulationen. muß daher eindringlich gewarnt werden. Die Versicherer sind nicht verpflichtet, Schäden, die auf diese Weise eintreten, zu ersetzen. Vereiste Scheiben können gefahrlos aufgetaut werden, wenn man einen Ventilator verwendet. Der kalte Luftstrom macht die Scheiben in kürzester Zfeit wieder klar. Spanien vereinfacht Ausfuhrdevisenkurse Die spanische Regierung hat für alle Exporte einen Grundkurs von 21,90 Peseten für einen Dollar festgelegt, um die Ausfuhr zu fördern und die spanische Devise im internationalen Verrechnungsverkehr zu stärken. Die Ausfuhrdevisenkurse bleiben unverändert. Auch der kürzlich für die Ausfuhr von Obst und Südfrüchte festgesetzte Sonderexportkurs bleibt in Kraft. Die spanischen Banken wurden ermächtigt, Kontrakte in ausländischen Valuten direkt abzurechnen. Schadenverhütung an Schaufensterscheiben In den Herbst- und Wintermonaten werden zahlreiche Schaufensterscheiben beschädigt bei dem Versuch, sie durch hitzerzeugende Mittel von Beschlag freizuhalten oder von Eis zu befreien. Die hierdurch Lebenshaltungskosten weiter gestiegen Die KonriTahi der Lebenshaltungskosten ist nach einer vorläufigen Untersuchung des Statistischen Bundesamtes in der Zeit von Mitte September bis Mitte. Oktober wieder gestiegen, nachdem im Vormonat ein Rückgang zu verzeichnen war. (ge- samtlebenshaltungskos ten einschließlich Obst Gemüse und Kartoffeln plus 1,4, ohne diese Lebensmittel plus 0,8). Der Berechnung liegt die Preisentwicklung in elf Großstädten des Bundesgebietes zugrunde. Die stärkste Erhöhung weisen die Indices für die Gruppen Ernährung (einschließlich Obst, Gemüse und Kartoffeln plus 3,3, ohne diese Waren plus 2,1 und Verkehr plus 2,4) aus. Einzig die Kennzahl für die Gruppe Bekleidung ist zurückgegangen (Minus 0,9). Stärkere Preissteigerungen traten bei Feingemüse, Obst und Kartoffeln auf, während che Preise der gröberen Gemüsearten weiter gefallen sind. Id der Entwicklung der Kennzahl wirkt sich ferner die Erhöhung der Zuckerpreise aus. Auch Eier, Fisch, Fleisch und Schweineschmalz waren teurer als im Vormonat. Die Erhöhung der Gruppe Verkehr ist »in der Heraufsetzung der Eisenbahntarife begründet. Auch die Preise für eine Reihe von Hausratsgegenständen sind gestiegen. Aufforderung an US-Farmer Zur Eröffnung des Landwirtschaftskongresses in Washington forderte Landwirtschaftsmdnister Charles F. Brannan die amerikanischen Farmer auf, ihre Erzeugung auch weiterhin auf dem gegenwärtigen hohen Stande zu halten, damit die USA die Nahrungsmittel- und Rohstofflieferungen an die freie Welt im bisherigen Umfang fortsetzen können. Nach Angaben Brannans liegt die diesjährige amerikanische Baumwollernte mit nahezu 17 Millionen Ballen um r Prozent über dem Ertrag der Vorjahresernte. Die amerikanische Weizenemte veranschlagte er auf knapp eine Milliarde Bushel. Zwischen Erzeuger u. Verbraucher. |. .ein msittr u. teurer Uleg | j Die ei weltlichen Hirtzniet-i j »er oer neuen Agrar- .1 Preiserhöhung fallen j V wieder in diese RubriK.| I Preisanteile in% am j I ENDPRODUKT Vererb. Grofchdl. Ein Der Bauer hat nicht nur den schwersten Arbeit jonteii bei der Mohrungsmittelereeu- gung,sondern auch aas grössere RisiKo t»r>j Diese überhöhte Spanne* ist es, nicht dir gerec! ’ Erzeugerpreis; die dr Verhältnis zwischen Stadt und Land trüb' Bauernverband Württemberg-Baden Wirtschafts-Literatur .Der W«| Ins Ausland* heißt ein Uebersee-Informationsdlenst, der in Hannover im gleichnamigen Verlag erscheint. Er stellt ein aehr umfangreiches Nachrichtenblatt für Auswanderer dar. enthält aber auch viele Beiträge und Hinweise, die sich die Ge- schätfswelt bei der Auswahl ihrer Exportverbindungen zu Nutzen machen kann. Das Heft gibt u. a. Hinweise über die Lebenshaltungskosten, Löhne, Gehälter und Mieten des europäischen und überseeischen Auslandes. Die »Dänische Rundschau* ist eine Schrift in deutscher Sprache, die von der Kgl. Dänischen Botschaft in Bonn herausgegeben wird. Sie hat die Aufgabe der früheren „Dänischen Handelsrundschau“ übernommen und unterrichtet ihre Leser über Handel und soziale und kulturelle Angelegenheiten in Dänemark. Die erste Nummer, die soeben erschienen ist, enthält Beiträge über die Bedeutung der dänischen Landwirtschaft für. den dänisch-deutschen Warenverkehr, über die gemeinnützige Wohnungswirtschaft, neue Möbelkunst, Bekämpfung der TBC und schließlich über einen sozial-pädagogischen Versuch., den Dänen in einer deutschen Flüchtlingsschule durchführen. Ein umfangreicher Export-Anzeigenteil unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des sehr schön aufgemachten Heftes. »Fördern und Heben* Diese Fachzeitschrift will die Rationalisierung durch wirtschaftliche Verwendung von Fördermitteln und Hebezeugen fördern. Sie bietet einen umfassenden tiberblick über die Möglichkeiten, die Arbeitsleistung durch den Einsatz von Maschinen und Anlagen, die Arbeitskräfte einsparen und eine Erhöhung der Produktion mit sich bringen, zu heben. Der Fachmann findet hier wertvolle Hinweise und Anregungen, die nicht nur in Großbetrieben wie Kohlenbergwerke, Schotterwerke usw., sondern auch in MitteJ- und Kleinbetrieben praktisch verwendet werden können. Die Zeitschrift erscheint im Greven-Verlag, Köln. Der für die skandinavische wirtschaftliche Zusammenarbeit eintretende .Wirtschaftszusammenschluß von 1945“ hat kürzlich in Kopenhagen einen Vorschlag ausgearbeitet, der die Bildung eines nordeuropäischen Rohstoffpools vorsieht. Innerhalb dieses Pools ist geplant, daß solche Rohstoffe, die eines der nordeuropäischen Länder verhältnismäßig leicht beziehen kann, an andere Länder des Nordens weitergeleitet werden. DIHT gegen SondererlaB In einem an Bundesfinanzminister Schaffer gerichteten Schreiben äußert der deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) starke rechtliche Bedenken gegen den jetzt bekannt gewordenen Sondererlaß, wonach die Finanzämter auf die gesetzliche Ausfuhr- und Ausfuhrhändlervergütung nur eine Abschlagszahlung bis zu 75 Prozent leisten sollqp und die Auszahlung der Restvergütungen von dem Ergebnis einer Prüfung in Uiem exportierenden Betrieb abhängig machen. Die Ausfuhr- und Ausfuhrhändlervergütung, heißt es in dem Schreiben des DIHT, sind Vergütungen, die den exportierenden Unternehmen auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zustehen. Eine generelle Anordnung über die Einbehaltung eines Teiles der Ausfuhr- oder Ausfuhrhändlervergütung sei daher nicht zulässig. IFMA findet internationale Beachtung Die internationale Fahrrad- und Motorräd-Aus- stellung in Frankfurt/M begegnet in Fachwelt und, Fachpresse im In- und Ausland großem Interesse. Der Vertreter der belgischen Fachzeitschrift „La vie du Cycle“ bezeichnet« die IFMA als den „Zweirad- Salon des Jahres“ auch der bekannte französische Fachjoumalist Claude Tillet vom „Le Cycle“ äußerte sich sehr beeindruckt von der Frankfurter Ausstellung und erklärte, daß die deutsche Zweiradindustrie d6n Anschluß an den internationalen Standard wiedergewonnen habe. Auch Mitglieder des Bureau Permanent international des Constructeurs de Motor- cycles haben der IFMA einen Besuch abgestattet und sich sehr anerkennend über die Leistungen der deutschen Zweiradindustrie geäußert. Besondere Anerkennung finden die Fortentwicklung und die Vielzahl der deutschen Motorrollerkonstruktionen. Kpnservenindustrle gut beschäftigt Die diesjährige Produktion der westdeutschen Konservenindustrie mit ihrem Schwergewicht in Niedersachsen wird auf 80 bis 85 Millionen Dosen beziffert. Davon entfallen 60 Millionen Dosen auf Gemüse, der Rest auf Obst. Da keinerlei Ueberstände aus der vorjährigen Produktion vorhanden sind und auch die diesjährige Erzeugung laufend in den Verkauf gelangt, rechnet die Konservenindustrie mit keinen Absatzschwierigkeiten. Einer Produktionserweiterung steht jedoch ein zunehmender Rohstoffmangel für die Verpackung — vor allem Schwarzblech und Kartona- gen — gegenüber. Die Industrie hat bereits wieder begonnen, im Tiefkühlverfahren zu konservieren. Sorgen bereiten der einschlägigen Industrie auch die Kohlen- und Zuckerversorgung. Die erhöhten Rohstoffkosten haben die Kilodose gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent verteuert. Der Export von konserviertem Sauerkraut ist rege. Mannheimer Produktenbörse* Am Brotgetreidemarkt flaut das Angebot weiter ab. Neue Zuteilungen sind nicht erfolgt. Bei Weizen . ist der Ankauf noch etwas lebhafter als bei Roggen. Die Preise für Inlandsgetreide bewegen sich aüf der Basis der amtlichen Höchstwerte. Vereinzelt auftretende Abweichungen sind auf Frachtänderungen zurück zu fuhren. Am Braugerstenma/kt hat sich das Angebot gleichfalls verringert, geringere Qualitäten treten stärker in den Vordergrund und gleichen gelegentlich die Nachfrage nach Industrie- bezw. Futtergerste 'etwas aus. Das drückende Ueberangebot an Hafer wird sich bis November-Dezember ausgleichen. Spitzenqualitäten werden beachtet und mit 40.50 bis 41.— Mark bezahlt. Am Mehlmarkt dauert die ruhige Lage bei reichlicher Versorgung an. Roggenmehl ist ebenso wie Weizenmehl genügend vorhanden. Am Futtermittelmarkt findet Milocorn nicht das erwartete Interesse. Die Ausschreibung von Mais wird die starke Nachfrage und die vielfach gewährten überhöhten Maispreise eindämmen. Weizenkleie, Weizenvollmehl und Roggenkleie sind schwächer angeboten. Weizenmehl notiert 40 DM und darüber. Bei ölhaltigen Futtermitteln belebt sich das Angebot wieder, die Nachfrage bleibt jedoch zögernd. Bei Fischmehl besteht ebenso wie bei Mischfutter zu festen Preisen kleines Bedarfsgeschäft. Bei Brauereiabfällen sind Malzkeime etwas lebhaft«-, Trockenschnitzel mäßig beachtet. Am Raufuttermarkt hat sich die Nachfrage nach Wiesenheu ohne nennenswerte Preiseinflüsse etwas belebt. Bei Stroh zeigt sich die Industrie für bindfadengepreßte Sorten zu 2.25 bis 2.50 DM frei Verladestation aufnahmefähig. Man rechnet in Stroh' mit Exporten nach der Schweiz. Am Kartoffelmarkt nimmt die- Zufuhr aus den benachbarten Erzeugergebieten bei leicht nachgebenden Preisen allmählich zu. Die schwedische Regierung hat die Sperre für die Ausfuhr von Schwedenerz nach dei Bundesrepublik wieder aufgehoben. ^ Oie toten und det falsche Vtieg Eine Betrachtung zu Allerseelen von Claus Woldemar Schrempf Wie weit haben wir es gebracht? Nicht einmal der Unterschied zwischen Leben und Tod ist uns klar. Lebenswichtige Funktionen haben aufgehört, der Arzt konstatiert es und schreibt den Totenschein. Aber der Scheintote steht auf und bringt ihm den Schein zurück. Es war eben doch nur ein Schein, der demgemäß trog. Hinter diesem Schein verbarg sich ein Sein, das Sein eines Menschen, der sich nicht mit einem Formular aus der Welt schaffen läßt. So steht der Arzt zwischen dem Totenschein und dem Scheintoten in einem Dilemma, aus dem die Wissenschaft keinen Ausweg weiß. Denn beide sind im Recht, der eine, der sich auf den eingetretenen Tod, der andere, der sich auf das wiederkehrende