BRÜCHSAIER POST Redaktion nn3 Verlag: Bruchsal, Worthstraße 11, Telefon Nr. 2121 Bezugspreis: Monatlich DM 2.80 einschließlidt Tragergebühr« PoBtmstellung DM 2.45 inangBch Zustellgebühr. — Erseheint an federn Tag der Woche, außer sonn- tmd feiertags. ^addautsehe ^4-ßß#emeine S^Leitun# FÜR KRAICHGAtl 13 N D BR 13 H RA! N Anzeigenpreise laut Preisliste. — Bankkonten; Spar, and Kreditbank Brnctsal Nr. 603; Stadt. Sparkasse Philippsburg Nr. 1037. Postadiedkkonto: Amt Karlsruhe Nr. 36640. — Bei Störung dnrdi höhere Gewalt besteht kein EreagansprnA. Hummer 287 Dienstag, 11. Dezember 1951 Einzelpreis 20 Pfennig „Tag der Minister" in Slrafiburg Bundeskanzler Dr. Adenauer für die Schaffung eines übergeordneten politischen Organes in Europa STRASSBURG. Nach den Debatten der vergangenen Woche über wirtschaftliche, kulturelle und soziale Themen erlebte der Europarat am Montag wieder einen großen Tag. Als am Vormittag der italienische Außenminister de Gasperi und der belgische Außenminister van Zeeland sprachen, war das Europahaus mit vollen Tribünen und Delegiertenbänken und der eifrigen Tätigkeit der Photographen schon ganz auf die Be'deutung des Tages eingestellt. Noch stärker war der Zustrom des Publikums, als am Nachmittag der französische Außenminister Schuman und Bundeskanzler Dr. Adenauer zu Wort kamen. • ■ . , . Ultimative Forderangen in Pan Mun-jon TOKIO. Bei den Waffenstillstandsverhandlungen in Pan Mun-jon stellten sich die Delegationen der UNO und der Kommunisten am Montag gegenseitig ultimative Forderungen. Die Kommunisten bestanden in der 35-minütigen Sitzung darauf, daß die weitere Erörterung der Ueberwachung des Waffenstillstandes unterbleiben müsse, bis die UNO-Vertreter den kommunistischen Vorschlag zur Einsetzung neutraler Beobachter beantwortet haben. Die UNO-De- legierten verlangten ihrerseits, daß die Kommunisten bis Dienstag den Vorschlag auf Einsetzung eines zweiten Unterausschusses zur Beratung der Kriegsgefangenenfrage beantworten. Der Pressespreeher der UNO-Delegation Brigadegeneral Muckols sagte nach der Sitzung, die Kommunisten hatten nichts Neues angeboten. Die Verhandlungen seien allerdings noch nicht abgebrochen worden. Der UNO-Deiegierte Generalmajor Turner wies darauf hin, daß die Kommunisten bereits eine Woche hätten verstreichen lassen, ohne zu dem Vorschlag der UNO auf Bildung eines zweiten Unterausschusses für das Kriegsgefangenenproblem Stellung zu nehmen. Auf der Insel Okinawa stationierte Superfestungen haben am Sonntag die Verschiebebahnhöfe von Ku- nuri und Chongju in Nordwestkorea angegriffen, wie die amerikanischen Luftstreitkräfte am Montag meldeten. Amerikanische Jagdbomber griffen bei gutem Wetter kommunistische Stellungen mit Bomben und Bordwaffen an. Schumanplan-Ratifizierung am Donnerstag, PARIS. Am Montag herrschte in Pariser politischen Kreisen Uebereinstimmung darüber, daß das französische Parlament am Dienstag dien Antrag auf Vertagung der Ratifizierung des Montanunions-Vertrages um vier Monate zurückweisen und damit gleichzeitig der Regierung das von ihr erbetene Vertrauensvotum erteilen wird. • Ministerpräsident Pleven soll beabsichtigen, entgegen seinem ursprünglichen Vorhaben heute wegen der Ratifizierung des Vertrages selbst erneut die Vertrauensfrage zu stellen. Da nach der französischen Verfassung ein ganzer' Kalendertag zwischen dem Stellen der Vertrauensfrage und der Abstimmung liegen muß, wird der Vertrag über die europäische Kohle- und Stahlgemeinschaft voraussichtlich in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag vom Parlament gutgeheißen werden. Gegen die Regierung werde heute in der Hauptsache die Kommunisten, die Gaullisteu, die Reste der alten Bauernpartei und einzelnen Anhänger der Regierungsparteien stimmen, insgesamt etwa 270 Abgeordnete, und für die Regierung neben den Koalitionsparteien auch die 106 Abgeordnete zählende sozialistische Fraktion, zusammen etwa 350 Abgeordnete. WASHINGTON. In Washington setzt sieh immer stärker die Meinung durch, daß General Mark Clark den für ihn vorgesehenen Posten beim Vatikan nicht antreten wird. BONN. Der Geschäftsführer der Exil-CDU der Sowjetzone, Dr. Gradl, ist auf Vorschlag des Bundesministers für gesamtdeutsche Fragen zur Ergänzung der deutschen UNO- Delegation nach Paris entsandt worden. UNO — PARIS. Der Vorsitzende des zweiten Politischen Ausschusses der UNO-Vollversammlung Selim Sarper (Türkei) teilte am Montag mit, daß die Fortsetzung der Aussprache über gesamtdeutsche Wahlen auf heute vertagt worden sei. Die vier Vertreter der Sowjetzone hätten noch nicht Zeit genug gehabt, ihre Erklärungen vorzubereiten, die sie vor dem zweiten Politischen Ausschuß abgeben wollen. „Der heutige Vormittag war das größte Amüsement meines Lebens“, erklärte der regierende Berliner Bürgermeister Professor Reuter nach der Vertagung des zweiten Politischen Ausschusses der UNO-Vollversammlung auf Dienstagvormittag einem DPA-Korre- spondenten. „Zuerst konnten die Ostberliner nicht kommen, dann wollten sie nicht kommen, dann wdll- ten sie doch, dann waren sie schließlich da, und obwohl sie bereits seit Sonntag in Paris sind, vermochten sie am Montagvormittag nach der von ihnen abgegebenen Erklärung um 10.30 Uhr noch nicht, das Wort zu ergreifen, obwohl sie sich hierzu von Berlin aus bereiterklärt hatten. Eigentlich ist nicht ganz zu verstehen, weshalb sie ,noch nicht genügend vorbereitet“ waren. Schließlich braucht man sich nicht mehr für eine Rede vor der UNO lange vorzubereiten, wenn man seit Jahren behauptet, man wolle wirklich die deutsche Einheit. Das Nichterscheinen am Montagvormittag, das die Arbeit von sechzig Delegationschefs für einen ganzen Tag brachlegt, stellt praktisch eine Beleidigung der UNO dar. Was hinter dem Nichterscheinen am heutigen Vormittag wirklich steckt, weiß jeder Mensch. Offenbar hat die Femschreibverbin- dung nicht tadellos funktioniert.“ Stadt Paris empfängt Reuter Die Stadt Paris veranstaltete am Montag einen Empfang zu Ehren des regierenden Berliner Bürgermeisters Prof. Reuter. Er wird voraussichtlich auch heute noch in Paris bleiben, um die Aussagen der Sowjetzonen-Delegierten und insbesondere des Ostberliner Oberbürgermeisters Ebert vor dem zweiten Politischen Ausschuß der UNO anzuhören. Negative Äbrüstangs-Bilanz PARIS. Der Viermächte-Unterausschuß zur Prüfung der Abrüstungsfrage trat am Montag in Paris erneut zusammen. Ein UNO-Vertreter teilte mit, es sei möglich, daß die vier Delegierten — Wyschinski, Lloyd, Jessup und Moch — am Montag zwei- oder dreimal Zusammenkommen würden, da sie ihren Bericht für den Politischen Ausschuß der UNO-Vollversammlung nunmehr fertigstellen müssen. Stichtag für die Uebermittlung des Berichts war der 10. Dezember. Eänen Tag später als vorgesehen, heute statt am Montag, -wird der Viermächte-Unterausschuß, der un- Die Reden, die von den vier Ministem gehalten wurden, fanden um so größere Aufmerksamkeit, als sie am Vortage der Straßburger Plevenplan-Konfe- renz und an dem Tag stattfanden, da es sich in der Beratenden Versammlung entscheiden soll, wie weit man auf dem Wege zur europäischen Einheit gehen kann. Den vier Ansprachen war gemeinsam, daß im Mittelpunkt die Europa-Armee und damit zusammenhängend das Problem der politischen Autorität standen. Ueber die Notwendigkeit, diese Autorität zu schaffen, und zwar so bald wie möglich, bestand Einigkeit. In der entscheidenden Frage der Abtretung von Souveränitätsrechten an diese politische Autorität war aber in den vier Reden' keine gemeinsame Linie zu finden. de Gasperi war für eine europäische Versammlung mit zwar begrenzten, -aber wirksamen Funktionen, der ein Exekutivkollegium unterstellt werden soll, van Zeeland konnte, sich diese politische Autorität nur als Ministerausschuß vorstellen, dessen Mitglieder allein ihren nationalen Parlamenten verantwortlich sein würden. Der französische Außenminister zeigte die Problematik der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten auf. Dr. Adenauer sprach sich klar für die Schaffung eines übergeordneten politischen Organs BONN. Die drei westlichen Alliierten haben sich auf der Konferenz über die Nachkriegsschulden bereiterklärt, die deutschen Nachkriegsschulden von insgesamt.-rund. 3-2 Milliarden Dollar und 200 Millionen Pfund auf 1,2 Milliarden Dollar und 150 Millionen Pfund zu ermäßigen. Darüber hinaus haben sie weitgehende Erleichterungen bei der Rückzahlung dieser ermäßigten Schulden vorgeschlagen. Vizekanzler Blücher teilte diese Ergebnisse am Montag vor Pressevertretern mit. Das Angebot der Alliierten über die Nachkriegsschulden soll allerdings nur unter der Voraussetzung verwirklicht werden, daß auf difteer Konferenz auch eine Regelung über die Vorkriegsschulden zustandekommt. Die Bundesregierung wird sich in Kürze mit den alliierten Vorschlägen befassen und, wenn ter dem Vorsitz des Präsidenten der UNO-Vollversammlung Luis Padiila Nervo zehn Tage beraten hat, seinen Bericht über die Abrüstungsvorschläge der Westmächte und der Sowjetunion dem Politischen Ausschuß der Vollversammlung überreichen. Der Ausschuß schließt seie Arbeiten, wie am Montag im Palais de Chaillot zu hören war, mit einer negativen Schlußbilanz ab. Der Hauptgegensatz zwischen Ost und West — Wyschinski fordert ein absolutes Verbot der Atomwaffe, während die Westmächte darauf bestehen, daß gleichzeitig entsprechende Kon- troUbestimmungen in Kraft gesetzt — konnte nicht überbrückt werden. Es wird vermutet, daß der Schlußbericht, der sich auf Padiila Nervös Memorandum über die Verhandlungen stützt, wahrscheinlich den Vorschlag enthält, eine Abrüstungskarnmission einzusetzen, die zunächst die Punkte, über die keine Einigung zu erzielen war, außer Betracht läßt. Am Montagabend trat die Beratende Versammlung des Europarates zu einer Nachtsitzung zusammen, um die Debatte über die Vorschläge des Politischen Ausschusses fortzusetzen. Ueber diese Vorschläge wird im Laufe der Nacht abgestimmt werden. In dem Bericht des Politischen Ausschusses wird die Bildung eines Kpllegiuijis der Europaminister vorgeschlagen, das die Außenminister entlasten und ihre europäische Politik koordinieren soll. Der zweite Vorschlag des Ausschusses sieht die Schaffung einer politischen Autorität vor, deren Kompetenzen sich auf die Verteidigung und die Außenpolitik erstrecken sollen, „in dem Maße, wie die'Europa-Armee eine politische Autorität erforderlich macht“. Bundeskanzler Dr. Adenauer erklärte, die Verwirklichung des Plans über die Aufstellung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft sei an zwei Vorbedingungen geknüpft: 1. Die Schaffung einer politischen Autorität, die keiner Einstimmigkeit bedarf, sondern Mehrheitsbeschlüsse faßt, und 2. die Bildung eines europäischen Parlaments,' das über Budgetvollmachten verfügt. Der Bundeskanzler, der in einer Pressekonferenz sprach, betonte, daß zunächst Ueber- gangslösungen geschaffen werden sollen. Zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem französischen Außenminister Schuman fand am Montagabend in kleinem Kreis eine inoffizielle Aussprache statt. , möglich, den Allüerten noch vor Beginn der Hauptkonferenz, die im Frühjahr in London stattfinden soll, ihre Stellungnahme übermitteln. In politischen Kreisen Bonns wird mit einer Zustimmung Tier Bundesregierung gerechnet. Umbau des US- Hohen Kommissariats FRANKFURT. Eine' personelle und funktionelle Umgruppierung im Amt des amerikanischen Hohen Kommissars innerhalb der nächsten Monate kündigte der stellvertretende Hohe Kommissar Parker am Montag vor den, amerikanischen Kreisverbindungsoffizieren in Frankfurt an. Die Neuordnung hängt mit der Wiederherstellung der deutschen Souveränität zusammen und soll nach den Richtlinien des Informations- und Austaiuschprogramms des amerikanischen Außenministeriums (USIE) vorge- nornmen werden, das für die amerikanischen Botschaften in anderen Ländern maßgebend ist. Das amerikanische Personal im amerikanischen Hohen Kommissariat und seinen Außenstellen soll bis zum 1. Juli nächsten Jahres von 1800 auf etwa 940 Mitarbeiter vermindert werden. Statt bisher 150 Kreis Verbindungsoffiziere wird es nur noch 75 geben. Die amerikanischen Landeskommissariate sollen bis zur Unterzeichnung der Verträge die Dreimächtehoheit und bestimmte Funktionen in den einzelnen Ländern ausüben. Eire Abteilungen für öffentliche Angelegenheiten und für Politik, Arbeit und Wirtschaft sollen in 15 USIE-Büros aufgeteilt werden, die in der Bundesrepublik das USIE-Pro- gramm ausführen. USIE-Dienststellen sollen u. a. in Stuttgart, Freiburg und Mannheim errichtet werden. Das Büro des amerikanischen Landeskommissars für Württemberg-Baden wird voraussichtlich noch vor Bildung des Südweststaates aufgelöst werden. Wie am Montag neben dieser Mitteilung aus alliierten Kreisen in Bonn verlautet, wird die Frage der Grenzen der Besatzungsgebiete in Südwestdeutschland gegenwärtig von den zuständigen Stellen geprüft. Dr. Maier: Keine Rechtsmittel mehr STUTTGART. Der Ministerpräsident von Württemberg-Baden Dr. Maier, erklärte am Montagabend vor Pressevertretern, die. Reaktion der Altbadener auf das Ergebnis der Volksabstimmung im Südwestraum sei verständlich, denn niemand wolle etwas verlieren- Dr. Maier sagte, man könne es jedoch nicht zulassen, daß das Bundesgesetz, Jessen Rechtswirksam- keit auf Betreiben der südbadischen Regierung nach allen Seiten hin untersucht und vom Bundesverfassungsgericht bestätigt worden sei, in seinem Bestand erneut bestritten werde. Auf die Frage, ob Südbaden jetzt noch gegen die Volksabstimmung Rechtsmittel emsetzen könne, antwortete Dr. Maier, es könne sich dabei höchstens um politische Mittel handeln. Der Ministerpräsident dankte der Presse für die nachhaltige Unterstützung im Abstimmungskampf. Zur Frage der Zonengrenzen im Südweststaat sagte Wirtschaftsminister Dr. Veit, daß der Südweststaat erst Anfang Mai bei Bildung der neuen Regierung zu existieren begnne. Es sei sehr fraglich, ob, bis dahin die Landeskommissionen noch bestünden. Geheimnisvolle Konferenz mit Truman WASHINGTON. In einer von strengster Geheimhaltung umgebenen Konferenz von ein und einer Viertelstunde .Dauer besprach Präsident Truman am Montag im Weißen Haus mit seinen wichtigsten politischen und militärischen Beratern „die Weltlage“, wobei vor allem darüber gesprochen' worden sein soll, was die USA jetzt im Korea-Konflikt unternehmen sollten. • Der Pressevertreter des Weißen Hauses teilte mit, daß „keine Entscheidungen über die künftige Politik“ getroffen wurden. Es sei jedoch auch über den Koreakonflitk hinaus eine Ueber- prüfung der wichtigsten aktuellen internationalen Fragen erfolgt. Präsident Truman hatte am Sonntag seinen Urlaub in Key West unterbrochen und war nach Washington zi^rückgeflogen. Mossadeq will durchgreifen TEHERAN. Ministerpräsident Mossadeq kündigte in einer Geheimsitzung des persischen Senats am Montag die strenge Bestrafung derjenigen an, die für die Unruhen in Teheran am Donnerstag verantwortlich waren. Die Senatssitzung war einberufen worden, um die Zwischenfälle zu erörtern. 32 Redakteure und 15 Abgeordnete haben sich ins persische Parlamentsgebäude geflüchtet, weil sie sich außerhalb dieses Hauses bedroht fühlen, sie behaupten, daß „Mordbanden, die die Regierung Mossadeq unterstützen“, ihr Leben bedrohen. An beide Häuser des persischen Parlaments richteten sie die Aufforderung, Mossadeq aus . seinem Amt zu entfernen. Bei den Unruhen am Donnerstag wurden die Druckereien und Redaktionsräiume mehrerer oppositioneller Zeitungen in Teheran zerstört und geplündert. Die ersten Redakteure suchten arri Sonnabend Schutz im Parlament. CDU drängt auf Schumanplan-Enischeidung BONN. Die CDU/CSU will sich dafür einsetzen, daß der Bundestag das Schumanplangesetz noch vor Weihnachten in allen drei Lesungen behandelt. Wie am Montag aus der Fraktion verlautet, will die CDU/ CSU geschlossen für das Ratifizierungsgesetz stimmen. Die beiden Koalitionspartner FDP und Deutsche Partei haben über ihre Einstellung noch nicht endgültig entschieden . Erst in dieser Woche wird bestimmt, ob der Bundestag den zum 14. Dezember vorgesehenen Beginn der Weihnachtspause um einige Tage verschiebt, um den Schumanplan in zweiter und- dritter Lesung zu beraten. Mieterbund gegen „Kleine Miefpreisreform" KÖLN. Der Deutsche Mieterbund in Köln fordert ine Revision des Kabinettsbeschlusses über die Freigabe der Mieten für gewerbliche Räume. Ein inzwischen im Bundesjustizministerium ausgearbeiteter Referentenentwurf übr die Milderung von Härtefällen wird von dem Bund abgelehnt, weil er sich lediglich auf eine Terminverschiebung beschränke. Der Hauptgeschäftsführer des Mieterbundes, Dr. Gramse, bezeichnete am Montag die „Kleine Mietpreisreform“ als einen „eigenartigen Erfolg“ des Mittelstandsblocks. Der Haus- und Grundbesitz als Partner des Blocks habe es verstanden, andere Angehörige des Mittelstandes, den Handel und das Handwerk, „zur Strecke zu bringen“- Zu Vulkanausbruch nun noch Taifun MANILA. Der Hibok-Hibok-Vulkan auf der Phi- lippinen-Insel Camiguin brach' am Montagmorgen erneut aus. Schätzungsweise 2000 Personen sind seit dem vergangenen Dienstag der Asche und der glühenden Lava des Vulkans zum Opfer gefallen. Am Montag raste ein Taifun mit Geschwindigkeiten von 160 km/std. über die Philippinen hinweg. Besonders unter den Flüchtlingen der Insel Camiguin sollen zahlreiche Todesopfer zu beklagen sein. Die Flüchtlinge, die vor den Eruptionen des Hibok-Hibok-Vul- kans evakuiert worden waren, sahen sich dem Unwetter schutzlos ausgesetzt. Nach bisher unbestätigten Berichten sind bereits 188 Todesopfer festgestellt worden. Thüringische Städte werden gerä umt ERFURT. Das von sowjetischen Geologen neu entdeckte Uran-Gebiet im Raum Saalfeld - Rudolfstadt in Thüringen soll nach einem Bericht des Westber- Uner „Telegraf“ zu Beginn des neuen Jahres zum Sperrgebiet erklärt werden. Wie der Beauftragte für Wohnraumlenkung, in Thüringen, Pankow, am Freitagabend in Erfurt bekanntgab, soll die gesamte nicht ortsgebundene Bevölkerung in dem genannten Bezirk bis Anfang März 1952 evakuiert werden. Die Städte Saalfeld und Rudolfstadt worden völlig ge- räumt und die Wohnungen von der Verwaltung der Wismuth-AG, von sowjetischen Wachtruppen und vom technischen Personal übernommen. In den um-* liegenden Landgemeinden wolle man die Masse de», zu erwartenden 200 000 Uran-Arbeiter «nterbringen»- Für und wider den Südweststaat Die drei südwestdeu/tschen Regierungschefs bei der Stimmabgabe am 9. Dezember. V- l. n. r. Ministerpräsident Dr. Maier (Württemberg-Baden ). Staatspräsident Dr. Müller (Südwürttemberg-Hohenzol- lem) und Staatspräsident W o hieb (Südbaden). Sowjetzonen-Vertreter waren nicht vorbereitet Zweiter politischer Ausschuß mußte Deutschland-Debatte vertagen aus. Alliierte wollen Nachkriegsschulden kürzen Unter der Voraussetzung, daß Regelung über Vorkriegsschulden zustande kommt f Saite 2 / Nummer 287 Dienstag, 11- Dezember 1951 Starkes Echo der Südweststaat-Abstimmung Jetzt friedliche und versöhnliche Zusammenarbeit noch aus neun statt bis dahin elf Ländern bestehen. Die Verfassungen der bisherigen drei Länder treten spätestens dann außer Kraft, wenn die Verfassung des neuen Bundeslandes gültig und verkündet ist. USA: Wille des Volkes Das amerikanische Hohe Kommissariat in Bonn betonte am Montag, es sei immer der Meinung gewesen, daß die Entscheidung über die Länderneugliederung im deutschen Südwesten nach den Wünschen des Volkes geregelt werden sollte. „Das Volk hat jetzt gesprochen, und dieses Büro akzeptiert seine Entscheidung.“ Maßgebliche Kreise der Bundesregierung erklärten am Montag, daß die Regierung offiziell zum Ergebnis der Südwestabstimmung nicht Stellung nehmen werde. Ebenso wie sich die Bundesregierung in der Zeit vor den Wahlen jeglicher Meinungsäußerung enthalten habe, wolle sie auch jetzt keinen Kommentar geben. Der Sprecher des SPD-Vorstandes, Fritz Heine, begrüßte das Ergebnis der Abstimmung. Es sei die erste Entscheidung über die staatsrechtliche Neuordnung des Bundesgebietes, die von den Deutschen selbst getroffen worden sei. Die SPD sei an dem Südwestproblem parteipolitisch nicht interessiert, sie begrüße aber das Abstimmungsergebnis als Entscheidung für den „Weg der natürlichen Vernunft“. Vizekanzler Blücher erklärte in seiner Eigenschaft als FDP-Vor sitzender, daß er sich über den Ausgang der Wahlen zum Südweststaat freue und darin einen „Sieg der Vernunft“ sehe. Er hoffe, daß sich alles Trennende, das sich im Wahlkampf gezeigt habe, nun vergessen lasse, und alle Beteiligten gemeinsam an der jetzt gestellten Aufgabe arbeiten. CDU: Gemeinsame Arbeit Der Deutschland-Union-Dienst (DUD) der CDU/ CSU stellt in einem Kommentar zur Südweststaatabstimmung fest, daß die Entscheidung von Anhängern und Gegnern des Südweststaätes als endgültig anerkannt werden muß. Es sei sinnlos, jetzt noch die Diskussion fortzuführen. Daher möge man die Konsequenzen ziehen, das leidige Kapitel beenden und danach trachten, die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen in Ordnung zu bringen. Der DUD spricht abschließend die Hoffnung aus, daß sich die bisher widerstrebenden Kräfte bald zu gemeinsamer Arbeit an der Konstituierung des neuen Landes zusammenfinden mögen, um . den Auftrag, den das Volk Gewerkschaft unter SED-Kommando Die traurige Rolle des FDGB in der Sowjetzone 7 Von unserem Berliner K. R.-Vertreter STUTTGART. Die nach dem Gesetz eindeutige Entscheidung der Bevölkerung von Württemberg-Baden, Südbaden und Württemberg-Hohenzollem für die Bildung eines Südweststaates findet unter den maßgeblichen Politikern im südwestdeutschen Raum ein starkes Echo. Die Freunde und Verfechter des neuen Staates äußern sich zu dem Ausgang der Volksabstimmung mit persönlichen Worten an die Altbadener. Unter- den Anhängern des alten Landes Baden ist der Widerhall zwiespältig. Staatspräsident Wohieb betrachtet, wie wir bereits berichteten, das Abstimmungsergebnis als politisch nicht ausreichend, während der südbadische Innenminister Dr. Schühly, der ebenfalls der CDU angehört, die Entscheidung für endgültig hält. Dr. Veit . . . die Hand reichen Aus allen politischen Lagern der Südweststaatverfechter liegen Stimmen vor, die für eine friedliche und versöhnliche Zusammenarbeit mit den Altfoade- nem werben. Zu ihnen gehören die Reaktion des greisen Präsidenten des württembergisch-badischen Landtages Wilhelm Keil und des Innenministers Fritz Ulrich von Württemberg-Baden. Der Vorsitzende der nordwürttembergischen CDU, Wilhelm Simpfendörfer, würde es für bedauerlich halten, wenn die Anhänger Altbadens den Ausgang der Volksabstimmung zum Anlaß nähmen, den Kampf zu verewigen. Der Landesvorsitzende der Demokratischen Volkspartei in Württemberg-Baden, Dr. Haußmann, sprach von. einem Sieg der Vernunft, der am Sonntag errungen worden sei. Staatsrat Professor Carlo Schmid deutet das Ergebnis als „eine gute Lösung“. Die Wunden, die dem einen oder anderen Badener geschlagen worden seien, würden sehr bald heilen. Der geschäftsführende Landesbezirkspräsident von Nordbeden, Minister Dr. Veit, sagte: „Wir wollen nicht durch Siegesjubel die Gefühle unserer Gegner verletzen, sondern ihnen die Hand reichen." Bestätigung von 19 50 In Südbaden stand das Ergebnis von Anfang an fpst.. Es konnte kein Zweifel bestehen, daß im T snde des Staatspräsidenten Wohieb eine Mehrheit für das alte Land Baden Zustandekommen würde. Sie ist mit 62.2 Prozent erreicht worden. In Nord- und Südwürttemberg wurden am Sonntag praktisch die Ergebnisse der vorläufigen Volksbefragung vom September 1950 bestätigt. In Nordbaden konnten die Anhänger des alten Landes Baden unwesentlich aufzuholen, während in Südbaden die Verfechter des a ]ton T.aitos 2.6 Prozent zu gewinnen vermochten. D’° Anteilnahme der Bevölkerung war hei der ent- sche-'Hon^en Volksabstimmung am Sonntag wesentlich stärker als bei der informatorischen Volksbefragung im September 1950. Damals gingen 52,6 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahlurne, während diesmal 59.2 Prozent einen Stimmzettel abgaben. Im folgenden geben wir noch einen zusammenfassenden Ueberblick über das Abstimmungsergebnis in seinen absoluten Zahlen: Nordbaden: Stimmberechtigt: 995251, abgegebene Stimmen 677 098 (68 Prozent', gültige Stimmen 669 586, ungültig 7512. Südwest 382 017 (57,1 Prozent), Länder 287 569 (42,9 Prozent). Nordwürttemberg: Stimmberechtigt 1632 317, ahopopbene Stimmen 834 429 (51,7 Prozent), gültig 822 881. ungültig 11548. Südwest: 769 553 (93,5 Prozent). Länder: 53 328 (6,5 Prozent). W ü-t t e m b e-r-g -Hohenzollern: Stimmberechtigt: 776 703, abgegebene Stimmen 406 248 (52,3 Prozent), gültig 397502, ungültig 8746, Südwest: 363 321 (91.4 Prozent), Länder: 34181 (8,6 Prozent). S ü d b a d e n : Stimmberechtigt: 883 526. abgegebene Stimmen 622 530 (70.5 Prozent), gültig 616 691, ungültig 5839. Südwest: 233 245 (37,8 Prozent), Länder: 383 440 (62,2 Prozent), gültig, aber ungeklärt 6. Die nächsten Schritte Die alten Länder dürfen von sofort an nichts mehr unternehmen, was das Verschmelzen zum neuen Bundesland erschweren oder dieses neue Gebilde finanziell belasten könnte. Die verfassunggebende Landesversammlung — sie dürfte Ende März zu ihrer ersten Sitzung zusammentreten — muß einen Monat nach ihre Wahl den Ministerpräsidenten bestimmen, zwei Wochen später muß dann die vorläufige Regierung des neuen Südweststaates gebildet sein. Die verfassunggebende Versammlung dürfte gleich zu Beginn ein „Gesetz über die vorläufige Staatsgewalt“ in dem neuen Bundesland erlassen. Damit wird auch die Frage entschieden werden, wann die Landtage und die Regierungen der bisherigen Länder zu bestehen aufhören. Die Bundesrepublik wird von diesem Zeitpunkt an in ihrem bisherigen Bereich nur An der kommunistischen Einstellung des angeblich überparteilichen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes der Sowjetzone hat nie ein Zweifel bestanden. Sie ergibt sich schon aus seiner Satzung, die ihn auf die marxistische Wirtschaftsordnung verpflichtet. Immerhin hätte er auch in diesem einseitig engen Rahmen eine Vertretung der Arbeiterinteressen sein können. Dieser Charakter aber ist in demselben Maße geschwunden, wie sich die SED seiner politisch bemächtigte und ihn nur noch als getarnte Filiale benutzte. Jetzt nun hat ein langatmiger Beschluß des Politbüros der SED unter die Entwicklung der letzten Jahre den Schlußstrich gezogen und auf den Tarnanstrich verzichtet. Er verkündet unumwunden, daß fortan die Leitung des FDGB und seiner ganzen Unterorganisa- tinoen bis zu den Betriebs-Gewerkschaftsleitungen in den Händen der Partei liegt; und er begründet die Notwendigkeit dieser kaum noch überraschenden Neuordnung ausdrücklich mit dem immer wieder betonten „Versagen“ des FDGB in ideologischer Beziehung, vor allem bei der Ein- und Durchführung der neuen Betriebs-Kollektiwerträge. Wer,eine Gewerkschaft nach üblicher Vorstellung für eine Arbeitervertretung hält, der wird gleich zu Beginn dieser „Richtlinien“ eines anderen belehrt: „Die vordringlichste Aufgabe der Gewerkschaften ist die ideologische Erziehungsarbeit“. Und dann wird ausführlich auseinandergesetzt, daß es keine andere Möglichkeit geben darf als die, sowjetrussischen Vorbildern nachzueifern, deri „Erfahrungen der Sowjetgewerkschaften“ der „fortschrittlichen Wissenschaft der Sowjetunion“. Damit müßten „die Ueberreste des Oekonomismus und Sozialdemokratismus“ überwunden werden. Was damit eigentlich gemeint ist, wird nicht gesagt; wozu soll .sich auch das einzelne Gewerkschaftsmitglied den Kopf zerbrechen, was denn der böse „Oekonomismus“ ist. Für seinen Hausgebrauch genügt es zu erfahren, daß man aus den „Werktätigen“ eine übersteigerte Arbeitsleistung herauspressen will, durch die allerseits still verfluchten „technischen Arbeits-Normen“ (TAN), zu deren Rechtfertigung gegen allen Widerstand des Politbüro den unfehlbaren Genossen Stalin zitiert: „Außerdem sind technische Normen erforderlich, um den zurückbleibenden Massen zu helfen, sich auf das Niveau der fortgeschrittenen zu erheben“. Daß es in der seit