Leben beruft. Was Leben ist, wissen wir nicht. Die Aufzählung einet Anzahl von Eigenschaften, durch die es sich gewöhnlich zu erkennen gibt, ist keine Definition. Ja, wir sind nicht einmal imstande, das Leben gegen den Tod abzugrenzen, denn es hat scheinbar die Fähigkeit, in den Tod überzugreifen. Wäre es nicht auf seine Weise stärker als der Tod, so müßte es längst ausgestorben sein in all der Zeit, seit es nun schon vom Tode hinweggerafft wird. Darauf gründet das beruhigende Gefühl, daß das Leben, ob mit ob ohne uns, doch immer seiner Sache sicher ist, wie es in einem alten Volkslied heißt: Ich komme, ich weiß nicht woher. Ich fahre, ich weiß nicht wohin. Mich wundert, daß ich so fröhlich bin. Fröhlichkeit ist ein zuverlässigeres Merkmal des Lebens als Stoffwechsel, wenigstens beim Menschen, dSr doch nicht bloß ein Lebewesen, sondern vor allem ein Seelenwesen ist. „Fröhlichkeit ist die erste Arznei der Schule von Salerno“, war der Wahlspruch der im Mittelalter hochberühmten Ärzteschule Italiens. Menschen, denen die Fröhlichkeit abhanden gekommen ist, sind wie entseelte Lemuren, die nur noch als Schatten ihrer selbst umhergeistern. Es gibt nicht nur den Scheintod, es gibt auch ein Scheinleben, das alle Symptome des Lebens vortäuscht und doch nur die bewegliche, aber ach ganz leblose Hülle ist, in der tote Seelen auf Wanderschaft gehen. Der Tod kann so in das Leben übergreifen, daß eine ganze Stadt, ein ganzes Zeitalter aus Toten besteht, die sich als Lebende ausgeben. Kann also der Körper seine Entseelung überdauern, wie sollte die Seele nicht imstande sein, gelöst vom Körper weiterzuleben in ihrer eigenen Sphäre? Da man vom Leben so geringe Kenntnisse besitzt, hat man eine Wissenschaft daraus gemacht und nennt sie stolz Biologie. Der Biologe behauptet, das Leben sei das Wirkliche, der Tod das Unwirkliche. Ist er es wirklich? Reicht unser Wissen von ihm nicht einmal zu einer* Tlja- natologie, die uns eine Ahnung des Zustandes gibt, in den der Tod uns versetzt? Im Traume öffnet sich uns ein schmaler Spalt, durch den wir in jene andere Welt einblicken, in die der vergängliche Körper uns nicht begleiten wird. Was das tägliche Leben so hart und unerbittlich macht, ist die Zwangsgewalt von Raum, Zeit und Kausalität, der es unterworfen ist In der Traumwelt fallen diese drei Bedingungen fort, hier schieben sich zwanglos alle möglichen Räume und Zeiten ineinander, und es geschieht mit Vorliebe das Unmögliche, das weder durch Ursachen bedingt, noch von Wirkungen gefolgt ist, die aus Notwendigkeit kommen. Man befindet sich an verschiedenen Orten zugleich, spottet der Zeitfolge und aller Konsequenz. Man schreitet durch Mauern und Wände, als wären sie Luft, man wankt altersschwach über die Straße und mischt sich dann mit fröhlichen Sprüngen 'als Kind unter eine spielende Kinderschar. Nichts hat feste Gestalt, hier kann sich alles in alles verwandeln. Ich stehe vor einem gefürchteten Widersacher, plötzlich heitern seine Züge sich auf, und er schüttelt mir als mein längst verstorbener Jugendfreund herzlich die Hand. Die Szene wechselt fortwährend ihr Gesicht, es ist Sommer und ,/Set Teufel unb bet liebe ©oft Sartre-Erstaufführung in Hamburg « . Jean Paul Sartres Problemstück „Der Teufel und der liebe Gott“, das meist- diskutierte Bühnenwerk der letzten französischen Theatersaison, wurde vom Hamburger Staatlichen Schauspielhaus für Deutschland erstaufgeführt. Das Stück hatte durch seine Problemstellung im positiv-existentialistischen Sinne auch in Deutschland schon viele Diskussionen entfacht. Karl Heinz Stroux als Regisseur hatte das Werk als ein Gleichnis inszeniert und die metaphysischen Neben werte des Stücks der letzten Sartreschen These „Gott ist tot“ eindringlich vorangestellt. Ein großer, an der Decke schwebender gekreuzigter Christus war in jeder Szene gegenwärtig. Mit schwarzer Dekoration und schwarzen Kostümen wurde die Eindringlichkeit der Wirkung noch vertieft. Den Abenteurer Götz, der sich nach einem Würfelspiel vom Teufel lossagt, sich zu Gott bekennt, aber nach neuer Enttäuschung mit der Nietzscheschen Losung vom toten Gott zu den Menschen geht, um sie im Bauernkrieg gegen die Bedrücker zu führen, spielte bei der Hamburger Aufführung Walter Franck. Franck gab ihn mit flammend rotem Haar, zunächst als ungebändigten Dämon, dann als widerwillig gebändigten Heiligen. Er fand starke Momente im qualvollen Ringen um Erkenntnis. Auch bei der Reduzierung der Spieldauer auf dreieinhalb Stunden — das Original würde sechs Stup den füllen — ließen sich Diskussionslängen nicht vermeiden. Robert M e y n als fanatischer BäckerNasty, Werner Dahms, der im Glauben verzweifelnde Priester Heinrich, die Kurtisane Katharina von Edda Seippel und Maria Beckers Bäuerin Hilda sind unter den Mitspielern zu nennen. Bühnenbildner Karl G r ö n i n g hatte den Bühnenboden symbolisch erhöht. Ein Ansager leitete in die Situationen ein. Der Beifall des Hauses war sehr nachhaltig, die Hauptdarsteller und der Regisseur Stroux wurden oft gerufen. $lnfid)fö£ofKarfen ju berfaufen Sie verkauft Postkarten in einem eie ganten Cafö. Da Einheimische keine Ansichtspostkarten schreiben, ist es ihr Glück, daß das Cafe direkt gegenüber dem Bahnhof liegt. So kommen viele Reisende in das Cafe. Das Gesicht der Mulattin erinnert die Fremden an die Fremde und an das - Schreiben von Ansichtspostkarten. In der Reisesaison macht die Mulattin gute Geschäfte, in den Wintermonaten allerdings sitzt sie oft, zur Unbeweglichkeit verdammt, wie eine fremdländische Plastik in ihrer Ecke. Nichts an der alten Mulattin zeugt von einstiger Schönheit; ein dicker, aufgeschwemmter Körper, harte, faltige Haut im Gesicht, die an Leder erinnert, vielleicht aber doch einmal weich und leuchtend war wie Samt. Keiner der Gäste hat diese Mulattin jemals jung gesehen. Seit Jahren sitzt sie in der Ecke, Postkarten aus der deutschen Stadt vor sich ausgebreitet. Hier und da flüstern Männer etwas über die Mulattin, Dinge aus ihrer Vergangenheit. Alle Männer, die über die Mulattin etwas flüstern, haben graue Haare an den Schläfen; dennoch haben auch sie die Mulattin nicht jung gesehen, und die Geschichte, daß die Mulattin schon zu einer Zeit, als es noch keine Revuen und keine Josefine Bakergegeben hat, in Paris aufgetreten sein soll, diese Geschichte ist wohl mit ziemlicher Skepsis aufzunehmen. Oft spielen exotische Kapellen in dem Cafe. Dann beobachte ich die Mulattin. Aus den seltsam geformten Instrumenten entlocken die Musikanten Töne von seidiger Sanftheit, Töne, die des Menschen Phantasie erhitzen. Müßten jetzt nicht, denke ich dann immer, die kohlschwarzen Augen der Mulattin zu glühen beginnen, müßten jetzt nicht ihre breiten Nasenflügel erregt vibrieren, ihr brombeerbrauner Mund vor Wehmut zucken, müßten jetzt nicht in ihren Ohren die Geräusche der Tropenwälder ertönen, das Rauschen eines blauen Meeres, das ewig betörend an einen unfaßlich fernen, weißen Strand hinrollt, müßten jetzt nicht die welken Hände der Mulattin in fieberhafte Nervosität geraten, weil das Herz gar zu stürmisch klopft unter der Gewalt des Heimwehs? Aber nichts davon geschieht. Die Augen der Mulattin starren geradeaus, gleichmütig, ohne jeden Funken. Die Stimmen der Heimat haben keine Macht mehr über die Mulattin. Sie ist schon zu alt, alt geworden in europäischen Straßen, öder vielleicht hat sie die Heimat ihrer farbigen Haut nie erblickt, vielleicht Von Hermann Linden ist sie in einer deutschen Stadt geboren worden, wie die meisten Gäste des Cafes, und der Ruf der ({Tropen ist für sie wie eine Legende, für die sie sich nicht interessiert, da sie nur noch ein Interesse hat: Ansichtspostkarten zu verkaufen, damit sie essen kann, gut essen... Randbemerkungen Genau genommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart; die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben. Sich ärgern, das ist: die Fehler anderer an uns selbst rächen. Da es vernünftig *lst, die meisten Dinge zu bezweifeln, sollten wir am meisten diese unsere Vernunft bezweifeln, welche uns alle Dinge erklären möchte. Ich wundere mich nie, zu sehen, wie schlecht die Menschen sind; aber ich wundere mich oft, daß sie sich nicht'schämen. Nur die Unglücklichen bekennen die Macht des Schicksals; denn die Glücklichen schreiben allen Erfolg ihrer Klugheit und ihrem Verdienste zu. Es gibt Leute, die nie etwas erlernen werden, weil sie alles zu bald verstehen. Alexander Pope. Winter zugleich, der Schnee liegt auf den grünbelaubten Zweigen der Bäume. Pie herrlichsten Dinge der Welt liegen offen umher, sie kosten kein Geld und haben keinen Reiz. Man braucht nicht zu verzweifeln, wenn man auf Irrwege geraten ist. Man kann rückwirkend seine Entschlüsse ändern, kann sein Leben von einem zurückliegenden Punkt aus in verbesserter Fassung neu leben. Hier haben die Ereignisse keinen irreversiblen Verlauf, hier gibt es kein Unwiederbringlich, kein Unwiderruflich. Hier ist es zum Wiedergutmachen nie zu spät. Hier sind die Toten wieder um uns, als wäre nichts geschehen. Bei alledem ist der Traum nur eine schwache Andeutung der Freiheit, die uns im Tode erwartet, wenn die Kausalkette aufhört, uns fortzuschleifen mit ehernem Zwang. So leben wir in beständiger Sorge und Angst vor dem, was kommen wird, weil es kommen muß. Dann aber sind wir am Ziel und gehören uns selbst Darum ist der Tod ein Memento, schon im jetzigen Leben etwas von dem zu verwirklichen, was wir im ewigen erlangen sollen: Freiheit und Wahrheit Engel mit Kind. Kreidezeichnung Von Ernst Barlach Sanft und doch fest hält der Engel das' Kind umschlungen. Vertrauensvoll schmiegt es sich an ihn. Wie in einer Kugel, deren Rundung die Engelsflügel bilden, schweben sie dahin. Ringsum ist das wirre Dunkel der gefährlichen und gefährdeten Welt, drohend wie ein Unwetter. Aber in die Kugel vermag sie nicht einzudringen. Denn es ist die Kugel, die Gottes liebende Vateohände bilden. In diesen Händen ruht geborgen, wer guten Willens ist. Gott gab. dem Menschen, den hier das Kind, die kindlich gläubige Seele, darstellt, seine Heiligen als Helfer, die Seelen der Abgeschiedenen, seine Engel. Es liegt am Menschen, zu entscheiden, ob er sich den Armen des Engels anvertraut, oder ob er in der Finsternis der Welt außerhalb der Kugel leben und zu Grunde gehen will. £tebe$gefd>td>fe mit gaf)rr&bem Eros und Amor morgens um halb elf auf einer unserer Straßen Stern enhinimel im Qlewrmbrr Sonder-Kaninchen „Winky“, das Kanindien der englischen Zauberkünstlerin Alice Maclay, dürfte das einzige Tier sein, das einen britischen Paß besitzt. Es erhielt ihn. um mit seine: Besitzerin zu einer Tournee nach Frankreich einreisen zu könnend „Normalen“ Kaninchen ist die Einreise nach Frankreich verboten. : j. l 1 \ I ■*r-oC* ’ •’ V Jj — ■ .. Kurz sind die Tage und lang die Nächte. Die Sonne nähert sich dem Tierkreiszeithen Schütze, das sie am 22. November erreicht. Die Mittagshöhe der Sonne sinkt auf fast I8V> Grad, so daß der Tagesbogen nur noch eine Länge von rund 8'/t Stunden hat. Das Herbststembild Fuhrmann, der seinen Wagen vollgeladen hat mit glitzerndem Ster- nenstaub, fährt schon in den früheren Abendstunden auf dem breiten Band der Milchstraße, die fetzt von Ost i.a West über den Himmel hinwegläuft, zur Himmelshöhe hinaus. Noch steht der Schwan am Westhimmel, aber nicht mehr wie ein Vogel, der gelassen im blauen S temenmeer schwelt, sondern fetzt steht das Schwänenbild wie ein mahnendes christliches Kreuz am UntergangshoHzont. Die Sommerhauptsterne versinken immer zeitiger. Sie machen Platz für den Orion mit seinem Begleitstem. der im Osten auftaucht. Auf eines werden die Stemfreunde im November vergeblich warten: auf die November- temsdmuppen. Jahrhundertelang gehörten die ( . ._ jäh aufleuchtenden Leoniden, die alljährlich in am 21,, Neumond am 29. November. der Zeit vom 10. — 16. November fielen, zu den schönsten Erlebnissen unter dem nächtlichen Herbsthimmel Seit ein paar Jahren bleiben die Leoniden aus. Anscheinend hat der große Jupiter diesen Meteoritenschwarm, aus dem mitunter innerhalb weniger Stunden mehrere tastsend Sternschnuppen fielen, abgelenkt. Hauptstem der Novembemäehte ist der Jttrrtter. Da er sehr hell ist, kann man ihn schon während des Sonnenunterganges auffinden. Erst wenn der Jupiter untergeht, etwa zwei Stunden nach Mitternacht, kommen det Bingplanet Saturn, der rote Mars und die aüe übrigen Sterne an Glanz übertreffende Venus zum Vorschein. Audi der kleine “Merkur, der Srhutzstem der Diebe und Kaufleute, taucht Ende des Monats am Himmel auf. Da er jedoch nur eine knappe Stunde nach der Sonne untergeht, muß man sehr geschickt sein, um Merkur apfzufinden. Der Mon£ läuft als schmale Sichel in den November hinein. Das erste Viertel ist am Es geschieht bei uris nicht alle Tage, daß man auf der Straße eine richtige kleine Liebesgeschichte miterleben kann, darum sei diese hier eben ezählt. Ich hatte ein Schaufenster betrachtet, das Schaufenster einer Buchhandlung, um ganz genau zu sein, und hatte ausgerechnet, wieviel Geld ich haben müßte, um mir all die Bücher kaufen zu können, die mir in dem Fenster gefielen. Es war eine ganze Menge Geld. Nun besah ich mir die Autos, die vorüberrollten, und die Pferde, die trotz allem noch immer nicht daran denken, auszusterben, und die Radfahrer, die dazwischen hin und her krochen oder flitzten. Und dann bemerkte ich die Radfahrerin. Sie war vielleicht achtzehn oder neunzehn und eine sehr hübsche Person. Gerade mir gegenüber hielt sie an, stieg ab und lehnte ihr Rad an den Bürgersteig. Warauf sie sich in eitle "Metzgerei begab. Dieses war der erste Akt. Der zweite schloß sich unmittelbar an. Ein junger Mensch männlichen Geschlechts, mit bunten Socken und buntem Hemd und gleichfalls einem Fahrrad, bremste zehn oder fünfzehn Meter hinter dem Rad der Dame mit den Beinen, stemmte den rechten Fuß auf den Bürgersteig, schüttelte schwungvoll sein blondes Haar zurecht und tat so, als gingen ihn das wartende Rad und seine Besitzerin nicht das geringste an. Dabei hätte selbst ein Kurzsichtiger erkennen können, daß er hinter ihr hergewesen war und nun auf sie lauerte. Im dritten Akt geschah zunächst' nichts Besonderes. Der junge Mann spielte das alte Spiel. „Ich bin ganz zufällig hier“, und die Hübsche kaufte irgend etwas. Dann aber neigte sich das wartende Rad, nicht ohne gewisse Koketterie, denn schließlich war es ja ein Damenrad, zur Seite und fiel mit einem diskreten Geräusch auf den Bürgersteig. Der vierte Akt folgte in sozusagen überstürzter Cast, denn der Blondkopf, der ja in Wahrheit Damenrad und Metzgerei nicht aus den Augen gelassen hatte, wie es sich für ein Mannsbild gehört, das heiße Pläne in seinem Busen hegt, der Blondkopf ließ sein eigenes Rad jäh im Stich und wollte das Stürzende auffangen. Natürlich kam er zu spät, aber er konnte es wenigstens aufheben und wieder ordnungsgemäß hinstellen. Außerdem sah er mal eben nach, ob ihm auch nichts' passiert war. Hierauf kehrte er zu seinem Fahrzeug zurück und bestieg es. Ein paar Minuten vergingen, ohne daß etwas Neues geschah. Im ‘fünften Akt trat die Hübsche, der das kurze schwarze Haar reizvoll ums Gesichtchen wehte, aus der Tür der Metzgerei, ein Paketchen in der Hand. Sie nickte zurückhaltend, doch immerhin dankbar in die Richtung des hilfreichen jungen Mannes. Also hatte sie sein Tun durch das Schaufenster beobachtet. Mit einer kecken Bewegung schwang sie sich auf den hellbraunen Ledersattel und startete. Der junge Mann hatte ihr Nicken mit einer Verbeugung quittiert, die zu übertrieben war, um nur eine Verbeugung zu sein. Vielmehr wirkte es, als hätte er der jungen Dame mit seinem^ ganzen Leibe sein Herz zugewörfen.’ Nun setzte auch er sein' Gefährt in Bewegung und folgte, schnell die alte Entfernung von zehn oder fünfzehn Meter zurückgewinnend, seinem hübschen Wild. Dieses hatte wegen des Paketch’ens nun keine Hand mehr frei, um hin und wieder das mutwillige Kleidchen hinabzustreichen, und die Männer verdrehten infolgedessen ziemlich eifrig die Köpfe. Der Verfolger frat ernst und gesammelt rechts — links, rechts — links. Ihm war es nicht um die Beine zu tun, sondern um die ganze Person. Schließlich hatte er ihr sein Herz zugeworfen und wollte es nun wiederhaben. Ich hatte kein Rad und mußte Zurückbleiben. Außerdem »hätte ich die beiden ja nur gestört. Das kleine Liebesspiel in fünf Akten, das sie vor meinen Augen aufgeführt hatten, gefiel mir nachträglich immer besser. Da wußte ich nämlich, wer so schalkhaft das Rad an- und umgestoßen hatte und warum. Es konnte nach' Lage der Dinge nur jener mit Pfeil und Bogen bewehrte göttliche Knabe gewesen sein, den die Griechen Eros und die Römer Amor nannten. Und Eros und Amor, morgens um halb elf auf einer unserer Straßen. Sagen Sie selbst, ist das keine Geschichte, die es verdient, mit einem vergnügten Schmunzeln erzählt zu werden? —der Kulturelle Notizen Landesbischof Dr. L i 1 j e sagte in seiner Festpredigt zum Reformationstag, die Frage nach dem „Unglück der Glaubensspaltung“ sei eigentlich nicht mehr berechtigt. Wenn nian überall so redlich • und ordentlich miteinander umgehen würde wie die beiden christlichen Konfessionen in Deutschland, dann würde es kaum noch Streit und Unruhe in der Welt geben. Der Hannoversche Verleger Adolf Spon- h o 11 z Freund und erster Verleger von Hermann Löns, starb im Alter von 82 Jahren. Roberto Rosselini hat in Rom mit seinem lange angekündigten. Film „Europa 1951“ begonnen, der die Stadt Rom an einem Streiktag schildern soll. Ingrid B e r g m a n . seine Frau, steht nach langer Zeit wieder vor der Kamera. Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg hat Richard Billingers neues Stück „Das nackte Leben“ zur Uraufführung angenommen. In dem Roman „Der Himmel war unten“ (Bergstadt-Verlag. München) schildert Dr. Walter Hartung, früher Chefdramaturg der Breslauer Bühnen, auf Grund seiner Tagebücher den Untergang der Stadt Breslau im Jahre 1945 . Die deutsche eisenschaffende und eisenverarbeitende Industrie wird im Mai des kommenden Jahres Kunstwerke im Gesamtwert von 100 000 DM verlosen. Dadurch sollen den Künstlern außer den 80 000 DM, die schon von der gleichen Stelle fjir ein Preisausschreiben gestiftet wurden, weitere Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. 1 20th Century Fox von München nach Hollywood ab. wo sie in den nächsten Tagen mit Tyrone Power vor der Kamera stehen wird. In Geiselgasteig arbeitete sie in den letzten Wochen Tag und Nacht an dem Erich- Pommer-Film „Nachts auf den Straßen“, in dem Hans Albers ihr Gegenspieler ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beschloß in Bonn, zwölf Millionen DM für Forschungszwecke auszugeben. Es geschah auf der ersten Tagung nach dem Zusammenschluß der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft mit dem deutschen Forschungsrat. Die argentinische Nationalakademie ehrte das Andenken Prof. Sauerbruchs mit einer außerordentlichen öffentlichen Sitzung. Vereinfachte Rechnung Der Southern Pacific raste durch Texas und passierte soeben eine große Viehfarm, die sich meilenweit über das Land erstreckte. „Zum Donnerwetter!“ rief ein Reisender plötzlich, „hat der Mann Hühe! Reisender-plötzlich, „hat der Mann Kühe! Ich habe 11 422 Stüdi^gezählt!“ „Sowas hab’ ich noch nie gehört!“ staunte' ein anderer. „Sie müssen wissen, icji bin der Besitzer dieser Farm , und weiß selbst nicht einmal genau, wieviel Stück Vieh ich habe. Wie haben Sie die so schnell zählen können?“ ■ „Oh, das ist ganz einfach, wenn Sie nur erst das System kennen: Ich zähle die Kuhbeine und dividiere das Ergebnis dann durch vier.“ f iS Seite 6 / Nummer 255 Freitag, 2. November 1951 SPORT - NACHRICHTEN Länderspiel Frankreich - Oesterreich 2:2 Die österreichische Elf, die in ihrem nächsten Spiel nunmehr am 28. November im Londoner Wembley- Stadion auf England trifft, zeigte gegen Frankreich klar den besseren Fußball. Immer wieder trug sie ihre Angriffe vor das französische Tor und brachte die gegnerische Hintermannschaft durcheinander. Bereits zwei Minuten nach dem französischen Anstoß starteten die Gastgeber einen Angriff, den Bonifaci mit einem Treffer abschloß. Nach diesem Führungstor der Franzosen diktierten die Gäste das Spiel. Körner II glich neun Minuten später aus und Decker gab in der 14. Minute an Stoj äspal ab, der unhaltbar zum 2:1 für Oesterreich einschoß Eine Minute vor dem Wechsel setzte Grumelon, von Bonifaci gedeckt, den Ball in die linke Ecke des österreichischen Tores und erzielte damit den 2:2-Gleichstand. Ein drittes von den Franzosen erzieltes Tor wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Amateurboxer aus Persien zurück Strahlende Gesichter gab es am Dienstag auf dem Flugplatz in München-Riem, als die deutschen Amateurboxer, die zweimal in Teheran siegreich geblieben waren, wieder heimatlichen Boden betraten. Mit Begeisterung erzählten sie von dem triumphalen Empfang in Teheran, wo die Mannschaft nicht nur vom Schah, sondern auch von der Bevölkerung überall freudig empfangen wurde. Deutsche Bingerniederlage Drei deutsche Niederlagen gab es am Mittwoch beim Internationalen Ringerturnier in Stockholm. Ziegler verlor im Bantamgewicht gegen Vesterby (Schweden) mit 0:3 und Martus im Leichtgewicht gegen Anderberg (Schweden) mit dem gleichen Ergebnis. Im Leichtschwergewicht mußte Ferber dem Schweden Palm einen Schultersieg nach 10:23 Minuten überlassen. Martus hatte im Leichtgewicht vorher den Schweden Nilsson nach 3:29 Minuten geworfen. Im Süden Schlagerspiel Nürnberg-Mühlburg SV Waldhof — Sehweinfurt 05; Kickers Offenbach — VfR Mannheim; VfB Stuttgart — Viktoria Aschaffenburg; 1860 München — Eintracht Frankfurt; Schwaben. Augsburg — Stuttgarter Kickers; FSV Frankfurt gegen Bayern München; VfL Neckarau — SpVgg Fürth; 1. FC Nürnberg — VfB Mühlburg. Fußball ist auch am kommenden Wochenende wieder Trumpf. Ueberall spitzt sich das Rennen um den ersten Platz