langem hochqualifizierten deutschen Arbeiterschaft keine „zurückgebliebenen Massen“ wie in Rußland gibt, spielt keine Rolle. Sie haben sich eben jetzt auf das Aktivisten-Niveau zu erheben, unter dem Zwang der technischen Arbeitsnormen, für deren Nichterfüllung sie an der Lohntüte gestraft werden. In Westdeutschland wird um das Mitbestimmungsrecht gekämpft. Das Politbüro der SED hält sich mit solchen Nebensächlichkeiten nicht auf, sondern dekretiert die Alleinherrschaft des Betriebsführers: „Für die Arbeitsnormen wie für die Durchführung des Betriebs-Kollektivvertrags sind der Werksdirektor und der Abteilungsleiter verantwortlich“. Trotzdem wird aber gleich darauf der FDGB getadelt, weil er es an „innergewerkschaftlicher Demokratie“ habe fehlen isasen. Noch bezeichnender freilich ist die Feststellung: „Manche Gewerkschaftsfunktionäre haben die Neigung, bestimmte wirtschaftliche Interessen der Arbeiter zu behandeln“. Das muß endlich aufhören; Gewerkschaftler sind eben keine Arbeitervertreter; die gegenteilige Meinung ist vermutlich „Oekonomismus“. Deshalb wird denn auch die absolute Allmacht des Betriebsführers anschließend noch einmal betont und bis auf die Werkmeister ausgedehnt. Der Grundsatz des bedingungslosen Parierens ist danach jedem klar gemacht. Um diese „fortschrittliche soziale Neuordnung, die der sonst immer behaupteten „kapitalistischen Ausbeutung“ gleicht wie ein Ei dem anderen, sollen sich nun nicht so sehr die Gewerkschaftsfunktionäre kümmern, wegen ihrer erwiesenen Unfähigkeit und ideologischen Mangelhaftigkeit, sondern die zuverlässigen SED-Genossen. Sie haben sich von oben bis unten der Dinge zu bemächtigen; der FDGB darf nur noch seine Etikette dazu liefern. Und die Beiträge natürlich, die darf er weiter eintreiben. Ee fteht ein Schloß in Ofterreich ROMAN VON SOPHIE HARTMANN Copyright by Meister Verlag Rosenheim Da versehentlich bei einem Teil unserer Auflage ln unserer Ausgabe vom Montag, den 10. Dezember 1951 die Fortsetzungsfolge verhoben war, setzen wir heute den Roman mit der 21. Folge fort. 21. (Nachdruck verboten) Er schlug das Familienalbum auf, ein rotes Lederungetüm mit gepreßtem Monogramm, eines jener überflüssigen Hochzeitsgeschenke, mit denen sfe damals beglückt worden waren. Die erste Seite begann mit dem Hochzeitsbild. Vorsichtig nahm er es aus dem Album und betrachtete es unter dem Licht der Lampe genau. Florianne in ihrer dunklen, sieghaften Schönheit sah ihn ein wenig spöttisch und abwesend an. Er, der Bräutigam,, im lächerlich unkleidsamen Gehrock wirkte doppelt unscheinbar neben ihr. Er erinnerte sich deutlich an diesen Tag, obwohl inzwischen fünf Jahre darüber vergangen waren. Wie im Traum war es an der Seite Floriannes, die im taft- knistemden Brautkleid neben ihm ging, die Kirche entlang geschritten. Hoch oben im Chor sang eine helle Stimme das Lied, das alle Brautpaare der Pfarrei begleitete. Kerzen brannten und Georg schob den goldenen Ring an den Finger seiner jungen Frau. Er blätterte im Album weiter. Florianne in einem hellen Sommerkleid, schlank, großäugig und scheu; Florianne als junge Mutter mit dem drei Monate Eilten Ferdi. der in einem kurzen Hemdchen auf einem weißen Fell lag; Florianne mit dem Dreijährigen auf dem Schoß. Aufmerksam betrachtete er diese letzte Aufnahme seiner Frau. Hatte sie hier nicht schon ein verändertes Gesicht, etwas Geheimnisvolles, Unausgesprochenes? Sahen ihre Augen nicht sehnsüchtig in die Ferne, achtlos und gleichgültig über das dunkle Kinderköpfchen hinweg? Ruhte ihre Hand nicht nachlässig auf der Schulter des Kleinen, als wenn er ihr nicht zugehören würde? Wann hatte die große Veränderung in ihr begonnen, diese Veränderung, die ihm erst jetzt auffiel, die er nie gesehen hatte, solange Florianne um ihn gewesen war? Er mußte daran denken, daß Ferdi seiner Mutter nicht allzuviel bedeutet haben mochte; denn sonst hätte es ihr schwerfEillen müssen, von ihm fortzugehen. Ach, zum Teufel doch mit allen diesen Gedanken! Wieder rauchte er, nervös und ohne Genuß. Das Album lag aufgeschlagen auf der gestickten Decke des Tisches, und Floriannes Augen, ihr hochmütiges Gesicht brEmnten auf ihm, sobald er daran vorbeikam. Ruhelos ging er im Zimmer auf und ab, immer auf und ab, eine lange, lange Nacht. Umsonst spürte er seinem Schicksal nach, das ihm diesen Schlag versetzt hatte, aber er erhielt keine Antwort in der Stille die ihn umgab. Er stand am Fenster und sah zu den Sternen auf, die kalt glitzernd und ohne Erbarmen zu ihm hemiederfunkelten. Sterne! Bringt sie mir zurück! Sterne! Lindert meinen Schmerz. Aber kein Himmel gab ihm zurück, wonach er sich sehnte. Alles blieb still und einsam um ihn. Allmählich bekam eine dumpfe Müdigkeit Herrschaft über ihn. Dennoch konnte er nicht einschlafen. Er warf sich mit den Kleidern auf das Bett und starrte zu den Kissen hinüber, auf denen Florianne sonst gelegen hatte. Sie waren leer. Leer! Er machte mit der Hand eine Grube in die sauberen glattgestrichenen Kissen, daß man den Abdruck eines Kopfes zu sehen glaubte. Hinter diesem selbstgezauberten Phantom tauchte aus dem Schatten ein anderes Gesicht auf, ein dunkeläugiges, geliebtes Gesicht, in dem sich seine Phantasie fing und festhielt. Sein Herz schrie den Namen Floriannes. Es schrie ihn in ein Schweigen, aus dem keine Antwort kam. Liebe! Er hatte Florianne geliebt. Wild und inbrünstig. Er konnte es nur nicht zeigen. Nun weit es zu spät. Die Nacht vertropfte langsam und ohne ein Ende zu nehmen. Bin ich das? dachte Fabrizius, als er sein Gesicht im Spiegel sah, alt, verfallen und müde. Bin ich das, der Mann einer Frau, die fortgegangen ist, ohne daß man weiß, wohin? Bin ich das, dieser Mann, der die Jahre zurückdrehen möchte, um ein dunkles Nichts zurückzn gewinnen, das ihn jetzt verlassen I hatte? mit seiner Entscheidung erteilt hat, möglichst bald zu erfüllen. Der südbadische Finanzminister Dr. Eckert erklärte, der Aufbau des neuen Staates könne nur gelingen, wenn sich alle zu dem zu schaffenden neuen Staat bekennen und zur Mitarbeit bereit sind. Echte Demokratie fordtere diese Einordnung auch von denjenigen, die diesen Staat nicht gewollt hätten. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier dankte dem Bürgermeister von Kehl, Dr. Marcello, für dessen Glückwunschtelegramm. Dr. Maier erklärt in dieser Depesche, er habe sich über das Abstimmungsergebnis der Stadt Kehl besonders gefreut. Auch er hoffe auf eine gemeinsame gute Zusammenarbeit, die sich sicherlich zum Wohle Kehls auswirken werde. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold, erklärte am Montag zu dem Ergebnis 'der Volksabstimmung in Südwestdeutschland: „Durch die Bildung des neuen Landes Württemberg-Baden ist ein wichtiger Anfang für die Neuordnung der Länder in der Bundesrepublik gemacht worden.“ . . . und die Bayern Dr. Geiselhöringer (Bayernpartei) sagte, die Bayernpartei werde sich mit allen Kräften dagegen wehren, daß „dieses böse Beispiel“ auch in anderen Ländern exerziert werde. „Wir bayrischen Föderalisten denken dabei besonders an das Schicksal der Pfalz.“ Der Landesvorsitzende der SPD in Bayern, von Knöringen, sagte am Montag in München, mit der Klärung des Südweststaatproblems sei die Entscheidung über das künftige Schicksal der Pfalz wesentlich näher gerückt. „Jetzt muß die Pfalz ebenso frei entscheiden, ob sie wieder zu Bayern will oder nicht, wie die Bevölkerung des Südweststaatraumes entschieden hat.“ Nicht die Meinung der Bundesregiernng STRASSBURG. Zu der Kasseler Rede des Bundesverkehrsministers Seebohm sagte Bundeskanzler Dr. Adenauer am Montag in seiner Straßburger Pressekonferenz, die Ausführungen Seebohms deckten sich nicht mit der Auffassung der Bundesregierung. Der Vorsitzende der Deutschen Partei, Bundesminister Hellwege, habe ihm — Adenauer — erklärt, Minister Seebohm habe bei seinen Ausführungen nicht an das Hakenkreuz gedacht. Seebohm sei, wie Hellwege betont habe, ein Gegner des Hakenkreuzes. Wenn er von „Symbolen“ gesprochen habe, so seien damit die Symbole des kaiserlichen Deutschlands „schwarz-weiß-rot" gemeint gewesen. Bundesverkehrsminister Seebohm hatte in Kassel gesagt: „Wir neigen uns in Ehrfurcht vor jedem Symbol unseres Volkes — ich sage ausdrücklich vor jedem —, unter dem deutsche Menschen ihr Leben für ihr Vaterland geopfert haben.“ Er drehte das Licht aus und starrte in das Dunkel. Was würde es ihm nützen? Was konnte er damit gewinnen? Irgend etwas war in seiner Ehe fehlgegangen. Er wußte es nun, aber es war ein schwacher, ein erbärmlicher und kläglicher Trost, dies zu wissen. Der Bannkreis der Liebe war gesprengt, und was davon blieb, war nurmehr die Klage um Verlorenes. Selbst wenn Florianne zurückkam, würde es nicht mehr dasselbe sein. Ein gekittetes Glück! Vielleicht auch noch weniger als geleimtes Glück. Die Stunde der Verzauberung war vorbei. Unwiederbringlich. Er verspürte einen scharfen, unerträglichen Schmerz in diesen Minuten der Einkehr. Mein Gott, dachte er, daß ein Mensch so leiden kann. Um eine Frau so leiden. Ich weiß, daß es eines Tages Vorbeigehen wird, aber noch ist der Schmerz lebendig in mir. Noch hilft es nichts, wenn ich mir atfch vornehme, ihn auszureißen. Fabrizius lag schwelgend auf dem Bett und litt, wie ein Mensch nur leiden kann, der etwas Kostbares verloren hat, den Glauben und das Vertrauen. In diesen Stunden veränderte sich sein Gesicht, wie es sich nie zuvor in den sechsunddreißig Jahren seines Lebens verändert hatte. Schweigend und lautlos leidend, formte sich aus dem hübschen Durchschnittsgesicht das harte Antlitz eines Mannes, in dem die Runen des Lebens eingeritzt waren, die erste Krallenspuren des Schmerzes. Der Regenbogen der Phantasie, der Lüge, des Selbstbetruges schwand in dieser Nacht. Der Gott der Liebe deckte sein Gesicht auf und dahinter stand der Abschied. Fabrizius wußte nun, daß ihn Florianne nie geliebt hatte. Liebe, Zusammengehören, Wiederkommen, süße, glatte Worte, sie waren bereits verloren, wenn er darüber nachdachte. Es war auch kein großes Geschehen. Täglich, stündlich gab es das in der Welt. Und es würde immer wieder geschehen. Die Geschichte vom verlassenen Ehemann war nicht mehr neu. Sie schmerzte nur, wenn man sie an sich selbst erlebte. Es wurde ein schwere, böse Nacht für den Lehrer Fabrizius. Am anderen Morgen ging er sofort auf die Polizei- Station. Der Kommandant tauchte gerade sein erstes Kipfl in den Kaffee, als ihm der Lehrer gemeldet wurde. Blücher zum „Tag der Menschenrechte 0 BONN. Der amtierende Kabinettschef Vizekanzler Blücher hielt am Montag zum „Tag der Menschenrechte“ eine Rundfunkansprache, in der er die Menschenrechte das „Evangelium der menschlichen Freiheit und Würde“ nannte. „Je mehr es uns gelingt“, sagte Blücher, „diese Menschenrechte jedem einzelnen als seinen Anspruch gegen die Gemeinschaft und als Richtschnur seiner Verpflichtung gegenüber der Menschheit deutlich und eindringlich zu machen, je mehr sich ein wachsender Teil der Menschheit in dem Bekenntnis zu diesen Grundsätzen zusammenfindet, um so mehr rückt die Verwirklichung des alten Traumes nahe, daß Recht und Freiheit und Frieden in der Welt gesichert sind.“ Blücher erinnerte daran, daß die UNO eine Untersuchung über das Schicksal der vermißten deutschen und japanischen Kriegsgefangenen eingeleitet hat, weil sie das Recht auf die Heimat als unabdingbares Menschenrecht bejaht. Auch die vorgesehene Untersuchung der UNO über die Möglichkeit, gesamtdeutsche freie Wahlen vorzunehmen, sei eine Manifestation der Anerkennung der Menschenrechte. Friefiner zurückgetreten BONN. Der kommissarische Vorsitzende des Verbandes deutscher Soldaten, Generaloberst a.D. Frdeß- ner, hat am Montag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Die Wahl des neuen Vorstandes des Verbandes deutscher Soldaten findet Ende Januar 1952 durch eine Delegiertenversammiung des VdS statt. Bis dahin werden die Geschäfte von einem Arbeitsausschuß geführt. Drohbrief mit rechtsradikaler Propaganda VECHTA. Zwei Studienräte in Vechta erhielten Eun Wochenende Drohbriefe mit dem Poststempel Fürth in Bayern. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war den Briefen, die den Adressanten ihr eigenes Begräbnis schilderten, Propagandamaterial mit rechtsradikalen Parolen beigefügt. In den Briefkästen des Lübecker Bahnpostamtes, wurden in der Nacht zum Montag und am Montag anonyme Briefe mit der Drohung gefunden, nach dem Muster der Sprengstoffattentate in Ndedersach- sen werde auch das Lübecker Bahnpostamt bald in die Luft gesprengt. Der anonyme Briefschreiber hat mit „Heil Hitler, der Henker“ unterzeichnet und sich selbst als Attentäter von Bremen bezeichnet. Er vermerkte, die Polizei sei nur zu dumm, ihn zu finden. Die Sonderkommission „S" in Bremen bestätigte am Montag die Festnahme eines jungen Mannes in Nienburg, dessen Aeußeres auf die Personalbeschreibung des Sprengstoffattentats-Verdächtigen zutrifft. Inzwischen teilte auch ein Staatsanwalt aus der Sowjetzone mit, daß dort zur Zelt zwei illegale Grenzgänger überprüft würden, auf die die Beschreibung des Täters ebenfalls paßt. Für den Fall, daß sich Verdachtsmomente ergeben, hat sich der Staatsanwalt bereiterklärt, die Festgenommenen der Sonderkommission „S“ an der Grenze zu übergeben. Die belgische Kriminalpolizei hat die Sonderkom- mission „S“ auf mehrere ähnliche Straftaten während der letzten Jahre in Brüssel aufmerksam gemach 1 . Von der Sonderkommission „S“ wurden inzwischen auch in dieser Richtung Ermittlungen aufgenommen. Keine Betriebsrahe zwischen den Feiertagen KÖLN.. Die Bundesregierung hat nicht die Absicht, wegen der Kohienlage eine Betreibsruhe zwischen Weihnachten und Neujahr anzuregen. Bundesarbeitsminister Storch teilte dies der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände am Montag auf Anfrage mit. Kleine Welhnachtsamnestie BONN. Auf Beschluß der alliierten Hohen Kommissare werden alle von Besatzungsgerichten verurteilten Strafgefangenen, deren Haftzeit zwischen dem 16. Dezember und dem 31. Januar 1952 abläuft, am 16. Dezember 1951 entlassen. Dieser Strafnachlaß gilt nicht für Gefangene, die nach dem 30. November 1951 verurteilt wurden. 