zu, wobei teilweise die Favoriten bzw. die Tabellenführer der letzten Saison mächtig bemüht sind, verlorenen Boden wiederzugewinnen. Allmählich beginnt aber auch der Kampf im Mittelfeld und im Schlußdrittel um Positions-Verbesserungen. Im Süden gleicht der Terminplan einer unbewußt geschickten Regie des Spielausschusses. Sonntag für Sonntag erwarten die Zuschauer neue Schlager, immer sind es ein oder zwei Spiele, die alle anderen überstrahlen. Drei Vereine bilden die Spitze, der 1. FC Nürnberg und die beiden VfB-Mannschaften aus Stuttgart und aus Mühlburg. Nürnberg empfängt am Sonntag den VfB Mühlburg, 4:4 und 4:3 lauten die Ergebnisse des Vorjahres. Der VfB Stuttgart erwartet Viktoria Aschaffenburg. Ein Stuttgarter Sieg und ein mögliches Unentschieden in Nürnberg könnte dem VfB Stuttgart wieder zur Tabellenführung verhelfen. Länderkamp! gegen Portugal abgesagt Der für den 31. Januar vorgesehene Fußball-Länderkampf Portugal — Deutschland mußte endgültig abgesagt werden, da der Deutsche Fußballbund einer Verlegung auf den 3. Februar nicht zustimmen konnte, nachdem die. Regionalverbände diesen Tag bereits mit Meisterschaftsspielen belegt hatten. Für den am 21. November (Bußtag) in Istanbul gegen die Türkei stattfindenden Rückkampf wird der DFB ein viermotoriges Flugzeug chartern, das die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in einem Non-Stop-Flug nach Istanbul bringen soll. Dieser Expedition wird neben 15 Spielern und den offiziellen vier Begleitern auch der Göttinger Schiedsrichter Zimmermann als Linienrichter angehören. Der Englische Fußball-Verband schickt seine Amateur-Länderelf zu zwei Spielen am 14. und 18. Mai gegen eine deutsche Amateurauswahl. Englands Liga - Schottische Liga 2:1 Einen interessanten Kräftevergleich zwischen Spielern der ersten englischen und der ersten schottischen Fußball-Division gab es am Mittwoch in Sheffield. Englands Spitzenfußballer siegten mit 2:1 nach sehr hartem Spiel. Die erfolgreiche Elf hatte allein acht Nationalspieler aufgeboten. Die Schotten vergaben nach der Pause einen Elfmeter und dadurch den möglichen Ausgleich. Torschützen: Lofthouse und Tom Finney und für Schottland Hamilton. DFB: „FIFA auf falschen Wegen" finden, nach denen jedes Spiel einer besonderen Genehmigung bedarf. Die Einladung der FIFA an den DFB, zur Festlegung eines gemeinsamen Wirkens in Deutschland am 17. November zu Verhandlungen mit der Sektion Fußball nach Kopenhagen zu kommen, steht eigentlich im Widerspruch zu dem Schreiben der Vertreter der sowjetisch besetzten Zone an den DFB mit dem Wünsch nach direkten Verhandlungen.“ Zwischenrande um den Fußball-Bundespokal Die Zwischenrunde um den Fußball-Bundespokal der Amateure ist auf den 25. November anggsetzt worden. Bayern, das in der Vorrunde spielfrei war, trifft dabei auf den Mittelrhein. Die Auslosung ergab folgende Paarungen: In Münster: Schleswig-Holstein — Niedersachsen. In Heilbronn: Württemberg — Baden. Voraussichtlich in Jäeuel: Mittelrhein — Bayern Im Gebiet von Hessen: Hessen — Niederrhein Die Sieger bestreiten im Frühjahr die Vorschlußrunde, deren Termin noch nicht feststeht. Um Tabellenfährang in Nordbaden SV Schwetzingen — Germania Friedrichsfeld; FV Daxlanden — VfR Pforzheim; KFV — Phönix Karlsruhe; TSG Rohrbach — FV Hockenheim; Olympia Kirrlach — Germania Brötzingen; Amicitia Viernheim gegen SpVgg Birkenfeld; FG Rüppurr — FV Weinheim. In Nordbadens erster Amateurliga konzentriert sich das Interesse am kommenden Sonntag auf das Aufeinanderprallen der beiden Spitzenreiter Schwetzingen und Friedrichsfeld, wobei die Germania Gefahr läuft, ihre Tabellenführung an den hart nachdrängenden SV Schwetzingen zu verlieren. Daxlanden wird sich durch einen klaren Erfolg über den VfR Pforzheim den Anschluß an die beiden Spitzenreiter nicht entgehen lassen. Karlsruhe hat mit der Begegnung KFV — Phönix seinen Lokalschlager, der auch 1 diesmal seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird, zu- -fnal da beide Mannschaften im Siegesfalle den Anschluß an die Spitzengruppe behaupten können. Hoshbetrieb auf den Bingermatten Gruppe Süd: KSV Wiesental — KSV Kirrlach; ASV Grötzingen — Germania Bruchsal; TSV Weingarten gegen SV Brötzingen. S ÜDWESTDEUTSCHER SPIEGEL Ursachen der vier Zug-Unglücke Haltesignale wurden fiberfahren - Schuldige teilweise schon entlassen Die seitherigen Ermittlungen über die Ursache der beiden schweren Zugzusammenstöße bei Titisee und bei Wössingen haben ergeben, daß in beiden Fällen von einer alleinfahrenden Lokomotive bzw. einem Zug das Haltesignal überfahren worden ist. Während der bei dem Zusammenstoß" zwischen Titisee und Hinterzarten entstandene Sachschaden von der Eisen- bahndirektiotl Karlsruhe als verhältnismäßig gering bezeichnet wird, wurden über die Schäden des Unfalles, der sich bei Wössingen ereignete, noch keine Angaben gemacht. Der Zugzusammenstoß auf dem Bahnhof Grossalmerode-Ost bei Kassel wird von der Bundesbahn auf eindeutiges Verschulden des dortigen Fahrdienstleiters zurückgeführt. Er wurde sofort nach dem Unglück abgelöst. Bei dem Zusammenstoß wurden die Lokomotive des Personenzuges, der Packwagen, ein Personenwagen und zwei Güterwagen schwer beschädigt. Die 25 verletzten Reisenden konnten bereits alle nach kurzer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sie erlitten zumeist Hautabschürfungen und Prellungen. Die Strecke*wurde durch den Zusammenstoß nicht blockiert, da keiner der Wagen entgleist war. Der Personenzug konnte mit einer Ersatzmaschine später seine Fahrt fortsetzen. Auch bei dem Zugunglück in der Nähe von Mirsko- fen nördlich Landshut (Bayern) wird Unachtsamkeit des zuständigen Fahrdienstleiters vermutet, da der amerikanische Truppentransportzug von der vor Mifskofen liegenden Station gemeldet worden war. Bei dem Zusammenstoß entgleisten vier D-Zugwagen und die elektrische Lokomotive des amerikanischen Zuges. Die an die Personenwagen angehängten Güterwaggons mit Truppenmaterial wurden kaum beschädigt. Die Strecke war etwa acht Stunden gesperrt. Drei Tote und zwanzig Verletzte forderte am Allerheiligentag ein Unfall der Moseltalbahn auf der Strecke zwischen Schweich und Longuich. Eine aus Richtung Trier kommender vollbesetzter Triebwagen mit Anhänger raste in voller Fahrt einem rangierenden Güterzug in die Seite. Zwei Reisende waren sofort tot und eine Frau starb auf dem Transport ins Trierer Krankenhaus. Die Unfallursache wird zur Zeit noch untersucht. - Uhrenscbmuggler in Weihnachtsbonjunkhu' Beamte des badischen Zollfahndungsdienstes verhafteten an der Landesgrenze bei Lörrach zwei Ausländer noch unbekannter Nationalität, die zuletzt in Basel und in Paris wohnhaft waren. In Geheimfächern ihres Personenautos hatten Fahndungsbeamte etwa 500 Schweizer Uhren sowie'eine größere Menge Bohnenkaffee gefunden. Der Zollfahndungsdienst vermutet, daß sich die Abnehmer der geschmuggelten Uhren in München befinden und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Bei der Kontrolle einer der Deutschen Bundesbahn gehörenden Lokomotive im badischen Bahnhof in Basel fanden Beamte der Zugzollkontrolle im Führerstand geschmuggelte» Bohnenkaffee und 120 Schweizer Uhren. Der Lokführer, der das Schmuggelgut in seinem Arbeitskittel versteckt hatte, ist festgenommen und in das Gerichtsgef^ngnis Lörrach eingeliefert worden. Beamte des badischen Zollfahndungsdienstes äußerten einem dpa-Vertreter gegenüber, daß der zunehmende Uhrenschmuggel mit der. bevorstehenden Weihnachtskonjunktur in. Zusammenhang gebracht werden könne. Es liege die Vermutung nahe, daß die Uhren über wilde Händler in den Verkauf gebracht werden sollten. Kurzmeldungen aus Südwestdeutschland :: Beamte des Hauptzollamtes haben im Südteil von Heilbronn ein Schmugglemest ausgehoben und dabei große Mengen von Tabakwaren, Kaffee und Tee beschlagnahmt. Bisher konnten zwei Abnehmer ermittelt werden. :: Für die Beschaffung von Ersatztoren für den kanalisierten Neckar sind am Haushaltplan des Bundesverkehrsministetiums 1951/51 15 000 Mark, und für die Verstärkung und Ergänzung der Leitwerkanlage im Oberhafen der Schleuse Feudenheim 50 000 Mark bereitgestellt. :: Im Gebiet Württembergs und Badens hat die Deutsche Bundespost in elf Städten einen automatischen Totoansage-Femsprechdienst eingerichtet. Bereits eine Stunde nach Beendigung der Spiele sind in folgenden Städten die Totoergebnisse zu hören: In Stuttgart unter der Nummer 999, in Ulm unter 05, in Heilbronn unter 05, in Ludwigsburg unter 015, in Reutlingen unter 05, in Karlsruhe über Handamt „Totoansage“, in Mannheim unter 026, in Heidelberg unter 985, in Pforzheim unter 29, in Bruchsal unter 44, und in Baden-Baden über Handamt „Totoansage“. Schumacher „Vorsitzender der Demokratie" Eine 15jährige Teilnehmerin an einem Berufswettkampf der deutschen Angestelltenjugend in Baden- Baden antwortete auf die Frage, welche Stellung der SPD-Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher im öffentlichen Leben einnehme, dieser sei „Provisionsmiriister der SPD“. Eine andere Teilnehmerin bezeichnete Schumacher als französischen Außenminister. Für eine dritte war er „Vorsitzender der Demokratie“. Mahnschreiben an den „Uhrenprinzen" Die Staatsanwaltschaft Lörrach hat dieser Tage dem durch seine Schmuggelaffäre' bekanntgewordenen Prinzen Hans von Liechtenstein ein Mahnschrei* ben zugeleitet, um ihn an die Bezahlung der Wertersatzstrafe von 530 000 Mark zu erinnern. Der Prinz, ein Vetter des regierenden Fürsten Franz Joseph II von Liechtenstein, war Anfang des Jahres vom Schöffengericht Lörrach wegen illegaler Einfuhr von einigen 1000 Uhren in das Bundesgebiet zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden, die er durch eine ersatzweise ausgesprochene Haft abbüßte. Außerdem sollte er Wertersatz leisten und die Verhandlungskosten tragen. Prinz Hans hat in der Zwischenzeit zwar die Verhandlungskosten von 10 000 Mark überwiesen, entgegen seiner Zusage aber noch keine Anstalten gemacht, mit der Bezahlung der Wertersatzstrafe zu beginnen. Der erste Schnee im Allgäu Zum erstenmal in diesem Jahr ist im Allgäu in der Nacht zum Donnerstag in Höhen von 800 Metern Neuschnee gefallen- Der Schnee blieb auch während des Tages liegen. Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) hat, wie es in einer amtlichen Verlautbarung des Deutschen Fußball-Bundes heißt, durch den Beschluß seiner Exekutivkomitees, die Sektion Fußball der sowjetischen Besatzungszone provisorisch aufzunehmen, das groteske Faktum geschaffen, daß drei deutsche Verbände Mitglied der FIFA sind: der schon früher aufgenommene Saarländische Fußball-Bund, der Deutsche Fußball-Bund und die Sektion Fußball in der Deutschen Demokratischen Republik, deren Aufnahme allerdings erst noch auf dem Kongreß der FIFA am 26. Juli nächsten Jahres in Helsinki bestätigt werden muß. „Wie unmöglich dieser Zustand ist“, schreibt der DFB in seinem Pressedienst weiter, „zeigt allein schon die Tatsache, daß nunmehr im Spielverkehr zwischen den Vereinen der drei deutschen Verbände die internationalen Bestimmungen Anwendung Ueber dos kommende Wochenende herrscht auf den badischen Rmgermatten Hochbetrieb. Das größte Interesse gilt in der Gruppe Süd dem Treffen Wiesental — Kirrlach. In der Gruppe Nord steht das Treffen zwischen Feudenheim und Lampertheim im Mittelpunkt. West und Süd im Handballpokal Zum ersten Male seit 1947 steht Westdeutschland wieder im Endspiel um den deutschen Handball-Pokal. Die Elf trifft am Spnntag in Hagen (Westfalen) auf Süddeutschland, das 1948 und 1949 die Trophäe gewann. Der Süden stützt sich im wesentlichen auf die Mannschaft, die im Vorjahr im Wiederholungsspiel gegen den Norden in Wuppertal mit 7:9 Toren unterlag. 2. Amateurliga Mittelbaden Noch keine richtige Spitzengruppe gebildet Eggenstein — Dill weißenstein; Neureut — Odenhei Südstern — Grünwinkel; Für die Dillsteiner wird es in Eggenstein nicht leicht sein, beide Punkte mit nach Hause nehmen zu können, obwohl sich die Pforzheimer Vor Städter mit einem Sieg wieder in die Spitzengruppe hineinschieben könnten. Tabellenführer Hagsfeld wird wohl auch gegen die starken Ettlinger den Vorteil des eigenen Platzes verwerten können. Da der Tabellenzweite, Mühlacker, spielfrei ist, will Bruchsal als dritter im Bunde in Ispringen unbedingt gewinnen, was allerdings sehr fraglich scheint, da sich die Ispringer verzweifelt wehren, um endlich aus der Gefahrenzone zu kommen. Neureut hat diesmal im Falle eines Sieges gegen Odenheim die große Chance, gleich um einige Plätze vorzurutschen, da man kaum annehmen kann, daß sich die Platzbesitzer vom Tabellenletzten die Punkte abnehmen lassen. In der unteren Tabellenhälfte wird es zu wichtigen Positionskämpfen zwischen Forchheim und Blankenloch, sowie Südstern und Grünwinkel kommeg. Frankoma will enteilen Staffel II: Eutingen — Durlach-Aue; Knielingen gegen Weingarten; Grötzingen — Frankonia Karlsruhe; Göbrichen — Durmersheim; Graben — Berghausen; Tiefenbronn — Wiesental. Tabellenführer Frankonia kann sich am kommenden Spielsonntag sicherlich auch in Grötzingen beide Punkte holen und damit dem Felde der Verfolger entkommen, denn Knielingen und Weingarten, die Nächstplazierten, werden sich untereinander rupfen. Nutznießer dieses Kampfes könnte Eutingen sein, da den Enztälern gegen Durlach-Aue ein Sieg zuzutrauen ist. Die Vereine unter-der Tabellenmitte sind unter sich. Tiefenbronn könnte im Falle eines Sieges über Wiesental merklich aufrücken. # Bergmann verklagt West - Süd-Toto Der 22jährige Bergmann Heinrich Feldbusch aus Verna-Welscherod, Kreis Fritzlar-Homberg, hat die Toto-Gesellschaft Wiesbaden des West-Süd-Blöcks auf Zahlung von 192 000 Mark Schadenersatz verklagt. Feldbusch hatte beim Wettbewerb am zweiten September vierzehn richtige Tips abgegeben. Der Gewinn n; Ispringen — Bruchsal; Forchheim — Blankenloch; Hagsfeld — Ettlingen, ist ihm aber nicht ausgezahlt worden, weil die B- und C-Scheine, die der Toto-Gesellschaft zugehen müssen, fehlten Zwei „schnelle Männer“ auf dem Karussell Eine Ehrenrunde auf dem Karussell der NSU- Werke auf der Frankfurter IFMA fuhren Motorrad- Weltrekordhalter Wilhelm Herz (vorne) und Hermann Böhm (dahinter). Herz erreichte auf seiner NSU-SOO-ccm-Kompressormaschine, wie wir bereits meldeten, eine Geschwindigkeit von 290 km/std. und sein Markengefährte Böhm 248 km/std. mit der Seitenwagenmaschine. Vorentscheidung in der zweiten Liga? Der Spitzenreiter empfängt ASV Durlach — Der „Club“ zu Hause gegen Wiesbaden Ulm 1846 — ASV Durlach; Hessen Kassel — ASV Feudenheim; Bayern Hof — Jahn Regensburg; VfR Aalen — BC Augsburg; 1. FC Bambefg — FC Freiburg; SSV Reutlingen — Wacher München; ASV Cham gegen TSV Straubing; 1. FC Pforzheim — SV JViesbaden; Darmstadt 98 — FC Singen 04. Die Mannschaft des TSG Ulm 1846 hat durch ihren Auswärtssieg über den Ex-Oberligisten FC 04 Singen bewiesen, daß sie auch auf fremden Plätzen zu siegen versteht. Der Erfolg blieb auch nicht aus, denn nun nimmt sie den ersten Tabellenplatz ein und man hat die Chance, sich auf diesem Thron noch ein wenig zu sonnen. Die Ulmer „Spatzen“ weisen nicht nur das beste Punkteverhältnis, sondern mit ihren „27:12 Toren auch das beste Trefferverhältnis auf. Sie können diese Favoritenstellung halten, wenn sie sich ^gegen den ASV Durlach, der auswärts noch nicht gewinnen konnte .erfolgreich durchzusetzen verstehen. Der Platz der Ulmer scheint für Gästemannschaften tabu zu sein, denn keine von ihnen konnte bis jetzt einen Punkt mit nach Hause nehmen. Dicht auf den Fersen der Ulmer werden aber der entthronte Tabellenführer Hessen Kassel und die vom sechsten auf den dritten Platz vorgerückte Elf von Bayern Hof bleiben. In Kassel ist der Neuling ASV Feudenheim zu Gast. Die Hessen erlitten daheim noch keinen Punktverlust und werden auch gegen Feudenheim beide Zähler ihrem Konto gutschreiben. Eine schwere Aufgabe fällt Bayern Hof zu. Es empfängt Jahn Regensburg, das im letzten Jahr knapp 2:1 niedergerungen werden konnte. Doch genau so wenig wie Ulm 46 und Hessen Kassel konnten die reisenden Klubs in Hof keinen Punkt erben. Auch Regensburg wird hier keine Aenderung herbeiführen können. Den Anschluß will auch der BC Augsburg nicht verlieren. Gewarnt durch die 1:4-Niederlage des SSV Reutlingen wird Augsburg die Reise zum VfR Aalen antreten. Zweimal trennten sich der ASV Cham und TSV Straubing im Vorjahr 1:1 Unentschieden. Diesmal räumt man den Chamerri einen leichten Vorteil ein. Das verlorene Terrain des letzten Sonntags will der 1. FC Bamberg gegen den FC Freiburg wieder gut machen. Revanchieren wül sich der 1. FC Pforzheim für die im Vorjahr erlittene hohe 1:5-Niederlage von SV Wiesbaden. Zwar brachten die Goldstädter bei Wadcer München nur ein 1:1 zustande, doch zu Hause traut man ihnen einen Sieg zu. Zwei ehemalige Ex- Oberligisten treffen in der Begegnung- Darmstadt 98 gegen Singen 04 aufeinander. Die Singener, die den zweitletzten Tabellenplatz einnehmen und für die die Situation zur Zeit beängstigend ist, haben in Darmstadt nicht viel zu erwarten. Zu einem Sieg will der SSV Reutlingen kommen. Es ist nicht anzunehmen, daß der zu Gast weilende Münchner Verein „Wadcer“ einen Strich durch die Rechnung macht. Modi keine Sechstage-Vorentscheidung Es spricht für die Ausgeglichenheit des Frankfurter Sechstagefeldes, daß nach Abschluß der fünften Nacht sieben Mannschaften in der Spitzengruppe lagen. Der Held der vorletzten Nacht war der Tour de Franc-Sieger Hugo Koblet, der im Vorlauf einer durch Kittsteiner-Ehmer entfachten Jagd seinen Landsmann Arnim von Büren durch einen Sturz vorübergehend als Partner verlor, in einer Alleinfahrt über etwa 20 Runden aber trotzdem seine Position behaupten konnte. Der Schweizer zeigte in dieser Phase des Rennens zum erstenmal, über welche Reserven er noch verfügt und was er nach über 100 Stunden Fahrzeit noch zu leisten vermag. Im Verlauf der einstündigen Jagd zogen insgesamt sichen Mannschaften zur Spitze vor, die 40 Stunden vor - Beendigung des Rennens härter denn je umkämpft ist. Auch die Schlußmannschaften rückten weiter zu der führenden Gruppe auf, wobei vor aUem Lohmann-Schorn, Kittsteiner-Ehmer und Saager-Schwarzer in Erscheinung traten. Das Feld gönnte den am Ende liegenden Saager-Schwarz in den Morgenstunden den Gewinn von zwei Runden, ließ aber dann keinen weiteren Vorstoß zu Auf der Frankfurter Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung zeigt die Firma Paul Paffrath, Linz a. Rh., ihren Fahrrad-Hilfsmotor „Eilenriede", der als einziger dieser Art einen Viertaktmotor mit 48 ccm Zylinderinhalt besitzt. Der über dem Vorderrad montierte Motor leistet 1,4 PS bei 4 800 U/min. und erreicht eine Geschwindigkeit von 30 km/std. Das Getriebe hat zwei Gänge und Leerlauf. Der Kraftstoffverbrauch wird mit 1 Liter auf loo' Kilometer an gegeben. Wetterbericht Die atlantischen Störungen greifen bei ihrer Verlagerung nach Osten noch auf Süddeutschland über so daß der Witterungscharakter in unserem Raum zunächst unbeständig bleibt. Wechselnde, zeitweise stärkere Bewölkung, gelegentlich noch schauerartige Regenfälle. Temperaturen nur noch bis 10 Grad ansteigend, nachts in ungünstigen Lagen wieder leichte Bodenfrostgefahr. Mäßige Winde aus südwestlicher Richtung. Eine nette Summe für den Kreis Brudisak 300000 DM ans dem Anbau von Zichorie in 13 Gemeinden Stadtumscfiau Die größten Hektarzahlen in Neibshei m, Heidelsheim und Gondelsheim — Die diesjährige Ernte im Kreis etwa 50 000 Zentner Neben dem Wein, dem Tabak, dem Hopfen wnd den Zuckerrüben hat die Zichorienwurzel eine große wirtschaftliche Bedeutung. Allein im Kreis Bruchsal wird die Zichorie in 15, meistens den Hügelgemeinden angebaut. Über 100 Hektar sind mit Zichorie bepflanzt, die eine Ernte von rund 50 000 Zentnern erbringen dürften. Im letzten Jahr wurden für den Zentner 6 DM bezahlt. Daraus ergibt sich für die Zichorienpflanzer eine Einnahme Von rund 300 000 DM. Die alleinigen Abnehmer der Ernte sind die Franck- Kathreiner-'Werke in Ludwigsburg, bziw. ihre Außenstellen, u. a. in Bretten. Auf zahlreichen Wegen kommen die Fahrzeuge heran, tön die schwärzlichen Wurzeln nach den Darren zu bringen. Wenn auch der Umsatz mengenmäßig nicht so groß ist wie bei der Zuckerrübe, so bringt die Zichorienrösterei dem einzelnen Landwirt doch manchen Hunderter. 0 Vor 130 Jahren kam die Wurzel zu uns Es sind .jetzt gerade 130 Jahre her, seit die Zichorienwurzel bei uns angebaut wird. Aus der bescheidenen Wegwarte hat sie sich zur speziell gezüchteten Kulturpflanze entwickelt Zuerst wurde Zichorie in Norddeutschland, dann in Südfoaden angepflamzt. Als sich zeigte, daß damit ein guteis Geschäft verbunden war, folgten die nördbad'ischen und die württembergischen Gebiete. Im Kreis Bruchsal wird Zichorie gebaut: In Bruchsal 1 Pflanzer mit 0,24 ha, in Gondelsheim 57 Pflanzer mit 13,13 ha, in Heidelsheim 113 Pflanzer mit 17,56 ha, in Helmsheim 57 Pflanzer mit 7,74 ha, in Kronau 7 Pflanzer mit 1 ha, in Mingolsheim 8 Pflanzer mit 0,9 ha, in Mürazesiheim 59 Pflanzer mit 5,212 ha, in Neibs- heim 134 Pflanzer mit 20,22 Hektar, in Neuenbürg 19 Pflanzer mit 2,42 ha, in Oberadcer 39 Pflanzer mit 4,08 ha, in Obergrombach 38 Pflanzer mit 5,07 ha, in Oberöwisheim 35 Pflanzer mit. 3,30 ha, in Odenheim’95 Pflanzer mit 14,11 ha, ip Östringen 34 Pflanzer mit 3,5 ha und in Zeutem 18 Pflanzer mit 1,86 ha. Keine Einfuhr mehr aus dem Osten Im Laufe der Zeit wurden immer ertragreichere Sorten gezüchtet, auch der Herstellungsprozeß, hat mancherlei Wandlungen und Verfeinerungen durchge- macht. Die Anbauflächen gingen in den Jahren zwischen den beiden Kriegen stark zurück, weil Zichorien- wurzeln aus Belgien, Polen und dem Balkan billiger eingefuhrt werden konnten. Seit aber Polen und der Balkan hinter dem „Eisernen Vorhang“ liegen, stiegen die' Preise für die heimischen Anbauten, und die Zichorie wird wieder aus dem Inland gewonnen. Von der Wurzel zur Stange Franck Es. ist ein weiter Weg von der erdigen bräunen Wurzel bis zur sauber verpackten „Stange Franck,,. Auf mechanischem Wege erfolgt die Vorbearbeitung der Zichorie, die Fäserchen und Schwänze werden entfernt, ebenso das Kraut, und die Wurzeln werden solange gereinigt, bis sie schneeweiß und blank gescheuert sind, Dann kommen sie zur Zerkleinerung in die Schnitzelmaschine. Auf der Darre machen sie ihren wichtigsten Prozeß durch, sie werden so lange geröstet, bis auch der letzte Tropfen Wasser daraus verdunstet ist. Dabei verlieren sie dr,eiviertel ihres Gewichts und sind jetzt nicht mehr Wurzeln, sondern das begehrte Rohmaterial. Aber diese ausgedehnte Röstung ist die sicherste Gewähr für eine unverminderte Haltbarkeit. Aus dar Rösterei kommen die Wurzeln in die Mühle und werden zu einem feinen Pulver zermahlen. Schließlich wird die braune, feinkörnige Masse noch einmal präpariert und entsprechend verpackt. Als die Zichorie am. Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Sdegeszug antrat, waren es einzelne, kleine Unternehmer, die mit Familienbetrieb arbeiteten. Mit dem steigenden Umsatz, besonders groß war damals der Export nach Frankreich, Italien und Spanien, stieg auch die Zahl der Unternehmen. Aber auf die Dauer konnten sich nur die Großbetriebe halten, die mit modernen» Maschinen arbeiteten. Besonders seit der Krise in den siebzige» Jahren des vorigen Jahrhunderts sind nur wenige Großunternehmen übrig geblieben. Eines der schwierigsten Kapitel ist schließlich auch die Geschmacksfrage. Denn die Ansprüche der Käufer sind im Laufe der Jahre gewachsen. Dazu kam, daß mit der Zichorienherstellung auch die Fabrikation von Kaffee-Ersatz verbunden wurde, der im wesentlichen aus Gerste hergestellt wird. Wie durch die verschiedenen Zusätze eine Gesehmacksverbesserung erreicht wird, ist das Fabrikationsgeheimnis, das die Firmen sorgfältig für sich bewahren (!!) Wenig einlräglidie „Tansdigesdiätle’ 8 Monate Gefängnis wegen Diebstahls und Betrugs Der 20jährige Hilfsarbeiter B. aus U. war durch das Schöffengericht Bruchsal am 12. 4. 1951 wegen Diebstahls zu 2 Monaten Gefängnis und am 19. 7. 1961 wegen Widerstands gegen cjiie Staatsgewalt, Körperverletzung und Hausfriedensbruch zu einer Gesamtstrafe von 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden., Aus der Strafhaft vorgeführt, hatte er sich vor dem Bruchsaler Strafrichter erneut wegen Eigentumsdelikten, die er bereits im Jahre 1949 begangen hatte, und wegen Betrugs zu verantworten. Am 14. 9. 1951 befand er sich in Heidelberg auf Arbeitssuche. Sie war vergeblich. Als er die Rückfahrt nach U. antreten wollte, bemerkte er, daß er seine Fahrkarte verloren hatte. Da er kein Geld mehr besaß, sah er sich nach einem anderen Beförderungsmittel um. Zuerst fiel ihm ein altes Herrenfahrrad in die Finger, das sich jedoch bei näherer Prüfung als unbrauchbar erwies. Er montierte daraufhin das Fahrrad auseinander und hieß lediglich däs Hinterrad mitgehen. Auf seinem Weitermarsch gelangte er an ein abgelegenes Gehöft, in dessen Hof er ein neues Luxusdamenfahrrad stehen sah. Kurz entschlossen ließ er das Hinterrad liegen und nahm das Damen- Die Feuersdintzabqabe in der Stadt Bruchsal Acht Abgabestufen von 3 bis 50 JJM — Schrift lieber Bescheid für die Abgabepflichtigen Vor einigen Monaten beschloß der Bruchsaler Stadtrat die Einführung der Feuerschutzabgabe. Nunmehr liegt die Genehmigung» des Präsidenten des Landwbezirks Baden für die Steuerordriung vor. 7 Die Bekanntmachung über die Erhebung der Feuemhutz- abgaibe lautet: § 1. 1. Die männlichen Einwohner der Stadt vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 66. Lebensjahr, welche die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, haben zu den Kosten der Einrichtungen und Anstalten der Gemeinde für das Feuerlöschwesen eine jährliche Abgabe zu entrichten. 2. Juristische Personen des bürgerlichen Rechts, die in der Gemeinde ihren Sitz oder eine Niederlassung haben, müssen die gleiche Abgabe entrichten. 3. Ausgenommen von der Abgabe sind: a) die gemäß § 4 der Vierten Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 24. Oktober 1939 (RGBl. I S.2100) zum Pflichtfeuerwehrdienst heraragezogenen Personen; b) die Angehörigen der. Frejw. Feuerwehr und des Roten Kreuzes ; c) die Polizeivohzugisbeamten sowie Personen, die bei Brandfällen amtlich tätig werden; d) Personen, die infolge von körperlichen oder geistigen Gebrechen für den Dienst in der Pflichtfeuerwehr untauglich sind. Die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses hierüber kann verlangt werden; e) Personen, die mehr als 25 Jahre in der Pflichtfeuerwehr, der Freiw. Feuerwehr oder- im Roten Kreuz Dienst geleistet haben. 4. Maßgebend für die Steuerpflicht sind die Verhältnisse bei Beginn des Kalenderjahres. § 2- Für die Bemessung der Abgabe werden acht Abgabestufen gebildet. Die. Abgabe beträgt jährlich: in der 1.-Stufe 3 DM, - in- der. 2, Stufe -5 DM, in der 3. Stufe 8 DM, in der 4-Stufe iü DM, in der 5. Stufe 15 DM, in der 6. Stufe 20 DM, in der 7. Stufe 30 DM, in der 8. Stufe 50 DM. § 3. Die Einreihung, der Abgabepflichtigen in die einzelnen Abgabestufen erfolgt durch den Gemeinderat unter Berücksichtigung der gesamten in Betracht kommenden Verhältnisse. Zu. berücksichtigen ist dabei insbesondere der Nutzen, den der Abgabepflichtige aus der Nichtlieistung des Feuerlöschdienstes und dem von der Feuerwehr gestellten Feuerschutz hat ■§4. 1. Die Abgabepflichtigen erhalten einen schriftlichen Bescheid. Die Abgabe ist innerhalb 4 Wochen nach Zustellung des Bescheids fällig. 2. Die Betreibung erfolgt nach den Bestimmungen über die Betreibung und Sicherung der Gemeindeansstände. §5. Gegen die Festsetzung der Abgabe kann zur Vorbereitung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens binnen 2 Wochen nach Zustellung des Bescheids die Beschwerde an den Landrat erhoben werden. § 6. Die zur Durchführung der Steuerordnurag erfordert Bestimmungen erläßt der Gemeinderat. ’ Er ist auch zuständig zur Verbescheidung von Anträgen auf Nachlaß, Ermäßigung oder Stundung der Abgabe. § 7. Diese Steuerordnung tritt rückwirkend mit dem 1. April 1951 in Kraft. rad mit. Nachdem er zu Hause die Räder des Damenfahrrades abmontiert hatte, tauschte er den Rahmen gegen einen Herrentehrradrahmen, ein. Hierbei gab er dem Tauschpartner gegenüber an, er habe den Rahmen von seiner Mutter erhalten. Da der Tauschpartner an dem gestohlenen Rahmen rechtlich kein Eigentum erwerben konnte und 1 ihn tatsächlich später auch dem Eigentümer wieder herausgeben mußte, machte sich - B. auch eines Betruges schuldig. Glück hatte B. hinsichtlich des ersten Fahrraddiebstahles, da diese Straftat gerade noch unter die Amnestie fiel. ‘ B. ist ein fanatischer „Gegner“ des Alkpholes. Er vernichtet ihn, wo er ihn antrifft Natürlich weilte er auch' während der Kirchweih im Gasthaus. Stark angetrunken sah er im Hof den Pkw. des Dr. M. aus U. stehen. Das Fahrzeug war nicht abgeschlossen. B. spielte den großen Miann und setzte sich ans Steuer. Hierbei entdeckte er einen Gabardiruemantel, den er unverzüglich mitgehen hieß. Aus dem Mantel ließ er sich, nachdem er ihn zuvor hatte färben lassen, eine Hose schneidern. . Damit gab sich B. jedoch nicht zufrieden. Als er eines Tages wieder im Wirtshaus weilte, fuhr ein Lkw. in den Hof ein. B. sah, daß Fahrer und Beifahrer in die Gaststätte gingen. Schnell machte er sich an das Fahrzeug ran und ergatterte eine Aktenmappe und einen Mantel. Er versteckte die beiden Gegenstände zunächst, um das Verhalten der Bestohlenen abzuwarten. Man hatte ihn jedoch bei seinem Tun beobachtet und jagte ihm, nachdem die Bestohlenen Krach schlugen, seine Beute wieder ab. > In der Hauptverhandlurag versuchte B. dem Gericht glaubhaft zu machen, er habe mit dem Verstecken der Aktenmappe und des Mantels den beiden Kraftfahrern lediglich einen harmlosen Streich spielen wollen. Angesichts seiner erheblichen Vorstrafen, die bei seinem jugendlichen Alter auf eine starke verbrecherische Veranlagung schließen lassen, schenkte ihm das Gericht keinen Glauben. Im übrigen war B. im Hinblick auf das einwandfreie Beweismaterial voll geständig. Das Gericht verurteilte ihn unter Bildung einer Gesamtstrafe wegen Diebstahls in 3 Fällen und Betrugs in einem Falle zu einer Gefängnisstrafe von '8 Monaten. w. Sperre der Förster Wiesenstraße Forst. Die Verfcehrsabteilung des Laradratsamtes Bruchsal teilt mit: In der Gemeinde Forst wird die Wieserastraße, die Verbindung zwischen Burgweg und Landstraße 1. Ordnung, auf die Dauer von 2 Jahren, d. h. bis 31. Qkt. 1953, für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen aller Art gesperrt. Von der Sperre sind lediglich die Fahrzeuge der Anlieger ausgenommen. Die Wiesenstraße selbst wurde durch die Aufstellung der erforderlichen amtlichen Verkehrszeichen entsprechend gekennzeichnet. Freitag, den 2. November 1951 Zwei Verletzte bei Verkehrsunfall. Bei der Tankstelle Ihle in' der Württemfoergerstr. wurden zwei Männer, die einen mit Werkzeugen beladenen Handwagen zogen, von einem Lieferwagen aragef abrera und. erheblich verletzt. Das Unglück geschah so: Ein Lastkraftwagen überholte ein anderes Fahrzeug und kam gerade noch an dem Handwagen vorbei. Der dem Lastwagen folgende Lieferwagen dagegen erfaßte den Handwagen und schleuderte die beiden Männer auf die Seite. Die Schuld trifft ohne Zweifel die beiden Fahrer der Kraftfahrzeuge, die die nötige Sorgfalt außer Acht ließen. Festakt in der Justus-Knecht-Schule. Anläßlich der Jahrestagiung des Landesverbandes Nordbaden für Lehrer an Höheren Schulen findet morgen Samstag, 10.30 Uhr, in der Aula der Justus-Knecht-Schule ein Festakt statt. Die Begrüßungsansprache hält Bürgermeister Prof. Bläsi, die Festrede Universitätsprofessor Dr. H. Wenke, Tübingen, über das Thema „Die Schule im Lichte der Sozial- und Kulturpolitik unserer Zeit.“ Als Vertreter der württemberg-badischen Regierung nimmt Kultusminister Dr. Schenkel an dem Festakt teil. Unter. Leitung von R. Ummenhofer geben Chor und Orchester des Realgymnasiums den musikalischen und gesanglichen Rahmen, Sollen es Uhren — Gold oder Silber sein kauft man preiswert HÄUSLER Wilderichslraße 3 Bruchsaler Schwimmverein. Die in der „Scheffelhöhe“ abgehalterae Mitgliederversammlung am 31. 