960 Mark als Weihnachtsüberraschung DUISBURG. Eine frohe Weihnachtsüberraschung erlebten die 3 300 Arbeiter und Angestellten der Duisburger Kupferhütte. Das Werk, das die Arbeitnehmer seit 1946 durch den sogenannten Ergebnislohn am Gewinn beteiligt, zahlt in diesem Jahr an jeden Werksangehörigen zusätzlich zu dem Normallohn durchschnittlich 960 Mark- Die Hälfte des Geldes wird den Werksangehörigen in bar ausbezahlt, die andere Hälfte des Geldes wird als Sparguthaben angelegt, über das jedoch jederzeit verfügt werden kann. Den höchsten Ergebnislohn erzielte nach Mitteilung der Werksleitung ein erster Schmelzer, der 1980 Mark erhält. Unter den Empfängern der niedrigsten Ergebnislöhne sind eine Botin mit 454 Mark und eine Putzfrau mit 690 Mark. Vielleicht hätte der Fall Fabrizius eine ganz andere Wendung genommen, wenn der Lehrer eine halbe Stunde später gekommen wäre, zu einer Zeit, wo der dicke Puchner bereits sein Frühstück hinter sich gehabt hätte. So aber traf er den Kommandanten in schlechter Laune an. „Himmel! Kreuz!“ fluchte Puchner. „Was will denn dieser ABC-Schützen-Bändiger von mir? Was reißt mich denn der so mir nichts, dir nichts einfach von meinem Kaffee weg. Was will er denn? Was er will, frag ich dich, du altes Reibeisen“, schrie er seine Haushälterin an. Die zuckte nur mit den Schultern. „Das weiß ich doch nicht. Was Dienstliches wäre es, hat er gesagt.“ „Dienstlich, dienstlich“, giftete sich Puchner. „Das wird schon was Rechtes sein“. Er warf noch einen Blick auf den Kaffeetisch und begab sich in einer keineswegs rosigen Stimmung ins Amtszimmer. „Servus, Herr Lehrer! Wo brennt es denn schon in aller Frühe?“ Hoffentlich würde es keine lange Geschichte. Herrgott, wie sah dieser Mensch überhaupt aus? Es mußte doch etwas Ernstes sein, das ihn hierherführte. ■> Ja, es war e'tws« Ernstes. Der Lehrer Fabrizius meldete das Verschwinden seiner Frau. Der Kommandant bekam eine Wut. Er dachte an seine Kipfl und den kaltwerdenden Kaffee. War denn der Kerl blind? Wußte er immer noch nicht, was längst alle Spatzen Dambachs von den Dächern pfiffen? _ „Lieber Herr Lehrer“, sagte er kühl und bemühte sich den Groll hinunterzuschlucken, der ihm angesichts der ganzen Sache aufstieg. „Sie haben sich in der Adresse geirrt. Ich glaube, es wäre besser, wenn Sie bei der Filmgesellschaft nachfragen würden, wo Ihre Frau geblieben ist.“ Fabrizius starrte ihn entgeistert an. Dann kam ihm blitzschnell das Verstehen. Eine Flamme schlug in sein Gesicht. Er wandte sich der Türe zu. „Natürlich werde ich jetzt sofort auf das Schloß gehen, aber ich habe keine Ursache zu glauben, daß sich meine Frau dort aufhält.“ (Fortsetzung folgt.) Dienstag, 11. Dezember 1951 SUDWESTDEl/TSCHER SPIEGEL Kummer 287 / Seite 5 Bürkle bestritt die meisten Forderungen Vor dem Konkursrichter in Stuttgart fand am Samstag der voraussichtlich letzte Prüfungstermin in der Konkurssache des Stuttgarter Geschäftsmannes Willy Bürkle statt. Bürkle bestritt dabei die meisten Forderungen, während der Konkursverwalter, Rechtsanwalt Dr. Franz Ruisinger, fast alle Forderungen der öffentlichen Hand in vollem Umfang als bevorzugt anerkannte. Von den Forderungen der Girokasse hat Dr. Ruisinger nach eingehender Ueberprüfung der Unterlagen 6,5 Millionen Mark als zu recht bestehend bestätigt. Die restliche Zinsforderung bestreitet er jedoch. Bürkle vertrat in der Sitzung die Ansicht, daß seine Forderung an die Girokasse die Forderungen der Kasse an ihn übersteige. Der Konkursyerwalter wird nunmehr das Bürkle'sche Vermögen veräußern, um die Gläubiger daraus zu befriedigen. Er vertritt allerdings die Ansicht, daß für die nicht bevorrechtigten Forderungen nichts mehr übrig bleiben wird. Am Schluß der Sitzung wurde die Aufenthaltsbeschränkung gegen Bürkle aufgehoben. Allgemeine bürgerliche Dienstpflicht? Zweite Soldatentagung der Evangelischen Akademie in Bad Boll Eine allgemeine bürgerliche Dienstpflicht schlug Generalleutnant a. D. Hölter am Sonntag in Bad Holl für den Fall der Wiederaufstellung militärischer Verbände in Deutschland vor. Erst auf Grund einer allgemeinen Dienstpflicht könne die richtige Auswahl für das Berufssoldatentum vorgenommen Werden. Hölter, dar als Stabschef bei Generaloberst Dietl in Finnland tätig war, sprach auf der Zweiten Soldatentagung der Evangelischen Akademie in Bad Holl über die Menschenführung. In einem neuen Heere müsse dem Aufbau des Unteroffiziersstandes besondere Beachtung geschenkt werden, sagte Hölter. Der Unteroffizier müsse „Vorarbeiter und Meister“ sein. Wenn er dies nicht sein könne, solle er sein Brot „bei einer anderen Firma“ verdienen. Für die Menschlichkeit im Soldatenberuf trat Studentenpfarrer Dr. Wolfgang Böhme, Frankfurt, ein. Vor 100 Jahren starb der Erfinder des Fahrrades Arm und von allen Freunden verlassen starb Freiherr von Drais Gestern jährte sich zum 100. Male der Tag, an dem der Erfinder des Fahrrads, Karl Freiherr Drais von Sauerbrunn, in Karlsruhe starb. Arm und verlassen von allen Freunden schied Drais aus dieser Welt. Als Sohn eines hohen Staatsbeamten im Jahre 1785 in Karlsruhe geboren, war ihm schon durch seine Geburt eine glänzende Laufbahn als Beamter oder Offizier sicher. Doch der junge Drais verbrachte die meiste Zeit mit dem Bau eines Laufrades. Am 12. Juli 1817 fuhr er dann mit der von ihm konstruierten „Draisine“ schweißtriefend im grünen Jägerrock durch Mannheim. Die „Maschine“, die sich viermal so schnell wie ein Fußgänger vorwärtsbewegte, hatte ein Gewicht von 50 Pfund und kostete 44 Gulden. Drais wurde daraufhin vom Großherzog zum „Professor der Mechanik" ernannt und erhielt gleichzeitig das badische Patent für seine Erfindung. Als er jedoch vom Hofe eine Pension forderte, fiel er in Ungnade und wanderte schließlich aus. Nach seiner Rückkehr aus Brasilien, wo er viele Jahre lang gelebt hatte, starb Drais* Vater. Von diesem Augenblick an ging es mit Drais rapide abwärts. Er wurde zum Gespött der Bevölkerung, die allerlei schlechte Scherze mit-ihm trieb. Dank der Initiative der Radfahrvereine wurden in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine würdige Grabstätte und ein Denkmal für Drais in Karlsruhe errichtet. Kein Militärflughafen in Baden-Os Der Plan der Errichtung eines M ilitärflughafens im Raum von Baden-Öos äst durch die maßgebenden militärischen Stellen aufgegeben worden. Wie der Oberbürgermeister von Baden-Baden, Dr. Emst Schlapper, am Freitagabend bekanntgab, sei er auf Grund der bisherigen Verhandlungen von der Landesregierung zu dieser Mitteilung ermächtigt. Die Bekanntgabe näherer Einzelheiten kündigte Dr. Schlapper für die nächste Woche, an. Der Plan der Alliierten, bei Baden-Oos einen Flugplatz für Düsenbomber anzulegen, war auf den geschlossenen Widerstand der Bevölkerung und der Stadtverwaltung des .Kurortes, sowie der' badischen Landesregierung gestoßen. SPORT - NACHRICHTEN Toto-Quoten • West-Sfid-Block Der West-Süd-Block teilt für den Spieltag am 9. Dezember 1951 folgende vorläufige Gewinnquoten mit: Zwölferwette: 1. Rang: 23 Gewinner je 29 325.— DM, 2. Rang: 741 Gewinner je 910.— DM, 3. Rang: 7544 Gewinner je 89.— DM. Zehnerwette: 1. Rang: 91 Gewinner je 3970.— DM, 2. Rang: 2225 Gewinner je 160.— DM, 3. Rang: 20 351 Gewinner je 17.50 DM. Nord-Süd-Block 1. Rang: 281 Gewinner mit je 2183.50 DM, 2. Rang: 5792 Gewinner mit je 105.50 DM, 3. Rang: 55 009 Gewinner mit je 11.20 DM. Rudi Mirke um Montag gestorben Der Berufsrennfahrer Rudi Mirke ist am Montag in den Mittagsstunden an den Folgen seines Sturzes im Berliner 35. Sechstagerennen im Berliner Westend- Krankenhaus im Alter von 34 Jahren gestorben. Am Sonntagabend trat eine Verschlimmerung ein, Rudi Mirke verlor wieder das Bewußtsein und starb an der schweren Gehirnerschütterung. 50 Nationen meldeten für Helsinki Das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in Helsinki feierte am Montag ein kleines Jubiläum. Durch die Meldungen von Japan und Singa- pore erhöhte sich die Zahl der angemeldeten Nationen auf 50. ' Schleicher wieder an der Spitze Der Worzheimer Rau an vierter Steile der Torschützenliste In der Torschützenliste der 2. Liga Süd konnte sich der Pf orzheimer Schleicher durch, seine im Spiel gegen Jahn Regensburg erzielten Treffer an die Spitze setzen und führt nunmehr mit 12 Treffern vor Gauß (Ulm) mit 11 Toren, Schüller (Cham), Böhmann (Darmstadt), Rauh (Hof) und Elzner (Ulm) mit je zehn Toren, Faber (Freiburg) und Rau (Pforzheim) mit je neun Toren, Platzer, Rampp (beide Augsburg), Becker, Mühlbach (beide Darmstadt), Greb (Bamberg), Soßna (Reutlingen), Ernst (Straubing) und Klimmeck (Wiesbaden) mit je acht Toren. Die Wiedergeburt unserer Nationalmannschaft Herbergers Ziel: „Ein Stamm jung an Jahren und alt an Erfahrungen" Es ist immer wertvoll, den Bundestrainer über seine Aufgabe des Wiederaufbaues der deutschen Nationalmannschaft dozieren zu hören. Eine Rechenschaft über die bisher geleistete Arbeit und einen Ausblick über die zukünftigen Ziele gab Sepp Herberger in seinem jüngsten Kolleg, das er dem soeben im Limpert-Verlag in Frankfurt erschienenen „Jahrbuch“ des DFB zur Verfügung stellte. Dort erörterte der Bundestrainer seine folgende grundsätzliche Stellungnanme: Streitle und F. Walter unentbehrlich Unsere Mannschaft ist im Aufbau. Es soll eine Ein- Dick Savitt, am Montag in Melbourne mit 8:6, 6:0, 6:4. Der glatte Sieg bedeutet einen großen Triumph für den Australier, der sich in diesem Jahr in Forest Hills die amerikanische Meisterschaft holte. Dagegen gewann Savitt den Wimbledontitel und die australische Meisterschaft. Beide Spieler werden sich Ende des Monats in der Herausforderungsrunde des Davispokals in Sidney erneut gegenüberstehen. Kann Sedg- man seine Form bis zu diesem Zeitpunkt halten, so steigen Australiens Aussichten auf eine erfolgreiche Titelverteidigung beträchtlich. Die menschliche Kraftentfaltung dürfe sich nicht nur auf das Soldatische erstrecken, sondern müsse in erster Linie den inneren Menschen erstarken helfen, um dieser Aufgabe willen müsse man sogar eine Niederlage riskieren. Es komme darauf an, wie der Soldat von seinem Gegner spreche und wie er sich Verwundeten und Toten gegenüber verhalte. Der Geist eines neuen Heeres erweise sich am besten darin, wie weit Haß und Rache gegenüber dem Feind eingedämmt werden könnten. Im übrigen müßten künftig dem Soldaten Demütigungen erspart werden. Die bürgerliche Sachlichkeit jedoch müsse auch innerhalb eines Heeres gepflegt werden. Mit diesen beiden Referaten wurde die Soldatentagung der Evangelischen Akademie in Bad Holl abgeschlossen. Schneefälle in den Mittelgebirgen In den deutschen Mittelgebirgen fiel in der Nacht zum Montag der erste nennenswerte Schnee dieses Winters. Im Harz blieb er in Lägen über vierhundert Meter liegen, Braunlage meldete zehn Zentimeter. Auch im Tiefland über Weser und Ems tanzten nach 4 einer gewittrigen Nacht die Flocken. An den Hängen des Teutoburger Waldes liegen drei bis vier Zentimeter Schnee. Der Straßenverkehr in Ostwestfalen wurde von dem Schneetreiben am Montagmorgen stark behindert. Am „Hohen Asten“ wurden acht Zentimeter, und in der Eifel eine geschlossene Schneedecke gemeldet. Wintersportmöglichkeiten bestehen noch nicht. Auch über Hessen fegten Schneeböen hinweg, die jedoch nur in Gebieten über sechshundert Meter ,— vor allem auf dem Feldberg — als geschlossene Decke liegenblieben. In den mittleren Lagen Mittelbadens und Württembergs ist gestern früh ebenfalls Schnee gefallen, der allerdings nach einiger Zeit Matsch wurde. Die Hänge im Nordschwarzwald dagegen liegen bereits im tiefsten Winter. Wildbad meldete 10 cm Neuschnee, während die Stationsmeldungen aus Kaltenbronn eine geschlossene Schneedecke von 15 cm nennen. Wintersportmöglichkeiten sind allerdings noch gering, doch rechnet man für das Wochenende mit einer ausreichenden Schneedecke. So wird man 100 Jahre alt „Mäßig leben und viel arbeiten“, ist nach Meinung des Schuhmachermeisters Albert Schababerle aus Baden-Oos, der am Samstag seinen 100. Geburtstag feierte, das beste Rezept für ein langes Leben. Der noch erstaunlich rüstige und lebhafte Greis hat bis zu seinem 93. Lebensjahr sein Handwerk ausgeübt. Der Oberbürgermeister von Baden-Baden, Dr. Emst Schlapper, übermittelte dem Jubilar im Namen des badischen Staatspräsidenten, der Landesregierung und der Stadt Baden-Baden herzlichste Glück- und Segenswünsche. Die badische Handwerkskammer ernannte den Hochbetagten zum Ehrenmeister und setzte ihm eine Rente aus. Guter Start des Weihnachtsverkaufs Am Nachmittag des ersten Verkaufssonntags vor Weihnachten herrschte in den Geschäftsstraßen von Stuttgart und allen größeren Städten des Landes Württemberg-Baden lebhaftes vorweinachtliches Treiben. Der Andrang war insbesondere in den Kaufhäusern, Textil- und Schuhwaren-Geschäften sowie bei Uhren- und Schmuckhandel sehr groß. Die .Geschäftsinhaber erklären, daß sie mit dem Umsatz am ersten Verkaufssonntag sehr zufrieden seien. Alte Puppen und Puppenstuben im Alten SchloB Im Alten Schloß in Stuttgart wurde am Sonntag eine vom württembergischen Landesmuseum veranstaltete Weihnachtsausstellung „alte Puppen und Puppenstuben“ eröffnet. Die Schau zeigt eine Fülle von Puppenküchen, -Stuben und -Häusern, die als Leihgaben des Bayrischen Nationalmuseums in München, des Germanischen Museums in Nürnberg, aus Heimatmuseen, aus Privatbesitz des Württembergischen Landesmuseums zusammengetragen wurden. Kultusminister Dr. Gotthilf Schenkel sagte bei der Eröffnung, diese Ausstellungs stelle ein Stück Kultunge schichte dar. Sie sei für Kinder genau so wertvoll wie für Erwachsene. Professor Dr. Julius Baum dankte dem Finanz- und dem Kultusministerium für ihre Unterstützung beim Wiederaufbau des alten und des neuen Stuttgarter Schlosses. Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett wies auf den modernen Charakter dieser Ausstellung hin, bei der Geschmackskultur mit dem Herzen erfaßt worden sei. Kurzmeldungen aus Südwestdeutschland :: Zwei amerikanische Soldaten, die sich neben ihrem Militärdienst in Deutschland auch noch mit Erfolg als Kaffeehändler betätigten, wurden dieser Tage von der Militärpolizei festgenommen. Beide Soldaten hatten schon seit langer Zeit einen schwungvollen Kaffeehandel betrieben. In einem Haus in Mannheim- Sandhofen hatten sie ihr Kaffeelager.' Eine MP- Streife konnte in diesem Lager zwei Zentner Kaffee sicherstellen. :: Mit den Ausschachtungsarbeiten für ein zweites Haus der Jugend in Heidelberg ist am Samstag begonnen worden. Das Haus, das unter anderem einen Saal mit 350—Sitzplätzen, mehrere Aufenthaltsund Gesellschaftsräume erhalten soll, wird von dem Hilfsprogramm der amerikanischen Armee für die deutsche Jugend (GYA) auf einem von der Stadt Heidelberg im Stadtteil Neuenheim kostenlos zur Verfügung gestellten Baugelände errichtet. Mit der Fertigstellung des Baues wird nicht vor Mai des nächsten Jahres gerechnet. :: Am Samstagnachmittag wurde in Schwäbisch Gmünd nahe des Bahnhofs eine neue Remsbrücke eingeweiht. Die Brücke ist in Spannbetonkonstruktion erstellt und besitzt eine 12 m breite Fahrbahn. Damit ist die letzte und wichtigste der vier kriegszerstörten Brücken im Raum von Schwäbisch Gmünd wiederhergestellt. : Nach der Heimkehr vom Schafehüten vermißte ein Mädchen aus Ennabeuren im Kreise Münsingen den Schäferhund. Trotz eifrigen Suchens w^r das Tier nicht zu finden. Als das Mädchen am nächsten Tag jedoch mit seinen Schafen wieder zur Weide kam, saß der Hund noch immer dort neben einer Handtasche, die das Mädchen am Vortage liegengelassen hatte. :: Durch eine Anordnung des Bundesverkehrsministeriums werden die Hochwasserschäden im Bezirk der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Stuttgart beseitigt. Es handelt sich dabei in erster Linie um Schäden, t die durch Hochwasser am Neckar eingetreten sind. Auch Hochwasserschäden im Bereich des Wasser- und Schiffahrtsamtes Freiburg am Oberrhein vverden beseitigt. :: Der Gewerkschaftssekretär und Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart, Ernst Körner, wurde aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Die Mitgliederversammlung der KP des Stadtteils Prag in Stuttgart begründete den Ausschluß mit „partei- und arbeiterschädigendem Verhalten“ Körners. :: Bei einer Milchkontrolle war festgestellt worden, daß eine 26 Jahre alte ledige Bauerntochter aus Baiereck im Kreis Göppingen 8,5 Liter Milch abgelie-, fert hatte, die nicht weniger als 3,5 Liter Wasser enthielten. Vor dem Schorndorf er Amtsgericht, das die Angeklagte zu drei Monaten Gefängnis verurteilte, leugnete sie bis zum Schluß hartnäckig. Das Gericht Versagte ihr deshalb mildernde Umstände. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß die Verurteilte bisher mindestens eintausend Liter Wasser als Milch abgeliefert hatte. Sie war zuerst dadurch aufgefallen, daß sie Monate .hindurch von zwei Kühen gleichmäßig elf Liter Milch zweimal täglich ablieferte. :: Aus einer unter 1750 Kirchheimer Volksschülern angestellten Erhebung geht hervor, daß 13,3 Prozent der Schüler kein eigenes Bett haben. Fast 20 Prozent haben keinen Vater mehr. Bei 26,3 Prozent geht die Mutter einem Berufe nach. In den Oberklassen der Kirchheimer Volksschule sind 6,3 Prozent der Schüler in ihrer Freizeit noch berufstätig. Rund 13 Prozent der Volksschüler leben mit ihrer Familie in einer Notwohnung. 3,5 Prozent (6,1 Prozent in der Hilfsschule) erhalten kein warmes Mittagessen und 3,7 Prozent kein warmes Frühstücksgetränk. Wetterbericht Innerhalb der frisch eingeflossenen Kaltluft kommt es zu einer Vorübergehenden Wetterbesserung. Bei mäßigen Winden tun Nordwest nur noch vereinzelte Niederschläge. Tageshöchsttemperaturen nicht über 6 Grad; nachts Temperaturrückgang bis minus fünf Grad. heit werden, die beide Spielaufgaben — sowohl das Angriffsspiel als auch die Abwehr — versteht und beherrscht. Unsere alte Nationalelf hatte diesen Stand der Ausbildung erreicht. Auch die junge Mannschaft weiß, worauf es im modernen Spiel ankommt. Wien gibt uns die Hoffnung, daß sie auch bald in der Praxis beherrscht, was sie bereits im Geist versteht. Vom Wissen um Dinge bis zu ihrer Beherrschung in der Praxis ist bekanntlich oft ein weiter Wegs denn die Wettkampferfahrung in Länderspielen fehlt uns heute noch sehr. Aber das verwundert uns nicht weiter, da wir ja vor einem neuen Anfang stehen. Jetzt wären alte, erfahrene und noch voll leistungsfähige Spieler ein unschätzbarer Gewinn für unsere Mannschaft und ihren Aufbau. Vom alten Stamm stehen leider nur noch zwei Spieler zur Verfügung: Jackl Streitle und Fritz Walter. Wie wertvoll, nützlich und unentbehrlich diese beiden für den Aufbau unserer Mannschaft zu Höchstleistungen sind, hat mir Wien mit allem Nachdruck gezeigt. Was ein Nationalspieler haben muß Mit dem Können fängt die gute Leistung an. Wer den Ball nicht spielend beherrscht, kann kein gutes Spiel machen. Spielübersicht gewinnt nur der, der frei vom Ball ist, denn die Taktik verlangt ihn als einen gehorsamen Diener ihrer Absichten. Wer Nationalspieler werden will, muß darüber hinaus viel Sinn und viel Verständnis für das Mannschaftsspiel mitbringen. Jeder einzelne muß Sinn, Verständnis und eine ordentliche Dosis guten Willen für diese Gemeinsamkeit mitbringen. Unser Spiel steht heute im Zeichen einer starken, organisierten Abwehr, die eine natürliche Entwicklung unseres Spieles ist. Mit dieser Macht müssen wir für alle Zeiten rechnen. Immer aber gilt es, diese Macht zu brechen, eine Aufgabe, die dem Angriffsspiel gestellt ist. Es ist langsam an der Zeit, daß das Angriffsspiel die ihm zukommende Vorrangstellung vor dem Abwehrspiel zurückgewinnt. Für diesen Generalangriff auf die Vormachtstellung in unserem Spiel hat der Angriff keine anderen Mittel als jene, die ihm aus der Entwicklung des Spieles zur Grundlage dieser Absicht gereichen. Sie zeigen sich uns beim aufbauenden Spiel im Mittelfeld, im Dreiinnen- und Flügelspiel, im, verwirrenden Klein- Klein wie in der überraschenden, raumgreifenden weiten Vorlage, im flachen wie im hohen Zuspiel, im Paß auf den Mann wie in der Abgabe in den freien Raum, im Quer-, Rügk- und Steilpaß, ebenso wie im Direktspiel und im Ballhalten. Aber erst dann ist das Bild vom erfolgreichen Angriffsspiel vollkommen, wenn zu diesen Variationen des Zusammenspiels noch das Dribbling, der Alleingang, der Durchbruch und der Torschuß in der richtigen Mischung hinzukommen. Fiank Sedgman besiegte Dick Savitt Das Herreneinzel-Finale der Tennismeisterschaften des Staates Victoria gewann der australische Ranglistenerste Frank Sedgman gegen Amerikas Nummer I HÄNDEL UND WIRTSCHAFT Schweiz will inländischen Handel mit Gold freigeben Der Schweizer Finanzminister gab bekannt, daß die Restriktionen des freien Goldhandels in der Schweiz in naher Zukunft aufgehoben würden. Wie der Präsident der schweizerischen Vollmacht-Kommission ergänzend mitteilt, würden jedoch Einfuhr, Ausfuhr und Transitfaandel nach wie vor der Kontrolle der Schweizer Regierung unterworfen bleiben. Infolgedessen werde von der Freigabe lediglich der schweizerische Binnenhandel betroffen. An einen Verkauf von Gold durch die Nationalbank an Private sei im Augenblick noch nicht gedacht. Aufwertung von'Spargufhaben Vertriebener Sparguthaben Vertriebener, die auf ein Kreditinstitut jenseits der Oder—Neise-Linie lauten, sollen nach einem jetzt fertiggestellten Gesetzentwurf über den Währungsausgleich Vertriebener grundsätzlich zu 6.5 Prozent aufgewertet werden. Wie der Vorsitzende des Unterausschusses Altsparer-Regelung des Lastenausgleichsausschusses, Dr. Atzenroth, am Freitag vor der Presse in Bonn mitteilte, enthält der Gesetzentwurf jedoch keine Bestimmungen für die Aufwertung von Girokonten. Aufwertungsberechtigt sei, wer einen dokumentarischen Nachweis (Sparbuch oder amtliche Bescheinigung) über sein Guthaben erbringen kann. Diese Bestimmung werde jedoch zur Folge haben, daß etwa nur die Hälfte der Sparkontenbesitzer in den Genuß der Aufwertung kommt. Die nach dem Gesetzentwurf Berechtigten könnten bei jedem Kreditinstitut im Bundesgebiet unter Vorlage des Sparbuches oder einer amtlichen Bescheinigung Sparguthaben eröffnen, die vom ersten Januar 1952 mit vier Prozent verzinst werden, jedoch vorläufig gesperrt bleiben. - Devisenüberwochung wurde verschärft Die Devisenüberwachung ist nach einer Mitteilung des Bundesflnänzministeriums. in diesem Jahr wesentlich verschärft worden. Vom 1. Januar bis 31. Oktober 1951 habe man insgesamt 5206 Bußgeldbescheide, 5 664 Unterwerfungsverhandlungen und 16 971 Einziehungsbescheide verzeichnet. An Geldbußen und damit im Zusammenhang eingegangenen Geldern seien fast 4.5 Milliarden Mark verbucht worden. 0stzonen-H0 senkte die Preise Die neue Preissenkung der SowjetzonenhaÄdels-Or- ganisation (HO) ist im gesamten sowjetischen Besatzungsgebiet in Kraft getreten. Ein Pfund Butter wird statt zwölf Mark jetzt zehn Mark und Margarine statt sieben Mark 6,25 Mark kosten. Zucker wurde von zwei Mark auf 1,50 Mark gesenkt. Bei Fleisch - waren beträgt die Preissenkung im allgemeinen zwanzig Prozent. Das Pfung Rindfleisch kostet sechs Mark und ein Pfund Salamiwurst 9,25 Mark. Die Preissenkung für industrielle und technische Erzeugnisse liegt in der HO zwischen zwanzig und fünfzig Prozent. Ein Motorrad (350 ccm), das bisher 3 000 Mark kostete, wird künftig für 2484 Mark erhältlich sein. Der Preis für einen DKW-IFA-Kraftwagen ist von 13 500 auf 11 325 Mark herabgesetzt worden. Eine Kleinbild-Kamera Contax. „S“ mit Biotar 1:2 ist jetzt für zweitausend statt bisher dreitausend Mark erhältlich. Schäfler doch für Tabaksteuersenkung ? Im Anschluß an eine Besichtigung der badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen erklärte der türkische Wirtschaftsminister, Prof. Muhlis Ete, er habe den Eindruck, daß Bundesfinanzminister Dr. I Schäffer in der Frage der Tabakstauersenkung nun doch eine positive Haltung einnehme. Er glaube, daß sich der Zigarettenkonsum in der Bundesrepublik nach Senkung dieser Steuer wesentlich heben und der Orienttabak wieder in stärkerem Maße im Bundesgebiet Eingang finden werde. Minister Ete erwähnte noch die Möglichkeiten einer deutschen Kapitalanlage in der Türkei und befürwortete eine Aufnahme deutscher Arbeitskräfte in der türkischen Wirtschaft- Die Anglo-lranian Oil-Company erklärt ln der New York Times“ die Entwicklung des persischen Oelstreites, wie die Gesellschaft sie beurteilt, und versichert, daß auch letzt wieder die gleichen Dividenden gezahlt werden wie in den Vorjahren. Auf der ganzen Welt gibt es gegenwärtig Zeitungen, mit einer Gesamtauflage von 224 Millionen Exemplaren, 182 Millionen Bundfunkempfangsgeräte, 15 Millionen Femseh- Empfangsgeräte und 112 000 Lichtspielhäuser. Groftmessen sollen „Märkte“ bleiben „Eine Messe ist keine Ausstellung" - Der Vorsitzende des Ausstellungs- und Messe- Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Dr. Tigges, erklärte vor Pressevertretern in Köln, die in diesem Ausschuß vereinigte ausstellende und einkaufende Wirtschaft verfolge die Absicht, den echten Markt- charakter der deutschen Großmessen Frankfurt, Hannover und Köln zu erhalten. Sie sei der Auffassung, daß die Messen auf eine kurze Zeitdauer beschränkt bleiben sollten, ein Messe sei keine Ausstellung. Die von Frankfurter Seite geforderte Zulassung von „Sehleuten“ würde die Verkaufsgespräche erheblich stören. Nach propagandistischen Gesichtspunkten gestaltete Messestände würden die ausländischen Messegäste befremden. Die Verantwortung für die bisher fehlende Schwerpunktbildung der drei Mustermessen des Bundesgebiets fällt nach Ansicht Dr. Digges den Messegesellschaften zu, denen wie er sagte, eine Vereinfachung des gesamten deutschen Messewesens nicht sympathisch.sei. Der Redner äußerte die Hoffnung, daß die Messegesellschaften sich noch vor Ablauf des Jahres über die Auslandswerbung einigen. Für 1952 seien hierfür 180 000 DM Etatmittel vorgesehen. Sollte es zu keiner Verständigung kommen, so werde der Ausstellungs- und Messeausschuß das Bundeswirtschaftsministerium bitten, ihm die dafür vorgesehenen Mittel zur Verfügung zu stellen. Dieser würde sie dann für eine Auslandswerbung verwenden, die den Messegesellschaften unter Umständen nicht angenehm wäre. Arbeitsteilung der GroBmessen notwendig Eine Arbeitsteilung unter den drei Großmessen sei schon deshalb erforderlich, so erklärte Tigges abschließend, weil keine von ihnen genügend Raum besäße, um sämtliche Zweige einer Mustermesse auf- zunehrpen, und weil die Investierung neuen Kapitals gegenwärtig nicht zweckmäßig wäre. Die Forderung, der Staat soll einigend in das deutsche Messewesen eingreifen, wies der Sprecher zurück. Ergänzend erfährt VWD von unterrichteter Seite, amtlicherseits werde die Schaffung einer Gemein- schaftsorganisation der drei Messeleitungen angestrebt, welche die von diesen bisher einzeln ausgeübten Funktionen wahrnehmen soll. Dies würde, so wird betont, den drei Großmessen eine wesentlich stärkere Resonanz sowohl bei den Behörden als auch im Auslande verschaffen. Ausländische Messetermine Chikago: 2. Internationale Handelsmesse, 22. 3. bis 6. 4. 1952. U t r e ch t: Internationale Frühjahrsmesse, 25. 3. — 3. 4. 1952; Internationale Herbstmesse, August/September 1952. Kopenhagen: Internationale Kopenhagener Messe, Technische Messe, 28. 3 - bis 6. 4. 1952; Gebrauchsgütermesse, 25. 4. bis 4. 5. 1952. Lüttich: 4. Internationale Lütticher Messe für Bergbau, Metallurgie und industrielle Elektrizität, 26. 4. — 11. 5. 1952. Toronto: Internationale Kanadische Messe, 3. 6. — 12. 6. 1952. Dornbirn: 4. Export- • und Mustermesse, 25. 7. — 3. .8 1952. Stockholm: 10. St. Eriks-Messe, 22. 8. — 7. 9. 