10. erfreute sich eines zahlreichen Besuchs. Sofern der Sonntag, 4. Nov., schönes Wetter bringt, findet eine Wanderung nach Heidelsheim statt Die Teilnehmer treffen sich um 13.30 Uhr auf der Großen Brücke. Auch die Elfem der Schwimmerjugend, alle Freunde und Gönner des Vereins sind zu dler Wanderung herzlich eärageladera. Sollte das Wetter schlecht sein, so wird die Wanderung um 8 Tage, auf den 11. Nov., verlegt. Lichtbildervortrag der Volkshochschule. DieVolkshoch- schiule veranstaltet am Dienstag, 6. Nov., 20 Uhr, in der Aula der Gewerbeschule einen Lichtbildervortrag mit anschließender Diskussion „Fühl 1 Dich wohl in Deiner Wohnung“ von Dr. Heinrich König Heidelberg. Eintritt DM —.50, Schüler, Versehrte, Arbeit» lose sowie Inhaber von Hörerkarten der Volkshoeli schule DM —.30. Kleintierzuchtverein Bruchsal. Die nächste Monat» Versammlung findet am Samstag, 3. Nov., 20 Uhr, im Gasthaus zum „Ochisen“ statt. Die Vereinsleitung erwartet eine zahlreiche Beteiligung der Mitglieder. Motorfahrer-Club Bruchsal (MV). Am Samstag, dem 3.Nov., 20 Uhr, findet unsere -Momateversammiung in der Brauerei Denner statt. Die Vorstandschaft bittet um pünktliches und vollzähliges Erscheinen. Tageskalender für 2. November Europalichtspiele Bruchsal, 14.30 Uhr Puppenspiele „Rotkäppchen“ sowie „Kasperte und die Hexe“, 17, 19 und 21 Uhr, „Der Bandit und die Königin“, ein Technifcofor-Farbfilm. Aula der Balthasar-Neumann-Schule, 20.15 Uhr, Oeffentliches Rundgespräch über Erziehuragsprobleme unserer Zeit, anläßlich der Jahrestagung des Landesverbandes der Lehrer an höheren Schulen. Sportfischerverein Bruchsal, 20 Uhr, Monatsversammlung im „Rheinischen Hof.“ Frankonia Bruchsal, 20.30 Uhr, außerordentliche Spielerversammlung im „Klosterberg.“ Stadtkirchenchor Bruchsal, 20 Uhr, Gesamtprobe für Kirchenkonzert. Vollzähliges Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Staatstheater Karlsruhe, 19.30 Uhr „Carmen “7 Oper von Bizet, im Großen Haus. . Todesanzeige Nach Gottes hl. Willen verschied am 31. 10. 1951 nach langem Leider, unsere herzensgute Mutter, Schwester, Großmutter, Tante und Schwägerin Christiane Schleicher geb. Walter wohlvorbereitet mit den Tröstungen unserer heiligen Kirche, im Alter von 77 Jahren. IN STILLER TRAUER: Franz Schleicher und Familie Anna Schleicher Bruchsal, Seilersbahn 18, den I. November 1951 Beerdigung- Samstag, 3. Nov. 51, vormittags 11 Uhr. LICHTSPIELE zeigen vom 2. bis 5. Nov. „Der Bandit und die Königin' I (Der Sohn von Robdn Hood) Ein Farbfilm in Technicolor mit CORNEL WILDE : Galante Liebe — ritterliche j Kämpfe — Leidenschaften Beginn: /wim kostete es früher, wenn ein liebes Andenken oder ein wertvoller Gegenstand verloren ging Man wußte meist nicht, wie man das „gute Stück wiederfinden sollte. Heute lat das einfachl Wenn der Weg zum Fundbüro vergeblich war, setzt man einfach eine Kleinanzeige In die „BRUCHSALER POST" und in fast allen Fällen hilft sie suchen und finden. I Ob man selber etwas verloren hat oder der zugelaufene Hund seinen Herrn wiederfinden soll, immer helfen Klein* Anz^ioenf J täglich 17, 19 und 21 Uhr, sonntags auch 14.45 Uhr. Warme Kleidung sdtufzt vor Erkältung! Unsere Abteilung Konfektion zeigt Ihnen Wintermäntel für Damen, Herren, Kinde> Pullover und Westen Skihosen, Trainingsanzüge Unsere Preise sind klein. Ihr Besuch soll zwangslos 1 und unverbindlich sein. Bazar Wächter Bruchsal, Luisenstraße 1 (neben der Lutherkirche) von Optikermeister laichtet I Bruchtal, Kaisertir.63 Lieferant aller Krankenkassen Wir liegen zwar etwas abseits I aber wir bieten Ihnen viel! gr. Auswahl, volkstüml. Preise, sehr günstige Zahiungsweise, korrekte "Bedienung. Der weiteste Weg lohnt aid», zu: miHimt mnERTin GEGRÜNDET t 8 5 0 Speyer a. Rh. Hauptstraße 57 Telefon 2375 DAS SPEZIALGESCHÄFT FÜR KURZ-, WEISS-, WOLL-, WISCHE- UND MODEWAREN .=;her. Aüfe-ge.’/v .. eröffnet morgen seine neuen Geschäftsräume Friedrichsfr.44 Das Geld ist knapp - Gelebt muh «ein Wer rechnet, kauft bei Schreiber ein. Sdimehkäse 20°!,Fitt!.T. 100 gr BM Somadour 20 ö | o Fett i.T.ca 115 gr,2 Stück Camembert 30°/o Fett i. T. 2 Schcuflfein o 80 gr Inhalt .... Weidisdimelikäse m.Emmenlaler 20 J l o Fett i. T. Schachteln mit 250 gr Inh. entb. 6 Ecken .20 .47 .55 .54 Irisdie holl. Eier 7 70 10 SlOck.*•*/ Aus unserem Weinkeller: 1*50 er Webenheimer Hasenzeile ILtrfl.o.GI. ... DM i9so .r Bodenheimer Rotwein 1 Ltrfl. 0 . Gl. . . . DM Deutsch. Wermutwein Vi FI- 0 . Gt. ... DM Isma Geldtropfen 32 Vol. •/„ (Trinkbranntwein) V 1 FI. 0 .EI. ... DM 1.15 1.25 1.25 4.30 Deutscher Weinbrand Verschnitt 38 Vol. °/° ViFl.o.SI. . . DM 6.20 V 2 FL. 6 I. ... DM 1850-1950 Schreiber Freitag, den 2. November 195*1 -^•. AM&Ueelen ... Zum besten Teil der Menschheit mag es gehören, daß sie am Gedenktage der Taten in einer Friedhofs- < stunde die Welt der letzten Dinge überschaut. An diesem Ort menschlicher Beugung und Demut erkennen wir am besten die irdische Unvollkommenheit. Wir schreiten vorüber an goldenen Grabinschriften, stolzen Steinmonumenten und an Gräbern der Verlassenen, auf denen vielleicht nur noch eine zeitlose Blume blüht. In diesem Garten sind alle gleich geworden, der Arme und der Reiche, der Hand- und Geistesarbeiter, sie sind in einer sorglosen und leidlosen Welt vereint. Aus diesem großen Chor der Toten dringt in die unruhvolle Zeit etwas Großes — die Sprache der Liebe, die sich um ihrer selbst bewußt wird, Liebe ohne Eigensucht. Aller Seelen ist wie ein Anhauch von Gott. Einmal im Jahre glauben wir zu vernehmen, was einst der Mund eines Göttlichen sprach: Was sucht Ihr den Lebendigen unter den Toten. Er ist nicht hier! Der Gedanke des Wiedersehens nach dem Tode ist das Tröstliche, das uns der Allerseelentag zuruft. ' Liebe, Schicksal und Tod stehen dicht beieinander, wenn wir dieses Tages gedenken. Wteviel Liebe, die unter einem „Zu spät“ erst erwachte, ruht unter der Erde, wieviele Schicksale, die an den Rätseln dieses Erdenlebens zugrunde gingen, sind in den Tiefen geborgen. Alles, was auf dem Allerseelenfeld zu Sinnbildern der Verlierbarkeit geworden ist, wird auch wieder zur ehrfurchtgebietenden Kraft für die. nachfolgenden Geschlechter.'Darin erleben wir, daß das letzte Haus des Menschen dennoch nicht das letzte ist, daß über den von Tränen benetzten dunklen Cy- pressen und Blumen der Auferstehungs- und Wiedersehensgedanke steht. Allerseelen lehrt uns, daß wir mitten im Leben des Todes eingedenk sein sollen, denn allezeit sind wir von ihm bedroht und können von ihm überrascht werden. Badisdies Staatstheater Spielplan vom 4. bis 11. November Großes Haus: Somratag, 4. 11., 17 Uhr: „Tristan und Isolde“. Oper von Richard Wagner. Dienstag, 6. 11., 10.30 Uhr: „Der Graf von Luxemburg Operette von Franz Lehar. Donnerstag, 8. 11., 18.30 Uhr: „Der Graf von Luxemburg". Operette von Franz Lehar. Freitag, 9. 11., 19 Uhr: „Was Ihr wollt“. Komische • Oper von Arthur Kusterer. Samstag, 10. 1L10.3O Ulhr: „Manon Lescaut“. Oper von Puccind. Sonntag, 11. 11., 19.30 Uhr: „Der junge Herr Rene“. Operette von Leo Fall. Schauspielhaus: Mittwoch, 7. 11., 19.30 Uhr: „Der Tod des Hand lungsreisenden“. Schauspiel von Arthur Miller. Donnerstag, 8. 11., 19.30 Uhr: „Nacht an der Newa“. Schauspiel von Josef Nowak. Freitag, 9. 11., 19.30 Uhr: „Der Biberpelz". Diebeskomödie von Gerhart Hauptmann. Samstag, 10. 11-, 19.30 Uhr: „Der Biberpelz“. Diebeskomödie von Gerhart Hauptmann. Sonntag, 11. 11., 15 und 19.30 Uhr: Gastspiel Käthe Dorsch „Cheri“. Komödie von Colette. deu.(}eut&M<üri Allerlei aus Göishausen Gölshausen. Bei der letzten Einschreibung des Tabakbauverbandes fanden die Grumpen zu annehmbaren Preisen Absatz. Die Befolgung der vom Verband gegebenen Behandlungsrichtlinien hat sich gelohnt. Es wurden bezahlt : Für Geudertsheimer, gebündelt 70 DM, lose 40 DM, für Havanna I, gebündelt 86,50 DM, II 60 DM, lose 40 DM pro Zentner. — Der Verkauf des Sandlblattes findet am 6. Dezember statt. Die Kirchweih verlief dieses Jahr ruhig. Zur Veranstaltung öffentlicher Tanzvergnügen hatte sich kein Gastwirt entschließen können. Ihre Anziehungskraft hatte die „Kerwe“ aber trotzdem nicht verloren. Viele auswärts lebende Gemeindeglieder batte dieser schöne Herbsttag zu einem Besuch in der Heimat veranlaßt und die Gasthäuser hatten auch bhne Tanzmusik ihren „guten“ Tag. — Frau Theresia Häubl, Oberdorf, kann am 2. November ihren 80.' Geburtstag begehen. Herzliche Glückch- wünscbe. — Auf dem Friedhof herrscht z. Zt. reges Leben, denn liebe Hände schmücken nach altem Brauch die Gräber ihrer Verstorbenen, so daß der sonst gepflegte Friedhof auf Allerheiligen und Allerseelen einem blühenden Garten gleicht. Heute, 2. November, begeht Frau Anna Kratzmeier, Hauptstraße 71, ihren 70. Geburtstag; ebenfalls den 70. Geburtstag feiert am 5. Nov. Frau Elise Heneka, Steigstr; 10. Wir gratulieren herzlich. Gochsheimer Ortsgeschehen Gochsheim. Die Winterschafweide mit 126 ha Wiesengelände wurde an den Schäfer Karl Lichten- berger für 650 DM verpachtet. Die in einem äußerst schlechten Zustand befindliche Babnhofstraße wird noch im Verlauf dieses Jahres iinstapdgesetzt. Das Gleiche gilt für den Zu- und den Abgang der Karlstraße, wobei an der Brük- kenwaage eine Brücke erstellt werden muß. Der älteste Bürger der Gemeinde, Landwirt Friedr. Münz, vollendete sein 84. Lebensjahr. Geistig ist der Jubilar noch vollkommen auf der Höhe. Landwirtschaftliche Arbeiten kann er jedoch infolge eines Fußleidens kaum mehr verrichten. Bei der Sammlung zu Gunsten der Inneren Mission kam ein Betrag von 713 DM zusammen, was der brüderlichen Nächstenliebe der Bevölkerung ein schönes Zeugnis äusstellt. Zur Zeit werden die Zichorienwurzeln abgeliefert Abnehmer ist die Cichoriefäbrik H. Frank & Söhne in Ludwigsburg. Die Ernte ist trotz Engerlingsfraß noch beträchtlich. Mit Zichorie waren 11 Hektar angebaut. Der Kleintierzüchterverein veranstaltet mit den Vereinen von Menzingen und Münzesheim am 10. 11. in der „Krone“ eine Tierschau. Dabei werden die schönsten Hasen, Hühner, Tauben und Enten prämiiert An der Schau beteiligen sich auch die Züchter von Flehingen, Bauerbach und Zadserihausen. DER SPORT DER HEIMAT Im Fußball kein Flihrunqsuedisel zu erwarten Kirrlach empfängt Brötzingen — 2. Amateurligisten answärts 1. Amateurliga: Olympia Kirrlach — Germ. Brötzingen Kirrlachs Form hat sich wieder stabilisiert, so daß man der Elf auch im schweren Treffen gegen Brötzingen einen knappen Erfolg Zutrauen darf. 2. Amateurliga: Neureut — Odenheim feprimgen — VfB Bruchsal Tiefenbronn — Wiesental Von den Amateurligisten des Kreises hat bis jetzt zweifellos der Neuling VfB Bruchsal am besten eingeschlagen. Bei gleicher Form wie gegen Neureut dürfte für Ispringen nichts zu erwarten sein. Odenheim indessen hat in Neureut anzutreten, dos verlorenen Boden gutmachen wili Die Aussichten sind keinesfalls günstig. Chancen hat dagegen der FV Wiesental, obgleich Tiefenbronn auf eigenem Gelände nicht zu unterschätzen ist. A-Klasse: ' Neudorf — Mingolsheim Germ. Forst — Oberhausen VfB Bretten — Langenbrücken Heidelsheim — Haimforücken Arsenal der Vergeßlichkeit Besuch bei einem Fundbüro der DB Untergrombach — Philippsburg Münzesheim — Huttenheim In der A-Klasse geht der Zweikampf Bretten-Forst unvermindert weiter. Nachdem beide Mannschaften diesmal erneut zu Heimsiegen kommen werden, gibt es hinsichtlich der Führung keine Veränderung. Neudorf könnte den Platzvorteil gegen Mingolsheim nützen, was auch für die Partie in Heidelsheim zutrifft. Nachdem sich Untergrombach wieder gefunden bat, wird sich dort Philippsburg schwer tun. Der Ausgang der Begegnung in Münzesheim gilt als offen. B-Klasse, Hardt: TV Oberhausen — Rheinhausen Neuthard — TSV Kirrlach Rheinsheim — TV Forst TV Philippsburg — 08 Bruchsal Zeutern — Ubstadt TSV Wiesental — Stettfeld Tabellenführer Rheinsheim, Rheinhaiusen, Neuthard, TSV Wiesentai und auch Zeutern sind bei den Paarungen des Sonntags ungefährdet. 