1952 Seite 4 / Nummer 287 Dienstag, 11- Dezember 1951 4 . Neue Nummernschilder in Vorbereitung Die Beratungen über ein neues Kennzeichensystem für Kraftfahrzeuge stehen kurz vor dem Abschluß. Nach dem Plan des Bundesverkehrsministeriums sollen die Nummernschilder in Zukunft Siebenergruppen aus Buchstaben und Zahlen in schwarzer Schrift auf weißem Grund tragen. Dabei erhalten große Städte einen Buchstaben und sechs Zahlen, mittlere Städte zwei Buchstaben und fünf Zahlen und kleinere Zulassungs* bezirke drei Buchstaben und vier Zahlen. Großstädte können somit in ihrem Bereich 999 999 Kraftfahrzeuge zulassen. Das neue System wird jedem Anwachsen des Verkehrs gerecht werden können. Es hat außerdem den Vorteil, daß es unabhängig von der Länderzugehörigkeit ist. Im einzelnen sind beispielsweise folgende Kennzeichen vorgesehen: M: München, E: Essen, S: Stuttgart, F: Frankfurt, D: Düsseldorf, DU: Duisburg, DO: Dortmund, BN: Bonn, CUX: Cuxhaven und JUEL: Jülich Der Hamburger Senat beschloß, im Bundesrat für Hamburg wieder das alte Kennzeichen „HH“ zu beantragen. Der Weiterbau der lutobahn Karlsruhe - Basel Ergänzend zu früheren Schreiben teilte das Bun- desverkehrsrndrüßterium dem Bundestagsabgeordneten Leonhard, zu dem Weiterbau der Autobahn Karlsruhe—Basel mit, daß im Haushaltsentwurf für das Jahr 1952 insgesamt 2 100 000 Mark für diesen Zweck eingesetzt seien. Für den Teil, der als Umgehungsstraße für Rastatt dienen soll, seien 1600 000 Mark und für die Verlängerung der Autobahn vom derzeitigen Endpunkt zwischen Karlsruhe und Ettlingen bis Bruchhaußen 500 000 Mark vorgesehen. Eine endgültige Entscheidung müsse bis zur Genehmigung des Haushalts durch den Bundestag zurückgestellt werden. Üll iifit Ein nettes Weihnachts-Spielzeug Der technische Fortschritt der Neuzeit findet auch auf dem Gebiet der Spielzeugproduktion seinen Niederschlag, Das Feuerwehrauto auf. unserem Bild hat beispielsweise nicht nur eine drehbare Leiter, sondern auch einen eingebauten Wassertank, und beim Druck auf einen bestimmten Knopf speit der kleine Schlauch einen Wasserstrahl bis zu einer Entfernung von sechs Metern. Ob es aber damit das geeignete Zimmerspielzeug ist, scheint fraglich zu sein. Gummi aus Kalk und Kohle Deutschland produziert wieder Buna — 25 Jahre Laborversuche — Der rehabilitierte Kunstkautschuk Nach siebenjähriger Unterbrechung ist in diesen Tagen die Buna-Synthese in Westdeutschland wieder aufgenommen. Autoreifen, Fahrradmäntel und Schuhsohlen werden in Zukunft also zum guten Teil wieder aus ..deutschem Gummi“ hergestellt, einem der vielseitigsten chemischen Produkte überhaupt, das die Welt der deutschen Forschung und Technik verdankt. Deutsche Wissenschaftler haben sich um eine genaue Analyse des natürlichen Kautschuks von Beginn des 20. Jahrhunderts an bemüht. Aber erst in den zwanziger Jahren wurden die Versuche erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist es möglich, durch „Polymerisation von Butadien kautschukartige Substanzen“ zu tragbaren Preisen herzustellen. Bevor die Ergebnisse der Laboratoriumsarbeit in die Großpraxis übertragen wurden, bedurfte es großangelegter Experimente, die in den Jahren von 1930 bis 1935 von den IG-Farben gemeinsam mit der amerikanischen „Standard Oil Company“ durchge- ^ührt wurden. Mit der Errichtung des ersten Buna- Werkes in Schkopau bei Halle (Saale) im Jahre 1935 begann schließlich der Aufbau einer eigenen Kautschukindustrie. Die anfängliche Monatsleistung von 200 Tonnen wurde bald auf da9 Dreihundertfache gesteigert; daneben entstanden weitere Werke in Ludwigshafen, Auschwitz und nicht zuletzt in Hüls. Hüls kann jetzt auch den Ruhn in Anspruch nehmen, die Buno-Produktion als erstes deutsches Unternehmen wieder aüfgenommen zu haben. 492 Kilometer Rohrleitungen Das Werk besteht aus rund 350 Einzelgebäuden auf einer Gesamtfläche von etwa zwei Quadratkilometern; 492 Kilometer Rohrleitungen, dazu über 30 Kilometer Leitungen für Brunnen und Flußwasser, 272 Kilometer elektrische Kabel und 149 Kilometer Telefonleitungen machen es zu einem der interessantesten und größten deutschen Unternehmen, Die Belegschaft hat die Höchstzahl von 12 000 Mann allerdings noch nicht wieder erreicht. In der Notzeit, als synthetischer Kautschuk und Butadien auf der schwarzen Liste standen, hatte man sich in Hüls auf die Produktion von anderen chemischen Erzeugnissen, darunter Essigsäure, Waschmittel, Arzneien und Kunstharze umgestellt. Ein Viertel der Produktion ging nach dem Ausland; rund 8 000 Menschen fanden damit in Hüls eine Arbeitsstätte. Nun jstdie Anlage ihrem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt worden. „Zu treuen Händen“ Als Ausgangsstoff dienten in Hüls ursprünglich Hydrierahgase und Erdgas, während die anderen deutschen Buna-Fabriken von Kohle ausgingen. Ueber Azethylen als Zwischenprodukt kamen nach dem berühmten „Vierstufenverfahren“ die einen Meter breiten Buna-„FeIle“ in Zwei-Zentner-Rollen zum Versand. Die deutsche Produktion wurde jedoch von der der USA sowohl quantitativ als auch qualitativ sehr bald übertroffen. Bei Kriegsende wufden nämlich sämtliche deutschen Buna-Patente „zu treuen Händen“ an die Standard-Gesellschaft verkauft; diese mußten jedoch auf Drude der amerikanischen Regierung herausgegeben werden, so daß die USA in der Lage waren, eigene Kautschukfabriken mit einer Kapazität von rund 800 000 Tonnen zu erreichen. Naturgummi behauptete sich Die Erfahrungen zeigten, daß Buna — dem jeweiligen Verwendungszweck entsprechend — stark variiert werden kann und dem natürlichen Gummi in mancher Hinsicht überlegen ist. Insbesondere in öl- und benzinfesten Rohrleitungen sowie Spezialdichtungen und-packungen übertrifft Buna das Naturprodukt von den Plantagen in den tropischen Gebieten Asiens und Südamerikas. Im Flugzeugbau und in der Kraftfahrzeugindustrie, bei der Verarbeitung von Transportbändern, Schuhsohlen und -absätzen ist Buna heutzutage unentbehrlich. Trotzdem wird der synthetische Kautschuk den Naturgummi nicht gänzlich aus dem Sattel heben können. Bei der vielseitigen Verwendung von Gummi werden nämlich an das Material die verschiedensten Forderungen gestellt, die zum Teil von Naturgummi besser erfüllt werden. Von Autoreifen erwartet man eine große Kilometerleistung, während ein Radiergummi sich schnell abradieren lassen muß. Hartgummi soll polierfähig, Schwammgummi dagegen weich und elastisch sein; in der Maschinentechnik verlangt man vom Gummi eine dauerhafte „Federkonstante“. während ein Gummiball möglichst hoch springen soll. Mit Wiederaufnahme der Produktion wird auch die Buna-Forschung wieder Wind in den Segeln haben. Damit ist auch dieser wichtige Zweig der chemischen Industrie, lange Jahre als „Kriegsindustrie“ verschrien, wieder rehabilitiert. K. E. Buntes aus aller Welt Eine ganze lange Nacht . . . schlief Costa Sa- cate in der Provinz Cordoba ein 84jähriger Argentinier den Schlaf des Gerechten,während ein schwerer Sturm Bäume entwurzelte, Mauern zum Einsturz brachte und den halben Ort verwüstete. Als der Alte aus seiner aus Blech und Holz errichteten — und unversehrten — Hütte trat, um sich wie gewohnt zur Morgenandacht in die unmittelbar daneben gelegene Kirche zu begeben, bemerkte er zu seinem Erstaunen, daß sie schwere Schäden aufwies und ihr Dach verloren hatte. . Nur 870 Gramm . . . wog ein Sechseinhalb-Mo- nats-Baby, das in diesen Tagen in Cuxhaven zur Welt gebracht wurde. Das nur 39 Zentimeter große Neugeborene ist voll ausgebildet und hat sich jetzt mehrere Tage nach der Geburt als lebensfähig bewiesen. Die Aerzte sind der Ansicht, daß sich das Kind normal entwickeln wird. Die Ernährung erfolgte zuerst mit einer Pipette und jetzt mit einer winzigen Milchflasche. In England wurde vor kurzem ein nur 780 Gramm Sechs-Monats-Kind geboren, das ebenfalls am Leben erhalten werden konnte. Auf der Autobahn . . . bei Meckelfeld im Kreis Harburg -geriet ein Personenauto aus Hamburg ins Schleudern, raste eine zwei Meter hohe Böschung hinunter und überschlug sich zweimal. Der Fahrer wurde schwer, seine Frau lebensgefährlich verletzt. Der Fahrer hatte an einer Baustelle, auf der ein Schild „Nicht überholen, Fahrgeschwindigkeit 30 km“ Die Nervosität bei den Schulkindern Umweltseinflttsse führen zur Frühreife - Vergangene Woche sprach Schulärzftn, Fräulein Dt. Pfeiffer in einer Eltemyersammlung in Pforzheim über die Gesundheit unserer Schulkinder. Sie zeigte zunächst die Quellen der heute vielverbreiteten Nervosität auf. Ihre Hauptursächen sind Umwelteinflüsse (Kriegsfolgen, Lärm) und das schlechte Beispiel der Erwachsenen, nicht etwa kindliche Bosheit. Auch die oft beobachtete Frühreife, die vielfach mit geistiger Spätreife eirihergeht, hat ihren Grund in Umwelteinflüssen. Eine frühzeitige Aufklärung tut not. Dies ist vor allem Sache der Eltern. Die Schulentlassenen sollen nächstes Jahr die hier bereits bekannten Aufklärungsvorträge von Frl. Dr. Neußer, die großen Anklang fanden, zu hören bekommen. Als Mittel zur Behebung der berührten Schäden empfahl die Schulärztin frühes Zubettgehen, Sport, leichte Kost, Wurmbehandlung, aber auch gute Lektüre und Kameradschaft. Die große Bedeutung der Schuluntersuchungen für die Vorbeugung und Heilung von Schäden wurde klar herausgestellt. Sie Scbulürztin sprach vor der Elternschaft ergeben wertvolle Hinweise bei Zurückstellungen, bei der Berufswahl und zur Ueberwachung von Einzelfällen. Neben der Pockenimpfung haben sich auch die Schutzimpfungen gegen Scharlach, Diphtherie und Tuberkulose als wichtige Vorbeugungsmittel durchgesetzt. Auch die Notwendigkeit der Wurmbehandlung steht heute außer Zweifel. Während nun- der Ernährungszustand unserer Jugend sich weitgehend gebessert hat, und Tuberkulose und Hauterkrankungen zurückgegangen sind, macht sich ein erschreckendes Anwachsen der Haltungsfehler und Fußdeformierungen bemerkbar. Sie sind die- Felge der noch nicht überwundenen Unterernährung und müssen durch Vitamine, Haltungsgymnastik und Sport ausgeglichen werden. Der Turnunterricht muß wieder auf eine breitere Grundlage gestellt werden. Damit nun aber die gute Betreuung unserer Jugend durch Schularzt, Schulzahnarzt, Erholungsheim usw. sich auswirken kann, müssen die Eltern die Mitteilungen de9 Schularztes beachten und sich die Behandlung ihrer Kinder angelegen sein lassen. steht, auf nasser Fahrbahn mit etwa 100 Kilometer Geschwindigkeit einen Lastwagen überholt und war auf den Grünstreifen geraten. Dabei kam das Fahrzeug ins Schleudern. Eine Großfahndung • - . Hunderter von britischen Polizisten mit Bluthunden, die die Umgebung des „festesten“ britischen Zuchthauses Dartmoor bei London nach zwei Ausbrechern absuchten, konnte noch am gleichen Tag beendet werden. Einer der beiden Gesuchten gab sich einem ahnungslosen Fußgänger zu erkennen, um seinen 26jährigen Kameraden, der von 30 Meter Höhe in einen Steinbruch gestürzt war, das Leben zu retten. Den beiden Ausbrechern, die von der britischen Polizei als „gefährlich“ bezeichnet wurden, war es bei starkem Nebel gelungen, aus dem Zuchthaus zu entfliehen. Die erste Roboterfabrik . . . der Welt sei in der Sowjetunion eröffnet worden, meldet die sowjetische Nachrichtenagentur TASS. Die Fabrik, die Maschinenventile herstellt, beschäftigt angeblich nur vier Arbeiter. Die Arbeit wird ausschließlich von Maschinen getan. TASS gab weder den Umfang noch den Sitz der Fabrik an. Der 18jährige Jugoslawe , . . Franz Kranz wurde in Graz wegen Mordes^ versuchten Mordes und illegalen Waffenbesitzes zu zwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte Ende Oktober in Voitsberg in der Steiermark versucht, eine ganze BauemfamiUe umzubringen. Er hat die 75jährige Regina Kiedl erschossen und ihre 40jährige Schwiegertochter sowie deren 16jähriger Sohn und einen 50jährigen Knecht schwer verletzt. Kranz, der in Slowenien geboren ist, wurde bis 1951 als Zwangsarbeiter in Polen festgehalten, bis es ihm gelang, zu fliehen. Sein Ziel war Jugoslawien. Er wollte jedoch nicht — wie er vor Gericht erklärte — „in Lumpen und ohne Geld“ heimkehren. Im gesamten Stadtgebiet von New York . . . heulten plötzlich 579 Luftschutzsirenen. Die Rundfunk- und Fernsehstationen unterbrachen das Programm, übertrugen ebenfalls das Alarmsignal und verkündeten: „Achtung! Offizielle Luftschutzübung der Stadt New York. Suchen Sie die Luftschutzräume auf, halten Sie den Lautsprecher eingeschaltet“. Im gleichen Augenblick eilten 12 000 Polizisten und 300 000 zivile Luftschutzhelfer im Stadtgebiet von New York auf die ihnen zugewiesenen Posten. Die Uebung dauerte zehn Minuten. Lediglich der Verkehr der Untergrundbahn sowie die Arbeit in den Krankenhäusern, Elektrizitätswerken und einigen Fabriken wurde aufrechterhalten. Eine Ausnahme waren auch die Restaurants. Der Verband der Restaurateure hatte die Stadtverwaltung um diese Ausnahme gebeten, weil sie befürchteten, daß viele Gäste in die Luftschutzkeller laufen würden, ohne ihre Zeche zu bezahlen. Bücher für den Harold Robbins: „Träume, Frauen und Finanzen“,der Roman einer Industrie. 134 Seiten. Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg. Dies ist die Geschichte Amerikas, die Geschichte der kleinen Leute, die in ein Geschäft eintraten, das über sie bi- nauswuchs, erzählt mit all der Innigkeit und dem Pathos, dem Tempo und der Spannung die Harold Robbins auszeichnet. Die Geschichte könnte ebenso in einer Dynastie von Automobilfabrikanten, Stahlproduzenten oder Oelmagnaten spielen, aber sie ßpielt unter den ersten Filmproduzenten, den Pionieren der amerikanischen Filmindustrie, die zuerst die Flimmerbüder in Schaubuden zeigten. Es waren kleine Kaufleute, M änne r vom Rummelplatz, Reisende; es waren ein gewanderte Griechen, Italiener, Juden, die die amerikanische Filmindustrie gründeten, aber es waren alles Männer mit einer natürlichen. Begabung fürs Schaugeschäft, die wußten, was ihre Nachbarn sehen wollten. Sie erlebten gigantische Erfolge und herzzerreißende Rückschläge. Diese Männer waren alle nicht darauf gefaßt, einmal ungekrönte Könige einer riesigen neuen Industrie zu werden. Als das Filmgeschäft sich machtvoll zu entfalten begann, mußten sie sich um Rat und Hilfe an die amerikanischen Finanzleute wenden. Den Höhepunkt des Romans bildet der titanische Kampf deser beiden Gruppen, der Filmpioniere und der Finanziers um die Kontrolle der gesamten Filmindustrie. MSdred Mc. Naugthon: „Der Wind sprang nach Südosten um“. 374 Seiten in leinen gebunden. Hoffmann & Campe-Verlag, Hsanburg. Dieser Roman, der in Südafrika spielt, erzählt von den unermeßlichen Weiten dieses Erdteils, von seinen Bodenschätzen, seinem Klima und seinen Möglichkeiten, die zusammen die Morgengabe für eine„ neue jjasee“, für die Begründer und Herren eines gewaltigen Imperiums abgeben. Cecil Rhodes, der große Engländer, hat die Möglichkeiten dieses Landes der Zukunft früh erkannt. Politiker und Abenteurer kärqpften um die bereits entdeckten Schätze und ihre Sicherung für eine zukünftige Nutzung. In dem Drängen nach Reichtum und Besitz entstanden Großstädte, treten soziale Probleme, die Rassenfrage und Sonstige Konfliktstoffe in den Vordergrund. Diese drängende Geburt eines neuen Volkes in all seinen Schattierungen schildert der Verfasser in seinem Roman, der geladen ist von spannungsreichen Momenten. Im'Mittelpunkt finden wir eine prachtvolle Frawecogestalt Katryna van Hom, die zwar in Südafrika den Frieden sucht, aber im Laufe des Geschehens auch hier das ewig menschliche, Liebe, Eifersucht, Abenteuer und Verbrechen kennenlemt, bis sie geläutert, durch eine Naturkatastrophe gewaltigen Ausmaßes, verstehen lernt, wo die Wurzeln ihrer Kraft zu finden sir ' Viktor Heiser: „Eines Arztes Weltfahrt“. Erlebnisse und Abenteuer in 45 Ländern. Uebersetzt Von Rudolf von S&oifcz. 464 Seiten, Leinen DM 8.50. Weihnachtstisch Eines jener Erlebnisbücher, die weltberühmt geworden sind. Ein in seiner Art ungewöhnliches Buch, das bereits in viele Sprachen übersetzt wurde. Der Untertitel dieses farbigen und spannenden Reiseberichts verrät schon vieles: Erlebnisse und Abenteuer in 45 Ländern. Aber nicht etwa aus Reiselust oder Freude am Abenteuer hat dieser amerikanische Arzt seine Weltfahrt unternommen, sondern im Dienste der lebenden Menschheit. Er lebt ganz in der Idee, Not und Krankheit zu lindem. Vor allem gilt »sin Kampf den bis dahin unheilbaren Krankheiten %5e- riberi, Malaria und Aussatz. Es werden Dinge und Lebensverhältnisse aufgezeigt, die von erschütternder Realistik sind. Alles, was er erlebt, gesehen, erfahren, schildert Heiser in äußerst lebendiger Weise. Er ist aber nicht nur ein berühmter Tropenhygieniker, sondern auch ein Diplomat von Rang, ein glänzender Menschenkenner und Menschenbehandler. So werden Könige und Häuptlinge, Krieger und Kopfjäger, Arzte und Medizinmänner zu seinen Freunden. Das Buch packt an, regt auf, jedes einzelne Kapitel ist eine Geschichte für sich, die fesselt und erfreut. ' Henry Benrath: „Die Kaiserin Galla Pla- cidia“. 37.-43. Tausend. 536 Seiten. In Leinen DM 14.80. In diesem Meisterwerk, das auf tiefgründiger historischer Kenntnis beruht, entfaltet sich ein begnadetes Erzählertalent. Alles Historische ist in vergeistigtes Leben gewandelt und zu suggestiver Gegenwärtigkeit gesteigert. Galla Placidia ist der Name der großen westgotischen Königin und römischen Kaiserin des beginnenden 5. Jahrhunderts. Voll Majestät und Menschlichkeit steht die Gestalt der fürstlichen Frau in jener Zeitwende, aus der das Abendland unter schweren Wehen geboren wurde, die Gestalt der letzten Römerin und Gotenkönigin. Ob man dieses Buch unter politischen oder menschlichen Gesichtspunkten betrachtet, ob als episches Kunstwerk oder als geschichtlichen Bericht, immer hält es stand. Man wird es zu dem Besten rechnen, was ins vielen Jahren an erzählender Prosa erschienen und auch geblieben ist. Hans Marschall: „Oel brennt in Persien“. Broschek-Verlag, Hamburg (Preis DM 11.80).. Die ganze Welt ist zur Zeit gespannt wegen des Streites um das persische Oel. Der Haager Schiedsgerichtshof und die UNO haben sich schon mit dem Problem beschäftigt und gerade jetzt, wo die Wogen wegen dem braunen Gold recht hoch gehen, legt uns dieser Verlag diesen neuen Roman von Hans Marschall vor. Er ist auf historischen Tatsachen aufgebaut, führt uns von der Zeit als 1894 der ehemalige Goldgräber und Rechtsanwalt Knox d‘Arcy zum erstenmal in der persischen Wüste nach Oel bohrte, bis in die jüngste Gegenwart hinein. Er schildert, wie der Pionier zum Spielball stärkerer Mächte wird, als das Unfaßbare gelungen war u. das erste öl zutage tritt. Seit dieser Zeit ist düs Gebiet heiß umkämpft von den Oelmagnaten. All die Könige der Großmacht Oel greifen in dem Roman in das Geschehen um die beiden d‘Arcy ein. Das Buch ist ungeheuer spannend geschrieben und greift so weit über den Raum Persien hinaus. Es schildert den Kampf um das Oel, die ■Menschen und das Geschehen um dieses Falles so spannend, daß man von dem Problem gefangen ist, das den Leser vom Anfang bis zum Ende dieses Buches fesselt. William Kean Seymour: „Mrs. Hamleys Familie“. 328 Seiten, Leinen DM 9.—. Schweizer Druck- und- Verlagshaus AG., Zürich. Hier hat ein schon seit Jahren in der literarischen Welt Englands bekannter Schriftsteller, gesehen am Schicksal einer Londoner Familie kleiner Leute, einen Querschnitt durch sein Volk gezogen. Da er dabei keineswegs durch eine Parteibrille sieht, entstand ein so packendes Bild einer Stadt, ja eines Landes: unvoreingenommen und deshalb richtig in der Einschätzung der sozialen Zustände. Der Roman ist gescheit, er bleibt dem Leben nahe und der Autor nimmt die Leser hie und da bei der Hand, um leise lächelnd zu sagen: Macht euch tim Gotteswillen nichts vor! So ist das Leben, und es ist doch ganz erträglich, wenn man es sich nicht selbst unerträglich macht. Das Buch erweckt Mitfühlen, Spannung und Teilnahme an den darin aufgeworfenen Problemen, nicht zuletzt durch seine warmherzige, echte soziale Haltung, die so überaus sympathisch berührt. Luis Trenker: „Duell ln den Bergen“. 371 Seiten. Volksausgabe. Ganzleinen DM 6.85. C. Bertelsmann-Verlag, Gütersloh. Luis Trenkers Film „Duell in den Bergen“ ist wiederum ein großer Erfolg. Neu ist der gleichnamige Trenker-Roman als Bertelsmann-Volksausgabe erschienen. Rauschgiftschmuggel in den Grenzbergen der Dolomiten, Kampf eines internationalen Schmuggeltrust gegen die gefürchtete italienische Grenzpolizei. Alle Leidenschaften sind aufgepeitscht: Sucht nach Kokain, Haß und Mordgier. Alles Gute steht dagegen auf: Todesbereite Tapferkeit, Reue, Scheu vor dem letzten Verbrechen und — Liebe. Prächtige Gestalten unter den Schmugglern: Ihr König, der berühmte Bergsteiger Stefan Ruäz, sein Gegenspieler, der Polizeihauptmann Marri. Wir verfolgen das Schicksal der gewissenlosen Agentin „Juanita“ oder die keimende Liebe der herben Sandra Ruäz zum Todfeinde ihres Vaters. Wer den Film „Duell in den Bergen“ sah oder noch erleben will, muß auch den Roman „Duell in den Bergen“ gelesen haben. Klaus Peter Wieland: „Der goldene Akt“. DM 9.50. Schweizer Drude- und Verlagshaus AG., Zürich 8. Auslieferung in Deutschland: Carl Meyer, Buch- und Zeitschriftenvertrieb, Frankfurt am Main. Es ist erstaunlich, mit welch elementarer Kraft und mit welchem dichterischen Können der Autor uns immer \#eder neue Bereiche menschlicher Daseinsform nahebringt. Wenn Klaus Peter Wieland diesmal in den Mittelpunkt seines neuen Romans das Bildnis einen jungen Mädchens stellt, und fünf Menschenschacksale, die in engate Berührung mit diesem Gemälde kommen, in geradezu atemberaubendem Tempo vor uns abrollen läßt, so handhabt er nicht nur die Sprache virtuos, sondern es gelingt ihm überdies ein treffendes Zeitbild verschiedener Gesellschaftsklassen. Der Roman versetzt uns in das Paris der Gegenwart, dessen Atmosphäre faszinierend und dessen Menschen unerhört lebendig ddrge- stellt sind. Ein Buch, das uns neben einer glänzenden Unterhaltung eine Fülle wertvoller Erkenntnisse schenkt. Toni Rothmund: Arzt oder Scharlatan. Ein Wesmer-Roman. Halbleinen DM 7.80, Reklam-Verlag GmbH., Stuttgart. Die Dichterin schildert uns die Gestalt dieser Persönlichkeit, die vor etwa 150 Jahren durch seine großen Heilerfolge so viel von sich reden gemacht hat Die Schilderung seines Lebensweges, die Verbindung seiner Persönlichkeit mit den sonstigen Gestalten der Handlung zu einem dramatisch sehr bewegten bunten Lebensroman ist so vortrefflich, daß wir von der Tragik des Schicksals auf das tiefste beeindruckt sind. Heinrich Schiffer: Im Banne der Sahara. Hundt-Verlag Hattingen, Preis DM 5.80. Die Sahara ist für uns Deutsche immer noch ein unerschlossenes Buch mit sieben Siegeln, trotzdem heute der Wüstenomnibus von der Mittekneerküste bis zum Niger sich seinen Weg bahnt Heinrich Schiffer der bekannte Afrika-Reisende bringt uns diese unerschlos- sene Wüste menschlich nahe und schildert uns nicht nur die schlechten, sondern auch die guten Seiten dieses Landes, und besonders auch die großen Möglichkeiten dieser endlosen Landschaft, sobald das Wasser die glühende Erde netzt und alles in einen blühenden Garten verwandelt. Wir lernen aus diesem aufs Höchste interessanten Buch, daß es durchaus möglich ist, die Sahara durch die Technik und menschlichen Fleiß wieder zu dem zu machen, -was sie einmal war: ein blühende* Paradies. Albert Kraütheimer: „Von Heimat zu Heini a t“. 280 Seiten, Ganzleinenband, DM 5.20. Bade- nia-Verlag, Karlsruhe L Baden. Albert Krautheimer, der geistliche Verfasser des Buches „Heilige Deutschlands“, schenkt uns mit diesem Buch eine neue Hei' ligenlegende, die sich wohl in Kürze ebensoviel Freunde erwerben wird, wie der vorausgegangene Band. Sie enthält die Lebensabrisse von mehr als hundert gottseligen Männern und Frauen, die Deutschland zu Lebzeiten ihre Heimat nannten oder die als ursprünglich Landfremde nach ihrem Tod vielerorts in deutschen Gauen besonders innig verehrt und geliebt werden. Hans Erich Seuberlich: „Reni und Robbt Verlag „Die Boje“, Stuttgart-Berlin. Die blaugelben Bojebücher sind reizende Kameraden für unsere Jugend, die immer ihre helle Freude an diesen schmiik- ken Bänden haben wird, Reni und Robbi sind zwei Gestalten, an denen sich die jungen Leser sicher begeistern werden und beide haben das Zeug dazu, bei ihren Altersgenossen berühmt und von ihnen geliebt zu werden. N '4 SMm ohne JeAtcment (Wirksamkeit vernichteter Testamente) Will jemand ein Testament errichten, so braucht er nicht unbedingt zum Gericht oder Notar zu gehen. Es genügt auch-eine von ihm eigenhändig geschriebene und Unterzeichnete Erklärung, wobei es ratsam ist, diese mit Ort und Datum zu versehen. Solch ein „privatschriftliches“ Testament ist an keine Form gebunden, so daß z. B. die Feldpostkarte eines gefallenen Soldaten sein gültiges Testament sein kann, wenn er darin seinen Erben bestimmt hat. Das privatrechtliche Testament wird in den meisten Fällen zu Hause aui- bewahrt. Nach dem Tode des Erblassers muß es aber nach gesetzlicher Vorschrift, und um wirksam zu werden, an das nächste Amtsgericht abgeliefert werden. Hier wird es vom Rechtspfleger des Nachlaß-Gerichts eröffnet und der letzte Wille des Verstorbenen den anwesenden Erben verkündet. Diese „Eröffnung“ ist sehr wichtig, z. B. für den Beginn der Erbausschlagungsfrist. Viele dieser zu Hause aufbewahrten Testamente sind durch Kriegsereignisse vernichtet worden oder in den Wirren der Nachkriegsjahre verloren gegangen. Durch solche vom Erblasser ungewollte Vernichtung wird ein einmal gültig errichtetes Testament jedoch nicht ungültig. Auf diesen wichtigen Gesichtspunkt weist ein Aufsatz in der Zeitschrift „Der Deutsche Rechtspfleger“ hin und führt dazu aus, daß ein vernichtetes oder sonst abhanden gekommenes Testament zwar nicht eröffnet werden könne, daß aber seine Rechtswirksamkeit trotzdem bestehen blei'be. Allerdings müsse derjenige, der behaupte, durch das Testament als Erbe (oder Vermächtnisnehmer) eingesetzt zu sein, die Tatsache der Errichtung und'den Inhalt der letztwilligen Verfügung beweisen. Das würde oft recht schwierig sein, es könne dabei aber von allen möglichen Beweismitteln (Vorlegung einer Abschrift, Zeugenaussage, eidesstattliche Versicherung usw.) dem Nachlaßgericht gegenüber Gebrauch gemacht werden, worauf dieses das Erbrecht bescheinigen könne. Weihnachtliche Musik in der Lntherhirdie Eine gediegene Feierstunde des Bruchsaler R ealgymnasiums am zweiten Adventsonntag Einen erlesenen künstlerischen Genuß bereiteten am vergangenen Sonntag der Gemischte Chor und das durch Bruchsaler Musikfreunde und Mitglieder der Badischen Staatskapelle verstärkte Orchester des Bruchsaler Realgymnasiums einer zahlreichen Hörerschaft mit einer „Weihnachtlichen Musikfeierstunde“ in der Lutherkirche. Dank der vorbildlichen Leitung von Studienassessor Ummenhofer, der bei dieser Gelegenheit sein ausgezeichnetes Talent als musischer Erzieher der Jugend erneut herauszustellen vermochte, wurde diese Weihnachtsmusik für das oft mehr als andächtig lauschende Auditorium ein echtes Erlebnis. Schon die Durchsicht des geschmackvoll zusammen- geetellten Programmes ließ Ueberdurchschnittliches erwarten. Angekündigt waren Werke von Bach, Händel, Fr. Neumeyer und Hermann Grabner, lauter Große im Reiche der Töne. Diese gediegene Auswahl der Chöre verdienen Lob und Anerkennung. Erneut wurde Weiße Weihnachlstage ? Im Dezember ist nach der langfristigen Wetterprognose des badischen Landeswetterdienstes in Südwestdeutschland mit einer unter dem langjährigen Durchschnitt liegenden Temperatur zu rechnen, und zwar dürfte die zweite Monatshälfte wesentlich kälter werden als die erste. An 15 bis 19 Niederschlagstagen ist die normale Dezemberniederschlagsmenge zu erwarten. Bis etwa zur Monatsmitte wird weiterhin mit wechselhafter, für die Jahreszeit meist jedoch zu milder Witterung mit zeitweisen Niederschlägen gerechnet. Abschnitte trockenen und kalten Wetters sind vom 19. bis 24. Dezember und zum Jahreswechsel zu erwarten. Um die Mtonatsmitte oder kurz danach und vom 25. bis zum 29. Dezember sind stärkere Schneefälle möglich. Konzert der Mnsiksdwle Brndisal Zwei Stunden gute Hausmusik mit den Schülern Fritz Barths und E. Grünebergs Von werbender Wirkung war das Konzert, das die staatlich anerkannte Musikschule Bruchsal am vergangenen Sonntag im Saale des Hotel „Friedrichshof“ durchführte. Man war erstaunt über die Leistungen der Schüler und erfreut über