08 Bruchsal könnte man einen knappen Auswärtserfolg Zutrauen, B-Klasse, Bergstraße: Kümbach — Obergrombach Rinlfclingen — Neibsheim Frank. Bruchsal — Menzingen Bauerbach — Gochsheim . Gölshausen — Unteröwisheim Büchig — Oberöwisheim Spitzenreiter Unteröwisheim muß sich in Gölshausen sehr vorsehen, wogegen Neibsheim eine leichtere Aufgabe hat. Im übrigen erwarten wir mit Sicherheit Frankonia Bruchsal, Bauerbach und Oberöwis- hem in Front. In Kümbach wäre ein Remis möglich* Jungliga: VfB Bruchsal — Philippsburg Volles Programm im Handball und Ringen Spätjahrs-Waldlauf in Frage gestellt Verbandsliga: TSV Bretten —Rintheim Brettens Elf stehlt vor einer ihrer schwersten Aufgaben, zumal Rintheim sich in glänzender Form befindet und als ernster Favorit der Meisterschaft gilt. Man darf deshalb aiuf dem TSV-Platz ein großes Spiel erwarten. Bezirksklasse: Odenheim — Neuthard Kronau — Heidelsheim Bruchsal — Graben Oestringen — Kirrlach Rußheim — Philippsburg Hochstetten — Spöck SludentenauslausdiProgramm der US/I für 1952 Voll bezahlte Jahresstipendien an befäh igte Studenten und Studentinnen Vieh, das A und O der landwirtschaftlichen: Betriebe,* 21. 12. Reg.-Landiw.-Rat Seßder und Mitarbeiter: Etwa 200 Studenten und Studentinnen aus der Bundesrepublik werden im Jahre 1952 in die Vereinigten Staaten fahren, um an amerikanischen Colleges und Universitäten zu studieren. Es handelt sich hierbei um voll bezahlte Stipendien für ein akademisches Jahr, die von der Regierung der Vereinigten Staaten und verschiedenen privaten amerikanischen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Das Programm soll* jungen Deutschen die Gelegenheit geben, das amerikanische Volk und seine Lebensweise kennenzulemen und ist ein Teil eines ständigen Austausche zwischen Deutschland und den USA. Jeder dazu befähigte Student kann sich darum bewerben. Die Auswahl wird nach dem Grundsatz des freien Wettbewerbs und der besten Eignung getroffen. Deutsch-amerikanische Ausschüsse werden die Bewerber interviewen und im November und Dezember 1951 die endgültige' Auswahl treffen. Nur junge Männer und Frauen, die bereits an Universitäten studiert, oder das letzte Schuljahr eines Gymnasiums oder einer entsprechenden höheren Schule besucht haben, werden als Bewerber zugelassen. Wenngleich Studenten aller Altersgruppen und aller Fakultäten sich bewerben dürfen, werden die Stipendien hauptsächlich für Studenten der Philologie und der Sbzalwissenschaften vergeben. Vorrang erhalten diejenigen, die ihr 4. Semester noch nicht vollendet haben und am Tag der Bewerbung unter 26 Jahre alt sind. Der Bewerber muß gesund sein, muß eine gute Kenntnis der englischen Sprache haben und sich schriftlich verpflichten, nach Beendigung des einjährigen Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten nach Deutschland zurückzufcehren. Personen, deren Namen auf den Auswandererlisten stehen, weiden als Bewerber kn Rahmen dieses Programme® nicht zugelassen. Studenten, die in Württemberg-Baden und Würt- temberg-Hohenzollem ständig .wohnen oder gegenwärtig studieren, sollten ihre Bewerbungen möglichst bald bei Exchanges Staff, Office of the Land Commissioner for Württemberg-Baden, Stuttgart, Olgastraße 13, einreichen. Wie kann Schulraummangel behoben werden? Diedelsheim. Am Dienstag fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderates statt. Eine längere Debatte entstand über die Frage, auf welche Weise der dauernde Schulraummangel, der durch die Einführung des neuen Lehrplans noch verschärft worden ist, behoben werden könnte. Wenigstens ein zusätzlicher Unterricbtsraum muß geschaffen werden. Erwogen wurde der Ausbau des neben dem Schulgebäude gelegenen Schopfes. Doch soll das Projekt in bezug auf Durchführbarkeit und Eignung erst noch von fachmännischer Seite begutachtet werden. — Die angeratene obligatorische ObsibaiumAprÄtzung soll nicht durcbgefübrt werden, da die in Frage kommenden Baumstücke zu sehr verstreut liegen. Es wird jedoch jedem Obstzüchter empfohlen, selbst die notwendige Spritzung varzunehmen. Die Schuldienerstelle mußte neu vergeben werden, da die bisherige Betreuerin in den Ruhestand getreten ist. Von den'Bewerbern wurde Frau Sophie Weiß mit diesem Amt betraut. Die Renovierung des Rathausganges und der Abortartlagen wurde für notwendig erachtet und wird demnächst vorgenommen werden. Das Voiksbildungswerk in Unteröwisheim Unteröwisheim. Das. Voiksbildungswerk veranstaltet über den Winter die folgenden Vorträge: 4. 11. Biidberichterstatter Werner „Unter der Sonne Italiens und Griechenlands“, Farblichtbildervortrag. 20. 11, Reg.-Landiw.-Rat Seßler und Mitarbeiter: „Das „Landfrau, erleichtere Deine Arbeit“ und „Rentable Hühnerhaltung.“ 10. 1. Obsttaauinspektor Dickgießer: „Wie kann der Kirschenbaum rentabler gestaltet werden.“ 5. 2. Reg.-Landw.-Rat Seßder und 1 Mitarbeiter: „Wie erzeuge ich Qualitätstabafc? Vom Saatbeet bis zur dachreitfen Ej-nte.“ 20. 2. Lehrer Vögely: „Fritz Joß ' und der Bundschuh im Kraichigau.“ 12. 3. Lehrer Vögely: „Unteröwisheim im Wandel der Jahrhunderte. * Im Mai Sopranistin Hermine Alba: „Wiener Liederabend.“ Begleitung am Klavfer: Dr. Friedr. G. Treiber. Wie alljährlich wird auch in diesen Tagen eine Naturahensammliung für das Diakonissenhaus in Karlsruhe durchgeführt. Die Spenden können im Pfarrhof abgegeben werden. Zu Grabe getragen wurde der im 77. Lebensjahr stehende Maurer August Henninger, Friedrichstraße. Der Verstorbene führte seit Jahren ein stilles zurückgezogenes Leben. Am Samstagabend kommen zur Vorführung: 20.15 Uhr „Kind der Donau“ mit Marika Rökk und am gleichen Tag in Spätvorstelhmg um 22 Uhr der Wildwestfilm „Tal des Todes.“ b. Blick in ein Fundbüro der DB Foto: Steidl (Mündten) „Entschuldigen Sie bitte, wurde vielleicht meine Trompete gefunden und hier abgegeben, die ich im D- Zug Stuttgart-Karlsruhe vergessen habe?“ Diese Frage hörte der Reporter, als er das große Fundbüro im Karlsruher Bauptbahnhof betrat. Dem Verlierer konnte geholfen werden. Der Schaffner des Zuges hatte die Trompete entdeckt und sie im Fundbüro deponiert. Zufrieden zog der Beisitzer davon. In bunter Reihenfolge stauen sich die Fundsachen auf den Regalen des Fundbüros. Von der Nickelbrille bis zum Ski und vom Rasierzeug bis zum Kinderwagen findet man in einem Fundbüro der Bundesbahn alles, tatsächlich — wie in einem Warenhaus. In einer besonderen Abteilung befinden sich diejenigen Sachen, die der Gepäckaufbewahrung übergeben und dann nicht mehr abgeholt wurden. Neben Papp- köfferchen und Rucksäcken stehen große schweinslederne Koffer mit bunten Hateimarken aus aller Welt. Welche Schicksale mögen sie hinter sich haben und wo mag ihr Besitzer sein? Nach einer gewissen Zeit werden die Gegenstände, die nicht abgeholt wurden oder bei denen trotz aller Bemühungen der Verlierer nicht ermittelt wurde, öffentlich versteigert. Mancher Flüchtling hat dort für wenig Geld ein notwendiges Gebrauchsstück erstanden. Sollte sich der ehemalige Besitzer später doch melden, wird ihm der durch die Versteigerung erzielte i Betrag ausgehändigt. Büchenau — Karisdorf Das bisher ungeschlagene Neuthard wird! in Odenheim zu beweisen haben, ob die Führung behalten wenden kam. Verfolger TSG Bruchsal und Kronau and ungefährdet. Bei den Begegnungen in Oestringen, Rußheim, Hochstetten und Büchenau darf man den Gastgebern die größeren Chancen einräumen, Lediglich Spöck hat Aussichten auf Punktgewinn. Die Möglichkeit eines Wechsels in der TabeHenführung ist gegeben. Ringen, Oberliga: KSV Kirrlach — KSV Wiesental KV Grötzingen — ASV Bruchsal Bei den Ringern kommt es in Kirrlach zum ewig jungen LokalscMiager gegen den KSV Wiesentai, der seine Anziehungskraft rächt verfehlen wird Der Aue- gang des interessanten Kampfes ist völlig offen. Der ASV Bruchsal sollte sich in Grötzingen knapp durchsetzen. Landesliga: ASV Bruchsal 2-Oestringen ln der ASV-Halle im mittleren Schloßgarten stehen sich die z. Zt.. führenden beiden Staffeln der Landes- ligia gegenüber, womit eine spannende Begegnung bevorsteht. Die Chancen sind auch hier verteilt. Hur zehn Pfennig . . . Eine Bitte der Bahnhofsmission: „Hilf mit!“ Die Evangelische und 1 die Katholische Bahnhofsmis- sdon bitten alle Reisenden um Beachtung ihres kleinen grünen Plakates an den Fahrkartenausgaben, das mit dem Ruf „Hilf mit“ auf die Spendenkarte hin- weist, die für 10 Pfennig Aufschlag zum Fhrpreis erhältlich ist. Während dieser Aufschlag für die meisten Reisenden keinen nennenswerten Verlust bedeuten wird, bedeutet der Groschen für die Bahnhofsmission viel: er hilft ihr bei der Erfüllung ihrer immer noch sehr großen Aufgaben. Ueber 40 Millionen Hilfsbedürftige kamen seit dem Kriegsende an 200 deutschen Bahnhöfen zur Bahnhofsmission: Heimat- und Obdachlose, Kinder, Kranke und Gebrechliche, Mütter mit Kindern, Jugend ohne Arbeit, Heimkehrer. Ihnen allen konnte die Bahnhofsmission mit einem Rat, einem Zuspruch, einer Tasse Tee oder einem Teller Suppe, einer Uebemachtung oder sonstigen Vermittlung beistehen. Sie möchte es auch weiterhin tun, bedarf dazu aber der kleinen Opfer von allen, die ein Herz für Notleidende haben. Hotkey Baden — Niedersachsen Badens Elf steht vor ihrer schwierigsten Aufgabe in den bisherigen Silberschildspielen. Vorschluß-Run- dengegner Niedersachsen spielt ein ausgezeichnetes Hockey. Schmidt TSG steht wieder im Tor. Das Vorspiel in Heidelberg bestreiten zwei Jugend-Auswahl- Manmschaften Nord — Südtoaden, wobei sechs Jugendspieler der TSG Bruchsal in der Südelf stehen. Spätjahrs-Waldlauf Das bisherige Meldeergebnis zu den Spätjahrs- Walcüaufmeistersdiaften des Kreises Bruchsal, die am kommenden Sonntag in Forst zur Durchführung kommen sollen, ist dermaßen gering, daß die Austragung der Veranstaltung in Frage gestellt ist Die Vereine werden nochmals um sofortige Meldung gebeten. * Obergrombacher Kurznachrichten Obergrombach. Geboren wurde Gisela Maria, V. Wenzel Herzog, Arbeiter, Hauptstr. 17a. Das Standesamt weist im vergangenen Monat 5 Geburten, 2 Sterbefälle und 1 Eheschließung auf. QUALITÄTSM OBEL IAMPERT' 0 0 A LJ T~X T S M 0 & E l IAMPERT- QUALITHTSMOBEL Am 3. November 1951 eröffnen wir unsere Verkaufefiliale Bretten im Hanse der StH-ckwarenfabrik Baurerle. Das ist wieder ein Stück LAMPERT-Kun dendienst denn wir haben damit den vielen Freunden unseres Hauses, im Raum Bretten, einen Teil des Weges zu uns erspart. Wb nehmen die Geschüffeeröffnung zum Anlaß, am Samstag, den 3. M-. und am Sonntag, den 4.11. 1931 für Sie eine ^täasana ^tobe.tsekau in den neuen Ausstellungsräumen in Bretten zu veranstalten Der Eintritt ist frei, der Besuch völlig unverbindlich. MÖBELFABRIK BRUCHSAL QUALITXTSMOBEl IAMPERT« QU A.L,f T XTSMOBEL IAMPERT: QUAllTXTSMÖBEt