die Tatsache, daß trotz aller technischen Errungenschaften das häusliche Musizieren in weiten Kreisen der Bevölkerung gepflegt wird. Und das ist gut so; denn das Spielen eines Instrumentes erzieht und bildet. Einen vielversprechenden Auftakt machten die jüngsten Spieler der Klavierklassen Kapellmeisters Fritz Barths, German Löffler und Helmut Baumert, die mit ihren 7 Jahren die an sie gestellten Aufgaben mit Erfolg lösten. Jürgen Heilmann konnte in einem „Puppentanz“ von Bisping gut gefallen. Höhere Anforderungen technischer und musikalischer Art stelte Schumanns „Abendlied“ an den Schüler Helmut Krieger. Durch die unbekümmerte Sicherheit, im Vortrag von- Flotows „Melodie“ errang sich Hans Seyband die besondere Sympathie des Publikums. Höhepunkt der ganzen Veranstaltung war die meisterliche Inter- pretatiön der „Sonate pathetique“, op. 13, von L. v. Beethoven durch Clemens Schührer, der schon bei früheren Anlässen seine große Begabung im Klavier- spiel zeigen konnte. E. Grünebergs Violinschüler gaben ebenfalls ihr Bestes, ihre Vorträge zeugten von gründlicher Schulung. In einem Duett bewies Klaus Fickler seine Taktfestigkeit. Walter Kratzmeier erspielte sich mit einem Menuett von Boecherini Sonderbedfall. In dem technisch schon anspruchsvolleren „Deutschen Tanz“ von Burmester konnte Berthold Keilbach seine musikalische Begabung zur Geltung bringen. Eine sehr feine Leistung vollbrachte Manfred Blumhofer mit der Wiedergabe der herrlichen Sonate Nr. 24 von Mozart, die er in ungetrübtem Zusammenspiel mit Clemens Schührer interpretierte. Die Vorträge der Handharmonika- und Akkordeonschule von J. Platz-Balik fanden, wie immer, ein interessiertes Publikum. Die Kindergruppe des Hand- harmomkaorebesters spielte mit spürbarem Ernst zwei Kompositionen von A. Holzschuh. Sehr sicher und sauber gab Ursula Maurer „S'Gamsfoarthuterl“ von E. Wild wieder. Als sehr talentierter Afckordeonspieler stellte sich Johann Czolk in dem berühmten „Intermezzo sinfonico“ von Mascagni vor. Für seine Leistung erhielt er besonders starken Beifall. JgQpp BRUCHSAL Tel. 2728 Hattenstr.13 Boonecamp Orange- u. andere Liköre Perlwein Pepsinwein < Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die 10. Veranstaltung der Bruchsaler Musikschule einen erfolgreichen Verlauf nahm. Mit Recht ist diese Schule zu einem wichtigen Faktor im kulturellen Leben der Stadt geworden. E. auf die kostbaren Schätze aufmerksam gemacht, die die deutsche Musikliteratur in sich birgt. Dem Chor und dem Orchester des Realgymnasiums geht ein sehr guter Ruf voraus. Ihre ausgezeichneten, in mancher Hinsicht kaum mehr zu übertreffenden Leistungen wurden schon mehrfach anerkannt. Wir erinnern an die herrliche Aufführung des „Messias“ in St. Peter, an das Frühlingsliedersingen in den Europa- Lichtspielen. Auch am Sonntag erreichten Chor und Orchester bei der Musikfeierstunde in der Lutherkirche wieder solche Höhepunkte. Ein Orgel-Vorspiel „Fantasie und Fuge A-Moll“ von Johann Sebastian Bach leitete die Weihnachtsrnusik ein. Herr Merz am Spieltisch der neuen Lutherkirche- Orgel erwies sich Wiederum als Meister seines Instruments. Wie er das Gotteslob der Komposition in den Herzen der Hörer lebendig zu machen verstand, zeugt von einer engen Verbundenheit des Interpreten mit dem Leipziger Thomaskantor. Mit „Herrscher des Himmels“ aus dem Weihnachtsoratorium und „O du die Wonne verkündet in Zion“ aus dem „Messias“ kam Händel zu Wort, mit „Still, wer Gott erkennen will“ Fritz Neumeyer, mit „Susani“ Hermann Grabner und mit „Freut euch und jubilieret“ erneut J. S. Bach. Bei allen diesen wundervollen Chören horchte jeder einzelne Hörer auf, wir sagen nicht zuviel, jedes Herz schwang da mit und fühlte sich eins mit Chor und Orchester. Wie gesungen wurde: Mit viel Liebe und viel Hingabe, ohne Fehl und ohne Tadel, Leistungen, die ein Schülerchor kaum mehr zu überbieten vermag! Das beseelte Herzstück der eindrucksvollen Feierstunde bildete die „Kantate Nr. 140“, „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Bach mit drei Choralstrophen und zwei Rezitativen mit Duetten. Aehnlich wie das Hohelied des Alten Testamentes berührt diese Komposition das „Hochzeitsverhältnis zwischen Christus und der gläubigen Seele“, wie Johann Sebastian Bach selbst eine war. — Mit der vollendeten Darbietung gerade dieses Werks bewiesen Chor, Orchester und Solisten, u. a. Konzertmeister Hans Ochsenkiel (Violine) und Kammermusiker Herbert Winter (Oboe) ihre echte schöpferische Gestaltungskraft. Mit ausgesprochener Andacht saß das Publikum in den Kirchenbänken und kein Räuspern störte die heilige Müsik. Ein Sonderlob verdienen Frl. Hannelore Schneider (Sopran) und Ulrich Hiersche (Baß) für die überraschend gute Wiedergabe der Rezitative und der Duette. Vor allem Hannelore Schneider zeichnet sich durch eine reiche Modulationsfähigkeit und durch eine Starke tragende Kraft ihrer Stimme aus. Den machtvollen Schluß der erhebenden Feierstunde bildete der Chor „Ehre sei dir Gott gesungen“ aus dem Weihnachtsoratorium von Bach. Sehr angenehm berührte die Einbeziehung der Gemeinde in die Programmfolge durch Zwei Lieder „Macht hoch die Tür“ und „Tochter Zion“. Etwas von jener Gemeinschaft wurde hier spürbar, die bei jeder Feier Veranstaltende und Hörerschaft als einigendes Band des Zusammen- gehörens umschlingen sollte. (ü) Phflippsburger Stadlnolizen Filmschau. Am Dienstag und Mittwoch, jeweils 20 Uhr, bringen die Gloria,Lichtspiele „Der Wallner- bub“ (Kraft der Liebe, nach dem bekannten Roman „Das Jahr des -Herrn“). In den Hauptrollen Käthe Gold und Ewald Baiser. Eine Lanze für das küniglidie Spiel Jahreshauptversammlung der Schachfreunde des Kreises Bruchsal im Hotel „Friedriefashof“ Am Sonntag waren im Hotel „Friedrichshof“ die Vertreter der Schachvereine aus dem Kreis Bruchsal versammelt. Kreisschachwart Gogröf konnte dabei den neuen Bezirksleiter, Kapferer-Karlsruhe begrüßen. Nach dem Bericht über die Kreismannschaftskämpfe, das Kreisjugendtumier und die Kreiseinzelmeisterschaft 1951 vollzog der Kreisschachwart die Siegerehrung. Die Durchführung der diesjährigen Pokalwettkäm- Die GnadensVätte von Lourdes im Spiel Großer Tag der Marianischen Jun gfrauenkongregation in Neuthard Das Fest Mariä Empfängnis wurde in Neuthard als Titularfest der Miarianischen Jungfrauenkongregation begangen. Bei der Frühmesse war Adventsgeneralkommunion, an der sich an die 200 Jungfrauen beteiligten. Nachmittags fand die feierliche Aufnahme der 20 schulentlassenen Mädchen in diese Schar der Kandidatinnen und von 31 Jungfrauen, die ein Probejahr mit Erfolg bestanden haben, in die eigentliche Kongregation statt. In der Ansprache behandelte der Präses und Ortspfarrer die große Ehre, die den Kongreganistinnen durch Aufnahme in den „Hofstaat der allerseligsten Jungfrau“ zuteil werde — aber auch die Ehre, die sie dieser ihrer Königin schulden — besonders durch ein echt marianisches Leben. Mit dem Liede „Segne Du, Maria!“ fand diese eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Am Sonntag war Theater- und Familienabend der Kongregation im gut besetzten Kronensaale. Im Mittelpunkt des Abends stand das Schauspiel: „An der Gnadenstätte“, ein Spiel in 5 Akten um die Geschehnisse von Lourdes. Das in feiner Sprache abgefaßte Stück zeigt eine blindgeborene Fürstentochter, Chlo- tilde mit Neunen —, vom eigenen, herzlos und ungläubig gewordenen Vater grausam verstoßen, wie sie auf inständiges Gebet der guten Bernadette an der Lourdes-Gnadenstätte — anläßlich einer Muttargot- teserschieinung — das Augenlicht erhält,, während ihrem Vater das Glaubenslicht wieder zuteil wird. Die Spieler — 2 Jungmänner, 7 Mädchen und einige Kinder : — haben ihre Rollen meisterhaft zur Darstellung gebracht. Ihnen allen und besonders der Präfektion Frl. Olga Wurst, die das Stüde eingeübt hat, sowie auch dem Klavierspieler, Albert Werner, gebührt Dank und Anerkennung. In seiner einleitenden Begrüßungsansprache erinnerte der Präses der Kongregation und Ortsseelsorger an seine Pax-Christi-Wallfahrt nach Lourdes, wies durch Erwähnung des Festes Ap-paritio am 11. Februar und der Heiligsprechung Bernadette im Jahre 1933 auf das solide Fundament von „Lourdes" hin und gedachte des Romanes „Das Lied der Bernadette“ von Franz Werfel und dessen Verfilmung. Nach Abschluß des Theaterspiels, das mit reichem Beifall der zahlreichen Zuschauer bedankt wurde, gaben einige Mädchen einen sinnigen Reigen zum Besten. Dieser schöne Doppeltag um Mariä Empfängnis ist ein Markstein in der Geschichte der bald 40 Jahre bestehenden Jungfrauenkongregation, aus deren Marienschule fast alle Frauen und Mütter der hiesigen Pfarrei und eine Anzahl Barmherziger Schwestern im Laufe der Jahre herausgewachsen sind. kr. pfe ist noch sehr unklar und bedarf einer Lösung von seiten des-Verbandes. Der Kreisschachwart erklärte allen Anwesenden seinen Entschluß, aus Portoersparnisgründen künftig Ausschreibungen und Nachrichten von ihm an die Kreisvereine durch Presseveröffentlichungen bekannt zu geben. Alle Schachvereine im Kreis Bruchsal werden gebeten, dieser Tatsache Rechnung zu tragen und dafür zu sorgen, daß von der jeweils verantwortlichen Vereinsleitung die Tagespresse nach Schachnachrichten durchlesen wird. Das Schulschach wurde kurz gestreift. Der Vorschlag eines im jeweiligen Ort durchgeführten Schulschach- tumier könnte eine Anregung sein. Was die neuen Mannschaftskämpfe angeht, so wurden alle interessierten Schachvereine aufgefordert, ihre Mannschaftsmeldung für die Schachkreisklasse unverzüglich mit dem Meldeeinsatz des Vorjahres an Herrn Gogröf, Untergrombach, Bahnhofstr. 22 einzusenden. Mannschaften der Bezirksklasse melden an den Bezirksleiter. Die Durchführung des Kreisjugendturniers wurde führ das nächste Jahr an Untergrombach gegeben. Für die 2. Austragung der Kreiseinzelmeisterschaft wurde Bruchsal festgelegt. Die Neuwahl des Kreisschachwartes mußte mangels geeigneter Vorschläge ausgesetzt werden. Herr Gogröf erklärte sich bereit, dieses Amt ein Jahr weiter zu übernehmen. Die allgemeine Zustimmung bestätigte ihm seine Gewissenhaftigkeit und seinen Idealismus. Herr Brändle behält das Amt des Schachpressewarts. Danach erläuterte der Bezirksleiter noch einige interessante Probleme aus seiner neuen Tätigkeit und stellte zusätzlich fest, daß bedauerlicherweise nur wenige Vereine zur Versammlung erschienen seien, genau wie ihm auf seine schriftlichen Anfragen überhaupt keine Antwort gegeben werde. Er bittet die Vereinsleitung der Kreisvereine, ihm termingerechte Nachrichten zu geben, damit er auch nach dem Verband hin die Vereinsinteressen vertreten kann. Siadtumschau Dienstag, den 12. Dezember 1951 Weihnachtsbeihilfe. Beim städtischem. Wohhlfahrts- amt sind die Formulare zur Antragstellung auf Weih- nachtebeihilfe eingetroffen. Diese Beihilfe können erhalten: a) Wohlfahrts-Unterstützungsempfänger, b) Alu- uod Alfü-Empfänger, c) Minderbemittelte mit geringem Einkommen. Anträge können ab sofort beim städtischen Wohlfahrtsamt, Rathaus, Kaiserstraße 8, 2. Stock, Zimmer 16, gestellt werden. Letzter Termin ist der 5. Januar 1952. Anträge, die bis . zum Montag, den 17. 12. 1951 eingegangen sind, sollen noch vor Weihnachten ausibezahlt werden. Alle später abgegebenen Anträge müssen bis nach dem 5. 1. 1962 zurückgestellt werden. Empfänger von Wohlfahrts- Unterstützungen brauchen keine besonderen Anträge hierfür stellen; die Auszahlung erfolgt voraussichtlich am Freitag, den 21; Dez. 1951, nachmittags bei der Stadtkasse. Gymnasium und Realgymnasium. Am Mittwoch, 12. Dez., 7 Uhr, Gottesdienst der katholischen Schüler und Schülerinnen im Chor der Liebfrauenkirche — Der Gottesdienst der evangelischen Schüler und Schülerinnen ist um 7.15 Uhr in der Lutherkirche. Bund der Berliner. Der Vorstand 1 bittet um pünktliches Erscheinen zu der Ommibusfahrt zur Heidelberger Weihnachtsfeier. Abfahrt, Freitag, 12. Dez. 19 Uhr vom Kaufhaus Schneider am Bahnhof. Chor des Realgymnasiums. Wie uns Studienassessor Ummenhofer mitteilte, wurde der Chor des Realgymnasiums für ein Weihnachtsliedersingen des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart verpflichtet. Der genaue Termin wird zu gegebener Zeit, besonders bekannt gegeben. Kasperle in der Deutsch-Amerikanischen Bibliothek. Heute Diensttag, 14 Uhr, gibt das Kasperle-Theater in der Deutsch-Amerikanischen Bibliothek ein Gastspiel. Aufgeführt werden „Bill und Bessy*s tolle Streiche“. Dazu sind alle Kinder herzlich eingeladen. Der Eintritt zum Kasperle-Theater ist diesmal frei. Mozartchor Bruchsal. Die diesjährige Weihnachtsfeier des Mozartehors wird am nächsten Sontag, dem 16. Dezember, 14.30 Uhr, in der „Scheifelhöhe“ abgehalten. Den Besucher erwartet eine reichhaltige Programmfolge*, u. a. Gesang, Musik, Rezitation usw. Wie üblich ist mit der Weihnachtsfeier wieder eine Gabenverlosung verbunden. Wirtschaftsimpulse in Nordamerika. Ueber dieses Thema spricht am Donnerstag, 13. Dez., 20 Uhr, in der Deutsch-Amerikanischen Bibliothek Regierungsrat Dr. von der Goltz. Der Referent machte als Beamter «des Landwirtschaftsministerkims mehrere Monate eine Studienreise durch die USA und lernte dabei die treibendeh Kräfte der nordamerikanischen Wirtschaft kennen. Vortragsabend des DHV. Die Ortsgruppe des DHV hat für Mittwoch, 12. Dez., 20 Uhr, im Gasthaus Winzerstube einen Redner der Bundesbahn verpflichtet. Inspektor Paulus.vom Bahnhof Bruchsal, der über das Thema: „Bundesbahn und Kraftverkehr“ sprechen wird. Neben diesem Vortrag weiden zwei Kurzfilme gezeigt. Interessenten sind zum Besuch dieser Veranstaltung schon heute herzlichist eingeladen. Tageskalehder fiir lf. Dezember Bund der Steuerzahler, 20 Uhr Mitgliederversammlung im Cafe Kuli mit Dr. Hansjörg Trucksäß und Steuerberater Gaßner als Referenten. Europalichtspiele Bruchsal* 17, 19 und 21 Uhr „Lukretia Borgia“. =- Casino-Lichtspiele, 17 und 20 Uhr „Das sündige Dorf“, ein Filmlustspiel der Bavaria. Badisches Staatstheater, 19.30 Uhr im Großen Haus „Tannhäuser", 19.30 Ühr im Schauspielhaus „Der Biberpelz“. Deutsche Bausparkasse